Christian Gerhaher & Gerold Huber 24. Oktober 2026, 18:00 Uhr Mittlerer Saal Liederabende I
Vorschau 26–27 Do, 19. Nov 2026, 19:30 Alter Dom Linz
Voces Suaves Stabat Mater
Vielstimmige Italienische Sakralmusik aus der Barockzeit im einzigartigen Ambiente des Alten Doms
Do, 10. Dez 2026, 19:30 Mittlerer Saal
Isabelle Faust, Tabea Zimmermann & JeanGuihen Queyras Wolfgang Amadé Mozarts Divertimento für Streichtrio trifft auf Werke von Kodály, Bartók und Ligeti
Sa, 12. Dez 2026, 19:30 Großer Saal
Oberlinger, Brandt, Mields & Ensemble 1700
Karten und Infos: +43 (0) 732 77 52 30 brucknerhaus.at
Dorothee Oberlinger © H. Ross
Pastorale
Ein klingendes Bilderbuch italienischer Weihnacht mit Schauspieler Matthias Brandt und einem hochkarätigen Ensemble um Dorothee Oberlinger
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alla breve
Das Programm auf einen Blick
Mit seinem unverwechselbaren Stimmtimbre, seinen ebenso ergreifend wie farbenreich ausgestalteten Interpretationen und seiner glasklaren Diktion gehört der Bariton Christian Gerhaher zu den ganz großen Liedsängern unserer Zeit. Gemeinsam mit dem Pianisten Gerold Huber, mit dem er seit Studienzeiten zusammenarbeitet, kehrt er mit einem reinen Schumann-Abend ins Brucknerhaus zurück. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Werkgruppen aus dem sogenannten ›Liederjahr‹ 1840, dem Jahr der Eheschließung von Robert Schumann und Clara Wieck. Aber auch zwei spätere Werke stehen auf dem Programm, darunter der düster-melancholische ›Lenau-Zyklus‹, der Themen wie Vergänglichkeit und Weltschmerz verhandelt.
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Programm & Besetzung Robert Schumann 1810–1856 Fünf Lieder op. 40 // 1840 Nr. 1 Märzveilchen Nr. 2 Muttertraum Nr. 3 Der Soldat Nr. 4 Der Spielmann Nr. 5 Verratene Liebe Liederkreis op. 39 // 1840 Nr. 1 In der Fremde Nr. 2 Intermezzo Nr. 3 Waldesgespräch Nr. 4 Die Stille Nr. 5 Mondnacht Nr. 6 Schöne Fremde Nr. 7 Auf einer Burg Nr. 8 In der Fremde Nr. 9 Wehmut Nr. 10 Zwielicht Nr. 11 Im Walde Nr. 12 Frühlingsnacht // Pause // Drei Gesänge op. 83 // 1850 Nr. 1 Resignation Nr. 2 Die Blume der Ergebung Nr. 3 Der Einsiedler
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Romanzen und Balladen op. 53 // 1840 Nr. 1. Blondel’s Lied Nr. 2 Loreley Nr. 3 Der arme Peter I »Der Hans und die Grete tanzen herum« II »In meiner Brust, da sitzt ein Weh« III »Der arme Peter wankt vorbei« Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90 // 1850 Nr. 1 Lied eines Schmiedes Nr. 2 Meine Rose Nr. 3 Kommen und Scheiden Nr. 4 Die Sennin Nr. 5 Einsamkeit Nr. 6 Der schwere Abend Nr. 7 Requiem Künstlergespräch mit Gerold Huber und Andreas Meier um 17:15 Uhr im Foyer Mittlerer Saal Konzertende: ca. 19:45 Uhr
Christian Gerhaher Bariton Gerold Huber Klavier
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Mach’ doch ein Lied einmal! »Und der Mond, die Sterne sagen’s Und in Träumen rauscht’s der Hain Und die Nachtigallen schlagen’s: Sie ist Deine, sie ist Dein!« Aus Joseph von Eichendorffs Frühlingsnacht, 1837
Vom Finden des Gesanges Ein Blick in das Werkverzeichnis Robert Schumanns offenbart einen Menschen, der sich über weite Strecken seines Schaffens geradezu enzyklopädisch mit bestimmten musikalischen Gat tungen befasste, als gelte es, sich auf jedem Gebiet gegenüber den Werken seiner Vorbilder und Zeitgenoss:innen zu beweisen. Während er sich in seinen ersten 23 veröffentlichten Komposi tionen zwischen 1830 und 1839 einzig auf das Gebiet der Klavier musik konzentrierte und sich im Jahr 1841 fast ausnahmslos der Orchestermusik widmete, brach sich im sogenannten Liederjahr 1840 nicht zuletzt unter dem Vorzeichen und Eindruck der lang ersehnten Heirat mit Clara Wieck sein bereits in den Klavierwerken evidenter Hang zur Verknüpfung von Poesie und Musik in Gestalt von nicht weniger als 138 Liedern Bahn. Die schiere Fülle und stu pende Meisterschaft dieser Stücke, die bis heute als Gipfel punkte der Liedkunst gelten, erstaunt umso mehr, wenn man bedenkt, dass Schumann noch im Sommer 1839 seinem Kollegen Hermann Hirschbach die Frage stellte: »Oder sind Sie vielleicht wie ich, der ich Gesangscompositionen, so lange ich lebe, unter die Instrumentalmusik gesetzt habe, und nie für eine große Kunst
Lieder von Robert Schumann
Robert Schumann, Lithografie von Josef Kriehuber, 1839
gehalten? Doch sagen Sie niemandem davon!« Lange hatte Schu mann dem Lied, das er abseits einiger Jugendwerke der Jahre 1827 bis 1828 keiner näheren Beschäftigung für wert erachtet hatte, äußert kritisch gegenübergestanden, in den Schöpfungen seiner Kollegen – Franz Schubert eingeschlossen – »zu viel Noten zu den einfachen Worten« vorgefunden, ehe er 1840 schließlich ganz der Gattung verfiel. »Ich schwärme jetzt viel Musik, wie immer im Februar. Du wirst Dich wundern, was ich alles gemacht habe in dieser Zeit – keine Claviersachen, Du erfährst es aber noch nicht«, schrieb er am 7. Februar an Clara Wieck. Wenige Tage später ergänzte er: »Ich will Dir nur sagen, ich hab’ sechs Hefte
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Liederkreis op. 39
Lieder, Balladen Großes u. Kleines Vierstimmiges gemacht. Da wird Dir Manches recht gefallen«, um wiederum nur einige Tage darauf hinzuzufügen: »Sei mir nicht bös, Herzens Klara, wenn ich Dir heute wenig genug schreiben werde. Seit gestern früh hab’ ich gegen 24 Seiten Musik wieder geschrieben (etwas Neues, von dem ich Dir weiter gar nichts sagen kann, als daß ich dabei gelacht und geweint vor Freude) […]. Das Träumen u. Musiciren macht mich beinahe todt jetzt; ich könnte darin untergehen. Ach Clara, was das für eine Seligkeit ist für Gesang zu schreiben«. Endlich hatte Schumann in der fruchtbaren wechselseitigen Durchdringung von Lyrik und Musik das passende Ventil für seine poetisch-musikalische Doppelbegabung gefunden, das es ihm erlaubte, der Gattung des Liedes »das Romantische in reinster Essenz« (Werner Oehlmann) zu entlocken. Schumann nannte seinen zwischen dem 1. und 22. Mai 1840 zu Papier gebrachten ›Liederkreis vom Joseph Freyherrn von Eichen dorf[f]‹ op. 39 gegenüber Clara sein »aller Romantischstes«: »Es steht viel von Dir darin, Du meine liebe theure Braut«. Wie schon im Fall des im vorangegangenen Februar komponierten Lieder kreises op. 24 auf Gedichte Heinrich Heines zeigt sich hier seine Fähigkeit – neben der Emanzipation des Klavierparts, den er mit seiner Fähigkeit, den dichterischen Duktus mit instrumentalen Mitteln widerzuspiegeln, nunmehr eigenständig kommentarhaft oder auch solistisch hervortreten ließ – einzelne Texte zu asso ziativen, teils sogar linear narrativen Werkzyklen zu verschränken. Anhand von zwölf Gedichten, die er allesamt der 1837 erschie nenen ersten Gedichtsammlung Eichendorffs entnahm, gelang es ihm dabei, im ständigen Wechselspiel musikalischen Suchens und Findens die intellektuelle Daseinsverortung eines Protago nisten nachzuzeichnen, ohne dabei eine plakative Erzählebene etablieren zu müssen. Geradezu mystisch zwischen erinnerter Ver gangenheit und drohender Todesahnung schwebend, hebt das erste Lied In der Fremde mit gleichförmigen Akkordbrechungen
Liederkreis op. 39
des Klaviers an, das Bild eines zur Laute singenden Barden herauf beschwörend, dessen im anschließenden Intermezzo durch be wegte Synkopen beschworenes Spiegelbild Theodor W. Adorno 1960 mit den Worten »traurig das eine, im abgerungen fröhli chen Ton das zweite« kommentierte. Während das darauffolgen de Waldesgespräch mit markanten Hornquinten und wogenden Achtelketten balladenartig die bekannte romantische Loreley-Er zählung in Erinnerung ruft, leiten die tastenden Akkorde von Die Stille in die entrückten Klänge der Mondnacht über, deren tonale Unbestimmtheit und, so die Vortragsanweisung, »zart, heimlich« schreitenden Begleitfiguren des sich in immer größere Höhen erhebenden Klaviersatzes letztlich in einen musikalischen »Him melskuß« (Gerhard Kaiser), eine Verschmelzung irdischer und übernatürlicher Welten, münden. Der drängende Duktus des Liedes Schöne Fremde, der auch einen strukturellen Gegenpol zum Beginn des Zyklus darstellt, bereitet daraufhin dem amorph zwi schen polyphoner Strenge und expressiver Harmonik schwanken den Bild Auf einer Burg den Weg, dessen melancholische Färbung auch den Hintergrund für das folgende, erneut In der Fremde betitelte Lied bildet. Fast scheint es, als sei hiermit jeder zuvor aufkeimende Hoffnungsschimmer zu Grabe getragen, zumal im anschließenden Wehmuth sowie dem in gespenstisches Däm merlicht getauchten Zwielicht die innere Zerrissenheit der Er zählstimme in den Vordergrund tritt und auch die zunächst freundliche Vision einer Hochzeitsgesellschaft Im Walde auf den tiefsten Gesangstönen des gesamten Zyklus zu den Worten »Mich schauert’s im Herzensgrunde« endet. Doch völlig uner wartet fegt die mit der Vortragsanweisung »Ziemlich rasch. Lei denschaftlich« versehene, mit kraftvollen Triolenbewegungen hereinbrechende Frühlingsnacht alle Zweifel beiseite, das fis-Moll des ersten Liedes nach Dur wendend und mit geradezu freneti scher Freude in die Welt rufend: »Sie ist Deine, sie ist Dein!«
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Liederkreis op. 39
Korrekturabzug des bei Haslinger in Wien erschienenen Erstdrucks des Liederkreises op. 39 mit Schumanns handschriftlichen Anmerkungen (Ausschnitt aus dem dritten Lied Waldesgespräch), 1842
Fünf Lieder op. 40 & Romanzen und Balladen op. 53
Die Fünf Lieder op. 40 brachte Robert wenige Wochen nach dem ›Eichendorff-Zyklus‹ im Juli 1840 innerhalb von nur zwei Tagen zu Papier. Dabei griff er auf Gedichte von Adalbert von Chamisso zurück, wobei es sich bei den Liedern Nr. 1 bis 4 dabei um Übertra gungen originaler Texte von Hans Christian Andersen handelt, was dem Zyklus seinen Beinamen ›Andersen-Lieder‹ eingebracht hat. Tatsächlich handelt es sich weniger um wörtliche Übersetzung als um freie Nachschöpfungen der dänischen Originale, die Cha misso 1831 während einer Deutschlandreise Andersens in Berlin vom Dichter persönlich anvertraut bekommen hatte. »Ausgerech net hier, bei dieser Sammlung ohne wirklichen Titel«, so Christian Gerhaher, »handelt es sich um das vielleicht erste wirkliche VokalKonzeptalbum, wo Gedichte sich nicht nur in einen Ablauf einpas sen, sondern diesen im Sinne einer außermusikalischen Idee erst charakterisieren. Es ist ein affektiver Abstieg ohnegleichen – der Märzveilchen-Idylle folgt die Bedrohung der jungen Mutter und ihres Kinds durch den Raben; dann der Soldat, der seinen Freund hinrichten muss, und der Musikant, der bei der Hochzeit seiner Geliebten sich die zerbrochene Geige entleibend ins Herz rammt. Und ihm folgt ein Lied, so heiter wie nur irgend auszudenken. Nach dem Blick in den Abgrund ist es aber vorbei mit jeglicher harmlospositiver Weltsicht – als ob Schopenhauer Schumanns Dramaturg gewesen wäre. Das Konzept des unerbittlichen emotionalen Abstiegs taucht zehn Jahre später im op. 90 noch einmal auf, komplizierter und deklamatorisch reifer vielleicht, jedoch nicht abgründiger.« Ebenfalls im Jahr 1840 entstand der Großteil jener Lieder, die später als Romanzen und Balladen als Opera 45, 49, 53 und 64 in vier Bänden zwischen 1843 und 1847 veröffentlicht wurden. Be sonders spannend ist dahingehend, wie Schumann die zunächst ohne direkten Zusammenhang komponierten Stücke Jahre spä ter revidierte und kontextualisierte. Die Romanzen und Balladen op. 53 etwa führen aus dem epischen Ton des ganz in der Tradition
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Drei Gesänge op. 83 & Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90
der ›Königsballade‹ verhafteten ersten Stückes Blondels Lied zum volksliedhaften Ton des dreiteiligen Gedichtes Der arme Peter von Heinrich Heine. Dazwischen steht das bekannte Motiv der Loreley, hier allerdings nicht auf Grundlage des berühmten Gedichtes von Heine sondern auf desjenigen von Wilhelmine Lorenz, dessen aphoristische Kürze einen spannungsvollen Kontrast zum erwart baren Balladenton herstellt. Innerhalb der Liederzyklen und -sammlungen Schumanns fallen die im Frühjahr 1850 entstandenen Drei Gesänge op. 83 allen voran durch ihre scheinbar disparate thematische Zusammenstellung auf. Blickt man jedoch genauer hinein, so offenbart sich im Gegen teil eine erstaunlich geschlossene Form. Das zunächst als schwel gerisch romantisches Liebeslied getarnte Resignation entpuppt sich spätestens im nach Moll gewendeten Mittelteil als doppel bödiges Spiel, das mit den Worten »jenseits ist Wiederseh’n« en det. Diesem »Wiederseh’n« entgegen neigt sich auch die Blume der Ergebung, ehe das letzte Lied Der Einsiedler wiederum eben dieses Bild ins Übernatürliche, Göttliche transzendiert: »Komm, Trost der Welt, du stille Nacht«. Schumann komponierte den Zyklus Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90 im August des Jahres 1850 unmittelbar vor Antritt seiner Position als Musikdirektor in Düsseldorf. Die unge wöhnliche Hinzunahme des ›Altkatholischen Gedichts‹ am Ende des Zyklus lässt sich dadurch erklären, dass Schumann zum Zeit punkt der Komposition davon ausging, der Dichter Nikolas Le nau, der im Oktober 1844 infolge eines Schlaganfalls und mit diagnostizierter ›Progressiver Paralyse‹ in der Nervenheilanstalt Winnental bei Stuttgart und ab Mai 1847 im Sanatorium Görgen bei Wien untergebracht war, sei verstorben. Tatsächlich starb Lenau erst am 22. August 1850, wenige Wochen nach Abschluss von Schumanns Zyklus. »Ein eigner Fall veranlaßt mich, Ihnen die Lenau’schen Lieder eher zuzuschicken, als ich erst wollte«,
Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90
Clara und Robert Schumann, Daguerreotypie von Johann Anton Völlner, 1850
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Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90
schrieb der Komponist vier Tage später an seinen Verleger Julius Kistner. »Im Glauben, daß der Dichter, wie ich gelesen hatte, schon vor Jahresfrist gestorben sei, hängte ich dem Zyklus ein Requiemlied an. Gestern erfahre ich nun, daß Lenau wirklich am 22sten gestorben ist, daß ihm, ohne es zu wissen, von mir ein Todtenlied gesungen worden ist.« Vor dem Zielpunkt dieses Re quiems zeichnet der Zyklus, vielleicht der kontemplativste und schwermütigste in Schumanns gesamtem Schaffen, einen »de saströse[n] emotionale[n] Abstieg« (Christian Gerhaher), der vom nur vordergründig unschuldigen Lied eines Schmiedes über die drastische Gegenüberstellung von Liebe und Tod im zentralen Die Sennin zum markerschütternden Gedanken eines erweiter ten Suizids in Der schwere Abend führt, aus dem schließlich die erlösenden Begleitfiguren des Requiems aufsteigen. Andreas Meier
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1 – 4 JULI 2027
L IE D -WO CHENEND E CHR ISTI A N G ER HA H E R & G EROLD HUB ER Liederabende und Gespräche von und mit Christian Gerhaher, Gerold Huber und Gästen
Gerhaher & Huber © Nikolaj Lund
Elmauer Tal © Timo Maier
Schubert/Trojahn: „Abendröthe“ • Beethoven: An die ferne Geliebte Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen et al.
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Gesangstexte Robert Schumann Fünf Lieder op. 40 Texte: Adelbert von Chamisso nach Hans Christian Andersen (Nr. 1–4), Adelbert von Chamisso (Nr. 5) Nr. 1 Märzveilchen Der Himmel wölbt sich rein und blau, Der Reif stellt Blumen aus zur Schau. Am Fenster prangt ein flimmernder Flor. Ein Jüngling steht, ihn betrachtend, davor. Und hinter den Blumen blühet noch gar Ein blaues, ein lächelndes Augenpaar. Märzveilchen, wie jener noch keine geseh’n. Der Reif wird angehaucht zergeh’n. Eisblumen fangen zu schmelzen an, Und Gott sei gnädig dem jungen Mann. Nr. 2 Muttertraum Die Mutter betet herzig und schaut Entzückt auf den schlummernden Kleinen. Er ruht in der Wiege so sanft und traut. Ein Engel muss er ihr scheinen.
Gesangstexte
Sie küsst ihn und herzt ihn, sie hält sich kaum. Vergessen der irdischen Schmerzen, Es schweift in die Zukunft ihr Hoffnungstraum. So träumen Mütter im Herzen. Der Rab indes mit der Sippschaft sein Kreischt draußen am Fenster die Weise: Dein Engel, dein Engel wird unser sein! Der Räuber dient uns zur Speise! Nr. 3 Der Soldat Es geht bei gedämpfter Trommel Klang; Wie weit noch die Stätte! Der Weg wie lang! O wär er zur Ruh und alles vorbei! Ich glaub’, es bricht mir das Herz entzwei. Ich hab’ in der Welt nur ihn geliebt, Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt. Bei klingendem Spiele wird paradiert, Dazu bin auch ich kommandiert. Nun schaut er auf zum letzten Mal In Gottes Sonne freudigen Strahl, – Nun binden sie ihm die Augen zu, – Dir schenke Gott die ewige Ruh! Es haben dann Neun wohl angelegt, Acht Kugeln haben vorbeigefegt; Sie zittern alle vor Jammer und Schmerz – Ich aber, ich traf ihn mitten in das Herz.
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Gesangstexte
Nr. 4 Der Spielmann Im Städtchen gibt es des Jubels viel, Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel, Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot, Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod. Ja tot für den, den nicht sie vergisst, Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist; Da steht er inmitten der Gäste im Krug, Und streichet die Geige lustig genug! Er streichet die Geige, sein Haar ergraut, Es schwingen die Saiten gellend und laut, Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht, Ob auch sie in tausend Stücke zerbricht. Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt, Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt; Ich mag und will nicht länger es seh’n! Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdreh’n. – Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich? O Gott – bewahr uns gnädiglich, Dass keinen der Wahnsinn übermannt; Bin selber ein armer Musikant.
Gesangstexte
Nr. 5 Verratene Liebe Da nachts wir uns küssten, o Mädchen, Hat keiner uns zugeschaut. Die Sterne, die standen am Himmel, Wir haben den Sternen getraut. Es ist ein Stern gefallen, Der hat dem Meer uns verklagt, Da hat das Meer es dem Ruder, Das Ruder dem Schiffer gesagt. Da sang der selbige Schiffer Es seiner Liebsten vor. Nun singen’s auf Straßen und Märkten Die Knaben und Mädchen im Chor.
Liederkreis op. 39 Texte: Joseph von Eichendorff Nr. 1 In der Fremde Aus der Heimat hinter den Blitzen rot Da kommen die Wolken her, Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich dort keiner mehr. Wie bald, ach wie bald kommt die stille Zeit, Da ruhe ich auch, und über mir Rauscht die schöne Waldeinsamkeit, Und keiner kennt mich mehr hier.
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Gesangstexte
Nr. 2 Intermezzo Dein Bildnis wunderselig Hab’ ich im Herzensgrund, Das sieht so frisch und fröhlich Mich an zu jeder Stund’. Mein Herz still in sich singet Ein altes, schönes Lied, Das in die Luft sich schwinget Und zu dir eilig zieht. Nr. 3 Waldesgespräch »Es ist schon spät, es ist schon kalt, Was reit’st du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ’ dich heim!« »Groß ist der Männer Trug und List, Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist, Wohl irrt das Waldhorn her und hin, O flieh! Du weißt nicht, wer ich bin.« »So reich geschmückt ist Ross und Weib, So wunderschön der junge Leib, Jetzt kenn’ ich dich – Gott steh’ mir bei! Du bist die Hexe Loreley.« »Du kennst mich wohl – von hohem Stein Schaut still mein Schloss tief in den Rhein. Es ist schon spät, es ist schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!«
Gesangstexte
Nr. 4 Die Stille Es weiß und rät es doch Keiner, Wie mir so wohl ist, so wohl! Ach, wüsst’ es nur Einer, nur Einer, Kein Mensch es sonst wissen soll! So still ist’s nicht draußen im Schnee, So stumm und verschwiegen sind Die Sterne nicht in der Höh’, Als meine Gedanken sind. Ich wünscht’, ich wär’ ein Vöglein Und zöge über das Meer, Wohl über das Meer und weiter, Bis dass ich im Himmel wär’! Nr. 5 Mondnacht Es war, als hätt’ der Himmel, Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nur träumen müsst’. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.
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Gesangstexte
Nr. 6 Schöne Fremde Es rauschen die Wipfel und schauern, Als machten zu dieser Stund’ Um die halb versunkenen Mauern Die alten Götter die Rund’. Hier hinter den Myrtenbäumen In heimlich dämmernder Pracht, Was sprichst du wirr, wie in Träumen, Zu mir, fantastische Nacht? Es funkeln auf mich alle Sterne Mit glühendem Liebesblick, Es redet trunken die Ferne Wie von künftigem großen Glück! Nr. 7 Auf einer Burg Eingeschlafen auf der Lauer Oben ist der alte Ritter; Drüben gehen Regenschauer, Und der Wald rauscht durch das Gitter. Eingewachsen Bart und Haare, Und versteinert Brust und Krause, Sitzt er viele hundert Jahre Oben in der stillen Klause. Draußen ist es still und friedlich, Alle sind ins Tal gezogen, Waldesvögel einsam singen In den leeren Fensterbogen.
Gesangstexte
Eine Hochzeit fährt da unten Auf dem Rhein im Sonnenscheine, Musikanten spielen munter, Und die schöne Braut, die weinet. Nr. 8 In der Fremde Ich hör’ die Bächlein rauschen Im Walde her und hin, Im Walde, in dem Rauschen Ich weiß nicht, wo ich bin. Die Nachtigallen schlagen Hier in der Einsamkeit, Als wollten sie was sagen Von der alten, schönen Zeit. Die Mondesschimmer fliegen, Als säh’ ich unter mir Das Schloss im Tale liegen, Und ist doch so weit von hier! Als müsste in dem Garten Voll Rosen weiß und rot, Meine Liebste auf mich warten, Und ist doch so lange tot.
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Gesangstexte
Nr. 9 Wehmut Ich kann wohl manchmal singen, Als ob ich fröhlich sei, Doch heimlich Tränen dringen, Da wird das Herz mir frei. Es lassen Nachtigallen, Spielt draußen Frühlingsluft, Der Sehnsucht Lied erschallen Aus ihres Kerkers Gruft. Da lauschen alle Herzen, Und alles ist erfreut, Doch keiner fühlt die Schmerzen, Im Lied das tiefe Leid. Nr. 10 Zwielicht Dämmrung will die Flügel spreiten, Schaurig rühren sich die Bäume, Wolken ziehn wie schwere Träume – Was will dieses Grau’n bedeuten? Hast ein Reh du lieb vor andern, Lass es nicht alleine grasen, Jäger zieh’n im Wald und blasen, Stimmen hin und wieder wandern. Hast du einen Freund hienieden, Trau ihm nicht zu dieser Stunde, Freundlich wohl mit Aug’ und Munde, Sinnt er Krieg im tück’schen Frieden.
Gesangstexte
Was heut gehet müde unter, Hebt sich morgen neugeboren. Manches geht in Nacht verloren – Hüte dich, sei wach und munter! Nr. 11 Im Walde Es zog eine Hochzeit den Berg entlang, Ich hörte die Vögel schlagen, Da blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang, Das war ein lustiges Jagen! Und eh’ ich’s gedacht, war alles verhallt, Die Nacht bedecket die Runde; Nur von den Bergen noch rauschet der Wald Und mich schauert’s im Herzensgrunde. Nr. 12 Frühlingsnacht Überm Garten durch die Lüfte Hört’ ich Wandervögel zieh’n, Das bedeutet Frühlingsdüfte, Unten fängt’s schon an zu blüh’n. Jauchzen möcht’ ich, möchte weinen, Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein! Alte Wunder wieder scheinen Mit dem Mondesglanz herein. Und der Mond, die Sterne sagen’s, Und im Traume rauscht’s der Hain Und die Nachtigallen schlagen’s: »Sie ist Deine, sie ist Dein!« // Pause //
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Gesangstexte
Drei Gesänge op. 83 Nr. 1 Resignation Text: Julius Buddeus Lieben, von ganzer Seele,
Du wirst mich nie umschließen,
Lieben herzinniglich;
Nie wird dein Aug’ mir glüh’n!
Dass nimmer ich’s verhehle,
Der Sehnsucht still Vermissen
Heiß lieben muss ich dich!
Wird nie dich zu mir zieh’n!
Wie’s kommt?
So hoffnungslos mein Lieben?
Wie kann ich’s wissen?
Gewiss! doch trostlos nicht!
Wohl höher schlägt mein Herz,
Will Gegenwart nicht trüben –
Wenn deine Augen grüßen:
Zukunft? kenn’ ich ja nicht! –
Gehst du, erbebts im Schmerz,
Will auch der Trennungsstunde
Erbebt im heißen Glühen,
Schmerz
Im still verschwiegnen Rausch,
Düster mich umwehn,
Und Tränen überziehen
Lächle mit bleichem Munde:
Den Blick im Wechseltausch.
Jenseits ist Wiedersehn!
Lieben, von ganzer Seele, Muss ich dich! Nr. 2 Die Blume der Ergebung Text: Friedrich Rückert Ich bin die Blum’ im Garten,
Kommst du als Tau und Regen,
Und muss in Stille warten,
So werd’ ich deinen Segen
Wann und in welcher Weise
In Liebesschalen fassen,
Du trittst in meine Kreise.
Ihn nicht versiegen lassen.
Kommst du, ein Strahl der Sonne,
Und fährest du gelinde
So werd’ ich deiner Wonne
Hin über mich im Winde,
Den Busen still entfalten
So werd’ ich dir mich neigen,
Und deinen Blick behalten.
Sprechend: Ich bin dein eigen.
Gesangstexte
Nr. 3 Der Einsiedler Text: Joseph von Eichendorff Komm, Trost der Welt, du stille Nacht! Wie steigst du von den Bergen sacht, Die Lüfte alle schlafen, Ein Schiffer nur noch, wandermüd’, Singt übers Meer sein Abendlied Zu Gottes Lob im Hafen. Die Jahre wie die Wolken gehn Und lassen mich hier einsam stehn, Die Welt hat mich vergessen, Da tratst du wunderbar zu mir, Wenn ich beim Waldesrauschen hier Gedankenvoll gesessen. O Trost der Welt, du stille Nacht! Der Tag hat mich so müd gemacht, Das weite Meer schon dunkelt, Lass ausruhn mich von Lust und Not, Bis dass das ew’ge Morgenrot Den stillen Wald durchfunkelt.
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Gesangstexte
Romanzen und Balladen op. 53 Nr. 1. Blondel’s Lied Text: Johann Gabriel Seidl Spähend nach dem Eisengitter
Horch, da tönt es leise, leise
Bei des Mondes hellem Schein,
Aus dem Burgverlies empor,
Steht ein Minst’rel mit der Zither
Eine wohlbekannte Weise
Vor dem Schlosse Dürrenstein,
Klingt an Blondels lauschend Ohr.
Stimmt sein Spiel zu sanfter Weise
Wie ein Freundesruf, ein trauter,
Und beginnt sein Lied dazu,
Schallt sein eigen Lied ihm zu,
Denn ein Ahnen sagt ihm leise:
Und sein Ahnen sagt ihm lauter:
»Suche treu, so findest du!«
»Suche treu, so findest du!«
König Richard, Held von Osten,
Was er sang, das singt er wieder,
Sankst du wirklich schon hinab?
Wieder tönt es ihm zurück,
Muss dein Schwert im Meere
Süßes Echo klingt hernieder,
rosten,
Keine Täuschung, sichres Glück!
Oder deckt dich fern ein Grab?
Den er sucht auf seinen Bahnen,
Suchend dich auf allen Wegen,
Ach, sein König ruft ihm zu,
Wallt dein Minstrel ohne Ruh’,
Nicht vergebens war sein Ahnen:
Denn ihm sagt ein leises Regen:
»Suche treu, so findest du!«
»Suche treu, so findest du!« Heimwärts fliegt er mit der Kunde, Hoffe, Richard, und vertraue,
Da war Leid und Freude groß,
Treue lenkt und leitet mich.
Fliegt zurück mit edler Runde,
Und im fernen Heimatgaue
Kauft den teuren König los.
Betet Liebe still für dich.
Rings umstaunt vom frohen Kreise,
Blondel folget deinen Bahnen,
Stürzt der Held dem Sänger zu;
Margot winkt dir sehnend zu,
Gut bewährt hat sich die Weise:
Deinem Minstrel sagt ein Ahnen:
»Suche treu, so findest du!«
»Suche treu, so findest du!«
Gesangstexte
Nr. 2 Loreley Text: Wilhelmine Lorenz Es flüstern und rauschen die Wogen Wohl über ihr stilles Haus. Es ruft eine Stimme: »Gedenke mein! Bei stiller Nacht im Vollmondschein! Gedenke mein!« Und flüsternd ziehen die Wogen Wohl über ihr stilles Haus. »Gedenke mein!« Nr. 3 Der arme Peter Text: Heinrich Heine I Der Hans und die Grete tanzen herum, Und jauchzen vor lauter Freude. Der Peter steht so still und so stumm, Und ist so blass wie Kreide. Der Hans und die Grete sind Bräut’gam und Braut, Und blitzen im Hochzeitgeschmeide. Der arme Peter die Nägel kaut Und geht im Werkeltagkleide. Der Peter spricht leise vor sich her, Und schauet betrübet auf beide: »Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig wär’, Ich täte mir was zu leide.«
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Gesangstexte
II »In meiner Brust, da sitzt ein Weh, Das will die Brust zersprengen; Und wo ich steh’ und wo ich geh’, Will’s mich von hinnen drängen. Es treibt mich nach der Liebsten Näh’, Als könnt’s die Grete heilen; Doch wenn ich der ins Auge seh’, Muss ich von hinnen eilen. Ich steig’ hinauf des Berges Höh’, Dort ist man doch alleine; Und wenn ich still dort oben steh’, Dann steh’ ich still und weine.« III Der arme Peter wankt vorbei, Gar langsam, leichenblass und scheu. Es bleiben fast, wie sie ihn sehn, Die Leute auf den Straßen stehn. Die Mädchen flüstern sich ins Ohr: »Der stieg wohl aus dem Grab hervor.« Ach nein, ihr lieben Jungfräulein, Der steigt erst in das Grab hinein. Er hat verloren seinen Schatz, Drum ist das Grab der beste Platz, Wo er am besten liegen mag, Und schlafen bis zum Jüngsten Tag.
Gesangstexte
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Sechs Gedichte von N. Lenau und Requiem op. 90 Texte: Nikolaus Lenau (Nr. 1–6), Anonymus & Leberecht Blücher Dreves (Nr. 7) Nr. 1 Lied eines Schmiedes Fein Rösslein, ich
Trag auf dem Ritt
Beschlage dich,
Mit jedem Tritt
Sei frisch und fromm,
Den Reiter du
Und wieder komm!
Dem Himmel zu!
Trag deinen Herrn
Nun Rösslein, ich
Stets treu dem Stern,
Beschlagen dich,
Der seiner Bahn
Sei frisch und fromm,
Hell glänzt voran!
Und wieder komm!
Nr. 2 Meine Rose Dem holden Lenzgeschmeide,
Du Rose meines Herzens!
Der Rose, meiner Freude,
Vom stillen Strahl des Schmerzens
Die schon gebeugt und blasser
Bist du gebeugt und blasser;
Vom heißen Strahl der Sonnen,
Ich möchte dir zu Füßen,
Reich ich den Becher Wasser
Wie dieser Blume Wasser,
Aus dunklem, tiefen Bronnen.
Still meine Seele gießen! Könnt ich dann auch nicht sehen Dich freudig auferstehen.
Nr. 3 Kommen und Scheiden So oft sie kam, erschien mir die Gestalt So lieblich wie das erste Grün im Wald. Und was sie sprach, drang mir zum Herzen ein Süß wie des Frühlings erstes Lied. Und als Lebwohl sie winkte mit der Hand, War’s, ob der letzte Jugendtraum mir schwand.
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Gesangstexte
Nr. 4 Die Sennin Schöne Sennin, noch einmal
Aber einst, wie alles flieht,
Singe deinen Ruf ins Tal,
Scheidest du mit deinem Lied,
Dass die frohe Felsensprache
Wenn dich Liebe fortbewogen,
Deinem hellen Ruf erwache.
Oder dich der Tod entzogen.
Horch, o Sennin, wie dein Sang
Und verlassen werden stehn,
In die Brust den Bergen drang,
Traurig stumm herübersehn
Wie dein Wort die Felsenseelen
Dort die grauen Felsenzinnen
Freudig fort und fort erzählen!
Und auf deine Lieder sinnen.
Nr. 5 Einsamkeit Wild verwachs’ne dunkle Fichten, Leise klagt die Quelle fort;
Wenn’s auch immer Schweigen bliebe,
Herz, das ist der rechte Ort
Klage, klage fort; es weht,
Für dein schmerzliches
Der dich höret und versteht,
Verzichten!
Stille hier der Geist der Liebe.
Grauer Vogel in den Zweigen,
Nicht verloren hier im Moose,
Einsam deine Klage singt,
Herz, dein heimlich Weinen geht,
Und auf deine Frage bringt
Deine Liebe Gott versteht,
Antwort nicht des Waldes
Deine tiefe, hoffnungslose!
Schweigen. Nr. 6 Der schwere Abend Die dunklen Wolken hingen
Und als ich musste scheiden,
Herab so bang und schwer,
Und gute Nacht dir bot,
Wir beide traurig gingen
Wünscht ich bekümmert beiden
Im Garten hin und her.
Im Herzen uns den Tod.
So heiß und stumm, so trübe Und sternlos war die Nacht, So ganz wie uns’re Liebe Zu Tränen nur gemacht.
Gesangstexte
Nr. 7 Requiem Ruh von schmerzensreichen Mühen Aus und heißem Liebesglühen; Der nach seligem Verein Trug Verlangen, Ist gegangen Zu des Heilands Wohnung ein. Dem Gerechten leuchten helle Sterne in des Grabes Zelle, Ihm, der selbst als Stern der Nacht Wird erscheinen, Wenn er seinen Herrn erschaut in Himmelspracht. Seid Fürsprecher, heil’ge Seelen! Heil’ger Geist, lass Trost nicht fehlen. Hörst du? Jubelsang erklingt, Feiertöne, Darein die schöne Engelsharfe singt. Ruh von schmerzensreichen Mühen Aus und heißem Liebesglühen; Der nach seligem Verein Trug Verlangen, Ist gegangen Zu des Heilands Wohnung ein.
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Biografien
Christian Gerhaher Bariton Während seiner Studienzeit besuchte Christian Gerhaher an der Hoch schule für Musik München die Opernschule und studierte Liedgestal tung bei Friedemann Berger. Neben einem Medizinstudium vervollstän digte er seine stimmliche Ausbildung in Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh. Mit Gerold Huber leitet er heute eine Liedklasse an der Hochschule für Musik und Theater München und unterrichtet zudem als Honorary Professor an der Royal Academy of Music in London. Seit über drei Jahrzehnten bilden Gerhaher und Huber eines der inter national führenden Lieder-Duos und gastieren in den bedeutendsten Sälen und Festivals weltweit, darunter in der Wigmore Hall, im Musik verein und Konzerthaus Wien, im Concertgebouw Amsterdam, in der Berliner Philharmonie, der Mailänder Scala und der Cité de la Musique Paris sowie bei renommierten Festivals. Auf der Konzertbühne arbeitet Gerhaher mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Sym phonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Royal Con certgebouw Orchestra zusammen. Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Herbert Blomstedt, Daniel Harding, Kirill Petrenko, Christian Thiele mann, Antonio Pappano, Daniel Barenboim und Andris Nelsons zählen zu seinen wichtigsten künstlerischen Partnern. Auch auf der Opern bühne zählt er zu den prägenden Baritonen seiner Generation. Zu sei nen zentralen Partien gehören Amfortas, Wolfram, Don Giovanni und Wozzeck. 26–27 eröffnet er die Spielzeit als Amfortas am Royal Opera House Covent Garden sowie an der Bayerischen Staatsoper. Als Exklusivkünstler von Sony Classical veröffentlichte er zahlreiche preisge krönte Aufnahmen, darunter die Gesamtaufnahme aller Lieder Robert Schumanns. 2022 erschien sein Lyrisches Tagebuch. Für sein Album mit Brahms-Liedern 2025 wurde er mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet. Christian Gerhaher lebt mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern in München.
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Biografien
Gerold Huber Klavier Geboren in Straubing, studierte Gerold Huber als Stipendiat an der Hochschule für Musik und Theater München Klavier bei Friedemann Berger und besuchte die Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin. Bereits seit seinen Schülertagen bildet er mit dem Bariton Christian Gerhaher ein festes Duo. Gemeinsam erhielten sie 1998 den Prix International Pro Musicis, gefolgt von zahlreichen weiteren Aus zeichnungen. Im Juli 2026 wurde Gerold Huber für seine Verdienste um die internationale Liedkunst und die Nachwuchsförderung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Als einer der gefragtesten Liedpianisten seiner Generation ist Huber regelmäßig zu Gast bei Festivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, den Salzburger Festspielen, den Münchner Opernfestspielen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Rheingau Musik Festival. Darüber hinaus konzertiert er in bedeutenden Sälen wie der Kölner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt, dem Wiener Konzerthaus und Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall Lon don, der Carnegie Hall in New York sowie dem Teatro de la Zarzuela in Madrid. Zu seinen regelmäßigen künstlerischen Partner:innen zäh len Christiane Karg, Julia Kleiter, Anna Lucia Richter, Michael Nagy, Maximilian Schmitt, Julian Prégardien, Günther Groissböck, Georg Zeppenfeld, Tareq Nazmi und Franz-Josef Selig. Als Kammermusiker konzertierte er unter anderem mit dem Artemis Quartett und arbeitet regelmäßig mit dem Henschel Quartett, dem Trompeter Reinhold Friedrich sowie dem Cellisten Maximilian Hornung zusammen. Seine Diskographie umfasst neben Solo-CDs eine umfangreiche, preis gekrönte Zusammenarbeit mit Christian Gerhaher, darunter die Gesamtedition aller Lieder Robert Schumanns sowie Einspielungen von Mahler und Brahms. Seit März 2022 ist er gemeinsam mit Christian Gerhaher als Professor für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Theater München tätig.
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