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SON 252 – Denkmäler der Tonkunst in Bayern Band 22

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d e N k Mä ler de r t o N ku N st

i N Bayer N

Neue f olge

veröffentlicht von der gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte

BaNd 22

f riede N sgesä N ge 1628 – 1651

Musik zu M d reissigjä H rige N k rieg

Werke von j ohannes Werlin, s igmund t heophil s taden, Melchior f ranck und a ndreas Berger

Breitkopf & Härtel

Wies B ade N · l eipzig · p aris

20 12

d e N k Mä ler der t o N ku N st i N Bayer N Neue f olge Ba N d 22

f riede N sgesä N ge 1628 – 16 51

Musik zu M d reissigjä H rige N k rieg

Werke von j ohannes Werlin, s igmund t heophil s taden, Melchior f ranck und a ndreas Berger

herausgegeben von s tefan Hanheide

unter Mitarbeit von Meike albrecht, andrea peithmann und anne-Beke sontag

Breitkopf & Härtel

Wies B ade N · l eipzig · p aris

20 12

Bestellnummer: SON 252

ISMN 979-0-004-80293-9

Notengraphik: Ansgar Krause, Krefeld

Druck: Litges & Dopf, Heppenheim

© 2012 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden Printed in Germany

INHALT

Einleitung

I Johannes Werlin

Zur Biographie von Johannes Werlin

Zur Forschungslage

Zu den Irenodiae

Zu den Autoren der Widmungsgedichte

Funktion und Rezeption der Irenodiae

Gattung und formale Gestalten

Zum musikhistorischen Hintergrund der Irenodiae

Die Notation des Druckes

Taktvorzeichnung, Taktstriche und Schwärzungen

Halte- und Bindebögen XXI

Akzidentien XXII

II Sigmund Theophil Staden

Zum musikhistorischen Hintergrund Nürnbergs im 17 Jahrhundert XXIII

Zur Biografie Sigmund Theophil Stadens XXIV

Zur Forschungslage XXVI

Zu den Musicalischen Friedens-Gesängen XXVI

Kompositionsanlass XXVII

Textdichter XXX

Inhaltliche Bezüge zum Enstehungsanlass XXXI

Zur Gattung XXXVI

Formale Gestalten

Die Notation des Druckes XXXIX

Striche und Taktstriche

Taktvorzeichnung

Halte- und Bindebögen

Akzidentien

III Melchior Franck

XXXIX

Zu Komponist und Werk XLIV

Zur Notation XLIX

IV Andreas Berger

Zu Komponist und Werk XLIX

Quellen LI

Statistik LXIII

Revisionsbericht LXXIX

Editionsrichtlinien LXXIX

Verzeichnis der Lesarten LXXXIII

Texte CV

Abbildungen CXIX

V ORWORT

Der Dreißigjährige Krieg hat eine Fülle von Kompositionen hervorgebracht, die sich direkt auf Gegebenheiten und Entwicklungen dieses historischen Ereignisses beziehen In erster Linie handelt es sich um Klagen über die Verheerungen des Krieges, um Gebete zur Wiederbringung des Friedens und um Feiermusiken nach Abschluss des Westfälischen Friedens Daneben sind Trauermusiken, vor allem auf Gustav II Adolf zu nennen Der vorliegende Band versammelt zwei der größten Werksammlungen und zwei Einzelkompositionen dieses Repertoires, die in den heutigen Landesgrenzen Bayerns erschienen sind Es handelt sich um die Irenodiae oder Friedensgesänge (1644) des Lindauer Cantors Johannes Werlin, um die Musicalischen Friedensgesänge (1651) des Nürnberger Stadtpfeifers und Organisten Sigmund Theophil Staden, um das Suspirium Germaniae Publicum (1628) des Coburger Kapellmeisters Melchior Franck und um das Da pacem Domine (1635) von Andreas Berger . Die Einheit des Bandes stiftet also nicht, wie in der Reihe üblich, die Sammlung von Werken eines einzelnen Komponisten, sondern die alle vier Kompositionen einigende Bitte um Frieden Die Beschäftigung des Herausgebers mit Kompositionen zum Dreißigjährigen Krieg begann mit der Gründung einer Arbeitsgruppe unter seiner Leitung an der Universität Osnabrück im Wintersemester 1995/96 im Rahmen der Vorbereitungen zur Feier des 350 . Jahrestages des Westfälischen Friedens 1998 Die studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe, Alexandra Bast, Fridrun Freise, Andrea Peithmann, Anne-Beke Sontag, Tilman Wüstefeldt und Wolfgang Wissemann, eruierten in aufwendigen Recherchen entsprechend relevante Werke und erstellten Partiturversionen Ihnen sei für sehr engagierte und uneigennützige Arbeit herzlich gedankt Auf dieser Basis wurde vom Ensemble Weser-Renaissance unter der Leitung von Manfred Cordes 1997 eine DoppelCD mit dem Titel „Friedens-Seufftzer und Jubel-Geschrey Music for the Peace of Westphalia 1648“ beim Label CPO veröffentlicht Darauf befinden sich alle in diesem Band veröffentlichten Werke, die großen Sammlungen in Auszügen Konzerte mit dieser Musik veranstaltete das Ensemble in Münster und Osnabrück, die im Rundfunk gesendet wurden Viel später kam es zu dem Projekt, auf der Basis dieser Vorarbeiten einen Band mit Werken bayerischer Komponisten zum Dreißigjährigen Krieg zu erarbeiten Ich danke der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte e V für die Aufnahme des Bandes in die Reihe der Denkmäler der Tonkunst in Bayern Mein besonderer Dank gilt dem Redaktor der Gesellschaft, Herrn Dr Stephan Hörner, der das Erscheinen der Edition mit viel Unterstützung, Kompetenz und Engagement und mit ebenso viel Aufmunterung wie Geduld entschieden vorangetrieben und mitgeprägt hat Großen Anteil am Entstehen des Bandes haben die Mitarbeiterinnen, denen ebenso herzlicher Dank gebührt: Anne-Beke Sontag hat im Rahmen einer Staatsexamensarbeit an der Universität Osnabrück zu Werlins Irenodiae eine erste Edition und beträchtliche historische Untersuchungen vorgelegt Diese Arbeit hat Meike Albrecht im Rahmen einer Bachelor-Arbeit auf die Vorgaben der Reihe abgestimmt, entsprechend eine erste, von Andrea Peithmann angefertigte Partitur zu Staden angepasst und dazu eigene historische Untersuchungen angestellt Andrea Peithmann hat die Editionen der Werke von Franck und Berger vorbereitet Der Herausgeber konnte also, wie dargelegt, bei der Erstellung des Bandes auf wertvolle Grundlagen aufbauen Vertiefende Untersuchungen zu den historischen Hintergründen und zur Werkgestalt sowie eine grundlegende Neugestaltung des Notentextes führten zu der vorliegenden wissenschaftlich-kritischen Edition Folgenden Bibliotheken sei für die Druckgenehmigung der Werke gedankt: Der Bischöflichen Zentralbibliothek (ehemals Proskesche Musikbibliothek) Regensburg, der Stadtbibliothek Nürnberg, der British Library London und der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main .

Durch die Hilfe zahlreicher Archive konnten neue Daten und Fakten zu den Komponisten und ihren Werken ermittelt werden Gedankt sei Herrn Heiner Stauder vom Stadtarchiv in Lindau, dem Heimatkundlichen Dokumentationszentrum Lindau, dem Pfarrarchiv und dem Heimatmuseum in Oettingen, dem Archiv der Fürstenhäuser Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Spielberg auf Burg Harburg/ Schwaben, der Stadtbibliothek Nürnberg, der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Abteilung Musik, Theater, Film, Frankfurt am Main, der Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, dem Stadtarchiv Ulm und der Landesbibliothek Coburg Für Auskünfte danke ich schließlich meinen Kolleginnen und Kollegen vom Interdisziplinären Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit der Universität Osnabrück, Frau Prof Dr Siegrid Westphal, Herrn Prof em Dr phil Drs h c Klaus Garber, Herrn Prof Dr Martin Jung und Herrn Dr Ludwig Schipmann, ferner Herrn Prof Dr Hartmut Laufhütte (Universität Passau) und Frau Dr Irmtraut Freiberg (Konservatorium Wien)

Osnabrück, im Frühjahr 2012 Stefan Hanheide

REVISIONSBERICHT

I . Editionsrichtlinien

Musik:

Die Notenwerte und Taktvorzeichnungen entsprechen denen der Quelle, sofern nicht anders angegeben

Die Quellen weisen keine konsequente (Takt-)strichsetzung auf Die Taktstrichsetzung der Edition erfolgt nach heutigem Verständnis der originalen Takt- bzw Mensurangabe Originale Gliederungsstriche, die sich bei Staden und Franck und dort v a im B c finden, sind mit einem kleinen Strich über dem System gekennzeichnet Wo diese sich logisch ergeben, aber in der Quelle aus Platzmangel am Ende einer Zeile fortgelassen worden sind, werden sie in runden Klammern angegeben

Die durch die neue Taktstrichsetzung sich ergebenden Änderungen der Notenwerte, v a durch notwendig werdende Überbindungen, werden nicht eigens nachgewiesen

Im Gegensatz zu Staden, Franck und Berger verwendet Werlin unterschiedliche Takt- bzw . Mensurzeichen für den Tripeltakt . Nur im Fall unterschiedlicher Schreibungen in den Stimmen wird unter Anzeige in den Lesarten eine einheitliche Taktvorzeichnung gewählt .

Die Taktstriche sind für den kleinen Tripeltakt, der in der Quelle mit 3/2 oder 3 vorgezeichnet ist, in der Edition nach 3 Halben gesetzt, für den großen, der in der Quelle mit O 3/1 vorgezeichnet ist, folgen sie in der Edition nach drei ganzen Noten Im geraden, in den Quellen durchweg mit c vorgezeichneten Takt wird der Taktstrich in der Edition nach zwei Halben gesetzt Einzelheiten und Abweichungen sind den jeweiligen Kapiteln „Notation des Druckes“ und dem Lesartenverzeichnis zu entnehmen

Die Schlüssel werden dem modernen Gebrauch angepaßt Die originalen Schlüssel sind im Vorsatz wiedergegeben

Alle Herausgeberzusätze werden in eckigen Klammern angezeigt

Im Notentext bzw in der Generalbassbezifferung selbst erscheinen zwingend notwendige – ebenso geklammerte – Ergänzungen, z B ergänzte Akzidentien Über den Noten der Vokalstimmen gesetzte geklammerte Hinzufügungen sind Herausgebervorschläge Diese Zusätze gelten nur für die einzelne Note und direkte Wiederholungen

Die Geltungsdauer der Vorzeichen ist in alten Drucken nicht zweifelsfrei zu erkennen – in der Regel gelten sie nur für den betreffenden Ton Werlin, selten auch Berger, verwendet häufig Gruppen von vier zusammengehörenden Noten, in denen ein Vorzeichen vor der gleichen Note nur einmal erscheint, auch wenn der betreffende Ton nach i d R einem Zwischenton, seltener nach zwei Zwischentönen abermals erscheint (vgl Einleitung und Abbildungsteil, Nr 5) Die Edition geht stillschweigend von der weiteren Geltung des Vorzeichens aus

In der vorliegenden Edition gelten die Vorzeichen, wie heute allgemein üblich, für den ganzen Takt Das gilt auch für die Generalbassbezifferung Auflösungen oder Wiederholungen, die durch diese Regelung notwendig werden, werden stillschweigend ergänzt Zur Auflösung von Erniedrigungen in einem Stück, das in der Quelle als Generalvorzeichnung ein b verzeichnet, wird anstelle des Kreuzes das moderne Auflösungszeichen verwendet Dies gilt ebenfalls für die Generalbassbezifferung Abweichungen von der Quelle und problematische Lesarten werden in jedem Fall im Lesartenverzeichnis kommentiert

Bei Werlin notiert die Quelle an einigen Stellen Warnakzidentien, z B ein Kreuz vor einem e in einem Stück mit b Vorzeichnung, was darauf hinweist, dass hier kein es gesungen werden soll, oder im B c . ein b über einem d oder a als Hinweis, dass ein Moll-Akkord gemeint ist Diese Warnakzidentien werden, wenn die Lesart eindeutig ist, nicht in die Edition aufgenommen, aber in den Lesarten verzeichnet . Ligaturen werden mit der Ligaturenklammer ⌐ ¬ bezeichnet, Schwärzung der Noten wird durch Kolorhaken ⌐– –¬ angezeigt

Die bei Werlin in der Quelle an einigen Stellen verwendeten Schwärzungen für eine Semibrevis und eine vorausgehende Minima werden in der Edition ebenso wie die anderen Schwärzungen mit Kolorhaken angezeigt Die Minima erscheint durch die Schwärzung wie eine Semiminima, ist aber als Minima zu lesen

In der Generalbassbezifferung fehlende Ziffern werden nur in zwingenden Fällen, und zwar in Klammern, ergänzt Fehler werden unter Anzeige im Lesartenverzeichnis bzw in eckigen Klammern korrigiert

Fehlende Akzidentien in der Generalbassbezifferung werden grundsätzlich in eckigen Klammern ergänzt; nicht berücksichtigt werden jedoch Durchgangsnoten in kleineren Notenwerten Die Quellen verzichten auf die Hinzufügung eines Vorzeichens in der B c -Bezifferung zur Erhöhung der Terz bei Quartvorhalten und vereinzelt auch anderen Alterationen

Generalbassziffern, die in der Quelle direkt hintereinander stehen, werden in der Edition musikalisch sinnvoll auf den Takt verteilt

In der Generalbassbezifferung wird einheitlich die Reihenfolge Zahl–Vorzeichen verwendet (wie in der Quelle bei Werlin, aber abweichend von Staden)

Der Werlin-Druck folgt der in der Zeit nicht ganz unüblichen Praxis, im B .c das b oder Kreuz, das auf die Erniedrigung oder Erhöhung der Terz des Akkordes hinweist, nicht über, sondern im Notensystem vor der Note, auf die es sich bezieht, zu notieren . Auch wenn es ausnahmsweise nicht an der Stelle steht, wo im Notensystem die Terz des Akkordes liegt (z B auf Höhe der Sekunde oder Quarte), geht die Edition davon aus, dass das Zeichen sich immer auf die Terz bezieht, denn alle anderen Alterationen sind mit Ziffern über dem System notiert (vgl Abbildungsteil, Nr 2) In der Edition werden alle Angaben über dem System notiert, wie es der verbreiteten Praxis entspricht

Falls in der Quelle eine Maxima am Schluss notiert ist, wird diese unter Anzeige im Lesartenverzeichnis in eine Longa verwandelt Schlusslongae bei Werlin werden in der Quelle häufig mit dem Hals links notiert; die Edition ändert zur gängigen Schreibweise

Die Quellen verwenden keine Balkensetzung; die Balkensetzung der Edition entspricht modernen Gepflogenheiten

Musikalische Angaben im Notenteil:

Angaben zur Gestalt der Stücke, die durch den Partitursatz von selbst ersichtlich sind, sind stillschweigend eliminiert, z B TacetAng aben oder andere Besetzungshinweise

Staden: Musicalische Friedensgesänge

Die Angaben zur Aufführung der einzelnen Stücke sind in den einzelnen Stimmbüchern nicht einheitlich verzeichnet, sondern ergänzen sich . Alle Abweichungen werden im Lesartenverzeichnis aufgeführt

Die Besetzungsangabe der drei Soloinstrumente lautet den Stimmbüchern gemäß grundsätzlich „Violine 1, Violine 2, Viola“ Alternative Besetzungen sind in der Überschrift der Stücke wiedergegeben Falls die einzelnen Stimmbücher verschiedene sich widersprechende Besetzungsangaben verzeichnen, wird die Besetzung der obersten Singstimme übernommen Die abweichenden Besetzungen in den anderen Stimmbüchern sind im Lesartenverzeichnis vermerkt

Werlin: Irenodiae

Die Stimmbezeichnungen sind nicht immer mit den Bezeichnungen der Stimmbücher identisch (im Stimmbuch des Altus heißt die Stimme des ersten Stückes „Cantus secundus“, im Stimmbuch des Bassus heißt das 11 Stück „Cantus Tertius“) In den Lesarten wird die Stimmbezeichnung verwendet, nicht die Bezeichnung des Stimmbuches Eine Übersicht über die Verteilung der Stimmen auf die Stimmbücher gibt die Statistik

In der Quelle steht die Tempoangabe, da es sich um Stimmbuchnotation handelt, i d R sinnvollerweise beim jeweiligen Stimmeneinsatz In der Edition wird die Angabe mit dem Einsatz der ersten Stimme des Abschnittes verbunden und nur über der Akkolade notiert

Anstelle der Tempobezeichnung „allegro“ verwendet die Quelle an einigen Stellen „allegio“ Die Edition verwendet einheitlich den modernen Begriff unter Angabe in den Lesarten

Liedtext im Notenteil:

Die Überschriften der einzelnen Stücke sind bei Sologesängen von der jeweiligen Singstimme übernommen Bei Stücken mit mehreren Singstimmen sind sie von der obersten Stimme übernommen; abweichende Überschriften in anderen Singstimmen sind in den Lesarten angemerkt

Die Virgel wird durch das moderne Komma ersetzt, in seltenen Fällen durch Punkt, was in den Lesarten nachgewiesen wird

Textergänzungen, für die in der Quelle ein idem-Zeichen (ij) steht, sind kursiv wiedergegeben Auch dort, wo ohne idem-Zeichen von Textwiederholung auszugehen ist, steht dieser Text in Kursivdruck

Die Interpunktion wird wie in der Quelle belassen Zur Sinnverdeutlichung wird an einigen Stellen vorsichtig an die moderne Schreibweise angepasst, was in den Lesarten vermerkt ist

Bei Wort- und Satzgliedwiederholungen wird stillschweigend ein Komma ergänzt

Die Quellen schreiben den ersten Buchstaben nach der Initiale häufig groß, was die Edition nicht übernimmt

Unterschiedliche Schrifttypen für deutsche und lateinische Wörter werden vereinheitlicht

Unterschiedliche Schreibweisen in den einzelnen Stimmbüchern werden vorsichtig vereinheitlicht, in der Regel in Richtung heutiger Schreibweise Die Varianten sind in den Lesarten verzeichnet

Bei Nomina Sacra werden die Großbuchstaben, wie in der Quelle notiert, belassen

Die originale Schreibweise wird mit folgenden Ausnahmen beibehalten:

Alle Abbreviaturen werden stillschweigend aufgelöst (z B un zu und, dz zu daß)

Die Graphie folgender Konsonanten und Diphtonge, die für die Aussprache keine Bedeutung haben, ist stillschweigend der heutigen Schreibung angepaßt: mb und mp zu m bzw mm, ew zu eu, aw zu au U-v und i-j sind stillschweigend ausgeglichen

Die originale Umlautschreibung mit übergestelltem kleinen e wird stillschweigend modernisiert

Unterschiedliche Schreibweisen der s-Laute werden stillschweigend vereinheitlicht

Substantive werden generell groß geschrieben Substantivierte Verben (z B streiten, morden, kriegen) bleiben der Quelle gemäß klein geschrieben

In wenigen Einzelfällen wurde, wo es dem Herausgeber sinnvoll erschien, vorsichtig an moderne Orthographie angeglichen, was in den Lesarten verzeichnet ist

Eindeutige Druckfehler der Orthographie werden korrigiert und in den Lesarten verzeichnet

Die in der Quelle verwendeten Trennzeichen werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktion unterschiedlich behandelt:

Die originalen doppelten Trennstriche (=) sind stillschweigend in einfache (-) verwandelt

Trennzeichen als Worttrenner am Zeilenende werden nicht übernommen .

Trennzeichen als Worttrenner innerhalb einer Zeile, die zur Darstellung einer über mehrere Töne gehaltenen Silbe verwendet werden, werden nicht übernommen .

Trennzeichen als Kennzeichnung von Komposita werden wiedergegeben . Trennzeichen, die nicht eindeutig als Kompositum oder als Zeichen für eine Ligatur erkennbar sind, werden beibehalten

Werlin: Irenodiae

Die Varianten in der Schreibweise einzelner Wörter sind in den Lesarten verzeichnet Die zuletzt genannte Variante ist die der Edition Zweifelsfälle sind in die Lesarten aufgenommen Wenn die Schreibung eines Stückes durchgehend eine andere als die heutige ist, wird der Quelle gefolgt Das hat zur Folge, dass Wörter in verschiedenen Stücken unterschiedlich geschrieben werden

Das zentrale Wort „Friede“ wird immer in moderner Rechtschreibung notiert

Die Stücke tragen in der Quelle keine Überschrift Sie sind in der Edition nach den Textanfängen hinzugefügt

In der Quelle wird nach Ausrufezeichen und Fragezeichen meistens klein weitergeschrieben In der Edition wird stillschweigend die moderne Rechtschreibung verwendet

In der Quelle wird nach einer Virgel in einigen Fällen groß weitergeschrieben In der Edition wird, wenn es sich aus der Satzbedeutung ergibt, die Virgel stillschweigend als ein Punkt aufgefasst

Die Quelle schreibt den häufig vorkommenden Ausruf „O“ durchgehend groß, auch nach einer Virgel In der Edition wird je nach Kontext Groß- oder Kleinschreibung verwendet

Die Quelle trennt den Übergang in die neue Taktart in der Regel mit Virgel und Kleinschreibung . Die Edition verwendet Punkt und Großschreibung unter Angabe in den Lesarten, wenn musikalisch ein neuer Abschnitt erkennbar ist und durch die Trennung vollständige Sätze verbleiben bzw entstehen

Die B c .-Stimme verzeichnet an bestimmten, textlich oder musikalisch sinnfälligen Stellen Textincipits zur Orientierung, die in der Edition und auch in den Lesarten nur bei signifikanten Abweichungen nachgewiesen werden

Text im Textanhang:

Die originale Schreibweise wird mit folgenden Ausnahmen beibehalten:

Die originale Umlautschreibung mit übergestelltem kleinen e ist modernisiert

Unterschiedliche Schreibweisen der s-Laute werden stillschweigend vereinheitlicht

Unterschiedliche Schreibweisen in den einzelnen Stimmen werden sinnvoll vereinheitlicht, in der Regel nach der obersten Stimme Abweichungen werden in den Lesarten angegeben Die Zeilenumbrüche entsprechen nicht denen des Originals, sondern sind an den vorhandenen Reimen orientiert bzw nach Sinneinheiten vorgenommen

Doppelte Trennstriche werden durch einfache ersetzt

Den bei Staden verwendeten Schrifttypen Fraktur und Antiqua werden in der Abschrift ebenfalls zwei unterschiedliche Schrifttypen zugewiesen (Antiqua wird kursiv wiedergegeben) Die unterschiedlichen Schriftgrößen werden nicht berücksichtigt

Die Virgel und ihre Setzung wird beibehalten

Abbreviaturen werden stillschweigend aufgelöst (z B un zu und, dz zu daß)

Abkürzungsverzeichnis

A Altus

B Bassus

B C (B c ) Bassus Continuus (Basso Continuo; Bassus Generalis ad Organum)

Bar Bariton

C Cantus

St Stimme

Str Strophe

T Tenor

Vl Violine

Vln Violone

I Primus

II Secundus

III . Tertius

IV. Quartus

V Quintus

Irenodiae Oder Friedensgesäng. Neue Geistliche Konzert

Cantus primus

Cantus secundus

Bassus Continuus

1. O du Grimm deß Höchsten

Johannes Werlin 1644

OduGrimmdeß

Höch-sten.

OduSchwertdeßHer-ren,

duSchwertdeß

II

& ? C. I

Her-ren,duSchwertdeß

jœ jœ Àœ Àœ

Wannwil-tuauff-hö-ren?

Her-ren.

Å-ren?

Her-ren,wannwil-tuauff-

DuSchwertdeßHer-ren,

OduSchwertdeß

Her-ren,wannwil-tuauff-hö-ren?

hö-ren?DuSchwertdeß

wannwil-tuauff-hö---

C. I
C. II

Frie-des,gibun-sern

OduHerrdeßFrie-des,

maleinEnd,oduHerrdeß

ma-chedeßKriegsein-maleinEnd,

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2. Ach Herr, laß uns Linderung

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B. C.
C.
A.
B. C.

3. Gnädiger Gott, wir bitten dich

& V ?

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C.
C.

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4.Ach gnädiger Gott

achgnä-di-ger

laßdieTagderTrüb-salein

gnä-di-gerGott,

& ? ?

& ? ?

nichtzuschan-denwer-den

durcheine-wi-geEr-

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sungundlaßunsnichtzuschan-den

wer-dene-wig-lich,

undlaßunsnichtzuschan-den

nichtzuschan-denwer-den

Gotter-lö-seuns,

Gotter-lö-se

achgnä-di-ger

wer-dene-wig-

Siehe Lesartenverzeichnis.

C. Bar. B. C.
C.
Bar. B. C.
C. Bar.

Continuus

5.Heiliger Gott wir bitten dich

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wighält,

dannnie-mand

7. Ach Gott! Das Schwert verheeret

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A.
B.
B. C.

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