Skip to main content

EB 9532 – Sibelius, Klavierquintett

Page 1


SIBELIUS

Klavierquintett

Piano Quintet

JS 159

EB 9532

JEAN SIBELIUS

1865–1957

KLAVIERQUINTETT PIANO QUINTET

JS 159

herausgegeben von | edited by Anna Pulkkis

Urtext der Gesamtausgabe Jean Sibelius Werke Urtext from the Complete Edition Jean Sibelius Works

Edition Breitkopf 9532

Printed in Germany

Vorwort

Das aus fünf Sätzen bestehende Klavierquintett ist Jean Sibelius’ einziges vollendetes Werk dieser Gattung.1 Es entstand in Berlin, wo er von September 1889 bis Juli 1890 lebte. Er studierte Komposition bei Albert Becker, nahm Geigenunterricht und nutzte auch das musikalische Angebot der Stadt, das im Vergleich zu Helsinki üppig war.2 Er absolvierte eine beachtliche Anzahl von Kontrapunktübungen und anderen Aufgaben für Becker, ansonsten gibt es jedoch nur wenige Kompositionen aus der Berliner Zeit; das Quintett war im Frühjahr 1890 sein Hauptprojekt.3 Möglicherweise hat er es im Herbst 1889 geplant oder komponiert, literarische Quellen geben jedoch keinen genaueren Aufschluss darüber.

Im Januar 1890 reiste Sibelius nach Leipzig, um Christian Sindings Klavierquintett zu hören, das vom Brodsky-Quartett und dem Pianisten Ferruccio Busoni aufgeführt wurde, seinem Freund, der am Helsinki Music Institute unterrichtete.4 Sibelius’ Reisegefährte war Adolf Paul, der in Berlin Klavier studierte, aber gerade im Begriff war, Schriftsteller zu werden. Ein zeitgenössisches Quintett in einem Konzert zu hören, kann für Sibelius nicht ohne Bedeutung gewesen sein, doch was genau dies in ihm auslöste, bleibt unklar.5 In einem Zeitungsartikel von 1938 – fast fünfzig Jahre später – erinnerte sich Paul: „Unsere Expedition nach Leipzig gab wohl Sibelius einen gewissen Antrieb sein eigenes Quintett fertigzustellen. Denn er ging mit Feuereifer an die Arbeit.“6 In einem Brief vom 7. März 1890 fragte Christian Sibelius seinen Bruder, ob er etwas Neues komponiert habe, das in Helsinki aufgeführt werden könnte – „dies würde wieder für Aufsehen in den Zeitungen sorgen und sich positiv auf die Vergabe von Stipendien auswirken.“ Jeans Antwort ist verlorengegangen, muss aber eine Erwähnung des Quintetts enthalten haben: Am 13. März schrieb Christian, dass Jeans ehemaliger Kompositionslehrer Martin Wegelius lieber ein Streichquartett für die Aufführung am Musikinstitut hätte, „aber wenn du darauf bestehst, ein Klavierquintett zu komponieren, dann nur zu!“7 Sibelius’ Arbeit am Quintett war vermutlich schon weit fortgeschritten. Aus dem umfangreichen Manuskriptmaterial lässt sich ein akribischer Prozess mit gründlichen Überarbeitungen herauslesen – er verwarf sogar einen fertigen Scherzo-Satz, der sich vom endgültigen völlig unterscheidet. Im April 1890 schickte er das fertige Quintett nach Helsinki. Christian schrieb ihm: „Dein Quintett kam zu spät an, daher kann es wahrscheinlich nicht vollständig geprobt werden. Aber ein Teil davon wird sicherlich aufgeführt werden.“8 Die Sätze I und III von Sibelius’ Klavierquintett wurden am 5. Mai 1890 bei einem vom Musikinstitut Helsinki organisierten Musikabend im Schwedischen Normal-Lyzeum in Helsinki aufgeführt. Es musizierten Ferruccio Busoni (Pf.), Johan Halvorsen und Karl Fredrik Wasenius (Vl.), Josef Schwartz (Va.) und Otto Hutschenreuter (Vc.).9 Sibelius war noch in Berlin, aber sowohl Wegelius als auch Christian Sibelius hielten ihn mit Briefen auf dem Laufenden. Wegelius verschonte seinen ehemaligen Schüler nicht von der Kritik an Satz I, den er „ungeschickt“ und „schlecht instrumentiert“ fand. Er fuhr fort: „Du wolltest nicht glauben, dass das Quintett ein gewagtes Experiment für einen so bescheidenen Pianisten wie dich war. Nun muss ich aber zugeben, dass das Andante meine Erwartungen in dieser Hinsicht weit übertroffen hat – wie es auch ansonsten eine ernsthafte und gute Komposition ist.“10

Kritiken der Helsinkier Zeitungen spiegeln die Erwartungen an den jungen Komponisten wider, der im Ausland studiert hatte.11 Trotz der allgemein wohlwollenden Haltung verwirrte der erste Satz die Kritiker. Karl Flodin von der Nya Pressen schrieb, dass er vom „barocken, krampfhaften Stil“ eher „überrascht als verzau-

bert“ sei. Oskar Merikanto von der Uusi Suometar merkte an, dass die vielen „eigenartigen, unerwarteten Wendungen“ das Stück zwar „fragmentarisch und ermüdend“ erscheinen ließen, dessen musikalischer Wert jedoch nicht zu leugnen sei. Der dritte Satz wurde einstimmig gelobt. Laut Flodin „hätte allein eine solch bemerkenswerte Steigerung, die der Komponist – mit neuen, gewagten harmonischen Verbindungen – am Ende geschaffen hat, gereicht, um dem Satz ein außergewöhnlich starkes Interesse einzubringen.“12

Die folgende Aufführung von Sibelius’ Quintett – diesmal der Sätze I–IV – fand auf Initiative von Adolf Paul statt. Er wollte die Ergebnisse seines Klavierstudiums in Turku (Åbo) präsentieren und für die Konzertreihe der Musikgesellschaft in Turku „gerne ein Konzert von Beethoven spielen – oder das neue Klavierquintett von Jean Sibelius, das ein prächtiges Stück ist und sicher gefallen würde.“13 Das Quintett wurde angenommen, aber Pauls Einstudierung verlief nicht wie geplant, und er schlug vor, den letzten Satz wegzulassen: „Die ersten vier Sätze ergeben auch ohne den letzten ein stimmiges Ganzes.“14

Das Konzert fand am 11. Oktober 1890 im Alten Akademiesaal in Turku statt. Von den Musikern sind nur die Namen von Paul und Richard Hagel (Vl. I) bekannt; die anderen Streicher waren vermutlich Mitglieder des Orchesters der Musikgesellschaft.15 Es war das erste Mal, dass Sibelius’ Musik in Turku aufgeführt wurde. Ähnlichkeiten mit den Pressereaktionen im Mai sind erkennbar. Für den anonymen Kritiker in der Åbo Tidning schienen der erste und in gewissem Maße auch der zweite Satz „so undurchsichtig in der Gestaltung, dass sie zumindest beim ersten Hören wenig Freude bereiten“, während die beiden übrigen Sätze „zwar nicht genauso originell, dafür aber umso verständlicher“ wirkten.16 Sibelius wohnte dem Konzert in Turku nicht bei. Am 13. Oktober besuchte er die Uraufführung seines Streichquartetts B-dur in Helsinki und reiste kurz darauf für eine weitere Studienzeit nach Wien.17

Neben den öffentlichen Aufführungen in Helsinki und Turku wurde das Quintett auch bei privaten Anlässen von Sibelius’ Studienkollegen in Berlin gespielt. In den Memoiren des Geigers Frederik Schnedler-Petersen wird ein Durchspielen im Frühjahr 1890 (bevor Sibelius das Quintett nach Helsinki schickte) mit dem Pianisten Alf Klingenberg erwähnt.18 Adolf Paul verweist in seinen Artikeln aus dem Jahr 1938 auf eine weitere private Aufführung, die vermutlich im akademischen Jahr 1890–1891 stattgefunden hat: „Zunächst spielten wir das Quintett im Freundeskreis, vor wenigen Zuhörern. Fini Henriques spielt die erste Geige, Geraldine Morgan die zweite, Theodore Spiering die Bratsche und Paul Morgan das Cello.“19

Als Sibelius im Juni 1891 nach Finnland zurückkehrte, ließ er das Quintett in Berlin bei Paul, der sich um eine Veröffentlichung bemühte.20 Sibelius selbst plante eine weitere Aufführung des Quintetts in Helsinki.21 Alle diese Pläne scheiterten. Paul schickte das Quintett zurück, und im Laufe des Jahres 1893 verwendete Sibelius Material aus Satz V im ersten der Sechs Impromptus für Klavier (op. 5) und im Rondo für Viola und Klavier (JS 162).22 Im Laufe der Jahre überlegte er mehrmals, dem Quintett eine Opuszahl zu geben, und es erscheint auch auf Überarbeitungslisten in seinen Tagebüchern vom Februar 1910 und August 1911.23 Letztendlich blieb es ohne Opuszahl und wurde auch zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht.24

Sibelius hat sein Quintett nie in einem Konzert gehört. Erst zu seinem hundertsten Geburtstag wurde das gesamte Werk erstmals öffentlich aufgeführt: am 24. Mai 1965 im Rahmen der Musikfestspiele Turku. Es spielten Liisa Pohjola (Pf.), Tuomas Haa-

panen und Pekka Kari (Vl.), Mauri Pietikäinen (Va.) und Erkki Rautio (Vc.). Das Programm beinhaltete auch Joonas Kokkonens Streichquartett Nr. 1 und Sibelius’ Trio C-dur (Lovisa-Trio, JS 208) aus dem Jahr 1888.25 Das Konzert fand im Alten Akademiesaal statt, am gleichen Ort, an dem 75 Jahre zuvor die Sätze I–IV des Quintetts aufgeführt worden waren. Wie der anonyme Kritiker es in der Åbo Underrättelser ausdrückte, hatten „die Anwesenden die Möglichkeit, einen Moment finnischer Musikgeschichte zu erleben“.26

Die vorliegende Ausgabe übernimmt den Notentext der Gesamtausgabe Jean Sibelius Works, Serie IV Kammermusik, Bd. 3: Klavierquintett JS 159, herausgegeben von Anna Pulkkis, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2023.

Helsinki, Herbst 2024

Anna Pulkkis

1 Die JS-Katalognummern für Sibelius’ Werke ohne Opuszahl wurden in Fabian Dahlström, Jean Sibelius. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner Werke (Wiesbaden: Breitkopf & Härtel 2003) [= SibWV] festgelegt.

2 Sibelius nahm Privatunterricht bei Becker; vgl. Karl Ekman, Jean Sibelius. En konstnärs liv och personlighet (Helsingfors: Holger Schildts förlag 1935) [= Ekman 1935], S. 76. Zum musikalischen Umfeld von Sibelius in Berlin vgl. Erik Tawaststjerna, Jean Sibelius: Åren 1865–1893 ([Helsingfors:] Söderström & c:o [1968] 1992 [= Tawaststjerna 1992], S. 126–130.

3 Sibelius vollendete Allegro (JS 25) für Blechbläser-Septett und Triangel im Dezember 1889; siehe JSW III/2. Das Quintett war kein Auftrag für Becker, sondern Sibelius überreichte es ihm; vgl. Ekman 1935, S. 82–83. Zu den in der Sibelius-Sammlung der finnischen Nationalbibliothek erhaltenen Übungen vgl. Kari Kilpeläinen, The Jean Sibelius Musical Manuscripts at Helsinki University Library (Wiesbaden: Breitkopf & Härtel 1991) [= Kilpeläinen 1991], S. 199–201, 350–352 und 358–366.

4 Sinding komponierte sein Quintett in e-moll (op. 5) in den Jahren 1882–1884. Das Konzert fand im Gewandhaus statt, wo dieselben Musiker genau ein Jahr zuvor, am 19. Januar 1889, die deutsche Erstaufführung des Werkes gespielt hatten; vgl. Neue Zeitschrift für Musik (Bd. 56), 5/1889, und (Bd. 57), 5/1890.

5 Die Quintette von Sibelius und Sinding enthalten beide einen Satz mit dem Titel Intermezzo. Weitere Gemeinsamkeiten finden sich bei Tawaststjerna 1992, S. 138, und Jorma Daniel Lünenbürger, „Sibelius’s Berlin period and the G minor Piano Quintet“ in Sibelius in the Old and New World. Aspects of His Music, Its Interpretation, and Reception, hrsg. von Timothy L. Jackson, Veijo Murtomäki, Colin Davis und Timo Virtanen (Frankfurt am Main: Peter Lang 2010), S. 148.

6 Pauls Artikel „Zwei Klavierquintette“ [= Paul 1938a] und „‚Ich bringe es niemals fertig!‘“ [= Paul 1938b] erschienen am 28. und 30. Januar 1938 in der von der NSDAP herausgegebenen deutschen Zeitung Völkischer Beobachter. Paul 1938a; siehe auch Pauls Debütroman En bok om en människa (Stockholm: Albert Bonniers förlag 1891), S. 217–223.

7 Christian Sibelius’ Briefe an Jean Sibelius vom 7. und 13. März 1890 (The National Archives of Finland, Sibelius Family Archive [= NA, SFA], Kasten 28).

8 Christian Sibelius’ Brief an Jean Sibelius vom 28. April 1890 (NA, SFA, Kasten 28).

9 Auf dem Programm standen außerdem Busonis Streichquartett (op. 19) sowie „Wotans Abschied“ und „Feuerzauber“ aus Wagners Die Walküre

10 Wegelius’ Brief an Sibelius vom 6. Mai 1890 (NA, SFA, Kasten 31).

11 Z. B. Wasenius (Bis.) in Hufvudstadsbladet, 6. Mai 1890.

12 Flodin (K.) in Nya Pressen und Merikanto (O.) in Uusi Suometar, 6. Mai 1890.

13 Pauls Brief an John Dalberg, undatiert, aber wahrscheinlich vom Mai oder Juni 1890 (Bibliothek der Åbo Akademi, Adolf Pauls samling [= LÅA, APS], B:3). Vgl. auch Fabian Dahlström (Hrsg.), Din tillgifne ovän. Korrespondensen mellan Jean Sibelius och Adolf Paul 1889–1943 (Helsingfors: Svenska litteratursällskapet i Finland [= SLS] 2016) [= Dahlström 2016], S. 26.

14 Pauls Briefe an Dalberg (LÅA, APS, B:3) und an Ludvig Fabritius (the Sibelius Museum, Turku), beide vom 26. September 1890.

15 Auf dem Programm standen außerdem Karl Hagels Suite für Streichquartett sowie Beethovens Romanze in F-dur (op. 50) und Wieniawskis Scherzo-Tarantella (op. 16).

16 Anonymer Kritiker in Åbo Tidning, 12. Oktober 1890. Vgl. auch Åbo Underrättelser, 12. Oktober 1890.

17 Zum Streichquartett in B-dur siehe JSW IV/4. Sibelius’ Abwesenheit vom Turku-Konzert wird in Paul 1938b erwähnt und durch Briefe von Aino Järnefelt an Sibelius vom 27. Oktober 1890 (NA, SFA, Kasten 27) und von Sibelius an Järnefelt vom 3. November 1890 (NA, SFA, Kasten 94) bestätigt.

18 Schnedler-Petersen, Et liv i musik (København: Novografia 1946), S. 33. Der Cellist könnte Paul Morgan gewesen sein; Morgans Brief an Sibelius vom 5. September 1890 (NA, SFA, Kasten 23).

19 Paul 1938b. Laut Paul schickte ihm Sibelius die Partitur und die Stimmen aus Wien. Dieselben Streicher spielten Sibelius’ Streichquartett in B-dur am 15. Februar 1891 bei einer privaten Veranstaltung in Berlin (vgl. JSW IV/4).

20 Paul hatte das Quintett offenbar im März einem Verleger angeboten; Sibelius’ Brief an Paul vom 23. März 1891 (Universitätsbibliothek Uppsala [= UUL]) und Dahlström 2016, S. 499.

21 Sibelius’ Brief an Paul vom 26. Oktober 1891 (UUL).

22 Zu den Impromptus siehe SibWV, S. 16, und JSW V/1. Zum Rondo siehe SibWV, S. 600. Zu den Verbindungen zwischen dem Quintett und anderen Werken von Sibelius siehe z. B. Folke Gräsbeck, The Piano in Jean Sibelius’s Youth Production (Helsinki: Sibelius Academy 2008), S. 133–135.

23 Zu den Opuszahlen siehe SibWV, S. 680–681. Sibelius’ Tagebuch (NA, SFA, Kästen 37 und 38) ist in Fabian Dahlström (Hrsg.), Jean Sibelius dagbok 1909–1944 (Helsingfors: SLS und Stockholm: Atlantis 2005) veröffentlicht; die Listen erscheinen auf den Seiten 40 und 85 (wobei in der längeren Liste Quartett anstelle von Quintett steht: ein Transkriptionsfehler).

24 Vermutlich noch 1940 entwarf Sibelius einen Choral, in dem er thematisches Material aus Satz III des Quintetts verwendete; siehe Kilpeläinen 1991, S. 379, und Andrew Barnett, Sibelius (New Haven und London: Yale University Press 2007), S. 363.

25 Zum Lovisa-Trio siehe JSW IV/1.

26 Pseudonym „egro“ in Åbo Underrättelser, 26. Mai 1965.

Preface

Jean Sibelius’s five-movement Piano Quintet is his only finished work in this genre.1 He composed the Quintet in Berlin, where he lived from September 1889 to July 1890. He studied composition with Albert Becker, took lessons in violin playing, and also took advantage of the city’s musical offerings, which were abundant compared to Helsinki.2 He completed a considerable number of counterpoint exercises and other assignments for Becker, but otherwise there are few compositions from the Berlin period; the Quintet was his major achievement during the spring of 1890.3 He may have been planning or composing it during the fall of 1889, but literary sources shed no direct light on that matter.

Sibelius traveled to Leipzig in January 1890 to hear Christian Sinding’s Piano Quintet performed by the Brodsky Quartet with pianist Ferruccio Busoni, his friend who taught at the Helsinki Music Institute.4 Sibelius’s traveling companion was Adolf Paul who studied piano in Berlin but was in the process of becoming a writer. Hearing a contemporary quintet in a concert could not have been without significance for Sibelius, yet the nature of the impact remains unclear.5 In a newspaper article in 1938 – almost fifty years later – Paul recalled: “Our expedition to Leipzig probably gave Sibelius a certain impulse to finish his own Quintet. For he got down to work with ardor.”6

In a letter dated 7 March 1890, Christian Sibelius asked whether his brother had composed anything new that could be performed in Helsinki – “there would be a fuss in the newspapers again and it would have a healthy effect on the distribution of grants.” Jean’s reply is lost, but it must have included a mention of the Quintet: On 13 March Christian reported that Jean’s former composition teacher Martin Wegelius would prefer to receive a string quartet to be performed at the Music Institute, “but if you insist on composing a piano quintet, go for it.”7 Sibelius’s work on the Quintet was probably already well underway. The vast manuscript material conveys a painstaking process with thorough revisions – he even abandoned a finished Scherzo movement that is totally different from the final one. He sent the completed Quintet to Helsinki in April 1890. Christian wrote to him: “Your Quintet arrived too late, such that it is probably impossible to manage to rehearse it entirely. But some of it will certainly be performed.”8

Movements I and III of Sibelius’s Quintet were performed at a musical evening organized by the Helsinki Music Institute at the Swedish Normal Lyceum in Helsinki on 5 May 1890. The musicians were Ferruccio Busoni (Pf.), Johan Halvorsen and Karl Fredrik Wasenius (Vl.), Josef Schwartz (Va.), and Otto Hutschenreuter (Vc.).9 Sibelius was still in Berlin, but both Wegelius and Christian Sibelius kept him informed via letters. Wegelius did not shield his former pupil from criticism of movement I, which he found “clumsy” and “poorly orchestrated.” He continued: “You did not want to believe that the Quintet was a daring experiment for such a weak pianist as you. Now I must admit, though, that the Andante much exceeded my expectations in that respect, as it also otherwise is a solemn and good composition.”10

Reviews in the Helsinki newspapers reflect the expectations placed on the young composer who had been studying abroad.11 Despite the generally favorable attitudes, movement I puzzled the critics. Karl Flodin of Nya Pressen wrote that it “surprised rather than charmed” him with its “baroque, spasmodic style.” Oskar Merikanto of Uusi Suometar remarked that although the many “peculiar, unexpected turns” may make the piece appear “fragmentary and tiring,” its musical value could not be denied. Movement III was praised unanimously. According to Flodin, “[s]uch a

remarkable rise as the one that the composer created at the end – with new, daring harmonic connections – would alone have been sufficient to lend the movement an interest way above the ordinary.”12

The next performance of Sibelius’s Quintet – this time movements I–IV – was on the initiative of Adolf Paul. He wanted to present results of his piano studies in Turku (Åbo) and suggested for the concert series of the Musical Society in Turku “a concerto by Beethoven – or Jean Sibelius’s new Piano Quintet, which is a splendid number and would surely be popular.”13 The Quintet was accepted, but Paul’s practicing did not go as planned, and he proposed the finale to be left out, claiming that “[t]he first four movements nevertheless form a coherent whole without it.”14

The concert was held at the Old Academy Hall in Turku on 11 October 1890. Of the musicians, only Paul’s and Richard Hagel’s (Vl. I) names are known; the other string players were probably members of the Musical Society’s orchestra.15 This was the first time Sibelius’s music had been performed in Turku. Similarities with the press reactions in May are evident; for the anonymous critic writing in Åbo Tidning, the first movement, and also the second to some extent, appeared “so obscure in design that, at least in a first hearing, they are less than fully enjoyable,” whereas the remaining two movements seemed, “if not as original, instead so much more intelligible.”16 Sibelius was not present at the Turku concert. On 13 October he attended the premiere of his String Quartet in Bj major in Helsinki, and shortly thereafter traveled to Vienna for another period of study abroad.17

Aside from the public performances in Helsinki and Turku, the Quintet was played on private occasions by Sibelius’s fellow students in Berlin. A playing-through in the spring of 1890 (before Sibelius sent the Quintet to Helsinki), with pianist Alf Klingenberg, is mentioned in the memoirs of violinist Frederik Schnedler-Petersen.18 In his 1938 articles, Adolf Paul refers to another private performance that probably took place during the academic year 1890–1891: “[W]e played the Quintet within the circle of friends, to a few listeners. Fini Henriques plays the first violin, Geraldine Morgan the second, Theodore Spiering the viola, and Paul Morgan the cello.”19

When Sibelius returned to Finland in June 1891, he left the Quintet in Berlin with Paul, who was trying to get it published.20 Sibelius himself planned another performance of the Quintet in Helsinki.21 All these plans failed. Paul returned the Quintet, and during the year 1893, Sibelius used material from movement V in the first of the Six Impromptus for piano (op. 5) and in the Rondo for viola and piano (JS 162).22 He considered giving the Quintet an opus number several times over the years, and it also appears on revision lists in his diary from February 1910 and August 1911.23 In the end, it remained without opus number and also unpublished during his lifetime.24

Sibelius never heard his Quintet performed in concert. It was not until the hundredth anniversary of his birth that the entire work was performed in public: on 24 May 1965 at the Turku Music Festival. The musicians were Liisa Pohjola (Pf.), Tuomas Haapanen and Pekka Kari (Vl.), Mauri Pietikäinen (Va.), and Erkki Rautio (Vc.), and the program also included Joonas Kokkonen’s String Quartet No. 1 and Sibelius’s Trio in C major (Lovisa Trio, JS 208) from 1888.25 The concert was held at the Old Academy Hall, the same place in which movements I–IV of the Quintet were performed 75 years earlier. As the anonymous critic put it in Åbo Underrättelser, “[t]hose who were present had an opportunity to witness a moment of Finnish music history.”26

The present edition reproduces the music text of the Complete Edition of Jean Sibelius Works, series IV Chamber Music, vol. 3: Piano Quintet JS 159, edited by Anna Pulkkis, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, 2023.

Helsinki, Fall 2024

Anna Pulkkis

1 JS catalog numbers for Sibelius’s works without an opus number were established in Fabian Dahlström, Jean Sibelius. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner Werke (Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 2003) [= SibWV].

2 Sibelius studied with Becker privately; see Karl Ekman, Jean Sibelius. En konstnärs liv och personlighet (Helsingfors: Holger Schildts förlag, 1935) [= Ekman 1935], p. 76. For Sibelius’s musical milieu in Berlin, see Erik Tawaststjerna, Jean Sibelius: Åren 1865–1893 ([Helsingfors:] Söderström & c:o, [1968] 1992 [= Tawaststjerna 1992], pp. 126–130.

3 Sibelius completed Allegro (JS 25) for brass septet and triangle in December 1889; see JSW III/2. The Quintet was not an assignment for Becker, but Sibelius presented it to him; see Ekman 1935, pp. 82–83. For exercises preserved in the National Library of Finland Sibelius collection, see Kari Kilpeläinen, The Jean Sibelius Musical Manuscripts at Helsinki University Library (Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1991) [= Kilpeläinen 1991], pp. 199–201, 350–352, and 358–366.

4 Sinding composed his Quintet in E minor (op. 5) in 1882–1884. The concert was held at the Gewandhaus, where the same musicians had played the German premiere of the work exactly one year previously, on 19 January 1889; see Neue Zeitschrift für Musik (Vol. 56), 5/1889, and (Vol. 57), 5/1890.

5 The Quintets of Sibelius and Sinding both contain a movement entitled Intermezzo. For other shared features, see Tawaststjerna 1992, p. 138, and Jorma Daniel Lünenbürger, “Sibelius’s Berlin period and the G minor Piano Quintet” in Sibelius in the Old and New World. Aspects of His Music, Its Interpretation, and Reception, eds. Timothy L. Jackson, Veijo Murtomäki, Colin Davis, and Timo Virtanen (Frankfurt am Main: Peter Lang, 2010), p. 148.

6 Paul’s articles “Zwei Klavierquintette” [= Paul 1938a] and “‘Ich bringe es niemals fertig!’” [= Paul 1938b] appeared in the German newspaper Völkischer Beobachter, published by the NSDAP, on 28 and 30 January 1938. Paul 1938a; see also Paul’s debut novel En bok om en människa (Stockholm: Albert Bonniers förlag, 1891), pp. 217–223.

7 Christian Sibelius’s letters to Jean Sibelius dated 7 and 13 March 1890 (The National Archives of Finland, Sibelius Family Archive [= NA, SFA], file box 28).

8 Christian Sibelius’s letter to Jean Sibelius dated 28 April 1890 (NA, SFA, file box 28).

9 The program also included Busoni’s String Quartet (op. 19) as well as “Wotans Abschied” and “Feuerzauber” from Wagner’s Die Walküre

10 Wegelius’s letter to Sibelius dated 6 May 1890 (NA, SFA, file box 31).

11 E.g., Wasenius (Bis.) in Hufvudstadsbladet, 6 May 1890.

12 Flodin (K.) in Nya Pressen and Merikanto (O.) in Uusi Suometar, 6 May 1890.

13 Paul’s letter to John Dalberg, undated but probably from May or June 1890 (the Library of Åbo Akademi, Adolf Pauls samling [= LÅA, APS], B:3). See also Fabian Dahlström (ed.), Din tillgifne ovän. Korrespondensen mellan Jean Sibelius och Adolf Paul 1889–1943 (Helsingfors: Svenska litteratursällskapet i Finland [= SLS], 2016) [= Dahlström 2016], p. 26.

14 Paul’s letters to Dalberg (LÅA, APS, B:3) and to Ludvig Fabritius (the Sibelius Museum, Turku), both dated 26 September 1890.

15 The program also included Karl Hagel’s Suite for string quartet as well as Beethoven’s Romance in F major (op. 50) and Wieniawski’s Scherzo-Tarantella (op. 16).

16 Anonymous critic in Åbo Tidning, 12 October 1890. See also Åbo Underrättelser, 12 October 1890.

17 On the String Quartet in Bj major, see JSW IV/4. Sibelius’s absence from the Turku concert is mentioned in Paul 1938b, and confirmed by letters from Aino Järnefelt to Sibelius dated 27 October 1890 (NA, SFA, file box 27) and from Sibelius to Järnefelt on 3 November 1890 (NA, SFA, file box 94).

18 Schnedler-Petersen, Et liv i musik (København: Novografia, 1946), p. 33. The cellist may have been Paul Morgan; Morgan’s letter to Sibelius dated 5 September 1890 (NA, SFA, file box 23).

19 Paul 1938b. According to Paul, Sibelius sent him the score and parts from Vienna. The same string players performed Sibelius’s String Quartet in Bj major at a private occasion in Berlin on 15 February 1891 (see JSW IV/4).

20 Paul had apparently offered the Quintet to a publisher in March; Sibelius’s letter to Paul dated 23 March 1891 (Uppsala University Library [= UUL]) and Dahlström 2016, p. 499.

21 Sibelius’s letter to Paul dated 26 October 1891 (UUL).

22 On the Impromptus, see SibWV, p. 16, and JSW V/1. On the Rondo, see SibWV, p. 600. On connections between the Quintet and other works by Sibelius, see e.g., Folke Gräsbeck, The Piano in Jean Sibelius’s Youth Production (Helsinki: Sibelius Academy, 2008), pp. 133–135.

23 For the opus numbers, see SibWV, pp. 680–681. Sibelius’s diary (NA, SFA, file boxes 37 and 38) is published in Fabian Dahlström (ed.), Jean Sibelius dagbok 1909–1944 (Helsingfors: SLS and Stockholm: Atlantis, 2005); the lists appear on pp. 40 and 85 (where the longer list has Quartett in place of Quintett: a transcription error).

24 As late as probably in 1940, Sibelius drafted a chorale in which he used thematic material from movement III of the Quintet; see Kilpeläinen 1991, p. 379, and Andrew Barnett, Sibelius (New Haven and London: Yale University Press, 2007), p. 363.

25 On the Lovisa Trio, see JSW IV/1.

26 Pseudonym “egro” in Åbo Underrättelser, 26 May 1965.

Inhalt | Contents

Klavierquintett

* Siehe „Critical Remarks“ (Einzelanmerkungen, T. 12, 18, 19).

Leseprobe

Leseprobe

Leseprobe Sample page

Leseprobe Sample page

* Siehe „Critical Remarks“ (Einzelanmerkungen). |See the Critical Remarks.

Leseprobe Sample page

Leseprobe

Leseprobe Sample page

Siehe „Critical Remarks“ (Einzelanmerkungen). |See the Critical Remarks.

Leseprobe Sample page

This is an excerpt. Not all pages are displayed. Have we sparked your interest? We gladly accept orders via music and book stores or through our webshop at www.breitkopf.com. Dies ist eine Leseprobe.

Nicht alle Seiten werden angezeigt. Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Bestellungen nehmen wir gern über den Musikalien- und Buchhandel oder unseren Webshop unter www.breitkopf.com entgegen.

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
EB 9532 – Sibelius, Klavierquintett by Breitkopf & Härtel - Issuu