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YB MAG Nr. 3 / Saison 2025/26

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YB MAG

«WIR

WOLLEN BEWEISEN, DASS WIR ALS

TEAM GELERNT HABEN»

Gregory Wüthrich über seine Rückkehr zu YB, die schwierige Phase in der Vorrunde und die grosse Motivation für den Endspurt und die neue Saison

LIEBE YB-FAMILIE

Uns stehen noch fünf Spiele bevor – fünf Spiele, die ich bewusst als Finals bezeichne. Wir haben den Ehrgeiz, uns für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen. Der letzte Eindruck bleibt haften, und wenn es uns gelingt, nächste Saison europäisch dabei zu sein, würde uns das zum einen sportlich guttun. Zum anderen ist der wirtschaftliche Aspekt nicht zu vernachlässigen: Europacup-Teilnahmen bringen stets auch Einnahmen.

Wir befinden uns in der Endphase einer Saison, in der einiges nicht lief, wie wir uns das vorgestellt haben. Das ist ein Fakt, dem wir uns stellen müssen. Wir arbeiten die Ereignisse sehr selbstkritisch auf, hinterfragen unser Tun laufend und werden eine eingehende Analyse vornehmen.

Im vergangenen Sommer kam es zu einigen Veränderungen im Kader. Die Zeit für diese Wechsel war reif, aber wir müssen uns eingestehen, dass nicht alles von Anfang an wie gewünscht funktionierte. Und es soll nun keine Ausrede sein, sondern vielmehr eine Erklärung: Leistungsträger, in die wir grosse Hoffnungen setzen, fielen verletzungsbedingt länger aus, zum Beispiel Gregory Wüthrich, Edimilson Fernandes und Jaouen Hadjam. Oder sie sind jetzt – wie Ryan Andrews – noch nicht fit. Sicher auch nicht hilfreich waren die vielen Platzverweise. Uns ist bewusst: Es waren viel zu viele.

Die Erwartungen im Umfeld sind hoch, und ich finde: Sie sind berechtigt. Die Fans wollen eine erfolgreiche Mannschaft, und wir wiederum haben diesen Anspruch ja selber auch. Am Ostersamstag zeigte sich beim 3:3 in Basel, dass die Moral intakt ist. Vor ein paar Monaten hätten wir die Partie wahrscheinlich verloren – jetzt holten wir dank eines späten Treffers einen Punkt. Das zeigt, dass die mentale Verfassung der Equipe trotz aller Schwierigkeiten in den vergangenen Monaten sehr gut ist.

Wir befinden uns nun zwischen Schlussspurt und Neustart in die Saison 2026/27. Ob es nur wenige oder doch einige Anpassungen im Kader geben wird, lässt sich noch nicht definitiv sagen und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Was bleibt, ist der Ehrgeiz, in der nächsten Meisterschaft kompetitiv zu sein. Wenn die Notwendigkeit besteht und sich die Möglichkeit ergibt, Transfers zu tätigen, bei denen wir das Gefühl haben, sie bringen die Mannschaft weiter, dann tun wir das. So viel kann ich sagen: Wir bei YB sind für alle Eventualitäten gewappnet und versuchen stets in allen Bereichen, Verbesserungen vorzunehmen.

In diesem Sinne: hopp YB!

Mathieu Beda Technischer Direktor

Herausgeberin

BSC YOUNG BOYS AG, Papiermühlestrasse 71, CH-3000 Bern 22 www. bscyb.ch

Redaktion und Produktion

Charles Beuret

Peter M. Birrer

Darja Geiser

Patrick Lehmann

Albert Staudenmann

Stefan Stauffiger

Texte

Charles Beuret

Peter M. Birrer

Darja Geiser

Etienne Güngerich

Claudia Salzmann

Albert Staudenmann

Stefan Stauffiger

Korrektorat

Pierre Benoit

Bilder freshfocus

Darja Geiser

Thomas Hodel

Keystone-SDA

Mauro Mellone

Anzeigenverkauf

031 344 88 88, sales@bscyb.ch

Copyright BSC Young Boys AG

Konzept und Design

LS Creative GmbH

Druck ms medium satz+druck GmbH

Auflage 20’000 Exemplare

Erscheinung

4 Ausgaben pro Saison

Einzel-Verkaufspreis

CHF 8.90 8

INSIDE Mit Elan und Zuversicht ins Saisonfinale

YB FRAUEN

Gewappnet für Rapperswil

28

ZU BESUCH IM WANKDORF

«Klassenzusammenkunft»

des Meisterteams von 1986 32 e 15 STICHWORTE

Samuel Essende 36 SAISON 2001/02

Das Aufstiegsteam, das alte Wankdorf und das Neufeld 40 UNVERGESSENE SPIELER

Joël Descloux

46

YOUTH BASE

Die Werkzeugkiste der Mentaltrainerin

Nicole Peterer

52

EIN BILD, DREI FRAGEN

Kuno Lauener und Thomas Häberli 56 WETTBEWERB

Mitmachen und gewinnen!

58

GASTSPIEL

Joachim Siwek

INTERVIEW

Gregory Wüthrich: «Bern – das ist meine Heimat»

64

DAS MUSEUM ERZÄHLT

Die YB-Viertelstunde ist bald 120 Jahre alt

68 FANSTORY

Tobias Rentsch: «Ich singe mehr in der Kirche als im Stadion»

72

KINDER ZEICHNEN

Chris Bedia

76

ANLAUFSTELLE

«Wo isch ds Gäube Bänkli?!»

Weniger wär dir lieber? Wir beraten ohne Schnickschnack.

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MIT ELAN UND ZUVERSICHT INS SAISONFINALE

YB-Trainer Gerry Seoane und Aussenverteidiger Yan Valery im Austausch.

YB steht vor der letzten Phase der Meisterschaft: In der Championship Group geht es um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Trainer Gerry Seoane spürt, dass bei YB alle in die gleiche Richtung ziehen.

DDie Saison 2025/26 muss sich für die Young Boys anfühlen wie eine Achterbahnfahrt. Es gab Phasen wie jene zwischen Mitte Dezember und Ende Januar, als sie sechsmal in Folge in zwei verschiedenen Wettbewerben verloren. Dann folgten Wochen wie im März, als sie drei von fünf Partien gewannen und in jenem Monat zehn Punkte sammelten.

«Alles in allem sind wir mit den Resultaten in dieser Saison nicht zufrieden», sagt Trainer Gerry Seoane. «Wir sahen uns mit vielen Herausforderungen konfrontiert, mussten etwa verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren, aber auch zu oft auf Spieler verzichten, die sich eine Rote Karte eingehandelt hatten.»

Mit dem 1:1 gegen Lugano vor heimischem Publikum sicherte sich YB wenigstens einen Platz in der Championship Group, zu der die besten sechs Mannschaften des Landes gehören. In den verbleibenden fünf Runden geht es für die Berner um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb – eine schwierige Aufgabe.

ZUM AUFTAKT

GEGEN ST. GALLEN

Sie starten mit einem Heimspiel in diesen Meisterschaftsendspurt: Am 26. April empfangen sie den FC St. Gallen im Wankdorf (16:30 Uhr). Gegen die Ostschweizer kam es in der aktuellen Spielzeit zu drei Begegnungen. Am 19. Oktober 2025 unterlag die Mannschaft von Gerry Seoane zu Hause 1:2 – es war die erste Heimniederlage gegen St. Gallen seit dem 20. März 2005. Damals endete die Partie im Neufeld 2:3 (YB-Tore von Gabriel Urdaneta und Stéphane Chapuisat).

Das zweite Spiel entschied YB am 9. November auswärts 4:1 für sich: Christian Fassnacht, Alan Virginius, Chris Bedia und Darian Males hiessen die Torschützen im dritten Wettbewerbsspiel unter Trainer-Rückkehrer Gerry Seoane. Die dritte Begegnung im Februar dieses Jahres entschieden die St. Galler nach zwei frühen Treffern 2:1 für sich. Fassnacht erzielte den Anschlusstreffer erst in der 95. Minute.

Eine Woche später reisen die Young Boys ins Tessin: Am Sonntag, 3. Mai, sind sie in Lugano zu Gast. Die bisherige Bilanz gegen die Südschweizer: 3:1-Heimsieg (zweimal Chris Bedia und Christian Fassnacht), 0:3-Niederlage auswärts kurz vor Weihnachten und das erwähnte 1:1 (Tor von Alvyn Sanches). Im Tor der Luganesi steht mit David von Ballmoos der erfolgreichste Spieler der YB-Geschichte. Der Emmentaler gewann mit der Mannschaft sechsmal den Meistertitel (2018, 2019, 2020, 2021, 2023 und 2024) sowie zweimal den Cup (2020 und 2023).

Im vergangenen September wechselte die Klublegende leihweise zum FC Lugano, der nun die Option zur definitiven Übernahme einlöste. Von Ballmoos unterzeichnete Anfang April einen Dreijahresvertrag.

3:3 – EIN SPEKTAKEL IN BASEL

Der FC Basel ist am 10. Mai im Wankdorf (16:30 Uhr) der dritte Gegner in der Championship Group. 4:1 lautete das Ergebnis im ersten Duell zwischen den erfolgreichsten Schweizer Klubs dieses Jahrtausends am 6. August 2025. Am 2. November gab es zum Einstand von Gerry Seoane in Bern ein 0:0.

Spektakulär verlief das dritte Spiel am Ostersamstag. YB ging durch Edimilson Fernandes in Führung, lag zur Pause nach einem Doppelschlag 1:2 zurück, zeigte aber eine starke Moral. Zuerst gelang der Ausgleich (Eigentor von Flavius Daniliuc), und nach einem neuerlichen Rückstand schaffte YB

Freude nach dem späten Ausgleichstor in Basel: Torschütze Ebrima Colley und Edimilson Fernandes.

Alvyn Sanches sammelte zuletzt einige Scorerpunkte.

kurz vor Schluss das 3:3. Der eingewechselte Ebrima Colley sicherte mit einer technisch feinen Aktion einen verdienten Punkt.

«Der Mannschaft gebührt ein Kompliment», sagte Gerry Seoane. Der Trainer blickt auf einen äusserst intensiven Match zurück: «Es war ein offener Schlagabtausch mit packenden Zweikämpfen und sechs Toren. Das Publikum kam auf seine Kosten.»

Das Gastspiel in Thun am 14. Mai (16:30 Uhr, Auffahrt) wird der letzte Auftritt in der Fremde sein. Gegen den Aufsteiger und unangefochtenen Leader sicherte sich YB im ersten Vergleich Ende September 2025 drei Punkte. Sergio Cordova, Chris Bedia (2) und Christian Fassnacht steuerten im Wankdorf die Tore zum 4:2-Erfolg bei.

Weniger positiv sahen die beiden anderen Spiele gegen die Oberländer aus. Am 25. Januar fielen beim 1:4 sämtliche Treffer in der zweiten Halbzeit – Alan Virginius gelang das

einzige YB-Tor. Am 8. März setzte sich Thun in Bern 2:1 durch, nachdem sich die Einheimischen früh dank Alvyn Sanches einen Vorsprung verschafft hatten.

DIE ZUVERSICHT VON GERRY SEOANE

Zum Saisonabschluss präsentiert sich YB noch ein letztes Mal auf heimischem Terrain. Am 17. Mai um 16:30 Uhr empfängt die Mannschaft den FC Sion. Auf ein 0:0 im vergangenen August folgten zwei Niederlagen: Im Tourbillon setzten sich die Walliser 2:0 und 3:1 durch.

«Wir haben die Konstanz noch nicht hinbekommen», sagte Gerry Seoane unlängst. «Auch das Trainerteam steht in der Verantwortung. Wir müssen an den richtigen Stellschrauben drehen.» Seine Zuversicht ist ungebrochen. Wichtig sei es, dass alle mitziehen und gemeinsam in dieselbe Richtung gehen würden: «Und genau das spüre ich bei YB.»

REKORDBESUCH

BEI DER GV

Mitte März fand die jährliche Generalversammlung des Vereins BSC Young Boys statt – und 407 anwesende Stimmberechtigte sorgten für eine Rekordzahl. Albert Staudenmanns vorgetragener Jahresbericht wurde mit grossem Applaus genehmigt, ebenso die Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Albert Staudenmann, Jessica Schindler, René Hitz, Christian Franke und Joel Portmann wurden für zwei Jahre wiedergewählt.

Am Anlass im Wankdorf wurden verdienstvolle Mitglieder geehrt. Für 50 Jahre waren das: Irene KochBürgi, Heinz Nievergelt, Raphael Schmutz, Walter Schüpbach. Für 60 Jahre: Bernhard Eich, Ernst Frei, Andreas Messerli, Max von Arx. Und für 40 Jahre als Verantwortlicher der Schiedsrichter: Charly Pulfer.

Ausserdem gedachte die Generalversammlung der im Vereinsjahr verstorbenen Felix Ansermet, Heinz Geiser, Alfred Luterbach, Bernhard Lüthi, Otto Messerli, Markus Scherer, Ruedi Straub, Timmermahn, Fritz Uhlmann und Peter Vögeli.

Das Protokoll der GV ist einsehbar unter www.bscyb.ch/gv.

Ernst Frei (60 Jahre YB-Mitglied), Stephanie Waeber, Dario Marzino, Heinz Nievergelt (40 Jahre YB-Mitglied), Irene Koch-Bürgi (40), Walter Schüpbach (40), Raphael Schmutz (40), Max von Arx (60), Gregory Wüthrich, Andreas Messerli (60), Benjamin Schmid, David Manojlovic und Matteo Gambardella.

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«MEDIZIN IST TEAMARBEIT –GENAU WIE FUSSBALL»

Das Ärzteteam der Sportklinik Bern:

Die Sportklinik Bern zählt seit Jahren zu den führenden Adressen für Sportmedizin und Orthopädie.

Mit dem Medical Center Wankdorf verfügt die Sportklinik Bern neu über einen Standort im Herzen des YB-Quartiers – nur wenige Schritte vom Fussballfeld entfernt. Hier verbinden sich auf einzigartige Art und Weise moderne Infrastruktur, sportmedizinische Kompetenz und die unmittelbare Nähe zum Spitzenfussball.

Seit dem 1. Januar 2026 verstärkt Dr. Diethelm Vogel als ausgewiesener Sportorthopäde dort das Team der Sportklinik Bern.

Diethelm, du bist seit vielen Jahren mit dem Spitzensport und den Berner Young Boys verbunden. Woher kommt diese enge Beziehung?

Mein Onkel war über viele Jahre Mannschaftsarzt des BSC Young Boys und gleichzeitig Arzt der Schweizer Nationalmannschaft. Medizin und Spitzenfussball waren bei uns zuhause deshalb immer ein Thema. Später durfte ich selbst als Mannschaftsarzt der Schweizer U17Nationalmannschaft tätig sein. Dieses Team wurde 2009 Weltmeister –in gewisser Weise bin ich also auch «Weltmeister», wenn auch in medizinischer Funktion.

Worauf liegt Dein medizinischer Schwerpunkt in der Sportklinik Bern?

Ich bin Experte für Sportverletzungen aller Art und deren Langzeitfolgen. Dazu gehören Knorpelschäden sowie Verletzungen am Knie, an der Schulter oder am Fuss. Ein Schwerpunkt ist das Kniegelenk: Kreuzbandersatzplastiken, Meniskuschirurgie, Fehlstellungen der Kniescheibe ebenso wie Knie- und Hüftprothesen.

Apropos Knie- und Hüftprothesen: Du arbeitest in der Prothetik mit modernster Robotik. Welche Rolle spielt diese Technik im chirurgischen Alltag? Ich bin Partnerarzt des Berner Prothetikzentrums BPZ und implantiere Knie- und Hüftprothesen mit dem Robotersystem MAKO. Diese Technologie erlaubt eine sehr präzise Planung und Umsetzung der Operation. Gerade für aktive Patientinnen und Patienten ist das ein grosser Vorteil. Mein Ziel ist es, Funktion aber auch Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugeben – sei es nach einer Sportverletzung oder nach einem Gelenkersatz. Genau wie im Fussball gilt auch in der Medizin: Erfolg entsteht dort wo Erfahrung, Vertrauen und Teamarbeit zusammenspielen.

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V.l.n.r. Dr. Diethelm Vogel, Dr. Mara Büchner, Dr. Jörg Dünkel, Dr. Tobias Köster

YB FRAUEN SIND GEWAPPNET FÜR RAPPERSWIL

Im Playoff-Viertelfinal kommt es zum Duell zwischen YB (hier Wibke Meister) und Rapperswil (Tamara Saric).

Die Meisterinnen schlossen die Qualifikation auf Rang 2 ab und treffen nun im Playoff-Viertelfinal auf die St. Gallerinnen.

Ende März schrammte das Team von Trainerin Imke Wübbenhorst knapp am ersten Pokalgewinn der Saison vorbei.

Am Ostersamstag lösten die YB Frauen ihre 18. und letzte Aufgabe in der Qualifikationsphase insgesamt souverän. 3:0 setzten sich die amtierenden Meisterinnen auswärts gegen den FC Luzern durch, gewannen damit zum elften Mal in der Meisterschaft und sicherten sich so den zweiten Rang. Mit einem Punktverlust wären die Bernerinnen

auf Platz 3 abgerutscht, weil der FC Basel es geschafft hatte, Servette mit dem 1:0 die erste Niederlage beizufügen.

Nach einer zähen ersten Halbzeit nahm Trainerin Imke Wübbenhorst gleich vier Wechsel zur Pause vor. Mit Laura Frey, Giulia Schlup, Malaurie Granges und Athena Kuehn brachte

sie ein Quartett, das sechs Tage zuvor noch im Cupfinal gegen Servette von Anfang an auf dem Rasen gestanden hatte.

ABGEKLÄRT ZUM 3:0-SIEG

Je länger die Partie dauerte, desto offensichtlicher wurden die Stärkeverhältnisse. Nach einer Stunde brach Lisa Josten den Bann, Granges erhöhte nach 77 Minuten auf 2:0 und Maja Jelcic sorgte kurz darauf für den Schlusspunkt. Dass die Equipe nicht doch noch in Schieflage geriet, verdankte sie ihrer Torhüterin Amanda Brunholt, die beim Stand von 1:0 mit einer Glanzparade den Ausgleich verhinderte.

Der Erfolg war der verdiente Lohn für eine Steigerung gegen einen Widersacher, der dringend auf Punktezuwachs angewiesen war, um sich noch eine Chance auf die Playoff-Teilnahme auszurechnen. YB bekommt es nun im Viertelfinal mit RapperswilJona zu tun: Am 25. April auswärts, am 2. Mai in Bern. Imke Wübbenhorst warnt vor dem Gegner. «Wir treffen auf ein konterstarkes Team», sagte die Trainerin und betonte eines mit Nachdruck: «Diese zwei Spiele sind für uns alles andere als Formsache.»

Sie erinnerte an die jüngste Begegnung mit Rapperswil am 13. Februar. Im Wankdorf geriet YB früh in Rückstand und sicherte sich dank Granges’ Treffer in der zweiten Halbzeit wenigstens noch einen Punkt.

Platz 2 gesichert: Freude nach dem 3:0-Sieg in Luzern.

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Young Boys

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«Die Playoffs sind Alles-oder-nichtsSpiele», so Wübbenhorst. «Faktoren wie Tagesform oder Nervosität haben sicher einen Einfluss auf die Leistung.»

ROLF KIRCHHOFERS POSITIVE GEDANKEN

Der bisherige Saisonverlauf macht aber Mut, dass für YB die Reise in dieser Spielzeit noch etwas andauern könnte. «Wir blicken mit positiven Gefühlen auf die vergangenen Monate zurück», sagte Rolf Kirchhofer, der Sportliche Leiter. «Es ist erfreulich, wie schnell sich das Team nach einigen Abgängen im letzten Sommer gefunden – und es sich in spielerischer Hinsicht kontinuierlich entwickelt hat.»

Wie Imke Wübbenhorst zollt auch Kirchhofer den Rapperswilerinnen Respekt. «Sie stehen zum ersten Mal im Playoff und haben weniger zu

verlieren als wir. Ich bin gespannt, wie wir mit der Drucksituation umgehen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir das hinbekommen.» Verlassen kann sich YB auf einen bemerkenswerten Support. Das zeigte sich zuletzt auch in Luzern, als eine gelbschwarze Fangruppierung für Stimmung sorgte und damit auch Kirchhofer begeisterte: «Dieser Rückhalt ist in der Schweiz einzigartig.»

BITTERE NIEDERLAGE IM CUPFINAL

Nahe an einem Titelgewinn stand das Team am 29. März. Im 50. Schweizer Cupfinal traf es auf der Winterthurer Schützenwiese auf Servette FC Chênois Féminin. Die Unterstützung war überragend: Rund 800 Fans reisten mit dem Extrazug an, im Stadion dominierten die Farben Gelb und Schwarz. 7'587 Zuschauende sorgten

für einen würdigen, stimmungsvollen Rahmen. Und YB leistete den favorisierten Genferinnen eindrückliche Gegenwehr.

Trainerin Imke Wübbenhorst sagte vor dem Match: «Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert.» Und: «Wenn wir mutig agieren, können wir Servette schlagen.»

Die Spielerinnen waren hervorragend auf die Herausforderung vorbereitet. Sie bestritten die Duelle entschlossen und kamen vor der Pause zu zwei guten Möglichkeiten. Das gab Captain Laura Frey Anlass zu sagen: «Wir wissen, dass etwas drinliegt. Wir haben jedenfalls ein gutes Gefühl.»

Doch kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Westschweizerinnen aus dem Nichts in Führung. Paula Serrano fand in der 51. Minute die Lücke – sie traf mit dem Kopf und

Lisa Josten in Aktion im umkämpften Cupfinal gegen Servette.

Dank der Unterstützung von YUH war es möglich, dass YB seinen Fans eine Fahrt im Extrazug an den Cupfinal ermöglichen konnte.

mit Hilfe der Schulter. Bei diesem 1:0 blieb es schliesslich bis zum Schluss und trug der Equipe des spanischen Trainers Cristian Toro den dritten Cupsieg in den letzten vier Jahren ein. Vor zwei Jahren schon hatte sich Servette gegen YB durchgesetzt. 3:2 lautete das Skore damals im Letzigrund, und unvergessen ist der emotionale Ausbruch von Imke Wübbenhorst.

In Winterthur wurde sie darauf angesprochen und lieferte dafür eine Erklärung: «Ich war damals schwanger und wusste es noch nicht. Da haben wohl die Hormone verrückt gespielt.»

Diesmal hob sie die Effizienz des Gegners in beiden Strafräumen hervor: «Darum ist Servette ein absolutes Spitzenteam.» Sie ärgerte sich über ein «doofes Gegentor» und war gleichzeitig stolz auf die Leistung: «Wir haben den Matchplan gut umgesetzt und dem Gegner praktisch nichts zugestanden. Wir hätten den Pokal natürlich extrem gerne mit nach Hause genommen – und das auch verdient. Auf jeden Fall hat unser Team ein Riesenspiel gemacht und sich dafür ein entsprechendes Kompliment verdient.»

Ein Lob gab es von der Trainerin auch für das Publikum, das bis zuletzt an eine Verlängerung glaubte. «Was die Fans angeht, kann ich sagen: Das ist

einzigartig im Schweizer Frauenfussball.» Das befand auch Laura Frey: «Die Niederlage tut zwar sehr weh. Aber wir können stolz auf unsere Leistung sein. Und die Unterstützung der Fans war unglaublich. Das nehmen wir mit.»

Noa Linn Münger ärgerte sich, dass YB seine Vorteile nicht nutzen konnte: «Wir waren sehr gut im Spiel, wurden aber etwas hektisch und kassierten dieses blöde Tor durch einen Standard…»

Am Ende blieb damit nur der Applaus des Publikums. Aber das Team reiste mit dem Wissen nach Hause, sich mit dem Favoriten auf Augenhöhe bewegt zu haben. Und das macht Mut für die nächsten Wochen.

Dank und Applaus für die vielen mitgereisten Fans nach der bitteren Cupfinal-Niederlage.

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«BERN – DAS IST MEINE HEIMAT»

Seit Sommer 2025 zurück im Wankdorf: Gregory Wüthrich.

GGregory Wüthrich feierte mit YB die Meistertitel

2018 und 2019, bevor er in die Fremde aufbrach.

Nun ist der Innenverteidiger 31, Familienvater –und zurück im Wankdorf. Er spricht über die vergangenen Monate, seine Zeit im Ausland und darüber, wer der lustigste Mitspieler bei YB ist.

Gregory, tauschen wir am Anfang kurz die Rollen. Mit welcher Schlagzeile würdest Du als Journalist die bisherige Saison von YB zusammenfassen?

Das Wort «turbulent» würde darin sicher vorkommen. Oder es gäbe etwas in Richtung: «Ein Jahr mit Höhen und Tiefen». Das trifft auf die Mannschaft, aber auch auf mich persönlich zu. Ein Blick auf die Tabelle genügt, um herauszulesen, wie die Saison für uns bislang verlaufen ist. Vor allem die ersten Monate entsprachen nicht dem, was wir uns vorstellen.

Gibts Erklärungen für die offensichtlichen Schwankungen?

Es ist schwierig, eine schlüssige Analyse zu machen. Erst recht, weil die Meisterschaft noch nicht zu Ende ist und wir uns mit der nächsten Aufgabe auseinandersetzen. Uns stehen noch lauter Finalspiele bis zum Abschluss bevor, in denen es für uns um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb geht. Das steht im Vordergrund. Danach ist aber die Zeit reif, um eine Auslegeordnung vorzunehmen.

Kommen in Phasen, in denen es nicht laufen will, Selbstzweifel auf?

Ja, solche Zweifel gibt es, unabhängig davon, wie viel Selbstvertrauen ein Spieler hat. Wenn man wiederholt mit Rückschlägen zu kämpfen hat, wenn man gegen GC im eigenen Stadion 2:6 verliert, dann schiesst einem schon der Gedanke durch den Kopf: Was passiert da gerade? Das Ganze hat zu einem beträchtlichen Teil mit dem Mentalen zusammen. Denn eines ist für mich klar: Mit diesem Kader müssten wir in der Rangliste viel weiter oben stehen. Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Saisonfinish hinlegen werden.

Du bist im Sommer 2025 nach Bern zurückgekehrt, aber ab Mitte August für drei Monate verletzungsbedingt ausgefallen … … das war sehr bitter, weil ich den Eindruck hatte, gut angefangen zu haben. Die Form stimmte. Die gravierende Muskelverletzung bremste mich ziemlich aus, und sie hinterliess noch Spuren, als ich wieder auf dem Platz stand. Ich hatte lange damit

zu kämpfen, und ich glaube, das war auch meinen Leistungen anzumerken. Alles in allem war die Vorrunde für mich enttäuschend. Aber dank meinen Erfahrungen in den vergangenen Jahren und der Arbeit im mentalen Bereich warf mich das nicht aus der Bahn. Ich wusste immer, was in mir steckt. Und ich wusste auch, dass ich wieder zur alten Form finde.

Hättest Du vor zehn Jahren diese Herausforderung nicht gleich gemeistert? Ganz bestimmt. Wenn ich als junger Spieler eine Verletzung erlitt, tat ich mich schwer im Umgang damit und fiel schneller in ein Loch. Das nagte an mir. Jetzt befinde ich mich in einer anderen Lebenssituation, habe eine Familie mit einem Sohn. Das erdet und hilft, auf andere Gedanken zu kommen.

War die Rückkehr zu YB trotz einiger Schwierigkeiten der richtige Entscheid? Natürlich! Dass wir dieses Jahr nicht so abschneiden, wie wir uns wünschen, nehme ich als Motivation für die nächste Saison. Wir wollen

beweisen, dass wir als Team gelernt haben und stärker zurückkommen. Abgesehen davon war die Rückkehr nach Bern auch aus privaten Gründen der richtige Schritt. Ich freue mich nur schon darüber, dass mein Sohn in derselben Stadt aufwächst, wie ich es tun durfte.

2019 bist du als 24-Jähriger ans andere Ende der Welt gezogen, um bei Perth Glory in Australien zu spielen. Du sagtest einmal, dass dieser Abschnitt die wichtigste Zeit Deiner Karriere war. Warum?

Es war ein Transfer, der mit Risiko behaftet war. Ich würde sogar von einem Wendepunkt sprechen.

Was meinst Du damit?

Es gab zwei Optionen: Entweder gelingt mir in Australien so etwas wie ein Neustart und ich darf hoffen, dass meine Karriere neuen Schwung bekommt. Oder ich verschwinde sozusagen in der Versenkung. Wo wäre ich gelandet, wenn ich mich bei Perth Glory nicht durchgesetzt hätte? Aber es war wichtig und richtig, dieses Abenteuer überhaupt einzugehen. Ich strebte eine Veränderung an, weil ich bei YB an einem Punkt angelangt war, an dem es für mich persönlich nicht mehr weiterging. Das war primär meinen Verletzungen geschuldet, was doch ziemlich aufs Gemüt schlug. Als ich nach Australien zog, war ich erstmals weg von zuhause. Das Jahr tat mir extrem gut.

Inwiefern hat Dich dieser Aufenthalt geprägt?

Ich konnte eine Saison verletzungsund beschwerdefrei durchspielen. Und als Mensch reifte ich definitiv. Ich lernte sehr viel.

Zum Beispiel?

Eine gewisse Selbstständigkeit eignete ich mir als Junior schon an, aber ich würde sagen, dass ich in Australien erwachsen wurde. Ich startete bei null, hatte keine Unterstützung von Leuten, die dir nahestehen. Dort wartete eigentlich niemand auf mich. Mit Perth Glory erlebte ich eine super Saison, hatte Freude am Fussball und erreichte mein Ziel: den Sprung in eine andere Liga.

Welche australischen Züge hast Du angenommen?

Ich glaube, dass ich mit einer gewissen Lockerheit unterwegs bin. Die Menschen in Australien sind generell ziemlich entspannt. In Perth bekam ich den Eindruck, dass die Leute nicht über alles zehnmal nachdenken, sondern den Moment geniessen. Der Lebensstil in dieser Stadt gefiel mir

sehr gut. Wir hatten unser Trainingsgelände unweit des Meeres, das Auslaufen am Tag nach einem Match fand oft am Strand statt. Das gibt schon Energie.

Du hast 2020 bei Sturm Graz unterschrieben und bist fünf Jahre in Österreich geblieben. Hat sich diese lange Dauer einfach ergeben?

Eigentlich hätte ich nach drei Saisons zu Augsburg wechseln sollen …

… aber die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen liessen den Transfer platzen. Genau. Also machte ich in Graz weiter – und es wurde Jahr für Jahr besser. Mit Sturm gewann ich zweimal die Meisterschaft und zweimal den österreichischen Cup, und wir schafften den Sprung in die Champions League.

Gregory Wüthrich gab 2014 sein Debüt bei YB.

Solche Erfolge sorgten für eine enge Verbindung zwischen mir und dem Klub, mit Teamkollegen und Fans. Die fünf Jahre haben mich auf jeden Fall geprägt. Graz ist auch deshalb eine ganz besondere Stadt, weil dort unser Sohn zur Welt kam.

Er ist quasi ein Österreicher … … das würde ich so nicht sagen. (lacht) Wir fühlten uns in Graz vom ersten Tag an sehr wohl. Im Klub herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre. Aber natürlich fällt mit dem Erfolg alles ein bisschen leichter.

Hast Du weiterhin Kontakt mit Leuten in Graz?

Ja. Während meiner Zeit bei Sturm entstanden Freundschaften, die ich pflege.

Gibt es für einen Fussballer, der während seiner Karriere in fremden Ländern lebt, noch so etwas wie Heimatgefühle?

Ja, ganz sicher. Jedes Mal, wenn ich einen Abstecher nach Bern machte, kam das Gefühl in mir auf: Das ist meine Heimat. Heimweh hatte ich zwar keines, aber Heimatgefühle – ja, das kenne ich. In der Schweiz kam für mich auch nur YB als Verein in Frage.

Anfang 2024 hast Du Deine zwei bislang einzigen Länderspiele bestritten. Warum ist bis heute kein drittes hinzugekommen?

Weil es leider erneut unglücklich lief: Ich erlitt in der Qualifikation zur Champions League mit Sturm Graz einen Aussenbandriss und fiel länger aus. Sonst wäre ich vermutlich für die nächste Partie in der Nations League wieder aufgeboten worden. Dass es danach nicht mehr klappte, hat auch mit der grossen Konkurrenz in der Innenverteidigung zu tun. Ich kann

das realistisch einschätzen. Jetzt werde ich an der WM vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern, wenn die Schweiz spielt.

Du hast in Deiner Karriere bislang sechs Pokale gewonnen: zwei mit YB, vier mit Sturm. Du hättest sicher noch Platz daheim für weitere Auszeichnungen, nicht wahr? Bestimmt. Es ist ein riesengrosses Ziel von mir, weitere Erfolge mit YB zu feiern.

Hast Du schon Ideen, wie Dein beruflicher Alltag nach der Profilaufbahn aussehen könnte?

Nicht konkret, obwohl ich langsam in ein Alter komme, in dem ich mir Gedanken machen sollte. Ich kann mir vorstellen, im Fussball zu bleiben, sehe mich aber nicht unbedingt als Cheftrainer. Wenn, dann eher in der Rolle des Assistenten. Oder vielleicht wartet eine Aufgabe im Nachwuchs oder als Talentmanager.

Dein Sohn William ist nun zweijährig. Wird er – wie einst sein Papa – beim SC Holligen 94 als Junior starten? Das glaube ich nicht, weil wir nicht in der Nähe des Fussballplatzes von Holligen wohnen. Stand heute würde ich sagen, dass er in irgendeinem Verein anfängt, weil er es liebt, mit mir zu kicken. Dabei trägt er natürlich ein YB-Trikot. Er ist schon jetzt fussballverrückt.

Zum Schluss folgen noch ein paar Sätze, die Du bitte vervollständigst. Der weltweit beste Innenverteidiger … … war für mich sicher einmal Virgil van Dijk vom FC Liverpool. Ob er es heute noch ist? Ich weiss es nicht.

Der lustigste Mitspieler bei YB ist …

… Darian Males! Er redet und redet und redet … Er ist unser Entertainer. Wobei: Auch Saidy Janko hat auch Qualitäten.

Der schönste Fleck auf der Erde ist … … Bern, meine Heimat. Daneben gibt es ganz viele schöne Orte, an denen man Ferien verbringen kann. Ich tue das am liebsten in Mallorca. Dort lebt die Grossmutter meiner Frau. Durch sie habe ich die Insel auf ganz andere Weise kennengelernt.

Der nervigste Gegenspieler meiner Karriere war … … der Däne Rasmus Højlund, der aktuell von Manchester United an Napoli ausgeliehen ist. Als ich mit ihm bei Sturm Graz zusammenspielte, dachte ich bei Duellen im Training oft: wow, was für ein Spieler!

Der beste Mitspieler, den ich je hatte, heisst … … Otar Kiteischwili, stammt aus Georgien, war ein Zehner und Teamkollege in Graz.

Und zum Abschluss noch: In einem Jahr wird YB … … um den Meistertitel kämpfen.

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«KLASSENZUSAMMENKUNFT»

DES MEISTERTEAMS VON 1986

YB hat gerufen – und (fast) alle sind gekommen: Am 22. März empfing der BSC Young Boys anlässlich der Partie gegen Lugano seine ehemalige Meistermannschaft von 1986 zur «Klassenzusammenkunft». Es war ein tolles Fest.

Beim Zusammentreffen der älteren Herren wurde den Teilnehmern gleich folgende Mannschaftsaufstellung verkündet: Im Tor: Urs Zurbuchen, zweite Halbzeit: Stefan Knutti.

Libero und Captain: Jean-Marie Conz. Verteidigung von rechts nach links: Jürg Wittwer, Martin Weber, Roland Schönenberger; zweite Halbzeit Kurt Brönnimann.

Mittelfeld von rechts nach links: Alain Baumann, Georges Bregy, Urs Bamert; zweite Halbzeit mit René Sutter und Reto Gertschen.

Angriff: Joachim Siwek, Lars Lunde; zweite Halbzeit Rolf Zahnd.

Sportliche Leitung: Walter Eichenberger. Physio: Fredy von Allmen.

Prämien: Peter Beck und Désirée Baer.

Das Jubiläumsspiel fand in der Folge nur theoretisch statt –es endete aber mit dem Resultat, dass alle Teilnehmenden der Veranstaltung ihr Wankdorfstadion, auch wenn es heute anders aussieht als vor 40 Jahren, sehr zufrieden verliessen.

Hier einige Stimmen, die unsere Reporter vor Ort eingeholt haben:

Georges Bregy: «Es macht grosse Freude, alle wiederzusehen. Die Meistersaison von 1986 ist auch mir unvergessen geblieben. Das war eine tolle Zeit mit YB. Wir waren damals in der zweiten Saisonhälfte ein unglaublich starkes Team.»

Jean-Marie Conz: «Wunderbar, dass man uns in Bern nicht vergessen hat. Im Namen der ganzen Mannschaft danke ich YB dafür. Und klar: Wir leben zwar überallhin verstreut, aber YB ist und bleibt unser Klub!»

Joachim Siwek: «Ich lebe in München – aber selbstverständlich bin ich zum Rendez-vous erschienen. Es macht Riesenspass, die Kumpels zu sehen. Danke an YB, solche Anlässe sind alles andere als selbstverständlich!»

Lars Lunde: «Wir spüren die Wertschätzung des Klubs, auch wenn unsere Erfolge schon lange zurückliegen. Das ist für jeden von uns sehr schön!»

Höhepunkt der «Klassenzusammenkunft» war selbstverständlich der Auftritt der ehemaligen Spieler unmittelbar vor dem Spiel YB - Lugano. Die 27'000 im Wankdorfstadion spendeten jedem einzelnen herzlichen und warmen Applaus. Vorgängig hatten die Ehemaligen im YB-Museum untereinander das grosse Wiedersehen gefeiert. In der Champions Lounge klang das Treffen unserer Oldies nach Spielschluss schliesslich aus.

Ch arles Beuret

Obere Reihe: Martin Weber, Alain Baumann, Urs Zurbuchen, Jean-Marie Conz, Kurt Brönnimann, Reto Gertschen, Jürg Wittwer, Rolf Zahnd, René Sutter, Fredy von Allmen (Physio), Stefan Knutti, Walter Eichenberger (Sportchef).

Untere Reihe: Roland Schönenberger, Urs Bamert, Joachim Siwek, Georges Bregy, Lars Lunde.

Defensivspezialist Alain Baumann.

Defensivallrounder Kurt Brönnimann.

Mittelstürmer Joachim Siwek.

Lars Lunde, Torschützenkönig 1985/86.

Physiotherapeut Fredy von Allmen.

Aussenverteidiger Roland Schönenberger.

Jean-Marie Conz, der Meistercaptain von 1986.

Georges Bregy, der Stratege im Mittelfeld.

Jürg Wittwer, der rechte Aussenverteidiger.

Martin Weber, Vorstopper und YB-Rekordspieler.

Mittelfeldspieler Urs Bamert.

Reto Gertschen, Linksfuss im Mittelfeld.

Torhüter Urs Zurbuchen

Mittelfeldspieler René Sutter.

Walter Eichenberger, Sportchef der Meistermannschaft 1986.

Torhüter Stefan Knutti.
Rolf Zahnd spielte im offensiven Mittelfeld.

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SAMUEL ESSENDE

15 STICHWORTE FÜR SAMUEL ESSENDE

PSG

Ich wuchs in Paris auf, begann dort mit Fussballspielen und erhielt mit zwölf Jahren ein Angebot von Paris Saint-Germain. Die Verantwortlichen kamen zu mir nach Hause und sprachen mit meinen Eltern. Für meinen Vater war dies eine Riesensache, er war schon immer PSG-Fan. Ich selber realisierte erst später, was für ein grosser Verein mich da verpflichtet hatte, als ich in der Akademie war. Für einen Einsatz in der 1. Mannschaft reichte es leider nicht, aber bei den Junioren hatten wir ein starkes Team mit Moussa Diaby, Christopher Nkunku, Jonathan Ikoné und Wilfried Kanga (ex YB).

TRANSFERS

Weil die Konkurrenz bei PSG enorm war, wollte mich der Verein ausleihen. Zuerst ging es nach Belgien zu Eupen, danach für zwei Jahre in die dritte Liga Frankreichs zu Avranches. In der Bretagne war es hart und ich musste mich richtig durchbeissen. Danach spielte ich je eine Spielzeit für den Pau FC und SM Caen in der Ligue 2.

VIZELA

Der FC Vizela gab mir in der Saison 2023/24 die Chance, mich in einer Top-Liga zu zeigen. Für mich war es ein Glücksfall: ich fühlte mich in Portugal wohl, bekam bei einem kleinen Team viel Vertrauen und erzielte 15 Treffer. Leider stiegen wir Ende Saison ab, trotzdem halfen mir Partien gegen grosse Vereine wie Porto oder Benfica und Sporting Lissabon in meiner Entwicklung.

AUGSBURG

Durch die guten Leistungen bei Vizela konnte ich auf mich aufmerksam machen. In der darauffolgenden Saison nahm mich der FC Augsburg unter Vertrag und ich konnte mich schnell integrieren. Mit sieben Toren in der Meisterschaft und drei im DFB-Pokal legte ich eine gute Saison hin, doch durch eine dumme Rote Karte verpasste ich die ersten drei Spiele der neuen Saison und kam so nie mehr richtig in die Gänge.

BSC YB

In Augsburg sah ich nach dem schlechten Saisonstart und zwei Trainerwechseln keine Perspektive mehr. Ich wollte weg, aber der Verein liess mich nicht gehen. Erst im letzten Moment der Winter-Transferperiode wurde ich für YB freigegeben. Drei Tage zuvor hatte ich sehr gute Gespräche mit Christoph Spycher geführt. Und auch Fabian Rieder, Cédric Zesiger, Meschack Elia und Wilfried Kanga haben mir einen Wechsel nach Bern ans Herz gelegt.

NATIONALTEAM

Kongo ist erstmals seit 52 Jahren (damals noch unter dem Namen Zaïre) an einer WM dabei. Ich habe elf Spiele für die Nationalmannschaft absolviert und war auch am Afrika-Cup dabei. Leider wurde ich für das Playoff-Spiel gegen Jamaika in Guadalajara nicht nominiert. Der Trainer hat mich angerufen und meinte, dass mir zuletzt die Spielpraxis fehlte. Klar, ich war enttäuscht, konnte es aber auch nachvollziehen. Nun gebe ich alles, damit ich im Juni an der WM, wo wir gegen Kolumbien, Usbekistan und Portugal spielen, dabei bin.

MITSPIELER

Ich hatte das Glück, mit vielen tollen Fussballern spielen zu dürfen. Mit Neymar habe ich zwar nur trainiert, aber er war derjenige, der mich am meisten beeindruckte. Als besten Mitspieler, mit dem ich auf dem Platz stand, nenne ich Jonathan Ikoné. Er ist technisch unglaublich versiert und hat ein hohes Spielverständnis.

STADION

Estádio do Dragão in Porto, Estadio da Luz in Lissabon, Vélodrome in Marseille, die Arena in München. Auftritte in solchen Stadien vergisst man nie. Von der Atmosphäre her hat mich aber das Stadion in Dortmund mit der gelben Wand am meisten fasziniert. Mit Augsburg gewannen wir dort 1:0.

SCHUHE

Mein erster Fussballschuh war ein Nike Mercurial Vapor 1 von Cristiano Ronaldo. Ich vertraue noch heute auf dieses Modell. Es hat sich weiterentwickelt und es wurden neue Editionen rausgebracht. Auf Kunstrasen habe ich schnell bemerkt, dass die Schuhe mehr abgenutzt werden – so werde ich diese Saison ungefähr acht Paar brauchen.

KONGO

Ich bin zwar in Paris aufgewachsen, aber meine Eltern stammen aus der Demokratischen Republik Kongo und haben mir die Kultur vorgelebt, wodurch ich mich voll und ganz als Kongolese fühle. Das Land ist gross und hat sehr viel zu bieten, doch leider gibt es viele politische Probleme. Trotzdem sind die Leute dort mit wenig zufrieden und strahlen viel Lebensfreude aus. Als die WM-Teilnahme feststand, gab es auf den Strassen kein Halten mehr.

FAMILIE

Ich bin mit vier Brüdern und einer Schwester aufgewachsen. Als Jüngster musste ich mich manchmal durchbeissen, doch heute sind alle sehr stolz auf mich und fiebern jeweils aus der Ferne bei meinen Spielen mit.

SPRACHEN

Im Kongo ist Französisch die Hauptsprache, dazu beherrsche ich auch Lingála, eine der vier Haupt-Nationalsprachen. Neben Englisch nahm ich auch Spanisch und Portugiesisch beiläufig auf, denn bei Vizela hatte es viele Spanier und Brasilianer. Deutsch fällt mir viel schwerer, weil es keine lateinische Sprache ist, aber ich arbeite daran.

MUSIK

Gerade in meiner Kultur nimmt die Musik einen sehr grossen Stellenwert ein. Es wird oft getanzt und gesungen. Kongo hat ein sehr breites Musik-Spektrum, von traditionell bis modern. Fally Ipupa ist beispielsweise einer der grossen Stars. Wenn er nach Frankreich kommt, sind die Stadien voll. Ich bin aber grundsätzlich für alle Genres offen.

TV

Ich gehöre zu den Manga- und Anime-Liebhabern, die begeistern mich. Ansonsten schaue ich mehrheitlich Sport im TV. Die grossen Fussballspiele oder wenn ein ehemaliger Teamkollege im Einsatz steht.

SOCIAL MEDIA

Ich habe bei Instagram (@essende.s) recht viele Follower und ich werde von einem Bekannten beim Unterhalten des Profils unterstützt. Jaouen Hadjam hat noch mehr Follower als ich. Das ist interessant und zeigt, dass in Afrika der Markt diesbezüglich grösser ist.

Etienne Güngerich

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DAS AUFSTIEGSTEAM, DAS ALTE WANKDORF UND DAS NEUFELD

Es war eine geschichtsträchtige Saison – aus zwei Gründen: Erstens fanden sich unsere Young Boys nach turbulenten Zeiten mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sportlichen Enttäuschungen eben wieder in der obersten Spielklasse (Nationalliga A), zudem spielten sie beim Saisonstart zum allerletzten Mal im altehrwürdigen Stadion Wankdorf.

Hier, wo 1954 der WM-Final stattfand und YB fünfmal den Meistertitel feiern durfte, gingen am 7. Juli 2001 nach dem Spiel gegen den FC Lugano die Lichter aus. Reto Burri schoss nach einem Freistoss von Joël Descloux das 1:1 – das legendäre letzte Wankdorf-Goal.

In der Folge spielte die Mannschaft von Marco Schällibaum im Neufeld – und hielt sich als Aufsteiger wacker. Wenige hatten YB die Qualifikation in die damalige Finalrunde der besten acht Teams zugetraut, die dann nach 8 Siegen, 7 Remis und 7 Niederlagen (35:28 Tore) Tatsache wurde.

Die meisten Spieler von damals sind auch nach einem Vierteljahrhundert bei unseren Fans noch unvergessen: Collaviti im Goal, dann die Armenier Vardanyan und Petrosyan, Sermeter, Häberli und, und, und.

Noch heute mit YB eng verbunden: Erich Hänzi (Talentmanager) und Martin Fryand (während vielen Jahren Konditionstrainer erste Mannschaft) und die meisten anderen, die sich gerne bei unseren Old Stars sehen lassen.

Das Foto wurde am 3. Juli 2001 im Stadion Wankdorf aufgenommen.

Charles Beuret

Oberste Reihe von links: Thomas Häberli, Reto Burri, Francis Nzati, Joël Descloux, Harutyun Vardanyan, Artur Petrosyan, Ronny Büchel, Eseosa Patrick, Gürkan Sermeter.

Mittlere Reihe: Daniel Pulver (Konditionstrainer), Fredy Häner (Physio), Hervé Bochud, Miljan Sekulovic, Mark Disler, Martin Fryand, Diango Malacarne, Johan Berisha, Avraham Tikva, Aleksandar Mitreski, Harald Gämperle (Assistenztrainer), Marco Schällibaum (Trainer), Fredy Bickel (Sportchef).

Vordere Reihe: Klaus Kühne (Physio), Claudio Fontana (Physio), Andrea Rotanzi, Erich Hänzi, Adrian Eugster, Adrian Lingenhag, Paolo Collaviti, Marco Wölfli, Damian Seweryn, Didier Tholot, Sadik Coubageat, Heinz Minder (Betreuer), Hans Imboden (Betreuer).

PUBLIREPORTAGE

BAUCHAORTENANEURYSMA –

DIE TICKENDE ZEITBOMBE

Das Bauchaortenaneurysma bezeichnet eine gefährliche Ausweitung der Bauchschlagader, die lange unbemerkt bleiben kann. Dank Screening für Männer ab 65 Jahren mit Risikofaktoren wie Rauchen, kann diese stille Zeitbombe heute frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt werden. Am Gefässzentrum Hirslanden Bern begleiten wir den 79-jährigen Patienten Marcus Buholzer und seine Gefässchirurgin Dr. med. Corinne Geppert auf dem Weg zur erfolg reichen Operation und neuer Lebensqualität.

«EIN BAUCHAORTENANEURYSMA BLEIBT OFT LANGE SYMPTOMLOS.»

Erst wenn es droht zu platzen, bemerkt die betroffene Person, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber dann kann es auch schon zu spät sein», erklärt Corinne Geppert, Fachärztin für Gefässchirurgie an der Hirslanden Klinik Beau-Site und Partnerärztin von Hirslanden Bern. «Bei einem Aneurysma erweitert sich das Blutgefäss wie ein Ballon. Dies ist ein oftmals sehr langsamer, über Jahre dauernder Prozess und kommt nicht plötzlich über Nacht zustande. Das Aneurysma hält dieses Wachstum gut aus, aber irgendwann ist die Spannung zu gross, und die Wand beginnt aufzureissen. Eine solche Ruptur ist meist tödlich, wenn nicht sofort behandelt werden kann.» Das Risiko, ein Aortenaneurysma zu haben, steigt mit zunehmendem Alter.

Risikofaktoren und Vorsorgeuntersuchung

Bei Männern kommt ein Aortenaneurysma sechsmal häufiger vor als bei Frauen und die Entwicklung eines Aortenaneurysmas wird durch Faktoren wie Rauchen und/oder Bluthochdruck deutlich verstärkt. Eine grosse Rolle spielt auch die Vererbung: Wenn eine Person einen Verwandten Erstengrades mit einem Bauchaortenaneurysma hat (Eltern, Geschwister, Kinder), dann steigt das Risiko für die Ent wicklung eines

Aortenaneurysmas bei sich selbst stark an. Umso wichtiger ist die Früherkennung. Wird eine solche Gefässveränderung frühzeitig entdeckt, ist sie behandelbar. Entsprechend sollten Menschen mit den genannten Risikofaktoren ab 65 Jahren ein Ultraschallscreening des Bauches durchführen.

Das Screening: Früherkennung rettet Leben Mit dem Ultraschall-Check der Bauchaorta kann ein Aneurysma unkompliziert und schnell diagnostiziert werden. Bei Marcus Buholzer zeigte sich im Ultraschall ein Aneurysma der Bauchaorta von über 55 mm. Das ist die Grösse, ab welcher eine Behandlung gemäss internationalen Leitlinien empfohlen wird. «Unser Interesse und Schwerpunkt am Gefässzentrum Hirslanden Bern beinhaltet die gründliche Abklärung solcher Befunde und das Erstellen eines individuellen Behandlungskonzeptes mit der betroffenen Person», so Corinne Geppert

«ES IST WICHTIG, DAS ANEURYSMA UND DEN ALLGEMEINZUSTAND DER BETROFFENEN PERSON ZU BERÜCKSICHTIGEN. »

Fachexpert*innen für Operationen und Interventionen Am Gefässzentrum Hirslanden Bern sind die Gefässchirurg*innen für ihre hohe Kompetenz und grosse Erfahrung in der offenen und endovaskulären Behandlung von Aortenaneurysmen bekannt. Mit Hilfe moderner Technologien werden die Eingriffe geplant und durchgeführt. Dabei spielen die Zusammenarbeit und die Erfahrung des Teams eine grosse Rolle. Es gibt zwei Verfahren in der Behandlung eines Aortenaneurysmas: Die offene Operation mit Ersatz der erkrankten Aorta mit einer künstlichen Prothese, und die sogenannte endovaskuläre Aortenreparatur (EVAR), bei welcher die Aorta nicht ersetzt, sondern nur von innen mit einer Stentprothese stabilisiert wird. Die Stentprothese wird über kleine Öffnungen in den

Leistenschlagadern eingebracht und an die betroffene Stelle der Bauchschlagader platziert.

«DIE ENDOVASKULÄRE METHODE IST WENIGER INVASIV ALS DIE OFFENE OPERATION»

Vorteile der endovaskulären Methode

«Die endovaskuläre Methode ist weniger invasiv als die offene Operation, welche vor allem für ältere Patient*innen Vorteile mit sich bringt», erläutert Corinne Geppert. «Wir können somit Komplikationen minimieren und die Erholungsphase wesentlich verkürzen. Die offene Operation und der Ersatz der erkrankten Aorta ist aber trotzdem in gewissen Fällen die beste Option, auch wenn dieser Weg initial nach der Operation für Patient*innen beschwerlicher ist.» Aufgrund seines Alters wurde bei Marcus Buholzer die Aorta mit einer Stentprothese (EVAR) versorgt. Die Intervention erfolgte ohne Komplikationen und er kann schon nach wenigen Tagen die Klinik verlassen. «Ich bin sehr dankbar, dass bei mir das Aortenaneurysma mittels Screening früh entdeckt wurde. So war der Eingriff gut planbar und meine «Zeitbombe» konnte rechtzeitig entschärft werden», sagt er heute.

«UNSERE PATIENT*INNEN KÖNNEN SICH AUF UNSERE KOMPETENZ UND ERFAHRUNG VERLASSEN»

Gefässzentrum Hirslanden Bern: Kompetenz aus einer Hand

Die Behandlung von Bauchaortenaneurysmen zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Gefässchirurgie. Im Gefässzentrum Hirslanden Bern arbeiten Gefässchirurg*innen und Angiolog*innen, Intensivmediziner*innen, Anästhesist*innen und Pflege expert*innen eng zusammen, um die Patient*innen sicher und professionell zu versorgen: vor, während und nach der Operation. Corinne Geppert fasst zusammen: «Ziel für uns alle ist es, ein umfassendes und individuelles Betreuungskonzept anzubieten. Unsere Patient*innen können sich auf unsere Kompetenz und Erfahrung verlassen. Wir betreuen die Patient*innen auch nach einem operativen Eingriff weiter, die Nachsorge liegt uns am Herzen. Vor allem bei Patient*innen, die mittels einer endovaskulären Stentprothese behandelt worden sind, müssen jährliche Kontrollen stattfinden, denn die Aorta ist ja nicht ersetzt worden. Das Risiko für notwendige Re-Interventionen nach einer Stentprothese steigt mit zunehmendem Alter. Wir möchten unseren Patient*innen möglichst lange eine gute Lebensqualität gewähren.»

Dr. med. Corinne Geppert Fachärztin für Gefässchirurgie und Chirurgie

Partnerärztin Hirslanden Bern

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JOËL DESCLOUX

IN DER 92. MINUTE: EINGEWECHSELT UND GEFEIERT

Joël Descloux trug bei YB zwischen Juli 2000 und November 2003 in 127 Spielen das Trikot mit der Nummer 11.

EEr spielte vier Jahre in der ersten YB-Mannschaft – sie reichten, um ihn beim BSC Young Boys unvergesslich zu machen: Linksfuss Joël

Descloux war ein feiner Techniker im Mittelfeld, er konnte das Spiel lesen wie kein Zweiter, von seiner perfekten Ballbehandlung und den entsprechend genauen Pässen profitierte das Berner Angriffsspiel. Dann kam diese Hüftverletzung: Karrierenende mit 28 – sowohl für den Spieler als auch für Gelbschwarz ein schwerer Schlag.

Descloux' YB-Aktivzeit war zwar relativ kurz, aber sie beinhaltete grosse Momente: Da war der Wiederaufstieg in die Nationalliga A, da der emotionale Abschied vom alten Wankdorfstadion und schliesslich folgte die unvergessliche Zeit im Neufeld-Exil – damals, als das Berner Publikum seine Young Boys gewissermassen neu entdeckte.

Joël Descloux bestätigt: Eigentlich hatten er und seine Teamkollegen diesen neuen Boom, diese positive Entwicklung nicht erwartet, als sie vom legendären alten Wankdorfstadion ins (Leichtathletikstadion) Neufeld umziehen mussten. Man habe sich damals – als das Stade de Suisse erbaut wurde – eher auf eine mühsame Überbrückungsphase eingestellt. «Dann aber», erinnert er sich, «haben wir in dieser sympathischen Umgebung mit tollen Teamkameraden einen erfrischenden Fussball gespielt, der den Leuten gefallen hat. Und uns hat es auch gefallen.»

Im Neufeld sorgte die YB-Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum und später von dessen Nachfolger «Bidu» Zaugg für einen unerwarteten Publikumsboom: Anfänglich kamen rund 6'000 Leute zu den Spielen, schliesslich waren es 10'000 und mehr.

Man liess sogar eine neue Gegentribüne erbauen und einen VIP-Raum errichten – und die Fan-Szene («YB macht glücklich») erfand sich mit vielen begeisterten jungen Leuten neu. Joël Descloux: «Das alles haben wir sehr wohl wahrgenommen. Ich denke, das alles war nur möglich, weil wir als Mannschaft alles gaben und zusammen mit dem Publikum viel Kraft entwickelten.»

Teamkollegen und Fans verabschieden Joël Descloux vor dem Spiel gegen Servette im November 2003.

MEHRERE BESONDERE SPIELE

Joël Descloux hat in seiner zu kurzen YB-Zeit 127 Spiele im gelbschwarzen Dress bestritten – einige davon sind ihm unvergessen geblieben. Etwa der allerletzte Match im alten Wankdorf am 7. Juli 2001 unmittelbar vor dem Stadion-Abbruch, gleichzeitig das erste Spiel nach dem Aufstieg. Lugano schoss durch Julio Hernan Rossi nach 18 Minuten das 0:1, YB schoss in der 69. Minute durch Reto Burri nach Assist Descloux' das allerletzte Wankdorf-Tor und glich zum 1:1 aus. Nun brachen vor 22'200 im legendären WM-Stadion von 1954 alle Dämme.

Einen besonderen Match erlebte das Berner Publikum drei Monate später im Neufeld: YB mit Regisseur und Torschütze Descloux schlug Lausanne gleich mit 7:0.

«Das war wohl eine unserer besten Leistungen in dieser Zeit», schaut der Romand zurück. Es sei auch «ein Produkt unserer gemeinsamen Aktivitäten auf und neben dem Platz» gewesen.

Unvergesslich für Joël Descloux sind zwei weitere Partien: Einerseits der Cup-Halbfinal am 11. April 2002 in Basel, als YB als Aufsteiger nach einem begeisternden Auftritt erst im Penaltyschiessen scheiterte. 23'000 sahen nach 51 Minuten das 1:1 von Joël Descloux (Assist Tikva), worauf das Penaltyschiessen entscheiden musste. Letzteres sei hier noch einmal in Erinnerung gerufen:

Heute arbeitet Joël Descloux als Schuldirektor in der Grossgemeinde Gibloux.

Basel – YB, Penaltyschiessen Cup-Halbfinal 2002: Hänzi 0:1. Murat Yakin 1:1. Tikva scheitert. Zwyssig 2:1. Descloux 2:2. Gimenez 3:2. Petrosyan scheitert. Koumantarakis verschiesst. Burri 3:3. Zuberbühler scheitert (an Lingenhag, der für den ausgeschlossenen Collaviti im YB-Tor steht). Berisha scheitert. Chipperfield 4:3.

HEUTE SCHULDIREKTOR IN GIBLOUX

Und dann diese Partie gegen Servette vom 23. November 2003: Der BSC Young Boys und das Berner Fussballpublikum hatten mit Ernüchterung bereits zur Kenntnis nehmen müssen, dass Joël Descloux aus gesundheitlichen Gründen per sofort seine Spielerkarriere beenden musste – aber dann stand dieser Descloux zur Überraschung aller doch noch einmal auf dem Matchblatt: Trainer Zaugg wechselte ihn kurz vor Schluss anstelle Chapuisats ein, so konnte der verdiente und äusserst beliebte Spieler auf eindrückliche Art und Weise vom YB-Publikum (11'000 waren es im Neufeld) mit einem 3:0-Sieg verabschiedet werden. «Das war grossartig, was man da mit mir gemacht hat», erinnert sich Descloux nach einem Vierteljahrhundert.

Selbstverständlich ist Joël Descloux mit dem BSC Young Boys bis heute eng verbunden geblieben – als interessierter Zuschauer und bei unseren Old Stars ist er gelegentlich mit von der Partie. Der ehemalige YB-Mittelfeldspieler mit der Rückennummer 11 hat aber nicht nur im Fussball seine Spuren hinterlassen – der ehemalige, bei seinen Schülern sehr beliebte Lehrer hat sich in der freiburgischen Grossgemeinde Gibloux im Saanebezirk (gegründet per 1. Januar 2016) bis zum Schuldirektor hochgearbeitet. «Ein Amt, das mich ausfüllt – aber fürs Schulgeben oder als Fussballtrainer habe ich keine Zeit mehr…leider.»

Ch arles Beuret

Joël Descloux gehörte im Aufstiegsteam von 2001 zu den Teamstützen. Hinten im Bild zu sehen ist Robert Wallon.

Nicole Peterer stärkt die mentale Verfassung der jungen Fussballer bei YB.

Die Ostschweizerin hört zu, gibt Tipps – und kann auf ein grosses Netzwerk zurückgreifen.

Ballfertigkeit, Physis, Spielintelligenz, Durchsetzungsvermögen: Das sind Voraussetzungen, die ein junger Fussballer erfüllen muss, wenn er den Durchbruch schaffen will. Aber es gibt einen weiteren Faktor, der unverzichtbar ist: mentale Stärke. Es ist ein Aspekt, der im Sport generell zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auch YB legt Wert darauf – und bietet Coaching bereits im Nachwuchs an.

DIE WERKZEUGKISTE DER MENTALTRAINERIN N

Nicole Peterer heisst die Frau, die sich seit zehn Jahren um diesen Bereich kümmert. Ihre Aufgabe besteht darin, jungen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie je nach Situation einsetzen können. Das Angebot ist auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. «Ich zeige jungen Athleten auf, welchen Stellenwert die mentale Verfassung hat», sagt die Ostschweizerin, die am Bodensee aufgewachsen ist und dort auch noch einen Wohnsitz hat.

DER TRANSFER VON ST. GALLEN NACH BERN

Die 58-Jährige befasst sich schon seit langem mit der Materie. An einem Studiengang der Universität Salzburg lässt sie sich zum akademischen Mentalcoach ausbilden. Als Abschluss schreibt sie eine Abhandlung über den Umgang mit Verletzungen, die nicht nur physischer, sondern auch psychischer Natur sein können.

Beim FC St. Gallen bringt sie ihr Wissen als Mentalcoach der 1. Mannschaft ein – und lernt Ernst Graf kennen, der damals als Nachwuchskoordinator im Klub angestellt ist und heute als Verwaltungsrat bei den Bernern fungiert.

Nicole Peterer ist seit 2016 Mentaltrainerin in der Youth Base.

YOUTH BASE PARTNER DES YB HUUS

Peter & Rosmarie Hurni

Als Graf bei YB die Leitung der Nachwuchsabteilung übernimmt, erkennt er die Notwendigkeit einer Stelle, die sich mit der mentalen Verfassung junger Fussballer befasst. Er hat die gleiche Vision und Ambition wie Nicole Peterer. Die Persönlichkeitsentwicklung ist ihnen ebenso ein Anliegen wie die enge Begleitung in einem anspruchsvollen Umfeld, in dem die Talente viel Geduld aufbringen müssen.

Zusammen mit dem damaligen Talentmanager Christoph Spycher fährt Ernst Graf nach St. Gallen und überzeugt seine einstige Weggefährtin von einem Transfer nach Bern. Wobei es nicht einmal Überredungskünste brauchte. «Die Chance auf eine Luftveränderung kam mir gelegen», so Peterer.

NIEMAND MUSS, ABER ALLE DÜRFEN

Im Büro der Nachwuchstrainer erhält sie einen Arbeitsplatz und fängt behutsam an, sich einzubringen. Sie wird für die Talente eine Anlaufstelle, tauscht sich mit den Coaches aus, immer wieder auch mit Christian Franke, dem Technischen Leiter der Youth Base, sowie mit Talentmanager Erich Hänzi.

Mentalcoaching wird jedoch nicht als Obligatorium in den Wochenplan aufgenommen. Niemand muss, aber alle dürfen: «Es wird kein Spieler gezwungen, zu mir zu kommen. Das muss aus eigenem Antrieb geschehen.»

Sie unterscheidet zwischen «Training» und «Coaching». Bei einem Training behandelt sie mit dem Spieler ein Thema, bei einem Coaching befasst sie sich mit verschiedenen Themen. Pro Tag führt sie mehrere Gespräche, und viele der jungen Fussballer sind inzwischen Stammgäste.

Ihr Bestreben ist es, den jungen Menschen mit Ratschlägen zur Seite zu stehen. Manchmal werfen sie bei ihr Ballast ab und erzählen Dinge, die sie belasten und hemmen, ihre Bestleistung abzurufen. Es kommt zum Beispiel vor, dass ein Spieler mit dem Problem bei ihr vorstellig wird, dass er Ausbildung, Fussball und Privates nur noch mit Müh und Not unter einen Hut bringt. Oder sie hört von privaten Sorgen, die Auswirkungen auf den Alltag bei YB haben. Und immer wieder taucht nach einer Verletzungspause die Schwierigkeit auf, dass der Spieler nicht sofort das Vertrauen in seine Fähigkeiten wiederfindet.

DIE WICHTIGKEIT DER REGENERATION

Sie versucht, Lösungen aufzuzeigen, wie eine solche Herausforderung zu meistern ist. Die Spieler erhalten von ihr die erwähnte Werkzeugkiste mit unzähligen Instrumenten, die helfen, die inneren Einflüsse zu kontrollieren. Mentalität oder Resilienz sind Bereiche, die mit entsprechendem Coaching gestärkt werden können. Ein Dauerthema sind Druck und Erwartungen, die sich Spieler selbst machen, die aber auch vom Umfeld geschürt werden. Um im Konkurrenzkampf zu bestehen, braucht es zusätzlichen Trainingsaufwand – könnte man meinen. Nicole Peterer weist in solchen Fällen eindringlich auf die Wichtigkeit der Regeneration hin: «Wer sich im richtigen Mass Ruhe gönnt, beugt auch Verletzungen vor.»

Sie kann auf einen gut gefüllten Fundus an Erfahrungen zurückgreifen. Aber gelegentlich muss sie an eine andere Stelle verweisen, etwa an Psychotherapeuten oder Psychiater. Über all die Jahre hat sie sich ein grosses Netzwerk aufgebaut und kann ihre Klienten gezielt Leuten anvertrauen, die sich in der Materie vertieft auskennen.

DAS ZIEL: LEICHTFÜSSIGER WERDEN

Mentalcoaching hat sich längst etabliert. Es ist eine bedeutende Form der Unterstützung geworden ebenso wie die Ernährungsberatung. Nicole Peterer hat vorwiegend mit jungen Menschen ab Stufe U17 zu tun, wenn sich langsam die Weichen stellen und die Frage aufkommt, wo sich noch Verbesserungspotenzial erkennen lässt.

«Ich erkläre den Nachwuchsspielern, dass sie lernen müssen, das Mentale zu pflegen, weil sie daraus viel Kraft schöpfen können», sagt Nicole Peterer. «Wenn sie danach leichtfüssiger unterwegs sind, hat meine Arbeit die gewünschte Wirkung erzielt.» Rund 25 Spieler, mit denen sie zu tun hatte oder immer noch hat, schafften den Durchbruch und erhielten Profiverträge in der ersten Mannschaft.

Nicole Peterer ist mit der gleichen Leidenschaft dabei wie am ersten Tag. Nächstes Jahr wird sie 60, denkt aber nicht daran, sich bald zurückzuziehen. Zu sehr macht ihr die Aufgabe Spass – und sie, die Ostschweizerin, fühlt sich mit YB so verbunden, dass sie vorläufig keinen Grund sieht, sich aus der Bundesstadt zu verabschieden.

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EIN BILD

DREI FRAGEN

Wir

sehen

ein Bild mit zwei Männern. Irgendetwas

aber

scheint nicht zu stimmen. Der Mann links ist doch kein

Fussballer, der sich auf unserem heiligen Wankdorfrasen

ablichten lässt… Ja klar: Es ist Züri-West-Frontmann

Kuno Lauener, der sich auf ungewohntem Terrain bewegt. Lauener feierte übrigens am 17. März 2026

seinen 65. Geburtstag – alles Gute, lieber Kuno!

Thomas Häberli, können Sie heute so gut singen wie Kuno Lauener damals Fussball gespielt hat?

Nein, nie und nimmer, obschon ich «Häbet nech am Bänkli» und andere YB-Songs noch heute fehlerlos und mit lauter Stimme intonieren kann. Aber Kuno war damals, als ich im Wankdorf verabschiedet wurde, ein Kicker mit grossartiger Übersicht und taktischem Geschick…

Offenbar hatten Sie davon profitiert: Sie legten zum Abschied einen Hattrick hin. Wer aber hat damals das «Häbi»-Abschiedsspiel eigentlich gewonnen. Das Resultat findet sich aus unerfindlichen Gründen nicht in den Statistiken des Fussballverbandes. Die Mannschaft «Häberli and Friends» hat sich mit 4:2 gegen die Auswahl Berner Amateur-Fussballer durchgesetzt. Es war eine hochstehende Angelegenheit, aber ernsthaft: Für mich war dieses Abschiedsspiel ein grossartiges Geschenk von YB an meine Person für meine neun Jahre in Gelb-Schwarz – sie führten von den Niederungen der Nationalliga B bis an die Spitze der Super League.

Inzwischen lebten Sie nach Ihrer Berner Zeit als Trainer in Basel, Luzern, drei Jahre in Tallinn als Nationaltrainer Estlands, in Genf… Welche Stadt war am schönsten? Keine Frage, natürlich Bern!

Charles Beuret

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2X YB-BAUCHTASCHE

Antworten per Mail an raetsel@bscyb.ch

AUFLÖSUNG DER AUSGABE 2, SAISON 2025/26: Wie lautet der teaminterne Übername von Joël Monteiro?

Antwort: Möntu

GEWINNER:INNEN DES LETZTEN WETTBEWERBS: Beat Galliker, Meikirch Jessica Bütler, Waltenschwil

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«ZUR RICHTIGEN ZEIT AM RICHTIGEN ORT»

Joachim Siwek im YB-Museum anlässlich des Treffens der Meisterspieler 1986.

Joachim Siwek (68) war Teil der YB-Meistermannschaft von 1986. Der gebürtige Pole, der heute in München lebt, absolvierte von 1985 bis 1987 für die Berner 62 Einsätze und schoss 15 Tore. Besonders in Erinnerung ist sein 3:2 in der Verlängerung des Cupfinals 1987 gegen Servette.

«Wenn ich an die zwei Jahre in Bern denke, darf ich mit gutem Gewissen sagen: Es war überragend. Sportlich lief es hervorragend mit einem Meistertitel und einem Cupsieg – und in meiner Zeit bei YB kam meine Tochter Olivia zur Welt. Sie ist also quasi eine Bernerin.

Angefangen hat alles mit einem Anruf des damaligen YB-Sportchefs Walter Eichenberger, dem ich heute noch dankbar dafür bin. Er gab mir die Möglichkeit, meine Karriere eine Stufe höher fortzusetzen.

1985 war es, ich stand noch bei Vevey unter Vertrag, als er mir das Angebot machte – und das, nachdem ich in einem der letzten Heimspiele der Saison 1984/85 den 2:1-Siegtreffer gegen die Young Boys erzielt hatte. Ich fuhr aus der Westschweiz Richtung Bern und setzte mich in der Autobahnraststätte Greyerz mit Eichenberger sowie Trainer Alexander Mandziara zusammen. Mit Mandziara verbindet mich die Herkunft: Er kam aus der gleichen Stadt wie ich in Polen und hatte einst sogar zusammen mit meinem Onkel in der ersten Liga gespielt.

In der Raststätte fanden wir eine Einigung. Ich bekam einen Vertrag und YB musste für mich keine Ablösesumme bezahlen, weil es zu einem Tausch kam. Mongi Ben Brahim wechselte im Gegenzug zu Vevey. Wie einige andere Spieler und auch Alexander Mandziara wohnte ich in Ittigen und hatte so eine kurze Anfahrt zum Wankdorf.

In der Vorrunde jener Saison lief es noch nicht ganz so gut, die Leistungen hätten insgesamt besser sein können. Aber nach der Winterpause änderte sich das. Der Schwede Robert Prytz stiess zu uns und bildete mit Georges Bregy sowie Urs Bamert ein Mittelfeld, das man zweifellos als Prunkstück bezeichnen darf. Meine

Position war die des Mittelstürmers, auf den Seiten stürmten Lars Lunde und Dario Zuffi, beide Linksfüsser. Und hinten hatten wir eine starke Abwehr: Jürg Wittwer rechts, Roland Schönenberger links, Jean-Marie Conz und Martin Weber im Zentrum.

Wir reihten Sieg an Sieg, holten in der Tabelle auf und feierten am 24. Mai 1986 in Neuenburg gegen Xamax in einem legendären Spiel den 4:1-Erfolg, der rechnerisch alles zu unseren Gunsten klarmachte. Wir waren eine Runde vor Schluss der Meisterschaft nicht mehr einzuholen. Wir waren Schweizer Meister – besser und schöner hätte ich mir mein erstes Jahr in Bern nicht wünschen können.

Das Paninibild von Joachim Siwek von damals.

Ein wegweisender Treffer: Joachim Siweks Hechtkopfball zum 3:2 in der Verlängerung des Cupfinals 1987 gegen Servette und der Jubel mit den Teamkollegen Reto Gertschen und Martin Jeitziner danach (Foto rechts).

«RETO,

STELL DIR VOR: WIR BEIDE KOMMEN REIN –UND SCHIESSEN JE EIN TOR.»

Joachim Siwek

Im Jahr darauf verzeichnete ich nicht mehr ganz so viele Einsätze in der Startaufstellung, weil Trainer Mandziara die Spielausrichtung etwas änderte. Trotzdem gab es am Ende etwas zu feiern: den Cupsieg. Ich erinnere mich gut an den Tag, der mit der Enttäuschung begann, als ich erfuhr, im Final gegen Servette zunächst auf der Ersatzbank sitzen zu müssen.

Als wir von Oberhofen, wo wir übernachteten, mit dem Bus Richtung Wankdorf fuhren, sass ich weit hinten bei Reto Gertschen. Auch er

1987 verliess ich Bern nach einer relativ kurzen, aber enorm ereignisreichen, wunderschönen Phase, in der ich Freundschaften fürs Leben schloss. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Kontakt habe ich immer wieder mit alten Weggefährten, mit Jürg Wittwer zum Beispiel, oder mit Reto Gertschen, René Sutter und Lars Lunde.

Es gibt ein paar Spieler bei YB, die mir mit ihrer Art gefallen. Sandro Lauper zum Beispiel mit seiner Intelligenz, oder Jaouen Hadjam, der hat besondere Qualitäten. Generell freut es mich, wenn die Schweizer Klubs auf junge Talente setzen und sie fördern. Ihnen gehört die Zukunft.

wusste, dass er nicht von Anfang an spielen durfte. Ich sagte ihm sinngemäss: «Reto, stell dir vor: Wir beide kommen rein – und schiessen je ein Tor.» Und was passierte? Wir wurden eingewechselt und erzielten tatsächlich beide einen Treffer in der Verlängerung.

An mein 3:2 mit dem Kopf erinnere ich mich gut. Jean-Marie Conz findet mit seinem weiten Zuspiel Björn Nilsson, der sich im Zweikampf durchsetzen und flanken kann. Und Reto Gertschen sorgte schliesslich für die endgültige Entscheidung.

Als sich die Meistermannschaft von 1986 anlässlich des YB-Heimspiels gegen Lugano im März traf, war das eine ideale Möglichkeit, um Erinnerungen und Episoden aufzufrischen. Der dreitägige Aufenthalt war für mich Freude pur.

Seit 1989 lebe ich in München im Stadtteil Sendling, bin Rentner und nur selten in einem Stadion. Das Fussballgeschehen verfolge ich hauptsächlich im Fernsehen, wobei manchmal fast zu viel übertragen wird. Meine Lieblingsmannschaft in Deutschland ist der FC Bayern München. Der Verein, den ich im Herzen trage, ist YB. Dank einer App bin ich stets bestens informiert, was in Bern gerade läuft.

Für die Saison 2026/27 gibt es dann wieder viel Arbeit für Christoph Spycher und sein Team. Viel Glück!»

LOSFAHRE,MITJUBLE,GWINNÄ!

RAGAZZI BERNA –DER SCHAL IST DA!

Seit Jahren erfreut sich unser Ragazzi-Projekt grosser Beliebtheit. Das Projekt Ragazzi Berna richtet sich an jugendliche Fans des BSC YB zwischen 10 und 17 Jahren. Den Kindern und Jugendlichen werden dabei die verschiedenen Seiten des Fan-Seins aufgezeigt und der Zugang zu einer kreativen und positiv gelebten Fankultur vermittelt. Die RagazziFahrten werden an ausgewählten Auswärtsspielen des BSC YB angeboten. Weitere Informationen zum Projekt sind auf unserer Website www.fanarbeit-bern.ch zu finden.

Im August 2025 organisierten die beiden Fandachverbände des BSC YB eine «ChYuBi» im Wankdorf, an dem auch die Fanarbeit einen Stand hatte. Wir hatten beschlossen, an diesem Tag eine lange gehegte Idee umzusetzen. Wir veranstalteten einen Malwettbewerb, an dem die Kinder und Jugendlichen einen Ragazzi-Schal gestalten konnten. Die dabei entstandenen Kunstwerke wurden von den Vorstandsmitgliedern der Fanarbeit bewertet und per Abstimmung wurde das Gewinnerdesign ausgewählt. Die Auswahl gestaltete sich aufgrund der vielen kreativen Vorschläge nicht einfach. Schliesslich konnte der Schöpferin des GewinnerDesigns ein YB-Trikot an einem Spiel übergeben werden.

Mit Unterstützung des Grafikers und YB-Fans Luca Nicolai wurde das Design zu einem Schal gestaltet und im Anschluss in die Produktion gegeben. Kurz vor Jahresende waren die Schals dann da! Die Ragazzi, welche an den Auswärtsfahrten im Rahmen des Projekts teilnehmen, haben die Möglichkeit, für zehn Franken den exklusiven Schal zu erwerben.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Ragazzi auch selbst aktiv sind, und eigene Ideen umsetzen. So gestalteten ein paar junge Fans letztes Jahr eine Zaunfahne, welche von Zeit zu Zeit in den Gästesektoren der Schweiz zum Einsatz kommt. Wir unterstützen die Ideen der jungen Fans und bieten bei der Umsetzung von Projektideen unsere Unterstützung an. Damit fördern wir den Zugang zu einer auf Kreativität und Engagement basierenden Fan-Leidenschaft.

Die kommenden Spiele, an welchen wir Ragazzi mitnehmen, werden jeweils auf unserer Website veröffentlicht. Zur Anmeldung steht ein Tool auf unserer Website zur Verfügung.

ÜBER DIE FANARBEIT BERN:

Fanarbeit Bern ist eine Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für Fans des BSC YB. Sie betreibt aufsuchende Sozialarbeit, bietet fanbezogene sowie soziale Dienstleistungen an und leistet Präventionsarbeit u.a. anhand von Projekten.

DIE YB-VIERTELSTUNDE IST BALD 120 JAHRE ALT

Die Erfinder der YB-Viertelstunde. Stehend von links: E. Weiss, Kaiser, Meister, P. Weiss, Kämpfer, Minder. Mitte von links: Schulz, Walter, Gerster. Vorne: Adamina, Maurer, Stucki. Dieses YB-Team wurde 1909/10 Schweizermeister.

«20 Minuten vor Schluss führt Luzern mit 2:1, um dann endlich der Energie des Gegners zum Opfer zu fallen. Die berühmte und berüchtigte letzte Viertelstunde der Young Boys brachte, nachdem 1 Elfer verschossen worden war, mit 3 Goals ihnen die Meisterschaft der Centralschweiz.»

Obiger Text stammt aus dem «Central-Organ der Schweizer Fussball-Association» vom 28. April 1910. Die «YB-Viertelstunde» ist also keineswegs eine Erfindung der Neuzeit, die Konkurrenz der Gelbschwarzen bekam sie nachhaltig schon beim ersten YB-Hattrick (1908-1911) vor bald 120 Jahren zu spüren. Damals waren es die «YB-Männer mit Schnauz», die dank konditioneller Überlegenheit jeweils einen beeindruckenden Endspurt hinlegten. Oft vermochten sie so –wie damals im «Central-Organ» geschildert – ein Spiel in den letzten 15 Minuten zu ihren Gunsten zu drehen.

KONDITION – UND DANN DIE TAKTIK

Die YB-Viertelstunde wird in alten Club-Chroniken bis heute immer wieder erwähnt. Wer sich in die alten Zeiten vertieft und die Spielberichte nachliest, dem fällt auf: Die Young Boys waren im Vergleich zur Konkurrenz in körperlich besserer Verfassung – und dies, obwohl die Mannschaft gar keinen Trainer hatte. Erster Trainer der Vereinsgeschichte wurde per Beschluss der Generalversammlung vom 27. Juli 1912 der Schweizer Internationale Paul Kaiser, ein halbes Jahr später übernahm der Engländer William Reynolds Kaisers Nachfolge.

Der Trainerwechsel erfolgte, weil nebst körperlicher Ausbildung auch die taktische Schulung gefördert werden sollte. Seine Vorstellungen fasste Reynolds wie folgt zusammen: «Der Ball muss mit wenigen Stationen vor das gegnerische Tor gebracht werden. Wichtig dabei ist das Flügelspiel, das insbesondere aus der Läuferline eingeleitet werden muss. Wehe dem Flügel, der seinen Platz nicht hält. In der Deckung erhalten die Aussenläufer die Aufgabe zugewiesen, die gegnerischen Innenstürmer zu decken. Aus der Verteidigung heraus ist der Ball wenn immer möglich direkt in die eigene Angriffsreihe zu spielen, wobei Kerzen (hohe Bälle, die senkrecht fallen) streng verboten sind.»

Aber auch für Reynolds war die konditionelle Verfassung der Spieler das Wichtigste. Ihm wird gefallen haben, dass sein YB-Stürmer Robert Stucki im Jahr 1913 im Hochsprung einen neuen Schweizer Rekord mit 1,67 m aufstellte und seine Young Boys mit der 4-mal-100-m-Staffel in einer Zeit von 48,1 Sekunden den Schweizermeistertitel gewannen.

SING: «DAMALS DER UNTERSCHIED»

Auch mit verbesserter Taktik von anno dazumal hielten die Young Boys ihrer legendären Schluss-Viertelstunde die Treue: Sie waren bis weit in die «goldenen Sechziger» der Ära Sing die Mannschaft mit konditionellen Vorteilen, die in der letzten Viertelstunde nochmals (und oft entscheidend) zulegen konnte und deshalb im Endspurt manchen Match gewann.

MUSEUMSPARTNER:INNEN

Jean-Pierre Nsame knallt den Ball am 28. April 2018 ins Netz – YB ist wieder Schweizermeister.

Trainer Albert Sing, der damals mit seinen unvergessenen Legenden wie Eich, Steffen, Schneiter, Bigler, Meier, Wechselberger und all den anderen vier Meistertitel und zwei Cupsiege feierte, legte als Ausbildner viel Gewicht auf die Physis seiner Spieler. In einem Rückblick auf seine Berner Zeit sagte er beim YB-Jubiläum 1998: «Damals hatten wir im Schweizer Vergleich eine starke Mannschaft, aber wir waren nicht die einzigen. Servette (damals mit Fatton), die Grasshoppers (mit Bickel, Ballaman) oder La Chauxde-Fonds (mit Kernen und Antenen) waren fussballerisch ebenso gut – also mussten wir den Unterschied mit einer überlegenen konditionellen Verfassung machen. Das war mit viel Fleiss und Arbeit verbunden.»

UNVERGESSEN: DAS GOAL VON NSAME

Heutzutage gibt es – was körperliche Fitness der Spieler betrifft – in den höchsten Ligen kaum mehr Unterschiede, und doch lebt die YB-Viertelstunde auch dank unseren Fans weiter: Die Ostkurve zählt die letzten Sekunden vor der 75. Minute lautstark ab – und verleiht der Berner Mannschaft damit einen zusätzlichen Motivationsschub: «YB-Viertuschtung, YB-Viertuschtung – YB, YB, YB-Viertuschtung»

Die Mannschaft dankt für die Unterstützung nicht selten mit einem sehenswerten Endspurt. Der Sehenswerteste ereignete sich am 28. April 2018 in der 89. Minute des Spiels YB - Luzern: Nach einer Passfolge über Sulejmani und Hoarau knallte Jean-Pierre Nsame den Ball ins Netz: Es hiess 2:1 – und YB ist Schweizermeister.

Was damals im Stadion und in der ganzen Stadt abging, ist unbeschreiblich – und bleibt unvergessen.

Charles Beuret

Biotechnologie im Herzen der Hauptstadt

TOBIAS RENTSCH:

«ICH SINGE MEHR IN DER KIRCHE ALS IM STADION»

TMatchtag gegen den FC Thun: Menschen drängen rund ums Wankdorfstadion, um sich diese Partie nicht entgehen zu lassen. Auch da ist Tobias Rentsch, er hat ein Abo im C10 mit seinem Bruder Matthias und seinen Freunden David Zaugg und Andreas Emmenegger.

Rentsch kommt von der Arbeit, er ist Pfarrer in der Markuskirche und hat dort einen Strick-Gottesdienst abgehalten. «Lismen» und Predigt? «Ich habe erklärt, dass Gott strickt und alle dazu eingeladen sind, mitzumachen», sagt er. Dieses Bild lässt sich auch mit Fussball verbinden: Ein Spieler strickt vor, spielt einen Pass und der Mitspieler weiss, wie es weitergeht. «Die gemeinsame Taktik als Strickmuster sozusagen», sagt Rentsch.

Tobias Rentsch glaubt nicht an den Fussballgott. Der 44-jährige

Pfarrer über den VAR, Fanlieder und Teamgeist.

STOSSGEBETE AN DEN FUSSBALLGOTT?

Viele Fans glauben an einen Fussballgott, eine Art Schicksalsmacht, die einem hilft. Man wünscht sich diesen Fussballgott auf seiner Seite, damit die Bälle auf die richtige Seite fallen, Pässe ankommen und man deshalb eher Meister werden kann. Tobias Rentsch glaubt nicht an ihn. «Gott ist immer auf der Seite der Underdogs. Würde es mit dem Fussballgott so funktionieren, würden wir immer gegen alle kleineren Teams verlieren», sagt der 44-Jährige.

Religion gehört für ihn fest zum Leben und er hat eine lockere Auffassung des Pfarrertums: Beispielsweise hat er das Kirchgemeindehaus als Indoor-Spielplatz umfunktioniert oder führt auf der Terrasse den Event «Grill & Beer» durch, bei dem man über Gott und die Welt reden kann. Überhaupt hätten Religion und das

Fussball-Fantum viel gemeinsam, sagt er: «Der Capo ist mit dem Pfarrer vergleichbar, der sagt, ob man sitzt oder steht. Er wählt die Lieder aus, wann man singt, und er führt durch die Veranstaltung.» Auch ein Fan-Umzug könne mit einer Prozession verglichen werden und Fahnen seien ebenfalls religiös aufgeladen.

Zurück zum Sport: Rentsch hat das Fitnessboxen entdeckt, fünf Mal die Woche trifft man ihn beim Boxclub Bern an. Doch selbst spielte er auch Fussball, bei den Senioren des FC Breitenrain. Die Partien auf dem Spitz machen ihm viel Freude, vor allem, weil es dort keinen VAR gebe. «Ich bin VAR-Gegner erster Stunde», sagt er. Das Fussballspiel sei so einfach, rund um den Globus funktioniere es auf dem Pausenplatz oder auch in grossen Stadien genau gleich. «Mit dem VAR wird das Spiel 'zerstückelt' und Schiedsrichterentscheide werden mehr thematisiert», so Rentsch.

THUN GELINGT DIE WENDE

Die Partie im Wankdorf ist längst angepfiffen, lange spielt der BSC Young Boys souverän, dann übernimmt der FC Thun das Kommando und wendet die Partie. Tobias Rentsch beobachtet genau, was auf dem Feld passiert. Fehler werden kommentiert, Spielzüge analysiert. Einzig gesungen wird wenig. «Ich singe mehr in der Kirche als im Stadion.»

Dass Tobias Rentsch überhaupt an die YB-Spiele geht, liegt am Vater und seinem älteren Bruder. Die Familie habe auch viele Partien am Radio verfolgt. Sein allererster Match im alten Wankdorfstadion war gegen Xamax, an zwei Dinge erinnert er sich: YB siegte 2:0. Und ein Zuschauer habe einem Schiedsrichter zugerufen: «Chouf dir mit em Lohn ä Wurscht, du Schluuch.»

WANKDORF –NEUFELD – WANKDORF

Eine weitere Erinnerung hat er an einen Match gegen GC im Dezember 1992, als in der Pause das Resultat der EWR-Abstimmung durchgegeben wurde. «Einige haben geklatscht. Ich auch, aber ich wusste nicht genau, wofür.» Es folgten unzählige weitere YB-Spiele. Mit der UBS-Karte gings gratis ins alte Wankdorf, die Neufeld-Zeiten hat er miterlebt, er hat im neuen Wankdorf drei Mal den Platz gewechselt, sich bei Finalissimas genervt und Meistertitel erlebt. Die Ferienplanung wird, wenn irgendwie möglich, so gelegt, dass keine Spieltage betroffen sind. «Und geheiratet

Stammplatz: Tobias Rentsch im Sektor C10.

wird im Juni und nur in ungeraden Jahren, wenn die Saison vorbei ist und keine Weltmeisterschaften laufen», sagt Tobias Rentsch und lacht.

«Dass wir dieses Jahr nicht Meister werden, finde ich gar nicht so schlimm», bilanziert Tobias Rentsch.

Er habe es vor dem lang erwarteten Meistertitel gemocht, ein Jäger in der Liga zu sein. Und Zustände wie in Deutschland mit Bayern München, dem ewigen Meister, das wolle doch niemand.

WM-Special 2026

Ihr WM-Event mit Grillbuffet in einmaliger Stadionatmosphäre

Samstag, 13. Juni, 21:00 Uhr – Katar vs. Schweiz

Donnerstag, 18. Juni, 21:00 Uhr – Schweiz vs. Bosnien und Herzegowina

Mittwoch, 24. Juni, 21:00 Uhr – Schweiz vs. Kanada

KINDER ZEICHNEN CHRIS BEDIA

Chris Bedia mit dem Siegerbild von Quentin, 12.
Luan, 11
Louisa, 10
Max, 7

ZEICHNE ARMIN GIGOVIC!

Für die nächste Ausgabe sind Kinder (bis 14 Jahre) aufgefordert, ihre Zeichnungen von Armin Gigovic einzusenden: zeichnen, einscannen und an ybmag@bscyb.ch schicken.

Im Dateinamen bitte gleich Namen und Alter vermerken. Beispiel: Vorname_Nachname_07.pdf Einsendeschluss ist der 17. Mai 2026. Zu gewinnen gibt es ein signiertes Trikot von Armin Gigovic. YB wünscht allen Teilnehmenden viel Glück.

Leonardo, 8
Zoe, 7
Erik, 8
Laelia, 9
Henry, 7

Immer die Region zuerst.

«WO ISCH DS GÄUBE BÄNKLI?!»

ANLAUFSTELLE GEGEN

SEXUALISIERTE GEWALT RUND

UM DIE SPIELE DES BSC YB

Du bist im Stadion. Wie fast jedes Wochenende. Neben dir sind deine Leute, vor dir das Spielfeld, um dich herum das vertraute Rauschen – alles fühlt sich so an wie immer. Und trotzdem ist da etwas, das die Luft dicker macht. Etwas, das kaum jemand ausspricht und viele gar nicht mitbekommen. Eine Hand gleitet zu tief den Rücken hinunter. Ein Kommentar bezogen auf dein Geschlecht trifft unter die Gürtellinie. Jemand stellt sich zu nah hinter dich. Du sagst wiederholt: «Könntest du bitte aufhören?» Niemand fragt, ob das eigentlich ok ist. Niemand reagiert. Vielleicht hast du selbst schon mal weggeschaut. Vielleicht hast du gelacht, obwohl der Spruch nicht lustig war.

Sexualisierte Gewalt hat viele Gesichter und ist auf den ersten Blick oft unauffällig. Für Betroffene ist sie aber immer mit der Überschreitung einer persönlichen Grenze verbunden. Solche Grenzüberschreitungen passieren überall: im Alltag, im Ausgang, aber auch im Umfeld von YB-Spielen. Und sie betrifft uns alle, denn sexualisierte Gewalt ist kein reines Frauen- oder Fussballproblem, sondern

ein gesamtgesellschaftliches: Viele Menschen – insbesondere Frauen – erfahren im Laufe ihres Lebens in irgendeiner Form sexualisierte Gewalt.

WAS MACHEN WIR?

UMGANG MIT BETROFFENEN

Die fanbasierte Anlaufstelle «Wo isch ds Gäube Bänkli?!» ist unser Ansatz, im Rahmen von YB-Spielen ein sicheres Umfeld zu schaffen, das Personen, die Grenzverletzungen erlebt haben ein offenes Ohr bietet und Unterstützung gewährleistet. In unserer freiwilligen Arbeit stecken viel Haltung und Herzblut. Wir sind keine Fachpersonen, wurden jedoch im Umgang mit sexualisierter Gewalt geschult und handeln ausschliesslich in der Form, wie es von Betroffenen gewünscht wird.

Seit April 2024 ist die Anlaufstelle bei Heim-, Auswärts- sowie internationalen Spielen des BSC YB niederschwellig präsent. Wir sind bei allen Spielen der 1. Mannschaft der Männer, sowie zurzeit vorerst punktuell bei Spielen der YB-Frauen im Einsatz. Über das Codewort «Wo isch ds Gäube Bänkli?!» kann sich jede Person sicher und anonym an uns

wenden – bei YB-Mitarbeitenden im Stadion, beim Catering, in den Fanshops, oder direkt via QR-Codes auf den Stadion-Toiletten per Telefon, Mail oder über unsere Webseite.

Die beiden Fan-Dachverbände Ostkurve Bern und gelbschwarzsüchtig, der BSC YB sowie die Fanarbeit Bern sind Teil von diesem Projekt und tragen die Anlaufstelle sichtbar, offen und solidarisch mit. Das Projekt wurde zudem letztes Jahr von der Stadt Bern mit dem Sozialpreis für freiwilliges Engagement ausgezeichnet.

GEMEINSAM VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Sexualisierte Gewalt lässt sich nicht durch eine Anlaufstelle allein stoppen. Wir sind überzeugt, dass Respekt kein Wunschdenken ist und wir als Gemeinschaft eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen müssen. Übernehmen wir also gemeinsam diese Verantwortung als Menschen, schauen hin und schützen einander. Denn sexualisierte Gewalt betrifft nicht nur die, die sie erleben. Sie betrifft uns alle. Und sie hat in unserer gelb-schwarzen Familie keinen Platz. YB FOR EVERYONE

WWW.GÄUBSBÄNKLI.CH

Solltest du einen Übergriff erlebt oder beobachtet haben, kannst du dich an den Heimspielen mit dem Codewort «Wo isch ds Gäube Bänkli?!» bei Mitarbeitenden des BSC YB, der Fanarbeit, oder in den offiziellen Fanshops in den Sektoren B, C und D an die Anlaufstelle wenden. Die Anlaufstelle ist zurzeit vordergründig bei Spielen der 1. Mannschaft der Männer und punktuell bei Spielen der YB-Frauen präsent.

+41’78’323’77’30 über SMS, WhatsApp, Signal oder telefonisch gelbebank_1@immerda.ch wird von Frauen* gelesen und bearbeitet gelbebank_2@immerda.ch wird von Männern* gelesen und bearbeitet

Wir sind nur am Matchtag telefonisch erreichbar. Ausserhalb von Spieltagen kannst du dich via Kontaktformular oder E-Mail bei uns melden. Wenn du dich auf eine der beiden E-MailAdressen meldest, darfst du selbst entscheiden, welche Ansprechperson du wünschst. Die Handy-Nummer wird von allen Geschlechtern betreut.

Zur Webseite www.gäubsbänkli.ch

STADIONFÜHRUNG STADION WANKDORF

(1 Getränk mit Snacks) im Restaurant eleven

CHF 380 bis max. 20 Personen

HAUPTPARTNER YOUTH BASE PREMIUM PARTNER:INNEN YOUTH BASE

Kaffee und Gipfeli im Restaurant eleven

GOLDPARTNER:INNEN YOUTH BASE

DAS WANKDORF AUS KARTON

YB-Fan Marco Sturny hat sein eigenes Wankdorfstadion gebaut. Der begeisterte Fussballer (früher beim Team AFF, jetzt bei den Junioren Ca Youth League von Sense-Mitte) hat viele Stunden gewerkelt und unser Stadion unter anderem aus Karton und Kork konstruiert.

Tolle Arbeit, lieber Marco!

YB-OSTERBESUCH IN DER KINDERKLINIK

Anfang April fand der traditionelle YB-Osterbesuch, organisiert durch die Stiftung Kinderinsel, in der Kinderklinik Bern statt. Die kleinen Patient:innen durften sich über Geschenke, Autogramme und gemeinsame Fotos freuen – einige Spieler:innen besuchten auch Kinder in ihren Zimmern.

Mit vielen strahlenden Gesichtern und schönen Begegnungen wurde der Besuch erneut zu einem besonderen Moment für alle Beteiligten.

FRANÇOIS MOLLARD ZU

BESUCH

Es ist immer wieder eine grosse Freude, ehemalige YB-Fussballer im Stadion Wankdorf begrüssen zu dürfen. Torhüter François Mollard spielte zwischen 1981 und 1984 bei YB im Fanionteam. Mollard stiess seinerzeit vom FC Fribourg zum BSC Young Boys. Seine Trainer hiessen Bert Theunissen und, in dessen zweiter Amtszeit, Kurt Linder.

30 JAHRE «GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS»

Vor 30 Jahren begann die Zusammenarbeit von «Gemeinsam gegen Rassismus» und YB. Im Frühling 1996 spielten die Young Boys in Trikots mit entsprechender Aufschrift. Ein 10-minütiger Dokumentarfilm zeigt die Geschichte von «Gemeinsam gegen Rassismus» und den Menschen hinter dieser Bewegung.

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YB MAG Nr. 3 / Saison 2025/26 by BSC Young Boys - Issuu