Skip to main content

Reisemagazin Sommer 2026

Page 1


Florian Müller

Der Lokführer fährt auch die legendäre Bregenzerwaldbahn

reisemagazin

Sie schaffen Wege zum Wandern

Ein Golfpark am Fluss

Innovation im Tischlerhandwerk

Einkehren mit Kindern sommer

Zwischen Schule und Bergbauernhof

Das Gasthaus inmitten der Region

Saisonales Gemüse aus Bioanbau

GEMEINSAM MEHR FÜR DIE REGION.

WIR MACHT’S MÖGLICH.

NICHT DER EINZELNE VERBESSERT DIE WELT, SONDERN DIE GEMEINSCHAFT, DIE STÄRKER ALS ALLES ANDERE IST. DIE RAIFFEISENBANKEN IM BREGENZERWALD SIND AKTIVER TEIL DAVON.

Mit dem Magazin erscheint ein „Reisebegleiter Bregenzerwald“. Er bringt detaillierte Informationen für die Gäste der Region. Nach verschiedenen Themen geordnet, sind darin Vorschläge zu Aktivitäten im Bregenzerwald zu finden, etwa Wanderrouten samt kleinen Wanderkarten oder das Angebot von verschiedenen Outdooraktivitäten. Dazu kommen Programme für Familien mit Kindern, Hinweise auf kulturelle und architektonische Besonderheiten sowie die kulinarische Vielfalt der Gastronomie. Den Reisebegleiter erhalten Sie kostenlos bei Bregenzerwald Tourismus sowie im örtlichen Tourismusbüro und bei Ihren Gastgebern.

Die erste Auskunftsstelle

Das Informations- und GästeserviceCenter in Egg berät Sie über alle Belange des Bregenzerwaldes und über Ihren Urlaub. Hier finden Sie u.a. eine Verkaufsstelle für den 3Täler-Skipass, die Saison-Card Bregenzerwald im Sommer, Bregenzerwald Gutscheine, Kulinarisch Wandern, Kulinarisch Radfahren u.v.m.

Bregenzerwald Tourismus Gerbe 1135 | 6863 Egg Vorarlberg | Österreich T +43 (0)5512 2365 info@bregenzerwald.at www.bregenzerwald.at

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr

Erleben Sie den Bregenzerwald auf unseren Social-Media-Kanälen unter @visitbregenzerwald

Autor*innen

Conrad Amber: Autor in Vorarlberg

Thorsten Bayer: Journalist in Vorarlberg

Birgit Feierl: Germanistin und Autorin

Toni Innauer: Olympiasieger im Skispringen

Carina Jielg: Kulturredakteurin beim ORF

Babette Karner: Autorin in Vorarlberg

Irmgard Kramer: Schriftstellerin

Bernhard Madlener: Journalist in Wien

Peter Natter: Philosoph und Autor in Vorarlberg

Alois Niederstätter: Historiker in Vorarlberg

Birgit Rietzler: Dichterin im Bregenzerwald

Georg Sutterlüty: Historiker im Bregenzerwald

Urlaubsland Österreich –Feedback geben und gewinnen! Hier geht es zur Umfrage: bregenzerwald.tmona.at

Cornelia Kriegner ist Geschäftsführerin von Bregenzerwald Tourismus

Veränderung gestalten

Beim Lesen der verschiedenen Geschichten dieser Ausgabe des Reisemagazin Bregenzerwald tauchte in mir rasch ein Gedanke auf, der auf ihre Gemeinsamkeiten verwies: Veränderung. Die Veränderung nicht als lauter Umbruch, sondern als stiller Begleiter. In dieser Weise prägt die Veränderung vieles im Bregenzerwald: die Menschen, die Landschaften und auch die Traditionen. Veränderung bedeutet hier selten nur Loslassen, sondern vor allem Weiterdenken.

Da sind jene Menschen im Bregenzerwald, die hiesige Wege pflegen und damit nicht nur Pfade sichern, sondern ihr Verständnis von Gemeinschaft lebendig halten. Veränderung zeigt sich im Handwerk, wenn altbewährte Techniken neue Formen annehmen, neue Technologien zur Anwendung kommen und Familienbetriebe mit Mut und Neugier in die Zukunft gehen. Die Veränderung zeigt sich auch in der Kulturlandschaft selbst: an den Wäldern, die sich im Lauf der Jahreszeiten wandeln, an den Bergwiesen, die neu erblühen, und in jenen Menschen, die ihre Aufgaben mit einem klaren Blick für die kommenden Jahre erfüllen.

Vielleicht sind Resilienz, ein gewisses Maß an Unsicherheitstoleranz und die Anpassungsfähigkeit an neue Lösungen die eigentlichen Stärken des Bregenzerwaldes: Veränderung entsteht hier mit Maß, mit Verantwortung und mit Freude. Sie schenkt Raum für Neues, ohne die Wurzeln zu kappen. Und sie lädt uns ein, aufmerksam hinzusehen – beim Wandern, Zuhören, Kosten, Begegnen.

Ich wünsche Ihnen viele inspirierende Momente beim Lesen – und beim Entdecken einer Region, die sich wandelt, indem sie versucht, sich selbst treu zu bleiben.

Bodensee

Zür ich

Vorarlberg – Österreich

Bregenz München Lindau

Dornbir n

Feldkirch

Bluden z 20km20km 0 04 4

Innsbruck Wien

ÖsterreichÖsterreich

www.vorarlberg.travel

www.vorarlberg.travel

Vo rarlberg
Faschina

Gemeinsame Wege 6

Die Wanderwege um Damüls werden von Teams aus Freiwilligen gepflegt. Bernd Madlener koordiniert ihre Einsätze

Golf an der Weißach 12

Michaela Feursteins

Leidenschaft für das Golfspiel

Auf dem Zauberberg in Warth 16

Der Philosoph Peter Natter mit Thomas Mann in Warth

Arbeiten für die ganze Welt 18

Die einst im Textilgewerbe arbeitenden Frauen im Bregenzerwald

20 Innovation im Familienverband Die Geschichte der Tischlerei Rüscher in Schnepfau. Innovation als Erfolgsstrategie

24 Hundert Jahre Dienst

Der Küfer Peter Lässer fertigt Gebsen und andere Holzgefäße

Mit dem die Lok redet 30

Der Lokomotivführer Florian

Müller fährt die Dampflok der Bregenzerwaldbahn

Baummeldungen Aus der Luft gegriffen G’hörig Wälderisch Umgang Bregenzerwald Felder und Wälder Aus dem Werkraum

Kulturelle Treffpunkte Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal

Kolumnen 9 15 23 25 27 28 Service 48 51

40

34 „Es ist nicht immer leicht, aber das Richtige“ Melissa und Stefan Feurstein arbeiten als Lehrende und betreiben einen Bergbauernhof

38 KäseStrasse-Alpen in Hittisau Wir stellen einige Alpen und die Menschen, die dort den Sommer verbringen, vor

40 Ganz lässig am Eck von Egg

Sarah Brückner und ihr Restaurant im neu errichteten Posthus

44 Wo Sarah ihr Gemüse holt Tatiana De Biasi und David Punzenberger versorgen sie mit saisonalen Produkten

46 Kinder, Spielplatz!

Gastronomie im Bregenzerwald mit Vergnügen für Kinder

Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Bregenzerwald Tourismus GmbH, Gerbe 1135, 6863 Egg, Österreich Konzeption/Redaktion: Fuchs & Partner, Wien Konzeption: Frank Broger Fotografie: Dominic Kummer Gestaltung: Sandra Pöltl Lektorat: Martin Johler, Verbosus Druck: VVA, Dornbirn. Produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, Vorarlberger Verlagsanstalt GmbH, UW-Nr. 1491

Rollenbeschreibungen stehen in der neutralen Grundform, bei Personenbezeichnungen dagegen wird der GenderStern zwischen die maskuline und die feminine Wortendung gesetzt, um beide Geschlechter sichtbar zu machen.

Ein Walnussbaum bei Bizau, Richtung Schnepfegg

Gemeinsame Wege

Für Wandernde sind gut gewartete Wege eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres Vergnügen am Berg. In der Gemeinde Damüls dient das Instandhalten des Wegenetzes auch der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Dorf

Eines der Teams zur Instandhaltung der Wanderwege rund um Damüls geht gerade Richtung Hochblanken

In Damüls wohnen 340 Menschen. Fast sechzig davon führen einen Tourismusbetrieb. Auch betreuen sie in Teams ein rund hundert Kilometer langes Wegenetz. Sobald der Schnee geschmolzen ist, schaufeln sie Wege frei, bringen Kies aus, schreinern Bänke, montieren Kletterseile, mähen Wiesen, entfernen Äste, schleppen Steine, verankern Eisenhaken und erneuern Brücken. Die Gemeinschaft erwartet zumindest vier Stunden Hilfe von jedem – einzigartig im Bregenzerwald. Alpendohlen kreisen um die Elsenalp. Morgendliche Nebelschwaden ziehen aus dem Tal über den Grat. Noch ist es frisch. Eine Ziege mit einem Horn blickt Menschen nach, die Schaufeln schultern. Das Team „Wegprojekt Hochblanken Ost“ wandert los, um die Damülser Rundtour instand zu setzen. Als Koordinator wurde Christian Klocker von Appartements Aurora ausgewählt. „Ich bin positiv überrascht, dass die Steintritte, die wir letztes Jahr gemacht haben, so gut gehalten haben“, sagt Christian, der im Winter tagsüber als Skilehrer arbeitet, abends im Hotel Uga kocht und im Sommer zum Elektriker bei der Firma Türtscher im Dorf wird. „Unterm Ragazer Blanken rutscht der Weg immer ab.“

Sie schaufeln heute eine Rinne, damit das Wasser ablaufen kann. Dunkel und feucht zeigt sich die weiche Erde. Die Gruppe quert eine steile Wiese. Reingard Breuss, sie hat 1987 die Pension Armella von ihren Eltern übernommen, entdeckt blühende Alpen-Anemonen. Am Ende des Sommers werden sie im Bregenzerwald als „Schtrubôbuobô“ besungen. „Früher waren drei Frauen mit mir für diesen Weg zuständig“, sagt Reingard. Nicht immer haben alle zum vereinbarten Termin Zeit. Marco Willi-Wohlwend von der Elsenalpstube schickt manch-

mal seinen Hausmeister. Heute geht er selbst mit. „Einmal hat man uns einen Kellner mitgeschickt“, erzählt Reingard lachend. „Der hat sich schon am Herweg übergeben. Jause hat der keine gebraucht, nur eine Zigarette und einen Weiß-Sauer in der Oberdamülser Alpe. Aber das war eine Ausnahme. Normalerweise funktioniert alles reibungslos.“

Ein PS-starker Quad kommt den Berg herauf. Ein Mann mit dunklem Dreitagebart und großen Händen, der in einen Western oder einen historischen Heimatfilm passen würde, lenkt ihn. Er ist „der Mann fürs Grobe“ – Andreas Erath, Angestellter der Gemeinde. Gerade noch hat er einen gefährlichen Baum gefällt, nun lädt er Markierungspfähle ab. Davon schlägt er einen in die Erde. Die rot-weißen Streifen hat er draufgepinselt – Regenarbeit. Ebenso malt er die Wegsteine an.

Eines der Wegeinstandhaltungsteams: Marco Willi-Wohlwend, Bernd Madlener, Andreas Erath, Christian Klocker und Reingard Breuss
Foto:
Nadine Lerho –Bregenzerwald Tourismus

„Das System funktioniert nur, weil es auf so vielen Schultern liegt“, sagt der Koordinator der Teams, Bernd Madlener

Kurz vor dem Gipfelkreuz beginnt ein steiler Anstieg. Von der Aussicht vom Ragazer Blanken, 2.051 Meter Seehöhe, auf umliegende und weit entfernte Berge können selbst die Einheimischen nie genug kriegen.

Das Gipfelbuch – „Wir waren hier, Klaus und Franziska“ – ist beinahe voll, ein neues wartet unten im Büro von Bernd Madlener. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen.

Der Vater von drei Kindern arbeitet seit über dreißig Jahren im Gemeindeamt. Im Winter hilft er während der Mittagspause seiner Frau Claudia im Ländle Hotel im Service. Bernd Madlener gehört zum zehnköpfigen Wanderwege-Ausschuss. „Das System funktioniert nur, weil es auf so vielen Schultern liegt.“ Der Ausschuss stellt die vierzig Wege-Teams zusammen und bestimmt, wer koordinieren soll. „Die Einteilung ist das Um und Auf.“ Man kennt einander, weiß, auf wen man sich verlassen kann und wer handwerklich was draufhat.

Mit der Wahl des Gemeinderates im März 2025 wurde Christoph Schäfer neuer Obmann des Ausschusses. Er arbeitet mit seinem Bruder Philipp bei ihrer Mutter im Familienbetrieb

„Sport Madlener“. Den hat der Großvater 1945 mit ein paar Verleihski gegründet.

Bislang war die Familie für den Weg auf das Kleine Damülser Horn zuständig – ein steiler und anspruchsvoller Weg, den man nicht allen zuteilen kann. Die Brüder sind bei der Bergrettung, sie sind trittsicher und schwindelfrei. „Wenn man selbst für etwas verantwortlich ist, geht man sorgfältiger damit um“, sagt Christoph.

Die Bergrettung selbst kümmert sich um den wichtigsten Gipfel in der Umgebung von Damüls, die Mittagsspitze. Köche, Handwerker, Vermieter, Mechaniker – fast zehn Prozent der Bevölkerung engagieren sich in der Bergrettung, ähnlich wie in der Dorfmusik. „In Frankreich gibt es Orte, die wegen des Tourismus entstanden sind. Uns gibt es seit 700 Jahren. Wir mussten immer zusammenhalten, sonst hätten wir nicht überlebt. Das ist tief in unseren Köpfen verankert“, sagt Bernd. Er bedauert, dass es keine Frau bei ihrer Bergrettung gibt – womöglich hält hier noch die traditionelle Geschlechterverteilung an der Geschichte fest.

Baummeldungen

Die „Stimme der Bäume“ Conrad Amber schreibt über die Bedeutung von Bäumen und seine Begeisterung für Wälder

Waldpfad mit Bergpanorama

Sibratsgfäll liegt etwas abseits der Bregenzerache auf über 900 Metern und bietet einen einmaligen Blick auf das Bergpanorama des Hohen Ifen. Weite Flächen sind Teil des Naturparks Nagelfluhkette, der sich im benachbarten Deutschland fortsetzt. Diese Lage und neue Waldwege haben uns (einen Waldexperten und einen Bodenfachmann) zum neu angelegten PlenterwaldPfad gelockt. Hier wird veranschaulicht, wie es geht, die Ansprüche unterschiedlicher Gruppen hinsichtlich Jagd, Holznutzung, Tourismus, Naturschutz und Waldgenuss zusammenzubringen und zukunftsfähig zu verbinden. Indes, es ist nicht einfach, denn vielerlei Interessen und Traditionen spielen mit. Es braucht Menschen wie Christian Natter, der mit Geduld und Zielstrebigkeit mit allen redet. Die meisten Fütterungen des Schalenwildes wurden eingestellt, um eine Anpassung des Wildbestandes zu erreichen. Außerdem wird der Wald behutsam bewirtschaftet, man nennt das „Plentern“ (Dauerwald, Einzelstammentnahme, keine größeren Schläge). So kommt hier der Wald der Zukunft auf. Obwohl es keine idealen Bodenbedingungen gibt (Moorflächen, Lehmböden), steht ein sehr gesunder, artenreicher und vitaler Bergmischwald an den Hängen.

Überall erkennt man junge Tannen, Buchen, Bergahorne und auch Fichten, die sich in der schützenden Gemeinschaft alter Bäume entwickeln. Auch mit neuen und trockenresistenten Baumarten wird auf kleinen Flächen experimentiert.

Der behutsam angelegte Köpfle-Weg führt zu einem teilrenaturierten Hochmoorgebiet, in dem einige Flächen wieder vernässt, andere begehbar gemacht wurden. Auf Tafeln und an Ort und Stelle kann man sich kundig machen, wie Moore entstehen, wie alt sie sind und welche CO2-Speicherleistung sie erbringen. Es ist den Verantwortlichen dafür zu danken, dass sie diese Naturflächen erhalten und erfahrbar machen. Hier werden noch unsere Nachfahren wandern und staunen können.

Der Einsatz kommt allen Wandernden um Damüls zugute

Mit Pickeln, Schaufeln, Flex und Bohrer fahren sie mit dem Allrad-Einsatzauto zum Fuß des Berges. Der Pfad auf die Mittagsspitze ist der einzige alpine Steig im Gebiet. In dreißig Jahren musste Bernd fünf tödliche Abstürze miterleben. „Man sieht diesen Berg von überallher. Er hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Beinahe jeder Gast möchte einmal dort oben stehen. Am besten man fährt zwischen 14 und 16 Uhr mit der Bahn herauf und erklimmt den Gipfel spät, dann hat man ihn für sich.“

Die Bergretter bohren Löcher in den Felsen, befestigen Eisenrohre mit einem Zweikomponentenkleber und bringen entlang der gefährlichen Passage ein 120 Meter langes Halteseil für Hände an. Die Konstruktion muss dem hohen Schneedruck standhalten. Der obere Bergrücken ist leichter zu bewältigen. Am Gipfel hat der Schnee die Bank um zwei Meter abgesenkt. Sie wird zerlegt und, aus Fichtenholz gefertigt, wieder aufgestellt. Damit sie besser hält, schleppen die sechs Männer eine 200 Kilo schwere Steinplatte, die auch als Tritt dient.

Unterdessen bewegt sich das andere Team in Richtung Sünser Joch. Dort tut sich entlang des Kamms ein wilder Graben auf, der über mehrere Jahre entstanden ist und durch heftige Gewitter ein bedenkliches Ausmaß erreicht hat. „Wir planen eine Wegumlegung“, sagt Bernd, der alles tut, um die Menschen zu motivieren und sie bei ihrer Ehre zu packen. „Die Qualität eures Hauses soll sich in eurem Wanderweg widerspiegeln“, schreibt er in der jährlichen Aussendung. Viele sind stolz auf „ihren Weg“. Reinold Moosbrugger vom Appartementhotel Uga, schon ein älterer Herr, ist gelernter Mechaniker. Er wollte an „seinem Weg“ eine Bank errichten, fand jeden Ausblick schön, konnte sich für keine Richtung entscheiden und schweißte eine drehbare Bank auf eine Autofelge. Eine ähnliche Idee hatte Helfried Bischof vom Hotel Garni Alpina. „Wir haben etwa hundert

Bänke, aber wer aufs Portlahorn oder das Sünser Joch wandert, setzt sich gern mit dem Rucksack auf die Wiese. Der Schnee macht früher oder später jede Bank kaputt, und wir müssen sie reparieren. Besser keine Bank als eine kaputte Bank.“

Großen Aufruhr gab es um die Jahrtausendwende, als das Wegesystem in Vorarlberg erneuert wurde. Bis dahin herrschte bunter Wildwuchs: Pinsel wurden in Farbkübel getaucht und Steine, Felsen oder Baumstämme bemalt. Auch brachte man verkehrstafelähnliche Symbole an Heustadeln und Felswänden an, etwa Laubsägearbeiten in Form von ausgestreckten Zeigefingern. In Au waren die Tafeln aus Metall. In Damüls aus Holz. Wege trugen Namen wie Mühleweg, Zügaweg oder Herteleweg. Dann kam die Vereinheitlichung. Sie stieß zunächst auf Widerstand, war aber ein wichtiger Fortschritt.

Nun ist jede Wandertafel mit einer Standortnummer versehen – im Falle eines Unfalls wichtig für die Rettungskräfte.

Das Team verlässt den Gipfel der Damülser Mittagsspitze im goldenen Abendlicht. Weil noch kein Wirtshaus offen hat, kochen sie sich im Haus der Bergrettung einen Topf Chili con Carne –den Einkauf dürfen sie der Gemeinde verrechnen. Andreas fährt mit dem Quad ins Tal. Christian, Reingard und Marco gelangen über den Sieben-HügelWeg ins Dorf. Alle sind gut gelaunt. Der Schulsprengel Hinterbregenzerwald (Au, Schoppernau, Damüls, Schnepfau, Warth und Schröcken) gönnt sich Maiferien. „In dieser Woche ist Damüls wirklich ausgestorben“, sagt Bernd. Schule und Kindergarten sind geschlossen. Walter vom Lebensmittelladen bestellt in dieser Woche kaum Gemüse und Obst. Mit den Schwalben kehren viele Dörfler wieder zurück. Bevor Bernd in Urlaub geht, muss er noch schnell ein paar Pakete verpacken. Er sorgt dafür, dass alle in Damüls ab achtzehn jährlich ein Geburtstagsgeschenk bekommen. Teamgeist im Bergdorf. Irmgard Kramer

Kulinarisch Wandern Bregenzerwald

Schritt für Schritt von Gang zu Gang

Der rundum genussvolle Wandertag mit Bergfrühstück, Mittagessen und süßem Ausklang, serviert in verschiedenen Berggasthäusern und Restaurants. Zur Auswahl stehen kulinarische Wanderrouten im Sommer und im Winter.

Preis pro Person: ab € 55

Kulinarisch Radfahren Bregenzerwald

Tritt für Tritt von Gang zu Gang Das Tagesarrangement führt (E-)Mountainbiker*innen durch die eindrucksvolle Kulturlandschaft des Bregenzerwaldes. Inkludiert sind ein regionales Frühstück, Mittagessen und Dessert in verschiedenen Berggasthäusern und Restaurants.

Preis pro Person: ab € 58

Gutscheine erhältlich bei: Bregenzerwald Tourismus und ausgewählten Tourismusbüros www.bregenzerwald.at

Michaela Feurstein beim Abschlag im Golfpark Bregenzerwald

Golf an der Weißach

Der Golfpark Bregenzerwald entstand aus einer Vision des im August 2025 verstorbenen Hoteliers und Unternehmers Herbert Frick. Wir hatten kurz davor noch die Gelegenheit, mit ihm über seine Leistungen zu sprechen. Gemeinsam mit fünf weiteren Unternehmern hatte er den Platz an der Weißach Ende der 1990er Jahre realisiert. Damit ermöglichte er Gästen wie Einheimischen, sich vom Golfsport faszinieren zu lassen. Eine erst skeptische, dann aber begeisterte Golferin ist Michaela Feurstein. Sie schätzt den Platz im Bregenzerwald vor allem wegen seiner idyllischen Naturkulisse

„So alt bin ich noch nicht, dass ich jetzt anfangen muss, Golf zu spielen.“ Das war Michaela Feursteins spontane Reaktion, als ihr Lebensgefährte 2018 fragte, ob sie ihn und seine Freunde begleiten wolle. Die Gruppe wagte sich mehrheitlich das erste Mal aufs Green. Wider ihre eigene Erwartung war Feurstein begeistert und entschloss sich rasch, die „Platzreife“ zu machen: die Basis, um allein am Platz spielen zu dürfen. Mittlerweile steht die 34-Jährige beispielhaft für eine Generation, die mit alten Golfklischees aufräumt. Was ihr am Golfsport taugt?

„Unter anderem die Erfolgserlebnisse, die man hat: Wenn man den Ball einmal richtig trifft, dann sind die zehn anderen Bälle, die man davor schlecht getroffen hat, gleich vergessen.“

Die Idee, im Bregenzerwald einen Golfplatz zu bauen, hatte Herbert Frick gemeinsam mit fünf weiteren Unternehmern 1995. Zusammen übernahmen sie die Vorarbeiten eines abgeblasenen Investorenprojekts und schufen den Golfpark Bregenzerwald in Riefensberg-Sulzberg. Sie verwandelten die hügelige Kulturlandschaft in ein 18-Loch-Golfparadies, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt.

Die Weißach mäandert zwischen strategisch platzierten Bunkern hindurch. Alte Baumgruppen rahmen die Fairways ein. Naturbelassene Streuwiesen verleihen dem Platz seinen unverwechselbaren Charakter.

Seit der Eröffnung 1997 ist aus Fricks Vision ein Treffpunkt für gut dreihundert Mitglieder und zahlreiche auswärtige Gäste geworden. Besonders die Nähe zum wenige Autominuten entfernten, in Deutschland gelegenen Oberstaufen erweist sich als Glücksfall: Urlauber aus dem Bregenzerwald und aus dem Allgäu haben mehrere Golfplätze in der Region zur Auswahl. Es gibt zahlreiche Hotels beiderseits der Landesgrenze, die zu den Gründer- und Partnerhotels zählen. Deren Gäste können im Golfpark Bregenzerwald zu einem ermäßigten Preis spielen. Das Handicap baut Brücken: Anfänger*innen starten bei Handicap 54, von dem aus sie sich theoretisch bis null hinuntertrainieren können.

„Jeder Golfplatz hat eine StandardSchlaganzahl, für 18 Löcher sind das meist 72 Schläge“, erklärt Michaela Feurstein. „Wenn ein Spieler oder eine Spielerin bei Handicap 0 ist, sollte er

oder sie den Platz mit 72 Schlägen spielen.“ Ihr Handicap von 31 bietet Feurstein einen Spielraum von bis zu 103 Schlägen – die nötigen 72 plus die HandicapZahl. Je niedriger das Handicap, desto besser – ein System, das Anfänger*innen und Profis sich fair miteinander messen lässt.

Michaela Feurstein lebt ihre Begeisterung längst auch jenseits der Vorarlberger Grenzen aus. Eine Golfreise mit Freunden führt sie regelmäßig ins türkische Belek. Auch in Tirol und der Steiermark stand sie schon auf dem Green. Ihr Urteil ist jedoch eindeutig: „Der Golfpark Bregenzerwald ist für mich persönlich der schönste Golfplatz. Es ist so idyllisch hier, und auch sportlich anspruchsvoll.“ Entgegen der Vermutung eines gemütlichen Spaziergangs, die der unbedarfte Beobachter vielleicht hegen mag, sei Golf ein echter Ganzkörpersport. „Es werden sehr viele Muskeln beansprucht. Man hält die ganze Zeit den kompletten Körper in Bewegung, bis hin zur wiederholten Rotation der Wirbelsäule bei den einzelnen Abschlägen.“ Diese körperliche Herausforderung in Verbindung mit der mentalen Komponente mache Golf zur idealen Entspannungstechnik, sagt Feurstein: „Selbst wenn man nur schnell auf neun Löcher spielt, reicht das schon: Man hat dann nichts anderes mehr im Kopf, weil man sich Schlag für Schlag wieder auf ein Ziel konzentrieren muss.“

Für Michaela Feurstein ist der Golfplatz an der Weißach im Bregenzerwald der schönste überhaupt
Seit der Eröffnung 1997 ist aus der Vision des Unternehmers Herbert Frick ein Treffpunkt für Golfbegeisterte geworden

Momentan sind im Golfpark Bregenzerwald keine Um- oder Zubauten geplant, man setzt jedoch auf eine nachhaltige Evolution des Parks. Die zwanzig Golf-Carts fahren bereits elektrisch, die Bewässerung erfolgt aus der Weißach, und GPS-gesteuerte Mähroboter sollen, ebenfalls elektrisch betrieben, den ökologischen Fußabdruck bald weiter reduzieren.

Kurz nach unserem Hintergrundgespräch über den von ihm initiierten Golfplatz verstarb Herbert Frick. Zuvor hatte er uns noch verraten, dass er selbst nicht spiele. Er sei nie Golfer geworden, weil er dafür einfach nicht die nötige Zeit gefunden habe: wegen seinem Berufsle-

ben mit fünf Hotels im Familienbetrieb, seiner Mehrheitsbeteiligung an den Bergbahnen Mellau, deren Geschäfte er geführt hatte – und auch als Inhaber des Golfparks hatte er genug zu tun. Doch sein geschäftlicher Weitblick führte dazu, dass nun auch im Bregenzerwald die Leidenschaft für das Golfspiel ihren Platz gefunden hat. Damit gelang es Herbert Frick in den vergangenen dreißig Jahren einmal mehr, einen wesentlichen Teil zur positiven Veränderung der ganzen Region beizutragen. Dank seines Einsatzes können nun Menschen wie Michaela Feurstein ihre Leidenschaft für den Golfsport entdecken und ihr ein Leben lang nachgehen. Bernhard Madlener

Aus der Luft gegriffen

Olympiasieger im Skispringen und Sportexperte – Toni Innauer aus dem Bregenzerwald

Es fliegt, es fliegt!

Im Bregenzerwald erfreuen wir uns an der Existenz eines großartigen Golfplatzes. Als Gründungsmitglied des Golfparks Bregenzerwald genieße ich seit über zwanzig Jahren jeden Besuch auf der naturnahen und herausfordernden 18-Loch-Anlage. Golf und Skispringen ähneln sich in mehreren Dimensionen. Es geht darum, Objekte zum Fliegen zu bringen, die nicht wirklich dazu geeignet sind: In beiden Fällen entscheiden Nuancen und Sekundenbruchteile zwischen Desaster und Triumph. Heute noch gefeierte Sieger können schon am nächsten Tag weit abgeschlagen im hinteren Feld landen. Das macht beides zu mental recht anspruchsvollen Übungen. Golf und Skispringen leben erfolgsmäßig vom Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Einschätzungen, vom Verständnis der physikalischen Zusammenhänge. Von langwierig antrainierten und automatisierten Bewegungsabläufen, materialtechnischen Raffinessen und auch vom Glück. Man soll nicht alles kontrollieren wollen, sondern es einfach „laufen lassen“. Leichter gedacht als getan.

Mit über 100 km/h schießen Skiflieger*innen auf den Schanzentisch zu. Das sind annähernd 30 Meter/Sekunde. Sie sollten die Absprungkante genau treffen und optimal ausbalanciert einen kräftigen Satz in den Luftstrom machen.

Der „Driver“, die mächtigste Waffe im Golfbag, pfeift beim Profischwung mit 200 km/h durch die Sommerluft. Die Technologie im Schläger erzeugt einen Trampolineffekt mit dem Faktor 1,5. Der kurzfristig völlig verformte Ball verlässt mit 300 km/h den gerade noch beschaulichen Ruhezustand. Aber wohin …?

Zum atemberaubend schönen Flug setzen beide Flugobjekte aber nur an, wenn die gewaltige kinetische Energie präzise durch den Schwerpunkt von Ball oder Springer*in dirigiert wird. Eine mangelhafte Gewichtsverlagerung am Schanzentisch in Oberstdorf wirkt sich ähnlich desaströs aus wie ein – nur um Millimeter – verkantetes Schlägerblatt auf Loch 17 im Golfpark Bregenzerwald.

Im Idealfall aber segelt der Golfball, mit Knalleffekt und majestätisch in Sulzberg startend, über die letzten Eschen im Tal der Weißach und landet sanft auf dem Fairway der Nachbargemeinde Riefensberg.

Auf dem Zauberberg, und doch in Warth

Der Philosoph Peter Natter nimmt sich ein Buch vor und liest es mit Blick auf seine unmittelbare

Umgebung im Bregenzerwald

Wie wollen wir anfangen mit diesen Gedanken, mit dieser Reise? Vielleicht so: „Die Rauchwolken der Dampflokomotive, die über den Bahnsteig quellen, verdecken die Sicht. Man muss durch sie hindurchschauen, sich einen Moment lang von dem grauen Dunst blenden lassen, bis der Blick nach dieser Prüfung sich geschärft hat, durchdringend geworden ist, allsehend.“1 Oder so: „Ein einfacher junger Mensch reiste im Hochsommer von Hamburg, seiner Vaterstadt, nach Davos-Platz im Graubündischen. Er fuhr auf Besuch für drei Wochen. Von Hamburg bis dort hinauf, das ist aber eine weite Reise.“2 Oder doch so: Wir steigen, sagen wir in Dornbirn, in den gelben Postautobus und fahren bis ganz hinauf nach Warth. So machen wir’s. Ein, zwei Bücher kommen natürlich ins Gepäck – auf

der nicht ganz kurzen Fahrt bleibt gewiss Zeit, sie durch den Kopf und durchs Gemüt gehen zu lassen. Vorab ist das, was wir erblicken, eine sanfte, irgendwie liebliche Landschaft: nichts Schroffes, nichts Steiles, viel Grün und Blau, ein paar Wolken können es auch sein. Dann aber, wenn wir in Mellau durch sind und an Hirschau und Schnepfau vorbei am Fuß der Kanisfluh entlangfahren, wird das Land … wie soll man sagen? Es wird dramatischer, ja erhaben. Spätestens ab Schoppernau und der Vorsäßsiedlung mit dem wunderbaren Namen Hopfreben (Hopfen und Reben!) rückt das Gebirge deutlich näher, kommen die schroffen Felswände in Sicht- und Reichweite. Das Erhabene und Erhebende kommt ins Spiel. Sobald hier nicht mehr der reine Sommer das Sagen hat, hängen Nebelfetzen und Wolken weit herunter,

zerklüften die Landschaft und unsere Eindrücke noch mehr. Dann ist es gut, wenn einer weiß, wo er herkommt und wohin er warum will. Genauso, wie das in den beiden zitierten Geschichten der Fall ist.

Dann sehen wir uns auch mit einer Frage konfrontiert, die dem uralten Henne-Ei-Dilemma entspricht. Was war zuerst, Huhn oder Ei? Geschichte oder Sehnsucht? Buch oder Landschaft? Wir sollen das Dilemma nicht auflösen, sondern das Beste daraus machen. Das ist dort der Fall, wo das Buch der Landschaft und die Landschaft dem Buch entspricht, gerecht wird, möchte ich sagen. Olga Tokarczuk (*1962), Nobelpreisträgerin für Literatur des Jahres 2018, hat sich für ihren Roman „Empusion“ (2022) eine sehr prominente Vorlage gewählt: Thomas Manns „Der Zauberberg“ von 1924. Nicht nur, weil

hier Nobelpreisträger unter sich sind, funktioniert das großartig, sondern vor allem, weil es in beiden Büchern um Lebenslagen und -themen geht, die symbolisch das Menschsein auf den Punkt bringen – auf einen Höhepunkt, nicht nur im topografischen Sinn. Menschsein: Das mag ein großes Wort sein, mehr oder weniger gelassen ausgesprochen. Es umschreibt, umfasst jedoch ein Gefühl, dem die Literatur nachspürt und das im Erhabenen der Natur erfahrbar wird.

Schon haben wir Schröcken erreicht, und nun wird es richtig steil und – ja, erhaben. Was ist das Erhabene? So genau kann und muss man das nicht wissen, zum Glück nicht. Das wiederum darf wörtlich genommen werden: Das Glück liegt, ruht nicht im Exakten, nicht im Wissen, nicht in Informationen oder Daten, nicht in einer Cloud, weil nicht

im Menschlichen. In den Wolken schon eher. Die Wolken, diese unfassbaren, ebenso vergänglichen wie beständigen Gebilde, waren nach Steinen, Pflanzen, Tieren, Menschen und Kunst Goethes letzte und alles einschließende Forscherleidenschaft!

Wahrscheinlich sind deshalb die großen Romane so dick, weil: „Tag für Tag geschehen in der Welt Dinge, die sich nicht erklären lassen mit den Gesetzmäßigkeiten, die wir von den Dingen kennen. Tag für Tag werden sie erwähnt und wieder vergessen, und dasselbe Rätsel, das sie brachte, nimmt sie wieder mit, verwandelt ihr Geheimnis in Vergessen.“ (Fernando Pessoa) Mit diesem Zitat eröffnet Olga Tokarczuk ihre Geschichte von einem, der sich aufmacht, um sich in seinem Körper zu finden und in der Welt zu verlieren. Und wo passt das Ende des Zitats aus

Literatur

1 Olga Tokarczuk: Empusion. Kampa Verlag, Zürich, 2023

2 Thomas Mann: Der Zauberberg.

S. Fischer Verlag, 2002

3 Rainer Maria Rilke: Archaïscher Torso Apollos, 1908

Fernando Pessoas Hilfsbuchhaltergeschichte „Das Buch der Unruhe“ besser hin als hier ins Dorf im Hochgebirge: „Das Fremde aber beobachtet uns aus dem Schatten heraus.“ Man wird zurecht an eine berühmte Gedichtzeile von Rainer Maria Rilke erinnert: „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.“3 Damit ist ein bedeutender Zug jenes Gefühls, jener Befindlichkeit charakterisiert, die den Aufenthalt zwischen den hohen Bergen kennzeichnet: Es ist eine Art gesteigerte Selbstwahrnehmung; auch und gerade, wenn das nicht ins Bewusstsein dringt, ja sich vielleicht einfach nur in Müdigkeit oder – wie es besonders in Thomas Manns Zauberberg und der Erzählung vom nahezu unstillbaren Hunger der Sanatoriumsgäste nachzulesen ist – in vermehrtem Appetit äußert. Das Erhabene steht trotzdem ziemlich quer zu all dem Genuss, dem Luxus und der Bequemlichkeit. Eigenartigerweise ist ausgerechnet das Unscheinbare, das Stille und Flüchtige eine Erscheinungsform des Erhabenen. Spektakulär muss es nicht sein und atemberaubend erst recht nicht. Nicht ohne Grund spielen die beiden erwähnten Romane in Lungenheilstätten. Das Erhabene ist ein Konzentrat, eine Essenz. Natürlich spielt die Zeit dabei eine Rolle. Die Zeit, von der Olga Tokarczuk so spricht: „In diesem Krümchen Zeit kehrt alles zu seiner Vollkommenheit zurück, die der Trennung von Himmel und Erde vorausgegangen war. […] Ein winziger Moment des Gleichgewichts zwischen Licht und Dunkelheit, kaum zu erfassen, kaum zu erspüren, ein winziger Moment, in dem das Muster sich erfüllt, das Versprechen der großen Ordnung – es währt nicht länger als ein Wimpernschlag.“

Eben für diesen Wimpernschlag braucht es einen langen Atem, Geduld und Ausdauer und kluge Bücher. Jetzt, wo sich ein Gefühl des Schwebens einstellt und ich ins Schwärmen gerate, schön müde bin und gut schlafen werde, beschließe ich, die kommende Nacht hier oben zu verbringen, näher an den Sternen, am Firmament. Peter Natter

Grat der Höferspitze mit Blick auf den Widderstein

Arbeiten für die ganze Welt

Im Bregenzerwald entdeckt man auch eine „Textillandschaft“ mit langer Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Flachs angebaut und das aus den Fasern gesponnene Leinengarn zur weiteren Verarbeitung ins nahe Ausland geliefert. Danach brachten Schweizer Baumwollhändler den Rohstoff ins Tal, wo ihn vor allem Heimarbeiterinnen veredelten. Dies schuf Möglichkeiten für Frauen, zu eigenem Geld zu kommen

In den 1850er Jahren betrat der deutsche Jurist und Schriftsteller Andreas Oppermann auf dem Weg von Alberschwende nach Schwarzenberg auf der Lorena ein Vorsäß. „Hier erregte ein Stickrahmen, wie ich dergleichen in Appenzell gesehen hatte, mein Erstaunen. Wie ich später erfuhr, wird von den Wälderinnen durchgängig Mousselin gestickt. […] Eine solche Stickerin war auch das hochgewachsene Mädchen, das jetzt zu dem ausruhenden Wanderer in die Stube trat. […] Sie erzählte, daß sie das Vieh des Vaters besorge; der habe viele Kinder und werde keinem viel mitgeben können; daneben aber sticke sie auf ihre eigene Hand und erwerbe täglich 1/3

bis 1/2 Franken; damit habe sie sich aber schon seit drei Jahren eine schöne Ausstattung zusammengestickt und sie werde auch als Frau fortsticken, damit die Kinder dem Manne nichts kosteten und der für Haus und Hof sorgen könne.“

Der Bregenzerwald war eine „Textillandschaft“ mit langer Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert baute man Flachs an und verkaufte das aus den Fasern gesponnene Leinengarn zur weiteren Verarbeitung nach Konstanz, Ravensburg, Kempten und St. Gallen. Mit dem Aufkommen der Baumwolle änderten sich die regionalen Produktionsbedingungen. Verarbeitung und Vertrieb wurden nun mehrstufig organisiert.

Schweizer Unternehmer („Verleger“) kauften die Rohbaumwolle am internationalen Markt. Als „Fergger“ bezeichnete Kommissionäre brachten sie zu den von ihnen im Bregenzerwald angeworbenen und bezahlten Heimarbeiterinnen und -arbeitern, kontrollierten die Produkte und führten sie wieder den Verlegern zu, die sie in großem Stil vermarkteten.

Zur Spinnerei traten die ebenfalls als bäuerlicher Nebenerwerb vornehmlich von Männern betriebene Lohnweberei sowie die von Frauen und Mädchen ausgeübte, aufgrund der Qualität der Erzeugnisse viel einträglichere Stickerei. Eine gute Stickerin könne, so hieß es um 1790, mit einem einzigen

Foto: Albert Kretschmer, Trachten der Völker. Leipzig
1864
Stickerei als „Wälder“ Charakteristikum

Kettenstich-Stickmaschinen („Pariser Maschinen“) waren einer Nähmaschine ähnlich

Jahresverdienst beinahe ein Haus kaufen. Einem amtlichen Bericht zufolge wurden 1819 im Bregenzerwald aus der Stickerei jährlich 200.000 Gulden erwirtschaftet, aus der Viehzucht hingegen nur 30.000.

Die Geistlichkeit beobachtete diese Entwicklung mit Argwohn. „Durch das Sticken“ komme, so der Krumbacher Pfarrer Jakob Brändle im Jahr 1824, „die Kultur des Bodens und Ackerbaus insbesondere in merklichen Abgang“; nehme „die Kleiderpracht“ überhand, alles müsse nun „mit Seide, Silber und Gold behangen sein“. Dazu geselle sich „die Üppigkeit im Essen und Trinken besonders in Besuchung der Wirtshäuser“, „Jung und Alt beiderlei

Geschlechts, ledig und verheirathet“ eile „nicht nur an Sonn- und Feiertagen zum köstlichsten Wein und Tanze, sondern selbst an Werktagen“. Außerdem fördere „das Sticken den Müßiggang, vorzüglich das Spiel“. Es seien „unter zehn älteren Weibsbildern kaum drei, die das Kartenspiel nicht trefflich verstünden“.

Was den Reiseschriftstellern als Idyll erschien – „da sitzen Frauen und Mädchen am runden Stickrahmen, die Tambourirnadel in der feinen Hand, die keine Bauernarbeit und kaum ein anderes Geschäft der Haushaltung verunstaltet hat. Ihr Teint ist zart. Die Arbeit, die sie liefern, wandert in alle Welt“ –, sah der Geistliche anders: „In

Für den Fotografen gestellt: eine Wälderin am Stickrahmen

physischer Rücksicht hat die beim Sticken stets sitzende Lebensart den nachtheiligen Einfluß auf die Gesundheit; denn besonders das weibliche Geschlecht ist ganz verzärtelt, sieht ganz aufgedunsen aus, oder blaß, und leidet gerne an den Augen, und anderen Eingeweidekrankheiten, Auszehrung, und wer weiß, ob nicht gerade die im Bregenzer Wald so gewöhnliche Räude unter Groß und Klein eine Folge dieser sitzenden Lebensart ist […].“ Als in den 1860er Jahren die Kettenstichmaschine („Pariser Maschine“) –ähnlich einer Nähmaschine, einnadelig und von Hand betrieben – auf den Markt kam, erlebte die Stickerei einen neuerlichen Boom. Im Jahr 1900 zählte man im Bregenzerwald 3.700 Stickerinnen; allein in Egg arbeiteten 280 Frauen mit diesen Maschinen sowie weitere 50 in herkömmlicher Weise als Handstickerinnen. Wenig später aber machte die Einführung von Großstickmaschinen aus einer weiblichen Domäne eine männliche. Frauen wurden fortan nur mehr als – wenn überhaupt – schlecht bezahlte Hilfskräfte herangezogen. An den traditionellen Abhängigkeiten änderte die Mechanisierung übrigens nichts. Nach wie vor arbeiteten die Menschen im Bregenzerwald für Unternehmer, die zumeist in St. Gallen oder im Appenzell ansässig waren. Alois Niederstätter

Innovation im Familienverband

Seit 1910 wächst die Tischlerei Rüscher in Schnepfau mit jeder Generation: von ehedem einer Reparaturwerkstatt in einem Stadel bis hin zu heutigen Projekten gemeinsam mit internationalen Architekt*innen. Familiär geblieben ist der Betrieb im Bregenzerwald aber trotzdem. Vier Generationen der Rüschers haben ihr Leben diesem Betrieb gewidmet

Anton Rüscher, der Großvater des heutigen Geschäftsführers Christian Rüscher, hatte 1910 seinen kleinen Stadel zur Tischlerwerkstatt umgebaut: Reparaturarbeiten versprachen einen willkommenen Zuverdienst. An diesen Beginn erinnert im Büro seines Enkels heute noch ein gerahmter Zeitungsausschnitt mit einer Werbeanzeige von damals.

Antons Sohn Gebhard, Jahrgang 1929, wollte Maschinenbau studieren, erlernte aber auf Wunsch des Vaters auch das Tischlerhandwerk. Getrieben von seiner Begeisterung für Maschinen, verband er familiäres Pflichtbewusstsein mit persönlicher Leidenschaft und machte aus Antons zweckmäßig eingerichteter Reparaturwerkstatt eine hochmoderne Möbeltischlerei. „Mein Vater war ein Pionier – immer auf der Suche nach dem Neuesten“, schildert Christian. „Nächtelang hat er Prospekte gewälzt und am Ende eine hochmoderne CNC-Maschine gekauft, von der er kaum wusste, wie sie funktioniert.“ Mit seinem unerschütterlichen Innovationsdrang baute Gebhard einen Maschinenpark auf, der seiner Zeit weit voraus war: ein Vorsprung, von dem seine Söhne jahrzehntelang profitieren sollten.

Denn dass die Tischlerei auch in der nächsten Generation in der Familie bleiben würde, stand außer Frage. Gebhards Söhne halfen schon früh in der Werkstatt mit. „Wir waren sechs Geschwister, drei davon sind in den Betrieb gegangen. Meine beiden älteren Brüder, Heinz, geboren 1957, und Tone, geboren 1960, sind Mitte der 1970er Jahre in die Firma eingetreten.“ Auch der mehr als fünfzehn Jahre jüngere Nachzügler Christian hatte Freude am Basteln, Sägen, Bohren und Schnitzen: „Ich bin kein Theoretiker. Ich arbeite gern mit Dingen und mit den Händen. Schließlich war klar, dass ich Schreiner werden würde.“

Heinz, der Älteste, kehrte Ende der 1980er Jahre von der Meisterschule in Graz zurück und beschloss, sich von den verschnörkelten, geschnitzten Möbeln, wie sie damals überall gefertigt wurden, zu verabschieden. Stattdessen setzte er auf radikal schlichte und zugleich anspruchsvolle Formen. „Anfangs hat man uns ausgelacht: Das klappt doch nie, hieß es. Aber ein paar Jahre später war klar, dass Heinz den richtigen Riecher hatte.“ Auch der Vater war zunächst skeptisch, erinnert sich Christian, ließ seinen Söhnen dann aber freie Hand: „Die wissen schon, was sie tun.“

Der neue Stil machte die Tischlerei Rüscher zu einem Vorreiter für minimalistisches, hochwertiges Möbeldesign und brachte sie in Kontakt mit namhaften Vorarlberger Architekten, darunter Hermann Kaufmann, Helmut Dietrich, Christian Lenz und Oskar-Leo Kaufmann. Bald folgten internationale Größen wie der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor, für den die Tischlerei private Projekte sowie aufsehenerregende Häuser in Graubünden realisierte, darunter auch Möbel für die berühmte Therme Vals. Jüngst war es eine Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Schweizer Büro Herzog & de Meuron: der Innenausbau für das Bregenzer Boutiquehotel „Kleiner Löwe“ vis-à-vis vom Kornmarkttheater.

Auch Christian Rüscher brachte eine entscheidende Neuerung in den Betrieb. Anfang der 1990er Jahre begann er mit CAD-Zeichnungen am Computer, damals eine Technik, die im Handwerk kaum verbreitet war. Zunächst skeptisch beäugt von seinen älteren Brüdern, zeigte sich bald, wie präzise und effizient sich Varianten und Korrekturen digital umsetzen ließen. Parallel dazu hielt mit der ersten CNC-Anlage die computergesteuerte Fertigung Einzug: „Mein Vater hat an einem lustigen Abend im Gästeaufenthaltsraum einem

Christian Rüscher setzt im Familienbetr ieb auf ständige Innovation

Maschinenhändler, der Stammgast in unseren Fremdenzimmern war, eine CNC-Maschine abgekauft“, erzählt Christian lachend. „Um fünf Uhr morgens hat er zugeschlagen – ohne genau zu wissen, welches Potenzial in dieser Maschine steckt. Aber er wusste: Das ist die Zukunft.“

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Tischlerei war auch der Umzug in die große, neue Halle in der Ebene von Schnepfau. Die alte Werkstatt am Hang über dem Dorf tat zwar noch ihren Dienst, war aber längst zu klein, zu verwinkelt und zu vollgestopft. „Die Arbeitsbedingungen waren für heutige Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß“, sagt Christian. Dennoch zögerte er, bis sein Neffe Simon Moosbrugger, Architekturstudent in Wien, vorschlug, im Rahmen seiner Diplomarbeit eine neue Halle zu entwerfen. „Mein erster Gedanke war: Ich kann ihm dabei helfen, die Größen und Bedürfnisse einer modernen Tischlerei auszuarbeiten und Ideen zu entwickeln, umsetzen werden wir das aber so sicher nicht!“, erinnert sich Christian lachend. Aber als er das Modell sah, war klar: „Wenn sich solch eine Möglichkeit bietet, muss man sie ergreifen.“ Dass Das Werksgebäude unter der Kanisfluh, der Bergikone des Bregenzerwaldes

Der Tischler-Clan Rüscher: Richard, Maximilian, Christian, Claudia, Nicki, Tone, Diana, Maria und Heinz

Nils und Clarissa bei einer Besprechung in der Werkstatt

das passende Grundstück schon Jahrzehnte zuvor vom vorausschauenden Vater Gebhard erworben worden war, erleichterte die Entscheidung. Im Jänner 2023 zog die Tischlerei Rüscher in die große, neue Halle. Für Christian heute eine gewagte, aber richtige Investition: „Auch wenn ich nicht gern Schulden mache, ohne diesen Neubau hätten wir die Zukunft nicht sichern können.“

Seit dem Umzug hat sich die Arbeitswelt in der Tischlerei Rüscher grundlegend gewandelt. Moderne Infrastruktur, eine großzügige, komfortable Arbeitsumgebung und eine klimatisierte Werkshalle mit einem Mikrobefeuchtungssystem sorgen dafür, dass hier drinnen auch im Hochsommer angenehme Bedingungen herrschen. Die neue computergesteuerte Lager- und Zuschnittanlage macht das mühsame Stapeln und Schlichten von Platten überflüssig. „Am alten Standort war es schwierig, Fachkräfte zu gewinnen. Heute melden sich immer wieder hochqualifizierte Bewerber*innen von selbst bei uns.“

Klare Linien, zeitloses Design und Handwerk auf höchstem Niveau – dafür steht die Tischlerei Rüscher heute. Fir-

men- und Privatkund*innen mit besonderen Ansprüchen vertrauen auf die Werkstatt im Bregenzerwald. Geblieben ist trotz aller Modernität der Charakter eines über hundertjährigen Familienbetriebs mit viel Liebe zum Detail.

Seit sich seine beiden älteren Brüder zurückgezogen haben, führt Christian die Tischlerei als alleiniger Geschäftsführer. Planung, Kundenkontakte und die Leitung des Betriebs liegen in seiner Hand. „Im alten Gebäude hatten wir neunzehn Mitarbeiter, heute sind wir bereits über dreißig.“ Christians Firmenphilosophie und sein Umgang mit den Mitarbeitenden sind geprägt von Vertrauen und klaren Strukturen: Verantwortung wird gezielt verteilt und eigenständiges Arbeiten gefördert. Mit Heinz Rüschers Söhnen Richard und Maximilian und Tones Sohn Nicki arbeitet bereits die vierte Generation im Betrieb in leitenden Funktionen mit. Gibt es ein Familiengeheimnis, das den Erfolg über Generationen erklärt? Christian denkt nach. „Das Leben und Arbeiten in einem Familienbetrieb ist eine Mischung aus Verpflichtung, Vertrauen und eigenen Interessen – darauf muss man sich einlassen.“ Babette Karner

Birgit Rietzler, Dichterin im Bregenzerwald, stellt typisches „Wälderisch“ vor

Mit KI si ma dabi

Mit KI sei man dabei

A KI führ ou för mi kan Weag varbi, so si das itz halt.

An KI führe auch für mich kein Weg vorbei, so sei das jetzt halt.

KI si a goate Partie, abr was woß i bisher übr KI?

KI sei eine gute Partie, aber was weiß ich bisher über KI?

Mine Fräuglari wegs KI richt i wohl am bescht a KI sealb.

Meine vielen Fragen zu KI richte ich wohl am besten an KI selber.

Well KI weaß anscheinend fascht alls, KI si a gonz nüs Kapitl.

Denn KI wisse anscheinend fast alles, KI sei ein ganz neues Kapitel.

KI dink för dri und minge Arliedari si mit KI endle varbi.

KI denke für drei und manche Mühsal sei mit KI endlich vorbei.

KI dinkt ou för mi?! Kascht dinka! Das ischt doch bedinkle!

KI denkt auch für mich?! Nicht auszudenken! Das ist doch bedenklich!

Abr mit KI ka jedar, wau se uskinnt, meh, as er ohne KI ka.

Aber mit KI kann jeder, der sich auskennt, mehr, als er ohne KI kann.

Drum ischt KI seachar ou fri, abr gli …

Deshalb ist KI bestimmt praktisch, aber trotzdem …

As wär mear ned gli, winn ma süag, KI hej das gschreaba!

Es wäre mir nicht egal, wenn man sagte, KI habe das geschrieben!

Viel Schriftstellar und Sealb-Dinkar gond no wegs KI k.o.

Viele Schriftsteller und „Selber-Denker“ gehen noch wegen KI k.o.

Im großa Kampf um KI wet varmuatle no mings k.o. gau.

Im großen Kampf um KI wird vermutlich noch manches k.o. gehen.

Abr jeds K.O. im Leaba ka KI aso odr aso ned varhindra. – Zum Glück?

Aber jedes K.O. im Leben kann KI so oder so nicht verhindern. – Zum Glück?

G’hörig Wälderisch

Der Küfer Peter Lässer bei der Arbeit an einer Gebse. Er schlägt einen der Fassreifen fest

Hundert Jahre Dienst

Hundert Jahre Dienst leisten Gebsen, flache Holzgefäße, in denen auf der Alpe die Milch reift. Peter Lässer sorgt dafür, dass sie ein Jahrhundert durchhalten.

Als einer der letzten Küfer, also Fassbauer und Holzhandwerker, im Bregenzerwald repariert er die alten Stücke. Natürlich macht er auch neue, dazu Fässer, Wannen, Bottiche und Kübel. Alles aus Holz. Ein Blick in seine Werkstatt, in der eine alte Kulturtradition bewahrt wird.

Bei der „Sonne“ wende ich mein Fahrrad. Ich habe das Haus und die Werkstatt von Peter Lässer schlicht übersehen. Nirgends ein Schild, nirgends ein Hinweis. Da taucht auch unser Fotograf auf. Er kurbelt das Autofenster runter: „Wo wohnt denn der Peter?“

Dieser steht beim „Bergmann-Haus“, in Arbeitskleidung und mit einer Schubkarre in der Hand. Er schaut zu uns, wartet bereits. Wir beeilen uns, denn

einem vielbeschäftigten Handwerker sollte man nie die Zeit stehlen.

Lässer lebt in Hittisau und praktiziert ein Handwerk, das in unseren Breitengraden kaum noch jemand beherrscht. Er ist Küfer, auch Binder genannt, zimmert aus Holzdauben Gefäße wie Fässer, Gebsen, Wannen, Bottiche und Kübel. In Zeiten, als es noch keine Plastikbehälter oder Aluminiumfässer gab, war der Küfer ein gefragter Mann im Dorf. Wie hätte sonst der Most gelagert, wo die Butter geschlagen werden sollen, wenn nicht in einem Most- oder Butterfass? Im Fass kam auch die Milch auf den Alpen zur Reife.

Der Bregenzerwald hat sich wie alle Regionen in den letzten Jahrzehnten gewandelt. So wurde Lässer, der versierte Handwerker, auch zum Kulturvermittler, der uns ein wenig Einblick in das Schaffen und Tun früherer Zeiten geben kann.

Ist es Zufall oder Schicksal, dass wir gerade vor dem Bergmann-Haus stehen? Es ist Lässers Elternhaus, hier ging vor über 200 Jahren aber auch Josef Bergmann ein und aus. Dieser ehrgeizige Kopf durchlief im 19. Jahrhundert im fernen Wien eine außergewöhnliche Beamten- und Forscherkarriere. Er gilt als einer der Pioniere der modernen Geschichtsschreibung. In Wien wurde er für seine Verdienste geadelt, in der Gemeinde ist der Dorfsaal nach ihm benannt, und über der Eingangstür hängt noch eine Gedenktafel von der Bergmann-Feier aus dem Jahr 1896: „Vorarlbergs bedeutendster Geschichtsforscher.“

Lässer holt eine Ahnentafel, es interessiert ihn selbst. Da sehen wir, der Küferberuf zog mit Konrad Bader ins Haus ein, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die nächstjüngere Schwester von Bergmann geheiratet hatte. Lässer, die sechste Küfergeneration, ist zwar kein direkter Nachfahre mehr; die Familie verzweigt sich bei seiner Großmutter mütterlicherseits.

Umgang Bregenzerwald

Der Umgang der Menschen im Bregenzerwald mit ihrer Umgebung ist Thema von eigens ausgezeichneten Wegen durch Dörfer der Region. Wer auf ihnen geht, erfährt an ausgewählten Objekten, wie die Menschen hier ihr Leben gestaltet haben und heute noch gestalten.

Umgangsformen, also unsere Art, miteinander und mit der Welt umzugehen, brauchen ständiges Training. Dem dient der „Umgang Bregenzerwald“ als Trainingsstrecke für Aufmerksamkeit und Weltverstehen. „Umgang Bregenzerwald“ umfasst 12 leicht zu begehende Wege unterschiedlicher Dauer zwischen 1 ½ und 4 Stunden. Sie führen durch die Dörfer von Au, Schoppernau, Mellau, Bizau, Bezau-Reuthe, Andelsbuch, Schwarzenberg, Egg, Lingenau, Langenegg, Hittisau und Krumbach. Bauchhohe Säulen weisen auf die besonderen Objekte hin. Die QR-Codes auf den Säulen führen zu weiteren Informationen zu Bauart, Architektur und Gestaltungsform. Details zu den Objekten sind auch in einem begleitenden Folder beschrieben, welcher in den örtlichen Tourismusbüros und bei Bregenzerwald Tourismus erhältlich ist.

Geführte Rundgänge zur Dorf- und Baukultur Was zeichnet die Gestaltung des Lebensraumes aus? Bei den geführten Rundgängen erfahren die Teilnehmenden mehr über Facetten der Dorfentwicklung, der Architektur und des regionalen Handwerks.

Die Umgang-Wege auf www.bregenzerwald.at

Der Autor Georg Sutterlüty mit dem Küfer Peter Lässer

Doch auch er hat noch in der kleinen Werkstatt im Keller des Gehöfts seine ersten Handwerkssporen verdient.

Ein derart altes Bauernhaus wie dieses bietet dem Fotografen Motive. Das Tor zum Stadel steht halb hoffen, das Licht bricht in das Tenn. Im Hintergrund ein Bretterstapel. Lässer posiert und erzählt: „Mein Vater war hier im Ort Tischler, meine Mutter meinte, ich sollte ein Handwerk mit Zukunft erlernen. Aber am liebsten war ich beim Onkel Josef unten in der Werkstatt. Er hat mir die ersten Kniffe des Küferhandwerks gezeigt.“ Es folgte eine Lehre im Walgau, zur Schule ging Lässer in Pöchlarn in Niederösterreich. „Wir waren zehn Lehrlinge in der Klasse, heute bin ich der Einzige, der noch in diesem Beruf tätig ist“, resümiert der Hittisauer. Mit 21 hielt er bereits den Meisterbrief in der Hand. Das war Ende der 1980er Jahre. Er machte sich selbstständig, sein Onkel, mittlerweile im Ruhestand, unterstützte ihn.

Wir wollen einen Blick in die alte Werkstatt werfen. Lässer winkt ab, da sei nicht mehr viel zu sehen, nur noch ein Lagerplatz. Also gehen wir hinüber in die neue, die er vor gut 25 Jahren gebaut hat. „Was soll ich euch zeigen?“, fragt er. Der Ort ist ein eindrucksvolles Zeugnis von unermüdlicher Arbeit. In jeder Ecke stehen Holzfässer, am Boden sind Holzgebsen gestapelt, dort eine Wanne, da eine Werkbank, am anderen Ende eine Holzfräse und im hinteren Eck eine Drechselmaschine. Und neben der Werkbank zwischen den Holzgebsen und einem Rumfass der „Bschniedesel“, der in keiner Werkstatt fehlen darf, wo noch altes Holzhandwerk ausgeübt wird.

Der Bschniedesel ist eine Art Werkbank, auf der man sitzt, Rohlinge fixiert und mit Werkzeug bearbeitet. Lässer hat darauf Platz genommen und eine Daube eingespannt, die er nun mit einem Zugmesser glättet. „Was für den Schuster die Leiste ist, ist für den Küfer die Daube“, erklärt er. Ursprünglich sind Dauben einfache, längliche Holzbretter, im Bregenzerwald meist aus Lärchen-

und Fichtenholz, die gerundet und geschliffen und deren Enden verjüngt werden müssen, damit sie sich passgenau aneinanderfügen. „Das verlangt handwerkliche Feinarbeit“, sagt der Küfer. „Sobald etwas rund sein soll, sind Maschinen nutzlos. Dann greife ich zu Hobel, Meißel und Ziehmesser.“ Für den Fassbau müssen die Dauben zusätzlich längsseitig gebogen werden – ein Arbeitsvorgang unter Hitze. Dazu wird das bereits am oberen Ende gebundene, aber beidseitig noch offene Fass um einen Feuerkorb gestellt. Die Wärme macht das Holz biegsam. Mit Hilfe eines Fasszuges werden die Dauben nach und nach zusammengezogen, bis die gewünschte Passform erreicht ist. Gern hätten wir den Bau eines Holzfasses vor Ort miterlebt, doch Lässer hat derzeit andere Aufträge zu erfüllen. Die Nachfrage nach Fässern ist nicht mehr besonders hoch. Er holt daher eine Holzgebse hervor, die von einer Hittsauer Sennalpe zum Flicken gebracht wurde. Dabei gerät er ins Schwärmen, denn die Gebse dürfte über hundert Jahre alt

sein. Dass sie nun erneut ausgebessert wird, hat einen guten Grund: In keinem Gefäß reift die Milch so gut wie in einem solchen alten Stück. Dabei gilt: Je älter, desto besser. „Sie hat über hundert Jahre gute Dienste geleistet und wird es weitere hundert Jahre tun.“ Davon ist Lässer überzeugt. Er muss es ja wissen: Seit seiner Selbstständigkeit ist er eng mit der Alpwirtschaft verbunden. Die Bauern sind wichtige Kunden. Doch auch die Veränderungen dort entgehen ihm nicht. Bestellungen für Holzgebsen reißen zwar nicht ab, „aber es sind längst nicht mehr nur die Bauern oder Alpmeister, die bei mir anklopfen“, betont der Küfer. Heute sind es vor allem Gastwirte und Privatleute, die dem traditionellen Gefäß eine neue Funktion geben. Aus der schlichten Gebse ist ein Schmuckstück geworden. Darin werden nun Käsknöpfle auf rustikale Art serviert.

Mittlerweile ist Lässers Sohn Thomas zu uns gestoßen. Der junge Mann macht gerade im Nachbarort eine Lehre als Tischler. Derzeit genießt er ein paar Urlaubstage – und steht dennoch wieder

in einer Werkstatt. Er lacht – es gebe hier viel zu tun. Natürlich unterstützt er seinen Vater. Aber er hat auch ein eigenes Steckenpferd: das Drechseln. Vorne auf dem Werktisch sind einige seiner Stücke ausgestellt: Teller, Schalen, Schüsseln, etwas verdeckt eine Gewürzdose und daneben sogar eine Pfeffermühle. Zweifellos: Der Sohn ist aus gleichem Holz geschnitzt wie sein Vater. Er versteht sein Handwerk. Ich frage ihn direkt: „Wirst du der Nachfolger werden?“ Die Antwort kam prompt: „Erst einmal die Lehre, dann sehen wir weiter!

Zum Abschluss zeigt uns Lässer noch eines seiner Lieblingsstücke: eine fein gearbeitete Holzwanne. Eine ganze Woche Arbeit steckt darin. Solche Wannen hat er bereits in alle Welt verkauft. Ich frage ihn, wie die Kunden zu ihm finden. „Du bist ja nirgends im Internet.“ Er zuckt mit den Schultern und schmunzelt: „Das wüsste ich auch gern.“ Dies bestätigt einmal mehr: Gutes Handwerk spricht sich überall herum. Doch Lässers Werkstatt auf Anhieb zu finden, ist eine Kunst für sich. Georg Sutterlüty

Felder und Wälder

Birgit Feierl schreibt über den berühmtesten Autor des Bregenzerwaldes, Franz Michael Felder

Banned books

Mit meiner Tochter im britischen Hertfordshire, lese ich im „Guardian“ über die Verbannung von Büchern aus amerikanischen Schulen und Buchhandlungen: Weg mit Harry Potter, er glorifiziere den Okkultismus; weg mit Roald Dahls „Witches“, weil es Kinder abwerte; bloß weg mit Margaret Atwoods „Oryx and Crake“, hier werde „gender fluidity“ forciert.

Und schon schreibe ich, derart inspiriert, an meiner Kolumne. Ist doch das Thema Zensur, ja das Leseverbot stark präsent im Leben des Schriftstellers Franz Michael Felder. Als bibliophiler Knabe wuchs er in den 1840er Jahren in einer lesefeindlichen Gesellschaft auf und durfte nur lesen, was „von Gottes Gnaden“ erlaubt war: alte Zeitungen, Kalender, die Bibel, Heiligenlegenden und einige Klassiker. Felders Mutter war der Ansicht, so der Felder-Forscher Methlagl, dass man „den Jungen die Bücher auf den Händen verbrennen“ müsse, damit sie „ihrer verführerischen Wirkung entzogen und der Gnade teilhaftig würden“. Der Doktor im Roman „Sonderlinge“ erzählt, wie „man uns jungen Studenten die guten Klassiker verbrannte, mit der Bemerkung: Sie schreiben gegen den Glauben, zum Ruin der Sittlichkeit, kurz es sind Schlampen.“ Felders Romane wurden dann ihrerseits Opfer der Zensur, durch die ultrakonservativen Kirchenvertreter schlechtgeredet und verboten; seine innovative Gründung einer Leihbibliothek in Schoppernau brachte ihm den Vorwurf ein, er vertreibe dort „Hurenbücher“. Als Felder der Autorschaft einer anonymen Parteischrift verdächtigt wurde, hagelte es Morddrohungen.

Ab 1939 wurde Felder von den Nationalsozialisten als „deutscher Mann, in dem des deutschen Wesens beste Züge leben“, vereinnahmt und danach für einige Zeit aus dem österreichischen Lesekanon verbannt. Glücklicherweise wurde er rehabilitiert, neu entdeckt und erforscht, sein Werk neu aufgelegt. Und die Bibliothek in Schoppernau gibt es immer noch – „Hurenbücher“ inklusive.

Tradition und Innovation unter einem Dach

Im Werkraum Haus in Andelsbuch findet das traditionsreiche Bregenzerwälder Handwerk seit über zehn Jahren ein Schaufenster. Die hier gezeigten Objekte sind Exponate des alle drei Jahre stattfindenden Wettbewerbs „Handwerk+Form“. Die nächste Auflage findet vom 2. bis 11. Oktober 2026 statt

Werkraum Bregenzerwald

Werkraum Haus

Das Werkraum Haus in Andelsbuch ist ein lebendiger Ort für traditionelles Handwerk und zeitgemäßes Design. Wechselnde Ausstellungen, Veranstaltungen und der Werkraum Shop präsentieren die Vielfalt des regionalen Handwerks. Das Werkraum Café lädt zum Verweilen ein und rundet das Erlebnis ab.

Werkraum Depot

Im Werkraum Depot sind über 100 Exponate aus der Sammlung des vorarlberg museum sowie von Mitgliedsbetrieben zu sehen. Das Depot ist im Rahmen von Führungen zugänglich und zeigt eindrucksvoll, wie sich Tradition und Innovation im Bregenzerwälder Handwerk verbinden.

Schuhe Marina’s

Handwerk+Form 2023

Ein gestalterisch durchdachter und handgefertigter Schuh als moderner Sneaker ausgelegt. Die innovative Sohle aus nass geformtem, vegetabil gegerbtem Leder schöpft den edlen Werkstoff für den ganzen Schuh ressourcenschonend voll aus. Ein reparaturfähiger, langlebiger und folglich nachhaltiger Begleiter mit höchstem Tragekomfort. Leder, Kork, Gummi; 29 x 25 x 10 cm Entwurf: Maria Chelucci, Wiesing Herstellung: Ina Rüf, Alberschwende

Bank Bönkle

Handwerk+Form 2018

Das Flechtwerk aus Messingbändern überzeugt durch seine präzise Verarbeitung. Der einfache Körper des Möbels inszeniert die meisterhafte Handarbeit. Die brünierte und gewachste Oberfläche spielt mit Licht und Farbe und zieht die Aufmerksamkeit auf das Objekt.

Messing brüniert und gewachst; 120 x 45 x 45 cm

Entwurf: Peter Figer Herstellung: Figer Kunstschmiede, Bezau

Tisch Spalt

Handwerk+Form 2023

Ein filigraner Esstisch von hoher Stabilität und herausstechender Formensprache. Die konsequente Verwendung von gespaltenen und gespannten Holzprofilen, zusammen mit speziell gefertigten Stahlrosetten, spielt faszinierend mit den Eigenschaften von Massivholz. Kernesche, Schwarzstahl; 200 x 80 x 75 cm

Entwurf: Daan Koch, Riehen

Herstellung: Tischlerei Dür Naturholzmöbel, Alberschwende

Sofa Lümmelnomade

Handwerk+Form 2012

Der Lümmelnomade besticht durch ein leimfreies Stecksystem, das den Transport erleichtert, sowie einen abnehmbaren, waschbaren und wendbaren Kissenüberzug für doppelte Lebensdauer und einfache Auswechslung.

Ahorn, Leinen, Daunen; 2.490 x 795 x 740 mm

Entwurf: Martin Bereuter

Herstellung: Tischlerei Bereuter, Alberschwende; Mohr Polster, Andelsbuch

Tischleuchte Kork Pipe

Handwerk+Form 2023

Dank einer neu entwickelten Kederschiene lässt sich der Lampenschirm dieser dekorativen Leuchte mühelos individualisieren. Darüber hinaus besteht die Leuchte vollständig aus natürlich nachwachsenden Materialien wie Holz und Kork.

Keder, Kork; 15,5 x 22 x 33 cm

Entwurf: Almut von Wildheim, Ulrich Huber, Vomp Herstellung: Clarissakork GmbH, Krumbach

Hocker Dreibeinhocker

Handwerk+Form 2015

Aus dem klassischen Melkstuhl mit Einbein wird ein elegantes Dreibein. Über feine Details wie der gedrechselten Verdickung zur sicheren Aufnahme der Holzbeine löst sich dieser so simpel anmutende Hocker aus Lindenholz und Braunesche von seiner archaischen Form.

Linde, Braunesche; 37 x 45 cm

Entwurf: Anton Mohr, Andelsbuch

Herstellung: Tischlerei Mohr, Andelsbuch; Drechslerei Steurer, Schwarzenberg

Mit dem die Lok redet

Er heißt Florian Müller, ist Lokomotivführer und führt auch die 124 Jahre alte, majestätische Dampflok, mit der zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Eisenbahnstrecke Bregenz–Bezau im Regelbetrieb befahren wurde. Bis 1980 war die Lok in Verwendung, dann kam sie aufs Abstellgleis

Die Dampflokomotive U 25 „Bezau“ braucht für die Hin- und Rückfahrt bis zu 300 Kilo Kohle

Dank unzähliger Stunden ehrenamtlicher Arbeit ist die Lokomotive, nun restauriert, wieder auf Schiene gebracht. Dafür gab es zuletzt eine staatliche Auszeichnung. Und immer, wenn sie ausfährt, vermittelt sie ihren Fahrgästen ein Glücksgefühl. Es steigen viele Leute aus, richtig viele. Kinder, Mütter, Väter, Tanten, Onkel, Omas, Opas. Den einen hilft man die schmalen, sehr steilen Gitterstufen herunter, andere werden getragen, wieder andere springen auf den Bahnsteig, der sich in wenigen Minuten vom stillen Ort zum übervollen Platz wandelt. Ein Gewusel wie in einem Kinderbuch. Es ist entsprechend laut, man hat sich viel zu erzählen, eine Ansammlung freudiger Gesichter. Trotz des Trubels ist der Lokomotivführer Florian Müller auf den ersten

Blick zu erkennen: ein langer Bart im Jungengesicht, eine vom Ruß geschwärzte, einst blaue Hose und ein Hemd, das, wie die Hände auch, Kohleflecken aufweist. Er ähnelt Jim Knopf aus Michael Endes gleichnamigen Buch.

360 Personen, erzählt mir Florian etwas später, habe die Bregenzerwaldbahn, das „Wälderbähnle“, gerade vom Bahnhof Schwarzenberg nach Bezau gebracht, in elf Waggons. 125 Tonnen seien von der Dampflok über das ansteigende und abfallende Gelände bewegt worden. Maximale Auslastung, mehr geht nicht. „Den Anstieg bei der Einfahrt Bezau hat sie gerade noch geschafft. Wir benötigen in solchen Extremfällen 200 bis 300 Kilogramm Kohle für die Hin- und Rückfahrt, dazu mindestens 1.500

es damit anfeuern,

Liter Wasser. Daraus wird der Dampf erzeugt, der Antrieb der Lok. Ein fein abgestimmter, geräuschvoller Vorgang. Wenn die Lok an ihre Grenzen kommt, was Steigung und Auslastung betrifft, dann hört man das. Das ist ihre Sprache, die Lok redet mit dir.“

Die Sprache des Wälderbähnles hat Florian Müller bereits früh verstanden. Als Vierjähriger wurde er mit zu einem ersten Ausflug genommen, ab da nahm er seine Eltern mit. Mit sechs wurde er Mitglied beim Museumsverein, und es stand fest: Er wird Lokomotivführer. „Mich hat bereits damals der Eisenbahnvirus gepackt. Das ist nicht heilbar“, lacht Florian. Heute hat er die Ausbildung bei den ÖBB zum Lokführer abgeschlossen und eine zusätzliche Lehre als Schlosser absolviert. Die benötigt man nicht für die modernen

um den Dampf im Kessel zu erzeugen
Mit der Kohle wird die Dampflok betrieben. Zunächst heißt

Fact Box

• 1902–1980 Regelbetrieb von Bregenz nach Bezau

• Gesamtstrecke 35 km

• 760-mm-Schmalspurbahn

• Heute Fahrbetrieb als Museumsbahn vom Bahnhof Bezau über Reuthe zum Bahnhof Schwarzenberg

So sieht ein Ticket für eine Fahrt mit der Bregenzerwaldbahn aus Lucien Gmeiner und Florian Müller im Führerstand der Dampflok

Loks der ÖBB; für Diesel- und vor allem für die Dampfloks des „Wälderbähnles“ ist sie jedoch enorm nützlich.

„Tatsächlich genieße ich die Abwechslung: Bei den ÖBB fahre ich Elektroloks und ab und zu Dieselloks. Da sitzt man komfortabel im Führerstand an einem Bildschirm, alles ist elektronisch geregelt. Führe ich aber die Taurus 1116, die eingesetzt wird, wenn sie den Orient Express mit seinen schweren, klassischen Waggons zieht, ist ein bisschen mehr Einsatz und Gefühl gefragt – die Waggons haben alte Bremsen. Auf die ist Rücksicht zu nehmen, sonst wackelt alles im historischen Speisewagen. Bei den Dampflokomotiven des Wälderbähnles ist jedoch immer alles mechanisch. Man riecht das Öl, die Kohle, den Stahl, man hört das Zischen. Ein gewisses Risiko begleitet dich immer.

Es ist tatsächliche körperliche Arbeit; man muss auf die Lok reagieren, mit ihr arbeiten, sich die Hände schmutzig machen, sonst geht da gar nichts. Das ist anders, als einen Knopf zu drücken.“

Schon die Vorbereitungen für die Fahrt verlaufen völlig anders. Sie beginnen mindestens fünf Stunden vor der ersten Abfahrt. Der Tender wird mit Kohle „beschaufelt“, in der Feuerbüchse ein Holzfeuer gemacht, die Lok selbst wird gereinigt und neu geölt. Erst dann, langsam, wird nach und nach mit Kohle angeheizt. Ginge es zu schnell, würden die Stehbolzen, die den Kessel schwimmend halten, brechen. Wenn das Wasser, von dem es „immer eine Handbreit über der Feuerboxdecke braucht“, 200 Grad Temperatur erreicht hat, ist das nötige Ausdehnungsvolumen erreicht. „Dann werden Kohle und Wasser aufgefüllt, die Waggons angehängt. Zum Schluss folgt die Bremsprobe.“ Für diese, vor der nächsten Abfahrt des Wälderbähnles, wird auf Florian Müller gewartet. Die Fahrgäste sitzen bereits auf den Bänken, der Schaffner und der Heizer sind parat, der Dampf kommt aus kupferfarbenen und schwarzen Rohren. Nach der Probe folgt der Anpfiff. Die Lok rollt an, erst langsam, immer schneller, wird rhythmisch und ist bald nur noch eine metallisch glänzende Oberfläche, die sich durch die Landschaft bewegt. Ein paar Stunden später wird die Lok in der Remise geparkt, ein langer Tag für Florian Müller geht zu Ende. Es war ein glücklicher Tag in Lummerland. Carina Jielg

Die Arbeit auf einem Bergbauernhof erfordert den Einsatz im steilen Gelände

„Es

ist nicht immer leicht, aber es ist das Richtige“

Melissa und Stefan Feurstein führen ein Leben zwischen Klassenzimmer und Schafstall: In Hohenems unterrichten sie an der Landwirtschaftsschule. Nach Unterrichtsschluss beginnt ihre Tätigkeit auf ihrem Bergbauernhof in Mellau. Es sei nicht immer leicht, aber es sei das Richtige, meinen die beiden

Wenn die Sonne hinter den steil aufragenden Wänden der Kanisfluh aufgeht und den kleinen Hof hoch über Mellau erreicht, sind Melissa und Stefan Feurstein längst auf den Beinen. Noch vor der Arbeit versorgen sie ihre Tiere im Stall – im Winter Schafe, im Sommer Hühner. Dann geht es hinaus ins Rheintal, wo die beiden täglich in Hohenems in der Landwirtschaftsschule vor ihren Klassen stehen. Das junge Ehepaar hat

sich für diese ungewöhnliche Lebensweise entschieden: Hauptberuflich unterrichten die beiden an der Landwirtschaftsschule, abseits davon widmen sie sich mit ganzer Leidenschaft der Berglandwirtschaft und der Schafzucht.

Die schmale Straße windet sich steil und kurvenreich nach oben zu ihrem Bauernhof. Ganz an ihrem Ende liegt er – am Südhang über Mellau. Allein auf einem Felsvorsprung hoch über dem Tal. Das Haus, frisch renoviert, teilen sich Melissa und Stefan seit 2021 mit Stefans Göte (Patenonkel, Anm.) Werner Kündig und seiner Frau Theresia. Um von ihrem Stubenfenster im ersten Stock aus den Himmel zu erblicken, muss man seinen Hals recken: So nah steht die graue Felswand der Kanisfluh auf der gegenüberliegenden Talseite.

„Ich bin in 1.340 Meter Seehöhe auf einem Bergbauernhof im Hochpustertal in Osttirol aufgewachsen. Da sieht die Landschaft ähnlich aus.“ Melissa lacht, als ich die doch ein wenig bedrohlich anmutende Nähe des riesigen Mellauer Hausbergs erwähne. Kühe und Schafe gab es auf dem elterlichen Hof, „und weil ich schon in der Volksschule lieber mit Tieren als mit Puppen gespielt habe, war klar, dass ich die Landwirtschaftsschule in Lienz besuche.“

Stefan Feursteins Eltern hatten mit Landwirtschaft nur wenig zu tun. Es war sein Göte, der ihn früh mit dem Bergbauernleben in Kontakt brachte. „Schon als Kind habe ich sehr viel Zeit hier oben verbracht – und mich in die Schafe verliebt.“ Der Besuch der Landwirtschaftsschule in Hohenems war für Stefan der nächste logische Schritt.

Melissa und Stefan unterrichten das Jahr über an der Landwirtschaftsschule in Hohenems

Beim dreijährigen Aufbaulehrgang an der HBLA Ursprung bei Salzburg, den Melissa und Stefan nach der Pflichtschule absolvierten, kreuzten sich ihre Wege zum ersten Mal. Ein Paar wurden sie jedoch erst in Wien. Denn statt zurück aufs Land zu ziehen, zog es die beiden erst einmal in die Großstadt zum Studentenleben. Melissa begann ein Pädagogikstudium für landwirtschaftliche Fachschulen und sammelte in den Sommerferien auf Alpen in Salzburg und Tirol praktische Erfahrung in Sennerei, Gemüsebau und Grünlandwirtschaft. Stefan studierte Landwirtschaft und Agrarökonomie an der Universität für Bodenkultur. Seinen Master ergänzte er ebenfalls mit einer

pädagogischen Ausbildung. „Wien war traumhaft!“, schwärmen beide. „Das Leben dort, unsere Freunde, die unzähligen Möglichkeiten: Es war einfach großartig!“

Dass sie heute dennoch zusammen mit ihren Schafen und Hühnern hoch über Mellau wohnen, haben sie Stefans Göte Werner und seiner Frau Theresia zu verdanken. 2021 fragten Melissa und Stefan das Paar, ob sie deren kleinen Bergbauernhof übernehmen könnten: „Sie haben es uns ermöglicht, unseren Traum zu verwirklichen.“ Denn trotz ihrer Begeisterung für die Großstadt kam es für die beiden nicht infrage, sich in Wien eine Zukunft aufzubauen. „In den Sommerferien fahren wir jedes Jahr

nach Wien. Aber die Zeit dort hat uns auch klar gemacht, dass wir wieder aufs Land wollen.“

Heute leben sie mit dem Göte und Theresia in Mellau Tür an Tür – die beiden im Erdgeschoss, Melissa und Stefan im oberen Stock – und bewirtschaften rund zehn Hektar steiles Bergland. Herzstück des Hofs sind die Jura-Schafe, die ihr Leben im Winter im nagelneuen Stall und im Sommer draußen auf den Bergwiesen verbringen. Mit achtzehn Tieren aus Kärnten und Osttirol hat 2021 alles angefangen, heute sind es dreißig Mutterschafe mit ihren Lämmern. „Jura-Schafe sind friedlich, robust, äußerst genügsam und einfach wunderschön“, finden die beiden.

Stefan mit drei der dreißig Mutterschafe. Er hat an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert

Ihre Liebe zu den wolligen Tieren habe viel mit deren Ruhe zu tun: „Wenn man nach einem anstrengenden Schultag in den Stall kommt, sind die Schafe einfach da. Sie brauchen Futter, Wasser und sonst nicht viel: Das erdet uns.“ Neben der Schafzucht verkaufen Melissa und Stefan unter dem Namen „Immnar Biobetrieb“ Lammfleisch, Felle, Filzprodukte und Schafwoll-Pellets als natürlichen Dünger. Ein weiteres Standbein sind die Masthühner. Weil die Schafe das ganze Sommerhalbjahr draußen auf steilen, grünen Weiden rund um den Hof verbringen, ziehen rund 800 Küken in den leeren Stall und den angrenzenden Auslauf: Sie wachsen hier zu Hühnern heran

und gehen anschließend an eine regionale Supermarktkette sowie in den Direktverkauf.

All das klingt nach einem FulltimeJob. Und doch sind Melissa und Stefan das ganze Schuljahr über an der Landwirtschaftsschule Hohenems im Einsatz. Melissa unterrichtet Milchverarbeitung, Ökologie, Landwirtschaft und Sport, Stefan Betriebswirtschaft. Der Spagat zwischen Lehrerzimmer und Stall ist anstrengend, aber auch erfüllend: „Was für andere die Yogastunde ist, sind für uns die Schafe: ein perfekter Ausgleich“, sagt Stefan mit einem Grinsen.

Aber nicht alles ist idyllisch: Krankheiten, Schädlinge und lange Winter

Rund 800 Küken nehmen die beiden in ihren Stall und das Freigehege auf,

um sie hier großzuziehen

gehören zum Alltag auf dem Bergbauernhof dazu. „Landwirtschaft ist kein romantisches Hobby, sondern ein herausfordernder Beruf, der Wissen, Organisationstalent und viel Ausdauer verlangt“, sagt Melissa. „Wir könnten auch in Wien in einem Büro sitzen. Aber nichts erfüllt uns so sehr wie dieser Hof, unsere Tiere und das Leben hier oben. Es ist nicht immer leicht, aber es ist das Richtige.“ Stefan nickt: „Das Stalllicht am Morgen, das erste Blöken der Schafe, das alles bedeutet für uns Heimat.“ Babette Karner

Melissa hat Erfahrung in Gemüseanbau und Grünlandwirtschaft

Eine der Alpen mit eigener Käseerzeugung: die Alpe

Schwarzenberger Platte

Foto: Alex Kaiser –Bregenzerwald Tourismus

KäseStrasse-Alpen in Hittisau

Hittisau liegt im Norden des Bregenzerwaldes. Es ist die alpenreichste Gemeinde Österreichs. Seine Alpen prägen das Landschaftsbild und sind für die lokale Landwirtschaft ebenso wichtig wie für die Kulturlandschaft. Hier werden die Hittisauer Alpen der KäseStrasse Bregenzerwald vorgestellt

Alpe Schwarzenberger Platte

Die Sennalpe bewirtschaftet Familie Feuerstein mit der Sennerin Tina, einem Hirten und einem Pfister von Mitte Mai bis Anfang September. Bei Voranmeldung bieten sie eine gemütliche Stube und einen Gastgarten zur Verkostung ihrer Produkte: entweder für eine Käsejause, für ein Älplerfrühstück oder traditionelle Käsknöpfle. Spontane Besucher*innen finden vor der Alpe einen Kühlschrank mit Erfrischungsgetränken und Käseköstlichkeiten vor.

Alp-Tiere: Kühe, Rinder, Schweine, Ziegen, Hühner, eine Katze

T +43 (0)664 2743385 oder T +43 (0)664 7860830

Alpe Hochleckach und Toserloch

Unter dem Koppachstein liegt die Alpe Hochleckach und Toserloch. Familie Winder aus Lingenau arbeitet hier von Anfang Juni bis Mitte September. Ihre Älpler-Jausenstation ist täglich von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Sie bietet Jausenteller, Käsebrote, eine traditionelle Sennsuppe, frische Heumilch und Erfrischungsgetränke. Auf Vorbestellung wird neben würzigem Alpkäse und frischer Alpbutter auch Alp-Sig hergestellt.

Alp-Tiere: Kühe, Rinder, Alpschweine, Ziegen, Pferde

T +43 (0)664 9222412 oder

T +43 (0)664 7823346

Alpe Juliansplatte

Im Lecknertal über dem gleichnamigen See liegt die Alpe Juliansplatte. Hier ist von Mitte Mai bis Ende September die Familie Rietzler aus Müselbach tätig. Sie stellt handgeschöpften Alpkäse und Alpbutter her. Einkehrende Wandergäste können auf der Terrasse mitten im Naturpark Nagelfluhkette ein Stück Alpkäse sowie verschiedene Erfrischungsgetränke und hauseigene Spezialitäten genießen.

Alp-Tiere: Kühe, Rinder, Freilaufschweine

T +43 (0)664 4015793 oder

T +43 (0)664 2110740

Alpe Glockenplatte

Kerstin und Christoph Schwarz bewirtschaften die Alpe und stellen nach alter Tradition handgeschöpften Alpkäse her. Dabei helfen auch die jüngsten Familienmitglieder mit. Die Familie verwöhnt bei Voranmeldung Gruppen bis zu acht Personen mit den selbstgemachten Köstlichkeiten. Das Produktsortiment reicht von Alpkäse in verschiedenen Reifestufen über frische Alpbutter, verschiedene Ziegenspezialitäten bis hin zu Köstlichem vom Alpschwein.

Alp-Tiere: Kühe, Ziegen, Schweine, Hühner www.kaeseschwarz.at

Alpe Loch

Magdalena und Florian Fuchs leben von Mitte Mai bis Anfang September mit ihren vier Kindern auf der Alpe Loch. Sie liegt mitten im Naturpark Nagelfluhkette direkt am Wanderweg auf den Hochhäderich. Bei Voranmeldung kann zwischen 9 und 12 Uhr bei der Produktion des Alpkäses zugeschaut werden. Natürlich darf man Käse auch verkosten und kaufen. Im Talbetrieb in Lingenau, Steiggründ führt die Familie einen SB-Laden mit ihren Hofprodukten.

Alp-Tiere: Kühe, Schweine, Ziegen, Hasen, Hühner

T +43 (0)664 6415111

bregenze rw ald

Wald und Welt

Eine akustische Reise durch den Bregenzerwald. Wir gewähren einen Einblick hinter die Kulissen, blicken über den Tellerrand hinaus und tiefer in den Bregenzerwald hinein.

Zu hören auf bregenzerwald.at/podcast und überall, wo es Podcasts gibt.

Sarah Brückner in ihrem Lokal im Posthus: „Für mich das neue Wahrzeichen von Egg.“ Im Gault Millau 2026 erhielt sie 12,5 von 20 Punkten, also eine Haube

Ganz lässig am Eck von Egg

An „Sarah kocht“ führt kaum ein Weg durch den Bregenzerwald vorbei. Das neue Restaurant liegt im Posthus im Zentrum von Egg. Chefköchin Sarah Brückner hat den Schritt zum ersten eigenen Betrieb mit offener Küche gewagt – und es nicht bereut

Die Kombination aus einem gemütlichen Restaurant und einer coolen Bar, wie sie auch in einer Großstadt stehen könnte, ist nicht leicht herzustellen. „Sarah kocht“ gelingt dieser Spagat. „Ich wollte etwas anderes machen“, erzählt die namensgebende Wirtin Sarah Brückner, „und habe mir dazu viele Inspirationen auf Reisen geholt: eine geflieste Bar, einen Holzboden, dazu schöne, zeitlose Möbel wie diese Thonet-Stühle und Sichtbeton als Kontrast.“ Als Blickfang dient die offene Küche. Entstanden ist die Inneneinrichtung in Zusammenarbeit mit der Firma Knoblauch aus Markdorf.

Ihre Lehre machte Sarah Brückner in der Dornbirner „Wirtschaft“, war in renommierten Häusern der Region tätig (Hotel „GAMS zu zweit“ in Bezau, „Gasthof Taube“ in Alberschwende, Wirtshaus Hörnlingen in Rankweil). Zuletzt arbeitete sie bei Walter Josef Fröwis Fingerfood Catering in Dornbirn. Die Idee eines eigenen Betriebs hatte sie schon länger im Kopf. Ursprünglich hätten es vierzig Plätze sein sollen. Nun ist es das Doppelte – plus achtzehn an der Bar. „Das ist eine andere Nummer geworden, als ich zunächst wollte. Aber irgendwann dachte ich: Warum nicht? Die Menschen im Bregenzerwald haben einen hohen Qualitätsanspruch, der Standort im Posthus passt auch. Für mich ist es schon jetzt das neue Wahrzeichen von Egg.“ Manche nehmen Anstoß an den Dimensionen des Gebäudes, das in den oberen Stockwerken Wohnungen, Büros und Praxen beherbergt. Brückner sieht das Gebäude als „Statement“, auch mit dem weitläufigen Vorplatz und Suzis Eiscafé direkt nebenan, „eine ideale Kombination“. Sie spürt den Rückhalt der Gemeinde.

Ihr Konzept mit der offenen Küche findet großen Anklang. Manchmal geben Leute bei der Reservierung sogar an, einen Tisch mit Blick in die Küche haben zu wollen. „Für mich als Chefköchin ist es ein großer Vorteil. Ich bekomme viel mehr mit, was sich im Restaurant tut.“ Mittags serviert sie ein Menü mit kleiner Suppe oder Salat, mit oder ohne Fleisch. Dazu kommen sogenannte „Weekly Specials“ wie beispielsweise Southern Fried Chicken mit Kartoffelstampf und Sriracha-Mayonnaise. Brot wird täglich frisch gebacken – von Sarahs Papa. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, die Öffnungszeiten sind damit sehr lang. Am Abend können Gäste zwischen etwa fünf wechselnden Gerichten wählen. Auch hier ist Abwechslung

Trumpf. Ein Gericht darf aber nicht ausgetauscht werden: Das indische Butter Chicken mit Naan-Brot ist schon so etwas wie das „Signature Dish“ des Restaurants. Hierbei kommt die Hauptzutat vom Hühner.Gut aus Höchst –Regionalität ist Brückner wichtig. Auf Vorbestellung gibt es für größere Gruppen mehrgängige Menüs. Der Kaffee kommt von der preisgekrönten Rösterei Trevo. Das Konzept geht auf: Es kommen Gäste aus dem Bregenzerwald, aus dem Rheintal, aber auch aus Deutschland und der Schweiz. Brückner beschäftigt fünfzehn Mitarbeiter*innen. Ihre Zwischenbilanz fällt insgesamt positiv aus. Sie spricht von harter Arbeit, schweren Entscheidungen, aber nicht zuletzt mit Stolz von viel Gestaltungsspielraum.

Sarah mit Familie: links ihr Vater Michael Brückner, daneben ihre Mutter
Eva Brückner-Isenberg, und rechts von Sarah ihr Cousin Max Isenberg

„Drinks und Team sind genauso lässig wie die Einrichtung – ein herrlicher neuer Hotspot!“, schreibt das Gourmet-Magazin

Das Gourmet-Magazin „Falstaff“ vergab für „Sarah kocht“ 87 von 100 möglichen Punkten. Die Begründung: „Nach einigen Topstationen eröffnete Sarah Brückner im spektakulären neuen Posthus ihr eigenes Lokal. Speisen, Drinks und Team sind genauso lässig wie die Einrichtung –ein herrlicher neuer Hotspot!“ Der Clou: In diesem „Hotspot“ fühlt man sich, ganz wie es die Chefin geplant hat, auch mit T-Shirt und kurzer Hose nicht fehl am Platze.

So kehrt Sarah ein Stück weit zu ihren Wurzeln zurück. Ihre Mutter stammt aus Egg, der Vater aus Deutschland, daher hat sie die ersten zehn Lebensjahre in Deutschland verbracht, bevor sie in den Bregenzerwald kam. Aus Brückners Familienhistorie geht hervor, dass ihr neuer Arbeitsort genau passt: Auf der anderen Seite des Dorfplatzes stand früher das Isenberghaus, in dem ihre Urgroßeltern wohnten.

So schließt sich der Kreis – mit dem Gefühl für Gäste, dass gerade eine neue Geschichte beginnt. Thorsten Bayer

„Falstaff“
Sarah bekommt ihr frisches Gemüse von Tatiana De Biasi aus Egg

Rezept

Panzanella –italienischer Brotsalat

Zutaten für 4 Personen

1 rote Zwiebel

300 g Weißbrot vom Vortag Salz, Pfeffer

Natives Olivenöl extra

2 Knoblauchzehen

1 reife Fleischtomate

200 g Cherrytomaten

Thymian, Rosmarin

Frisches Basilikum

Dunkler Balsamicoessig

Zitronenzeste

Optional: Salatgurke, Oliven, Kapern

Zubereitung

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Diese eine halbe Stunde lang in lauwarmes Essigwasser legen (5 Teile Wasser, 1 Teil Essig). So wird die Zwiebel milder im Geschmack. Das Brot in mundgerechte Würfel schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erwärmen, das Fett salzen. Das Brot sowie die geschälte Knoblauchzehe (etwas in der Hand zerdrückt) dazugeben und im heißen Fett einige Minuten goldbraun rösten. Das Brot in eine große Schüssel geben und abkühlen lassen.

Die Cherrytomaten halbieren und in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian und Knoblauch marinieren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Cherrytomaten mit der Schnittfläche nach oben darauf verteilen. Ca. 20–25 Minuten im Ofen garen. Abkühlen lassen. Die Fleischtomate in Stücke schneiden. Basilikum grob schneiden. Nun alles zum Brot geben, dazu die geschmorten Cherrytomaten und etwas Saft von den Schmortomaten. Zwiebel aus dem Wasser nehmen, etwas abtropfen lassen und ebenfalls untermischen. Mit Salz, Olivenöl, Zitronenzeste und etwas Essig würzen. Vorsicht beim Salzen, da die Cherrytomaten und das geröstete Brot auch schon gesalzen sind! Nach Belieben können noch eine Salatgurke, Kapern oder Oliven dazugegeben werden.

Der Brotsalat eignet sich wunderbar, um Brot vom Vortag zu verwerten – als leichtes Gericht oder als Beilage beim Grillen im Sommer.

Sie sorgen für frisches, saisonales Gemüse in der Region: Tatiana De Biasi und David Punzenberger in ihrem Gewächshaus in Egg

Wo Sarah ihr Gemüse holt

Zu ihrem Gemüselieferanten braucht

Sarah Brückner zu Fuß nur neun Minuten: „Einfeld Gemüse“ heißt das ZweiPersonen-Unternehmen, das Tatiana De Biasi und David Punzenberger 2024 gegründet haben.

Der Name ist Programm: Alle Produkte kommen von einem Feld. Neben „Sarah kocht“ beliefern sie weitere Gastronomiebetriebe in der näheren Umgebung: „Ziegler“, das ehemalige Gasthaus Ritter, beim Bahnhof der Bregenzerwaldbahn, den wiedereröffneten „Adler“ in Egg-Großdorf sowie kleinere Cateringfirmen. Persönlich trifft man die beiden donnerstags am Egger

Wochenmarkt. Eine Gemüsekiste in kleiner und in großer Variante gibt es an zwei Orten zum Abholen: dem eigenen Hof und dem „Jöslar“ in Andelsbuch. An einem Lieferservice wird derzeit gearbeitet.

„Diversifiziert, saisonal und dem Klima angepasst“: Auf diese Formel bringt David die „Einfeld“-Philosophie. Tomaten beispielsweise gibt es

daher nur im Sommer. Über vierzig verschiedene Gemüsearten sind im Sortiment: unter anderem Salat, Karotten, Rote Bete, Pastinaken und Radieschen. Ein besonderes Faible hat Tatiana für Radicchio, eine Spezialität aus ihrer Heimat Venetien. Statt mit schweren Maschinen wird mit den Händen gearbeitet. So muss kein Platz für Traktorreifen gespart werden. „Uns ist ganz wichtig, Umwelt und Boden zu schonen“, sagt David. Mineralische Dünger sind tabu. Stattdessen kommen Pflanzenjauchen, Biostimulanzien und Nützlinge zum Einsatz.

Der gebürtige Schoppernauer studierte in Wien Betriebs- und Agrarwissenschaft, bevor ihn ein Pflichtpraktikum zurück nach Vorarlberg führte. Daraus wurde eine dreijährige Arbeit beim innovativen Biobetrieb Vetterhof in Lustenau: „Von Simon Vetter habe ich viel gelernt, vor allem Offenheit und Pragmatismus.“ Tatiana arbeitete zunächst in der Weinproduktion. Nach einem Austauschjahr in der Gärtnerei des Sunnahofs in Göfis landete sie auch bei Simon und Raphael Vetter. Inzwischen hat das Paar zwei Kinder.

Der Köchin Sarah Brückner ist ein saisonales Angebot wichtig, dementsprechend stellt sie ihre Speisekarte zusammen. Normalerweise kennen Tatiana und David Sarahs Menüs im Voraus und bereiten für sie die Ware vor. Bei einem kurzfristigen Engpass im Restaurant genügt ein Anruf. Der Weg zur Kundin könnte kaum kürzer sein. Thorsten Bayer

Kinder, Spielplatz!

Wer mit der Familie einkehrt, wünscht sich meist auch, dass die Kinder einen Platz ganz für sich haben, wo sie spielen und vielleicht sogar andere Kinder kennenler nen können. Hier eine kleine Auswahl an Lokalen mit Kinderspielplatz, viele weitere Gasthäuser im Bregenzerwald haben ebenfalls einen

5

Berggasthof Elsenalpstube damüls

1 Alpenhotel Post au

Die Gastgeberfamilie Reich sorgt für die Unterhaltung der Gästekinder im Freien wie im Hotel selber. Draußen befindet sich ein Abenteuerspielplatz mit einem Baumriesen, einer Wasserpumpe, einem Sandkasten und einer Dreiradstrecke. Im Spielzimmer freuen sich die Kleinen über eine Rutsche, den Kletterturm, die Lego-Ecke, Wandspiele, eine Bastel- und eine Puppenecke, das Kinderkino, einen Fußballkicker und eine Playstation. Die Küche bietet der ganzen Familie regionale und saisonale Spezialitäten. www.alpenhotel-post.com

2

Gasthaus Ur-Alp au

Auf dem kleinen Spielplatz der Gastgeberfamilie Ritter können Kinder auch Gokart fahren, im Gasthaus selbst gibt es für sie ein eigenes Spielzimmer. Von den Tischen in der Nähe des Spielzimmers lassen sich die Kinder gut beobachten, sie bleiben während ihrer Spiele immer im Blickfeld. Die Küche bietet ihnen eine eigene Speisekarte mit „Pippi Langstrumpf“ und weiteren Kinder-Menüs. www.ur-alp.at

Hotel Adler au

Die „Heldenhüpferei“ im Hotel Adler ist ein unterirdisches Spielparadies für Kinder. Hier finden sie unter anderem interaktive Trampoline, eine große Softplay-Anlage, eine Kletterwand und ein kleines Pumptrack. Die Nutzung ist nach Voranmeldung auch für externe Gäste möglich und kann mit einem Abendessen kombiniert werden, ist allerdings extra zu bezahlen. Für Kinder gibt es eine eigene Speisekarte mit Gerichten wie Pasta, Wiener Schnitzel, Pommes, Suppen und süßen Desserts. Die Eltern können ein feines 5-GangAbendmenü oder À-la-carte-Gerichte aus der Adler-Küche genießen – frisch und mit regionalen Produkten gekocht. www.adler-au.at 3

4 Familotel

Sonne bezau

Mit einem großen Frühstücksbuffet auch für Gäste außerhalb des Hotels wartet die Gastgeberfamilie Meusburger auf. Am Sonntagmittag bietet ihre Wirtshausküche ein großes Salatbuffet und ein eigenes Buffet für Kinder. Davor oder danach können sie sich in ihrem Spielzimmer austoben. www.sonne-bezau.at

Hier speist man 1.850 Meter über dem Meer, auch wenn dieses nicht sichtbar ist. Am Vormittag erwartet einen das Bergfrühstück im gemütlichen Restaurant der Gastgeberfamilie Willi-Wohlwend. Es liegt an der Bergstation des Uga Express, ist also leicht zu erreichen, und lockt außerdem mit einem Rundumblick in die Berge. Zum Spielen geht es ins Freie auf den Wasserspielplatz mit einer Hüpfburg. Auf den Teller kommen Kinderschnitzel, Wienerle, hausgemachte Chips oder Kinder-Kaiserschmarren. Das Highlight bildet ein Schokobrunnen für die Kinder und ein Weinkeller für die Erwachsenen zur Weinverkostung – ab fünf Personen (auf Anfrage). www.elsenalpstube.at

6 Johann & Frieda Almhotel Hochhäderich riefensberg

Gerade für Kinder bietet die Bergwelt rund um das Almhotel Hochhäderich ein Bewegungs- und Spieleparadies. Ein kleiner Rundweg vor dem Lokal Johann & Frieda führt an einem Biotop vorbei und über die Piraten-Hängebrücke. Man kommt zur Kinder-Seilbahn und dann zur Korbschaukel, daneben gibt es einen Kletterturm, einen Spielebach und schließlich eine Rutsche direkt bei der Sonnenterrasse vom Johann & Frieda. Sollte hier Ruhetag sein, wartet eine Etage tiefer die Wälderbar mit sonnigem Innenhof. Hier können die Kinder Tret-Gokarts fahren. Außerdem erwarten 500 m² Indoor-Kinderwelten einkehrende Gäste: Da finden sich dann Dreiräder, Bobbycars, Tischtennis, MiniRutschen, Tischfußball, eine Chill-outLounge und ein Kleinkinderbereich mit Wandspielen. Für die Hotelgäste steht ein Kindergarten mit Betreuung zur Verfügung. www.alm-hotel.at

Spielplatz in Au

7

Panoramarestaurant

Diedamskopf schoppernau

Zur Bergstation am Diedamskopf, 2.020 Meter über dem Meer, fährt man ganz bequem mit der Bahn. Das am höchsten gelegene Panoramarestaurant im Bregenzerwald mit seiner Sonnenterrasse samt Liegestühlen bietet ein einmaliges Aussichtserlebnis in der Region. Die Küche kredenzt ein Bergfrühstück, außerdem lokale Spezialitäten und B’sundriges aus der internationalen Küche – hauptsächlich mit Produkten lokaler Lieferanten. Zum Spielen finden die Kinder hier Didis Indoorspielplatz in der Bergstation, den Flying Fox hinter dem Panoramarestaurant und eine Kugelbahn mit über fünfzig Meter Länge zwischen Gipfelkreuz und Bergstation. In der Bergstation ist auch die interaktive Ausstellung „Bergwelt zum Sehen und Staunen“ untergebracht. www.diedamskopf.at

8

Schrannenhof schoppernau

Direkt an der Talstation der Diedamskopfbahn kann man auf diesem Bauernhof Tiere beobachten und streicheln. Ponys, Pferde, Hasen, Ziegen und Hühner leben hier, auch Kühe und Schweine, wenn sie von der Sommerfrische auf der Alpe zurück sind. Die Küche stärkt die hungrigen Gästemägen mit saisonalen Köstlichkeiten aus regionalen Produkten und Erzeugnissen aus eigener Landwirtschaft. Neben den Tieren finden die Kinder hier einen Kinderspielplatz mit Rutsche, Schaukeln, Kletterturm und Balancierschlange, außerdem Gokarts und ein Trampolin.

www.schrannenhof.com

9

Hotel Jägeralpe warth

Das Restaurant der Gastgeberfamilie Jäger trägt das Österreichische Umweltzeichen. Auf die Kinder warten ein Spielplatz mit Hüpfburg und Trampolin, eine enorm große Sandkiste mit vielen Fahrzeugen, Röhren zum Bau von Tunneln oder für eine Burg. Dazu eine Wippe, eine Schaukel für Kleinkinder, eine Schaukel bis 99, viele Bobbycars, Dreiräder und eine Rutsche. Größere Kinder können auf der Spielterrasse Gokarts auf einem Parcours mit Verkehrskegeln fahren. Die Küche ist gutbürgerlich, regional – und besonders stolz auf ihre hausgemachten Strudel und Torten sowie ihr Bauernhofeis. www.jaegeralpe.at

Kulturelle Treffpunkte

Die lebendig und lebensnah gestalteten Museen im Bregenzerwald geben Einblicke in die Region und die Lebenskultur ihrer Bewohner*innen in geschichtlicher und gegenwärtiger Hinsicht. Beleuchtet werden dabei auch außergewöhnliche Persönlichkeiten, die die Talschaft maßgeblich geprägt haben und von ihr geprägt wurden.

Sommerfestivals & Konzerte

Schubertiade Schwarzenberg 19. – 24. Juni und 21. – 26. August 2026 www.schubertiade.at

Bregenzer Festspiele „La traviata“ von Giuseppe Verdi 22. Juli – 23. August 2026 www.bregenzerfestspiele.com

:alpenarte – Schwarzenberg 15. – 18. Oktober 2026 www.alpenarte.at

FAQ Bregenzerwald www.faq-bregenzerwald.com

Bezau Beatz 6. – 9. August 2026 www.bezaubeatz.at

Walser im Wald: „Klassik bis Rock“ im Bergdorf Damüls www.damuels.at

Museen & kulturelle Treffpunkte

Mesmers Stall, Alberschwende www.alberschwende.at

kulturverein bahnhof, Andelsbuch www.bahnhof.cc

Hans Bach Kino im Jöslar, Andelsbuch www.joeslar.at

Werkraum Haus, Andelsbuch www.werkraum.at

Barockbaumeister Museum, Au www.barockbaumeister.at

Museum Bezau www.museum-bezau.at

Vorarlberger FIS Skimuseum, Damüls www.skimuseum-damuels.at

Unser KleinWien, Doren www.unserkleinwien.wordpress.com

Egg Museum www.egg-museum.at

Dorfkultur, Egg www.dorfkultur.at

Frauenmuseum Hittisau www.frauenmuseum.at

Lesesalon in der Krone, Hittisau www.krone-hittisau.at

Lokalgeschichte

Lebensbilder Hittisau www.hittisau.at

BUS:STOP Krumbach www.krumbach.at

Juppenwerkstatt Riefensberg www.juppenwerkstatt.at

Franz Michael Felder Museum & KulturTour App, Schoppernau www.au-schoppernau.at

Heris Säge, Schoppernau www.au-schoppernau.at

Alpmuseum „uf m Tannberg“, Schröcken www.alpmuseum.at

Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg www.angelika-kauffmann.com

Felbers schiefes Haus, Sibratsgfäll www.sibra-bregenzerwald.com

ThalsaalKultur, Sulzberg-Thal www.thalsaalkultur.at

Kulturraum & STUBA Lädele, Warth www.warth-schroecken.at

Lingenau erzählt

Auf vier Routen finden sich Tonaufnahmen von Lingenauer*innen, die ihre Geschichte zu dem Ort erzählen, an dem man gerade ist. www.lingenau-erzaehlt.at

Das „Wälderbähnle“

Die sorgsam gepflegte Nostalgiebahn fährt mit historischen Diesel- oder Dampflokomotiven zwischen den Bahnhöfen Bezau und Schwarzenberg. Die Remise in Bezau ist ein beliebter Veranstaltungsort. www.waelderbaehnle.at

Mellau – Schoppernau: Musikalische Wanderung

Begleitet vom „Valley Hero“, Sänger und Songwriter Philipp Lingg, wandern die Gäste mit musikalischer Begleitung der Bregenzerach entlang von Mellau bis nach Schoppernau.

Termine: 16. Mai, 20. Juni, 3. Oktober und 24. Oktober 2026 shop.philipplingg.at

Weitere Informationen über die Kulturangebote www.bregenzerwald.at/kultur

Foto: Wolfgang Troy

Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal

Die „Eintrittskarte“ zu bewegten und genussvollen Erlebnissen ist die GästeCard Bregenzerwald & Großes Walsertal. Sie gilt für Bergbahnfahrten in aussichtsreiche Höhen, umweltfreundliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und erfrischend- entspannende FreibadBesuche. Die Gäste-Card erhalten all jene kostenfrei, die zwischen 1. Mai und 31. Oktober 2026 drei oder mehr Nächte in einer der 27 Partnergemeinden verbringen. Sie gilt vom Anreise- bis zum Abreisetag.

Freibäder

a Freibad Hittisau

Lindau

Oberstaufen

Langen b. Bregenz

Sulzberg

Bregenz

Familienbad, grander Wasser, Breitrutsche, 55-m-Erlebnisrutsche, großer Sandspielplatz, Beachvolleyballplatz

b Freibad Egg

Sprungturm mit 1 und 3 Metern, 50-mRutsche, 33-m-Schwimmbecken, separates, beheiztes Kinderschwimmbecken mit Baby-Rutsche, direkt am Radweg

c Freibad Schwarzenberg

Oberhalb von Schwarzenberg in ruhiger, sonniger Lage, Kinderangebote, Beach volleyballplatz

d Freibad Bezau

Dornbirn

Hohenems

Feldkirch

Thüringerberg

Barrierefreies, beheiztes Freibad, Kinderbereich, Doppel-Kinderrutsche, direkt am Radweg

e Freibad Mellau

Beheiztes Familienbad, 3-m-Springturm, Breitwellenrutsche, schattig gelegenes Kinderbecken

f Freibad Au

Solarbeheiztes Freibad, Breitrutsche, Kleinkinderbereich, attraktiver Spielplatz in unmittelbarer Nähe, direkt am Radweg

g Waldbad Schoppernau

Barrierefrei und ideal für Familien. Mit Kinderplanschbecken und Kinderbecken mit kleiner Rutsche und großem Kinderspielplatz in unmittelbarer Nähe, direkt beim Radweg

Die Schwimmbäder sind je nach Witterung von Ende Mai bis Anfang September geöffnet.

Riefensberg

Krumbach Langenegg

Alberschwende

Doren Egg

Lingenau

Hittisau

Bezau

Reuthe

Mellau

Balderschwang

Schwarzenberg Sibratsgfäll

Schnepfau

Damüls

Fontanella Sonntag

Raggal Blons St. Gerold

Bludenz

Au-Schoppernau www.diedamskopf.at

d Uga Express, Damüls www.damuels-mellau.at

e Steffisalp-Express, Warth www.warth-schroecken.at

Bus & Bahn

f Großwalsertaler Seilbahnen, Sonntag www.sonntagstein.at

g Bergbahnen Faschina, Fontanella www.seilbahnen-faschina.at

Im Frühjahr und im Herbst haben die Bergbahnen teilweise eingeschränkte Öffnungszeiten oder nur Wochenendbetrieb. Ab Mitte bzw. Ende Juni bis Anfang Oktober sind sie täglich geöffnet.

Kleinwalsertal

Schoppernau Schröcken

Die Gäste-Card Bregenzerwald & Großes alsertal inkludiert die Nutzung aller öffent inienbus- und Bahnangebote im ten Verbundgebiet Vorarlberg und der Linie 46 von Hittisau nach Balderschwang.

Partnerbetriebe

Inhaber*innen der Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal erhalten Ermäßigungen bei zahlreichen Partnerbetrieben.

Weitere Informationen über die Gäste-Card Bregenzerwald & Großes Walsertal www.bregenzerwald.at/gaeste-card

Mountainbike-Karte Bregenzerwald

Mountainbike-Karte Bregenzerwald inkl. 20 Top-Routen

mb_karte_2023_titel_inhalte.indd 1

inkl. 20 Top-Routen

Zum Nachfahren und Miterleben. Die flotteste Form, um den Bregenzerwald zu erkunden und dessen mannigfaltige Gestaltung zu erfahren.

Preis: € 9,90

Wanderkarte Bregenzerwald

12.12.2022 17:16:43

Wanderkarte Bregenzerwald + Fünfzig Wanderrouten

Bregenzerwald hiking map + Fifty hiking tips and routes

inkl. Booklet mit 50 Wanderrouten

Über 1.500 Kilometer beschilderte Wanderwege führen durch die Talschaft und auf ihre Berge. Fünfzig ausgesuchte Wanderrouten sind in einem Wanderführer zur Wanderkarte versammelt.

Preis: € 14,90

Erhältlich bei: Bregenzerwald Tourismus, in den örtlichen Tourismusbüros und den Sportshops im Bregenzerwald

Ladelösungen für Ihre Entdeckungstour im Bregenzerwald

Die hochwertigen vkw Ladelösungen bieten die perfekte Infrastruktur für Ihren Besuch im Bregenzerwald. Sie parken und laden Ihr E-Auto mit 100 Prozent Ökostrom –unser Angebot für Ihren entspannten Aufenthalt.

Alle Infos unter www.vkw.at

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook