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bihlmaier & bbc philharmonic orchestra Brahms’ Requiem

30. September 2026 19:30 Uhr Großer Saal


Vokale Highlights 26–27 Sa, 7. Nov 2026, 19:30 Mittlerer Saal

Anna Mabo, Marie-Luise Stockinger, Bibiana Beglau & Valerie Pachner Per Anhalter durch die Galaxis

Eine intergalaktische musikalische Lesung rund um die satirische Science-Fiction-Reihe von Douglas Adams

Do, 19. Nov 2026, 19:30 Alter Dom Linz

Voces Suaves Stabat Mater

Italienische Sakralmusik aus der Barockzeit im einzigartigen Ambiente des Alten Doms Linz

Di, 4. Mai 2027, 19:30 Großer Saal

Alpen & Glühen mit Chor Ad Libitum Von den Bergen, mit den Tälern

Alpen & Glühen © L. Beck

Ein musikalisches Gipfeltreffen der besonderen Art, initiiert von Trompeter Thomas Gansch


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alla breve Das Programm auf einen Blick

Eigentlich hätte Johannes Brahms das Deutsche Requiem gerne ›Menschliches Requiem‹ genannt. Diese Menschlichkeit schlägt sich auch in den Texten nieder, die er heranzog: Im Gegensatz zum häufig martialischen »Dies irae, dies illa«, mit dem andere Totenmessen das Jüngste Gericht in den Mittelpunkt stellen, richtet sich Brahms mit seinem Requiem an die trauernden Hinterbliebenen, denen er Trost spenden möchte. Das wird bereits zu Beginn spürbar, wenn der Chor a cappella mit den Worten »Selig sind, die da Leid tragen« einsetzt. Im Bruckner­fest Linz ist dieses ›Menschliche Requiem‹ in einer ganz besonderen, internationalen Besetzung zu er­leben: Anja Bihlmaier dirigiert das BBC Philharmonic Orchestra, dessen Erste Gastdirigentin sie seit 2024 ist, sowie die international renommierte Audi Jugend­chorakademie. Die Solopartien übernehmen der kanadische Bariton Joshua Hopkins und die deut­sche Sopranistin Julia Grüter.


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programm & besetzung Lili Boulanger 1893–1918 Psaume 24 für Chor, Orgel und Orchester // 1916 Johannes Brahms 1833–1897 Ein deutsches Requiem für Soli, Chor und Orchester op. 45 // 1865–66, 1868 I II III IV V VI

»Selig sind, die da Leid tragen« (Chor) »Denn alles Fleisch, es ist wie Gras« (Chor) »Herr, lehre doch mich« (Bariton, Chor) »Wie lieblich sind deine Wohnungen« (Chor) »Ihr habt nun Traurigkeit« (Sopran, Chor) » Denn wir haben hie keine bleibende Statt« (Bariton, Chor) VII »Selig sind die Toten« (Chor) Konzerteinführung mit Andreas Meier um 18:45 im Mittleren Saal Konzertende: ca. 21:15 Uhr

Julia Grüter Sopran Joshua Hopkins Bariton Audi Jugendchorakademie Martin Steidler Einstudierung BBC Philharmonic Orchestra Anja Bihlmaier Dirigentin


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»Machet die Tore weit« Lili Boulanger // Psaume 24

Lili Boulanger war ein musikalisches Ausnahmetalent: Bereits im Alter von fünf Jahren sang sie Lieder von Gabriel Fauré, vom Komponisten selbst am Klavier begleitet. Zur selben Zeit begann sie gemeinsam mit ihrer Schwester Nadia ihre musikalische Ausbildung, lernte Klavier, Violine, Violoncello, Harfe und Orgel. Die Schwestern stammten aus einer der wichtigsten Pariser Musiker:innenfamilien, die im Verlauf von fast zwei Jahrhunderten und über drei Generationen eng mit dem dortigen Konservatorium verbunden war. Großvater Frédéric Bou­ lan­ger hatte dort noch in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts, kurz nach Gründung der Ausbildungsstätte, erfolgreich ein Studium des Violoncellos absolviert, später kehrte er als Dozent an seine Alma Mater zurück. Lili und Nadia Boulangers Vater Ernest war als Kompo­ nist und Professor für Gesang am Pariser Konservatorium tätig. Neben der Musik, die Lili Boulanger schon in jungen Jahren von allen Seiten umgab, war ihr Leben auch von langen Phasen schwerer Krankheit geprägt. Eine chronische Bronchopneumonie und Morbus Crohn zwan­ gen sie während ihrer Kindheit zu zahlreichen Sanatoriumsaufent­hal­ ten. Dazwischen widmete sie sich – sofern es ihre Gesundheit er­laub­ te – der Komposition: Im Jahr 1909 wurde sie offiziell Studentin am Pariser Konservatorium, wo sie Unterricht in Harmonielehre, Kontra­ punkt und Fuge, Komposition und Musikgeschichte erhielt. Aufgrund ihres labilen Gesundheitszustands konnte sie allerdings fast nie per­ sönlich in ihren Kursen anwesend sein, der Unterricht spielte sich in großen Teilen schriftlich ab oder fand bei den Boulangers zuhause statt. Nichtsdestotrotz stürzte sich Lili Boulanger mit Enthusiasmus in ihre kompositorische Ausbildung. Ihr großes Ziel: der Prix de Rome, einer der renommiertesten französischen Kompositionspreise, der mit einem Studienaufenthalt in der Villa Medici in Rom verbunden


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war. Zu prominenten früheren Preisträgern zählten Claude Debussy, Georges Bizet oder Charles Gounod. Lili Boulanger bereitete sich akribisch auf den Wettbewerb vor, paukte das Aussetzen von Fugen, Textvertonung und Instrumentation. Nachdem sie im Jahr 1912 ge­ zwungen war, eine sechsmonatige Pause einzulegen, um sich von einem weiteren Krankheitsschub zu erholen, gelang ihr schließlich der langersehnte Coup: Mit ihrer Kantate Faust et Hélène gewann sie

Die Finalist:innen des Prix de Rome 1913: (v. l. n. r.) Claude Delvincourt, Lili Boulanger, Marc Delmas und Édouard Mignan


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Lili Boulanger // Psaume 24

als erste Frau in der Geschichte des Wettbewerbs den ersten Haupt­ preis des Prix de Rome. Boulanger war nun offiziell als Komponistin anerkannt und wurde vom Verlag Ricordi unter Vertrag genommen. Ihren Aufenthalt in Rom trat sie 1914 an, musste allerdings nach Aus­ bruch des Ersten Weltkriegs bereits wenige Monate später nach Paris zurückkehren. Im Jahr 1916 unternahm Boulanger nochmals einen Ver­ such, ihren Aufenthalt in der Villa Medici fortzusetzen. In jener Zeit vertonte sie die beiden alttestamentarischen Psalmen 24 und 129, ehe sie krankheitsbedingt wieder heimkehren musste. Anders als ihre zuvor entstandenen Werke sind beide Psalmverto­nun­ gen weniger von impressionistischen, auf modalen Skalen und Ganz­tonskalen gründenden Klangfarben geprägt, vielmehr herrschen leere Quint- und Quartklänge vor, der Chor skandiert den Text zu Beginn mit geradezu archaischer Strenge, die Bläser schmettern dazu Fan­ farenklänge: Ein ungewöhnlicher, zugleich moderner und historisch wirkender Stil, der sich auch in der kaum gewöhnlichen Besetzung widerspiegelt: Vier Hörner, drei Trompeten, vier Posaunen, Tuba, Pau­ ken, zwei Harfen und Orgel zeichnen ein Klangbild, das die Mittel­ stimmen in den Vor­der­grund stellt. Erst mit der Passage »Il recevra la bénédiction de l’Éternel« (»Der wird den Segen vom Herrn empfan­ gen«) im Solotenor weicht die Strenge, untermalt mit gedämpften Hornklängen, einer ätherischen Zartheit, die erst mit dem Einsatz der Frauenstimmen – »Portes, élevez vos têtes« (»Machet die Tore weit«) – wieder in ein kraftvolles Tutti mündet, das sich nach und nach zur grandiosen Schluss­apotheose aufbaut: »C’est Lui qui est le Roi, le Roi de gloire« (»Er ist der König der Ehren«). Paula Schlüter & Andreas Meier


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Lili Boulanger // Psaume 24

selig sind, die da leid tragen

Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem Die Geschichte von Johannes Brahms’ Deutschem Requiem op. 45 reicht, wiewohl der Komponist erst 1861 mit der Arbeit daran begann, bis 1853 zurück. Am 1. Oktober jenes Jahres hatte sich der gerade 20Jährige »in etwas abgerissener Kleidung und desolatem Schuhwerk, wenige Kreuzer in der Tasche« (Adolph Schubring), bei Robert und Clara Schumann in Düsseldorf vorgestellt. Nur wenige Wochen spä­ ter, am 28. Oktober, veröffentlichte Robert Schumann in der Neuen Zeitschrift für Musik seinen Aufsatz Neue Bahnen, in dem er Brahms als musikalischen Messias pries, »der den höchsten Ausdruck der Zeit in idealer Weise auszusprechen berufen« sei. »Wenn er seinen Zauber­ stab dahin senken wird, wo ihm die Mächte der Massen, im Chor und Orchester, ihre Kräfte leihen, so stehen uns noch wunderbarere Blicke in die Geheimnisse der Geisterwelt bevor.« Angespornt dadurch be­schloss Brahms, der zuvor nahezu ausschließlich Klavierstücke und Lieder komponiert hatte, sich mit der Konzeption größer dimensio­ nier­ter Orchester- und Chorwerke zu »So leichten Kaufs […] beschäftigen. In der Folge ent­stan­ dürfte doch das Werk den sein 1. Klavierkonzert d-Moll so­eines so kern-protes­tan­ wie die beiden Orchesterserena­den tischen und tief­religiösen D-Dur und A-Dur. Im Jahr 1861 begann Mannes nicht von Seiten er schließlich, die Texte für sein Deut­ der Kirche ab­gewiesen sches Requiem aus dem Alten und werden, nur aus dem Neuen Testament der Luther’schen Grunde, daß es eben Bibel zusammenzu­stellen, ohne zu der Absicht nach nicht wissen, dass der zu diesem Zeitpunkt kirchlich sei.« bereits seit fünf Jahren verstorbene Heinrich von Herzogenberg: Schumann in seinem Projektbuch Johannes Brahms in seinem Verhältnis zur evangelischen Kirchenmusik, 1897 ebenfalls den Plan eines Deutschen


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Johannes Brahms und Julius Stockhausen, der Bariton-Solist der Bremer Aufführung des Deutschen Requiems am 10. April 1868, Fotografie des Ateliers Adèle-Förster, 1869


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Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem

Brahms’ eigenhändige Zusammenstellung des Textes seines Deutschen Requiems, den er auf der Rückseite des Liedes »Liebe kam aus fernen Landen« aus den Romanzen aus L. Tieck’s Magelone op. 33, notierte, um 1866

Requiems nach Texten Friedrich Rückerts notiert, jedoch nie ausge­ führt hatte. Nachdem Brahms sein nur rudimentär skizziertes Werk zunächst beiseitegelegt und sich unter anderem mit der Konzeption seiner letztlich erst 1876 vollendeten 1. Symphonie c-Moll beschäftigt hatte, gab vermutlich der Tod seiner Mutter am 2. Februar 1865 den Anstoß, die Arbeit an seiner »Trauerkantate« wiederaufzunehmen. Bereits im April desselben Jahres schickte Brahms den vierten Satz an Clara Schumann, wobei er erstmals den letztgültigen Titel ver­wen­


Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem

dete: »Das Chorstück ist aus einer Art deutschem Requiem, mit dem ich derzeit etwas liebäugelte, in flüchtigem Klavier­ auszug.« Die Hauptarbeit fiel schließlich in den Sommer des Jahres 1866, in dem Brahms die Erstfassung der Partitur – ohne den erst im Mai 1868 hinzugefügten fünften Satz – abschließen konnte. Am 1. Dezember 1867 gelangten die ersten drei Sätze des Deutschen Requiems bei einem Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien unter der Leitung von Johann von Herbeck zur Uraufführung. Entgegen der größtenteils nega­tiven Pressekritik berichtete der mit Brahms befreundete Geiger Joseph Joachim seiner Frau Amalie: »Das Publikum hörte mit Theilnahme zu – eine kompakte kleine Partei mit Weihe und Enthusiasmus; einiges zischendes Gesindel konn­te doch den Sieg nicht erringen, Brahms wurde laut gerufen, und der Beifall hielt an, obwohl er 5 Minuten lang brauchte, um vom Saal über die Treppe in’s Orchester zu kommen.« In seiner sechssätzigen Gestalt erklang das Werk schließlich am Karfreitag, den 10. April 1868 im Bremer Dom unter Brahms’ eigener Leitung, wobei der Komponist die dramaturgische Leerstelle eines zentralen Mittelsatzes – die später das hinzukomponierte »Ihr habt nun Traurigkeit« einnehmen sollte – durch den Einschub verschiedener Instrumental- und Vokalwerke zu füllen versuchte. So spielte Joseph Joachim Violinstücke von Johann Sebastian Bach, Giuseppe Tartini und Robert Schumann, Amalie Joachim sang die Arien »Erbarme dich« aus Bachs Matthäus-Passion sowie »Ich weiß, daß mein Erlöser lebt« aus Georg Friedrich Händels Messiah und das komplette Ensemble intonierte aus demselben Werk die Chöre »Seht, das ist Gottes Lamm« und das »Halleluja«. Anlass zu dieser Ergänzung könnte nicht zuletzt auch ein Brief des Komponisten und späteren Leiters des Bremer Domchores Carl Reinthaler gewesen sein, der Brahms am 5. Oktober 1867 mitteilte: »Mein Gedanke war der: Sie stehen in dem Werke nicht allein auf religiösem, sondern auf ganz christlichem Boden. […] Es fehlt aber für das christliche Bewußtsein

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Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem

der Punkt, um den sich alles dreht, nämlich der Erlösungstod des Herrn. […] Nun wäre aber an der Stelle ›Tod, wo ist dein Stachel‹ etc. vielleicht der Punkt zu finden, entweder kurz im Satze selbst vor der Fuge oder durch die Bildung eines neuen Satzes. Ohnehin sagen Sie im letzten Satz: ›Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an‹, das heißt doch nur, nachdem Christus das Erlösungswerk vollbracht hat.« In seinem Antwortschreiben machte Brahms deutlich, dass er auf die explizite Nennung der Person Jesus Christus und des damit verbundenen christlichen Erlösungsgedankens zugunsten einer überkonfessionellen Idee auch in seinen anderen religiösen Werken bewusst verzichtete: »Was den Text betrifft, will ich bekennen, daß ich recht gern auch das ›Deutsch‹ fortließe und einfach den ›Menschen‹ setzte, auch mit allem Wissen und Willen Stellen wie z. B. Evang[elium nach] Joh[annes] Kap[itel] 3 Vers 16 [›Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glau­ ben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.‹] ent­ behrte.« Nachdem das Werk am 18. Februar 1869 im Gewandhaus zu Leipzig erstmals in seiner kompletten, siebensätzigen Form erklungen war, trat es einen im Schaffen des Komponisten bis dahin nicht da­ge­ wesenen Siegeszug an – so sind allein zwischen 1869 und 1876 stolze 97 Aufführungen nachgewiesen. »Man darf es heute ruhig ausspre­ chen«, urteilte der Wiener ›Kritikerpapst‹ Eduard Hanslick am 4. März 1875 in der Neuen Freien Presse, »daß seit Bach’s H-moll-Messe und Beethovens’s Missa solennis [sic] nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ ›Deutsches Requiem‹ zu stellen vermag.« In der symmetrisch aufgebauten siebenteiligen Struktur des Werkes stellen die beiden Ecksätze, die sich in ihrer Tonart F-Dur, ihrer Motivik, Form und Textauswahl gleichen, den dramaturgischen Rahmen dar, an den mit den Sätzen drei und sechs die formal komplexesten Ab­ schnitte angrenzen, deren gewaltige Dramatik sich jeweils in einer kunstvollen Fuge entlädt. Das zentrale Dreiton-Motiv des ersten Satzes (die Töne F, A, B auf den Text »Se-lig sind«) fungiert dabei als Kern des gesamten Werkes und findet sich beispielsweise gleich zu Beginn des majestätischen Trauermarsches des zweiten Satzes in seiner Umkeh­


Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem

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rung wieder. Im Sinne der Symmetrie sind die Sätze drei und vier wie­de­rum durch die beiden Solostimmen charakterisiert. Während der Bariton im dritten Satz in geradezu prophetischem Tonfall an die Sterb­ lichkeit alles Irdischen gemahnt, transportiert die in himmlische Höhen aufsteigende Melodie des Soprans im fünften Satz im Gegensatz dazu ein Bild des Trostes und des Friedens. Der vergleichsweise schlichte zentrale vierte Satz stellt schließlich die »lieblichen Wohnungen« Gottes und »Solch ein Mensch, damit die Sehnsucht »nach den Vor­ solch eine Seele – höfen des Herrn« in den Mittelpunkt. und er glaubt an nichts,

er glaubt an nichts!«

Nach der Bremer Aufführung des Deut­Antonín Dvořák über Johannes Brahms, nach der Überlieferung schen Requiems am 10. April 1868 no­ Josef Suks tierte Clara Schumann in ihrem Tage­ buch: »Mich hat dieses Requiem er­ griffen, wie noch nie eine Kirchenmusik … Ich mußte immer, wie ich Johannes so da stehen sah mit dem Stab in der Hand, an meines teuren Roberts Prophezeihung denken ›laßt den nur mal erst den Zauberstab ergreifen, und mit Orchester und Chor wirken‹ – welche sich heute erfüllte. Der Stab wurde wirklich zum Zauberstab und be­zwang Alle, sogar seine entschiedensten Feinde. Das war eine Wonne für mich, so beglückt fühlte ich mich lange nicht. […] Ich dachte an Robert, welch eine Freude er haben würde, hätte er das erleben können«. Andreas Meier


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Johannes Brahms // Ein deutsches Requiem

gesangstexte Lili Boulanger Psaume 24 Text: Psalm 24 La terre appartient à l’Éternel

Die Erde ist des Herrn

et tout ce qui s’y trouve,

und was darinnen ist,

la terre habitable et

der Erdboden und

ceux qui l’habitent. Car il l’a fondée sur les mers

was darauf wohnt. Denn er hat ihn an die Meere gegründet

et l’a établie sur les fleuves.

und an den Wassern bereitet.

Qui est-ce qui montera

Wer wird auf des

à la montagne de l’Éternel,

Herrn Berg gehen,

et qui est-ce qui demeurera

und wer wird stehen

au lieu de sa sainteté?

an seiner heiligen Stätte?

Ce sera l’homme qui a les mains pures

Der unschuldige Hände hat

et le cœur net,

und reinen Herzens ist,

dont l’âme n’est point portée

der nicht Lust hat

à la fausseté.

zu loser Lehre.

Et qui ne jure point pour tromper.

Und schwört nicht fälschlich.

Il recevra la bénédiction

Der wird den Segen

de l’Éternel et la justice de Dieu son sauveur. Telle est la génération de ceux

vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht,

qui le cherchent,

das nach ihm fragt,

qui cherchent Ta face

das da sucht dein Antlitz,

en Jacob.

Gott Jakobs.


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Portes, élevez vos têtes,

Machet die Tore weit

Portes éternelles haussez-vous,

und die Türen in der Welt hoch,

et le Roi de gloire entrera.

dass der König der Ehren einziehe.

Qui est ce Roi de gloire?

Wer ist derselbe König der Ehren?

C’est l’Éternel fort et puissant

Es ist der Herr, stark und mächtig,

dans les combats.

der Herr, mächtig im Streit.

Portes, élevez vos têtes,

Machet die Tore weit

élevez-vous aussi, Portes éternelles,

und die Türen in der Welt hoch,

et le Roi de gloire entrera.

dass der König der Ehren einziehe.

Qui est ce Roi de gloire?

Wer ist derselbe König der Ehren?

C’est l’Éternel des armées.

Es ist der Herr Zebaoth.

C’est Lui qui est le Roi, le Roi de gloire.

Er ist der König der Ehren.

Éternel, Éternel, Éternel. Ah.

Herr, Herr, Herr. Ah.

Johannes Brahms Ein deutsches Requiem I »Selig sind, die da Leid tragen« Text: Matthäus-Evangelium, Psalm 126 Selig sind, die da Leid tragen,

Sie gehen hin und weinen

denn sie sollen getröstet werden.

und tragen edlen Samen,

Die mit Tränen säen,

und kommen mit Freuden

werden mit Freuden ernten.

und bringen ihre Garben.

II »Denn alles Fleisch, es ist wie Gras« Text: 1. Petrus, Jakobus, Jesaja Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.


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Gesangstexte

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde

Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen;

und ist geduldig darüber,

Freude, ewige Freude,

bis er empfahe den Morgenregen

wird über ihrem Haupte sein;

und Abendregen. So seid geduldig.

Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras

wird weg müssen.

und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen. Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit.

III »Herr, lehre doch mich« Text: Psalm 39, Weisheit Salomos Herr, lehre doch mich,

Sie gehen daher wie ein Schemen

dass ein Ende mit mir haben muss.

und machen ihnen viel vergebliche

Und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit vor dir,

Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun Herr, wes soll ich mich trösten?

und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben.

Ich hoffe auf dich. Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand und keine Qual rühret sie an.


Gesangstexte

IV »Wie lieblich sind deine Wohnungen« Text: Psalm 84 Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar.

V »Ihr habt nun Traurigkeit« Text: Johannes-Evangelium, Jesaja, Jesus Sirach Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Sehet mich an: Ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt und habe großen Trost gefunden.

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Gesangstexte

VI »Denn wir haben hie keine bleibende Statt« Text: Hebräer, 1 Korinther, Offenbarung Johannis Denn wir haben hie keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehen unverweslich; und wir werden verwandelt werden. Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge erschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen.

VII »Selig sind die Toten« Text: Offenbarung Johannis Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.


Gesangstexte

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Biografien

Julia Grüter Sopran Die deutsche Sopranistin Julia Grüter hat sich als vielseitige Interpre­ tin mit einem breiten Repertoire etabliert. Seit 2018 ist sie Ensemble­ mitglied am Staatstheater Nürnberg; dort sang sie unter anderem Mélisande, Micaëla in Carmen sowie die Contessa in Le nozze di Figaro. Gast­engagements führten sie unter anderem an die Oper Frankfurt, das Aalto-Theater Essen, die Komische Oper Berlin sowie zu den Bayreu­ther Festspielen. Auch im Konzertbereich ist sie international gefragt. Zu ihren Highlights zählen Auftritte mit Vladimir Jurowski in der Berliner Philharmonie, ihr US-Debüt in Atlanta unter Nathalie Stutzmann so­wie Haydns Schöpfung im Konzerthaus Berlin (mit CD-Aufnahme für Deut­ sche Grammophon). Julia Grüter studierte Musikpädagogik und Gesang an der Musikhochschule Münster und besuchte Meisterkurse bei Brigit­ te Fassbaender und Mireille Delunsch. Sie ist Preisträgerin bedeutender Wettbewerbe, darunter der ARD-Musikwettbewerb.


Biografien

Joshua Hopkins Bariton Der mit einem JUNO-Award ausgezeichnete und für einen Grammy nominierte kanadische Bariton Joshua Hopkins ist ein international gefeierter Künstler, der regelmäßig an führenden Häusern wie der Metropolitan Opera, der Lyric Opera of Chicago und der Canadian Opera Company auftritt. Zu seinen Rollen an der Met zählen unter anderem Conte Almaviva in Le nozze di Figaro, Belcore in L’elisir d’amo­ re und Papageno in der Zauberflöte. In Europa debütierte er jüngst an der Bayerischen Staatsoper, an der Staatsoper Berlin sowie an der Semperoper Dresden. 2026–27 folgen Debüts am Teatro Regio di Torino und eine Rückkehr nach München als Albert in Werther. Kon­ zert­tourneen unter Anja Bihlmaier führen ihn mit Brahms’ Deutschem Requiem und Brittens War Requiem durch Europa. Zudem gastiert er mit Jake Heg­gies Songs for Murdered Sisters an der Monnaie. In Nord­ amerika kehrt er unter anderem zur Houston Grand Opera zurück.

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Biografien

audi jugendchorakademie Die Audi Jugendchorakademie unter der Leitung von Martin Steidler hat sich zu einer festen Größe im Bereich der Jugendchöre entwickelt. Gelobt für »intonatorische Perfektion« und »mühelose Leichtigkeit«, arbeitet das Ensemble mit international renommierten Dirigent:innen, Orchestern und Solist:innen zusammen. Besonders prägend ist die langjährige Partnerschaft mit Kent Nagano und der Akademie für Alte Musik Berlin. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählten Auftritte in der Carnegie Hall New York, der Elbphilharmonie Hamburg sowie in der Philharmonie de Paris. Das Repertoire reicht von Bachs Weih­nachts­ oratorium über große Requiem-Werke bis hin zu zeitgenössischen Ur­ aufführungen. Die Akademie richtet sich an Sängerinnen und Sänger zwischen 16 und 27 Jahren aus Deutschland, Österreich und Südtirol. Neben der Chorarbeit stehen intensiver Einzelunterricht und profes­ sionelle Stimmbildung im Zentrum der Ausbildung.


Biografien

bbc philharmonic orchestra Als eines der weltweit renommiertesten Rundfunkensembles begeis­ tert das BBC Philharmonic Orchestra seit über 100 Jahren mit seiner unverwechselbaren Energie, seiner rasanten Spielweise und seinem musikalischen Charakter. Das Orchester ist in der Bridgewater Hall in Manchester beheimatet, sendet live aus seinem Stammhaus, dem Phil­ harmonic Studio in Salford, und präsentiert eine ambitionierte Saison. Ob im Konzertsaal, auf BBC Sounds oder weltweit im Radio – die Dar­bie­tungen des Orchesters werden jedes Jahr von Millionen von Zu­ hörer:innen genossen. Unter Chefdirigent John Storgårds, erster Gastdirigentin Anja Bihlmaier und mit der Komponistin in Residence 2026–27, Cassandra Miller, setzt das Orchester auf Innovation. So ent­stehen wegweisende Formate wie die Philharmonic Sessions oder Einstein on the Beach (2027). Mit Projekten wie der Erfolgsserie Musical Storyland erreicht das Orchester ein breites, junges Publikum.

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Biografien

anja bihlmaier Dirigentin Anja Bihlmaiers musikalische Intuition, ihr inspirierendes Charisma und die Fähigkeit Leidenschaft mit Präzision zu verbinden, hat sie zu eine der führenden Dirigentinnen ihrer Generation gemacht. Seit September 2024 ist die deutsche Dirigentin Erste Gast­dirigentin des BBC Philharmonic und hat sich bei den BBC Proms längst als Publi­ kumsliebling etabliert. Im Oktober 2026 tourt sie mit dem BBC Phil­ harmonic unter anderem durch Frankfurt, Bonn, Dort­mund und Linz. Nach ihren Debüts beim Orchestre de Paris und dem London Sym­ phony Orchestra im Frühjahr 2026 arbeitete sie mit zahl­reichen TopOrchestern weltweit zusammen, darunter London Phil­harmonic, Münchner Philharmonikern, NDR Elbphilharmonie, Berliner Konzert­ hausorchester, DSO Berlin sowie führende Ensembles in Wien, Mad­ rid, Stockholm, Montreal, Washington, Sydney und Melbourne. In der Saison 2026–27 kehrt sie zu vielen dieser Klangkörper zurück, tourt mit dem London Philharmonic durch Benelux und debütiert bei Los Angeles Philharmonic, Minnesota Orchestra, St. Louis Symphony Orchestra sowie Yomiuri Nippon Symphony Orchestra. Ihr breites Repertoire reicht von Haydn über Bruckner, Mahler und Schostako­ witsch bis zu Olga Neuwirth. In der Oper leitete sie Neuproduktionen an der Berliner Staatsoper, beim Glyndebourne Festival und an der Hamburgischen Staatsoper. Zuvor bekleidete sie Positionen in Han­ nover, Chemnitz und Kassel sowie Engagements an der Wiener Volks­ oper und in Skandinavien, zum Beispiel in Malmö, Tampere und Oslo. Von 2021 bis 2025 war Anja Bihlmaier Chefdirigentin des Residentie Orkest (Den Haag) und von 2020 bis 2024 Erste Gastdirigentin der Lahti Sinfonia; mit beiden Orchestern veröffentlichte sie kürzlich CDs (Ravel und Prokofjew). Sie studierte an der Musikhochschule Freiburg, am Mozarteum Salzburg sowie bei Dennis Russell Davies und Jorge Rotter und erhielt ein Stipendium der Brahmsgesellschaft BadenBaden.


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impressum Herausgeberin Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, Brucknerhaus Linz, Untere Donaulände 7, 4010 Linz Künstlerischer Direktor Norbert Trawöger Programmplanung & Dramaturgie Andreas Meier (Leitung), Paula Schlüter Redaktion Andreas Meier Grafik Anett Lysann Kraml, Lukas Eckerstorfer Abbildungen Bibliothèque du conservatoire de Genève (S. 6), Wien Museum (S. 9), Wienbibliothek im Rathaus (S. 10–11), C. Palm (S. 20), S. Pauly (S. 21), P. Adamik (S. 22), D. Forsyth (S. 23), M. Borggreve (S. 25) Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten LIVA – Ein Mitglied der Unternehmensgruppe Stadt Linz

Wir danken für Ihren Besuch und wünschen Ihnen ein schönes Konzert!


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LUXUS FÜR JEDEN

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Eine Tochter der Linz Textil Gruppe


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