Jean-Guihen Queyras & Alexander Melnikov
2. Mai 2026 19:30 Uhr Mittlerer Saal Kammermusik V

Karten und Infos:
+43 (0) 732 77 52 30 brucknerhaus.at
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2. Mai 2026 19:30 Uhr Mittlerer Saal Kammermusik V

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So, 10. Mai 2026, 11:00
Großer Saal
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Do, 28. Mai 2026, 19:30
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Mi, 17. Jun 2026, 19:30
Mittlerer Saal
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Maria Ioudenitch und Roman Borisov präsentieren Werke für Violine und Klavier aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Lili Boulanger, Sergei Prokofjew, Claude Debussy und Johannes Brahms.
Das Programm auf einen Blick
Im Jahr 1815 befand sich Ludwig van Beethoven in einer Schaffenskrise. Besonders litt er unter dem immer dramatischer fortschreitenden Verlust seines Hörvermögens. Einen Ausweg aus der Krise bot ihm schließlich das Komponieren von Kammermusik. Die zwei Sonaten für Violoncello op. 102 entstanden im Sommer 1815. Beethoven widmete sie seiner langjährigen Unterstützerin Anna-Maria Erdödy und Joseph Linke, dem Cellisten des Schuppanzigh-Quartetts.
Hundert Jahre nach Beethoven begann Claude Debussy ebenfalls mit der Arbeit an einem Sonatenzyklus, der von der französischen Musik des Barocks inspiriert war. Die darin enthaltene Cellosonate hat insofern auch nur wenig mit der klassischen Sonatenform gemeinsam: Die drei Sätze besitzen freie Formen und poetische Titel. Indessen vereint Rachmaninoffs romantische Cellosonate aus dem Jahr 1901 schwelgende Kantilenen mit klassischen Formprinzipien und so manchem eigenwilligen Twist.
Ludwig van Beethoven 1770–1827
Sonate für Violoncello und Klavier
Nr. 4 C-Dur op. 102, Nr. 1 // 1815
I Andante – Allegro vivace
II Adagio – Allegro vivace
Sonate für Violoncello und Klavier
Nr. 5 D-Dur op. 102, Nr. 2 // 1815
I Allegro con brio
II Adagio con molto sentimento d’affetto –
III Allegro – Allegro fugato
// Pause //
Claude Debussy 1862–1918
Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll L. 135 // 1915
I Prologue. Lent, sostenuto e molto risoluto
II Sérénade. Modérément animé –
III Finale. Animé, léger et nerveux
Sergei Rachmaninoff 1873–1943
Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19 // 1901
I Lento – Allegro moderato
II Allegro scherzando
III Andante
IV Allegro mosso
Konzertende: ca. 21:30 Uhr
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Alexander Melnikov Klavier
In den Jahren 1814 und 1815 versammelten sich in Wien monatelang adelige Herrscher aus ganz Europa. Nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig und seiner Abdankung im April 1814 wurden beim Wiener Kongress neue Grenzen gezogen und Staaten geschaffen, um langfristig den Frieden in Europa zu sichern. Man verhandelte über nichts Geringeres als die Neuordnung des Kontinents. Gleichzeitig feierte man ausgelassen auf zahlreichen Bällen – nach Ansicht mancher Diplomaten sogar zu ausgelassen: »Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts«, soll sich der Franzose CharlesJoseph de Ligne über den zähen Fortschritt der Verhandlungen beschwert haben. Einer der Stars des Wiener Kongresses war Ludwig van Beethoven: Er befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Zenit seiner Karriere, vor allem seine politische Gebrauchsmusik wie das Schlachtengemälde Wellingtons Sieg und die Kantate Der glorreiche Augenblick, die er eigens für die Eröffnung des Kongresses komponiert hatte, erfreuten sich bei den Oberhäuptern der europäischen Fürstenhöfe großer Beliebtheit.
Beethoven selbst war allerdings nicht nach Feiern zumute. Ihn quälte eine tiefe Depression, die sich auch auf sein Schaffen auswirkte. Besonders litt er unter dem immer dramatischer fortschreitenden Verlust seines Hörvermögens, der schließlich dazu führte, dass er sich am 15. Januar 1815 als Pianist von der Bühne verabschieden musste. Sowohl solistische Aufführungen als auch das Musizieren mit anderen waren von nun an unmöglich. »Verdrießlich über vieles empfindlicher als alle andern Menschen, und mit der Plage meines Gehörs finde ich oft im Umgange andrer Menschen nur Schmerzen«, beklagte er sich in

Ludwig van Beethoven, Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1820
einem Brief an seinen Freund Joseph Xaver Brauchle. Hinzu kamen Geldsorgen: Beethoven unterstützte seinen todkranken Bruder Kaspar Karl und dessen Familie und stieß damit an die Grenzen seiner eigenen finanziellen Möglichkeiten.

Beginn der Violoncellosonate Nr. 4 op. 102, Nr. 1 in Beethovens Handschrift mit dem Titel »Freje Sonate«, 1815
Im Sommer 1815 gelang es Beethoven schließlich, seine Schaffenskrise zu überwinden – mit Hilfe von Kammermusik: Bereits mit seiner 1814 komponierten Klaviersonate Nr. 27 op. 90 hatte er einen neuen künstlerischen Weg eingeschlagen. Mit den zwei seiner langjährigen Gönnerin

Gräfin AnnaMaria Erdődy gewidmeten Violoncellosonaten Nr. 4 & 5 op. 102 schuf Beethoven nicht nur die letzten Duosonaten seines Œuvres, sondern zugleich ein janusköpfiges Werkpaar, das paradigmatisch für die experimentelle Formgestaltung, kontrapunktische Komplexität, expressive Dichte und den fragmentarischen Charakter seines Spätwerks steht: »Die Reife der Spätwerke bedeutender Künstler gleicht nicht der von Früchten. Sie sind gemeinhin nicht rund, sondern durchfurcht, gar zerrissen; sie pflegen der Süße zu entraten und weigern sich herb, stachlig dem bloßen Schmecken«, schrieb Theodor W. Adorno in seinem – selbst Fragment gebliebenen – Essay Spätstil Beethovens.
Für Beethoven markierten die beiden Cellosonaten dennoch zunächst einen künstlerischen Aufbruch, mehr Neubeginn als Spätwerk: Während ihrer Komposition – neben der er unermüdlich an der Neufassung Fidelio seiner erfolglosen Oper Leonore arbeitete – beschäftigte er sich intensiv mit Fugen von Johann Sebastian Bach, was sich auf unterschiedliche Art und Weise in beiden Sonaten niederschlug. Die erste der beiden Cellosonaten –von Beethoven im Autograph als »Freje Sonate« betitelt – besitzt eine einzigartige Form: Sie besteht aus zwei schnellen Sätzen, die jeweils eine langsame Einleitung besitzen. Die motivische Grundlage der gesamten Sonate bildet das Andante, das den ersten Satz einleitet und sich in insgesamt fünf Liedzeilen unterteilen lässt. In dieser Rückbesinnung auf den Gesang als »die grundlegendste und universellste musikalische Äußerung« sah der Musikwissenschaftler Lewis Lockwood eine der zentralen Techniken, mit denen Beethoven die
van
extreme lyrische Dichte seines Spätwerks erzeugte. Die Begleitung im Andante besteht dabei aus einem komplexen Gewebe verschiedener Stimmen, für das sich Beethoven von Johann Sebastian Bachs Violinsonate in ADur BWV 1015 inspirieren ließ. Das anschließende Allegro vivace folgt zwar in seinen Grundzügen der Sonatenhauptsatzform, deren charakteristische Themen Beethoven jedoch mehrfach unerwartet abbrechen lässt – nicht ohne Grund sprach Adorno in seinem bereits erwähnten Essay von den »brüchigen Landschaften«, die sich in Beethovens Spätwerk offenbaren. Der zweite Satz beginnt erneut mit einem ariosen Instrumentalrezitativ des Cellos, das Parallelen zu Bachs Violinsonate EDur BWV 1016 aufweist. Für das folgende Rondo hatte Beethoven ursprünglich eine Fuge geplant, verzichtete jedoch zuletzt auf die polyphone Durchführung. Mit seinen imitierenden Einsätzen besitzt das so entstandene Fugato zwar den Gestus einer Fuge, jedoch ohne ihre strenge kontrapunktische Satztechnik.
Sonatenhauptsatzform Dreiteiliges musikalisches Formmodell (Exposition – Durchführung – Reprise), in dem häufig zwei kontrastierende Themen verarbeitet werden
»Von allen Sterblichen auf Erden bin ich der Allerärmeste. Zwei Lämmchen, das sind meine Herden; mein Feld, das ist ein Fleckchen Klee. Doch wenn man auf Verdienste säh’, gewiss, ich müsste König werden: Denn ich bin der Verliebteste von allen Sterblichen auf Erden.«
Text von Joseph Haydns Lied Der verdienstvolle Sylvius
Im Gegensatz zur freien Formgestaltung der ersten Sonate folgte Beethoven bei der zweiten Cellosonate den Konventionen der Sonatenhauptsatzform. Statt klar voneinander getrennte Themen prägen den ersten Satz jedoch viele verschiedene melodische Einfälle, die von Beginn an miteinander kombiniert und weitergesponnen werden. Neben der charakteristischen Sechzehntelfloskel in GDur als Eröffnungsgeste im Klavier taucht als zweites Thema ein aufsteigendes Dreiklangsmotiv auf, das Parallelen zu einem Lied von Joseph Haydn aufweist. Dieser hatte Der verdienstvolle Sylvius im Jahr 1795 englisch textiert als Teil seiner zwölf Canzonetten veröffent
licht. Gut möglich, dass Beethoven das Lied bekannt war – genauso ist allerdings vorstellbar, dass es sich um ein zufälliges Zitat handelt, welches durch die Verwendung eines gemeinsamen ›musikalischen Vokabulars‹ zustande gekommen war. Im folgenden Andante setzt sich die Sanglichkeit der Themen fort. Der zufriedene Optimismus des ersten Satzes ist nun jedoch einem geisterhaften Choral gewichen. Nach schmerzerfüllten Ausbrüchen im Cello entführt ein idyllischer Mittelteil in DDur in ferne Traumwelten, bevor in der Reprise der Choral des Anfangs unerbittlich zurückkehrt. Attacca, also nahtlos, schließt sich der dritte Satz an. Im Gegensatz zur ersten Sonate handelt es sich hier um eine ›echte‹ Fuge, die sich Beethoven jedoch ebenfalls durch gekonnte satztechnische Regelbrüche zu eigen machte: »Die Fuge ist […] weniger Darstellung eines fest umrissenen Themas in wechselnden kontrapunktischen Konfigurationen als vielmehr Entwicklung einer Substanz, die sich in dem thematischen Prozeß, zu dem die Fugenform umgeprägt wurde, überhaupt erst aktualisiert« (Carl Dahlhaus). Diese Beobachtung scheint zu Beethovens eigenen künstlerischen Vorstellungen zu passen: »Eine Fuge zu machen ist keine Kunst, ich habe deren zu Dutzenden in meiner Studienzeit gemacht. Aber die Phantasie will auch ihr Recht behaupten, und heut’ zu Tage muß in die alt hergebrachte Form ein anderes, ein wirklich poetisches Element kommen«.
Im Jahr 1915, genau hundert Jahre nach Beethovens letzten Gattungsbeiträgen, beschloss der französische Komponist Claude Debussy, ebenfalls eine Sonate für Violoncello und Klavier zu schreiben. Er hatte sich vorgenommen, einen Zyklus von insgesamt sechs Sonaten für sechs verschiedene Soloinstrumente zu komponieren, von denen er vor seinem Tod 1918 nur noch drei fertigstellen konnte. Mit seinen Sonaten bezog sich Debussy bewusst auf die französische Sonatentradition mit ihren Wurzeln im Barock. Während der Erste Weltkrieg in Europa tobte, konnte dieser Fokus auf die französische Musiktradition durchaus als politisches Statement gesehen werden. Auf den Titelblättern seiner Partituren, die in dieser Zeit entstanden, bezeichnete Debussy sich selbst demonstrativ als »Musicien francais« – als französischen Musiker. Seine Sonate für Violoncello und Klavier ist insofern als bewusster Gegenentwurf zur von Beethoven begründeten Sonatentradition der Wiener Klassik aufzufassen.
Trotz allem blendete Debussy die klassische Tradition nicht völlig aus. Nachdem er die Sonate im Sommer 1915 innerhalb von nur zwei Wochen komponiert hatte, kündigte er seinem Verleger Durand das Manuskript der Sonate an, die »Proportionen und fast klassische Geschlossenheit im besten Sinne des Wortes« besäße. Der Rückbezug auf die französische Barocksonate hatte allerdings die Konsequenz, dass Debussys Cellosonate ohne die Sonatenhauptsatzform auskommt. Stattdessen verwendete er frühere monothematische Formmodelle, die in Werken des 18. Jahrhunderts von Komponisten wie François Couperin zu finden sind. Der erste Satz Prologue beginnt mit markanten punktierten Rhythmen, die für die französische Ouvertüre des Barock typisch sind.
Debussy füllte die alte Form jedoch mit seiner charakteristischen im

Claude Debussy, Fotografie von Félix Nadar, 1908
pressionistischschimmernden Klangsprache: Modale Harmonik, Ganztonleitern, Pentatonik und grummelnde Ostinati verleihen dem ersten Satz so einen poetischen, klangmalerischen Charakter. Der zweite Satz beginnt mit tiefen Pizzicati im Violoncello, die jazzig, quasi improvisiert klingen. Es entwickelt sich ein schräges Ständchen, das laut einer Spielanweisung Debussys »ironique« – ironisch – klingen soll. Der Violoncellopart wechselt dabei ständig virtuos zwischen gestrichener und gezupfter Saite, das Tempo variiert frei zwischen energetischem Vorwärtsdrang und reflektierendem Innehalten. Nahtlos schließt sich an diese bizarre Serenade das Finale an, das mit flirrenden Bewegungen über einem Barocken PassacagliaBass beginnt. Der leidenschaftliche Kehraus mit spanischen Anklängen endet mit ruppigen Schlussakkorden.
Ende der 1890erJahre befand sich der russische Komponist Sergei Rachmaninoff in einer tiefen Krise: Nachdem die Uraufführung seiner 1. Symphonie im März 1897 beim Publikum durchgefallen war, plagten den Musiker lähmende Selbstzweifel. Selbst ein Treffen mit dem Schriftsteller Lew Tolstoi konnte die Schreibblockade nicht lösen, sondern stürzte den Künstler nur noch tiefer in seine Depression. Für einige Jahre hing er das Komponieren an den Nagel und verdiente seinen Lebensunterhalt ausschließlich als Dirigent. Schließlich begab er sich in ärztliche Behandlung: Zwischen Januar und April 1900 traf er sich täglich mit dem Neurologen Nikolai Dahl, der Rachmaninoff unter anderem mit Hilfe von Hypnose therapierte. Schlafqualität, Stimmung und Appetit des Patienten sollten verbessert und Rachmaninoff so die Rückkehr zum Komponieren ermöglicht werden. Im Sommer 1900 trug Dahls Therapiemethode tatsächlich Früchte: Rachmaninoff begann wieder, zu komponieren und schrieb unter anderem das Liebesduett seiner 1906 fertiggestellten Oper Francesca da Rimini, sein zweites Klavierkonzert op. 18 und die Sonate für Violoncello und Klavier op. 19. Vor lauter Dankbarkeit und Erleichterung widmete er seinem Therapeuten Dahl sein zweites Klavierkonzert.
Licht und Schatten liegen in der Sonate für Violoncello und Klavier nah beieinander: Die langsame Einleitung des ersten Satzes beginnt mit einem zweitönigen Motiv im Cello. Für den japanischen Cellisten Yūki Itō steht dieses MikroMotiv für die verborgene Sinnfrage »Warum?«, die sich wie ein roter Faden durch die Sonate zieht. Dabei vollzieht das Werk einen so eindrucksvollen Weg vom Dunkeln ins Helle, dass sich eine Deutung in Beziehung zu Rachmaninoffs eigener Lebens und Schaffenssituation im Jahr 1900 nahezu aufdrängt: Der konfliktbela
Sergei Rachmaninoff, 1901

dene erste Satz in gMoll wird von einem düsteren Scherzo in cMoll abgelöst, bevor sich ein liebliches Andante Bahn bricht, dessen Thema zunächst ständig zwischen Dur und Moll changiert. Spätestens am Ende des dritten Satzes hat sich jedoch alle nervöse Spannung in Wohlgefallen aufgelöst: Das Finale sprudelt nur so vor Lebensfreunde und Tatendrang. Rachmaninoff widmete das Werk dem befreundeten Cellisten Anatoliy Brandukov, mit dem er die Sonate bei einem Konzert am 2. Dezember 1901 aus der Taufe hob. Den anspruchsvollen Klavierpart – dem Cello in diesem Falle mindestens ebenbürtig – übernahm der Komponist höchstpersönlich.
Paula Schlüter
Violoncello
Neugier und Vielfalt prägen das künstlerische Wirken von JeanGuihen Queyras. Auf der Bühne und bei Aufnahmen erlebt man einen Künstler, der sich mit ganzer Leidenschaft der Musik widmet, dabei jedoch unprätentiös und demütig den Werken gegenübertritt, um ihr Wesen klar wiederzugeben. Ein gelungenes Konzert entsteht, wenn Komponist, Interpret und Publikum auf derselben Wellenlänge liegen – diese Ethik der Interpretation lernte Queyras von Pierre Boulez, mit dem er viele Jahre zusammenarbeitete. Mit diesem Ansatz, makelloser Technik und klarem Ton geht er in jede Aufführung, um sich ganz der Musik hinzugeben.
Queyras widmet sich gleichermaßen Alter Musik wie zeitgenössischen Werken, etwa mit dem Freiburger Barockorchester und der Akademie für Alte Musik Berlin, und brachte Kompositionen von Fedele, Amy, Mantovani, Jarrell, Staud, Larcher und Murail zur Uraufführung. 2014 spielte er das Cellokonzert von Peter Eötvös unter dessen Leitung ein. Er war Gründungsmitglied des Arcanto Quartetts; mit Isabelle Faust und Alexander Melnikov bildet er ein festes Trio. Weitere Partner sind unter anderem Alexandre Tharaud; mit den ChemiraniBrüdern entwickelte er ein mediterranes Programm. Zahlreiche Häuser luden ihn als ArtistinResidence ein. Queyras gastiert regelmäßig bei führenden Orchestern und arbeitet mit Dirigenten wie Fischer, Herreweghe, NézetSéguin oder Gardiner. Seine Diskographie umfasst vielfach ausgezeichnete Einspielungen, darunter Konzerte von Elgar und Dvořák sowie Werke von Schumann. Zudem veröffentlichte er eine neue Aufnahme der BachSuiten.
In der Saison 25–26 arbeitet er mit bedeutenden Orchestern und geht auf internationale Tourneen. Kammermusikprojekte ergänzen seine Tätigkeit. Queyras ist Professor in Freiburg, künstlerischer Leiter des Festivals Rencontres Musicales de HauteProvence in Forcalquier und spielt auf dem Violoncello ›Kaiser‹ von Antonio Stradivari (Cremona, 1707).

Klavier
Alexander Melnikov absolvierte sein Studium am Moskauer Konservatorium. Zu seinen prägendsten Erlebnissen zählen Begegnungen mit Svjatoslav Richter, der ihn regelmäßig zu Festivals in Russland und Frankreich einlud. Er ist Preisträger bedeutender Wettbewerbe wie des Internationalen RobertSchumannWettbewerbs (1989) und des Concours Musical Reine Elisabeth in Brüssel (1991). Seine musikalischen Entscheidungen sind oft ungewöhnlich. Früh setzte er sich mit historischer Aufführungspraxis auseinander und erhielt wichtige Impulse von Andreas Staier und Alexei Lubimov. Er musiziert regelmäßig mit Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester, Musica Aeterna, B’Rock und der Akademie für Alte Musik Berlin.
Als Solist gastierte er unter anderem bei Royal Concertgebouw, Gewandhausorchester Leipzig, Philadelphia Orchestra, London Philharmonic Orchestra, Mahler Chamber Orchestra, NDR Elbphilharmonie Orchester, hr Sinfonieorchester und den Münchner Philharmonikern. Er arbeitete mit Dirigent:innen wie Mikhail Pletnev, Paavo Järvi, Teodor Currentzis, Anja Bihlmaier, Charles Dutoit, Osmo Vänskä und Vladimir Jurowski. Eine enge Zusammenarbeit pflegt er mit JeanGuihen Queyras sowie mit seiner Duopartnerin Isabelle Faust, mit der er unter anderem eine preisgekrönte Gesamteinspielung der BeethovenViolinsonaten vorlegte. Seine Aufnahme von Schostakowitschs Präludien und Fugen op. 87 wurde vom BBC Music Magazine als eine der wichtigsten überhaupt gewürdigt. Weitere Einspielungen umfassen Werke von Schumann, Beethoven und Prokofjew sowie das Album Fantasie – Seven Composers Seven Keyboards (2023). In der Saison 25–26 arbeitet Melnikov mit Orchestern wie dem NDR Elbphilharmonie Orchester, London Philharmonic Orchestra und Orchestre de Chambre de Paris unter Dirigenten wie Maxim Emelyanychev und Teodor Currentzis. Kammermusik spielt er unter anderem mit Isabelle Faust, JeanGuihen Queyras und Julia Lezhneva, mit der er 2025 Visiting Rachmaninov veröffentlichte.

13. bis 30. Sep 2026
So, 13. Sep 2026, 18:00
Großer Saal
markus poschner, jean rondeau & bruckner orchester linz
Frischer Wind
Markus Poschner und Cembalostar Jean Rondeau bringen mit Francis Poulencs Concert champêtre die Natur in den Konzertsaal, eingerahmt von Claude Debussys La Mer und Ludwig van Beethovens berühmter 6. Symphonie »Pastorale«.
Mi, 16. Sep 2026, 19:30
Großer Saal
philipp
Revolution Mahler!
Das aus Mitgliedern europäischer Spitzenorchester bestehende Mahler Academy Orchestra spielt Gustav Mahlers 9. Symphonie sowie dessen Kindertotenlieder auf Originalinstrumenten.
Mi, 30. Sep 2026, 19:30
Großer Saal
anja bihlmaier, bbc singers & bbc philharmonic orchestra
Brahms’ Requiem
Johannes Brahms’ Deutsches Requiem kombiniert mit Lili Boulangers Psaume 24 in einer internationalen Spitzenbesetzung rund um Anja Bihlmaier und das BBC Philharmonic Orchestra brucknerfest.at


Herausgeberin
Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, Brucknerhaus Linz, Untere Donaulände 7, 4010 Linz
Künstlerischer Direktor
Norbert Trawöger
Programmplanung & Dramaturgie
Andreas Meier (Leitung), Paula Schlüter
Redaktion
Paula Schlüter
Grafik
Anett Lysann Kraml, Lukas Eckerstorfer
Abbildungen gemeinfrei (S. 7, 8–9, 13 & 15), M. Borggreve (S. 17), Molina-visuals (S. 19)
Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten
LIVA – Ein Mitglied der Unternehmensgruppe Stadt Linz
Wir danken für Ihren Besuch und wünschen Ihnen ein schönes Konzert!



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