+ Hefen für alkoholarmes Bier und Spezialbiere (z.B. Sauerbier)
+ Brennerei-, Wein- und Champagnerhefen + Milchsäurebakterien zur biologischen Säuerung
VLB Berlin – Biologisches Labor Seestraße 13, 13353 Berlin biolab@vlb-berlin.org
+ Kulturen für alternative Gärgetränke (z.B. Kombucha oder Wasserkefir) Versand als Schrägagar oder Hefekonzentrat
MENSCHEN & UNTERNEHMEN
4 Neue Impulse für die Zusammenarbeit zwischen der VLB und der TU Berlin
5 Krombacher erzielt stabiles Ergebnis
6 Jahresbericht 2025: Schörghuber Gruppe bringt Paulaner auf Wachstumskurs
7 ROY Kombucha wird Teil von BRŁO
8 Nachrichten: Flensburger bleibt auf Kurs / Personelle Veränderungen bei Bitburger / Dr. Roland Folz neuer Präsident der Pall Corporation
TECHNIK & TECHNOLOGIE
9 Nachhaltiges Wassermanagement für Brauereien
12 Die Entwicklung des Kegs als Biertransportverpackung (Teil 2)
15 Brauer-Schule – Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende: Hopfen
16 Ziemann Holvrieka: BubbleBoil – kleine Blasen, große Wirkung beim Würzekochen / Warsteiner Brauerei setzt auf Windkraft
17 Proteine aus Biertreber: EAT BEER treibt Branchenlösung weiter voran
IfGB AKTUELL
18 IfGB-Forum bei SLYRS: Mikrobiologie, Marketing und Spirituosenersatzprodukte
21 Das 24. IfGB-Forum tagt im Großraum Heilbronn
22 Messen: Die Grüne Woche feiert 100. Geburtstag
23 Neuheiten: Weyermann präsentiert alkoholfreien Aperitif / Internationale DLG-Qualitätsprüfung 2026 mit neuem Schema
24 BSI: Likör und Rum als Hoffnungsträger?
25 Gesellschaft für Geschichte des Brannt weins (GGBW) versammelt sich in Haselünne
MARKT & MARKEN
26 Bierabsatz in Deutschland weiter im Sinkflug
27 VDM: Mineralwasser-Absatz steigt 2025 deutlich / Good Design® Award 2025 für Rastal
28 BKSB: Berliner hat was Neues auf Lager / VLB-Braumeisterteam gewinnt Wettbewerb „Brautalente der Peter Romeis-Stiftung“ / VLB-Braumeisterteam gewinnt Wettbewerb „Brautalente der Peter Romeis-Stiftung“
29 König Pilsener Radler jetzt auch alkoholfrei / Zwei Neuzugänge bei Schöfferhofer
INSTITUTIONEN & VERBÄNDE
30 DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg: Jahreshauptversammlung 2026 in Berlin
Titelfoto: Thomas Müller, Erdinger-Markenbotschafter Foto: Jan Greune/Erdinger
Die VLB und die TU Berlin entwickeln eine gemeinsame Vision für die Brauwissenschaft in Berlin und planen, die Kooperation über das Jahr 2028 hinaus nachhaltig auszurichten
Eingebettet in der 109. VLB-Oktobertagung verhandelte das Wassersymposium neue Verfahrensansätze zur Wasseraufbereitung und Entwicklungen beim Risikomanagement in der industriellen Wasserversorgung
Das 24. IfGB-Forum tagt Ende September in Neckarsulm mit Besichtigungen in der LVWO Weinsberg, der Joh. Vögele KG und dem Lebensmittel-Campus der Dualen Hochschule Heilbronn
Zwei Trends in entgegengesetzter Richtung: Während der Bierabsatz in Deutschland weiter sinkt, ist der Erfolg des Mineralwassers ungebrochen. Der Pro-Kopf-Verbrauch kletterte 2025 auf knapp 130
Neue Impulse für die Zusammenarbeit
zwischen der VLB und der TU Berlin
v.l.: VLB-CFO Gerhard A. Schreiber, Prof. Dr. Stephan Völker (TUB Vizepräsident für Forschung und Berufung), Prof. Dr. Katharina Herkendell (TUB, Leiterin des Fachgebiets Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien und wissenschaftliche Direktorin VLB-FINEK), Lars Oeverdieck (Kanzler der TUB), Ulrich Rust (VLBPräsident), Dr. Stefan Kreisz (VLB-Vizepräsident), Jan Steffes (VLB-Schatzmeister) und VLB-Geschäftsführer
Dr. Björn Ch. Klotzbücher
Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) und die Technische Universität Berlin (TU Berlin) haben einen strategischen Prozess zur Weiterentwicklung ihrer langjährigen Zusammenarbeit in den Brauwissenschaften gestartet. Ziel ist es, eine gemeinsame Vision für den Wissenschaftsstandort Berlin zu entwickeln und die Kooperation über das Jahr 2028 hinaus nachhaltig und zukunftsorientiert auszurichten.
Die bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Institutionen läuft noch bis 2028. Sie bildet die Grundlage für die enge Verzahnung von universitärer Lehre und industrienaher Forschung in den brauwissenschaftlichen Studiengängen der TU Berlin. Ein zentraler Bestandteil ist zudem die gemeinsame Finanzierung der Stiftungsprofessur für Brau- und Getränketechnologie, die im Dezember 2025 mit der Berufung von Prof. Dr. Philip Wietstock als Gastprofessor neu besetzt wurde. Vor dem Hintergrund technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen in der Brau- und Getränkeindustrie wollen beide Partner ihre Zusammenarbeit strategisch weiterentwickeln und
neue Perspektiven für Forschung, Lehre und Transfer erschließen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie der Standort Berlin im Bereich der Brauwissenschaften auch künftig international sichtbar und wettbewerbsfähig positioniert werden kann.
Den Auftakt des gemeinsamen Strategieprozesses bildete ein Treffen im Dezember 2025 an der VLB, bei dem das Präsidium und die Geschäftsführung der VLB mit der Hochschulleitung der TU Berlin zusammenkamen. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem der Kanzler der TU Berlin, Lars Oeverdieck, der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr.-Ing. Stephan Völker, sowie die Prodekanin der Fakultät III, Prof. Dr.-Ing. Katharina
Herkendell. Aufbauend auf diesem Austausch fand am 12. Februar 2026 ein weiteres Arbeitstreffen zwischen der Hochschulleitung, der Fakultät und der VLB statt. Im Fokus standen strategische Leitlinien für die zukünftige Ausrichtung der Brauwissenschaften in Berlin. Gemeinsame Zielsetzungen sind die Weiterentwicklung attraktiver und international anschlussfähiger Studienangebote, die Verbesserung der Studienbedingungen, die Stärkung exzellenter Forschung sowie eine intensivere Vernetzung mit angrenzenden wissenschaftlichen Disziplinen und der Industrie. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis sowie auf der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften für eine sich dynamisch wandelnde Branche. Die Kombination aus universitärer Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung und Weiterbildung gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor des Standorts. Im Rahmen des angestoßenen Prozesses wurden zentrale Handlungsfelder definiert, in denen bis zum Jahresende konkrete Zielbilder entwickelt und die Grundlagen für eine zukünftige Kooperationsvereinbarung erarbeitet werden sollen. Dazu zählen unter anderem die Weiterentwicklung des Studienangebots, die Stärkung gemeinsamer Forschungsinitiativen sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Für die VLB ist die Förderung der brauwissenschaftlichen Lehre und Forschung an der TU Berlin ein zentrales Element ihrer gemeinnützigen Tätigkeit.
Foto: ew
„Universitäre Brau- und Getränkewissenschaft hat in Berlin eine über 100 Jahre währende Tradition, ebenso wie die praxisbezogene, industrienahe Bildung und Forschung der VLB. Die enge Kooperation von TU Berlin und VLB ist für unsere Branche von enorm hoher Bedeu -
tung – national wie international. Wir freuen uns deshalb sehr darauf, in den kommenden Monaten gemeinsam mit Fakultät und Hochschulleitung das Fundament für unsere Partnerschaft in den folgenden Jahren zu legen“, erklärt Ulrich Rust, Präsident der VLB.
Krombacher erzielt stabiles Ergebnis
Die Krombacher Gruppe blickt auf ein anspruchsvolles Jahr 2025 zurück. Trotz eines schwierigen Marktumfelds mit geringer Konsumbereitschaft, Zurückhaltung im Handel und einer Gastronomie, die weiterhin unter Druck steht, konnte die Unternehmensgruppe ein insgesamt stabiles Ergebnis erzielen. Insbesondere die erfreuliche Entwicklung der Dachmarke Krombacher sowie die wachsende Beliebtheit alkoholfreier Produkte trugen zur langfristigen Stärkung der Gruppe bei.
(F.) Die Dachmarke Krombacher erzielte einen Ausstoß von 5,702 Mio. hl (+0,5 %). Die alkoholfreien Getränkesorten rund um Schweppes, Orangina und Dr Pepper konnten nicht an die Rekorde aus den vergangenen Jahren anknüpfen und landeten bei 1,605 Mio. hl (ein Minus von 1,8 %). Der Ausstoß der alkoholfreien Getränke erreichte insgesamt einen Anteil am Gesamtportfolio von rund 40 %. Der Gesamtausstoß der Krombacher Gruppe lag im Geschäftsjahr 2025 bei 7,553 Mio. hl (-0,2 %).
Die Kategorie Bier stand auch 2025 unter Druck. Trotzdem konnte Krombacher als beliebte Biermarke seine Marktanteile weiter ausbauen – Krombacher Pils festigte die Marktführerschaft. Der wichtigste Wachstumstreiber unter der Dachmarke war erneut das alkoholfreie Sortiment, zu dem u. a. Krombacher o,0% Pils, Krombacher NaturRadler o,0%, Krombacher Spezi und Krombacher’s Fassbrause gehören. Diese Produkte verzeichneten 2025 zum Teil deutliche Zuwächse.
Im Jahr 2025 wurde für die Dachmarke Krombacher zudem ein umfassender Marken-Relaunch und
Mit dem gestarteten Strategieprozess unterstreichen beide Institutionen ihren Anspruch, den Wissenschafts- und Innovationsstandort Berlin langfristig zu stärken und die Brauwissenschaften zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Dr. Björn Ch. Klotzbücher
die Kampagne „Auf unsere Natur“ umgesetzt. 2026 wird mit Krombacher o,0% Herb eine neue alkoholfreie Produktinnovation eingeführt, die das erfolgreiche o,0%-Segment ausbauen soll.
Schweppes
Nach vielen Jahren starken Wachstums blickt die Marke Schweppes 2025 auf ein herausforderndes Jahr zurück. Insbesondere durch den Rückgang des Gin-Booms wurden auch die klassischen Tonic-Sorten weniger nachgefragt. Dies führte zu einem negativen Jahresergebnis für Schweppes in Deutschland und Österreich, trotz Zugewinnen in den Marktanteilen. Gleichzeitig gab es Lichtblicke: Die Schweppes-Virgin-Range sowie die SchweppesZero-Produkte konnten 2025 stark zulegen und erfreuten sich wachsender Beliebtheit. 2026 bringt
Schweppes für dieses Segment mit Schweppes Virgin Mojito Zero eine Innovation an den Start. Dagegen setzte Orangina die dynamische Entwicklung fort und erzielte 2025 ein Rekord-Ergebnis. Zudem festigte Dr Pepper seine Position als eine der wachstumsstärks ten Softdrink-Marken im Portfolio und verzeichnete ebenfalls weiteres Wachstum.
Investitionen
Die 2024 eingeleiteten Modernisierungs- und Investitionsmaßnahmen zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit wurden 2025 fortgeführt. Dazu gehören der Umbau und die Erneuerung zentraler Abfüllanlagen, technologische Modernisierungen sowie Investitionen in Logistik- und Produktionskapazitäten in Krombach mit einem Investitionsvolumen von über 100 Mio. €.
Brauerei konnte sich 2025 trotz großer Herausforderungen behaupten
Die Krombacher
Foto: Krombacher
Schörghuber Gruppe bringt Paulaner auf Wachstumskurs
Die Paulaner Brauerei Gruppe setzte 2025 ihren Wachstumskurs entgegen einer insgesamt rückläufigen Marktentwicklung in einem herausfordernden Branchenumfeld fort. Die mehrheitlich zur Münchner Schörghuber Gruppe gehörende familiengeführte Brauereigruppe wächst nicht nur beim Weiß- und Hellbier, sondern auch im Bereich der kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke.
Insgesamt konnte Paulaner (ohne ihre Mehrheitsbeteiligung an der Kulmbacher Brauerei AG) ihren Getränkeabsatz im Jahr 2025 national wie international von 6,9 Mio. hl auf 7,9 Mio. hl und damit um 13,8 % steigern.
(F.) „Vor fünf Jahren haben wir die Weichen für unsere Zukunft neu gestellt – mit dem Mut, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Durch die feste Verankerung unserer Familienwerte Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit als Leitplanken, die konsequente Umsetzung einer fokussierten Marktstrategie sowie die Pflege dessen, was uns am Ende ausmacht, nämlich unsere Marken und die Menschen, die hinter ihnen stehen, ist ein starkes Fundament entstanden, auf dem wir unsere ambitionierten Ziele für die Zukunft erreichen“, sagt CEO Florian Schörghuber.
Münchner Hell wächst
In den vergangenen Jahren hat die Schörghuber Gruppe jährlich rund 200 Mio. € in Deutschland investiert. Als Teil der Schörghuber Gruppe ist die Paulaner Brauerei Gruppe eines von zwei Familienunternehmen unter den großen Münchner Brauereien. Ihr ist es im vergangenen Jahr gelungen, sowohl im Ausland als auch im Inland zu wachsen. „Gerade der Erfolg in unserem Heimatmarkt freut uns besonders, da wir uns hier gegen einen seit Jahren andauernden Abwärtstrend behaupten und, anders als viele Wettbewerber, positive Zahlen schreiben“, sagt Jörg Biebernick, CEO der Paulaner Brauerei Gruppe. Dabei entwickeln sich fast alle Sorten und Marken positiv – teilweise deutlich gegen rückläufige Marktentwicklungen: Während der Absatz von Bier in Deutschland im vergangenen Jahr
um 6 % sank, legte die Paulaner Brauerei Gruppe um 4,7 % zu. Mit dem Münchner Hell, das 2025 ein Absatzplus von 14,3 % verzeichnen konnte, habe Paulaner das wachstumsstärkste Hellbier eines Markenherstellers bei gleichzeitig hoher Distribution im Portfolio. Das Hellbier-Portfolio der Gruppe komplettieren das Münchner Hell von Hacker-Pschorr und das in den sozialen Medien reichweitenstarke Chiemseer Hell. Das Wachstum der Hellbiere wirkt sich sowohl im Absatz (+7 %) als auch in den hinzugewonnenen Marktanteilen (+0,9 %) aus und erstreckte sich 2025 auch auf den Export. Zusammen mit dem Mönchshof Hell der PaulanerMehrheitsbeteiligung Kulmbacher Gruppe (+5,2 %) sei Paulaner Marktführer im deutschen Hellbiermarkt. „Wir sind überzeugt, dass die Kategorie Hellbier bzw. Lager auch in den kommenden Jahren weiterwachsen wird“, so Jörg Biebernick.
Weißbier weltweit beliebt
Das Weißbier ist das Kernprodukt der Paulaner Brauerei Gruppe. Während der deutsche Gesamtmarkt im vergangenen Jahr einen Rückgang von 6,3 % hinnehmen musste, konnte das Paulaner Weißbier zusammen mit seinen alkoholfreien Varianten ein Absatzplus von 1,5 % verbuchen. Damit baute es seine traditionelle Marktführerschaft 2025 auf 21,2 % aus. Beliebt ist das Paulaner Weißbier nicht nur in Deutschland, weltweit wird es in 85 Ländern getrunken.
Die komplette Paulaner Markenfamilie konnte in 2025 eine Absatzsteigerung von 9 % verbuchen. Der am stärksten gewachsene Exportmarkt ist China (+23,8 %) vor
Italien (+8 %) und Spanien (+7,3 %).
Seit dem Jahr 2015 hat die Paulaner Brauerei Gruppe ihren Auslandsabsatz fast verdoppelt und ihre Position als Deutschlands exportstarke Premium-Biermarke weiter ausgebaut. Mit 36 % (+1,5 %) macht das Exportgeschäft mehr als ein Drittel des gesamten Bierabsatzes der Gruppe aus. Unter den attraktiven Marken der Gruppe hält Paulaner dabei den Löwenanteil: Fast die Hälfte des unter der Marke Paulaner gebrauten Bieres wird außerhalb Deutschlands verkauft.
Spezi und Limo
Was vor rund 50 Jahren als Nischenprodukt begann, ist heute eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten im deutschen Getränkemarkt: Die Paulaner Erfrischungsgetränke mit dem Zugpferd Paulaner Spezi machen inzwischen ein Drittel des produzierten Gesamtabsatzes der Gruppe aus und ermöglichen den Zugang zu jungen Konsumenten, die auf der Suche nach Alternativen zu alkoholischen Getränken sind. In den vergangenen zehn Jahren konnte Paulaner Spezi seinen Absatz verzehnfachen und sei damit Marktführer im ColaMix-Segment in Deutschland. Und auch die Zero-Variante sei nach einem Zuwachs von 10 % im vergangenen Jahr jetzt Marktführer. Die neu eingeführten Limos in den Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone sind beim Absatz um über 200 % gewachsen. Große Erwartungen setzt Paulaner in die neue Paulaner Cola, die die Range seit März ergänzt, und in den für 2026 geplanten Markteintritt von Paulaner Spezi in Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz.
ROY Kombucha wird Teil von BRŁ O
Die Berliner Brauerei BRŁO baut ihr Engagement im alkoholfreien Segment weiter aus und hat ROY Kombucha zum 1. Februar 2026 übernommen. Die Marke ROY Kombucha bleibt bestehen und wird künftig unter dem Dach von BRŁO weiterentwickelt. In den vergangenen zwei Jahren produzierte ROY bereits als eigenständiges Unternehmen in der BRŁOBrauerei in Spandau.
(F.) Produktionsprozesse wurden kontinuierlich verzahnt und eine erfolgreiche Partnerschaft existierte von Beginn an. Durch den Zusammenschluss bündeln beide Marken künftig ihre Kräfte und wollen neue Impulse im Getränkesegment setzen – insbesondere in der wachstumsstarken Kategorie alkoholfreier Getränke.
ROY-Gründer Fabio Carlucci bleibt dem Unternehmen erhalten und übernimmt die Leitung und strategische Weiterentwicklung von ROY bei BRŁO. Mit einem HektoliterWachstum von ca. 50 % im Jahr 2025, mittlerweile ca. 800 Point of Sales in Deutschland sowie über 20 Exportpartnern ist ROY auf einem Wachstumskurs mit europäischer Relevanz im Kombucha-Markt.
Katharina Kurz, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von BRŁO, sagt: „Mit der Integration von ROY erweitern wir nicht nur unser Portfolio, sondern auch unsere Zielgruppe im wachstumsstarken Segment alkoholfreier Getränke.“
Fabio Carlucci, Gründer und Geschäftsführer von ROY, ergänzt: „Diese Weiterentwicklung eröffnet uns neue Möglichkeiten und Perspektiven. Umso mehr freuen wir uns, mit BRŁO einen strategischen Partner an unserer Seite zu haben, der unsere Werte teilt – Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationsgeist. Gemeinsam bündeln wir unsere Kompetenzen, um Kombucha in Deutschland und Europa noch stärker zu etablieren.“
ROY Kombucha steht seit ihrem Markteintritt Ende 2019 für handgebrauten, qualitativ hochwertigen Kombucha aus Berlin. Das Trendgetränk, das auf fermentiertem Tee und hochwertigen Bio-Zutaten basiert, hat ROY von Anfang an in eigener Produktion
hergestellt und skaliert. Die Produktpalette umfasst Geschmacksrichtungen wie Ginger, Raspberry, Strawberry & Basil oder Cucumber & Mint sowie regelmäßig limitierte Editionen. Die ROY-Produkte gibt es in der 0,33-l-Dose, in der Mehrwegflasche und als „Do it yourself“ Brewing Kit für zu Hause.
Katharina Kurz, BRŁOGeschäftsführerin, und Roy-Gründer
Fabio Carlucci freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit
Foto: BRŁO
Geschäftsführung Flensburger
Brauerei: Jörn
Schumann (l.), Michael Seip (r.)
Flensburger bleibt auf Kurs
Die Flensburger Brauerei blickt auf ein solides Geschäftsjahr
2025 zurück. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds hat die familiengeführte Brauerei zum 17. Mal in Folge ein positives Jahresergebnis erzielt.
(F.) Laut Statistischem Bundesamt sank der Bierabsatz im Inland um 5,8 %, der bundesweite Export sogar um 7 %. Hinter diesen Zahlen stehen veränderte Konsumgewohnheiten. Diese Entwicklung zeigte sich auch bei der Flensburger Brauerei. Während der Absatz alkoholhaltiger Biere um 7,6 % zurückging, legten die alkohol-
freien Produkte um 11,7 % zu. Das Flensburger Strand-Lager verhielt sich marktuntypisch und setzte seine Erfolgsgeschichte fort. Mit einem Absatzplus von 16 % zählte es zwei Jahre nach Markteintritt zu den Top-fünf-Produkten des Sortiments. Ein Erfolgstreiber war die Einführung der Flensburger Küstenlimos. Die neue Produktrange, die im März 2025 auf den Markt kam, übertraf sämtliche Erwartungen. Bis zum Jahresende summierte sich der Absatz auf rund 45 000 hl. „Die Entscheidungen der vergangenen Jahre waren richtig und bestätigen unseren klaren Kurs“, so Jörn Schumann, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Flensburger Brauerei. Ein zentrales Zukunftsprojekt 2026 ist der Neubau des Sudhauses. Nach intensiver Planungsphase starteten 2025 die Bautätigkeiten
Personelle Veränderungen bei Bitburger
In der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe kommt es zu einer personellen Veränderung.
Sebastian Holtz (47), Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, hat sich aus persönlichen Gründen entschieden, seinen im Oktober 2026 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Sebastian Holtz wird ab spätestens 1. November 2026 eine neue Führungsposition in seiner Heimatstadt Hamburg antreten.
(F.) „Wir bedauern die Entscheidung von Sebastian Holtz sehr, haben aber Verständnis für seine persönlichen Beweggründe“, sagt Dr. Dieter Heuskel, Vorsitzender der Aufsichtsgremien. „Wir danken ihm für seinen großen Einsatz und sein Engagement für unser Familienunternehmen und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“
Sebastian Holtz ergänzt: „Die Bitburger Braugruppe ist ein besonderes Unternehmen mit einer großartigen Mannschaft und tol -
len Marken. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam bewegt haben. Dennoch habe ich mich dafür entschieden, meinen nächsten Karriereschritt wieder in meiner Heimat, in unmittelbarer Nähe zu meiner Familie, zu gehen. Selbstverständlich werde ich mich bis zu meinem Ausscheiden weiterhin mit voller Kraft für die Braugruppe einsetzen.“ Die Suche nach einem Nachfolger für die Position des Vertriebs- und Marketinggeschäftsführers wird seitens der zuständigen Gremien zeitnah vorangetrieben.
mit einem feierlichen Spatenstich. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, die ersten Sude sollen im gleichen Jahr eingebraut werden. „Auch wenn bei einem Projekt dieser Größenordnung zusätzliche Aufwendungen dazugehören, überwiegt die Freude auf das neue Herzstück unserer Brauerei“, betont Michael Seip, Geschäftsführer Technik.
In Marketing und Vertrieb setzt die Flensburger Brauerei 2026 ihren Kurs fort. Zwei neue Produkteinführungen unterstreichen den Fokus auf den alkoholfreien Genuss: Die Küstenlimo Cola Zero wird ab Frühjahr 2026 im Handel erhältlich sein. Zudem bringt FLENS mit dem Flensburger Strand-Lager 0,0 % das erste naturtrübe, komplett alkoholfreie Lager aus dem hohen Norden Deutschlands auf den Markt.
Dr. Roland Folz neuer Präsident der Pall Corporation
Dr. Roland Folz ist seit dem 3. März 2026 neuer Präsident der Pall Corporation und leitet das globale Geschäft des US-Konzerns.
(F.) Dr. Roland Folz bringt mehr als 20 Jahre Führungserfahrung in den Bereichen Industrie, Lebensmittel und Getränke sowie Wassertechnologie mit. In seiner neuen Funktion wird er dazu beitragen, die Wachstums-Strategie des Konzerns zu gestalten. Folz betont: „Die wissenschaftliche Expertise und die werteorientierte Unternehmenskultur von Pall machen dies zu einer spannenden Aufgabe. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team Lösungen zu erarbeiten, die unseren Kunden helfen, zunehmend komplexe Herausforderungen zu bewältigen.“ Folz war zwölf Jahre bei Pentair, zuletzt als Group President Industrial Solutions. Zuvor leitete er das Department for Brewing and Beverage Science and Applications (BBSA) an der VLB in Berlin. Er ist gelernter Brauer und Mälzer, hat Biotechnologie an der TU Berlin studiert, später im Bereich Mikrobiologie und Genetik promoviert.
Foto: Flensburger Brauerei
109. VLB-OKTOBERTAGUNG 2025
Nachhaltiges Wassermanagement für Brauereien
Am 7. Oktober 2025 fand im Rahmen der 109. VLB-Oktobertagung einmal mehr das Wassersymposium statt. Dr. Alfons Ahrens und Stefan Reimann vom VLB-Institut Wasserqualität, -management und -technologie (WMT) moderierten die Veranstaltung und präsentierten ein Programm, das sich
um neue Verfahrensansätze zur Wasseraufbereitung und aktuelle Entwicklungen beim Risikomanagement in der industriellen Wasserversorgung drehte.
(oh) Den Einstieg in das Wassersymposium bereitete Andreas Pentke (Herco Wassertechnik GmbH) mit seinem Vortrag Einsatz einer Ultrafiltrationsanlage in der Privatbrauerei M.C. Wieninger. In dieser mittelständischen Brauerei im Berchtesgadener Land standen die Senkung der Frischwasserkosten und die Nutzung alternativer Wasserquellen im Mittelpunkt. Treiber sind der hohe Wasserbedarf der Bierproduktion (ca. 3–3,5 hl Wasser je hl Bier) und hohe lokale Trinkwasserpreise (im Beispiel 4,00 €/m³).
Pentke erläuterte den Einsatz einer Ultrafiltrationsanlage (UF) als Membranverfahren zur Abtrennung makromolekularer Substanzen und feiner Partikel sowie zur Aufbereitung von (Spül-)Wasser aus internen Kreisläufen. Das erzeugte Ultrafiltrat dient als Rohwasser-Versorgung für eine nachgeschaltete Umkehrosmose. Hervorgehoben wurde ein vollautomatischer Betrieb mit zyklischer Rückspülung
der UF-Membranen (Rückspülmedium: Ultrafiltrat) und die Eignung für rohseitige Partikelbelastungen im Bereich 20 bis 0,2 µm (>1 NTU).
Die Anlage ist über SPS mit Touchscreen bedienbar. Rückspül-/Reinigungsbehälter sowie eine frequenzgeregelte Rückspülpumpe sind integriert. Als empfohlene Vorbehandlung wurden Flockung/Fällung sowie Kies- und Scheibenfilter genannt. Die Durchsatzleistung der Anlage liegt bei rund 9 m³/h. Ultrafiltration wird als praktikabler Hebel zur Reduktion des Frischwasserbedarfs positioniert – bei hoher Filtratausbeute (bis 95 % durch Rückspültechnik). Ein Kostenvergleich illustrierte das Einsparpotenzial skaliert nach Betriebsgröße (bis 50 % Wasserersparnis; für kleinere Betriebe beispielhaft 17 500 m³/a bzw. 70 000 €). Die Beauftragung erfolgte im Januar 2025, die Inbetriebnahme im April 2025. Die Investition soll sich in kurzer Zeit amortisieren, so das Fazit des Referenten.
Neue Ansätze zur chemikalienfreien Scaling-Kontrolle bei der Umkehrosmose und Nanofiltration stellte Martin Futterlieb (Universität Duisburg-Essen) vor. Umkehrosmose (RO) und Nanofiltration (NF) werden bei hohen Ausbeuten durch Membran-Scaling limitiert. Darunter versteht man die Ausfällung schwerlöslicher Salze (u. a. CaCO3 , CaSO4 , SiO2), die dann die Permeabilität der Membranen beeinträchtigen. Antiscalants (z. B. Phosphonate/Polyacrylate) ermöglichen zwar wirtschaftliche Ausbeuten, verschärfen aber die Einleitproblematik, sind teils als Spuren im Permeat nachweisbar und können Biofouling fördern. Ziel ist daher eine Scaling-Kontrolle ohne
Antiscalants bei zugleich hohen Ausbeuten. Der vorgestellte Lösungsansatz kombiniert Früherkennung und betriebliche Gegenmaßnahmen. Im Zentrum steht der KonzentratpH als Frühindikator für beginnendes CaCO3-Scaling. In zwei Pilotanlagen wurden online Permeabilität, Salzrückhalt, Druckverlust sowie pH/EC/Trübung im Konzentrat überwacht. Gefahren wurde eine reale WasserMatrix ohne Antiscalant. Dabei wurden verschiedene Spül-Strategien untersucht und die Closed-Circuit Reverse Osmosis (CCRO) als diskontinuierliche Betriebsweise untersucht. Bei der Wasseraufbereitung mittels Umkehrosmose ist der Betrieb „an der Schwelle zum Scaling“ ohne Antiscalant möglich, wenn Maßnahmen durch den Konzentrat-pH initiiert werden: in konventioneller RO durch Spülung, in CCRO zusätzlich durch Anpassung der Closed-Circuit-Zeit. Prozessinhärentes Spülen kann Fouling-/Scaling-Schichten teilweise entfernen und die Permeabilität wiederherstellen; CCRO wird daher als Ansatz für hohe Ausbeuten bei geringerer Chemikalienlast eingeordnet. Als Ausblick wurde geprüft, ob CCRO bei gleicher Ausbeute und gleichem Flux weniger anfällig für Scaling ist.
Über Elektrokoagulation und Ozonierung als Verfahrenskombination zur Aufbereitung problematischer Rohwässer berichtete Stefan
Andreas Pentke
Martin Futterlieb
Dr. Alfons Ahrens
Reimann (VLB Berlin). Eine besondere Herausforderung für die Brau- und Getränkeindustrie ist die zunehmende Variabilität von Rohwässern (u. a. klimabedingt) und die daraus resultierenden Probleme wie höhere Trübungen sowie steigende Organik- und Metallfrachten. Im ZIM-Projekt EKOBRUNN (KK5335210) wird ein kombiniertes Verfahren aus Elektrokoagulation und Ozonierung zur produktionsintegrierten Aufbereitung anthropogen beeinflusster Brunnenwässer entwickelt, mit dem TrinkwV- und technologische Qualitätsanforderungen (inkl. Nebenprodukte der Oxidation/Desinfektion) sicher eingehalten werden sollen.
Der Forschungsansatz setzt auf eine Kombination von Elektrokoagulation und Ozonierung. Dies soll eine verbesserte Reinigungsleistung hinsichtlich feinpartikulärer (an)organischer Feststoffe (< 20 μm) und gelöster Spurenstoffe (z.B. pharmazeutische Reststoffe, Herbizide, Insektizide, Fungizide und Industriechemikalien) ermöglichen. Experimentell wurden reale Rohwässer charakterisiert, Modellwässer definiert und ein Laborsystem aufgebaut, das etablierte Aufbereitungstechniken (Tiefen-, Membran- und Aktivkohlefiltration sowie Enthärtung/Entsalzung) zum Vergleich abbildet. Erste Versuche zeigen Hinweise auf einen kombinierten Effekt auf anorganische Spurenstoffe und gelöste organische Verbindungen (u. a. Eisen/Huminstoffe). Gleichzeitig werden prozesstechnische Grenzen deutlich: mögliche Überdosierung von Metallionen bei geringer Leitfähigkeit, bislang keine Bildung flotierbarer Hydroxidflocken und daraus folgend die Notwendigkeit einer Anschlussfiltration. Aluminium wird gegenüber Eisen vorläufig als geeigneteres Elektrodenmaterial eingestuft. Als nächster Schritt sind Untersuchungen mit variierenden Wassermatrizes und Verfahrenskombinationen geplant, so Reimann.
Mit dem Neuen EU-Rechtsrahmen für Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser beschäf-
tigte sich Dr. Alfons Ahrens (VLB Berlin). Hintergrund sind Stoffübergänge aus Metallen, Emaille/Keramik und Kunststoffen, die Wasserqualität und Gesundheit beeinträchtigen können. Kritische Substanzen sind u.a. Vinylchlorid, Bisphenol A sowie Metalle wie Blei, Kupfer und Nickel. Unterschiedliche nationale Prüf- und Zertifizierungssysteme erzeugen zudem hohen Aufwand auf Seiten der Anlagenhersteller, besonders beim Vertrieb in mehrere EU-Staaten. Der neue Rechtsrahmen setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184 um und ersetzt die nationalen Bewertungsgrundlagen/ Positivlisten der Trinkwasserverordnung schrittweise durch EUweit harmonisierte Anforderungen. Vorgesehen sind EU-Positivlisten, ein verpflichtendes Konformitätsbewertungsverfahren über akkreditierte, notifizierte Stellen sowie – neu – eine Kennzeichnungspflicht für Produkte und Bauteile im Trinkwasserkontakt. Für organische Materialien kommen zusätzliche Prüfungen (u. a. gechlortes Prüfwasser, GC-MS-Screening) hinzu. Ab 2027 wird die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) zentral zuständig sein. Der Bewertungsprozess kann rund 18 Monate dauern. Das Anforderungsniveau wird insgesamt als ähnlich zur bisherigen deutschen Praxis eingeordnet. Übergangsregelungen reichen bis 2032. Die Harmonisierung soll Zeit und Kosten senken: Laut einer Umfrage der Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfachs werden 60 % der Produkte nicht nur in Deutschland, sondern mindestens in einem weiteren EU-Staat zertifiziert. Häufige Nachprüfungen verlängern die Bearbeitungszeiten. Gleichzeitig bleiben nationale Besonderheiten relevant, etwa Einschränkungen für Kupferrohre bzw. schmelztauchverzinkte Eisenwerkstoffe sowie der in Deutschland verschärfte Blei-Grenzwert von 5 µg/l an der Zapfstelle ab 12. Januar 2028. Ionenaustauscherharze, Membranen und Filtermedien sind vom Material-Rechtsrahmen ausgenommen und werden weiter über Regelungen zu Aufbereitungsstoffen und Desinfektionsverfahren adressiert. Insgesamt bleibt das Anforderungsniveau der neuen europäischen Richtlinie in etwa auf dem Niveau der bisherigen Rege -
lung in Deutschland, so Ahrens.
Dr. Horst Born (ProMinent) sprach über Moderne Mess- und Regeltechnik am Beispiel eines NullChlor-Systems in der Wasseraufbereitung . Dabei standen Prozesse im Fokus, in denen „Null-Chlor“ der Normalzustand ist, ein kurzzeitiger Chlordurchbruch jedoch sicher erkannt werden muss. Problematisch sind Feldschwächen vieler amperometrischer Chlorsensoren: Bei längerer Chlorabwesenheit driften die Signale, die Totzeit bis zur Messbereitschaft steigt und die Messgenauigkeit sinkt.
Als Lösungsansatz wurde das NullChlor-System DULCOZERO FCL vorgestellt, das die Chlorabwesenheit überwacht und bei einem Durchbruch sicher Alarm auslöst. Anwendungen sind u. a. der Schutz von Umkehrosmoseanlagen (Chlor als Membrangift) sowie die Kontrolle von freiem Chlor bei diskontinuierlichen Desinfektions- bzw. Notchlorungsprozessen im Trinkwasser. Genannt wurden eine bis zu drei Monate stabile Sensorfunktion ohne kontinuierliche Chemikaliendosierung, eine Nachweisgrenze von 0,05 ppm bei schneller Reaktion (<3 min) sowie eine intelligente Signalbewertung zur Filterung von Rauschen und Spikes. Zusätzlich werden Redox- und pH-Werte als Hilfsgrößen logisch verknüpft. Eine integrierte Kalibriereinheit mit vor Ort herstellbarem Chlorstandard
Stefan Reimann
Olaf Pohlmann
soll Prüfungen auch bei chlorfreiem Prozesswasser ermöglichen. Der Aufbau umfasst einen Mehrkanal-Messumformer, eine Bypassarmatur mit Sensorreinigung und die Durchflussüberwachung sowie eine Dosierpumpe für den Kalibrierstandard. Im Fazit betonte Born, dass die Kombination aus amperometrischer Messung und softwaregestützter Plausibilisierung die Zuverlässigkeit der Chlordurchbruch-Erkennung unter Null-ChlorBedingungen erhöht und Fehlalarme reduziert. Für Anlagenbetreiber bietet der Ansatz kontinuierliche Sicherheit ohne permanente Aktivierungschemie. Redox- und kolorimetrische Alternativen wurden hierfür als nur bedingt geeignet eingeordnet. Für die Betreiber von Umkehrosmoseanlagen (geschätztes Umsatzvolumen weltweit 2023: 9,4 Mrd. US$) stellt dieses System von ProMinent eine sichere Alternative bei überschaubaren Investitionskosten dar, so Born.
Olaf Pohlmann von der Firma Dr. Küke GmbH sprach über Chlordioxid (ClO₂) als Schlüsselwirkstoff für die Wasserbehandlung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie Treiber sind Biofilme in wasserführenden Systemen: Sie sind gegenüber vielen Desinfektionsmitteln widerstandsfähig, weil diese oft nur oberflächlich reagieren. ClO₂ wird als selektiv reagierendes, oxidatives Biozid beschrieben, das weniger durch organische Belastungen gehemmt wird und wirksam in Biofilme eindringen kann.
Nicht jede ClO₂-Lösung ist hinsichtlich Stabilität, Nebenprodukten und Materialverträglichkeit vergleichbar. Pohlmann stellte Fertiglösungen (EX-situ) und verschiedene Vor-Ort-Erzeugungen gegenüber. Für Anwendungen in Brauereien wurde besonders ein 2-Komponenten-Batchverfahren (Persulfat/Chlorit)
hervorgehoben: Peroxodisulfat generiert aus Natriumchlorit ClO₂ ohne Säure und ohne Spontanreaktion. Vorteile seien das sichere Handling, die gute Materialverträglichkeit, über Wochen stabile Konzentrationen (>4 Wochen) sowie sehr niedrige Chloratwerte. Das Letztere ist besonders relevant, da Chlorat in Trinkwasser- und Prozessanwendungen stärker in den Fokus rückt. Typische Einsatzkonzentrationen entlang der Prozesskette liegen – je nach Aufgabe – zwischen 0,2 und 10 mg/l (z. B. Trinkwasser 0,2–0,4 mg/l, Flaschenwäsche 0,3–0,6 mg/l, CIP 2–10 mg/l, Fördertechnik 3–8 mg/l). ClO₂ ist ein hochwirksames Biozid, dessen Nutzen laut Referent in der Praxis wesentlich vom Erzeugungsverfahren und der Logistik abhängt (u. a. Gebindestabilität). Als Mehrwert wurden Prozesssicherheit über Stillstände hinweg, reduzierte Desinfektionslücken und eine beherrschbare Nebenproduktbildung herausgestellt. Referenzen aus Brau- und Abfüllbetrieben (u. a. Heineken Switzerland, Wolters) sollten zeigen, dass sich Biofilm- und Korrosionsthemen in Betriebsund Prozesswassersystemen damit nachhaltig behandeln lassen.
VLB-FACHTAGUNG
GETRÄNKEVERPACKUNG
20. & 21. Mai 2026, VLB Berlin
Das Thema Optimierung von Verpackungen und Gebinden ist in Zeiten der rasant steigenden Energieund Rohstoffkosten, gepaart mit den Möglichkeiten zur CO2-Reduzierung, gerade für die Getränkebranche hochaktuell. Die zweitägige VLB-Fachtagung Getränkeverpackung wird sich daher ausschließlich diesen Themen widmen, wobei sowohl technisch-technologische Auswirkungen für die Abfüllung als auch Aspekte der Qualitätssicherung im Vordergrund stehen werden. Zudem werden die rechtlichen Herausforderungen, die sich aus veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen der PPWR ergeben, diskutiert.
Themen
+ PPWR – Folgen, Verantwortlichkeiten & To-Dos
+ Flaschen aus gehärtetem Glas und Neuerungen bei Spezifikationen
+ Kartonagen und Displayverpackungen
+ Neues zu Papieren und Etiketten sowie Kronenkorken und Verschlüssen
+ Innovationen und Entwicklungen bei Getränkedosen
+ Aktuelles zu Getränkekästen und Mehrweg-Trays
+ Sensorik in der Verpackungsprüfung
+ Berichte zu aktuellen VLB-Forschungsprojekten
+ Fachausstellung im VLB-Foyer und Abendveranstaltung
Mit Unterstützung von:
www.vlb-berlin.org/Verpackung2026
VLB Berlin / hackstein@vlb-berlin.org
Dr. Horst Born
Abb. 10: 5-L-Partydose mit integriertem Zapfventil
Foto: Envases
Die Entwicklung des Kegs als Biertransportverpackung (Teil 2)
Dr. Hans-J. Manger (Frankfurt/Oder) †
Mit der Entwicklung der Biertransportverpackung vom Holzfass bis zum Keg beschäftigte sich eine dreiteilige Artikelserie, die in den Jahrbüchern 2019-2021 der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens erschienen ist. Im Folgenden bringen wir eine Zusammenfassung des dritten Teils, der sich mit der Entwicklung des Kegs befasst. Dieser Beitrag ist die Fortsetzung von Teil 1 aus dem Brauerei Forum 10-11/2025.
Sicherung der Füllmenge
Abb. 11: Das Heim-ZapfSystem PerfectDraft®
Foto: AB InBev
Das Nettofüllvolumen ist auf dem Keg vermerkt und wird durch einen Eich-Stempel beglaubigt. Hier sind landesspezifische Varianten zu beachten. Bei unsachgemäßer Behandlung des Behälters kann es zu Deformationen kommen, die Abweichungen vom Nennvolumen zur Folge haben. Deshalb werden die Kegs regelmäßig nachgeeicht und ggf. hydraulisch repariert. Auch deformierte Kopfringe lassen sich reparieren. Diese Nacheichung kann entfallen, wenn die Kegs durch eine geeichte Messvorrichtung befüllt werden (Maßfüllung), bspw. durch einen magnetisch-induktiven Durchflussmesser oder ein Massedurchflussmessgerät. Der Messwert wird auf den Rechnungen ausgewiesen. Die zuletzt genannte Variante ist die einfachste. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Masse des Kegs vor der Füllung und nach der Füllung durch eine Waage zu bestimmen. Daraus lässt sich über die Dichte des Getränks das tatsächliche Füllvolumen be -
stimmen. Die Wägung ist auch eine Möglichkeit, im Winter Kegs mit gefrorener Restflüssigkeit, nach der Restentleerung und noch vor der Reinigung auszuschleusen. Einfacher ist allerdings die Leergutstapelung in frostfreien Räumen.
Das Keg in der Zukunft Neben dem klassischen EdelstahlKeg und vereinzelt noch dem Holzfass haben sich in den vergangenen 30 Jahren weitere Gebinde etabliert. Teilweise werden Kegs auch in Holzfassoptik mit PUR-Ummantelung benutzt. Außerdem gibt es die Partydosen in verschiedenen Ausführungen und weitere Verpackungen auf der Basis von PET- und Einweg-Kegs.
Partydose
Die 5-L-Partydose wurde durch die Öffnungsmöglichkeit des Verschlussstopfens und durch den herausziehbaren Zapfhahn in der Handhabung vereinfacht (Abb. 10).
Die Entleerung erfolgt drucklos, der Inhalt muss daher in angemessenem Zeitraum getrunken werden. Außerdem können die Einweg-Dosen werbewirksam bedruckt werden. Inzwischen gibt es auch 5-L-Partydosen mit integrierter CO2-Patrone, die beim Öffnen der Dose aktiviert wird. Damit bleibt der Inhalt unter CO2-Druck und bleibt länger frisch.
Keggy® -System
Das Ende der 1980er-Jahre eingeführte Keggy ® -System ist ein Mehrweg-Fässchen mit PUR-Mantel, das über eine integrierte CO2-Versorgung verfügt. Das Volumen betrug 12,5 L (ursprünglich auch 5 L). Der Ausschank erfolgt mit einem Kompensatorhahn. Das System der Firma
Abb. 12: LOGIKeg als 20-Liter-Schlankkeg
Foto: Logipack
Schäfer konnte sich aber auch nicht durchsetzen und wurde nicht mehr weiterentwickelt.
freshKEG und smartDraft
Das Mehrweg-System freshKEG der Firma Schäfer wird mit 5 oder 10 L gefertigt. Es verfügt über eine CO₂-Kammer mit Druckminderer. Der freshKEG-Zapfkopf mit kurzer Leitung wird aufgesetzt. Der Bierbehälter aus Edelstahl wird mit Stand- und Kopfring aus PP ausgerüstet, Außendurchmesser 253 mm. Zubehör sind spezielle freshKEGKühler und Ice-Packs. Das System smartDraft mit einem Volumen von 10 L wurde für die Kleingastronomie entwickelt. Der Behälter ist ähnlich dem freshKEG gestaltet, aber mit einem normalen Fitting in den üblichen Varianten bestückt. Für die Gastronomie gibt es ein spezielles Kühlgerät.
Philips PerfectDraft ®
Dieses Heim-Zapf-System wurde von AB InBev und Philips im Jahre
2005 entwickelt. Brauereien, die PerfectDraft nutzen wollen, müssen diesem Lizenz-System beitreten. Es besteht aus einem bepfandeten Mehrweg-Behälter mit einem Inhalt von 6 L. Das Getränk befindet sich in einem Einweg-Inliner und hat keinen direkten Kontakt zur Doseninnenwandung. Ausgeschenkt wird mit Druckluft, die den Inliner von außen beaufschlagt. Das Zapfgerät kühlt den Behälter. Die Ausschankleitung wird mit jedem neuen Behälter gewechselt. Die Behälter werden individuell gestaltet (Abb. 11).
LogiKeg
Das LogiKeg ist ein standardisiertes und logistisch optimiertes Mehrweg-Fass des LOGIPACK-Systems. Das Volumen des schlanken Zylinders beträgt 20 L, es wird vorzugsweise mit einem Flachfitting ausgerüstet. Werkstoff ist CrNi-Stahl. Der Durchmesser beträgt 237 mm, die Höhe 568 mm und die Leermasse 5,6 kg (Abb. 12).
Eco-Keg
Das Eco-Keg der Firma Schäfer wurde um 2000 entwickelt. Die speziell konstruierten Kopf- und Fußringe aus Polypropylen (PP) sind formschlüssig mit der Blase aus Edelstahl verbunden. Alle gängigen Fittinge sind verwendbar. Das Keg wird mit 20 L, 30 L und 50 L gefertigt, die Leermasse liegt zwischen 6 kg und 8,7 kg.
Einweg-Kegs
Beim Export von Bier in Kegs entsteht oft das Problem der Rückführung der leeren Behälter. Dafür wurden Kegs als Einwegbehälter mit reduziertem Werkstoffeinsatz entwickelt. Es gibt Lösungen aus Kunststoff (PET) und Edelstahl.
WorldKeg OW
Die Getränkeblase des WorldKeg (OneWay) besteht aus dünnwandigem Edelstahl 1.4301 mit einem Volumen von 20, 25 und 30 Litern (Abb. 14). Zum System gehört ein spezieller Zapfkopf aus Kunststoff. Der Durchmesser beträgt 285 mm, max. Betriebsdruck 7 bar. Inzwischen gibt es auch Mehrweg-Kegs der WorldKeg International GmbH. In einen 20-Fußcontainer können 640 EW-Kegs à 30 L verladen werden (= 192 hL). Die EW-Füllarmatur besteht aus einem Kunststoff. Die
Leermassen der Kegs betragen 1,9-2,3 kg. Es gab auch Versuche verschiedener Hersteller, ein 50-L-EW-Edelstahlkeg zu entwickeln. Diese Projekte sind aber an den Kosten gescheitert.
PET-Einweg-Kegs Aus PET werden großvolumige Behälter geblasen, die mit einer Barriereschicht ausgerüstet werden, um die O₂- und CO₂-Diffusion zu minimieren. In der Regel sind diese Gebinde Einweg-Behälter.
System KeyKeg ®
Beim KeyKeg ® wird das Bier in einen Inliner gefüllt, der von einem PET-Mantelbehälter gestützt wird, ein sog. Bag-inKeg-System. Es werden drei Größen gefertigt. Es wird ein spezielles Fittingsystem benutzt. Entleert wird mit Druckluft, die zwischen Inliner und inneren Mantelbehälter eingeleitet wird.
Die gefüllten Behälter werden palletiert, auf der Normpalette können 100 à 10 L-, 6 à 20 Lund 36 à 30 L-Inhalt palettiert werden (Abb. 15).
Die benutzten Werkstoffe können weitgehend recycelt werden.
System DraughtMasterTM
Dieses Einweg-Behältersystem wurde mit Unterstützung der CarlsbergBrauerei entwickelt. Es werden 5-Lund 20-L-Behälter (für die Gastronomie) genutzt. Eingesetzt werden PET-Behälter mit der O₂-Barriere Polyshield TM . Die Kegs werden unter CO₂-Vorspannung mit langem Füllrohr gefüllt. Die Füllung erfolgt als Maßfüllung mittels Durchflussmesser. Diese Anlagen können bis zu 150 5-L- oder 50 20-L-Behälter je Stunde füllen, verschließen und verpacken. Die Umverpackung besteht aus Karton. Entleert werden die gedrehten Behälter mit einem Zapfschlauch am Behälterboden in der Zapfvorrichtung, die auch die Kühlung übernimmt. Der Druck entspricht dem CO₂-Partialdruck des Bieres, um das Aufcarbonisieren zu vermeiden.
System Petainer
Das Petainer-System wird mit 15 L, 20 L und 30 L gefertigt. Der Behäl-
WIR BRAUEN FÜR DIE
BIERE DER WELT
Röstmalzbier
Malzextrakte
Bierkonzentrate
Brausirup
Braukulöre
Flüssige Zucker
ASPERA BRAUEREI RIESE GMBH
45478 Mülheim an der Ruhr, Rheinstrasse 146–152 Tel. (02 08) 58 89 80 / aspera@aspera-riese.de www.aspera.de
ter wird aus einem PET-Preformling geblasen. Dem PET wird ein Scavenger zugesetzt, um die O2- bzw. CO2-Diffusion zu minimieren. Kopfund Fußring werden formschlüssig verbunden. Der max. Betriebsdruck liegt bei 4,1 bar. Zum Ausschank wird der PET-Behälter in einen Druckbehälter eingesetzt. Der Druckbehälter wird mit Druckluft beaufschlagt. Diese drückt bzw. faltet den PET-Behälter zusammen und entleert ihn dabei. Die Behälter werden mit einem Zapfkopf ausgerüstet, den es zu den gängigen Zapfkopfarmaturen gibt. Gefüllt wird, wie bei Kegs üblich, über Kopf. Das gefüllte Gebinde wird in einem Karton geliefert (Abb. 16). Die einzelnen Komponenten können recycelt werden.
System BEVKeg
Dieses System wurde von Krones, Micromatic und KIC Krones entwickelt und 2014 vorgestellt. Das besondere ist, dass das System beim Ausschank rein mechanisch arbeitet und kein Spanngas benötigt. Ausgangspunkt ist ein PET-Preform, aus
Abb. 14: WorldKeg, ein Einweg-System aus Edelstahl Foto: Fischer Group
Abb. 15: KeyKeg, ein Einwegsystem aus Kunststoff Foto: Keykeg
dem ein Behälter mit 20 L Inhalt geblasen wird. Dieser wird anschließend komprimiert. Der Innenraum ist damit fast gasfrei. Die komprimierten Behälter werden auf einer Palette gestapelt und sind fertig für die Füllung. Beim Abfüller werden die Behälter vereinzelt, mit CO 2 gespült und durch das einlaufende Getränk dekomprimiert („ausgerollt“). In einer zweiten Station wird der Behälter mit einer Kappe verschraubt. Der gefüllte und verschlossene Behälter hat einen Tragegriff und eine Einweggetränkeleitung in einer hygienischen Blisterpackung. Zum Ausschank wird ein möglichst bereits gekühlter Behälter in die Schankanlage eingestellt. Die Getränkeleitung wird in die Zapfsäule eingelegt und die Anlage geschlossen. Der Behälter wird mechanisch angehoben und die Zapfleitung durchsticht die Verschlussschraube. Bei weiterer Kompression kann das Getränk gezapft werden. Der Vorgang geht so lange weiter, bis der gesamte Getränkevorrat ausgeschenkt wurde, d. h., der PETBehälter ist wieder komprimiert. Nach Entlastung können der Behälter und die Zapfleitung entnommen und entsorgt werden. Das System hat sich auf dem Markt nicht durchsetzen können.
Cool-KegTM
Eine besondere Entwicklung war das sich selbst kühlende MWKeg, das unter dem Namen Cool-Keg TM 2001 auf den Markt gebracht wurde. Mit dieser innovativen Anwendung der Zeolith-Kältetechnik war es möglich, stromlos jederzeit und an jedem Ort frisch gezapftes kühles Bier bei 7 bis 9 °C zu genießen. Dazu benötigte es keinen Stromanschluss oder Eisblöcke. Zum Auslösen des Kühlmechanismus brauchte man nur einen Hebel umzulegen und nach ca. 30 Minuten konnte kühles Bier gezapft werden, unabhängig von der jeweiligen Umgebungstemperatur. Die Kühlung erfolgt über ein Sorptions-/Verdunstungskälteprinzip mit dem Naturmineral Zeolith und Wasser. Durch gezielte Adsorption
von Wasserdampf entsteht Verdunstungskälte, die das Bier von innen heraus abkühlt. Das bepfandete System wurde sich durch Wärmezufuhr regeneriert (Abbildung 29). Nachdem es von verschiedenen Brauereien genutzt wurde, konnte es sich auf dem Markt nicht dauerhaft durchsetzen.
Einschätzung der Keg-Systeme
Das Keg-System hat seit seiner Einführung in den 1950er-Jahren eine beträchtliche Entwicklung genommen und wurde in Bezug auf Handling, Hygiene und Gewicht optimiert. Es bietet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Abfüllung, Transport, Lagerung und Ausschank zahlreiche technische, qualitative, logistische und auch ökologische Vorteile. Die geschlossenen Behälter haben die offenen Fasssysteme bis auf wenige Ausnahmen fast vollständig verdrängt und sind das Standard-Gebinde für die Gastronomie geworden.
Ein 50-l-Edelstahlkeg mit Fitting kann durchaus 200 € pro Stück kosten. Um die daraus resultierende nicht unbeträchtliche Kapitalbindung zu senken, haben sich auch Geschäftsmodelle für das Handling und Management von Keg-Pools entwickelt. Dabei kauft die Brauerei oder der Getränkehersteller nicht mehr die erforderlichen Gebinde, sondern er least oder mietet diese bei einem externen Dienstleister. Beim Einsatz in besonders umsatzstarken Outlets (bei großen Events, Sport-Arenen etc.) sind Kegs aber auch von größeren Tank-Systemen abgelöst worden.
Über all diesen technischen Vorteilen steht leider die Tatsache, dass insbesondere in Deutschland seit Jahren der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier sinkt. Damit verbunden ist auch der rückläufige Absatz von Kegbier in der Gastronomie. Als Folge steigt der Bedarf an kleineren Gebinden mit 10-20 L gegenüber den früher üblichen 30-50 L. Damit sind in der Regel zusätzliche Investitionen in neue Gebinde und Abfülltechnik erforderlich und die Kosten für Reinigung und Logistik erhöhen sich.
Dennoch ist das Keg in Bezug auf Qualitätserhaltung und Produktsicherheit ein hervorragendes Gebinde für Bier und andere Getränke.
Abb. 16: Ein 20-l-Kunststoff-Keg von Petainer mit Versandkarton Foto: Petainer
Abkürzungen:
EW: Einweg
MW: Mehrweg
PUR: Polyurethan
PE: Polyethylen
PP: Polypropylen
PET: Polytetraethylenterephthalat
Abb. 17: Mechanische Zapfanlage für das BEVKeg-System. Die Entleerung erfolgt durch das Zerdrücken des PET-Behälters Foto: KIC Krones/Micro Matic
Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende
Hopfen
Der Hopfen ist neben Wasser, Malz und Hefe eine Hauptzutat im Bier und sorgt u. a. für seinen charakteristischen Geschmack. Dafür, dass die Zutat in ausreichendem Maße vorhanden ist, sorgt auch Deutschland als ein weltweit führender Hopfenlieferant. Neben der Hallertau sind Spalt, Tettnang und Elbe-Saale große nationale Anbaugebiete.
1. Welche der folgenden Personen wird historisch mit der Verwendung von Hopfen in Verbindung gebracht?
a) Emil Christian Hansen
b) Louis Pasteur
c) Carl von Linde
d) Hildegard von Bingen
e) Katharina von Bora
2. Hopfenprodukte werden unter anderem während des Würzekochens verwendet. Welche der folgenden Aussagen ist falsch?
a) Hopfenpellets liefern eine höhere Bitterstoffausbeute als Doldenhopfen.
b) Aromahopfen darf ausschließlich am Kochende gegeben werden.
c) Eine frühe Hopfengabe steigert die Bitterstoffausbeute.
d) Die Verwendung von Hopfenpulver entspricht dem Reinheitsgebot.
e) Durch die Verwendung von Hopfenextrakt sinkt die Heißtrubmenge.
3. Hopfen kann auch im Kaltbereich eingesetzt werden. Dabei spricht man von…
a) Green-Hopping
b) Wet-Hopping
c) Dry-Hopping
d) Cold-Hopping
e) Young-Beer-Hopping
4. Die Hopfendolde enthält verschiedene Inhaltsstoffe, die sich unterschiedlichen Stoffgruppen zuordnen lassen. Zu welcher Gruppe gehören die Polyphenole im Hopfen?
a) Einfachzucker
b) Aminosäure
c) Vitamine
d) Gerbstoffe
e) Alpha-Säuren
5. Ein hoher Alpha-Säurengehalt im Hopfenprodukt kann im Brauprozess genutzt werden, um…
a) den pH-Wert in der Würze zu erhöhen, um den optimalen Wert für die Gärung einzustellen.
b) die Kochfarbe der Würze einzustellen.
c) die Menge des eingesetzten Hopfenproduktes für die gewünschte Bittere zu beeinflussen.
d) die Verdampfungsziffer zu erhöhen.
e) die Stammwürze zu erhöhen.
6. Hopfen wird in verschiedenen Produkten eingesetzt. Welcher der folgenden Produkte liefert die höchste Bitterstoffausbeute?
a) Doldenhopfen
b) Pellets Typ 45
c) Pellets Typ 90
d) Hopfenextrakt
e) Hopfenöle
7. Bevor der erntefrische Hopfen von der Ernte gelagert und verarbeitet werden kann, muss der Hopfen auf einer Hopfendarre getrocknet werden. Wie viel Restfeuchte sollte der Hopfen nach der Trocknung noch haben?
a) 6 %
b) 10 %
c) 17 %
d) 23 %
e) über 30 %
8. Laut IHB-Sortenlisten haben alle Hopfensorten ihren eigenen Code. Welcher Hopfen wird mit HMR abgekürzt?
a) Halltertauer Magnum
b) Hallertauer Mittelfrüh
c) Hallertauer Merkur
d) Huell Melon
e) Herkules
Fachrechnen
Ein Tonne Rohhopfen wird von 82 % Wassergehalt auf der Hopfendarre auf eine Restfeuchte von 9 % getrocknet. Wie viel Wasser wurde aus dem Hopfen entfernt? (volle kg)
Die Aufgaben stellte Studienrat Andreas Großmann (Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt)
(Lösungen S. 31)
BubbleBoil ist
ein innovatives
Würzekochsystem, das Energie spart und Biergeschmack auf höchstem Niveau sichert
Ziemann Holvrieka
BubbleBoil – kleine Blasen, große Wirkung beim Würzekochen
Im vergangenen Jahr feierte Ziemann Holvrieka mit BubbleBoil Premiere und präsentierte eine zukunftsweisende Würzekochung – ein System, das nicht nur deutliche Energieeinsparungen ermöglicht, sondern auch sensorisch äquivalente Ergebnisse liefern soll.
(F.) BubbleBoil basiert auf dem Prinzip des Außenkochers und reduziert ohne größeren technischen Aufwand die notwendige Verdampfungsrate von 4 auf 1,5 %. Das verringert den Wärmeeinsatz erheblich. Die Würze wird aus der Pfanne entnommen, in einem Außenkocher über den Siedepunkt erhitzt und durch spezielle Düsen wieder in den unteren Bereich der Pfanne zurückgeführt. Die Druckänderung an den Düsen erzeugt Dampfblasen, die für eine gleichmäßige Durchmischung sorgen, Totzonen vermeiden und den Austrag
unerwünschter flüchtiger Stoffe wie Dimethylsulfid (DMS) unterstützen. Ein Dreieckstest mit einem Konsumentenpanel ergab, dass Bier aus mit BubbleBoil hergestellter Würze sensorisch nicht von konventionell gebrautem Bier zu unterscheiden ist. Auch analytisch liegen die Werte innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite.
Gerade für Brauereien mit bestehendem Außenkocher ist BubbleBoil attraktiv. Die Nachrüstung ist unkompliziert, da lediglich der Verteilschirm durch einen Ring mit Düsen ersetzt wird. Damit lassen sich Energieeinsparungen von rund 30 % erzielen, auch ohne zusätzlich in Energierückgewinnungssysteme zu investieren. Selbst bei Innenkochern kann sich der Umstieg auf einen Außenkocher mit BubbleBoil energetisch lohnen.
Das System lässt sich zudem problemlos in bestehende CIP-Prozesse integrieren – die üblichen
Warsteiner Brauerei setzt auf Windkraft
Die Warsteiner Brauerei errichtet am Braustandort eine Windenergieanlage
(Hinweis: Diese Darstellung wurde KI-generiert und dient der Veranschaulichung. Sie entspricht nicht der geplanten Baumaßnahme)
Die Warsteiner Brauerei geht einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung und errichtet zwischen Mai 2026 und Juni 2027 ein eigenes Windrad am Brauereistandort.
(F.) Dieses Windrad soll künftig mindestens 50 % des Strombedarfs der Brauerei decken und darüber hinaus auch zur lokalen Energieversorgung beitragen. Das Projekt markiert einen Meilenstein in der energetischen Transformation und CO2-Reduzierung des Familienunternehmens und unterstreicht sein Engagement für eine zukunftsfähige Produktion vor Ort.
Warstein wird damit der zweite Standort der Haus Cramer Gruppe, der einen Teil seines Strombedarfs durch Windener-
gie deckt. Die Paderborner Brauerei bezieht bereits seit 2012 ca. 40 % des jährlichen Strombedarfs aus einer Windkraftanlage auf dem eigenen Brauereigelände. Mit der eigenen Windenergieanlage macht sich Warsteiner unabhängiger von fossilen Energieträgern und schwankenden Energiemärkten. Gleichzeitig schafft die Investition einen wirtschaftlichen Nutzen für die Region: Lokale Unternehmen, Dienstleister und Zulieferer werden eingebunden, während die Stadt Warstein von zusätzlichen Steuereinnahmen profitiert. Die Windenergieanlage wird im bestehenden Industriegebiet errichtet und fügt sich damit in die vorhandene Infrastruktur ein, ohne sensible Naturräume oder Wohngebiete stark zu beeinträchtigen.
Für Mitarbeitende, Lieferanten und Geschäftspartner der Warsteiner Brauerei ist das Projekt ein Signal für den Beginn einer umfassenden energetischen Transformation, die den Standort nachhaltig für die
Reinigungszyklen sind ausreichend. Der erfolgreiche Einsatz in einer Großbrauerei bestätigt Praxisreife, Ressourcenschonung und Einhaltung aller Qualitätsparameter der MEBAK (Mitteleuropäische Brautechnische Analysenkommission) für die Ausschlagwürze.
Zukunft rüstet und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärkt. Catharina Cramer, Inhaberin der Warsteiner Brauerei, betont: „Mit der Investition in die Windenergieanlage setzen wir ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit und Verantwortung, nicht zuletzt auch für die kommenden Generationen. Als familiengeführtes Unternehmen in der neunten Generation ist es uns wichtig, immer wieder innovative Wege zu gehen und unsere Wurzeln in der Region zu stärken. Die Windenergieanlage ist mehr als nur eine Finanzinvestition – sie ist unser Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft, gerade in wirtschaftlich und politisch herausfordernden Zeiten.“
Zudem macht die Investition in regenerative Energien die Brauerei weniger anfällig für Preisschwankungen und trägt damit zu stabileren Produktpreisen bei. Diese Planungssicherheit bei den Energiekosten kommt auch den Konsumenten zugute.
Foto: Warsteiner – KI generiert
Proteine aus Biertreber: EAT BEER treibt Branchenlösung weiter voran
Die EAT BEER Biotech GmbH aus Stralsund ist in die Pilotphase ihrer Produktion gestartet und treibt ihre Branchenlösung voran. Das Schwesterunternehmen der Störtebeker Braumanufaktur ist eine Ausgründung aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt MaltFungiProtein und hat sich auf die Fermentation von Brauereinebenströmen mithilfe von Pilzen spezialisiert. Seit dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts im Herbst 2025 dient dessen Pilotanlage EAT BEER für eigene Versuchsreihen. Das Endprodukt: ein proteinhaltiges Austernpilzmyzel.
(F.) Dr. Mark Schneeberger, CTO von EAT BEER, betont: „Wir nutzen das Technikum aktuell zur Optimierung des Fermentationsprozesses und des Endprodukts, ein proteinhaltiges Austernpilzmyzel. Gleichzeitig helfen uns die gewonnenen Daten bei der Weiterentwicklung unserer KI, die zusammen mit der Fermentationsanlage in Zukunft das Herzstück unserer Plattform sein wird.“
Nutzbares Pilz-Protein aus dem Pilot-Fermenter
Die Pilotanlage mit einem 500-Liter-Fermenter, die in Zusammenarbeit mit dem norddeutschen Anlagenbauer TAB entstanden ist, bildet die Basis für die lebensmitteltechnologischen Prozesse. Daneben arbeitet das junge Unternehmen um die Geschäftsführer Malte Nordmann und Jens Reineke sowie CTO Dr. Mark Schneeberger an den logistischen und digitalen Grundlagen für das ganzheitliche System. „Was wir hier machen, ist pure Innovation – da gibt es keine Lösungen von der Stange“, so Schneeberger. „Wir mussten jeden einzelnen Schritt im Prozess erst selbst erkunden, von der richtigen Aufbereitung des Trebers bis hin zur Lagerung des Proteins.“ Mittlerweile fällt unabhängig von der Treberart – Weizen, Roggen, Ger ste – am Ende des Prozesses gut verwertbare Myzelmasse aus. „Das Ziel für 2026 ist es, die Abläufe unter verschiedenen Bedingungen zu standardisieren und uns so schrittweise auf die Marktreife vorzubereiten“, erklärt Schneeberger. Die Pilotanlage wird darum auch 2026 im Dauerbetrieb laufen. Zum einen verwenden Störtebeker, EAT BEER und Partner aus der Lebensmittelverarbeitung das Myzel für kulinarische Versuche im Bereich
der Lebensmittelproduktion, etwa zur Herstellung von Fleischalternativen. Zum anderen generiert das Unternehmen fortlaufend valide Daten und erfasst dabei im Produktionsalltag gleichzeitig alle erdenklichen Vorkommnisse. Malte Nordmann sagt: „Unser Ziel ist es, anderen Brauereien den Fermentationsprozess am eigenen Standort zu ermöglichen. Da jeder Braubetrieb mit anderen Rohstoffen, Rezepturen und Verfahren arbeitet, muss unser System flexibel auf die unterschiedlichsten Rahmenbedingungen anwendbar sein. Darum sind alle Abweichungen vom Normprozess, die wir heute erfassen, wertvolle Informationen für die Zukunft.“ Langfristig will man eine skalierbare Plattformlösung an Brauereistandorten implementieren, die via KI-Software autonom und individuell den gesamten Fermentations- und Herstellungsprozess übernimmt.
Die Weichen stellen für den Kick-off 2026 will EAT BEER auch personell wachsen, unter anderem um Kapazitäten für Strukturprojekte zu schaffen. So drängt beispielsweise das Thema EU-Zulassung. Die Proteine, die EAT BEER herstellt, fallen in die Kategorie „Novel Food“ (neuartige Lebensmittel) und müssen von der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, genehmigt werden. Dr. Mark Schneeberger ist zuversichtlich: „Wir können den Zulassungsprozess nicht aktiv beschleunigen, aber wir können mit belegbaren Daten und Erkenntnissen sowie mithilfe von Reallaboren die Arbeit der EFSA unterstützen. Gleichzeitig werden wir die Zeit nutzen, um bei potenziellen Part-
nern, Kunden und Endverbrauchern Aufklärungsarbeit rund um unser Austernpilzprotein zu leisten, um die Verbraucherakzeptanz zu fördern und so der Branche den Weg für die Herstellung von Proteinen aus Biertreber zu ebnen.“
Die treibenden Kräfte hinter dem zukunftsweisenden Projekt, v.l.: Jens Reineke, Malte Nordmann und Dr. Mark Schneeberger
Der „Prototyp“ einer Rostocker Bratwurst auf Basis von Proteinen
Mit Unterstützung von
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IfGB-Forum bei SLYRS: Mikrobiologie, Marketing und Spirituosenersatzprodukte
Das 23. IfGB-Forum in Miesbach im September 2025 war mit rund 120 Teilnehmern ein riesiger Erfolg. Die Themenblöcke zum Abschluss widmeten sich Hefen, Mikrobiologie und alkoholfreien Spirituosen-Ersatzprodukten. Zuvor hatten SLYRS und seine Zulieferer den Brennereineubau vorgestellt. Fasslagerung, Bar-Konzepte sowie aktuelle Herausforderungen prägten weitere Vorträge (BF 12/2025, S. 18 ff., BF 1-2/2026, S. 20 ff.).
(WiK) Johan ten Doornkaat , NWDNUnternehmensberatung, Oldenburg, eröffnete den Marketingblock mit Herausforderungen im deutschsprachigen Spirituosensektor und wie Champions der Branche sie meis tern . Die von ihm skizzierten Empfehlungen basieren auf einer Studie, in der er untersucht hat, wie Spirituosenunternehmen mit Herausforderungen umgehen. Seine Schlussfolgerungen veranschaulichte er anhand eines fiktiven traditionellen, mittelständischen Spirituosenherstellers, der unternehmerische Ver ant wortung für die Region übernimmt. Sein breit gefächertes Portfolio reicht von Gin über Wodka bis hin zu Likören. Er begegnet Herausforderungen wie hohen Personalkosten, ineffizienten Kos tenstrukturen und zahlreichen Produkten, von denen keines wirklich erfolgreich ist. Bei einer Portfolio-Neuausrichtung riet der Unternehmensberater, die Kundenperspektive einzunehmen:
Der Konsument sehe die Spirituose weniger als Getränk, sondern vielmehr als Genuss und Kultur. Wichtig sei, nach der Strategieentwicklung, Rendite-Treiber zu identifizieren und das Portfolio zu bereinigen. „Oft ist die Produktion effizient, aber die Verwaltung ist nicht optimal“, gab er zu bedenken. Outsourcing könne dann eine Lösung sein. Eine erfolgreiche Prozess optimierung könne ggf. ZU bis zu 20 % weniger Personal führen.
Wichtig sei der Schritt zur Internationalisierung. „Spirits made in Germany“ geht nur mit einem gemeinsamen Auftritt. In Osteuropa, in Polen und im Baltikum sieht ten Doornkaat Chancen, da es diesen Ländern wirtschaftlich gut geht und sie eine vergleichbare Genusskultur haben wie Deutschland. „Wir sind eine unfassbar große, facettenreiche Branche. Wir haben so viel Fachwissen und Kompetenz. Lassen Sie uns den Kuchen größer machen, ehe wir uns um die Verteilung strei -
ten“, lautete seine Anregung. Christian Schrade von den Idea-Distillers, Heppenheim, sprach über mutige Spirituosenkommunikation. Er stellte ein fertig entwickeltes Produkt vor: „Wodsky“ – Wodka im Bourbonfass gelagert. Besonders bei neuen Produkten bräuchte man etwas, über das man sprechen kann und einen griffigen Namen. Schrade riet, echte Geschichten zu erzählen, z.B. zu zeigen, wie sich zwei vollkommen konträre Systeme harmonisch ergänzen können. Die Idea-Distillers sind mit ihrem Produkt zum Checkpoint-Charly in Berlin gegangen und haben dort Gespräche mit Passanten geführt. Das Etikett zeigte; in Anspielung an den Kalten Krieg, oben zwei Panzer, die sich gegenseitig bedrohen, unten zwei Spirituosengläser, die miteinander anstoßen. Schrade betonte, dass diese Provokation gewollt sei und der Kunde diese Ironie verstehen würde. „Wir haben z. B. in Berlin mit Schotten über Weltpolitik und Völkerfreundschaft geredet.“
Stefan Lupprich
Anregende Dislussionen
Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und
Haltung sei wichtig. Wenn man z.B. Brände aus Streuobst herstellt und einen Betrag pro Flasche für den Erhalt der Streuobstwiesen verwendet, ist das glaubwürdig. Entsprechend könnte die Bahn ein passender Partner sein, eine Fluglinie aber nicht.
Stefan Lupprich vom Co-Sponsor Fermentis, Lille, betrat mit Leistung verschiedener Hefestämme bei unterschiedlicher Melasse-Qualität die Welt der Mikrobiologie. Melasse ist ein hochviskoses Nebenerzeugnis der Zuckerproduktion. Sie enthält neben bis zu 60 % Zucker organische Säuren, Betain, Vitamine und etwa 3 % anorganische Salze. „Je nach Herkunft variieren Melassequalitäten sehr stark“, erläuterte der Referent. „Die Melassequalität hat erhebliche Auswirkungen auf Ausbeute und Gärdauer.“ Der Zuckergehalt sollte zwischen 43 und 51 % liegen, den Glyceringehalt sollte man gering halten. Melasse enthält oft hohe Mengen an Sulfit. Hefen können damit als Stressreaktion die Gärung von Ethanolbildung auf
Glycerinbildung umstellen. Die vom Brenner verwendete C-Melasse (nach dem dritten Aufkochen) hat einen vergleichsweise geringen Zuckergehalt und die höchste Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen. Organische Säuren sind Gärungshemmer und können die Gärung ins Stocken bringen, Salze behindern ebenfalls die Gärung.„Man sollte im Hinblick auf die Gär eigenschaften in seiner Einkaufsspezifikation auch den Gehalt an Mineralstoffen benennen“, empfahl Lupprich. Es geht sowohl um Aromen als auch um Ausbeute, daher benötige man Spezialhefen. Der Referent präsentierte acht verschiedene Melassemuster aus der ganzen Welt, fermentiert mit unterschiedlichen Hefen. Backhefe sei robust, bringe aber bei schlechter Melassequalität auch schlechte Ergebnisse. Die Hefe muss während der Gärung mit Vitaminen, Stickstoff und Zink versorgt sein. „Einige unserer Hefen haben sich auch bei schwierigen Melassen bewährt. Fermentis wird bald mit einigen neuen Melassehefen auf den Markt kommen“, sagte Lupprich.
Dr. Martin Hageböck , VLB Berlin, schlug mit einem Beitrag zu mikrobiologischen Herausforderungen alkoholfreier Spirituosenersatzprodukte die Brücke zum nächsten Themenschwerpunkt. Er stellte die Analysen- und Servicesegmente seines interdisziplinären Teams vor: PCR-Analytik zum Nachweis von Schad- und Kulturorganismen, Identifikation von bakteriellen und pilzlichen Kontaminanten sowie Ermittlung des allgemeinen Hygienezustandes im Rahmen von Betriebs-
kontrollen. Hinzu kommen mikrobiologische Schulungen im Betrieb oder im Biologischen Labor der VLB. „Wir unterstützen aber auch bei der Entwicklung alkoholfreier Fermentationsgetränke“, ergänzte der Referent.
In jüngster Zeit ist die Untersuchung alkoholfreier Spirituosenalternativen ein wachsendes Segment. Die Proben kommen sowohl von Herstellern als auch von Lohnabfüllern. Eine einheitliche Bewertung und die Entwicklung einheitlicher Analytikstandards ist aufgrund des Facettenreichtums dieser Getränkekategorie schwierig. Suchen müsse man sowohl produktverderbende Mikroorganismen als auch Indikatorkeime oder pathogene Keime. Der pH-Wert ist dabei das größte Thema. „Ein pH-Wert unter 4,2 erhöht in den Produkten die mikrobiologische Sicherheit“, sagte Hageböck. Er präsentierte Befunde aus 2025: 92 % der Proben zeigten unterschiedliche Bakterienbefunde. Dabei sind nicht alle gleich gesundheitsgefährdend, können aber durch die mögliche Bildung von Fehlaromen, Trübung oder Schleim das Produkt negativ beeinflussen. Schadhefen fanden sich in 9,5 % der Proben und 3 % litten unter Schimmelpilzbefall. Die derzeitige Datenlage zur Beurteilung des Schadpotenzials bestimmter Mikroorganismen für Spirituosenersatzprodukte ist bisher jedoch unzureichend. Dr. Hageböck lud Hersteller und Lebensmittelkontrolleure dazu ein, mit den VLB-Experten Informationen zu teilen und empfohlene Grenz- und Richtwerte zu erarbeiten. Nach der Entdeckung
Intensiver Informationsaustausch in der Fachausstellung
Dr. Martin Hageböck
Christian Schrade mit Wodsky
Johan ten Doornkaat
Geyer
Hans Kemenater (3. v. r.) mit einem Teil seines Teams: Kilian Jonscher und Christoph Seifried (v. r.) sowie Wiebke Künnemann mit Kollegen und ehemaligen Kollegen: Chris Bergtholdt, Ludmila Linke, Dr. Martin Hageböck und Johannes Fuchs (v. l.)
einer Kontamination muss geklärt werden, wo diese stattgefunden hat. Wie ist das Produkt hergestellt worden? Wo und wie wurde es ausgemischt? Wurde es entalkoholisert? Wie? Sind die Keime durch Rohstoffe eingebracht worden, in der Produktion, der Ausmischung oder bei der Abfüllung? „Seien Sie sensibilisiert, prüfen Sie ihre hygienischen Bedingungen und kontrollieren Sie ihre Produkte!“, gab der Mikrobiologe den Herstellern mit auf den Weg.
Das Thema alkoholfreie Spirituosenalternativen vertiefte Gerald Koenen von den Rheinland Distillers, Bonn, mit der Frage: Ist die Zukunft alkoholfrei? „Es ist damit zu rechnen, dass das bleibt“, so die Einschätzung des Referenten. „Das Segment der alkoholfreien Spirituosenersatzprodukte ist klein, aber es wächst zweistellig. Wir in Deutschland sind Vorreiter“, resümierte Koe nen mit Blick auf die Ergebnisse einer ISWRStudie. Das ISWR (Institute for World State Research) ist ein britisches Marktforschungsinstitut, das sich der Analyse des globalen Alkoholmarktes widmet. Der Weg zum alkoholfreien Wonderleaf begann mit einem Aprilscherz, der dazu führte, dass alle fragten, wo man die alkoholfreie Alternative kaufen könne: „Wir hörten von Seedlip (einer der ersten Hersteller von alkoholfreien Destillaten aus Großbritannien) und haben mit der Entwicklung begonnen. Wir waren in Deutschland die Ersten“, erzählte der Referent. Eine Herausforderung lag in der Sensorik: „Du hast die geschmackliche Tiefe von Alkohol nicht. Wir
haben uns daher vom Original (Siegfried Gin) gelöst und 2018 ein ganz eigenes Aromaprofil erstellt“, erläuterte der Marktführer im Premiumbereich. „Wir hatten das große Glück, dass unser Gin gut eingeführt war und klar war, dass das Wonderleaf ein ‚alkoholfreier Gin‘ ist.“ Der Referent nahm die Zuhörer mit in die Welt der Entwicklung, Produktion und Vermarktung alkoholfreier Spirituosenersatzprodukte und wies dabei auch auf mögliche Fallstricke hin. Wie erhält man Geschmack? Entalkoholisiert man das fertige Produkt? Nutzt man Wasserdampfdestillation oder hochpotente alkoholische Destillation? Setzt man Extrakte und/oder Aromen zu? Ein wichtiger Punkt ist die Haltbarkeit. „Wir haben hier ein leicht verderbliches Lebensmittel“, betonte der IfGB-Alumnus und Absolvent des VLB-Mikrobiologie-Kurses. Mit Zitronensäure kann man den pHWert möglichst unter 4 bekommen. Für die Konservierung wird Kaliumsorbat verwendet. Außerdem ist eine Kaltpasteurisation mit Velcorin möglich. Für eine Heißpasteurisation müssen die Flaschen entsprechend robust sein. Bei der Deklaration sind Zutatenliste, Nährwertangaben und MHD gefordert. Auf Letzteres schaut der Handel genau. Auch für den Export ergeben sich Herausforderungen, wie Importzulassungsbeschränkungen: „Für Japan müssen wir ein eigenes Produkt herstellen, weil dort Kaliumsorbat nicht für Getränke zugelassen ist.“ Koenen wagte einen Ausblick: „Die meisten Produkte sind noch immer Kopien von Getränken, die schon
existieren. Der Trend wird kommen, dass man sich davon freimacht.“ Die jüngste Entwicklung der Rheinland Distillers ist ein funktionales Getränk. WYLDA enthält hochwertige, alkoholfreie Destillate, Extrakte und Auszüge aus Maca, Schisandra, Ginseng, Damiana, Matcha und Moringa sowie hochdosiertes Vitamin B6. Es soll Müdigkeit verringern. Mit 128 mg/100 ml enthält WYLDA die 4-fach zulässige Menge an Koffein für Getränke und darf daher nur verdünnt getrunken werden.
Für die Entalkoholisierung von Spirituosen stellte Claudia Geyer, Soløs Spirits, Sasbach, ein neues Verfahren vor. Solos Spirits GmbH ist ein Zusammenschluss von Bimmerle und Solos. Ihre erste Anlage steht bei Bimmerle. Dabei geht es zum einen darum, deren Spirituosen zu entalkoholisieren, zum anderen, dieses neue Verfahren auch als Dienstleistung anzubieten. Bei dieser Methode handelt es sich um eine Festphasen-Filtration zur Aromarückgewinnung, der die Entalkoholisierung per Vakuumdestillation vorgeschaltet ist. Dabei bleiben die Aromen an den Adsorber-Harzen des Filters hängen, während Wasser und Alkohol das System verlassen. Die Aromen werden zum Schluss dem alkoholfreien Produkt wieder zugesetzt. „Unsere innovative patentierte Technologie stellt sicher, dass der ursprüngliche Geschmack und das authentische Geschmacksprofil Ihrer Marke erhalten bleiben“, versprach die Referentin. Das IfGB-Forum 2026 findet vom 28. bis 30. September in Neckarsulm statt
Gerald Koenen
Claudia
TAGUNGEN
Das 24. IfGB-Forum tagt im Großraum Heilbronn
Vom 28. Bis zum 30. September trifft sich die deutschsprachige Spirituosenbranche in Neckarsulm bei Heilbronn. Eingeladen hat die LVWO Weinsberg, die ebenso wie die Joh. Vögele KG ihre Tore zur Besichtigung öffnet. Die Veranstaltung startet am Montag mit einem Vorabendtreffen im Schwäbischen Schnapsmuseum Bönnigheim. Gastgeber dort sind das Museum und die BrüggemannAlcohol.
Zusätzlich zum Besichtigungsprogramm am Dienstagnachmittag lädt am Mittwochnachmittag die Duale Hochschule Baden-Württemberg zur Besichtigung ihres Campus BWL-Food-Management ein.
(WiK) VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Klotzbücher sagt: „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung der Gastgeber und auf das durch sie geprägte Vortrags- und Rahmenprogramm.“ IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann ergänzt: „Das Programm befindet sich noch im Aufbau, aber die meisten Vortrags-Slots konnte ich bereits vergeben.“
Die Rahmenbedingungen der Spirituosenindustrie sind weiterhin sehr herausfordernd. Erneut heißt es, Perspektiven aufzuzeigen, wie damit umzugehen ist. „Kreativität und Entschlossenheit stehen für die mittelständisch geprägte deutschsprachige Spirituosenbranche. Da macht es Freude, Best-PracticeBeispiele präsentieren und offene Fragen diskutieren zu können“, sagt Künnemann.
Der erste Tag wird eröffnet mit Vorträgen zu den aktuellen Herausforderungen der Branche und den jüngsten Entwicklungen am IfGB. Die Sponsoren zeigen das,
was in ihnen steckt: Die Joh. Vögele KG referiert zu Aromen für die Spirituosenbranche und für Spirituosen-Alternativen. Dr. Dirk Hofmann von der Staatlichen Lehrund Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg steht für die Wein- und Obstbrand-Expertise seines Hauses. Vertiefende Details werden jeweils während der Betriebs-/Instituts-Führung präsentiert. Timo Friedrich von der BrüggemannAlcohol, Heilbronn, wird über Grüne Energie für Hochprozentiges referieren. Am Dienstagnachmittag geht es auf Exkursion zu Vögele und zur LVWO. Anschließend laden Joh. Vögele KG und IfGB ins Brauhaus Neckarsulm. Für den Mittwoch sind Vorträge zu den Themen RTD, Rum aus dem deutschsprachigen Raum und KI geplant. Am Spätnachmittag rundet eine Besichtigung des Campus BWL-Food-Management der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn (inkl. Besichtigung des Sensoricums) die Veranstaltung ab.
LVWO Weinsberg
Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg ist eine Einrichtung der Landwirtschaftsverwaltung des Landes Baden-Württemberg. Unter dem Dach der Einrichtung befinden sich Fachschule sowie Wein- und Obstbaubetrieb. Die Institutsführung am Dienstag umfasst die Bereiche Analytik, Lehrbrennerei, Kellerei, Verkauf und Sensorik-Studio.
Joh. Vögele KG
Vögele ist Teil der deutschen Flavour + Fragrance-Industrie. Die Tagungsteilnehmer erhalten beim Besuch der Fa. Vögele einen ausführlichen Einblick in Forschung und Entwicklung, Produktion sowie Qualitätssicherung. Das Welcome Hotel Neckarsulm ist der Ort des Vortragsprogramms, ein modernes Tagungshotels mit sehr guter Verkehrsanbindung und Platz für die begleitende Fachausstellung im Tagungsfoyer. Die Anmeldung ist freigeschaltet.
Mit Unterstützung von
Im Weinkeller der LVWO Weinsberg
Destillieranlagen der Joh. Vögele KG
Foto: Vögele
Foto: WiK
Die Grüne Woche feiert 100. Geburtstag
Die Grüne Woche begeisterte vom 16. bis zum 25. Januar 350 000 Gäste. Das entspricht einem Besucherzuwachs von rund 40 000 im Vergleich zum Vorjahr. Bundespräsident, Bundeskanzler, zwei EU-Kommissare und sieben Bundesminister nahmen persönlich teil, ebenso Vertreter der Branchenverbände. Der Genuss landwirtschaftlicher Produkte aus der ganzen Welt stand auch in diesem Jahr im Zentrum – dazu gehörten Bier, Wein und Spirituosen ebenso wie ihre alkoholfreien Alternativen.
(BF) Rund 1600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern präsentierten traditionelle Spezialitäten und innovative Produkte wie auf einer kulinarischen Weltreise. Erneut zeigte sich die Grüne Woche als Testmarkt und Impulsgeber für die Ernährung von morgen. „Die Grüne Woche 2026 hat gezeigt, dass sie auch nach 100 Jahren relevant ist“, sagte Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin. Eine besondere Würdigung war die Eröffnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz informierte sich über die heimische Landwirtschaft. Die Bedeutung der Grünen Woche für Politiker aus der ganzen Welt zeigte sich besonders im Eröffnungsrundgang mit dem Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Kai Wegner. Mit dabei waren u. a. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen, Dr. Christian von Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V., sowie Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. An den beim Rundgang besuchten Länderständen warteten die Landwirtschaftsminister europäischer Staaten, aber auch Marokkos. Alois Rainer nutzte die Messe als zentrale Plattform für Gespräche in der Halle des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Er sagte: „Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft hat mit ihren hochwertigen Produkten bewiesen, dass ‚Made in Germany‘ ein Markenversprechen ist.“ Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes ergänzte: „Auffallend war, dass sich viele Messebesucher zunehmend Gedanken über Ernährungs- und Versorgungssicherheit machen.“ Vor dem Hinter-
grund vielfältiger Kriege und Krisen vermittelte die Grüne Woche kulturelle Vielfalt und internationalen Zusammenhalt.
Auch zahlreiche Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder nutzten die Messe, um Volksnähe zu zeigen und ihren Landwirten und Lebensmittelproduzenten den Rücken zu stärken. Ergänzt wurde die politische Präsenz durch zahlreiche Botschafter, Diplomaten sowie Attachés, die die Grüne Woche als Plattform für den Austausch zu Landwirtschaft, Ernährung und Handel nutzten. Daneben fanden im Umfeld der Grünen Woche Tagungen statt wie das Global Forum for Food and Agriculture. Höhepunkt war die 18. Berliner Agrarministerkonferenz mit Vertretern aus 61 Staaten. Brauer und Spirituosenhersteller nutzten die Grüne Woche, um Kontakte zu Händlern und Endverbrauchern zu pflegen. Die Brauerei BRŁO hatte im Auftrag der Messe ein spezielles „100-Jahre-Grüne-Woche-Pils“ gebraut, das der Regierende Bürgermeister in der Berlinhalle verkostete. Brenner und Spirituosenhersteller freuten sich über Gespräche mit Konsumenten, die interessiert nach Details fragten und sich z. T. auch mal nach einer alkoholfreien Alternative erkundigten.
Die nächste Grüne Woche findet vom 15. bis 24. Januar 2027 statt.
Abbildungen
1. Kristina Knoll im Kundengespräch und Gerhard Fink (r.) am Stand seiner schwäbischen finch® Whiskydestillerie
2. Hendrik Viefhues (r.), Destillateur der Feinbrennerei Sasse im Münsterland, erklärt alle Eigenheiten des Lagerkorns
3. Beste Stimmung in der Bayernhalle: Simon Eder und sein Team freuen sich auf neugierige Gäste
Mich. Weyermann® GmbH & Co. KG Weyermann® präsentiert alkoholfreien Aperitif
Seit über einem Jahrzehnt arbeitet die Malzfabrik auch mit ihrer eigenen Brauerei und Brennerei. So führt sie Handwerk, Geschmack und Innovationsgeist zusammen. Mit dem Weyermann® Weyerol® Alkoholfrei stellt das Unternehmen ein Getränk für Konsumenten vor, die alkoholfrei genießen möchten.
(F.) Der Weyermann® Weyerol® Alkoholfrei verbindet feine Noten von Bitterorange und Kräutern zu einem frischen, spritzigen Geschmackserlebnis. Leuchtend rot im Glas, gefertigt mit handwerklicher Präzision. Er kommt als ausgemischter alkoholfreier Sprizz in die Flasche.
Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V.
„Viele Menschen denken bei uns an Malz – und ja, da liegen unsere Wurzeln“, erklärt Junior-Chefin Franziska Weyermann. „Aber unser Herz schlägt längst für mehr. Ob Malz, Mehl, Brot, Bier, Whisky oder nun unser Weyermann® Weyerol® Wir entwickeln Produkte für alle, die Geschmack erleben wollen. Egal ob mit oder ohne Alkohol.“
Ein Aperitif, der regional verwurzelt und gleichzeitig international inspiriert ist. Der weder als alkoholfreie Alternative, noch als Kompromiss gedacht ist, sondern als vollwertiger, moderner Genuss.
Letztes Jahr begeisterte der klassische Weyermann ® Weyerol ® die Gäste der Weyermann® Afterwork-Veranstaltung. 2026 kommt nun die alkoholfreie Variante dazu: „Ein schönes Projekt zweier Weyermann® Teams, die einen alkoholfreier Aperitif geschaffen haben, der aromatisch seinem alkoholhaltigen Bruder in nichts nachsteht“, sagt Philipp Schwarz, Leiter der
Internationale DLG-Qualitätsprüfung 2026 mit neuem Schema
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat ihre Auszeichnungs-Systematik überarbeitet. Der Vorstand der DLG hat beschlossen, ab 2026 das DLG-Siegel als einstufiges Qualitätszeichen zu verleihen. Die Auszeichnung „DLG-geprüfte Qualität" ersetzt das bisherige Medaillensystem (Gold, Silber und Bronze).
(F.) Die DLG-Auszeichnungen und Sonderpreise sollen Betriebe bei der Profilierung unterstützen. Das neue System ist bereits seit der DLG-Qualitätsprüfung im Januar 2026 gültig.
Das Qualitätssiegel der DLG gehört zu den Auszeichnungen mit der höchsten Bekanntheit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern, verbunden mit einem positiven Image. Von Experten ausgezeichnet, steht es für eine objektive Produktprüfung nach bewährter Testmethodik. ,,Die ab 2026 geltende einstufige Auszeichnung,DLG - geprüfte Qualität‘ vereinfacht die Kommunikation, stärkt die Aussagekraft des Siegels und orientiert sich an internationalen Standards. Mit der neuen Einstufigkeit wird der hohe Qualitätsanspruch der DLGTests weiter gefestigt", sagt Thomas Burk hardt, DLG-Projektleiter Getränke.
Weyermann ® Destillerie. Entstanden ist dieser besondere Aperitif zunächst als persönliche Überraschung: Franziska Weyermann erhielt von Philipp Schwarz und seinem Brennerei-Team in Kooperation mit dem Team der Weyermann® Braumanufaktur den eigens für sie entwickelten alkoholfrei Aperitif anlässlich ihres 15-jährigen Jubiläums im Familienunternehmen. Inspiriert von ihrer Vorliebe für den italienischen Aperitif verbindet der Weyermann® Weyerol® alkoholfrei die Kunst der Destillation mit der Innovationskraft der Weyermann® Braumanufaktur und Weyermann® Destillerie.
Die mehrfach prämierte Weyermann® Destillerie ist seit 2014 Teil der Malzfabrik in Bamberg. Dort produziert Philipp Schwarz mit seinem Team auf drei hochmodernen Arnold Holstein Brenngeräten ein breites Sortiment an Spirituosen Whisky, Getreide-, Bier- und Obstbränden bis hin zu Gin.
Diese Weiterentwicklung soll Teil einer Modernisierung des DLG-Prüfund Auszeichnungssystems sein. Damit wird das Ziel verfolgt, Qualität noch klarer zu kommunizieren. Die ausgezeichneten Produkte sollen besser im Markt wahrgenommen werden. Obendrein vereinfache man so die Prozesse. Die objektive, unabhängige Prüfung nach DLG-Standards erfolgt weiterhin nach dem anerkannten DLG-5-Punkte Schema® Die DLG skizziert folgende Vorteile:
• Einheitliche Produktkommunikation mit einem starken Qualitätssiegel
• Starke Verbraucherorientierung durch klare Signalwirkung
• Reduzierte Komplexität und damit Kosteneffizienz bei Produktverpackungen und Werbemitteln
• Erleichterung der Integration des DLG-Siegels in digitale Kanäle und Point-of-Sale-Systeme
Wie bisher ist die Teilnahme an den internationalen DLG-Qualitätsprüfungen jährlich oder im Zwei-Jahres-Rhythmus möglich. Die Auszeichnung „DLG-geprüfte Qualität" setzt eine festgelegte Qualitätszahl voraus. Auch dieses Jahr setzt die DLG mit Sonderpreisen auf aktuelle Marktentwicklungen und Trends. Verliehen werden folgende Sonderpreise:
• Beste Spirituosen-Innovation: Für herausragende Neuentwicklungen
• Cocktail-Klassiker: Auszeichnung für Mix-Spirituosen, die in jeder Bar glänzen.
• Alkoholfreie Spirituosen-Alternativen: Genuss ohne Alkohol.
• Bestes Spirituosen-Sortiment: Würdigung für Vielfalt, Qualität und ein überzeugendes Gesamtangebot.
Darüber hinaus bleiben etablierte Auszeichnungen wie die „DLGClassics", der „Bundesehrenpreis" und der „Preis für langjährige Produktqualität" fester Bestandteil der Prüfung und stehen für höchste Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Branche. Der Haupttermin war im Januar. Die Anmeldeschlüsse für die Zusatztermine Spirituosen sind 29. Mai und 7. August 2026.
Anmeldung
VERBÄNDE
Likör und Rum als Hoffnungsträger?
Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) hat beim Marktforscher NielsenIQ (Germany) eine Studie zum Konsum von Spirituosen in Deutschland beauftragt. Demnach konnten sich Liköre im Jahr 2025 behaupten und den Spitzenplatz im Spirituosenabsatz-Ranking verteidigen. Mit einem Marktanteil von rund 28 % bleiben Liköre vor Wodka (16 %) und Korn nebst anderen klaren Spirituosen (15 %) das absatzstärkste Spirituosensegment in Deutschland. Auch für die Kategorie Rum sieht der BSI Wachstumsperspektiven durch Premiumisierung und Diversifizierung.
Von der Faszination für italienischen
Lifestyle getrieben, erobert der Limoncello – pur oder als Spritz – neue Verwendungssituationen
Ausgefallene Etiketten und spannende Herkunftsgeschichten sollen beim Rum den Entdeckergeist wecken
(F.) Liköre profitieren dabei vom Zuhause-Konsum, neuen Geschmacksprofilen und einer wachsenden Bedeutung als Aperitif- und Mixprodukte. Besonders Kräuter- und Halbbitterliköre bilden das Rückgrat des Marktes. Gleichzeitig sorgen Frucht-, Aperitif- und moderne Fun-Flavour-Liköre für Wachstumsimpulse. Ein prägender Trend im Jahr 2025 war die fortschreitende Premiumisierung. Verbraucher greifen verstärkt zu hochwertigen Produkten, regionalen Spezialitäten und Manufakturprodukten. Parallel dazu verändert sich das Geschmacksprofil vieler Produkte: „Weniger süß, mehr Charakter“ lautet die Devise. Reduzierter Zuckergehalt, natürliche Zutaten und kräuterbetonte Rezepturen gewinnen weiter an Bedeutung. Klassische Marken reagieren mit Sondereditionen, während junge Marken mit Bio- oder Craft-Anspruch Marktanteile aufbauen. Ein weiterer Wachstumstreiber ist der Aperitifund Low-Alcohol-Trend. Liköre mit niedrigem Alkoholgehalt werden zunehmend als Genussprodukte in Longdrinks oder Spritz-Varianten positioniert. Italienisch inspirierte Zitrus- und Kräuterliköre sowie
regionale Aperitif-Konzepte verzeichnen steigende Nachfrage. Liköre finden Anklang in allen Altersgruppen von 26 bis 65 Jahren und werden überwiegend in Gesellschaft und am Wochenende getrunken. Dabei stehen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern Aspekte wie Gemütlichkeit, Beisammensein, besondere Anlässe und der Geschmack im Vordergrund. „Für das Jahr 2026 erwarten wir keine grundlegende Marktverschiebung. Der Likörmarkt in Deutschland bleibt ein attraktives Spielfeld. Innovationskraft und die Fähigkeit, sich an veränderte, gesundheitsbewusste Konsumgewohnheiten anzupassen, machen Liköre zu einem zukunftsfähigen Segment der Spirituosenbranche“, sagte BSIGeschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick, BSI-Geschäftsführerin.
Mit Rum auf Entdeckungsreise Rum profitiert aktuell von einer klaren Premiumisierung und wachsender Geschmacksvielfalt. Gereifte (Aged) Rums, Single-CaskAbfüllungen sowie Spiced (Spirituose: Rum mit Vanille, Zimt, Muskat, Ingwer u.a.) und Flavoured Rums (aromatisierte Spirituosen auf RumBasis) gehören zu den Wachstumstreibern und gewinnen sowohl im Handel als auch in der Gastronomie an Bedeutung. Rum ist in Deutschland aktuell eine Premium- und „Entdeckerkategorie“. Verbraucherinnen und Verbraucher achten auf Geschmack, Qualität, Herkunft und Authentizität.
Die Gastronomie wirkt als Motor für Rum. Bars setzen auf hochwertige Rums, komplexe Aromaprofile und moderne Rum-Cocktails, wodurch sich die Sichtbarkeit und Akzeptanz anspruchsvoller Produkte erhöht. Während klassische weiße Rums
etwas an Relevanz verlieren, steigt die Nachfrage nach charakterstarken und fassgereiften Produkten. Spiced und Flavoured Rums punkten mit exotischen Geschichten, moderner Aromatik und hoher Mixability. Gleichzeitig entdecken immer mehr Genießer Rum als Alternative und Ergänzung zu Whisk(e)y. Aged und Single-Cask-Produkte gewinnen durch ihre Tiefe, Komplexität und limitierte Verfügbarkeit an Bedeutung. In der gehobenen Gastronomie findet Rum zudem Verwendung in Dessertpairings oder als Basis für komplexe Signature-Drinks.
Die Studie zeigt, dass eine überwiegend männliche (63 %) Zielgruppe über 26 Jahre die größte Affinität zum Rum hat. Rum-Liebhaberinnen und -Liebhaber geben überdurchschnittlich häufig an, in erster Linie wegen des Geschmacks zu genießen und bei Nahrungsmitteln und Getränken generell auf Qualität und Hochwertigkeit zu achten.
„Der Rum-Markt in Deutschland entwickelt sich insbesondere in Qualität und Profil. Verbraucherinnen und Verbraucher suchen Charakter, Vielfalt und Authentizität“, fasst Wiesgen-Pick zusammen.
Fotos: BSI – KI-gestützt
Gesellschaft für Geschichte des Brannt weins (GGBW) versammelt sich in Haselünne
Die Gesellschaft für Geschichte des Branntweins e.V. (GGBW) folgt vom 23. bis zum 25. April der Einladung ihres Mitglieds Josef Rosche von der gleichnamigen Kornbrennerei nach Haselünne. GGBW-Geschäftsführer Werner Albrecht und Josef Rosche haben für die Jahrestagung ein vielfältiges Besichtigungsprogramm erarbeitet. Am Samstag findet traditionell die Mitgliederversammlung statt. (WiK) Haselünne ist mit einem Stadtrecht von 1272 eine der ältesten Städte des Emslandes. Die Hansestadt beherbergte im 18. Jahrhundert 26 Kornbrennereien, von denen heute noch 3 aktiv sind.
Donnerstag, 23. April: Begrüßung und Museum
Die Jahrestagung beginnt am 23. April um 15.00 Uhr mit einem Begrüßungskaffee in der Edelkornbrennerei Jos. Rosche . Das Familienunternehmen wird in 6. Generation geführt – IfGB-Alumnus Thomas Rosche ist jüngst in die Geschäftsführung aufgerückt. Die Unternehmerfamilie ist stolz auf eine mehr als 230-jährige Tradition. Ihr Korn-Feindestillat produzieren sie aus Weizen aus eigenem Anbau. Stets auf Umwelt und Kreislaufwirtschaft bedacht, verwendet Familie Rosche für die meisten ihrer Produkte Glasflaschen und -Kästen. Die Edelkornbrennerei ist in verschiedenen sozialen Projekten engagiert und langjähriges VLB-Mitglied.
Im Anschluss an den Begrüßungskaffee führt der Historiker Dr. Dieter Kronabel durch das Heimatmuseum Haselünne . Es folgt ein gemeinsames Abendessen.
Freitag, 24. April: Rathaus und Brennereien
Am Freitag, 24. April, empfängt Bürgermeister Werner Schräer die Mitglieder der GGBW im Haselünner Rathaus. Anschließend geht es in den Berent zen Hof. Dieser ist Teil der Berentzen-Gruppe, die ihre Spirituosenproduktion nach Minden verlagert hat – in Haselünne steht noch eine moderne 1500-L-Brennblase der Fa. Arnold Holstein. Berentzen schaut auf eine mehr als 250-jährige Tradition zu -
rück. Die Führung geht durch die historischen Burgmannshöfe, die Hof-Destillerie, die historischen Säle und den Hofladen. Auch die Berentzen-Gruppe ist ein langjähriges VLB-Mitglied.
Nach dem Mittagessen lädt die Private Kornbrennerei Heydt zur Besichtigung ein. Heinrich Heydt gründete die Brennerei im Jahre 1860. Hendrik Heydt und Heinz Hermeling führen sie in der 5. Generation und verfolgen das Ziel, die traditionsreiche Brennerei in eine aufregende Zukunft zu führen und gleichzeitig die bewährten Werte von Qualität und Handwerkskunst zu bewahren.
Samstag, 25. April: Mitgliederversammlung und Werft-Besuch Der Vormittag beginnt mit der GGBW-Mitgliederversammlung in der Edelkorn-Brennerei Jos. Rosche. Wer nach dem Mittagessen noch Zeit hat, fährt mit privaten Fahrgemeinschaften zur Besichtigung der Meyer Werft in Papenburg. Besonderer Dank gilt Familie Rosche für die Einladung und die Unterstützung bei der Erstellung dieses vielfältigen Programms.
Information und Anmeldung Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich immer noch anmelden. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen.
Edelkornbrennerei Rosche
Historisches Brenngerät bei der Kornbrennerei Heydt
Wer am Rahmenprogramm teilnehmen möchte, zahlt eine Kostenbeteiligung. Hinzu kommen drei selbst zu finanzierende Mahlzeiten. Anmeldeformular und detailliertes Programm nebst Hotelliste erhalten Sie vom GGBW-Geschäftsführer Werner Albrecht. geschaeftsfuehrer@ geschichte-branntwein.de Zu Besuch bei Berentzen
Foto: Rosche
Fotos (2): WiK
Bierabsatz in Deutschland weiter im Sinkflug
Der Bierabsatz deutscher Brauereien und Bierlager ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um 6,0 % bzw. 4,97 Mio. hl auf rund 78 Mio. hl zurückgegangen. Damit verzeichnet die Branche nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
den stärksten Absatzrückgang seit 1993. Wachstum verzeichnete lediglich das Segment der alkoholfreien Biere, das laut Angabe des Deutschen Brauer-Bundes inzwischen einen Marktanteil von 9,5 % erreicht hat.
Gesamtbierabsatz in Deutschland 2025
ohne alkoholfreies Bier, Malztrunk und Importe
Januar bis Dezember 2025 (in Mio. hl, gerundet)
Veränderungen gegenüber 2025 in %
(BF) Wie in den Vorjahren zeigte sich ein ausgeprägtes saisonales Muster mit Absatzsteigerungen in den Frühjahrs- und Sommermonaten sowie Rückgängen im Herbst und Winter. Zugleich bestätigte sich der langfristige Abwärtstrend: Im Zehnjahresvergleich liegt der Absatz um 18 Mio. hl unter dem Niveau von 2015.
Inland -5,8 %, Exporte -7,0 % 82,5 % des gesamten Bierabsatzes entfielen 2025 auf den Inlandsmarkt. Dieser sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % auf 64 Mio. hl. Die verbleibenden 17,5 % (14 Mio. hl) wurden steuerfrei abgesetzt. Davon gingen 7,98 Mio. hl (-1,3 %) in EU-Staaten, 5,52 Mio. hl (-14,2 %) in Nicht-EU-Staaten und 1 Mio. hl (-7,2 %) unentgeltlich als Haustrunk an Beschäftigte der Brauereien. Auch das Segment der Biermischgetränke entwickelte sich rückläufig. Gegenüber 2024 wurden 5,2 % weniger Biermischungen abgesetzt. Mit 4,02 Mio. hl machten sie 5,2 % des gesamten Bierabsatzes aus. Nicht enthalten in den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie aus Staaten außerhalb der Europäischen Union eingeführtes Bier.
Marktstruktur: Pils bleibt führend, Alkoholfreie wachsen Alkoholfreie Biere sind derzeit das dynamischste Segment des deutschen Biermarktes. Mit einem Marktanteil von 9,5 % haben sie sich auf Platz drei der Absatzrangliste etabliert. Marktführer bleibt weiterhin Pils mit knapp 50 % Marktanteil. Auf Rang zwei folgt die ebenfalls wachsende Kategorie der Hellbiere mit rund 12 %. „Wie Handel und Gastronomie spüren auch die Brauereien die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher“, erklärt DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die wirtschaftliche Situation der Gastronomie bleibe weiterhin angespannt; zahlreiche Betriebe hätten sich seit der Pandemie nicht vollständig erholt. Auch die starke Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels stelle die Brauwirtschaft vor anhaltende Herausforderungen.
Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. (VDM)
Mineralwasser-Absatz steigt 2025 deutlich
Deutsche Verbraucher greifen verstärkt zum Naturprodukt Mineralwasser. Laut aktuellen Branchendaten des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) stieg der Absatz von Mineral- und Heilwasser im Jahr 2025 um 2,4 % auf insgesamt 102 Mio. hl. Der Pro-Kopf-Verbrauch kletterte damit auf 128,8 Liter, womit Mineralwasser seine Position als beliebtester Durstlöscher in Deutschland weiter ausbaut.
(F.) „Die Verbraucher schätzen die natürliche und regionale Herkunft. Für viele ist es der tägliche Durstlöscher, weil es natürlich rein ist und gut schmeckt“, erklärt Jürgen Reichle, Geschäftsführer des VDM. Insbesondere der Absatz von stillem Mineralwasser ohne Kohlensäure wuchs 2025 überdurchschnittlich um 6,1 %. Ebenso erfreute sich Heilwasser an einem steigenden Konsum, mit einem Plus von 4,2 %. Der Gesamtabsatz der Mineralbrunnenbranche bezogen auf Mi -
neralwasser, Heilwasser und MineralbrunnenErfrischungsgetränke ist 2025 um 1,2 % auf insgesamt 132 Mio. hl gestiegen.
„Die deutschen Mineralbrunnen haben sich in einem herausfordernden Umfeld für Lebensmittel und Getränke behauptet und das Jahr 2025 mit einem deutlichen Absatzplus abgeschlossen“, erklärt Reichle.
Rund 150 Betriebe mit 10 000 Beschäftigten sichern die Versorgung mit über 500 regionalen Mineralwässern und über 20 im Handel erhältlichen Heilwässern. Seit mehr als 2000 Jahren schätzen die Menschen den besonderen Wert von natürlichem Mineralwasser. Auch heute ist das Naturprodukt für viele
fester Bestandteil ihrer täglichen Trinkkultur und eines gesunden Lebensstils.
Good Design® Award 2025 für Rastal
Ein Symbol für exzellentes, innovatives Design: Der Bier-Pokal Convent wurde mit dem Good Design® Award 2025 ausgezeichnet und setzte sich damit in einem hart umkämpften, internationalen Feld mit Beiträgen aus mehr als 55 Ländern durch.
(F.) Der Trappisten-Stil setzt neue Maßstäbe für Bierkelche. Mit einem Fokus auf Ästhetik und Funktionalität vereint das von Rastal entwickelte Modell Convent Genuss mit Niveau. Ideal für Ales, belgische Klassiker und moderne Biersorten kombiniert das Glas traditionelle Trappisten-Ästhetik mit moderner Formensprache. Besonders markant ist die breite, kelchartige Form, die nicht nur elegant wirkt, sondern auch die optimale Entfaltung der komplexen Aromen fördert. Der sanft nach innen
gewölbte Rand stabilisiert den Schaum und veredelt das gesamte Geschmacks erlebnis. So werden sowohl die malzigen, fruchtigen als auch die hopfigen Nuancen des Bieres perfekt zur Geltung gebracht. Gefertigt aus brillantem Kristallglas, überzeugt Convent durch seine klare Linienführung und eine Haptik, die gleichzeitig robust und edel wirkt. Mit Eichmöglichkeiten von 0,25 l bis 0,4 l bietet das Glas flexible Einsatzmöglichkeiten für Brauereien und Gastronomiebetriebe.
„Eine Auszeichnung mit einem renommierten Designpreis ist stets etwas Besonderes und würdigt die kreative Leistung unseres Teams. Unser Anspruch an Design ist fest in der Unternehmens-DNA verankert und orientiert sich an den Trends der internationalen Gastronomie“, freut sich Maximilian
Sahm, geschäftsführender Gesellschafter der Rastal GmbH & Co. KG.
Viele Menschen schätzen die Ursprünglichkeit und Regionalität des Naturprodukts Mineralwasser
Der prämierte Kelch: das Kristallglas Convent von Rastal
Foto:
VDM
Foto: Rastal
Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei
Berliner hat was Neues auf Lager
Mit Berliner Mildes Lager bringt die Hauptstadtbrauerei ein Bier für diejenigen an den Start, denen ein klassisches Pils zu herb ist und die trotzdem nicht auf Charakter verzichten wollen.
(F.) Das neue Berliner Mildes Lager ist hell eingebraut, mild im Geschmack und ergänzt als eigenständige Sorte mit einem Alkoholgehalt von 4,8 Vol.-% die Dachmarke Berliner. Das helle Lager steht für einen unkomplizierten Biermoment und greift die wachsende Nachfrage nach hellen Lagerbieren auf, die sich auch im Berliner Biermarkt zunehmend etablieren. Besonders
jüngere, urbane Zielgruppen suchen nach mehr Abwechslung und innovativen Bierstilen. Das neue Berliner Mildes Lager trifft als regi -
onal gebraute Sorte genau diesen Nerv und setzt mit seinem überzeugenden Geschmack ein Zeichen als neues Premium-Lager aus der Hauptstadt. Der Marktstart wird von gezielten Sampling-Aktionen, Promotions sowie einer starken Sichtbarkeit am POS und in der Gastronomie begleitet – also genau dort, wo Berliner Bierkultur lebt. Erhältlich ist Berliner Mildes Lager im Handel im 20 x 0,5-Liter-Mehrwegkasten sowie in der Gastronomie im 24 x 0,33-Liter-Gebinde.
VLB-Braumeisterteam gewinnt Wettbewerb „Brautalente der Peter Romeis-Stiftung“
Ein Team von Absolventen des VLB-Braumeisterkurses 2024/2025 wurde am 12. März im Wettbewerb für Hochschulen und Brauerschulen 2025 der Peter Romeis-Stiftung als 1. Sieger gekürt.
(BF) Der jährlich ausgeschriebene Wettbewerb richtet sich an Lehrinstitutionen wie Hochschulen, Meisterschulen oder Berufsschulen für Brauer und Mälzer, an denen Braueinrichtungen im Kleinmaßstab für die praktische Ausbildung zur Verfügung stehen.
Im Wettbewerb 2025 wurde als Thema „Deutsches Pils / Kellerpils“ vorgegeben. Traditionell zeichnet sich dieser Bierstil durch eine hellgelbe bis goldgelbe Farbe und einen sehr guten und dichten Schaum aus. Die folgenden analytischen Eckdaten mussten eingehalten werden:
Stammwürze: 11,0 – 12,5 %
Farbe: 5 – 10 EBC
Bittere: 25 – 40 BE
Die analytische und sensorische Bewertung erfolgte am Institut Romeis ergänzt durch eine Beurteilung eines Biersommeliers. Die drei Gewinnerbiere des Wettbewerbs werden von der Peter Romeis-Stiftung mit Preisgeldern in Höhe von jeweils 3000 €, 2000 € und 1000 € für die Plätze 1 bis 3 prämiert.
Den 1. Platz belegte das Braumeisterteam des VLBBraumeisterkurses 2024/2025: Tilmann Keutel, Thilo Quade, Philipp Rabe, Jeremias Reusch, David Tiefenthaler, Julian Wagner und Nils Wunderlich mit ihrem Pils „V L ovely B rew“.
„Ich bin sehr stolz auf die Jungs! Im vergangenen Jahr war unser Braumeisterkurs vergleichsweise klein,
aber sie haben offensichtlich sehr gut aufgepasst und ihre guten Abschlussnoten bestätigt“, kommentierte VLB-Kursleiter Jan Biering diesen Erfolg.
Foto: Peter Romeister-Stiftung
Erfolgreiche VLB-Braumeister: David Tiefenthaler, Philipp Rabe, Julian Wagner und Nils Wunderlich (v.l.)
König Pilsener Radler jetzt auch alkoholfrei
Die König-Brauerei bringt ein neues Produkt auf den Markt: Das König Pilsener Radler Alkoholfrei erfrischt mit fruchtiger Zitronenlimonade und leichter Süße sowie feinherber Hopfennote.
(F.) „Nach dem Neustart unseres Radlers 2025 ist die alkoholfreie Variante der konsequente nächste Schritt bei der Weiterentwicklung unserer Produktpalette“, erklärt Chris tin Köster, Senior Markenmanagerin König Pilsener. Mit der neuen Sorte setzt die Marke auf das anhaltende Wachstum im Segment alkoholfreier Biere und Biermixgetränke in Deutschland. So hat sich nach Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes die Produktion in diesem Bereich in den vergangenen 20
Jahren mehr als verdoppelt. 2025 überstieg der Umsatzanteil alkoholfreier Biere und Biermischgetränke im Handel erstmals die Marke von 10 % des Bierumsatzes. Erhältlich ist das König Pilsener Radler Alkoholfrei ab sofort in der 0,33-l-Flasche im Six-Pack. Sampling-Aktionen, Point of Sale-Werbemittel und gezielte Media-Maßnahmen unterstützen die Markteinführung.
Zwei Neuzugänge bei Schöfferhofer
Mit der Innovation Schöfferhofer Grapefruit Alkoholfrei Zero Zucker vereinen sich gleich zwei zentrale Konsumententrends: alkoholfreier Genuss und vollständiger Verzicht auf Zucker. Außerdem startet mit Schöfferhofer Wassermelone Minze ein neuer sommerlicher Biermix.
(F.) Mit Schöfferhofer Grapefruit Alkoholfrei Zero Zucker ist ein alkoholfreier Genuss bei Verzicht auf Zucker, aber mit vollem, fruchtig-herbem Grapefruit-Geschmack möglich. Als dritter Grapefruit-Bier-
mix im Schöfferhofer-Sortiment richtet sich die alkohol- und zuckerfreie Sorte an Konsumenten, die bewusster genießen möchten. Die Neuheit ist bereits im Handel verfügbar und wird mit Maßnahmen am Point of Sale sowie begleitender digitaler Kommunikation über Social Media, Online-Kanäle und Newsletter aufmerksamkeitsstark begleitet. Außerdem startet nach großem Erfolg in einem Testmarkt Schöfferhofer Wassermelone Minze nun deutschlandweit. Die Kombination aus saftiger Wassermelone, einem Hauch Minze und Schöfferhofer Weizen spricht Konsumenten an, die nach Abwechslung zu klassischen Biermix-Varianten suchen. Mit den beiden Produkteinführungen unterstreicht Schöfferhofer seinen Anspruch, das Segment der Biermixgetränke aktiv weiterzuentwickeln.
5TH VLB SYMPOSIUM ON ACIDIC FERMENTED NON-ALCOHOLIC BEVERAGES
12/13 May 2026, VLB Berlin (in English)
SCIENCE MEETS INDUSTRY
Sour fermented beverages are already shaping the beverage market today and will become more relevant in the future. VLB Berlin has many years of experience in the field of beverage development based on cocultures as well as in the development and provision of corresponding starter cultures. Since 2019, we have been able to bring science, industry and authorities together in order to discuss the latest research results and practice-relevant findings on the production and regulation of various fermentation products.
Topics
+ Kombucha, Water Kefir & Co.
+ Beverage Production & Technology, Process Development
+ Health Claims, Probiotics, Consumers
+ Ingredients, Sensory, Analytics
+ R&D, Trends, Business Development
+ For Scientists, Industry & Start-ups
+ With Evening Event & Exhibition
With support of:
www.vlb-berlin.org/en/safb2026
Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund (DBMB) e.V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg
Jahreshauptversammlung 2026 in Berlin
Am 13. Februar 2026 trafen sich 40 wahlberechtige und elf studentische Mitglieder sowie drei Gäste zur Jahreshauptversammlung der DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg in der BerlinerKindl-Schultheiss-Brauerei. Am Abend fand auch die Neuwahl des Landesgruppenvorstandes statt.
Nächster Termin: 17. April 2026 Mitgliederversammlung bei BRŁO, Berlin
Der Landesgruppenvorsitzende Jens Kemmel begrüßte alle Anwesenden, insbesondere die Ehrenmitglieder Jürgen Richter und Jörg Kirchhoff. Kemmel richtete seinen Dank an den Betriebsleiter der BKSB, Hans Kaspar Mayer, für die Ausrichtung der Jahreshauptversammlung. Diese fand erstmals im urigen Gambrinus-Keller der BKSB statt. Weiterhin wies Kemmel auf das 155-jährige Jubiläum der Landesgruppe Berlin-Brandenburg hin, die im Jahre 1871 als Berliner Braumeisterverein „Berlin und Umgebung“ gegründet und deren Tradition 1991 unter dem Namen „Landesgruppe Berlin-Brandenburg“ weitergeführt wurde. Nach dem Verlesen der Tagesordnung gedachten die Anwesenden den verstorbenen Mitgliedern Horst Wrede, Dr. Hans-Jürgen Manger und Prof. Dr. Joachim Mollenhauer in einer Schweigeminute. Im Nachgang wurden folgende runde Geburtstage gewürdigt: der 85.
von Klaus Thederan, der 75. von Ludger Wentrup und der 65. von Ulrich Landmann. Feierlich erwähnt wurden außerdem die 60-jährige Mitgliedschaft von Erich Schmidt, die 50-jährige Mitgliedschaft von Manfred Staruß, die 40-jährige Mitgliedschaft von Sabine Podewski, sowie zahlreiche 35- und 25-jährige Mitgliedschaften. Der Azubi-Preis 2025 für die beste Gesellenprüfung für den Lehrberuf Brauer und Mälzer in der Region Berlin-Brandenburg wurde an Marvin Musall (BKSB) verliehen. Außerdem wurde Nele Baganz (Abfüllleiterin BKSB) als neues Mitglied in die Landesgruppe aufgenommen. Schriftführerin Lisa Bauer trug den Bericht der Landesgruppe für das Jahr 2025 vor. Es fanden vier Mitgliederversammlungen, ein Sommerausflug, eine Fachexkursion und zwei Online-Vorstandssitzungen statt. Einige statistische Angaben zur Landesgruppe rundeten den Bericht ab. Den Bericht zur
Kassenlage hielt der Schatzmeister Sjörn Pahl. Katrin Pankoke in ihrer Funktion als Kassenprüferin berichtete, dass die durchgeführte Kassenprüfung keinerlei Einwände und Unregelmäßigkeiten ergab und bedankte sich bei Pahl für die akribische Arbeit. Beiratsmitglied Dr. Josef Fontaine würdigte die in den vergangenen zwei Jahren geleistete Arbeit des Landesgruppenvorstandes und beantragte die Entlastung, die einstimmig erfolgte. Anschließend übernahm der Wahlausschuss unter Leitung von Hartmut Görner die Versammlungsleitung. Die Wahl des neuen Landesgruppenvorstandes fand in Einzelwahl statt. Für die Ämter gab es jeweils einen Kandidaten. Und so setzt sich der neue Vorstand zusammen:
Vorsitzender der Landesgruppe
Jens Kemmel – Berliner-KindlSchultheiss-Brauerei
1. stellvertretender Vorsitzender
Norbert Heyer – VLB Berlin
Der frisch gewählte Vorstand, v.l.: Norbert Heyer, Jens Krtschmarsch, Lisa Bauer, Sjörn Pahl, Jens Kemmel
Im Anschluss an die Vorstandswahl wurden Peik Schauermann, Katrin Pankoke und Marco Krapf (Stellvertreter) einstimmig als Kassenprüfer gewählt. Dr. Josef Fontaine und Kaspar Mayer wurden als Beiratsmitglieder einstimmig gewählt. Der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung schloss mit einem Dank Kemmels an alle Vorstandsmitglieder für die angenehme Zusammenarbeit.
Bauer
Lisa
Foto: Norbert Heyer
Laborlösungen für die Brau-, Malz- und Getränkeindustrie
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Fachrechnen
Trockensubstanz und Masse des Wassers berechnen:
100 % = 1000 kg Rohhopfen lfttr. 100 ∙ 18 (100 - 82) % = x kg TrS x = = 180 kg TrS (+ 820 kg Wasser) 100
Masse des getrockneten Hopfens mit 9 % Wassergehalt: (100 - 9) % = 180 kg TrS 180 ∙ 100 100 % = x kg Hopfen lfttr. x = kg = 197,8 kg Hopfen mit 9 % Wasser 91
Masse des Wassers im getrockneten Hopfen: (180 kg ∙ 9) / 91 = 17,8 kg Wasser
Masse des Wasserverlustes 820 kg Wasser im Rohhopfen - 17,8 kg Wasser im getrockneten Hopfen = 802,2 kg H2O
Während des Darrvorgangs wurden 802 kg Wasser verdampft.
Brauerei Forum
Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner
Informationsservice der VLB Berlin
ISSN 0179–2466
Herausgeber
Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e. V. Seestraße 13, 13353 Berlin
Die Mindestvertragslaufzeit beträgt ein Jahr. Danach ist das Abonnement vier Wochen zum Monatsende kündbar.
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Unsere nächste Ausgabe erscheint am 30. April 2026
redaktion@brauerei-forum.de www.brauerei-forum.de
VERANSTALTUNGEN
VLB-Termine 2026
110. internationale Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung
24. bis 26. März 2026, Erding
5th VLB Symposium on Acidic Fermented Non-Alcoholic Beverages
12./13. Mai 2026, Berlin
VLB-Fachtagung Getränkeverpackung 2026
20./21. Mai 2026, Berlin
Bangkok Brewing Conference 2026
8. bis 10. Juni 2026, Bangkok, Thailand
VLB-Sommerfest 2026
3. Juli 2026, Berlin
IfGB-Destillateurmeisterkurs 2026
10. August bis 16. Oktober 2026, Berlin
1st VLB Draft Beer Conference 2026
1./2. September, Bergamo, Italien
1st North American VLB Brewing & Packaging Conference 2026
14. bis 18. September 2026, Toronto, Kanada
24. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei 29./30. September 2026, Neckarsulm
VLB-Braumeisterkurs 2026/2027
5. Oktober 2026 bis Oktober 2027, Berlin
110. VLB-Oktobertagung 12./13. Oktober 2026, Berlin
Workshop „Beverage Technology for Brewers“
26. Oktober bis 6. November 2026, Berlin
16. Ibero-Amerikanisches Symposium
23. bis 25. November 2026, Panama
Praxiskurs Mikrobiologie
23. bis 27. November 2026, Berlin
Seminar "Brauen für Nicht-Brauer" 2./3. Dezember 2026, Berlin