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steinaecker, barron & mahler academy orchestra Revolution Mahler!

16. September 2026 19:30 Uhr Großer Saal


13. bis 30. Sep 2026

Mi, 23. Sep 2026, 19:30 Alter Dom Linz

christian tetzlaff Unendlich Bach

Johann Sebastian Bachs berühmte Sonaten und Partiten für Violine solo, gespielt von Christian Tetzlaff, eröffnen im Alten Dom einen Klangkosmos zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit.

Sa, 26. Sep 2026, 19:30 Großer Saal

cameron carpenter Orgel virtuos

Mit seinen Bearbeitungen von Bachs ›Goldberg-Variationen‹ und Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune sowie Impro­ visationen über Themen Bruckners zieht der Orgelvirtuose Cameron Carpenter alle Register.

Mi, 30. Sep 2026, 19:30 Großer Saal

anja bihlmaier & bbc philharmonic orchestra Brahms’ Requiem

Johannes Brahms’ Deutsches Requiem kombiniert mit Lili Bou­langers Psaume 24 in einer internationalen Spitzen­besetzung rund um Anja Bihlmaier und das BBC Philharmonic Orchestra

brucknerfest.at


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alla breve Das Programm auf einen Blick

Gustav Mahler begegnete der Endlichkeit früh: Sechs seiner Geschwister starben noch im Kindes­ alter. Die Kindertotenlieder komponierte er auf Texte von Fried­rich Rückert, die dieser verfasst hatte, nach­dem zwei seiner Kinder verstorben waren. Den Abschied thematisierte Mahler auch in seiner 9. Symphonie – der letzten Komposition, die er voll­ endete. Philipp von Steinaecker und Fleur Barron bringen dieses bewegende Programm mit einem einzigartigen Klangkörper auf die Bühne: Das Mahler Academy Orchestra besteht aus Mitgliedern euro­pä­ ischer Spitzenorchester wie den Berliner Philhar­mo­ nikern oder dem Royal Concertgebouw Orchestra sowie Musiker:innen der von Claudio Abbado ge­ gründeten Gustav Mahler Academy. Gespielt wird auf Originalinstrumenten, mit denen der Klang des Wiener Hofopernorchesters um 1900 akri­bisch re­ konstruiert wurde. Das revolutionäre Ergebnis ist ein für heutige Ohren völlig neuer Mahler – voll Farbenpracht, Wärme und existenzieller Drastik.


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programm & besetzung Gustav Mahler 1860–1911 Kindertotenlieder für Mezzosopran und Orchester // 1901–04 Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3 Nr. 4 Nr. 5

»Nun will die Sonn’ so hell aufgeh’n« »Nun seh’ ich wohl, warum so dunkle Flammen« »Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein« »Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen« »In diesem Wetter, in diesem Braus«

// Pause // Symphonie Nr. 9 // 1909–10 I Andante comodo II Im Tempo eines gemächlichen Ländlers. Etwas täppisch und sehr derb III Rondo-Burleske. Allegro assai. Sehr trotzig IV Adagio. Sehr langsam und noch zurückhaltend Konzerteinführung mit den Mahler Ambassadors Ema Mičanová und Hannah Pöschko um 18:45 Uhr im Mittleren Saal Konzertende: ca. 22:00 Uhr

Fleur Barron Mezzosopran Mahler Academy Orchestra Philipp von Steinaecker Dirigent Ein Mitschnitt des Konzerts ist am 6. Oktober 2026 um 19:30 Uhr in der Sendereihe Das Ö1 Konzert zu hören.


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revolution mahler!

Zum Originalklang-Projekt 2026

Anders als ein Buch oder ein Gemälde muss eine Symphonie jedes Mal wieder neu erschaffen werden. Das macht den besonderen Reiz der Musik und ihre besondere Schwierigkeit aus. Dabei ist es normal, dass sich im Lauf der Jahre unbemerkt und in kleinen Schritten die Spieltechnik, das Geschmacksempfinden der Musiker und das Instru­ mentarium verändern. Die Aufgabe der Musiker muss es sein, Musik der Vergangenheit so nah wie möglich an den Intentionen des Kompo­ nisten zu rekreieren. Daher ist es von größter Wichtigkeit, gleichsam in die Vergangenheit hinabzusteigen und zu erforschen, wie es ge­ wesen sein könnte, und das wiederum geht nur, wenn man die alten Instrumente spielt und damalige Spieltechniken erlernt. Genau das machen wir mit dem Originalklang-Projekt der Gustav Mah­ler Academy. Wir wollen verstehen, für welche Instrumente Mahler schrieb, wie er sie einsetzte, an welchen Stellen er an die Grenzen dieser Instrumente ging, was ihre Vorteile waren, was die Nachteile, wie seine Musiker spielten, was sie schön, was sie geschmacklos fanden und wie Mahlers berühmte Instrumentationskunst auf den Instrumenten klingt, die er kannte. Wir wollen, was ja so oft angemahnt wird, aus der Geschichte für die Zukunft lernen und einen Beitrag zur Rezeptionsgeschichte der Musik Gustav Mahlers leisten. Diese Musik, die heute zum Kernrepertoire jedes Symphonieorchesters gehört, in dieser Form zu hinterfragen, bedeutet auch, unser Verständnis von Tradition und Wahrheit neu zu überdenken. Gustav Mahler hat während seiner Direktion an der Wiener Oper zwi­schen 1897 und 1907 das gesamte Bläserinstrumentarium des Or­ches­ters der Hofoper neu anschaffen lassen. Der dazugehörige


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Zum Originalklang-Projekt 2026

Schriftverkehr wird heute in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbe­wahrt und wurde von Beatrix Darmstädter dokumentiert. Ge­ meinsam mit der Stiftung Euregio-Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach-Do­lo­miten haben wir genau diese Instrumente auf Auktionen, im Internet, auf Dachböden, bei Musikkapellen und in den hintersten

Gustav Mahler, Schattenrisse von Otto Böhler, 1900


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Zum Originalklang-Projekt 2026

Winkeln der Instrumentenlager großer Symphonieorchester gefunden, gekauft und restauriert. Und so ist eine einzigartige Sammlung ent­ standen, die diese Instrumente, allesamt zwischen 1890 und 1910 ge­baut, an einem Ort vereint: Holzflöten von Lot und Rittershausen, die seltenen Wiener Oboen von Hajek und Stecher, Klarinetten von Bert­ hold, alte Wiener Hörner, Fa­got­te von Heckel, Trompeten von Ullmann, Posau­nen von Piering sowie eine Altwiener Tuba, deren Grifftechnik extra neu erlernt werden musste, Originale Schnellar-Pauken, Wiener Schlag­werkinstrumente mit Nachbauten ihrer originalen Ständer (auch das beeinflusst den Klang), Becken aus Konstantinopel, riesige Röhren­glocken, wie Mahler sie überall gesucht hatte und wie sie in einzelnen italienischen Theatern noch existieren, sowie Harfen der Firmen Érard und Lyon & Healy, Baujahr um 1900. Dazu das Meer der Streicher, die ausnahmslos auf Darmsaiten spielen, angeleitet von dem Musikolo­gie-Professor Clive Brown, dem führenden Forscher auf dem Gebiet der Aufführungspraxis der Romantik: So wurde Mahlers Neunte seit ihrer Uraufführung 1912 nicht mehr gespielt. Dass bei diesem Projekt, das echtes Neuland beschreitet, die inter­ nationalen Studenten der Gustav Mahler Academy Bozen und Pro­fis aus aller Herren Länder und verschiedensten Alters gemeinsam und voneinander lernen, ist, denke ich, ein schönes Bild für die Fähigkeit der Musik, Brücken zu bauen zwischen Ländern, Generationen und Epochen. Gleichzeitig sieht die Mahler Academy es als ihre Aufgabe an, einer neuen Generation von Musikern die Werkzeuge, aber auch die Inspiration mit auf den Weg zu geben, sich ein ganzes Leben lang die künstlerische Neugierde und Wahrhaftigkeit, den Mut und die Auf­ geschlossenheit zu bewahren, denkende Künstlern und Bürgern zu sein, die sich ihrer Aufgabe und Verantwortung bewusst sind und die den Mut haben, die ausgetretenen Pfade von Zeit zu Zeit zu verlassen. Philipp von Steinaecker


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»oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen« Gustav Mahler // Kindertotenlieder

Als »die größte Totenklage der Weltliteratur« bezeichnete der Schrift­ steller Hans Wollschläger die Kindertodtenlieder Friedrich Rückerts: eine Sammlung von 428 Gedichten, die dieser verfasst hatte, nach­ dem seine Kinder Luise und Ernst im Winter 1833/34 im Abstand von nur wenigen Wochen an Scharlach verstorben waren. Obwohl Rückert neben Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Joseph von Eichen­ dorff oder Heinrich Heine zu den meistvertonten deutschen Dichtern zählt, fristete der Großteil der Lyrik, die er im Gedenken an sei­ne »bei­ den liebsten und schönsten Kinder« geschrieben hatte, zunächst ein Schattendasein. Nur eine kleine Auswahl wurde zeit seines Lebens überhaupt gedruckt. Gustav Mahler wandte sich im Sommer 1901 zum ersten Mal der Rückert’schen Lyrik zu, fasziniert von der Musikalität der Verse: »Nach des Knaben Wunderhorn konnte ich nur mehr Rückert machen – das ist Lyrik aus erster Hand, alles andere ist Lyrik aus zwei­ ter Hand«, schrieb er an seinen jüngeren Komponistenkollegen Anton Webern. Obwohl Mahler zu diesem Zeitpunkt noch ledig und kinder­ los war, berührten ihn die tieftraurigen Gedichte, von denen er in die­ sem Sommer drei vertonte. Er selbst war schon früh in seinem Leben mit dem Tod konfrontiert gewesen: Sechs seiner Geschwister starben noch im Kindesalter. Seitdem Mahler 1897 auf den Posten des Artistischen Direktors der Königlich-Kaiserlichen Hofoper in Wien berufen worden war, folgte sein Leben jedes Jahr demselben Rhythmus: Während der Saison leitete er die Geschäfte der Hofoper, dirigierte zahlreiche Proben und Vorstellungen und übernahm zusätzlich zwischen 1898 und 1901 die


Gustav Mahler // Kindertotenlieder

Leitung der Philharmonischen Konzerte. In der Dekade, die Mahler ins­gesamt als Hofoperndirektor tätig war, trieb er auf mehreren Ebenen zugleich Innovationen voran: Nicht nur revolutionierte er den Wiener Opernbetrieb, indem er sich für die Gleichberechtigung von Szene und Musik einsetzte, er erneuerte auch sukzessive das in die Jahre ge­kommene Instrumentarium von Schlagwerk, Holz- und Blechbläsern des Hofopernorchesters. Die meisten Neuanschaffungen fielen dabei in die Jahre 1901 und 1902, in denen Mahler mit der Komposition der Kindertotenlieder beschäftigt war. Bei der Uraufführung durch das Hofopern­orchester 1905 konnte er also schon auf ein in großen Teilen moderni­siertes Bläserensemble zurückgreifen, das im Verlauf des Zyklus immer wieder solistisch exponiert eingesetzt wird. In den Sommermonaten pflegte Mahler sich zum Komponieren in seine Villa in Maiernigg am Wörthersee zurückzuziehen. Als er dort einige Jahre später, im Sommer 1904, die Arbeit an den Kindertoten­ liedern wieder aufnahm, hatte sich seine Lebenssituation grundlegend geändert: Im November 1901 war er der 19 Jahre jüngeren Alma Schind­ler zum ersten Mal begegnet, bereits im Dezember hatte man sich verlobt und im März des nächsten Jahres geheiratet. Im Jahr 1902 war die gemeinsame Tochter Maria Anna zur Welt gekommen, am 15. Juni 1904 folgte Anna Justine. Trotz, oder vielleicht auch wegen seines familiären Glücks beschäftigte Mahler in diesem Sommer die Vergänglichkeit besonders. Die fünf Lieder des Zyklus decken dabei das gesamte emotionale Spektrum des Trauerns ab: Von Gefühlen der Isolation, weil das Leben weitergeht, während man sich selbst im Ausnahmezustand befindet, Erinnerungen an und unstill­bare Sehn­ sucht nach den Verstorbenen bis hin zu Reue und schließ­lich trös­ten­ der und doch schmerzhafter Akzeptanz. Bei seiner Frau Alma löste Mahler mit seiner Arbeit an den Kindertotenliedern deshalb Unbe­hagen aus: »Ich kann es wohl begreifen, dass man so furchtbare Texte kom­ po­niert, wenn man keine Kinder hat, oder wenn man Kinder ver­loren hat. Ich kann es aber nicht verstehen, dass man den Tod von Kindern besingen kann, wenn man sie eine halbe Stunde vorher, heiter und gesund, geherzt und geküsst hat.«

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»ausdruck einer unerhörten liebe zu dieser erde« Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

In Gustav Mahlers Leben markierte das Jahr 1907 einen Wendepunkt: Gleich mehrere Schicksalsschläge trafen den Komponisten und seine Familie – mit weitreichenden Folgen. Am 3. Juli 1907 befand sich Mah­ ler mit seiner Familie wie gewohnt in der Sommerfrische in Maiernigg am Wörthersee, als seine Tochter Maria Anna, genannt ›Putzi‹, sich bei ihrer kleinen Schwester mit Scharlach und Diphterie ansteckte. Zehn Tage lang kämpfte die Vierjährige um ihr Leben, bevor sie schließ­ lich der Krankheit erlag. An­ ge­sichts dieses furchtbaren Verlusts erlitt Alma einen Nervenzusammenbruch. Der in Folge bestellte Arzt Carl Viktor Blumenthal untersuch­ te beide Eheleute und dia­ gnos­tizierte in diesem Zuge eine Herzinsuffizienz bei Mahler – ein schwerer Schlag für den passionierten Wan­ derer, Schwimmer, Radfah­ rer und ›Work­aholic‹, der in Zukunft laut Anweisung der

Alma Mahler mit ihren Töchtern Maria Anna und Anna Justine, um 1905


Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

Ärzte auf körperliche An­strengung weitestgehend verzichten sollte. Zu guter Letzt hatte Mahler auch berufliche Sorgen: Zwar hatte er sich mittlerweile weltweit als einer der renommiertesten Dirigenten seiner Zeit etabliert, daheim in Wien war er jedoch seit seinem Stellenantritt als Hofoperndirektor immer wieder Intrigen und antisemitischen Hetz­ kampagnen ausge­setzt, die schließlich so heftig wurden, dass sie Mahler nach zehn Jahren im Amt zum Rücktritt bewogen. Das Jahr 1907 brachte inso­fern gleich mehrere einschneidende Veränderungen für Mahler und seine Familie mit sich: Die Villa in Maiernigg wurde so schnell wie mög­lich verkauft und Mahler schloss noch vor seinem Rück­tritt in Wien ein neues Engagement an der New Yorker Metropoli­ tan Opera ab, das jährlich nur drei Monate Präsenz in Übersee erfor­ derte und zugleich mit einem deutlich höheren Honorar einherging. Mahler gewann so mehr Zeit für seine eigenen Kompositionen. Ein Jahr später zog sich Mahler wäh­rend der Sommerferien nach Toblach in die Dolomiten zurück. Hier entstand sein neuntes sym­pho­ nisches Werk, der Orchesterliedzyklus Das Lied von der Erde. Mahler war abergläubisch: Nachdem es weder Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Antonín Dvořák noch Anton Bruckner gelungen war, mehr als neun Symphonien zu komponieren, versuchte er seine eigene un­selige Neunte mit dem Liedzyklus zu um­gehen. Erst im Anschluss be­gann Mahler die Arbeit an seiner ›offi­ziel­len‹ 9. Symphonie, die trotz­ dem seine letzte vollendete Komposition werden sollte. Drei Jahre später – noch bevor die Neunte uraufgeführt werden konnte – starb Mahler unerwartet an einer Endokar­ Endokarditis Entzündung der ditis, begünstigt durch seinen Herzfehler. Die 9. Sym­ Herzinnenhaut phonie wurde daher erst nach seinem Tod einer breite­ ren Öffentlichkeit bekannt und gewann so schon bald den Status eines ›Schwanengesangs‹, den Mahler an­geb­lich in intui­ tivem Erspüren seines nahenden Endes zu Papier gebracht haben soll. »Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jen­seits zu nahe. Vielleicht wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer von denen, die sie wissen, die Zehnte schriebe. Und das soll wohl nicht so sein«, äußerte sich der Komponist Arnold Schönberg über diesen schicksal­ haften ›Fluch‹ der Neunten.

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Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

»Was mir der Tod erzählt« lautete das inoffizielle Programm, welches der Dirigent Paul Bekker Mahlers 9. Symphonie zuschrieb. Dabei be­rief er sich – wie viele andere Mahler-Exeget:innen – auf ein Netz zahl­ reicher intertextueller Verweise in dem Werk, die um das Thema Ab­ schied zu kreisen scheinen. Dazu zählt zunächst die außergewöhnliche Form und avancierte Tonartendramaturgie der Symphonie, die keine feststehende Tonart besitzt: Auf einen langsamen ersten Satz in D-Dur folgen zwei schnelle Mittelsätze in C-Dur und a-Moll, bevor das Werk mit einem Adagio in Des-Dur endet. Diese unkonventionelle Anlage lud förmlich zu programmatischen Deutungen ein, wie zum Beispiel vom Dirigenten Willem Mengelberg, einem engen Freund Mahlers: »1. Satz: Abschied von ›Seinen Lieben‹ (Seiner Frau und Kind – tiefste Wehmut!) 2. Satz: ›Totentanz‹ (Du musst ins Grab hinein!). Indem Du lebst, vergehst Du. Grimmiger Humor. [...] 3. Satz: Galgenhumor! Arbeit, Schaffen, alles vergebliches Bemühen dem Tode zu entrinnen!! [...] 4. Satz: Mahlers Lebenslied. Mahlers Seele singt ihren Abschied! Er singt sein ganzes Inneres. Seine Seele singt – singt – zum letzten Abschied: ›Leb wohl‹! Sein Leben, so voll und reich – ist jetzt bald beendigt! Er fühlt und singt sein: ›Lebe wohl, mein Saitenspiel‹« Die Idee des musikalischen Lebewohls kristallisiert sich jedoch bereits zu Beginn der Symphonie in einem zweitönigen absteigenden Sekund­ motiv, das wie ein Seufzer klingt. Mahler hatte es im Entwurf seiner Partitur auf der letzten Seite des ersten Satzes selbst mit den Worten »Leb’ wol!« überschrieben. Zugleich verweist das Motiv auf die Intro­ duktion von Beethovens Klaviersonate Nr. 26 »Les Adieux«, die eben­ falls in absteigenden Sekundschritten beginnt. Bei Mahler entfaltet sich ausgehend von dieser Tonfolge im ersten Satz eine idyllische, träu­me­rische, nostalgische Klangwelt, die jedoch schon bald durch stürmi­sche Einwürfe unterbrochen wird. Der Komponist Alban Berg fand zu dieser musikalischen Achterbahn der Gefühle folgende Worte: »Der erste Satz ist das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat.


Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

Entwurf der Schlusstakte des ersten Satzes der 9. Symphonie in Gustav Mahlers Handschrift, über die er zweimal »Leb’ wol!« notierte

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Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehn­ sucht, in Frieden auf ihr zu leben, sie, die Natur, noch auszugenießen bis in ihre tiefsten Tiefen – bevor der Tod kommt. Denn er kommt un­auf­halt­sam. Dieser ganze Satz ist auf die Todesahnung gestellt. Immer wieder meldet sie sich. Alles Irdisch-Verträumte gipfelt darin (daher die immer wie neue Aufwallungen ausbrechenden Steigerungen nach den zar­tes­ten Stellen), am stärksten natürlich bei der ungeheuren Stelle, wo diese Todesahnung Gewissheit wird, wo mitten hinein in die tiefste, schmerzvollste Lebenslust mit höchster Gewalt der Tod sich anmel­det. Dazu das schauerliche Bratschen- und Geigensolo und diese ritterlichen Klänge: der Tod in der Rüstung! Da gibt’s kein Auf­ lehnen mehr!« Befeuert wurden diese Lesarten auch durch weitere Eintra­gungen Mahlers in seinen Partiturentwurf: »O Jugendzeit! Ent­schwun­dene! O Liebe! Verwehte!« schrieb er über die Takte 267 bis 271 im ersten Satz, in denen sich nach der vorhergegangen düsteren Episode liebliche solistische Passagen zwischen Violinen und Flöte entspinnen. Auf der letzten Partiturseite des vierten Satzes notierte er »O Schön­heit!«, »Liebe!«, »Lebt wol! Lebt wol!«, »Welt!« und »Lebe wohl!«. Dabei schien sich Mahler im Sommer 1909, als er in Toblach den Groß­ teil der 9. Symphonie komponierte, dem Jenseits nicht näher zu fühlen als zuvor. Im Gegenteil: Nach den traumatisierenden Schicksals­schlä­ gen des vorherigen Jahres wirkte der 48-Jährige ganz von neuem Schaffensdrang erfüllt. »Ich sehe alles in einem so neuen Lichte – bin so in Bewegung; ich würde mich manchmal nicht wundern, wenn ich plötzlich einen neuen Körper an mir bemerken würde. (Wie Faust in der letzten Szene.) Ich bin lebensdurstiger als je und finde die ›Ge­wohn­ heit des Daseins‹ süßer als je«, schrieb Mahler im Winter 1909 an sei­nen Assistenten Bruno Walter. Dieser innere Antrieb manifestierte sich auch in seinem beachtlichen Arbeitspensum als Dirigent mit insge­ samt rund 50 Vorstellungen pro Jahr, das er an der Met und im Rah­ men weiterer Engagements in Europa und Amerika zu bewältigen hatte. Mit der Uraufführung der 9. Symphonie hatte es Mahler eben­ falls nicht eilig. An den Münchner Konzertveranstalter Emil Gutmann schrieb er am 31. Jänner 1911: »Sie wünschen in Bausch und Bogen das


Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

Alma und Gustav Mahler in Toblach, 1909

Recht der Uraufführung meiner IX.? Ich habe diesen Sommer weder eine intendirt, noch könnte ich sie jemandem zusichern ohne die nähe­ ren Umstände vorher zu kennen. Ich wünsche für dieses Werk eine ganz stille – nicht sensationelle – Einführung irgendwo mit einem vor­ züglichen Orchester und angemessener Vorbereitung.« Nur wenige Monate später starb Mahler in Wien. Auch ohne den Nimbus des ›Schwanengesangs‹ bleibt Mahlers 9. Sym­ phonie ein in seiner Expressivität revolutionäres Werk, das zwischen Spätromantik und Moderne die Grenzen des musikalisch Möglichen auslotet. Dafür kommt Mahler bei seiner Neunten ganz ohne den Ein­ satz einer bombastischen Besetzung wie in der 8. Symphonie oder von spektakulärem Instrumentarium wie dem Hammerschlag in der 6. Symphonie aus. Die revolutionären Neuerungen spielen sich statt­ dessen alle innerhalb der Musik ab, die häufig ohne klar abgegrenzte Themen und Formteile auskommt, sondern stets im Fluss ist und sich weiterentwickelt, »als wären alle Varianten nur Erinnerungen an das eigentliche Thema, welches aber nie erklingt. Oder anders gesagt: jeder schöne Moment in dieser Musik ist, einmal gehört, für immer vorbei.« (Hans Christian Oelert) Im ersten Satz prallen so zwei wabern­ de Themenfelder in ihrer Gegensätzlichkeit aufeinander: Die aus dem

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›Leb’ wohl‹-Motiv erwachsende Dur-Klangwelt entwickelt sich orga­ nisch im Verlauf des Satzes. Ihr Gegenpol in Moll tritt stattdessen ab­rupt auf und drängt dann von ekstatischen Höhenflügen zum brutalen Sturz in den Abgrund. Trotz ihrer kontrastierenden Anlage schwappen dabei beide Themenfelder immer wieder ineinander, überlagern und beeinflussen sich gegenseitig. In der Coda werden sie schließlich zusammengeführt, bevor sie beide immer weiter zerfasern und sich aufzulösen scheinen. Wie in einer musikalischen Collage lässt Mahler im folgenden zweiten Satz drei Tänze in verschiedenen Tempi aufeinandertreffen: »Etwas täppisch und sehr derb« kommt der erste Tanz als bodenständiger Ländler daher, gerät jedoch von Anfang an immer wieder ins Stocken. Schließlich bricht sich ein schneller Walzer Bahn. Aber auch mit ihm scheint etwas nicht zu stimmen – diesen Eindruck erwecken zumin­ dest die ständig modulierende Harmonik, unregelmäßige Taktgruppen und der ruppige Gestus, mit dem die Streicher das Thema spielen. In den dritten Tanz – erneut ein Ländler, diesmal aber in einem noch langsameren Tempo – mischt sich schließlich das ›Leb’ wohl‹-Motiv aus dem ersten Satz. Zum Schluss lösen sich alle drei Tänze immer weiter in ihre thematischen Einzelteile auf, die nun miteinander kom­bi­ niert und zu einer kreischenden ›Jahrmarktsmusik‹ verdichtet werden. Auch sie bricht jedoch zu guter Letzt auseinander und läuft ins Leere. »Meinen Brüdern in Apoll« widmete Mahler in einer frühen Fassung ironisch den dritten Satz Rondo-Burleske seiner Symphonie, dessen Titel bereits auf die ambivalente Konfrontation von Alt und Neu ver­ weist, die das musikalische Geschehen bestimmt. Ein rasanter Kehr­ aus mit Marschmelodik trifft auf die in Mahlers Werk seit der 6. Sym­ phonie als tragisch konnotierte Tonart a-Moll und eine ausgefeilte polyphone Satztechnik. Womöglich eine Kritik an der inhaltlichen Leere des Allerweltskomponierens, über die auch ein noch so kunstvoll-kom­ plexer Kontrapunkt nicht hinwegzutäuschen vermag? »Sehr trotzig« lautet immerhin die Spielanweisung dieses Satzes. Oder doch ein musikalischer »Lebenstornado« (Jens Malte Fischer), der die leere Betriebsamkeit der modernen Welt nachzeichnet, mit der Mahler sich


Gustav Mahler // Symphonie Nr. 9

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in New York konfrontiert sah? Festzuhalten bleibt, dass dieser Satz wohl zur virtuosesten und aufbrausendsten Musik zählt, die Mahler je komponierte. Umso überraschender unterbricht plötzlich eine ver­ klärte Gegenwelt die gehetzte Polyphonie: Über einem Doppelschlag sphärisch tremolierten A in Flöten und Violinen spielt die Verzierende Trompete eine getragene Melodie mit Doppelschlag, die Umspielung im Folgenden zu einem heroischen Choral anschwillt. der Hauptnote Meh­re­re Glissandi in Harfe und Geigen, gerne als musika­ lischer »Zaubervorhang« beschrieben, setzen sowohl diese Melodie als auch ihre groteske Verzerrung in Szene. Zuletzt wird jedoch auch dieser Ruhepol erneut vom martialischen Rondo zermalmt. Der vierte und letzte Satz ist ganz von dem Doppelschlagmotiv erfüllt, das im dritten Satz eingeführt wurde. Es erklingt bereits in den ersten Takten, die deutliche Parallelen zum letzten Satz von Bruckners Frag­ ment gebliebener 9. Symphonie aufweisen: Nach einem punktierten Oktavsprung schließt sich der Doppelschlag an, der dann mit akzen­ tuierten absteigenden Achtellinie in einen zarten Streicherchoral mün­ det. Während die Melodieführung Ruhe und Geborgenheit Trugschluss ausstrahlt, bleibt das harmonische Fundament unstet: Unerwartete Auflösung Ein Trugschluss führt zum nächsten, die Grund­tonart einer Kadenz, Des-Dur wird so immer wieder modulierend de­sta­bilisiert. die das Ohr um Im dichten Streichersatz taucht wiederholt eine melodi­ die erwartete Schlusswirkung sche Phrase auf, die auf die vierte Nummer der Kinder­ ›betrügt‹ totenlieder verweist, wo sich am Ende des Liedes eine ähnliche Melodie zum Text »Der Tag ist schön auf jenen Höh’n!« auf­ wärts schraubt. Bereits in seiner 3. Symphonie hatte Mahler einen hym­nischen langsamen Satz zum Finale auserkoren. Während sich dort der Choral zu einem überwältigenden Höhepunkt steigert, löst sich der letzte Satz der 9. Symphonie immer weiter auf, die un­endliche Melodie wird löchrig und immer dünner, bis sie schließlich – in schier unerträglicher Spannung – verstummt: »Das intensive Ver­langen des Finales nach einem Abschluss geht mit der gleich­zei­ti­gen Aus­ höhlung der musikalischen Möglichkeit eines Abschlusses einher.« (Julian Johnson) Paula Schlüter


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mahler aus nächster nähe

Zu den Mahler Ambassadors

Ein wohl unvergessliches Konzerterlebnis steht am heutigen Abend Ema Micanová und Hannah Pöschko, den beiden Mahler Ambassadors aus Linz bevor: Die beiden Studentinnen werden gemeinsam mit den Orchestermusiker:innen die Bühne betreten und von dort aus der Musik lauschen, mit der sie sich in den letzten Wochen intensiv aus­ einandergesetzt haben. Eine Kooperation des Brucknerhauses Linz und der Gustav Mahler Academy bot den zwei jungen Erwachsenen die Möglichkeit, gemeinsam mit den Musiker:innen des Orchesters in Gustav Mahlers Klangkosmos einzutauchen und sowohl die philo­ sophische Bedeutung als auch die gesellschaftliche Relevanz seiner Kompositionen in der heutigen Zeit zu ergründen. In den Sommer­monaten pflegte sich Mahler zum Komponieren ins idyllische Toblach im Herzen der Dolo­miten zurückzuziehen. In der malerischen Kulisse, in der vor über 100 Jahren seine 9. Symphonie entstand, probt heute das Mahler Academy Orchestra, um die an­ stehende Tournee vorzu­bereiten. Während der Probenphase lernten die Mahler Ambassadors gemeinsam in Workshops die Werke und ihre sozialen und histori­schen Entstehungskontexte kennen. Eine einzigartige Chance, intensiv mit Mahlers Musik in Kon­takt zu kom­ men und zugleich zu entdecken, wie die Themen der 9. Symphonie und der Kindertotenlieder – Leben, Tod, Verlust, Erlösung und die Spannungen einer Gesellschaft in der Krise – tief mit den Heraus­ forderungen mitschwingen, denen wir heut­zutage gegen­über­ stehen. Ihre Erlebnisse und Erkenntnisse werden die Linzer Mahler Ambassadors bei der Einführung zum Konzert mit dem Publikum teilen.


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gesangstexte Gustav Mahler Kindertotenlieder Texte: Friedrich Rückert Nr. 1 »Nun will die Sonn’ so hell aufgeh’n« Nun will die Sonn’ so hell aufgeh’n, Als sei kein Unglück die Nacht gescheh’n! Das Unglück geschah nur mir allein! Die Sonne, sie scheinet allgemein! Du musst nicht die Nacht in dir verschränken, Musst sie ins ew’ge Licht versenken! Ein Lämplein verlosch in meinem Zelt! Heil sei dem Freudenlicht der Welt! Nr. 2 »Nun seh’ ich wohl, warum so dunkle Flammen« Nun seh’ ich wohl, warum so dunkle Flammen Ihr sprühtet mir in manchem Augenblicke. – O Augen! – Gleichsam, um voll in einem Blicke Zu drängen eure ganze Macht zusammen. Doch ahnt’ ich nicht, weil Nebel mich umschwammen, Gewoben vom verblendenden Geschicke, Dass sich der Strahl bereits zur Heimkehr schicke, Dorthin, von wannen alle Strahlen stammen. Ihr wolltet mir mit eurem Leuchten sagen: Wir möchten nah dir bleiben gerne! Doch ist uns das vom Schicksal abgeschlagen. Sieh’ uns nur an, denn bald sind wir dir ferne! Was dir nur Augen sind in diesen Tagen: In künft’gen Nächten sind es dir nur Sterne.


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Gesangstexte

Nr. 3 »Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein« Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein, Und den Kopf ich drehe, ihr entgegen sehe, Fällt auf ihr Gesicht erst der Blick mir nicht, Sondern auf die Stelle, näher nach der Schwelle, Dort, wo würde dein lieb Gesichten sein, Wenn du freudenhelle trätest mit herein, Wie sonst, mein Töchterlein. Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein, Mit der Kerze Schimmer, ist es mir, als immer Kämst du mit herein, huschtest hinterdrein, Als wie sonst ins Zimmer! O du, des Vaters Zelle, Ach, zu schnell erlosch’ner Freudenschein! Nr. 4 »Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen« Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen, Bald werden sie wieder nach Hause gelangen, Der Tag ist schön, o sei nicht bang, Sie machen nur einen weiten Gang. Ja wohl, sie sind nur ausgegangen, Und werden jetzt nach Hause gelangen, O, sei nicht bang, der Tag ist schön, Sie machen nur den Gang zu jenen Höh’n. Sie sind uns nur voraus gegangen, Und werden nicht wieder nach Hause verlangen, Wir holen sie ein auf jenen Höh’n Im Sonnenschein, der Tag ist schön auf jenen Höh’n.


Gesangstexte

Nr. 5 »In diesem Wetter, in diesem Braus« In diesem Wetter, in diesem Braus, Nie hätt’ ich gesendet die Kinder hinaus; Man hat sie getragen hinaus, Ich durfte nichts dazu sagen! In diesem Wetter, in diesem Saus, Nie hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus, Ich fürchtete sie erkranken; Das sind nun eitle Gedanken. In diesem Wetter, in diesem Graus, Nie hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus; Ich sorgte, sie stürben morgen, Das ist nun nicht zu besorgen. In diesem Wetter, in diesem Graus! Nie hätt’ ich gesendet die Kinder hinaus! Man hat sie hinaus getragen, ich durfte nichts dazu sagen! In diesem Wetter, in diesem Saus, in diesem Braus, Sie ruh’n als wie in der Mutter Haus, Von keinem Sturm erschrecket, Von Gottes Hand bedecket.

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Biografien

fleur barron Mezzosopran Von The Times als »eine überwältigende Künstlerin« gefeiert, gewann die singapurisch-britische Mezzosopranistin Fleur Barron 2025 einen GRAMMY-Award für die Titelrolle in Kaija Saariahos Adriana Mater mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Esa-Pekka Salo­ nen. Sie ist eine leidenschaftliche Interpretin von Oper, symphoni­ scher Musik und Kammermusik – vom Barock bis zur zeitgenössi­ schen Musik – und wird von Barbara Hannigan als Mentorin begleitet. Die Saison 2025-26 eröffnete sie mit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen in One Morning Turns Into an Eternity, einer szenischen Produktion mit Mahlers Abschied aus Das Lied von der Erde, mit EsaPekka Salonen und Peter Sellars. Es folgten ihr Hausdebüt an der Oper Rom als Adriana Mater, ihr Haus- und Rollendebüt als Cornelia in Händels Giulio Cesare in Florenz sowie Auftritte am Barbican Centre, beim Tongyeong Festival, in der Wigmore Hall und Workshops zu Bryce Dessners eigens für sie konzi­piertem Monodrama Night Sky with Exit Wounds. Zu den symphonischen Höhepunkten zählen Debüts mit der New York Philharmonic unter Gustavo Dudamel und den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko sowie Wiedereinladungen zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und zum Atlanta Symphony Orchestra. Als gefragte Mahler-Interpretin singt sie die Kindertotenlieder, Das Lied von der Erde und die 3. Symphonie mit führen­den Orchestern in Europa und den USA. Als Lied- und Kammermusikerin musiziert Fleur Barron unter anderem mit Kirill Gerstein, Julius Drake, dem Trio Afiori sowie dem Australian String Quartet und dem Parker Quartet. Zu ihren jüngsten Höhe­punk­ ten zählen Tourneen unter Daniel Harding, Vladimir Jurowski und Barbara Hannigan sowie Opernrollen in Aix-en-Provence, Barcelona und London. Ihre Diskografie reicht von Hasse und Purcell bis Saariaho und erscheint bei Labels wie Deutsche Grammophon und Pentatone.


Biografien

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Biografien

Ein Projekt der Busoni-Mahler Stiftung mit der Unterstützung von:

mahler academy orchestra Das Mahler Academy Orchestra ist Teil der Gustav Mahler Academy Bolzano-Bozen, die von Claudio Abbado gegründet wurde, um einen Ort zu schaffen, an dem 45 begabte junge Musiker:innen aus der gan­zen Welt unter idealen Bedingungen entscheidende künstlerische Impulse erhalten. Im Originalklang-Projekt, einer Koproduktion der Busoni-Mahler Stiftung und der Stiftung Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach unter der Schirmherrschaft von Marina Mahler, erweckt das Ensemble gemeinsam mit Musiker:innen europäischer Top-Ensembles unter der Leitung von Philipp von Steinaecker Mahlers Musik auf rekonstruierten Instrumenten der Wiener Jahrhundertwende zu neuem Leben. Nach einer hochgelobten Aufnahme der 9. Sym­pho­ nie gastierte das Orchester unter anderem in der Scala, der Philhar­ monie de Paris und bei den BBC Proms. Eine Residenzpartnerschaft mit dem Concertgebouw Amsterdam sieht die Aufführung sämtlicher Mahler-Symphonien auf historischen Instrumenten vor.


Biografien

philipp von steinaecker Dirigent Mit seinem tiefgreifenden musikalischen Verständnis hat sich Philipp von Steinaecker einen Ruf als Dirigent mit außergewöhnlich breitem Repertoire erarbeitet, das vom Barock bis zur Zweiten Wiener Schule reicht. Seine Leidenschaft für die historisch informierte Aufführungs­ praxis veranlasste ihn zur Gründung des Originalklang-Projekts der Mahler Academy, die führende Musiker:innen aus Europas renom­mier­testen Orchestern zusammenbringt. Steinaecker hat unter anderem mit dem Antwerp Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Sym­pho­ ny Orchestra, dem Orchestre de Chambre de Paris, dem SWR Sympho­ nieorchester, dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, dem Gürzenich-Orchester Köln und dem Mahler Chamber Orchestra zusammengearbeitet. Dem­nächst stehen Debüts mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und der Sächsischen Staatskapelle Dresden an.

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impressum Herausgeberin Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, Brucknerhaus Linz, Untere Donaulände 7, 4010 Linz Künstlerischer Direktor Norbert Trawöger Programmplanung & Dramaturgie Andreas Meier (Leitung), Paula Schlüter Redaktion Paula Schlüter Grafik Anett Lysann Kraml, Lukas Eckerstorfer Abbildungen gemeinfrei (S. 6, 10, 13 & 15), V. Cadisch (S. 23), Ferrara Musica (S. 24), J. Hargreaves (S. 25) Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten LIVA – Ein Mitglied der Unternehmensgruppe Stadt Linz

Wir danken für Ihren Besuch und wünschen Ihnen ein schönes Konzert!


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