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„In welchem Land hat Händel die meiste Zeit seines Lebens zugebracht?“ – „Welchem Werk ist die Melodie der deutschen Nationalhymne entnommen?“ – „Was ist ein Auftakt?“ – „Wer wirkte nicht in Weimar: Bach, Haydn oder Liszt?“ Thomas Krämer fühlt allen Musikliebhabern unterhaltsam und kompetent im Multiple-Choice-Verfahren „auf den Zahn“. Stets ist eine von drei vorgeschlagenen Lösungen die richtige. Aber nicht nur Musikgeschichte und Musiktheorie werden abgefragt – auch Instrumente, Interpreten und Jazz/Rock/Pop haben eigene Kapitel. 231 Fragen, 693 Lösungsvorschläge und natürlich: 231 Antworten! Testen Sie Ihr Musikwissen …
Thomas Krämer (*1952) studierte in Detmold Schulmusik, Komposition, Dirigieren, Musiktheorie, Klavier und Gehörbildung. Er ist seit 1985 Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Saar, war von 1996 bis 2004 auch deren Rektor, und hält Vorlesungen an der Universität des Saarlandes. Neben diesen Funktionen pflegt Krämer eine intensive Tätigkeit als Dirigent und als Komponist, wofür er mehrfach mit Preisen bedacht wurde. Thomas Krämers Fachbücher Harmonielehre im Selbststudium (6. Auflage 2013), Lehrbuch der harmonischen Analyse (2. Auflage 2012), Lexikon Musiktheorie (gemeinsam mit Manfred Dings; 2. Auflage 2010) und Kontrapunkt. Polyphone Musik in Selbststudium und Unterricht (2012) sind weit verbreitete Standardwerke.
Thomas Krämer . Musikwissen!
Thomas Krämer
Musikwissen! 231 Fragen und Antworten
ISBN 978-3-7651-0447-3
9 783765 104473 BV 447
Breitkopf & Härtel
Thomas Krämer · Musikwissen!
Thomas Krämer
Musikwissen! 231 Fragen und Antworten
BREITKOPF & HÄRTEL
BV 447 ISBN 978-3-7651-0447-3 © 2015 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden Alle Rechte vorbehalten Umschlagentwurf und Illustrationen: Marion Schröder, Wiesbaden Satz und Layout: Kontrapunkt Satzstudio Bautzen Druck: Bräuning + Rudert OHG, Espenau Printed in Germany
Inhalt I. Die Geschichte der Musik:
Epochen, Stile, Werke . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
II. Das Wesen der Musik: Akustik – Tonleitern, Intervalle,
Akkorde – Gattungen, Formen . . . . . . . . . . . . . . .
41
III. Die Aufführung von Musik: Vortragsbezeichnungen, Instrumente, Besetzungen . . . . 73 IV. Komponisten und ihre Werke . . . . . . . . . . . . . . . 89 V. Jazz, Rock und Pop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 VI. Berühmte Interpreten: Instrumentalisten, Sänger, Orchester,
Chöre, Dirigenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Auf den jeweils rechten Buchseiten finden Sie die Fragen. Blättern Sie um, so finden Sie auf den jeweils linken Buchseiten die Lösungen.
7
I. Die Geschichte der Musik: Epochen, Stile, Werke 1.
In der Phase des Umbruchs zwischen Barock und Frühklassik um 1740 bildete sich in einer mitteleuropäischen Stadt ein Zentrum heraus, in welchem Komponisten wesentliche Neuerungen auf dem Feld der Komposition und des Orchesterspiels hervorbrachten. Wie heißt diese Schule?
oo
a) Wiener Schule
oo
b) Mannheimer Schule
oo
c) Frankfurter Schule
2.
Seit Bestehen der Menschheit wird Musik gemacht. Mehrstimmige Musik, geschaffen auf der Basis kunstvoll organisierter Regelwerke, hat sich allerdings erst nach und nach im Laufe der Kulturgeschichte entwickelt. Seit wann etwa gibt es mehrstimmige Musik?
oo
a) seit etwa Christi Geburt
oo
b) seit etwa 1000 nach Christi Geburt
oo
c) seit etwa 500 vor Christi Geburt
8
I. Die Geschichte der Musik
1. Lösung b) Unter dem pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor entwickelte sich von 1743 an mit der Mannheimer Hofkapelle ein Zentrum des neuen vorklassischen Instrumentalstils. Zur ersten Komponisten generation dieser „Mannheimer Schule“ gehörte Johann Stamitz (1717–1757), ihm folgten in einer zweiten Generation u. a. Christian Cannabich (1731–1798) und Carl Stamitz (1745–1808). Die von ihnen ausgehenden Neuerungen auf dem Gebiet des Orchester spiels und der herbeigeführte Stilwandel in der Musiksprache waren von umwälzender Natur. Der Begriff Wiener Schule wird als „2. Wiener Schule“ den im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Wien wirkenden Zwölftonkom ponisten Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg zuge wiesen. Die Frankfurter Schule war ein Kreis von Mitarbeitern und Schülern um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno am Insti tut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. 2. Lösung b) Trotz unzuverlässiger Quellen aus dem Mittelalter setzt man den Beginn der Mehrstimmigkeit in der Musik auf den Zeitraum zwi schen 900 und 1000 nach Christus fest. Eine typische, zu dieser Zeit gepflegte Form der Mehrstimmigkeit ist das Organum, das regelmäßige Voranschreiten zweier Stimmen in parallelen Quinten oder Quarten.
Epochen, Stile, Werke
9
3.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung der Neuen Musik wesentlich durch intensive Begegnungen von Komponisten, Interpreten und Musikwissenschaftlern vorangetrieben. In welcher Stadt finden noch heute „Tage für Neue Musik“ statt?
oo
a) in Dortmund
oo
b) in Dorsten
oo
c) in Donaueschingen
4.
Um 1750 gab es Bestrebungen, die als antiquiert geltenden, mit Pathos durchsetzten ernsten Opern durch leichtere, verständlichere, auch heitere Werke zu ersetzen. Welcher Komponist war wesentlich an diesen Reformbestrebungen beteiligt?
oo
a) Joseph Haydn
oo
b) Christoph Willibald Gluck
oo
c) Carl Stamitz
5.
Um das Jahr 1200 waren zwei Musiker in Europa nachhaltig an der Entwicklung der Mehrstimmigkeit beteiligt: Leonin und Perotin. Wie wird diese Epoche genannt?
oo
a) Renaissance
oo
b) Notre Dame
oo
c) Monodie
10
I. Die Geschichte der Musik
3. Lösung c) Seit 1950 finden in dem kleinen Schwarzwaldort Donaueschingen die „Donaueschinger Tage für zeitgenössische Musik“ statt und werden bis heute als Konzertforum mit Uraufführungen neuester Werke zeitgenössischer Komponisten fortgeführt. 4. Lösung b) Christoph Willibald Gluck (1714–1787) versuchte von 1762 an mit verschiedenen sogenannten „Reformopern“ erfolgreich, Schlicht heit der Musik und Verständlichkeit des Textes – frei von Pathos – mit Elementen deutscher, italienischer und französischer Opern tradition zu verbinden. Verschiedene Opernwerke von Joseph Haydn (1732–1809) wurden erst in unserer Zeit wiederentdeckt, die Opern von Carl Stamitz (1745–1801) gelten als verschollen. 5. Lösung b) Leonin (ab ca. 1150–1201?) und Perotin (um 1170?–1246) waren Mitglieder der Sängerschule an der Pariser Kathedrale Notre Dame, wo sie zahlreiche Kompositionen in einer hoch entwickelten Orga numtechnik bis zu hin zur Vierstimmigkeit verfassten. Als Renaissance bezeichnet man das Zeitalter zwischen ca. 1450 und 1600; Monodie ist die auf das Akkordische der Begleitung zie lende Kompositionsart des Generalbasszeitalters von ca. 1600 an.
Epochen, Stile, Werke
6.
Zur Blütezeit der „Wiener Klassik“ lebten in Wien und Umfeld Komponisten wie Mozart, Haydn und Beethoven. Wer von ihnen wurde zuerst geboren?
oo
a) Ludwig van Beethoven
oo
b) Wolfgang Amadeus Mozart
oo
c) Joseph Haydn
7.
Im Jahr 1829 führte Felix Mendelssohn Bartholdy ein großes Chorwerk des zu dieser Zeit fast in Vergessenheit geratenen Johann Sebastian Bach auf und leitete damit eine Wiederbeschäftigung mit den Komponisten der Barockzeit ein. Welches Werk war es?
oo
a) die Matthäuspassion
oo
b) die h-moll-Messe
oo
c) das Weihnachtsoratorium
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I. Die Geschichte der Musik
6. Lösung c) Joseph Haydn (1732–1809) war der zuerst Geborene. Als er zur Welt kam, hatte Johann Sebastian Bach (1685–1750) noch 18 Jahre zu leben. Haydn wurde später, auch wegen seines hohen Lebens alters, von den jüngeren Komponisten liebevoll der „Papa“ der Klassik genannt. Ludwig van Beethoven (1770–1827) war im Jahr 1792 Schüler von Haydn. Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) kannte Haydn eben falls persönlich und verehrte ihn sehr; eine Begegnung zwischen Beethoven und Mozart in Wien könnte 1787 stattgefunden haben. 7. Lösung a) Am 11. März 1829 fand in Berlin die Aufführung der über 100 Jahre vergessenen „Matthäuspassion“ unter Felix Mendelssohn Bartholdys Leitung statt, wesentlich gefördert u. a. von Carl Fried rich Zelter, dem Leiter der Berliner Sing-Akademie, welcher die Einstudierung vorgenommen hatte. Die Aufführung war ganz vom Geist der Frühromantik geprägt: Mendelssohn kürzte das Werk etwa um die Hälfte, fügte Klarinetten ein, ersetzte Orgel und Cembalo durch einen Hammerflügel und ließ einen Chor von ca. 150 Sängern auftreten. Der Erfolg war dennoch derart durch schlagend, dass seit dieser legendären Wiederaufführung der Mat thäuspassion die Werke Bachs zum unverzichtbaren Bestandteil des Konzertrepertoires gehören.
Epochen, Stile, Werke
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8.
Bevor Arnold Schönberg um 1920 die Zwölftontechnik begründete, machte die Musik mehrere Phasen der experimentellen Abkehr von der Dur-Moll-Tonalität durch. Welche dieser Phasen durchlief auch Schönberg?
oo
a) den Impressionismus
oo
b) den Expressionismus
oo
c) den Bruitismus
9.
Die Erweiterung der Dur-Moll-Harmonik durch Alterationen und Klangschärfungen betrieb schon Richard Wagner in seinen Opern. Für diese Technik steht bis heute symbolisch ein Akkord. Wie heißt er?
oo
a) Tannhäuser-Akkord
oo
b) Turandot-Akkord
oo
c) Tristan-Akkord
10. Die im selben Jahr 1685 geborenen Zeitgenossen Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel sind einander nie begegnet, was sicherlich auch an der intensiven Reisetätigkeit Händels lag. In welchem Land hat Händel die meiste Zeit seines Lebens zugebracht? oo
a) in Italien
oo
b) in England
oo
c) in Frankreich
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I. Die Geschichte der Musik
8. Lösung b) Von der Bildenden Kunst wurde der Begriff „Expressionismus“ auf eine Phase in der Musik zwischen etwa 1910 und 1920 übertragen, in der Arnold Schönberg und andere Komponisten neue Aus drucksmittel in der Atonalität, in taktfreien Rhythmen und in reduzierten Formen suchten. Der musikalische Impressionismus mit seinem Hauptvertreter Claude Debussy (1862–1918) liegt zeitlich früher (von etwa 1890 bis 1900). Unter Bruitismus (frz. bruit, Geräusch) versteht man eine Musikrich tung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich vom traditionellen Klang abwendet und Geräusche als musikalisches Material ver wendet. 9. Lösung c) Richard Wagner (1813–1883) verwendete in seiner Oper „Tristan und Isolde“ für die Darstellung unerfüllter Sehnsucht einen immer wiederkehrenden Akkord mit überdehnten Vorhaltsbildungen und durch Alterationen hervorgerufenen Klangschärfungen. Dieser ging als „Tristan-Akkord“ in die Geschichte ein. 10. Lösung b) Georg Friedrich Händel, geboren 1685 in Halle/Saale, siedelte schon 1712 nach England über und blieb dort bis zu seinem Tod 1759. Er ist in der Londoner Westminster Abbey begraben. Allerdings war er schon 1706 in Italien, dem Mutterland der Oper, tätig gewesen und kehrte mehrfach dorthin zurück.
Epochen, Stile, Werke
11.
Die Entwicklung der Oper begann etwa 1600 in Italien. Welche Stadt war eines der ersten Opernzentren?
oo
a) Rom
oo
b) Neapel
oo
c) Florenz
12. Wie schon viele andere Komponisten vor ihm zog es auch Johannes Brahms in das Musikzentrum Wien. In welcher Stadt wurde er geboren?
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oo
a) in Hamburg
oo
b) in Zwickau
oo
c) in Bonn
13.
Gustav Mahlers kompositorisches Schaffen ist ganz den Gattungen der Symphonie und des Orchesterliedes gewidmet, obwohl er viele Jahre seines Lebens als Operndirigent wirkte. Was war Mahler zwischen 1897 und 1907?
oo
a) Dirigent an der Mailänder Scala
oo
b) Direktor der Wiener Hofoper
oo
c) Leiter der Berliner Sing-Akademie
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I. Die Geschichte der Musik
11. Lösung c) Durch das Wirken der „Florentiner Camerata“, einem Zirkel von Gelehrten und Künstlern, wurde Florenz zu einer der Geburts stätten der Oper ( Jacopo Peri, Euridice 1600), bevor Claudio Monte verdi 1607 im norditalienischen Mantua seine erste Oper, L’Orfeo, herausbrachte. Weitere Impulse in dieser frühen Entwicklungsphase der Oper gin gen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch von Venedig und von Rom aus, bis sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts Neapel zum Zentrum der Opernwelt entwickelte („Neapolitanische Opernschule“).
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12. Lösung a) Johannes Brahms wurde 1833 in Hamburg geboren, siedelte 1869 endgültig nach Wien über und starb dort 1897. Im sächsischen Zwickau kam 1810 Robert Schumann zur Welt; er starb 1856 in der Nähe von Bonn, jener Stadt, in der 1770 Ludwig van Beethoven geboren wurde. 13. Lösung b) Zehn Jahre lang wirkte Gustav Mahler (1860–1911) als Direktor der Wiener Hofoper und bekleidete damit einen der damals begehrtes ten Posten im europäischen Musikleben. Dirigent der Mailänder Scala war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der berühmte Dirigent Arturo Toscanini; als Leiter der Berliner SingAkademie wirkte zu Anfang des 19. Jahrhunderts Carl Friedrich Zelter.
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Epochen, Stile, Werke
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14. Felix Mendelssohn Bartholdy wurde im gleichen Jahr geboren, in dem Joseph Haydn starb. Wann war das? oo
a) 1791
oo
b) 1809
oo
c) 1827
15. Heinrich Schütz absolvierte als Komponist protestantischer Kirchenmusik zwei intensive Studienaufenthalte im römisch-katholischen Italien, u. a. als Schüler von Giovanni Gabrieli. In welcher Funktion wirkte Schütz viele Jahre in Deutschland?
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oo
a) als Leiter der Dresdner Hofkapelle
oo
b) als Kantor der Thomaskirche zu Leipzig
oo
c) als Organist der Marienkirche zu Lübeck
16. In der Übergangszeit vom Barock zur Klassik schrieb man Musik, die später als „galanter Stil“ bezeichnet wurde. Welcher Komponist der Bachfamilie zählte zu dessen Vertretern?
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oo
a) Johann Sebastian Bach
oo
b) Johann Christian Bach
oo
c) Johann Christoph Bach
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I. Die Geschichte der Musik
14. Lösung b) Felix Mendelssohn Bartholdy wurde 1809 in Hamburg geboren, starb 1847 an seinem Hauptwirkungsort Leipzig und wurde in Berlin begraben. 1791 ist das Todesjahr von Wolfgang Amadeus Mozart (* 1756); 1827 starb Ludwig van Beethoven (* 1770). 15. Lösung a) Heinrich Schütz (1585–1672) wirkte fast 58 Jahre lang in Dresden, davon allein 40 Jahre als kurfürstlich-sächsischer Kapellmeister am Dresdner Hof. Außer Italien bereiste er zwei Mal Dänemark und beriet die Höfe von Wolfenbüttel und Hannover in musikalischen Fragen. Kantor der Thomaskirche zu Leipzig war von 1723 bis 1750 Johann Sebastian Bach (1685–1750); als Organist der Marienkirche zu Lübeck wirkte Dietrich Buxtehude (1637–1707).
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16. Lösung b) Johann Christian Bach (1735–1782), den jüngsten Sohn von Johann Sebastian Bach, rechnet man zu den Vertretern des „galan ten Stils“ (frz. galant, liebenswürdig, zuvorkommend), da seine Werke Merkmale des Anmutigen, Einfachen und Gefälligen zeigten und sich somit von der eher strengen Gelehrsamkeit der hochbarocken Tonsprache, z. B. der seines Vaters, unterschieden. Johann Christoph Bach (1642–1703), ein Onkel von J. S. Bach, wurde als Komponist kunstvoller Motetten bekannt.
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Epochen, Stile, Werke
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17. Komponierende Frauen sind in der Geschichte der Musik – außer in unserer Zeit – eine große Ausnahme. Wer war keine Komponistin? oo
a) Anna Magdalena Bach
oo
b) Clara Schumann, geb. Wieck
oo
c) Fanny Hensel, geb. Mendelssohn
18. Das Jahr 1813 war nicht nur das Geburtsjahr des Deutschen Richard Wagner, sondern auch das eines großen italienischen Opernkomponisten. Wer ist es?
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oo
a) Giacomo Puccini
oo
b) Giuseppe Verdi
oo
c) Vincenzo Bellini
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I. Die Geschichte der Musik
17. Lösung a) Anna Magdalena Bach (1701–1760) wurde im Jahr 1721 die zweite Frau von Johann Sebastian Bach (1685–1750). Sie galt als gute Sän gerin, war allerdings selber nicht kreativ tätig. Clara Schumann (1819–1896), die Frau von Robert Schumann (1810–1856), war eine begabte Pianistin und komponierte etliche Werke für Klavier sowie einige Lieder. Auch Fanny Hensel (1805 bis 1847), die Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847), hinterließ eine große Zahl an Kompositionen, darunter Lie der, Kantaten, Chormusik und Werke für Klavier.
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18. Lösung b) Giuseppe Verdi wurde 1813 in Le Roncole bei Bosseto (Norditalien) geboren und starb 1901 in Mailand. Er gilt als der unumstritten führende Opernkomponist des 19. Jahrhun derts in Italien, ohne als Konkurrent des für Deutschland ähnlich gewich tigen Richard Wagner (1813–1883) angesehen zu werden, da er eine an dere Opernästhetik verfolgte. Giacomo Puccini (1858–1924) ist der letzte aus der Reihe der großen italienischen Opernkomponisten, während Vincenzo Bellini (1801 bis 1835) das „Romantische“ in der italienischen Oper einleitete und dieser damit zu großen Erfolgen verhalf.
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Epochen, Stile, Werke
19. Von etwa 1920 an war bei Komponisten wie Igor Strawinsky eine Tendenz zu beobachten, der Musik durch eine Rückkehr zu einfachen, klaren Verläufen wieder ausgewogenere Formen zu verleihen. Wie nennt sich diese Richtung? oo
a) Freitonalität
oo
b) Serialismus
oo
c) Neoklassizismus
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20. Von den Komponisten Nordeuropas konnten Niels W. Gade, Edvard Grieg und Jean Sibelius die europäische Musikgeschichte nachhaltig beleben. Wer ist der jüngste von ihnen und starb 1957? oo
a) Jean Sibelius
oo
b) Niels W. Gade
oo
c) Edvard Grieg
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I. Die Geschichte der Musik
19. Lösung c) Im Jahr 1920 komponierte Igor Strawinsky (1882–1971) das Ballett mit Gesang „Pulcinella“, welches zum Initialwerk einer ästheti schen Strömung wurde, die man später Neoklassizismus nannte. Strawinsky verwendete darin Form- und Stilelemente vergangener Epochen, kopierte sie allerdings nicht, sondern verarbeitete und verfremdete sie auf eigene künstlerische Weise. Freitonalität ist ein eher neutraler Begriff für Atonalität, also die Vermeidung von Dur-Moll-Strukturen. Serialismus (von lat. series, Reihe) steht für eine um 1950 aufkommende Kompositionsweise, die im Vorfeld der Komposition alle zu verwendenden musikali schen Parameter in Form von Zahlen- und Proportionsreihen fest legt.
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20. Lösung a) Der Finne Jean Sibelius wurde 1865 geboren und starb 1957. Er gilt als der bedeutendste nordische Komponist symphonischer Werke. Sibelius hin terließ sieben Symphonien, mehrere Symphonische Dichtungen sowie ein noch heute häufig gespieltes Violin konzert. Der dänische Tonschöpfer Niels W. Gade (1817–1890) war ein Freund Robert Schumanns; der Norweger Edvard Grieg (1843 bis 1907) ist vor allem durch seine Musik zu Henrik Ibsens „Peer Gynt“ bekannt geworden.
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Epochen, Stile, Werke
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21. Die Komponisten der Renaissance waren sehr wesentlich ihren Auftraggebern verbunden und auch von ihnen abhängig. Wer erteilte im 16. Jahrhundert vorrangig die Aufträge zu Kompositionen? oo
a) Städte und Gemeinden
oo
b) Kirchen
oo
c) Opernhäuser
22. Gegen Ende seines Lebens sah Richard Wagner seinen Traum vom eigenen Festspielhaus in Bayreuth in Erfüllung gehen. In welcher Stadt fanden zuvor die Uraufführungen seiner Opern wie „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ statt?
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oo
a) in Paris
oo
b) in Dresden
oo
c) in München
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I. Die Geschichte der Musik
21. Lösung b) Aufträge zur Schaffung neuer Werke erteilten in der Zeit der Re naissance (15./16. Jahrhundert) fast ausschließlich die Kirchen. Noch Mozart stand in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts in den Diensten des Erzbischofs von Salzburg. Mit fortschreitender Säku larisierung gingen die Auftragsvergabe und die Verpflichtung von Musikern auf die Fürsten- und Königshäuser über. Angestelltenverhältnisse von Musikern im heute bekannten bür gerlichen Sinne bei Städten und Gemeinden oder Ländern waren völ lig unbekannt. Eine spezielle Operngeschichte und damit die Er richtung von (adligen und bürgerlichen) Opernhäusern setzte erst um 1600 ein.
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22. Lösung c) Der in München residierende Ludwig II. von Bayern war ein glü hender Verehrer der Opern von Richard Wagner (1813–1883), mischte sich allerdings auch häufig in Aufführungs- und Beset zungsfragen ein. Dennoch wurden zwischen 1864 und 1872 am Münchner Hoftheater Opern wie „Tristan und Isolde“ (1865), „Die Meistersinger von Nürnberg“ (1868), „Das Rheingold“ (1869) und „Die Walküre“ (1870) uraufgeführt. In Paris schuf Wagner 1861 eine „Pariser Fassung“ seines „Tann häuser“; die Uraufführung dieser Oper fand 1845 in Dresden statt, wo er etliche Jahre als Hofkapellmeister angestellt war.
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Epochen, Stile, Werke
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23. Der französische Organist und Komponist Olivier Messiaen ließ sich bei der Komposition seiner Werke von Erscheinungen der Natur leiten und diese in seine Musik einfließen. Was genau studierte er? oo
a) den Lauf der Sterne
oo
b) den Vogelgesang
oo
c) den Wechsel der vier Jahreszeiten
24. Der 1974 verstorbene Komponist Frank Martin schuf mit „In terra pax“ und „Golgotha“ zwei bedeutende Oratorien in einer eigenen, neuzeitlichen Tonsprache. In welchem Land wurde Martin geboren?
Leseprobe
oo
a) in der Schweiz
oo
b) in Österreich
oo
c) in Frankreich
25. Neben zahlreichen Klavierwerken schrieb Franz Liszt auch etliche Symphonische Dichtungen für großes Orchester. Welche stammt von ihm?
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oo
a) Till Eulenspiegels lustige Streiche
oo
b) Les Préludes
oo
c) Tod und Verklärung
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I. Die Geschichte der Musik
23. Lösung b) Olivier Messiaen (1908–1992) widmete sich in den 1950er Jahren intensiv dem Gesang der Vögel und zeichnete Hunderte von Vo gelrufen auf, die er dann in seinen Werken verwendete. Als erstes Werk dieser Art gilt „Le merle noir“ (Die schwarze Amsel) für Flöte und Klavier aus dem Jahr 1951; später folgte z. B. „Oiseaux exo tiques“ (Exotische Vögel), komponiert 1955/56 für Klavier und Kam merorchester. 24. Lösung a) Frank Martin wurde 1890 in Eaux-Vives bei Genf geboren und starb 1974 in Naarden (Niederlande). Neben Arthur Honegger und Othmar Schoeck zählt er zu den wichtigsten Komponisten der Schweiz im 20. Jahrhundert.
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25. Lösung b) „Les Préludes“, uraufgeführt 1854, war schon zu Lebzeiten von Franz Liszt (1811–1886) ein populäres Orchester werk; leider ist es seit der Zeit des Zwei ten Weltkriegs durch die Verwendung als Erkennungsmelodie für die Wehr machtsberichte im Radio und in den Kino-Wochenschauen negativ besetzt. Die Symphonischen Dichtungen Till Eulenspiegels lustige Streiche und Tod und Verklärung stammen von Richard Strauss (1864–1949).
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Epochen, Stile, Werke
26. Von etwa 1740 an gilt der Begriff „Kammermusik“ für Instrumentalwerke in kleinerer, normierter Besetzung. Welche Formation konnte sich zu dieser Zeit neu etablieren? oo
a) das Consort
oo
b) die 12 Cellisten
oo
c) das Streichquartett
27. Max Reger griff in vielen seiner Werke eine alte Kompositionstechnik auf und verknüpfte diese mit seinem hochromantischen Kompositionsstil. Welche Technik war es?
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oo
a) die Kontrapunkttechnik
oo
b) die Organumtechnik
oo
c) die Generalbasstechnik
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I. Die Geschichte der Musik
26. Lösung c) Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Italien Ansätze, mit dem „Concerto a quattro“ (Konzert für vier) eine auf kammermusikalische Größe reduzierte Form von Streichermusik zu schaffen. Als „Vater“ des Streichquartetts gilt Joseph Haydn (1732–1809), der um 1760 seine ersten Streichquartette vorlegte und damit eine neue Gattung schuf, die Komponisten bis in die heutige Zeit pflegen. Unter Consort versteht man ein Instrumentalensemble aus vier bis sechs Spielern gleicher oder verschiedener Instrumente. Es hatte seine Blütezeit in der englischen Kammermusik im späten 16. und im 17. Jahrhundert und wurde danach von den größer besetzten Kammerorchestern verdrängt. Die Formation der 12 Cellisten ent stand im Jahr 1981, als die 12 Cellisten der Berliner Philharmoni ker eigene Konzerte mit ihnen zugedachten Arrangements und Kompositionen veranstalteten; sie fanden seitdem etliche Nach ahmer.
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27. Lösung a) Wie kein anderer Komponist der Romantik hat Max Reger (1873 bis 1916) in seinen Werken die Kontrapunkttechnik wieder auf gegriffen. Bekanntestes Beispiel ist das Orchesterwerk „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132“. Zwar hat er auch bedeutende Werke für Orgel geschrieben, mit der mittelalterlichen Organumtechnik haben seine Kompositionen aller dings genau so wenig zu tun wie mit der barocken Generalbasstechnik, die Reger allenfalls als Hochschullehrer gelehrt haben mag.
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Epochen, Stile, Werke
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28. Welcher 1926 geborene deutsche Komponist ist u. a. durch die Oper „Der Prinz von Homburg“ bekannt geworden? oo
a) Karl Amadeus Hartmann
oo
b) Engelbert Humperdinck
oo
c) Hans Werner Henze
29. Welcher der Söhne Johann Sebastian Bachs machte eine steile Karriere als Domorganist in Mailand und als königlicher Musikmeister in London?
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oo
a) Wilhelm Friedemann Bach
oo
b) Johann Christian Bach
oo
c) Johann Christoph Friedrich Bach
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I. Die Geschichte der Musik
28. Lösung c) Neben der 1960 in Hamburg uraufgeführten Oper „Der Prinz von Homburg“ auf ein Libretto von Ingeborg Bachmann nach dem Schauspiel von Heinrich von Kleist hat Hans Werner Henze (1926–2012) zahlreiche andere Bühnenwerke komponiert („Elegie für junge Liebende“, „Der junge Lord“, „Die englische Katze“). Karl Amadeus Hartmann (1905–1963) wurde 1949 durch seine Oper „Simplicius Simplicissimus“ bekannt; Engelbert Humperdinck (1854 bis 1921) schuf schon 1893 die Oper „Hänsel und Gretel“.
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29. Lösung b) Johann Sebastian Bachs jüngster Sohn Johann Christian Bach (1735–1782) konvertierte 1760 zum Katholizismus, um eine Anstel lung als Organist am Mailänder Dom antreten zu können; 1764 wurde er „Königlicher Musikmeister“ in London. Diese Positionen trugen ihm den Beinamen „Mailänder Bach“ bzw. „Londoner Bach“ ein. Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784) war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs und wird wegen seiner langjährigen Tätigkeit als Organist der Liebfrauenkirche zu Halle/Saale auch „Hallescher Bach“ genannt. Johann Christoph Friedrich Bach (1732–1795) war das 16. Kind von Johann Sebastian Bach; er arbeitete 55 Jahre als Musiker am Hof zu Bückeburg in Schaumburg-Lippe und heißt deswegen auch „Bückeburger Bach“.
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Epochen, Stile, Werke
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30. Der Komponist Antonín Dvořák schrieb anlässlich seines Aufenthalts in New York seine Sinfonie Nr. 9 in e-moll. Welchen Titel trägt sie? oo
a) Aus der Neuen Welt
oo
b) Mein Vaterland
oo
c) Sinfonia domestica
31. Im 12./13. Jahrhundert entwickelte sich eine besondere Form gesungener Liebeslyrik. Wie hießen die damit befassten Sänger?
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oo
a) Bänkelsänger
oo
b) Minnesänger
oo
c) Fahrende Gesellen
32. Der französische Komponist Claude Debussy gilt als Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus. Der Begriff Impressionismus wurde allerdings von einer anderen Kunst auf die Musik übertragen. Aus welchem Kunstbereich stammt der Name dieser Stilrichtung?
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oo
a) aus der Malerei
oo
b) aus der Bildhauerei
oo
c) aus der Dichtung
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I. Die Geschichte der Musik
30. Lösung a) Während seiner Tätigkeiten als Direktor eines Konservatoriums und als Dirigent in New York in den Jahren 1892 bis 1895 studierte Antonín Dvorˇák (1841–1904) Spirituals und Indianergesänge, die in seine Sinfonie Nr. 9 in e-moll „Aus der Neuen Welt“ einflossen. Mein Vaterland von Bedrˇich Smetana (1824–1884) und die Sinfonia domestica von Richard Strauss (1864–1949) sind Symphonische Dichtungen. 31. Lösung b) Minnesänger (mittelhochdeutsch: minne, Liebe) waren im höfischritterlichen Milieu zur Zeit des Mittelalters tätig. Die Blütezeit des höchst kunstvollen Minnegesangs liegt um 1200, einer ihrer Hauptvertreter war Walther von der Vogelweide. Bänkelsänger trugen ihre einfachen Weisen auf Jahrmärkten vor, dabei standen sie auf einem „Bänkel“. Als Fahrende Gesellen be zeichnet man umherziehende Spielleute.
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32. Lösung a) Der Begriff Impressionismus kam um 1870, in Anlehnung an das Bild „Impression – soleil levant“ (Impression – Sonnenaufgang) des Franzosen Claude Monet, in der Malerei auf und wurde später auf die Musik übertragen. Stilmerkmale des musikalischen Impressio nismus sind die Abkehr von der Tonalität, feine Abstufungen der Klangfarben und die Aufnahme außereuropäischer (z. B. fernöst licher) Melodik.
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Epochen, Stile, Werke
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33. Johann Sebastian Bach komponierte etwa 200 Kantaten für Soli, Chor und Orchester. In welchem Rahmen führte Bach diese Kantaten gewöhnlich in Leipzig auf? oo
a) im vormittäglichen Gottesdienst am Sonntag
oo
b) in der nachmittäglichen Vesper am Samstag
oo
c) in den Thomanerkonzerten am Freitag um 18 Uhr
34. In Wien wirkte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein Opernkomponist, dem man die Legende einer Feindschaft zu Mozart andichtete, dessen Bedeutung als Lehrer von Komponisten wie Beethoven, Schubert und Liszt aber unterschätzt wird. Wie heißt er?
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oo
a) Antonio Vivaldi
oo
b) Antonio Soler
oo
c) Antonio Salieri
35. Der russische Komponist Sergej Prokofjew gilt als Verfasser anspruchsvoller und technisch schwieriger Kompositionen für das Klavier. Welches bekannte Werk für Sprecher und großes Orchester, geschrieben für junge Hörer, stammt zudem aus seiner Feder?
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oo
a) Karneval der Tiere
oo
b) Peter und der Wolf
oo
c) Hänsel und Gretel
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I. Die Geschichte der Musik
33. Lösung a) Die von Johann Sebastian Bach (1685–1750) komponierten Kanta ten waren fester Bestandteil der sonntäglichen Gottesdienste in der Thomas- und der Nikolaikirche. Gelegentlich umrahmten eine grö ßere zweiteilige Kantate oder zwei verschiedene Kantaten die Predigt. Nachmittägliche Vespern und Thomanerkonzerte sind Einrichtungen aus späterer Zeit.
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34. Lösung c) Antonio Salieri (1750–1825) wirkte nicht nur als Lehrer, seine Opern in der Nachfolge Christoph Willibald Glucks (1714–1787) weisen ihn zudem als bedeutenden Komponisten aus. Der Vor wurf, er sei am Tode Wolfgang Amadeus Mozarts mitverantwort lich, entbehrt jeder Grundlage. Der Italiener Antonio Vivaldi (1678–1741) und der Spanier Antonio Soler (1729–1783) gehören zu den Komponisten der Generationen vor Salieri.
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35. Lösung b) Sergej Prokofjew (1891–1953) vertonte im Jahre 1936 das Märchen „Peter und der Wolf “. Noch heute zählt sein Opus zu den belieb testen Werken für Kinder. Karneval der Tiere ist ein programmatisches Orchesterwerk von Camille Saint-Saëns (1835–1921), Hänsel und Gretel eine Oper von Engelbert Humperdinck (1854–1921).
Epochen, Stile, Werke
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36. Die thüringische Stadt Weimar als Residenz des Herzogtums Sachsen-Weimar wirkte im 18./19. Jahrhundert wie ein Magnet auf deutsche Geistesgrößen, etwa die Dichter Goethe und Schiller. Auch Komponisten zog es beruflich hierher. Welcher Komponist wirkte nicht in Weimar? oo
a) Johann Sebastian Bach
oo
b) Joseph Haydn
oo
c) Franz Liszt
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37. Viele der in der Musik gebrauchten Epochenbegriffe sind Übertragungen aus der Kunst-, Literatur- oder Geistesgeschichte. Wie heißt die Musikepoche, die mit der Bezeichnung „Generalbasszeitalter“ umschrieben wird? oo
a) die Renaissance
oo
b) das Barock
oo
c) die Klassik
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38. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Gattung des Kunst- oder Klavierliedes besonders gepflegt, wobei sich die Komponisten vor allem der Texte romantischer Dichter bedienten. Die Texte welchen Dichters vertonte Hugo Wolf? oo
a) Heinrich Heine
oo
b) Wilhelm Müller
oo
c) Eduard Mörike
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I. Die Geschichte der Musik
36. Lösung b) Joseph Haydn (1732–1809) war etliche Jahre seines Lebens in Wien ansässig. Konzertreisen führten ihn mehrmals nach London, in Weimar ist er nie gewesen. Johann Sebastian Bach (1685–1750) war von 1708 bis 1717 Musiker in der Hofkapelle des Weimarer Herzogs. Franz Liszt (1811–1886) verbrachte die Jahre 1842 bis 1861 als Hofkapellmeister in Weimar. 37. Lösung b) In der Zeit zwischen 1600 und 1750, also der Epoche des Barock, wurde das harmonische Fundament der Musik von einer General bassgruppe ausgeführt, die meist aus einem Tasteninstrument und einem oder mehreren Bassinstrumenten bestand. Dieses typische Aufführungsmerkmal bzw. die dazugehörige Satztechnik führte zur Bezeichnung „Generalbasszeitalter“. Die Musik der Renaissance war vorrangig von unbegleiteter, mehr stimmiger Vokalmusik geprägt, während die Klassik (von etwa 1740 an) auf den Generalbass verzichtete.
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38. Lösung c) Die 53 Lieder mit dem Titel „Gedichte von Eduard Mörike“ voll endete Hugo Wolf (1860–1903) im Jahr 1888. Sie gehören zu den bedeutendsten Liedzyklen der Romantik überhaupt. Gedichte von Heinrich Heine vertonte Robert Schumann (1810–1856) unter dem Titel „Dichterliebe“. Franz Schubert (1797–1828) schrieb die Zyk len „Die schöne Müllerin“ und „Die Winterreise“ auf Gedichte von Wilhelm Müller.
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Epochen, Stile, Werke
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39. Schon in der Zeit vor Christi Geburt beschäftigten sich griechische Geistesgrößen mit den mathematisch-physikalischen Grundlagen der Musik. Wer machte in der Antike bahnbrechende Entdeckungen zu den Schwingungsverhältnissen der Tonintervalle, die noch heute Gültigkeit haben? oo
a) Aristoteles
oo
b) Euklid
oo
c) Pythagoras
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40. Für die von Arnold Schönberg um das Jahr 1925 entwickelte Zwölftontechnik existiert ein weiterer Fachbegriff. Wie lautet er? oo
a) Dodekaphonie
oo
b) Kakophonie
oo
c) Dadaismus
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41. Johann Sebastian Bach suchte als junger Musiker bedeutende kirchenmusikalische Zentren seiner Zeit auf, um bei den dortigen Organisten seine Kenntnisse in Orgelbau, Orgelspiel und Orgelkomposition zu vertiefen. In welchen Städten hielt sich Bach längere Zeit auf? oo
a) in Dresden und Prag
oo
b) in Hamburg und Lübeck
oo
c) in München und Graz
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I. Die Geschichte der Musik
39. Lösung c) Dem griechischen Philosophen Pythagoras (um 570–ca. 496 v. Chr.) wird die Entdeckung zugeschrieben, dass sich die Schwin gungsverhältnisse harmonischer Intervalle durch einfache Zahlen verhältnisse darstellen lassen. Setzt man nach dieser Theorie 12 Quinten in sogenannter reiner Stimmung aufeinander, ergibt dies einen anderen Ton als beim – musikalisch identischen – Aufeinan dersetzen von 7 Oktaven. Die Differenz beider Tonfrequenzen (etwa ein Achtelton) wird nach ihm „pythagoräisches Komma“ genannt. Aristoteles (384–322 v. Chr.) war ein weiterer bedeutender Philo soph der griechischen Antike. Der Mathematiker Euklid (ca. 360 bis ca. 280 v. Chr.) schrieb grundlegende mathematische und mu siktheoretische Lehrwerke; sein auf der Harmonik des Pythagoras fußendes Tonsystem wurde zur Grundlage des modernen Ton systems.
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40. Lösung a) Der Begriff „Dodekaphonie“ (griech. dodeka, zwölf ) ist eine syno nyme Bezeichnung der von Arnold Schönberg (1874–1951) ent wickelten Zwölftonmethode. Mit Kakophonie (griech. kakos, schlecht, hässlich) wird eine Musik bezeichnet, die aus schlecht klingenden, unangenehm zu hören den Passagen besteht. Dadaismus ist eine literarisch-künstlerische Strömung zu Anfang des 20. Jahrhunderts.
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41. Lösung b) Johann Sebastian Bach (1685–1750) unternahm zwischen 1700 und 1703 von Lüneburg aus mehrere Reisen nach Hamburg zum da mals berühmten Organisten Johann Adam Reincken. Im Jahr 1705 hielt er sich drei Monate in Lübeck bei Dietrich Buxtehude auf. Beide Organisten galten als führende Vertreter der damaligen „Norddeutschen Orgelschule“.
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„In welchem Land hat Händel die meiste Zeit seines Lebens zugebracht?“ – „Welchem Werk ist die Melodie der deutschen Nationalhymne entnommen?“ – „Was ist ein Auftakt?“ – „Wer wirkte nicht in Weimar: Bach, Haydn oder Liszt?“ Thomas Krämer fühlt allen Musikliebhabern unterhaltsam und kompetent im Multiple-Choice-Verfahren „auf den Zahn“. Stets ist eine von drei vorgeschlagenen Lösungen die richtige. Aber nicht nur Musikgeschichte und Musiktheorie werden abgefragt – auch Instrumente, Interpreten und Jazz/Rock/Pop haben eigene Kapitel. 231 Fragen, 693 Lösungsvorschläge und natürlich: 231 Antworten! Testen Sie Ihr Musikwissen …
Thomas Krämer (*1952) studierte in Detmold Schulmusik, Komposition, Dirigieren, Musiktheorie, Klavier und Gehörbildung. Er ist seit 1985 Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Saar, war von 1996 bis 2004 auch deren Rektor, und hält Vorlesungen an der Universität des Saarlandes. Neben diesen Funktionen pflegt Krämer eine intensive Tätigkeit als Dirigent und als Komponist, wofür er mehrfach mit Preisen bedacht wurde. Thomas Krämers Fachbücher Harmonielehre im Selbststudium (6. Auflage 2013), Lehrbuch der harmonischen Analyse (2. Auflage 2012), Lexikon Musiktheorie (gemeinsam mit Manfred Dings; 2. Auflage 2010) und Kontrapunkt. Polyphone Musik in Selbststudium und Unterricht (2012) sind weit verbreitete Standardwerke.
Thomas Krämer . Musikwissen!
Thomas Krämer
Musikwissen! 231 Fragen und Antworten
ISBN 978-3-7651-0447-3
9 783765 104473 BV 447
Breitkopf & Härtel