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BV 427 – Wagner, Sämtliche Briefe Bd. 27

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RICHARD WAGNER SÄMTLICHE BRIEFE BAND 27


RICHARD WAGNER · SÄMTLICHE BRIEFE 27


RICHARD WAGNER SÄMTLICHE BRIEFE herausgegeben im Auftrag der

Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth von

Martin Dürrer

Band 27


RICHARD WAGNER SÄMTLICHE BRIEFE Band 27 Briefe des Jahres 1875 herausgegeben von

Martin Dürrer


MITGLIEDER DES BEIRATS Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, Heidelberg / Prof. Dr. Werner Breig, Erlangen Prof. Dr. Sieghart Döhring, Thurnau / Dr. Sven Friedrich, Bayreuth Prof. Dr. Andreas Haug, Würzburg / Prof. Dr. Ulrich Konrad, Würzburg Prof. Dr. Norbert Oellers, Bonn / Dr. Egon Voss, München Eva Wagner-Pasquier, Bayreuth / Katharina Wagner, Bayreuth FÖRDERUNG DURCH Deutsche Forschungsgemeinschaft WEITERE FÖRDERUNG DURCH Oberfrankenstiftung

BV 427 ISBN 978-3-7651-0427-5 © 2021 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Marion Schröder, Wiesbaden Druck: Beltz Grafische Betriebe GmbH, Bad Langensalza Printed in Germany


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Vorwort Das Jahr 1875 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die Festspiele in Bayreuth, die im August des darauffolgenden Jahres stattfinden sollten. Die erste Jahreshälfte war der Vervollständigung des Solistenensembles und der Zusammenstellung des Festspielorchesters gewidmet, denn schon für 1875 waren erste Proben mit allen Mitwirkenden angesetzt. Wagner war gezwungen, mehrere Konzertreisen zu unternehmen, um die Finanzierung der Vorproben, die vom 1. Juli bis zum 13. August in Bayreuth stattfanden, sicherzustellen. Dem begeisterten Publikum in Wien und Berlin führte er in fünf Konzerten erstmals Bruchstücke aus der Götterdämmerung vor. Die Partitur hatte er erst wenige Monate zuvor im November 1874 vollendet – mehr als zwanzig Jahre nach Beginn der Arbeiten am Gesamtwerk Der Ring des Nibelungen. Die Kassenlage des Festspielunternehmens blieb wie schon in den Vorjahren permanent angespannt, da der Absatz von Patronatscheinen, auf denen die Finanzierung des Ganzen beruhte, weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Mit dem Kredit, den König Ludwig II. 1874 aus seiner Kabinettskasse gewährt hatte, konnte zumindest die Bühnen- und Inneneinrichtung des Festspielhauses in Auftrag gegeben werden. Im Herbst 1875 war das Geld aber wieder so knapp, dass Wagner und sein Verwaltungsrat sich hilfesuchend an die Spitzen des Deutschen Reichs wandten, jedoch ohne Erfolg.1 Erfreulicher gestaltete sich für Wagner die Entwicklung seiner privaten Einnahmesituation. Der neu berufene Direktor des Wiener Hofoperntheaters Franz Jauner beendete eine langjährige Auseinandersetzung, indem er Wagners Forderung, auch für Aufführungen seiner älteren Werke Tantiemen gewährt zu bekommen, bei der obersten Theaterbehörde durchsetzen konnte. Darüber hinaus vereinbarte er mit Wagner eine Reihe von Mustervorstellungen unter persönlicher Mitwirkung des Komponisten, für die jeweils eine hohe Aufwandsentschädigung gezahlt werden sollte. Bereits im Spätherbst 1875 übersiedelte Wagner mit der ganzen Familie für sechs Wochen in die Donaumetropole, um dort die künstlerische Oberleitung der Neuinszenierungen von Tannhäuser und Lohengrin zu übernehmen. Überschattet wurde der dortige Aufenthalt 1 Siehe Nr. 323 K/17–19.


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Vorwort

von einem Streit mit dem Berliner Verleger Adolph Fürstner, der sich an der Wiener Tannhäuser-Aufführung entzündete. Fürstner war der Meinung, von Wagner nicht nur das Verlagsrecht, sondern auch das Aufführungsrecht an den 1860/61 in Paris neu komponierten Tannhäuser-Szenen erworben zu haben, und beanspruchte eine Beteiligung an den Wiener Aufführungstantiemen. Wagner entschloss sich schließlich gegen Ende des Jahres, eine Klage gegen Fürstner anzustrengen. Das ganze Jahr über schwelte auch ein Konflikt mit Carl Voltz und Carl Batz, denen Wagner 1872 infolge eines neuen Urheberrechtsgesetzes die Bewirtschaftung eines Teils seiner Aufführungsrechte übertragen hatte. Angesichts steigender Einnahmen war Wagner nicht nur die üppige Provision von 25 Prozent, die seine Bevollmächtigten beanspruchen konnten, ein Dorn im Auge, sondern vor allem auch die Rechtsform der Abmachung, die bis zum Ende der Schutzfrist der Werke unkündbar war. Bei der Vielzahl von geschäftlichen, administrativen und rechtlichen Problemen ist es nicht überraschend, dass Friedrich Feustel mit 25 Briefen an der Spitze der Briefempfänger steht. Er war die treibende Kraft im Verwaltungsrat der Festspiele und Wagners Berater in den Konflikten mit Voltz und Batz sowie Fürstner. An Feustels Schwiegersohn Adolf Groß gingen 12 bisher unveröffentlichte Briefe. Der Musikverlag Schott in Mainz, der die Partituren, Klavierauszüge und Textbücher von Der Ring des Nibelungen herausgab, ist mit 17 Briefen vertreten. Ebenso viele gehen an Emil Heckel, den „Erfinder“ der Wagnervereine. Das neue Verhältnis zum Wiener Hofoperntheater spiegelt sich in 16 Briefen und Telegrammen an Direktor Franz Jauner, in denen es um die Wiener Projekte und den Konflikt mit dem Verleger Fürstner geht. Bei den Künstlerkorrespondenzen steht Wagners ‚Brünnhilde‘ Amalie Materna, die sie auch schon in den drei Wiener und den beiden Berliner Konzerten mitwirkte, mit 10 Briefen an der Spitze. Weitere Korrespondenzvorgänge können ein besonderes Interesse beanspruchen. Dazu zählen der kurze Briefwechsel mit Johannes Brahms, der ein mehr als zehn Jahre andauerndes Gerangel um den Besitz einer Musikhandschrift Wagners beendet, und der Brief an Reichskanzler Otto von Bismarck, mit dem Wagner deutlich zu machen sucht, dass es bei seinem Unternehmen um mehr geht als die Interessen eines „sogenannten ‚Opernkomponisten‘“.


Vorwort

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Eine Besonderheit des Jahres sind die vielen handschriftlichen Zusätze zu den beiden gedruckten Rundschreiben an die Gesangssolisten, die jeweils als selbstständige Briefe aufgenommen wurden. Der Band enthält 397 Briefnummern, davon sind 25 Erschließungen. Von den 372 überlieferten Briefen sind 98 Erstdrucke, weitere 21 waren bisher nur durch Kataloge des Autographenhandels bekannt. Zum ersten Mal vollständig abgedruckt sind 23 Briefe, von drei Briefen wird erstmals der originale deutsche Text wiedergegeben. * Den nachfolgend genannten Bibliotheken und Archiven sei an dieser Stelle für die Bereitstellung von Editionsvorlagen herzlich gedankt: The University of Texas at Austin, Harry Ransom Humanities Research Center; Barcelona, Biblioteca de Catalunya; Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv und Forschungsstätte der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth; Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit MendelssohnArchiv; Stadt- und Universitätsbibliothek Bern; Budapest, Liszt Ferenc Zenemű vészeti Fő iskola [Franz-Liszt-Musikhochschule]; Cambridge, Fitzwilliam Museum; Stadtbibliothek Chemnitz; Cleveland/OH, The Cleveland Institute of Music; Landesbibliothek Coburg; Durham/NC, Duke University, Special Collections Library; Eisenach, Reuter-Wagner-Museum; Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha; Graupa, Richard-Wagner-Museum; Karlsruhe, Badische Landesbibliothek; Universität Kiel, Institut für Literaturwissenschaft, Theatergeschichtliche Sammlung; Universität zu Köln, Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Theaterwissenschaftliche Sammlung; Stadtgeschichtliches Museum Leipzig; Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek; Stadt Mannheim, Stadtarchiv; Philipps-Universität Marburg; Thüringisches Staatsarchiv Meiningen; Morlanwelz [B], Musée Royal de Mariemont; München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv; München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Abteilung Geheimes Hausarchiv; München, Bayerische Staatsbibliothek; Münchner Stadtbibliothek; New Haven/CT, Yale University, The Beinecke Rare Book and Manuscript Library; New Haven/CT, Yale University, University Library, Manuscripts and Archives; New York/NY, BMI [Broadcast Music Incorporated] Archives; New York/NY, La Guardia Community College, La Guardia and Wagner Archives; New York/NY, The New York Public Library; New York/NY, The


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Vorwort

Pierpont Morgan Library; Stockholm, Stiftelsen Musikkulturens Främjande; Washington/DC, The Library of Congress; Weimar, Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv; Gesellschaft der Musikfreunde in Wien – Archiv, Bibliothek, Sammlungen; Wien, Österreichisches Staatsarchiv – Haus-, Hof- und Staatsarchiv; Zentralbibliothek Zürich – Kantons-, Stadt- und Universitätsbibliothek. Die Arbeiten an dem Briefband wurden wieder in zuvorkommender Weise von Herrn Dr. Sven Friedrich, dem Direktor des Nationalarchivs der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth, und seinen Mitarbeiterinnen unterstützt. Frau Dipl. Bibl. Kristina Unger ermittelte für die Kommentierung Quellen und Dokumente insbesondere zur Geschichte der ersten Festspiele. Frau Tanja Dobrick M. A. half bei der Auswahl der Abbildungen und stellte Vorlagen aus dem Bildarchiv zur Verfügung. Auskünfte zum Verbleib einiger Gemälde aus dem Nachlass Richard Wagners erteilte freundlicherweise Frau Melanie Möbius M. A. Ganz besonderer Dank gebührt Frau Dr. Helga Szabó. Sie hat schon vor längerer Zeit für die Arbeitsstelle der Briefausgabe die Theaterakten im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien ausgewertet. Die daraus resultierende Aufstellung von Handschriften Richard Wagners und zahlreichen ergänzenden Dokumenten war insbesondere für die Erarbeitung des vorliegenden Bandes von unschätzbarem Wert. Eine Reihe von Briefen, die sich in Privatbesitz befinden, hätten ohne die freundliche Vermittlung von Herrn Dr. Egon Voss, dem Editionsleiter der Richard Wagner-Gesamtausgabe, nicht in das Textkorpus aufgenommen werden können. Darüber hinaus erteilte Egon Voss Auskünfte zu einigen Sachfragen, die die NibelungenPartituren und das Aufführungsmaterial der Festspiele betreffen. Sehr zu Dank verpflichtet ist der Herausgeber Frau Dr. Martina Rebmann und Herrn Dr. Roland Schmidt-Hensel von der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, die auf unbürokratische Weise bisher unbekannte Dokumente aus dem Schott-Archiv als Digitalisate zur Verfügung stellten. Frau Prof. Dr. Helen Geyer und ihre Mitarbeiter Dr. Stefan Alschner und Dr. Kiril Georgiev gaben freundlicherweise Auskünfte zum Bestand der Wagner-Sammlung des Reuter-WagnerMuseums Eisenach. Dank sei auch Frau Dr. Annika Johannsen, der Leiterin des Thüringer Museums Eisenach gesagt.


Vorwort

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Auf Abschriften von Briefen Wagners an die Theatermaler Max und Gotthold Brückner, die in der Landesbibliothek Coburg verwahrt werden, hat Herr Dr. Fabian Kern die Arbeitsstelle der Briefausgabe dankenswerterweise aufmerksam gemacht. Der Herausgeber dankt außerdem Frau Andrea Frank (Bundesarchiv Berlin) für Auskünfte zum Nachlass Sadler-Grün, und Frau Dr. Zsusanna Domokos und Herrn Prof. István Ruppert für Informationen über die Bestände des Hans Richter-Archivs in Györ. Herr Gerd Rokahr aus Esens teilte freundlicherweise neue Erkenntnisse zur Biografie der Sängerin Sara Oppenheimer mit. Die Fotokopie eines bisher unbekannten Briefes an Alexander Ritter verdankt der Herausgeber Herrn Dr. Michael Hofmeister. Manchen wertvollen Hinweis für die Arbeit an der Briefausgabe erbrachte der Austausch mit Herrn Dr. Frank Piontek im Rahmen seiner Recherchen für eine Gesamtausgabe der Gedichte Richard Wagners. Schließlich sei Frau Dr. Christa Jost ganz herzlich gedankt für die kollegial gewährten Einblicke in ihre Recherchen zu den an den Bayreuther Festspielen 1876 beteiligten Sängern und Orchestermusikern. Als wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte waren Herr Hans Gebhardt M. A., Frau Norma Jeising M. A., Herr Stefan Kessemeier, Frau Laura Luff, Frau Anne Schmid und Herr Michael Wiedmann an der Redaktion des Bandes beteiligt. Ihnen allen sei hiermit für ihren Einsatz bestens gedankt. Frau Dr. Birgit Schmidt unterzog den Band dankenswerterweise einer abschließenden gründlichen Korrekturlesung. Der Herausgeber dankt dem Verlag Breitkopf & Härtel für die auch in schwierigen Zeiten gewohnt vertrauensvolle und stets angenehme Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Drucklegung. In bewährter Weise betreuten Herr Dr. Frank Reinisch und Frau Agnetha Elsdörfer die Redaktion und die Endkorrektur des Bandes. Zuletzt noch ein herzliches Wort des Dankes an Frau Dr. Isabel Kraft, die den Herausgeber in Zeiten der Pandemie im Homeoffice so manches Mal mit dringend benötigten Materialien aus der Würzburger Arbeitsstelle versorgt hat. Erlangen, im Dezember 2020

Martin Dürrer


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Benutzerhinweise Inhalt Inhalt der Ausgabe Sämtliche Briefe sind die von Richard Wagner geschriebenen Briefe. Die an Richard Wagner gerichteten Briefe werden, soweit erhalten und zugänglich, für die Kommentierung ausgewertet, sind aber nicht Gegenstand der Edition. Briefe im Sinne der Edition sind persönliche Mitteilungen, die an einzelne Personen oder an eine begrenzte Personengruppe gerichtet sind (etwa an die Mitglieder eines Orchesters). Zu den Briefen werden auch Telegramme, durch Boten beförderte Mitteilungen auf Zetteln usw. gerechnet, nicht aber Widmungen, Albumblätter, Quittungen, Verträge und ähnliche Schriftstücke. In der Edition werden auch Briefe ohne edierbaren Text berücksichtigt. Das sind einerseits Briefe, deren gegenwärtige oder einstige Existenz durch einen Briefumschlag belegt ist oder durch Nachweise anderer Art, die sich auf den Brief als physisches Objekt beziehen (z. B. in Bibliothekskatalogen oder Verkaufsangeboten), sowie andererseits Briefe, die nur durch Indizien – zumeist in der Korrespondenz selbst – bezeugt sind („erschlossene Briefe“). Briefe ohne edierbaren Text werden im Textteil an der ihnen nach dem Datum zukommenden Stelle durch eine Kopfleiste repräsentiert, wobei erschlossene Briefe durch Asteriskus (*) gekennzeichnet sind.

Textteil Der Textteil enthält sämtliche überlieferten und erschlossenen Briefe von Richard Wagner in durchgehender chronologischer Reihenfolge. Mehrere am gleichen Tag geschriebene Briefe erscheinen in der alphabetischen Reihenfolge der Empfängernamen, falls die Schreibreihenfolge sich nicht eindeutig ermitteln lässt. Briefe, deren Niederschrift sich über mehrere Tage erstreckt hat, werden unter dem frühesten bekannten Datum eingeordnet. Briefe, deren Schreibdatum nur näherungsweise ermittelt werden kann, stehen in der Regel am Ende des in Frage kommenden Zeitraumes (Monat oder Jahr).


Benutzerhinweise

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Der Textteil enthält im Prinzip den reinen Brieftext. Als textbegleitende Orientierungshilfen werden hinzugefügt: – lebende Kolumnentitel am Kopf der Seite, die über die Nummer und das Datum des auf der jeweiligen Seite enthaltenen Briefes informieren – eine Kopfleiste über jedem einzelnen Brief, die Angaben über den Adressatennamen und -ort sowie Ort und Datum der Niederschrift enthält (Angaben aus Katalogen des Autographenhandels werden stillschweigend übernommen, sofern kein Zweifel an deren Zuverlässigkeit besteht) – eine Zeilenzählung für jeden Brieftext Im Falle von unvollständig oder gar nicht im Originaltext überlieferten Briefen wird auch auf Inhaltsangaben (auch fremdsprachige) und Übersetzungen zurückgegriffen. Erstere werden kursiv, letztere kursiv und in Anführungszeichen gesetzt. Zu den Briefen, die Wagner auf Französisch geschrieben hat, werden im Anhang des Textteils Übersetzungen gegeben. Für Notenbeispiele innerhalb von Briefen wird eine möglichst nahe am originalen Schriftbild bleibende Umschrift gegeben.

Prinzipien der Textkonstituierung Der Brieftext wird unter Wahrung von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Absatzgliederung des Originals (bzw. der Vorlage) wiedergegeben; jedoch werden Überstreichungen von Konsonanten als Verdoppelungszeichen stillschweigend aufgelöst. Einfache und doppelte Unterstreichungen werden als solche wiedergegeben. Die in den Rahmenteilen (Orts- und Datumsangabe, Unterschrift, Adresse) vorkommenden Über- und Unterstreichungen, Trennlinien, Schnörkel, Schrägstriche u. ä. werden in der Edition nicht berücksichtigt, es sei denn, sie sind als inhaltliche Hervorhebungen zu interpretieren. Zeichnungen werden in Faksimile wiedergegeben. Hat Wagner selbst Korrekturen vorgenommen, so ist für die Edition die korrigierte Fassung maßgeblich; sofern der Korrekturvorgang für den Inhalt relevant ist, wird auf ihn im Kommentar hingewiesen. Die originale Orts- und Datumsangabe gilt als Bestandteil des Textes und wird in der gegebenen Form ediert, auch wenn dies im Verhältnis zur normierten Kopfleiste zu Redundanzen oder Widersprüchen führt. Nicht zum Brieftext gehören Vermerke


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Benutzerhinweise

des Empfängers oder späterer Besitzer; über sie wird entsprechend ihrer Bedeutung im Kommentar berichtet. Der Brief soll als reiner Text gelesen und zitiert werden können. Der Text wird deshalb nicht durch Erläuterungen erweitert; auch auf diakritische Zeichen und Anmerkungsnummern innerhalb des Textes wird verzichtet. Editorische Einschaltungen in den Text erfolgen nur zur Kennzeichnung von Auslassungen („[...]“), die durch die Überlieferungssituation bedingt sind (Unvollständigkeit des Originals oder anderer Überlieferungsträger). Kleinere Textverluste durch Beschädigung des Originals, die sich mit hinreichender Sicherheit rekonstruieren lassen, werden im Editionstext ergänzt und im Kommentar dokumentiert. Der Grundsatz, die originale Rechtschreibung und Zeichensetzung zu bewahren, wird mit möglichst wenigen Ausnahmen durchgeführt. Berichtigt werden offensichtliche Schreibversehen, wie ausgelassene oder versehentlich doppelt geschriebene Worte, Verschreibungen (Dreden statt Dresden) usw. Zur Vermeidung von Verständnisschwierigkeiten wird die nicht immer konsequente Groß- und Kleinschreibung der Personalpronomina korrigiert. Die Emendationen werden nicht innerhalb des Brieftextes als solche bezeichnet, sondern im Abschnitt „Textkonstituierung“ des Kommentars nachgewiesen. Nicht verbessert werden dagegen Irrtümer des Briefschreibers in Bezug auf Fakten und Schreibweisen (insbesondere von Namen und Fremdwörtern). Auch Inkonsequenzen bzw. wechselnde Schreibweisen werden beibehalten. Es versteht sich von selbst, dass die Entscheidung, ob ein Versehen vorliegt oder ob Wagner tatsächlich so schreiben wollte, nicht in jedem Fall sicher zu treffen ist. Einige Abweichungen vom modernen Sprachgebrauch seien hier exemplarisch angeführt: – Alte Formen und Schreibweisen: Einzelnheiten, Spatziergang, vertrauenvoll, Weihnachtgeschenk. Es wird nicht konsequent wieder / wider unterschieden, z. B. Widerherstellung, Wiederwillen. – Getrennt- und Zusammenschreibung: Gasthof Leben, zusammen zu kommen. – Gelegentlich kommen ungewöhnliche Beugungen vor, so wird nach alle das folgende Adjektiv oft parallel gebeugt, z. B. alle gute Mächte. – Mengen- und Zeitangaben: ein gross Stück, ein halb Jahr.


Benutzerhinweise

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– Die Rektion einiger Verben entspricht nicht dem heutigen Gebrauch, z. B. ich versichere Dich, ich bedeute Dich. Die französisch geschriebenen Briefe Wagners werden grundsätzlich ohne editorische Eingriffe wiedergegeben, d. h. Irrtümer hinsichtlich Orthographie, Grammatik und Syntax bleiben unverändert stehen. Nur ganz offensichtliche Schreibversehen, wie z. B. ausgelassene oder doppelt geschriebene Worte, werden korrigiert und im Kommentar dokumentiert. Ist ein Brief nur im Konzeptstadium erhalten, so wird das Konzept innerhalb des Editionsteils an der ihm chronologisch zukommenden Stelle abgedruckt. Der Konzeptzustand des Textes wird in der Edition dokumentiert, d. h. Streichungen bzw. überschriebene Worte (in „ “) und Einschübe (in „\ /“) sind aus der Textwiedergabe zu erkennen. Besonderheiten von Telegrammtexten, die sich aus dem Übermittlungsvorgang oder dem technischen Übermittlungsverfahren ergeben (Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion usw.), werden stillschweigend berichtigt bzw. an die Typographie der Sämtlichen Briefe angepasst. Ist die Redaktionsvorlage ein Druck, so werden dessen Hervorhebungen (Sperrung, Kursivdruck u. ä.) als Unterstreichung wiedergegeben, hervorgehobene Werktitel werden in Anführungszeichen gesetzt. Nicht übernommen werden dagegen Hervorhebungen in der Anrede und den Rahmenteilen (Orts- und Datumsangabe, Unterschrift, Adresse). Bei der Anrede und den Rahmenteilen wird gegebenenfalls eine den Schreibgewohnheiten Wagners entsprechende Absatzgliederung vorgenommen. Hiervon abweichende Verfahrensweisen werden im Kommentar vermerkt.

Kommentar Der Kommentar enthält sowohl Angaben zu den Einzelbriefen als auch Erläuterungen, die sich auf briefübergreifende Themen beziehen. Die letzteren werden zu Beginn des Kommentarteils in einem allgemeiner gehaltenen Abschnitt („Themenkommentar“) gegeben. Um den Einzelbriefkommentar zu entlasten, sind die Punkte ausgespart, die im Themenkommentar schon erläutert wurden; auf Querverweise wird verzichtet, sofern der Bezug auf das jeweilige Thema eindeutig ist.


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Benutzerhinweise

Der Kommentar für den Einzelbrief setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: – – – –

Kopfleiste Grundkommentar Textkonstituierung Erläuterungen

Der Grundkommentar steht in einem auf die Kopfleiste folgenden Absatz ohne eigene Überschrift. Er enthält Angaben zu den Quellen und – soweit vorhanden – zu früheren Ausgaben. Hat sich im Rahmen der Textkonstituierung ergeben, dass Ausgaben unvollständig sind, so wird dies mitgeteilt; eine systematische Überprüfung findet nicht statt. Falls nötig, werden außerdem die Identität des Adressaten und das Schreibdatum diskutiert sowie weitere Angaben formeller Art gemacht (z. B. über Beilagen). Der Abschnitt „Textkonstituierung“ dokumentiert alle editorischen Entscheidungen bezüglich des vorgelegten Textes. Er ist erforderlich, wenn das Original Schreibversehen enthält, oder wenn über andere Besonderheiten des Originals zu berichten ist, die aus dem Editionstext nicht unmittelbar zu erkennen sind. Wenn nicht oder nur teilweise nach dem Original ediert werden kann, so wird die Redaktionsvorlage genannt. Sind mehrere gleichrangige Überlieferungsträger vorhanden, wird die Auswahl begründet. Signifikante Abweichungen der anderen Quellen werden dokumentiert. Der Abschnitt „Erläuterungen“ gibt in kurzer Form Informationen zu einzelnen Stellen des Briefes, deren Bedeutung oder Bezug aus dem Text selbst nicht erkannt werden kann. Die kommentierte Stelle wird durch Zeilennummer und ein Stichwort (Lemma) bezeichnet. Durch die Erläuterungen sollen auch alle im Brief vorkommenden Personen identifizierbar und somit im Personenregister auffindbar sein, wo nähere Informationen gegeben werden. Die Register verweisen grundsätzlich auf die Briefnummer, wobei Zeilenangaben mit Schrägstrich angeschlossen werden. Das Kürzel „K“ weist auf den entsprechenden Einzelbriefkommentar. Nicht berücksichtigt werden die Autoren der zitierten Sekundärliteratur. Die ohne Fundstellennachweis verzeichneten Personen erscheinen nur als Adressaten. Die entsprechenden Briefnummern können im Adressatenregister nachgeschlagen werden.


Briefe


Nr. 3 / 2. Januar 1875

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A N G OTTHOLD UND M AX B RÜCKNER IN C OBURG (T ELEGRAMM ) B AYREUTH , F REITAG , 1. JANUAR 1875

Herzlichsten Dank und Erwiderung zugleich beste Hoffnung von Ihrem R. Wagner

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A N F RIEDRICH F EUSTEL IN B AYREUTH B AYREUTH , F REITAG , 1. JANUAR 1875

Seien Sie mir herzlichst gegrüsst zum neuen Jahre, mein lieber, theurer Freund! Vielleicht sehe ich Sie noch heute. Sollte es zu spät werden, so bin ich so frei einstweilen Ihnen die Sylvester-Bescheerung zur (gelegentlichen) Ansicht zu übersenden, welche mir die Herrn „Rechtsnachfolger“ gestern bereitet haben. Ich denke, wir werden einmal wieder bei einem Glase Biere Berathung halten müssen? – Alles Gute und Wohlverdiente wünscht Ihnen und den lieben Ihrigen Ihr Bayreuth. aller ergebenster 1 Jan. 1875 Richard Wagner.

3.

A N F RIEDRICH F EUSTEL IN B AYREUTH B AYREUTH , S AMSTAG , 2. JANUAR 1875

Theuerster Freund!

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Es liegt wohl auf der Hand, dass wir diesen Herrn Batz, um dessen Einführung bei Ihnen und unseren Freunden ich Sie sehr um Entschuldigung zu bitten habe, auf das Gründlichste los zu werden uns angelegen sein lassen müssen. Ich erbitte mir hierzu Ihren stets so bereitwilligen Beistand und erwarte weitere Aeusserungen hierüber Ihrerseits ganz nach Ihrer Bequemlichkeit.


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Nr. 4 / 2. Januar 1875

Herzlichst grüsst Sie 10

Bayreuth. 2 Januar 1875

4.

Ihr stets ergebener Richard Wagner.

A N E MIL H ECKEL IN M ANNHEIM B AYREUTH , S AMSTAG , 2. JANUAR 1875

Lieber Freund!

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Nochmals: Gutes neues Jahr! – Jetzt aber kommen die Sorgen, nämlich: Die näheren Bestimmungen für die Besetzung gewisser Parthien in meinem Dinge. Da ich in Mannheim eine ganze Ansammelung von Frage-Zeichen vor mir habe, wende ich mich an Sie als Diplomaten, weil ich hoffe Sie werden mit mir besser umgehen als Graf Arnim mit Bismarck. 1. Hr. Unger soll den Versuch machen, mit dem Loge fertig zu werden, und nebenbei (für den Nothfall) den Siegmund studiren, was ihm für die Zukunft, selbst wenn er ihn zunächst in Bayreuth nicht singen sollte, nur von Nutzen sein kann, sobald er hier allen Proben mit beiwohnt. – 2. Herrn Knapp hätte ich, vieler seiner Eigenschaften wegen, gern zum Fafner; Freund Langer soll doch sehen, ob diess mit Knapp’s Stimme (der einigen Tiefe wegen) geht. – Wenn nicht bleibe es beim Donner, mit dem Studium des Gunther als Dublette, – ganz in dem Sinne wie bei Unger mit Siegmund. – 3. Fräulein Auguste v. Müller: „Grimmgerde“, eine der Walküren. Erda und 1e Norn als Dublette (für die Fälle vide: Unger – Siegmund). 4. Fräuln Johanna König: – Die Vogelstimme im Siegfried. Die etwas kleine Figur der Dame verwehrt es mir, sie weiter zu beschäftigen. Wohl hätte ich sie noch zur ersten Rheintochter „Woglinde“ verwenden können: hierfür bedurfte ich jedoch in erster Linie sehr bühnenkundige, erfahrene und muthige Frauenzimmer, denn sie singen meistens in Flugmaschinen, wofür die Schwestern Lehmann sich mir erboten haben. Aber: Vorsicht ist auch hier gut; Frl. König möge die Woglinde, sowie Fr. v. Müller auch die Flosshilde sich einstudiren.


Nr. 5 / 4. Januar 1875

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– Für alle Studien möge Freund Langer sorgen. – Diess die vorläufigen Machinationen; erhalte ich nun von Ihnen gute Nachricht in Betreff der Bereitwilligkeit der Genannten, so erfolgen meinerseits die offiziellen Schritte, Zusendung der Partien, nähere Abmachungen. Nur muss ich über den in meinen Vorschlägen berechneten Punkt der unbedingtesten Willigkeit, in jeder Weise, die ich dem Ganzen für zuträglich halte, mitzuwirken und fest einzutreten, vollkommen versichert sein. Sänger-Empfindlichkeiten, Rollen-Begehren und Ansprüche in diesem Bezug, nöthigen mich da, wo ich sie antreffe, sofort zum vollständigen Abbruche. Nur aus dem freien guten Willen aller Mitwirkenden kann das hervorgehen u. gelingen, was ich beabsichtige. Noch fehlt mir eine Sieglinde, das ist ein Elend! Sie muss schlank und tüchtig sein. Mit Fr. Jaide geht es nicht. Ist Ihnen Etwas vorgekommen? Falls Knapp nicht den Fafner will: hätten Sie dort so einen gehörigen Kerl dafür? Allerdings muss es eigentlich ein kraftvoller tiefer Bass sein. – Tausend herzliche Grüsse von Haus zu Haus und an die ausgezeichneten Gerechten! Ihr Bayreuth. alter kleiner 2 Jan. 1875. Richard Wagner.

5.

A N A LBERT N IEMANN IN B ERLIN B AYREUTH , M ONTAG , 4. JANUAR 1875

Werthester Freund und Genosse!

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Von der Mallinger stehe ich noch ab: Ihre Mittheilungen haben mir getreulich wieder das Bild vorgeführt, welches ich bei „uns“ diesmal nicht aufgehängt wissen möchte! Dem ganzen Geiste meiner Unternehmung angemessen, kann und darf ich nur mit Solchen zu thun haben, welche ihren ganzen Willen in das Gelingen der Sache setzen: glücklich, wenn diese nur aus so Hochbegabten, wie Sie, sich ergänzen könnten! In manchen Fällen wird allerdings der gute Wille helfen müssen! – Ende Februar komme ich nach Wien und werde mir da die Frl. Ehn gehörig ansehen. Neuerdings ist mir ein Frl. Weckerlin


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Nr. 6 / 4. Januar 1875

(Hannover) – als mit vorzüglichen Eigenschaften empfohlen worden. Wissen Sie etwas von dieser? – Was den Tristan für Berlin betrifft, weshalb hätte ich meinem Herzen da einen Stoss zu geben? Sie wissen, dass ich mir von einer Aufführung in Berlin Gutes verspreche, ja – Ausgezeichnetes, dass ich aber, um mich dessen zu versichern, wenigstens die letzten 14 Tage etwa den Proben beiwohnen möchte? Diess war mir vor zwei Jahren nicht möglich, weil ich meine Rundreise, Conzerte u. s. w. vor hatte. Diesen Winter nun könnte ich sehr gut auf einige Wochen nach Berlin kommen. Somit? – Aber, da liegt es eben: Kein Mensch wird mehr für wahrhaftig gehalten; auch mir hat man damals nicht glauben wollen. Wird man es jetzt? – Wollen sehen! – In Wien wollen sie jetzt durchaus auch den Tristan. Ich gebe ihn nicht, weil man mich dort im Betreff meiner Tantièmen schlecht behandelt. Für Berlin fällt ein solcher Grund nicht nur hinweg, vielmehr hätte ich im Gegentheil Grund, der dortigen Verwaltung mich für ihr nobles Benehmen gegen mich in jenem Bezug, besonders erkenntlich zu zeigen. – Sehr danke ich Ihnen noch für die Bemühung um die Adresse des Herrn Schimmelpfennig! Ich lege sie als Andenken an Sie bei Seite! – Meine Frau erwidert bestens die Grüsse des wilden Jägers, und ich verbleibe von Herzen Ihr Bayreuth. stets ergebener 4 Jan. 1875 Richard Wagner.

6.

A N AUGUST W ILHELMJ (II) B AYREUTH , M ONTAG , 4. JANUAR 1875

Werthester Freund und Nibelungen Geigenmeister!

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Erst jetzt durfte es mir möglich werden, Ihnen einen bestimmten Bericht vorzulegen, um Sie dadurch in den Stand zu setzen, als Genosse und Berather an meiner Unternehmung theilzunehmen. Es ist bestimmt, dass ich noch in diesem Jahre die nöthigen Vorproben abhalte. Die Sänger sollen sich für den Monat Juli bei mir versammeln, und das Orchester während der ersten Hälfte des Monats August, an Ort und Stelle im wirklichen Theater-Orchester


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eine genaue Leseprobe aller Stücke abhalten, wobei wir dann etwa noch bemerkbare Schwächen in der Besetzung der Instrumente erkennen und Abhilfe dagegen suchen werden. Im nächsten Jahre 1876 muss dann das ganze Orchester vom 1. Juni an bis zur letzten Woche des August vereinigt bleiben. Ich habe aus diesem Grunde vorzüglich auf die Mitglieder derjenigen Hoforchester Rücksicht genommen, welche im Sommer Ferien haben, allerdings besonders auch aus dem Grunde, dass die Herren, deren Gehaltsbezüge während der Zeit ununterbrochen fortlaufen, für ihre Mitwirkung in Bayreuth leichter zu entschädigen wären, als wenn sie, gänzlich ausser Engagement einzig auf diese Entschädigung angewiesen wären. Ich glaube demnach füglich damit auszukommen, wenn ich einem Jeden monatlich 50 Thaler als Entschädigung anbiete, wobei, da die Reise selbst für diese kürzere Zeit in Betracht kommt, die beiden Wochen in diesem Jahre als ein voller Monat (mit 50 Thlr.) angerechnet, die drei Monate 1876 aber durchschnittlich mit 150 Thlr. entschädigt werden sollen. Immer muss ich natürlich an einen Reisefonds für besondere, schwierigere Fälle denken, welchen ich dadurch zu gewinnen hoffe, dass viele der ersten Sänger, wie Niemann und Betz gar keine Entschädigung beanspruchen wollen. – Diese Erörterungen vorangeschickt, erlaube ich mir nun mit dem beifolgenden Blatte Ihnen die Resultate meiner bisherigen Anwerbungen vorzulegen: sie bilden so ziemlich vollständig das Streichquintett – wenigstens der Anzahl nach – welche ich vorgeschrieben habe. Nur die Bratsche ist noch unvollständig: da dieses Instrument bei mir ungemein reich und selbständig behandelt ist, denke ich, dass es nicht schwer fallen soll, von den überzähligen Violinisten noch fünf für die Bratsche zu bestimmen. Diese Einrichtung müsste bei Zeiten vorgenommen werden, damit die betreffenden Musiker sich noch genau mit den Stimmen (die ihnen von jetzt an jeder Zeit zu Gebot stehen) bekannt machen könnten. Ich wende mich hierfür zuerst an Sie, geehrtester Freund, um namentlich Ihrer etwaigen Kenntnis der betreffenden Violinisten mit Bezug auf die Bratsche diese Angelegenheit zu übergeben. Wissen Sie keinen bestimmten Rath zu ertheilen, so nehme ich die Sache dann für mich in die Hand. Bisher hielt ich mich durchgängig an die mir näher befreundeten Kapell- oder Konzertmeister der verschiedenen Orchester: ich würde dann auch in diesem Falle mich an dieselben halten,


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welchen ich von vornherein aufgegeben hatte, mir nur die allertüchtigsten ihrer Musiker zu empfehlen. Bei der Auswahl ist eine Rücksicht darauf zu nehmen, dass das Karlsruher, wie das Braunschweiger Orchester nur beschränktere Ferien hat, und ich demnach für die von dorther ausgewählten Musiker mir einen besonderen Urlaub auszuwirken haben werde, was – unter Umständen – seine Beschwerlichkeit haben könnte. Dagegen habe ich anzuführen, dass München unbedingt darauf rechnet, mir einen vorzüglichen Contingent zu stellen, ebenso Wien; wodurch etwaige Ausfälle leicht zu decken sind. Im Betreff des Herrn De Schwert bin ich schwierig daran, da derselbe, wie ich lese, sich für die grosse Oper in Paris hat engagiren lassen. Vielleicht wissen Sie in seinem Betreff nähere Auskunft, und stehen Ihnen Verbindungswege mit ihm offen, welche mir jetzt versperrt sind? Wollen Sie nun, werthester Freund und Genosse, die Güte haben, zunächst und sobald wie möglich, Ihre Mittheilung auf diese meine Eröffnung mir zukommen zu lassen. Ich glaube Ihnen mit meinen Anwerbungen eben nur vorgearbeitet zu haben, keinesweges aber damit Ihren etwaigen Ansichten über die Bildung unseres StreichOrchesters entgegenzutreten. Eine ziemlich ununterbrochene Verbindung zwischen uns wird jetzt nöthig werden, wenn das Werk, dem Sie zu meiner grossen Freude Ihre thätigste Mitwirkung so unumwunden zugesagt haben, würdig gefördert werden soll. Sie können sich denken, wie schwierig mir Alles von meinem, allerdings gut gelegenen, aber doch sehr verbindungslosen Mittelpunkte aus, fällt. Nur auf die energischeste Unterstützung wahrhafter Freunde rechnend, konnte ich überhaupt an die Verwirklichung meines Planes denken. Ich zähle Sie unter diese, und grüsse Sie somit herzlichst und hochachtungsvollst als Ihr Bayreuth ergebener 4. Jan. 1875. Richard Wagner.

7.

A N AUGUST W ILHELMJ (I) IN H ATTENHEIM B AYREUTH , M ONTAG , 4. JANUAR 1875

Der Dichter-Komponist schreibt aus Bayreuth am 4. Januar 1875, nachdem er sich im Eingang des Briefes nach dem Aufenthaltsort


Nr. 8 / 5. Januar 1875

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des damals auf einer Kunstreise abwesenden Professors August Wilhelmj erkundigt. [...] An Sie persönlich halte ich andererseits auch mein Anliegen nicht zurück, welches in der Bestellung einiger Dutzend Flaschen Elite-Rheinweine – für besondere Gelegenheiten – bestehen würde. Ich glaube mich nämlich hiermit an die einzig kompetente Behörde und sicherste Quelle zu wenden, wenn ich mit meiner bescheidenen Bestellung auch nicht auf solche unerhörte Extra-Sorten abziele, wie ich sie einst – vor Jahren – aus Ihrem hochansehnlichen eigenen Keller zu kosten bekam: denn diese würden mich und meine Freunde in extatische Zustände versetzen, denen ich jetzt auszuweichen guten Grund habe. Richard Wagner.

8.

A N A DAM LUDWIG M AZIÈRE IN M AINZ B AYREUTH , D IENSTAG , 5. JANUAR 1875

Geehrtester Herr Mazière!

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Gestern sandte ich den Rest des Klavierauszug-Manuscriptes an Sie ab: Sie besitzen nun die Götterdämmerung ganz. Leider lassen Sie nun mir das Recht, über die Verzögerung des Erscheinen’s zu klagen. Mit dem zweiten Akte ist es doch augenfällig langsam vor sich gegangen! Ich bitte nun dringend, an die Vollendung des Restes alle Kräfte zu setzen. Zugleich übersendet Ihnen Herr Rubinstein heute sein 1tes musikalisches Bild aus dem Ring des Nibelungen für Klavier. Diese Arbeit ist jedenfalls die beste welche in dieser Art vorgekommen ist, und ich will nun, er soll in dieser Weise (stets nach meinen genaueren Angaben) fortfahren, das ganze Werk widerzugeben. Jetzt beginnt er mit der Walküre: er soll dann diese Stücke (vereinfacht) 4 händig arrangiren, so erhalten Sie hiermit zugleich den verständigsten 4 händigen Klavierauszug. – Ich bitte Sie nun, sein übersandtes Manuscript „Siegfried u. die Rheintöchter“ Herrn Rubinstein so gut zu honoriren, als Sie diess für anständig halten; nach dem Erfolge dieses Stückes, welcher sehr bedeutend sein wird, können Sie dann ferner mit ihm handeln.


325

Themenkommentar 1. Reisen und Aufenthalte a) Konzerte in Wien und Budapest Im Herbst 1874 waren die frei verfügbaren Mittel des Festspielunternehmens so weit erschöpft, dass Wagner sich genötigt sah, durch Konzertreisen selbst für die Finanzierung der anstehenden Außenarbeiten rund um das Festspielhaus – der „Terrain-Arbeiten“, wie es in Briefen heißt (ThK 2c) – zu sorgen. Konzerte in Budapest und Wien sollten die erforderlichen 15 000 Gulden einbringen.1 Nachdem Franz Liszt seine Mitwirkung zugesagt hatte, stellte sich die Planung gegen Ende des Jahres 1874 wie folgt dar: Wagner wollte drei Bruchstückarrangements aus der kurz zuvor abgeschlossenen Partitur der Götterdämmerung2 dirigieren, während Liszts Beitrag im Dirigat seiner neukomponierten Kantate Die Glocken des Straßburger Münsters3 bestehen sollte. Dabei setzte Wagner voraus, dass Hans Richter ihm beide Konzerte soweit vorbereiten würde, dass er selbst nur noch die Generalprobe und die Aufführung zu dirigieren hätte. Als Termin wurde Ende Februar bis Anfang März festgelegt. Verschiedene Umstände erzwangen bald gravierende Änderungen an dem ursprünglichen Plan. Die Wiener Sängerin Amalie Materna, die Wagner in der Rolle der Brünnhilde für zwei der geplanten Konzertstücke engagiert hatte, konnte für das Konzert in Budapest keinen Urlaub erhalten,4 und Franz Liszt wollte nur in dem Budapester Konzert persönlich auftreten.5 Als Konsequenz ergab

1 Siehe Wagners Briefe an Lorenz von Düfflipp vom 24. Oktober, Hans Richter vom 25. November und Albert Niemann vom 29. November 1874 (SBr 26). 2 Siehe Nr. 53 K/35–36. 3 Siehe Nr. 53 K/18. 4 Siehe Nr. 23 K/7–8. 5 Franz Liszt fühlte sich als Komponist von weiten Teilen der Musikkritik und des Publikums – nicht nur in Wien – unverstanden. Siehe dazu seinen Brief an Johann Herbeck vom 3. März 1875 (Liszt Letters in the Library of Congress, introduced, translated, annotated, and edited by Michael Short, Hillsdale NY 2003, [Franz Liszt Studies Series No. 10], Nr. 224, S. 199–200).


326

Themenkommentar

sich schließlich, dass die beiden Konzerte nur noch einen gemeinsamen Programmpunkt aufwiesen. Als auch noch Hans Richter mitteilte, dass er keinen Urlaub erhalten könne, um für Wagner das Wiener Konzert vorzubereiten, erwog Wagner sogar, das Konzert in Budapest ganz zu streichen. Die Reise nach Wien, wo nun entgegen der ursprünglichen Absicht das erste Konzert stattfinden sollte, traten Wagner und seine Frau Cosima am 20. Februar an. Am Vormittag des folgenden Tages erreichten sie mit dem Nachtzug Wien und fanden Aufnahme in der Wohnung des befreundeten Arztes Josef Standthartner. Während der gut dreiwöchigen Abwesenheit übernahm Friedrich Nietzsches Schwester Elisabeth die Aufsicht über Haus Wahnfried.6 Proben hielt Wagner am 24., 25. und 27. Februar. Das Konzert fand am 1. März abends um 7 Uhr im großen Musikvereinssaal statt; die Generalprobe hatte Wagner am Vormittag desselben Tages abgehalten. Eröffnet wurde das Konzertprogramm mit dem Kaisermarsch in B-Dur (WWV 104), dann folgten drei Bruchstücke aus der Götterdämmerung, deren genaue Gestalt sich nicht mehr rekonstruieren lässt, da Wagners Einrichtung verschollen ist: 1. Vorspiel7 2. Siegfried’s Tod8 3. Schluss-Scene des letzten Aktes.9 Neben Amalie Materna (Brünnhilde) trat Franz Glatz als Solist (Siegfried) auf. Das Konzert war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg. Cosima Wagner hielt in Ihrem Tagebuch fest: „Abends um 7 Uhr das Konzert. Unvergleichliche Aufnahme, nicht endenwollendes Begrüßen R.’s. Lorbeerhaufen mit schönen Inschriften: ‚dem Retter der deutschen Kunst‘, ‚dem Meister des Humors‘, ‚dem Schöpfer der Meistersinger‘, ‚dem Kenner und Erneuerer der alten Sage‘, ‚dem Reformator‘, ‚dem erhabenen Meister‘, ‚dem Bühnendichter‘, ‚dem größten Meister‘ u.s.w. R. muß einige Worte an das Publikum richten, er dankt dem herrlichen Publikum Wiens, welches auch heute 6 Wagners Dienerschaft erwies sich der jungen Frau gegenüber als äußerst widersetzlich. Siehe Nr. 106 K/39–42. 7 Ursprünglich als reines Instrumentalarrangement geplant, ließ Wagner schließlich doch das Duett am Schluss des Vorspiels („Zu neuen Taten“) vokal ausführen. Siehe Nr. 67 K/2 und 49 K/8. 8 Siehe Nr. 171 K/2. 9 Siehe Nr. 23 K/4–5.


Themenkommentar

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ihm gefolgt sei und mit der Phantasie so schwierig zu fassende Bruchstücke aufgenommen habe. Nochmals hervorgerufen, brachte er die Materna und sagte, er ließe Wien ein Pfand in der Person dieser trefflichen Künstlerin. Der gute Glatz dagegen fiel ganz durch.“10 Einem späteren Eintrag ist noch zu entnehmen, dass die Nettoeinnahme 9600 Gulden betragen hatte.11 Am Nachmittag des 6. März reiste Ehepaar Wagner weiter nach Budapest und stieg dort im Hotel Hungaria ab. Nach einer unruhigen Nacht verließen die Wagners das Hotel am nächsten Tag wieder und zogen auf Einladung Hans Richters in die Wohnung von dessen Schwiegermutter, die sich gerade auf Reisen befand. Die Spannungen zwischen Wagner und Liszt, die stets auftraten, wenn Cosima auch ihrem Vater Aufmerksamkeit schenkte, offenbart der Bericht über den Abend des 8. März in der Wohnung Richters. In Cosima Wagners Tagebuch heißt es dazu nur kurz: „Es wird darauf bei Richters musiziert. ‚Das Schlummerlied im Grabe‘ für Marie Muchanoff12 wird vom Vater gespielt. Tiefe Erschütterung des Gedenkens.“13 Hans Richter hielt dagegen fest: „Abends wieder Versammlung bei uns. Liszt spielte ein ‚Ave Maria‘ und ‚Souvenir de Muchanoff‘. Seine Tochter und Frau v. Meyendorff waren zu Tränen gerührt, die Männer blieben aber ganz kalt, was Liszt sehr zu verdrießen schien, denn er äußerte ziemlich gereizt: ‚Mein Spielen scheint nicht konvenabel zu sein!‘ Der Meister, der während der wirklich langweiligen Produktion recht verdrießlich dasaß, erwiderte ihm: ‚Lieber Franz! Du spielst aber recht sentimentales Zeug, um die Frauen weinen zu machen‘. – Der Humor war weg, und Frau Wagner, die über des Meisters Aufrichtigkeit wenig erfreut war, drängte ungestüm zum Nachhausegehen.“14 Die Generalprobe fand am 9., das Konzert am 10. März im Großen Redoutensaal statt. Das Programm setzte sich wie folgt zusammen: 10 Siehe CWT, Bd. 2, S. 899. Besprechungen in der Wiener Tagespresse: Eduard Schelle, Das Wagner-Concert, in: Die Presse, Nr. 62 vom 3. März 1875, S. 1–2. – August Wilhelm Ambros, Richard Wagner, in: Wiener Abendpost (Beilage zur Wiener Zeitung), Nr. 49 vom 2. März 1875, S. 5–6. 11 Siehe CWT, 12. März, Bd. 2, S. 902. 12 Elegie I [Schlummerlied im Grabe] für Klavier (1874), S 196 / LW A 266. 13 CWT, Bd. 2, S. 901. 14 Tagebuch Hans Richters (Auszüge, Typoskript-Abschrift Bayreuth NA, Nachlass Otto Strobel).


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Themenkommentar

1. Franz Liszt, Die Glocken des Straßburger Münsters15 2. Ludwig van Beethoven, Klavierkonzert Nr. 5 Es-dur op. 73 3. Schmiedelieder16 aus Siegfried 4. Siegfried’s Tod17 aus Götterdämmerung 5. Wotans Abschied und Feuerzauber18 aus Die Walküre Die Bariton-Solopartien in der Kantate Liszts, der selbst dirigierte, und in dem Konzertstück aus der Walküre übernahm Philipp Lang vom Nationaltheater Budapest, die Siegfried-Partien sang wiederum Franz Glatz. Interessant sind die vergleichenden Beobachtungen im Tagebuch Hans Richters bezüglich der Orchesterleitung Wagners und Liszts: „Vormittags Generalprobe. Liszt spielte das Es-dur-Konzert von Beethoven himmlisch schön. Die übrigen Nummern litten unter der unsicheren Leitung der beiden Komponisten. Übrigens dirigierte Liszt wirklich besser und deutlicher als Wagner. [...] trotz der hohen Preise war der Saal übervoll. Die ‚Glocken von Straßburg‘ für Solo (Lang), Chor und Orchester gingen sehr gut. Das Klavierkonzert, wenngleich nicht so vollendet ausgeführt wie in der Generalprobe, war doch die gelungenste Nummer des Konzertes. Hierauf wurde Wagner bei seinem Erscheinen enthusiastisch empfangen. Schmiedelieder (Glatz), Siegfrieds Tod und Trauersymphonie (mußte repetiert werden) und ‚Wotans Abschied und Feuerzauber‘ (Lang). Der undeutliche Takt des Meisters verursachte einige Schwankungen (ich dirigierte nur die Orchesterbegleitung des Klavierkonzertes).“19 Wie Wagner später in Wien erfuhr, hatte der Reinerlös des Konzerts 5300 Gulden betragen.20 Schon am nächsten Tag fuhren Richard und Cosima Wagner zurück nach Wien. Bereits vor dem ersten Wiener Konzert waren Wagner und seine Freunde aufgrund der hohen Kartennachfrage übereingekommen, am Nachmittag des 14. März das Programm 15 Siehe Nr. 53 K/19. 16 Die Lieder Siegfrieds sind Auszüge aus Siegfried, 1. Akt, 3. Szene. Schmelzlied: Gesang ab „Nothung! Nothung! Neidliches Schwert!“, Hämmerlied: „Hoho! hahei! hoho! Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert!“ – Siehe WWV 86, Erläuterungen, S. 415. 17 Siehe Nr. 171 K/2. 18 Bruchstück aus Die Walküre, 3. Akt, 3. Szene. Das Stück hat Wagner ohne Einrichtung direkt aus der Partitur übernommen (SW, Bd. 11/III, Takt 1490 bis Ende). Siehe WWV 86, Erläuterungen, S. 415. 19 Wie Anm. 14. 20 Siehe CWT, 12. März, Bd. 2, S. 902.


Themenkommentar

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vom 1. März zu wiederholen, jedoch zu reduzierten Eintrittspreisen (Nr. 106). Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, verzichtete Wagner auf eine weitere Probe,21 obwohl er bei der Wiederholung Franz Glatz durch den Wiener Tenoristen Leonard Labatt ersetzen musste. Der Enthusiasmus des Wiener Publikums kannte wiederum keine Grenzen, sodass das Stück Siegfried’s Tod (mit dem sogenannten Trauermarsch) wiederholt werden musste.22 Am Abend des 15. März trat das Ehepaar Wagner die Rückreise nach Bayreuth an. Den durch den Fahrplan bedingten mehrstündigen Aufenthalt in Regensburg am frühen Morgen des folgenden Tages nutzte das Paar zur Besichtigung des Domes und zu einer Spazierfahrt zur Walhalla.23 Mit der erzielten Nettoeinnahme aus den drei Konzerten konnte Wagner sehr zufrieden sein. Insgesamt erbrachten die drei Konzerte eine Summe von ca. 19 000 Gulden. b) Theater- und Konzertreise: Leipzig, Hannover, Braunschweig, Berlin Die Anfrage des Berliner Wagnervereins, ob er in der Reichshauptstadt ein Konzert dirigieren wolle, hatte Wagner am 11. März von Cosima sogleich zusagend beantworten lassen.24 Die drängende Geldnot des Festspielunternehmens (ThK 2k) hätte kaum eine andere Entscheidung zugelassen, denn außer den „Terrainarbeiten“ rund um das Festspielhaus waren auch noch die für den Sommer geplanten Vorproben (ThK 2i) zu finanzieren. Ende März stand der 24. April als Konzerttermin fest. Weitere Vorhaben wurden noch in den Reiseplan integriert, sodass wiederum eine längere Abwesenheit des Ehepaars Wagner von Bayreuth die Folge war. 21 Siehe Nr. 113 K/12. Die genaue Höhe der Einnahme des Konzerts konnte nicht ermittelt werden. Wagner hatte im Vorfeld mit einem Reinerlös von ca. 4000 Gulden gerechnet. 22 Siehe z. B. die Besprechung in Neues Fremden-Blatt (Abendausgabe), Nr. 74 vom 15. März 1875, S. 1. 23 Siehe CWT, Bd. 2, S. 902–903. – Nach dem Fahrplan Neuer Eisenbahn- und Postfahrten-Plan von Bayern nebst sämmtlichen Anschlüssen an die Nachbarbahnen [...], zusammengestellt von J. Chr. Hacker, München 1875, erreichte der Zug Regensburg um 5.10 Uhr, Anschluss nach Weiden gab es erst um 10.28 Uhr. Dort war nach der Ankunft um 12.21 Uhr nochmals ein Aufenthalt bis 14.05 Uhr zu überbrücken. Um 15.48 Uhr kam der Zug in Bayreuth an (Streckenfahrpläne ebd., S. 30–31, 22). 24 Siehe CWT, Bd. 2, S. 902.


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Kommentar zu den einzelnen Briefen 1.

A N G OTTHOLD UND M AX B RÜCKNER , 1. JANUAR 1875

ORIGINAL: Verbleib unbekannt. – ABSCHRIFT: Coburg LB, Nachlass PetersMarquardt, IV. Nr. 60. – ADRESSE: „Herrn Gotthold und Max Brückner Hofmaler Coburg“. – AUSGABEN: Kern, Brückner, S. 343, Anm. 881. – WBV deest [Addenda N108]. TEXTKONSTITUIERUNG Redaktionsvorlage: Abschrift. ERLÄUTERUNGEN Aufgabe und Ankunft des Telegramms sind nicht bekannt. Antwort auf einen Brief oder ein Telegramm (erschlossen aus Z. 1). 1 Dank und Erwiderung] Vermutlich hatten die Adressaten Wagner einen Neujahrsgruß gesendet. – Siehe auch ThK 2e.

2.

A N F RIEDRICH F EUSTEL , 1. JANUAR 1875

ORIGINAL: Bayreuth RWG, Hs 1/88. – AUSGABEN: Br Feustel, Nr. 40 (S. 194); Br Bayreuth, Nr. 139 (S. 190). – WBV 6964. TEXTKONSTITUIERUNG Original: 7 Glasse. ERLÄUTERUNGEN Beantwortet am 2. Januar 1875 (laut Vermerk des Adressaten). 4–6 Sylvester-Bescheerung ... „Rechtsnachfolger“] Eine nicht überlieferte Sendung von Wagners Theateragenten Carl Voltz und Carl Batz. Im Tagebuch Cosima Wagners heißt es am 1. Januar dazu: „R. hat seine Nöte mit den Herrn Voltz und Batz.“ Und am 2. Januar: „Sehr viel Not mit Batz, welcher sich durchaus als Schelm entpuppt und dabei einen ganz festen Kontrakt hat!“ (CWT, Bd. 2, S. 885). Die Sendung von Voltz und Batz enthielt einen Vertragsentwurf. Siehe ThK 4. 8 Berathung halten] Wann die Besprechung stattfand, konnte nicht ermittelt werden. 9–10 den lieben Ihrigen] Feustels Frau Louise und die Söhne Sophian, Heinrich, Franz und Christian sowie die Tochter Henriette Marie. Letztere war seit 1872 mit Adolf Groß verheiratet, dem Prokuristen des Bankhauses Feustel.

3.

A N F RIEDRICH F EUSTEL , 2. JANUAR 1875

ORIGINAL: Bayreuth RWG, Hs 1/89. – WBV 6966.


394

Kommentar

TEXTKONSTITUIERUNG Original: 2 wir mit diesem / 5 sein müssen. ERLÄUTERUNGEN 2–4 Herrn Batz ... los zu werden] Carl Batz war seit 1872 als Theateragent für Wagner tätig und trat in der Folge auch als Bevollmächtigter des Verwaltungsrats der Festspiele auf. Siehe ThK 4. 7 erwarte ... Aeusserungen ... Ihrerseits] Eine schriftliche Antwort Feustels ist nicht überliefert.

4.

A N E MIL H ECKEL , 2. JANUAR 1875

ORIGINAL: Mannheim StadtA, NL Heckel, Nr. 232. – AUSGABEN: Kastner, Briefe (1885), Nr. 270 (S. 31) (Ausz.); Br Heckel, S. 87–89; Br Bayreuth, Nr. 140 (S. 191–193). – WBV 6967. TEXTKONSTITUIERUNG Original: 20 schließende Klammer nach Siegmund fehlt / 45 Fragezeichen nach vorgekommen ergänzt. ERLÄUTERUNGEN Antwort auf den Brief vom 30. Dezember 1874 (Abschrift: Mannheim StadtA, NL Heckel, Nr. 229.). – Beantwortet am 6. Januar 1875 (Abschrift: Mannheim StadtA, NL Heckel, Nr. 233). 4 in meinem Dinge] Die Bayreuther Festspiele. Siehe ThK 2. 7 Graf Arnim mit Bismarck] Graf Harry von Arnim-Suckow, seit 1871 zunächst Gesandter und dann Botschafter des Deutschen Reiches in Paris, opponierte offen gegen die Frankreich-Politik des Reichskanzlers Otto von Bismarck, bis dieser im Frühjahr 1874 Arnims Ablösung durchsetzen konnte. Darauf eröffnete Arnim einen Pressekrieg gegen Bismarck, in dem er auch vertrauliche Botschaftsakten publik machte, um den Reichskanzler in ein schlechtes Licht zu setzen. Im Oktober 1874 wurde er verhaftet und zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Dem Antritt der Strafe entzog er sich durch Flucht ins Ausland. Nach Veröffentlichung einer weiteren kritischen Broschüre im Jahr 1876 wurde er wegen Landesverrats und Majestätsbeleidigung in Abwesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Arnim starb 1881 in Nizza (siehe Fritz Hartung, Arnim-Suckow, Harry Graf von, in: NDB 1, 1953, S. 373–375). 8 Loge] Partie in Das Rheingold. Siehe ThK 2a. 9 Siegmund] Partie in Die Walküre. Siehe ThK 2a. 13–14 Herrn Knapp ... gern zum Fafner] Fafner: Partie in Das Rheingold und Siegfried. – Heckel antwortete darauf: „Herr von Reichenberg junger Bassist am hiesigen Theater hat die Tiefe für den Fafner – aber starker Anfänger – gehöriger Tolpatsch, Sohn eines bemittelten Herrn in Graz, war vor 8 Tage schon bei mir und bat


Briefe Januar 1875

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mich, bei Ihnen anzufragen, ob er sich Ihnen zum prüfen vorstellen dürfte, er bietet sich umsonst an, ist ihm ganz gleich was er singen darf – wenn die Rolle noch so klein – er möchte gern in Bayreuth mitwirken. – Der Wille ist gut, ob sein Können ausreicht, das weiss ich nicht“ (Abschrift: Mannheim StadtA, NL Heckel, Nr. 233). Siehe auch ThK 2a. Donner] Partie in Das Rheingold. Siehe ThK 2a. Gunther] Partie in Götterdämmerung. Siehe ThK 2a. „Grimmgerde“] Partie in Die Walküre. Siehe ThK 2a. Erda] Partie in Das Rheingold und Siegfried. Siehe ThK 2a. 1e Norn] Partie in Götterdämmerung. Siehe ThK 2a. Vogelstimme im Siegfried] Der „Waldvogel“ ist eine unsichtbare Gesangspartie. Siehe ThK 2a. „Woglinde“] Eine der drei Rheintöchter in Das Rheingold und Götterdämmerung. Siehe ThK 2a. Flosshilde] Eine der drei Rheintöchter, Partie in Das Rheingold und Götterdämmerung. Siehe ThK 2a. Sieglinde] Partie in Die Walküre. Siehe ThK 2a. Mit Fr. Jaide geht es nicht] Die am Hoftheater Darmstadt engagierte Sängerin war eine der wenigen Entdeckungen Wagners auf seiner Theaterreise im Herbst 1872 (siehe SBr 24, Nr. 389 K/2 und ebd. ThK 1f). Sie übernahm bei den Vorproben und Festspielen die Rolle der Erda und die der Waltraute. Siehe ThK 2a. Gerechten] Scherzhafte Titulierung der fünf Vorstandsmitglieder des Mannheimer Wagner-Vereins Emil Heckel, Albrecht Hänlein, Friedrich Koch, Ferdinand Langer und Heinrich Zeroni. Siehe SBr 24, Nr. 4 K/1.

A N A LBERT N IEMANN , 4. JANUAR 1875

ORIGINAL: Bayreuth RWG, Hs 18/I/28. – ZUM DATUM: In CWT wird der Korrespondenzvorgang unter dem Datum des 5. Januar erwähnt (siehe K/14). – AUSGABEN: Br Niemann, S. 178–180. – WBV 6968. ERLÄUTERUNGEN Antwort auf einen Brief Niemanns (erschlossen aus Z. 2 und CWT, Bd. 2, S. 885–886). 2 Von der Mallinger stehe ich noch ab] Mathilde Mallinger hatte 1868 in München unter Wagners Leitung die Rolle der Eva in den Meistersingern von Nürnberg kreiert. Wagner hätte sie gerne für die Rolle der Sieglinde in der Walküre verwendet, wollte aber nicht auf die von der Sängerin bzw. deren Ehemann (K/30–31) erhobene Honorarforderung eingehen (siehe den Brief an Franz Betz, 8. März 1874; SBr 26). Mathilde Mallinger wirkte nicht bei den Bayreuther Festspielen mit. Siehe dazu auch ThK 2a, Sieglinde.


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Kommentar

Ihre Mittheilungen] Nicht überlieferte Antwort Niemanns auf Wagners Brief vom 22. Dezember 1874 (SBr 26). Februar ... Wien ... Frl. Ehn] Am 20. Februar trat Wagner eine Konzertreise nach Wien an (siehe ThK 1a). Ob er die Sopranistin Bertha Ehnn bei diesem Aufenthalt traf, konnte nicht ermittelt werden. Sie verkörperte im November 1875 in der von Wagner selbst überwachten Wiener Neuinszenierung des Tannhäuser die Rolle der Elisabeth (siehe ThK 3a). Bei den Bayreuther Festspielen wirkte sie nicht mit. Tristan für Berlin] Im Tagebucheintrag Cosima Wagners vom 5. Januar heißt es: „Herbeck für Wien und Niemann für Berlin ersuchen um Tristan und Isolde, R. will es letzterem gewähren unter [der] Bedingung, den Proben beizuwohnen, ersterem verwehren“ (CWT, Bd. 2, S. 885–886). Zu Wien siehe K/24. – In Berlin wurde Tristan und Isolde am 20. März 1876 mit Niemann in der männlichen Hauptrolle erstaufgeführt. Wie gefordert hatte Wagner die letzten Proben persönlich überwacht (siehe CWT, Bd. 2, S. 974–977). vor zwei Jahren ... Rundreise, Conzerte] Schon Ende 1872 hatte es Pläne gegeben, Tristan und Isolde in Berlin aufzuführen (siehe SBr 24, Nr. 375 K/2). Zu Wagners Theaterreise im November / Dezember 1872 siehe SBr 24, ThK 1f. Die Konzerte dirigierte Wagner 1873 in Hamburg, Berlin und Köln (siehe SBr 25, ThK 1a). In Wien ... Tristan] Brief des Hofoperndirektors Johann von Herbeck an Wagner vom 30. Dezember 1874. Siehe Nr. 18 K/5–6. man mich dort ... schlecht behandelt] Siehe ThK 3a. Berlin ... Verwaltung ... nobles Benehmen] Der Berliner Generalintendant Botho von Hülsen hatte für Wagner die nachträgliche Auszahlung von Aufführungstantiemen für den Fliegenden Holländer erwirkt. Das Werk war 1844 an der Hofoper kurz vor Einführung des Tantiemensystems erstmals aufgeführt worden. Am 3. Dezember 1874 teilte Hülsen Wagner mit: „Im Verfolg meines Schreibens vom 15. Sept. 1868 [siehe SBr 20, Nr. 210 K/19–20] benachrichtige ich Ew. Wohlgeboren ganz ergebenst, daß S. M. der Kaiser und König [Wilhelm I. von Preußen] auf meinen Antrag zu genehmigen geruht haben, daß Ihnen für die Aufführung Ihrer Oper ‚Der fliegende Holländer‘ unter der Bedingung der Rückerstattung des für die Überlassung des Aufführungsrechtes im Jahre 1843 gezahlten Honorars von 100 Dukaten, gleich 316 Th. 20 gr, die statutenmäßige Tantième von der ersten Aufführung am 7. Januar 1844 ab gewährt werde. Indem ich mir erlaube, eine Abrechnung der Theaterhauptkasse ergebenst beizufügen, bemerke ich, daß letztere von mir angewiesen worden ist, Ihnen den Betrag von 818 Th. 16 sgr gegen Einsendung einer vorschriftsmäßigen Quittung zu zahlen“ (Kapp, Hülsen, S. 67–68).


Briefe Januar 1875

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die Adresse des Herrn Schimmelpfennig] Otto von Schimmelpfennig von der Oye, als Schauspieler und Theaterdirektor bekannt unter dem Pseudonym Düringsfeld, war verheiratet mit der Sängerin Mathilde Mallinger. Wagner hatte in seinem Brief an Niemann vom 22. Dezember 1874 (SBr 26) um dessen Adresse gebeten. wilden Jägers] Anspielung auf Niemanns Jagdleidenschaft und wohl auf Walküre, 3. Akt, 1. Szene [Brünnhilde:] „Der wilde Jäger, / der wüthend mich jagt“. Der Begriff erscheint auch in Carl Maria von Webers Freischütz, 2. Akt, 3. Szene (Terzett).

A N AUGUST W ILHELMJ (II), 4. JANUAR 1875

ORIGINAL: Verbleib unbekannt. – AUSGABEN: Br Wilhelmj, Nr. 3 (S. 226– 228); Br Künstler, Nr. 67 (S. 76–80). – WBV 6969. TEXTKONSTITUIERUNG Redaktionsvorlage: Br Wilhelmj. – Vorlage: 19 auser. – Lesarten Br Künstler: 72–73: mir Alles – von meinem allerdings gut. ERLÄUTERUNGEN 1 Nibelungen Geigenmeister!] Siehe K/4. 4 Genosse und Berather] Wilhelmj war der designierte Konzertmeister des Festspielorchesters (siehe ThK 2b). 4 meiner Unternehmung] Das Bayreuther Festspielunternehmen. Siehe ThK 2. 5–6 Vorproben] Siehe ThK 2i. 8 wirklichen Theater-Orchester] Der versenkte Orchestergraben im Bayreuther Festspielhaus, der das Orchester für den Zuschauer unsichtbar macht. Siehe ThK 2c. 9 aller Stücke] Die vier Teile des Ring des Nibelungen. 15–16 Hoforchester ... welche ... Ferien haben] Die Hoforchester in Darmstadt, Karlsruhe, Coburg, Braunschweig, Schwerin und Meiningen. Gegenüber diesem Plan änderte sich die Zusammensetzung des Orchesters noch gravierend. Siehe ThK 2b. 19–20 Entschädigung] Siehe das gedruckte Rundschreiben an die Musiker der Bühnenfestspiele (Nr. 219). 31 beifolgenden Blatte] Nicht überliefert. 52–53 ausgewählten Musiker] Ein Verzeichnis der bei den Vorproben 1875 mitwirkenden Sänger und Musiker ließ Wagner im August drucken (siehe Nr. 278 K/8). Zur Besetzung des Festspielorchesters siehe ThK 2b. 58–59 De Schwert ... grosse Oper in Paris] Mit dem belgischen Cellisten, Komponisten und Dirigenten Jules de Swert, bis Dezember 1872 Konzertmeister der Königlichen Kapelle in Berlin, hatte Wagner schon im Sommer 1872 über die Besetzung des Festspielorchesters korrespondiert (siehe Nr. 45 K/12–13). Im November und


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