BSC YOUNG BOYS × GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS
30 JAHRE 1996 – 2026
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21. März 1996 Startschuss. Spendenbrief der Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus».
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Die YB-Werte wie Toleranz, Vielfalt und Anti-Diskriminierung haben sich über Jahre entwickelt. Der 21. März 1996 steht dabei für einen zentralen Ausgangspunkt. Vor 30 Jahren wurde an diesem Tag an einer Pressekonferenz im alten Wankdorf das neue Match-Trikot für die Rückrunde vorgestellt. Aufschrift: «Gemeinsam gegen Rassismus». Initiant: der gleichnamige Verein, eine vorerst kleine Gruppe aus dem YB-Umfeld, die plötzlich YB-Hauptsponsor war – mit Spenden von über 160 000 Franken! Der Verein «Gemeinsam gegen Rassismus» engagierte sich danach auf vielfältige Weise gegen Rassismus, Homophobie und andere Formen der Diskriminierung in- und ausserhalb der Stadien. Die Gründung der halbzeit, heute noch bestehendes FussballLokal im Nordquartier, war zwei J ahre später der nächste Meilenstein. Dort wurden Ideen geboren und umgesetzt, die heute zur YB-DNA gehören, wie zum Beispiel die Fanarbeit. Den Tausenden von Fans, die sich in diesen 30 Jahren freiwillig engagiert haben, gebührt grosser Dank. Und natürlich auch dem BSC YB. Schweizweit gibt es keinen anderen Fussballclub, der zusammen mit den Fans auch ausserhalb des Spielfelds Weitsicht und Zivilcourage beweist. GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS
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IMPRESSUM HERAUSGEBER Halbzeit Gemeinsam gegen Rassismus Beundenfeldstrasse 13 3013 Bern — halbzeitkalender@gmail.com halbzeit.ch REDAKTION & PRODUKTION Daniela Büschlen Luca Nicolai Lukas Meier Urs Frieden LEKTORAT & KORREKTORAT Daniela Büschlen Urs Frieden LAYOUT & GRAFIK opak.cc DRUCK Stämpfli Kommunikation, Bern AUFLAGE 4 000 Exemplare SPENDENKONTO 80-8885-4 CH18 3000 0001 8728 2307 9
halbzeit.ch @ haubzyt @ halbzeit.ch halbzeitkalender@gmail.com © März 2026
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IMPRESSUM
30 Jahre:
GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS
VORGESCHICHTE SEITE 16
Wir schreiben das Jahr 1995. Wir versetzen uns in die sportliche und wirtschaftliche Lage rund um den maroden BSC Young Boys.
RASSISMUS SEITE 22
Im Wankdorf und in weiteren Schweizer Stadien riecht es nach Nazimief. Einblick in ein dunkles Kapitel des Schweizer Fussballs.
ENTSTEHUNG SEITE 26
Gründer Urs Frieden über die bewegte Entstehungsgeschichte des Vereins «Gemeinsam gegen Rassismus» im Jahr 1996.
HALBZEIT SEITE_32
Vorstandsmitglieder der «Halbzeit» schauen gemeinsam zurück. Was hat das im Frühling 1998 eröffnete Fanlokal alles bewegt?
SITUATION HEUTE SEITE 38
Viele Fragen - einige Antworten. Ein Vierteljahrhundert nach «Gemeinsam gegen Rassismus». Annäherung an das Hier und das Jetzt.
INHALTSVERZEICHNIS
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21. März 1996 Bernard Pulver, Urs Frieden und Godfried Aduobe präsentieren das neue YB-Trikot.
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GEMINESAM GEGEN RASSISMUS
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© halbzeit-archiv: andreas blatter
24. März 1996 YB-Torjubel mit Gürkan Sermeter, Alain Baumann, Michel Maiano und Andres Gerber.
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© halbzeit-archiv: lukas «lüggu» lehmann
14. Mai 1996 Der BSC Young Boys und der FC Zürich setzen gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Rassismus.
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© halbzeit-archiv: lukas «lüggu» lehmann
Frühjahr 1996 Sichtbarkeit nicht nur auf dem Trikot, sondern auch im Stadion Wankdorf.
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© halbzeit-archiv: urs lukas frieden «lüggu» lehmann
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© yb-archiv: Schneeberger
Herbst 1995 Viele hängende Köpfe, wenig Perspektive bei YB. In der Kabine informiert Präsident Peter Cerny über die finanzielle Schieflage des Vereins.
Wir schreiben das Jahr 1995
DIE VOR– GESCHICHTE
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ommer 1995. Es ist der Sommer nach dem Worldcup in den USA, dem Penalty-Drama um Roberto Baggio und Franco Baresi, zugleich der Sommer vor der EM-Endrunde im Mutterland des Fussballs und dem Golden Goal von Oliver Bierhoff im Wembley-Stadion. In der Schweiz ist die Schweizer Fussballmeisterschaft der Saison 1994/95 gerade zu Ende gegangen. Der Grasshopper Club Zürich wurde zum Schweizer Meister gekürt. Die Berner Young Boys ihrerseits haben die Vorrunde auf dem enttäuschenden letzten Schlussrang abgeschlossen. Die Rückrunde jedoch konnte mit dem 1. Platz in der Auf-/Abstiegsrunde versöhnlich beendet werden. Der Gang in die NLB wurde somit verhindert. YB steckt aber sportlich wie auch wirtschaftlich tief in der Misere. Der letzte Meisterschaftsgewinn des BSC Young Boys liegt unterdessen bereits knappe zehn Jahre zurück. Die Nacht von Neuenburg, das Tor von Lunde, die legendäre Sause im Boccia-Häuschen, alles lange vorbei, gefühlt aus einer anderen Zeit. Einziger Verbleibender aus dieser Zeit ist Jean-Marie Conz. 1986 beim letzten Titel noch Captain der Meistermannschaft, steht er neu als Trainer an der Seitenlinie und dirigiert.
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1990er-Jahre Das Bild steht sinnbildlich wie kaum ein anderes für die 1990er-Jahre bei YB. Die Berner stecken sportlich in der Krise und steht kurz vor dem finanziellen Kollaps.
Juli 1995 Der BSC Young Boys ist inmitten der Vorbereitung der NLA-Saison 1995/96. Das sportliche Saisonziel ist bescheiden: Ligaerhalt! Wirtschaftlich ist YB mit dem neuen Präsidenten, Peter Cerny, auf der dringenden Suche nach flüssigen Mitteln, auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor. Der Vertrag mit dem bisherigen Geldgeber Opel, dem Kraftfahrzeughersteller aus Rüsselsheim, ist nach beinahe einem Jahrzehnt ausgelaufen. Der Rückhalt in der Bevölkerung und in der Region ist tief, knapp 4 000 Zuschauende pilgern noch ins altehrwürdige Stadion Wankdorf, um die Young Boys spielen zu sehen. Unter diesen wenigen Personen einen Patron oder Geldgeber ausfindig zu machen, welcher den Verein finanziell unterstützt, scheint unmöglich. Das Trikot präsentiert sich auf der Vorderseite genau so leer wie die Klubkasse. Nebst Opel ist auch der langjährige Ausrüster Puma nach knapp 20 Jahren bei
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YB ausgestiegen. Als Ersatz kann gerade noch ein Patchwork-Vertrag für Ausrüstung und Equipment gefunden werden, auch wenn vorläufig nur für ein Jahr. Neu wirkt die Firma «Reusch» als Trikot-Ausrüster. «Lotto» ist zuständig für das Schuhwerk und «Derby Star» ist Match- und Trainingsball-Partner. Die NLA-Lizenz für den Ligabetrieb der ersten Saisonhälfte wird mit etwas Goodwill gerade und trotz der wirtschaftlich angespannten Situation noch durchgewunken. Juli 1995 Die Saison beginnt. Alain Baumann, Rachid Neqrouz, Godfried Aduobe, Andres Gerber, Bent Christensen und René Sutter sind die klangvollsten Namen zum Liga-Auftakt. Nur dank diesen kann der Kader auf dem Papier als «NLA-tauglich» befunden werden. In der Realität ist er das aber nicht. Unter den Berner Lauben sprechen Insider gar von der schlechtesten
© halbzeit-archiv: lukas «lüggu» lehmann
Mannschaft seit Jahren. So folgt nach gutem Saisonstart (Platz vier nach vier Runden) der sukzessive Absturz in der Tabelle. Eine Niederlage folgt der nächsten und die Geschichte der Vorrunde ist kurz erzählt. YB steht nach fünf Monaten in der Saison 1995/1996 zum Jahreswechsel mit nur vier Siegen aus 22 Spielen, mickrigen 17 Punkten und einem Torverhältnis von minus 21 erneut auf dem letzten Tabellenplatz. Die NLA-Qualifikation wurde ein weiteres Mal nicht auf Anhieb geschafft. Im Frühjahr wartet also abermals der Gang in die Auf-/Abstiegsrunde. Januar 1996 Die Situation spitzt sich durch steigende Schulden immer weiter zu. Fehlende Sponsoren, ausstehende Lizenzen, nicht bezahlte Gehälter, offene Rechnungen, auslaufende Verträge, rückläufige Zuschauerzahlen. YB steht vor dem Konkurs. So kommt es, dass der YB-Libero und Spielmacher Bent Christensen
noch vor dem Trainingsstart seine Koffer packt und in seine Heimat zurückkehrt. Die Berner Klubführung um Peter Cerny muss den Dänen, der seit sechs Jahren für die Berner tätig ist, wegen Löchern in der Klubkasse widerstandslos ziehen lassen. Auch René Sutter, ein weiterer Führungsspieler, muss zu seinem eigenen Wohl die Reissleine ziehen und geht gegen den Willen des YB-Vorstands nach Yverdon. «Ich spiele nie mehr für YB!», waren Sutters letzte Worte. Christensen, Sutter sowie alle weiteren Spieler kämpfen seit Wochen um ihre Saläre. Weder im November noch im Dezember gab es einen Zahltag und auch im neuen Jahr fallen die Löhne in den ersten beiden Monaten aus. Zwar führt der BSC Young Boys das kleinste Budget aller NLA-Vereine für Spielergehälter, doch auch die monatlich knapp 130 000 Franken an Lohnkosten, für Spieler und Staff, können nicht mehr beglichen werden (Budget 1995/96: Aufwand 3.5 Mio., davon 1.85 Mio. NLA-Team). Unter
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den Fans kursieren Geschichten, dass Spieler ihr Essen nicht mehr bezahlen können oder gar auf dem Vereinsparkplatz im Auto nächtigen müssen, da die Miete nicht mehr beglichen werden kann. YB-Spieler müssen per Telefon persönlich Geldgeber suchen und Marketing für den Verein betreiben. Spielerstreik Die Spieler «bestreiken» das Trainingslager auf Zypern, um Geld einzusparen und trainieren stattdessen in Bern im Wankdorf. «Ich kann es ja gegenüber meiner Familie und meinem Arbeitgeber im zivilen Beruf nicht verantworten, zehn Tage an die Sonne zu reisen, während daheim das vertraglich zugesicherte Geld fehlt…» so Bernard Pulver gegenüber der Berner Zeitung. Das Trainingslager würde den Klub 35 000 Franken kosten, also ein Viertel der monatlichen YBLohnsumme. Während die einen Spieler das sinkende Schiff verlassen oder in den Streik treten, bereiten andere in der Kabine einen «Putsch» vor. Torhüter Bernard Pulver und Captain Alain Baumann sind bereit, im Namen des Teams, bei der Liga und dem Verband vorzusprechen. Obschon die Spieler ihren Vorstand vorgängig informieren, wirbelt das Treffen Staub auf. «Mir persönlich gefällt das nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Nationalliga den Spielern die Löhne bezahlt», so Präsident Cerny. Die Liga-Bosse rund um Ralph Zloczower (zwischen 1973 und 1980 selbst YB-Präsident) sollen einschreiten, bevor es zu spät ist. «Es kann nicht der Zweck der Nationalliga sein, YB zu helfen…» – auch die Botschaft von Zloczower ist klar, nachdem Pulver und Baumann die Liga über die Umstände bei YB orientierten. Sollte der Vorstand es nicht schaffen, das Loch in der Klubkasse zu stopfen und die ausstehenden Löhne zu bezahlen, wird es im März auch keine Lizenz geben. Millionenloch YB muss knapp 2.5 Millionen Franken (davon zwei Millionen Schulden) für die neue Lizenz auftreiben und rund das Doppelte für eine langfristige Sanierung, sonst ist der Klub nicht mehr zu retten und ein Konkurs unausweichlich. Peter Cerny so auch am 4. März 1996 gegenüber dem Schweizer Fernsehen: «Also, wenn wir die Lizenz nicht haben, wir haben sehr viel Schulden, dann müssen wir die Bücher abgeben, dann gibt es YB nicht mehr…» Der Berner Sportclub Young Boys, einst Stolz einer Stadt und eines Kantons, zu seinen besten Zeiten auch Aushängeschild des Schweizer Fussballs, droht nach 98 Jahren von der sportlichen Landkarte zu verschwinden. Dies im Jahre 1996, notabene zwei Jahre vor jenem Datum, an dem der hundertste Geburtstag des Vereins gefeiert werden sollte. Peter Cerny: «Jetzt
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weiss jeder, wie schlecht es um YB steht. Wenn finanziell nichts läuft, sind wir auf dem Weg in die Hölle.» Februar 1996 Ungeachtet all dessen, geben sich der YB-Präsident, sein Team und sein Verein nie auf. Mit vielen Visionen und einem unermüdlichen Willen schafft er es immer wieder, auch wenn nur kurzfristig, etwas Geld in die Klubkasse zu treiben. Während die Idee, eine Holding mit dem SCB zu gründen (glücklicherweise) nicht umgesetzt wird, folgen dafür diverse weitere Geldbeschaffungsaktionen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Ein YBSpendentag in Zusammenarbeit mit den lokalen Medien (CHF 200 000.–), ein Gala-Abend im Kursaal (CHF 150 000.–), ein YB-Feststand an der BEA (CHF 45 000.–) und eine Kleber-Verkaufsaktion an den Poststellen (60 000.–). Auch auf den Gemeinden und in der Politik wird unermüdlich um jeden Franken gebettelt (Spendenbeitrag Burgergemeinde und Gemeinde Ittigen CHF 80 000.–). Nicht nur wirtschaftlich, auch sportlich gibt es vor dem Rückrundenstart den einen oder anderen Lichtblick. Mit Gürkan Sermeter (auf Leihbasis von GC), Philipp Eich und Raphaël Kehrli (beide aus dem eigenen Nachwuchs) wurden drei talentierte Spieler in die erste Mannschaft integriert. Mit Robert Prytz vom Malmö FF wurde zudem ein altbekannter Führungsspieler verpflichtet. Die Auf-/Abstiegsrunde konnte also in Angriff genommen werden. Das Auftaktspiel am 25. Februar 1996 gegen den FC Zürich im Letzig rund ist noch stellvertretend für das Chaos der letzten Monate. YB ist über weite Strecken chancenlos und geht mit 1:4 unter. März 1996 Die weiteren Spiele verlaufen bereits besser. Nach einem Sieg gegen Yverdon und einer Punkteteilung gegen SR Delémont steht am Sonntag, 24. März 1996, in der 4. Runde die Partie BSC Young Boys gegen den Sportklub Kriens an. Ein freundlicher Frühlingsnachmittag, 4 800 Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen bei Sonnenschein mit Flusco, Bier und YB-Wurst auf den altehrwürdigen Holzbänken des Stadion Wankdorfs. Gürkan Sermeter schnürt innert sieben Minuten ein Doppelpack und führt die Young Boys zum 2:1 Heimsieg. Trotz Sieg und aufopferndem Fussball ist es die Trikot-Aufschrift «Gemeinsam gegen Rassismus» auf der Brust, die am heutigen Nachmittag im Fokus steht und allen die Show stiehlt. Während die meisten sich über das klare Statement und den Slogan freuen, rümpfen einige, besonders auf den Stehplätzen ansässige, die Nase…
FERNSEHBEITRÄGE FRÜHJAHR 1996 Ein Stück Zeitgeschichte. Zwei Fernsehbeiträge aus dem Archiv des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) werfen einen schonungslosen Blick auf die schwierige Epoche in der Geschichte des BSC Young Boys. Die Aufnahmen zeigen, wie der Traditionsverein in den Jahren 1995/96 sportlich ins Straucheln geriet und wirtschaftlich an seine Grenzen kam.
ab 01:48 (2:54)
10 vor 10 (SRF Play)
ab 15:26 (4:16)
31.01.1996
10 vor 10 (SRF Play)
04.03.1996
Finanzkrise bei den Young Boys
Young Boys im Frühjahr 1996
Schweiz, Bern, BE: Young Boys in der Krise. Löhne können nicht mehr bezahlt werden.
Schweiz, Bern, BE: Dem renommierten Fussballclub Young Boys (BSC YB) fehlen die Sponsoren.
https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf: video:a03bec17-ba6c-449f-ac18-74fa73b2a781
https://srf.ch/play/tv/redirect/detail/fb4f416b3306-4563-b51f-0c0cdd653782?startTime=926
Hier geht s zum Fernsehbeitrag auf SRF Play.
Hier geht s zum Fernsehbeitrag auf SRF Play.
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© halbzeit-archiv: simon maurer
Saison 1995/96 Die East-Side-Supporters sorgten nicht nur für gute Stimmung, sondern auch für Angst und Schrecken in der Ostkurve des alten Stadion Wankdorf.
Heimat, Hass, Hooligans
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assismus und viele leere Plätze im alten Wankdorf. Wie in vielen Schweizer Stadien dominierten auch bei YB in den 90er-Jahren die rechten und gewaltaffinen Hooligans und prägten die überschaubare Berner Fanszene. Marode Stadien, Spiele vor geringer Kulisse, dazu kleine und überschaubare Fanszenen, in denen offener Rassismus und Gewalt dominierten. Die Öffentlichkeit nahm damals kaum Notiz davon, Vorfälle wurden kaum oder gar nicht publik. Das Erbe der 80er-Jahre, als Skinheads und Hooligans die Schweizer Stadien in ihren Würgegriff nahmen, dauerte auch im Wankdorf der 90er-Jahre fort. Allgemein waren alle Schweizer Fanszenen Anfang der 90er-Jahre noch stark von rechten Hooligans dominiert. Sei es unter anderem in Basel mit der «ATH», in Genf mit den «Geneva Boys», in Lugano mit der «Armata», in Neuenburg mit den «Red n Black 94» oder in Zürich mit der «Hardturmfront» und den «City Boys». Die Strategie der Rechtsextremen, die Fankurven als Aufmarsch- und Rekrutierungsgebiet zu besetzen, wurde in vielen europäischen Ländern angewendet. So auch in der Schweiz. Anfang der 90er-Jahre fiel ein Heimspiel von YB gegen Aarau rund um den 20. April, worauf sich Neonazis aus verschiedenen Teilen der Schweiz im Wankdorf trafen, um nach dem Spiel in einer Waldhütte den Geburtstag von Adolf Hitler zu feiern. Rechte Gewalt Die Stadien und Fankurven dienten als Plattform und Agitationsfeld für Rechtsextreme und Neonazis. Führende Köpfe von Neonazi-Gruppierungen wie Blood & Honor oder Hammerskins tauchten in Fangruppierungen oder im Umfeld von Fanszenen auf, sei es in Basel, St. Gallen, Zürich oder Bern. Fussball und Fanszenen sind nicht von gesellschaftlichen Realitäten losgelöst. Sowohl in Europa, als auch in der Schweiz, hatten die extreme Rechte sowie rechtspopulistische Parteien in den 80er- und 90er-Jahren Aufschwung. Gewalttaten nahmen zu, es kam zu Brandanschlägen auf Asylheime (im Kanton Bern in einem Fall nachweislich durch eine Person mit Bezug zur YB-Fanszene), zu gewalttätigen Angriffen auf Asylbewerber*innen und auf vermeintliche Ausländer*innen, zu Aufmärschen von rechten Skinheads sowie zu Schändungen von jüdischen Friedhöfen. Das Klima der 90er-Jahre war geprägt von einer sicht- und hörbaren Ausländerfeindlichkeit. Nicht nur im Stadion waren rassistische Sprüche an der Tagesordnung, sondern auch im Tram, der Beiz oder auf der Strasse wurden ausländische Mitmenschen rassistisch beschimpft oder angepöbelt. Das Misstrauen der Schweizer Bevölkerung gegenüber Asylbewerber*innen und Ausländer*innen kam auch in Abstimmungen und Meinungsumfragen immer wieder zur Geltung. Es reichte von Skepsis über Xenophobie bis zum Rassismus.
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Besonders ausgeprägt und auffällig war aber die Skinhead-Szene, die in ihrem Hass und ihrer Abneigung offen die Konfrontation mit Andersdenkenden, Andersaussehenden und allem sichtbar Linken suchte und für Angst und Schrecken sorgte. Es war nicht unüblich, dass am Wochenende Jagd auf Linke und Ausländer*innen gemacht wurde. Linke wurden aus Beizen rausgeholt oder Ausländer*innen auf der Strasse attackiert und angegriffen. Die Vorfälle reichten von leichter und schwerer Körperverletzung bis hin zu Tötungsversuchen. Neonazis im Fanblock Die Ende der 80er-Jahre unter dem Banner der East-Side-Supporters vereinigten Fanclubs zählten ungefähr 40 bis 50 aktive Fans, die sich hinter dem Tor versammelten und nach englischem Vorbild matchbezogen und ohne Vorsänger supporteten. Viele trugen Kutten oder «casual». Aufnäher mit Südstaatenflagge oder «Ich bin stolz ein Schweizer zu sein» waren verbreitet. In Fanzines wurde offen rassistisch geschrieben und rechtsextreme Slogans wie «Rotfront verrecke» oder «Gegen Linke» abgedruckt. Rechtsextreme Skinheads und Neonazis waren zu Beginn bis Mitte der 90er-Jahre vermehrt auch im Fanblock anzutreffen. Mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln trafen sie auf ein rechtsoffenes Umfeld und waren mit ihrer Gewaltneigung mitunter auch eine willkommene Unterstützung für Auseinandersetzungen gegen andere Fanszenen. Ausgeprägt waren zu dieser Zeit die Konflikte mit Fans von Lugano, die sich massgeblich im Eishockeyumfeld manifestierten. In der Berner Allmend war es üblich, dass sich oben an der Stehrampe die Neonazis versammelten und zum Berner Marsch und dem Einlauf der Mannschaften den Hitler- oder Kühnengruss zeigten. Dieselben Skinheads waren jeweils auch im Wankdorf präsent. Es war eine Zeit, in der dies niemanden richtig zu stören schien und es mindestens stillschweigend geduldet wurde bzw. geduldet werden musste. Massiver Publikumsschwund Die sportliche und wirtschaftliche Talfahrt der Young Boys gegen Mitte der 90er-Jahre führte auch zu einem massiven Zuschauerrückgang, der den rechten und gewalttätigen Fans eine noch grössere Bühne und Präsenz verschaffte und das Bild gegenüber innen und aussen massgeblich prägte. Das Stadion und die Infrastruktur waren marode, Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen beschränkt und rudimentär, Polizei- oder Sicherheitsdienste nicht präsent. Ein Rundgang durchs Stadion war problemlos möglich, Sektorentrenner waren durchlässig. Rechtsextreme
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und neonazistische Fans äusserten ihre Gesinnung im Stadion des BSC YB öffentlich und ohne auf Widerspruch zu stossen. Die ausgeprägte Gewaltneigung und das aggressive Auftreten liessen zivilcouragierte Interventionen auch als wenig sinnvoll erscheinen. Es wurden Hakenkreuze gesprayt, Aufnäher mit ausländerfeindlichen Slogans getragen, Transparente, rechtsextreme Symbole wie das White-Power-Zeichen und Hitlergrüsse gezeigt. Wenn People of ColorSpieler der gegnerischen Mannschaft – und teils auch der eigenen – am Ball waren, ertönten oft Affenlaute und andere rassistische Beschimpfungen. Auch das U-Bahn-Lied war zu hören, in dem der Bau einer UBahn nach Auschwitz besungen wird. Gegnerische Fans wurden als «Juden» oder «Schwule» beschimpft. Wer YB als Fan supporten wollte, sah sich «gezwungen», in die Kurve im Osten zu stehen. Die Atmosphäre war aber wenig angetan, sich dort wohlzufühlen, und man sah sich von aussen rasch mit dem Vorwurf konfrontiert, bei Rassisten und Gewalttätern zu stehen und diese Gesinnung dadurch zumindest zu dulden. Wurde auf rassistische Sprüche reagiert, kam es zu Drohungen oder Schlägen. Die Situation war definitiv übel. Nicht mehr als politische Provokation? Als sich «Gemeinsam gegen Rassismus» ab 1996 auf der Gegengerade bei der Cornerfahne neben dem Gästeblock hinter der Zaunfahne positionierte, wurde dies primär als Provokation angesehen. Politische Aktivisten und fussballferne Antirassisten aus dem Reitschulumfeld wurden vermutet. Die Patrouillen aus der East-Side waren meist auffällig, offensichtlich wurde nach erkennbaren Linken, Punks oder Reitschüler*innen gesucht. Ausser dem Gründer Urs Frieden waren alle anderen aber unbekannt und fielen äusserlich nicht durch Kleidung oder Symbole auf. So blieb man unbehelligt und lange unter dem Radar, da zu Beginn auch kaum auswärts gefahren wurde. Das war damals noch nicht sehr verbreitet. Unangenehm war es trotzdem. Einige brenzlige Situationen gab es mit rechtsextremen Fans der Gästeteams. Unter anderem Neonazis von Servette drohten massiv und Basler Fans entwendeten die Zaunfahne. Diese wurde auch mehrfach von rechten YB-Fans gezockt, wobei sie uns verdankenswerterweise von einem der East-Side-Gründer zurückgebracht wurde, bis sie dann später endgültig verschwand. Seit 2007 hängt die Zaunfahne «halbzeit» an jedem Heim- und Auswärtsspiel und die Banner mit «Gemeinsam gegen Rassismus» werden jeweils an den Aktionstagen gegen Diskriminierung, unter anderem auch von der YB-Mannschaft, aufs Feld getragen.
19. Januar 1995 Das Fanzine «East Side News», das Mitte der 1990er-Jahre in der Ostkurve des Stadion Wankdorfs verkauft wurde, diente auch der Propaganda.
26. Januar 1994 Berner Zeitung BZ. East-Side Supporters sind YBs schwarze Schafe.
07. September 1994 Artikel im «Brückenbauer», der Wochenzeitung der Migros, über rechten Terror in Bern.
07. August 1995 Nazi-Symbolik auf der Tribüne im Stadion Wankdorf. Artikel von Charles Beuret in der Zeitung «Der Bund».
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© halbzeit-archiv: andreas blatter
21. März 1996 Bernard Pulver, Urs Frieden und Godfried Aduobe präsentieren das neue Trikot.
Gemeinsam gegen Rassismus
DIE ENTSTEHUNG
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Urs Frieden über seine Erfahrungen als Mitinitiator von Gemeinsam gegen Rassismus
er BSC YB im Jahre 1996 – kein Geld, kein Sponsor, wenig Zuschauer, ein grosses Rassismus- und Gewaltproblem: Wenn man alles zusammenzählt, kommt unter dem Strich als Gegengift genau die Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus» heraus. Ich trage im Februar 1996 die Idee, mit einem anti-rassistischen Slogan bei YB aufs Leibchen zu gehen und eine Kampagne zu starten, ein paar Tage mit mir herum. Dann konsultiere ich meinen Sohn Micha, und mein Umfeld, darunter auch heute noch aktive Halbzeitler wie Viktor und Resu. Alle Daumen zeigen nach oben. Es geht ja letztlich auch darum, das Stadion wieder zurückzuerobern. Der nächste Schritt ist der Gang zu YB-Präsident Peter Cerny. Mein ehemaliger Teamkollege in der zweiten und dritten YB-Mannschaft (die sogenannten «Reserven» und das «Prom») hat ein offenes Ohr. Das Match-Leibchen war ja ebenso blank wie die Kasse, und alle angefragten Firmen haben längst abgesagt. Als Betrag für die verbleibenden Rückrundenspiele (März bis Mai 1996) schlägt mir Cerny 50 000 Franken vor, die wir natürlich nicht haben, aber mit Spenden reinzubekommen hoffen. So unterschreibe ich als Hauptsponsor, allerdings mit zwei Bedingungen: Wir
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bekommen drei Monate Zeit für die Bezahlung, und umgekehrt gibt es pro Ereignisfall Abzüge, wenn es YB und den Sicherheitskräften nicht gelingt, zusammen mit uns nazistische Exzesse wie Hitlergrüsse und Hakenkreuze im Stadion zu verhindern. Noch wartet die Hürde Nationalliga. Liga-Chef Ralph Zloczower, in den 70er-Jahren YB-Präsident, muss unseren ersten Slogan-Vorschlag «Gegen Rassismus und Antisemitismus» genehmigen. Das Wort Antisemitismus wollen wir drin haben, weil zu dieser Zeit gerade die Debatte um nachrichtenlose Vermögen aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und der Judenverfolgung unschön wütet.
ab 11:17 (3:04)
10 vor 10 (SRF Play)
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Young Boys Anti-Rassismus Schweiz, Bern, BE: Fussballclub BSC YB mit Leibchen-Werbung «Gemeinsam gegen Rassismus». https://srf.ch/play/tv/redirect/detail/31982e22189a-4c70-af0d-c5c9ecb9879a?startTime=677
Hier geht s zum Fernsehbeitrag auf SRF Play.
21.03.1996 Schweiz, Bern, BE: Der Fussballclub BSC Young Boys zeigte auf dem Spielfeld Trikots mit der Aufschrift «Gemeinsam gegen Rassismus». Der Fernsehsender SRF berichtete in seiner Sendung 10 vor 10 über diese Initiative des Vereins, die auf die Sensibilisierung gegen Rassismus im Sport abzielt. Dass die Aktion zufällig am Internationalen Tag gegen Rassismus stattfand, war reiner Zufall und nicht geplant, fügte der Aktion jedoch zusätzliche Symbolkraft.
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Kein Geld, keine Zeit, kein Grafiker Der Begriff Antisemitismus ist aber für Zloczower, der selber jüdischer Abstammung und aktiv in der israelitischen Community ist, zu heiss und zu (tages-)politisch. Er verbietet uns diesen Slogan. Ein YB-Vorstandsmitglied ruft mich deshalb aufgeregt nach Zürich ins Büro an (ich arbeitete damals beim Schweizer Fernsehen). Ich solle sofort einen neuen Vorschlag machen. Da kommt mir spontan der Slogan «Gemeinsam gegen Rassismus», den ich mal in St. Pauli auf einem Transparent gesehen habe, in den Sinn. Und schon tippt ihn der YB-Mann clack-clackclack in seinen Compi und lässt die Trikots unter Umgehung einer Grafikerbude drucken. (St Pauli war übrigens immer wieder mal unser Vorbild. Zum Beispiel lieferte der Fanladen des FCSP die Vorlage für die 1998 eröffnete halbzeit.) Im Hinblick auf die Pressekonferenz, die wir auf den Frühlingsanfang 21. März ansetzen (erst später merken wir, dass dies auch der «Internationale Tag gegen Rassismus» ist), müssen wir jetzt noch schnell ein Patronatskomitee zusammenstellen und Spendenbriefe drucken. Der damalige Stapi Alexander Tschäppat, inzwischen leider verstorben, ist sofort dabei im Komitee, ebenso mein SRF-Kollege Dani Wyler, sowie die Sänger Huri Hurban («Phon Roll») und Tinu Heiniger. Auch aus anderen Sportarten kommen die Unterstützer, nämlich Corinne Schmidhauser (Ski) und Daniel Eckmann (Handball). Und natürlich auch aus St. Pauli: Sven Brux, damals Fanbeauftragter, heute «Leiter Spieltagsorganisation & Fanangelegenheiten». Er sorgte übrigens kürzlich dafür, dass die Boys in Brown mit einem Shirt «Kein Fussbreit den Faschisten» aufliefen. An der Pressekonferenz im alten Stadionrestaurant erhalten wir die Unterstützung von Mittelfeldspieler Godfried Aduobe (liebevoll «Ghana-Godi» gerufen) und Goalie Benno Pulver. Godi erscheint in einem farbigen afrikanischen Hemd, was den damaligen Sportjournalisten (und heutigen Comedian) Bänz
© halbzeit-archiv: ruben sprich
24. März 1996 Erstes Spiel für YB, erstes Tor. Gügi Gürkan Sermeter wurde schnell zum Publikumsliebling und zum Kopf der Kampagne.
Friedli zur Bemerkung verleitet, wir (wir!) würden mit dieser Landestracht etwas gar dick auftragen… Ich habe die gloriose Idee, das von uns gesponserte Trikot gut sichtbar über eine Stuhllehne zu ziehen. Da macht mich der Kameramann von 10vor10 darauf aufmerksam, dass dies absolut Scheisse aussehe. Ich solle das Trikot locker vor mir auf den Tisch legen und dann beim entscheidenden Satz in die Höhe halten. Mit Erfolg: Es ist in der Folge diejenige Szene, die überall gezeigt wird. Die Reaktionen nach der PK sind – ausser ein paar anonymen Unflätigkeiten – unglaublich positiv, nicht nur medial, sondern auch punkto Spenden. Sie kommen im Minutentakt herein. In Erinnerung geblieben sind mir eine vierstellige Spende des FC
Breitenrain und Einzahlungen von Adolf Ogi, vom inzwischen verstorbenen Vizekanzler Achille Casanova (mit dem italienischen Vermerk «bravi!»), von Beni Thurnheer und René Rindlisbacher (Schmirinski). Wer über hundert Franken spendet, bekommt von mir eine handgeschriebene YB-Mannschaftskarte aus Hene und Sile Minders Fanshop. Überraschend für uns ist, dass umliegende Gemeinden, alle mit vollen Kassen, endlich unter dem Titel Rassismus nicht nur die eigene Knabenmusik, sondern auch ihren Lieblingsverein offen unterstützen können. Der damalige Könizer Gemeindepräsident Henri Huber (SP) meldet sich schon am ersten Tag und verspricht 50 000 Franken, womit unser Sammelziel eigentlich schon erreicht ist. Wir ma-
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chen aber weiter bis 164 000 Franken. Damit kann YB mehr als einen Monat lang alle Löhne bezahlen. Es gibt ja 1996 nebst Spielern und Staff nur noch die Teilzeitangestellte Patricia, die während der ganzen Finanzkrise wacker auf dem Posten bleibt. Selbst als die Post die Frankiermaschine zurückholt… Gügis Torjubel Es folgt unser erstes Spiel als Hauptsponsoren gegen Kriens. Wir sind in der Stadionzeitung und am Lautsprecher auffällig präsent. Und als Gügi Sermeter ein Tor erzielt, breitet er die Arme so schön aus, dass unser Schriftzug gut erkennbar ist und wir mit diesem Bild sofort ein Plakat drucken können, das wir für einen Fünfliber verkaufen. Mit Gügis Unterschrift zehn Franken. Mit diesem Plakat und einem Fanshirt machen wir auch ausserhalb des Stadions auf uns aufmerksam. Bei einem Konzert der deutschen Band «Die Ärzte» im National stellen wir einen improvisierten Stand auf. Das will uns aber Bandleader Bela B. verbieten, weil dessen Leute selber T-Shirts verkaufen
wollen. Wir geben dem Musiker heftig zurück und erinnern ihn an seine Sympathien für St. Pauli (wo er gerade den Fans am Millerntor ein WC gespendet hat). T-Shirts verkaufen wir an diesem Abend nicht viele, aber wir lernen Leute kennen und vernetzen uns. Leute wie das nachmalige Vorstandsmitglied GitterSämi – den Zusatz «Gitter» bekommt er erst später, als er wegen eines Schiri-Entscheids das Gitter in unserem Block (unter dem Totomat) hochklettert. Oder Luke (ehem. Fanarbeiter), der heute Co-Präsident ist. In unseren Leibchen verliert YB keinen einzigen Match und bleibt in der Nationalliga A. Beim letzten Spiel der Auf-/Abstiegsrunde (gegen den FCZ) organisieren wir um das Stadion herum acht ausländische Foodstände. Über Lautsprecher wird unser Engagement während des Spiels verdankt. Im Juni dann wird die Lizenz erneuert und YB ist bis auf den heutigen Tag gerettet. Es war eine bewegte und tolle Zeit. Ein grosses Dankeschön an all die vielen Menschen, die mitgeholfen haben, unsere Ideen über 30 Jahre am Leben zu erhalten. Merci!
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14. Mai 1996 Der BSC Young Boys und der FC Zürich setzen gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Rassismus.
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ENTSTEHUNG
13.03.1996 Vereinbarung zwischen dem BSC YB und Gemeinsam gegen Rassismus..
DIE VEREINBARUNG Leistungen Urs Frieden verpflichtet sich als Initiant der Aktion, dem BSC YB bis zum Ende der Saison inklusive Cupfinal insgesamt 50 000 Franken brutto zu garantieren. Falls dieser Betrag bis zum 20. Mai 1996 nicht vollständig auf dem SKA-Konto des Vereins eingegangen ist, übernimmt Herr Frieden den fehlenden Restbetrag bis Ende Mai. Als Zielsumme sind 100 000 Franken für die Auf- und Abstiegsrunde 1995/96 vorgesehen. Sollte diese Summe überschritten werden, wird der Überschuss – nach Abzug aller notwendigen Kosten wie den Druck der Leibchen sowie der Spendenbriefe samt Porto – zu gleichen Teilen aufgeteilt. Ein Rückzug der ersten Mannschaft während des laufenden Spielbetriebs, etwa infolge Konkurs oder Streik, führt automatisch zur Beendigung dieser Vereinbarung.
Gegenleistungen Im Gegenzug verpflichtet sich YB zu bestimmten Leistungen. Vorstand und Spieler unterstützen die Aktion öffentlich und verhalten sich in einer Weise, die dem Anliegen der Kampagne entspricht. Zudem stellen Vorstandsmitglieder und Ordnungskräfte – beispielsweise Securitas-Mitarbeitende – sicher, dass im Stadion keine rassistischen oder nazistischen Symbole oder Materialien getragen, verteilt oder verkauft werden. Dazu gehören unter anderem Aufnäher wie «Ausländer raus» oder «Die Schweiz den Schweizern» sowie Symbole wie Hakenkreuz, Keltenkreuz oder Reichskriegsflagge. Bei nachgewiesenen neonazistischen Aktivitäten, etwa dem Zeigen des Hitlergrusses, entsprechenden Sprayereien oder tätlichen Angriffen auf ausländische Zuschauerinnen, Zuschauer oder Spieler, verhängt der Vorstand von YB im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ein Stadionverbot.
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10. November 2024 Aktions Tag gegen Rassismus mit Choreo. Vorne Males und Lakomy.
Nachhaltigkeit bis heute
AUCH UNSERE «HALBZEIT» SCHREIBT GESCHICHTE
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ach dem Ende des Sponsoringvertrags von «Gemeinsam gegen Rassismus» mit YB stehen wir trotz unseres Erfolgs ein bisschen im luftleeren Raum. Wir haben unsere Ressourcen voll in die Trikotkampagne und Begleitaktionen wie Podiumsgespräche, Sitzungen mit YB-Juniorentrainern, Texten für die Stadionzeitung und das grandiose internationale Food-Festival beim letzten Saisonspiel gesteckt. Und deshalb gar keine Zeit gehabt, noch einen Verein zu gründen oder schlicht unsere Adressen auszutauschen… Bei einer Sitzung in der Brasserie Lorraine kommen wir zum Schluss, dass wir unbedingt einen Treffpunkt brauchen. Ein eigenes Lokal, damit wir weiterhin koordiniert und wirkungsvoll mit unseren anti-rassistischen Aktivitäten in die Fanszene ausstrahlen können. Vorbild ist der Fanladen der St. Pauli-Fans an der Thadenstrasse, wo es sogar einen Ticketvorverkauf gab. Die Suche beginnt. Unter anderem werfen wir ein Auge auf ein Lokal Ecke Schulweg/Lorrainestrasse. Aber wir schrecken vor der Übernahme hoher Hypotheken zurück. Eine leicht esoterische Sandwich-Bar, wo man nach Zentimetern bezahlt, kommt dort später rein.
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Durch Zufall werden wir auf das leerstehende Ladenlokal einer Küchenschreinerei an der Beundenfeldstrasse 13 aufmerksam. Der Besitzer (damals Badertscher-Immobilien) steht kurz davor, mit einem Stützli-Sex-Anbieter abzuschliessen. Der Gedanke an räkelnde Frauen auf Drehscheiben, mitten im Wohnquartier und neben der Schule, macht den Badertscher-Angestellten namens Gentil nicht gerade glücklich. Und er ist froh, mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir werden schnell handelseinig, für einen Preis von 1 600 Franken. Herr Gentil, nomen est omen, übernimmt sogar eine kleine Renovation, mit einem Linoleum-Boden und einem Lavabo, damit wir eine Bar betreiben können. Jetzt noch schnell einen guten Namen finden. Anhand einer Liste mit lauter Fussballbegriffen wie Corner und Penalty einigen wir uns auf halbzeit, damals noch Halb Zeit geschrieben. Und merken erst später, dass dies auch der Titel von Uli Steins Biografie war (die bei uns im Bücherregal steht). Im Frühling 1998, anlässlich eines Champions-League-Spiels, geht s los – noch mit kleinen Bildschirmen und einer lotterigen Bar. YB-Säule mit Petkovic und Doumbia Mitglied Nr. 1 wird der damalige YB-Stürmer Raphaël Kehrli. Viele der jungen YB-Talente, darunter auch unser damaliges Vorstandsmitglied André «Nidi» Niederhäuser, verkehren bei uns. Die Verbindung zwischen Spielern und Fans ist natürlich eine Attraktion. So etwas kann man gar nicht planen. Bis heute kommen, auch für den YB-Talk von Radio GelbSchwarz (RGS), immer wieder Spieler und Trainer (Benito, Hoarau, Doumbia, Petkovic, Degen uvm.) zu uns. Die YB-Säule mitten im Lokal, mit zahlreichen Unterschriften von Häbi bis Chappi, gibt da ein schönes Zeugnis ab. Auch Kultstürmer Seydou Doumbia hat sich dort verewigt, beim Töggelen bis in die Morgenstunden (am Ende der Saison!), und Stefan Niedermaier, der – frisch entlassen – mit «CEO a.D.» unterschrieb. Generell wurden wir viel von Promis besucht, auch wegen der Töggeliturniere, die eine Zeitlang in Mode waren: Olympiasieger, SRF-Leute, Kulturschaffende, Politiker*innen. Stammgast war bis zu seinem Umzug nach Olten der Schriftsteller Pedro Lenz. Laut seiner Biografie hat er seine Lese-Karriere in der halbzeit während der WM 1998 gestartet, was ein bisschen viel der Ehre ist. Auch Lesungen wurden abgehalten. Da kamen Leute wie der deutsche Schriftsteller und Musiker Wolfgang Bortlik, Dani Wyler, Christoph Biermann die Schauspielerin Esther Gemsch oder Pascal Claude in unser Lokal. Und Marco Wölfli las die abgeänderten Sieben Geissli vor, heute noch auf Youtube zu bestaunen. Aber wie wichtig war und ist die Prominenz für die halb-
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halbzeit-Lokal Auch heute noch ist das Fussball-Lokal halbzeit im Breitenrain die erste Adresse für YB-Fans.
zeit? Für unseren Bekanntheitsgrad war das sicher wichtig, für die (mediale) Ausstrahlung, aber auch für die Vernetzung und das Anwerben neuer Mitglieder. The Winner is... Nach der Eröffung gewinnen wir ziemlich schnell Preise, so etwa von Loeb den Prix Chapeau, den Challenge Preis von Sanitas und den Jugendpreis der Burgergemeinde. Wir werden so übermütig, dass wir jeweils 5 000 Franken für gewonnene Preise fix ins Jahresbudget reinschreiben. Unsere Organisierung schreitet voran, wir haben bald gegen 200 Mitglieder (heute knapp 400). Dazu kommt im Stadion das Zusammenstehen im Block, das war gerade während der Neufeldzeit wichtig. Das Neufeld war ja mit seinem Waldrand-ChaletCharme selber ein Star. Das zog, nebst sportlichem Erfolg nach dem Wiederaufstieg, viele neue Leute aus der alternativen Szene an, womit die rassistische Fraktion, bis heute, immer mehr an den Rand
gedrängt wurde. Was uns sicher auszeichnet: Die halbzeit ist und war Ausgangspunkt zahlreicher neuer Projekte in unserer Tradition, zum Beispiel wurde die Fanarbeit bei uns gegründet und hat heute (nach Start in der Lorraine) ihr Büro dort. RGS wurde von zwei halbzeit-Vorstandsmitgliedern gegründet. Auch bei der Gründung von FARE Europa (1999 in Wien) und FARE Schweiz waren wir dabei. Und kürzlich haben uns die «Wankdorf Junxx» darauf aufmerksam gemacht, dass es sie ohne halbzeit nicht gäbe (was uns gar nicht bewusst war). Nicht zu unterschätzen ist, dass unser Lokal bis heute für Sitzungen von YB-Fanklubs und -Dachverbänden gebraucht wird. Oder aktuell nachmittags für das Café Mazay des gleichnamigen Integrations-Vereins geöffnet ist. Einer der Höhepunkte in der Geschichte der halbzeit waren die von uns organisierten Spiele mit dem FC Pristina. 1998 luden wir das Team, das jahrelang in Kosovo nicht spielen durfte, nach Thun ein. 3 500
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30.05.1998 Der FC Pristina aus dem Kosovo auf Einladung der halbzeit in Thun. Aufgrund der politischen Situation haben die Spieler aus Pristina kaum Möglichkeiten, Fussball zu spielen.
Zuschauer fanden sich im Lachenstadion ein, und Andy Eglis Team siegte zwar klar, bescherte aber allen ein unvergessliches Erlebnis. Nach dem Kosovo-Krieg erfolgte die Gegeneinladung. Bei Thun waren in der Zwischenzeit alle Spieler und Offiziellen weg, deshalb stellten wir eine Unterliga-Auswahl aus unserem Umfeld zusammen. Rückspiel in Pristina Anfang Oktober 2001 war es dann vor (wiederum) 3 500 Zuschauern im Nationalstadion von Pristina soweit. Die Unterliga-Kicker von Vereinen wie Breitenrain, Worb oder Italiana fühlten sich in Europacup-Stimmung – spätestens beim Abschlusstraining im Stadion, dem zahlreiche Medien folgten. 3:1 für Pristina lautete das Resultat dieses völkerbindenden Spiels, das live vom TV übertragen wurde. Ein unvergessliches Erlebnis für die 25-köpfige halbzeit-Delegation, die eine herzliche Gastfreundschaft geniessen durfte. Und eine Pioniertat: Wir waren die ersten, die nach dem Krieg den Sportkontakt
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aufnahmen. Aber die Kosovo-Nati durfte erst 13 Jahre später das erste offizielle Testspiel bestreiten. Was viele nicht wissen: Die ganze Arbeit in der halbzeit wird gratis geleistet. Diese Freiwilligenarbeit kommt bisweilen an die Grenzen, etwa beim Barbetrieb. Höhepunkt diesbezüglich ist der WM-Final 2010. Auf der Bar-Präsenzliste war eingetragen: «alle». Mit dem Ergebnis, dass die halbzeit geschlossen blieb. Und die irgendwo grillierenden Vorstandsmitglieder aufgeregte, aber verspätete Notrufe von Mitgliedern, die vor der Türe warteten, erhielten. «Geteilte Unverantwortung», nennt man dieses Phänomen. Aber ohne Freiwilligkeit ginge nicht nur Herzblut verloren. Auch die Finanzierbarkeit wäre unmöglich. Wir leben von unseren Mitgliederbeiträgen und den Subventionen der Stadt (als Mitglied der Vereinigung Berner Gemeinwesenarbeit VBG). Wir sind stolz, dass wir im Vorstand den Transfer zur mittlerweile dritten Generation geschafft haben und so die halbzeit seit 1998 immer am Laufen halten konnten. Mit Ausnahme des WM-Finals 2010…
«Wie wenn es gestern gewesen wäre! Am 30. Mai 1998 durfte ich als verantwortlicher Trainer der NLB-Mannschaft FC Thun einem Spiel assistieren, das unter dem Titel ‹Gemeinsam gegen Rassismus› nicht gegen, sondern mit dem FC Pristina aus dem Kosovo im Lachenstadion stattfand. Wegen des bevorstehenden Krieges konnten die Kosovaren weder Meisterschaftsspiele noch Trainingseinheiten in ihrem Land bestreiten. Wir vom FC Thun haben diese Gelegenheit wahrgenommen, die gegenseitige Wertschätzung mit unterschiedlichsten Voraussetzungen zu leben, und durften eine tolle Partie absolvieren, wo ich mich nicht einmal mehr ans Resultat erinnere. Eindrücklich war, dass dieses Spiel vor über 3 000 begeisterten Zuschauern stattfand, welche im Gegensatz zu unseren Meisterschaftsspielen vor allem aus dem Ausland angereist waren, und diesem Spiel ein besonderes Flair gaben. Mir fiel auch auf, dass der gegenseitige Respekt in jeder Sekunde spürbar war. Ich freue mich, auch in Zukunft dem Verein halbzeit und den Bemühungen, ‹Gemeinsam gegen Rassismus› in den kommenden 30 Jahren gelegentliche Dienste zu leisten, und die Botschaft vorzuleben.» ANDY EGLI halbzeit-Mitglied, 5x CH-Meister, 4x Cupsieger, 77 Nati-Spiele
«Dreissig Jahre ‹Gemeinsam gegen Rassismus› – und leider immer noch notwendig. Das Bewusstsein ist sicher gewachsen, es sind Fortschritte erzielt worden. Aber immer noch sind viele diskriminierende Sprüche auf unseren Fussballplätzen und in unseren Stadien zu hören. Das Gift Rassismus existiert weiterhin. Darum müssen wir wachsam bleiben – und darum braucht es weiterhin ‹Gemeinsam gegen Rassismus›». DANI WYLER Ex-SRF und heute Teleclub-Fussballkommentator, Ex-Medienchef FC Wil. 1996 in unserem Patronatskomitee.
«Als die halbzeit gegründet wurde, erschien auch die erste Ausgabe meines Fanzines ‹Knapp daneben›. Urs Frieden hat es damals im Matchprogramm vorgestellt – auf einer ganzen Seite! Ich verbinde mit dieser Zeit gute Erinnerungen: ein Netz wurde geknüpft, Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Zu sehen, dass es noch andere gibt, denen der Rassismus im Stadion auf den Sack geht, war eine gute Erfahrung.» PASCAL CLAUDE Autor, Fussballaficionado, Platten-Sammler.
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29. März 2025 1:0 gegen den FCSG. Jubel um Torschütze Fassnacht. Die YB-Spieler im Spezial-Trikot.
Wir bleiben wachsam
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Dieser Text erschien im März 2022 in der JubiläumsFestschrift 25 Jahre «Gemeinsam gegen Rassismus».
m eine Ostkurve, mit ihren schätzungweise 400500 Mitgliedern, zu pauschalisieren, dazu sind wir nicht befugt. Die knapp 20 000 YB-Mitglieder zu generalisieren, gestatten wir uns nicht. Ein volles Stadion Wankdorf mit über 30 000 Fans zu schubladisieren, das wollen wir nicht. Dennoch erlauben wir uns eine Annäherung an folgende Frage: Wie rassistisch ist der Schweizer Fussball heute? Ist Diskriminierung komplett aus den organisierten Schweizer Fankurven und dem Stadion Wankdorf verschwunden? Wie sieht das Hier und Jetzt aus? Pauschale Fragen, die sich nicht pauschal beantworten lassen. Und dennoch: Die meisten Fanszenen in der Schweiz sind politisch klar als nicht rechts einzustufen. In Bern, im Sektor D der Ostkurve sowie auch im restlichen Stadion, ist offener Rassismus nicht zu finden. Die Fanklubs, unter den beiden Dachverbänden Ostkurve und gäubschwarzsüchtig, bezeichnen sich als politisch neutral. Zusammen mit YB als Verein und der Fanarbeit Bern dulden sie keine Diskriminierung und engagieren sich für Vielfalt und unterprivilegierte Menschen. Dennoch, der Rassismus in der Gesellschaft wird generell wieder lauter, und als Abbild dieser, ist er auch in Schweizer Fussballstadien wieder vermehrt anzutreffen. «Im Fussball gibt es Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit, weil es sie in der Gesellschaft gibt», so Trainer Fabio Celestini 2018 in einem Interview.
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Der Rassismus ist zwar kaum noch öffentlich sichtbar und kommt nicht mehr so plump im Stadion daher, wie zu unserer Geburtsstunde in den 90er-Jahren. Auch ist er nicht mehr mehrheitsfähig. Doch viele Menschen erlauben sich heute wieder, andere öffentlich herabzuwürdigen und zu erniedrigen. So gab es auch in den vergangenen Monaten mehrere Vorfälle in Schweizer Fussball-Stadien: In Basel wird der Spieler Aldo Kalulu gut hörbar als «Bananenpflücker» beschimpft. In St. Gallen nennt ein Mann Aiyegun Tosin vom FC Zürich einen «Scheiss-Mohrenkopf». In Neuenburg werden dunkelhäutige Xamax Spieler als «Niger» beschimpft – von Maurice Weber, dem Präsidenten des FC Wil. (Daraufhin tritt Wil-Pressechef Dani Wyler, 1996 in unserem Patronatskomitee, aus Protest zurück.) «Wo kommen wir da hin?» Natürlich sind es oft Einzelstimmen, allenfalls Kleingruppen, und nicht selten entspringt der Hass der Haupttribüne und nicht den Fankurven. Das ist im Vergleich zu den 90er-Jahren neu. Oder die Diskrepanz kommt von einer Fraktion, die der Meinung ist, Betroffene sollen sich mal nicht so haben. Stimmen, die sagen, dass «überbezahlte» Profis, Spieler und Trainer das heutzutage auszuhalten haben. So zum Beispiel Urs Meier (Ex-Schiri) im Blue-TV, als Pierre Webo, Assistenztrainer des türkischen Vereins Başakşehir FK, vom vierten Offiziellen in der Partie gegen PSG als «Negru» rassistisch erniedrigt wird. «Das ist aber noch kein Grund, einfach den Platz zu verlassen». Nur wenn einem etwas nicht passe, verlasse man nicht das Spielfeld: «Das ist keine Art im Sport», Meier. Unterstützung bekommt er im Schweizer Bezahl-Fernsehen von Rolf Fringer (Ex-Trainer von GC, Stuttgart und der Schweizer Nationalmannschaft). «Wo kommen wir da hin, wenn irgendjemand etwas ruft, dass man gleich wieder nach Hause geht?». Vom Hooligan zum Ultra Als in Schweizer Stadien der Wechsel von der Hooligan- zur Ultra-Kultur stattgefunden hat, wurde der Rassismus grösstenteils aus den Stadien verdrängt oder jedenfalls wurde ihm viel an Nährboden entzogen. Bei YB hat dieser Wandel mit dem Umzug vom brüchigen Wankdorf in das Neufeld-Stadion seinen Anfang genommen. Mit dem Umzug zurück vom Neufeld in das neugebaute Stadion Wankdorf und dem verbundenen organisierten Support wurde dieser Trend fortgeführt. Wirft man generell einen Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, sind Fanklubs tendenziell offener geworden. Mitglieder aus anderen Milieus, Subkultu-
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ren und Migranten stiessen zu den Fankurven. Die gesellschaftliche, kulturelle und soziale Durchmischung liess dem Rassismus immer weniger Raum. Fans und Fangruppen organisierten sich inmitten der Nullerjahre in Bern allmählich besser und im grösseren Ausmass. Die Heterogenität der Personen, welche der Ostkurve zugehörig sind, wuchs. Die Ultrabewegung wurde in Bern schnell zu einer grossen Jugendbewegung. Als gemeinsamer Nenner diente der Fussballverein an sich und nicht mehr die politische Ausrichtung. Mit Gruppierungen wie den City Ramblers, die sich links positionieren, mit Fila¡ und Ragazze Berna zwei weiblichen Fangruppierungen - und den «Wankdorf Junxx», dem ersten schwullesbischen Fanclub der Schweiz, ist der Platz für Vielfalt gewachsen. Die East-Side teilt sich die Stehrampe mit der halbzeit. Die Heterogenität, aber auch die Konvergenz, ist durch die Masse und den sportlichen Erfolg stark gestiegen. Es gab in den letzten Jahren mehrere Vorkommnisse in Bern, bei denen Personen wegen rassistischer Haltung, aus Fanclubs und/oder der Kurve verbannt wurden. Auf der politischen Agenda der Ultras steht der Kampf um Autonomie, Freiheit und Selbstregulierung und gegen die Repressionen von Justiz und Polizei. Diese Anliegen sind bis heute verbindende Elemente der Fanklubs, so auch in Bern. Rassismus aus der Fankurve Die in den vorherigen Abschnitten aufgeführten Vorkommnisse als Einzelfälle auf den Haupttribünen der erwähnten Vereine abzutun, scheint aber auch der falsche Ansatz. Vorfälle wie gegen Sion-Goalie Timothy Fayulu, der aus der FCSG-Kurve mit Affenlauten und Ausrufen wie Monkey, Affe, Neger eingedeckt wird. In Zürich, als GC-Fans im Letzigrund mit einem Transparent dem verstorbenen Neonazi Thomas Haller Respekt bezeugten. Oder das primitive Banner «Winti Fraue figgä und verhaue», welches im Gästeblock des Stadion Schützenwiese von wenigen Schaffhauser Ultras gezeigt wurde. Diese Geschehnisse zeugen von übelster rassistischer Diskriminierung in Schweizer Fankurven. Auch wenn der «Fall» Fayulu, im Gegensatz zu den beiden Transparenten aus Zürich und Schaffhausen, sicher nicht orchestriert und organisiert war. Politisch pauschalisieren lässt sich eine Fankurve schlicht nicht.Episoden, zB. als die organisierte Fankurve des FC Luzern einen als Jude verkleideten Mann vor sich herjagte und die Espen-Anhänger mit dem ebenso geschmacklosen Transparent «Fussball macht frei» konterten, lassen hingegen anderes vermuten. Diese Geschehnisse sind bereits etwas länger her, aber deshalb noch lange nicht vergessen. Wir
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Aktionswochen
Jedes Jahr begehen Verein und Fans die Aktionswochen gegen Gewalt und Rassismus.
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sind froh und auch stolz, nehmen wir in Bern keine Vorfälle von solchem Ausmass mehr wahr. Ein neues und sehr ernstzunehmendes Phänomen ist leider der Rassismus, welcher Fussballer und Fussballerinnen und viele andere Menschen über die sozialen Medien zu erfahren haben. Soziale Medien bieten ihren Nutzer*innen Freiräume. Diese werden missbraucht, um anonymen Hass und anonyme Hetze zu verbreiten. Die Hemmschwelle ist tief, der Zugang einfach. Beispiel: Der damals 19-jährige YB-Spieler Alexandre Jankewitz, damals noch beim FC Southampton unter Vertrag, wird nach einer roten Karte auf Social-Media-Kanälen aufgrund seiner Hautfarbe derart stark angefeindet und rassistisch beleidigt, dass Southampton sich gezwungen sieht, die Polizei einzuschalten. Nicolas Moumi Ngamaleu, der gebürtige Kameruner und vierfache Schweizer Meister mit YB, bekommt nach seinem verschossenen Penalty im Heimspiel gegen den FC Basel (15.12.2021, 1:1) auf Instagram Nachrichten, in welchen er unter anderem als «Slave» und «Ugly Black Negro» betitelt wird. Die Neujahrsgrüsse aus dem Malediven-Urlaub des YB-Cupfinal-Torschützen Marvin Spielmann, werden mit «Nigger» kommentiert. Menschenunwürdig. Wir bleiben wachsam! Zwar ist nach diversen «einzelnen» Ereignissen der Rassismus nicht in die Schweizer Stadien zurückgekehrt. Sie zeigen aber, dass Rassismus in den Fussballstadien nach wie vor auf fruchtbaren Boden treffen und aufkeimen kann. Auch wenn in Bern sicher nicht alles perfekt ist und immer wieder Debatten im und rund um das Stadion aufflammen, es von Meinungsverschiedenheiten bis hin zu Streitigkeiten und Spaltungen kommt, riecht man den Nazimief aus den 90ern im Berner Wankdorf zum Glück schon lange nicht mehr. Ein Stadion antirassistisch und frei von Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass zu halten, ist aber ein permanenter Aufwand. Die Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung und allen anderen Diskriminierungsformen ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft und die Zuständigkeit liegt nicht nur beim Verein BSC YB, der halbzeit oder einzelnen Institutionen und YB-Fans. Diese Aufgabe muss von allen Fanclubs und Zuschauern, in jedem Sektor im Wankdorf und genauso im Internet, mitgetragen werden. Wir dürfen die Augen nicht davor verschliessen. Wir bleiben wachsam!
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«Für mich ist die «halbzeit» seit ihren Anfängen ein Bildungsort, also ein Ort, an dem ich menschlich und intellektuell wachsen kann, an dem ich meinen Horizont erweitern, alte Vorurteile abbauen und neue Erkenntnisse gewinnen kann. Dass ich dabei noch Spiele sehen, ein paar Bierchen trinken und plaudern kann, ist umso schöner. In der «halbzeit» vermischen sich kompliziertere und einfachere Gesprächsthemen auf wundersame Weise. Bald schimpft einer wie ein Fuhrmann über einen vermeintlich falschen Offside-Entscheid, bald redet ein anderer kenntnisreich über die politische und soziale Lage in Armenien, der Heimat unserer ehemaligen YB-Helden. In den letzten zwanzig Jahren habe ich in der «halbzeit» politische, sportliche, kulinarische oder geografische Vorträge gehört, Spielerinterviews beigewohnt, Lesungen gehalten, unvergessene Finals mitverfolgt, über taktische Finessen gestritten und eine Menge spannender Menschen kennengelernt. Das ist viel, viel mehr, als man von einem Lokal erwarten darf. Bevor es die «halbzeit» gab, fühlte man sich zuweilen als Intellektueller, der gleichzeitig Fussballfan ist, einsam wie Adam am Muttertag. Heute ist es normal, dass Intellektuelle Fussball schauen und es ist normal, dass Fussballfans Bücher lesen. Aber vor zwanzig Jahren war das noch anders. Da war der Fussball eine eigene Welt, in der nicht selten irgendwelcher Glatzköpfe den Tonfall vorgaben. Die «halbzeit» hat nicht nur mich und einige meiner Freunde weitergebildet. Sie hat auch die Gesellschaft verändert. Fussball ist immer noch ein einfaches und wunderschönes Spiel. Doch der Fussball entwickelt sich ständig. Da ist es nur recht und billig, dass auch wir, die wir den Fussball lieben, immer wieder menschlich und sportlich dazulernen, den Rassismus in uns selbst und bei andern bekämpfen, die Machenschaften der Korrupten anprangern und Werte wie Fairness und Freundschaft hochhalten. Danke Urs Frieden, dem Gründer der «halbzeit», danke allen Frauen und Männern, die sich in und für die «halbzeit» engagiert haben und immer noch engagieren. Lang lebe der Fussball, lang lebe die «halbzeit»!» PEDRO LENZ Schriftsteller, Mundartautor, halbzeit-Mitglied.
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Es war und ist immer wichtig, ständig wieder auf dieses Thema aufmerksam zu machen! Ich erinnere mich gut an die rassistischen und neonazistischen Fahnen und Transparente. Es war höchste Zeit, nicht wegzuschauen und diese Machenschaften zu unterbinden. Es ist schön, damals einen kleinen Teil zu dieser Aktion beigesteuert zu haben. BERNARD PULVER 10 Jahre YB-Torwart von 1988 bis 1998, 239 Spiele.
Soweit ich mich erinnere, hat Urs Frieden mich an einem Sonntag kontaktiert. Ich habe danach gleich unter anderen Wale Eichenberger angerufen und wir haben zugesagt. Das war eine Sache von Stunden: Erstens. Wir hatten keine Sponsoren. Zweitens. Das war eine gute und wichtige Sache. Immer wenn ich heute UEFA-Kampagnen gegen Rassismus sehe, muss ich schmunzeln und freue mich, dass wir damals, als es noch nicht selbstverständlich war, pionierarbeit geleistet haben.
PETER CERNY YB-Präsident von 1995 bis 1996.
Da wir in dieser Zeit keinen Hauptsponsor hatten, waren wir froh, als der Verein «Gemeinsam gegen Rassismus» uns unterstützte und wir auf den Leibchen etwas gedruckt hatten. Und eine solche Botschaft nach aussen zu tragen, machte uns natürlich auch sehr stolz! ALAIN BAUMANN 409 Spiele für YB! Nur drei Spieler trugen öfters Gelb-Schwarz.
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Seinerzeit gab es ein Poster von mir! Als GC-Bueb bin ich nach Bern gekommen, mein erstes Spiel gegen Kriens. Torschütze und dann gleich auf ein Poster für die lancierte Aktion gegen Rassismus! Das werde ich nie mehr vergessen! Vom Lehrling wurde ich da zum Profi. Selbst mit türkischen Wurzeln, habe ich die Aktion natürlich voll und ganz unterstützt. Neqrouz, Prytz oder Godi, wir hatten diverse ausländische Spieler. Ich war stolz, dabei zu sein. Das war generell eine geile Sache! Und das Poster hängt auch heute noch in meinem Büro. Es hat für mich Symbolcharakter, für mich als Spieler und für die Haltung gegen Rassismus! GÜRKAN «GÜGI» SERMETER YB-Spieler 1996. Publikumsliebling von 2000 bis 2006.
Für einen Verein ist es eminent wichtig und wertvoll, im Stadion Fangruppierungen zu haben, die für eine positive Aussenwahrnehmung sorgen. Der Verein und die dazu lancierte Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus» sind das beste Beispiel dafür. ANDRES GERBER YB-Spieler von 1991bis1998, aktueller Präsident des FC Thun.
In Bern habe ich zum Glück nur wenig Rassismus erfahren. Aber es gab schon Situationen wie gegen Servette, als ein Gegenspieler und ich mit den Köpfen zusammengeprallt sind. Die Genfer Fans waren sauer, haben Bananen geworfen und Affengeräusche gemacht. Aber das hat mich nicht interessiert. Die Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus» hat für mich vieles einfacher gemacht! Das war richtig gut. Bern ist für mich auch heute noch Heimat. GODFRIED «GODI» ADUOBE Mittelfeld-Motor bei YB von 1994 bis1996.
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24. März 1996 Grosser Jubel im neuen Dress: der Deutsche Marco Dittgen und Doppelbürger Gürkan Sermeter.
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24. März 1996 Der Ghanaer Godfried Aduobe behauptet den Ball im Heimspiel gegen den SC Kriens.
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24. März 1996 Mit Stolz trägt der Schwede Robert Prytz das YB-Trikot, das die neue Botschaft auf der Brust trägt.
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24. März 1996 Raphaël Kehrli im Spiel gegen den SC Kriens. Zwei Jahre später wird er Mitglied Nr. 1 der Halbzeit.
27. April 1996 BSC YB – FC Lugano. Der Last-Minute-Sieg wird von Baumann und Lengen mit den Fans auf dem Spielfeld gefeiert.
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08. April 1996 Fussballgott Erich Hänzi und Gürkan Sermeter im Duell – später Teamkollegen bei YB.
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14. Mai 1996 Pulver, Prytz, Baumann von YB, die Schiris, Andersen und Stiel vom FCZ mit einem klaren Statement gegen Rassismus.
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08. April 1996 Filigraner Techniker, Flügelrakete und Topscorer: Gügi Sermeter im Match gegen Lausanne-Sport.
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27. April 1996 Prytz beim Freistoss im Match BSC YB – FC Lugano, im Stadion Wankdorf.
08. April 1996 Prytz überreicht Lausannes Souleyman Sané ein Trikot vor dem Spiel BSC YB – FC Lausanne-Sport.
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GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS
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BSC YOUNG BOYS × GEMEINSAM GEGEN RASSISMUS
BSCYB.CH/GEMEINSAM-GEGEN-RASSISMUS
Halbzeit | Gemeinsam gegen Rassismus, Beundenfeldstrasse 13, 3013 Bern bollettino@halbzeit.ch Spendenkonto: CH67 0900 0000 8728 2307 9 halbzeit.ch
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