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hiemets­ berger & chorus sine nomine Bachmann unendlich

27. September 2026 18:00 Uhr Mittlerer Saal


Wortreiche Highlights 26–27 Sa, 7. Nov 2026, 19:30 Mittlerer Saal

Anna Mabo, Marie-Luise Stockinger, Bibiana Beglau & Valerie Pachner Per Anhalter durch die Galaxis

Eine intergalaktische musikalische Lesung rund um die satirische Science-Fiction-Reihe von Douglas Adams

Do, 19. Nov 2026, 19:30 Alter Dom Linz

Voces Suaves Stabat Mater

Italienische Sakralmusik aus der Barockzeit im einzigartigen Ambiente des Alten Doms Linz

Di, 4. Mai 2027, 19:30 Großer Saal

Alpen & Glühen mit Chor Ad Libitum Von den Bergen, mit den Tälern

Alpen & Glühen © L. Beck

Ein musikalisches Gipfeltreffen der besonderen Art, initiiert von Trompeter Thomas Gansch


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alla breve Das Programm auf einen Blick

Im Zwielicht des »dunkelnächt’gen Landes« zwischen Leben und Tod – oder Tod und Leben – geht eine kleine Gruppe sich Erinnernder: Die Wandernden ver­ stehen noch nicht ganz, wo sie sind. Ihre müden Ge­ danken kreisen um ihre letzten Stunden und darum, was ihr Leben wohl gewesen sein mag. Nur ein Knabe weiß von nichts: Jeder seiner Schritte ist von einer Fröhlichkeit getragen, die er den anderen gerne mit­ teilen würde. Glockenschläge ertönen. Der Knabe er­ kennt, dass die Stunde gekommen ist, den ziellosen Weg zu beenden ... In ihrer Erzählung Die Karawane und die Auferstehung widmete sich Ingeborg Bach­ mann nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Welt­ kriegs den großen Fragen nach Transzendenz und Erlösung. Komponist Wolfgang Sauseng und Librettistin Elisabeth Vera Rathenböck heben die Prosa der österreichischen Schriftstellerin, die dieses Jahr ihren 100. Geburts­tag gefeiert hätte, gemeinsam mit dem Chorus sine nomine und Johannes Hiemetsberger eindrucksvoll auf die Bühne.


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programm & besetzung Wolfgang Sauseng * 1956 Frühling. Leeres Land. Musikalisches Szenario für Soli, Chor mit Handglocken, Saxofonquartett, Schlagwerk, Klavier und Kontrabass // 2025 Toccata Luce opaca Passacaglia Intermezzo burlesco Lamento Notturno fugato Gioco delle ombre Chiasmo. Più lucente Campane Libretto:

Elisabeth Vera Rathenböck * 1966 nach der Erzählung Die Karawane und die Auferstehung von Ingeborg Bachmann Die Erzählung wird zu Beginn von Marlena Reinwald gelesen. Konzerteinführung mit Elisabeth Rathenböck, Wolfgang Sauseng und Norbert Trawöger um 17:15 Uhr im Mittleren Saal

Konzertende: ca. 19:15 Uhr


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Katharina Linhard Knabe (Sopran) Johanna Zachhuber Alte Frau (Mezzosopran) Bernhard Landauer Mädchen (Altus) Sebastian Taschner Invalide (Tenor) Korbinian Schlag Alter Mann (Bariton) Chorus sine nomine Mobilis Saxofonquartett Yingshuo Ma Sopransaxofon Georg Palmanshofer Altsaxofon Yukiko Krenn Tenorsaxofon Goran Jurković Baritonsaxofon György Handl Klavier Tommaso Huber Kontrabass Igor Gross Schlagwerk Johannes Hiemetsberger Dirigent


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frühling. leeres land

Zur Komposition

Meine kompositorische Auseinandersetzung mit dem Werk Inge­borg Bachmanns begann vor 25 Jahren, als ich neben anderen Texten Gedichte aus dem nachgelassenen Lyrik­ band Ich weiß keine bessere Welt in meine Hiobsgesänge (2001) und in meine Passio Iesu (2002) auf­nahm. Seither haben mich Sprache und Gedankenwelt dieser gro­ßen österrei­ chischen Lyrikerin immer wieder be­schäf­tigt und faszi­niert. Um 2020 bekam ich den Auf­trag zur Komposi­tion eines größeren Werkes für Stimmen und Instrumente und ent­ schied mich in der Folge für den 1948 ent­stan­de­nen Pro­sa­ text Die Karawane und die Auferste­hung als Grund­lage. Die kurze Erzählung spielt in einem wüsten, leeren Land im Dämmer­bereich zwischen Leben und Tod, – oder Tod und Leben. Eine kleine Gruppe jüngst verstorbener Gestalten bewegt sich mühsam, das je­weilige persönliche Erdenlos beklagend, voran. Ein junger Knabe gesellt sich zu ihnen, er hat im dunklen Wai­sen­haus die kurze Zeit seines Lebens verbracht, er »weiß von nichts«. Er wird im Verlauf der Geschichte immer eindringlicher auf seine Mit­wandernden einwirken und ihnen Erlösung bringen. Bachmann, seit 1946 in Wien ansässig und Studentin der Philosophie unter anderem bei Viktor Frankl und Alois Dempf, ließ in ihre zu dieser Zeit verfassten Erzählungen vor allem die metaphysische Gedanken­ welt Dempfs einfließen. Ihre Prosa ist durchflutet von hellem, lebens­ bejahendem, oftmals existenzhinterfragendem Positivismus einer jungen Frau und Dichterin, die – in der Aufbruchsstimmung der Nach­ kriegszeit – ›ihr Leben vor sich hatte‹. Dennoch zeigen sich bereits


Wolfgang Sauseng // Frühling. Leeres Land

Komponist Wolfgang Sauseng und Libret­tistin Elisabeth Rathenböck

Schatten der erst jüngst vorübergegangenen Katastrophe in ihren Zeilen, sei es in der Auseinandersetzung mit der Vaterfigur oder ge­nährt durch das Schicksal des emigrierten jüdisch-rumänischen Schrift­stellers Paul Celan, der 1947 das Gedicht Todesfuge verfasst hatte und mit dem Bachmann in dieser Zeit eine intensive künstleri­ sche und private Beziehung begann. Ich habe – quasi als ›Initium‹ des Stückes – vor den Beginn der Er­zäh­ lung eine große Sterbeszene gesetzt, nach der die aus ihrem be­schwer­ lichen Leben hingeschiedenen einzelnen Figuren das »leere Land« betreten. Die Sterbeszene wird eröffnet mit panischen Dekla­ma­tio­ nen des durcheinander schreienden Chores. Der Text dazu stammt

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Wolfgang Sauseng // Frühling. Leeres Land

aus zwei Gedichten aus dem oben erwähnten Band der nach­ge­las­se­ nen Gedichte Bachmanns von 1962. In diesen – teilweise in Zürcher und Berliner Kliniken verfassten – ›torso­­artigen‹ Zeilen erscheint uns die Lyrikerin in vollkommen anderem Licht: Verzweifelte Hilferufe, Anklagen, Trauer um die verloren ge­ gangene Poesie und die Überzeugung vom grundsätzlichen, unab­ wendbaren Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen beherr­ schen die Szene. Bedingt vor allem durch die Trennung von Max Frisch und durch ihre fortgeschrittene Medikamentensucht hat sich in Bach­ mann eine Wandlung vollzogen: Im unvollendet gebliebenen Todes­ arten-Projekt, respektive im Roman Malina, wird sie ihren literarischen Höhepunkt finden. Die Liebe Ingeborg Bachmanns zu Italien, zur italienischen Sprache und Lebenskultur und ihre wunderbaren Übersetzungen der Gedichte von Giuseppe Ungaretti haben mich bewogen, die einzelnen Sätze meiner Komposition in alte, tradierte italienischen Formen zu gießen: Auf die Toccata vom Sterben folgt mit Luce opaca die Beschreibung des leeren Landes im dämmrigen Zwielicht, darauf eine Passacaglia, die der langen, mühsamen Wanderung zugrunde liegt; im Lamento und im Intermezzo burlesco beklagen die einzelnen Figuren ihr müh­ seliges irdisches Schicksal, im Notturno fugato finden sich im starken Libretto von Elisabeth Rathenböck um die Figur des Alten Mannes, der die wandernde Gruppe anführt, beklemmende Bezüge zu anti­ semitischem Terror und Gewalt, hier sind auch Klezmermelodien ein­ gewoben. Mit der Figur des Knaben bedient sich das Stück in den Sätzen Gioco delle ombre, Chiasmo. Più lucente und Campane dann hellerer und kräftigerer Farben, bis der Chor am Schluss des Werkes von einer kleinen Flamme im unermesslichen Dunkel erzählt. Sie wird Leben bringen. Wolfgang Sauseng


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in die mulde meiner stummheit leg ein wort Ingeborg Bachmann und die Sprachlosigkeit

Ingeborg Bachmanns Die Karawane und die Auferstehung gehört zu ihren ersten veröffentlichten Erzählungen. Sie erschien 1949 in der Wiener Tageszeitung, während Bachmann an der Universität Wien ihr Studium absolvierte. 1926 in Klagenfurt geboren, verbrachte die Autorin zuvor ihre Kindheit und Jugend in Kärnten, während der Luft­ angriffe der Alliierten in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs unter katastrophalen, traumatisierenden Bedingungen. In ihr Tage­ buch schrieb die damals 18-jährige Bachmann im Spätsommer 1944: »Ich habe mir fest vorgenommen, weiterzulesen, wenn die Bomben kommen. [...] ich habe keine Angst mehr, nur wenn die Bomben fallen ein körperliches Gefühl, etwas verkrampft sich in mir. Aber in meinem Kopf habe ich mein Testament gemacht. Vielleicht ist es sündhaft, einfach sitzen zu bleiben und in die Sonne zu schauen. Aber ich kann nicht mehr in den Bunker gehen. Der Gedanke, dort womöglich mit allen wie in einer Viehherde zugrundezugehen, ist mir schauerlich. Wenigstens im Garten. Wenigstens in der Sonne.« Schon früh erlebte Bachmann die Sprache ihres Alltags als verlogen und durch den Nationalsozialismus korrumpiert. »Nein, mit den Er­ wach­senen kann man nicht mehr reden«, schließen ihre Tagebuch­auf­ zeichnungen kurz vor Kriegsende. Resultierend aus diesem tiefen Misstrauen gegenüber der Sprache, lässt sich Bachmanns literarisches Schaffen als ständiges Ringen um Worte begreifen, in dem die Sprach­ losigkeit zugleich immer wieder thematisiert wird: »In die Mulde mei­ner Stummheit leg ein Wort«, beginnt das vierte Gedicht des Zyklus Psalm, erschienen 1953 in ihrem ersten Gedichtband Die gestundete Zeit. Ihr


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Ingeborg Bachmann und die Sprachlosigkeit

ambivalentes Verhältnis zur Stummheit, dem ›reinsten Zu­stand‹, den es zugleich produktiv, fast schon trotzig zu überwinden gilt, beschreibt sie in ihrem Essay Musik und Dichtung von 1956: »Wir, befaßt mit der Sprache, haben erfahren, was Sprachlosigkeit und Stummheit sind – unsre, wenn man so will, reinsten Zustände! –, und sind aus dem Niemandsland wiedergekehrt mit Sprache, die wir fort­ setzen werden, solang Leben unsre Fortsetzung ist.« Auch Die Karawane und die Auferstehung spielt in einem Niemandsland, einer öden Wüstenlandschaft zwischen Diesseits und Jenseits. Die hier versammelte Karawane der Toten kann sich nicht verständigen, stumm hängt jeder und jede den Erinnerungen an die letzten Mo­men­ te des vergangenen Lebens nach. In der metaphysischen Zeitlosig­ keit der Erzählung wird der Krieg mit keinem Wort erwähnt. Dennoch erfahren wir, dass der junge Mann auf Krücken von einem Moment auf den anderen, wahrscheinlich als Soldat durch eine Bombe oder eine Kugel, sterben musste und so die anderen Mitglieder der Karawane wo­ mög­lich ebenfalls durch Kälte, Hunger und Krankheit dem Krieg zum Opfer ge­fallen sind. Schließ­ lich erschüttern lau­te Glockenschläge die Stille der Einöde. Nur der junge Knabe, der sein ganzes, viel zu

Ingeborg Bachmann, 1960


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Ingeborg Bachmann und die Sprachlosigkeit

kurzes Leben in ei­nem Waisenhaus verbracht hat, kann sie hören. Er beginnt mit den anderen zu sprechen, schluchzend sehnt er sich nach einer Stimme, »stärker als die große, dunkle, mächtige Glocke, die das zwölfte und letzte Mal an das weite, leere Land schlägt.« Aber die anderen können ihn nicht hören. Sie sehen nur, wie das Kind in Flam­ men aufgeht, während beim letzten Glockenschlag das leere Land und die »In die Mulde Wanderer von der Dunkelheit verschluckt meiner Stummheit / werden. leg ein Wort /

und zieh Wälder groß

Wie aber eine Erzählung, die in großen zu beiden Seiten, / Teilen ohne direkte Rede auskommt, in daß mein Mund / ein Libretto übertragen? In Elisabeth ganz im Schatten liegt.« Rathenböcks Text fungiert dazu der Ingeborg Bachmann: Psalm, 1953 Chor wie im antiken Drama als zentrale Erzählinstanz. Zugleich berichten die einzelnen Figuren von ihren Schicksalen. Nur einer bleibt zunächst sprachlos: Während bei Bachmann der Knabe als einziger in der Lage ist, zu den anderen zu sprechen, aber von ihnen nicht gehört und ver­ standen wird, bleibt er bei Rathenböck vorerst stumm: »Er hat keine Worte. Keine Sprache. Man versteht ihn nicht.« Seine Geschichte wird daher von den anderen Figuren erzählt. Als seine Stimme zuletzt er­tönt, bedient er sich einer anderen Sprache: Lateinische Fragmente aus der Apostelgeschichte und dem Hilarius von Poitiers zuge­schrie­ benen frühchristlichen Hymnus »Beata nobis gaudia« werden mit Bach­ manns Text verwoben und verstärken so dessen biblische Symbolik. Im Pfingstwunder kommt der Heilige Geist auf die Apostel herab und verleiht ihnen »Zungen wie von Feuer«, die Gabe, in neuen Sprachen zu sprechen: Die Sprache bringt also Licht ins Dunkle – und vielleicht ja auch Erlösung für alle. Paula Schlüter


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libretto Text: Elisabeth Rathenböck

toccata Alte Frau: Kalt, so kalt! Invalide: Gott ist tot! Alter Mann: Lauter, spiel lauter! Mädchen: Frühling!

luce opaca Chor Du siehst dich um,

Du siehst dich um,

dich wundert dieses Land.

dich wundert dieser Morgen,

Die Farben, weiß wie Asche.

so leer wie eine Wüste.

Die Schatten fortgeflogen, ein dunkler Schwarm in leeres

Dich wundert diese Nacht,

Schweigen.

kein Weinen und kein Lachen, nur schwarzer Schnee!

Du siehst dich um,

Ohne Echo ist dein Rufen,

dich wundert dieser Sand.

ohne Echo ist dein Herz.

Weiße Asche, Asphalt so glatt.

So einfach ist dieses Land

Dich wundert diese Stille,

beschaffen!

die deine Schritte trägt. Der alte Mann, Ein Schreiten ohne Vorwärts,

er geht voran und geht

ohne Rücksicht,

und geht und geht.

Schritt für Schritt. Der alte Mann. Er geht voran und geht und geht und geht.


Libretto

Alter Mann Leere Nacht, leerer Morgen, das Licht verloschen und doch hell. Leerer Glanz ohne Wellen, es ist ein Licht, das keines ist. Ein Licht im Nichts. Wie es mich blendet, wie es mich gehen lässt! Ich geh und geh und geh voran. So lange bin ich doch noch gar nicht da! Chor Er sieht sich um, ihn wundert dieses Land. Die Farben, weiß wie Asche. Die Schatten fortgeflogen, ein dunkler Schwarm in leeres Schweigen. Der alte Mann – er geht voran und geht und geht und geht. Der alte Mann, er ist gegangen. Nun ist er tot. Alter Mann Ich weiß noch, dass ich war. Jeder Tag ein Krümmen und ein Quälen. Meine Haut roch bitter, die Nächte rücksichtslos. Mein Leben fühlte sich so schmerzvoll an!

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Libretto

passacaglia Alter Mann

Chor

Hier in diesem Land,

Ein Knabe und ein Mädchen.

weiß wie Asche, kann ich ohne Mühen gehen.

Alter Mann

Meine Schritte leicht

Seht ihr mich?

und ohne Spuren,

Schaut mich an, hier bin ich!

im Sand, der keiner ist, im Licht, das keines ist.

Chor

Wie es mich gehen lässt!

Ein Knabe und ein Mädchen,

Ich geh und geh und geh voran,

wandernde Gestalten

ohne Spuren, ohne Schatten.

in der Ferne. Alter Mann

Chor

Und ein Soldat und eine alte Frau.

Wanderer, dreh dich

Ich bin nicht mehr allein!

doch einmal um! Du bist nicht mehr allein!

Chor

Da ist ein Knabe,

Wandernde Gestalten in der Ferne,

er hat ein fröhliches Gesicht.

sie treiben vorbei, wandern ohne Halten,

Alter Mann

ihr Denken ohne Anfang, ohne Ende

Ein Knabe, ja,

ihr Fühlen ist so müde geworden!

ein fröhliches Gesicht! Und ein Mädchen,

Alter Mann

eine Flut an Haaren

Hallo! Hallo!

überschwemmt

Du Knabe, du Mädchen du!

die dürren Arme.

Du Soldat! Du alte Frau!

Chor

Chor

Du bist nicht mehr allein!

Sie hören nichts! Sie gehen weiter! Sie sehen niemand,

Alter Mann Ich bin nicht mehr allein!

keine Spuren, keine Schatten.


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Libretto

Alter Mann

Chor

Keine Schatten?

Chor Du stehst nie mehr still, Du stehst nie mehr still, du bist hier ohne Anfang,

Chor Sie gehen weiter.

du ohne bist Ende. hier ohne Anfang, Ende. Duohne musst weiterschreiten, Du musst weiterschreiten, weitergehen im Nichts,

Alter Mann

weitergehen im Nichts, ohne Anfang, ohne Ende.

Keine Spuren, keine Schatten,

ohne Das ist Anfang, der Tod! ohne Ende.

gehen weiter?

Das ist der Tod! Alter Mann

Chor

Alter MeineMann Schritte können

Sie treiben vorbei.

Meine Schritte können nicht mehr warten,

Alter Mann

ich Weiter muss ohne weiter. Spuren,

Soll ich auf sie warten?

Weiter ohne Spuren, ohne Schatten.

Chor

Ich gehe und gehe.

ichnicht mussmehr weiter. warten,

Ichohne geheSchatten. und gehe. Sie gehen und gehen so müde,

Chor

sie gehen und gehen.

Chor Das ist der Tod! Das ist der Tod! Du bist nicht mehr!

Alter Mann

Du bist gehst, nicht du mehr! bist gegangen,

Ich will nicht mehr!

Du du bist gehst, beinah du bist verloschen. gegangen,

Ich will warten,

du Dasbist ist beinah der Tod!verloschen.

bin nicht mehr allein.

Das ist der Tod!

Ich will stehen, will nicht mehr gehen. Ich will auf sie warten!


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Libretto

intermezzo burlesco Mädchen

Alter Mann

Ich ertrinke in meinen Haaren,

Ich bin einer,

die nie Rosen kannten,

der nicht stehen bleiben kann.

so ein Mädchen bin ich.

Ich bin verdammt zu gehen, zu wandern bis in die Ewigkeit.

Invalide

Aber: Ich bin nicht mehr allein!

Ich hab’ drei Beine, eins zerschossen,

Chor

zwei als Krücken.

Du bist nicht mehr!

Wie soll ich tanzen?

Du gehst, du bist gegangen.

So ein Mann bin ich. Alter Mann Alte Frau

Hallo! Hallo!

Ich hätte gern den Wind gespürt,

Du Knabe, du Mädchen du!

nur einmal, doch mein Rücken

Du Soldat! Du alte Frau!

ist so schwer, es ist das Alter, ich bin eine alte Frau.

lamento Mädchen

Zwei neue hab’ ich jetzt.

Meine Haare welke Knospen,

Tock-Tock-Tock-Tock

die nie blühten.

So einer war ich.

Sie fallen mir zu Boden, so ein Mädchen war ich.

Alte Frau Ich zeigte dem Himmel

Invalide

meinen alten Buckel.

Meine Beine, sie trugen mich

Im Ofen ging das Feuer aus.

noch bis zum Graben.

Ich hoffte auf den Wind!

Jede Nacht war ich ohne Schlaf.

Mir wurde kalt, so kalt ums Herz.

Meine Beine, ausgerissen

So eine war ich.

in dem Beben.


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Libretto

Alter Mann

Chor (alle)

Und du junger Knabe?

Keine Worte, keine Sprache.

Er schaut so fröhlich aus. Chor, Alter Mann, Mädchen, Mädchen, Invalide, Alte Frau

Invalide, Alte Frau

Hier gibt es keine Blüten,

Wir wandern in der Ferne,

hier gibt es keine Beben,

alles hier ist gleicher Sand.

keinen Tanz für neue Beine.

Wir wandern im Nirgendwo,

Hier gibt es keinen Ofen,

ein Kreisen ohne Sinn.

hier gibt es keinen Wind.

Ein Land im Nichts und nirgends, ohne Erde, ohne Himmel,

Alter Mann

ein Schreiten ohne Namen.

Und du, mein Knabe?

Wir sind im Niemand-Land.

Was ist mit dir?

Leere Nacht, leerer Morgen. Das Licht verloschen und doch hell.

Chor (Einzelpersonen)

Leerer Glanz ohne Wellen,

Er hat keine Worte.

ein Licht, das keines ist,

Keine Sprache.

ein Licht im Nichts.

Man versteht ihn nicht.

Kein Weinen und kein Lachen! Wir sind im Niemand-Land.

notturno fugato Alter Mann

Mädchen

Es war Frühling, als ich starb.

Es war Frühling, als ich starb.

Der Wind trommelte aufs Dach,

Der Doktor hielt mir meine Hand:

ich hörte Stimmen in Kolonnen.

Wie wunderschön ihr Haar ist!

»Vater, Vater!«, rief meine Tochter,

Meine Haut dünnes Papier,

mein Sohn spielte die Fiedel,

mein Herz – es zitterte

leise auf den Knien

in dieser Nacht.

und später stumm. So viele Gräber in den Wolken

Alter Mann, Mädchen

voller Geigen!

Es war Frühling, als ich starb.

Am Morgen – schwarzer Schnee.


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Libretto

Invalide Es war Frühling und Gott war tot. Seine Hand drückte schwer auf meinen Mund, die Zigarette – aus – ich schrie nicht. Am Himmel ein Gewitter. Alter Mann, Mädchen, Invalide Es war Frühling, als ich starb. Alte Frau Der Ofen war ein kaltes Eisen. Mein Buckel drückte mich zu Boden, im Warten auf das Enkelkind. Es blieb kalt, ich hoffte auf den Wind: Schlaf nicht ein, schlaf nicht ein, waren seine Worte. Mach doch Feuer, setz die Mütze auf, zieh deine Socken an. Such dir ein Märchen für das Enkelkind. Ach, wäre doch das Kind gekommen. Das Osterlamm, eine zarte Wolke. So ein Märchen! Ich zeigte dem Himmel meinen alten Buckel. Es blieb kalt, auch um mein Herz. Ach, hätte der Wind doch Feuer gebracht. Alter Mann, Mädchen, Invalide, Alte Frau Es war Frühling, als ich starb. Der Wind trommelte an unsere Augen und an unsere Stirn, als ich starb. Zum dritten Mal schien die Sonne in diesem Jahr. Chor Es war Frühling, als sie starben.


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Libretto

Alter Mann, Mädchen, Invalide, Alte Frau, Chor Der Wind trommelte ans Fenster. Die Geigen waren leise, die Haut dünnes Papier. Der Ofen war kalt und Gott war tot. Chor Zum dritten Mal schien die Sonne in diesem Jahr.

gioco delle ombre Chor

Mädchen

Nur der Knabe wusste nichts.

Der Knabe lag auf seinem Platz

Der Knabe wusste nichts

im Waisenhaus,

von leisen Geigen,

er wartete und wartete

wusste nichts von langem Haar

und wartete

und dünner Haut,

auf Menschen.

er kannte keinen toten Gott im rasselnden Gewitter,

Invalide

wusste nichts

Es war Frühling, als er starb.

von einem alten Buckel,

Er wusste nichts.

nichts von einem Enkelkind.

Sein Mund hatte keine Worte,

Er lag auf einem dunklen Platz und

seine Augen hatten

kannte nicht einmal den Wind!

keinen Namen. Seine Hände hatten

Alter Mann

keinen Menschen,

Der Knabe lag auf seinem Platz

seine Beine kannten

im Waisenhaus,

keine Schritte.

der Wind trommelte ans Fenster.

Sein Leben war schon

Er wartete und wartete

so ein leeres Land!

und wartete auf Worte.


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Libretto

chiasmo. più lucente Invalide Jetzt ist er tot, jetzt kann er endlich gehen. Chor In diesem Land, das keine Spuren kennt, in diesem Licht, das keine Schatten kennt, mit Farben, weiß wie Asche, hier kann er ohne Mühe geh’n. Alte Frau Sein Platz war still, so still. Sein Platz war ein dunkles Warten auf ein Klingen, ein langes Sehnen nach dem Wunder, das er noch nicht kannte. Nun ist er fröhlich, er geht mit festem Schritt, in seinem Mund – ein zartes Licht. Chor In diesem Land, das keine Spuren kennt, in diesem Licht, das keine Schatten kennt, mit Farben, weiß wie Asche, hier kann er ohne Mühe geh‘n. Er geht und geht und geht und geht. Es war Frühling, als er starb. Alter Mann, Mädchen, Invalide, Alte Frau Es war Frühling, als wir starben. Er wusste nichts. Er geht und geht und geht.


Libretto

Chor Was ist Frühling? hätte er fragen wollen. Das ist doch nicht der Frühling, von dem ihr sprecht! Den müßt ihr mir einmal zeigen, den wunderbaren, goldblauen Frühling, der mit einem Gefolge von Kirschblüten und klingenden Himmelschlüsseln kommt, in dessen Wolkenwagen die Engel fahren und die Sonne wie einen feurigen Schild tragen, an dem die Pfeile des Winters zerbrechen. Oh, was wißt ihr vom Frühling! 1

campane Knabe A – Ae In eodem – in eodem loco. Hörst? – Sonus, de coelo sonus! Hörst Du? Tamquam spiritus. Hörst Du? De coelo sonus! Glocken! Glocken! Tamquam spiritus vehementis. Frau – hörst Du? – Mädchen – Mann! Replevit totam domum – Sonus! – Cum sit hora diei tertia. Frau – Mädchen – Mann – Sol – Sol – Soldat! – Sol! Linguae tamquam ignis! Hörst Du? Somnia! Visiones! Sol! Hört ihr die Glocken? Schaut mir ins Gesicht! De coelo sonus! Hört ihr die Glocken schlagen? Somnia somniabunt! Hört ihr sie »Vater« sagen? Schaut mich an, schaut mir ins Gesicht! Hört ihr die Glocken nicht? Beata nobis gaudia, Anni reduxit orbita, Cum Spiritus Paraclitus Effulsit in discipulos. Hört ihr die Glocken nicht?

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Übersetzungen

Chor Sie gehen und gehen, unermesslich dieses Dunkel. Sie gehen und gehen, schwarze Segel ohne Schatten. Sie gehen und gehen. Da schlagen Flammen in dem Knaben empor, schlagen an die Finsternis. Knabe Ignis vibrante lumine Linguae figurum detulit, Verbis ut essent proflui, Et caritate fervidi. Schau mich an, schau mir ins Gesicht! Ich brenne, ich lodere in dieser bitt’ren Nacht. Ich brenne, ich lodere, bis alles erwacht. Ich will zu dir das Feuer tragen, sobald die Glocken schlagen und du sie hörst! Ich will für dich die Geige sein. Du bist nie mehr allein, in deiner letzten Nacht. Ich will mit dir auf Krücken stehen, durch das Gewitter der Maschinen gehen. Ich brenne, ich lodere in dieser bitt’ren Nacht. Ich brenne, ich lodere, bis alles erwacht. Ich will dir rote Rosen reichen, sanft durch deine Haare streichen. Ich will dein Enkel sein, dein Kind, am Fenster tobt der Wind.


Gesangstexte

Ich möchte eure Stimme sein, euer Wort. Ich will zu euch steh’n, in einem fort. Ich bin euer starker Glockenton, der an das weite Land anschlägt, in das ihr alle einmal geht. Eure Zunge, eure Flamme, die möchte ich sein! Ich möchte eure Zunge, ich möchte eure Flamme sein! Chor Und die Glocke schlägt zum 12. Mal. Und wir bleiben stehen. Und das weite, leere Land ist nicht mehr, und der Weg ist nicht mehr, und die Wandernden selbst sind nicht mehr. 2 Und an der Stelle, wo der Knabe zu brennen anfing, sieht man eine Flamme stehen, klein, aber hell, so hell im unermesslichen Dunkel. Sie ist wahrhaftig. Sie wird uns Leben bringen, einen Morgen voller Singen. Es ist Frühling, wenn wir gehen! Ingeborg Bachmann, Die Karawane und die Auferstehung, in: Sämtliche Erzählungen, Piper Verlag: München und Zürich 1993, S. 25. 2 ebenda, S. 27. 1

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Fragmente aus der Pfingsterzählung Text: Apostelgeschichte 2;1–17 in eodem loco

am selben Ort

de coelo sonus

ein Brausen vom Himmel

tamquam spiritus vehementis

wie ein starker Wind

replevit totam domum

erfüllte das ganze Haus

linguae tamquam ignis

Zungen wie Feuer

cum sit hora diei tertia

es ist ja erst die dritte Stunde

et juvenes vestri visiones

und eure Jungen werden

videbunt et seniores vestri somnia

Gesichte sehen und euren Greisen werden

somniabunt

Traumgesichte erscheinen

Hymnus »Beata nobis gaudia« Text: Hilarius von Portiers, um 400 n. Chr. Beata nobis gaudia,

Selige Freuden hat uns

Anni reduxit orbita,

des Jahres Kreislauf gebracht,

Cum Spiritus Paraclitus

da der Geist, der Tröster,

Effulsit in discipulos

sich auf die Jünger niederließ.

Ignis vibrante lumine

Das Feuer nahm in zitterndem Licht

Linguae figurum detulit,

die Gestalt von Zungen an,

Verbis ut essent proflui,

so dass sie von Worten überflossen,

Et caritate fervidi.

und glühend vor Liebe.

Der Urheber dieses Werkes behält sich die Nutzung seiner Inhalte für Text und Data Mining im Sinne (§ 44b UrhG in Deutschland / § 42h Abs. 3 UrhG in Österreich, EURichtlinie 2019/790) ausdrücklich vor. Eine Nutzung der Inhalte zur systematischen automatisierten Auslesung (Scraping) sowie zum Training von Systemen der Künstli­ chen Intelligenz (KI) ist ohne explizite schriftliche Genehmigung strengstens untersagt. Rechte am Libretto: Thomas Sessler Verlag, Johannesgasse 12, 1010 Wien, www.sesslerverlag.at


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Biografien

katharina linhard Knabe (Sopran) Die Sopranistin Katharina Linhard verbindet ihre Bühnentätigkeit mit langjähriger pädagogischer Arbeit. Aufgewachsen in Gosau, schloss sie 2022 ihren Master an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit Auszeichnung ab; ergänzend absolvierte sie den Lehr­ gang für Klassische Operette an der MUK Wien. Als lyrischer Sopran widmet sie sich einem vielseitigen Repertoire von Barock bis zur zeit­ genössischen Musik, mit Schwerpunkten in Oper, Operette und geist­ licher Musik. Sie gastierte unter anderem im Wiener Konzerthaus, bei den Mozartwochen Salzburg, bei der Oper Graz und beim Lehár Fes­ti­val Bad Ischl. Ihr Konzertrepertoire umfasst zentrale Werke von Bach und Haydn, die sie unter anderem im Wiener Stephansdom interpre­tierte. Parallel unterrichtet sie Gesang und Kinderchor an der Musik­schule der Leitha-Steinfeld-Gemeinden, wobei die Förde­ rung von Musikalität und Ausdruck im Zentrum steht.


Biografien

johanna zachhuber Alte Frau (Mezzosopran) Johanna Zachhuber zeichnet sich durch stilistische Vielfältigkeit und hohe musikalische Präzision aus. Ihr Profil verbindet alte und neue Musik sowie Oper und Konzert. Sie debütierte etwa im der Goldenen Saal des Musikvereins Wien, bei den Salzburger Festspielen und im KKL Luzern. Zwei Spielzeiten war sie als Gast am Volkstheater Wien enga­giert, unter anderem in Humanistää und Malina. Als Konzertsänge­ rin war sie im Wiener Konzerthaus in Leonard Bernsteins Mass sowie bei Festivals wie Musica Angelica Los Angeles und dem Brucknerfest Linz zu hören. Weitere Engagements führten sie an die Kammeroper Wien, die Neue Oper Wien, ins Stadttheater Bozen sowie zu den Bay­ reuther Festspielen. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Thomas Hengel­ brock und Peter Eötvös sowie mit dem Radio-Symphonieorchester Wien und dem Klangforum Wien zusammen. Ihr Masterstudium in Barockgesang schloss sie 2021 an der MUK Wien mit Auszeichnung ab.

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Biografien

bernhard landauer Mädchen (Altus) Der Altist Bernhard Landauer, gebürtiger Innsbrucker, lebt in Wien. Nach ersten Erfahrungen als Sopransolist der Wiltener Sängerknaben studierte er Gesang in Wien bei Helene Karusso und Kurt Equiluz so­wie bei Karl-Heinz Jarius in Frankfurt. Sein Repertoire reicht vom Mit­telalter bis zur Gegenwart und umfasst auch für Countertenöre ungewöhnliche Werke von Komponisten wie Franz Schubert, Richard Strauss und Iannis Xenakis. Er sang Uraufführungen unter anderem von Giorgio Battistelli, Sarah Nemt­sov und Alfred Schnittke. Inszenie­ rungen von Regisseur:innen wie Calixto Bieito, Brigitte Fassbaender und Harry Kupfer führten ihn an bedeutende Häuser wie die Wiener Staatsoper, die Berliner Staats­oper und zu den Bregenzer Festspie­ len. Von 1998 bis 2004 unter­rich­tete er am Konservatorium der Stadt Wien; seit 2005 ist er Dozent bei den Austrian Masterclasses und gibt Workshops für Stimme und Körperarbeit.


Biografien

sebastian taschner Invalide (Tenor) Zwischen alter und neuer Musik, großen geistlichen Werken und zeit­ genössischem Repertoire entfaltet Sebastian Taschner ein außerge­ wöhnlich vielseitiges künstlerisches Profil. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die intensive musikalische Gestaltung und die Auseinander­ setzung mit unterschiedlichsten Klangsprachen – vom Frühbarock bis zu Werken der Gegenwart. Neue Musik bildet dabei einen wesent­ lichen Bestandteil seiner künstlerischen Identität. Der niederöster­ rei­chi­sche Tenor studierte an der mdw in Wien. Seine Engagements führten ihn unter anderem in den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, die Elbphilharmonie Hamburg und die Philharmonie de Paris. Zu seinen Höhepunkten zäh­len Monteverdis ›Marienvesper‹, Bachs Matthäuspassion sowie die Rolle des Aris in der Oper Sophia – Der Preis der Freiheit. Neben Solopro­jek­ten wirkt er regelmäßig mit führenden Vokalformationen und nam­haf­ten Dirigenten zusammen.

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Biografien

korbinian schlag Alter Mann (Bariton) Der in Innsbruck geborene Bassbariton Korbinian Schlag erhielt seine erste Ausbildung bei den Innsbrucker Domsingknaben unter Chris­toph Klemm. Nach einem Vorbereitungsstudium am Tiroler Landes­kon­ser­ vatorium bei Gabriele Erhard studierte er ab 2020 Gesang an der mdw in Wien bei Karlheinz Hanser sowie bei weiteren Mentoren wie Anton Scharinger und Flo­rian Boesch. Solistisch ist er als Opern- und Kon­ zert­sänger aktiv. Als Preisträger verschiedener Wettbewerbe wie Musica Juventutis, der International Otto Edelmann Singing Compe­ tition oder dem Bundes­wettbewerb Gesang Berlin trat er in renom­ mierten Sälen wie dem Wie­ner Konzerthaus oder der Staatsoper Ber­ lin auf. Ensemblerfahrungen sammelte er zum Beispiel mit der Audi Jugendchorakademie und Bach­WerkVokal Salzburg. Seit dem Winter­ semester 2024 absolviert er ein Masterstudium an der HMT München bei Lars Woldt und ist Mitglied im Chor des Bayerischen Rundfunks.


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mobilis saxofonquartett Seit seiner Gründung 2009 in Wien steht das Ensemble am Puls der Zeit und teilt seine Faszination für das Saxofon mit einem breiten Pu­blikum. Sein Repertoire reicht von Originalliteratur für Saxofon­ quartett über Transkriptionen aus Barock, Klassik und Romantik bis zu zeitgenössischen Werken und Uraufführungen. Erfolge wie Preise bei Gradus ad Parnassum und dem Fidelio-Wettbewerb sowie die Auszeichnung Bank Austria Artist of the Year 2011 ebneten den Weg zu renommierten Häusern wie Musikverein und Konzerthaus Wien, ORF Radiokulturhaus, Brucknerhaus Linz, Oper Graz und vielen mehr. Gefördert unter anderem vom BMEIA konzertiert das Quartett inter­ national, etwa in Südamerika, Japan und Europa. In Zusammenarbeit mit Komponist:innen erweitert es kontinuierlich das Repertoire und stärkt die Präsenz des Saxofons in der klassischen Musik. Als Selmer Artist wird es von Henri Selmer Paris unterstützt.

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györgy handl Klavier György Handl wurde 1981 in Oroszlány, Ungarn, geboren. Nach Studien am Konservatorium in Vác und an der Franz Liszt Universität für Mu­sik in Budapest absolvierte er zwischen 2013 und 2016 ein Master­studium in Vokalkorrepetition an der MUK in Wien. Seine Erfahrung als Korre­ petitor umfasst die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Kirsi Tiihonen und Zoltán Nagy sowie Ensembles wie dem Collegium Vocale Wien. Er wirkte unter anderem bei Produktionen im Wiener Ronacher, im Festspielhaus St. Pölten und beim sirene Operntheater mit. Derzeit ist er Solo- und Klassenkorrepetitor am Anton Bruckner Institut der mdw sowie Ensemble-Korrepetitor im Lehrgang Klassische Operette an der MUK. Zuvor war er Korrepetitor des Chores der Konzertver­ei­ ni­gung Wiener Staatsopernchor. Seit 2015 begleitet er die Wiener Comedian Harmonists; seit 2011 ist er ständiger Korrepetitor des Chorus sine nomine.


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tommaso huber Kontrabass Tommaso Huber, geboren in Linz, wuchs in einer von Volksmusik ge­prägten Umgebung in Putzleinsdorf im Mühlviertel auf. Er studierte Kontrabass am Brucknerkonservatorium Linz sowie an der Wiener Musikhochschule und absolvierte ein Repertoirestudium in Graz/Ober­ schützen. Nach vielfältigen Engagements in der Kirchenmusik, Oper und in Symphonieorchestern wie dem Bruckner Orchester Linz und dem Mozarteumorchester Salzburg wurde er 2000 in das Orchester der Volksoper Wien berufen. Im selben Jahr gründete er das inter­na­ tional konzertierende Ensemble Amarcord Wien, seit 2008 ist er zudem Mitglied der Flying Schnörtzenbrekkers. Parallel zur Musik bildete er sich privat beim Geigenbauer Konrad Stoll aus und erlangte 2010 die gewerbliche Berechtigung für den Neubau und die Reparatur von Kon­ tra­bässen. Tommaso Huber ist zudem Vorstandsvorsitzender des Wiener Jeunesse-Orchesters.

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igor gross Schlagwerk Igor Gross begann seinen Werdegang als Schlagwerker im klassischen Bereich. Während seines Studiums an der MUK Wien (Kon­zertfach Schlagwerk) substituierte er in verschiedenen Orches­tern wie den Wiener Philharmonikern, dem Wiener Staatsopernorchester, dem RSO Wien und den Tonkünstlern Niederösterreich. Zunehmend entwickelte er eine Vorliebe für neue, elektronische, frei improvi­sierte Musik und begann eine intensive Zusammenarbeit mit zeitge­nössischen Kompo­ nist:innen. Er spielt in wichtigen Ensembles wie dem Klangforum, Ensemble Phace, Ensemble 20. Jahrhundert, Ensemble Platypus und ist Gründungsmitglied des Black Page Or­ches­tra. Als Komponist tätig, nutzt er das Vibrafon als elektroni­sche Sound Machine, um Bekanntes zu verfremden. Inspiriert von Fermentationsprozessen der Natur, sucht er stetig nach neuen Klän­gen. Zudem unterrichtete er elf Jahre an der MS Perchtoldsdorf und hält Percussion-Kurse.


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johannes hiemetsberger Dirigent Johannes Hiemetsberger ist Gründer und künstlerischer Leiter des Chorus sine nomine sowie des Vokalsolist:innenensembles Company of Music. Mit einem breiten Repertoire von der aktuellen Musik bis zur Renaissance musiziert er mit beiden Ensembles regelmäßig in Häusern wie dem Wiener Konzerthaus, dem Wiener Musikverein oder der Hamburger Elbphilharmonie. Er arbeitete mit Orchestern wie den Wiener Symphonikern und der Wiener Akademie zusammen und gas­ tier­te bei den Salzburger Festspielen, Wien Modern und dem Ravenna Festival. Als Professor für Dirigieren an der mdw leitet er das Anton Bruckner Institut. Von 2008 bis 2018 leitete er das Stimmen-FestivalFreistadt und von 2022–24 das brücken.festival wienerwald. 2026 hat er die Intendanz der donauFESTWOCHEN im Strudengau über­ nommen. Er ist Preisträger des Erwin-Ortner-Fonds sowie des Fer­ di­nand-Grossmann-Preises.

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chorus sine nomine 1991 von Johannes Hiemetsberger gegründet, zählt der Chorus sine nomine zu den profiliertesten und innovativsten Konzertchören Öster­ reichs. Er realisiert ein Programm von enormer stilistischer Bandbrei­ te: von Renaissance-Werken über zeitgenössische Kompositionen bis zu den großen Werken Bachs. Zahlreiche erste Preise bei internatio­na­ len Wettbewerben und erfolgreiche CD-Produktionen unterstreichen die hohe Qualität und das Engagement für die Pflege der A-cappella Musik. Mit thematischen und szenischen Eigenproduktionen wie frost. oder tuuli leisten der Chorus sine nomine und Johannes Hiemetsber­ ger viel beachtete Pionierarbeit in der Weiterentwicklung des Genres Chor­konzert. Tourneen führten den Chor quer durch Europa sowie nach Amerika und Asien, zum Beispiel in die Hamburger Elbphilharmo­ nie und die Esplanade Concert Hall in Singapur. Der Chor tritt regel­ mäßig bei den Salzburger Festspielen und im Wiener Musikverein auf.


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Besetzung

Sopran Mariella Ackerl Anna Bolyos Miriam Deinhofer Irene Dworschak Katharina Egger Elisabeth Führer Sophia Hiemetsberger Viktoria Jetzinger Marguerite Klein-Soukop Angelika Meissl Johanna Norz Alt Victoria Bauer Andrea Baumann Helenka Fleischmannova Eloisa Harris Karin Mittas Doris Pötscher-Haßlinger Sanam Safyari Daniela Wacha Renate Weiser Theresa Wiederkehr

Tenor Leon Feichter Martin Gross Martin Hofer Ewald Jud Claudius Loner Benjamin Szelestey Johannes Well Scott Witmer Bass Martin Altvater Christoph Brandner Johannes Eder Hansi Eicher Stefan Friedl Gregor Gasteyer Viktor Kletzer Norbert Waldek Andreas Weiser


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impressum Herausgeberin Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, Brucknerhaus Linz, Untere Donaulände 7, 4010 Linz Künstlerischer Direktor Norbert Trawöger Programmplanung & Dramaturgie Andreas Meier (Leitung), Paula Schlüter Redaktion Paula Schlüter Grafik Anett Lysann Kraml, Lukas Eckerstorfer Abbildungen R. Winkler (S. 6–7), gemeinfrei (S. 10), L. Namisnyk (S. 26), T. Pewal (S. 27, 29, 35 & 36), B. Reinhart (S. 28), Die Photogräfin (S. 30), A. Grilc (S. 31), L. G. Németh (S. 32), B. Pálffy (S. 33), M. Bruckner (S. 34) Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten LIVA – Ein Mitglied der Unternehmensgruppe Stadt Linz

Wir danken für Ihren Besuch und wünschen Ihnen ein schönes Konzert!


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