Regula Mühlemann & Tatiana Korsunskaya
10. März 2026 19:30 Uhr Mittlerer Saal Liederabende II
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10. März 2026 19:30 Uhr Mittlerer Saal Liederabende II
Karten und Infos:
+43 (0) 732 77 52 30 brucknerhaus.at

Mo, 16. Mär 2026, 19:30
Großer Saal
Ian Bostridge & Europa Galante Lamento
Freund:innen der Alten Musik kommen beim Konzert mit Tenor Ian Bostridge und Europa Galante auf ihre Kosten. Auf dem Programm stehen Werke aus Renaissance und Barock.
Fr, 27. Mär 2026, 19:30
Großer Saal
Ferlesch, Barucco & Chor Ad Libitum
Händels Israel in Egypt
Händels berühmtes Oratorium mit dem Originalklangorchester Barucco unter der Leitung von Heinz Ferlesch, dem Chor Ad Libitum und fulminanten Solist:innen wie Countertenor Alois Mühlbacher.
Di, 5. Mai 2026, 19:30
Mittlerer Saal
Mark Padmore & Julius Drake
Das britische Dream-Team Mark Padmore (Tenor) und Julius Drake (Klavier) bringt ein Programm rund um Benjamin Britten auf die Bühne, dessen Todestag sich 2026 zum 50. Mal jährt.
Das Programm auf einen Blick
Gebüsch, Blume, Blatt und Strauch tauchen häufig im Liedrepertoire des 19. und 20. Jahrhunderts auf: Sei es als demütige Verneigung vor der Schönheit der Natur oder als Metapher für zarte Unschuld, übersprudelnde Lebenskraft oder Vergänglichkeit. Für ihr langersehntes Debüt im Brucknerhaus haben die Sopranistin Regula Mühlemann und die Pianistin Tatiana Korsunskaya Werke von Franz Schubert, Richard Strauss, Dominick Argento und Frank Bridge zu einem vielseitigen Programm zusammengestellt, in dem der Frühling naht, die Blumen blühen, der Winter noch nicht ganz vorbei ist und die Vögel singen.
Franz Schubert 1797–1828
Viola D 786 // 1823
Die Gebüsche D 646 // 1819
Der Musensohn D 764 // 1822
Richard Strauss 1864–1949
Mädchenblumen op. 22 // 1888
Nr. 1 Kornblumen
Nr. 2 Mohnblumen
Nr. 3 Efeu
Nr. 4 Wasserrose
Ständchen, Nr. 2 aus:
Sechs Lieder op. 17 // 1886
// Pause //
Dominick Argento 1927–2019
Six Elizabethan Songs // 1957
Nr. 1 Spring
Nr. 2 Sleep
Nr. 3 Winter
Nr. 4 Dirge
Nr. 5 Diaphenia
Nr. 6 Hymn
Frank Bridge 1879–1941
Goldenhair H. 165 // 1925
Mantle of Blue H. 131 // 1918
Isobel H. 102 // 1912
Berceuse H. 9 // 1901
»Go not, Happy Day« H. 34 // 1916
Love went a-riding H. 114 // 1914
Konzertende: ca. 21:15 Uhr
Lieder von Franz Schubert
Obwohl ihm von der Nachwelt immer wieder Affären zu verschiedenen Frauen angedichtet wurden, die schließlich sogar zum Stoff der Operette Das Dreimäderlhaus wurden, pflegte Franz Schubert zeitlebens die engsten Beziehungen zu seinen männlichen Freunden. Während seiner Schulzeit im kaiserlichen Konvikt in Wien entwickelte sich der sogenannte ›Linzer Freundeskreis‹ rund um den in Steyr geborenen Lyriker Joachim Mayrhofer, mit dem sich Schubert zwischen November 1818 und Ende 1820 sogar ein Zimmer teilte. Über eine homoerotische Dimension der Männerfreundschaft wurde immer wieder spekuliert, auch wenn es dafür höchstens Indizien, keine konkreten
Belege gibt. Die Intimität eines engen Freundeskreises stellte in der Ära Metternich ein Bollwerk gegen Zensur und politische Repression dar. Zudem war es damals durchaus üblich, die Liebe zu seinen Freunden emphatisch zu bekunden. Nichtsdestotrotz werden vor allem Schuberts Lieder häufig als künstlerische Zeugnisse einer verborgenen homosexuellen Neigung gedeutet: So auch seine Ballade Viola, die er nach einer Textvorlage seines besten Freundes Franz Schober im März 1823 komponierte. Den in Schweden geborenen und in Österreich aufgewachsenen Dichter,

Librettist und Schauspieler hatte Schubert bereits 1815 kennengelernt und zwischenzeitlich auch mit ihm auf engstem Raum zusammengelebt. Als Zeichen der symbiotischen Verbundenheit von Komponist und Dichter gaben sich die beiden den gemeinsamen Namen »Schobert«. Angeblich soll auch Schober derjenige gewesen sein, der Schubert im Winter 1822/23 zu einem Abend im Bordell überredete, der für Schubert fatale Folgen haben sollte: Anfang 1823 dämmerte dem Komponisten, dass er sich mit Syphilis infiziert hatte. Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus ließ er im Jänner syphilitische Geschwüre behandeln. »Ob ich je wieder ganz gesund werde, bezweifle ich fast«, schrieb er im August 1823 an Schober. Viola entstand in der unmittelbaren Folge dieser schwerwiegenden Diagnose: »Da ihre Liebe und Sehnsucht zu groß für ihre Kraft sind, verkümmert Viola in Einsamkeit und Scham«, brachte der Musikwissenschaftler Donald Tovey die Essenz des Liedes auf

Schubertiade, Zeichnung von Moritz von Schwind, 1868
Franz Schubert am Klavier, umgeben von seinen Freunden Josef von Spaun, Johann Michael Vogl, Franz Lachner, Moritz von Schwind, Wilhelm August Rieder, Leopold Kupelwieser, Eduard von Bauernfeld, Franz von Schober und Franz Grillparzer
den Punkt. Oder wie der britische Pianist Graham Johnson feststellte: »Mit Füßen getretene Unschuld und verschwendetes Potenzial, das mächtigen zerstörerischen Kräften zum Opfer fällt – all das findet sich in diesem Lied wieder.«
Pantheismus weltanschauliche Überzeugung, dass Gott und die Welt identisch sind und die Natur daher als heilig gilt
Zu Schuberts faszinierendsten Liedkompositionen gehört ebenfalls das vier Jahre zuvor entstandene Die Gebüsche nach einem Text von Friedrich Schlegel. Zwischen 1818 und 1820 setzte sich Schubert intensiv mit Dichtung und Ästhetik der frühen Romantik auseinander und wurde so auf den Dichter aufmerksam. Der naturverherrlichende Text resonierte mit den Idealen von Schubert und seinen Freunden, die im Pantheismus eine Alternative zur institutionell organisierten Religion sahen. Die Gebüsche beginnt mit Arpeggien in der linken Hand, die verblüffende Ähnlichkeit zum acht Jahre später entstandenen Impromptu in Ges-Dur D 899 Nr. 3 aufweisen. Unter der zunächst schlicht erscheinenden musikalischen Faktur verbergen sich allerdings so manche Geheimnisse: Für »den, der heimlich lauschet« offenbart das Lied zahlreiche liebevolle Details, darunter eine unstete, fließende Harmonik und eine genaue musikalische Ausdeutung des Textes.
Neben Dichtern der Romantik wie Schlegel stellte auch Johann Wolfgang von Goethe eine zentrale Bezugsgröße für Schubert dar: Insgesamt 62 Texte von Goethe vertonte er zeit seines Lebens, manche davon sogar mehrfach. Im Dezember 1822 hatte er neue Begeisterung für die Gedichte des Weimarer Meisters gefunden: Innerhalb eines Monats entstanden insgesamt fünf Lieder nach Texten von Goethe, der fröhlich-effektvolle Musensohn das erste von ihnen. Das rasante Lied, das für Pianist:in und Sänger:in so manche Tücken bereithält, scheint als eindrucksvolles ›Showstück‹ komponiert worden zu sein: Der Komponist inszeniert sich selbst augenzwinkernd als geflügelter Götterbote, der die Menschen bewegt und unterhält, aber sich im Stillen selbst nach Ruhe und Liebe sehnt: »Ihr lieben, holden Musen, / Wann ruh ich ihr am Busen / Auch endlich wieder aus?«
Lieder von Franz Schubert
Obwohl Schubert im Gegensatz zu seinen Vorgängern wie Wolfgang Amadé Mozart oder Ludwig van Beethoven das öffentliche Konzert scheute, veranstaltete er regelmäßig halböffentliche Soireen – die Schubertiaden – im Kreis enger Freunde und Bekannter. Sogar Beethoven wurde 1827 Zeuge eines solchen Liederabends von Schubert und dem Bariton Johann Michael Vogl. Sein Schüler Ferdinand Hiller erinnerte sich: »Eine kurze Weile nachdem man die Mittagstafel verlassen, setzte Schubert sich ans Klavier, Vogl zur Seite – wir anderen machten es uns in dem großen Salon bequem, wo es jedem am besten schien, und nun begann ein einziges Konzert. [...] Schubert hatte wenig Technik, Vogl hatte wenig Stimme, aber beide hatten so viel Leben und Empfindung, gingen so gänzlich auf in ihren Leistungen, daß es unmöglich gewesen wäre, die wunderbaren Kompositionen klarer und zugleich verklärter wiederzugeben [...] von meiner Rührung, von meinem Enthusiasmus darf ich nicht sprechen – aber mein Meister, der doch schon fast ein halbes Jahrhundert Musik hinter sich hatte, war so tief ergriffen, daß Tränen auf seinen Wangen perlten.«
Lieder von Richard Strauss
Richard Strauss begleitete das Komponieren von Liedern – eine Pause zwischen 1906 und 1918 ausgenommen – ein Leben lang: Sein erstes Lied schrieb er im Alter von nur sechs Jahren, seine letzten Liedkompositionen entstanden nur ein Jahr vor seinem Tod im Jahr 1949. Seine 1888 komponierten Mädchenblumen gehören zu den ersten Liedzyklen von Strauss, die im Druck erscheinen. Dabei zeigte sich bei den Verhandlungen über die Publikation des Zyklus mit dem Berliner Verlag Fürstner bereits der ausgeprägte Geschäftssinn des 26-jährigen Komponisten, der damals erste große Erfolge mit seinen Tondichtungen wie Don Juan oder Tod und Verklärung feierte. Dabei weigerte sich Strauss hartnäckig, von seinem Preis von 800 Mark abzurücken – mit Erfolg. An seinen Freund Spitzweg schrieb er daraufhin euphorisch: »Fürstner Berlin hat auf die 4 Lieder: Mädchenblumen angebissen u. volle 800 M. dafür bezahlt; das ist doch toll. Er wollte anfangs handeln; als ich aber fest blieb, hat er sich entschlossen; ich hatte aus purem Übermute die hohe Summe gefordert«.
Die von Strauss vertonte Textvorlage stammte von Felix Dahn, einem Juraprofessor, der sich auch als Romancier und Dichter verdingte. Für den Hang zur Sentimentalität, die viele seiner Gedichte aufweisen, wurde er von der Kritik auch als ›infelix‹ Dahn bezeichnet. In den Mädchenblumen weist er verschiedenen Blumen idealisierte weibliche Eigenschaften zu: Die Kornblume steht für Milde und Bescheidenheit, der Mohn für Humor und Lebensfreude, der Efeu für Melancholie und Selbstaufgabe und die Seerose für mysteriöse, ätherische Schönheit. Strauss schuf aus dieser durchaus klischeebehafteten Lyrik vier musikalische Miniaturen, die den Charakter der einzelnen Blumen musikalisch einfangen: Die Kornblumen beginnen ausladend und schwelgerisch, um in Folge immer leiser, zarter und introspektiver zu werden. Die Mohn
blumen stecken voller Übermut und musikalischer Scherze wie rhythmischen Verschiebungen und virtuosen Tonsprüngen, während der Efeu melancholisch und gefühlsbetont daherkommt. In der Wasserrose greift Strauss wiederum zu geheimnisvoll glitzernden Klängen, die an die Klaviermusik des französischen Impressionismus erinnern. In ihrem musikalischen Facettenreichtum bieten die vier Lieder die Gelegenheit, verschiedene Eigenschaften einer Stimme zu demonstrieren – und fordern zugleich große Flexibilität und Vielseitigkeit.
Zu Strauss’ populärsten Liedkomposition zählt sein Ständchen, die Vertonung eines Gedichts von Adolf Friedrich von Schack. Das Lied vollendete er bereits am 22. Dezember 1886, weniger als zwei Jahre vor Entstehung der Mädchenblumen. Es zeichnet sich durch einen brillant schillernden Klavierpart in der außergewöhnlichen Tonart Fis-Dur aus –dieselbe Tonart sollte Strauss später für die berühmte Rosenübergabe in seiner Oper Der Rosenkavalier wählen.

13. bis 30. Sep 2026
Mi, 16. Sep 2026, 19:30
Großer Saal
philipp von steinaecker, fleur barron & mahler academy orchestra
Revolution Mahler!
Das aus Mitgliedern europäischer Spitzenorchester bestehende Mahler Academy Orchestra spielt Mahlers Neunte sowie dessen Kindertotenlieder auf Originalinstrumenten.
So, 27. Sep 2026, 18:00
Großer Saal
johannes hiemetsberger & chorus sine nomine
Bachmann unendlich
Linzer Erstaufführung des neuen Werkes Frühling. Leeres Land von Wolfgang Sauseng auf einen Text von Ingeborg Bachmann mit Johannes Hiemetsberger und dem Chorus sine nomine
Mi, 30. Sep 2026, 19:30
Großer Saal
anja bihlmaier, bbc singers & bbc philharmonic orchestra
Brahms’ Requiem
Johannes Brahms’ Deutsches Requiem kombiniert mit Lili Boulangers Psaume 24 in einer internationalen Spitzenbesetzung rund um Anja Bihlmaier und das BBC Philharmonic Orchestra brucknerfest.at
Der US-amerikanische Komponist Dominick Argento wurde am 27. Oktober 1927 als Sohn sizilianischer Einwanderer in York, Pennsylvania geboren. Bereits in jungen Jahren entwickelte er eine Begeisterung für klassische Musik. Da er den Musikunterricht in der Grundschule als »50minütige Sitzungen quälender Langeweile« empfand, nahm er seine musikalische Ausbildung kurzum selbst in die Hand. In der örtlichen Bücherei verschlang er als Jugendlicher Biografien von Komponisten wie George Gershwin, Igor Strawinski und Nikolai Rimski-Korsakow.
Später brachte er sich selbst Grundlagen der Musiktheorie und Analyse bei. Erst im Alter von 16 Jahren begann Argento mit Klavierunterricht, machte aber so rasante Fortschritte, dass er nur wenige Jahre später ein Instrumentalstudium am Peabody Conservatory in Baltimore antrat. Auf Anraten seines Harmonielehredozenten wechselte Argento schließlich zur Komposition und studierte bei Nicolas Nabokov, einem engen Freund Strawinskis. Im Rahmen seiner Studien lernte Argento ebenfalls die Sopranistin Catherine Bailey kennen, die er 1954 heiratete. Fortan übernahm Bailey nicht nur alle Uraufführungen von Argentos Liedern und Liedzyklen, sondern unterstützte den Komponisten auch mit praktischen Ratschlägen zum Komponieren für Stimme. Der Gesang

Dominick Argento, 2016
spielte für Argentos Schaffen eine zentrale Rolle: Neben mehreren Opern entstanden zahlreiche Liedzyklen, für den Zyklus From the Diary of Virginia Woolf wurde der Komponist sogar 1975 mit einem PulitzerPreis ausgezeichnet. Dabei war für Argento der zu vertonende Text stets der Ausgangspunkt seiner kompositorischen Arbeit: »Der Ton, die Textur, die Farbe und das Tempo der Musik hängen vom Text ab«, so der Komponist. Für seine 1957 entstandenen Six Elizabethan Songs wählte Argento sechs Gedichte aus dem Elisabethanischen Zeitalter (1558–1603), die vom Spannungsverhältnis zwischen Frühling und Winter, Schlaf und Erwachen, Leben und Tod geprägt sind. Seine Vertonung zeichnet sich durch eine eklektische Klangsprache aus, die spätromantische Harmonik mit expressiven Rhythmen und einer unkonventionellen Melodieführung verbindet.
»I
Obwohl Frank Bridge zu den bedeutendsten Komponisten Großbritanniens zählt, ist er in Kontinentaleuropa heutzutage weitestgehend unbekannt. Der Sohn eines Geigenlehrers und Varietédirigenten wurde 1879 in Brighton geboren. Der strenge Vater verdonnerte den Sohn im Alter von sechs Jahren zum stundenlangen Üben der Violine, sodass er schon in jungen Jahren in der Lage war, in den von seinem Vater geleiteten Ensembles mitzuspielen. Dort sprang Bridge später gelegentlich auch als Dirigent ein und zeichnete für Arrangements verantwortlich. Nach seinem Studium am Royal College of Music in London wurde Bridge Mitglied in verschiedenen Streichquartettformationen wie dem Grimson Quartet und dem English String Quartet. Vor allem als Bratschist machte er sich einen Namen. Parallel verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Geigenlehrer, schrieb eigene Werke und dirigierte Vorstellungen an Londoner Theatern wie dem Savoy oder in Covent
von Frank Bridge
Garden. Vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs war der Pazifist Bridge tief getroffen. Auch unter der in Folge ausbrechenden Rezession litt der Musiker. Im Jahr 1923 sollte allerdings eine neue Bekanntschaft seinen finanziellen Problemen Abhilfe schaffen: Die amerikanische Mäzenin Elisabeth Sprague Coolidge arrangierte für Bridge nicht nur eine Konzerttournee nach Übersee, sondern unterstützte ihn fortan auch mit einem jährlichen Stipendium, das ihn finanziell unabhängig machte und ihm ermöglichte, sich ganz der Komposition zu widmen. Obwohl er die Lehrtätigkeit weitestgehend aufgab, nahm er 1927 einen Privatschüler auf, der zu einem der prominentesten Komponisten des 20. Jahrhunderts werden sollte: Er habe immer noch nicht das kompositionstechnische Niveau von Bridge erreicht, gab Benjamin Britten 1963 zu Protokoll. Gemeinsam mit seinem Partner Peter Pears realisier te Britten in den 1950er- und 1960er-Jahren mehrere Aufnahmen von Frank Bridges Liedkompositionen, die hauptsächlich in früheren Stadien seiner Karriere zwischen 1901 und 1925 entstanden sind –womöglich ließen sich Miniaturen leichter mit seiner damaligen Lehrund Konzerttätigkeit verbinden. Bridges ursprünglich von Komponisten wie Johannes Brahms, Pjotr Tschaikowski und César Franck beeinflusste romantische Klangsprache öffnete sich in den 1910er-Jahren vermehrt Einflüssen des französischen Impressionismus. Während das energetische »Go not, Happy Day« von 1916 an Schubert-Lieder wie den Musensohn erinnert, sind in der James Joyce-Vertonung Goldenhair oder in Mantle of Blue Anklänge an Claude Debussy hörbar.

Paula Schlüter
Franz Schubert Viola
Text: Franz von Schober
Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein, In den Auen läutest du, Läutest in dem stillen Hain, Läute immer zu!
Denn du kündest frohe Zeit, Frühling naht, der Bräutigam, Kommt mit Sieg vom Winterstreit, Dem er seine Eiswehr nahm.
Darum schwingt der gold’ne Stift, Dass dein Silberhelm erschallt, Und dein liebliches Gedüft
Leis’ wie Schmeichelruf entwallt:
Dass die Blumen in der Erd’, Steigen aus dem düster’n Nest, Und des Bräutigams sich wert Schmücken zu dem Hochzeitsfest.
Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein, In den Auen läutest du, Läutest in dem stillen Hain, Läut’ die Blumen aus der Ruh’!
Du Viola, zartes Kind, Hörst zuerst den Wonnelaut, Und sie stehet auf geschwind, Schmücket sorglich sich als Braut,
Hüllet sich in’s grüne Kleid, Nimmt den Mantel sammetblau, Nimmt das güldene Geschmeid, Und den Brilliantentau.
Eilt dann fort mit mächt’gem Schritt, Nur den Freund im treuen Sinn, Ganz von Liebesglück durchglüht, Sieht nicht her und sieht nicht hin.
Doch ein ängstliches Gefühl
Ihre kleine Brust durchwalkt, Denn es ist noch rings so still, Und die Lüfte weh’n so kalt.
Und sie hemmt den schnellen Lauf, Schon bestrahlt von Sonnenschein, Doch mit Schrecken blickt sie auf, Denn sie stehet ganz allein.
Schwestern nicht, nicht Bräutigam Zugedrungen! und verschmäht!
Da durchschauert sie die Scham, Fliehet wie vom Sturm geweht,
Fliehet an den fernsten Ort, Wo sie Gras und Schatten deckt, Späht und lauschet immerfort, Ob was rauschet und sich regt.
Und gekränket und getäuscht
Sitzet sie und schluchzt und weint, Von der tiefsten Angst zerfleischt, Ob kein Nahender erscheint.
Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein, In den Auen läutest du, Läutest in dem stillen Hain, Läut die Schwestern ihr herzu!
Rose nahet, Lilie schwankt, Tulp’ und Hyazinthe schwellt, Windling kommt daher gerankt, Und Narciss’ hat sich gesellt.
Da der Frühling nun erscheint, Und das frohe Fest beginnt, Sieht er alle, die vereint, Und vermisst sein liebstes Kind.
Alle schickt er suchend fort, Um die eine, die ihm wert, Und sie kommen an den Ort, Wo sie einsam sich verzehrt.
Doch es sitzt das liebe Kind Stumm und bleich, das Haupt gebückt, Ach! der Lieb’ und Sehnsucht Schmerz
Hat die Zärtliche erdrückt.
Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein, In den Auen läutest du, Läutest in dem stillen Hain, Läut Viola sanfte Ruh’!
Die Gebüsche
Text: Friedrich von Schlegel
Es wehet kühl und leise
Die Luft durch dunkle Auen, Und nur der Himmel lächelt
Aus tausend hellen Augen.
Es regt nur eine Seele
Sich in des Meeres Brausen,
Und in den leisen Worten,
Die durch die Blätter rauschen.
So tönt in Welle Welle, Wo Geister heimlich trauern; So folgen Worte Worten, Wo Geister Leben hauchen.
Durch alle Töne tönet
Im bunten Erdentraume
Ein, nur ein leiser Ton gezogen, Für den, der heimlich lauschet.
Der Musensohn
Text: Johann Wolfgang von Goethe
Durch Feld und Wald zu schweifen,
Mein Liedchen wegzupfeifen,
So geht’s von Ort zu Ort!
Und nach dem Takte reget
Und nach dem Maß beweget
Sich alles an mir fort.
Ich kann sie kaum erwarten,
Die erste Blum’ im Garten,
Die erste Blüt’ am Baum.
Sie grüßen meine Lieder,
Und kommt der Winter wieder, Sing’ ich noch jenen Traum.
Ich sing’ ihn in der Weite, Auf Eises Läng’ und Breite,
Da blüht der Winter schön!
Auch diese Blüte schwindet,
Und neue Freude findet
Sich auf bebauten Höh’n.
Denn wie ich bei der Linde
Das junge Völkchen finde,
Sogleich erreg’ ich sie.
Der stumpfe Bursche bläht sich, Das steife Mädchen dreht sich
Nach meiner Melodie.
Ihr gebt den Sohlen Flügel
Und treibt durch Tal und Hügel
Den Liebling weit von Haus.
Ihr lieben, holden Musen, Wann ruh’ ich ihr am Busen
Auch endlich wieder aus?
Richard Strauss
Mädchenblumen
Text: Felix Dahn
Nr. 1 Kornblumen
Kornblumen nenn ich die Gestalten, die milden mit den blauen Augen, die, anspruchslos in stillem Walten, den Tau des Friedens, den sie saugen aus ihren eigenen klaren Seelen, mitteilen allem, dem sie nahen, bewusstlos der Gefühlsjuwelen, die sie von Himmelshand empfah’n. Dir wird so wohl in ihrer Nähe, als gingst du durch ein Saatgefilde, durch das der Hauch des Abends wehe, voll frommen Friedens und voll Milde.
Nr. 2 Mohnblumen
Mohnblumen sind die runden, rotblutigen gesunden, die sommersproßgebraunten, die immer froh gelaunten, kreuzbraven, kreuzfidelen, tanznimmermüden Seelen; die unter’m Lachen weinen und nur geboren scheinen, die Kornblumen zu necken,
und dennoch oft verstecken die weichsten, besten Herzen, im Schlinggewächs von Scherzen; die man, weiß Gott, mit Küssen ersticken würde müssen, wär’ man nicht immer bange, umarmest du die Range, sie springt ein voller Brander aufflammend auseinander.
Nr. 3 Efeu
Aber Efeu nenn’ ich jene Mädchen mit den sanften Worten, mit dem Haar, dem schlichten, hellen um den leis’ gewölbten Brau’n, mit den braunen seelenvollen Rehenaugen, die in Tränen steh’n so oft, in ihren Tränen gerade sind unwiderstehlich; ohne Kraft und Selbstgefühl, schmucklos mit verborg’ner Blüte, doch mit unerschöpflich tiefer treuer inniger Empfindung können sie mit eig’ner Triebkraft nie sich heben aus den Wurzeln, sind geboren, sich zu ranken liebend um einander Leben: an der ersten Lieb’umrankung hängt ihr ganzes Lebensschicksal, denn sie zählen zu den selt’nen Blumen, die nur einmal blühen.
Nr. 4 Wasserrose
Kennst du die Blume, die märchenhafte, Sagengefeierte Wasserrose?
Sie wiegt auf ätherischem, schlankem Schafte Das durchsicht’ge Haupt, das farbenlose, Sie blüht auf schilfigem Teich im Haine, Gehütet vom Schwan, der umkreiset sie einsam, Sie erschließt sich nur dem Mondenscheine, Mit dem ihr der silberne Schimmer gemeinsam: So blüht sie, die zaub’rische Schwester der Sterne, Umschwärmt von der träumerisch dunklen Phaläne, Die am Rande des Teichs sich sehnet von ferne, Und sie nimmer erreicht, wie sehr sie sich sehne. Wasserrose, so nenn’ ich die schlanke, Nachtlock’ge Maid, alabastern von Wangen,
In dem Auge der ahnende tiefe Gedanke, Als sei sie ein Geist und auf Erden gefangen. Wenn sie spricht, ist’s wie silbernes Wogenrauschen, Wenn sie schweigt, ist’s die ahnende Stille der Mondnacht; Sie scheint mit den Sternen Blicke zu tauschen, Deren Sprache die gleiche Natur sie gewohnt macht; Du kannst nie ermüden, in’s Aug’ ihr zu schau’n, Das die seid’ne, lange Wimper umsäumt hat, Und du glaubst, wie bezaubernd von seligem Grau’n, Was je die Romantik von Elfen geträumt hat.
Ständchen
Text: Adolf Friedrich von Schack
Mach auf, mach auf! Doch leise, mein Kind, Um keinen vom Schlummer zu wecken!
Kaum murmelt der Bach, kaum zittert im Wind
Ein Blatt an den Büschen und Hecken; Drum leise, mein Mädchen, dass nichts sich regt, Nur leise die Hand auf die Klinke gelegt!
Mit Tritten, wie Tritte der Elfen so sacht, Um über die Blumen zu hüpfen, Flieg leicht hinaus in die Mondscheinnacht, Zu mir in den Garten zu schlüpfen!
Rings schlummern die Blüten am rieselnden Bach Und duften im Schlaf, nur die Liebe ist wach.
Sitz nieder! Hier dämmert’s geheimnisvoll Unter den Lindenbäumen.
Die Nachtigall uns zu Häupten soll
Von unseren Küssen träumen
Und die Rose, wenn sie am Morgen erwacht, Hoch glüh’n von den Wonneschauern der Nacht.
// Pause //
Nr. 1 Spring
Text: Thomas Nashe
Übersetzung: Paula Schlüter
Spring, the sweet Spring, is the year’s pleasant king; Then blooms each thing, then maids dance in a ring, Cold doth not sting, the pretty birds do sing, Cuckoo, jug-jug, pu-we, to-witta-woo!
The palm and may make country houses gay, Lambs frisk and play, the shepherds pipe all day, And we hear aye birds tune this merry lay, Cuckoo, jug-jug, pu-we, to-witta-woo!
The fields breathe sweet, the daisies kiss our feet, Young lovers meet, old wives a-sunning sit, In every street these tunes our ears do greet, Cuckoo, jug-jug, pu-we, to-witta-woo!
Spring! The sweet Spring!
Frühling, der süße Frühling ist der angenehme König des Jahres; Dann blüht alles, dann tanzen die Mädchen ihren Reigen, Die Kälte sticht nicht, die hübschen Vögel singen, Cuckoo, jugjug, puwe, towittawoo!
Palmen und Maibäume schmücken die Landhäuser Lämmer tollen umher, die Hirten spielen auf ihren Flöten, Und wir hören die Vögel dieses fröhliche Lied singen, Cuckoo, jugjug, puwe, towittawoo!
Die Felder duften süß, die Gänseblümchen küssen unsere Füße, Junge Liebende treffen sich, alte Frauen sitzen in der Sonne, In jeder Straße begrüßen diese Melodien unsere Ohren, Cuckoo, jugjug, puwe, towittawoo!
Frühling! Der süße Frühling!
Text: Samuel Daniel
Übersetzung: Paula Schlüter
Care-charmer Sleep, son of the sable night, Brother to Death, in silent darkness born, Relieve my anguish and restore thy light, With dark forgetting of my cares, return; And let the day be time enough to mourn
The shipwreck of my ill-adventur’d youth:
Let waking eyes suffice to wail their scorn, Without the torment of the night’s untruth.
Cease, dreams, th’ images of day-desires
To model forth the passions of the morrow; Never let rising sun approve you liars, To add more grief to aggravate my sorrow. Still let me sleep, embracing clouds in vain; And never wake to feel the day’s disdain.
Sorgenverzaubender Schlaf, Sohn der schwarzen Nacht, Bruder des Todes, geboren in stiller Dunkelheit, Befreie mich von meiner Qual und gib mir dein Licht zurück, Komm mit Dunkelheit zurück, die mich meine Sorgen vergessen lässt; Und lass den Tag Zeit genug sein, um den Schiffbruch meiner unglücklichen Jugend zu betrauern:
Lass wache Augen genügen, um ihre Verachtung zu beklagen, Ohne die Qual der Unwahrheit der Nacht.
Hört auf, Träume, die Bilder der Tageswünsche, Die Leidenschaften des Morgens zu formen; Lasst niemals die aufgehende Sonne euch Lügner bestätigen, Um meinem Kummer noch mehr Schmerz hinzuzufügen.
Lasst mich noch schlafen, vergeblich Wolken umarmend; Und niemals erwachen und die Verachtung des Tages spüren.
Nr. 3 Winter
Text: William Shakespeare
Übersetzung: August Wilhelm von Schlegel & Ludwig Tieck
When icicles hang by the wall
And Dick the shepherd blows his nail, And Tom bears logs into the hall, And milk comes frozen home in pail; When blood is nipt and ways be foul, Then nightly sings the staring owl: Tu-who!
Tu-whit! Tu-who! – A merry note! While greasy Joan doth keel the pot.
When all aloud the wind doth blow, And coughing drowns the parson’s saw,
And birds sit brooding in the snow, And Marian’s nose looks red and raw; When roasted crabs hiss in the bowl Then nightly sings the staring owl: Tu-who!
Tu-whit! Tu-who! – A merry note! While greasy Joan doth keel the pot.
Wenn Eis im Zapfen hängt am Dach, Und Thoms, der Hirt, vor Frost erstarrt, Wenn Hans die Klötze trägt ins Fach, Die Milch gefriert im Eimer hart, Die Spur verweht, der Weg verschneit, Dann nächtlich friert der Kauz und schreit: Tuhu, Tuwit tuhu! Ein lustig Lied, Derweil die Hanne Würzbier glüht.
Wenn Sturm dem Giebelfenster droht, Im Schnee das Vöglein emsig pickt, Wenn Lisbeths Nase spröd’ und rot, Der Pfarrer hustend fast erstickt, Bratapfel zischt in Schalen weit, Dann nächtlich friert der Kauz und schreit:
Tuhu,
Tuwit tuhu, ein lustig Lied, Derweil die Hanne Würzbier glüht.
Nr. 4 Dirge
Text: William Shakespeare
Übersetzung: August Wilhelm von Schlegel & Ludwig Tieck
Come away, come away, death, And in sad cypress let me be laid; Fly away, fly away, breath; I am slain by a fair cruel maid. My shroud of white, stuck all with yew, O prepare it!
My part of death, no one so true Did share it.
Not a flower, not a flower sweet, On my black coffin let there be strown;
Not a friend, not a friend greet
My poor corpse, where my bones shall be thrown:
Lay me, o where Sad true lover never find my grave, To weep there!
Komm herbei, komm herbei, Tod!
Und versenk’ in Cypressen den Leib Lass mich frei, lass mich frei, Not! Mich erschlägt ein holdseliges Weib. Mit Rosmarin mein Leichenhemd, O bestellt es!
Ob Lieb’ ans Herz mir tödlich kömmt, Treu’ hält es.
Keine Blum’, keine Blum’ süß, Sei gestreut auf den schwärzlichen Sarg.
Keine Seel’, keine Seel’, grüß’ Mein Gebein, wo die Erd’ es verbarg.
Um Ach und Weh zu wenden ab, Bergt alleine Mich, wo kein Treuer wall’ ans Grab, Und weine.
Nr. 5 Diaphenia
Text: Anonymus
Übersetzung: Paula Schlüter
Diaphenia, like the daffadowndilly, White as the sun, fair as the lily, Heigh ho, how I do love thee!
I do love thee as my lambs Are belovèd of their dams: How blest were I if thou would’st prove me.
Diaphenia, like the spreading roses, That in thy sweets all sweets encloses, Fair sweet, how I do love thee!
I do love thee as each flower
Loves the sun’s life-giving power; For dead, thy breath to life might move me.
Diaphenia, like to all things blessèd, When all thy praises are expressèd, Dear joy, how I do love thee! As the birds do love the spring, Or the bees their careful king, –Then in requite, sweet virgin, love me!
Diaphenia, wie die Narzisse, Weiß wie die Sonne, schön wie die Lilie, Heigh ho, wie ich dich liebe!
Ich liebe dich, wie meine Lämmer
Von ihren Müttern geliebt werden: Wie gesegnet wäre ich, wenn du mich auf die Probe stellen würdest.
Diaphenia, wie die sich ausbreitenden Rosen, Die in deiner Süße alle Süße vereinen, Schöne Süße, wie ich dich liebe!
Ich liebe dich, wie jede Blume
Die lebensspendende Kraft der Sonne liebt;
Denn tot könnte dein Atem mich zum Leben erwecken.
Diaphenia, wie alle gesegneten Dinge, Wenn all dein Lob zum Ausdruck gebracht ist, Liebe Freude, wie sehr ich dich liebe! So wie die Vögel den Frühling lieben, Oder die Bienen ihren fürsorglichen König, –
Dann liebe mich, süße Jungfrau, als Gegenleistung!
Nr. 6 Hymn
Text: Ben Johnson
Übersetzung: Paula Schlüter
Queen and huntress, chaste and fair,
Now the sun is laid to sleep,
Seated in thy silver chair,
State in wonted manner keep:
Hesperus entreats thy light, Goddess excellently bright.
Earth, let not thy envious shade
Dare itself to interpose; Cynthia’s shining orb was made
Heav’n to clear when day did close;
Bless us then with wishèd sight, Goddess excellently bright.
Lay thy bow of pearl apart,
And thy crystal shining quiver;
Give unto the flying hart
Space to breathe, how short so-ever:
Thou that mak’st a day of night, Goddess excellently bright.
Königin und Jägerin, keusch und schön, nun, da die Sonne zur Ruhe gebettet ist, sitze auf deinem silbernen Thron, bewahre wie gewohnt deine Würde: Hesperus erbittet dein Licht, Göttin von strahlender Schönheit.
Erde, lass deinen neidischen Schatten es nicht wagen, sich dazwischen zu stellen; Cynthias leuchtender Himmelskörper wurde geschaffen, um den Himmel zu erhellen, wenn der Tag zu Ende geht; segne uns dann mit dem ersehnten Anblick, Göttin von strahlender Schönheit.
Leg deinen Bogen aus Perlen beiseite, und deinen kristallenen, glänzenden Köcher; gib dem fliegenden Hirsch Raum zum Atmen, wie kurz auch immer: du, die du aus der Nacht einen Tag machst, Göttin von strahlender Schönheit.
Frank Bridge
Goldenhair
Text: James Joyce
Lean out of the window, Goldenhair,
I heard you singing A merry air.
My book is closed; I read no more, Watching the fire dance
On the floor.
I have left my book, I have left my room, For I heard you singing Through the gloom,
Singing and singing A merry air.
Lean out of the window, Goldenhair.
Text: Padraic Colum
Übersetzung: Paula Schlüter
O, men, from the fields!
Come gently within, Tread, softly, softly, O! men coming in.
Lehn dich aus dem Fenster, Goldhaar.
Ich hörte dich singen, ein fröhliches Lied.
Mein Buch ist geschlossen; ich lese nicht mehr.
Beobachte das tanzende Feuer auf dem Boden.
Ich habe mein Buch verlassen.
Ich habe mein Zimmer verlassen.
Denn ich hörte dich singen, durch die Dunkelheit.
Singend und singend, ein fröhliches Lied.
Lehn dich aus dem Fenster, Goldhaar.
O, Männer von den Feldern! Kommt sanft herein. Auf Zehenspitzen, O! Männer, die hereinkommen.
Mavourneen is going
From me and from you, Where Mary will fold him With mantle of blue!
From reek oft he smoke
And cold of the floor, And the peering of things Across the half door.
O, men from the fields!
Soft, softly come thro’.
Mary puts round him Her mantle of blue.
Mavourneen geht fort von mir und von euch, wo Mary ihn einhüllen wird in einen blauen Mantel!
Weg vom Gestank des Rauchs und der Kälte des Bodens, und den neugierigen Blicken durch die halboffene Tür.
Oh, Männer von den Feldern!
Kommt leise, leise herein.
Mary hüllt ihn ein in ihren blauen Mantel.
Isobel
Text: Digby Goddard-Fenwick
Übersetzung: Paula Schlüter
What is the sorrow of the wind, Isobel?
What is the darkness of the blind, Isobel?
What is the night within the mind, Isobel?
The sorrow of the wind is Love’s farewell, The darkness of the blind I will not tell
Until the night within my mind Is turned to Light and Isobel, To Light and Love and Isobel.
Was ist die Trauer des Windes, Isobel?
Was ist die Dunkelheit der Blinden, Isobel?
Was ist die Nacht im Geist, Isobel?
Die Trauer des Windes ist der Abschied der Liebe. Die Dunkelheit der Blinden werde ich nicht verraten, bis die Nacht in meinem Geist sich in Licht und Isobel verwandelt, in Licht und Liebe und Isobel.
Text: Dorothy Wordsworth
Übersetzung: Paula Schlüter
The days are cold, the nights are long.
The north wind sings a doleful song; Then hush again upon my breast, All merry things are now at rest.
Save thee my pretty love.
The kitten sleeps upon the hearth, The crickets long have ceased their mirth.
There’s nothing stirring in the house
Save one wee hungry nibbling mouse.
Then why so busy thou?
Nay! Start not at that sparkling light ’Tis but the moon that shines so bright On the window pane bedropped with rain.
Then little darling
Sleep again, sleep again And wake when it is day.
Die Tage sind kalt, die Nächte lang. Der Nordwind singt ein trauriges Lied; Dann kehrt wieder Stille ein in meiner Brust, alle fröhlichen Dinge ruhen nun. Rette dich, meine hübsche Liebe.
Das Kätzchen schläft auf dem Herd, die Grillen haben längst aufgehört fröhlich zu zirpen.
Nichts regt sich im Haus, außer einer kleinen hungrigen, knabbernden Maus.
Warum so beschäftigt?
Nein! Erschrick nicht vor diesem funkelnden Licht. Es ist nur der Mond, der so hell scheint auf die Fensterscheibe, mit Regentropfe übersät.
Dann, mein kleiner Schatz, schlaf wieder, schlaf wieder und wach auf, wenn der Tag anbricht.
»Go not, Happy Day«
Text: Lord Alfred Tennyson
Übersetzung: Paula Schlüter
Go not, happy day,
From the shining fields,
Go not, happy day.
Till the maiden yields.
Rosy is the West, Rosy is the South, Roses are her cheeks, And a rose her mouth, When the happy Yes
Falters from her lips, Pass and blush the news
O’er the blowing ships.
Over blowing seas,
Over seas at rest,
Pass the happy news, Blush it thro’ the West; Blush from West to East, Blush from East to West, Till the West is East, Blush it thro’ the West.
Rosy is the West, Rosy is the South, Roses are her cheeks. And a rose her mouth.
Geh nicht, glücklicher Tag, von den leuchtenden Feldern. Geh nicht, glücklicher Tag. bis die Jungfrau nachgibt.
Rosig ist der Westen, rosig ist der Süden, Rosen sind ihre Wangen, und eine Rose ihr Mund. Wenn das glückliche ›Ja‹ von ihren Lippen stockt, verbreite und erröte die Nachricht: Über die wehenden Schiffe, über wehende Meere, über ruhige Meere.
Verbreite die frohe Botschaft: Erröte sie durch den Westen; erröte von West nach Ost, erröte von Ost nach West, bis der Westen Ost ist. Erröte sie durch den Westen.
Rosig ist der Westen, rosig ist der Süden, Rosen sind ihre Wangen und eine Rose ihr Mund.
Text: Mary Coleridge
Übersetzung: Paula Schlüter
Love went a-riding over the earth, On Pegasus he rode … The flowers before him sprang to birth, And the frozen rivers flowed.
Then all the youths and the maidens cried, »Stay here with us.« »King of Kings.«
But Love said, »No! for the horse I ride, For the horse I ride has wings.«
Amor ritt über die Erde, Auf Pegasus ritt er … Die Blumen vor ihm sprossen, und die gefrorenen Flüsse flossen.
Da riefen alle Jünglinge und Jungfrauen: »Bleib hier bei uns.« »König der Könige.«
Aber Amor sprach: »Nein! Denn das Pferd, das ich reite, hat Flügel.«


Sopran
Die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann hat sich innerhalb weniger Jahre als eine der führenden Sängerinnen ihrer Generation etabliert. Sie fühlt sich auf der Opernbühne genauso zu Hause wie auf dem Liedund Konzertpodium und wird von Publikum und Kritik gleichermaßen für ihr außergewöhnlich schönes Timbre und ihre einfühlsamen Darbietungen gefeiert.
Mühlemann eröffnet ihre 2025–26 Spielzeit mit ihrem Rollendebüt als Konstanze in Die Entführung aus dem Serail an der Semperoper Dresden unter Leo Hussain. Später in der Saison singt sie die Rolle erneut unter der Leitung Ivor Bolton als Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper. Die Sopranistin kehrt als Adele in einer Neuproduktion von Die Fledermaus unter der Leitung von Lorenzo Viotti an das Opernhaus Zürich zurück und singt Gilda in Rigoletto unter Marco Armiliato am Teatro alla Scala. Mit dem Orchester der Oper Zürich gibt sie Konzerte in Zürich, Dijon und Hamburg mit Mozarts Exsultate jubilate und Pergolesis Stabat Mater. Sie singt Mozarts Requiem in Bern und Paris gemeinsam mit dem Berner Symphonieorchester und kehrt an das Théâtre des ChampsÉlysées zurück für Die Schöpfung von Haydn. Gemeinsam mit der Geigerin Maria Dueñas gestaltet sie die Neujahrskonzerte mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling und präsentiert mit dem La Folia Barockorchester in Zürich, Antwerpen, Essen und Liepaja ihr Cleopatra-Programm aus dem gleichnamigen Album. Ihre bezaubernden Liederabende sind in Linz, Aarau und Weiden in der Oberpfalz zu hören. In Krakau präsentiert sie ein Johann-Strauss-Programm in der Tauron Arena. Gemeinsam mit dem Münchener Rundfunkorchester präsentiert Mühlemann ein Programm mit Werken von Mozart, Scarlatti und Händel. Sie beschließt die Saison mit Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester mit Werken von Mozart und Boulanger.

Klavier
Tatiana Korsunskaya studierte am Tschaikowski-Konservatorium Moskau, an der Hochschule für Musik Basel und an der Schola Cantorum Basiliensis. Sie besuchte Weiterbildungen an der Schola Cantorum Basiliensis (Cembalo, Hammerflügel, Generalbass) und Meisterkurse bei Paul Badura-Skoda, Hans Leygraf, Lazar Berman, Humero Francesch und für Liedgestaltung bei Dietrich Fischer-Dieskau. Sie sammelte in den vergangenen 20 Jahren Unterrichtserfahrungen als Dozentin für Kammermusik, Liedgestaltung und Korrepetition an der Hochschule für Musik Luzern und an der Hochschule der Künste Bern, seit 2020 hat sie eine Professur an der Hochschule für Musik in Basel inne.
Sie gewann jeweils den ersten Preis bei den Wettbewerben in Thessaloniki (Kammermusikwettbewerb) und Graz (Franz Schubert und die Musik der Moderne). 2015 wurde sie mit dem renommierten ECHO KLASSIK Preis ausgezeichnet. Auf CD legte sie Werke von Sergei Rachmaninoff, Luise Adolpha Le Beau, die Ersteinspielung der Klaviertrios von Eduard Napravnik und die in Zusammenarbeit mit der Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann entstandenen Lieder der Heimat vor; darüber hinaus entstanden diverse Aufnahmen für SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Radio Suisse Romande, Deutschlandfunk und den ORF Österreich.
Neben ihrer pädagogischen Tätigkeit übt Tatiana Korsunskaya eine rege Konzerttätigkeit als Solistin, Kammermusikerin und Liedbegleiterin aus und arbeitet bei Meisterkursen und Konzerten mit vielen namhaften Musiker:innen zusammen. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet sie mit Regula Mühlemann.

Herausgeberin
Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, Brucknerhaus Linz, Untere Donaulände 7, 4010 Linz
Künstlerischer Direktor
Norbert Trawöger
Programmplanung & Dramaturgie
Andreas Meier (Leitung), Paula Schlüter
Redaktion
Paula Schlüter
Grafik
Anett Lysann Kraml, Lukas Eckerstorfer
Abbildungen gemeinfrei (S. 6–7, 11 & 14), King Elder (S. 12), Guido Werner Photography (S. 35), A. Hürsever (S. 37)
Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten LIVA – Ein Mitglied der Unternehmensgruppe Stadt Linz
Wir danken für Ihren Besuch und wünschen Ihnen ein schönes Konzert!













