PB 5828 Breitkopf & Härtel Partitur-Bibliothek Urtext der Johann-StraußGesamtausgabe
Joh. Strauß – EINE NACHT IN VENEDIG Ouverture
– A NIGHT IN VENICE Overture
Partitur Score
JOHANN STRAUSS
1825–1899
EINE NACHT IN VENEDIG
Ouverture
A NIGHT IN VENICE
Overture
herausgegeben von | edited by
Johann-Strauß-Gesellschaft Wien unter der wissenschaftlichen Leitung von | under the scholarly direction of
Fritz Racek Urtext der Johann-Strauß-Gesamtausgabe Urtext from the Johann Strauß Complete Edition
Partitur-Bibliothek 5828 Printed in Germany
II
Vorwort Nach der erfolgreichen Uraufführung seiner Operette Der lustige Krieg im Theater an der Wien am 25. November 1881 trat Johann Strauß mit deren Textautoren F. Zell (Pseudonym für Kamillo Walzel, 1829–1895) und Richard Genée (1823–1895) wegen eines neuen Librettos in Verhandlungen. Das bewährte Zwiegespann, bei dem sich gleichzeitig in derselben Absicht auch Carl Millöcker meldete, hatte zwei Stoffe zur Wahl anzubieten: „Der Bettelstudent“ und „Venezianische Nächte“, später zu Eine Nacht in Venedig umbenannt. Ob nun dabei wirklich die Finte angewandt wurde, das schwächere zweite Buch für Strauß dadurch anziehender zu machen, daß man es wahrheitswidrig als von Millöcker heiß begehrt bezeichnete, bleibe dahingestellt, auch wenn sich für diese Version unter anderen der Millöcker eng befreundete Journalist Siegfried Loewy verbürgt.2 Erinnerte sich Strauß vielleicht auch daran, daß einst vor fünfunddreißig Jahren sein Vater mit einem von ihm im Wiener Odeon veranstalteten Fest unter dem Titel „Eine Nacht in Venedig“ einen triumphalen Erfolg erzielt hatte? Sicher ist jedenfalls, daß der äußeren Einflüssen nicht unzugängliche Komponist sich für die italienische Karnevalsgeschichte entschied. Wahrscheinlich trug zu diesem Entschluss auch Strauß’ zweite Gattin, die junge Sängerin Angelika Dittrich, genannt Lilli, bei, die in der Folge mehrfach in die Arbeit der Librettisten eingriff und deren „freie Initiative“ stark behinderte, worüber Walzel in einem Brief an Strauß am 15. Juli 1886 verspätete Klage führte. [...] Ende März 1882 hatten die beiden Librettisten den ersten und zweiten Akt in der Hauptsache fertiggestellt und nahmen den dritten in Angriff. Um jene Zeit mag auch Strauß mit der Vertonung begonnen haben, die ihm allerdings nicht so zügig wie sonst von der Hand ging. Durch Lillis Beziehungen zu Franz Steiner, dem Direktor des Theaters an der Wien, war die Entfremdung der ungleichen Ehepartner schließlich so weit gediehen, daß am 9. Dezember 1882 die von Strauß beantragte Scheidung gerichtlich besiegelt wurde. Damit war dem Komponisten auch die bisher bevorzugte Uraufführungsstätte verleidet, und Gustav Lewy, dessen Wiener Theateragentur den Bühnenvertrieb des künftigen Cranzschen Verlagswerkes übernommen hatte, mußte um eine andere Lösung bemüht sein. Nach dem Scheitern von Verhandlungen mit dem Wiener Carltheater und der Wiener Hofoper [...] konnte schließlich die „Correspondenz Lewy“ am 1. Mai 1883 mitteilen, daß auf Grund eines mit Direktor Julius Fritzsche geschlossenen Vertrages die neue Operette „im Laufe des Monats September am neuen Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin zur ersten Aufführung“ gelangen werde. Schon etwa zwei Wochen vorher hatte sich in Wien eine größere Gesellschaft zusammengefunden, der Walzel das Libretto vorlas, während Strauß die Musik, so weit sie fertig war, auf dem Klavier vorspielte.3 Am 10. Juni zieht sich Strauß in Begleitung Adeles, seiner künftigen dritten Gattin, auf den Landsitz Schloß Schönau zurück; von dort gehen Eilmeldungen nach Preßbaum zu Genée, der am 22. Juni melden kann: „Ich habe alles, was ich vom II. Finale besitze, textiert und die Instrumentierung ausgefüllt.“ Von nun ab häufen sich Zeitungsnachrichten über die Vorbereitung der Premiere, für die Gaul die Kostüme, Kautsky und Brioschi die Dekorationen entwerfen, und Budapest wie New York werden als Anwärter auf die nächsten Aufführungen genannt. [...] Am 15. September trifft Johann Strauß mit Adele in Berlin ein, wo bereits intensiv geprobt wird. Direktor Fritzsche, der selbst Regie führt, scheut keine Anstrengungen, sein anspruchsvolles Publikum zufrieden zustellen; geht es doch nicht nur um die erste Strauß-Uraufführung außerhalb Wiens, sondern auch um die erste Operettenvorstellung im neuen Hause. Das alte Friedrich-Wilhelmstädtische Theater, wo Strauß noch im November 1882 die 250. Aufführung seines Lustigen Kriegs dirigiert hatte, diente nach einer gründlichen Renovierung nunmehr seit dem 29. September 1883 als „Deutsches Theater“ der Pflege des Sprechstückes; als „Neues Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater“ sollte nun das umgebaute, jetzt 1500 Besucher fassende ehemalige Woltersdorff-
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Theater in der Chausee-Straße mit der Nacht in Venedig glanzvoll eröffnet werden. [...] Zur Aufführung am 3. Oktober 1883 tritt Johann Strauß persönlich ans Dirigentenpult des umgebauten Berliner Theaters, dessen elegante Einrichtung jene uneingeschränkte Anerkennung findet, die der Novität selbst versagt bleibt: „Dank der geschickten Inszenierung durch den bewährten Direktor Fritzsche sowie der glänzenden Ausstattung in Dekorationen und Kostümen und dem tüchtigen und sicheren Zusammenspiel machte die erste Aufführung trotz einiger Schwächen der Musik und des Librettos einen sehr günstigen Eindruck auf das Publikum, das sämtliche Plätze füllte.“4 „Wenn die Wirkung des Werkes zum Schluß nicht hielt, was der musikalisch frische und anmutige erste Akt verhieß, so ist dies wesentlich die Schuld eines in seiner Abgeschmacktheit gar nicht mehr zu charakterisierenden Textbuches.“5 „Die Aufnahme war eine nur geteilte; Beifall kämpft mit Opposition.“6 Das „gelinde, durch den Text verschuldete Fiasko“, welches die kurze Notiz der Allgemeinen Deutschen Musik-Zeitung vom 12. Oktober registriert, erscheint im Morgenblatt des Berliner Tageblatts vom 4. Oktober näher erläutert: „Der Komponist … wurde bei seinem Erscheinen am Dirigentenpult mit den herzlichsten Zurufen begrüßt und jede schmeichlerische Melodie des ersten Aktes wurde mit lautem Beifall anerkannt. Aber der Text der Operette, ein italienischer Salat von Torheit und Langeweile, schmälerte von Szene zu Szene immer mehr die Empfänglichkeit für die lustige Sprache des Orchesters – und als im letzten Akt die Albernheit sich selbst überschlug, als uns die Entstehung eines Rinderbratens aus einer Stiefelsohle mitgeteilt und zur schmelzenden Melodie eines Gesangswalzers die immer wiederholte Versicherung abgegeben wurde: ,Nachts sind die Katzen ja grau, nachts tönt es zärtlich miau’ – da protestierten die Hörer mit peinlicher Lebhaftigkeit …“. Nach Vornahme der nötigsten Änderungen – die „Miaustelle“ wurde entschärft [...] – beeilte sich Strauß heimzukehren und aus den Berliner Erfahrungen für Wien Konsequenzen zu ziehen. Weitere Texte wurden geändert, verschiedene Episodenrollen (Sprechpartien) gestrichen, das erste Finale, „welches viel zu lang ist“7, wurde gekürzt, der „LagunenJodler des Herzogs“8 ganz neu textiert, musikalisch umgearbeitet und dem Publikumsliebling Girardi (Caramello) übertragen. Hingegen durften die von der Vossischen Zeitung gerügte „Überfülle der Walzermelodien“ den Premierengästen des Theaters an der Wien bedenkenlos zugemutet werden; sie bereiteten am 9. Oktober dem Werk und seinem am Dirigentenpult waltenden Schöpfer eine demonstrativ enthusiastische Aufnahme: „Die neue Strauß’sche Operette wurde heute zum ersten und zum zweiten Male, ja mitunter zum dritten Male aufgeführt, denn das Publikum ließ sich fast jede einzelne Nummer einige Male vorsingen. [...]“9 Auf den gleichen Tenor waren auch alle anderen Rezensionen abgestimmt, welche ebenso einmütig die opulente Ausstattung und die ausgezeichnete Darstellung insbesondere durch Caroline Finaly (Annina), Josef Joseffy (Herzog), Alexander Girardi (Caramello) und Felix Schweighofer (Pappacoda) hervorhoben. Die für das Theater an der Wien durchgeführten Änderungen bewährten sich und wurden größtenteils auch vom Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater übernommen, so daß Strauß schon am 15. Oktober in einem öffentlichen Dankschreiben an Direktor Fritzsche seiner Freude darüber Ausdruck geben konnte, daß die Nacht in Venedig nun auch in Berlin „allabendlich großen Beifall findet“. Als dritte Bühne nach Berlin und Wien folgte am 10. November das Deutsche Theater in Budapest, dessen 15. Vorstellung der Komponist persönlich leitete. Auch im Theater an der Wien übernahm Strauß am 19. Dezember zur 44. Aufführung, die vorläufig die letzte bleiben sollte, nochmals selbst die musikalische Leitung, um die Sängerin Finaly zu verabschieden, die sich wegen ihrer Eheschließung von der Bühne zurückzog. Zu gleicher Zeit konnte die „Correspondenz Lewy“ bereits von Vorbereitungen zur Darbietung der Novität in Hamburg,
III
München, Prag, Hannover, Köln, New York, Salzburg, Posen, Troppau, Franzensbad, Karlsbad, Teplitz, Reichenberg, Brünn, Pilsen, Budweis berichten. Schlossen sich auch in den nächsten Jahren noch zahlreiche weitere Bühnen an, so sollte doch die Prophezeiung der Wiener Morgen post vom 10. Oktober 1883 – „Die Operette wird Glück machen und sicherlich das Repertoire sehr lange beherrschen; die Musik ist so einschmeichelnd, daß man sie immer und immer wieder anhören möchte“ – nur hinsichtlich des Nachsatzes in Erfüllung gehen. Als symptomatisch dafür kann die 50. Berliner Aufführung gelten, die erst am 16. September 1885 über die Bretter ging und von zwei spektakulären Jubiläumsvorstellungen umrahmt wurde, dem 300. Lustigen Krieg und der 400. Fledermaus. Auch in Zukunft verhinderten die Schwächen des Librettos einen echten Dauererfolg der Nacht in Venedig, wie andererseits die Vorzüge der Musik bis in unsere Tage immer wieder neue Bearbeiter auf den Plan riefen. Die meisten benützten Quellen sind in der für die Dokumentation des Sträußchen Schaffens auch sonst bedeutsamen Wiener Stadtbibliothek konzentriert, welche auch die zitierten Briefe besitzt. Ihrer Direktion und jener der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek so-
wie dem Notenarchiv des Senders RIAS, Berlin, sagt die Johann-StraußGesellschaft Wien geziemenden Dank für alle bereitwillig gewährte Unterstützung. Für kollegiale Hilfe bei der Ermittlung von Daten zur Werk- und Aufführungsgeschichte dankt weiters der Herausgeber herzlichst Frau Bibliothekarin Eveline Bartlitz, Musikabteilung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, und Herrn Dr. Ernst Hilmar, Stadtbibliothek Wien. Wien, 1970
Fritz Racek
1 Der hier auszugsweise als Vorwort verwendete Text steht im Band der JohannStrauß-Gesamtausgabe im Anhang und leitet dort den Revisionsbericht ein. 2 Neues Wiener Journal, 28. Dezember 1924. 3 Die Presse, Wien, 17. April 1883. 4 Der Reichsbote, Berlin, 5. Oktober 1883. 5 National-Zeitung, Berlin, 4. Oktober 1883. 6 Vossische Zeitung, Berlin, 4. Oktober 1883. 7 Neue Berliner Musikzeitung, 11. Oktober 1883. 8 Berliner Tageblatt (Abendausgabe), 4. Oktober 1883. 9 Neue Freie Presse, Wien, 10. Oktober 1883.
IV
Preface
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Following the successful world premiere of his operetta Der lustige Krieg in the Theater an der Wien on 25 November 1881, Johann Strauß started discussions about a new libretto with the authors of the book, F. Zell (pseudonym for Kamillo Walzel, 1829–1895) and Richard Genée (1823–1895). That trusty team was also negotiating with Carl Millöcker at the time, and had two subjects to offer: “Der Bettelstudent” and “Venezianische Nächte” (Venetian Nights), later renamed Eine Nacht in Venedig (A Night in Venice). It is not known whether a ruse was employed to make A Night in Venice, the weaker of the two books, more attractive to Strauß by declaring untruthfully that Millöcker wanted it at all costs; Millöcker’s close friend, the journalist Siegfried Loewy, was among those who insisted that this was in fact the case.2 Or perhaps Strauß recalled that 35 years earlier his father had scored a triumph with a gala called “A Night in Venice” at the Odeon in Vienna. In any event Johann Strauß, who was not immune to outside influences, chose the Italian Carnival story. His second wife, the young singer Angelika Dittrich (“Lilli” for short), probably had something to do with the decision; subsequently, she interfered repeatedly in the librettists’ work, greatly impeding their “free initiative” as Walzel belatedly complained in a letter to Strauß of 15 July 1886. [...] By the end of March 1882 the librettists had more or less finished the first and second acts, and set about writing the third. Strauß may have begun composing the operetta at this time, but private difficulties kept him from proceeding with his customary elan. Lilli’s affair with Franz Steiner, the director of the Theater an der Wien, had so estranged the mismatched couple that Strauß finally sued for divorce, which was granted on 9 December 1882. This also served to spoil for Strauß the Theater an der Wien, his favourite theatre for bringing out a new work. Gustav Lewy, whose Viennese theatrical agency was in charge of promoting the operetta, had to find another solution. Negotations with Vienna’s Carltheater and with the Court Opera [...] came to nothing, but the “Correspondence Lewy” was finally able to announce on 1 May 1883 that as a result of a contract with director Julius Fritzsche the world première will take place in September at the new Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater in Berlin. About two weeks earlier a group of people had gathered to hear Walzel read the libretto and Strauß play, on the piano, as much of the music as was finished.3 On 10 June Strauß left for his country house, Schönau Castle, accompanied by Adele, who later became his third wife. From Schönau, express parcels were dispatched to Genée in Preßbaum. On 22 June Genée wrote: “I have set words to all that I have of the second Finale, and have filled in the instrumentation.” From then on, press reports about the preparations for the coming première – costumes by Gaul, scenery by Kautsky and Brioschi – became more and more frequent. New York and Budapest were named as contenders for the next performances. [...] On 15 September 1883 Johann Strauß and Adele arrived in Berlin, where rehearsals were already well under way. Director Fritzsche, who also produced, spared no effort to satisfy his discriminating public; for this was not only the first world première of a Strauß operetta outside Vienna; it was also the first operetta performance in the new theatre. The old Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater, where Strauß had conducted the 250th performance of his Der lustige Krieg in November 1882, had been renovated from top to bottom, was renamed the “Deutsches Theater,” and opened on 29. September 1883 as a playhouse. The former WoltersdorffTheater in the Chausee-Straße, altered and expanded to a capacity of 1500, was to be opened as the “Neues Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater” with A Night in Venice. [...] On 3 October 1883 Johann Strauß strode to the conductor’s desk in the pit of the reconstructed theatre in Berlin to preside over the world première of A Night in Venice. The elegant new interior found unbounded admiration; the new work did not. “Thanks to a skillful production by our
reliable Director Fritzsche, brilliant settings and costumes, and efficient and secure cooperation between stage and pit, the first performance made a quite favourable impression on a sell-out house despite certain weaknesses of the music and the libretto.”4 “If the effect of the piece at the end did not come up to what the musically bright and charming first act promised, it is the fault of the book whose tastelessness is beyond all description.”5 “The reception was mixed: applause contended with disapproval.”6 The “mild fiasco brought on by the text,” mentioned in the short notice in the Allgemeine Deutsche Musik-Zeitung of 12 October, is discussed in more detail in the morning edition of the Berliner Tageblatt of 4 October: “The composer … was cheered whole-heartedly as he made his way to the conductor’s desk, and every lilting tune in the first act was acknowledged with loud applause. But the text of the operetta, a hodgepodge of foolishness and tediousness, increasingly impaired from scene to scene one’s sensitivity to the merry language of the orchestra. In the last act, silliness outstripped itself: we were told of a roast beef made from the sole of a boot, and were repeatedly assured, to a languishing waltz tune, that ‘At night all cats are grey, ‘meow’ they tenderly say’ – and the audience protested with embarrassing vigour …” After making the most essential alterations – the “meow” passage was calmed down [...] – Strauß hurried home to apply the lessons learned in Berlin to the forthcoming Vienna performance. Other texts were altered; some small speaking roles were dropped; the first Finale “which is much too long”7 was shortened; the “Duke’s Lagoon Yodel”8 got a completely new text, was reworked musically, taken from the Duke and handed to Caramello, who was played in Vienna by Alexander Girardi, a great favourite with the public. But the “surfeit of waltz tunes,” criticized by the Vossische Zeitung could be served up to the first-nights audience in the Theater an der Wien without a second thought. On 9 October that audience gave the operetta and its creator (Strauß conducted the per formance) a demonstratively enthusiastic reception. “Strauss’s new operetta was played today for the first and second time, and part of it for the third time, for the audience demanded several hearings of almost every number. [...]”9 All the other reviews sang the same tune; they were also unanimous in praising the opulent staging and the outstanding singing and acting, especially that of Caroline Finaly (Annina), Josef Joseffy (Duke), Alexander Girardi (Caramello), and Felix Schweighofer (Pappacoda). The alterations made for the Theater an der Wien proved successful, and most of them were adopted by the Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. On 15 October Strauß addressed an open letter of thanks to Director Fritzsche in which he expressed his happiness at the “fine reception that A Night in Venice is now having every evening in Berlin.” Third in line after Berlin and Vienna was the Deutsches Theater in Budapest; Strauß conducted the 15th performance in person. He also conducted the 44th performance in the Theater an der Wien on 19 December (it was to be the last for some time) to say farewell to the soprano Finaly, who retired from the stage on being married. At about that time, the “Correspondenz Lewy” reported that rehearsals of A Night in Venice were under way in Hamburg, Munich, Prague, Hanover, Cologne, New York, Salzburg, Posen, Troppau, Franzensbad, Karlsbad, Teplitz, Reichenberg, Brünn, Pilsen and Budweis. Theatres in many other cities were added to the list during the next few years. Even so, only the last part of the prophecy printed in the Vienna Morgenpost of 10 October 1883 was to be fulfilled: “The operetta will make its fortune and will have a predominant place in the repertoire for a very long time; the music is so ingratiating that one will want to hear it over and over again.“ Statistical evidence: the 50th performance in Berlin did not take place until 16 September 1885, and was sandwiched between two spectacular jubilees, the 300th Der lustige Krieg and the 400th Die Fledermaus. In later years too, the weaknesses of the libretto prevented A Night in Venice from
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being a really lasting success; on the other hand, the sterling qualities of the music have constantly led to “rescue” attempts by producers and arrangers. The present volume of the Johann Strauß Complete Edition contains the score of the operetta A Night in Venice in the definitive original form as established by the first performances in Vienna. The extant sources are described in the Editor’s Report. In making our revision the following general principles were observed: Most of the sources used are located in the Stadtbibliothek, Vienna, which is of importance in the documentation of Strauß’s work in other respects too. The letters quoted are also owned by that library. The Johann Strauß Society of Vienna wishes to thank the Stadtbibliothek, the Musiksammlung of the Österreichische Nationalbibliothek and the Music Archives of RIAS, Berlin, for assistance willingly given. For their help in supplying dates and information on the composition and first performances of A Night in Venice the Editor’s sincere thanks go to Mrs.
Eveline Bartlitz, Librarian of the Musikabteilung of the Deutsche Staatsbibliothek, Berlin, and to Dr. Ernst Hilmar of the Stadtbibliothek, Vienna. Vienna, 1970
Fritz Racek (Translation: Eugene Hartzell, Petra Kamlot)
1 The text used here in excerpt as a preface is the introduction to the Editor’s Report in the appendix of the Johann Strauss Complete Edition. 2 Neues Wiener Journal, 28 December 1924. 3 Die Presse, Vienna, 17 April 1883. 4 Der Reichsbote, Berlin, 5 October 1883. 5 National-Zeitung, Berlin, 4 October 1883. 6 Vossische Zeitung, Berlin, 4 October 1883. 7 Neue Berliner Musikzeitung, 11 October 1883. 8 Berliner Tageblatt (Evening Edition), 4 October 1883. 9 Neue Freie Presse, Vienna, 10 October 1883.
Besetzung
Scoring
2 Flöten (2. auch Piccolo) 2 Oboen 2 Klarinetten in B 2 Fagotte
2 Flutes (2nd also Piccolo) 2 Oboes 2 Clarinets in Bj 2 Bassoons
4 Hörner in F 2 Trompeten in F 3 Posaunen
4 Horns in F 2 Trumpets in F 3 Trombones
Pauken
Timpani
Schlagzeug (3 Spieler): Glockenspiel, Tamburin, Kleine Trommel, Große Trommel, Becken
Percussion (3 players): Glockenspiel, Tambourine, Small drum, Bass drum, Cymbals
Harfe
Harp
Streicher
Strings
Aufführungsdauer
Performing Time
etwa 7 Minuten
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Ouverture
zur Operette Eine Nacht in Venedig
Johann Strauß
herausgegeben von Fritz Racek
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