Dieser Kurs bereitet auf die fachspezifische Prüfung für Brau- und Malzmeister/innen an der Handwerkskammer Berlin vor. Er ist konzipiert für künftige Führungskräfte in Industriebetrieben sowie in mittelständischen Brauereien. Darüber hinaus bietet die Meis terausbildung auch eine solide Grundlage für die Gründung eines eigenen Unternehmens.
Aufbau des Kurses:
Der Kurs verfolgt einen integrierten Bildungsansatz („Blended Learning“). Dabei werden Elemente wie klassische Präsenzveranstaltungen, geführtes Selbststudium und E-Learning-Elemente kombiniert. Für etwa 40 % der Lehrveranstaltungen besteht Präsenzpflicht in Berlin. Die weiteren Lehreinheiten werden in einer Kombination aus mediengestütztem Selbststudium mit E-Learning-Elementen und regelmäßigen Lernkontrollen online durchgeführt und sind nicht standortgebunden. Die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin schließt diese Fortbildung im Oktober 2027 ab.
Weitere Informationen stehen auf unserer Webseite zur Verfügung.
VLB Berlin, biering@vlb-berlin.org
MENSCHEN & UNTERNEHMEN
4 Bayerischer Brauerbund: Dr. Stefan Kreisz ist neuer Präsident
5 Paulaner Brauerei Gruppe ernennt Joost Jordaan zum neuen CFO / Bitburger Braugruppe: Geschäftsführung ist wieder komplett
6 Hendrik Kuhn wird neuer Geschäftsführer Vertrieb der Krombacher Brauerei / Die VLB Berlin präsentierte sich auf dem Innovationstag Mittelstand 2026
7 TU Berlin mit neuer Präsidentin und neuem Kanzler / VLB verabschiedet Christine Elias und Andreas Nitzschke in den Ruhestand
TECHNIK & TECHNOLOGIE
8 Carlsberg, DS Smith und KHS bringen nachhaltiges Multipack auf den Markt
10 VLB-Fachtagung: Die Branche diskutierte Innovationen und aktuelle Entwicklungen bei Getränkeverpackungen
13 Brauer-Schule – Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende: Malzanalyse
14 VLB-Frühjahrstagung 2026: Impulse aus Robotik, Versorgungssicherheit, Energiewende und Prozesstechnik
18 Das VLB-Symposium on Acidic Fermented Non-Alcoholic Beverages (SAFB) in Berlin ging in die fünfte Runde
21 Unitechnik modernisiert Veltins-Logistik in Meschede / Flensburger Brauerei: Die Braugefäße sind im neuen Sudhaus
IfGB AKTUELL
22 Tagungen: Die Anmeldung für das IfGB-Forum ist gut gestartet
23 Programm 24. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei
24 Verbände: GGBW-Mitgliederversammlung in Haselünne
25 BSI-Mitgliederversammlung 2026 mit Nachwahlen zum Präsidium
Dr. Stefan Kreisz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Erdinger Weißbräu, wurde am 21. Mai zum neuen Präsidenten des Bayerischen Brauerbundes gewählt
Rund 70 Experten nahmen am 20./21. Mai an der VLB-Fachtagung Getränkeverpackung in Berlin teil. Ein Highlight war die umfangreiche Fachausstellung
Am 12./13. Mai kamen Experten aus Industrie und Wissenschaft an der VLB Berlin zusammen, um sich über Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich sauer fermentierter Getränke auszutauschen
Mit aktuellen Herausforderungen der Spirituosenbranche beschäftigt sich das 24. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei im September in Neckarsulm. Ein Rahmenprogramm rundet die Veranstaltung ab
NACHRICHTEN
Bayerischer Brauerbund: Dr. Stefan Kreisz ist neuer Präsident
Dr. Stefan Kreisz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, ist neuer Präsident des Bayerischen Brauerbundes e. V. Die Mitgliederversammlung des Spitzenverbandes der bayerischen Brauwirtschaft wählte ihn am 21. Mai 2026 in München einstimmig an die Spitze des Verbandes. Mit Kreisz' Wahl endete die zehnjährige Amtszeit von Georg Schneider VI, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
(BF) Mit Dr. Stefan Kreisz übernimmt eine Persönlichkeit Verantwortung, die wie wenige für die Verbindung aus bayerischer Brautradition, internationaProfil und unternehmerischer Zukunftsorientierung steht. Der promovierte Brauwissenschaftler und langjährige Geschäftsführer von Erdinger Weißbräu will sich insbesondere für die Stärke des Braustandorts Bayern, den Erhalt der mittelständischen Struktur der bayerischen Brauwirtschaft und die gesellschaftliche Bedeutung des Bieres einsetzen.
„Bayerisches Bier ist weit mehr als ein Getränk. Es ist Teil unserer Kultur, unserer Heimat und unserer Identität. Diese einzigartige Vielfalt zu bewahren und zugleich mutig in die Zukunft zu führen, sehe ich als zentrale Aufgabe“, erklärte Kreisz nach seiner Wahl. Mit der Neuwahl endet zugleich die zehnjährige Amtszeit von Georg Schneider VI, Schneider Weisse G. Schneider & Sohn GmbH in Kelheim. Schneider prägte den Verband in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen der Branche, mit großer Leidenschaft, klarer Haltung und unermüdlichem Einsatz für das bayerische Bier. Ein Höhepunkt seiner Amtszeit fiel dabei direkt in sein erstes Jahr als Präsident: 2016 durfte Georg Schneider gemeinsam mit der gesamten bayerischen Brauwirtschaft den 500-jährigen Geburtstag des Bayerischen Rein -
heitsgebotes feiern, ein weltweit beachtetes Jubiläum. Unter der Führung von Georg Schneider positionierte sich der Bayerische Brauerbund zugleich als starke Stimme für mittelständische Brauereien, regionale Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und den Schutz des bayerischen Bieres.
Georg Schneider VI zum Ehrenpräsidenten ernannt In Würdigung seiner Verdienste hat der Bayerische Brauerbund in seiner Mitgliederversammlung am 21. Mai seinen langjährigen Präsidenten Georg Schneider zum Ehrenpräsidenten ernannt. Schneider stand nicht nur zehn Jahre lang an der Spitze des Bayerischen Brauerbundes. Er engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlichsten verbandspolitischen Funktionen, u. a. im Bayerischen Brauerbund, im Deutschen Brauer-Bund sowie auf europäischer Ebene bei den Brewers of Europe.
In seiner Laudatio würdigte der neue Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Dr. Stefan Kreisz, Georg Schneider als „verbandspolitische Ausnahmeerscheinung“, die sich über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem persönlichen Einsatz für die Interessen der bayerischen Brauwirtschaft engagiert habe. Schneider habe dem Verband nicht nur Stimme und Gesicht gegeben, sondern ihn auch menschlich geprägt.
Auch die bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, dankte Georg Schneider im Rahmen der Mitgliederversammlung persönlich für seine Verdienste. Zugleich brachte sie ihre hohe Wertschätzung gegenüber der Arbeit des Bayerischen Brauerbundes und ihren Respekt für dessen ehrenamtliche Arbeit innerhalb der Brauwirtschaft zum Ausdruck.
links: Dr. Stefan Kreisz (Erdinger Weißbräu) ist neuer Präsident des Bayerischen Brauerbundes; unten: Staatsministerin Michaela Kaniber und Georg Schneider VI, der neue Ehrenpräsident des Bayerischen Brauerbundes Fotos: Bayerischer Brauerbund
Paulaner Brauerei Gruppe ernennt Joost Jordaan zum neuen CFO
Zum 1. Juni 2026 startete Joost Jordaan als Chief Financial Officer (CFO) bei der Paulaner Brauerei Gruppe. In dieser Rolle verantwortet er die Bereiche Finance, Controlling und IT. Er übernimmt den Posten von Sebastian Strobl, der Finanzvorstand der Brau Union in Österreich wird.
(F.) Joost Jordaan verfügt über mehr als 30 Jahre internationale Erfahrung im Finanzbereich von Heineken. Zuletzt verantwortete er als Director Finance Africa & Middle East die Finanzsteuerung von neun Ländern und trug maßgeblich zur Steigerung der Profitabilität in seinem Verantwortungsbereich bei. Zuvor war er in verschiedenen internationalen Funktionen tätig – unter anderem in Brasilien, den USA, der Slowakei und Ägypten. Im Rahmen dieser Stationen hat er die Zusammenarbeit über regionale und globale Teams hinweg geprägt und wichtige Impulse für
Governance, Talententwicklung und funktionsübergreifende Zusammenarbeit gesetzt. „Paulaner hat in den vergangenen Jahren beeindruckendes Wachstum erzielt“, sagt Joost Jordaan. „Ich freue mich darauf, meine internationale Erfahrung einzubringen und die nächste Phase des Wachstums mitzugestalten.“ Jörg Biebernick, CEO der Paulaner Brauerei Gruppe, heißt Joost Jordaan in der Geschäftsführung der Paulaner Brauerei Gruppe willkommen. „Seine Erfahrung und Expertise werden uns dabei helfen, unsere Performance weiter zu stärken und Innovation sowie Wachstum voranzutreiben. Gleichzeitig möchte ich Sebastian Strobl für seine Unterstützung in meinen ersten drei Jahren im Unternehmen herzlich danken. Seine tiefe Branchenexpertise und der offene Austausch – geprägt von Fordern und Fördern – waren für mich von unschätzbarem Wert. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles
Gute“, so Biebernick abschließend.
„Mit Joost Jordaan gewinnt die Paulaner Brauerei Gruppe eine erfahrene Führungspersönlichkeit, die das Unternehmen in einer wichtigen Phase seines internationalen Wachstums unterstützen wird“, ergänzt Florian Schörghuber, CEO der Schörghuber Gruppe. „Ich möchte zudem im Namen der gesamten Schörg huber Gruppe Sebastian Strobl herzlich für seinen Einsatz und seine hervorragende Arbeit danken. Er hat in den vergangenen vier Jahren einen maßgeblichen Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Paulaner Brauerei Gruppe geleistet.“
Geballte internationale Erfahrung: Joost Jordaan ist neuer CFO der Paulaner Brauerei Gruppe
Bitburger Braugruppe: Geschäftsführung ist wieder komplett
Die Besetzung der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe ist abgeschlossen: Jens Hoffmann (51), Technischer Geschäftsführer bei Haus Cramer/Warsteiner Brauerei, wechselt zum 1. Januar 2027 als Geschäftsführer Technik und Umwelt zur Bitburger Braugruppe.
(F.) Der studierte Betriebswirt und Braumeister kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Führungskraft in nationalen und internationalen Brauereien zurückblicken. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hoffmann nicht nur einen ausgewiesenen Experten moderner Brau-Technologie, sondern auch einen versierten Branchenkenner mit langjähriger Erfahrung gewinnen konnten”, erklärt Dr. Dieter Heuskel, Vorsitzender der Aufsichtsgremien der Bitburger Unternehmensgruppe. Jens Hoffmann verantwortete vor seiner Tätigkeit als Technischer Geschäftsführer des Familienunternehmens Haus Cramer/Warsteiner Brauerei u. a. die Technik- und
Logistikressorts bei der Brauerei Beck in Bremen sowie bei Spaten-Löwenbräu in München. Jens Hoffmann komplettiert damit die bestehende Geschäftsführung: Dr. Stefan Schmitz leitet weiterhin als Geschäftsführer das Ressort Personal und Recht und ist zugleich Geschäftsführer der Bitburger Holding. Das Ressort Vertrieb und Marketing wird seit 1. Juni 2026 von Sebastian Ellies als Geschäftsführer verantwortet. Ellies folgte auf Sebastian Holtz, der auf eigenen Wunsch in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte. Markus Spanier (59) als Geschäftsführer Finanzen, IT und Einkauf wird sein Ressort planmäßig bis Ende Januar 2027 führen, bevor er nach über 20 Jahren bei der Bitburger Unternehmensgruppe auf eigenen Wunsch ausscheidet. Durch die vorausschauende Nachfolgeplanung ist bereits frühzeitig ein reibungsloser Übergang gewährleistet: Kathrin Heck (35) von der renommierten Wirtschaftsprü -
fungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) wechselt zum 1. August zunächst zur Bitburger Unternehmensgruppe, wo sie an die Holding-Geschäftsführer Dr. Stefan Schmitz, Dieter Henne und Dr. Hans-Gerd Wienands berichten wird. Ab Februar 2027 tritt die PwC-Prokuristin dann die Nachfolge von Markus Spanier als Finanzgeschäftsführerin der Braugruppe an. „Die umfassende Erfahrung von Kathrin Heck im Bereich Corporate Finance und ihre beeindruckende Kenntnis von Familienunternehmen werden wertvolle Impulse für unsere gesamte Unternehmensgruppe liefern”, betont Dr. Stefan Schmitz.
oben: Jens Hoffmann unten: Kathrin Heck
Foto: Paulaner
Fotos: Bitburger
Hendrik Kuhn
übernimmt die Geschäftsführung Vertrieb bei Krombacher
Hendrik Kuhn wird neuer Geschäftsführer Vertrieb der Krombacher Brauerei
Mit Wirkung zum 1. Juli 2026
übernimmt Hendrik Kuhn als Geschäftsführer der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG die Verantwortung für alle nationalen Vertriebsbereiche im Markengeschäft (Handel & Gastronomie) von Bernhard Schadeberg.
(F.) Hendrik Kuhn startete seine berufliche Laufbahn als Trainee bei Anheuser-Busch InBev in Bremen. Im Jahr 2010 wechselte er in die Krombacher Gruppe, wo er eine Reihe zentraler Führungspositionen im Vertrieb übernahm. Zunächst verantwortete er als Geschäftsführer Vertrieb Gastronomie die nationale Ausrichtung und Steuerung des Gastronomiegeschäfts der Krombacher Vertriebsgesellschaft Zorbau. In dieser Rolle prägte er die strategische Neuausrichtung des On-Trade-Segments und stärk te erfolgreich die Positionierung der Marke in der deutschen Gastronomie. Anschließend fungierte er als Verkaufsleiter Handel für Krombacher. In diesem Zeitraum vertiefte er die Zusammenarbeit mit führenden Handelspartnern und setzte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Markenpräsenz im Lebensmitteleinzel- und Getränkefachhandel.
Anschließend war er als Nationaler Group Account Manager für die strategische Betreuung und Weiterentwicklung der wichtigsten nationalen Handelskunden verantwortlich.
Seit 2020 fungiert Kuhn erfolgreich als nationaler Vertriebsdirektor Handel. Als Geschäftsführer von Schweppes Deutschland & Österreich sowie der Mineralquellen Germete GmbH hat er sich in wichtigen Unternehmensteilen der Krombacher Gruppe in obersten Führungsaufgaben und in der Leitung großer Teams ausgezeichnet. Die Gesellschafter sind davon überzeugt, mit Hendrik Kuhn die ideale Nachfolge für die Geschäftsführung Vertrieb gefunden zu haben.
Die Verantwortung für die Geschäftsbereiche Recht, Qualitätswesen und Export verbleibt bei Bernhard Schadeberg sowie vielfältige bereichsübergreifende Themen.
Die VLB Berlin präsentierte sich auf dem Innovationstag Mittelstand 2026
Am Gemeinschaftsstand
der VLB mit der Twins
Crew GmbH auf dem Innovationstag Mittelstand 2026 in Berlin
Am 11. Juni 2026 fand auf dem Gelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow der diesjährige Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) statt. Die Veranstaltung bietet Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, ihre mit Unterstüt-
zung des BMWE entwickelten Innovationen einem breiten Fachpublikum vorzustellen, sich über Förderprogramme zu informieren und neue Kontakte für zukünftige Kooperationen zu knüpfen.
Die VLB war in diesem Jahr mit zwei Forschungsprojekten als Aussteller vertreten. Präsentiert wurden das INNO-KOM-Projekt „EFoPa – Entwicklung eines forcierten Palettenwirktests“ (49MF220230) sowie das ZIM-Kooperationsprojekt „TrebComCrate – Stoffliche Verwertung von Biertreber zu einem Biocompound zur Herstellung eines Getränkemehrwegkastens mittels Spritzguss“ (KK5335207).
Im Rahmen des Projekts EFoPa wurde ein beschleunigtes und zugleich kompakteres Prüfverfahren zur Bewertung der Belastbarkeit von Getränkepaletten entwickelt (siehe Brauerei Forum 7/2025). Auf dem Innovationstag wurde hierzu der neu entwickelte Prüfkopf in Verbindung mit Getränkekästen vorgestellt.
Für das Projekt TrebComCrate präsentierte die VLB gemeinsam mit ihren Projektpartnern, der TwinsCrew GmbH und der Mahltechnik-Görgens GmbH, einen additiv gefertigten Getränkekasten aus einem mit Biertreberfasern angereicherten Biokunststoff. Das innovative Materialkonzept demonstriert das Potenzial einer nachhaltigen stofflichen Verwertung von Brauereinebenerzeugnissen. Beide Projekte wurden von der Verpackungsprüfstelle der VLB bearbeitet und stießen bei den Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse. Die zahlreichen Fachgespräche bestätigten die hohe Relevanz praxisnaher Forschungsund Entwicklungsarbeiten für die Brauerei- und Getränkeindustrie. Mit ihrer erfolgreichen Teilnahme am Innovationstag unterstrich die VLB erneut ihre Kompetenz und Vielseitigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung. Auch im kommenden Jahr möchte die VLB ihre Innovationsprojekte auf dieser wichtigen Plattform präsentieren.
Foto: Krombacher
TU Berlin mit neuer Präsidentin und neuem Kanzler
Im Präsidium und in der Verwaltungsleitung der Technischen Universität Berlin gibt es personelle Veränderungen. Bereits am 1. April begann die Amtszeit von Prof. Dr. Fatma Deniz als neue Präsidentin der TU Berlin. Und ab 1. Oktober 2026 tritt Claas Cordes sein Amt als Kanzler (Leiter der Verwaltung) der TU Berlin an.
(F.) Bereits am 3. Dezember 2025 wurde Prof. Dr. Fatma Deniz zur neuen Präsidentin der TU Berlin gewählt. Sie bedankte sich für das Vertrauen. „Ich nehme das Mandat mit Zuversicht und Respekt an.“ Das Ziel sei es, eine moderne Technische Universität in der Hauptstadt zu schaffen. „Ich stehe für eine TU Berlin, die in ihrer DNA fest verankert hat, eine lernende Institution zu sein und sich mutig weiterzuentwickeln. Eine Institution, in der Forschung und Lehre international sichtbar sind und Studierende lernen, kritisch zu denken. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit und den engen
Austausch mit allen Mitgliedern der TU Berlin.“
Fatma Deniz ist Professorin für Informatik an der TU Berlin. In Forschung und Lehre verbindet sie Informatik, Neurowissenschaften und Datenwissenschaft, mit einem besonderen Fokus auf Sprachverarbeitung im Gehirn und in technischen Systemen. Zuvor war sie am Helen Wills Neuroscience Institute und am Berkeley Institute for Data Science der University of California, Berkeley, USA, tätig.
TU-Verwaltung mit neuem
Kanzler
Am 27. Mai 2026 wurde Claas Cordes mit großer Mehrheit zum neuen Kanzler der TU Berlin gewählt. Seine Amtszeit beginnt am 1. Oktober 2026 und läuft bis zum 30. September 2032. Cordes, geboren 1964 in Norddeutschland, studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nach verschiedenen leitenden Funktionen an Universitäten und Hochschulen in Weimar,
Leipzig, Eberswalde und Berlin ist er seit dem 1. Januar 2024 Kanzler der Philipps-Universität Marburg. Als neuer TUB-Kanzler wird Claas Cordes die Verwaltung eigenverantwortlich im Rahmen der Richtlinien der Präsidentin leiten. Er ist ferner Beauftragter für den TUBHaushalt. Eine besondere Herausforderung für die beiden stellt die schwierige Gebäudesituation der TU Berlin dar, insbesondere nach der überraschenden Schließung des TUHauptgebäudes Mitte Mai.
VLB verabschiedet Christine Elias und Andreas Nitzschke in den Ruhestand
Am 29. Mai 2026 haben sich die beiden langjährigen Mitarbeitenden Christine Elias und Andreas Nitzschke im Kreise zahlreicher Kollegen und ExKollegen in den Ruhestand verabschiedet.
(oh) Christine Elias absolvierte zunächst eine Ausbildung zur biologisch-chemischen Laborantin bei Schering in Berlin. 1982 trat sie ihre Stelle im Spirituosenlabor
der Versuchs- und Lehranstalt für Spiritusfabrikation und Fermentationstechnologie (VLSF) an. Nach der Insolvenz der VLSF 2002 wurde die Spirituosenanalytik an der VLB Berlin weitergeführt und Christine Elias war fortan im Zentrallaboratorium der VLB tätig. Diese Aufgabe erfüllte sie bis zuletzt kompetent und zuverlässig.
Andreas Nitzschke begann 1978 eine Ausbildung zum Chemielaboranten an der VLB Berlin. Nach
erfolgreichem Abschluss wurde er von der VLB übernommen und arbeitete zunächst als Laborant im Zentrallaboratorium. 2003 wechselte er in die damals neu eingerichtete zentrale Probenannahme der VLB, wo er bis zum letzten Arbeitstag tätig war.
Die VLB dankt beiden für ihre langjährige und engagierte Arbeit und wünscht gute Gesundheit sowie einen angenehmen Ruhestand.
Fatma Deniz, die neue Präsidentin der Technischen Universität Berlin, und Claas Cordes, der ab Oktober das Amt des TUKanzlers übernehmen wird
Der harte Kern der VLB-Belegschaft sagte „Auf Wiedersehen“. Am 29. Mai begann für Christine Elias (blaue Bluse) und Andreas Nitzschke (orangefarbenes Shirt) ein neuer Lebensabschnitt
Foto: oh
Foto: Christian Kielmann
VERPACKUNG
Carlsberg, DS Smith und KHS bringen nachhaltiges Multipack auf den Markt
Mit vereinten Kräften entsteht eine echte Verpackungsinnovation: Carlsberg bringt gemeinsam mit DS Smith und KHS ein aufmerksamkeitsstarkes Multipack mit abgerundeten Ecken auf den Markt. Die Neuheit basiert auf der patentierten Arcwise® -Technologie von SCA und wird zunächst in Polen eingeführt. Weitere Projekte sind in Planung.
(F.) Wenn bei Carlsberg über Verpackungsinnovationen nachgedacht wird, steht der Verbraucher im Mittelpunkt. Packaging Innovation
Director Marine Andre bringt das klar auf den Punkt: „Die Consumer Experience hat für uns absolute Priorität. Schließlich haben wir im Handel nicht mal zwei Sekunden Zeit, um mit unseren Produkten im Regal wahrgenommen zu werden. Wer dort nicht auffällt, ist nicht da.“
Kein Wunder, angesichts von rund 300 verschiedenen Produkten, an denen ein Konsument innerhalb von einer Minute im Supermarkt vorbeiläuft. Nachhaltigkeit, so die Erkenntnis aus intensiver Marktforschung, wird von Verbrauchern erwartet – aber nicht aktiv „belohnt“. Sie sind nicht bereit, einen Aufpreis dafür zu bezahlen. Umso wichtiger ist es, dass nachhaltige Verpackungen gleichzeitig funktional sind und Marken sichtbar machen. „Wir versuchen bewusst, die Silos zwischen nachhaltiger Verpackung, optimierten Kosten und der perfekten Consumer Experience aufzubrechen“, erklärt Andre. „Punktet eine Lösung nicht mindestens bei zwei dieser drei Kriterien, ist sie zum Scheitern verurteilt.“
Visuelle Markenpräsenz
Ein gutes Beispiel, wie Carlsberg neue Wege beschreitet, ist das DS Smith Round Wrap®, ein Multipack aus Karton mit abgerundeten Ecken für Bierflaschen. Es schafft gleich dreifach Mehrwert: Es gibt der Marke mehr visuelle Präsenz, wertet das Gebinde auf und erhöht die Regalwirkung. Das belegen wissenschaftliche Studien – unter anderem der Harvard Medical School: Sie zeigen, dass Objekte
mit abgerundeten Formen gegenüber solchen mit Ecken und Kanten als attraktiver wahrgenommen werden. Gleichzeitig benötigt die neue Sekundärverpackung weniger Material, hat einen geringeren CO2-Fußabdruck und ist besser vor Transportschäden geschützt. Und da das Pack auf vorhandenen Verpackungsmaschinen hergestellt werden kann, sind keine großen Investitionen erforderlich – der Konsument zahlt nicht drauf.
Langer Lernprozess
Bevor das neue Multipack allerdings seinen Weg ins Regal fand, war zunächst ein konsequenter Lernprozess vonnöten: „Mit den ersten Versuchen haben wir bereits 2020 in Schweden begonnen“, erinnert sich Senior Packaging Implementation & Optimization Manager Bogdan Volkotrub. Im Headquarter von Carlsberg ist er operativ verantwortlich für das Projekt. „Bevor wir über eine Skalierung nachgedacht haben, wollten wir natürlich zuerst im kleinen Maßstab beweisen, dass diese Lösung überhaupt realisierbar ist. Zunächst waren wir damit nicht erfolgreich, weil wir keine konstante Qualität erzielen konnten.“
Erst mit den richtigen Partnern gelang 2022 der Durchbruch: DS Smith, Hersteller nachhaltiger Verpackungen, konnte ausreichend Material bereitstellen und brachte die nötige Ausdauer im Testen, Lernen und Validieren mit – im Team mit dem Dortmunder Systemanbieter KHS. Dieser analysierte zunächst, welche seiner im Carlsberg-Universum betriebenen Verpackungsmaschinen die neuen Packs ohne große Umbauten verarbeiten konnten. „Das ist wie
beim Spielen mit Legosteinen“, beschreibt Volkotrub den Prozess. „Ein Teil steht für das Material, einer für die Maschine und einer für die Zusammenarbeit. Wenn nur ein Teil nicht passt, kann man daraus nichts Vernünftiges bauen.“
Suche nach dem richtigen Markt Für ein perfektes Zusammenspiel und den endgültigen Startschuss musste nur noch ein geeigneter Testmarkt identifiziert werden. Die Wahl fiel schließlich auf das Verkaufsgebiet der polnischen Niederlassung von Carlsberg: Hier werden in Flaschen abgefüllte Markenprodukte wie Carlsberg, Garage und Somersby vor allem in großen Gebinden mit 20 oder 24 Flaschen verpackt. Zum Einsatz kommen dabei anstelle von Kunststoffkästen Wraparound-Kartons. Und mit dem KHS Innopack Kisters WP Advanced gab es am Standort bereits einen Packer, auf dem das neue Multipack produziert werden konnte. 2024 tauchten die ersten Exemplare mit runden Ecken in den Regalen polnischer Supermärkte auf.
Materialkombination im Test
Die abgerundeten Ecken stellen hohe Anforderungen an das Material und seine Verarbeitung. Jonathan Carter, Head of Innovation Product Management bei DS Smith, erläutert, worauf es ankommt: „Um die Kurve zu stabilisieren, benötigen wir eine ausreichend robuste Außendecke; die Innendecke muss dagegen deutlich leichter sein, damit die Welle sauber geformt werden kann. Nur so entsteht eine glatte Rundung, ohne dass das Material knittert oder aufbricht.“ Um sicherzustellen, dass die Qualität
stimmt, hat DS Smith in einem langwierigen iterativen Verfahren unzählige Papierkombinationen, Wellenarten, Klebstoffe und Maschinenparameter getestet, bevor das Material zum Kunden ging. Das Versuchsergebnis bezeichnet Carter zufrieden als „goldene Ratio“ in der Materialzusammensetzung.
Überraschend einfache Lösung
In der Endphase lieferte das Unternehmen auf insgesamt 13 Paletten eine enge Auswahl unterschiedlicher Materialvarianten bei KHS in Kleve an. Dort wurden sie von den Verpackungsexperten intensiven Maschinentests unterzogen. Als Packaging Expert bei KHS klärte Tobias Kersten, was mit den bestehenden Anlagen technisch machbar war: „Als wir das erste Mal von einem Wraparound mit runden Ecken hörten, haben sich viele gefragt, wie das funktionieren soll.“ Die Lösung erwies sich dann jedoch als überraschend pragmatisch: „Wir mussten im Faltbereich lediglich andere Führungs- und Faltwerkzeuge einsetzen“, erklärt Kersten. „In der Praxis erfordert das nur geringfügige Anpassungen. Unsere Spezialisten richten das System präzise ein, um das neue Format nahtlos auf modernen Wraparound-Packern zu integrieren. So erreichen die Anlagen eine exzellente Prozessstabilität und können die neue Verpackungsform ohne nennenswerte Leistungseinbußen
verarbeiten.“ Das sei ein zentraler Aspekt für deren Flexibilität und hohe Marktakzeptanz, ergänzt er.
Voller Erfolg
Die fertige Sekundärverpackung kommt im Handel und bei den Konsumenten gut an: Zum einen sind die runden Kanten weniger anfällig für Beschädigung beim Transport, im Lager und am POS. Zum anderen scheint die abgerundete Form dem Abverkauf schon jetzt zugutezukommen, selbst wenn konkrete Zahlen noch ausstehen. Das bestätigt eine von DS Smith beauftragte Verbraucherstudie. Sie zeigt, dass durchschnittlich 77 % der Befragten eher bereit wären, ein Produkt mit dem verbesserten Rounded-Wrap-Design zu kaufen als andere Verpackungsformen. Das könnte zum Beispiel daran liegen, dass die abgerundeten Ecken zusätzlichen Raum für Markenkommunikation bieten. Hinzu kommt, dass der mit einem Werbemotiv bedruckte Deckel des Kartons für den Verkauf von Einzelflaschen geöffnet und – wie bei einem Minidisplay – einfach senkrecht aufgestellt werden kann.
Nachweisbar nachhaltig
Neben Design und Funktion punktet das neue Premium-Pack mit seinem ökologischen Fußabdruck. Dank leichterem Innenliner und optimiertem Zuschnitt wird bis zu 20 % weniger Material eingesetzt.
„Je nach Vergleichsbasis sparen wir bis zu rund 24 % CO 2 ein“, freut sich Jonathan Carter. Bei Carlsberg in Polen rechnet man mit einer Einsparung von insgesamt rund 224 Tonnen jährlich. Zusätzliche positive Effekte ergeben sich im Zusammenhang mit der Logistik, etwa durch höhere Palettenstabilität und reduzierten Verbrauch von Stretchfolie.
Einführung in weitere Märkte
Inzwischen ist das DS Smith Round Wrap ® ausgereift und bereit für den Einsatz in weiteren Märkten. Carter sieht dafür gute Voraussetzungen erfüllt: „An zahlreichen wichtigen Standorten in EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) haben wir die Produktion bereits erfolgreich getestet. Das Know-how ist da –jetzt geht es darum, gemeinsam zu skalieren.“ Das sieht man bei Carlsberg ähnlich. Hier vertraut man auf die Nachfrage der Niederlassungen und möchte das neue Format selektiv ausrollen. Wo Marktvolumen, Markenstrategie, Materialversorgung und Maschinentechnik zusammenpassen, stehe einer breiteren Einführung nichts im Weg, heißt es aus dem Headquarter.
Innovation als Teamwork
Das neue Multipack mit runden Ecken zeigt eindringlich, wie nachhaltige Verpackungsinnovation heute gelingen kann: nicht als Einzelidee, sondern als gemeinsames Projekt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entsprechend zufrieden resümiert Marine Andre: „Alleine können wir bei der Verpackung nichts bewegen. Nur gemeinsam mit starken Partnern können wir Lösungen entwickeln, die für unsere Kunden, die Umwelt und unsere Unternehmen besser sind.“
Das DS Smith Round Wrap® punktet mit visueller Präsenz, besserer Regalwirkung, geringerem Materialverbrauch und Schutz vor Transportschäden
Fotos: Frank Reinhold
1) Die Moderation übernahm Ingo Pankoke von der VLB Berlin
2) Die Teilnehmer konnten sich in der Fachausstellung über die neuesten Trends informieren
Die Branche diskutierte Innovationen und aktuelle Entwicklungen bei Getränkeverpackungen
Am 20. und 21. Mai 2026 fand die VLB-Fachtagung Getränkeverpackung in den Räumen der VLB Berlin statt. Insgesamt waren 70 Experten und Insider der Verpackungsbranche vor Ort. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm, das durch eine kompakte Fachausstellung im Foyer ergänzt wurde. Eine gesellige Abendveranstaltung lud die Praktiker zum Erfahrungsaustausch ein.
Am Dienstagmittag eröffnete
VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Ch. Klotzbücher die Veranstaltung, indem er in die Thematik einführte und die VLB-Aktivitäten zum Thema Verpackung vorstellte. Die Moderation durch die Vorträge übernahm Ingo Pankoke (VLB Berlin), der alle Referenten, Aussteller und Sponsoren sowie die Teilnehmenden begrüßte.
Als erste Referenten sprachen Ingo Pankoke (VLB) und Klaus Demski vom Bundesverband der Glasindustrie (BV Glas) über das Thema STLB im Allgemeinen und speziell zu Aktuellen Spezifikationen für Standard-Bierflaschen – Neuerungen und Anforderungen für die Abfüllung und Logistik
Dabei wurde unter anderem eine neue 0,33-l-MW-Steinie-Flasche mit zwei Kontaktzonen und einer geschützten Etikettenfläche vorgestellt. Über die thermische Härtung von Mehrweg-Glasflaschen berichtete Erich Jaquemar von Vetropack Österreich mit Beispielen aus der Praxis. Hierbei ging der Referent auf die Technologie sowie die Vorteile der Härtung gegenüber normalen Glasoberflächen ein: Insbesondere die höheren Umlaufzahlen durch weniger Abrieb sowie das geringere Eigengewicht beim Transport sind Argumente für den Einsatz solcher Flaschen. Eine speziell für den österreichischen Getränkemarkt entwickelte 0,33-l-Mehrwegflasche wurde hinsichtlich Gewicht, Höhe und Gebinde so optimiert, dass bis zu 20 % beim CO2-Footprint eingespart werden.
Im Anschluss sprach Dr. Martin Groß von ReViSalt über die Möglichkeiten der chemischen Härtung von Behälterglas . Er zeigte auf, dass das übliche Verfahren mit 12 bis 24 Stunden viel Zeit in Anspruch nimmt. Durch eine innovative Optimierung des Ionenaustauschs an der Glasoberfläche konnte das Verfahren nun auf 30 Minuten reduziert werden. Durch die deutlich schnellere Reaktion ist nun eine Anwendung auch für Glasflaschen möglich. Die dabei verwendete Salzlösung für den Ionenaustausch kann regeneriert werden. Eine Pilot umsetzung im Industriemaßstab befindet sich zurzeit in der Umsetzungsphase. Christopher Heine (THIMM Verpackung) stellte in seinem Vortrag
Nachhaltige Displaylösungen und Kartonverpackungen – Vom Tray bis zur Zweitplatzierung: So steigern Wellpapp-Verpackungen Effizienz, Wirkung und Absatz am POS verschiedene Lösungen aus seinem Hause vor. Unter anderem berichtete er von einer internen Evaluation zur Verwendung von verschiedenen Wellpapptypen für 24er-Dosentrays sowie von Möglichkeiten des innovativen Digitaldrucks, der z.B. schon heute eine individuelle Codierung der einzelnen Trays zulässt. Im Anschluss sprach Alexander Stark von CCL-Label Meerane über innovative Etikettierung . Hierbei wurden Selbstklebeetiketten und deren Vorteile gegenüber klassischen Nassleimetiketten vorgestellt. Sie lassen sich in kleinen Losgrößen fertigen und für den POS gut individualisieren. Speziell für die Anwendung auf Mehrwegflaschen stehen sogenannte WashOff-Etiketten zur Verfügung. Besonders folienbasierte Etiketten lassen sich durch Materialschrumpfung („Schmetterlingseffekt“) gut wieder ablösen. Über den aktuellen Stand bei der Papierproduktion für Etiketten berichtete Andreas Georgi von SAPPI Papier aus Österreich. Er stellte die aktuellen Herausforderungen an die Herstellung von nassfesten Papieren zur Etikettenproduktion vor: Steigende Qualitätsansprüche bei gleichzeitigem Kostendruck. Die Etikettenpapiere müssen den Anforderungen von vielen Stakeholdern entsprechen. Dem Drucker, dem Hersteller der Etikettiermaschinen, dem Abfüller hinsichtlich der Abwaschbarkeit und dem Marketing der Markenartikler. In Bezug
Ingo Pankoke und Norbert Heyer, VLB-Forschungsinstitut für Management und Getränkelogistik
auf die künftigen Anforderungen aus der PPWR sieht er keine Probleme für die Etikettenpapiere aus seinem Hause.
Daniel Schock vom Deutschen Brauer-Bund (DBB) stellte den aktuellen Stand zur Umsetzung der EU-Verordnung PPWR vor: Die Verordnung ist bereits beschlossen worden und tritt am 12. August 2026 für alle EU-Staaten in Kraft. Hierbei sind im Vorfeld bereits einige Anforderungen bekannt. Allerdings wird zurzeit noch auf die nationale Regelung der EU-Anforderungen in Form eines „Verpackungs-Durchführungsgesetzes“ gewartet. Dieses lag dem Bundestag eigentlich vor und sollte in KW 21 dort verabschiedet werden, wurde aber erneut verschoben. Die künftigen Pflichten der „Hersteller“ und „Erzeuger“ sind allerdings weitgehend bekannt. Die gesetzten Fristen der Umsetzung der VO werden bleiben, obwohl viele Detaillierungen, wie zum Beispiel die Kennzeichnung von Getränkemehrwegkästen, noch fehlen, befürchtet Schock. In ihrem Vortrag Hightech-Produkt Kronenkorken – Nachhaltige Produktion, effiziente Verarbeitung, Botschafter für Marken ging Ina Feddersen von H. Brüninghaus auf den aktuellen Stand der Entwicklungen ein. Sie erwartet für Deutschland in Zukunft eine weitere Verschiebung von 0,22 zu 0,20 Kronenkorken. International wird die Reduktion der Blechdicke auch auf Werte von weniger als 0,20 mm vorangetrieben. Dabei ist die höhere Blechhärte zu beachten. In der anschließenden Fragerunde wurde unter anderem nach der Problematik der Korrosion an den offenen,
ungeschützten Stanzkanten gefragt. Diese Herausforderung sei bekannt und es wird nach Lösungen gesucht, um Korrosionspotenzial zu minimieren.
Schließlich referierten Jannis Diedrich und Maximilian Kurrle von Oberland M&V zu den aktuellen Innovationen bei Getränkekästen und Mehrwegtrays . Sie stellten die „Bone-Technologie“ vor, mit der sich in den Kästen volle und leere MW-Flaschen gut und vor allem geräuscharm transportieren lassen. Die Kastenkonstruktion kann sowohl 24 0,33-l-Einzelflaschen als auch vier 6er-Trays aufnehmen. In Verbindung mit kleinen Leichtglasflaschen, wie sie aktuell in Österreich eingeführt wurden, ist auch für Vollgut eine Stapelung von sechs Kastenlagen übereinander möglich, was sich beim Transport reduzierend auf den Product-Carbon-Footprint auswirkt. Ein kommunikativer Abend im Foyer der VLB rundete den ersten Veranstaltungstag ab.
Am Donnerstagmorgen gab Patrícia Diniz Fischer vom VLB-Forschungsinstitut für Rohstoffe und Getränkeanalytik (FIRGA) einen Überblick zur Sensorik : Obwohl die chemisch-technische Analytik keine Beanstandungen aufweist, kann es sensorische Veränderungen des Produkts geben, wenn es zu einer Wechselwirkung zwischen Getränk und Verpackung gekommen ist. Daher ist eine sensorische Überprüfung der Produktstabilität bei Veränderung der Getränkematrix sowie beim Wechsel einer Verpackung mit Lebensmittelkontakt sinnvoll. Bei der VLB wird diese Überprüfung von geschulten Panels vorgenommen, die unter standardisierten Bedingungen eine Verkostung durchführen können. Eventuelle Abweichungen vom eigentlichen Geschmack können über den „Degree of Difference“ ermittelt und bewertet werden.
Gerolf Toenhake und Dennis Schreiber von der Ardagh Metal Packaging Group erläuterten den aktuellen Stand aus dem Segment der Getränkedosen : Obwohl der Bierabsatz in Deutschland stark rückläufig ist, bleibt der Anteil bei Dosenverpackungen bei 10 %. Weltweit betrachtet stieg der Anteil von Bier und Cider in Dosen sogar um 2,2 %. In Deutschland werden mit 6,3 Mrd.
Stück wieder mehr Dosen gekauft als vor der Einführung des „Dosenpfandes“ 2003. Hauptgrund: Neben Bier werden zunehmend auch andere Produkte wie Eistee und Energy-Drinks, die unter anderem von der GenZ konsumiert werden, in Getränkedosen abgefüllt. Hierbei kommen auch neue Drucktechniken auf dem Deckel und Individualisierungen durch Embossing zum Einsatz. Hinsichtlich der künftig geforderten Kreislaufquoten machen sich die Referenten keine Sorgen, immerhin beträgt der Recyclinganteil für Dose und Deckel zusammen bereits jetzt ca. 78 %. Durch eine Vereinheitlichung der Legierungen von Deckel und Dose kann der Anteil auf 85 % erhöht werden.
Auch Jörg Fischer von Trioworld geht in seinem Vortrag auf die PPWR ein und berichtet, was heute bereits für Wickelstretchfolien möglich ist. Sogenanntes PCR wird als „Post Consumer Recyclate“ gesammelt und in einem eigenen Recyclingwerk aufbereitet, um es dann bei der Produktion von neuer Folie wiederzuverwenden. Derartig produzierte Stretchfolien bringen dadurch einen leichten „Grauschimmer“ mit sich. Anhand einer internen Vergleichsstudie mit verschiedenen Verfahren zur Ladeeinheitensicherung, bietet das Wickelstretchen hinsichtlich des CO2- F ootprint immer noch einen großen Vorteil: Das geringe Eigengewicht wirkt sich positiv aus. Auch bei den selbst durchgeführten Labortests mit einem Beschleunigungsschlitten konnten keine Nachteile für 5
3) Spannende Vorträge trafen auf ein interessiertes Publikum, das sich anregender Diskussionen erfreute
4) Alexander Stark, CCL-Label, aus Meerane
5) Dr. Matthias Caninenberg, KHS
6) Aussteller und Sponsoren präsentierten sich und ihre Produkte in der Lobby des VLB-Neubaus
7) v.l.: Ansgar Knülle (Warsteiner), Dr. Josef Fontaine (VLB Berlin), Consultant Dr. Stefan Lustig und Frank Diebold (Veltins) auf der Terrasse vor dem VLBGebäude
8) Bei einem Glas Bier lässt es sich netzwerken
9) Daniel Schock, Deutscher Brauer-Bund
Stretchfolien mit hohem Rezyklatanteil festgestellt werden.
Eine völlig neue Art der Ladeeinheitensicherung stellte Dr. Matthias Caninenberg von KHS vor. Hierbei werden PET-Einzelflaschen mittels Klebepunkten zu Multipacks zusammengeschlossen. Je nach Verpackungsart variiert der Klebstoff, der zum Beispiel mit Stickstoff zu einem flexiblen Schaum aufbereitet wird. Die Verbindung ist dann für die weitere Verarbeitung und den Transport stabil und kann schließlich vom Verbraucher leicht gelöst werden, um die Flaschen zu vereinzeln. Die Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem Vilsa-Brunnen hat einige Zeit in Anspruch genommen und hatte die Einsparung der Schrumpffolie zum Ziel. Die Klebepunkte funktionieren auch bei Dosen und kommen zum Beispiel schon in Spanien zum Einsatz. Eine weitere Technologie für die Produktion von Multipacks wurde von Edwin Thuillier und Alessandro Loberti von Sidel Engineering sowie Michael Hines von enviro vorgestellt. Anstatt der herkömmlichen Schrumpffolie kommt eine Stretchfolie zum Einsatz, die vertikal über die Flaschen gewickelt wird. Hierbei wird die gleiche Stabilität erreicht, aber deutlich weniger Energie verbraucht, da das Aufheizen der Schrumpffolien im Tunnel entfällt. Die Stabilität der gesamten Ladeeinheit wurde ebenfalls positiv getestet, sodass erste Anlagen bereits umgesetzt wurden.
Florian Heukäufer (Verpackungsprüfstelle der VLB) berichtete von seinen Erfahrungen mit dem IronPickup-Test : Hierbei wird mit hochsensibler Analytik geprüft, wie viel
Eisenionen in einem Edelstahl-Keg nach 30 Tagen in das Bier übergegangen sind. Eisen wirkt negativ auf die Geschmacksstabilität von Bier. Sein Fazit: Es konnte analytisch eine leichte Erhöhung innerhalb der geforderten Grenzwerte der Eisenionenkonzentration über die Zeit von 30 Tagen festgestellt werden. Vertiefende Untersuchungen zu den sensorischen Eindrücken der Biere stehen noch aus. Ingo Pankoke stellte in seinem Vortrag eine Reihe von Forschungsprojekten der VLB vor, die in seinem Institutsbereich durchgeführt wurden bzw. noch laufen. Das Projekt „OverMe“ befasst sich mit Veränderungen der Glasoberfläche bei Mehrwegflaschen. „TrebComCrate“ steht für Trebermehl, das in einem Bio-Compound zu Getränkekästen verarbeitet wird. „EFoPa“ hatte die Entwicklung eines forcierten Palettenwirktests zum Ziel. Das laufende Projekt „KoKron“ fokussiert auf die Prüfung des Korrosionspotenzials von Kronenkorken und das Projekt „Keg-Locator“ hat die Zielstellung, ein neuartiges Sensorsystem zur Lokalisierung und Füllstandserkennung von Bierfässern zu entwickeln.
Abschließend berichteten Norbert Heyer von der VLB und Thomas Fugel von allsafe über den aktuellen Stand eines laufenden Kooperationsprojektes zum Thema Ladungssicherung von Bierfässern (Keg-Saver). Das Projekt startete letzten Sommer und es wurden zunächst mögliche Technologien für die Sicherung der Kegs an deren Griffmulden entwickelt und erprobt. Aufgrund der hohen Anzahl an Keg-Varianten am Markt wurde
der Fokus dann auf einen Palettenaufsatz gerichtet. Die Funktionsweise wurde mit einem Video, das das Verhalten der Fässer auf der VLB-Bewegungsplattform zeigte, demonstriert.
Ein besonderer Dank geht an die Sponsoren und Aussteller, die durch ihren finanziellen Beitrag die Tagung unterstützt und an die vielen Teilnehmer, die durch ihre kritischen Rückfragen die Tagung zu einem echten Austausch unter Experten gemacht haben. Die äußerst positive Resonanz ermutigt die VLB, dieses Veranstaltungsformat beizubehalten. Wir freuen uns auf die nächste Fachtagung Getränkeverpackung voraussichtlich im Jahr 2028.
Anfragen zur Prüfung von Getränkeverpackungen jeglicher Art können Sie gerne an die zentrale E-Mail-Adresse packaging@vlb-berlin.org richten
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Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende
Malzanalyse
Die Malzanalyse ist ein zentrales Instrument der Qualitätskontrolle in Mälzereien und Brauereien. Sie liefert wichtige Informationen über die Eigenschaften des Malzes und seine Eignung für den Brauprozess. Anhand verschiedener Analyseparameter kann die zu erwartende Bierqualität beurteilt werden.
1. Mithilfe der Malzanalyse lassen sich Rückschlüsse auf den Lösungsgrad des fertigen Malzes ziehen. Welche Lösung beim Malz gibt es nicht?
a) Amylolytische Lösung
b) Eiweiß-Lösung
c) Kryolytische Lösung
d) Proteolytische Lösung
e) Zellwand-Lösung
2. Bei der Malzanalyse kommt das sogenannte Friabilimeter zum Einsatz. Diese Untersuchung gibt am ehesten Hinweise auf welche Lösung?
a) Amylolytische Lösung
b) Eiweiß-Lösung
c) Kryolytische Lösung
d) Proteolytische Lösung
e) Zellwand-Lösung
3. Welche Einheit hat die Kolbachzahl?
a) %
b) mg/100 g TrS.
c) EBC
d) °
e) vol/mas%
4. Welcher Malzanalysenwert gibt keinen Hinweis
auf die Proteinfraktion im Malz?
a) Eiweißgehalt
b) FAN
c) Friabilimeterwert
d) Kolbachzahl
e) Löslicher Stickstoff
5. Welcher Analysenwert wird bei einem dunklen Gerstenmalz niedriger sein als bei einem hellen Gerstenmalz?
a) Eiweißgehalt
b) Farbe
c) Kolbachzahl
d) Viskosität
e) Wassergehalt
6. Was versteht man unter der Diastatischen Kraft?
a) Wie gut die Zellwände im fertigen Malz abgebaut sind.
b) Bis zu welcher Temperatur die Enzyme arbeiten können.
c) Wie stark die Zellwände abgebaut sind.
d) Wie hoch der Einfluss der Malzinhaltstoffe auf den Endvergärungsgrad ist.
e) Wie schnell bestimmte Enzymgruppen des Malzes arbeiten.
7. Die Malzfarbe der Malzanalyse wird man in einem fertigen Bier nie erreichen. Welcher Faktor spielt die geringste Rolle bei der Farbzunahme?
a) Oxidationsvorgänge
b) Melanoidinbildung
c) pH-Wert der Maische
d) Maillardreaktionen
e) Wassergehalt des Malzes
8. Für helle Malze wird das Kongressmaischverfahren durch das Isotherme-65°-Maischverfahren in der Analytik abgelöst. Wie lange wird dabei beim Maischen die Temperatur von 65 °C gehalten?
a) 30 Minuten
b) 45 Minuten
c) 60 Minuten
d) 65 Minuten
e) 90 Minuten
Fachrechnen
Berechnen Sie den Eiweißlösungsgrad bzw. die Kolbachzahl für ein Malz mit folgenden Werten: Gesamtproteingehalt der Trockensubstanz 10,5 % und löslicher Stickstoff 720 mg pro 100 g Malztrockensubstanz. (ganze %)
Es gilt die Beziehung: Eiweißgehalt = N x 6,25
(Lösungen S. 35)
Die Aufgaben stellte Studienrat Robert Pawelczak (Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt)
VLB-FRÜHJAHRSTAGUNG 2026
Impulse aus Robotik, Versorgungssicherheit, Energiewende und Prozesstechnik
Am zweiten Vortragstag der Brau- und maschinentechnischen Arbeitstagung der VLB Berlin am 26. März in Erding standen die Themen Prozessoptimierung und Versorgungssicherheit in der Brauund Getränkewirtschaft im Fokus. Durch das Programm führten Jan Biering und Dr. Josef Fontaine (beide VLB Berlin).
Das Plenum, unter Vorsitz von Jan Biering (VLB Berlin), l.
Ulrich Rust (l.) und Tobias Saxler, beide Gerolsteiner, über Robotik in der Instandhaltung
(oh) Über Robotik in der Instandhaltung – von der Vision bis zur Realität sprachen Tobias Saxler und Ulrich Rust (beide Gerolsteiner Brunnen). Das Unternehmen aus der Vulkaneifel betreibt eine hochautomatisierte Getränkeproduktion mit 15 Abfüllanlagen, Drei-SchichtBetrieb und großer Produkt- und Gebindevielfalt. Regelmäßige Inspektion und Instandhaltung sind ein Grundpfeiler zur Erhaltung der Anlagenverfügbarkeit. Fachkräf -
temangel, demografischer Wandel und immer komplexere Systeme erhöhen den Druck, Routinetätigkeiten zuverlässig abzusichern. Dabei kommt zunehmend auch Robotik ins Spiel. Ziel des vorgestellten Projekts ist der Einsatz eines autonomen Roboters als mobile Inspektionsplattform. Er soll Prüfungen standardisieren, Instandhaltungsqualität erhöhen und Daten für zustandsorientierte bzw. vorausschauende Instandhaltung liefern. Zugleich sollen Fachkräfte von zeitintensiven Kontrollgängen entlastet und für wertschöpfende Aufgaben eingesetzt werden.
Als Lösungsansatz wurde der vierbeinige Roboter ANYmal der Schweizer Firma ANYbotics gewählt. Nach rund 15 Monaten Projektierung mit Use-Case-Ermittlung, Referenzbesuchen sowie Einbindung von Geschäftsführung, IT, Arbeitssicherheit, Hygiene und Betriebsrat folgte die Inbetriebnahme im Hause Gerolsteiner. Die Anwendungen liegen in der Inspektion von Flaschen-, Kasten- und Palettentransporten, Antrieben, Mattenketten, Umlenkrollen, Motoren und Getrieben sowie in visuellen Prüfungen und der Detektion von Druckluftleckagen. Eingesetzt werden Thermografie, visuelle Inspektion, Audiofrequenz-Scan und Leckageerkennung. Wirtschaftlich bewertet wird das Projekt über freiwerdende Arbeitszeit, vermiedene Anlagenstillstände und Reduzierung von Druckluftverlusten. Für drei Pilotanlagen werden jährlich bis zu 850 Stunden erwartet, die für wertschöpfendere und sinnvollere Tätigkeiten genutzt werden. Aktuell wird der Roboterhund an zwei An -
lagen eingesetzt, wo er insgesamt 70 Inspektionspunkte in rund 65 Minuten kontrolliert. Die Missionen laufen stabil. Herausforderungen bleiben Orientierung in engen Anlagenbereichen, Akzeptanz und Ressourcenplanung. Fazit: Zielerreichung, Nutzen und erste Erfolge sind sichtbar. Das ganze Projekt ist aber kein Selbstläufer, so Saxler. Als First Mover in der Getränkeindustrie will Gerolsteiner diesen Weg weiter verfolgen.
Nicht-thermische Entkeimung von alkoholfreien Getränken mittels Hochdruckbehandlung (HPP): Technologie, bisherige Anwendung und Ausblick war Thema des Vortrags von Dr. Jasna Ivanovic (Uhde High Pressure Technologies GmbH) und Florian Schrickel (VLB Berlin). Bei alkoholfreien und frischen Getränken erwarten viele Verbraucher minimal verarbeitete, sensorisch hochwertige Produkte. Zugleich steigen aber auch die Anforderungen an mikrobiologische Sicherheit, Haltbarkeit und Stabilität. Dies wird in der Regel mittels thermischer Verfahren gesichert. Dabei können allerdings auch das
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Geschmacksprofil und wertvolle Inhaltsstoffe negativ beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund wurde die Hochdruckbehandlung (HPP) von Getränken als nichtthermisches Entkeimungsverfahren vorgestellt.
Ziel des Projekts ist es, die Eignung von HPP für alkoholfreie Getränke, insbesondere alkoholfreies Bier, technisch und mikrobiologisch zu bewerten. Die Technologie soll produktschonend entkeimen, niedrigere Prozesstemperaturen ermöglichen und eine Alternative zu etablierten Verfahren bieten. Im Fokus standen Verpackungstauglichkeit, Inaktivierungsleistung und wirtschaftliche Skalierbarkeit.
Beim HPP-Verfahren werden verpackte Produkte in einer Druckkammer für wenige Minuten mit 200 bis 600 MPa beaufschlagt. Der Druck wirkt isostatisch, also gleichmäßig im Produkt, und schädigt Mikroorganismen. Für Getränke sind Druck, Haltezeit, pH-Wert, Brix, Gebindegröße und Füllgrad entscheidend. HPP-tauglich sind flexible, hermetisch verschlossene und wasserbeständige Verpackungen. Glas, Dosen oder Karton gelten aktuell als ungeeignet. Versuche mit alkoholfreiem Bier in PET-Flaschen bzw. PEFässern zeigten, dass Lactobacillus
brevis, E. coli und Saccharomyces diastaticus ab 450 MPa sicher reduziert werden können. Eine 5-logReduktion wurde erreicht. Das Fazit fällt positiv, aber differenziert aus: HPP eignet sich für die industrielle Entkeimung alkoholfreier Getränke und bietet Vorteile bei Produktschonung und Clean-LabelPositionierung. Grenzen liegen bei bakteriellen Sporen, Batchbetrieb, Kapazität und Kosten. Damit bleibt die Technologie für Premiumprodukte interessant. Künftige Arbeiten sollen Aroma- und kolloidale Langzeitstabilität sowie den Vergleich mit thermischen Verfahren vertiefen.
Zinkgehalt der Würze – Das Problem an der „Wurzel“ packen? war Gegenstand des Vortrags von Michel Werner (VLB Berlin). Zink ist ein essenzielles Spurenelement für Hefe, das die Gärleistung beeinflusst. In der Praxis ist die Versorgung der Bierwürze jedoch nicht immer ausreichend. Unter den Rahmenbedingungen des Reinheitsgebotes wurde nach einer Lösung gesucht, die Zusammensetzung der Würze bezüglich des Zinkgehalts gezielt zu beeinflussen, ohne andere gärungsrelevante Parameter negativ zu verändern.
Ziel des Projekts war ein Verfahren, mit dem der Zinkgehalt der Würze erhöht werden kann, ohne den FANGehalt wesentlich zu verändern. Ausgangspunkt sind Malzwurzelkeime, die von Hause aus relativ viel Zink enthalten. Dieses Potenzial soll über einen brauereitechnisch nutzbaren Auszug erschlossen werden.
Der Lösungsansatz kombiniert Sauergut mit Malzwurzelkeimen. Nach Extraktion und anschließender Fest-Flüssig-Trennung wird der Wurzelkeim-Sauergut-Auszug dem Sud zugegeben. Für das Verfahren wurde Patentschutz erteilt (DE 10 2024 120 869 B3). Im Versuch im 5-hl-Maßstab wurden Malzwurzelkeime mit Sauergut extrahiert. Der erzeugte Auszug erreichte eine Zinkkonzentration von 4,8 mg/l und wurde im Whirlpool zur Einstellung des Ziel-pH-Werts eingesetzt. Im Vergleich zur reinen Würzesäuerung mit Sauergut verdoppelte sich der Zinkgehalt der Würze von 0,04 auf 0,08 mg/l, während der FANGehalt nahezu unverändert blieb. Auch technologische Kennzahlen
wurden betrachtet: Die Filtrierbarkeit verbesserte sich, die Schaumhaltbarkeit blieb unverändert, Gärungsnebenprodukte wurden nur gering beeinflusst. Das Fazit fällt differenziert aus: Das Verfahren kann Zink unabhängig vom FAN erhöhen und zeigt technologisch positive bzw. neutrale Effekte. Einschränkungen bestehen jedoch sensorisch: Geschmack und Geruch wurden wahrnehmbar beeinflusst. Die nächsten Schritte liegen daher in der Optimierung der Zinkausbeute und in der Eliminierung des Fehlgeschmacks. Als Vision sieht der Referent ein zinkangereichertes, reinheitsgebotskonformes Sauergut für den kommerziellen Einsatz.
Über Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin: Zwischen Tradition, Innovation und Moderne sprach Prof. Dr.-Ing. Philip Wietstock (TU Berlin). Die Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss eine historisch gewachsene, praxisorientierte Ausbildung bewahren und zugleich auf neue fachliche und hochschulpolitische Rahmenbedingungen reagieren. Wietstock, der seit Dezember 2025 die Stiftungsprofessur Brauund Getränketechnologie an der TU Berlin leitet, ordnete die Berliner Brauwissenschaft von den Anfängen über Akademisierung, Biotechnologie und Bologna-Reform bis zur heutigen Studienstruktur ein. Aktuell bestehen B.Eng. Brauwesen sowie B.Sc. und M.Sc. Brau- und Getränketechnologie mit unterschiedlichen Profilen. Gleichzeitig sinken Bewerbungszahlen, Erstimmatrikulationen bleiben niedrig, der Frauenanteil liegt bei etwa 3 bis 22 %, und Sparvorgaben erhöhen den Druck.
links: Florian Schrickel, VLB Berlin, über Hochdruckbehandlung zur nicht-thermischen Entkeimung
rechts: Prof. Dr. Philip Wietstock über die TU Berlin zwischen Tradition und Moderne
Dr. Jasna Ivanovic, Uhde High Pressure Technologies, S. 14, r. unten
links: Michel Werner, VLB Berlin, über das Problem des Zinkgehalts in der Würze
Walter König, Bayerischer Brauerbund, über die Entwicklungen im Hopfen- und Malzmarkt
Alfons Ahrens, VLB Berlin, über die Herausforderungen bei der Wasserversorgung, S. 17
Ziel ist es, Forschung und Lehre so auszurichten, dass die Branche weiterhin wissenschaftlich fundierte, praxisnahe und zukunftsfähige Kompetenzen erhält. Dazu gehören moderne Analytik, Prozessverständnis, Wissenstransfer, Digitalisierung, Datenkompetenz sowie Sichtbarkeit von Nachhaltigkeit und Innovation.
Der Lösungsansatz liegt in klarerer Profilbildung. Forschung soll entlang der Prozesskette stattfinden: von Rohstoffen, Mälzung und Prozessführung über Gärung, Aromabildung, Stabilität und Klärung bis zu Nebenstromnutzung und neuen Lebensmittel- und Getränketechnologien. Fünf Cluster strukturieren dies: Rohstoffe und Prozessbiochemie, Analytik und Prozessmodellierung, mikrobieller Stoffwechsel, Alterungsstabilität sowie Technologien über das Brauen hinaus. In der Lehre werden projektorientiertes Lernen, KI- und Datenkompetenzen sowie flexible Studienangebote wichtiger. Als mögliche Struktur wurde eine brau- und getränketechnologische Vertiefung im Studiengang Lebensmitteltechnologie skizziert.
Das Fazit: Die Berliner Brauwissenschaft bleibt relevant, wenn Tradition als Fundament für moderne Ausbildung, Forschung und Industriekooperation genutzt wird. Entscheidend sind klare Profile, effiziente Strukturen, attraktive Einstiegsperspektiven und eine frühzeitige Einbindung der Branche.
Über ihre Einschätzung zum Status quo Energiewende berichtete Prof. Dr. Katharina Herkendell (TU Berlin und VLB Berlin). Die Energiewende verändert die Strom- und Wärmeversorgung grundlegend. Während der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch steigt, bleiben
Versorgungssicherheit, Speicherbedarf und die Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse zentrale Baustellen. Der Vortrag ordnete den Status quo ein: 2023 waren 83,5 % der deutschen Treibhausgasemissionen energiebedingt, zugleich lag der Anteil erneuerbarer Energien am Strombedarf 2025 bei rund 55 %. Durch Sektorkopplung wächst der Strombedarf bis 2037, vor allem durch Wärme, Mobilität, Industrie und Elektrolyse. Ziel ist es, den künftigen Strommarkt und seine Auswirkungen auf Versorgungssicherheit und industrielle Prozesswärme besser zu verstehen. Dafür werden fundamentale Modelle eingesetzt, die Erzeugung, Verbrauch, Brennstoffund CO₂-Preise, Wetter und internationale Stromflüsse abbilden. Betrachtet werden Flexibilitätsoptionen wie Demand-Side-Management, Speicher und Importe. Die Modellierung zeigt: Photovoltaik und Windkraft werden weiter stark ausgebaut, gleichzeitig verändern Elektrifizierung und Sektorkopplung die Lastprofile. Industrie, Wärme- und Mobilitätsanwendungen können begrenzt Flexibilität bereitstellen. Dennoch bleiben längere Dunkelflauten kritisch. Für 2037 weist ein Szenario während der längsten Dunkelflaute des Jahres 2023 trotz Importen und Lastmanagement ein maximales Stromdefizit von 43 GW aus; selbst bei voller Importkapazität verbleibt ein Defizit von 14,8 GW. Daraus folgt Bedarf an Reservekapazitäten, systemdienlichem Speicherbetrieb und Kapazitätsmechanismen.
Prof. Dr. Katharina Herkendell, TU Berlin/VLB Berlin, über den Status quo der Energiewende
Für die Brauwirtschaft wurde das Projekt DEKARBIER des VLB-Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit, Energiebereitstellung und -optimierung und KI (FINEK), das die Referentin als Wissenschaftliche Direktorin unterstützt, vorgestellt. In diesem Projekt soll eine quelloffene Softwareplattform entwickelt werden, mit der Brauereien Prozesswärme, erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Speicher und Betriebsstrategien thermodynamisch, kosten- und CO₂-orientiert planen können. Das Fazit: Die Energiewende ist machbar, verlangt aber mehr Flexibilität, Kapazitätssicherung und branchenspezifische Planungsinstrumente.
Aktuelle Entwicklungen im Hopfen- und Malzmarkt aus der Sicht der Brauwirtschaft skizzierte Walter König (Bayerischer Brauerbund). Die Rohstoffmärkte für Brauereien befinden sich in einer Phase widersprüchlicher Signale. Weltweit ist die Getreideversorgung trotz Wetterextremen grundsätzlich gesichert. Gerste ist jedoch eine kleinere Kultur mit begrenzten Reserven. In Deutschland ist der Sommerbraugerstenanbau langfristig rückläufig; zugleich nehmen Witterungsextreme zu. Für 2025/26 brachte die Ernte ausreichend Ware für Mälzungszwecke, die Nachfrage blieb jedoch verhalten. Gründe sind sinkender Bierabsatz, mehr Winterbraugerste und der Einbruch der Braugerstenprämie. Ziel des Vortrags war es, die Entwicklungen an Malz- und Hopfenmarkt aus Sicht der Brauwirtschaft einzuordnen und Handlungsfelder für Rohstoffsicherung, Qualität und Standortstabilität aufzuzeigen. Beim Malz steht Deutschland trotz führender EU-Position unter Druck: 2025 gingen Malzproduktion, Export und Bierausstoß deutlich zurück. Gegenüber 2019 sank die Malzproduktion um 19,2 %, der Bierausstoß um 15,2 %. Seit Ende 2024 stellten sechs Handelsmälzereien mit insgesamt 330.000 t Jahreskapazität die Produktion ein. Hohe Energiepreise, Bürokratie und neue internationale Kapazitäten schwächen die Exportfähigkeit. Als Lösungsansatz wurde für Braugerste das Drei-Säulen-Modell herausgestellt: Sommerbraugerste aus Frühjahrs- und Herbstaussaat sowie Winterbraugerste sollen Versorgung und Qualität stabilisieren, Risiken durch unterschiedliche Aussaat- und Erntezeitpunkte mindern und die Importabhängigkeit reduzieren. Im Hopfenmarkt zeigt
sich ebenfalls eine Neujustierung. Weltbierausstoß und Alphasäuregabe stagnieren, die weltweite Hopfenfläche wurde reduziert. Hochalphasorten gelten aufgrund von Vorräten als gut versorgt. Allerdings gibt es bei den klassischen Aromasorten nach wie vor ein Überangebot. Von Feinaroma-, Flavour- und Randsorten sind Bestände vorhanden, die den Markt gut versorgen. Das Fazit: Kurzfristig ist die Rohstoffversorgung für die Brauwirtschaft nicht gefährdet, allerdings strukturell angespannt. Erforderlich sind klimaresiliente Sorten, Bewässerungskonzepte, Pflanzenschutz, Monitoring und eine enge Abstimmung zwischen Brauereien, Landwirtschaft, Handel und Mälzern.
Mit dem Thema Herausforderung Wasserversorgung: Monitoring und Risikomanagement beim Rohwasser schloss Dr. Alfons Ahrens (VLB Berlin) das Vortragsprogramm ab. Für Brauereien ist Rohwasser nicht nur ein Betriebsmittel, sondern Grundlage für Prozesssicherheit und Produktqualität. Der Vortrag stellte die Wasserversorgung in den Kontext des Klimawandels: steigende Lufttemperaturen, veränderte Niederschläge, Sommertrockenheit und regionale Unterschiede beeinflussen Grundwasserneubildung, Wasserstände und Rohwasserqualität. Bayern zeigte 2025 exemplarisch die Spannbreite: ein sehr trockener Frühling, ein warmes Jahr mit 9,3 °C im Mittel und vielerorts niedrige Grundwasserstände.
Die Bildung von Grundwasser ist ein dynamisches System und benötigt ein entsprechendes Monitoring und Risikomanagement. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Klimaänderungen biogeochemische Prozesse im Grundwasser verändern und welche Indikatoren frühzeitig Hinweise auf Qualitätsverschiebungen liefern können. Hintergrund sind rechtliche Anforderungen: Die Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie verlangt Risikomanagement von der Ressource bis zum Zapfhahn und bezieht das Einzugsgebiet stärker ein. Der Lösungsansatz setzt bei einem erweiterten Rohwasser-Monitoring an. Neben klassischen Parametern wie Leitfähigkeit, pH-Wert, Temperatur, Trübung und Farbe werden Redoxpotenzial, Sauerstoff, Eisen, Mangan, Stickstoffverbindungen, Sulfat, Methan, organischer Kohlenstoff und mikrobiologische Kennwerte betrachtet. Daraus lassen sich biogeochemische Profile von Brunnenwässern erstellen.
Fazit: Grundwasser ist ein Ökosystem mit lebenden Organismen, das auf Veränderungen im Einzugsgebiet reagiert. Der klimawandelbedingte Anstieg der Oberflächentemperatur spiegelt sich in dem zeitverzögerten Anstieg der Grundwassertemperatur wider. Diese verändert die biologischen und chemischen Reaktionen bei der Grundwasserneubildung. Dies hat wiederum Einfluss auf das biogeochemische Profil, das ggf. als Indikator für Veränderungen dienen kann. Risikomanagementsysteme müssen daher über die Trinkwasserinstallation und das Wasserversorgungssystem (vom Brunnen über die Aufarbeitung und Speicherung bis hin zur Verteilung) hinaus auf das Einzugsgebiet der Rohwasserressourcen ausgeweitet werden.
Die nächste Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung findet vom 9. bis 11. März 2027 in Meschede statt.
110. VLB-OKTOBERTAGUNG 2026
12./13. Oktober 2026 – VLB Berlin
Fachveranstaltung für die Brau-, Malz- und Getränkeindustrie
Sonntag, 11. Oktober 2026
Get-together
Montag, 12. Oktober 2026
Sitzung des Technisch-Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) (auf besondere Einladung)
Technik-Session 1: Zukunftsfähige Konzepte für die Brau- und Getränkeindustrie
Mitgliederversammlung der Versuchsund Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V.
Begrüßungsabend im neuen Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ (Si-M)
Dienstag, 13. Oktober 2026
8. VLB-Forschungskolloquium
Technik-Session 2: Zukunftsfähige Konzepte für die Brau- und Getränkeindustrie
55. Internationales Braugersten-Seminar
Ausklang an der VLB
– mit begleitender Fachausstellung –
VLB Berlin, Seestraße 13, 13353 Berlin brewmaster@vlb-berlin.org www.vlb-berlin.org/okt2026
Das VLB-Symposium on Acidic Fermented
Non-Alcoholic Beverages in Berlin ging in die fünfte Runde
Dr. Martin Senz, Forschungskoordination
Am 12. und 13. Mai kamen Vertreter aus Wissenschaft, Zulieferindustrie sowie Getränkehersteller an der VLB Berlin zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und neue Kenntnisse im Bereich sauer fermentierter Getränke auszutauschen, gemäß dem Credo: Science meets Industry.
oben:
Dr. Martin Senz begrüßt die Teilnehmer zum 5. SAFB-Symposium
rechts:
Prof. Dr. ir. Luc De Vuyst gibt eine Übersicht über Lebensmittelfermentationen und erläutert die besondere Rolle von Essigsäurebakterien
VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Klotzbücher und Organisator Dr. Martin Senz begrüßten die rund 80 Teilnehmer aus elf Nationen sowie die zahlreichen Sponsoren und Partner des Events. Nach einer kurzen Vorstellung der VLB brachte Klotzbücher einen historischen Bezug zu den VLB-Gründerzeiten und dem damals wie heute geltenden Vereinszweck. Gerade vor dem Hintergrund sich wandelnder Konsumentenverhalten bieten Veranstaltungen wie diese der Getränkeindustrie Möglichkeiten, sich über Innovationen auszutauschen und resilienter gegenüber sich verändernden Getränkemärkten zu werden. Senz ergänzte und stellte den Bezug zur VLB-Forschung her, die sich seit Gründung mit diversen Formen der Getränkefermentation beschäftigt und zur jeweiligen Etablierung einer guten Herstellungspraxis beiträgt.
des kompakten Geräts zu machen. Dr. Maximilian Michel , Martin Bauer Group, eröffnete die zweite Session mit seinem Vortrag Plant based ingredients for every scale & production type. Michel skizzierte die unterschiedlichen Produktformen und Herstellungsweisen diverser Botanicals und beschrieb deren Anwendung in der Produktion. Der Referent präsentierte erste Inhouse-Resultate von definierten Fermentationsstudien und diskutierte die Potenziale der verschiedenen Rohstoffe für ihre spätere Anwendung.
Dr. Jean-Charles Motte zeigt neueste Entwicklungen von Soufflet Malt
Prof. Dr. ir. Luc De Vuyst , FoodFerment/Belgien, startete den Vortragsblock mit einem Übersichtsbeitrag. Unter dem Titel The functional role of acetic acid bacteria in the production of acidified fermented food products stellte er die Vielfalt an Lebensmittelfermentationen zur Herstellung von u.a. Kaffee, Kakao, Sauerbier, Sauerteig, Wasserkefir und Kombucha dar und verdeutlichte das jeweils komplexe Zusammenspiel der unterschiedlichen Mikroorganismen, insbesondere der Essigsäurebakterien. Der Referent zog einen Vergleich zu den ebenso wichtigen, aber stoffwechselseitig stark unterschiedlichen Milchsäurebakterien und stellte den Bezug zur Getränkeindustrie her.
Dr. Jean-Charles Motte , Soufflet Malt, veranschaulichte in seinem Vortrag Fermented Malt Extract: a key ingredient for healthier beverages die vielfältige Nutzung von Malz, die weit über die klassische Verwendung beim Bierbrauen hinausgeht. Am Beispiel von fermentierten Malzextrakten stellte er die Entwicklungen von alternativen Getränkelösungen vor und verwies auf das Potenzial des Rohstoffes, das passgenau Verbraucherwünsche abzudecken vermag. Die vorgestellten Getränke-Kreationen konnten die Teilnehmer in der Ausstellung verkosten.
In seinem Vortrag Rapid quality control during kombucha fermentation referierte Thomas Leo Huber, BrewXpert, über das Analysespektrum des CDR-KombuchaLabs und erklärte, wie sich das Tool in die Qualitätssicherung und Entwicklungsarbeit von Kombuchaherstellern einbinden lässt. Die Teilnehmer hatten auch hier die Möglichkeit, die verschiedenen Assays mit Realproben am Ausstellerstand der CDR s.r.l. auszutesten und sich ein direktes Bild von der Handhabung
Application Specialist Philippe Janssens , Fermentis by Lesaffre, sprach in seinem technisch-wissenschaftlichen Vortrag The ideal combination between lactic acid bacteria and ADY for sour & hoppy NoLo beer production über die Herstellung von alkoholfreien und alkoholreduzierten Bieren. Neben den Chancen und Herausforderungen dieser wachsenden Produktkategorie stellte Janssens Studien aus
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der Fermentis Academy vor und beschrieb die Vorgehensweisen und Forschungsstandards zur Etablierung neuer Hefe- und Bakterienstämme zur Getränkeherstellung. Dabei ging er im Detail auf die unterschiedlichen Herstellungsprozesse ein und illustrierte den Zusammenhang mit den Produkteigenschaften, u.a. Gärnebenprodukte, Bittereinheiten und sensorische Eindrücke. Interessierte Teilnehmer konnten sich in den Pausen über unterschiedliche Starterkulturen und deren Nutzung in der Praxis informieren, da das Fermentis-Team als Gold-Sponsor des Events am Austellersstand für Fragen bereitstand.
Anschließend stellte Marie Ludszuweit , VLB Berlin, in ihrer Präsentation Tea matters – how tea variations impact the kombucha fermentation
process aktuelle Analyseergebnisse aus dem VLB-Forschungsinstitut für Biotechnologie und Wasser (FIBW) vor. Ludszuweit sprach über die Vielfalt der europäischen Kombuchaprodukte und ging auf die Varianz der Inhaltsstoffe und deren chemischen Profile ein. Sie präsentierte außerdem systematische Fermentationsstudien und schilderte den Einfluss verschiedener Teesorten auf den Kombuchaprozess sowie verschiedener Fruchtkomponenten auf die Wasserkefirfermentation.
In dem Tandem-Vortrag From craft to biotech: scaling knowledge in the nolo beverage industry von Curro Polo, AMA/ Basque Culinary Center, und Dr. Thierry Tran , Transverse Consulting & L‘Institut Agro Dijon, analysierte zunächst Tran den Markt für nicht- und geringalkoholische (NoLo) Getränke und beleuchtete den speziell in Frankreich herrschenden Hype um die Kategorie Kombucha. Er betonte, vor welchen Herausforderungen Hersteller bei zunehmenden Produktionsvolumina stehen. Polo skizzierte die modernen Ansätze zur Etablierung eines wissensbasierten Herstellungsprozesses beim spanischen Getränkeher-
oben: Thomas L. Huber stellt das CDR-KombuchaLab für die Qualitätssicherung bei der Kombuchaherstellung vor links: Dr. Maximilian Michel sprach über die Nutzungsmöglichkeiten von Botanicals in der Getränkeherstellung
The 1st Draft Beer Filling Conference in Bergamo will explore the suitability of keg filling for a wide range of beer styles, including non-alcoholic options.
The conference will be held in English at the Starhotels Cristallo Palace in Bergamo, which also offers convenient on-site accommodation for participants.
+ Keg plants should receive the priority they deserve, as the consumer’s draft beer experience may directly influence the purchase of beer for off-trade consumption.
+ If on-trade occasions for drinking draft beer – for various reasons – are dropping, the KEG format is at risk of losing its relevance entirely and as a result breweries may lose profitable volume.
+ To support draft beer quality, this conference aims to highlight latest developments and best practices during the filling process, accompanied by highlighting critical process control points.
The conference program includes a welcome get-together and a technical visit to COMAC on Monday, 31 August, followed by a technical visit to Heineken Comun Nuovo on Tuesday, 1 September.
www.vlb-berlin.org/en/draftbeer
Contact Martin Dubrowsky: m.dubrowsky@vlb-berlin.org
Philippe Janssens präsentiert Studien der Fermentis Academy zur Nutzung von Milchsäurebakterien und Hefen bei der Herstellung von NoLo Bier
steller AMA. Der Referent schilderte, wie das kleine Unternehmen mittels moderner Online-Analytik möglichst viele prozessbegleitende Daten aufzeichnet und mit den Qualitätsattributen der fermentierten Teegetränke verknüpft, um den Herstellungsprozess nachhaltig zu gestalten. Da das vorgestellte und jüngst gestartete Projekt gleichzeitig Teil von Polos Doktorarbeit ist (u.a. von Tran betreut), darf man auf praxisnahe Ergebnisse beim nächsten SAFB im Jahr 2028 hoffen.
Wie man als Kombuchahersteller wächst und gleichzeitig den Anspruch an Qualität und Know-how vereint, schilderte Glen Lecardonnel vom Schweizer Getränkehersteller Komeo. In seinem Vortrag Komeo
Kombucha – brewed different: our journey from kitchen counter to industrial scale-up zeigte der Referent die Herausforderungen der Kommunikation für eine bis dato nahezu unbekannte Produktkategorie auf. Darüber hinaus sprach er über die Konsequenzen, die das Wachstum der Produktionsmengen mit sich bringt, und betonte, wie wichtig ein richtiges Mindset und Durchhaltevermögen sind. „Mit Leidenschaft und einem klaren Ziel klappt es!“
Dr. Thierry Tran und Curro Polo gehen auf aktuelle Getränketrends ein
Dr. Martin Senz , VLB Berlin, schloss den ersten Veranstaltungstag mit seinem Vortrag Impact of aeration for the production of kombucha . Senz illustrierte den Zuhörern die Möglichkeiten verschiedener Belüftungsstrategien und den signifikanten Einfluss auf die Stoffwechselleistung und Fermentationsdynamik anhand von Kombucha-Co-Kulturen. Verschiedene On- und Offline-Analysen konnten die Zusammenhänge des Sauerstoffregimes, der gebildeten Stoffwechselprodukte und der jeweiligen Sensorik veranschaulichen. Es wurde deutlich, wie stark eine Belüftung bzw. der eingebrachte Sauerstoff die Produktqualität beeinflusst und welchen Stellenwert sie für die Prozessentwicklung hat.
Nach einer vielseitigen Vortragsreihe hatten die Teilnehmer am Abend die Möglichkeit, sich bei einer Tour durch die Wilfried-Rinke-Brauerei die unterschiedlichen Technologien zur Bierherstellung erläutern zu lassen und ein frisch gezapftes Bier zu genießen. Gleichzeitig ließen die Teilnehmer den Tag bei guten Gesprächen und einem bunten Portfolio an sauren und teils probiotischen Getränken ausklingen. Der Dank für die Getränkevielfalt und die großzügige Unterstützung geht an die Sponsoren Fermentis (Gold), Novonesis, Soufflet Malt, elea, CDR s.r.l., Martin Bauer (Silber), CetoTec, Kaspar Schulz (Bronze), Komeo, AMA, KBI, Erfrischerling und den Medienpartner Brauwelt International.
Der ausführliche Bericht über Tag 2 des Symposiums erscheint im Brauerei Forum 8/2026 am 28. August.
Impressionen vom Symposium (l.); Marie Ludszuweit (M.) stellt aktuelle Analyse-Studien der VLB über kommerzielle Kombuchaprodukte vor; Glen Lecardonnel (r.), einer von drei Gründern der Komeo AG, berichtet über die achtjährige Geschichte des Kombuchaherstellers
Unitechnik modernisiert Veltins-Logistik in Meschede
Nach fast 30 Jahren bekommt die Logistik der Brauerei C. & A. Veltins ein neues Herzstück: Unitechnik modernisiert das gesamte Logistikleitsystem und ersetzt die im Jahr 1997 entstandenen Softwarelösungen durch ein zukunftsfähiges Gesamtsystem aus Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Visualisierung. Das Projekt startete im März 2026 und soll bis 2029 fertig sein.
(F.) Das Logistikzentrum der Traditionsbrauerei in Meschede-Grevenstein ist seit 1997 in Betrieb. Nach fast 30 Jahren stößt das bestehende Logistikleitsystem an seine Grenzen. Veltins entschied sich daher für eine umfassende Modernisierung der Software durch den Intralogistikspezialisten Unitechnik. Die Herausforderung: Das System verwaltet sämtliche Logistikprozesse am Standort, von Vollgut und Leergut über Flaschen, Dosen und Fässer bis hin zu Magazinware. Die Anlage umfasst drei Hochregallager, mehrere Verladebereiche sowie Sortier- und Abfüllanlagen, die über rund 6 km
Palettenfördertechnik auf mehreren Gebäudeebenen miteinander verbunden sind. Rund 800 000 Paletten durchlaufen die Anlage jährlich. „Besonders wichtig war für uns ein Partner, der das gesamte Spektrum aus Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung und Visualisierung aus einer Hand liefern kann. Die räumliche Nähe und die Perspektive einer langfristigen Zusammenarbeit waren weitere entscheidende Faktoren. Daher haben wir uns für Unitechnik entschieden“, erklärt Benedikt Flügge, Abteilungsleiter Logistik bei Veltins. Da das Logistikzentrum von Veltins historisch gewachsen ist, existieren heute zwei getrennte Leitsysteme für Alt- und Neulogistik. Das erschwert die Bedienung und erhöht den Wartungsaufwand. Unitechnik führt die beiden Systeme zu einem Gesamtleitsystem zusammen. Es steuert eine umfangreiche Infrastruktur mit drei Hochregallagern, die über mehrere Gebäude und Ebenen verteilt sind und hat dafür Schnittstellen zu rund 100 unterlagerten Subsystemen, beispiels -
weise SPS-Steuerungen. Über eine Schnittstelle zu SAP werden bisher getrennte Lagerbereiche zentral in UniWare zusammengeführt. Die Bedienoberflächen werden von komplexen Masken auf intuitive, grafische Dialoge umgestellt. „Ziel ist es, dass die Mitarbeitenden künftig alle wesentlichen Informationen eines Anlagenbereichs auf einen Blick erfassen und von dort aus steuern können", erläutert Stefan Blauel, Projektleiter bei Unitechnik. Aufgrund der Anlagenkomplexität hat Veltins mehrere digitale Zwillinge beauftragt. Sie ermöglichen realistische Tests mit der Originalsteuerungssoftware für Teilbereiche der weitläufigen Anlage, ohne auf die reale Anlage zugreifen zu müssen. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise in voraussichtlich drei Phasen, jeweils in der Nebensaison von September bis April.
Flensburger Brauerei: Die Braugefäße sind im neuen Sudhaus
Ein weiterer Meilenstein beim Bau des neuen Sudhauses der Flensburger Brauerei ist vollzogen: Die Braugefäße wurden erfolgreich in das neue Sudhaus eingebracht.
(F.) Die Gefäße und die gesamte Brautechnik stammen aus dem Werk des Anlagenbauers Steinecker in Freising. Die Reise der großformatigen Anlagen in den Norden führte größtenteils über die Flüsse Deutschlands. Die Einbringung war ein logististisches Großereignis. Steinecker übernahm die Baustelle vollständig, mehrere Autokräne hoben die ankommenden Gefäße auf die Baustelle oder legten sie auf dem umliegenden Gelände für weitere Arbeiten ab. Ein absolutes Highlight war der Läuterbottich mit seinem Durchmesser von 8,5 Metern. Dieser wurde in zwei Teilen angeliefert und musste erst verschweißt wer-
den, bevor er eingebracht werden konnte. Insgesamt wurden zwei Maischegefäße, der Läuterbottich, ein Vorlaufgefäß, die Würzepfanne sowie der Whirlpool eingebracht. Hinzu kam ein großer Energiespeichertank, der das zentrale Element des verbesserten Energiesystems des neuen Sudhauses ist.
Der Weg zu diesem Meilenstein war alles andere als einfach. Ein ungewöhnlich kalter Jahresbeginn hatte die Arbeiten auf der Baustelle zeitweise zum Stillstand und den Zeitplan ins Wanken gebracht. Auch weitere Hürden mussten kreativ genommen werden: Eine Schwertransportgenehmigung für die Gefäße aus dem Süden Deutschlands auf dem Landweg scheiterte an Kurzbaustellen entlang der Route. Die kurzfristige Lösung war der Seeweg.
„Dass wir diesen Termin trotz aller Widrigkeiten halten konnten, ist das
In die Jahre
ihr Logistikleitsystem
Ergebnis harter Arbeit und großartiger Teamleistung aller Beteiligten. Dafür gebührt jedem Einzelnen ein herzliches Dankeschön“, betont Michael Seip, Geschäftsführer Technik der Flensburger Brauerei. Die Inbetriebnahme ist für Januar 2027 geplant.
Ein Moment der Spannung: die Einbringung des Läuterbottichs mit einem Durchmesser von 8,5 Metern
Foto: C.&A. Veltins
gekommen: Die Brauerei C. & A. Veltins modernisiert
Foto: Flensburger
TAGUNGEN
IfGB-Forum: Die Anmeldung ist gut gestartet
Vom 28. bis 30. September trifft sich die deutschsprachige Spirituosenbranche in Neckarsulm. Zahlreiche Herausforderungen prasseln auf Spirituosenhersteller ein. Gesetzen und Verordnungen heißt es zu folgen, Vorurteilen und sich wandelndem Konsumverhalten zu begegnen. Dabei gilt es, zuversichtlich zu bleiben, innovativ und flexibel: Es ist nötig, neue Märkte zu erschließen, neuartige und traditionelle Produktkategorien zu entdecken bzw. wiederzuentdecken, Wege für nachhaltiges Wirtschaften zu beschreiten und den Einsatz neuer Technologien zu wagen. Gemeinsam Lösungen zu entwickeln, dafür steht auch das diesjährige IfGB-Forum. Gut 30 Teilnehmer sind bereits registriert.
Mit Unterstützung von (WiK) Vom 28. bis 30. September treffen sich Brenner und Spirituosenhersteller mit Wissenschaftlern, Vertretern der Verbände und Ministerien, aber auch der Zuliefer- und Dienstleistungsbranche in Neckarsulm. Eingeladen hat die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinund Obstbau Weinsberg (LVWO), die ebenso wie die Joh. Vögele KG ihre Tore zur Besichtigung öffnet.
Die Veranstaltung startet am Montag mit einem Vorabendtreffen im Schwäbischen Schnapsmuseum Bönnigheim. Gastgeber vor Ort sind das Museum und die BrüggemannAlcohol. Zusätzlich zum Besichtigungsprogramm am Dienstagnachmittag lädt am späten Mittwochnachmittag die DHBW zur Besichtigung des Bildungscampus' und der Dualen Hochschule BadenWürttemberg Heilbronn ein.
LVWO
Weinsberg
Im Weinlabor der LVWO Weinsberg
Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg ist eine Einrichtung der Landwirtschaftsverwaltung des Aromen in der Joh. Vögele KG
Landes Baden-Württemberg. Unter dem Dach der Einrichtung befinden sich Fachschule sowie Wein- und Obstbaubetrieb. Die Institutsführung am Dienstag umfasst die Bereiche Analytik, Lehrbrennerei, Kellerei, Verkauf und Sensorik-Studio.
Joh. Vögele KG
Vögele ist Teil der deutschen Flavour + Fragrance-Industrie. Für Spirituosen kreieren die Experten sowohl klassische als auch innovative Getränkekonzepte. Basierend auf den traditionellen Extraktionsverfahren Destillation und Mazeration fertigt Vögele natürliche Aromen oder Aromen mit einem hohen Anteil an natürlichen Komponenten. Die Tagungsteilnehmer erhalten einen umfassenden Einblick in die Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätssicherungsprozesse des Unternehmens.
Duale Hochschule Baden-Würt–temberg Heilbronn
Die Duale Hochschule BadenWürttemberg (DHBW) ist die erste
duale, praxisintegrierende Hochschule in Deutschland. Mit mehr als 33 000 Studierenden ist sie die größte Hochschule des Landes. Der Standort Heilbronn hat sich zur ersten Adresse für den Handel und die Lebensmittelbranche entwickelt. Die DHBW Heilbronn befindet sich auf dem modernen Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung und verfügt über ein State-of-the-Art Laborzentrum, das DHBW Sensoricum.
Schwäbisches Schnapsmuseum Bönnigheim
Das von einem Förderverein betriebene Branntweinmuseum ist einzigartig in Baden-Württemberg und beherbergt die größte Sammlung zur Alkoholgeschichte Deutschlands. Das Museum zeigt u. a. Ausstellungen zur Schwarzbrennerei und zur Geschichte der HammerBrennerei, Heilbronn (1861 – 1981).
Fachausstellung
Das Hotel bietet Platz für Vortragsprogramm und Fachausstellung.
RAHMENPROGRAMM MONTAG
+ Besichtigung des Schwäbischen Schnapsmuseums Bönnigheim
+ Vorabendtreffen in Bönnigheim auf Einladung des Museums und BrüggemannAlcohol
24. IfGB-FORUM SPIRITUOSEN UND BRENNEREI 28. bis 30. September 2026 in Neckarsulm
+ Rahmenbedingungen der Spirituosenproduktion und -vermarktung
+ Weinbrand und Aromen
+ Ready-to-Drink und andere Hoffnungsträger
+ Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz
+ Rum und Sensorik
RAHMENPROGRAMM DIENSTAG
+ Besichtigung der Joh. Vögele KG und der LVWO Weinsberg
+ Begrüßungsabend im Brauhaus Neckarsulm auf Einladung von Vögele und IfGB
RAHMENPROGRAMM MITTWOCH
+ Besichtigung des Bildungscampus' und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn
Mit Unterstützung von
Moderation: Carola Klöckner, Joh. Vögele KG, Dr. Dirk Hofmann, LVWO Weinsberg, Dr. Björn Ch. Klotzbücher, VLB Berlin
RAHMENBEDINGUNGEN DER SPIRITUOSENPRODUKTION UND -VERMARKTUNG
Jüngste Entwicklungen am Institut für Gärungsgewerbe / der VLB Dr. Björn Ch. Klotzbücher IfGB/VLB Berlin
Aktuelle Herausforderungen für die Spirituosenbranche Angelika Wiesgen-Pick BSI, Bonn
Aktuelle Fragen des Spirituosenrechts
WEINBRAND UND AROMEN
Aromen als Innovationsmotor in der Spirituosenentwicklung
Qualitätsaspekte bei der Verwendung von Getränkedosen
RTDs in Dose und Aluminiumflasche – Chancen moderner Verpackung und Anforderungen an die Abfüllung
Werner Albrecht BMLEH, Bonn
Lisa Geiwiz Jan Sonne
Joh. Vögele KG Lauffen am Neckar
Dr. Dirk Hofmann Gregor Thormann LVWO Weinsberg Spirituosenschmiede, Bensheim
Stefan Dorf Pernod Ricard Deutschland
Florian Heukäufer VLB Berlin
Hannes Tack Dr. Sandra Bichler-Renz
RHODIUS Mineralquellen und Getränke, Burgbrohl
China als Wachstumsmarkt für deutsche Alkoholmarken Matthias Heger china incubator, Berlin
NACHHALTIGKEIT UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Grüne Energie für Hochprozentiges. Einsatz von Biomasse zur Dekarbonisierung
Klimafreundliche Batch-Destillation durch Wärmeoptimierung – Lösungen für die Praxis
Der perfekte Drink aus Daten – Zwischen Handwerk und KI
RUM UND SENSORIK
Timo Friedrich BrüggemannAlcohol Heilbronn
Prof. Dr.-Ing. Carsten Fichter Ibrahim Abu Mustafa
Prof. Dr. Aliona von der Trenck
Bremerhaven University of Applied Sciences
DHBW Heilbronn
Klimawandel als Chance? Zuckerrohranbau in Deutschland? Rouven Richter Heimat Distillers, Schwaigern
Zuckersorghum – Spannende Zukunftspflanze als Alternative zu Rum Thomas Blum Agroscope, Wädenswil (CH)
Deep Dive in die Duftentschlüsselung von Lebens- und Genussmitteln
Prof. Dr. Helge Fritsch
DHBW Heilbronn
(Änderungen vorbehalten)
VERBÄNDE
GGBW-Mitgliederversammlung in Haselünne
Die Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Geschichte des Branntweins e.V. (GGBW) hat am 25. April in der Edelkornbrennerei Jos. Rosche stattgefunden. Neben Nachwahlen zum Vorstand stand auch die Berufung eines wissenschaftlichen Beirats auf der Tagesordnung. Die Mitgliederversammlung war in bewährter Weise in ein vielseitiges Besichtigungsprogramm eingebettet. Passend zu Haselünne standen die Kornbrennereien und ihre Geschichte im Zentrum des Interesses.
(WiK) Präsident Alois Gerig dankte Familie Rosche für die Einladung nach Haselünne. Weiterhin dankte er den Vorstandsmitgliedern für ihr reges ehrenamtliches Engagement. Dabei hob er Werner Albrechts Leistung als GGBW-Geschäftsführer auch rund um die Planung und Durchführung der Jahrestagung und Mitgliederversammlung besonders hervor.
Seit 25. April 2026 besteht der GGBW-Vorstand aus Sascha Mielke (Justiziar), Fabienne Stauder (Vize-Präsidentin), Wiebke Künnemann (PR), Alois Gerig (Präsident), Angelika Wiesgen-Pick (Schatzmeisterin) und Werner Albrecht (Geschäftsführer) (v. l.)
Werner Albrecht freute sich in seinem Tätigkeitsbericht über fast 80 Mitglieder und präsentierte die Aktivitäten des Vorstands. Zu den GGBWMitgliedern gehören Abfindungsbrenner und Stoffbesitzer ebenso wie Verschlussbrenner aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Auch Personen der dazu gehörenden Verbände sind vertreten wie z. B. der Bundesverband der Klein- und Obstbrenner, aber auch der Bundesverband der Obstverschlussbrenner, Verband deutscher Kornbrenner, BSI und BWSI. Hinzu kommen Spirituosen-Experten aus der Lebensmittelüberwachung und den Bundesminis terien. Zu den NeuMitgliedern gehört auch Dr. Björn Klotzbücher: „Ich möchte die Arbeit und Belange der Brenner und Spirituosenhersteller besser verstehen“, sagte der VLB-Geschäftsführer, dessen Institut mit zu den Gründungsmitgliedern der GGBW gehört.
Nachwahlen und Ehrenmitgliedschaft
Vize-Präsident Franz Donauer, Ministerialrat a.D., stellte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Werner Albrecht und Alois Gerig lobten Donauers Engagement als Gründungsmitglied und Vize-Präsident besonders in der Außenwirkung der GGBW. Die Mitgliederversammlung verlieh Franz Donauer in Abwesenheit die Ehrenmitgliedschaft. Gern unterstützt und begleitet er auch künftig den Vorstand. Zu seiner Nachfolgerin wählte die Mitgliederversammlung Fabienne Stauder. Mit der 34-jährigen Wirtschaftspädagogin und -his torikerin läutet die GGBW einen Generations wechsel ein. Von der studierten Berufsschullehrerin und gelernten Brennerin, die Bezirksvorsitzende Nordbaden im Verband Badens Brenner e.V. ist, werden zukunftsweisende Impulse erwartet. Als zusätzliches Vorstandsmitglied wurde der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Obstverschlussbrenner e. V. Sascha Mielke gewählt. Der 53-jährige Rechtsanwalt bekleidet das Amt des Justiziars. Außerdem bestätigte die Mitgliederversamm -
lung BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick als Schatzmeisterin und Günther Esser als Revisor in ihren Ämtern. Nach dem Bericht der Schatzmeisterin für 2025 und der Vorstellung des Haushaltsplans für 2026 erfolgte die Entlastung der Schatzmeisterin und des gesamten Vorstands durch die Mitgliederversammlung. Alle Wahlen und Beschlüsse erfolgten einstimmig.
Wissenschaftlicher Beirat Schließlich wurde ein wissenschaftlicher Beirat berufen, der den Vorstand durch Gutachten und Stellungnahmen zu unterschiedlichen Themengebieten der Branntweingeschichte beraten wird. Das interdisziplinäre Gremium aus Natur- und Geisteswissenschaftlern sowie Produzenten wird eigene Projekte zur Publikation vorbereiten und die von Mitgliedern erstellten his torischen Arbeiten begutachten. Die Versammlung diskutierte Projekte und Ideen für die Mitgliederversammlung mit Jahrestagung im April 2027. Eine Mitgliederversammlung mit klaren Entscheidungen und spannenden Diskussionen. (Ein ausführlicher Bericht von der Jahrestagung folgt.)
Foto: D. Nitsche
Der wissenschaftliche Beirat: Dr. Dennis Nitsche, Josef Rosche, Wiebke Künnemann, Kurt Sartorius, Dr. Reinhard Vollmer, Dr. Claudia Bauer-Christoph und Dr. Dieter Kronabel (v. l.)
Foto: A. Gerig
Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe
BSI-Mitgliederversammlung 2026 mit Nachwahlen zum Präsidium
Im öffentlichen Teil der 51. BSI-Mitgliederversammlung am 28. Mai 2026 in Düsseldorf referierten Experten mit Fachbeiträgen zu dem Themenbereich „Quo vadis Spirituosenmarkt + Gastronomie + KI“. Der nicht-öffentliche Teil der Versammlung diskutierte die aktuellen Herausforderungen der Spirituosenbranche. Außerdem standen Nachwahlen zum BSI-Präsidium an.
(F.) Christof Rasche , MdL (FDP), Vizepräsident, Landtag NordrheinWestfalen, Düsseldorf, erläuterte in seinem Grußwort: „Die deutsche Spirituosenindustrie vereint tief verwurzelte Tradition mit beeindruckender Innovationskraft und ist ein verlässlicher Pfeiler unserer mittelständischen Wirtschaft. Um diese Stärke auch in Zukunft zu sichern, braucht die Branche verlässliche politische Rahmenbedingungen und faire Wettbewerbschancen.“
Über Die Spirituose in Gastronomie und Fachgroßhandel sagte Ulrich Berklmeir, Vorstandsvorsitzender, GES Großeinkaufsring des Süßwaren- und Getränkehandels eG: „Zur Erhaltung von Gastronomie und der weltweit einzigartigen Struktur von mittelständischen Getränkefachgroßhändlern bedarf es verlässlicher politischer Rahmenbedingungen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Herstellern.“ Paul Bremer, rheingold GmbH und Co. KG, betonte in seinem Vortrag Neuer Zeitgeist, neue Trinkkultur : „Man sehnt sich nach Austausch und Geselligkeit. Spirituosen können hier Verbundenheit und Stimmung fördern.“
Anschließend führte Thomas Ebenfeld , concept m research + consulting, in seiner Präsentation Deutschland Psychogramm aus: „In einer beschleunigten, digitalen Welt kann die Spirituosenbranche zeigen, dass moderner Genuss nicht schneller, mehr oder beliebiger werden muss. Ihre Stärke liegt darin, Momente zu kultivieren: bewusst, gemeinschaftlich, hochwertig und verantwortungsvoll.“
Die Mitgliederversammlung
Im dem den Mitgliedern vorbehaltenen Teil der Veranstaltung diskutierten die Anwesenden u. a. die Herausforderungen für die Spirituosenbranche im Kontext geopo -
litischer und politischer Entwicklungen. Thomas Ernst, Präsident des BSI, wies auf die steigenden Herausforderungen für die Spirituosenbranche hin: „Aufgrund der fragilen Wirtschaftslage, die durch Zölle sowie unvorhersehbare politische Entwicklungen und die geplante einseitige Zusatzsteuererhöhung auf Spirituosen geprägt ist, erwarten die Mitglieder des BSI von der Bundesregierung faire Rahmenbedingungen. Die mittelständischen Firmen plädieren für ein faires Marktumfeld sowie Planungssicherheit und Bürokratie-Abbau.“ Zur sozialen Nachhaltigkeit informierte Angelika Wiesgen-Pick: „Alkoholhaltige Getränke sind und bleiben traditionell in unseren Kulturkreisen tragende Säulen einer gelebten Genuss- und Kulturtradition. “
Nachwahlen in das BSI-Präsidium
Die Mitgliederversammlung hat am 28. Mai 2026 Pierre-Aymeric du Cray, Geschäftsführer Pernod
Ricard Deutschland GmbH, gewählt. Das Präsidium setzt sich seit Mai 2026 wie folgt zusammen: BSI-Präsident ist Thomas Ernst von der Fa. August Ernst. Seine Stellvertreter sind Nicole Ehlen, Beam Suntory Deutschland, und Tors ten Römsch, Mast-Jägermeister Deutschland. Diese drei Personen bilden zugleich den BSI-Vorstand. Julien Hemard, Pernod Ricard Deutschland, ist seit März 2026 aus dem Präsidium ausgeschieden. Der BSI dankte ihm für seine ehrenamtliche Tätigkeit.
Zu den weiteren Präsidial-Mitgliedern zählen: Dr. Andreas Brokemper, Henkell-Freixenet, Nicolaus Fehling, Hardenberg-Wilthen, Matthew Glenn, Campari Deutschland, Markus Kramer, William Grant & Sons Deutschland, Thomas Mempel, Semper idem Underberg/Diversa Spezialitäten, Dr. Patrick Mier, Schilkin, Katharina Schwarze, Schwarze und Schlichte, und William Verpoorten, Verpoorten.
Die nächste reguläre Wahl findet im Mai 2027 statt.
Referentinnen und Referenten des Vortragsprogramms: BSI-Präsident Thomas Ernst, Ulrich Berklmeir, GES eG, Thomas Ebenfeld, concept m research + consulting, BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick, Dr. Carolina Paulsen, BSI, Paul Bremer, rheingold GmbH und Co. KG, Landtagsvizepräsident Christof Rasche, MdL NRW (FDP) (v. l.)
BRAU-BÖRSEN-BILANZ
Brauriesen 2026 ordentlich gestartet
Aus dem März 2026 ging der Dax 40 (M-Dax) bei 22 680 (28 151) Punkten, das waren im Zuge des Iran-Kriegs -7,4 (-8,1) % Rückgang im Vergleich zum Ultimo 2025. Zum Aprilschluss näherten sich beide Börsen-Messlatten mit 24 292 (30 590) Zählern wieder ihren Schlussständen 2025 (-0,8 bzw. -0,1 %).
Für 1 € waren am 30. April 1,170 US-$ zu zahlen, und die deutsche Umlaufrendite berechnete sich am 4. Mai mit 3,03 %.
Kulmbach 2025: Weniger Bier, „Bad Brambacher“ läuft
Bei der Kulmbacher Aktienbrauerei stellte sich der Getränkeabsatz im Geschäftsjahr 2025 (2024) konzernweit um -1,3 (+2,0) % auf 3,594 (3,640/3,568) Mio. hl, ohne Lohnproduktion und -abfüllung. Dabei lag Bier -2,4 % schwächer: „Mönchshof“ zeigte sich +0,5 (+4,9/+1,0) % freundlicher auf rechnerisch ca. 1,33 Mio. hl und baute seine deutsche BügelverschlussMarktführerschaft aus. Gelobt wurden unter den „Mönchshof“ erneut „Hell“ (+4,4 nach +11 %, wobei es „Alkoholfrei Hell“ auf den Umschlag des Geschäftsberichts für 2025 schaffte) und die „Natur Radler Alkoholfrei 0,0%“. Die Marke „Kulmbacher“ habe 2025 insgesamt stabil geschlossen (nach +7,4 % im Vorjahr), da „Edelherb“Rückgänge (-2,0 nach +4,3 %) ausgeglichen wurden durch „Edelherb Alkoholfrei 0,0%“ (+6,7 %) und „Lager Hell“ (+9,2 %). „Kapuziner“ spürte neuerlich den engeren Weißbiermarkt (-5,5 nach -10,3 %). In Mainfranken tendierte die Marke „Würzburger Hofbräu“ -2,4 (nach +1,7) %, während die Bügelverschluss„Keiler“ erneut zugewannen, +4,3 % auch dank „Hellem“ (nach +6,1 %). Bei Sachsentochter Plauen verlor „Sternquell“ weiter (-8,2 nach -7,5 %). Und „Braustolz“, „EKU“, „Kitz -
mann“ und „Scherdel“ brachen über das gesamte Sortiment hinweg um -13,8 % ein. Konzernweit hätten Alkoholfrei-Angebote 2025 für 13,4 % vom Plassenburg-Bierabsatz gestanden. AfG kamen konzernweit +1,6 % voran. Dabei legte „Bad Brambacher“ neuerlich zu, um +32 Thl gleich +4,1 (nach +5,3) % auf rechnerisch gut 0,8 Mio. hl: Mineralwässer zeigten sich dort +1,5 % freundlich, während die „Garten-Limonaden“ +15,8 (nach +19,4) % sprangen, wobei der 20x0,5-l-Glas-MW-Kasten einmal mehr überdurchschnittlich zugewann.
Heute in der Brau-BörsenBilanz
• AB InBev
• Boston Beer
• Carlsberg
• Heineken
• Kulmbacher
• Molson Coors
Ergebnis 2025 verarbeitet Umstrukturierungsmaßnahmen Ihren Konzernumsatz konnte IFRSBilanziererin Kulmbach 2025 (2024) behaupten mit -0,1 % auf netto 290,6 (290,9) Mio. € (Auslandsanteil aus Kundenverträgen: 7,4 nach 8,1 Mio. €), wozu die Produktlinie Bier 201,9 nach 208,3 Mio. € beitrug (-3,0 %). Hingewiesen wurde auf selektive Preiserhöhungen Frühjahr 2025 beim Fass und Winter 2025 bei der Flasche. Nach Kanälen habe die Ausfuhr -8 % verloren, der Handel -1,5 % leichter tendiert und die Gastronomie -0,7 %, während das Veranstaltungsgeschäft +2,7 % mehr erlöste. Der Materialaufwand ging -4,9 % zurück auf 107,9 (113,5) Mio. €, dank niedrigerer Malz-, Hopfen- und Zuckerpreise. Personalaufwand und Abschreibungen auf Sachen und immaterielle Werte stiegen in Summe stärker, als der Materialaufwand zurückging. Beim Personal belasteten die bereits feststehenden Abfindungen infolge der am 17. Oktober 2025 gemeldeten Absicht zur Schließung des
Produktionsstandorts Hof (Scherdel) mit 35 Beschäftigten zum Jahresende 2026; außerdem wurde der Logistikstandort Haßfurt aufgelöst. Beschäftigt wurden konzernweit durchschnittlich 933 (913) Mitarbeiter. Die Abschreibungen enthielten 3,1 Mio. € Abwertungen auf Leasing-Nutzungsrechte angepachteter, aber unprofitabler MarkgrafenGAM. Das Betriebsergebnis stellte sich dann auf 8,2 (12,5) Mio. €. Das Beteiligungs- und Finanzergebnis verbesserte sich auch dank niedrigerer Sollzinsen auf -1,7 (-2,1) Mio. € Aufwandssaldo. Nach -1,6 (-3,4) Mio. € Ertragsteuern schlossen die Oberfranken mit 4,93 (7,01) Mio. € Konzernüberschuss. Der Dividendenvorschlag für 2025 lautete über 0,60 (1,35) €/Stückaktie. Die Plassenburg habe sich 2025 insgesamt robust gezeigt. Direkt im Eigenkapital gebucht wurden +0,11 (-0,70) Mio. € Mehrung (Vorjahr: Minderung) aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen (auf die 2025 3,90 nach 3,15 % Diskontierungszins angewendet wurden). Die Konzernbilanz kürzte sich zum Ultimo 2025 (2024) auf 254 (256) Mio. €. Auf der Vermögensseite sanken vornehmlich die Buchwerte von Leasingnutzungsrechten sowie Sachanlagen, während Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Kasse stiegen. Auf der Finanzierungsseite sanken vor allem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Finanzschulden, während kurzfristige Rückstellungen stiegen, bei 85,5 (85,0) Mio. € Eigenkapital (Quote 33,6 nach 33,2 %). Und netto cash investiert wurden 2025 (2024) -23,6 (-22,1) Mio. € in Sachen und immaterielle Anlagen, so in die
Die deutsche Brauwirtschaft steht 2026 vor einem der härtesten strukturellen Umbrüche seit Jahrzehnten. … Bei den Konzernen der Getränkeindustrie werden Restrukturierung, Betriebs- und StandortschließungensowieKapazitätsanpassungen ein Dauerthema wegenvorhandenerÜberkapazitäten und rückläufiger Nachfragebleiben.
Aus dem Geschäftsbericht der Kulmbacher Brauerei AG für 2025
Leergutsortierung in Kulmbach, die Palettierung in Plauen/Neuensalz, die Kälte-Anlage in Würzburg, die Vorbereitung einer neuen Pet-Abfüllung in Bad Brambach sowie in MW-Gebinde.
Im Geschäftsjahr 2026 wollte die Tochter der Paulaner Brauerei Gruppe und damit der Häuser Schörghuber und Heineken aus Sicht Märzmitte ihren Konzernumsatz im unteren einstelligen Prozentbereich ausweiten, das EBIT wurde im unteren zweistelligen Mio.-€-Bereich erwartet (2025: 8,5 nach 12,7 Mio. €). „Mönchshof Natur Radler“ und dto. „Hell“ kommen neu aus 0,33-lMW-Bügelverschluss. Die „Keiler“Distribution solle in Nordbayern und Hessen ausgeweitet werden. Und ein „Scherdel“-Kernsortiment komme künftig aus Plauen/Neuensalz. Im Kulmbach-Vorstand ist Anfang 2026 als Sprecher Christoph Ahlborn auf Dr. Jörg Lehmann gefolgt.
ABI: Absatz im 1. Quartal 2026 freundlicher dank Mittelamerika
Der Konzern von Welt-Bierprimus Anheuser-Busch InBev hat im 1. Quartal 2026 (2025) 136,4 (136,3/139,5/140,5) Mio. hl Getränke abgesetzt: Im laufenden Geschäft wurden +1,1 Mio. hl bzw. +0,8 % mehr verkauft, und -0,9 Mio. hl kamen aus Konzernveränderungen überwiegend in Mittelame -
rika. Dabei standen Bier für 118,5 (117,4) Mio. hl und sonstige Getränke für 17,9 (18,9) Mio. hl. Regional machten die Getränkeumsätze in Mittelamerika die meiste Freude mit 36,0 (35,1) Mio. hl (vergleichbar +1,6 Mio. hl bzw. +4,8 %, Konzernveränderungen -0,7 Mio. hl): Peru und Ekuador legten hoch einstellig zu, Mexiko und Kolumbien gewannen mittel einstellig. Europa/Nahost/Afrika kam voran auf 20,9 (20,8) Mio. hl (vergleichbar +0,3 Mio. hl bzw. +1,3 %): Europa lag klein einstellig freundlich (auch dank „Corona“), gleichfalls Südafrika (wo Bier schlechter lief als sonstige Getränke, indes Premium Freude machte) und weitere afrikanische Märkte, während Nigeria-Bier mittel einstellig verlor. Südamerika zeigte sich mit 40,8 (40,9) Mio. hl knapp behauptet (vergleichbar -0,3 %): Brasilien behauptete sich knapp mit -0,2 % (Bier: +1,2 % auch dank Premium; sonstige Getränke: -3,9 %), Argentinien gab klein einstellig ab und habe bei Bier besser als der Markt gelegen. Knapp behauptet auch Asien/Pazifik mit 19,5 (19,6) Mio. hl (vergleichbar -0,4 %): China gab -1,5 % ab, Südkorea verlor etwas über -10 % (nach Bevorratung vor einer Preiserhöhung im Vorjahr). Schwächer zeigte sich Nordamerika auf 19,1 (19,8) Mio. hl (vergleichbar -0,6 Mio. hl bzw. -3,1 %): In den USA gaben die Absätze an Großhändler (STW) um -3,2 % nach (wobei „Michelob Ultra“ und „Busch Light“ gelobt wurden), Kanada lag klein einstellig leichter.
Deutliches Umsatzund Gewinnplus Umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin ABI daraus im 1. Quartal 2026 (2025) netto 15,3 (13,6) Mrd. US-$: Im laufenden Geschäft wurden +0,8 Mrd. US-$ bzw. +5,8 % mehr umgesetzt (hlUmsatz: +4,5 %), Konzernveränderungen standen für -0,1 Mrd. US-$, und die Währungsumrechnung erhöhte um +1,0 Mrd. US-$. (Für 1 € waren am 31. März 2026 1,150 US-$ zu zahlen.) Alkoholfreie Biere seien beim Umsatz um +27 % gesprungen (wobei „Corona Cero“ herausgestellt wurde). Bis auf Asien/Pazifik, wo erst die Wechselkurse zu einem kleinen Mehrumsatz führten, erlösten die Regionen auf vergleichbarer Basis mehr, vor allem Mittelamerika
(+0,35 Mrd. US-$ bzw. +9,4 %) und Südamerika (+0,3 Mrd. US-$ bzw. +9,0 %), aber auch Europa/Nahost/ Afrika (+0,1 Mrd. US-$ bzw. +4,5 %), und klein auch Nordamerika (+0,03 Mrd. US-$ bzw. +0,9 %). Die direkten Umsatzkosten stiegen auf 6,6 (6,0) Mrd. US-$ (vergleichbar +3,9 %), auch die weiteren betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich. Das Betriebsergebnis legte zu auf 4,1 (3,6) Mrd. US-$, vor saldiert +0,06 (-0,05) Mrd. US-$ außerordentlichen Effekten. Das Finanzund Beteiligungsergebnis saldierte sich zu -0,4 (-0,3) Mrd. US-$ Aufwand (darin konstant -0,6 Mrd. US-$ Sollzinsen). Nach -0,8 (-0,7) Mrd. US-$ Ertragsteuern schloss Leuven mit 2,98 (2,54) Mrd. US-$ Vierteljahresgewinn, von dem 2,56 (2,15) Mrd. US-$ den Aktionären der Mutter zuzurechnen waren. ABI freute sich über eine solide Umsatz- und Ertragsentwicklung zum Jahresauftakt. Fürs Gesamtjahr 2026 bestätigte Leuven Anfang Mai ihre Prognose mit 4-8 % Zuwachs beim Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) und 3,54 Mrd. US-$ Nettoinvest.
Heineken: Getränkeabsatz im 1. Quartal 2026 knapp behauptet Der Heineken-Konzern hat seinen Getränkeabsatz im 1. Quartal 2026 (2025) mit 61,4 (61,0/62,7/61,0) Mio. hl gemeldet. Das laufende Geschäft zeigte sich mit -0,1 Mio. hl bzw. -0,2 % knapp behauptet, aus Konzernveränderungen kamen saldiert +0,6 Mio. hl Mehrverkäufe: Das Segment Amerika zeigte +1,1 Mio. hl Mehrabsatz aus der Costa Rica-Erstkonsolidierung zum 30. Januar 2026 (davon +0,4 Mio. hl Bier; vgl. BF 12-2025, S. 29), während im Segment Asien/ Pazifik 0,4 Mio. hl IndienLohnbrau (contract brewing) aus dem Konzernabsatz zum Lizenzbier bei Dritten umgegliedert wurden. Bier stellte sich dabei auf 53,6 (54,1) Mio. hl (vergleichbar -0,5 Mio. hl bzw. -0,8 %). Sonstige Getränke verkauften 6,2 (5,3) Mio. hl (vergleichbar +0,3 Mio. hl bzw. +5,9 %). Handelsware stand für konstant 1,6 Mio. hl. Außerhalb des Konzernabsatzes stieg das Lizenzbier bei Dritten auf 5,0 (3,6) Mio. hl, vornehmlich durch
China sowie Kamerun und die Indien-Umgliederung. Zurück zum Konzern-Getränkeabsatz: Asien/ Pazifik zeigte stabil 11,8 Mio. hl, da der Indien-Effekt im laufenden Geschäft ausgeglichen wurde (dort +0,4 Mio. hl bzw. +3,7 %): VietnamGetränke sprangen im Bereich von +15 % und Laos- wie IndonesienGetränke deutlich zweistellig, während Kambodscha erneut abgab. Afrika/Nahost verkaufte 11,2 (11,1) Mio. hl (vergleichbar +0,2 Mio. hl bzw. +2,2 %): Mehrabsatz zeigten Äthiopien-Bier (in Richtung 20 %, mit Lob für „Harar“), Heineken Beverages (klein einstellig) sowie Burundi und Ägypten, während Nigeria-Getränke klein einstellig abgegeben hätten. Europa tendierte -0,3 Mio. hl bzw. -1,9 % leichter auf 16,7 (17,0) Mio. hl: Großbritannien-Bier kam klein einstellig voran, gleichfalls der Frankreichund Spanien-Getränkeabsatz, wäh -
rend Italien abgab und Polen im Zuge der Einwegpfand-Einführung zweistellig einbrach. Und Amerika stand dank Costa Rica-Zukauf für 21,7 (21,1) Mio. hl, zeigte sich aber im laufenden Geschäft -0,5 Mio. hl bzw. -2,4 % schwächer: MexikoGetränke und US-Bier gaben je mittel einstellig ab, Brasilien-Bier klein einstellig. Der Premiumabsatz habe konzernweit +5,8 % zugelegt, Konsumbier indes -1,6 % weniger verkauft. Die Marke „Heineken“ gewann +6,9 % auf 15,4 (14,4) Mio. hl dank Asien/Pazifik (5,0 nach 3,8 Mio. hl), „Amstel“ und „Desperados“ hätten hoch einstellig zugelegt und „Tiger“ sei in Asien/Pazifik auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Alkoholarme und -freie Braugetränke seien etwas über +10 % gesprungen.
Mehrumsatz aus Afrika/Nahost und Asien/Pazifik
Umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin Heineken daraus im 1. Quartal 2026 (2025) netto 6,70 (6,54) Mrd. €. Im laufenden Geschäft wurden +0,18 Mrd. € bzw. +2,8 % mehr erlöst (hl-Umsatz: +3,0 %), die Konzernveränderungen saldierten sich auf +0,16 Mrd. € Mehrumsatz, und die Wechselkurse verzehrten -0,18 Mrd. €, vor allem in Asien/ Pazifik. Der vergleichbare Mehrumsatz von +0,18 Mrd. € kam mit +0,10 Mrd. € aus Afrika/Nahost (+9,7 %) und mit +0,09 Mrd. € aus Asien/ Pazifik (+8,5 %), während Amerika freundlicher lag (+0,02 Mrd. € bzw. +0,9 %) und Europa etwas abgab (-0,05 Mrd. € bzw. -2,2 %). Amster-
dam sprach von einem soliden Quartal mit Zuwachs bei Qualitätsabsätzen. In der letzten Aprildekade bestätigte Heineken ungeachtet wachsender Inflationsgefahren ihre Gesamtjahresprognose 2026 mit 2-6 % vergleichbarem Zuwachs beim Betriebsgewinn, unter der Annahme einer eher zeitweiligen als längeren Unterbrechung des weltweiten Handels mit Energieträgern. Am 10. April 2026 meldete Amsterdam den Verkauf von Bralima und damit ihren Komplett-Ausstieg aus der Getränkeproduktion in der Demokratischen Republik Kongo, wo man nun über langfristige Markenlizenzen präsent bleibe.
Carlsberg: Absatz- und Umsatzplus auch im laufenden Geschäft Im Konzern der Carlsberg A/S tendierte der Bierabsatz im 1. Quartal 2026 (2025) mit +0,4 % gut behauptet auf 23,4 (23,3/23,7) Mio. hl. Die Mehrverkäufe kamen aus Asien, das sich +2,2 % auf 11,3 (11,1) Mio. hl fester zeigte. Mittel- und Osteuropa und Indien zeigten bei stabil 6,7 Mio. hl das Konzernplus. Westeuropa gab -3,1 % ab auf 5,4 (5,5) Mio. hl. Konzernweit sprang die Marke „Carlsberg“ +10 %, „Tuborg“ kam +4 % voran. Premium habe insgesamt +3 % gewonnen mit Plus in allen Regionen, und alkoholfreie Braugetränke hätten +7 % zugelegt. Sonstige Getränke setzten +16,5 % mehr ab auf 11,7 (10,1) Mio. hl. Dabei legte das laufende Geschäft +8,4 %punkte zu, auch durch die Übernahme des Pepsi-Franchise-Abfüllgeschäfts
Quelle: AB InBev-Pressemitteilung zum 1. Quartal 2026
US-$/hl und EBIT-Rendite: S.W. US-$/hl für Nordamerika und in Summe verzerrt durch Nichtgetränke-Umsätze.
EBIT = Betriebsgewinn (vor Beteiligungs- und Finanzergebnis und Ertragsteuern); normalisiert = ohne außerordentliche Erträge und Aufwendungen.
AB InBev: 1. Quartal 2026 und 2025 im Vergleich
in Kasachstan Ende 2025, während „Somersby“-Zider abgab, und Konzernveränderungen standen für +8,1 %punkt aus zwei Wochen Britvic-Anteil, die im Vorjahr bis zur Erstkonsolidierung am 16. Januar 2025 noch fehlten. Insgesamt verkaufte Kopenhagen so 35,1 (33,4) Mio. hl Getränke: Von 5,3 % Zuwachs stammten +2,8 %punkte aus dem laufenden Geschäft, wozu alle Regionen beitrugen: In Westeuropa seien Skandinavien und Großbritannien solide gewachsen, NichtBier auch in der Schweiz, Frankreich habe in einem leicht gewachsenen Markt Anteile gewonnen, während sich Polen nicht stabil gezeigt habe (auch Kopenhagen spürte die Vorratskäufe vor dem neuen EWPfand). In Asien hätten zuvörderst Vietnam und Laos Freude bereitet, auch im Vergleich zu schwachen Vorjahreszahlen, während China ein schmales Plus gezeigt habe (bei Konsumbier-Minus). In der Region Mittel- und Osteuropa und Indien seien Indien (zweistellig auch dank „Carlsberg Elephant“) und Nepal stark gestartet, hinzu kam der Kasachstan-AfG-Effekt, während der Ukraine-Absatz weiter vom Krieg gedrückt wurde und klein zweistellig abgab.
Partnerschaft mit PepsiCo wird ausgebaut
Netto umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin Carlsberg daraus im 1. Quartal 2026 (2025) +3,0 % mehr auf 20,7 (20,1) Mrd. DKK: Vergleichbar wurden +3,6 %punkte mehr erlöst (mit Plus aus allen Regionen; hl-Umsatz: +1 %), Konzernveränderungen standen für +2,7 %punkte, und die Wechselkurse verzehrten -3,3 %punkte, vornehmlich in China, Indien und Großbritannien. (1 € stand am 31. März 2026 für 7,47 DKK.) Am Elefantentor wurde von einem guten Start 2026 gesprochen, inklusive Rückkehr zu solidem Asien-Wachstum. Ende April bestätigte Kopenhagen ihre Erwartung ans Gesamtjahr 2026 mit 2-6 % Zuwachs beim vergleichbaren Betriebsgewinn und 6-7 Mrd. DKK Invest. Bereits am 21. April meldete Carlsberg die Ausweitung ihrer strategischen Partnerschaft mit PepsiCo: Ab Jahresbeginn 2029 werde Kopenhagen zum Pepsi-Abfüller auch in Dänemark, Finnland, Estland, Lettland und Litauen.
MCBC: Weniger Absatz und solider Umsatz im 1. Quartal 2026 Bei der Molson Coors Beverage Co. stellte sich der zum Umsatz passende Konzern-Getränkeabsatz im 1. Quartal 2026 (2025) um -2,9 % auf 15,0 (15,4/18,0/17,0) Mio. hl. Dieses financial volume ist der Großhändlerabsatz (STW) einschließlich Lohnproduktion und Handelsware. Amerika verkaufte dabei 11,4 (11,7) Mio. hl (-2,7 %, vornehmlich aus den USA), die übrige Welt 3,5 (3,7) Mio. hl (-3,5 %, vor allem aus Großbritannien). Ihren Nettoumsatz hat US-GAAP-Bilanziererin MCBC indes + 2,0 % angehoben auf 2,35 (2,30) Mrd. US-$, wozu Preis/Mix +3,0 %punkte und die Wechselkurse +1,9 %punkte beitrugen. Die direkten Umsatzkosten lagen bei konstant 1,45 Mrd. US-$, während die übrigen betrieblichen Positionen insgesamt zurückgingen. Der Betriebsgewinn stieg auf 0,26 (0,19) Mrd. US-$. Nach konstant -0,05 Mrd. US-$ Aufwandssaldo im Finanzergebnis, weiteren nicht betrieblichen Positionen, deren Saldo leicht ins Minus drehte, sowie -0,04 (-0,03) Mrd. US-$ Ertragsteuern schloss Golden/Montreal mit 0,15 (0,12) Mrd. US-$ Quartalsgewinn. MCBC sprach von einem soliden Start 2026. Direkt im Eigenkapital gebucht wurden -0,07 (+0,04) Mrd. US-$ Minderung (Vorjahr: Mehrung), überwiegend aus der Bilanzumrechnung von Fremdwährungstöchtern. Die MCBC-Konzernbilanz kürzte sich zum 31. März 2026 (Ultimo 2025) leicht auf 22,4 (22,7) Mrd. US-$, bei 10,25 (10,4) Mrd. US-$ Eigenkapital (Quote 45,8 nach 45,9 %). Und netto cash in Sachen investiert wurden im 1. Quartal 2026 (2025) konstant -0,23 (-0,235) Mrd. US-$. Auch Golden/Montreal hielt zum Aprilultimo ihre Jahresprognose 2026 stabil: Währungsbereinigt werde der Nettoumsatz auf Vorjahresniveau erwartet (-1 bis +1 %), und der vergleichbare Gewinn vor Ertragsteuern um -15 bis -18 % zurückgehen, bei ca. 0,65 Mrd. US-$ Invest. Bei der Boston Beer Co., Inc. schließlich stellte sich der Getränkeabsatz (shipments) in den ersten 13 Wochen 2026 (2025) konzernweit -6,9 (+5,3) % auf gut 1,8 (knapp 2,0/ knapp 1,9) Mio. hl (Basis: 1 US Beer barrel=1,173 hl), wobei auf starke Vorjahreszahlen wegen seinerzeitigen Lageraufbaus hingewiesen wurde. Der Nettoumsatz der US-
GAAP-Bilanziererin sank unterproportional -4,4 % auf 0,43 (0,45) Mrd. US-$. Da die direkten Umsatzkosten vergleichbar zum Absatz -6,2 % auf 0,22 (0,235) Mrd. US-$ zurückgingen, stieg die Rohmarge auf 49,3 (48,3) %. Wegen insgesamt 0,216 Mrd. US-$ Kosten aus einem
Rechtsstreit um Schadenersatz an einen Alu-Dosen-Zulieferer, deren letztlichen Zahlungszeitpunkt und -umfang Boston Beer noch nicht einschätzen könne, drehte das Betriebsergebnis auf -0,19 (+0,03) Mrd. US-$ Verlust (Vorjahr: Gewinn). Nach +0,04 (-0,01) Mrd. US-$ Ertragsteuern schloss Sam mit -0,145 (+0,024) Mrd. US-$ 13-Wochen-Verlust (Vorjahr: Gewinn). Die Konzern-Bilanzsumme kürzte sich zum 28. März 2026 (27. Dezember 2025) leicht auf 1,17 (1,19) Mrd. US-$. Auf der Finanzierungsseite stiegen Aufwandsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten auf 0,34 (0,14) Mrd. US-$ durch die Rechtskosten, bei 0,68 (0,84) Mrd. US-$ Eigenkapital (Quote 58,3 nach 70,9 %). Und netto cash investiert wurden in den ersten 13 Wochen 2026 (2025) -12 (-10) Mio. US-$. Boston Beer sprach von Vorzeichen einer Trendverbesserung bei der Gesamtkategorie Bier im 1. Quartal 2026. Zum Aprilschluss erwartete Sam fürs Gesamtjahr 2026 einen Absatzrückgang im klein bis mittel einstelligen Prozentbereich, Preiserhöhungen von 1-2 %, durch die Rechtskosten nun einen Jahresverlust, und 70-90 Mio. US-$ Invest. In den vollen 52 Wochen 2025 (2024) hatte Sam -4,7 % weniger Getränke verkauft auf 8,38 (8,79) Mio. hl. Die Nettoumsätze tendierten nur -2,4 % auf 1,96 (2,01) Mrd. US-$ (gleich 235 nach 229 US-$/hl), und die Umsatzkosten -9,5 % auf 1,01 (1,12) Mrd. US-$ (Rohmarge: 48,5 nach 44,4 %), während der Jahresgewinn nach Belastungen 2024 auf 0,11 (0,06) Mrd. US-$ stieg. Netto cash in Sachen investiert wurden 2025 (2024) -55 (-76) Mio. US-$. S.W.
Bundesminister
Alois Rainer (r.) überreichte gemeinsam mit DLG-Präsident Hubertus Paetow (l.) Urkunden und Medaillen an die Bundesehrenpreisträger 2026 in Berlin. Zu den Gratulanten zählte Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, (2. Reihe, 2.v.r.)
Bundesminister Alois Rainer verleiht Bundesehrenpreise 2026 für Bier
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat zwölf deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis geehrt. Das ist die höchste Qualitätsauszeichnung der deutschen Brauwirtschaft, die jährlich vergeben wird. Bundesminister Alois Rainer überreichte gemeinsam mit dem Präsidenten der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Hubertus Paetow, Urkunden und Medaillen in Berlin. Die Preisträger haben bei der DLG-Qualitätsprüfung für Bier und Biermischgetränke die besten Gesamtergebnisse erzielt. Rund 700 Biere von 130 Brauereien haben daran teilgenommen.
(F.) Der Bundesehrenpreis in Gold und die damit verbundenen Auszeichnungen „Brauerei des Jahres“ und „Braumeister des Jahres“ geht dieses Jahr an die Brauerei Ustersbach und ihren Braumeister Wolfgang Dahnke. Die Familienbrauerei konnte das beste Gesamtergebnis in dem traditionsreichen Qualitätswettbewerb der DLG für sich verbuchen. „Unsere deutsche Braukunst ist weltberühmt“, sagt Bundesminis ter Alois Rainer. „Die deutschen Bierbrauer sind innovationsstark – auch und gerade in fordernden Zeiten. Das zeigt sich daran, dass von der Küste bis zu den Alpen die Produktvielfalt aktuell zunimmt. Diese Vielfalt spiegelt sich auch bei den Preisträgern wider. Mit unserer Auszeichnung machen wir Ihre Leis-tung und die herausragende Qualität Ihrer Biere für alle sichtbar. Ich gratuliere herzlich!“
Der DLG-Präsident Hubertus Pae-
tow betont: „Der Bundesehrenpreis zeigt, wie leistungsfähig und qualitätsorientiert unsere Agrar- und Ernährungswirtschaft selbst in einem anspruchsvollen Marktumfeld ist. Gerade unter sich wandelnden Verbrauchererwartungen wird deutlich, wie viel Kreativität, Fachwissen und Qualitätsdenken in den heute ausgezeichneten Betrieben steckt.“
Bundesehrenpreis in Gold und „Brauerei des Jahres“
Der Bundesehrenpreis für Bier wird jährlich an die Top-12-Brauereien der DLG-Qualitätsprüfung für Bier verliehen. Mit ihren strengen Prüfkriterien, Laboranalysen sowie einer Experten-Jury, die sich aus sensorisch geschulten Prüfern zusammensetzt, gehört die DLGQualitätsprüfung für Bier zu den wissenschaftlich anspruchsvollsten und objektivsten Qualitätsprüfungen der Braubranche. Die Biere werden dazu über mehrere Wochen umfangreichen Qualitätskontrollen unterzogen. Die Qualitätsprüfung wird in enger Zusammenarbeit mit den beiden führenden Brauerei-Instituten, der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) und dem Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität, durchgeführt.
Die Analyse im Labor umfasst unter anderem die Parameter Alkoholgehalt, Geschmacksstabilität, Haltbarkeit, Stammwürze, Mikrobiologie, Schaumstabilität sowie Farbe und Trübungsgrad. In sensorischen Blindverkostungen bewerten die Sachverständigen, ob das Endprodukt in seinen Geruchs- und Geschmackseigenschaften typisch für die Biersorte ist. Im Mittelpunkt der DLG-Qualitätsprüfung stehen der Sortengeschmack und die Reinheit der Biere ebenso wie die Spritzigkeit (Rezenz) und die Qualität der Bittere. Zudem werden die Geschmacksstabilität während der Lagerungszeit und die Frische der Biere bewertet.
Foto: DLG, Christian Lietzmann
NEUHEITEN
Krombacher 0,0% Pils jetzt frisch vom Fass
Als Antwort auf die steigende Nachfrage nach alkoholfreiem Bier launcht die Brauerei jetzt Krombacher 0,0% Pils vom Fass. Bisher aus Flasche und Dose bekannt, gibt es den vollen Biergeschmack mit null Alkohol nun auch direkt vom Zapfhahn.
(F.) „Immer mehr Menschen wollen bewusster genießen – und entscheiden sich dabei auch häufiger für alkoholfrei, gerade in der Gastronomie“, sagt Manuel Schulz, Geschäftsführer Vertrieb der Krombacher Gastronomie GmbH. „Genau da setzen wir an und bieten als eine der ersten Brauereien in Deutsch -
land unser Krombacher 0,0% Pils im größeren Stil frisch vom Fass an. So schaffen wir neue, natürlich erfrischende Genussmomente ohne Alkohol – direkt vor Ort im Restaurant oder an der Bar“.
Das Produkt feiert seinen Start zunächst in ausgewählten Gastronomiebetrieben und im StadionAusschank von Arminia Bielefeld.
„Unser Krombacher 0,0% Pils vom Fass überzeugt durch seinen natürlich erfrischenden, vollmundigen Geschmack, der einem klassischen Pils in nichts nachsteht“, betont Marc Hütwohl, Braumeister und Biersommelier der Krombacher Brauerei.
Der Launch des Produkts wird mit zielgerichteten Kommunikationsmaßnahmen begleitet. Dazu zählen neben ausgewählten Markenbotschaftern und einer NRW-weiten Radio-Kampagne auch überraschende Gastro-Pop-ups.
Flensburger Brauerei
Flens im Hier und Jetzt
Am 1. Mai startete Flens mit einem neuen Markenauftritt. Nach der Sortimentserweiterung in den vergangenen zwei Jahren folgt in diesem Jahr eine umfassende Markenmodernisierung: eine neue Kampagnenplattform, eine überarbeitete visuelle Markenidentität und der Aufbau neuer Markenerlebnisse. Ziel ist es, neue Zielgruppen an die Marke heranzuführen, ohne die treue Verwenderschaft zu verlieren.
(F.) Die Flensburger Brauerei, die 1888 gegründet wurde, startete in den vergangenen Jahren eine strategische Neuausrichtung des Sortiments. Mit Neuprodukten wie dem Strand-Lager, der Einführung der Flensburger Küstenlimos und zuletzt dem Strand-Lager 0,0 im März wurde ein modernes, vielfältiges und zukunftsfähiges Portfolio geschaffen, das gleichzeitig die Abhängigkeit vom Pilsmarkt reduziert. Doch nicht nur das Portfolio macht die Flensburger Brauerei modern und zukunftsfähig. Auch die Marke und deren Wahrnehmung ist entscheidend. „Marktforschungsdaten zeigen: Während Flens bei langjäh -
rigen Verwendern weiterhin starke Markenwerte besitzt, fehlt es bei den jüngeren Generationen an Relevanz“, so Stephan Helms, Marketingleitung Flensburger Brauerei. „Genau hier wollen wir in diesem Jahr ansetzen“.
Neben dem Neubau des Sudhauses steht 2026 ganz im Zeichen einer umfassenden Markenmodernisierung. Die neue Kampagne bleibt klar erkennbar Flens. Norddeutsche Charakterköpfe, trockener Humor und die Schaukel am Strand sorgen weiterhin für eine hohe Wie -
dererkennung. Parallel wurde das visuelle Erscheinungsbild der Marke umfassend erneuert. Eine vollständig überarbeitete Farbwelt löst die bisherige starre Zweifarbwelt ab. Der frühere Claim „Das Flenst.“ kehrt nach 19 Jahren zurück und ersetzt den bisherigen Claim „Genuss erleben“. Außerdem wurden neue, moderne Schriftarten und Logos definiert.
Premiere feiert der neue Markenauftritt auf dem „Woderkant Festival“ im Rahmen der Kieler Woche ende Juni 2026.
Foto: Krombacher
0,0 % vom Hahn: Krombacher macht es möglich mit seinem neuen alkoholfreien Pils
BARTHHAAS-BERICHT 2025/2026
Sechs deutsche Brauereien unter den Top 40 weltweit
Deutschland ist mit sechs Brauereigruppen in der Liste der 40 größten Bierhersteller weltweit vertreten. Das zeigt der aktuelle BarthHaas-Bericht 2025/2026, mit dem der globale Hopfenspezialist jährlich einen Überblick über die weltweiten Entwicklungen auf dem Bier- und Hopfenmarkt gibt. Die Anzahl der deutschen Braugruppen in dem Ranking hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
(F.) An der Spitze des deutschen Feldes steht erneut die Radeberger Gruppe, die mit einem Ausstoß von 9,95 Mio. hl international Platz 25 belegt. Ihr Bierausstoß ging 2025 laut dem Bericht um 4,3 % zurück, das Unternehmen rutschte um zwei Plätze in der Liste nach unten. Um einen Platz aufgestiegen ist hinge -
gen die Paulaner Gruppe; sie legte beim Ausstoß um 14,8 % auf 7,59 Mio. hl zu und positioniert sich nun als zweitgrößte deutsche Gruppe auf Platz 29 (Vorjahr 30) im globalen Ranking. Paulaner setzte sich damit vor die TCB Beteiligungsgesellschaft (u.a. mit dem Frankfurter Brauhaus, der Feldschlößchen/ Dresden und der Gilde Brauerei). In der weltweiten Statistik erreichte die TCB nach einem Mengenminus von 4,0 % auf 7,2 Mio. hl nur noch Platz 30 (Vorjahr 28). Um einen Platz rutschte die Oettinger Gruppe ab. Ihr Ausstoß lag laut BarthHaas-Bericht bei 6,74 Mio. hl und damit 3,7 % unter dem Vorjahr. Die Braugruppe belegt damit Platz 32 (Vorjahr 31).
Mit einem dünnen Plus von 0,2 % auf 5,95 Mio. hl schloss die Krombacher Gruppe das Jahr 2025 ab und landete damit auf Platz 33 (Vorjahr 32) in der Top-40-Liste. International von Position 33 auf 35 sank die Bitburger Braugruppe ab und bildet damit wie 2024 das Schlusslicht unter den deutschen Braugruppen im Ranking. Ihr Ausstoß lag laut BarthHaas-Bericht im vergangenen Jahr bei 5,2 Mio. hl und damit um 10,0 % unter dem Vorjahr.
Top 3 brauen über die Hälfte der weltweiten Biermenge
Innerhalb der Top 10 waren 2025 einige Verschie -
bungen zu verzeichnen, lediglich die ersten sieben Plätze blieben im Ranking stabil. An der Spitze stehen weiterhin AB InBev (484,19 Mio. hl/-2,5 %), Heineken (235,65 Mio. hl/-2,1 %) und China Res. Snow Breweries (110,30 Mio. hl/+1,4 %). Gemeinsam erzielten die drei Unternehmen mehr als die Hälfte des weltweiten Bierausstoßes der Top40-Brauereien.
Erstmals wurde JSC AB Inbev Efes in die Top-40-Liste aufgenommen; die ehemalige russische Tochtergesellschaft von AB Inbev Efes wird nun als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen auf Platz 11 geführt und verdrängt so die französische Financière ACP – zuletzt das Schlusslicht im globalen Ranking – aus der Liste. Innerhalb der Top 10 rückte die chinesische Yanjing-Brauerei von Platz 9 auf 8 vor und tauschte damit den Platz mit der französischen BGI/Groupe Castel.
Bierausstoß der Top 40 insgesamt rückläufig
Weltweit verringerte sich der Ausstoß der 40 größten Brauereigruppen um 3,1 % auf insgesamt rund 1.586 Mio. hl. Nur wenige erzielten bei der Absatzentwicklung im vergangenen Jahr nennenswerte Zuwächse. Damit setzt sich ein rückläufiger Trend fort, der bereits in den beiden Vorjahren spürbar war. Immer stärker zwingt der schwierige Markt die Hersteller, sich um alternative Geschäftsfelder zu bemühen. So stehen alkoholfreie und -reduzierte Biere und die Diversifizierung in angrenzende Getränkekategorien weiterhin bei allen bedeutenden Brauereigruppen auf der Agenda. Der vollständige BarthHaas-Bericht 2025/2026 erscheint am 21. Juli.
Trumer braut Salzburgs erstes herkunftszertifiziertes Bier aus historischer Braugerste
Es begann mit 1000 Körnern regionaler historischer Braugerste und ist heute ein Bier aus Salzburg: Mit dem neuen „Salzburger Landbier“ präsentiert die Trumer Privatbrauerei ein limitiertes Spezialbier, das aus rekultivierten alten Gerstensorten gebraut wurde.
(F.) Gemeinsam mit der HBLA Ursprung und engagierten Biobetrieben aus dem Flachgau ist es gelungen, Braugerste wieder dort wachsen zu lassen, wo der Getreideanbau früher selbstverständlich war: auf Salzburgs Feldern. Hinter dem Bier steht die Idee des Braumeisters Felix Busslers und ein mehrjähriges Pionierprojekt: Aus historischen Saatkörnern vom Sortenamt Linz – Sorten aus den Jahren 1910 bis 1940 – vermehrten Schüler der HBLA Ursprung über mehrere Jahre hinweg wieder ausbringbares Saatgut. Aus kleinen
Versuchsflächen wurden größere Anbauflächen, aus einer Idee wurde eine Arbeitsgemeinschaft. 2025 wurde die Gerste erstmals bei vier Partnerbetrieben angebaut und in diesem Frühjahr schließlich zum „Salzburger Landbier“ gebraut und abgefüllt. Für Seppi Sigl, Eigentümer der Trumer Privatbrauerei, ist das Projekt weit mehr als eine neue Biersorte: „Dieses Bier zeigt, was entstehen kann, wenn regionale Produzenten gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Wir stärken damit nicht nur die Wertschöpfung in der Region, sondern geben alten Sorten wieder eine Zukunft.“
Die besondere Qualität des neuen Bieres liegt vor allem in der verwendeten Gerste. Die alten Sorten „Isaria Nova“ und „Union“ wurden über Jahre hinweg rekultiviert, geprüft und vermehrt. Sie stellen höhere Anforderungen an Anbau, Pflege, Trocknung und Lagerung als mo -
derne Sorten, bringen dafür aber einen eigenständigen Charakter mit. Neben der rekultivierten Braugers prägen auch Hopfen aus dem brauereieigenen Hopfengarten und Was ser aus der hauseigenen Quelle den regionalen Charakter des Bieres. Braumeister Bussler beschreibt das Ergeb nis so: „Diese alten Gerstensorten bringen eine Tiefe und Komple xität ins Glas. Das Salz burger Landbier zeigt feine Noten von Honig und getrock neten Früchten, dazu eine goldene Farbe. Für mich schmeckt man darin nicht nur das Korn, sondern auch die Umgebung, aus der es kommt.“
Mit dem SalzburgerLand HerkunftsZertifikat wird die Regionalität nun auch offiziell sichtbar.
Fortbildungsangebote
+ NEU: Workshop:
Beverage Technology for Brewers
Zehntägiger Workshop über die Herstellung von unterschiedlichen alkoholfreien Getränken in Theorie und Praxis (in Englisch) 16. bis 27. November 2026, Berlin
+ Praxiskurs Mikrobiologie
Einwöchiger Kurs über mikrobiologische Anwendungen in der Brau- und Getränkeindustrie 23. bis 27. November 2026, Berlin
VLB Berlin – Seestraße 13, 13353 Berlin brewmaster@vlb-berlin.org
+ Seminar Brauen für Nicht-Brauer
Zweitägiges Kompaktseminar über die Grundlagen der Bierherstellung 2. bis 3. Dezember 2026, Berlin
+ Braumeisterkurs 2026/2027
Elfmonatiger Kurs zur Vorbereitung auf die fachspezifische Prüfung für Brauer- und Mälzermeister/innen an der Handwerkskammer
Berlin (HWK)
Beginn: 5. Oktober 2026
Zu Gast bei BRŁO:
Die Mitgliederversammlung der DBMB-Landesgruppe BerlinBrandenburg war informativ und gesellig
Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund (DBMB) e. V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg
DBMB-Mitgliederversammlung bei BRŁO
Am 17. April 2026 trafen sich rund 50 Mitglieder und Gäste der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Deutschen Braumeister- und Malzmeisterbundes (DBMB) im BRŁO-Craft-Zentrum in den Havelwerken Spandau.
Der Landesgruppenvorsitzende Jens Kemmel begrüßte alle Anwesenden, insbesondere die Ehrenmitglieder Jürgen Richter und Jörg Kirchhoff. In einer Schweigeminute wurde des am 27. März im Alter von 85 Jahren verstorbenen Landesgruppenmitglieds FriedrichWilhelm Reinhardt gedacht, dessen Vita und Verbundenheit mit der Landesgruppe durch Kemmel skizziert wurde. Runde und halbrunde Geburtstage feierten Ulrich Wappler (90), Erich Schmidt (85), Dr. Alfons Ahrens (65), Michael Holewa (55) und Markus Klosterhoff (55). Kemmel richtete seinen Dank an den Mitgründer von BRŁO, Michael Lembke, und sein Team für die Ausrichtung der Veranstaltung. Lembke übernahm das Wort und stellte die Brauerei und ihre Entwicklungsgeschichte vor. BRŁO versteht sich als moderne, urbane Craft-Brauerei, deren Biervielfalt sich von einheimischen und internationalen Bierstilen gleichermaßen inspirie -
ren lässt und das Craft-Bier somit aus der Nische holen und für ein breiteres Publikum attraktiv machen möchte. Idee und Gründung reichen zurück in das Jahr 2014, in dem es sich Lembke gemeinsam mit Katharina Kurz und Ben Pommer zur Aufgabe machte, die Berliner CraftBier-Szene aufzumischen. Zunächst als Wanderbrauer unterwegs, konnte BRŁO 2017 in die eigene Brauerei, das „BRŁO BRWHOUSE“ einziehen. Im Herzen Berlins, mitten im Gleisdreieck-Park gelegen, gehört die in Überseecontainern untergebrachte Kombination aus Mikrobrauerei, Biergarten und Gastronomie mit ihrer markanten Industriearchitektur inzwischen fest zum Berliner Stadtbild. In den Folgejahren expandierte BRŁO sowohl gastronomisch als auch produk tionstechnisch mit einem Ableger im KaDeWe. Außerdem errichtete die Brauerei das BRŁOCraft-Zentrum, um die Produktionskapazität zu vergrößern.
Die anschließende Führung durch ebendiese Braustätte in Berlin-Spandau mit einer Produktionskapazität von 25 000 hl stellte einen Höhepunkt des Abends dar. Neben dem klassischen Sudhaus kann die Flaschen-, Dosen- und Fassabfüllung besichtigt werden. Unter anderem die besonderen Anforderungen der BioZertifizierung der Brauerei führten zu regen Diskussionen der Teilnehmenden mit Michael Lembke. Nach Vortrag und Führung ging die Veranstaltung in den informellen Teil über. Es gab Leckereien vom Grill und eine große Vielfalt hauseigener gezapfter Biere und Cider. Lisa Bauer
Fotos: DBMB
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