.

Nachhaltigkeitsbericht Saison 2024/25
![]()
.

Nachhaltigkeitsbericht Saison 2024/25

Sehr geehrte Damen und Herren Liebe YB-Familie
Bern und der BSC Young Boys – das gehört einfach zusammen. Für viele Menschen unserer Stadt ist YB prägend für das Lebensgefühl – die Hochs und Tiefs werden gemeinsam durchlebt. Das Wankdorf ist weit mehr als ein Fussballstadion: Es ist ein Ort der Begegnung, der Emotionen und der Gemeinschaft. Hier kommen Menschen aus allen Generationen und Hintergründen zusammen – sie jubeln, fiebern, feiern und teilen Werte, die Bern ausmachen: Zusammenhalt, Offenheit und Leidenschaft.
Gerade deshalb freut es mich besonders, dass YB mit diesem Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass der Klub seine Verantwortung für unsere Stadt, die Region und die Umwelt ernst nimmt. Nachhaltigkeit bedeutet hier nicht nur ökologische Verantwortung, sondern auch soziales Engagement und wirtschaftliche Weitsicht. YB beweist, dass sportlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können. Die Stadt Bern weiss, dass YB für den sportlichen Erfolg auch die passende Klubinfrastruktur braucht. Darum ist es der Stadt ein Anliegen, gemeinsam mit YB Lösungen zu finden, welche diese Bedürfnisse decken und gesellschaftlich tragfähig sind.
Als Stadtpräsidentin bin ich stolz darauf, dass Bern ein fussballerisches Aushängeschild hat, das sich über den Sport hinaus für Menschen einsetzt –sei es durch Jugendförderung, Chancengleichstellung, Inklusion oder Umweltprojekte. Dieses Engagement von YB trägt dazu bei, dass Bern nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich wächst und zusammenhält.
Ich danke allen, die diese Haltung mittragen – den Verantwortlichen, Mitarbeitenden, Spielerinnen und Spielern, Fans und Partner:innen. Ihr Einsatz macht YB zu einem Vorbild dafür, wie Sport und Nachhaltigkeit gemeinsam Zukunft gestalten können.
Ich freue mich auf die weitere positive Entwicklung auf allen Ebenen und auf viele gemeinsame Schritte hin zu einem nachhaltigen Bern.
Herzlich,
Marieke Kruit Stadtpräsidentin von Bern
.

«Als Stadtpräsidentin bin ich stolz darauf, dass Bern ein fussballerisches Aushängeschild hat, das sich über den Sport hinaus für Menschen einsetzt.»
Marieke Kruit

«Nachhaltigkeit – in all ihren Dimensionen –ist bei YB eine Haltung, die von allen gelebt wird.»
Marcel Brülhart
Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe YB-Familie
Vor genau 30 Jahren begründeten engagierte Fans zusammen mit dem Klub das dezidierte Engagement gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Den Hintergrund dazu bildeten höchst bedenkliche Entwicklungen in den Fussballstadien Europas in den 80er- und Anfang der 90er-Jahre mit Diskriminierungen, rechtsextremen Tendenzen, Gewalt – und halbleeren Stadien. YB gehörte 1996 zu den ersten Klubs in Europa, die sich entschieden gegen diese Tendenzen eines Teils der Gesellschaft zur Wehr setzten. Mit Erfolg: Heute ist nicht nur in Bern das Stadionerlebnis ein ganz anderes, der Anteil an Frauen und Familien steigt stetig. Auch gesamtgesellschaftlich konnten grosse Fortschritte erzielt werden. Trotz der Erfolge muss dieses Engagement ständig erneuert werden, es ist eine Daueraufgabe.
YB ist stolz darauf, ein Teil des Berner Lebensgefühls zu sein und nicht allein auf den sportlichen Erfolg reduziert zu werden. Daraus resultiert auch eine Verantwortung, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Wer so viele Menschen wie wir erreicht, muss sich bei dem, was sie oder er tut, etwas mehr als gewöhnlich überlegen. Dies beginnt in unserer grossen Nachwuchsabteilung, der mit Abstand grössten der Region, wo wir jungen Menschen wichtige Werte mit auf den Lebensweg geben können.
In erster Linie geht es dabei um Interesse an und Auseinandersetzung mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Toleranz, Engagement gegen Rassismus, Hilfsbereitschaft, intrinsische Motivation und einen gesunden Leistungswillen. Die meisten von ihnen schaffen es nicht in den Spitzenfussball, sie werden später in regionalen Vereinen spielen oder als Trainer:innen und Funktionär:innen tätig sein. Dort können diese Werte Wirkung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft entfalten.
Dasselbe gilt für den grossen Mangel an Plätzen im Leistungs- und Breitensport. Wenn immer möglich müssen wir Lösungen für beide Bereiche finden, zusammen mit der öffentlichen Hand. Persönlich halte ich es gesellschaftlich für äusserst fragwürdig, wenn Tausende von Kindern in der ganzen Schweiz weder Fussball oder Hockey spielen noch Leichtathletik oder eine andere Sportart betreiben können. Im reichsten Land der Welt.
Und bezüglich der Thematik Nachhaltigkeit im Allgemeinen gibt es oft Naheliegendes, das bei der Suche nach innovativen Lösungen unbeabsichtigt vernachlässigt wird. Ich besuchte in einem anderen Zusammenhang kürzlich Institutionen für stark beeinträchtigte Kinder, in denen YB auf Zeichnungen und Fanartikeln omnipräsent ist, was mir in diesem Ausmass nicht bewusst war. Mit jedem Besuch, insbesondere von Spielern, können wir ohne grossen Aufwand riesige Freude bereiten.
Nachhaltigkeit – in all ihren Dimensionen – ist bei YB eine Haltung, die von allen gelebt wird – vom Verwaltungsrat, den Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle, der Sportlichen Leitung sowie den Spielerinnen und Spielern. Wir wollen beweisen, dass Spitzensport und Verantwortung Hand in Hand gehen können. Dieser Weg gelingt nur gemeinsam, zusammen mit unseren treuen Fans, den Partnerinnen und Partnern auf verschiedensten Ebenen und allen, die an die Werte von YB glauben. Dafür bedanken wir uns herzlich.
YB forever
Marcel Brülhart Verwaltungsratspräsident
BSC Young Boys
Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht des BSC Young Boys umfasst die Saison 2024/25 (1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025) und informiert über die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Klubtätigkeit. Ziel der Berichterstattung ist es, Transparenz gegen über Fans, Partner:innen, Mitarbeitenden, Behörden sowie der Öffentlichkeit zu schaffen und die nachhaltige Entwicklung des Klubs nachvollziehbar darzustellen.
Der Bericht basiert auf einer strukturierten ESG-Perspektive (Environment, Social, Governance) und baut auf den Erkenntnissen aus dem Stakeholderdialog sowie der doppelten Wesentlichkeitsanalyse auf. Neben qualitativen Beschreibungen werden zunehmend quantitative Kennzahlen erhoben, um Entwicklungen messbar zu machen und Fortschritte über mehrere Berichtsperioden vergleichbar darzustellen. Die Klimabilanz des Klubs wurde durch externe Fachexperten erstellt und plausibilisiert; sie dient als Grundlage für die Analyse der Emissionsentwicklung sowie für die Definition des CO2-Absenkpfads.

Dieser Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Eine vollständige Berichterstattung «in accordance with GRI Standards» wird derzeit nicht beansprucht. Ziel ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Der BSC Young Boys ist weit mehr als ein Fussballverein – er ist ein bedeutendes Unternehmen im Schweizer Profisport, ein kultureller Akteur und ein sozialer Treffpunkt für die Stadt und Region Bern. Mit seiner Geschichte, seiner sportlichen Strahlkraft und seiner tiefen Verwurzelung in der Bevölkerung verbindet YB wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Der BSC Young Boys agiert als professionell geführte Organisation mit verschiedenen Geschäftsbereichen. Neben dem sportlichen Kerngeschäft – dem Betrieb der 1. Mannschaft in der Super League – gehören dazu auch die Nachwuchsförderung, die Frauenabteilung, das Management von Spiel- und Eventbetrieb im Stadion Wankdorf sowie ein vielseitiges Gastronomieangebot.
YB versteht sich als moderner Dienstleister im Sport-, Event- und Unterhaltungssektor, der wirtschaftliche Stabilität mit sportlichem Erfolg und gesellschaftlichem Engagement verbindet.
Als einer der traditionsreichsten Fussballklubs der Schweiz trägt der BSC Young Boys Verantwortung für zahlreiche Anspruchsgruppen –von Spielerinnen und Spielern über Mitarbeitende und Partner:innen bis zu Fans, Anwohnenden und der Stadt Bern. Diese Verantwortung zeigt sich nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im rücksichtsvollen Umgang, in sozialem Engagement und in nachhaltiger Betriebsführung. YB fördert eine Unternehmenskultur, die auf Fairness, Teamgeist, Transparenz und langfristiges Denken ausgerichtet ist. Entscheidungen werden stets unter Berücksichtigung ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen getroffen.
Der Klub ist ein relevanter Wirtschaftsfaktor für die Region Bern: Durch Heimspiele, Events und Gastronomie entstehen direkte und indirekte Beschäftigungseffekte. Sponsoring, Medienrechte und Matchtag-Umsätze tragen wesentlich zur lokalen Wertschöpfung bei.
Gleichzeitig investiert YB gezielt in die Nachwuchsförderung, den Frauenfussball und soziale Projekte, um die Basis des Fussballs langfristig zu stärken und gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Die operative Führung des BSC Young Boys liegt bei der Geschäftsleitung. Sie trägt die Verantwortung für die strategische Weiterentwicklung des Klubs, die Einhaltung gesetzlicher und verbandlicher Vorgaben sowie für die nachhaltige Ausrichtung aller Tätigkeiten. Der Verwaltungsrat bzw. die Unternehmensleitung definiert die übergeordneten Leitlinien und überprüft regelmässig die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.
Nachhaltigkeit ist – analog zu den Themen Sicherheit und Fanbetreuung – als Stabsstelle direkt an die Funktion des Chief Non-Sports angegliedert. Diese Positionierung bringt klare Vorteile: Sie ermöglicht eine enge Abstimmung zwischen operativem Tagesgeschäft, strategischer Steuerung und bereichsübergreifender Zusammenarbeit. Themen wie Umwelt, soziale Verantwortung, Inklusion oder verantwortungsvolle Ressourcennutzung können so gezielt und effizient in Entscheidungsprozesse eingebracht werden.
Die Stabsstelle Nachhaltigkeit koordiniert alle Nachhaltigkeits-Aktivitäten des Klubs, unterstützt die Fachbereiche bei der Umsetzung von Massnahmen und stellt die interne sowie externe Berichterstattung sicher. Sie fungiert gleichzeitig als Ansprechstelle für Partner:innen, Behörden und Verbände im Bereich Nachhaltigkeit.
Innerhalb des Unternehmens ist Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe organisiert. Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Abteilungen – etwa Facility Management, Marketing, Fanbetreuung, Nachwuchs und Events – arbeiten in einem bereichsübergreifenden Team zusammen, um operative Erkenntnisse und Ideen in die strategische Entwicklung einzubringen. Dieser Bottom-up-Ansatz stellt sicher, dass die Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb direkt in die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie einfliessen.
Die Steuerung erfolgt in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung. Regelmässige interne Berichte gewährleisten Transparenz und ermöglichen, Fortschritte messbar zu machen und Prioritäten laufend zu überprüfen.
Führungsorganisation
329
Mitarbeitende
4’803,5 t CO2e (CO2-Äquivalente)
7 kg CO2e (CO2-Äquivalente) pro Zuschauende:r
6.7 Mio. CHF Gewinn (2024)
7
Geschäftsfelder
698’660
Zuschauende Total
93
Mio. CHF Umsatz (2024)
Die Verantwortung für Compliance und Risikomanagement liegt beim Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung des BSC Young Boys. Der Verwaltungsrat überprüft regelmässig das strategische Risikomanagementkonzept sowie ComplianceAudits und sorgt dafür, dass der Klub nachhaltig und im Einklang mit rechtlichen wie auch ethischen Standards operiert.
Der Klub garantiert die Einhaltung aller relevanten Gesetze, Vorschriften und freiwilligen Standards, um seine Verantwortung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance zu erfüllen.
Bei Fragen zur Umsetzung der Richtlinien oder zum geschäftlichen Verhalten stehen interne Fachspezialist:innen beratend zur Verfügung.
Für konkrete Anliegen im Bereich Compliance können Mitarbeitende direkt bestimmte Ansprechpersonen kontaktieren.
Das Risikomanagementsystem umfasst aktuell finanzielle, operationelle und reputationsbezogene Risiken. In den kommenden Berichtsperioden soll dieses System schrittweise um ökologische und klimabezogene Risiken ergänzt werden, um eine ganzheitliche ESG-Steuerung sicherzustellen.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie 2025-2030 wurde diese Risikoanalyse explizit in Form der doppelten Wesentlichkeitsanalyse auf die fokussierten Nachhaltigkeitsthemen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Analyse flossen direkt in die strategische Planung, Priorisierung von Massnahmen sowie in Investitionsentscheidungen ein.
Für das Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Gesetzesverstösse festgestellt; es wurden weder Verfahren eingeleitet noch Bussen wegen Umwelt- oder Arbeitssicherheitsverstössen verhängt.

Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht des BSC Young Boys bezieht sich auf die Saison 2024/25, also den Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025. Die Berichterstattung erfolgt jährlich und bildet die Grundlage für eine kontinuierliche und transparente Kommunikation der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Klubs.
Mit diesem Bericht legt YB erstmals eine strukturierte und ESG-orientierte Nachhaltigkeitsberichterstattung vor, die auf den Grundprinzipien der Global Reporting Initiative (GRI) basiert und sich an den Anforderungen des Schweizer Nachhaltigkeitskontextes im Sport orientiert. Die Verantwortung für den Inhalt, die Richtigkeit und die Freigabe dieses Berichts liegt beim Verwaltungsrat des BSC Young Boys.
Der Bericht wurde durch die Geschäftsleitung vorbereitet, geprüft und vom Verwaltungsrat genehmigt. Die Genehmigung erfolgte im Februar/März 2026 im Rahmen eines offiziellen Beschlussverfahrens. Der BSC Young Boys bekennt sich zu Transparenz, Integrität und kontinuierlicher Verbesserung in seiner Nachhaltigkeitsarbeit. Der Bericht soll den Stakeholdern – insbesondere Fans, Partner:innen, Behörden, Mitarbeitenden und der Stadt Bern –einen umfassenden Einblick in die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Klubtätigkeit geben. YB verpflichtet sich, die Berichterstattung jährlich fortzuführen und weiterzuentwickeln, um die Fortschritte in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (ESG) messbar und vergleichbar darzustellen.
Für weiterführende Informationen zu den GRI-Standards und zu internationalen Leitlinien der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird auf die offizielle Website der Global Reporting Initiative (GRI) verwiesen: www.globalreporting.org

YB-Fans mit hochgehaltenen Schals während des Spiels
Nachhaltigkeit ist für den BSC Young Boys kein Zusatzprojekt, sondern Teil der Klubidentität. Mit der Strategie 2025-2030 verfolgt YB das Ziel, ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung konsequent in den Alltag des Vereins zu integrieren und als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu verankern.
Sie basiert auf sechs klar definierten Themenfeldern, die die Handlungs- und Wirkungsbereiche des Klubs abbilden:
1 #YBFOREVERYONE – Soziale Verantwortung, Inklusion und Jugendschutz
2 Mehr als Fussball – Partnerschaften, gesellschaftliche Wirkung und Kommunikation
3 Plan 2030 – Klimaschutz, Energie, Abfallmanagement und nachhaltige Mobilität
4 Im und ums Wankdorf – Infrastruktur, Beschaffung und nachhaltiger Konsum
5 YB-Familie – Werte, Kultur, Arbeitsumfeld und wirtschaftliche Stabilität
6 Fortuna – Förderung von Frauen im Fussball
Jedes Themenfeld umfasst konkrete Ziele, Zielwerte und Massnahmen, die jährlich überprüft und weiterentwickelt werden. Die operative Koordination liegt bei der Stabsstelle Sustainability Manager.






Die Nachhaltigkeitsstrategie des BSC Young Boys wurde auf Grundlage eines umfassenden Dialogs mit den wichtigsten Anspruchsgruppen entwickelt. Ziel dieses Prozesses war es, jene Themen zu identifizieren, in denen YB die grösste Verantwortung, Wirkung und Entwicklungsmöglichkeit hat.
Der Stakeholderdialog erfolgte im August 2024 über eine ligaweite Onlinebefragung von Fans, Mitarbeitenden und Sponsoren und Partner:innen.
Sie bildet die Basis für die Priorisierung der Nachhaltigkeitsthemen in allen drei ESG-Dimensionen – Environment (Umwelt), Social (Gesellschaft) und Governance (Unternehmensführung).
Aus der Stakeholderanalyse ergaben sich die Themenfelder, die für YB aus gesellschaftlicher Sicht besonders bedeutsam sind und in der Nachhaltigkeitsstrategie 2025-2030 priorisiert wurden.
Inside-Out-Perspektive:
1 Abfallmanagement und Recycling
2 Mobilität und Verkehr
3 Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
4 Energiemanagement
5 Wassermanagement
6 Klimaschutz und Emissionsreduktion
7 Nachhaltige Infrastruktur
8 Landschaftsschutz
9 Anti-Rassismus
10 Sicherheit und Prävention
11 Gleichheit und Inklusion
12 Kinder- und Jugendschutz
13 Nachwuchsförderung
14 Förderung des Frauenfussballs
15 Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden
16 Engagement für Bildung
17 Fan-Engagement
18 Verantwortungsvoller Arbeitgeber
19 Wirtschaftlicher Erfolg und finanzielle Stabilität
20 Verantwortungsvolles Sponsoring
21 Lieferketten mit nachhaltiger Beschaffung
22 Ethik, Integrität und Compliance
23 Servicequalität
24 Digitalisierung und Datenschutz
25 Transparenz und Kommunikation
Die Nachhaltigkeitsstrategie 2025-2030 des BSC Young Boys basiert auf einer systematischen Analyse der Themen, die für den Klub selbst wie auch für seine Anspruchsgruppen von besonderer Bedeutung sind. Ziel der doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist es, jene Themen zu identifizieren, die sowohl wesentliche Auswirkungen durch YB auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft (Inside-Out) als auch wesentliche Einflüsse auf YB selbst (Outside-In) haben.
Im ersten Schritt wurden im Rahmen des Stakeholderdialogs die Interessen und Prioritäten der wichtigsten Anspruchsgruppen ermittelt und ausgewertet. Darauf aufbauend erfolgte im zweiten Schritt – in einem Workshop in Kooperation mit dem Sustainability Manager der Swiss Football League (SFL) – die Bewertung, welche Wirkung der BSC Young Boys mit seiner Tätigkeit auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft entfaltet.
Diese beiden Perspektiven bilden gemeinsam die Grundlage der InsideOut-Analyse und definieren, welche Themen für YB und seine Stakeholder als wesentlich gelten.
Die Analyse erfolgte entlang zweier Dimensionen:
• X-Achse: Interesse und Relevanz des Themas aus Sicht aller Stakeholdergruppen
• Y-Achse: Wirkung bzw. Einfluss von YB auf das jeweilige Thema (Impact)
Die Kombination dieser beiden Achsen ergibt die Wesentlichkeitsmatrix, die zeigt, welche Themen für YB und seine Anspruchsgruppen von zentraler Bedeutung sind.
Dies sind die wesentlichen Themen:
Im zweiten Schritt wurde analysiert, welche externen Entwicklungen, Risiken und Chancen auf YB einwirken können. Diese Betrachtung ergänzt die Inside-OutPerspektive und zeigt, welche ESG-Themen nicht nur gesellschaftlich relevant sind, sondern auch unmittelbare Auswirkungen auf den Klub selbst haben. Berücksichtigt wurden Einflüsse aus den Bereichen:
• Regulatorik: z. B. neue Umweltauflagen, Energiegesetzgebung, Reportingpflichten
• Wirtschaft: Energiepreise, Inflation, Sponsoringmärkte
• Gesellschaft: veränderte Erwartungen an Gleichstellung, Inklusion und Fanverhalten
• Umwelt: Klimawandel, Ressourcenknappheit, Wetterextreme
Die Bewertung erfolgte auf einer Skala von 1 (gering) bis 5 (hoch) für Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung. Der kombinierte Score zeigt die strategische Bedeutung des Themas für YB.
Themenfeld Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung
#YBFOREVERYONE 3 4
Mehr als Fussball 3 3
Plan 2030 4 5
Im und ums Wankdorf 3 4
YB-Familie 4 5
Fortuna 3 3
Risikobeschreibung und Kontext
Steigende Sensibilität für Gleichstellung, Inklusion und Antidiskriminierung/eintreffendes Fehlverhalten oder unzureichende Reaktion auf diskriminierende Vorfälle/steigende Anforderungen an Kinderschutzkonzepte und verantwortungsvolle Fanarbeit.
Kooperationen mit externen Partner:innen bergen Reputationsrisiken aufgrund unterschiedlicher Nachhaltigkeitsstandards/Kommunikationsrisiko, wenn Nachhaltigkeitsleistungen nicht transparent oder überprüfbar dargestellt werden (Stichwort: Greenwashing).
Externe Faktoren wie steigende Energiepreise, regulatorische Vorgaben oder Lieferengpässe für nachhaltige Materialien wirken direkt auf Betriebskosten und Projektumsetzung/Klimawandel erhöht den Druck auf effiziente, CO2-arme Stadion- und Eventbetriebe.
Globale Materialengpässe oder steigende Preise für nachhaltige Produkte können Beschaffungsprozesse und Eventlogistik beeinträchtigen/Risiko, dass Lieferanten nicht die geforderten Umwelt- und Sozialstandards erfüllen.
Externe wirtschaftliche Schwankungen/rückläufige Sponsoringeinnahmen oder sportliche Misserfolge können finanzielle Stabilität und Personalentwicklung beeinträchtigen/ Fachkräftemangel verschärft den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende.
Der Frauenfussball befindet sich in einer Wachstumsphase, bleibt aber finanziell anfälliger für externe Einflüsse/fehlende Sichtbarkeit oder begrenzte Mittel könnten den Fortschritt in der Chancengleichstellung bremsen und gesellschaftliche Erwartungen unterlaufen.
Unter #YBFOREVERYONE bündelt der BSC Young Boys alle intern organisierten Aktivitäten im Bereich gesellschaftlicher Verantwortung. Der Klub versteht sich als fester Bestandteil der Stadt und Region Bern und nutzt seine Reichweite bewusst, um soziale Teilhabe zu fördern, Inklusion zu leben und jungen Menschen ein sicheres Umfeld zu bieten.
Die Initiative steht für Offenheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt – Werte, die tief in der Identität des Vereins verankert sind.
Für YB bedeutet Inklusion, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder sozialem Hintergrund, gleichberechtigt am Vereinsleben teilhaben können. Integration beschreibt den Prozess, Menschen in die Gemeinschaft einzubinden und Unterschiede als Bereicherung zu verstehen. Vielfalt ist dabei keine Randnotiz, sondern die Grundlage, die YB prägt –auf dem Platz, auf den Tribünen und im Alltag des Klubs.


Soziale Verantwortung zeigt sich auch in der Öffnung des Stadions für alle. In Zusammenarbeit mit Caritas stellt YB pro Heimspiel 50 Tickets für benachteiligte Personen bereit. Gemeinsam mit weiteren sozialen Partner:innen konnten so in der Saison 2023/24 rund 2’000 Menschen und in der Saison 2024/25 rund 2’250 Personen an Spielen teilnehmen. Der aktuelle Zielwert von mindestens 2’000 Einladungen pro Saison wird damit regelmässig erreicht und übertroffen. YB ermöglicht Menschen, die sich einen Stadionbesuch sonst nicht leisten könnten, ein gemeinsames Erlebnis, das Gemeinschaft schafft und verbindet.
Anzahl Einladungen benachteiligte Personen inkl. Zielwert
Wert Saison 2023/24
2’000
Personen
Wert Saison 2024/25
2’250
Personen
Zielwert Saison 2025/26
Min.
2’000
Personen
Im Jahr 2024 setzte YB zahlreiche Projekte um, die diese Haltung erlebbar machen. Besonders eng arbeitet der Klub mit dem FC Länggasse Unified zusammen, einem inklusiven Fussballangebot für Menschen mit Beeinträchtigung. Gemeinsam mit YB nahm das Team an der Inclusion League der Swiss Football League (SFL) und am Special Adventure Camp der «Football is more» Stiftung (FIM) in Brunnen teil. Beide Formate fördern Begegnung und gegenseitiges Verständnis – Fussball wird hier zum verbindenden Element, das Barrieren abbaut und Zugehörigkeit schafft.
Ein zentraler Indikator ist die gemeinsam verbrachte Aktivitätszeit auf dem Platz und während der Events – also jene Stunden, in denen die Spielerinnen und Spieler aktiv trainieren, spielen oder gemeinsame Freizeit verbringen. In der Saison 2023/24 belief sich diese Zeit auf insgesamt 1’085 Stunden. In der Saison 2024/25 stieg sie auf 1’160 Stunden, was zeigt, dass das Angebot weitergewachsen ist und regelmässig genutzt wird. Für die Saison 2025/26 verfolgt YB einen Zielwert von mindestens 1’000 Stunden. Damit soll sichergestellt werden, dass das inklusive Angebot auf hohem Niveau bestehen bleibt und gleichzeitig genügend Flexibilität für Weiterentwicklungen bietet.
Diese Stunden stehen nicht für organisatorischen Aufwand, sondern für echte Begegnung: gemeinsame Trainings, Turniere, Mittagessen, Gespräche –Zeit, die Verbindungen schafft und Neues ermöglicht.
Aktivitätsstunden mit eigenen Inklusionsprojekten inkl. Zielwert
Wert Saison 2023/24
1’085
Stunden
Wert Saison 2024/25
1’160
Stunden
Zielwert Saison 2025/26 Min.
1’000
Stunden
YB macht Schule – Lernen, Bewegung und Werte im Stadion
Mit «YB macht Schule» bringt der Klub Unterricht und Bewegung direkt ins Stadion Wankdorf. Das Programm richtet sich an Schulklassen aus der Region Bern und verbindet Sport, Wertevermittlung und Bildung in einem erlebnisorientierten Format. Im Berichtsjahr nahmen vier Klassen mit insgesamt rund 100 Kindern teil; derselbe Zielwert wird für die Saison 2025/26 angestrebt.
Der Tag im Stadion ist bewusst als Verlagerung des Schulunterrichts konzipiert: Anstelle des Klassenzimmers erleben die Kinder Unterrichtseinheiten zu Fairness, Nachhaltigkeit, Teamwork und mentaler Stärke auf und neben dem Spielfeld. Praktische Übungen, Bewegungseinheiten und Gesprächssequenzen schaffen eine Verbindung zwischen Sport und Alltag und machen Werte direkt erfahrbar.
Die Kombination aus Bewegung, Stadionatmosphäre und gemeinsamer Aktivität stärkt soziale Kompetenzen und unterstützt das Lernen. Die Kinder erleben, dass Sport mehr ist als Wettkampf – er vermittelt Haltung, Respekt und Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen.





Ein besonders eindrückliches Beispiel für gelebte Inklusion ist das YB Special Camp, das vom 7. bis 11. April 2025 auf der Sportanlage Bodenweid in Bern stattfand. Ermöglicht wurde das Projekt dank der grosszügigen Unterstützung der Gebäudeversicherung Bern (GVB).
Nach dem gelungenen Start im Jahr 2024 entwickelte YB das Konzept für die zweite Ausgabe gezielt weiter. Das Camp sollte nicht mehr nur Teilhabe ermöglichen, sondern Inklusion aktiv fördern – durch gemeinsame Trainings, geteilte Verantwortung und Begegnungen auf Augenhöhe.
Während der Woche trainierten 24 Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam mit 15 Spielern der U16-Mannschaft des BSC Young Boys. Täglich standen mehrere Stunden voller gemeinsamer Aktivitäten auf dem Programm –von Technik und Spielformen über Gruppenaufgaben bis zu freieren Spielen. Begleitet wurden die Teilnehmenden von YB-Trainerinnen und Trainern, die mit viel Herzblut sowie pädagogisch geschulten Methoden den Rahmen gestalteten.
Das Camp war bewusst auf Teilhabe ausgelegt: Mentoring durch die U16Spieler, gemischte Gruppen mit und ohne Beeinträchtigung, Freizeit- und Begegnungsstunden ausserhalb des Platzes – etwa mit dem gemeinsamen Mittagessen nach dem Fussballtraining – all dies trug dazu bei, Barrieren abzubauen und Gemeinschaft erfahrbar zu machen. Rückmeldungen der Familien sprachen von gestärktem Selbstvertrauen, neuen Freundschaften und einem tiefen Gefühl der Zugehörigkeit.
Das Special Camp zeigt eindrücklich, wie Fussball weit über das Spiel hinauswirkt: als verbindende Sprache, als Raum für Begegnung und als Plattform für gleichberechtigte Teilhabe. Die Organisation weist darauf hin, dass das Angebot weiterhin kostenfrei bleibt, um Barrieren auch finanzieller Natur zu vermeiden. Mit Blick auf das Frühjahr 2026 ist geplant, diese inklusive Ausrichtung weiter zu verstärken: Das Format soll erneut stattfinden, das Konzept der inklusiven Gruppen und des Mentorings weiterentwickelt werden und zusätzliche Elemente zur Teilhabe eingebaut werden. Damit verfolgt YB konsequent das Ziel, nicht nur Fussballangebote für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen, sondern Inklusion als gelebten Alltag im Vereinskontext zu verankern.




Ein starkes Statement setzte YB mit dem Antirassismus-Spieltag im Frühling 2024, der in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Begegnungsort HalbZeit organisiert wurde. Das ausverkaufte Stadion mit über 31’500 Zuschauenden bildete die Bühne für ein klares Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Ein eigens entworfenes Awareness-Trikot und eine begleitende Kampagne machten die Botschaft «Gemeinsam gegen Rassismus» weit über das Stadion hinaus sichtbar und unterstrichen, dass Respekt und Gleichberechtigung tragende Säulen der Vereinsidentität sind.
Im Anschluss an den Spieltag wurden die Spezial-Matchtrikots sowie ergänzende Artikel versteigert. Der vollständige Erlös von 17’000 Franken ging an die Berner Beratungs- und Meldestelle GGGFON («Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus»), die Betroffene rassistisch-diskriminierender Vorfälle kostenlos unterstützt und durch Projekte zur Sensibilisierung und Förderung von Zivilcourage wirkt.
Die Bewegung «Gemeinsam gegen Rassismus», deren Name den Aktionstag prägt, hat in Bern eine lange Geschichte. Sie entstand 1996 aus einer zivilgesellschaftlichen Initiative von Fans, die sich gegen rassistische Übergriffe im Wankdorfstadion stellten. Mit Spendengeldern in Höhe von über 160’000 Franken wurde der Verein damals sogar Trikotsponsor des BSC Young Boys und brachte den Slogan erstmals gross auf die Trikots der ersten Mannschaft – ein mutiges Zeichen gegen Ausgrenzung und für Courage, in einer Zeit, in der rassistische Vorfälle im Schweizer Fussball noch häufig waren.
Aus dieser Initiative entwickelte sich ein dauerhaftes Engagement. Der Verein eröffnete 1998 das Begegnungslokal «HalbZeit», das seither als Treffpunkt für Fans, Schulklassen und Initiativen gegen Diskriminierung dient. Über Jahre prägte «Gemeinsam gegen Rassismus» die Sensibilisierungsarbeit im Berner Fussballumfeld mit, organisierte Veranstaltungen, Podien und Kooperationen mit YB. Bis heute ist die Bewegung aktiv und steht sinnbildlich für die Verbindung von Fankultur, Zivilcourage und gesellschaftlicher Verantwortung, die YB mit dem gemeinsamen Engagement fortführt und unterstützt.
#YBFOREVERYONE
Grafik von «opak»



«Teilhabe bedeutet für mich, dass wirklich alle dazugehören können.»
Saidy Janko, YB-Spieler
Am 22. Juni 2024 führte der BSC Young Boys gemeinsam mit Amnesty International erstmals das «Fussballturnier für Integration» im Stadion Wankdorf durch. Über 100 Teilnehmende spielten auf dem Rasen des Stadions, auf dem sonst die Profis antreten – ein Erlebnis, das für viele unvergesslich blieb.
Das Turnier nutzte die verbindende Kraft des Fussballs, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Altersgruppen und Geschlechter zusammenzubringen. Zehn gemischte Teams traten im Turniermodus gegeneinander an, wobei der sportliche Wettkampf ebenso wichtig war wie das gemeinsame Erleben und der Austausch. Das gesamte Turnier stand im Zeichen von Solidarität, Respekt und gegenseitigem Verständnis.
Die Teilnehmenden repräsentierten eine grosse Vielfalt und spiegelten die gesellschaftliche Breite der Stadt Bern wider. Neben dem sportlichen Erlebnis im Wankdorf erhielten alle Spielerinnen und Spieler ein YB-Trikot mit AmnestyBedruckung sowie einen Gutschein für zwei Tickets bei einem YB-Heimspiel. Das Siegerteam durfte sich zudem auf ein besonderes Highlight freuen: ein gemeinsames Training mit der ersten Mannschaft, bei dem die Spielerinnen und Spieler ihre Idole persönlich kennenlernen konnten.
Das Turnier war geprägt von Fairplay und Begeisterung – viele Teilnehmende betonten, wie sehr sie den offenen Austausch und das Miteinander auf dem Platz geschätzt haben. Für Amnesty Schweiz war die Veranstaltung ein starkes Symbol: «Gemeinsam mit dem BSC Young Boys setzen wir ein klares Zeichen für Vielfalt und Integration. Das erstmals durchgeführte Fussballturnier für Integration hat es geschafft, Menschen verschiedener Herkunft und sozialer Schichten zusammenzubringen und gemeinsam einen unvergesslichen Tag im Wankdorf Stadion zu erleben», sagt Marcel Graf, Marketingleiter (ehemalig) Amnesty Schweiz.
Auch im Bildungsbereich engagiert sich YB nachhaltig. Mit «YB macht Schule» wurden im Berichtsjahr vier Schulklassen mit insgesamt rund 100 Kindern erreicht. Die Teilnehmenden erlebten einen Unterrichtstag im Stadion, der Bewegung, Wertevermittlung und Bildung vereint. In Lektionen zu Nachhaltigkeit, mentaler Stärke, Fairness und Teamgeist wurde vermittelt, dass Sport weit mehr ist als ein Wettkampf – er kann Haltungen prägen und Verantwortung lehren.
Dabei handelt es sich nicht um einen einfachen Ausflug, sondern um eine bewusste Verschiebung des Unterrichts vom Klassenzimmer ins Wankdorfstadion. Das Lernumfeld verändert sich, die Inhalte bleiben schulisch relevant – und genau dadurch entsteht ein besonderer Lernmoment. Kinder erleben, dass Themen wie Respekt, Fairness oder Nachhaltigkeit auch ausserhalb der Schule greifbar werden und unmittelbar mit dem Vereinsleben verbunden sind.
Ergänzend zur strukturierten Nachwuchsarbeit leisten die YB Kids Camps und der YB Kids Club einen entscheidenden Beitrag. Beide Formate schaffen früh positive Berührungspunkte mit Fussball und Klubkultur – mit Bewegung, Spiel und Gemeinschaft als zentralen Elementen.
Die Kids Camps erfreuen sich seit Jahren grosser Beliebtheit. In der Saison 2023/24 nahmen rund 1’300 Kinder teil, in der Saison 2024/25 waren es etwa 1’200. Trotz dieser leichten Schwankung bleibt die Nachfrage hoch; im kommenden Jahr soll das Angebot ausgebaut werden, mit dem Ziel, wieder mindestens 1’300 teilnehmende Kinder zu erreichen.
Auch der YB Kids Club verzeichnet eine stabile Entwicklung. Der Klub zählt zurzeit rund 2’000 Mitglieder, die regelmässig an Aktivitäten im Stadion teilnehmen, Spielerinnen und Spieler treffen oder exklusive Erlebnisse rund um den Spielbetrieb erhalten. Im Vergleich zur Saison 2023/24 mit 1’800 Mitgliedern entspricht dies einem kontinuierlichen Wachstum. Für die Saison 2025/26 wurde ein Zielwert von 2’000 Mitgliedern festgelegt, der bereits nahezu erreicht ist.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Mädchenförderung. Der Anteil von Mädchen im Kids Club beträgt derzeit 27 Prozent – derselbe Wert wie im Vorjahr. Das strategische Ziel lautet, diesen Anteil in der kommenden Saison auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen, um noch mehr Mädchen für Fussball und Vereinsleben zu begeistern und Barrieren im Zugang zum Sport abzubauen. Die entsprechenden Massnahmen sind bereits in Planung, unter anderem spezifische Trainingsmodule, Girls-Events und gezielte Kommunikation.
Anzahl Mitglieder Kids Club und Geschlechterverteilung Personen inkl. Zielwert
Wert Saison 2023/24
1’800 Kinder 27% Mädchen Wert Saison 2024/25
1’847
Zielwert Saison 2025/26 Min.
2’000
Kinder
30 %
Mädchen

«Fussball verbindet unterschiedlichste Menschen, genau das macht ihn stark.»
Laura Frey, YB-Spielerin
Teilnehmende Kids Camps inkl. Zielwert
Wert Saison 2023/24
1’300
Kinder
Wert Saison 2024/25
1’200
Kinder
Zielwert Saison 2025/26
Min.
1’300
Kinder
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat im Verein höchste Priorität. YB verfügt über verbindliche und gelebte Strukturen im Kinder- und Jugendschutz. Alle Trainer:innen müssen einen Sonderauszug aus dem Strafregister vorlegen, um sicherzustellen, dass keine einschlägigen Vorstrafen bestehen. Darüber hinaus gelten verbindliche Verhaltensrichtlinien für Trainer:innen, Spieler:innen, Eltern und Begleitpersonen. Sie definieren klar, welches Verhalten erwartet wird, wie Grenzen gewahrt bleiben und wie ein respektvolles Miteinander gefördert wird. Regelmässige interne Schulungen sensibilisieren Mitarbeitende und Freiwillige für Themen wie Prävention, Grenzachtung und Kommunikation. So stellt der Verein sicher, dass Kinder und Jugendliche in einem Umfeld aufwachsen, das von Vertrauen, Achtsamkeit und Verantwortung geprägt ist.


Die Jugendarbeit ist seit jeher ein Kernstück des BSC Young Boys. Sie bildet die Basis für sportliche und persönliche Entwicklung und verbindet Leistungsorientierung mit Verantwortungsbewusstsein. Ziel ist nicht nur die sportliche Förderung, sondern auch die Persönlichkeitsbildung junger Männer und Frauen. In der Juniorenausbildung werden Werte wie Disziplin, Teamfähigkeit und Respekt ebenso vermittelt wie sportliche Technik und Spielverständnis.
Der BSC YB verfügt im Bereich Nachwuchsspitzenfussball über fünf Mannschaften, welche an den jeweiligen nationalen Meisterschaften teilnehmen (U15 bis U21).
Als Basis dieser Mannschaften dient eine Partnerschaft, welche das Team Köniz, das Team TOBE, das Team AFF/FFV und der FC Solothurn zusammen mit dem Leadverein BSC YB betreiben. Von den Partnervereinen werden jeweils die talentiertesten Spieler in die Mannschaften des BSC YB integriert. Als Leadverein der Partnerschaft ist der BSC YB gegenüber dem SFV für die Partnerschaft und die Einhaltung des Ausbildungslabels SFL/SFV verantwortlich.
In der gesamten Footeco-Partnerschaft werden mit dem Team Köniz, dem Team TOBE, Team AFF/FFV und dem FC Solothurn rund 500 Spieler:innen betreut und ausgebildet. Im Nachwuchsspitzenfussball kommen noch einmal rund 220 Spieler auf den Stufen U15 bis U21 dazu, welche durch den BSC YB und seine Partner:innen betreut und ausgebildet werden.
.

«Am Ende geht es um Menschen – nicht um Nummern. Wenn wir das ernst nehmen, treffen wir meistens die richtigen Entscheidungen.»
Christian Franke, Technischer Leiter Youth Base bei YB
Christian Franke, Leiter Youth Base bei YB, über Werte, Wirkung und Verantwortung in der Nachwuchsarbeit
Wie bist du zu YB gekommen – und was fasziniert dich an der Arbeit mit Jugendlichen?
Über eine Blindbewerbung. Nach Jahren im Breitenfussball habe ich gemerkt, wie viele Themen Jugendliche bewegen. Bei YB konnte ich genau dort ansetzen: als Trainer (damals U13), später in Vollzeit. Das Faszinierende ist, Entwicklungen zu begleiten – sportlich und persönlich. Nicht alle erreichen ihr Ziel, aber viele sagen mit Abstand: «Es war eine gute Zeit, ich wurde respektiert.» Das zählt.
Was heisst für dich nachhaltige Nachwuchsförderung?
Dass jeder Ehemalige sagen kann: «Ich habe viel gelernt und wurde fair behandelt.» Nachhaltig ist auch, wenn Ehemalige als Trainer:innen zurückkehren oder im Klub eine Ausbildung machen und bleiben.
Welche Werte prägen eure Arbeit? Respekt, Offenheit, Ehrlichkeit –und Menschlichkeit. Wir arbeiten im Leistungsfussball, ja. Aber wir erinnern uns bewusst: Es geht um Kinder und junge Menschen. Das macht den Unterschied.
Was ist der Beitrag der Youth Base an die Nachhaltigkeit?
Verantwortung in der Region: Wir unterstützen Basisvereine, unter anderem über Ausbildungsentschädigungen, wenn jemand Profi wird. Strategisch wichtig ist unsere bewusste Entscheidung ohne KiFuAbteilung: Kinder beginnen im Breitenfussball, behalten ihre «Heimat» – und wenn es passt, kommen sie später zu uns. Das Schlimmste wäre, wenn jemand ganz aufhört. Die meisten gehen zurück in Vereine, manche werden Trainer:innen. Wenn sie etwas von YB mitnehmen und weitergeben, ist das grossartig. Ökologisch denken wir zum Beispiel bei Reisen, wobei wir im Jugendbereich möglichst oft per Zug an unsere Spiele reisen – dies ist häufig auch organisatorisch einfacher.
Welche Rolle spielt Bildung? Bildung spielt bei uns eine sehr wichtige Rolle. Alle Spieler:innen im Nachwuchs müssen eine Ausbildung absolvieren und werden dabei individuell unterstützt. Die Wege sind unterschiedlich – sie reichen vom Sport-KV bis zu ganz herkömmlichen Berufslehren. Zudem haben einige Spieler:innen die Möglichkeit, ihr Praktikum direkt bei YB auf der Geschäftsstelle zu absolvieren. Auch für diese Praktika durchlaufen sie den gesamten Bewerbungsprozess –inklusive Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch. Wir begleiten sie dabei eng und gestalten die Ausbildungs- und Bewerbungsprozesse realitätsnah, damit sie auch fürs Leben lernen.
Vorbild sein – was bedeutet das konkret?
Bewusstsein. Vorleben statt nur fordern. Es beginnt im Kleinen –Pünktlichkeit, Ordnung, Respekt. Wenn wir das Vorleben, hat es Wirkung.
Worauf bist du besonders stolz?
Auf das Vertrauen mit unseren Partner- und Regionalvereinen. Wir sprechen auf Augenhöhe, finden Lösungen – und werden aktiv angesprochen, wenn etwas nicht passt. Das war nicht immer so: Früher war der Ruf von YB ein anderer, viele Vereine wollten ihre Spieler:innen nur ungern abgeben, weil sie befürchteten, sie zu verlieren. Heute hat sich das stark verändert – es ist eine echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe entstanden, von der alle Seiten profitieren.
Was lernt ihr von den Jugendlichen?
Sehr viel. Generationen denken unterschiedlich, das ist bereichernd. Wir passen Kommunikation an, Autorität von oben reicht nicht. Und wir bleiben sprachlich «dran», um wirklich im Dialog zu sein.
Wie messt ihr Wirkung?
Sportlich haben wir das Ziel, jährlich zwei Spieler:innen aus dem Nachwuchs in die erste Mannschaft zu bringen. Daneben ist es für uns genauso wichtig, dass weitere Spieler:innen aus unserer Ausbildung den Sprung in den Profifussball schaffen – sei es in anderen Vereinen in der Schweiz oder im Ausland. Diese Erfolge zeigen, dass unsere Arbeit langfristig Wirkung entfaltet. Gleichzeitig zählen für uns auch die sogenannten «weichen Faktoren»: Wenn sich ehemalige Spieler:innen Jahre später melden, um Rat zu suchen oder einfach den Kontakt zu halten, zeigt das, dass sie sich bei YB wohlgefühlt und etwas fürs Leben mitgenommen haben. Solche Rückmeldungen sind ein starkes Zeichen dafür, dass wir unsere Werte wirklich leben. Gute Jugendarbeit wirkt also weit über den Platz hinaus – sie prägt Menschen und zahlt auf das Gesamtbild von YB als Verein mit Verantwortung ein.
Blick in die Zukunft: Wo steht ihr in zehn Jahren?
Mit dem neuen Fussballcampus Region Bern, der nun Realität wird, schaffen wir die infrastrukturellen Voraussetzungen, um unsere Arbeit auf das nächste Level zu heben. Das ist ein grosser Schritt für die gesamte Nachwuchsabteilung und wird uns im Alltag enorm helfen. Inhaltlich bleibt der Kern derselbe: Wir wollen Spieler:innen ausbilden, die im Profifussball Spuren hinterlassen – gerne auch in der Nationalmannschaft. Gleichzeitig möchten wir die Region Bern weiterentwickeln, Kooperationen mit Vereinen stärken und sportartübergreifend voneinander lernen. YB ist sehr gut aufgestellt, und ich bin überzeugt, dass wir in zehn Jahren auf viele sichtbare Fortschritte zurückblicken können.
YB ist als Traditionsverein das sportliche Aushängeschild von Bern
«Mitenang besser wärde»
Wir … haben hohe Ansprüche an uns arbeiten an unseren Stärken und Schwächen fordern uns
«Mitenang ehrlich si»
Wir … reden miteinander, nicht übereinander stehen zu dem, was wir tun kommunizieren direkt
Mitenang – Fürenang
«Fürenang muetig si»
Wir … sind risikobereit dürfen Fehler machen glauben an uns
«Mitenang stouz si»
Wir …
repräsentieren YB sind ein Teil von YB sind dankbar
«Mitenang respäktvou umga»
Wir …
begrüssen einander sind pünktlich sind fair
«Fürenang da si»
Wir …
unterstützen einander hören einander zu kämpfen füreinander
«Mitenang Fuessbau läbe»
Wir …
besuchen Spiele der YBMannschaften sind diszipliniert verhalten uns vorbildhaft

«Nachhaltige Nachwuchsarbeit heisst für mich: Werte leben, Bildung sichern und Verantwortung in der Region übernehmen.»
«Mehr als Fussball» bedeutet für den BSC Young Boys, dass der Klub über den sportlichen Bereich hinaus eine aktive Rolle in der Gesellschaft wahrnimmt. Wir pflegen Partnerschaften, die sowohl soziale als auch ökologische Verantwortung fördern, und nutzen den Hebel des Sports, um wichtige Themen wie Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Chancengleichheit zu stärken.
Durch klare Kommunikation und transparente Berichterstattung möchten wir unseren Fans, Partner:innen und der breiten Öffentlichkeit zeigen, wie YB über den Fussball hinaus einen positiven Einfluss ausübt und langfristige Veränderungen anstösst. Dabei sind alle Mitglieder der YB-Familie – von Mitarbeitenden über Spielerinnen und Spieler bis hin zu Fans und Partnerorganisationen – ein zentraler Teil dieses Engagements.


Einlaufkinder der Stiftung Kinderinsel beim Heimspiel gegen den FC Luzern
Stiftung Kinderinsel Bern – Nähe schaffen, Freude schenken
Auch im Berichtsjahr blieb die Stiftung Kinderinsel Bern eine wichtige soziale Partnerin. Gemeinsam mit der Kinderinsel realisierte YB berührende Momente für Kinder, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung besondere Betreuung benötigen.
Im Herbst 2024 begleiteten aktuelle und ehemalige Patientinnen und Patienten als Einlaufkinder die YB-Profis ins Wankdorfstadion – ein Erlebnis, das Mut und Selbstvertrauen stärkte. Zusätzlich besuchten Spielerinnen und Spieler der ersten Mannschaft über Ostern Kinder im Inselspital und sorgten für persönliche Begegnungen, die Familien und Betreuende nachhaltig bewegten. Zudem stellt YB für Kinder, welche ihre Therapie erfolgreich abschliessen konnten, spezielle Geschenke zur Verfügung.
Diese Zusammenarbeit besteht seit mehreren Jahren und zeigt, dass soziales Engagement bei YB nicht auf punktuelle Aktionen beschränkt ist, sondern auf langfristige Beziehungspflege und emotionale Nähe setzt.

Heinz Lindner, YB-Torhüter

Sandro Bürgi, Chief Revenue Officer, bei der Blutspende
Im August 2024 fand zum fünften Mal die jährliche Blutspendeaktion «YB spendet Blut» in Kooperation mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) statt. Das Wankdorf wurde an diesem Tag zum Begegnungsort für Fans, Spieler:innen, Mitarbeitende und Freiwillige, die sich gemeinsam für ein lebenswichtiges Ziel einsetzten. Insgesamt 274 Personen spendeten Blut –ein neuer Höchstwert, der die Bedeutung der Aktion für die Stadt Bern und die Region unterstreicht. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die aktive Teilnahme von YB-Vertretern, SRK-Freiwilligen und Vereinsmitarbeitenden.
Mit dieser Aktion stärkt YB das Bewusstsein für Gesundheit und Solidarität und verbindet soziale Verantwortung mit den Werten des Sports. Das Projekt ist fester Bestandteil des YB-Jahreskalenders und wird auch künftig fortgesetzt.
Gemeinsam stark – Mitgliedschaft bei «Football is More»
Seit Oktober 2024 ist YB offizielles Mitglied der Football is More Foundation, einer internationalen Plattform, die Fussball als Werkzeug für soziale Integration und Bildung einsetzt.
Im Berichtszeitraum nahm YB aktiv am Austausch innerhalb des Netzwerks teil und bereitete die Teilnahme am Special Adventure Camp Brunnen 2025 vor – einem inklusiven Fussballcamp, das Spielerinnen und Spieler mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Zudem beteiligt sich YB an der «Inclusion League», die Begegnung und Teamgeist über Grenzen hinweg fördert.
Die Mitgliedschaft markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Engagements von YB – vom lokalen Akteur hin zu einem aktiven Partner in einem europäischen Netzwerk für soziale Verantwortung im Sport.
Solidarität leben – Spendenaktion mit dem Archefonds
Im Frühjahr 2025 führte YB erneut eine Charity-Initiative zugunsten des Archefonds durch. Über einen speziell gestalteten Fanartikel im YB-Shop wurde der gesamte Reinerlös gespendet. Die Aktion erzielte einen Gesamtbetrag von rund 15’000 Franken, der vollständig an soziale Projekte in der Region Bern floss – unter anderem zur Finanzierung von Ferienangeboten und Freizeitaktivitäten für Familien mit krebskranken Kindern.
Der Archefonds steht beispielhaft für partnerschaftliches Engagement auf lokaler Ebene und für den Anspruch von YB, konkrete, überprüfbare Wirkung zu erzielen, die direkt bei betroffenen Menschen ankommt.
Gemeinsam feiern, gemeinsam helfen – «YB fiiret Wiehnachte – mit aune!»
Im Dezember 2024 stand das Heimspiel gegen Servette im Wankdorf ganz im Zeichen der Solidarität. Unter dem Motto «YB fiiret Wiehnachte – mit aune!» luden der Klub, die Ostkurve Bern und gäubschwarzsüchtig die gesamte YB-Familie ein, gemeinsam Weihnachten zu feiern – und zugleich Gutes zu tun.
Rund um das Spiel sammelten Fans und Freiwillige Hygieneartikel, Winterkleider, Schuhe, Decken und Alltagsgegenstände. Die Aktion war Teil der seit Jahren bestehenden Fanbewegung «YB – Ä Lideschaft für aui», die regelmässig soziale Initiativen in Bern unterstützt und damit auch ausserhalb des Stadions eine starke Wirkung entfaltet.
Die gesammelten Spenden wurden an lokale Organisationen übergeben, darunter die Notunterkunft Sleeper, Pluto (für minderjährige Personen) und die Gassenarbeit Bern. Die Hilfsgüter füllten drei komplette Kleinbusse mit rund 12’000 Litern Volumen, und zusätzlich kamen 25’000 Franken an Geldspenden zusammen. Für viele Menschen bedeuteten diese Beiträge unmittelbare Unterstützung – warmes Material für den Winter, hygienische Grundversorgung und Begegnungen mit Menschen, die sich nicht allein gelassen fühlen.
Die Aktion zeigte, wie wirkungsvoll das Zusammenspiel von Fans, Verein und Partnerorganisationen sein kann. Sie vereinte Emotion, Engagement und gegenseitige Hilfe und machte deutlich, dass Fussball mehr ist als 90 Minuten auf dem Rasen. «YB fiiret Wiehnachte – mit aune!» wurde so zu einem eindrucksvollen Beispiel für gelebte Gemeinschaft und soziale Verantwortung im Fussballumfeld.


«Über Fussball erreichen wir viele Menschen – das ist eine Chance.»
Noa Linn Münger, YB-Spielerin
Barrieren abbauen – Partnerschaft mit BETAX
Im Berichtszeitraum vertiefte YB seine langjährige Zusammenarbeit mit BETAX, dem Berner Mobilitätsdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Am 18. Februar 2025 wurde die Kooperation unter dem Titel «Gemeinsam für Barrierefreiheit» erneut sichtbar gemacht: YB und BETAX betonten gemeinsam, wie wichtig verlässliche, barrierearme Fahrdienste sind – auch und gerade für den Besuch von Heimspielen im Wankdorf. Damit unterstreicht YB, dass Teilhabe nicht an der Stadiontür enden darf, sondern mit der mobilen Erreichbarkeit beginnt.
Bewusstsein schaffen – Unterstützung der Initiative #withyou
Parallel dazu unterstützte YB im Berichtsjahr die Initiative #withyou, ein anonymes, niedrigschwelliges Online-Tool, das hilft, toxische Beziehungen und häusliche Gewalt zu erkennen und Betroffene sowie Angehörige mit Informationen zu versorgen. YB positioniert #withyou auf seinen Kanälen unter «Mehr als Fussball» als klares Zeichen gegen Gewalt im häuslichen Umfeld und nutzt damit seine Reichweite für Sensibilisierung und Hilfezugang.
Alle beschriebenen Initiativen zeigen: YB versteht gesellschaftliche Verantwortung als festen Bestandteil seiner Identität. Durch langfristige Kooperationen mit anerkannten Partnerorganisationen, gezielte Spendenaktionen und wirksame Kampagnen nutzt der Klub seine mediale Präsenz, um Themen wie Gesundheit, Inklusion und soziale Gerechtigkeit sichtbar zu machen.
Die Reichweite der Inhalte betreffend nachhaltiger Projekte ist dabei ein wichtiger Indikator. In der Saison 2023/24 lag die Social-Media-Reichweite bei 461’386 Personen, in der Saison 2024/25 stieg sie auf 517’533 Personen. Das entspricht einer Zunahme von rund 12 Prozent und liegt damit bereits über dem Zielwert von 10 Prozent Erhöhung, der für die kommende Saison definiert wurde. Die Entwicklung verdeutlicht, dass YB seine Plattform wirkungsvoll nutzt und immer mehr Menschen mit relevanten Botschaften erreicht.
Doch Wirkung zeigt sich nicht nur in Zahlen. Im Berichtszeitraum profitierten mehrere hundert Personen unmittelbar von den Aktivitäten – sei es durch Blutspendenaktionen, soziale Programme, inklusiven Sport oder Familienunterstützung.
Für die Zukunft plant YB, die Ergebnisse und Effekte dieser Engagements noch systematischer zu erfassen und transparenter zu kommunizieren. Ziel ist, sicherzustellen, dass jeder eingesetzte Franken, jede Stunde und jede Aktion nachweislich Mehrwert schafft.
Entwicklung Reichweite Social Media (SoMe)
Wert Saison 2023/24
461’386
Reichweite SoMe
Wert Saison 2024/25
517’533
Reichweite SoMe
Zielwert Saison 2025/26
10%
Erhöhung aktuell
12,17%

Mit «Plan 2030» verfolgt der BSC Young Boys eine klare ökologische Zielsetzung: Bis 2030 soll der gesamte Klubbetrieb – vom Stadion über die Trainingsanlagen bis zu den Events – seinen CO2-Ausstoss um 50 Prozent reduzieren. Dabei steht nicht Kompensation, sondern Reduktion im Vordergrund. Durch Energieeffizienz, nachhaltige Mobilitätskonzepte und verantwortungsvolle Materialentscheidungen will YB seinen Betrieb Schritt für Schritt ressourcenschonender gestalten und so einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die CO2-Bilanz bildet die Grundlage für das Klimamanagement des BSC Young Boys und dient als zentrales Instrument, um die Klimawirkung der Vereinsaktivitäten systematisch zu erfassen und zu steuern. Sie zeigt auf, in welchen Bereichen die grössten Emissionsquellen liegen und wo gezielte Massnahmen zur Reduktion ansetzen können. Gleichzeitig ermöglicht sie es, Entwicklungen über mehrere Saisons hinweg zu verfolgen und Fortschritte im Klimaschutz transparent darzustellen.
Die Berechnung der Emissionen erfolgt nach dem international anerkannten «Greenhouse Gas Protocol», welches Treibhausgasemissionen in drei Kategorien – sogenannte Scopes – unterteilt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen wie Heizungen oder Fahrzeugen. Scope 2 beinhaltet indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme. Scope 3 umfasst alle weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, beispielsweise durch Mobilität, eingekaufte Materialien oder Dienstleistungen. Da der Spielbetrieb eines Fussballklubs stark von externen Aktivitäten wie Fanmobilität oder Beschaffung geprägt ist, entsteht der überwiegende Teil der Emissionen in Scope 3.
In der Saison 2024/25 verursachte der BSC Young Boys insgesamt 4’803,5 Tonnen CO2-Äquivalente. Die Analyse der Emissionen zeigt, dass der Grossteil der Klimawirkung aus indirekten Emissionen entsteht, während direkte Emissionen aus eigenen Anlagen oder Fahrzeugen nur einen vergleichsweise kleinen Anteil ausmachen.
Die grössten Emissionsquellen liegen in den Bereichen Material & Services sowie Mobilität, welche zusammen den überwiegenden Teil der Emissionen ausmachen. Material & Services umfasst unter anderem Verpflegung und Getränke, eingekaufte Produkte sowie weitere Dienstleistungen rund um den Spielbetrieb. Der Bereich Mobilität beinhaltet neben Geschäftsreisen und Pendelverkehr insbesondere die An- und Abreise der Zuschauenden zu den Heimspielen, welche einen bedeutenden Einfluss auf die Gesamtbilanz hat.
Auch der Energieverbrauch – etwa für Wärme, Kälte und Strom – trägt zur CO2-Bilanz bei, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Abfall und Recycling spielen in der Gesamtbilanz nur eine untergeordnete Rolle.
Treibhausemissionen aufgeteilt in Kategorien
Treibhausgasemissionen aufgeteilt in die drei Scopes gemäss GHG-Protocol Gesamtemissionen 4803,5
Gesamtemissionen
Eine weitere Betrachtung nach dem Scopes-Modell zeigt, dass der überwiegende Teil der Emissionen in Scope 3 anfällt. Dies verdeutlicht, dass ein grosser Teil der Klimawirkung nicht direkt durch den Klub selbst entsteht, sondern entlang der vorgelagerten und nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Eine detailliertere Analyse der einzelnen Aktivitäten zeigt, dass insbesondere eingekaufte Güter und Dienstleistungen sowie die Fanmobilität zu den grössten Emissionsquellen gehören. Weitere Beiträge entstehen durch Geschäftsreisen, Pendelverkehr der Mitarbeitenden sowie den Energieverbrauch der Infrastruktur.
Treibhausgasemissionen aufgeteilt in Kategorien und Unterkategorien
& Transport
Treibsto verbrauch 7.3%
0.0% Geschäftsverkehr 7,0% Übernachtungen 0,7% Pendelverkehr 4.0% Event-Mobilität 30,4%
2374,3 t Leitungswasser 0,02% Abwasser 0,11%
Büromaterial & Drucksachen 1.1% IT-Geräte 0,1% Produkte & Rohmaterialien 11,1% Verpflegung & Getränke 32,0%
Büromaterial & Drucksachen 0,03% Abfall 0,02%
Im Vergleich zur Saison 2023/24 zeigt sich in der aktuellen Bilanz ein deutlicher Rückgang der Gesamtemissionen. Während in der Saison 2023/24 insgesamt 8090,1 Tonnen CO2-Äquivalente bilanziert wurden, belaufen sich die Emissionen in der Saison 2024/25 auf 4803,5 Tonnen CO2e. Dies entspricht einer Reduktion von rund 41 Prozent.
Auf den ersten Blick deutet dieser Rückgang auf eine deutliche Verbesserung der Klimabilanz hin. Eine detaillierte Betrachtung zeigt jedoch, dass die Veränderung nur teilweise auf tatsächliche Emissionsreduktionen zurückzuführen ist. Gesamtemissionen
Treibhausgasemissionen aufgeteilt in Kategorien – Jahresvergleich
Auch bei der Betrachtung einzelner Emissionsquellen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Saisons. Besonders grosse Veränderungen treten bei der Fanmobilität, bei Investitionen und Materialien sowie bei Geschäftsreisen und Pendelverkehr auf.
Treibhausgasemissionen aufgeteilt in die Scopes und Subscopes gemäss GHG-Protocol – Jahresvergleich
2023-24
Scope 3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen
Scope 3.2 Investitionsgüter
Scope 3.3 Brennsto - und energiebezogene Aktivitäten
Scope 3.5 Betriebsabfall
Scope 3.6 Geschäftsreisen
Scope 3.7 Pendelverkehr
Scope 3.9 Nachgelagerter Transport und Auslieferung
Scope 3.x Fanmobilität
Der Rückgang der Emissionen zwischen den beiden Saisons ist nur bedingt aussagekräftig, da ein grosser Teil der Veränderung auf methodische Anpassungen und Datenkorrekturen zurückzuführen ist.
So wurden im Bereich Abfall und Recycling einzelne Daten angepasst und korrigiert. Zusätzlich wurden Fehler aus der Vorjahresbilanz bereinigt, beispielsweise falsche Zuordnungen von Ölverbräuchen oder Korrekturen bei Altglasdaten.
Ein besonders grosser Einfluss ergibt sich aus der Neuberechnung der BesuchendenMobilität. Für die aktuelle Bilanz wurde eine neue Umfrage verwendet, welche detailliertere Informationen zur Anreise der Zuschauenden liefert. Zudem wurden erstmals die tatsächlich anwesenden Zuschauenden berücksichtigt, während im Vorjahr teilweise mit der Anzahl verkaufter Tickets gerechnet wurde. Darüber hinaus wurden genauere Daten zu Transportdistanzen getroffen und Fahrgemeinschaften in die Berechnung einbezogen. Zusätzlich wurde ein Doppelzählungsfehler bei Autofahrten aus der Vorjahresbilanz korrigiert.
Auch beim Pendelverkehr der Mitarbeitenden wurde eine aktualisierte Datengrundlage verwendet, was ebenfalls zu Veränderungen in der Bilanz führte.
Weitere Unterschiede ergeben sich aus Anpassungen im Bereich Merchandise und Sportartikel, etwa durch Veränderungen bei den eingekauften Produkten wie dem Wechsel von Trainingsanzügen zu T-Shirts.
Ein zusätzlicher Effekt betrifft den Bereich Investitionen: In der Saison 2023/24 wurde eine einmalige Investition in einen Kunstrasen bilanziert, die im aktuellen Jahr nicht mehr anfällt und deshalb zu einem deutlichen Rückgang in dieser Kategorie führt. Beim Kunstrasen wurde die Investition bewusst einmalig in der Bilanz der Saison 2023/24 angerechnet, anstatt über mehrere Jahre verteilt. Hintergrund ist, dass die tatsächliche Lebensdauer eines Kunstrasens stark vom Zustand, der Nutzung sowie der zukünftigen Erfüllung regulatorischer Vorgaben abhängt. Um diese Unsicherheit in der Nutzungsdauer zu berücksichtigen und mögliche Fehleinschätzungen durch eine lineare Abschreibung über mehrere Jahre zu vermeiden, wurde die Emission einmalig im Jahr der Investition bilanziert.
Diese Faktoren zeigen, dass der Rückgang der Emissionen nicht ausschliesslich auf tatsächliche Reduktionsmassnahmen zurückzuführen ist. Vielmehr spiegelt er teilweise eine verbesserte Datengrundlage, methodische Anpassungen und einmalige Effekte wider. Für die zukünftige Entwicklung der Klimabilanz ist daher insbesondere wichtig, die Datenerhebung weiter zu standardisieren und über mehrere Jahre hinweg vergleichbare Grundlagen zu schaffen.
Basierend auf der CO2-Bilanz wurde ein Absenkpfad für die direkten und energiebezogenen Emissionen definiert. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Scope 1 und Scope 2, also den Emissionen aus eigenen Anlagen, Fahrzeugen sowie aus eingekaufter Energie. Ziel ist es, diese Emissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber der Saison 2023/24 zu reduzieren.
Langfristig verfolgt der BSC Young Boys das Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Der definierte Absenkpfad dient dabei als Orientierung für zukünftige Massnahmen, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Infrastruktur und betriebliche Mobilität, und ermöglicht eine kontinuierliche Überprüfung der Fortschritte im Klimamanagement.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie bildet einen zentralen Bestandteil des Nachhaltigkeitsprogramms Plan 2030 des BSC Young Boys. Der Standort Wankdorf nutzt seit mehreren Jahren ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen – spezifisch aus der Schweizer Wasserkraft. Neben dieser strukturellen Ausrichtung lag der Schwerpunkt im Berichtszeitraum insbesondere auf der kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz im Stadionbetrieb.
Im Zentrum stehen dabei vor allem die energieintensiven Bereiche Beleuchtung, Lüftung, Heizsteuerung und Gastronomie. Durch technische Optimierungen, präzisere Steuerungssysteme und betriebliche Anpassungen soll der Energieverbrauch langfristig reduziert werden, ohne Komfort, Sicherheit oder sportliche Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Gleichzeitig wird verstärkt darauf geachtet, Energieverbrauchsdaten systematisch zu erfassen und vergleichbar auszuwerten.
Für die Saison 2024/25 belief sich der gesamte Wärmeverbrauch des Standorts Wankdorf auf insgesamt 1’119’074 kWh. Im Vergleich zur Saison 2023/24 mit 1’015’907 kWh entspricht dies einer Zunahme, die vor allem mit intensiverer Nutzung, Veranstaltungsdichte sowie betrieblichen Faktoren zusammenhängt. Der überwiegende Teil der Wärmeenergie stammt aus Gas (1’096’138 kWh), während der Anteil fossiler Heizölenergie mit 8603 kWh weiterhin gering bleibt. Zusätzlich werden Wärmerückgewinnungssysteme genutzt, die 14’333 kWh zur Energieversorgung beitrugen.
Der Stromverbrauch zeigt hingegen eine leicht rückläufige Entwicklung. In der Saison 2024/25 wurden insgesamt 486’548 kWh Strom verbraucht, nachdem der Wert im Vorjahr bei 493’395 kWh lag. Diese Entwicklung deutet auf erste Effizienzgewinne durch technische Optimierungen sowie verbessertes Energiemanagement hin.
Neben Energie spielt auch der Wasserverbrauch im Stadionbetrieb eine relevante Rolle. In der Saison 2024/25 wurden insgesamt 14’009 m3 Wasser verbraucht, gegenüber 10’708 m3 im Vorjahr. Diese Entwicklung steht ebenfalls im Zusammenhang mit einer intensiveren Nutzung des Stadions, etwa durch Spiele, Events und Gastronomiebetrieb.
Ein wesentliches Element der zukünftigen Steuerung ist das kontinuierliche Monitoring. Verbrauchsdaten für Strom, Wärme, Kälte und Wasser werden systematisch erfasst und zunehmend in Relation zu Nutzungstagen, Anzahl Zuschauenden und Veranstaltungsintensität gesetzt. Dadurch soll die Energieeffizienz noch präziser analysiert und gesteuert werden. Ziel ist es, langfristige Trends sichtbar zu machen, Optimierungspotenziale frühzeitig zu erkennen und Investitionsentscheidungen datenbasiert zu treffen.
Reduktion Gesamtenergieverbrauch gegenüber 2023/24

Energieeffizienz in der Stadiongastronomie –
Restaurant Eleven
Die Stadiongastronomie ist ein zentraler Bestandteil des Eventbetriebs im Wankdorf und gleichzeitig ein relevanter Hebel für Energie- und Ressourceneffizienz. Um diesen Bereich fundiert weiterzuentwickeln, wurde im Frühjahr 2025 im Restaurant Eleven eine detaillierte Energieeffizienzanalyse durchgeführt. Die Untersuchung erfolgte in Zusammenarbeit mit Energie Wasser Bern (ewb) und basierte auf den realen Verbrauchsdaten des Kalenderjahres 2024. Analysiert wurden sowohl die gastronomischen Prozesse als auch die Gebäudetechnik und das tatsächliche Nutzungsverhalten im Tages- und Nachtbetrieb.
Die Analyse zeigte, dass die betrieblichen Abläufe grundsätzlich gut strukturiert sind, jedoch insbesondere bei den Betriebszeiten von Küchengeräten, bei der Beleuchtung sowie bei Lüftung und Wärmeversorgung erhebliche Effizienzpotenziale bestehen. Ein wesentlicher Befund war, dass zahlreiche Anlagen über lange Zeiträume in Betrieb waren, unabhängig vom effektiven Gästeaufkommen. Dadurch entstand ein erhöhter Energieverbrauch, ohne dass dies zu einer Verbesserung von Qualität oder Service beitrug.
Ein Schwerpunkt lag auf den Küchen- und Produktionsprozessen. Besonders energieintensiv erwiesen sich der Durchlaufgeschirrspüler, die Pizzaöfen sowie der Pastakocher. Durch eine konsequentere Abstimmung der Ein- und Ausschaltzeiten, den gezielten Einsatz von Standby-Funktionen sowie eine bessere Anpassung der Produktionsmengen an die tatsächliche Nachfrage lassen sich relevante Einsparungen erzielen. Allein durch organisatorische Anpassungen ohne zusätzliche Investitionen ergibt sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von rund 45’000 KWh pro Jahr, was einer Kostenreduktion von rund 6’300 Franken entspricht. Darüber hinaus bestehen in den Bereichen Prozesse, Produktion und Infrastruktur weitere Potenziale, deren Wirkung aktuell noch nicht abschliessend quantifiziert werden kann. Neben Energieeinsparungen ist hier auch mit positiven Effekten bei Waren- und Personalkosten zu rechnen, etwa durch reduzierte Überproduktion und effizientere Arbeitsabläufe.
Auch die Gebäudetechnik bietet substanzielle Optimierungsmöglichkeiten. Die Auswertung der Verbrauchsdaten zeigt, dass der Tagesbetrieb den überwiegenden Teil des Stromverbrauchs erklärt, gleichzeitig jedoch ein relevanter Nachtverbrauch bestehen bleibt. Insbesondere die Lüftungsanlagen waren teilweise über sehr lange Zeiträume in Betrieb, mit hohen Luftvolumenströmen und engen Temperaturtoleranzen. Eine bedarfsgerechte Steuerung, angepasste CO2-Schwellenwerte sowie verkürzte Vor- und Nachlaufzeiten ermöglichen hier deutliche Einsparungen, ohne die Luftqualität oder den Arbeitskomfort zu beeinträchtigen. Für den Bereich Lüftung ergibt sich ein Einsparpotenzial von rund 53’300 KWh Strom pro Jahr, was etwa 7’800 Franken entspricht. Zusätzlich kann bei der Wärmeenergie durch optimierte Regelung und Laufzeiten eine Einsparung von rund 60’900 KWh pro Jahr erzielt werden, was weiteren 9’100 Franken entspricht.
Ein weiterer zentraler Hebel ist die Beleuchtung. Die installierte Leistung im Restaurant- und Küchenbereich liegt deutlich über den heutigen Referenzwerten. Durch den Einsatz moderner LED-Technologie, eine bessere Abstimmung auf Tageslicht sowie klar definierte Lichtszenarien lassen sich rund 43’500 KWh Strom pro Jahr einsparen, was einer Kostenreduktion von etwa 6’100 Franken entspricht. Insgesamt ergibt sich aus den identifizierten Massnahmen ein realistisches Einsparpotenzial von bis zu 30’000 Franken pro Jahr, sofern die Empfehlungen schrittweise umgesetzt werden.
Neben technischen und organisatorischen Massnahmen spielt das Verhalten der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle. Die Analyse zeigt klar, dass nachhaltige Einsparungen nur dann dauerhaft wirksam sind, wenn Energieeffizienz im Arbeitsalltag verankert ist. Der bewusste Umgang mit Geräten, Beleuchtung und Lüftung hat einen direkten Einfluss auf den Verbrauch. Aus diesem Grund setzt YB ergänzend auf Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden in der Gastronomie. Ziel ist es, Energieeffizienz nicht als Einzelmassnahme, sondern als festen Bestandteil der täglichen Prozesse zu etablieren.
Die Ergebnisse der Analyse bilden eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadiongastronomie im Rahmen des Plan 2030. Die Umsetzung der Massnahmen folgt dem Prinzip «vermeiden – reduzieren – optimieren» und wird in den kommenden Berichtsjahren systematisch nachverfolgt und transparent ausgewiesen. Damit leistet die Stadiongastronomie einen konkreten Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs und zur langfristigen Verbesserung der ökologischen Performance des Klubs.
und Einsparpotenzial im Restaurant Eleven
Energieverbrauch & Betrieb Tagesbetrieb Mo-So 185’427 kWh/82,8%
Nachtbetrieb Mo-So 38’400 kWh/17,2%
Hauptverbraucher Allgemeiner Strom Restaurant 223’827 kWh
Lüftung/Heizung Restaurant 110’146 kWh
Produktionsküche 77’183 kWh
Gewerbliche Kälte 76’568 kWh
Energieeinsparpotenziale (jährlich):
Gastronomie - Betriebszeiten 45’000 kWh/ca. CHF 6’300
Beleuchtung 43’500 kWh/ca. CHF 6’100
Lüftung (Strom) 53’300 kWh/ca. CHF 7’800
Wärmeenergie 60’900 kWh/ca. CHF 9’100
Gesamtes
Einsparpotenzial Bis zu CHF 30’000 pro Jahr
Mit der Einführung der Holzbecher hat YB einen Schritt umgesetzt, der unmittelbar wirksam ist und im Stadionalltag von allen Fans wahrgenommen wird. Der Becher ersetzt seit der Saison 2023/24 Einweg-Plastik- und Papierbecher und gilt aktuell als nachhaltigste Einwegvariante, die im Schweizer Event- und Sportbereich verfügbar ist.
Die Becher bestehen aus FSC-zertifiziertem Holz aus der EU, das zu dünnen Furnieren verarbeitet wird. Die Schutzbeschichtung basiert auf natürlichen Rohstoffen. Damit wird auf Materialien gesetzt, die auf erneuerbaren Quellen beruhen und streng kontrollierte Herkunftsnachweise besitzen.
Jede Saison werden im Wankdorfstadion dadurch rund 11 Tonnen Kunststoffabfall vermieden. Dieser Effekt ist unmittelbar messbar, da die frühere Menge an Einwegplastik durch Getränkeverkäufe bekannt ist. Durch diesen Wechsel entfällt auch ein grosser Teil der aufwendigen Plastikentsorgung und der Materialeinsatz pro Becher ist deutlich geringer als bei anderen Alternativen.
Nach jeder Heimveranstaltung werden die Becher gesammelt und im bestehenden Entsorgungssystem verwertet. Eine vollständige stoffliche Wiederverwertung ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich; die Becher werden energetisch genutzt und tragen damit zur Rückgewinnung von Energie bei. YB arbeitet parallel mit externen Fachstellen und Partnerunternehmen daran, mittelfristig einen vollständig geschlossenen Kreislauf aufzubauen. Ziel ist, das Material aus den Bechern erneut als Rohstoff einzusetzen, sobald Reinigung und Sortierung wirtschaftlich und technisch realisierbar sind.

Abfall und Kreislaufwirtschaft – Ressourcen im Umlauf halten
YB verfolgt das Ziel, Abfälle im Stadionbetrieb zu reduzieren und Wertstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten. Das bestehende Trennsystem im Wankdorf wurde im Berichtsjahr weiter verbessert: Sammelpunkte sind klarer ausgeschildert, die Wegeführung für das Personal optimiert und die Zusammenarbeit mit dem Entsorgungspartner vertieft worden. Ziel ist es, die Trennqualität zu erhöhen und die Menge an Restmüll schrittweise zu senken.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Reduktion von brennbaren Restabfällen. In der Saison 2023/24 wurden im Stadionbetrieb 94,442 Tonnen Betriebsabfälle als Restmüll zur Verbrennung erfasst. In der Saison 2024/25 stieg diese Menge auf 113,818 Tonnen. Diese Zahlen bilden die Ausgangsbasis für das Reduktionsziel bis Juni 2026. Der Klub hat sich vorgenommen, das Volumen der brennbaren Abfälle bis Ende der Saison 2025/26 um mindestens 10 Prozent zu senken. Dieser Zielpfad ist in den betrieblichen Prozessen verankert und wird durch mehrere Massnahmen unterstützt, darunter verbesserte Trennung, Sensibilisierungsmassnahmen im Stadion sowie optimierte Logistik- und Entsorgungsabläufe.
Parallel dazu konnte die stoffliche Verwertung weiter gesteigert werden. Die Menge an Altglas nahm von 16,264 Tonnen in der Saison 2023/24 auf 21,309 Tonnen in der Saison 2024/25 zu. Auch die organischen Abfälle –hauptsächlich Speisereste und kompostierbare Materialien aus der Stadiongastronomie – stiegen von 19,180 Tonnen auf 21,237 Tonnen. Diese Entwicklung spiegelt sowohl eine verbesserte Erfassung als auch die hohe Auslastung während der Heimspiele und Events wider. Besonders deutlich ist der Anstieg beim gesammelten Speiseöl, das von 1,44 m³ auf 3,96 m³ zunahm und damit eine deutlich effizientere Wiederverwertung ermöglicht.
Auf Basis der erfassten Abfallströme lässt sich für die Saison 2023/24 erstmals eine Recycling-quote berechnen. Bei einem Gesamtaufkommen von 129,886 Tonnen (Restmüll plus stofflich verwertete Fraktionen in Tonnen) und einer stofflichen Verwertung von 35,444 Tonnen (Altglas und organische Abfälle) ergibt sich eine Recyclingquote von rund 27 Prozent.
Für die Saison 2024/25 beträgt das Gesamtaufkommen 156,364 Tonnen, wovon 42,546 Tonnen stofflich verwertet wurden. Daraus resultiert ebenfalls eine Recyclingquote von rund 27 Prozent. Kunststoffabfälle (PET) werden seit der Saison 2024/25 separat erfasst, liegen jedoch mengenmässig in einem sehr geringen Bereich und sind in dieser Quote nicht berücksichtigt. Elektronikschrott fiel in beiden Saisons nicht an.
Nicht erfasst werden Papier und Karton, da diese Abfälle über das CoopShopping-Center in die lokalen Recyclingprozesse gelangen. Die Mengen werden zentral von Coop verarbeitet, jedoch nicht nach Stadionanteil ausgewiesen. YB und Coop stehen hierzu im Austausch; perspektivisch soll eine gemeinsame, verursachergerechte Erfassung entwickelt werden, sobald dies technisch möglich ist.
Mit der Kombination aus Abfallvermeidung, verbesserter Trennung und bewusster Materialwahl geht YB einen konsequenten Weg in Richtung Kreislaufwirtschaft. Die Ergebnisse werden jährlich ausgewiesen, um Fortschritte transparent zu machen und das Reduktionsziel – eine Senkung der brennbaren Abfälle um 10 Prozent bis Ende der Saison 2025/26 – nachweisbar zu verfolgen.
Papier, Karton Keine Datenerfassung Keine Datenerfassung
Kunststoffe kg Keine Datenerfassung 141
Elektronikschrott 0,00 0,00
.

«Fussball hat Einfluss –deshalb sollten wir auch Verantwortung übernehmen.»
Jara Ackermann, YB-Spielerin
Die Mobilität rund um Heimspiele ist der wirksamste Hebel zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Einflussbereich von YB. Während Energieverbrauch, Abfallmanagement und Materialeinsatz im Stadion bereits optimiert und gut steuerbar sind, entfällt ein sehr grosser Teil der Gesamtemissionen auf die An- und Abreise von Zuschauenden bei Heimspielen. Frühere Bilanzierungen zeigten, dass der überwiegende Anteil der Treibhausgase nicht im Stadion selbst entsteht, sondern auf der Strasse – durch Verkehr vor und nach dem Spiel. Deshalb ist die Mobilität ein zentraler Bestandteil des Plan 2030 und wird datenbasiert gesteuert.
Um diese Wirkung zu mindern, setzt YB auf konkrete Anreize. Das Kombiticket für den öffentlichen Verkehr – gültig in den Libero-Zonen 100 und 101 – ist fester Bestandteil jeder Matchkarte. Es ermöglicht vielen Fans eine unkomplizierte und kostenfreie Anreise mit Tram, Bus und S-Bahn und gilt als eines der wichtigsten Instrumente zur Reduktion verkehrsbedingter Emissionen. Indem der Zugang zu nachhaltiger Fortbewegung niederschwellig gestaltet wird, lässt sich nicht nur der motorisierte Individualverkehr verringern, sondern auch das Stadionumfeld entlasten.
Die aktuelle Datenerhebung zur Mobilität der Zuschauenden bestätigt die hohe Bedeutung des öffentlichen Verkehrs für den Stadionbetrieb. Fast die Hälfte der Fans reist heute bereits mit dem ÖV an. In der aktuellen Saison liegt der Anteil bei 47,99 Prozent. Weitere 20,29 Prozent kommen zu Fuss oder mit dem Velo, was insbesondere die gute städtische Lage und die dichte Anbindung an den öffentlichen Verkehr widerspiegelt. Der motorisierte Individualverkehr macht im Vergleich dazu den kleineren, aber nach wie vor relevanten Teil aus: 14,93 Prozent der Fans nutzen ein Auto mit ein bis zwei Personen, während 13,9 Prozent mit drei oder mehr Personen im Fahrzeug anreisen. Kleinere Anteile entfallen auf Motorräder (2,16 Prozent) und E-Mobilität (0,72 Prozent).
Die räumliche Verteilung der Herkunftsorte zeigt, dass die meisten Besuchenden in einem gut erreichbaren Radius wohnen. Personen, die mit dem ÖV anreisen, legen durchschnittlich rund 15 Kilometer zurück, während die Anreisestrecke für motorisierte Fahrzeuge bei durchschnittlich etwa 18 Kilometern liegt. Die Unterschiede sind gering, bestätigen aber, dass der öffentliche Verkehr für viele Fans nicht nur eine klimafreundliche, sondern auch eine effiziente und bequeme Option darstellt. Das grosse Potenzial zur Emissionsreduktion liegt entsprechend weniger in der Distanz, sondern vor allem in der Wahl des Verkehrsmittels selbst.
Mobilität Fans, Verteilung, Entwicklung, Zielwerte
E-Mobilität
Ö entlicher Verkehr
Um die Wirkungsmechanismen besser zu verstehen, wurde im Frühjahr 2025 ein wissenschaftlich begleitetes Beratungsprojekt durchgeführt. Gemeinsam mit der Fachhochschule Graubünden wurden Mobilitätsdaten ausgewertet, eine umfassende Fanbefragung durchgeführt und konkrete Massnahmenpakete entwickelt. Die Analyse bestätigte, dass die Wahl des Verkehrsmittels von drei Faktoren dominiert wird: Kosten, Zeit und Komfort. Fans bevorzugen unkomplizierte Lösungen, die in ihren Alltag passen und ihnen Vorteile bieten –sei es durch eingesparte Parkgebühren, durch Zeitersparnis oder durch einen verbesserten Zugang zum Stadion. Das integrierte ÖV-Angebot wurde in der Untersuchung als stärkster Hebel identifiziert: Ein Matchticket, das automatisch die benötigten Libero-Zonen abdeckt, senkt Hürden und erleichtert den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr. Die Zahlungsbereitschaft ist vorhanden, insbesondere wenn die Lösung klar kommuniziert und technisch einfach verfügbar ist.
Gleichzeitig zeigte die Analyse, dass ergänzende Massnahmen zusätzliche Wirkung entfalten können. Carpooling bietet insbesondere für Fans aus Randregionen oder mit längeren Anfahrtswegen eine praktikable Alternative. Für YB ergibt sich daraus eine klare Prioritätensetzung. Der Klub verfolgt eine Steigerung des ÖV-Anteils und eine gleichzeitige Verringerung des motorisierten Individualverkehrs. Als Zielmarke gilt eine Reduktion des MIV um mindestens drei Prozentpunkte bis Ende Saison 2025/26. Dieses Ziel ist in den betrieblichen Prozessen verankert und wird durch attraktive ÖVAngebote, digitale Services und gezielte Kommunikationsmassnahmen unterstützt. Die Wirkung wird über eine saisonale Datenerhebung gemessen und in den Nachhaltigkeitsberichten ausgewiesen. Die Steuerung erfolgt datenbasiert und langfristig: Die Entwicklung des «Modal Splits» wird beobachtet, saisonale Schwankungen werden berücksichtigt und Massnahmen bei Bedarf angepasst.
Die Ergebnisse zeigen bereits heute eine positive Entwicklung. In beiden betrachteten Saisons nutzte eine Mehrheit der Fans den öffentlichen Verkehr. Ein bedeutender Teil reiste zusätzlich zu Fuss, mit dem Velo oder per E-Mobilität an. Der motorisierte Individualverkehr machte nur den kleineren Anteil der Anreisen aus, ist aber aufgrund seiner Emissionswirkung weiterhin strategisch relevant. Die Daten verdeutlichen, dass Veränderungen möglich sind, wenn Angebote, Anreize und Kommunikation ineinandergreifen. Gleichzeitig zeigen sie, dass Mobilität ein Thema ist, das weit über den Matchtag hinausreicht. YB trägt mit seiner Reichweite und seiner Positionierung dazu bei, ein gesellschaftlich relevantes Thema sichtbar zu machen: nachhaltige Mobilität als Teil eines modernen Fussballerlebnisses.
Die An- und Abreise zu Heimspielen ist nach wie vor der bedeutendste Emissionsfaktor in der Klimabilanz. YB begegnet dieser Herausforderung mit konkreten Anreizen: Das Kombiticket für den öffentlichen Verkehr (LiberoZonen 100/101) ist fester Bestandteil jeder Matchkarte.
Die Mobilität der Teams ist ein relevanter Bestandteil der Gesamtemissionen unter Plan 2030. Während Fussballbetrieb und Wettbewerb internationale und nationale Reisetätigkeiten erfordern, verfolgt YB das Ziel, Emissionen konsequent zu reduzieren und nicht vermeidbare Emissionen transparent zu kompensieren. Dabei gilt ein durchgängiges Prinzip: Wo immer möglich werden Emissionen vermieden, wo dies nicht möglich ist, werden sie reduziert, und nur der verbleibende Rest wird kompensiert.
Erfasst werden die Mobilitätsdaten aller drei wettbewerbsrelevanten Teams: der 1. Mannschaft Männer, der YB Frauen und der U21 der Männer. Buskilometer, nationale Reisen und organisatorische Mobilität umfassen stets diese drei Teams gemeinsam. Die Auswertung zeigt im Berichtsjahr eine deutliche Reduktion der Gesamtkilometer auf der Strasse. Die Busfahrten aller Teams reduzierten sich von 84’343 Kilometern in der Saison 2023/24 auf 69’955 Kilometer in der Saison 2024/25. Diese Verringerung um rund 17 Prozent entstand durch optimierte Planung, kürzere Routen und eine effizientere Abstimmung von Trainings- und Spielorten.
Flüge hingegen betreffen ausschliesslich die 1. Mannschaft der Männer (die Frauen sind in der nächsten Saison des Berichts auch international unterwegs). Sie sind nur dort relevant, wo internationale Partien eine Anreise auf dem Luftweg erfordern. Eine Ausnahme bildete im Berichtsjahr die Teilnahme der U19 an der UEFA Youth Champions League im Rahmen der Champions-League-Saison. Bei Spielen, die in engem zeitlichen und logistischen Zusammenhang mit Partien der 1. Mannschaft standen, reiste auch das Nachwuchsteam auf derselben Verbindung – soweit dies organisatorisch möglich und sinnvoll war. Alle restlichen Flüge wurden ausschliesslich von der 1. Mannschaft der Männer durchgeführt.

Die totalen Flugemissionen reduzierten sich deutlich: 568 Tonnen CO2e in der Vorsaison gegenüber 303,8 Tonnen im Berichtsjahr – eine Reduktion um rund 46 Prozent. Die Verringerung ist auf weniger internationale Spiele, kürzere Flugstrecken und kleinere Reisetruppen zurückzuführen. Bei der Wahl des Verkehrsmittels werden ökologische und wirtschaftliche Kriterien mit sportlichen Faktoren abgewogen: Reisezeit, Regenerationsphasen und Schlafrhythmen wirken sich direkt auf die Leistungsfähigkeit auf dem Platz aus. Für nationale Partien wird der Bus bevorzugt, internationale Flüge erfolgen nur dort, wo sie sportlich geboten sind.
Die verbleibenden Emissionen werden vollständig kompensiert. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 303,8 Tonnen CO2e über Projekte der Stiftung myclimate finanziert – exakt die Menge, die aus den berechneten Flugreisen resultierte. Die Kompensation erfolgte in zwei Programmen: 121,52 Tonnen CO2e über das Waldreservat Beatenberg in der Schweiz und 182,28 Tonnen CO2e über ein Wasseraufbereitungsprojekt in Uganda. Beide Projekte erfüllen anerkannte Standards und leisten neben Klimaschutz auch soziale und ökologische Wirkung.
Mit dem Dreischritt «vermeiden – reduzieren – kompensieren» setzt YB einen klaren Rahmen für ein verantwortungsvolles Reiseverhalten aller Teams. Die Effekte werden jährlich ausgewiesen und sind Bestandteil der Zielsteuerung im Plan 2030. Damit wird gewährleistet, dass sportliche Notwendigkeiten und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen – für Männer, Frauen und Nachwuchsteams gleichermassen.
Mobilität Teams, Verteilung, Entwicklung, Zielwerte
Totale CO2-Emissionen Flüge Bus
303,8 t
Saison 2024/25
69’955 km
Saison 2024/25
568 t
Saison 2023/24
84’343 km
Saison 2023/24
Mitarbeitenden-Mobilität und internationale Geschäftsreisen
Die Mobilität der Mitarbeitenden ist ein weiterer relevanter Bereich innerhalb der Umweltbilanz von YB. Dabei wird zwischen dem täglichen Pendelverkehr und den Geschäftsreisen unterschieden. Während die An- und Abreise der Fans das grösste Emissionsvolumen verursacht, leisten auch die Mobilitätsentscheidungen der Mitarbeitenden einen Beitrag zur Gesamtemission und werden im Rahmen des Plan 2030 berücksichtigt.
Die Auswertung der aktuellen Saison zeigt ein ausgewogenes Bild: Ein Drittel der Mitarbeitenden nutzt öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg. Der Anteil liegt bei 33,1 Prozent, was den guten Anschluss des Standorts an Tram-, Bus- und S-Bahnlinien widerspiegelt. Ein nahezu gleich grosser Anteil kommt zu Fuss oder mit dem Velo, was mit 32,3 Prozent ausgewiesen wurde. Damit erfolgt mehr als die Hälfte aller Pendelwege komplett ohne motorisierten Verkehr. Der verbleibende Anteil entfällt auf Autos und Motorräder: 28,3 Prozent der Mitarbeitenden fahren alleine mit dem Auto, 1,6 Prozent bilden Fahrgemeinschaften und 3,9 Prozent nutzen ein Motorrad. Über die Saison ergeben sich dadurch insgesamt 684’561 Kilometer an Autopendlerkilometern, wobei die Nutzung der Fahrzeuge sehr heterogen ist: 34,2 Prozent dieser Kilometer werden mit Elektrofahrzeugen zurückgelegt, 7,9 Prozent mit Hybridfahrzeugen und die übrigen mit konventionellen Klein-, Mittel- und Grosswagen. Ergänzend dazu profitieren alle Mitarbeitenden von einem BusinessAbonnement von PubliBike, das ihnen die kostenlose Nutzung der Velos ermöglicht und einen weiteren Anreiz für eine nachhaltige, flexible Mobilität im Arbeitsalltag schafft.
Die internationalen Geschäftsreisen stellen hingegen nur einen kleinen Anteil im Gesamtbild dar. Erfasst werden dabei alle beruflichen Reisen mit Ausnahme der Reisetätigkeiten der ersten Mannschaft. Im Berichtsjahr waren 13,5 Prozent der Mitarbeitenden geschäftlich unterwegs, was auf 31,5 Vollzeitäquivalente entspricht. Im Durchschnitt wurden 3,3 Reisen pro Person durchgeführt. Die durchschnittliche Distanz einer Geschäftsreise lag bei 1082,8 Kilometern. Über die gesamte Saison ergibt sich ein Reisevolumen von 112’557 Kilometern. Die Verteilung nach Verkehrsmitteln zeigt, dass der grösste Anteil per Flugzeug erfolgte: 68,4 Prozent der Reisekilometer entfielen auf Flüge, 21,1 Prozent auf Zugreisen und 10,5 Prozent auf Fahrten mit dem Auto. Dies entspricht 76’989 Kilometern im Jahr per Flugzeug, 23’750 Kilometern per Bahn und 11’818 Kilometern per Auto.
Im Rahmen des Plan 2030 verfolgt YB das Ziel, die Geschäftsreisen weiter zurückzuführen und wo immer möglich auf den Zug oder digitale Formate auszuweichen. Bereits heute kommen Videokonferenzen, hybride Sitzungsformate und flexible Arbeitsmodelle zum Einsatz, was die Notwendigkeit von Geschäftsreisen reduziert. Damit setzt YB einen verantwortungsvollen Rahmen für eine ressourcenschonende Mobilität seiner Belegschaft.
Mobilität Mitarbeitende, Verteilung
Matchprogramme – analog reduziert, digital erweitert
Auch im Bereich der Kommunikation verfolgt YB einen verantwortungsvollen Mittelweg zwischen Tradition und Ressourcenschonung. Die gedruckten Matchprogramme, die seit Jahrzehnten zum Stadionerlebnis gehören, werden weiterhin angeboten – allerdings bewusst in reduzierter Auflage und mit einem neuen, bedarfsgerechten Verteilungssystem.
Während die Programme früher von YB-Juniorinnen direkt in die Hände der Fans verteilt wurden, stehen sie heute an Dispensern im Stadion zur Selbstentnahme bereit. Dadurch werden nur noch diejenigen Hefte produziert, die tatsächlich mitgenommen werden. Die Wirkung dieses Wechsels ist klar erkennbar: Die Druckauflage sank von 347’000 Exemplaren in der Saison 2023/24 auf 265’000 Exemplare in der Saison 2024/25. Für die kommende Saison ist ein weiterer Rückgang geplant – auf 260’250 Exemplare, was einer Reduktion um 25 Prozent gegenüber der Ausgangslage entspricht.
Gleichzeitig wurde das digitale Format stark ausgebaut. An jedem Dispenser ist ein QR-Code angebracht, über den das Matchprogramm direkt auf dem Smartphone gelesen werden kann. Das digitale Angebot wird zusätzlich über die Klub-Website und die YB-App aktiv beworben. Die Nutzung digitaler Inhalte nahm deutlich zu: Während in der Saison 2023/24 pro Spieltag nur rund 1,3 digitale Abrufe registriert wurden, waren es in der Saison 2024/25 bereits 1’099 Abrufe pro Spieltag. Für die kommende Saison wird eine weitere Steigerung auf 2’000 digitale Abrufe pro Spieltag erwartet.
Damit findet YB eine Balance zwischen Tradition und Transformation: Das gedruckte Programm bleibt für jene bestehen, die es schätzen und sammeln, gleichzeitig wird der Übergang zu einer ressourcenschonenden, digitalen Informationsform konsequent vorangetrieben. Der Ansatz reduziert Papierverbrauch und Druckaufwand, ohne den emotionalen Wert des Stadionrituals zu verlieren.
Matchprogramme – Entwicklung analog und digital
Food-Waste-Management im Restaurant Eleven –Datentransparenz für spürbare Wirkung
Ein wesentlicher Teil der gastronomischen Nachhaltigkeitsarbeit von YB findet im Restaurant Eleven statt, das als öffentlich zugänglicher Betrieb im Stadion Wankdorf an sieben Tagen pro Woche geöffnet ist und auch an Heimspieltagen eine wichtige Rolle spielt. Im Oktober 2024 startete YB hier ein umfassendes Food-Waste-Reduktionsprojekt, das künstliche Intelligenz und digitale Messsysteme nutzt, um Lebensmittelabfälle präzise zu erfassen, sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren.
Über Waagen und automatische Fotoerkennung werden sämtliche organischen Abfälle erfasst und kategorisiert. Das System zeigt auf, wo, wann und warum Abfälle entstehen – sei es durch zu grosse Portionen, Überproduktion, Rüstverluste, Fehleinschätzungen im Einkauf oder falsche Auftaumengen.

«Es geht darum, Fussball verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.»
Dario Marzino, YB-Torhüter
Diese Transparenz sensibilisiert das gesamte Küchenteam und ermöglicht konkrete Optimierungen im Arbeitsalltag. Dazu gehören angepasste Portionierungen, die Weiterverwendung von Zutaten (z. B. die Nutzung übrig gebliebener Kartoffeln für Salate), eine sorgfältigere Planung von Menüs sowie eine verbesserte Kontrolle von Auftauvorgängen und Bestellmengen.
Bereits im ersten Jahr nach der Einführung zeigen sich klare Erfolge: 3,2 Tonnen Lebensmittelabfälle konnten vermieden werden – und damit verbunden über 15 Tonnen CO2-Äquivalente. Der durchschnittliche Food Waste pro Gast sank auf nur noch 90 Gramm, ein Wert, der im Branchenvergleich deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Zusätzlich ergaben sich Kosteneinsparungen von 27’466 Franken innerhalb weniger Monate, bei jährlichen Betriebskosten von lediglich 6’000 Franken pro Messstation.
Foodwaste, Menge, Entwicklung, Zielwertet
Einsparungen 2024/25
3’247 kg Abfall
Saison 2023/24
110
Foodwaste pro Gast in Gramm
Saison 2024/25
90
Foodwaste pro Gast in Gramm
27’466
Zielwert Saison 2025/26
90
Foodwaste pro Gast in Gramm
Parallel zur Initiative im Restaurant Eleven wird die Verteilung der Speisen während des Spielbetriebs laufend optimiert. Durch eine koordinierte Steuerung der Essensstationen lassen sich Überproduktionen reduzieren und vorhandene Mengen gezielt dort einsetzen, wo noch Nachfrage besteht. Auch im Public Catering werden entsprechende Massnahmen umgesetzt: Nicht verkaufte Brezeln werden nach Spielschluss aus dem Stadioninnenbereich an Aussenstände sowie an das Restaurant Eleven weitergegeben und dort zu reduzierten Preisen angeboten.
Zudem richtet der BSC Young Boys bereits seit 2022 nach Heimspielen in der Champions Lounge, dem grössten VIP-Bereich des Stadions, ein sogenanntes Food-Waste-Buffet ein. Dabei werden überschüssige Speisen für Gäste zur Mitnahme bereitgestellt. Pro Spieltag können so bis zu rund 130 Take-awayBoxen abgegeben werden, wodurch hochwertige Lebensmittel weiterverwendet statt entsorgt werden. Ergänzend besteht für Gäste die Möglichkeit, kostenpflichtiges Mehrweggeschirr über das ReCIRCLE-System freiwillig zu nutzen. Damit wird der Einsatz von Einwegverpackungen reduziert und gleichzeitig ein weiterer Beitrag zur Sensibilisierung für ressourcenschonenden Konsum im Stadionumfeld geleistet.
«Im und ums Wankdorf» umfasst jene Bereiche, die den Stadionalltag unmittelbar prägen: verantwortungsvolle Beschaffung, nachhaltigen Konsum bei Merchandise, Essen und Trinken sowie den barrierefreien Zugang zu allen Angeboten. Der BSC Young Boys verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: ökologische und soziale Verantwortung in der Lieferkette, bewusster Ressourceneinsatz im Betrieb und ein Stadionerlebnis, das niemanden ausschliesst.


Firmen-Event im Umgang des Stadions
Code of Conduct – klare Leitlinien für Partnerschaften und Einkauf
Nachhaltigkeit im Stadionbetrieb beginnt nicht erst beim eigenen Handeln, sondern bereits bei der Auswahl von Partner:innen, Lieferant:innen und Produktionsstätten. Der BSC Young Boys hat deshalb verbindliche Code-ofConduct-Richtlinien für Merchandising-, Gastronomie- und Zulieferpartner:innen etabliert. Diese definieren klare Anforderungen an Arbeitsbedingungen, Umweltmanagement, Produktsicherheit, Transparenz entlang der Lieferketten sowie Korruptionsprävention und Datenschutz.
Im Merchandisingbereich stehen insbesondere faire Arbeitsbedingungen, sichere Produktionsprozesse sowie nachvollziehbare Materialherkunft im Fokus. Die Partner:innen verpflichten sich zur Einhaltung internationaler Arbeits- und Sozialstandards, zur Reduktion von Umweltbelastungen sowie zu transparenten Produktions- und Lieferprozessen. Ziel ist es, ökologische und soziale Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette frühzeitig zu erkennen und kontinuierlich zu reduzieren.
Auch im Gastronomiebereich gelten entsprechende Leitlinien. Hier spielen zusätzlich Lebensmittelsicherheit, Hygiene, Allergenkennzeichnung, Herkunftstransparenz sowie die Reduktion von Verpackungsmaterialien eine zentrale Rolle. Ein besonderes Augenmerk liegt auf regionaler Beschaffung, verantwortungsvollem Ressourceneinsatz und Food-Waste-Prävention. Die Anerkennung dieser Standards ist Voraussetzung für langfristige Partnerschaften und bildet die Grundlage für eine schrittweise Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffung im Stadionbetrieb.

«Ein Klub prägt seine Region –entsprechend gross ist die Verantwortung.»
Stephanie Waeber, Kapitänin YB Frauen

Die Entwicklung im Merchandising zeigt, dass nachhaltige Beschaffung zunehmend mit wirtschaftlichen Realitäten und Konsumverhalten in Einklang gebracht werden muss. Zwischen den Saisons 2023/24 und 2024/25 lassen sich deutliche Verschiebungen im Absatz einzelner Produktgruppen beobachten. Während Trainingsbekleidung leicht zulegte, gingen klassische Fanartikel wie T-Shirts, Hoodies oder Fanschals teilweise spürbar zurück. Besonders bei T-Shirts zeigte sich mit einem Rückgang von rund einem Drittel eine deutliche Veränderung, während auch Hoodies und Schals Rückgänge im Bereich von rund 20 bis über 30 Prozent verzeichneten.
Diese Entwicklung ist nicht isoliert zu betrachten. Sie steht in engem Zusammenhang mit sportlichen Zyklen, Kollektionserneuerungen, modischen Trends sowie einem generell bewussteren Konsumverhalten vieler Fans. Gleichzeitig zeigt sich, dass nachhaltigere Produktlinien zunehmend Aufmerksamkeit erhalten. Kooperationen wie jene mit NCCFN, die auf Bio-Baumwolle, recycelte Materialien, europäische Produktion und transparente Lieferketten setzen, tragen dazu bei, ökologische Standards im Merchandising schrittweise zu erhöhen.
Mit Initiativen wie YB-Art stärkt der Klub zudem die regionale Wertschöpfung und Bindung. Limitierte Produkte entstehen in Zusammenarbeit mit lokalen Künstler:innen, sozialen Einrichtungen sowie kreativen Projekten aus der Region – unter anderem durch die Weiterverarbeitung alter Trikots oder Banner zu neuen Produkten. Solche Ansätze verbinden Ressourcenschonung mit emotionaler Identifikation der Fans und machen Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar.
Merchandising
Parallel zur Sortimentsentwicklung verfolgt YB konkrete Nachhaltigkeitsziele im Merchandisingbereich. Bis zum Ende der Saison 2025/26 sollen mindestens 25 Prozent der Merchandise–Artikel mit dem grünen YB-Logo gekennzeichnet sein, das für besonders nachhaltige Produkte steht. In der Saison 2023/24 lag dieser Anteil bei 22,55 Prozent, in der Saison 2024/25 bei 22,03 Prozent. Damit bewegt sich der Klub stabil nahe am Zielwert, arbeitet jedoch weiterhin an einer konsequenten Ausweitung nachhaltiger Produktlinien.
Auch bei Produkten mit dem Nike-Label «Move to Zero», das auf ressourcenschonendere Materialien und Produktionsprozesse verweist, zeigt sich eine insgesamt positive Entwicklung. Nach einem Anteil von 9,82 Prozent in der Saison 2023/24 stieg dieser Wert in der Saison 2024/25 auf 12,31 Prozent und übertraf damit bereits den mittelfristigen Zielwert von 10 Prozent.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf regionaler Wertschöpfung. In der Saison 2023/24 wurden 92,42 Prozent des Umsatzes mit Lizenzpartner:innen in der Region Bern generiert. In der Saison 2024/25 lag dieser Anteil bei 79 Prozent. Die Schwankung hängt vor allem mit einzelnen projektbezogenen Kooperationen ausserhalb der Region zusammen. Grundsätzlich bleibt die regionale Verankerung jedoch ein strategisches Ziel, das bis 2025/26 weiterhin mindestens 90 Prozent erreichen soll.
Auch die Struktur der Lizenzpartner:innen zeigt eine starke regionale Ausrichtung. Der Anteil der Partner:innen aus der Region Bern lag 2023/24 bei 71,88 Prozent und 2024/25 bei 78 Prozent, womit der Zielwert von 70 Prozent bereits übertroffen wurde. Betrachtet man die gesamte Schweiz, stammen 87,5 Prozent der Lizenzpartner:innen in der Saison 2023/24 und 87 Prozent in der Saison 2024/25 aus dem Inland. Damit wird das Ziel von mindestens 85 Prozent stabil erfüllt.
Diese Entwicklungen zeigen, dass nachhaltiges Merchandising nicht nur ökologische Kriterien umfasst, sondern auch regionale Wirtschaftskreisläufe stärkt, Lieferketten transparenter macht und langfristige Partnerschaften fördert. Der Klub verfolgt dabei einen pragmatischen Ansatz: Nachhaltigkeit soll wirtschaftlich tragfähig sein, von den Fans akzeptiert werden und gleichzeitig messbare ökologische und soziale Verbesserungen bewirken.
.

«Ein Stadion ist mehr als ein Spielort –Verantwortung gehört dazu.»
Marvin Keller, YB-Torhüter

Auch im gastronomischen Bereich zeigen die Daten eine dynamische Entwicklung. Der Getränkeabsatz entwickelte sich unterschiedlich: Während der Bierkonsum moderat um rund vier Prozent zunahm, verzeichneten alkoholfreie Getränke deutlichen Zuwachs. Softdrinks stiegen um rund neun Prozent, Mineralwasser sogar um knapp einen Viertel. Diese Entwicklung deutet neben steigender Anzahl Besuchenden auch auf ein verändertes Konsumverhalten hin, bei dem alkoholfreie Alternativen stärker nachgefragt werden.
Parallel dazu gingen Kaffee- und Teeverbrauch deutlich zurück, was sowohl saisonale Effekte als auch Veränderungen im Hospitality-Angebot widerspiegeln kann. Insgesamt zeigt sich eine Verschiebung hin zu flexibleren Konsummustern, die stärker von Veranstaltungsformaten, Wetterbedingungen und Besuchendenstruktur geprägt sind.
Im Foodbereich bestätigt sich der Trend zu pflanzenbasierten Angeboten. Fleischbasierte Mahlzeiten gingen gegenüber der Vorsaison um rund 15 Prozent zurück, während vegetarische Optionen um etwa 17 Prozent zunahmen. Vegane Angebote bleiben ein wichtiger Bestandteil des Sortiments, auch wenn die Nachfrage je nach Veranstaltung variiert. Insgesamt zeigt sich eine schrittweise Diversifizierung des gastronomischen Angebots, das traditionelle Stadionprodukte mit modernen Ernährungsgewohnheiten verbindet.
Die Kombination aus datenbasierter Angebotssteuerung, nachhaltiger Beschaffung und kontinuierlicher Prozessoptimierung zeigt, dass Nachhaltigkeit im Stadionalltag zunehmend operationalisiert wird. Dabei geht es nicht nur um ökologische Effekte, sondern auch um wirtschaftliche Stabilität, Fanakzeptanz und langfristige Zukunftsfähigkeit des Betriebs rund um das Wankdorf.
Angebot Gastronomie, Verteilung, Entwicklung, Zielwerte
.

«Wir wollen die YBEmotionen nicht nur auf, sondern auch neben dem Fussballplatz erlebbar machen.»
Martin Geiger, Chief Hospitality Officer
«Gastronomie als Teil des YB-Erlebnisses»
Martin Geiger, Chief Hospitality Officer, über Verantwortung, Nachhaltigkeit und Emotionen bei YB Gastro
Du bist seit einiger Zeit Chief Hospitality Officer bei YB. Was reizt dich an dieser Aufgabe am meisten?
YB ist ein unglaublich vielfältiges Unternehmen. Natürlich steht der Fussball im Mittelpunkt, aber wir haben weit mehr zu bieten: Matchtage, Events, Verpflegung für Mannschaften, neue gastronomische Konzepte – all das macht den Job enorm abwechslungsreich. Ich bin sehr gerne Gastgeber, beruflich wie privat, und das verbindet sich perfekt mit meinem gelbschwarzen Herz. Das macht diesen Job wirklich besonders.
Wie würdest du die Rolle der Gastronomie im gesamten YBKontext beschreiben? Niemand kommt primär wegen der Gastronomie ins Stadion – man kommt, um Fussball zu sehen. Aber wir tragen einen wichtigen Teil zum Gesamterlebnis bei. Unser Ziel ist, die Emotionen auf dem Spielfeld und auf den Rängen auch in die Gastronomie einfliessen zu lassen. Wir verstehen uns als Teil des MatchtagErlebnisses und wollen dieses positiv prägen.
Du hast vom Matchtag-Erlebnis gesprochen. Es gibt aber auch andere Angebote, etwa Restaurants und Events. Ist es dort ähnlich? Ja, teilweise. Das À-la-carte-Restaurant ist natürlich am weitesten vom eigentlichen Spielbetrieb entfernt –dort erlebt man YB weniger direkt, aber das Umfeld bleibt spürbar. Bei Events wiederum geht es nicht um das Matchtag-Erlebnis, sondern um ein Event-Erlebnis. Auch dort wollen wir mit der Gastronomie einen stimmungsvollen Beitrag leisten.
YB Gastro ist seit 2023 fester Bestandteil von YB. Wie hat sich dadurch deine Arbeit oder die des Teams verändert?
Im Alltag hat sich nicht alles verändert, aber die Integration in die YB-Familie hat vieles vereinfacht. Wir haben heute deutlich kürzere Wege und können bereichsübergreifende Themen viel schneller und direkter besprechen. Früher war man eher ein Teil des Stadions – jetzt sind wir ein Teil von YB. Das stärkt auch die Identifikation der Mitarbeitenden, die sich aber auch schon zuvor stark mit dem Verein verbunden gefühlt haben.
Was bedeutet Nachhaltigkeit in deinem Bereich?
Nachhaltigkeit ist bei YB ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Oft denkt man zuerst an ökologische Aspekte, doch Nachhaltigkeit umfasst weit mehr – sie betrifft auch soziale und ökonomische Verantwortung. In der Gastronomie sind wir besonders stark mit der ökologischen Nachhaltigkeit konfrontiert: beim Einkauf, in der Produktion, in der Angebotsplanung oder beim Thema Food Waste. Gleichzeitig beschäftigen wir uns aber auch mit Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, etwa mit der Ausbildung, der Mitarbeitendenbindung oder fairen Arbeitsbedingungen.
Gibt es ein Projekt oder eine Massnahme, auf die du besonders stolz bist – gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit?
Ja, besonders stolz bin ich auf das Projekt mit Kitro – einer KI-basierten Lösung zur Messung und Reduktion von Food Waste im À-la-carte-Restaurant. Wir wollten verstehen, wo Abfälle entstehen und wie wir sie vermeiden können. Seither sehen wir klare positive Effekte, was mich sehr freut.
Ein weiteres Beispiel ist die Erweiterung unseres vegetarischen und veganen Angebots im PublikumsCatering. Wir haben eigene Produkte entwickelt, etwa die FOREVERWurst oder die Gyros Box – beides pflanzenbasierte Alternativen, die sehr gut ankommen. Solche Projekte machen Spass, weil sie zeigen, dass Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.
Was ist der Grundgedanke hinter den vegetarischen und veganen Angeboten?
Wir wollen den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten unserer Gäste gerecht werden. Menschen essen aus ganz verschiedenen Gründen unterschiedlich – sei es aus Überzeugung, Religion oder gesundheitlichen Gründen. Natürlich lässt sich nicht alles abdecken, aber wir möchten möglichst viele Bedürfnisse erfüllen. Gleichzeitig ist der reduzierte Fleischkonsum auch ein wichtiger Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Darum bieten wir bewusst mehr pflanzenbasierte Optionen an.

Wie reagiert das Publikum auf diese Angebote?
Das Feedback ist sehr positiv. Wichtig ist, dass man nicht nur Massnahmen umsetzt, sondern auch darüber spricht. Es bringt nichts, das nachhaltigste Angebot zu haben, wenn niemand davon weiss. Wir kommunizieren unsere Initiativen aktiv –und die Gäste nehmen wahr, dass Nachhaltigkeit bei uns keine leere Worthülse ist. Wir erhalten regelmässig Rückmeldungen, dass unsere Bemühungen geschätzt werden.
Wie werden die Mitarbeitenden in die Thematik Nachhaltigkeit einbezogen?
Wir informieren unser Team regelmässig über Projekte und Entwicklungen – zum Beispiel an unseren internen Personalinformationen. Nachhaltigkeit ist dort immer ein Thema, ob ökologisch, sozial oder wirtschaftlich. Besonders schön ist, dass Mitarbeitende aktiv mitwirken können. Bei der Entwicklung der FOREVER-Wurst etwa war ein ganzes Team beteiligt. Das stärkt das Bewusstsein und die Identifikation – und Nachhaltigkeit wird so automatisch Teil des Alltags.
An den Spieltagen herrscht hoher Zeitdruck und grosser Andrang. Wie gelingt es, unter diesen Bedingungen trotzdem nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten?
Das ist tatsächlich eine grosse Herausforderung. Wenn man mit starken «Peaks» arbeitet, braucht es eine sehr gute Organisation und durchdachte Prozesse. Unsere langjährigen Mitarbeitenden sind dabei ein grosser Vorteil – sie bringen wertvolle Erfahrungswerte mit. So können wir sehr genau einschätzen, wie viel es braucht, um Überproduktion zu vermeiden, ohne dass es zu Engpässen kommt. Wir analysieren jeden Match detailliert – Temperatur, Gegner, Anspielzeit – und planen auf Basis dieser Daten. Das ist anspruchsvoll, aber entscheidend, um Food Waste zu reduzieren.

Welche Rolle spielen lokale Produzent:innen und Partner:innen im Einkauf?
Eine grosse. Lokale Produkte bedeuten kurze Transportwege – das reduziert Emissionen und stärkt zugleich die regionale Wirtschaft. Zudem haben wir bei regionalen Produzent:innen eine bessere Übersicht über Qualität und Herkunft. Natürlich können wir nicht alles lokal beziehen, auch wegen der benötigten Mengen. Aber unser Ziel ist klar: so lokal wie möglich.
Wo liegen aktuell die grössten Herausforderungen in deinem Bereich?
Zum einen kostet Nachhaltigkeit –egal in welchem Bereich. Nachhaltige Produkte sind oft teurer, und das muss man bewusst in Kauf nehmen. Wir entscheiden uns klar für Qualität und Verantwortung, auch wenn der Preis höher ist. Zum anderen ist es manchmal eine Gratwanderung zwischen Nachhaltigkeit und Kundenbedürfnissen. Nicht alle Gäste haben dieselben Erwartungen. Wir müssen einerseits eine klare Haltung vertreten und nachhaltige Angebote schaffen, andererseits die Wünsche unserer Kund:innen ernst nehmen. Diese Balance zu halten, ist eine der grössten Herausforderungen.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Gastronomie, Klubleitung und Nachhaltigkeitsmanagement?
Sehr gut. Wir stehen in regelmässigem Austausch, was enorm wichtig ist. Nachhaltigkeit braucht Struktur und Kontrolle – es genügt nicht, einmal darüber zu sprechen. Der laufende Dialog hilft, Fortschritte messbar zu machen und Lücken zu erkennen. Zudem ist Nachhaltigkeit nicht nur Teil der Gesamtstrategie von YB, sondern auch fest in der Strategie der Abteilung Hospitality verankert. So können wir gezielt handeln und die richtigen Massnahmen umsetzen.
An welchen Zielen arbeitet ihr aktuell?
Langfristig wollen wir unseren CO2-Fussabdruck weiter reduzieren. Daraus ergeben sich viele Teilziele: ressourcenschonender arbeiten, Food Waste minimieren, Energie effizienter nutzen, und weiterhin attraktive fleischlose Alternativen fördern. Wir wollen zeigen, dass nachhaltiges Handeln und Genuss kein Widerspruch sind.
Wie stellst du dir die Gastronomie bei YB in fünf Jahren vor?
Prognosen sind schwierig – das hat uns spätestens die Corona-Zeit gelehrt. Trotzdem ist unser Ziel klar: Wir wollen ein Angebot schaffen, das ökologisch sinnvoll ist und gleichzeitig den Bedürfnissen der Gäste entspricht. Wenn uns das gelingt, sind wir auf dem richtigen Weg. Was in fünf Jahren genau kommt, lässt sich schwer sagen –aber wir wollen vorbereitet und flexibel bleiben.
Wenn du einem Gast in einem Satz erklären müsstest, was YB Gastro ausmacht – was würdest du sagen?
Unser Ziel ist es, die YB-Emotionen auch neben dem Spielfeld erlebbar zu machen. Wir wollen, dass die Menschen Freude empfinden – nicht nur beim Torjubel, sondern auch, wenn sie etwas bei uns essen oder trinken. Das ist es, was uns ausmacht.

Eingangsschild beim barrierefreien Eingang 73
Ein zentrales Anliegen bleibt die vollständige Barrierefreiheit im und ums Stadion. YB stellt sicher, dass alle Menschen – unabhängig von körperlichen Einschränkungen – am Spieltag ein gleichwertiges Erlebnis haben. Informationen zu barrierefreien Zugängen, Plätzen und Parkmöglichkeiten werden transparent kommuniziert.
Barrierefreiheit ist bei YB nicht nur ein bauliches Kriterium, sondern Teil der Stadionkultur. Insgesamt stehen 64 Rollstuhlplätze im Heim- und Neutralbereich zur Verfügung; im Gästesektor gibt es zusätzlich 4 Rollstuhlplätze (exklusiv für Gästefans). Für sehbeeinträchtigte Personen hält YB 12 Blindenplätze bereit; audiodeskriptive Übertragungen (z. B. via Radio Blind Power) werden unterstützt. Rollstuhlfahrende und Begleitperson entrichten einen Einheitspreis (Saisonkarte respektive Einzelticket), der Zugang erfolgt barrierefrei über die Eingänge Papiermühlestrasse 73/77 mit Lift auf den Stadionumgang; in den Sektoren stehen rollstuhlgängige Toiletten (Eurokey) bereit. Informationen und Kontakt zum Ticketing sind online gebündelt.

im Sektor A
Die YB-Familie umfasst alle Menschen, die zum Klub gehören: Mitarbeitende, Spielerinnen und Spieler, Fans, Sponsoren und Partner:innen. Sie bilden ein vielfältiges Netzwerk, das den Verein trägt, prägt und weiterentwickelt. Gemeinsame Werte bilden die Grundlage dieses Zusammenhalts. Fairness, Respekt, Leidenschaft, Identifikation mit Gelbschwarz, Loyalität, Offenheit, Gleichberechtigung und Toleranz sind keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Kultur im Alltag des Klubs. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber sorgt der BSC Young Boys für ein unterstützendes und professionelles Umfeld, in dem sich Mitarbeitende wohlfühlen und entfalten können. Wertschätzung, Dialog und Teamarbeit stehen dabei im Zentrum. Gleichzeitig strebt der Klub nach sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Stabilität – denn nur auf einer soliden Basis lassen sich Nachwuchsarbeit, Infrastruktur, soziale Verantwortung und sportliche Ambitionen langfristig sichern. Die YB-Familie ist mehr als ein Begriff: Sie ist gelebte Realität. Sie zeigt sich auf den Rängen des Wankdorfs, in der täglichen Arbeit im Klub, im Engagement für den Nachwuchs, in Kooperationsprojekten, im ehrenamtlichen Einsatz rund um den Verein und in der Verbundenheit über Generationen hinweg. Gemeinsam entsteht daraus ein starkes Fundament für heute und für die Zukunft.

Wir streben nach Erfolg –mit Leidenschaft, Mut, Disziplin und Innovationsgeist.
Wir handeln im Sinn unserer Werte mit Weitblick – für die YB-Familie, die Gesellschaft und die Umwelt.
Wir sind ein Teil von Bern –bodenständig, ehrlich, echt – und berühren die Menschen mitten im Leben.
Die Identität von YB basiert auf drei zentralen Leitwerten, die das Handeln des Klubs nach innen und aussen prägen:
Ambitioniert
YB strebt nach Erfolg – sportlich wie organisatorisch. Ambition bedeutet, mit Leidenschaft, Mut, Disziplin und Innovationsgeist zu arbeiten. Der Klub setzt sich anspruchsvolle Ziele, möchte sich kontinuierlich weiterentwickeln und sucht immer wieder neue Wege, um besser zu werden. Ambition zeigt sich in der täglichen Arbeit aller Teams, auf dem Spielfeld ebenso wie in den Bereichen Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Organisation.
Verantwortungsvoll
YB handelt im Sinne seiner Werte und mit Weitblick – für die YB-Familie, für die Gesellschaft und für die Umwelt. Verantwortung bedeutet, die eigenen Entscheidungen bewusst zu treffen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und soziale Anliegen ernst zu nehmen. Dieses Verständnis prägt den Umgang miteinander und bildet die Grundlage für Projekte, die gesellschaftlichen Mehrwert schaffen: von Inklusion und Jugendarbeit bis hin zu Umwelt- und Klimaschutz.
Verwurzelt
YB ist Teil von Bern. Der Klub steht für Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Authentizität. Diese Verbundenheit mit der Stadt und der Region ist spürbar –im Stadion, im Alltag und in der Art, wie YB den Kontakt mit Fans und Partner:innen pflegt. Verwurzelt zu sein bedeutet, Menschen mitten im Leben zu berühren, ihnen Nähe zu vermitteln und gleichzeitig offen zu bleiben für Vielfalt und neue Perspektiven.
.

«Identifikation mit Gelbschwarz ist mehr als ein Slogan.»
Christian Fassnacht, YB-Spieler
Der BSC Young Boys sieht sich nicht nur als sportlicher Leistungsträger, sondern als verlässlicher Arbeitgeber und wichtiger sozialer Akteur in Bern und der Region. Das Wohl der Mitarbeitenden, faire Arbeitsbedingungen sowie transparente und nachvollziehbare Entwicklungsmöglichkeiten bilden die Grundlage der Personalstrategie. Das Geschäftsjahr 2023/24 war geprägt von Wachstum, Professionalisierung und einem konstanten Fokus auf Vielfalt, Lohngleichheit und die Förderung eigener Talente.
Wachstum der Organisation
Im Berichtsjahr beschäftigte YB insgesamt 329 Mitarbeitende, deutlich mehr als im Vorjahr mit 241 Mitarbeitenden. Das entsprechende Arbeitsvolumen betrug 223,65 Vollzeitäquivalente (FTE). Die Standard-Arbeitszeit beträgt 42 Stunden pro Woche.
Geschlechter- und Altersstruktur
Das Geschlechterverhältnis innerhalb der Organisation zeigt eine ausgewogene Struktur, jedoch mit einer sporttypischen Dominanz männlicher Beschäftigung. Im Berichtsjahr arbeiteten 87 Frauen und 242 Männer für YB. Die Altersverteilung zeigt eine Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs: 51 Frauen und 113 Männer waren jünger als 30 Jahre, 17 Frauen und 50 Männer zwischen 30 und 40, 12 Frauen und 47 Männer zwischen 41 und 50, sowie 7 Frauen und 32 Männer über 50 Jahre. Diese Zusammensetzung unterstützt sowohl dynamische Entwicklung als auch langfristige Stabilität.
Führungsverantwortung und Frauenanteil
In der Führungsebene sind verschiedene Altersgruppen vertreten. Im Middle Management waren im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 16 Personen tätig, verteilt über alle Altersstufen. Im Senior Management arbeiteten 11 Personen. Frauen sind in beiden Ebenen vertreten; der Klub hat sich das Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Führungsfunktionen bis 2025 weiter zu erhöhen.
Anstellungsmodelle und Arbeitszeit
Die Arbeitsverhältnisse spiegeln die Besonderheiten eines Sport- und Eventbetriebs wieder. Im Berichtsjahr hatten 60,2 Prozent der Mitarbeitenden einen unbefristeten Vertrag, 39,8 Prozent waren befristet angestellt. Die Arbeitszeitmodelle waren ausgewogen: 47,7 Prozent der Mitarbeitenden arbeiteten in Vollzeit, 52,3 Prozent in Teilzeit. Die Teilzeitquote ist insbesondere im Eventund Matchbetrieb strukturell bedingt und entspricht branchentypischen Anforderungen.
Nachwuchs- und Talentförderung
Ein wichtiger Bestandteil der Klubphilosophie ist die Förderung eigener Talente. Im Geschäftsjahr 2023/24 stammten 16 Prozent der professionellen Athletinnen und 9,4 Prozent der professionellen Athleten aus der eigenen Nachwuchsarbeit. Die Nachwuchsförderung wird durch die Akademie und die strukturierten Trainingsprogramme systematisch weiterentwickelt.
Bindung und Fluktuation
Die Mitarbeitendenbindung konnte im gegenseitigen Vergleich stabil gehalten werden. Die Fluktuation lag 2023/24 bei 20,3 Prozent, im Vorjahr hatte sie 26,2 Prozent betragen. Insgesamt verliessen 49 Mitarbeitende den Klub, davon 38 durch freiwillige Kündigung, vier aufgrund arbeitgeberseitiger Beendigung, drei durch Pensionierung und vier aus anderen Gründen. Die Zahlen zeigen ein gesundes Mass an Personalbewegung in einer wachsenden Organisation.

«Die YB-Familie gibt uns starken Rückhalt.»
Emilie Bernhardt, YB-Spielerin
Mitarbeitende
329 (Vorjahr 241) – Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Vollzeitäquivalente 223,65 FTE – Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Standardarbeitszeit: 42 Stunden
Geschlechterverteilung 87 Frauen/242 Männer – Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Altersverteilung
<30: 51 F/113 M
30-40: 17 F/50 M
40-50: 12 F/47 M
>50: 7 F/32 M
Middle Management 16 Personen
Senior Management 11 Personen
Unbefristete Verträge 60,2% – Anmerkung: inkl. Staff
Befristete Verträge 39,8% – Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Vollzeit 47,7% Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Teilzeit 52,3% – Anmerkung: inkl. Spieler:innen
Lernende 8
Erfolg und finanzielle Stabilität
Nachhaltigkeit braucht eine solide Basis. Der BSC Young Boys verfügt über eine robuste Finanz- und Bilanzstruktur, die es dem Klub ermöglicht, sportliche Ziele mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Die Zahlen der beiden Geschäftsjahre 2023 und 2024 zeigen, dass YB wirtschaftlich stabil agiert –auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld mit volatilen Einnahmen im internationalen Fussball.
Im Geschäftsjahr 2023 erzielte der Klub einen Umsatz von 104.089 Mio. Franken. Dieses Resultat war massgeblich geprägt durch ausserordentlich hohe Europacuperträge sowie Transferwerte. Im Geschäftsjahr 2024 normalisierte sich die Ertragslage und der Umsatz lag bei 93.230 Mio. Franken. Trotz dieser erwartbaren Korrektur gelang YB erneut ein positives Ergebnis: Der Jahresgewinn betrug 6.665 Mio. Franken, nahezu identisch zum Vorjahr mit 6.709 Mio. Franken. Die Gewinne werden traditionell nicht ausgeschüttet, sondern vollständig im Klub gehalten und gezielt reinvestiert – unter anderem in Nachwuchs, Infrastruktur, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsmassnahmen. Dadurch trägt der sportliche Erfolg unmittelbar zur langfristigen Entwicklung des Klubs bei.
Die Bilanz unterstreicht diese Stabilität. Das Eigenkapital wurde von 51.579 Mio. Franken im Geschäftsjahr 2023 auf 58.244 Mio. Franken im Geschäftsjahr 2024 weiter gestärkt. Die Bilanzsumme stieg im gleichen Zeitraum von 125.821 Mio. Franken auf 146.202 Mio. Franken, was vor allem mit laufenden und abgeschlossenen Investitionsprojekten zusammenhängt. Die Eigenkapitalquote liegt damit bei 39.8 Prozent (Vorjahr: 41.0 Prozent) – eine solide Positionierung für einen professionellen Sportbetrieb mit grosser infrastruktureller Verantwortung.
Die Verbindlichkeiten entwickelten sich planmässig: Die langfristigen Verbindlichkeiten blieben konstant bei 22.213 Mio. Franken, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 52.029 Mio. Franken auf 65.745 Mio. Franken anstiegen. Diese Bewegungen spiegeln operative Liquiditätssteuerung sowie laufende Transfer- und Projektzyklen wider. Das Anlagevermögen reduzierte sich von 33.523 Mio. Franken auf 26.618 Mio. Franken, was im Wesentlichen auf turnusgemässe Abschreibungen und die Fertigstellung einzelner Infrastrukturmassnahmen zurückzuführen ist.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von YB ist damit kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck einer langfristig orientierten Strategie. Kontinuierliche Erträge aus Ticketing, Sponsoring und Hospitality, ergänzt durch sportliche Werte aus nationalen und internationalen Wettbewerben, sichern die Basis für die nächsten Entwicklungsschritte. Gleichzeitig behält der Klub ein transparentes Ausgabeverhalten und investiert gezielt in jene Bereiche, die strukturell entscheidend sind: Nachwuchs, Akademie und sportliche Infrastruktur, aber auch Digitalisierung, Fan Services und Nachhaltigkeitsprogramme.
Die Perspektive ist klar: YB will wirtschaftlich solide bleiben und gleichzeitig Verantwortung übernehmen. Der Klub plant, die Eigenkapitalbasis weiter zu stärken, Erlösstrukturen zu verbreitern und nachhaltige Investitionen nach transparenten Kriterien zu priorisieren. Die Finanzkennzahlen zeigen eindrücklich, dass dieser Ansatz funktioniert. Stabilität im Geschäftsbericht ist bei YB kein Selbstzweck – sie ist die Grundlage dafür, dass sportliche, ökologische und soziale Ziele zuverlässig erreicht werden können.
Verbindlichkeiten
Der BSC Young Boys nahm erstmals am Global Sustainability Benchmark in Sports (GSBS) Report 2025 teil und wurde dabei als erster Fussballklub aus der Schweiz im internationalen Vergleich bewertet. Im Rahmen dieser Analyse erhielt der Klub ein GSBS Bronze Rating, das auf unabhängig geprüften Leistungsdaten basiert und eine externe Einschätzung des Nachhaltigkeitsengagements liefert.
Der GSBS Report ist ein internationaler Benchmark für Nachhaltigkeit im Sport und vergleicht Organisationen anhand verschiedener Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Governance und soziale Verantwortung. Die Teilnahme ermöglicht es, die eigenen Aktivitäten systematisch mit anderen Klubs und Sportorganisationen zu vergleichen und Entwicklungspotenziale zu identifizieren.
Die Teilnahme am GSBS Benchmark liefert wertvolles Feedback zur eigenen Nachhaltigkeitsarbeit und unterstützt den Klub dabei, bestehende Massnahmen weiterzuentwickeln, Fortschritte messbar zu machen und die Transparenz gegenüber Fans, Partnern und der Öffentlichkeit zu stärken.
GSBS Bronze Rating

Ursula Friedman, Chief Non-Sports und Vorsitzende der GL, BSC Young Boys Timon Lanz, Sustainability Manager BSC Young Boys
Nachhaltigkeit hat beim BSC Young Boys in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Weshalb war es dem Klub wichtig, dieses Thema strategisch auf Ebene der Geschäftsleitung zu verankern?
Ursula Friedman: Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatzprojekt und auch kein Kommunikationsthema, sondern eine strategische Frage der Zukunftsfähigkeit des Klubs. Als einer der grössten Sportvereine der Schweiz tragen wir Verantwortung – gegenüber unseren Mitarbeitenden, unseren Fans, der Stadt Bern und der Umwelt. Diese Verantwortung kann man nicht delegieren oder nebenbei behandeln. Deshalb war es uns wichtig, Nachhaltigkeit direkt bei der Geschäftsleitung zu verankern und klar zu steuern. Mit der Schaffung einer Stabsstelle Nachhaltigkeit stellen wir sicher, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte systematisch in Entscheidungen einfliessen –von der Infrastruktur über das soziale Engagement bis hin zur Unternehmenskultur.

Der Profifussball ist stark leistungs- und wirtschaftsgetrieben. Wo siehst du die grössten Spannungsfelder zwischen sportlichem Erfolg und nachhaltigem Handeln?
Ursula Friedman: Diese Spannungsfelder sind real und begleiten uns im Alltag. Profifussball bedeutet hohe Mobilität, internationale Reisen, grosse Veranstaltungen und einen entsprechend hohen Ressourcenverbrauch. Gleichzeitig sind als Fussballklub in einer besonderen Position. Fussball löst Emotionen aus, erreicht sehr viele Menschen und steht stark im öffentlichen Fokus. Genau das macht unsere Branche zu einem Hebel – nicht, weil wir perfekt sind, sondern weil wir sichtbar sind. Wenn wir Verantwortung übernehmen, wird das wahrgenommen. Und das verpflichtet.
Wir bewegen uns in einem sehr kompetitiven wirtschaftlichen Umfeld. Für uns geht es deshalb um eine bewusste Balance. Nachhaltigkeit darf den sportlichen Erfolg nicht gefährden, aber sportlicher Erfolg darf auch nicht auf Kosten der Zukunft gehen. Wir setzen dort an, wo wir realen Einfluss haben und wo Massnahmen sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Nachhaltigkeit muss funktionieren –ökologisch, sozial und finanziell.

«Unsere Wettbewerbsfähigkeit und unser sportlicher Erfolg sind die Triebfeder für alles – ohne sie könnten wir unsere Verantwortung nicht glaubwürdig leben.»
Ursula Friedman, Chief Non-Sports und Vorsitzende der GL, BSC Young Boys

Welche Rolle spielt die interne Organisation bei der Umsetzung dieser Strategie?
Ursula Friedman: Eine zentrale Rolle. Nachhaltigkeit kann nur dann wirksam sein, wenn sie im gesamten Klub gelebt wird. Die Nachhaltigkeitsabteilung definiert gemeinsam mit den leitenden Funktionen die strategische Richtung, umgesetzt wird sie jedoch im operativen Alltag – im Stadionbetrieb, in der Gastronomie, im Sport, in der Administration und in der Kommunikation. Mit der Stabsstelle Nachhaltigkeit und der Besetzung durch Timon Lanz haben wir eine Schnittstelle geschaffen, die bereichsübergreifend arbeitet, Prozesse verbindet und Themen konsequent vorantreibt. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit bei YB immer Teamarbeit.
Timon Lanz, als Sustainability Manager verantwortest du die strategische Ausrichtung als auch die operative Umsetzung. Wie ist der aktuelle Stand der Nachhaltigkeitsentwicklung bei YB einzuordnen?
Timon Lanz: YB befindet sich auf einem soliden Entwicklungsstand mit klarer Zielrichtung. In den vergangenen Jahren wurde viel Grundlagenarbeit geleistet: Daten wurden systematisch erhoben, Prozesse analysiert, Zuständigkeiten definiert und erste Zielpfade festgelegt. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Nachhaltigkeit kein Zustand ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
Gerade im Profisport gibt es keine einfachen Lösungen. Entscheidend ist, dass wir Fortschritte messbar machen, transparent darüber berichten und dort nachschärfen, wo Ziele noch nicht erreicht sind. Der Nachhaltigkeitsbericht ist für uns ein zentrales Steuerungsinstrument.
Welche Themen stehen aktuell besonders im Fokus?
Timon Lanz: Ein Schwerpunkt liegt klar auf der Klimabilanz, insbesondere auf der gesamten Mobilität rund um den Spielbetrieb, die Teams und die Mitarbeitenden – hier entstehen die grössten Emissionen. Daneben arbeiten wir gezielt an der Energieeffizienz im Stadionbetrieb, etwa in der Gastronomie oder bei der Gebäudetechnik, sowie an einer verantwortungsvolleren Beschaffung, insbesondere bei Merchandise und in der Gastronomie.
Gleichzeitig spielt die soziale Dimension eine zentrale Rolle. YB setzt zahlreiche CSR-Projekte um, die auf Inklusion, Integration und gesellschaftliche Teilhabe abzielen. Dazu gehören unter anderem inklusive Sportangebote, Bildungsprogramme, gezielte Jugendarbeit sowie Kooperationen mit sozialen Organisationen in der Region Bern. Diese Projekte sind kein Nebenschauplatz, sondern integraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Sie zeigen, dass Nachhaltigkeit bei YB nicht nur über Emissionen und Energieverbrauch definiert wird, sondern auch über soziale Wirkung, Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und langfristige Förderung von Teilhabe und Chancengleichheit.
Wichtig ist uns dabei, ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam zu denken. Nur wenn diese Dimensionen zusammenspielen, entsteht eine tragfähige und glaubwürdige Gesamtstrategie, die den Klub langfristig stärkt.
Wie geht der Klub mit Zielkonflikten um, etwa wenn nachhaltige Lösungen höhere Kosten verursachen?
Timon Lanz: Zielkonflikte gehören zur Realität. Nicht jede nachhaltige Lösung ist kurzfristig günstiger, aber viele sind langfristig wirtschaftlich sinnvoll. Wir versuchen, Entscheidungen faktenbasiert zu treffen und den gesamten Lebenszyklus zu betrachten: Investitionskosten, Betriebskosten, Einsparpotenziale und Risiken. In vielen Fällen zeigt sich, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind. Wichtig ist, dass Nachhaltigkeit nicht als Zusatzkosten wahrgenommen wird, sondern als Investition in Stabilität, Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Welche Bedeutung hat
Transparenz in diesem Prozess?
Timon Lanz: Transparenz ist zentral. Wir wollen offen zeigen, wo wir stehen – inklusive der Bereiche, in denen wir noch Entwicklungspotenzial sehen. Transparente Berichterstattung schafft Vertrauen nach
innen und nach aussen und hilft gleichzeitig, interne Prozesse weiterzuentwickeln. Nachhaltigkeit lebt von Glaubwürdigkeit. Diese entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Ehrlichkeit, Konsequenz und kontinuierliche Verbesserung.
Abschliessend: Welche gemeinsame Perspektive verfolgt ihr für die kommenden Jahre?
Ursula Friedman: Unser Ziel ist ein wirtschaftlich stabiler, sportlich erfolgreicher Klub, der Verantwortung übernimmt und diese glaubwürdig lebt.
Timon Lanz: Es ist wichtig, klare Zielsetzungen zu definieren, Fortschritte konsequent messbar zu machen und Nachhaltigkeit als selbstverständlichen Bestandteil der Klubidentität zu verankern. Nachhaltigkeit und sportlicher Erfolg müssen im Profifussball in einer klaren Balance stehen: Der Erfolg auf dem Platz ist das Fundament, nachhaltiges Handeln sichert seine Zukunft.

Der BSC Young Boys schafft eine bessere Fussballwelt für alle, indem der Klub gezielt Aktivitäten und Massnahmen initiiert, die Frauen im Fussball fördern und ihnen bessere Perspektiven eröffnen. Dieses Engagement ist Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung und folgt dem Anspruch, Gleichstellung nicht nur zu bekennen, sondern operativ umzusetzen.
Das Programm wurde im Frühjahr 2025 lanciert und befindet sich damit noch in einer frühen Entwicklungsphase. Seit Beginn verfolgt YB einen systematischen Aufbau: Strukturelle Voraussetzungen werden geschaffen, Trainings- und Wettkampfformen weiterentwickelt und Sichtbarkeit wird gezielt erhöht. Das Ziel ist klar: Frauenfussball und Frauen im Fussball sollen langfristig die gleichen sportlichen Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Entwicklungschancen erhalten wie männliche Akteure.
Mit diesem Programm setzt YB nicht nur ein symbolisches Zeichen, sondern gestaltet Veränderung aktiv mit. Die Initiative ist in die Vereinsstrategie eingebettet und wird jährlich weiter ausgebaut – von der Basis bis zur Spitze, in Ausbildung, Führung, Infrastruktur und Kommunikation.



Mutterschutz bei YB – Vereinbarkeit von Familie und Fussball
Im Frühjahr 2025 wurde bei YB eine Regelung zum Mutterschutz für Spielerinnen und Trainerinnen eingeführt. Die Massnahme verfolgt das Ziel, die Vereinbarkeit von Profisport und Familienplanung zu verbessern und betrifft insbesondere Beschäftigte in ihrem letzten Vertragsjahr. Wird während dieser Zeit eine Schwangerschaft gemeldet, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Die Regelung schafft Planungssicherheit, reduziert den Druck rund um Karriereentscheidungen und entspricht einem wachsenden Bewusstsein für sozial nachhaltige Rahmenbedingungen im Frauenfussball.
Die Einführung wurde öffentlich breit aufgenommen. Medienberichte – unter anderem auf Watson, PlattformJ und BaernerBär – würdigten den Entscheid als ersten seiner Art im Schweizer Profifussball. Die Berichterstattung griff dabei sowohl sportliche als auch gesellschaftliche Aspekte auf. Watson zitierte etwa die Einschätzung, dass es «nicht selbstverständlich ist, im Profisport einen strukturierten Mutterschutz zu finden», und hob hervor, dass die Regelung «ein positives Signal im Sinne der Gleichstellung» setze. Die Umsetzung erfolgte unabhängig davon, ob es aktuell betroffene Personen gibt oder nicht. Bereits im Vorfeld hatten Spielerinnen und Trainerinnen den Wunsch nach verlässlichen Rahmenbedingungen geäussert, insbesondere aufgrund der physischen Anforderungen des Berufs und der Vereinbarkeit mit Familienleben.
Im Entwicklungsprozess wurde auch auf Erfahrungen aus aktuellen Fällen zurückgegriffen. Die Mutterschaftspause von Imke Wübbenhorst, Trainerin der YB Frauen, war ein wichtiger Bezugspunkt für die Ausgestaltung der organi satorischen Abläufe. Sie kehrte nach ihrem Mutterschaftsurlaub zum Team zurück, wodurch die praktische Relevanz der Regelung sichtbar wurde.

«Ein gutes Umfeld hilft sportlich enorm.»
Imke Wübbenhorst, Trainerin YB Frauen
Die Nachfrage nach Saisonkarten für die Frauenmannschaft von YB ist im Berichtszeitraum markant angestiegen. Für die Saison 2025/26 wurden insgesamt 2’888 Saisonabos verkauft – nahezu eine Verdreifachung gegenüber der Vorsaison (969 Abos in 2024/25). Besonders auffällig ist der hohe Anteil an bezahlten Abonnements: 92 Prozent (2’646 Abos) wurden zum Vollpreis oder mit Mitgliederrabatt erworben, während dieser Anteil im Vorjahr noch bei 43 Prozent lag. Damit unterstreicht der Verkauf nicht nur das wachsende Interesse, sondern auch die steigende Zahlungsbereitschaft der Fans.
Der Zuwachs wird zusätzlich durch eine starke Neuakquise getragen. Von den 2’590 individuellen Saisonkartenbesitzer:innen in der Saison 2025/26 stammen 86 Prozent aus Neukäufen. Gleichzeitig liegt die Retentionsrate bei hohen 88 Prozent, was auf eine stabile und loyale Fanbasis hinweist. Zwei Drittel der neuen Abonnent:innen waren bereits in der YB-Ticketing-Datenbank erfasst, während 611 Personen 2025 neu in die Datenbank aufgenommen wurden, mit deutlichen Peaks im Mai sowie im Juli und August.
Auch das Profil der Saisonkartenbesitzenden hat sich verändert: Die Fanbasis ist jünger und weiblicher geworden. Der Frauenanteil liegt bei 44 Prozent (plus 7 Prozent gegenüber der Vorsaison), das durchschnittliche Alter beträgt 46 Jahre. Zudem stammen rund 43-46 Prozent der Abonnent:innen aus der Stadt Bern und den umliegenden Gemeinden, was die starke regionale Verankerung des Teams.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die erhöhte Sichtbarkeit durch die UEFA Women’s EURO 2025. In der begleitenden Fanbefragung gaben 69 Prozent der Besuchenden an, dass das Turnier ihr Interesse an den YB Frauen gesteigert hat. Diese Aufmerksamkeit spiegelt sich direkt im Saisonkartenverkauf wider und zeigt, dass internationale Grossereignisse nachhaltige Effekte auf den nationalen Ligabetrieb und die langfristige Fanbindung haben. YB plant, die Entwicklung der Saisonkartenverkäufe auch künftig systematisch zu analysieren. Die Verkaufszahlen dienen dabei nicht nur als wirtschaftlicher Indikator, sondern auch als Messgrösse für Identifikation, regionale Verankerung und die langfristige Perspektivenentwicklung des Frauenfussballs in Bern.
Saison 2024/25 969
verkaufte Saisonabos
46
Jahre
Durchschnittsalter (Vorjahr: 48)
Saison 2025/26 (nach WEURO-Effekt)
2’888
verkaufte Saisonabos (nahezu Verdreifachung)
Demografientwicklung
44% weibliche Abonnentinnen (+7% gegenüber 24/25)
45% aus der Stadt Bern und Umgebung
69%
der Fans geben an, dass die WEURO 2025 ihr Interesse an den YB Frauen gesteigert hat

Die WEURO 2025 fand vom 2. bis 27. Juli in der Schweiz statt – unter anderem wurden Spiele im Stadion Wankdorf ausgetragen. Das Turnier erreichte in der Gastgeberstadt Bern eine enorme Aufmerksamkeit und setzte neue Impulse für den Frauenfussball. Laut Berichten strömten bei den EM-Spielen Zehntausende Fans ins Stadion, und rund 120’000 Matchbesuchende sowie über 40’000 Teilnehmende bei Fan-Walks verliehen dem Event grossen öffentlichen und medialen Rückenwind.
Diese Sichtbarkeit wirkt weit über das Turnier hinaus: Für YB und den lokal verankerten Frauenfussball bedeutet die WEURO 2025 eine erhöhte Wahrnehmung in der Bevölkerung und bei potenziellen Neufans. Der Erfolg der Frauen-EM in Bern lieferte einen Motivationsschub für junge Talente, stärkte das Selbstverständnis des Frauenfussballs und unterstützte die Vereinsarbeit in den Bereichen Sichtbarkeit, Nachwuchs und Fanbindung.
Für den Klub erwuchs daraus auch eine Chance: Die gestiegene Aufmerksamkeit verleiht dem Programm «Frauen im Fussball» zusätzliche Legitimität. Die doppelt gesteigerte Anzahl Saisonkarten bei den YB Frauen lässt sich mit der EM-Euphorie erklären. Viele Fans nutzten die Gelegenheit, ihre Solidarität mit dem Frauenfussball langfristig zu zeigen – nicht als einmaliges Event, sondern als nachhaltige Unterstützung. Damit kann YB nachhaltige Wirkung erzielen: sportlich, gesellschaftlich und strukturell.
Als Host City profitierte Bern insgesamt vom EM-Fieber. Die Kombination aus Livespielen, Fan-Events und dem Engagement lokaler Vereine trug dazu bei, die Bedeutung des Frauenfussballs neu zu definieren. In der Folge wurde der Weg geebnet – für mehr Teilnahme, höhere Aufmerksamkeit und bessere Rahmenbedingungen im Frauenfussball. Der Klub sieht diesen Impuls als Startpunkt für langfristige Entwicklungen.
Die Saison 2024/25 endete für die YB Frauen mit einem sportlichen Höhepunkt: Nach Abschluss der Regular Season lagen sie an der Spitze der Liga, und im Playoff-Final setzten sie sich im Rückspiel gegen GC Zürich durch ein 5:4 nach Penaltyschiessen durch – was den Schweizer Meistertitel bedeutete.
Mit diesem Titel feierte der Klub den ersten Meisterschaftserfolg der Frauenabteilung seit vielen Jahren und unterstrich seine Ambitionen im Frauenfussball. Der Erfolg wirkt weit über das Team hinaus: Er stärkt das Vertrauen in die Nachwuchsarbeit und sendet ein starkes Signal an Spielerinnen, Fans und Partner:innen, dass Frauenfussball bei YB eine echte Perspektive besitzt.
Der Meistertitel sichert zudem YB den Startplatz für internationale Wettbewerbe – was die Sichtbarkeit weiter erhöht und neuen Input für Förderung und Professionalisierung bringt. In Kombination mit gesteigerten Zuschauendenzahlen und Events wie dem Kids Day zeigt sich: Frauenfussball bei YB entwickelt sich hin zu einem tragfähigen, langfristig angelegten Angebot –tsportlich wie gesellschaftlich.

Teamfoto nach dem gewonnenen Meisterinnen-Titel

In der Saison 2024/25 erlebte der Frauenfussball bei YB mehrere besondere Heimspiele, die als echtes Erlebnis für Fans und Gemeinschaft galten. Eines der eindrucksvollsten Beispiele war das Heimspiel gegen den Grasshopper Klub Zürich Frauen im Stadion Wankdorf am 22. März 2025. Bei dieser Partie verfolgten laut offiziellen Angaben 10’647 Zuschauende das Spiel – ein neuer Rekord für ein Vereinsheimspiel eines Frauen-Teams in der Schweiz. Das Spiel endete mit einem 1:0-Sieg für die YB Frauen und besiegelte den Quali-Sieg.
Neben dem sportlichen Erfolg stand das Match für eine Atmosphäre und FanErfahrung, wie sie selten war: Das Stadion war stolz gefüllt, die Stimmung war mitreissend und viele Familien, Jugendliche und langjährige Fans waren Teil der Kulisse. Dieses Spiel demonstrierte eindrücklich, wie gross das Interesse am Frauenfussball inzwischen ist – und wie stark der Rückhalt der Fans. Die YB Frauen konnten damit zeigen, dass Frauenfussball, begleitet von professioneller Organisation und guter Kommunikation, ein Publikum und eine Community erreichen kann.
Ein weiteres Highlight der Saison war das Playoff-Final-Rückspiel gegen GC Zürich, das am 17. Mai 2025 im Wankdorf stattfand. Bereits im Vorfeld wurden mehrere Tausend Tickets verkauft, was die Bedeutung dieser Partie unterstrich.
Die Kombination aus sportlichem Nervenkitzel, Finalstimmung und Fan-Support machte das Event zu einem weiteren Meilenstein der «Matchday Experience» der YB Frauen. Durch diese Spiele, mit hohem Zuschauendenaufkommen und starker öffentlicher Wahrnehmung, setzte YB einen neuen Standard für Frauenfussball – in Bern, in der Schweiz, und als Vorbild für andere Klubs. Veranstaltungen wie dieses zeigen, dass Frauen-Teams nicht nur in sportlicher Hinsicht ernst genommen werden, sondern auch als gesellschaftliches und gemeinschaftliches Ereignis mit Strahlkraft fungieren können.
«Mehr Perspektiven im Fussball sind wichtig.»
Loris Benito, YB-Spieler

.

«Der gesamte Verein steht hinter dem Frauenfussball –dieser Rückhalt macht uns einzigartig.»
Franziska Schild, General Manager YB Frauen
Franziska Schild, General Manager der YB Frauen, über Entwicklung, Sichtbarkeit und Gleichstellung
Du bist seit Anfang 2025 gesamtverantwortlich für die YB Frauen. Wo warst du vorher tätig oder was hat dich persönlich dazu bewegt, hier die Herausforderung bei YB anzunehmen?
Vor meinem Wechsel zu YB war ich viereinhalb Jahre beim Fussballverband Bern/Jura tätig, verantwortlich für die Fussballentwicklung bei Männern und Frauen sowie für die Trainer:innen-Aus- und Weiterbildung. Zuvor habe ich bereits beim SFV im Frauenfussball gearbeitet und war auch schon einmal Trainerin bei YB. Ich habe seit 20 Jahren ein Saisonabo – YB ist für mich persönlich eine Herzensangelegenheit. Als sich die Möglichkeit bot, hier eine zentrale Rolle zu übernehmen, war für mich klar: Diese Chance packe ich.
Wie würdest du deine Rolle im Klub beschreiben?
Im Kern verantworte ich alles, was strategisch und operativ mit den YB Frauen zu tun hat: Budget, Strategie, Koordination, Schnittstellen und Weiterentwicklung. Die sportliche Leitung liegt operativ bei Rolf Kirchhofer, ich halte dort die Gesamtverantwortung, greife aber bewusst nicht in das Tagesgeschäft ein, das sehr gut aufgestellt ist. Auf der Business-Seite bin ich stark vernetzt: Wir bauen keine eigene Frauenabteilung neben YB auf, sondern verankern die YB Frauen bewusst in allen Bereichen des Vereins. Das heisst: Kommunikation, Ticketing, Marketing, Events, Infrastruktur –überall arbeiten die Teams für Männer und Frauen. Meine Aufgabe ist es, diesen Prozess zu koordinieren, Impulse zu geben und sicherzustellen, dass die YB Frauen im ganzen Verein mitgedacht werden. Dazu kommt die operative Umsetzung der Heimspiele sowie die Begleitung von Aktivierungen und Projekten.
Wenn du auf deinen Weg als Spielerin, Trainerin und Funktionärin zurückblickst: Welche Erfahrungen helfen dir heute am meisten? Es ist die Mischung – nicht ein einzelner Bereich. Durch meine Erfahrungen als Spielerin, Trainerin und Verbandsfunktionärin kenne ich den Frauenfussball aus verschiedensten Perspektiven. Das hilft enorm, weil ich nachvollziehen kann, wie Spielerinnen ticken, wie Trainer:innen arbeiten, wie Verbände funktionieren und welche strukturellen Hürden bestehen. Genauso wichtig sind aber meine beruflichen Erfahrungen ausserhalb des Fussballs: Führung, Organisationsentwicklung, Management, Kommunikation. In meiner Rolle braucht es genau diesen Mix. Man muss wissen, wo der Frauenfussball herkommt, wohin er sich entwickelt – und gleichzeitig Budgets verantworten, Strategien entwickeln, Projekte steuern und Teams führen können.
Der Frauenfussball hat zuletzt stark an Dynamik gewonnen. Welche Chancen siehst du momentan – und wie nimmt YB diese Entwicklung wahr?
Die Chancen sind riesig. Der Stellenwert des Frauenfussballs hat sich in kurzer Zeit massiv verändert. Viele Menschen kennen die YB Frauen heute, sie wissen um unseren Meistertitel, den Saisonkartenrekord oder die Playoff-Finals. Vor ein paar Jahren war das völlig anders.

Auch die Anzahl Zuschauenden zeigen die Entwicklung deutlich: Während wir früher nur wenige Hundert Leute hatten, liegt unser Schnitt heute konstant über tausend – und das bei normalen Saisonspielen, teils bei nicht optimalem Wetter. Eine Verdreifachung oder Vervierfachung innert einer Saison zeigt, wie stark das Interesse gestiegen ist. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die sagen, man könne den Schwung der Women’s Euro nicht vollständig mitnehmen. Ich finde es wichtig, den Blick zu schärfen: Wir stehen gemessen an der Ausgangslage hervorragend da. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.
Neben Chancen gibt es immer Herausforderungen. Was beschäftigt euch aktuell am meisten? Die grösste Herausforderung liegt im Moment beim Aufbau eines professionelleren Staffs. Für den nächsten Entwicklungsschritt brauchen wir mehr Fachpersonen –insbesondere im Analyse-, Athletikund medizinischen Bereich. Das scheitert aktuell nicht primär am Geld, sondern daran, dass die passenden Personen schwer zu finden sind. Die spezifische Expertise im Frauenfussball ist begrenzt. Wir möchten keine Stellen einfach «irgendwie» besetzen, sondern bewusst mit Leuten, die uns wirklich besser machen. Momentan ist es anspruchsvoll, genau solche Fachpersonen zu finden. Es ist beeindruckend, wie viel das Team im letzten Jahr trotz dieser engen Ressourcen geleistet hat.
YB hat die Initiative Fortuna gestartet. Worum geht es – und welche Projekte sind dir besonders wichtig?
Die Initiative entstand aus dem Wunsch, Frauen im Fussball über den Spielbetrieb hinaus zu stärken – und das wurde schon vor meiner Zeit bei YB angestossen. In Workshops mit verschiedenen Partner:innen wurde erarbeitet, was es braucht: bessere Sichtbarkeit, stärkere Vernetzung, strukturelle Verbesserungen, Austausch, Empowerment. Mir persönlich sind insbesondere die Massnahmen rund um Frauen im Sport allgemein wichtig: Netzwerkanlässe, Kooperationen mit Ligen und Verbänden, Plattformen zum Austausch. In einem immer noch stark männerdominierten Umfeld sind solche Räume entscheidend. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Mutterschutz. Er ist ein klares Zeichen, dass wir Gleichstellung ernst nehmen. Richtig sichtbar wird diese Massnahme erst, wenn eine Spielerin konkret davon profitiert – aber das Signal ist enorm wichtig für eine professionelle Entwicklung.
Wie wichtig ist dir das Stadionund Spielerlebnis – und was macht ihr dafür?
Sehr wichtig. Wir haben in den letzten Jahren viel über unsere Zuschauenden gelernt. Viele kommen nicht nur wegen des Fussballs – sie kommen wegen der YB Frauen, wegen der Nähe, wegen des familiären Umfelds, weil ihre Kinder Idole haben, die sie wirklich treffen können.
Wir stärken dieses Erlebnis bewusst: mit Themenspielen wie dem Kids Day oder dem Saturday Night Game und mit Aktivitäten für Kinder im Sektor C. Das Gesamtpaket zählt. Manchmal gibt es kritische Meinungen nach dem Motto: «Dann kommen sie ja nicht wegen des Fussballs.» Für mich ist klar: Sie kommen wegen der YB Frauen – und das ist Grund genug. In vielen Sportarten ist das Erlebnis rund um das Spiel genauso wichtig wie das Spiel selbst.
In die Zukunft geschaut – langfristige Ziele: sei es mit der Initiative Fortuna oder allgemein im Frauenfussball. Was hast du dir persönlich vorgenommen, was möchtest du in den nächsten zehn Jahren erreichen?
Mein langfristiges Ziel ist, den Frauenfussball ganzheitlich weiterzuentwickeln – sportlich, strukturell, gesellschaftlich. Wir stehen erst am Anfang. Es gibt viel Potenzial für neue Formate, bessere Rahmenbedingungen und neue Wege, wie wir das Erlebnis YB Frauen gestalten können.
Ich wünsche mir, dass Gleichstellung im Fussball irgendwann selbstverständlich wird. Solange das nicht der Fall ist, braucht es Initiativen wie Fortuna und konsequente Massnahmen. Gleichzeitig bietet der Frauenfussball Raum, Dinge auszuprobieren – wie neue Preismodelle, Eventformate oder Fan-Engagement. Ich möchte, dass die YB Frauen hier eine Vorreiterrolle einnehmen.
Zum Schluss: Wenn du einem Gast, der vielleicht noch nie bei den YB Frauen war, in ein, zwei Sätzen erklären müsstest, was die YB Frauen ausmacht – was würdest du sagen? Das unglaubliche Engagement von Allen – Spielerinnen, Staff, aber auch bei allen anderen Abteilungen innerhalb des Vereins. Die YB Frauen profitieren von einem aussergewöhnlichen Rückhalt im Verein – alle Abteilungen ziehen mit, um uns weiterzubringen. Diese Unterstützung spürt man im Alltag und von aussen. Genau das macht uns im Moment einzigartig und ist die Basis für nachhaltigen Fortschritt.

Auszeichnung von Courtney Strode (ehemalige Spielerin) für 100 Spiele bei YB
Reportingstandard: Orientierung an den GRI Standards (2021)
Berichtsoption: Referenced/in Anlehnung (kein «in accordance»)
Berichtszeitraum: 1. Juli 2024-30. Juni 2025
Genehmigung: BSC Young Boys (April 2026)
GRI
Disclosure
2-1 Organisationsdetails BSC Young Boys als Unternehmen 10-12 berichtet
2-2 Entities included in reporting Über diesen Bericht/Organisation 8-9 Organisationsbeschreibung vorhanden, Reportinggrenzen teilweise implizit
2-3 Reporting period/frequency Zeitraum, Controlling & Commitment 14-15 berichtet
2-4 Restatements of information Plan 2030/Kennzahlenvergleiche 32-49 Jahresvergleiche enthalten, formale Restatements derzeit nicht erforderlich
2-5 External assurance - - Keine formelle externe Prüfung des gesamten Nachhaltigkeitsberichts erfolgt; CO2-Bilanz extern plausibilisiert.
2-6 Activities, value chain Unternehmen/Geschäftsbereiche 10-12 berichtet
2-7 Employees Unternehmenskennzahlen 12-13 berichtet
2-8 Workers not employees - - aktuell nicht systematisch erfasst
2-9 Governance structure Organisation Nachhaltigkeit 12-13 berichtet
2-10 Nomination governance body - - nicht berichtet (keine Relevanz für Berichtszweck)
2-11 Chair governance body - - nicht berichtet
2-12 Governance oversight sustainability Organisation/Risiko 12-15 berichtet
2-13 Delegation sustainability responsibility Organisation Nachhaltigkeit 12-13 berichtet
2-14 Sustainability report approval Zeitraum, Commitment 14-15 berichtet
2-15 Conflicts of interest - - nicht berichtet
2-16 Critical concerns communication Risiko-Management 14-15 teilweise berichtet
2-17 Governance knowledge - - nicht berichtet
2-18 Governance performance evaluation - - nicht berichtet
2-19 Remuneration policies - - Governance- und Vergütungsinformationen derzeit nicht Bestandteil der Berichterstattung.
2-20 Remuneration determination - - nicht berichtet
2-21 Pay ratio - - nicht berichtet
2-22 Strategy statement Vorwort/Strategie 4-6, 16-17 berichtet
2-23 Policy commitments Risiko/Strategie 14-17 berichtet
2-24 Embedding policies Organisation/Strategie 12-17 berichtet
2-25 Remediation processes Risiko-Management 14-15 teilweise berichtet
2-26 Advice & grievance mechanisms Compliance-Struktur 14-15 berichtet
2-27 Compliance laws Risiko-Management 14-15 berichtet
2-28 Membership associations Mehr als Fussball/Kooperationen 39-41 teilweise berichtet
2-29 Stakeholder engagement Stakeholderdialog 16-17 berichtet
2-30 Collective bargaining - - Angaben zu kollektiven Arbeitsvereinbarungen werden aktuell nicht standardisiert erfasst und sind daher nicht Bestandteil dieses Berichts.
GRI 404
GRI 405
GRI 406
GRI 414 Lieferkette Daten zur nachhaltigen Bewertung der Lieferkette werden schrittweise aufgebaut. Eine systematischere quantitative Berichterstattung ist für zukünftige Berichtsperioden vorgesehen.
Ergänzende ESG-Themen ohne spezifischen GRI-Code Thema
Nachhaltige
Soziale Projekte Mehr als Fussball
Nachwuchsarbeit
Herausgeberin
BSC YOUNG BOYS AG
Papiermühlestrasse 71
CH-3000 Bern 22 www.bscyb.ch
Redaktion
Timon Lanz
Design
ZONE B AG
Texte
Timon Lanz
Bilder
Alessandro della Valle
Claudio De Capitani (freshfocus)
Daniela Porcelli
David Torres
Flavio Karrer
Florencia Tan Jun (UEFA)
Janosch (Kinderinsel)
Mauro Mellone
Micha Riechsteiner
Stefan Wermuth
Thomas Hodel
Vlastimil Vacek (freshfocus)
Druck
MS medium satz+druck GmbH
Auflage
100 Ex.
Papier
Umschlag: 200 g/m2, Refutura Blauer Engel 100% Recycling
Inhalt: 100 g/m2, Refutura Blauer Engel 100% Recycling
Copyright
BSC Young Boys AG
