AUSGABE 4, SAISON 2018/19 | 7. JUNI 2019 | WEBVERSION
MAG
VON BERGEN, HOARAU UND IHRE FREUNDE SCHREIBEN WIEDER GESCHICHTE FUESSBAU-SCHWYZERMEISCHTER IN DER REKORD-SAISON 2018/19: ALLES ZUM GRANDIOSEN 13. MEISTERTITEL DES BSC YOUNG BOYS
E V E SVOTN BERGEN INTERVIEW MIT
«YB ist ein ganz besonderes Kapitel» Der Captain tritt mit 36 Jahren ab: Steve von Bergen über seinen Rücktritt, seine Mentalität - und wer für ihn der unangenehmste Gegenspieler seiner Karriere war. Steve von Bergen, mit welchen drei Begriffen fasst du deine 19 Jahre als Profi-Fussballer zusammen? Traum, Emotionen, Privileg. Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf machen dürfen, ich habe in all den Jahren wahnsinnig viel erlebt und das Glück gehabt, dass mein Körper vieles ausgehalten hat. Und jetzt fühle ich mich auch mit 36 ziemlich fit. Dann könntest du ja doch weitermachen... ...nein, nein. Vielleicht hätte ich irgendwann nicht mehr gespielt und wäre ich nicht mehr der Leistungsträger gewesen. Und dann wäre nicht nur der Club unzufrieden gewesen, sondern ich selbst auch. Ich habe mir den Entscheid reiflich überlegt und bin überzeugt: Es ist gut so.
Was hat sich im Fussball im Vergleich zur Jahrtausendwende verändert? Oh, ganz viel! Der Fussball ist diesbezüglich nicht anders als die Gesellschaft, die sich auch stetig entwickelt hat. Ich bin nicht einer, der sagt: Früher war alles besser. Weil es nicht stimmt. Die Zeiten lassen sich nur schwer vergleichen. Aber klar ist, dass sich durch die Digitalisierung vieles verändert hat. Wenn wir nach einem Training in die Kabine zurückkehrten, hatten viele rasch das Smartphone zur Hand. Das ist der Lauf der Zeit. Du wolltest auch als Star nie etwas Besonderes sein. Als Star? Ich war nie ein Star!
Fühltest du dich nie alt? Höchstens am Tag nach einem Match (lacht). Im Fussball sind 35, 36 Jahre schon ein fortgeschrittenes Alter, aber im normalen Leben überhaupt nicht. Darum fühle ich mich gar nicht alt. Ich habe sehr viele Pläne und rechne damit, dass die Zukunft ziemlich viele neue Emotionen bereithält. In welchem Bereich das auch sein wird.
Dann sagen wir es anders: Du hieltest dich als Fussballer nie für etwas Besseres. Nein, wieso auch? Dafür gibt es keine Berechtigung. Mir war es sehr wichtig, dass das Fussballbusiness aus mir keinen anderen Menschen macht.
Kamst du dir neben den jungen Spielern bei YB manchmal wie eine Vaterfigur vor? Eher wie ein grosser Bruder, dieses Bild gefällt mir besser. Aber ich war ja nicht der einzige Ältere, wir hatten mit Marco Wölfli oder Guillaume Hoarau andere, die es dank ihrer Leistungen und ihrer immensen Erfahrung in der Hierarchie ganz nach oben geschafft haben. Wir hatten in der Kabine schon einen gewissen Status.
Das ist dir vorzüglich gelungen. Entscheidend war für mich immer, wie mein enges Umfeld über mich urteilt. Wenn ich von meiner Familie ein Signal erhalten hätte, dass ich auf sie abgehoben wirke, hätte ich mit mir selbst ein ernstes Problem gehabt. Aber ich denke auch, dass es für einen Jungen heute nicht immer einfach ist. Es lässt sich gutes Geld verdienen, es gibt viele Verlockungen da muss man schon einen klaren Kopf behalten, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren.
Du sorgtest nie mit einem extravaganten Lebensstil für Schlagzeilen, auch nicht mit Tattoos oder teuren Autos… ...nein, aber wenn einer ein schönes Auto fahren will und zig Tattoos am Körper möchte - kein Problem, jeder darf machen, was er will. Ich brauche das einfach nicht. Woher kommen die Demut und Bescheidenheit? Ich bin so erzogen worden. Ich erinnere mich gut an eine Botschaft meines Vaters. Stéphane Henchoz hatte es zum FC Liverpool geschafft, und als ich mit 17 bei Xamax mein Debüt in der ersten Mannschaft hinter mir hatte, stand danach in der Lokalzeitung «L’Express», ich sei der neue Henchoz. Ich war KV-Lehrling und natürlich stolz, so etwas über mich lesen zu können. Aber dann erklärte mir mein Vater, ich solle nicht glauben, was da geschrieben stehe. Und wie reagiertest du? Nicht sehr erfreut, klar, es war ein Dämpfer. Aber ich merkte bald: Ja, mein Vater hatte recht. Auf sein Urteil und seine Meinung habe ich stets grossen Wert gelegt. Er wird stolz sein auf das, was du erreicht hast. Ja, und ich muss selbst sagen: Ich habe das Maximum aus meinen Möglichkeiten herausgeholt. Wenn mir jemand vorausgesagt hätte, dass ich 50 Länderspiele bestreite, dass ich einmal in der deutschen Bundesliga und auch in der italienischen Serie A unter Vertrag stehe, dass ich einmal Cupsieger und insgesamt vier Mal Meister werde – dann hätte ich gedacht: Das ist ein schöner Traum – aber es wird ein Traum bleiben. Ich hatte wohl auch das Glück, bei Xamax zu sein. Bei einem der damals führenden Clubs in der Schweiz hätte ich als junger Innenverteidiger kaum so viele Einsätze erhalten. Welcher Nachwuchstrainer bei Xamax ist dir heute noch in Erinnerung? Christophe Moulin. Er hat mir einmal gesagt, es gebe im Fussball Künstler und Arbeiter - und ich sei nicht einer der Künstler. Damit öffnete er mir die Augen, auch wenn es hart war, weil ich eine andere Wahrnehmung hatte. Ich gehörte wirklich zu jenen, die arbeiten mussten, um etwas zu erreichen. Ich war
Wiedersehen in der Champions League mit Paulo Dybala.
nicht gleich talentiert wie andere, nie der Begabteste in meiner Altersklasse. Aber ich hatte einen extrem grossen Willen. Und als Junior liess ich mich von der deutschen Nationalmannschaft inspirieren. Ich hatte sogar ein Trikot und trug das sehr oft. Mir imponierten die Deutschen mit ihrem selbstbewussten Auftreten. Du hast die letzten sechs Jahre deiner Laufbahn in Bern verbracht. War es der schönste Abschnitt als Profi? Ja, das kann man auf jeden Fall sagen. Ich hatte auch eine sehr schöne Zeit beim FC Zürich, als wir einmal den Cup und zwei Meistertitel holten, mir haben die Aufenthalte im Ausland sehr gut gefallen. Aber YB, das ist ein ganz besonderes Kapitel. Die Identifikation mit dem Club und mit den Leuten ist riesig. So riesig, wie die Bedeutung eines Titelgewinns. Denken wir zurück an den 28. April 2018, an diesen Abend gegen Luzern... Was für ein Spielverlauf! Ist das dein absolutes Highlight bei YB? Es ist für mich die Nummer 1, ja. Wir geraten in Rückstand, gleichen durch Guillaume Hoarau aus. Marco Wölfli hält einen Penalty, Jean-Pierre Nsame erzielt spät das 2:1, YB ist zum ersten Mal seit 32 Jahren Meister. Das Stadion explodiert! Welche Anlässe belegen in deinem YB-Best-of die Plätze zwei und drei? Habe ich eben erst hinter mir: Die Momente, als ich am 25. Mai ein Tor erzielte, dann den «Chübu» in die Luft hielt und wir danach gemeinsam mit unseren Fans den zweiten Meistertitel feierten. Und Platz 3? Platz 3 ist die Qualifikation für die Champions League in Zagreb. Wir setzen uns nach dem 1:1 im Hinspiel mit einem 2:1 auswärts gegen Dinamo durch, das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Und es war auch deshalb ein unglaubliches Ereignis, weil ich wusste: Jetzt erlebst du mit 35 doch noch, wie das in der Champions League ist.
Es gab nicht nur erfreuliche Tage, sondern auch Rückschläge. Klar, aber das ist normal, ein Teil des Sports. Wir haben im Schweizer Cup die eine oder andere schmerzhafte Niederlage erlitten, in Buochs zum Beispiel (im September 2014). Es gab Spiele, über die weder wir noch unsere Fans glücklich waren. Aber wir haben aus vielen Rückschlägen auch gelernt und mitunter deswegen die positive Entwicklung genommen.
Was wirst du in Zukunft vermissen? Ich glaube, es wird das Zusammenleben mit der Mannschaft sein, die Atmosphäre in der Kabine, die Anspannung, die Freude. Es wird wohl Dinge geben, auf die du problemlos verzichten kannst... ...anstrengende Tage wie die vor dem Rücktritt, als ich oft am Telefon war und Auskunft gab. Anderseits kann ich nicht sagen, dass ich froh bin, wenn ich nicht mehr mit Journalisten zu tun habe. Interviews gehörten für mich immer zu meinem Job. Du bist der Captain gewesen, und Kollegen haben geschwärmt, wie du das gemacht hast. Ja? Christian Fassnacht sagte im YB-Magazin: «Steve ist ein 1a-Captain. Ich werde in meiner Karriere wahrscheinlich nie mehr einen Captain wie ihn erleben.» Was hast du so gut gemacht? Ich habe nur getan, was ich als meine Pflicht betrachte und wie ich mir diese Rolle vorstelle. Das klingt vermutlich einfacher als es war. Ich habe gewusst: Wenn es gut läuft, muss ich wachsam sein. Und wenn ich spürte, dass sich etwas in die verkehrte Richtung entwickelte, nahm ich Einfluss und versuchte, es schnell zu korrigieren. Als sich einmal ein Spieler über einen Sieg nicht freute, weil er Ersatz war, hast du hinter dir die Kabinentür geschlossen und das Wort ergriffen. Was hast du da der Mannschaft mitgeteilt?
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Dass niemand grösser ist als die Mannschaft und Einzelinteressen nicht über dem Wohl der Gruppe stehen dürfen. Aber es war nicht so, dass ich Woche für Woche so etwas tun musste. Kommen wir noch auf den Trainer zu sprechen, der für dich der härteste überhaupt in deiner Karriere war. Massimo Ficcadenti bei Cesena. Der konnte gnadenlos sein – aber ich habe von ihm trotzdem viel gelernt. Wer war der unangenehmste Gegenspieler? Der Italiener Luca Toni. Wenn wir mit Hertha Berlin gegen den FC Bayern spielten, traf er oft. Die Münchner flankten, in der Mitte stand der 1.94 Meter grosse Toni und traf mit dem Kopf. Ich hatte keine Chance gegen ihn. Und ganz zum Schluss darfst du deine Top 11 nominieren: Wer gehört zum Team? Im Tor steht Wölfli, die Innenverteidigung bilden Josip Simunic (Teamkollege in Berlin) und Iulian Filipescu (Teamkollege beim FC Zürich), links verteidigt Yuto Nagatomo (Teamkollege bei Cesena), rechts Stephan Lichtsteiner. Im Mittelfeld spielt Gökhan Inler (Teamkollege beim FC Zürich) neben Marco Parolo (Teamkollege bei Cesena), links ist Miralem Sulejmani, rechts Raphaël Nuzzolo. Vorne stürmen Paulo Dybala (Teamkollege bei Palermo) und Guillaume Hoarau. Und auf der Bank sitzt: Von Bergen.
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L E T I T DEN
! T G I D VERTEI
STEFAN STAUFFIGER
Am Wochenende des 13. und 14. April 2019 war es soweit: YB konnte den Schweizermeister-Titel verteidigen. Nach dem 0:0 zwischen Basel und GC am Samstagabend standen die Young Boys als Meister fest, ohne selbst zu spielen und so früh wie noch nie ein Team in der Schweizer Liga – bereits acht Spiele vor dem Saisonende. Die Mannschaft verfolgte die Partie zwischen Basel und GC gemeinsam in der Sky Lounge im Stade de Suisse. Nach Schlusspfiff folgte eine spontane Feier im Stadion, später in der Stadt Bern.
Das erste Teambild nach dem Titelgewinn.
Einen Tag später, am Sonntag, 14. April 2019, war bei den YB-Spielern beim Auswärtsspiel in Zürich keine Müdigkeit zu spüren. Ein Treffer von Jean-Pierre Nsame in der Schlussphase führte zur Entscheidung, YB gewann mit 1:0. Nach den Feierlichkeiten im Letzigrund und der Rückfahrt nach Bern wurde die Mannschaft von 10’000 Fans im Stade de Suisse empfangen. Hier ist der Rückblick auf dieses unvergessliche Wochenende, lassen wir die Bilder von Thomas Hodel sprechen.
Gute Stimmung in der Sky Lounge.
Warten auf den Schlusspfiff in Basel.
Grenzenlose Freude ...
... nach dem Schlusspfiff ...
Hoarau, Mbabu und Co. feiern.
Ein kleiner Meisterpokal wurde bereits organisiert.
«Exzellent», meint Guillaume Hoarau.
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... des Spiels Basel – GC.
Anstossen auf die Titelverteidigung.
Mannschaftsfoto nach dem Sieg in ZĂźrich.
Tolle Kulisse im Letzigrund.
Jubeln mit Nsame, AssalĂŠ und Hoarau.
David von Ballmoos in Aktion.
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Nsames Siegestor.
Schick und Von Ballmoos.
Captain Steve von Bergen am Zaun.
Miralem Sulejmani wird gefeiert.
Hoarau, Physio Fred Stulens, Mbabu ...
... Assalé, Garcia, Moumi Ngamaleu und Camara.
Capitano grande auf der Ehrenrunde.
Aktionär Hans Ueli Rihs und der Topscorer ...
... bei den vielen YB-Fans in der Kurve.
Wölfli, Marzino, Von Ballmoos und Goalietrainer Knutti.
Schick, Fassnacht, Benito, Lauper.
Physio Stulens, Konditionstrainer Fryand, Goalietrainer Knutti.
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Von Bergen mit dem Kartonpokal.
Mit dem Velo ins Stadion: Guillaume Hoarau.
Sulejmani, Mira-Mira-Miralem, Sulejmani...
Immer fĂźr eine Show zu haben: Guillaume Hoarau.
Steve Hier folgt von eine Bergen Bildlegende. wird geschultert.
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Hier folgt eine Bildlegende.
Zuoberst im Sektor D.
Hier folgt eine Bildlegende.
10’000 YB-Fans kamen ins Stadion.
Hier folgt eine Bildlegende.
Marco Wölfli in Feierlaune.
Hier folgt eine Bildlegende.
Artisten unter sich: Assalé und Moumi Ngamaleu.
Beeindruckende Kulisse beim Teamempfang in Bern.
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Meistertrainer Gerry Seoane.
s i m h c s i e i h e m
i e h e D
BSC YOUNG BOYS SAISON KARTE 2018/2019 2019/2020
HEIMVORTEIL AB CHF 270.– MIT DER SAISONKARTE 2019/20 bscyb.ch/saisonkarte
NE A O E S Y R R E G T F IF R T PEDRO LENZ
G N U Z R Ü K B A E N H O
N E B O NACH
PEDRO LENZ
YB-Meistertrainer Gerardo Seoane ist kein Mann, der an Wunder glaubt. Viel eher vertraut der ehemalige Profifussballer auf seriöse, gut geplante Arbeit. Als Seoane nach der Hälfte der letzten Saison den FC Luzern als Cheftrainer übernahm, waren viele überrascht, wie schnell sich der vermeintliche Trainerneuling in seinem ersten Job bei den Profis zurechtfand. Sehr rasch gelang es ihm, seinen Stammclub auf die Siegerstrasse zurückzubringen. Mit einem Durchschnitt von zwei Punkten pro Spiel brachte Seoane den FC Luzern in der Rückrunde vom 9. Rang auf Platz 3, also von der Abstiegszone in den Europacup. Dabei ging freilich vergessen, dass Seoane keineswegs ein Neuling in seinem Job war: "Manche Leute sehen nur die letzten eineinhalb Jahre und verges-
sen, dass ich seit über acht Jahren an der Seitenlinie stehe. Schon als ich noch beim FC Aarau spielte, war ich Trainerassistent bei der U13, bei welcher übrigens damals auch ein gewisser Loris Benito mitspielte», erklärt der Sohn spanischer Einwanderer in ruhigem und selbstsicherem Tonfall. Er habe früh gewusst, dass er dereinst Profis trainieren wollte. Aber er habe eben auch gewusst, dass es nicht schaden kann, den Trainerberuf von der Pike auf zu lernen. Besser als sich über untere Ligen nach oben zu arbeiten, dünkte ihn der Weg über die Juniorenabteilungen eines Proficlubs. Wenn er seinen Weg erklärt, ist Seoane gleichermassen analytisch und überzeugend: «Ich wollte den Beruf unter professionellen Bedingungen erlernen und mit den Aufgaben wachsen. Der Vorteil dabei ist, dass man innerhalb von klaren Strukturen ohne öffentlichen Druck arbeiten und von fähigen Leuten lernen kann. Dabei hatte ich Zeit, mich mit grundsätzlichen Dingen wie Methodik, Trainingslehre, Motivation und all diesen Dingen zu befassen.» Der Trainerberuf ist komplex und wissenschaftlich geworden. Allein mit harter Hand und ein paar kernigen Sprüchen kann man auf Profiniveau keine Mannschaft mehr trainieren. Der Trainer ist heute Motivator, Kommunikator, technischer und taktischer Ausbilder, Leiter eines Mitarbeiterstabs, Analytiker, Vorbild und vieles mehr.
Gerry Seoane im Gespräch mit Jean-Pierre Nsame.
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Sogar die Young Boys, die gegenwärtig den Schweizer Fussball dominieren, sind ein Ausbildungsverein. Als YB-Trainer arbeitet man mit vielen Spielern, die zwar viel Talent und Potenzial mitbringen, deren Entwicklung aber längst nicht abgeschlossen ist. Folglich darf sich Gerardo Seoane bei seiner Arbeit nicht allein von der Tabelle leiten lassen. Er sieht seine Aufgabe auch darin, jeden Spieler in jedem Training besser zu machen. «Bei mir sollen die Spieler lernen, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir vom Trainerteam versuchen ihnen die richtigen Werkzeuge zu geben. Wir versuchen jedem zu helfen, dass er individuell und als Teil der Mannschaft wachsen kann. Aber wenn der Match einmal läuft, kann ein Trainer nicht mehr viel machen, dann muss der Spieler seine Entscheidungen allein treffen.» Seoane betont, wie wichtig ihm ist, dass seine Spieler verschiedene Fähigkeiten entwickeln, dass sie technisch versiert und taktisch flexibel sind. Selbstverständlich sei auch der physische Aspekt wichtig: «Aber Physis heisst im modernen Fussball nicht einfach mehr Kraft haben als die anderen. Physis heisst auch, den Körper richtig einsetzen und vor allem schnell sein, und zwar immer und immer wieder schnell sein. Die Laufdistanz des einzelnen Spielers sagt noch nicht viel über seinen körperlichen Zustand aus. Man muss auch beachten, wie schnell er jeweils läuft. Ein Aussenverteidiger muss in einem Match vielleicht zehn, vielleicht zwanzig Sprints über 70 Meter hinlegen. Ein Stürmer muss viele Sprints in höchstem Tempo über dreissig Meter hinlegen. Das muss individuell trainiert werden. Zu
meiner Zeit machte man noch ewig lange Waldläufe. Das bringt aber nichts, weil heutige Fussballer nicht einfach Dauerläufer sein müssen, sondern Mehrfachsprinter.» Es ist unglaublich kurzweilig und lehrreich, Gerardo Seoane zuzuhören, wenn er davon redet, wie ein Trainer heute arbeiten sollte, wie er viele Dinge nicht predigen, sondern vorleben muss und wie wichtig es ihm ist, dass er einen Staff von hervorragenden Fachleuten um sich hat: «Dieser Beruf ist keine One-Man-Show. Ich stehe zwar im Fokus, aber ich kann nur erfolgreich sein, wenn der ganze Staff perfekt arbeitet. Auch diesbezüglich läuft es bei YB sehr gut. Aber ich weiss, dass auch einmal eine schlechtere Phase kommen kann. Dann werden wir zeigen müssen, dass wir nicht in Panik geraten und weiter die Dinge tun, von denen wir überzeugt sind.» Fragt man den Zentralschweizer, wie er es schafft, jedem Spieler die richtige Einstellung zum Beruf mitzugeben, antwortet er mit Überzeugung: «Das Trainerteam bestimmt die Werte, die Umgangsformen, die Art, wie miteinander umgegangen wird. Falls dann etwas aus dem Ruder läuft, ist es zunächst wichtig, dass wir es überhaupt bemerken. Also dass wir merken, wenn einer nicht mitzieht, wenn einer nachlässt oder wenn einer eine abschätzige Geste macht oder sonst irgendetwas Unkollegiales. Zuerst muss man als Trainer aufmerksam sein, um solche Dinge überhaupt festzustellen. Dann darf ich nichts anbrennen lassen, muss also sofort handeln. Ich darf nicht wegschauen oder glauben, Probleme lösen sich von allein. Wie ich dann im Einzelfall reagiere, hängt immer auch von den jeweiligen Umständen und von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Da gibt es kein Patentrezept. Aber wie gesagt: wichtig ist, dass ich schnell reagiere.»
Der Autor und der Meistertrainer.
GERRY SEOANE
Steve von Bergen jubelt nach seinem Treffer gegen Luzern.
DAS WUNSCHKONZERT ZUM SCHLUSS CHRISTIAN ZINGG
Eine ganze Saison wie ein Wunschkonzert. Den Titel verteidigen, die Champions League erreichen, Juve schlagen - alles erhofft, alles eingetroffen. Und noch vieles mehr. Was hat man am Ende einer solchen Saison noch für Wünsche, fürs allerletzte Spiel? Natürlich keine mehr. Gut, wenn man unverschämt sein möchte - toll wäre, wenn Guillaume Hoarau, der Torschützenkönig, nochmals zuschlagen könnte. Auch schön wäre ein raffiniert herausgespieltes Tor vor der Fankurve. Aber klar, muss nicht sein. Nur so eine Idee.
Und dann wird dieser 25. Mai 2019 zu einem fast surrealen Abend, an dem alles zusammen passt. Es ist unglaublich. 31’120 Fans sind wunschlos glücklich, schon bevor die Mannschaft endlich den Pokal in die Höhe stemmen darf und sich gebührend feiern lassen kann. Erst die Party auf dem Platz, dann das Fest im Stadion. An diesem Abend will niemand rasch nach Hause. Es ist der perfekte Abschluss einer perfekten Saison.
Eine Direktabnahme wäre grossartig, klar. Ein Tor des Monats. Und für das perfekte Ende müsste Steve von Bergen das allerletzte Tor der Saison schiessen. Am besten nach einem Standard. Per Kopf. Idealerweise zu Beginn der YBViertelstunde …
Danke Thorsten Schick!
Hoarau bejubelt das 1:0.
Gleich wird Steve von Bergen treffen.
Grosser Jubel nach Von Bergens Tor.
Da ist er, der Capitano!
Seoane bedankt sich bei Mbabu.
YB im Herzen: Steve von Bergen.
Tschüss und DANKE, Loris!
Merci Kevin Mbabu!
Ehre, wem Ehre gebührt.
Merci Giele!
Hoaraus Kopfball zum 1:0.
Meistertrainer Gerry Seoane.
Choreo für den Captain.
Schweizer Meister 2018/19!
Selfie-Time mit Seoane und Mbabu.
Steve von Bergen vor der Ostkurve.
Moumi Ngamaleu nimmt Glückwünsche entgegen.
Bravo, Gerry Seoane!
Mbabu, Benito und Schick mit dem «Kübel».
Jean-Marie Conz und Walter Eichenberger bringen den Pokal.
Steve von Bergen heizt ein.
Mit dem Pokal vor den Fans.
Wunderbar: «Ringureihe» auf dem Mittelkreis.
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Von Bergen und Hoarau präsentieren den Pokal.
Der Moment der Pokalübergabe.
MEISTERFEIER CHRISTIAN ZINGG
Bern in Gelbschwarz
Zehntausende am Umzug durch die Stadt, rund 20’000 im Stadion. Die einen folgen dem YB-Konvoi durch die Stadt, feiern unterwegs Mannschaft, Staff und Klub - vom Bundesplatz zum Bärengraben, den Aargauerstalden hinauf Richtung Wankdorf. Im Schritttempo nähert sich die gelbschwarze Prozession dem Stadion. Dort hat sich die andere Hälfte längst eingerichtet. Um halb sechs ist die YBGemeinde komplett, das Fest kann beginnen. Es ist eine bunte Gemeinde mit Grossen und Kleinen, Alten und Jungen, Angefressenen und Modefans. Leute, die seit Jahrzehnten dabei sind, andere, die YB gerade erst entdeckt haben.
YB-Session vor dem Bundeshaus.
Die Legende und der Pokal.
Es ist ein friedliches Durcheinander, man trifft sich, man plaudert, man feiert. Die Zeit vergeht viel zu schnell. Vorne auf der Bühne stellt sich nochmals die ganze Mannschaft auf. Ein letzter Dank an die scheidenden Spieler. Meisterzigarren und Tränen. Guillaume Hoarau schmeisst jetzt die Show. C’est la nuit de triomphe, Young Boys forever … die Abendsonne schaut noch kurz vorbei, als sei sie von der Stadionregie bestellt worden, und dann malt Hoarau die Träume gelb und schwarz an … Meisterfeier? Immer wieder schön.
Hoarau, Wölfli, Benito, Fassnacht und Assalé: Bern liegt ihnen zu Füssen.
Ein Fall für zwei: Hoarau und Wölfli.
Die Kantonsfahnen wirken fast wie Gratulationsbotschaften.
Hoch auf dem gelben Wagen durch die Bundesstadt.
Ohne Worte.
Benito und Fassnacht: Freude und Stolz der Freunde.
Hans Ueli Rihs: Ehre, wem Ehre gebĂźhrt.
Der Meistertrainer: Wohl kein anderer schrieb beim Umzug mehr Autogramme als Gerry Seoane.
YB-Landsgemeinde an bester Lage in der Stadt Bern: Der Capitano Grande präsentiert den Pokal.
Tous ensemble!
Traumhaftes Team, traumhafte Kulisse.
Der Pokal als Objekt der Begierde.
Wรถlfli, Aebischer, Marzino, Schick, Kronig, Von Ballmoos, Sulejmani (Mira, Mira, Miralem, Sulejmani), Benito und Fassnacht: Feiern, filmen und gefilmt werden.
MARATHONMANN
TOLLER FANG In manchen Stadien ist der Fussball nur so mittelmässig aufregend. Dann muss man sich einfach zu beschäftigen wissen. Im Mapei-Stadium in Reggio nell’Emilia soll ein Wassergraben allzu feurige Tifosi vor dem Stürmen des Feldes abhalten. Der Graben wird von einem Fluss gespeist, und ab und zu verirren sich auch Fische dorthin. Ein Auswärtsfan aus Modena hatte neulich praktischerweise eine Angel dabei und war auch erfolgreich. Petri Heil!
ERFAHRENER GOALIE Mit 49 ist das Leben noch sehr lange nicht vorbei, denn selbst in diesem hohen Alter kann man noch ins Nationalteam berufen werden. So ist es Martin Smith ergangen, der früher einmal Goalie bei Ipswich Town war. Er wanderte vor einigen Jahren auf die Mosquito Islands aus, welche zu den Britischen Jungferninseln gehören. Und weil in der nationalen Auswahl Not am Mann war, wurde der Sanitär-Installateur für ein Comeback angefragt. Zum Einsatz kam er allerdings bisher noch nicht, zweimal hüMartin Smith tete er bloss die Bank. Noch älter war übrigens George Weah – er lief im biblischen Alter von 51 Jahren noch für Liberia auf.
Scott Cunliffe ist eingefleischter Fan des Burnley FC. Für seine Liebe war er 4'973 Kilometer unterwegs – vom heimischen Stadion «Turf Moor» rannte er an jeden Auswärtsmatch. Die längste Strecke führte ihn nach Southampton; für die 432 Kilometer benötigte er neun Tage. Die Mannschaft zollte ihrem dauerlaufenden Fan Respekt und empfing ihn am letzten Spieltag in der Garderobe im Stadion des Everton FC. «Beim Gang in die Garderobe waren meine Beine wackliger als jeweils auf den letzten Kilometern», so Cunliffe.
DUNKLE ZEITEN Auch in der Türkei ist die Saison zu Ende. Es war eine ganz schwarze für Karabükspor. Letztes Jahr aus der obersten Liga abgestiegen, ging es ungebremst noch einen Stock tiefer. Null Siege, drei Unentschieden, 31 Niederlagen – gibt summa summarum null Punkte. Wer der Rechnungslogik nicht folgen kann: drei Punkte wurden Karabükspor schon vor dem Saisonstart wegen administrativen Verfehlungen abgezogen.
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KOLUMNE
D E I L S R E D A E L S E D nüchterner Distanz beurteilen kann, muss ich sagen: Für mich gibt es nur ein schönstes Lied auf dieser Welt. Fuessbau-Schwyzermeischter… Fuessbau-Schwyzermeischter… Fuessbau-Schwyzermeischter BSC…
Ach was. Oft ist er ausgesprochen nützlich. Zum Beispiel beim Mitarbeitergespräch – der Chef spricht von Leistungsschwankungen und erkennbaren Motivationsdefiziten, und da! Da ist er wieder, der Ohrwurm. Ganz diskret, ganz leise im Hinterkopf. …Fuessbau-Schwyzermeischter…
Chrigu Zingg ist Journalist und Kabarettist in Bern.
CHRIGU ZINGG
Ich gebe es zu, ich hatte schon viele Lieblingslieder in meinem Leben. «It’s A Heartache» war das allererste – Kissentanz und Zungenkuss mit Esther im Skilager in Saanenmöser, unvergessen. Mit 18 Jahren folgte «Every Breath You Take», kurze Zeit später schon was anderes. Die Jahre verstrichen, die Hits kamen und gingen. Heute, im reifen Alter, da ich die Dinge aus
Die Melodie verfolgt mich tagelang! Der Ohrwurm ist mein treuer Begleiter. Gut, er passt nicht immer optimal. Kürzlich war ich an einer Beerdigung, der Pfarrer senkte gerade sein Haupt und murmelte: «Lasset uns beten für den lieben Verstorbenen», die Stimmung war also ziemlich gedämpft, und in meinem Kopf … …Fuessbau-Schwyzermeischter… Ehrlich, es war nur ein kurz aufflackernder Gedanke, der mich unversehens heimsuchte, ein Irrläufer quasi, aber mir schien, dass mir der Nachbar auf der Kirchenbank einen ziemlich bösen Blick zuwarf. Hatte ich es vielleicht doch gesummt? Müsste ich mit meinem Ohrwurm zum Doktor?
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Fünfstündiger Pfingstbrunch mit der gesamten Verwandtschaft? Fuessbau-Schwyzermeischter … Langweiliger Termin beim Bankberater? Fuessbau-Schwyzermeischter … Wurzelbehandlung und Dentalhygiene? Ich sage Ihnen, dieses Lied passt immer, es verscheucht die Schwermut des Alltags, die Langeweile, den Schmerz …es ist einfach grossartig. Was, Sie finden diese Kolumne heute recht trümmlig, vor allem gegen den Schluss? Und die Sätze sind eigentlich auch wie vom schlechten Deutsch? Fuessbau-Schwyzermeischter… Fuessbau-Schwyzermeischter… Fuessbau-Schwyzermeischter BSC…
BILDER DER
N O S I A S R E T S I E M Sulejmani bejubelt sein Tor gegen GC.
Entscheidend: Hoarau schiesst YB in Zagreb in die Champions League.
Hier erste folgt eine Bildlegende. Das Tor der Saison: Sulejmanis 1:0 gegen GC.
Feiern nach dem Sieg in Zagreb.
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9 1 / 8 1 20 YB – Manchester United: erstmals Champions League!
Aebischer trifft beim 7:1 gegen Basel.
Last-Minute-Sieg gegen Thun dank Hoarau.
Doppelpack gegen Juventus: Guillaume Hoarau.
Auch gegen Sion in letzter Sekunde: Ulisses Garcia trifft zum 1:0.
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Nsames Tor beim 2:2 in Basel in der Rückrunde.
Fünfmal konnte YB beim 5:1 gegen Thun jubeln.
Am Tag nach dem Titelgewinn schoss Nsame in Zürich den 1:0-Siegestreffer.
Die tolle Choreo beim Spiel YB – Lugano am 28. April 2019, ein Jahr nach dem Gewinn des Titels 2018.
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Torschützenkönig Hoarau lässt sich feiern.
Höchste Konzentration bei Djibril Sow beim 3:1-Sieg gegen Basel im Mai 2019.
Meistertrainer Seoane freut sich mit Jean-Pierre Nsame.
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Jubeln mit Moumi Ngamaleu und Garcia.
B Y E I D
#1
R E L E I P S R E T S I E M 18/19 D E R S A I S O N 20
Das sind die 23 Feldspieler und drei Torhüter, die mit den Young Boys in der Saison 2018/19 den Schweizer Meistertitel holten. Sie verteidigten nicht nur den Titel, sie erreichten auch einige Rekorde. Noch nie holte ein Team so viele Punkte (91) noch nie errang ein Team so viele Siege (29) noch nie schoss eine Mannschaft so viele Tore (99). Mit Guillaume Hoarau sicherte sich zudem ein YB-Akteur den Titel des Torschützenkönigs. Der Stürmer erzielte 24 Tore.
MARCO WÖLFLI Torhüter, geboren am 22. August 1982, Nationalitäten Schweiz und Italien, 4 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
#4
#5
MOHAMED ALI CAMARA
STEVE VON BERGEN
Verteidiger, geboren am 28. August 1997, Nationalität Guinea, 14 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (2 Tore).
Verteidiger, geboren am 10. Juni 1983, Nationalität Schweiz, 28 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (1 Tor).
#7
#8
MIRALEM SULEJMANI
DJIBRIL SOW
Mittelfeldspieler, geboren am 5. Dezember 1988, Nationalität Serbien, 17 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (7 Tore).
Mittelfeldspieler, geboren am 6.Februar 1997, Nationalitäten Schweiz und Senegal, 28 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (3Tore).
#11
#13
GIANLUCA GAUDINO
NICOLAS MOUMI NGAMALEU
Mittelfeldspieler, geboren am 11. November 1996, Nationalität Deutschland, 11 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (1 Tor).
Mittelfeldspieler, geboren am 9. Juli 1994, Nationalität Kamerun, 32 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (12 Tore).
#16
#17
CHRISTIAN FASSNACHT
ROGER ASSALÉ
Mittelfeldspieler, geboren am 11. November 1993, Nationalität Schweiz, 35 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (11 Tore).
Stürmer, geboren am 13. November 1993, Nationalität Elfenbeinküste, 33 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (9 Tore).
Telefon 031 911 26 04 www.mediumsatz.ch
#18
#19
JEAN-PIERRE NSAME
THORSTEN SCHICK
Stürmer, geboren am 1. Mai 1993, Nationalitäten Frankreich und Kamerun, 31 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (15 Tore).
Mittelfeldspieler, geboren am 19. Mai 1990, Nationalität Österreich, 26 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (1 Tor).
#20
#21
MICHEL AEBISCHER
ULISSES GARCIA
Mittelfeldspieler, geboren am 6. Januar 1997, Nationalität Schweiz, 26 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (4 Tore).
Verteidiger, geboren am 11. Januar 1996, Nationalitäten Schweiz und Portugal, 23 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (3 Tore).
#22
#23
GREGORY WÜTHRICH
LORIS BENITO
Verteidiger, geboren am 4. Dezember 1994, Nationalität Schweiz, 14 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
Verteidiger, geboren am 7. Januar 1992, Nationalität Schweiz, 31 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (1 Tor).
#24
#26
JAN KRONIG
DAVID VON BALLMOOS
Verteidiger, geboren am 24. Juni 2000, Nationalität Schweiz, 2 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
Torhüter, geboren am 30. Dezember 1994, Nationalität Schweiz, 34 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
#29
#30
JORDAN LOTOMBA
SANDRO LAUPER
Verteidiger, geboren am 29. September 1998, Nationalitäten Schweiz und Kongo, 5 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
Mittelfeldspieler, geboren am 25. Oktober 1996, Nationalität Schweiz, 28 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (1 Tor).
#39
#40
LÉO SEYDOUX
DARIO MARZINO
Verteidiger, geboren am 16. März 1998, Nationalität Schweiz, 3 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
Torhüter, geboren am 19. September 1996, Nationalität Schweiz, kam in der U21 zum Einsatz.
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#43
#99
KEVIN MBABU
GUILLAUME HOARAU
Verteidiger, geboren am 19. April 1995, Nationalität Schweiz, 24 Einsätze in der Meistersaison 2018/19.
Stürmer, geboren am 5. März 1984, Nationalität Frankreich, 28 Einsätze in der Meistersaison 2018/19 (24 Tore).
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9 1 / 8 1 0 2 F F A T S R E T S I E M R E D GERARDO SEOANE
HARALD GÄMPERLE
MATTEO VANETTA
Cheftrainer, geboren am 30. Oktober 1978
Assistenztrainer, geboren am 11. Mai 1968
Assistenztrainer, geboren am 6. August 1978 ATELIER FÜR ARCHITEKTUR UND PLANUNG AG
AAP
MARTIN FRYAND
STEFAN KNUTTI
CHRISTOPH SPYCHER
Konditionstrainer, geboren am 27. März 1972
Goalietrainer, geboren am 26. Oktober 1965
Sportchef, geboren am 30. März 1978
www.ybshop.ch
STÉPHANE CHAPUISAT Chefscout, geboren am 28. Juni 1969
: DAS MUSEUM ERZÄHLT
: N E R H A J 7 4 R VO N
E F U A L E G DUMM
In Krakau bezog YB im Jahr 1972 die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte – ein Kontrastpunkt zum Schmunzeln im Meisterjahr.
CHARLES BEURET
Die Young Boys haben in ihrer 121-jährigen Geschichte schon oft prominente Mannschaften geschlagen – diese Siege bleiben unvergessen. So etwa jene gegen Manchester United (1958), gegen Stade de Reims (1959), Real Madrid (1986) oder Juventus Turin (2018). Doch es gab in all den Jahren auch ganz bittere Niederlagen, ja regelrechte Schlappen. Von einer solchen ist nachstehend die Schreibe – mit dem gebotenen Schmunzeln selbstverständlich. Denn es waren damals ganz andere, besondere Zeiten. YB hatte kein Geld, Spieler und Trainer waren zumindest halbtags noch berufstätig, und das Training nach der ziemlich langen Sommerpause hatte eben erst eingesetzt… Und doch ist es nicht so lange her. Wir schreiben das Jahr 1972, Juli. Bei drückender Hitze endet der Match im Rahmen des Intertoto-Cups TS Wisla Krakau – BSC Young Boys 8:0. Es ist bis dato die höchste Niederlage, die YB an einem offiziellen Wettbewerbsspiel je kassiert hat. Der Titel am nächsten Tag im «Berner Tagblatt»: «Eine sagenhafte Packung!» Die Wunden von damals sind längst verheilt – und heute liest sich die Geschichte der gründlich missglückten YB-Expedition in die Provinz Polens wie ein schlechter, erfundener Witz. Aber sie ist wahr… Marcel Corniolay war 1972 Flügelstürmer bei YB.
Allrounder Jean-Claude Bruttin in Aktion.
Das Spiel in Krakau: Unten auf dem Rasen stehen YBFussballer namens Latour («Herr Meyer, das isch ä Gränni»), Schild, Boffi, Cornioley, Messerli, Peters, Theunissen (um nur die bekanntesten zu nennen) – wobei das Wort «stehen» nicht zufällig gewählt ist. Die gegnerischen Spieler laufen ihnen förmlich «um die Ohren», wie man so schön sagt, und schiessen zur Freunde von 10’000 Zuschauern Tor um Tor. Kein Wunder, wenn man die ganze Story kennt, die tags zuvor am Flughafen Kloten ihren Anfang genommen hatte... Den Flug verpasst Zürich–Kloten, 7.15 Uhr. Die kleine YB-Delegation, die Bern im Car um 5.30 Uhr verlassen hat, wird zum Boarding aufgerufen. Eine halbe Stunde später hebt das Flugzeug in Richtung Frankfurt ab – aber oh weh, drei Mann sind nicht an Bord: Der Trainer (es war Heinz Schneiter) und zwei Vorstandsmitglieder. Das Trio habe in der Wartehalle zu lange gejasst, wird boshaft gemunkelt, aber dem war wohl nicht so: Heinz Schneiter sagte später mit seinem angeborenen Schalk, bei einer angeregten Fachdiskussion habe man den Aufruf zum Einsteigen in der grossen Halle einfach nicht mitbekommen. Wie auch immer: Die Mannschaft war weg – und mit ihr das für Polen obligatorische EinreiseVisum für die drei Funktionäre. Per Telefon und Telex nach Frankfurt und Krakau wird die Visum-Neusituation irgendwie bereinigt (wie war dies wohl möglich?), gleichzeitig bemüht sich die Schneiter-Gruppe um einen Ersatzflug nach Polen.
Doch von Zürich aus gibt es an diesem Tag keinen mehr, weshalb das Trio nach Genf dislozieren muss, wo abends um 18 Uhr eine Maschine nach Warschau startet… Ein Taxi bringt die Gruppe Das Matchplakat zum Spiel Wisla – YB. mit dem Trainer um Mitternacht schliesslich von Warschau nach Krakau (300 halsbrecherische Kilometer, nicht gerade über die besten Strassen).
Das Wisla-Krakau-Stadion im Jahr 1972.
Bert Theunissen war später YB-Trainer.
Trainer Heinz Schneiter mit den Spielern Muhmenthaler, Corniolay, Boffi und Vögeli.
Kein Hotelzimmer Der Mannschaft ergeht es nicht viel besser. In Frankfurt muss sie eine mehrstündige Wartezeit vor dem Weiterflug nach Warschau überstehen. Der Grund: In Deutschland streiken die Fluglotsen. Sie machen «Dienst nach Vorschrift», was zu langen Verspätungen führt. Bei brütender Hitze (an die 40 Grad) überbrückt man die Warterei mit einer Stadtrundfahrt im heissen Car. Endlich landet YB in Warschau, doch nun wartet die lange, unbequeme Busfahrt nach Krakau. Dort angekommen, muss der Reiseleiter feststellen, dass im reservierten Hotel keine Zimmer mehr frei sind. Um 23 Uhr gibt es immerhin ein umständlich organisiertes Nachtessen – alsdann wird die Reisegruppe aufgeteilt: Ein paar Spieler und Betreuer werden in einem Parteihaus untergebracht, der Rest muss in ein Jugendheim dislozieren – dort heisst es: Übernachten im Massenlager…
Tja, nach all dieser Unbill erschien die sportliche 0:8Abfuhr am Tag darauf natürlich verständlich. Fredy Häner, damals schon Physiotherapeut und Masseur in der YB-Delegation, erinnert sich: «Die Expedition war die turbulenteste, die ich in all den Jahren mit YB und der Nationalmannschaft erlebt habe. Heute kann ich nur noch herzhaft darüber lachen.» Dies täte heute bestimmt auch der leider vor anderthalb Jahren verstorbene Heinz Schneiter, dem damals aber nicht zum Lachen zumute war. Gegenüber dem «Berner Tagblatt» und dem «Bund» sagte er nach dem Krakau-Drama: «Ich nehme die Schuld für das Debakel auf meine Kappe.» Schuld an der Misere waren allerdings auch die polnischen Gastgeber: Damals war es üblich, dass im Intertoto-Wettbewerb jeweils die Heimteams für Kost und Logis der Gastmannschaft aufkommen mussten. Aus heutiger Sicht darf man also festhalten, dass die Krakauer, die im Hinspiel in Bern (1:1, Berner Torschütze: Bruttin) von YB ziemlich verwöhnt worden waren, ihren Heimvorteil perfekt ausnützten…
Museumspartner
Der deutsche Hans-Otto Peters.
GASTSPIEL VON
R E G R E B N E H C I E R E T L A W ZWEI GRÜNDE ZUR NACHHALTIGKEIT Der erneute Titelgewinn von YB hat mich mit grosser Freude und Stolz erfüllt. Ich kann als langjähriger Spieler und Funktionär beurteilen, dass dieser Erfolg alles andere als selbstverständlich ist. Es muss alles stimmen. Und es braucht heutzutage viel mehr als früher, bis alles stimmt. Früher: Ich hatte das Glück, von 1968 bis 1983 als Torhüter der ersten YB-Mannschaft anzugehören. Stets als Amateur. Wie die meisten meiner Mannschaftskameraden ging ich zu 100 Prozent einem Beruf nach. In den Sechzigerjahren haben wir um 18 Uhr trainiert, später dann ab 17 Uhr und schliesslich um 16 Uhr. YB hatte einst jeweils nur einen Trainer – und der machte alles ohne professionellen Assistenten (seine Helfer waren auch Amateure), ohne Konditionstrainer, es gab auch keine Video-Analysen (das war unbekannt), keine Scouts, und so weiter. Immerhin aber hatte ich das Privileg, einmal in der Woche mit Walter Eich, dem ehemaligen Meistergoalie, ein Torhüter-Training bestreiten zu dürfen. Eich war ein väterlicher Freund, er wohnte im gleichen WylerHochhaus wie ich: Er im 6., ich im 7. Stockwerk. Beide nahmen wir beim Verlassen der Wohnung nie den Lift. Für mich war das ein zusätzliches individuelles Konditionstraining, das mir sicherlich einiges gebracht hat.
Die Trainings damals bestritten wir übrigens mit Lederbällen, die bei nasser Witterung ein unglaubliches Gewicht hatten. Unsere Ausrüstung im Training war nie einheitlich: Jeder brachte seine Trainingsleibchen, -hosen und so weiter selber mit. Lange spielte ich mit wollenen Handschuhen von Loeb, damit ich die gummierten Bälle besser fangen konnte. Für die Fussballschuhe erhielten wir immerhin zwei Gutscheine.
WALTER EICHENBERGER Geboren am 28. November 1946. Bereits als Junior bei YB, ab 1968 bis 1983 als Torhüter im Kader der ersten Mannschaft, für die er über 500 Ernstkämpfe (Meisterschaft, Cup, Europacup) bestritt und u.a. 1977 den Cup gewann. Im Jahr 1975 inoffizieller Schweizer Rekordhalter mit 753 Spielminuten ohne Gegentor. Nach seiner aktiven Karriere bis 1988 Sportchef von YB (Meistertitel 1986 und Cupsieg 1987). Ehrenmitglied von YB, später Mitglied des Beirats und heute Mitglied des Sounding Boards. Beruflich arbeitete Walter Eichenberger als Versicherungsinspektor mit eigener Generalagentur.
Aber schon in meinen aktiven Jahren entwickelte sich der Fussball stets weiter. Auch bei YB gab es bald einmal so etwas wie HalbProfis. Das Spiel war im Vergleich zu heute aber noch viel gemächlicher. Als Junior war mir einst eingetrichtert worden, man müsse «stoppe, luege» und dann erst «spile». Wenn ich Filme der Sechziger- oder Siebzigerjahre anschaue, staune ich schon, wie viel Zeit und Platz wir jeweils hatten. Einiges bewegt haben die Holländer im Bereich der WM 1974, als sie mit sogenanntem «hohen Spiel» (ständiges Vorrücken und nicht Abwarten in der Abwehr, Pressing, Offsidefalle) den Fussball interessanter und dynamischer machten. Diese Entwicklung ging immer weiter – bis heute. Nun muss man als Profi nicht nur die technischen, sondern auch die kämpferischen und athletischen Fähigkeiten sowie taktisches Geschick mitbringen – sonst hat man keine Chance. Der Gegner setzt den Ballbesitzenden ständig unter Druck.
Walter Eichenberger mit dem legendären Robert Prytz.
Der Sportchef muss mitreden Nach meiner Spielerkarriere übernahm ich bei YB das Amt des Sportchefs – es war gewissermassen ein Hauptamt im Nebenamt mit einer Spesenentschädigung. Das war Mitte der Achtzigerjahre. Und noch immer haben die meisten Spieler mindestens halbtags in einem zivilen Beruf gearbeitet. Ein reiner Profibetrieb wäre damals noch nicht finanzierbar gewesen, obschon die Liga die Löhne der Schweizer Spieler limitierte. Ein Internationaler durfte offiziell maximal 50’000 Franken im Jahr verdienen. Entsprechend auch die Transfergelder. Die Ligakammer überwachte den Markt, der sich schliesslich aber immer mehr einem Profibetrieb annäherte. Doch das grosse Geld hatten wir in Bern nie zur Verfügung. So holte ich zum Beispiel damals die Spieler Erich Hänzi, René Sutter oder Alain Baumann zu YB – je zu 25’000 oder 30’000 Franken. Die Ausländer allerdings waren Profis und teurer, so der junge Lars Lunde und etwas später der schwedische Internationale Robert Prytz. Es war die Zeit, als wir mit Trainer Alexander Mandziara 1986 die Meisterschaft und 1987 den Cup gewannen.
In diesem Bereich hat YB ausgezeichnete Karten: Wie unter Trainer Adi Hütter wird auch von Gerry Seoane stramm nach vorne gespielt – ferner verfügt YB mit Christoph Spycher über einen kompetenten und vernünftigen Sportchef, der ein feines Gespür für unsere Berner Verhältnisse entwickelt hat. Und er ist nicht allein: Ich hoffe, dass Leute wie Stéphane Chapuisat und Gérard Castella mit ihrem Beziehungsnetz und ihrem Fachwissen noch lange für unseren Club tätig sein werden. Nicht zu vergessen ferner das ganze Nachwuchskonzept mit den vielen ausgewiesenen Führungspersönlichkeiten und Trainern. All das ergibt die erhoffte Nachhaltigkeit und dem Beobachter das Gefühl, dass bei YB alles «Hand und Fuss» hat. Die Flops der Vergangenheit sind jedenfalls Geschichte. Tja, und doch gibt es auch Schattenseiten. Es ist unglaublich, dass in einer Stadt wie Bern die Frage nach Trainingsplätzen für YB noch immer nicht gelöst ist. YB besitzt keine eigenen Trainingsplätze – im Vergleich zu meinen ersten Jahren als YB-Junior ist das ein unglaublicher Rückschritt: Damals gab es im Wankdorf nebst dem Hauptfeld noch vier weitere Trainingsfelder. Aufgezeichnet von Charles Beuret.
Als Sportchef musst Du dich als Techniker einbringen. Du musst von der Vereinsleitung die nötigen Kompetenzen haben, um auch Chef des Trainers sein zu können. So jedenfalls verstand ich mein Amt – und ich wurde von Trainer Mandziara auch entsprechend wahrgenommen und akzeptiert. Vor ein paar Jahren, als YB im Stade de Suisse zweimal nahe am Titel war, war genau das das ungelöste Problem. Heute stimmt bei YB das Organigramm und damit die Kompetenzverteilung wieder. Sonst hätten die beiden Titel nicht gewonnen werden können. Der Blick in die YB-Zukunft Die Frage beim BSC Young Boys ist, ob der gegenwärtige Erfolg nachhaltig sein wird. Ich bin vor allem aus zwei Gründen zuversichtlich. Erstens, weil der Verein in der Berner Bevölkerung und der Berner Wirtschaft endlich grossen Rückhalt geniesst und der Stellenwert des Fussballs in der Gesellschaft grösser geworden ist, zweitens, weil man die sportliche Führung arbeiten lässt.
Walter Eichenberger hütete zwischen 1968 und 1983 das YB-Tor.
ER UNVERGESSENE SPIEL
E D N U L LARS CHARLES BEURET
Es macht mir immer wieder Freude, Gäste im YB-Museum zu empfangen und aus unserer 121-jährigen Geschichte zu erzählen. Selbstverständlich kommen wir dabei bald einmal auf das Jahr 1986 zu sprechen – auf damals, als YB nach 26 Jahren endlich wieder einen Meistertitel gewann. Ich frage jeweils in die Runde, ob man mir ein paar Namen von Spielern nennen könne, die 1986 im Team von Alexander Mandziara dabei waren.
«LUNDE!» Die Antwort kommt in der Regel spontan, und auch die jungen Museumsbesucher nicken; sie haben den Namen schon oft gehört. Dann wird auch Prytz genannt, dann Bregy, Conz, Weber, Zuffi und so weiter. Aber der Name von Lars Lunde fällt stets zuerst.
Lars Lunde spielte 55 mal für YB und erzielte 29 Tore.
Eigentlich überraschend, denn Lunde spielte keine zwei Jahre bei YB. Aber sie waren nachhaltig und sind deshalb unvergessen. Der junge dänische Stürmer mit langem, wehendem, blondem Haar lief allen davon, er hatte einen unglaublichen Zug aufs Tor – und er war treffsicher. Beim legendären 4:1-Erfolg in Neuenburg, als «wir» gegen das Star-Team von Xamax eine Runde vor Schluss den Meistertitel holten, schoss Lunde zwei entscheidende Tore. Sie sind im Museum zu sehen – und sie begeistern die Leute nach wie vor. Klar, dass dieser Lars Lunde, in der YB-Meistersaison Schweizer Topskorer mit 21 Goals, in Bern nicht zu halten war. Nach den Spielen gegen Real Madrid im Europacup der Meisterklubs (1:0 und 0:5) im September 1986 wurde sein Transfer zu Bayern München perfekt. YB kassierte Fr. 1’000’000.–, eine Million – das war damals die unglaubliche Vereins-Rekordsumme, und die Bayern wurden 1987 mit Lunde deutscher Meister.
Lars Lunde an der Meisterfeier 1986.
Der Spieler Lars Lunde (geboren am 31. März 1964) war anders als alle anderen. Er war erst 20-jährig, als er, als talentierter Junioren-Internationaler aus Dänemark, bei YB seine Profi-Karriere in Angriff nahm. Schüchtern war er schon damals nicht. Er sei eben sehr «selbstbewusst», sagte sein Trainer Alexander Mandziara artig, aber Lundes Mitspieler hatten ein anderes Wort für ihn: «Er ist ein Frechdachs!» Doch der «Frechdachs» verschaffte sich schnell einmal den Respekt seiner Mannschaftskameraden. Er war nämlich nicht so, wie er sich gab (und gibt) – er war durchaus ein ehrlicher Teamplayer. Und schon bald spielte der junge Athlet auch als Publikumsliebling im Wankdorf. Wenn er mit einem langen Ball lanciert wurde und loszog – ja, dann war im gegnerischen Strafraum meist etwas los … Und Lars Lunde blühte richtiggehend auf, als der schwedische Internationale Robert Prytz verpflichtet wurde. «Prytz war der beste Ausländer, den YB je hatte», sagt Lunde heute. Die Einschätzung dürften, was die 80 Jahre im alten Wankdorfstadion betrifft, viele mit ihm teilen. Prytz verstand es jedenfalls auf meisterliche Art, Lunde optimal einzusetzen. Ohne das Duo Prytz/ Lunde wäre YB 1986 wohl nicht Meister geworden. Die Karriere Lundes als Spieler (55 Spiele bei YB, dann Bayern München und Leihspieler bei Aarau) endete leider nach einem schweren Autounfall im Jahr 1988 bekanntlich abrupt und tragisch. Aber die Beziehung zu Bern und zum BSC Young Boys blieb stets bestehen – und heute gehört der einstige dänische «Frechdachs» zu den Rekordspielern im Team der YB Old Stars und zu den regelmässigsten Matchbesuchern. Dass Lars Lunde auch in seinem zweiten Beruf grosse Anerkennung geniesst – er ist ein einfühlsamer und kompetenter Spitalmitarbeiter im Pflegebereich – sei an dieser Stelle besonders hervorgehoben.
Lars Lunde in Aktion, beobachtet vom sitzenden Robert Prytz.
MEIN MATCHTAG
8 R E M M U N E U E N E DI Rouven Bürki (1) hat schon zwei Meistertitel von YB miterlebt. Wir haben ihn an seinen allerersten Match begleitet. CLAUDIA SALZMANN
«Meiner Mama Daniela habe ich den Meistertitel ziemlich versaut, am 28. April 2018 ist nämlich mein Geburtstag. Wenigstens kam ich am Morgen früh zur Welt, so haben wir den Match vom Spitalbett aus am Fernsehen mitverfolgt. Mein Vater Stefan, den alle nur «Büri» nennen, war im Wankdorf, aber schon um Mitternacht daheim. Er wird mir später sagen, dass er emotional am Ende war. Meine Eltern haben sich an der BEA kennengelernt, ihr Kuppler ist heute mein Götti. Eigentlich ist der ja GC-Fan, aber er kommt trotzdem an jeden YB-Match ins Wankdorf. Stunden nach meiner Geburt brachte er mir auch schon einen YB-Strampler vorbei.
80
An meinen allerersten YB-Match im Stadion werde ich mich nicht erinnern. Später werden sie mir sagen, dass YB gegen Basel spielte. Sie werden sagen, dass es der zweite Jahrestag meiner Eltern gewesen sei. Sie werden erzählen, wie wir im Eleven waren, wie ich dort ein «Mamihöck» gewesen sei und zu weinen anfing, sobald ich weitergereicht wurde. Ich werde mich nicht erinnern, wie mich die Fussballkumpels von Papa in die Wange gekniffen haben. Oder wie alte Männer mit wässrigen Augen mich anhimmelten. Ich sei gross für mein Alter, sagten sie. Ich würde bestimmt ein Kopfballungeheuer, sagte jemand. Damit würde ich meinem Vater nachschlagen. Später wird er mir erzählen, er sei trotz seiner Grösse gut bei Kopfbällen gewesen.
So stehe ich mit Hilfe meiner Mama im Eleven auf dem Tisch und krächze laut, bis ich einen Schluck kaltes Rivella bekomme. Als meine Mama mir das Gesicht putzt, muss ich ein bisschen weinen. «Du musst nicht weinen, Basel hat noch nicht gewonnen», sagt jemand. Die Tränen vergesse ich schnell, als wir ins Stadion reingehen, ich bekomme meinen Mund nicht mehr zu. Die vielen Leute! Der Lärm! Die Farben! Es ist unglaublich! Wir steigen ins D1 hoch, wo mein Vater immer sein Abo hatte. Ich kann es nicht wissen, aber hier werde ich viel Zeit in meinem Leben verbringen. Hier werde ich lachen, singen, weinen, klatschen, frieren, fremde Menschen umarmen und guten Freunden später ein Bier zahlen. Wir setzen uns, als der Stadionsong erklingt. Etwas von «hie isch mis Deheime» höre ich und kann mir nicht ausmalen, wie oft ich diesen Song hören werde. Und Scharlachrot. Und 079. Und Lieder von Züri West. Ich kann es nicht wissen und sauge am Nuggi, der an einem Bändel mit Holzkugeln «Hopp YB» hängt. Der Druck auf mich ist gross, dass ich YB-Fan werde. Und ob der Traum meines Vaters, dass er mich in 18 Jahren dort unten selber spielen sieht, in Erfüllung gehen wird, wird sich zeigen. «Er wird auch Innenverteidiger», prophezeit er. Daheim kicke ich an jeden Ball, wenn nicht Fussball mein Sport wird, dann Handball, Mamas Sport. Bereits trage ich ein Trikot. Auf dem Rücken steht die Nummer 8. Nicht dass ich unseren Spieler Djibril Sow schon kennen würde, der die gleiche Nummer trägt. Er ist auch nicht der Grund für meine Nummer: Beide meiner Eltern tragen die Acht in ihrem Sportteams. Zufälligerweise. Mein Vater wird mir später sagen: «Als ich sie nach der Rückennummer fragte und sie die Acht nannte, wusste ich, diese Frau ist es.» Überhaupt sind Zahlen für ihn wichtig: Er machte ihr den Antrag am 8.12.17, am 8.2.18 heirateten sie zivil, am 8.9.18 feierten sie ihre Liebe in Dirndl und Lederhosen.
Anders als meine Eltern kenne ich das Stadion nur voll. Sie waren während Partien hier, als man als YBFan starke Nerven brauchte. Doch nach dem heutigen Spiel gegen Basel werden alle sagen, wir hatten nie Angst, dass wir nicht gewinnen. Alle werden sagen, Basel hatte keine Chance. Ich für meinen Teil habe es bequem, klatsche drei Mal ab, schäkere mit den Frauen in der hinteren Reihe und zupfe ein paar Mal an den Kapuzen vor mir. Mein Vater redet mit seinen Kumpels, meine Mutter hält mich auf dem Schoss. An meinen Rücken drückt ihr Bäuchlein, wo mein Bruder drinsteckt. Ich freue mich, bald habe ich einen Mitspieler fürs Schutten daheim auf dem Rasen.»
15 STICHWORTE FÜR
N O V D I V DA S
O O M L L A B ETIENNE GÜNGERICH
BSC YB
Erstmals in einem Fussballklub spielte ich beim Koppiger SV. Dann folgte der Wechsel in die U14-Mannschaft von YB. Bis zur U21 durchlief ich hier alle Juniorenstufen. Es war schon immer ein Traum, einmal für YB zu spielen. Wenn ich als Junior als Balljunge eingesetzt wurde, stellte ich mich immer hinters Tor, um die Goalies zu beobachten. Wölfli hat jeweils 90 Minuten lang Anweisungen gegeben, Jonny Leoni vom FCZ war das Gegenteil.
FCW
Weil bei YB die Torhüterpositionen schon besetzt waren, wurde ich im Sommer 2015 für zwei Jahre in die Challenge League zum FC Winterthur ausgeliehen. Ausser dem Sieg im Cup-Viertelfinal gegen YB hatten wir rein sportlich nicht die besten Saisons und kämpften vor allem gegen den Abstieg. Trotzdem war es für mich eine enorm lehrreiche Zeit. Ich konnte mich nach neun Spielen als Nummer 1 im FCW-Tor durchsetzen.
WINTERTHUR
Eine spezielle Stadt. Sie pflegen eine ganz eigene Mentalität und identifizieren sich voll und ganz mit ihrer Stadt. Die Einwohner sind total sportbegeistert, das hat man als Spieler des FCW sehr gut gespürt. Bei wichtigen Spielen war die Schützenwiese jeweils ein Tollhaus.
1. SPIEL
Am 3. August 2015 wurde ich erstmals bei den Profis eingesetzt. Mit Winterthur empfingen wir zu Hause den FC Wohlen. Ich war sehr nervös, doch zum Glück hatte ich nicht viel zu tun – das Spiel ging schliesslich 0:0 aus. Auch bei meinem ersten Spiel für YB konnte ich gegen Basel die Null halten. Auch da war ich nervös, aber als ich die ersten Flanken pflückte, fühlte ich mich immer sicherer.
MATCH AGAINST POVERTY
Das erste Mal das Tor der 1. Mannschaft hütete ich schon drei Jahre zuvor an einem Charity-Spiel gegen Ronaldo, Zidane und Friends. Es war ein unvergessliches Erlebnis gegen Altstars wie Figo, Nedved oder Marta mein Können zu zeigen. Kurz vor der ersten Halbzeit machte ich dann Paolo Collaviti Platz.
«HÄNDSCHE»
An meine ersten Handschuhe mag ich mich noch sehr gut erinnern. Es waren goldene, die Innenseite schwarz. Ich trug sie zu jeder freien Sekunde, dementsprechend schnell waren sie abgenutzt. Praktisch jede Woche brachte ich sie meiner Grossmutter vorbei – sie nähte die kaputten Stellen wieder zusammen. Kürzlich habe ich einen neuen Vertrag mit Puma als persönlicher Hand- und Fussballschuhausrüster unterschrieben.
LIEBLINGSVEREIN
Der FC Bayern München hat es mir schon immer angetan, auch wenn das andere nicht so gerne hören. Zu den Zeiten von Roy Makaay, Willy Sagnol und Michael Ballack hat es mich gepackt. Auch den FC Chelsea fand ich nach und nach sympathischer.
STADION
Das Old Trafford hat mich bisher am meisten beeindruckt. Es versprüht einen einzigartigen Charme, die Zuschauer sind hautnah am Spielgeschehen. Nur die Garderoben waren – zumindest für die Auswärtsmannschaft – ein bisschen klein.
GOALIE
Ich habe mich schon ziemlich früh ins Tor gestellt und fand auf Anhieb Gefallen daran, auf den Rasen zu hechten – vor allem natürlich, wenn es regnete. Ich staune manchmal, wie es mir früher überhaupt nichts ausgemacht hatte, wenn ich mir dabei Schürfwunden zuzog. Heute muss ich – vorab auf dem Kunstrasen – schon etwas mehr achten und schütze mich mit langen Hosen. Torhüter sind etwas Spezielles, ich finde den Job faszinierend und setze mich gerne mit der Historie und dem Stil verschiedener Goalies auseinander. Meine Mitspieler finden dies eher langweilig.
VORBILD
Es gibt so viele gute Torhüter auf der Welt, weshalb ich nie ein spezifisches Vorbild hatte. Ich versuche noch heute, von verschiedenen Goalies irgendetwas abzuschauen. Im Moment finde ich David de Gea einen der Besten. Aber auch Manuel Neuer oder Ter Stegen sind stark, Jan Oblak wird meiner Meinung nach sehr unterschätzt. Und auch Yann Sommer zähle ich zu den Besten der Welt.
GOALIETRAINER
Es ist aussergewöhnlich, dass man als Torhüter einen eigenen Trainer hat. Man arbeitet sehr eng mit ihm zusammen und analysiert jedes Detail. Der Cheftrainer gibt dafür die Spielrichtung vor, ob man eher mit langen oder kurzen Bällen auslösen soll oder wie aggressiv man bei Flanken rauskommen soll. Bei YB arbeitete ich bisher mit Paolo Collaviti und Stefan Knutti zusammen.
FERIEN
Die Sommerpause werde ich dazu nützen, Costa Rica zu bereisen. Ich habe schon sehr viel Gutes über das Land in Zentralamerika gehört und bin sehr gespannt, ob sich die guten Eindrücke bestätigen werden.
TV
Grundsätzlich schaue ich viel Sport am Fernsehen: Ski Alpin, Tennis, aber auch die Spiele der Champions League oder der Bundesliga. Kürzlich habe ich mit meiner Freundin angefangen, die Serie «Prison Break» von vorne zu schauen. Im Gegensatz zu vielen anderen kann ich mit «Game of Thrones» nicht viel anfangen.
FAMILIE
Mit meiner jüngeren Schwester und meinem älteren Bruder bin ich mitten im Emmental auf einem Bauernhof aufgewachsen. Als Kind beschert dies einem täglich neue Abenteuer. Wir hatten Kühe, Schweine und Pferde – da wurde es einem nie langweilig. Die Arbeit auf einem Bauernhof ist hart, aber als Kind hatte ich Spass, meinem Vater zu helfen oder auf dem Traktor mitzufahren.
MUSIK
Querbeet über alle Stilrichtungen. Vor den Spielen greife ich oft auf eine Rock-Playlist zurück, um mich zu motivieren.
IE MANNSCHAFTS-GALER
9 2 9 1 / 8 2 19 ERN T IS E M A P O R U E N E D MEISTER MIT CHARLES BEURET
Exakt 90 Jahre ist es her: Die Young Boys wurden zum sechsten Mal Schweizermeister. Den Titel errangen sie erstmals als BSC (Berner Sportclub) – das bisherige FC entsprach dem populär gewordenen Verein nicht mehr: Zahlreiche Untersektionen waren entstanden. Landhockey, Korbball, ja sogar Tanz und Gesang wurden nebst anderen Aktivitäten von YB damals organisiert betrieben… Das Besondere am Meistertitel 1929: Es war der erste, den die Gelbschwarzen im Wankdorf – vier Jahre nach der Eröffnung des neuen Stadions - feiern durften. Das Wankdorfstadion bot damals Platz für 22'000 Menschen – allerdings wurde diese Kapazität bei Meisterschaftsspielen nicht benötigt. Zum Finalmatch YB – GC am 30. Juni 1929 erschienen 7'000 Zuschauer. Sie sahen, wie der Chronist von anno dazumal berichtet, eine grossartige Berner Leistung, die mit einem 2:0-Sieg belohnt wurde: «War der Jubel schon beim ersten Goal unbeschreiblich, so schwoll er bei diesem zweiten Treffer zum Orkan an. Was da alles in die Luft flog! Hüte, Stöcke, ganze Kleidungsstücke. Heute ist davon noch nicht alles heruntergekommen!» Bei YB trafen in der Folge über 400 Gratulationstelegramme ein, die im Sekretariat «eingesehen werden durften». In der Meistermannschaft von 1929 standen übrigens zwei Europameister: Captain Paul Fässler und Torhüter Hans Pulver hatten jener Schweizer Nationalmannschaft angehört, die fünf Jahre zuvor in Paris den EMTitel gewonnen hatte. Vor den Finalspielen gegen GC und Urania beendete YB die Meisterschaft in der Gruppe Zentralschweiz mit einem Punkt Vorsprung auf den FC Basel und deren drei auf den FC Bern. Speziell damals: Nebst dem FC Basel spielten in dieser Gruppe u. a. auch Nordstern Basel, Concordia Basel, Old Boys Basel. Stehend von links nach rechts: Mülheim, Dr. Vögeli, Pulver, Gerber, Schicker (der spätere internationale Schiedsrichter), Baumgartner, Ernst Meyer (Trainer), Fasson. Vorne von links: Baldy, von Arx I, Grunder, Fässler, Jung.
G N U R E D R O F S U A R E H E U NE AT
M I E H N E T L IN DER A
Nach 17 Jahren als Spieler und Trainer wird Joël Magnin im Sommer YB in Richtung Neuenburg verlassen. Der ehemalige Mittelfeldspieler begleitete viele Junioren auf dem Weg zum Profi und fühlt sich mittlerweile als richtiger Berner. ETIENNE GÜNGERICH
144 Spiele hat Joël Magnin wettbewerbsübergreifend für den BSC YB bestritten. Sein erstes vor 17 Jahren. Es war Anfang Juli, als die Young Boys zum Auftakt der Saison 2002/2003 den FC Luzern im altehrwürdigen Neufeldstadion empfingen. Magnin wurde beim 2:2 von Trainer Marco Schällibaum im Sturm neben Stéphane Chapuisat aufgestellt und bereitete das 1:1 von Thomas Häberli vor. Für den Neuenburger sollten fünf weitere Spielzeiten in Gelb-Schwarz folgen. Teil des Neuaufbaus Der Stern von Joël Magnin ging im alten Wankdorfstadion auf. 1994 steuerte er beim 4:0-Sieg der Grasshoppers im Cupfinal über Schaffhausen die letzten beiden Tore bei. Mit GC folgten drei Meistertitel und Einsätze in der Champions League gegen Real Madrid, Glasgow Rangers oder Ajax Amsterdam. Nach sieben Jahren in Zürich absolvierte der Romand drei Spielzeiten beim FC Lugano, wurde mit den Tessinern zweimal Vize-Meister und stand beim letzten Spiel im
alten Wankdorfstadion auf dem Platz. Im Sommer 2002 folgte der Wechsel zu den Young Boys. «In Bern herrschte mit der Aussicht auf das neue Stadion Aufbruchstimmung. Ich wollte mithelfen, die neue Ära mitzugestalten», erzählt er. 18 Tore erzielte der polyvalent einsetzbare Magnin in Gelb-Schwarz. Während der Neufeld-Zeit war er Stammkraft in einem Team mit Chapuisat, Descloux, Sermeter, Leandro oder Rochat. Im März 2007 kam er gegen St. Gallen letztmals für die Young Boys zum Einsatz. Martin Andermatt, sein damaliger Trainer, wollte ihn unbedingt im Verein halten und empfahl ihm den Job als Nachwuchs-Trainer. Denn bereits während der Spielerkarriere interessierte sich Magnin für Taktik, Spielphilosophien und Gruppendynamik und erwarb erste Trainerdiplome. Er übernahm in der Folge die U21 und leitete seither mit einem kurzen Unterbruch - Magnin war ein Jahr Trainer der YB U18 – die älteste YB-Juniorenmannschaft. «Die U21 war für mich die ideale Stufe. Die Jungs werden langsam erwachsen, aber es ist noch nicht so viel Geld und Druck im Spiel wie bei den Profis». In all den Jahren standen für ihn die Resultate nie im Vordergrund. «Priorität hatte die individuelle Entwicklung der Spieler und ihre bestmögliche Vorbereitung auf die Profi-Karriere», erklärt der 47-Jährige. Wille vor Talent Es sind unzählige Spieler, die auf dem Weg zum ProfiFussballer bei Magnin einen Zwischenstopp einlegten. Roman Bürki (Dortmund), Florent Hadergjonaj (Huddersfield) oder Michael Frey (Fenerbahçe) schafften es in eine Top-Liga. Deren Wege mitzuverfolgen, sei natürlich erfreulich gewesen, meint Magnin. Er habe die Erkenntnis gewonnen, dass es oft nicht diejenigen mit dem meisten Talent, sondern die mit dem grössten Willen am weitesten bringen.
Jubel nach einem unvergessenen Tor: Gegen Wil traf Joël Magnin im Jahr 2003 aus über 40 Metern ins Netz.
90
Joël Magnin Spiele:
144 für YB (127 Super League 12 Schweizer Cup 2 Champions League-Qualifikation 3 UI-Cup)
Tore:
18
Assists: 15 Erstes Spiel für YB: 6. Juli 2002 gegen Luzern. Erstes Tor für YB: 11. September 2002 gegen Servette. Letztes Spiel für YB: 18. März 2007 gegen St. Gallen. Letztes Tor für YB: 29. April 2006 gegen St. Gallen. Unter folgenden YB-Trainern gespielt: Marco Schällibaum, Bidu Zaugg, Gernot Rohr, Erminio Piserchia, Martin Andermatt.
Joël Magnin war 17 Jahre für YB tätig.
Ein Highlight in seiner Zeit als U21-Trainer erlebte er in der vergangenen Saison: die UEFA Youth League. «Es war interessant zu sehen, wie die Top-Vereine im Juniorenbereich arbeiten». Die Resultate seines Teams seien sehr gut gewesen, vielleicht habe man aber zu Beginn etwas zu viel Respekt gehabt. «Kann sich YB nochmals für die Champions League qualifizieren, werden auch die Nachwuchsspieler von dieser Erfahrung profitieren und noch mutiger und selbstbewusster auftreten», meint Magnin. Im Herzen ein Berner Nach zwölf Jahren als Trainer im Juniorenbereich wagt Magnin nun den Sprung zu den Profis. Im Sommer übernimmt er die Verantwortung als Trainer der ersten Mannschaft bei Neuchâtel Xamax. «Ich habe nie explizit einen Trainerjob bei den Profis gesucht, auch
wenn ich mich nach so vielen Jahren im Juniorenbereich bereit für den nächsten Schritt fühle», beteuert er. «Nun hat sich das mit Xamax so ergeben. Und ich will später nicht bereuen, es nicht versucht zu haben». Umso mehr, als dass Magnin als Spieler nie die Chance hatte, einmal für den Klub aus seiner Heimatstadt zu spielen. Der neue Arbeitsplatz ist für ihn allerdings kein Grund, Bern zu verlassen. Seit 2009 lebt er in Ittigen und wird dort mit seiner Familie weiterhin wohnen bleiben. Die bodenständige Mentalität der Berner gefällt dem Neuenburger. Über all die Jahre hat er hier viele tolle Menschen kennengelernt. «Dafür bin ich enorm dankbar. Inzwischen fühle ich mich schon fast als richtiger Berner und werde YB immer in meinem Herzen tragen.»
R E D N KI EICHNEN Z
SANDRO
R E P U A L Die nerin in Gew
Gute Besserung, Sandro! Sandro Lauper hat sich im letzten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zugezogen und wird den Young Boys monatelang nicht zur Verfügung stehen. YB wünscht Sandro Lauper baldige Genesung und freut sich schon jetzt auf seine Rückkehr aufs Spielfeld.
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Sandro Lauper mit der Siegerzeichnung von Ronja Vökt (12).
Jara Burri, 7 Jahre
Roman Bigler, 7 Jahre
Carole Schüpbach, 7 Jahre
Luan Frischknecht, 10 Jahre
Johanna Messerli, 8 Jahre
Elden Hartmann, 8 Jahre
Samira Cárdenas, 12 Jahre
Mattia Rossetti, 3 Jahre
Luca Brönnimann, 7 Jahre
Ida Oesch, 12 Jahre
Lorin Wüthrich, 9 Jahre
Livio Mörikofer, 7 Jahre
Mona Binggeli, 10 Jahre
Zara Rentsch, 10 Jahre
Noah Burri, 5 Jahre
Sarina Binggeli, 8 Jahre
Andrin Flückiger, 11 Jahre
Dennis Stöckl, 10 Jahre
Elisa Häcki, 6 Jahre
Maël Jungi, 10 Jahre
Ennio Wasem, 7 Jahre
Carlo Gygax, 8 Jahre
Julia Suter, 9 Jahre
Dominic Stöckl, 11 Jahre
Cédric Eggli, 6 Jahre
Lars Adolf, 10 Jahre
Elio Montes de Oca, 6 Jahre
Yanic Thomi, 8 Jahre
Lara Leuenberger, 7 Jahre
Levi Jun, 10 Jahre
Leah Brönnimann, 9 Jahre
Philippe Rellermeyer, 7 Jahre
Aaron Kost, 10 Jahre
Ben Hofer, 6 Jahre
Fabio Montes de Oca, 8 Jahre
Elia Hochstrasser, 5 Jahre
Aline Hofer, 9 Jahre
Ilias Galimanis, 7 Jahre
Noelia Nussbaum, 8 Jahre
Sina Leuenberger, 10 Jahre
Lorin Probst, 7 Jahre
Niklas Knecht, 8 Jahre
Lucy Vincenz, 5 Jahre
ULISSES GARCIA ZEICHNEN ! F체r die n채chste Ausgabe sind Kinder (bis 14 Jahre) aufgefordert, ihre Zeichnungen von Ulisses Garcia einzusenden: zeichnen, einscannen und an ybmag@bscyb.ch schicken. Im Dateinamen bitte gleich Namen und Alter vermerken (Beispiel: Vorname_Nachname_07.pdf). Einsendeschluss ist der 31. Juli 2019. Zu gewinnen gibt es ein signiertes Trikot von Ulisses Garcia. Famigros w체nscht allen Teilnehmern viel Gl체ck.
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