Berichte VLB-Oktobertagung 2025: Technische Session, SCM-Forum und VLB-Forschungskolloquium VLB-Mitgliederversammlung 2025 Deutscher Braumeister-Kurs verabschiedet
Nachrichten ehem. VLBer
MENSCHEN & UNTERNEHMEN
4 VLB-Verpackungsprüfstelle mit neuer Laborleitung / Christoph Ahlborn neuer Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei AG
5 Flensburger Brauerei: Grundsteinlegung für das neue Sudhaus / Oettinger: Marco Potreck neuer Betriebsleiter am Standort Mönchengladbach
TECHNIK & TECHNOLOGIE
6 VLB-Oktobertagung mit hervorragender Resonanz
7 Tagungsbericht: Neue Ideen zur Pasteurisierung, Filtration und Prozessführung
10 Krones: VLB nimmt neuen Flaschenfüller „Dynafill“ in Betrieb
11 Brauer-Schule – Fachfragen für Auszubildende: Messen und Regeln
12 VLB-Supply Chain-Management-Forum: Große Umbrüche bieten ungeahnte Möglichkeiten
15 9,5 Mio. € für Hopfenbewässerung / Ausschreibung: Dr. Sarx-Gedächtnispreis
16 7. VLB-Forschungskolloquium: Forschung ist der Motor für Innovationen
IfGB AKTUELL
18 23. IfGB-Forum bei SLYRS ein großer Erfolg
21 Landwirtschaftsministerium verleiht Bundesehrenpreise für Spirituosen 2025
22 BSI: Politischer Gästeabend in Königswinter
23 24. Spirituosen-Forum des BSI: Künstliche Intelligenz – Gamechanger oder Hype?
24 Bayerische Spirituosenhersteller sehen sich von Geoschutz-Verordnung in ihrer Existenz bedroht / Jubiläum 50 Jahre BSI
25 Bar Convent Berlin 2025
BETRIEBSWIRTSCHAFT
26 Brau-Börsen-Bilanz: Internationaler Biermarkt auch im 3. Quartal unfreundlich
MARKT & MARKEN
30 Jever Fun 0,0 % kommt – goldgelb, 0,0 % alkoholfrei und isotonisch / Paulaner Brauerei: Die alkoholfreie Paulaner-Welle geht weiter – mit Cola an Bord
31 Europas Biermarkt schrumpft – Brauer fordern Stabilität und Unterstützung
VEREINIGUNG EHEM. VLBER – BREWERS OF BERLIN
32 VLB-Mitgliederversammlung: Positiver Jahresabschluss 2024 – 2025 bislang im Plan
34 Doppelehrung für Klaus Niemsch: Ehrenmitglied der Verein. ehem. VLBer und goldene VLB-Ehrennadel
35 Offener Brief des Vorstands der Vereinigung ehem. VLBer – Brewers of Berlin zur Beitragserhöhung ab 2026
36 Der deutschsprachige Kurs zum/r Meister/in im Brauer- und Mälzerhandwerk (HWK) abgeschlossen
INSTITUTIONEN & VERBÄNDE
38 DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg: Unterwegs in die Berliner Unterwelt und nach Frankfurt (Oder)
39 87. GGB-Mitgliederversammlung in Kulmbach
42 DBMB-Landesgruppe Sachsen: Die Sachsen reisen nach Regensburg
Zur 109. VLB-Oktobertagung waren rund 270 Besucher zu Gast in Berlin. Bei einem breit gefächertem Vortrags- und Rahmenprogramm war für jeden etwas dabei
Das 23. IfGB-Forum im September erreichte mit rund 120 Teilnehmern eine Bestmarke – Grund dafür waren das Leuchtturmprojekt der neuen SLYRS Whisky Destillerie und ein facettenreiches Vortragsprogramm 18
Auf der VLB-Mitgliederversammlung am 6. Oktober legte die VLB Berlin positive Zahlen vor und vollzog den offiziellen Wechsel innerhalb der Geschäftsführung 32
Am 1. Oktober ging die VLB-Weiterbildung zum Meister im Mälzer- und Brauerhandwerk erfolgreich zu Ende. Das wurde im Hops & Barleys in Berlin-Marzahn gebührend gefeiert 36
Florian Heukäufer ist neuer Laborleiter der VLB-Verpackungsprüfstelle
NACHRICHTEN
VLB-Verpackungsprüfstelle mit neuer Laborleitung
Die Verpackungsprüfstelle der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) steht seit Juli dieses Jahres unter neuer Leitung. Florian Heukäufer hat die Funktion des Laborleiters übernommen und folgt damit auf Susan Dobrick, die die VLB auf eigenen Wunsch verlassen hat.
(oh) Florian Heukäufer (34), Absolvent des Studiengangs Brau- und Getränketechnologie an der Technischen Universität Berlin, schloss sein Masterstudium im Jahr 2020 ab. Im Anschluss trat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Verpackungsprüfstelle der VLB ein,
Christoph Ahlborn wird am 1. Januar 2026
Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei AG
Die Kulmbacher Unternehmensgruppe bekommt zum 1. Januar 2026 einen neuen Vorstandssprecher. Der Aufsichtsrat der Kulmbacher Brauerei AG überträgt diese Aufgabe an Christoph Ahlborn. Er folgt auf Dr. Jörg Lehmann, der diese Position interimsweise übernommen hatte. Christoph Ahlborn wird die Kulmbacher Brauerei gemeinsam mit Finanzund Technikvorstand Mathias Keil in die Zukunft führen.
(F.) Der 50-jährige Christoph Ahlborn verfügt über 25 Jahre nationale und internationale Erfahrung in der Lebensmittelwirtschaft. Seine Karriere begann der studierte Betriebswirt im Jahr 2000 im Bereich Sales & Marketing bei Nestlé Deutschland. Nach verschiedenen leitenden Funktionen verantwortete er zuletzt als Geschäftsführer die Wassersparte in Deutschland und Österreich. „Mit Christoph
Florian Heukäufer folgt auf Susan Dobrick, die die VLB-Verpackungsprüfstelle seit 2016 leitete. Die VLB-Geschäftsführung dankt Susan Dobrick ausdrücklich für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute.
Die Verpackungsprüfstelle der VLB Berlin arbeitet seit 1972 als Speziallabor für die Brau- und Getränkeindustrie sowie die Lebensmittelindustrie. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Prüfungen von Glas- und PET-Flaschen, Kunststoffkästen, Kronenkorken, Etiketten, Schraubverschlüssen, Dosen und Umverpackungen sowie die Anfertigung von Füllmengenschablonen.
Weitere Informationen über die VLB-Verpackungsprüfstelle unter: www.vlb-berlin.org/fim/verpackungspruefstelle
wo er im Bereich Qualitätsmanagement, Forschung und Projektarbeit tätig war. Zuletzt hatte er die Position des stellvertretenden Laborleiters inne, bevor er im Juli 2025 die Laborleitung der Verpackungsprüfstelle übernahm. Mit seiner fundierten Erfahrung in der Verpackungsprüfung sowie seinen umfassenden Kenntnissen zu Abfüll- und Verpackungsprozessen in der Brau- und Getränkeindustrie bringt der gebürtige Berliner beste Voraussetzungen für die Leitung dieses Speziallabors mit. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Ursachenanalyse bei Nichtkonformitäten von Getränkegebinden. Zur weiteren Optimierung der Arbeitsprozesse plant Heukäufer, die Digitalisierung in der Verpackungsprüfstelle weiter voranzutreiben. Zudem wurde zur Verbesserung der Kundenkommunikation eine zentrale Kontaktadresse eingerichtet. Über packaging@vlb-berlin.org können sämtliche Anfragen und Prüfergebnisse effizient und transparent abgewickelt werden.
Christoph Ahlborn neuer Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei AG
Ahlborn gewinnt die Kulmbacher Brauerei AG eine Führungspersönlichkeit mit strategischem Weitblick und einem tiefen Verständnis für Märkte und Marken“, erklärt Jörg Biebernick, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kulmbacher Brauerei AG. „Ich bin überzeugt, dass Christoph Ahlborn gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Mathias Keil die Position der Kulmbacher Gruppe weiter stärken und den nachhaltigen Wachstumskurs fortsetzen wird“, so Biebernick. Der Aufsichtsrat dankt dem bisherigen Verantwortlichen Dr. Jörg Lehmann für seinen engagierten Einsatz als interimistischer Vorstandssprecher und wünscht ihm für seinen weiteren Weg alles Gute. Christoph Ahlborn freut sich auf seine neue Aufgabe im Vorstand. „Die Kulmbacher Brauerei AG bewegt sich in einem anspruchsvollen und zugleich faszinierenden Marktumfeld. Umso beeindruckender ist
es, wie stark sich das Unternehmen mit seinen vielfältigen Marken und engagierten Mitarbeitenden seit Jahren entwickelt. Ich freue mich sehr darauf, das Team persönlich kennenzulernen, gemeinsam Chancen zu kreieren und die erfolgreiche Entwicklung der Kulmbacher Gruppe weiter fortzuführen.“
Foto: Kulmbacher
Foto: ew
Flensburger Brauerei
Grundsteinlegung für das neue Sudhaus
Die feierliche Grundsteinlegung Anfang November bildet für die Flensburger Brauerei den nächsten Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das neue Sudhaus ist dabei das Herzstück des eigenen Transformationskonzeptes hin zu einer energieeffizienten, ressourcenschonenden und emissionsarmen Produktion.
(F.) „Mit der Grundsteinlegung rückt unser neues Sudhaus in greifbare Nähe. Es ist ein Versprechen an unsere Mitarbeitenden für kontinuierliche Qualität und Innovation, an unsere Kundinnen und Kunden für die Zukunftssicherung und an die Umwelt für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen“, erklärt Michael Seip, Geschäftsführer Technik der Flensburger Brauerei. Jörn Schumann, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, betont die Bedeutung im Markenkern: „Das Sudhaus ist Bühne und Motor unserer Marke – hier entstehen die Qualität, der Charakter und das Erlebnis von FLENS, das Menschen seit Generationen begeistert.“ Architektonisch verbindet der Neu -
bau Tradition und Moderne: Die denkmalgeschützte gelbe Ziegelfassade wird gestalterisch integriert, eine großzügige Glasfront eröffnet Einblicke in die faszinierende Welt des Brauens, und ein begrüntes Dach unterstreicht die nachhaltige Ausrichtung am historischen Standort Munketoft 12. Damit bekennt sich die Brauerei klar zu Flensburg und zur Weiterentwicklung des Standorts. Der Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, Dr. Fabian Geyer, würdigt anlässlich der Grundsteinlegung die Bedeutung des Projekts für die Region und hebt hervor, wie schnell diese Baustelle Gestalt annimmt und voranschreitet.
Ein besonderer Moment der Zeremonie ist das Befüllen und Einbetonieren einer Zeitkapsel im Fundament des neuen Sudhauses. Sie enthält unter anderem Architekturpläne, Hopfen und Malz, eine tagesaktuelle Flasche Flens Pils sowie symbolische Wünsche für Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit. Die Geschäftsführung der Flensburger Brauerei, der Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, das
Foto: Flensburger
(v.l.): Enes Erisgen (Projektleiter „Sudhaus“, Flensburger Brauerei), Jörn Schumann (Geschäftsführung Marketing und Vertrieb, Flensburger), Michael Seip (Geschäftsführung Technik, Flensburger), Christoph Holt (Geschäftsführung Holt & Nicolaisen), Dr. Fabian Geyer, Oberbürgermeister der Stadt Flensburg mit der Zeitkapsel
Architekturbüro Holt & Nicolaisen, Mitarbeitende der Brauerei und Pressevertreterinnen und -vertreter begleiten den Akt und stoßen auf den nächsten Bauabschnitt an.
Das neue Sudhaus soll Ende 2026 in Betrieb gehen.
Oettinger: Marco Potreck neuer Betriebsleiter am Standort Mönchengladbach
Bei Oettinger Getränke kam es zu einem Wechsel in der Betriebsleitung am Standort Mönchengladbach. Dr. Marco Potreck übernahm bereits zum 1. Oktober 2025 die Werksleitung von René Rainer, der das Unternehmen Ende November verlassen hat.
(F.) In seiner neuen Funktion als Betriebsleiter wird Dr. Marco Potreck die operative Führung des Mönchengladbacher Standorts übernehmen und die strategische Neuausrichtung von Oettinger Getränke von einer Brauerei zu einem Getränkehersteller vor Ort vorantreiben.
Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Getränkebranche und war zuletzt in verschiedenen
leitendenden Positionen für Franken Brunnen tätig. „Dass wir mit Marco Potreck einen erfahrenen
Betriebsleiter in Mönchengladbach begrüßen dürfen, freut uns sehr“, erklärt CEO Stefan Blaschak. „Wir sind überzeugt, dass er mit seiner fachlichen Kompetenz und Führungsstärke gut zu uns passt und die Entwicklung des Standorts positiv beeinflussen wird“. Das Unternehmen beschäftigt vor Ort rund 190 Personen.
Marco Potreck trat die Nachfolger von René Rainer an, der neue berufliche Wege einschlägt. Stefan Blaschak betont: „Wir danken René Rainer herzlich für seinen Einsatz in den vergangenen zwei Jahren bei uns und wünschen ihm beruflich wie auch privat alles Gute.“ Foto: Oettinger
Dr. Marco Potreck übernimmt die Betriebsleitung des OettingerGetränke-Standorts Mönchengladbach
1) Referenten des 7. VLB-Forschungskolloquiums, v.l.: VLBGeschäftsführer
Gerhard Andreas Schreiber, Alexandra Musat, Max Krüger und Jan Biering
VLB-Oktobertagung mit hervorragender Resonanz
Zur 109. VLB-Oktobertagung kamen am 6. und 7. Oktober 2025 rund 270 Fachbesucher nach Berlin. Die VLB bot ein dicht gepacktes und breit gefächertes zweitägiges Fachprogramm zu hochaktuellen
Themen der Brau- und Getränkewirtschaft.
(oh) Neben den beiden brautechnischen Sessions (Schwerpunkte: Neue Ideen zur Pasteurisierung, Filtration und Reifung / Nachhaltigkeit, Energie & Innovation: Strategien für eine zukunftsfähige Brauwirtschaft), dem 54. Braugersten-Seminar und dem 7. VLBForschungskolloquium, rundeten das VLB-Wassersymposium und das Supply-Chain-Management-
Forum das umfangreiche fachliche Programm ab.
Im Rahmen der Veranstaltungen fanden außerdem die Sitzungen unseres Technisch-Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) und des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses (BWA) sowie die Mitgliederversammlung der VLB Berlin e. V. statt. Dort wurde Michael Seip, Flensburger Brauerei, neu in den VLB-
Verwaltungsrat gewählt und der scheidende VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine offiziell verabschiedet (s. S. 32).
Die VLB dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie insbesondere den Sponsoren KHS, Herco, ProMinent, Seli, Shimdazu, Dr. Kueke und den Getränkesponsoren Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei und Gerolsteiner Brunnen.
2) Dr. Josef Fontaine begrüßt die Gäste am TWA-Vorabendtreffen, zum letzten Mal in seiner Funktion als VLB-Geschäftsführer
3) Dr. Björn Christof Klotzbücher begrüßt die Gäste des Begrüßungsabends, zum ersten Mal in seiner Funktion als VLB-Geschäftsführer
4) Die VLB-Geschäftsführung mit Mitgliedern des Verwaltungsrates
5) Großer Andrang bei der Fachausstellung im Foyer
Fotos: ew (4), oh (1)
Tagungsbericht: Neue Ideen zur Pasteurisierung, Filtration und
Prozessführung
In der ersten Technischen Session der diesjährigen VLB-Oktobertagung stand am Nachmittag des 6. Oktober 2025 die Prozessoptimierung in der Brau- und Getränkeindustrie im Mittelpunkt. In sechs Vorträge wurden neue Ansätze für etablierte technologische Verfahren vorgestellt. Durch den Nachmittag führte Dr. Niels Rettberg, VLB Berlin.
(oh) Prof. Dr. Stefan Toepfl (Elea Technology GmbH) präsentierte in seinem Vortrag die Möglichkeiten des Einsatzes gepulster elektrischer Felder (PEF – Pulsed Electric Fields) in der Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung . Das Verfahren basiert auf der Einwirkung kurzer, intensiver elektrischer Impulse auf das Produkt. Diese führen zu einer Elektroporation der Zellmembranen, wodurch Mikroorganismen inaktiviert werden können. Der Vorteil: Die Behandlung erfolgt bei deutlich niedrigeren Temperaturen als bei herkömmlichen thermischen Verfahren. PEF stellt daher eine schonende Alternative zur herkömmlichen Pasteurisation dar. PEF wird als nicht-thermisches Verfahren bezeichnet, wobei Toepfl darauf hinwies, dass auch hierbei Wärme entsteht, da ein Teil der eingetragenen Energie in Wärme umgewandelt wird. Dennoch sei die thermische Belastung des Produkts deutlich geringer, was vor allem bei qualitäts- und aromasensiblen Getränken große Vorteile bietet. In der Saftindustrie ist die Technologie bereits etabliert: Sie verlängert die Haltbarkeit von Fruchtsäften und Smoothies, ohne die Frische oder Farbe zu beeinträchtigen.
Auch Anwendungen in der Weinherstellung, wo durch Elektroporation eine bessere Extraktion von Aromastoffen erreicht wird, zeigen das Potenzial der Methode. In der Brauwirtschaft könnten künftig vor allem die Bereiche Schrotkonditionierung, Malztrocknung oder die Hopfenbehandlung profitieren – insbesondere, wenn feuchte Rohstoffe verarbeitet werden. Selbst beim Maischen könnten sich perspektivisch interessante Effekte ergeben, etwa durch beschleunigte Massentransportprozesse. Ein weiterer Vorteil liegt in der einfachen Integration der PEF-Technologie in bestehende Anlagen und ein kontinuierlicher Betrieb. Der industrielle Maßstab liegt derzeit bei Anlagendurchsätzen bis zu 5000 Litern pro Stunde, bei einer Investitionssumme von rund 1 Mio. €. Für Forschungszwecke oder Spezialanwendungen – etwa bei Hopfen oder Malz – stehen kleinere Pilotanlagen zur Verfügung.
Toepfl betonte, dass PEF das Shelf-Life von Premiumprodukten verlängert, bei minimalen Qualitätseinbußen. Das Verfahren ist energieeffizient, wartungsarm und kompatibel mit nahezu allen Verpackungsmaterialien. Darüber hinaus lässt es sich auch für hitzeempfindliche Produkte wie Milch oder Flüssigei einsetzen. Damit eröffnet die Technologie neue Wege für die schonende und nachhaltige Produktbehandlung – und könnte langfristig auch in der Bierherstellung ihren festen Platz finden.
Aufbauend auf den Vortrag von Prof. Dr. Stefan Toepfl präsentierte Florian Schrickel (VLB Berlin) Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt
„ColdPast“, das sich mit der nicht-thermischen Haltbarmachung von alkoholfreiem Bier (AFB) beschäftigt. Bei diesem Projekt soll untersucht werden, ob die Pulsed Electric Field (PEF)-Technologie, eine qualitätsschonende Alternative zur herkömmlichen thermischen Pasteurisation von Bier sein könnte. Im Gegensatz zu Saft und Smoothies enthalten Bier- und Softdrinks hohe CO₂-Gehalte. Die Entkeimung muss daher unter Gegendruck erfolgen. Im Rahmen des Projekts wurde ein PEFAggregat in das VLBTechnikum integriert, um unter realistischen Bedingungen Versuche durchführen zu können. Für die mikrobiologischen Untersuchungen wurden Chargen von je 1 hl alkoholfreiem Bier mit definierten Mengen an Lactobacillus brevis, Escherichia coli und Saccharomyces diastaticus beimpft – eine anspruchsvolle Aufgabe, da hierfür ausreichend große Volumina mit etwa 10⁵ Zellen pro ml hergestellt werden mussten. Die Beprobung erfolgte in unterschiedlichen Stadien und über mehrere Monate. Nach drei Monaten zeigte sich: Die Keimreduktion war von Mikroorganismus zu Mikroorganismus verschieden – insbesondere E. coli erwies sich als hartnäckig. Bei einer Feldstärke von 20 kV/cm und einem Energieeintrag von 100 kJ/kg konnte jedoch eine vollständige Entkeimung erreicht werden, die auch durch die Rückstellproben bestätigt wurde. In der nächsten Projektphase soll der Einfluss verschiedener Haltbarmachungsmethoden auf die Geschmacksstabilität alkoholfreier Biere untersucht werden. Vier
Fotos: ew
unterschiedlich behandelte Biere werden dabei analytisch auf Alterungsaromen hin überprüft. Erste sensorische Tests zeigten bislang keine signifikanten Unterschiede, mögliche Effekte könnten sich aber erst nach längerer Lagerung zeigen. Schrickel zog ein positives Zwischenfazit: Die Integration der PEF-Technologie in bestehende Infrastruktur des VLB-Brauereitechnikums sei erfolgreich gelungen, ebenso die Prozessführung unter Druck. Damit könne PEF als energieeffiziente, produktschonende und zukunftsweisende Alternative zur thermischen Pasteurisation weiterentwickelt werden – mit großem Potenzial für die Herstellung hochwertiger alkoholfreier Biere.
Dr. Horst Born (ProMinent GmbH) stellte ein innovatives Verfahren zur Desinfektion von Flüssigzucker mittels DünnschichtUV-Technologie vor. Flüssigzucker gilt in der Getränkeproduktion – insbesondere bei Softdrinks und Biermischgetränken – als mikrobiologisch kritischer Rohstoff. Er kann osmotolerante Hefen, Bakterien, Schimmelpilze und Sporen enthalten, die bei der Verdünnung des Zuckers leicht auskeimen und so das Risiko einer Kontamination erhöhen. Bislang wird Flüssigzucker meist thermisch pasteurisiert,
ein Verfahren, das zwar effektiv, jedoch energieintensiv ist und die Produktqualität beeinträchtigen kann. Die von ProMinent entwickelte Alternative nutzt UV-Bestrahlung in einem Durchlaufreaktor mit einer geringen Schichtdicke von nur 22,5 mm. Dadurch wird das gesamte Produktvolumen gleichmäßig mit ultraviolettem Licht behandelt, was zu einer Keimreduktion von bis zu log 5 führt – bei nahezu unveränderter Sensorik, minimalem Energieverbrauch und Durchsätze von bis zu 36 m³ pro Stunde. Das System kann flexibel am Beginn oder am Ende des Blendingprozesses installiert werden und ist CIP-fähig, automatisch selbstüberwachend und einfach in bestehende Anlagen integrierbar. Im Vergleich zur thermischen Pasteurisierung bietet die UV-Technologie laut Born höhere mikrobiologische Sicherheit, geringere Betriebskosten und reduzierte CO₂-Emissionen. Auch die Investitions- und Wartungskosten fallen niedriger aus. Ein noch offener Punkt betrifft den rechtlichen Rahmen: Während die UV-Behandlung von Invertzucker in der EU grundsätzlich zulässig ist, verbietet das deutsche Lebensmittelrecht derzeit die Bestrahlung von Lebensmitteln mit ionisierender Strahlung. Eine Ausnahmegenehmigung wird aktuell beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geprüft. Trotz regulatorischer Unsicherheiten zeigt sich die DünnschichtUV-Technologie als nachhaltige und praxistaugliche Alternative zur thermischen Pasteurisierung. Sie bietet hohe Hygienestandards, Energieeffizienz und eine zuverlässige mikrobielle Sicherheit – ein zukunftsweisender Ansatz für die Getränkeproduktion.
In die Bierfiltration führte der Vortrag von Philipp Ahrens (KHS) über den „Innopro Ecoclear“ ein neues, optimiertes Filtersystem auf Membranbasis, das eine Alternative zur klassischen Kieselgurfiltration bietet. Das modulare System besteht aus Membranfilter-Clustern mit jeweils sechs Membranelementen, die über eine Crossflow-Pumpe betrieben werden. Ein Filtrationsmodul kann aus einem bis vier Clustern aufgebaut sein und ist für den kontinuierlichen Betrieb mit eigener CIP-Anlage ausgelegt. Je nach
Konfiguration erreicht das System Durchsätze von 36 bis 600 hl/h. Beispielhaft wurde der KHS Innopro Ecoclear C200 vorgestellt, der mit vier Modulen und 48 Membranen ausgestattet ist und jeweils 3 m³Tanks für Unfiltrat und Filtrattanks nutzt. Besonders vorteilhaft ist die klare Trennung der Prozessschritte Filtration, Rückspülung und CIP innerhalb eines Moduls, was eine hohe Prozesssicherheit und Reinigbarkeit gewährleistet.
Das System lässt sich zudem mit dem KHS Ecostab kombinieren, einer Anlage zur kontinuierlichen polyphenolseitigen Stabilisierung des Bieres – ein Schritt in Richtung vollständig automatisierter Bierbehandlung. Membranbrüche werden derzeit noch manuell detektiert, ein nachgeschalteter Trapfilter bietet zusätzliche Sicherheit.
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen laut Ahrens die erhöhte Produktionssicherheit, eine optimierte Trubabscheidung bei jeder Rückspülung, der geringere Bedienaufwand sowie die Möglichkeit eines kontinuierlichen, stabilen Betriebs. Mit der Entwicklung des Innopro Ecoclear-Systems will KHS neue Maßstäbe in der biergerechten Membranfiltration setzen – hin zu mehr Nachhaltigkeit, Prozessstabilität und Betriebseffizienz in der modernen Brauereitechnologie.
Surinder Singh (Carlsberg New Technologies) gab einen spannenden Einblick in die Innovationsstrategie des dänischen Braukonzerns unter dem Titel Brewery 4.0 – How to evolutionise the brewing industry. Carlsberg fokussiert sich dabei auf vier zentrale Innovationsfelder: Rohstoffe, Bierproduktion, Hefe und Prozesstechnologien. Ziel ist, das Brauen nachhaltiger, effizienter und qualitativ stabiler zu gestalten. Im Bereich der Rohstoffe arbeitet Carlsberg an der Züchtung neuer Braugersten – ohne Gentechnik, aber mit modernsten Zuchtmethoden. Das Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 30 % der eingesetzten Rohstoffe aus nachhaltiger Erzeugung stammen. Die neu entwickelte, patentierte Carlsberg 4G-Braugerste ermöglicht eine energieärmere Vermälzung, verbesserte Braueigenschaften und eine stabilere Geschmacksqualität – ganz ohne zusätzliche Stabilisierungsmittel.
Im Bereich der Bierproduktion stellte er das patentierte Carlsberg-Cylindroconical-Tank-System (CB-CCT) vor. Der sogenannten Carlsberg Booster soll eine 45–55 % schnellere Gärung erlauben, ohne den Geschmack oder die Qualität gegenüber dem bisherigen Verfahren zu beeinflussen. Das System arbeitet mit einem Umpumpverfahren, das ohne innere Einbauten im Tank auskommt und sich auch nachrüsten lässt. Erste Installationen laufen bereits erfolgreich in Vietnam, Frankreich und China, mittlerweile auch bei drei externen Brauereien. Im Bereich der Hefeentwicklung forscht Carlsberg an neuen Hefestämmen für alkoholarme Biere. Eine Hefe, die bei 0,5 % Alkoholgehalt selbstständig die Gärung stoppt, ist bereits marktreif, eine 0,0-%-Variante steht kurz vor der Fertigstellung. Diese Hefen müssen weltweit in allen CarlsbergBrauereien unter unterschiedlichen Rohstoffbedingungen zuverlässig funktionieren.
Weitere Zukunftsfelder sind „CaviHop“, ein Verfahren zur Hopfengabe mittels Kavitation, das die Aromaausbeute verbessert, sowie das Konzept des „Late Manufacturing“, bei dem ein neutrales „Mutterbier“ erst kurz vor der Abfüllung auf Farbe, Geschmack und Alkoholgehalt eingestellt wird.
Carlsberg zeigt damit eindrucksvoll, wie Technologie, Nachhaltigkeit und Qualität Hand in Hand gehen können – und wie die „Brewery 4.0“ bereits heute Form annimmt.
Zum Abschluss der Session präsentierte Prof. Dr. Brian Gibson (Technische Universität Berlin) aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Hop Creep Effect: Untersuchungen über die Ursachen und die Kontrolle der diastatischen Kraft des Hopfens . Das Phänomen des sogenannten Hop Creep tritt häufig bei der Herstellung hopfenbetonter Biere mittels Hopfenstopfen nach der Hauptgärung (Dry-Hopping) auf. Das Problem: Durch die Zugabe von getrocknetem Hopfen oder Pellets gelangen aktive Enzyme ins Bier, die nicht vergärbare Zucker wie Grenzdextrine in Glukose und Maltose umwandeln. Diese zusätzlichen Zucker stimulieren die Hefe dann zu einer erneuten Gärung, was nicht nur den Alkoholgehalt verändert, sondern auch erneut Diacetyl freisetzt – das später nicht mehr abgebaut wird und zu unerwünschten Fehlaromen führen kann.
Um diesen Effekt gezielt zu untersuchen und zu kontrollieren, entwickelte Gibsons Team an der TU Berlin zunächst eine Standardmethode zur Bestimmung der diastatischen Aktivität in Hopfen und Hopfenprodukten. Grundlage war ein kommerzielles Enzym-Kit, das im Labor weiter optimiert wurde. Dabei zeigte sich, dass vor allem die Beta-Amylase-Aktivität und die daraus abgeleitete diastatische Kraft des Hopfens entscheidende Parameter sind.
In umfangreichen Tests wurden Pellets des Typs 90 aus verschiedenen Hopfensorten und Erntejahren analysiert. Die Ergebnisse zeigten deutliche Sortenunterschiede – insbesondere Magnum und Opal wiesen eine besonders hohe diastatische Aktivität auf. Zudem traten jahrgangsabhängige Schwankungen auf, die weitere Untersuchungen erforderlich machen. Interessanterweise unterschieden sich Pellets und Doldenhopfen kaum, während verschiedene Hopfenfraktionen deutliche Aktivitätsunterschiede zeigten.
Mit der Entwicklung einer verlässlichen Analysemethode ist nun ein wichtiger Schritt getan, um die diastatische Aktivität von Hopfen besser zu verstehen und zu kontrollieren – ein entscheidender Beitrag zur Qualitätssicherung und Geschmacksstabilität hopfenbetonter Biere.
109. Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung
24. bis 26. März 2026 – Stadthalle Erding Fachtagung für die internationale Brau- und Getränkeindustrie
Tagungssprachen: Deutsch/Englisch
Dienstag, 24. März 2026
+ Sitzung des Technisch-Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) der VLB
+ Besichtigungen Erdinger Weißbräu und Hopfenforschungszentrum Hüll (optional)
+ Get-together in der Stadthalle Erding
Mittwoch, 25. März 2026
+ Technisches Vortragsprogramm
+ Besichtigungen Erdinger Weißbräu und Hopfenforschungszentrum Hüll (optional)
+ Begrüßungsabend im Gasthof Erdinger Weißbräu
Donnerstag, 26. März 2026
+ Technisches Vortragsprogramm
Mit begleitender Fachausstellung
Mit freundlicher Unterstützung von:
www.vlb-berlin.org/erding2026
VLB Berlin, Seestraße 13, 13353 Berlin brewmaster@vlb-berlin.org
VLB nimmt neuen Flaschenfüller „Dynafill“ in Betrieb
Im September wurde im Wilfried-Rinke-Brauereitechnikum der VLB eine neue Generation von Flaschenfüllern in Betrieb genommen: der KRONES Dynafill. Die Anlage im Pilotmaßstab wurde getestet und hat sich bereits im praktischen Einsatz beim deutschen Braumeisterkurs der VLB sowie bei der Carlsberg ISC Brewmaster Academy bewährt.
(BF) Der KRONES Dynafill ist ein völlig neu konzipiertes Abfüll- und Verschlusssystem, das gegenüber herkömmlichen Systemen eine Reihe von Vorteilen bietet. Dies wird bereits beim Beobachten des Abfüll- und Verschlussprozesses in der Pilotanlage deutlich. Ein DynafillVentil befüllt und verschließt ein Gebinde in weniger als fünf Sekunden. Gleichzeitig wird das mikrobiologische Risiko reduziert. Gearbeitet wird bei Umgebungstemperatur.
„Die eigentliche Abfüllung dauert nur etwa eine halbe Sekunde. Wenn man im falschen Augenblick blinzelt, hat man den Vorgang schon verpasst“, sagt Paul Böck, Braumeister im VLB-Brauereitechnikum. „Es macht Spaß, den Dynafill vorzuführen, weil jeder, der ihn sieht, begeistert von der Technik ist.“
Das VLB-Brauerei-Technikum verfügt auch über einen Dosenfüller von Krones. Für das optimale Handling der abgefüllten Dosen dankt das VLB-Team der Firma Cartonplast Group GmbH, Dietzenbach, für die Bereitstellung von KunststoffEuropaletten und Kunstoffzwischenlagen. www.cartonplast.com
Kurt Marshall, Leiter des Brauereitechnikums, ergänzt: „Wieder einmal hat Krones unsere Pilotbrauerei hervorragend unterstützt. Der neue Flaschenfüller wurde bereits in einer Reihe von Ausbildungs-, Industrie- und Forschungsprojekten eingesetzt. Für uns ist es fantastisch, dass wir nun auch die neueste Abfüll- und Verschliesstechnologie zur Verfügung haben. Wir freuen uns sehr darauf, diese Technologie in unseren kommenden Schulungen wie der Carlsberg ISC Brewmaster Academy, dem deutschen Braumeisterkurs und dem internationalen VLB Certified Brewmaster Course sowie bei den Studierenden der TU Berlin einzusetzen. Wir möchten uns ganz besonders bei Franz Obermeier, Leiter der Produktlinie Abfüllung bei Krones, bedanken, der maßgeblich an diesem Sponsoring beteiligt war. Außerdem geht unser Dank an Christian Bockisch, CRD-Projektmanagement, der uns bei der Inbetriebnahme stets zur Seite stand.“
Philipp Zeuschner, stellvertretender Leiter des VLB-Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP) und Dozent für Energie und Versorgung, ist ebenfalls beeindruckt: „In größerem Maßstab bietet das Dynafill-System ein enormes
Energiesparpotenzial und eröffnet Möglichkeiten für völlig neue Anlagenkonzepte. Die Abfüllung von kohlensäurehaltigen Getränken bei Temperaturen bis zu 30 °C in dieser Geschwindigkeit ist wirklich etwas Neues. Die geringere Wärmerückgewinnung im Vergleich zur Abfüllung bei niedrigen Temperaturen sowie der Trend zu wärmeren Kaltblockbereichen lassen erahnen, wie viel Energieeinsparpotenzial in dieser Technologie steckt.“ Abgesehen davon werde das Überschäumen der Flaschen fast vollständig verhindert. Damit komme kaum mehr Produkt auf die Anlage, was die daraus resultierenden mikrobiologischen Herausforderungen erheblich reduziere.
Jan Biering, Leiter des FIBGP, ergänzt: „Unsere KRONES DynafillPilotanlage ist eine weitere großartige Ergänzung unseres Brauereitechnikums. Es ist schön, Partner in der Branche zu haben, auf die wir uns verlassen können. Nicht nur was modernste Anlagen angeht, sondern auch was eine kontinuierliche, zuverlässige Partnerschaft betrifft. Diese Unterstützung der Ausbildung und Weiterbildung künftiger Braumeister unterstreicht auch das Engagement von KRONES für die Zukunft unserer Branche.“
Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende
Messen und Regeln
War das Bierbrauen in früheren Zeiten noch durch viel Handarbeit geprägt, geht heute ohne OnlineMessungen und Automatisierung (fast) nichts mehr. Ein Brauer muss sich daher auch mit den Grundsätzen der Mess- und Regeltechnik auskennen.
1. In R&I-Fließbildern sind verschiedene EMSRStellen dargestellt. Wofür steht die Abkürzung EMSR?
a) Energie -, Maschinen -, Steuer - und Regeltechnik.
b) Elektro -, Maschinen -, Sicherheitsregelung
c) Elektrotechnische Mess-, Steuer- und Regeltechnik
d) Erweiterte Maschinen -, Steuer - und Regeltechnik.
e) Energetische-, Mechanik-, Steuer - und Regelungstechnik.
2. In der Automatisierungstechnik werden EMSRStellen als sogenannte PLA-Aufgaben (Englisch PCE) eingestuft. Was bedeutet die Abkürzung PLA?
a) Programmierbare Leistungsanalyse
b) Physikalische Leitaufgabe
c) Platinenleitaufgabe
d) Prozessleitaufgaben
e) Automatische Sichtprüfung und Erkennung von Beschädigungen mit Informationserfassung
3. In der Mess- und Regeltechnik beschreibt jede Buchstabenkombination eine bestimmte Funktion. Wofür steht die Abkürzung TIC?
a) Temperaturkontrolle mit Identifikationswert
b) Temperatur-Inline-Kalibrierung
c) Temperaturregelung mit Istwertanzeige
d) Temperatur-Istwertanzeige
e) Temperatur-Informations-Chart
4. In R&I-Fließbildern werden Messstellen mithilfe von Kurzzeichen dargestellt, die Rückschlüsse auf die Art der Messgröße und deren Aufgabe im Prozess zulassen. Wofür steht FI?
a) Durchflussmessung mit Istwertanzeige
b) Fließgeschwindigkeit mit Inline-Messung
c) Druckmessung mit Istwertanzeige
d) Flussdiagramm und Instrumente
e) Filterleistungsanzeige
5. EMSR-Stellen werden nach einem einheitlichen System bezeichnet, das Informationen über Messgröße, Anzeige und Funktion liefert. Was bedeutet die Abkürzung LIS?
a) Leitwert-Anzeige mit Schalter
b) Fließgeschwindigkeits-Istwertanzeige mit binärem Schalter
c) Füllstands-Istwertanzeige mit binärem Schalter
d) Leitwarten-Informations-System
e) Leitwert-Integrierte-Steuerung
6. Wie wird nach DIN 62 424 „Analysewert mit Istwertanzeige“ abgekürzt?
a) AMI
b) QI
c) AI
d) ANI
e) AMA
7. Wie wird ein einer RI-Zeichnung eine „Druck –Istwertanzeige“ in Kurzform dargestellt?
a) DI
b) PI
c) DIC
d) PIC
e) DIA
8. Hat in einem RI-Fließbild ein EMSR-Stellen-Oval einen waagrechten Trennstrich, erfolgt die Anzeige und Bedienung in…
a) der Prozessleitwarte.
b) direkt an der Anlage.
c) in der Leitwarte an der Anlage. d) auf einem zentralen Rechner. e) im Braumeisterbüro.
Fachfrage
9. Erklären Sie den Begriff „messen“ und nennen Sie drei Messgrößen, die während des Brauvorgangs im Sudhaus überwacht werden, sowie deren jeweilige Bedeutung für den Brauprozess.
Diese Frage ist entsprechend den Prüfungsvorschriften für Brauer und Mälzer frei zu beantworten.
Die Aufgaben stellte Studienrat Andreas Großmann (Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt)
(Lösungen S. 43)
Foto: VLB Berlin/J. Biering
VLB Supply-Chain-Management-Forum: Große Umbrüche bieten ungeahnte Möglichkeiten
Christian Raschke, VLB-Forschungsinstitut für Management und Getränkelogistik
Das Supply-Chain-Management-Forum (SCM-Forum) der VLB Berlin, das am 7. Oktober 2025 im Rahmen der 109. VLB-Oktobertagung in Berlin stattfand, brachte Experten aus Logistik, Verpackung und Technologie zusammen, um die drängendsten Fragen der Branche zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen drei zentrale Themen: die European Packaging Waste Reduction (PPWR) Initiative, die immer stärker an Bedeutung gewinnt, innovative KI gestützte Softwaretools, die Prozesse automatisieren und Entscheidungen datenbasiert unterstützen, sowie konkrete Strategien zur Emissionsreduzierung in der Logistik.
Daniel Schock (DBB) sieht die Gefahr, dass der EU-Ansatz einer Harmonisierung von Verpackung und Verpackungsabfällen verfehlt werden könnte
Der erste Vortrag des SCM-Forums von Daniel Schock (Deutscher Brauer-Bund) nimmt das hochaktuelle Thema Verantwortlichkeiten zur Umsetzung der Europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) ins Visier –ein Feld, das für viele Akteure nach wie vor mehr Fragen aufwirft, statt klare Antworten zu liefern. Schock macht deutlich, dass die Verordnung zwar ambitionierte Zie le zur Reduktion von Verpackungsabfällen setzt, die Regelungen jedoch häufig mehrdeutig bleiben, insbesondere wenn es um die Abgrenzung der Pflichten von Erzeugern, Herstellern, Importeuren und Vertreibern geht. Ohne eine Leitlinie der Europäischen Kommission mit eindeutigen Begriffsbestimmungen fehlen klare Vorgaben für die Unternehmen, wann sie welche Verantwortung tragen. So ist beispielsweise unklar, ob nach der neuen PPWR die Verantwortungen für Konformität und Entsorgung bei den Brauereien liegen wird, die neue Flaschen in den Mehrwegpool einbringen, oder ob die Verantwortung für Konformität
durch die Verpflichtung zur Rücknahme des Leerguts erfüllt werden kann. Gleichzeitig bestehen noch offene Fragen zur Anwendung der zukünftigen Kennzeichnungsvorschriften der PPWR auf weitere Mehrwegartikel – das betrifft etwa Ladungssicherungshilfsmittel, Getränkekäs ten oder andere wiederverwendbare Verpackungen. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der verpflichtenden Angabe von Inhaltsstoffen. Auch die Frage, ob ein Gegenstand ein Verpackungsbestandteil oder bereits eine vollständige Verpackung ist, womit verschiedene Pflichten verbunden sind, ist nicht eindeutig geklärt. „Diese Unsicherheiten bergen die große Gefahr, dass die PPWR zu unterschiedlichen Umsetzungen in den 27 EU-Mitgliedsstaaten führen wird und der ursprünglich angestrebte Ansatz einer EU-weit harmonisierten Behandlung von Verpackungen und Verpackungsabfällen verfehlt wird“, lautet das Fazit des Referenten.
Holger Sacher von proLogistik ist seit über einem Jahrzehnt im Bereich digitaler Lieferketten aktiv und hat zahlreiche Unternehmen beim Aufbau intelligenter Logistikplattformen unterstützt. In seinem Vortrag Einsatz mit Verstand: KI in der Logistik zeigt er, wie Künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern als echter
Transparenz-Service fungiert. Durch digitale Technologien wie IoT-Sensorik, Cloud Analytics und maschinelles Lernen erhalten Unternehmen Echtzeit-Einblicke in Bestände, Routen und Lieferzeiten. Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn KI diese Daten nutzt, um gemeinsam mit dem Kunden optimale Liefertermine zu finden – und das in mehreren Sprachen, sodass internationale Partner sofort verstehen, wo sich ihre Ware befindet und wann sie eintrifft.
Die Umsetzung erfordert die Anbindung verschiedenster Systeme:
Holger Sacher (proLogistik) hat Erfahrung im Aufbau intelligenter Logistikplattformen
Fotos: ew
ERP- und TMS-Schnittstellen, externe Marktplätze, Kundensysteme und sogar SprachAPIs. Durch eine zentrale Datenkonvertierung werden sämtliche Informationen vereinheitlicht, angereichert und in das KI-Modell eingespeist. Das Ergebnis ist ein allumfassendes System, das sowohl Planungssicherheit als auch Kosteneffizienz liefert – ganz im Sinne eines intelligenten, vernetzten Logistiknetzwerks.
Cor Ax ist seit 2019 Managing Director von FIB Beer Systems und hat viel Erfahrung im Design von Brauereianlagen und Keg-Alternativen. In seinem Vortrag Moderne Tankbierkonzepte für effiziente Versorgung und geringeres Handling stellt er das Bag-inTank-Prinzip vor: Das Bier wird in einem luftdichten Beutel direkt im Edelstahltank gelagert, sodass die Oberfläche nicht mit dem Bier in Berührung kommt. Durch diesen Ansatz sinken
Cor Ax (FIB Beer Systems) stellt das Bag-in-Tank-Prinzip vor, das Kegs überflüssig macht
die Transportkosten, da das Gewicht fast ausschließlich vom Bier stammt und nicht von schweren Metallfässern. Außerdem wird kein CO2 benötigt, denn das Bier wird mit Druckluft aus dem Tank gepresst –das reduziert die Betriebskosten. Auch der Arbeitsschutz profitiert enorm, das bedeutet in der Praxis: kein Heben von 50-kg-Fässern mehr, weniger Rückenbelas tung und geringeres Risiko von Unfällen beim Umlagern. Zusätzlich können die Tanks im Gastraum als Marketing-Instrument eingesetzt werden. Transparente Sicht auf das frisch gefüllte Bier erzeugt ein modernes Ambiente und stärkt die Markenwahrnehmung, so Ax.
Dr. Janis Lapins , Senior Data Scientist bei Spicetech, kombiniert über ein Jahrzehnt Erfahrung in Supply Chain Analytics mit modernem Machine Learning. In seinem Vortrag KI-gestützte Jahresplanung für präzisere Bestandssteuerung erklärt er, warum Unsicherheiten in der Jahresplanung schnell zu Über- oder Unterbeständen führen können – beides kostet Unternehmen enorm viel Geld, sei es durch gebundenes Kapital oder entgangenen Umsatz. Das Ziel seiner KI-basierten Lösung ist, die Prognosegenauig keit deutlich zu steigern, indem sie versteckte Trends und Abhängigkeiten automatisch erkennt. Als Input fließen his torische Absatzwerte, Wetterdaten, Feiertage, Schulferien und sämtliche firmeninterne Kennzahlen in ein Ensemble-Modell, das saisonale Schwankungen und
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Dr. Janis Lapins (Spicetech) möchte anhand KI-basierter Lösungen die Prognosegenauigkeit von logistischen Jahresplänen steigern
Peter Winkelmann und Maksim Osipau (hTRIUS) verleihen mit einem Exoskelett jedem Logistikarbeiter „zusätzliche Muskeln“
externe Einflüsse simultan bewertet. Ein kontinuierlicher Abgleich zwischen den KI-Vorhersagen und den tatsächlich realisierten Verkaufszahlen ermöglicht ein dynamisches Retraining: Fehlvorhersagen werden sofort identifiziert und das Modell passt sich an, bevor teure Fehlbestände entstehen.
Lapins zeigt praxisnah, wie Unternehmen mit dieser datengetriebenen Jahresplanung nicht nur Lagerkosten senken, sondern auch ihre Lieferfähigkeit verbessern und schneller auf Marktveränderungen reagieren können.
Peter Winkelmann und Maksim Osipau , beide hTRIUS, demonstrieren in ihrem Vortrag Exoskelette in der Getränkelogistik: Rückenschutz als Game Changer, warum herkömmliche Maßnahmen wie Kopf-, Fuß- und Augenschutz heute nicht mehr ausreichen. In der Getränkelogistik entstehen massive Kosten durch Kran kentage, Arbeitsunfähigkeit, Kündigungen und einen spürbaren Leistungsabfall.
Ihr Ansatz setzt externe Muskulatur ein: Leichte, tragbare Exoskelette unterstützen den unteren Rücken und verteilen die Last gleichmäßig, sodass die Arbeiter praktisch „zusätzliche Muskeln“ bekommen. Durch die Rückenschonung reduzieren sich Fehlzeiten und Fluktuation, während gleichzeitig die Produktivität steigt: weniger Pausen, dafür mehr gepackte Paletten pro Schicht. Die Technologie lässt sich nahtlos in bestehende Sicherheitsausrüstungen integrieren und erfordert nur minimale Schulung. So wird das Exoskelett zum nächsten StandardSchutzelement, das neben Helm, Sicherheitsschuhen und Schutzbrille künftig
unverzichtbar ist, lautet das Fazit der beiden Referenten
Julian Blasig , Chief Operating Officer bei mansio, beschäftigt sich seit Jahren mit der Optimierung von Fernlogistik-Netzwerken. In seinem Vortrag Effizienter und nachhaltiger Gütertransport durch Begegnungsverkehr macht er ein drängendes Problem sichtbar: überfüllte LKW-Parkplätze an Autobahnraststätten. Die sind vor allem nachts besonders voll, wenn das Fahrpersonal im Fahrzeug schläft, um Lenkund Ruhezeiten einzuhalten. Dies hat zur Folge, dass die Fahrzeuge kaum ausgelastet sind.
Seine Antwort lautet Begegnungsverkehr: Hierbei werden die Auflieger auf halber Strecke getauscht und die Fahrer fahren zurück zu ihrem Ausgangsort. Statt lange Standzeiten zu akzeptieren, sind die Fahrer abends zu Hause. Dadurch ist ein Zweischichtbetrieb der Fahrzeuge möglich, was die Auslastung erhöht. So wird die Transportkapazität fast verdoppelt, die Leerfahrten sinken und die CO2-Bilanz verbessert. Bei großen Speditionen ist dieses Modell bereits etabliert. Mittelständische Unternehmen stehen jedoch noch am Anfang der Umstellung. Blasig zeigt, welche Möglichkeiten mansio bietet, um den Begegnungsverkehr auch im Mittelstand zu realisieren, um damit sowohl Kosten als auch Emissionen signifikant zu reduzieren.
Mit seinem Vortrag Chance Schiene – zukünftiger Bahntransport zeigt Clemens Bochynek (SGKV) eindrucksvoll, wie das kombinierte Verkehrssystem bereits heute die Weichen für eine nachhaltigere Logistik stellt.
Durch die Möglichkeit, Lkw-Fahrten bis zu 44 t zu bündeln, profitieren Unternehmen von einer Befreiung der Kfz-Steuer und deutlich geringeren Mautkosten, da der hauptsächliche Transport nicht mehr über die Straße erfolgt. Diese finanziellen Erleichterungen gehen einher mit Ausnahmen bei Fahrverboten, sodass die Transportkette flexibler bleibt, während gleichzeitig Fördermittel aus Bundesprogrammen die Investitionen in die Schienenanbindung attraktiv machen.
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene entlastet das Kombinieren von Lkw und Bahnverkehr die überlasteten
Straßen, reduziert Emissionen und steigert die Transportsicherheit –ein Gewinn für Umwelt, Infrastruktur und Gesellschaft. Bochynek betont, dass diese Synergien nicht nur ein Zukunftsszenario, sondern bereits heute umsetzbare Praxis seien, wenn alle Akteure – von Speditionen über Behörden bis hin zu politischen Entscheidungsträgern – die Chance Schiene aktiv nutzten. Kombinierter Verkehr schafft betriebswirtschaftliche Vorteile für den Lkw, stärkt die volkswirtschaftliche Resilienz und legt den Grundstein für einen emissionsärmeren, sichereren Güterverkehr der nächsten Generation.
Bochynek stellt die Weichen für den Gütertransport der
Julian Blasig, mansio, propagiert den Begegnungsverkehr beim Gütertransport auf der Straße
Clemens
Zukunft: Lkw und Schiene müssen besser kombiniert werden
Foto: Edvard Krikourian
9,5 Millionen Euro für Hopfenbewässerung
Der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, war Mitte November zum Bewässerungsverband Hallertau gekommen, um sich über den Fortschritt der Arbeiten für die Planung einer Infrastruktur zur Bewässerung des Hallertauer Hopfens zu informieren. Er brachte einen Förderscheck für das Bewässerungsvorhaben mit.
Der vor etwa einem Jahr gegründete Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Hallertauer Hopfenbau klimaresilienter zu machen. Angesichts immer größerer Ertragsschwankungen und geringerer Qualitäten in Wetter-Extremjahren fürchten die Hopfenpflanzer um ihren Ruf als verlässliche Lieferanten für die die Brauwirtschaft weltweit.
In Wolnzach begrüßte der Vorsteher des Bewässerungsverbandes, Dr. Johannes Stampfl, den Minis ter und weitere Ehrengäste aus dem Landtag, den Landratsämtern und Rathäusern, aus der Wasserwirtschaft und der Hopfenbranche. Er stellte klar, dass eine Anpassung an den Klimawandel notwendig ist. In nahezu allen weltweit relevanten Hopfenbaunationen werden große Teile der Hopfen bereits heute bewässert und auch die Hallertau will so für mehr Stabilität in der Hopfenproduktion sorgen. Deshalb wird bereits seit mehreren Jahren zusammen mit den zuständigen Ministerien, Wasserwirtschaftsämtern und Landratsämtern intensiv an der Entwicklung einer nachhaltigen und leistungsfähigen Bewässerung gearbeitet.
Grundwasserneutrale Bewässerung
Es ist das Ziel aller Beteiligten, in naher Zukunft eine Anlage zu errichten, die in trockenen Sommern Wasser zur Verfügung stellt, um den Trockenstress der Pflanzen abzumildern. Das Konzept sieht vor, in der Hallertau mehrere Speicherbecken zu bauen und diese mit Wasser aus den Flüssen zu befüllen, damit das Grundwasser unangetastet bleibt. Stampfl betonte, dass die Entnahme aus den Flüssen
nur dann erfolgen darf, wenn genügend Wasser vorhanden ist oder Hochwasser geführt wird.
Nach der Verbandsgründung im vergangenen Winter geht der Verband nun intensiv die Detailplanungen an. In Ausschreibungsverfahren werden geeignete Planer gesucht und beauftragt. Stampfl hofft, dass die Arbeiten bis Ende 2027 fertiggestellt werden können.
Finanzielle Unterstützung vom Land Bayern Staatsminister Thorsten Glauber zeigte sich in seiner Ansprache beeindruckt von der Entschlossenheit und Zielstrebigkeit der Hallertauer Hopfenpflanzer. Er sei überzeugt davon, dass dies eine Erfolgsgeschichte werde. Für die notwendigen finanziellen Anstrengungen habe die Bayerische Staatsregierung trotz angespannter Haushaltslage Investitionsmittel eingeplant. Als Höhepunkt der Veranstaltung überreichte der Minister symbolisch einen Scheck über 9,5 Mio. €.
Am Ende der Veranstaltung ergriff der Vorsitzende des Hallertauer Hopfenpflanzerverbandes, Karl Pichlmeyer, das Wort. Er wies darauf hin, dass für mehr als 700 Hopfenpflanzerfamilien in der Region die Absicherung der Zukunft des Hopfenbaus über ihre Existenzen entscheiden wird. Die Errichtung einer Bewässerung ist deshalb die entscheidende Weichenstellung für die kommende Generation. Über die wirtschaftlichen Sorgen der Hopfenpflanzer hinaus ist der Hopfen und dessen Anbau in der Hallertau zudem seit Jahrhunderten der Pfeiler für Kultur und Identität. Auch deshalb gilt es, den Hopfenbau zukunftssicher zu machen.
Der Bayerischen Staatsregierung sei Dank! v.l.: Martin Schlittenbauer, Johann Ostler, Karl Pichlmeyer, Thorsten Glauber, Dr. Johannes Stampfl, Adi Schapfl, Lukas Raith
Foto: Bewässerungsverband Hallertau KöR
109. VLB-OKTOBERTAGUNG 2025
7. VLB-Forschungskolloquium: Forschung ist der Motor für Innovationen
Dr. Maja Schuster, VLB-Forschungskoordination
Im Rahmen der VLB-Oktobertagung stellten die Institute beim 7. VLB-Forschungskolloquium ihre aktuellen Forschungsergebnisse aus öffentlich geförderten Projekten vor. Neben dem übergreifenden Thema „Aktuelle Entwicklungen in der deutschen Forschungsförderung“ wurden neue Entwicklungen präsentiert. Die große Zuhörerschaft unterstrich wieder einmal das Interesse an den vorgestellten Themen und die Bedeutung der unabhängigen Forschung der VLB.
Der kaufmännische Geschäftsführer und Forschungskoordinator der VLB, Gerhard Andreas Schreiber, führte durch das diesjährige Programm des VLB-Forschungskolloquiums. In seiner Einführung gab er einen Überblick über die aktuelle Lage der deutschen Förderlandschaft für anwendungsorientierte Forschung
Die Verfügbarkeit öffentlicher Fördermittel sei nach wie vor hoch, zeige jedoch einen rückläufigen Trend. So wurden die Mittel für das bedeutende Förderprogramm „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für das Jahr 2025 um rund 109 Mio. € gekürzt. Die Fördermittel für unabhängige Industrieforschung blieben hingegen auf dem bisherigen Niveau.
Die Etablierung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) sei weiterhin ungewiss, wenngleich im Jahr 2024 bereits rund 300 Projekte im Rahmen des vorgelagerten DATIpilot-Programms gestartet werden konnten.
Trotz sinkender öffentlicher Mittel zeichne sich insgesamt ein Aufwärtstrend bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) ab. Die Aufwendungen hierfür beliefen sich inzwischen auf über 3 % des Bruttoinlandsprodukts. Damit liege Deutschland über dem Durchschnitt
der OECD-Staaten; den größten Anteil daran trügen die privaten FuE-Ausgaben der Unternehmen. Im Zuge der Regierungsneubildung sei es zu Diskussionen zwischen dem Wirtschafts- und dem Forschungsministerium über die künftige Zuständigkeit für Forschungsförderprogramme gekommen. Diese Auseinandersetzungen seien erst Anfang Oktober 2025 abgeschlossen worden – mit dem Ergebnis, dass die Programme der Industrieforschung weiterhin beim BMWE verbleiben.
Als einfach zugängliches Förderinstrument für innovative Unternehmen stellte Schreiber die steuerliche Forschungszulage (FZul) sowie die damit verbundenen Neuerungen durch das Wachstumschancengesetz vor. Unternehmen jeder Größe könnten ihre FuEAufwendungen steuerlich geltend machen, wobei die Förderquote bis zu 25 % und für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu 35 % betrage. Rückwirkend seien Erstattungen von bis zu 1 Mio. € pro Jahr für den Zeitraum 2020 bis 2023 sowie seit 2023 bis zu 2,5 Mio. € bzw. 3,5 Mio. € für KMU möglich. Mit einer Bewilligungsquote von über 80 % verfüge die FZul über ein „hohes Erfolgspotenzial“. Das einfache und effiziente Antragsverfahren illustrierte Schreiber am Beispiel des VLB-internen Projekts „MessQuick“. Ziel des dreijährigen Projekts war die Entwicklung eines Systems zur automatisierten Integration von Labormessdaten in das Laborinformationssystem. Da das Vorhaben zunächst ohne öffent-
liche Förderung begonnen worden war, habe sich die FZul besonders angeboten, da sie auch bereits laufende Projekte fördere. Vom Antrag bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) bis zum steuerlichen Bescheid seien lediglich sechs Monate vergangen. Zum Abschluss lud Schreiber alle Teilnehmenden ein, sich mit Forschungsideen und praxisrelevanten Fragestellungen an die VLB zu wenden, um gemeinsam innovative Projekte zu entwickeln und den Technologietransfer in der Branche weiter voranzutreiben.
Der nächste Vortrag wurde von Alexandra Mușat aus dem Forschungsinstitut für Biotechnologie und Wasser (FIBW) gehalten. Mușat stellte ein neues mögliches Verfahren zur Analyse des PYF-Potenzials vor, das im Zuge des Pro -
Fotos:
Gerhard A. Schreiber
Alexandra Mușat
jekts „Innovative Charakterisierung frühzeitiger Hefe-Flokkulation“ (INNO-KOM 49VF240013) erprobt wird. Vorzeitige Hefeflokkulation (premature yeast flocculation – PYF) ist ein wichtiger Parameter beim Brauprozess. PYF führt zu einer unvollständigen Fermentation und damit zu höheren Kosten für die Brauerei. Das Potenzial wird bisher über den Asahi-Test ermittelt. Dieser ist jedoch arbeits- und zeitaufwendig. Mit der erstmals getesteten Methode, die die STEP-Technologie unter Verwendung eines LUMiSizerGeräts einsetzt, soll das Potenzial einfacher und schneller ermittelbar sein. Im weiteren Projektverlauf soll die gängige Asahi-Methode weiter optimiert werden, sodass weniger Material gebraucht wird. Ultrafiltration soll eingesetzt werden, um die Molekülgröße der PYF-Faktoren zu ermitteln.
Der Vortrag von Max Krüger, Mitarbeiter der Sensorik im Forschungsinstitut für Rohstoffe und Getränkeanalytik (FIRGA), drehte sich um die optimale Konzentration von Glycerin in alkoholfreien Bieren als Teil des Projekts „Sensorische und kolloidale Stabilität alkoholfreier Biere“ (INNO-KOM 49VF210007). Krüger untersuchte Glycerin als Substituenten für Ethanol, das in Bier sowohl das Mundgefühl als auch die Flüchtigkeit von Aromastoffen beeinflusst. Es wurde versucht, den Glyceringehalt in verschiedenen alkoholfreien Bieren so zu optimieren, dass sowohl das Mundgefühl verbessert
als auch der oft charakteristische Würzegeschmack verringert wird. Bereits mit 1,5 bis 2 % Glycerin angereicherte entalkoholisierte Biere wurden von den Panelisten positiver bewertet als die unveränderten Basisbiere. Das Panel stellte ein erhöhtes Mundgefühl, eine erhöhte Süße sowie eine verminderte Bittere fest. Dieser Eindruck bestätigte sich jedoch nicht für biologisch produzierte alkoholfreie Biere. Hier erhöhte die Zugabe von Glycerin lediglich den Parameter Süße. Der Würzegeschmack sowie andere Eigenschaften wurden nicht beeinflusst.
Zum Abschluss des Kolloquiums präsentierte Jan Biering , Leiter des Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP), die Ergebnisse des Projekts „Entwicklung eines kombinierten Mittelinfrarot-/UV-VIS-FL-Messsystems zur zeitnahen Überwachung der Biergärung und Bestimmung des Reifegrads von Bier mittels charakteristischer Aromen“ (ZIM KK5335205BA1). Am Beispiel des Diacetyl-Werts sollte in Kooperation mit zwei Unternehmen und der Hochschule Coburg ein portables System entwickelt werden, das die teure und zeitaufwendige Bestimmung von Diacetyl während der Gärung ersetzt. Das Konsortium konnte KI-Modelle anhand der ermittelten MIR- und UV-Spektren entwickeln, die eine gute Korrelation mit den gemessenen Werten für Diacetyl und weiteren Gärparametern zeigten. Nur klein und portabel
sei das System noch nicht. Biering stellte jedoch eine Fortführung des Konsortiums für weitere Entwicklungen in Aussicht. Jan Biering
TAGUNGEN
23. IfGB-Forum bei SLYRS ein großer Erfolg
Am 15. und 16. September versammelte sich die deutschsprachige Brennerei- und Spirituosenbranche in Miesbach, Oberbayern, um sich über aktuelle Herausforderungen auszutauschen und mehr über das Leuchtturmprojekt des SLYRS-Neubaus zu erfahren. Mit fast 120 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol und Luxemburg kehrte die größte deutschsprachige Fachtagung zu ihrer Bestform zurück. Das vom IfGB erstellte facettenreiche Vortragsprogramm krönte die SLYRS-Destillerie mit eigenen Vorträgen und der Besichtigung ihrer hochmodernen Brennerei. Es gab Präsentationen rund um Effizienz und Nachhaltigkeit sowie zu Spezialhefen und Mikrobiologie bis hin zu alkoholfreien Spirituosenersatzprodukten.
(WiK) SLYRS-Geschäftsführer Hans Kemenater hatte das IfGB-Forum eingeladen. Außerdem hat er mit seinem Team auch ein spannendes Besichtigungsprogramm durch die neue Brennerei organisiert und den zauberhaften Begrüßungsabend auf der Terrasse der SLYRS GenussVerweilerei. Er hielt auch einen Vortrag und teilte sich mit dem SLYRS-Markenbotschafter Helmut Knöpfle die Moderation des zweitägigen Vortragsprogramms. Nach der Begrüßung der Teilnehmer gemeinsam mit dem VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine stieg Kemenater direkt in seinen Vortrag über Geschichte, Neubau und Nachhaltigkeit von SLYRS ein.
„Ich sehe viele Freunde und Partner im Saal – und ordentlich Wettbewerb“, freute sich der SLYRS-Geschäftsführer: „Herzlich willkommen!“ Kurz erläuterte er die Grundidee von Florian Stetter, der 1999 beschloss, einen bayerischen Single Malt zu kreieren, damals noch unter dem Dach der Destillerie Lantenhammer. Hans Kemenater hat
die Umsetzung dieser Vision von Anfang an mitgestaltet und einen großen Beitrag geleistet, um SLYRS als einen der bedeutendsten Whiskyhersteller Deutschlands zu positionieren. Er beschrieb den großen Aufwand des aktuellen Neubauprojekts, das innerhalb eines Dreivierteljahres umgesetzt wurde: „Wir wollten eine der modernsten Brennereien Europas gestalten, um zukunftsfähig, nachhaltig und effizient zu sein.“ Da die Brennerei mitten im Naturschutzgebiet liegt, war eine Flächenerweiterung nicht möglich. So riss man die alte Brennerei ab und setzte die neue direkt auf die bereits vorhandene Produktionsfläche. Ware House und Besucherzentrum blieben davon unberührt und bilden mit der Produktion eine harmonische Einheit. Eine deutliche Kapazitätssteigerung war nötig, weil die Nachfrage z. T. nicht bedient werden konnte und der Export forciert werden sollte. So hat das Unternehmen mit Steffen Brandt seit März 2025 einen zusätzlichen Geschäftsführer
für Sales & Marketing. Seinen Dank richtete Kemenater an die beteiligten Zulieferer und Anlagenbauer: „Das war ein Vertrauensprojekt –das ist sehr partnerschaftlich entstanden. Manches ist im Dialog anders justiert worden, als es im ersten Plan vorgesehen war.“ Es war auch echte Pionierarbeit, neben der Kapazitätssteigerung das zentrale Thema Nachhaltigkeit zu realisieren. „Wir arbeiten u. a. mit Energierückgewinnung und Photovoltaik, pflanzen aber auch Bäume mit den Staatsforsten“, erläuterte der SLYRS-Geschäftsführer. „Was macht man mit den Produktionsmitarbeitern, während des Umbaus, wenn man keine Brennerei hat?“, lautete eine Schlüsselfrage. Schließlich beteiligten sich viele Produktionsmitarbeiter aktiv am Umbau ihrer Brennerei. Kemenater dankte seinem Team dafür besonders. Ein großes Problem beim Whisky ist die Kapitalbindung. „Wir haben in die Technologie investiert, aber der fertige Whisky wird erst frühes tens in drei Jahren auf den Markt kom -
Nachrichten aus dem Institut für
men“, gab der Referent zu bedenken. Damit ist die Vorfinanzierung sehr groß. Aktuell herrsche eine gedämpfte Stimmung in der Branche, aber auch früher gab es ja Einbrüche. „Whisky ist keine Spirituose, die einen schnellen Hype ermöglicht. Wir schaffen Werte. Wir produzieren fürs Lager mit Umschlagszeiten von im Durchschnitt sechs Jahren.“ Das sei nicht jeder Bank erklärbar. „Aktuell haben wir im Whisky-Absatz eine kleine Delle, aber die werden wir auch wieder ausgleichen“, zeigte sich Kemenater zuversichtlich.
Hatte sich Hans Kemenater auf den technischen Bereich fokussiert, ging Helmut Knöpfle mit It is a SLYRS! auf die unterschiedlichen Ausprägungen des SLYRS-Whisky ein. Für den SLYRS Classic verwenden wir neue, nur leicht getoastete Fässer, damit der Holzzucker an die Oberfläche steigt“, erläuterte der Spirituosenexperte. „Außerdem gehen wir mit einer geringeren Alkoholstärke ins Fass, damit nicht zu viel strenge Holznoten ins Des tillat gelangen.“ Ferner stellte Knöpfle die unterschiedlichen Fasslager vor – im Tal, aber auch am Berg. „Wir wollten darstellen, dass durch verschiedene Lagerungsbedingungen ganz unterschiedliche Whiskys entstehen.“ Dies erreiche man z. B. auch durch die facettenreichen Finishings in Port- oder unterschiedlichsten Sherryfässern etc. „Für die Mountain-Edition wird das Malz über Buchenholz getrocknet“, erläuterte Knöpfle. Seinem Vortrag folgte eine Verkostung von SLYRS Classic versus Mountain Edition. „Man muss die Konsumenten begeistern – für bayerischen Whisky“, zeigte sich Knöpfle überzeugt.
Im Folgenden präsentierten die SLYRS-Zulieferer ihre Produkte, speziell ihre Lösungen für SLYRS. Marcel Serafin vom Keramischen Säurebau Räckers präsentierte säurefeste keramische Industriebodenbeläge . „Wir leisten Neubau, wie bei SLYRS, wir überarbeiten aber auch vorhandene Böden. Wenn man eine teure Maschine aufstellt, sollte man am Boden nicht sparen“, betonte Serafin. Sechs-Eck-Kacheln sorgen für Robustheit, sie ermöglichen schmale Fugen und nahtlose Böden. „Gefälle, ohne Kantenbildung, das kann die Sechs-Eck-Kachel wunderbar.“
Anschließend kamen die Co-Sponsoren zu Wort. Uwe Janssen von BrauKon präsentierte BrauKon eKon – das zukunftssichere Energiesystem . „Wir fertigen immer mehr Whisky- und Spirituosenanlagen“, erläuterte der Anlagenbauer, der ursprünglich aus dem Brauerei- und Craft-Bier-Segment kommt. Über den SLYRS-Neubau sagte er: „Das war ein monsterschönes Projekt, da waren Profis am Werk, darum hat die Zusammenarbeit auch sehr viel Freude bereitet. Wir wollten ein zukunftssicheres System haben“, betonte Janssen. Das eKon-System mit patentiertem Einsatz der Höchsttemperaturwärmepumpe kann mit Öl und Gas arbeiten, aber auch vollkommen mit regenerativen Energieträgern. Der Referent skizzierte das bei SLYRS realisierte Energierückgewinnungskonzept. So wandle man ungenutzte Abwärme in nutzbare Primärenergie um. Die Höchsttemperatur-Wärmepumpe speist z. B. Rückkühlwärme wieder in die Destille ein. Die Vier-Walzen-
Schrotmühle arbeitet mit vollautomatischem Malz- und Schrotförderer. Das Sudhaus könne vollautomatisch betrieben werden, was z. B. zu einer deutlichen Malzeinsparung führe. Bei SLYRS sind durch die Aufstockung der Maische- und Läuterbottiche acht Sude pro Tag möglich. Vier Sude füllen einen Gärtank. Bei SLYRS konnte man durch erhöhte Stammwürze von 16 °P auf 20 °P die Alkoholausbeute um mehr als 30 % steigern. Die eigene Hefepropagation spare außerdem den Zukauf großer Mengen an Trockenhefe. Die Energierückgewinnung aus Schlempe erfolge durch eine Schlempekühlung von 99 °C auf 25 °C. Die Vorheizung im Produktzulauf erfolge von 25 °C auf 55 °C. Die Höchsttemperatur-Wärmepumpe speist die Rückkühlwärme wieder in die Brennerei ein. Dabei ergeben Kondensation/ Kühlung ca. 150 kW/h und die Destillation verbrauche ca. 240 kW/h. Die Brenngeräte sind komplett in das System integriert. BrauKon hat ein geschlossenes Energie-System geschaffen. „Am Ende lassen sich
Whiskyverkostung während des Vortragsprogramms – im Hintergrund SLYRSDestillateur Kilian Jontscher
Hans Kemenater (r.) und Helmut Knöpfle
Marcel Serafin
60 % der Primärenergie zurückgewinnen“, betonte der Referent abschließend. „Das ist ein schlüssiges Konzept, mit dem wir sehr zufrieden sind“, sagte Hans Kemenater.
Stefan Hafen vom Anlagenbauer
Arnold Holstein referierte über modernste Brennereitechnologie – Automatisierung und Energieeinsparung . „Man muss Ressourcen schonen“, lautete ein Ausgangspunkt. Für SLYRS realisierte das Unternehmen zwei Raubrandblasen mit jeweils 5000 L Volumen und Hochleistungskühlern sowie eine Feinbrandblase mit 6000 L. Die Anlage besitzt einen sehr hohen Automatisierungsgrad. Mit den neuen Geräten erreiche man einen um 3 bis 5 vol % höheren Alkoholgehalt im Raubrand als mit dem alten Gerät. Das sehr große Sichtfenster in der Feinbrennblase ist ein besonderes Highlight für die Besucher. Der Röhrendephlegmator dient dazu, die Alkoholkonzentration ggf. zu erhöhen. Auch die Mittellaufausbeuten lassen sich über die Dephlegmator-Steuerung erhöhen, „aber am Ende zählt die Qualität des Destillats“, betonte Hafen. Der Dephlegmator führe außerdem zu einem saubereren Destillat, der Nachlauf komme später.
Um die Raubrandblasen zu befüllen, aufzuheizen sowie zu entleeren und zu reinigen, benötige man jeweils 30 Minuten. Der eigentliche Brennvorgang braucht dann 6 Stunden.
„Aus dem BrauKon-Energiespeicher erhalten wir 15 °C warmes Kühlwasser und leiten es anschließend mit 70 °C wieder in den Energiespeicher
zurück“, erläuterte Hafen. So werde das Wasser vollkommen im Kreislauf gefahren. Die Energieeinsparung erfolgt auch durch eine Spezialisolierung und eine abgestimmte Maischevorwärmung.
Michael Holstein aus der 3. Generation der Unternehmerfamilie programmiert die Automatisierung. „Wir haben z. T. Änderungen im Rezept vorgenommen“, berichtete der Referent. „Das lässt sich online vom Firmensitz in Marktdorf realisieren.“ Die Steuerung ist individuell justierbar. „Die Automatisierung unterstützt den Brenner bzw. Destillateur, aber er muss das Gerät beaufsichtigen und überprüfen“, betonte Stefan Hafen. Für den Referenten ist die Automatisierung Schlüsselkomponente für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb: „Automatisierung ist kein Luxus, sondern absolute Notwendigkeit.“
Im Anschluss an die Nachmittagsvorträge fuhren alle Teilnehmer nach Neuhaus am Schliersee zur spannenden Brennereibesichtigung. Viele der in den Vorträgen vorgestellten Lösungen konnten hier direkt in Augenschein genommen werden. Zusätzlich zur hochmodernen Produktion bekamen die Besucher Einblick ins Fasslager und das Besucherzentrum. Die Verkostung unterschiedlicher SLYRS-Whiskys in der Tasting-Bar war ein weiteres Highlight, dem sich der wunderbare Begrüßungsabend auf der Terrasse der SLYRS-GenussVerweilerei anschloss. Die VLB-Geschäftsführer bedankten sich bei den SLYRSGeschäftsführern Hans Kemenater
und Steffen Brandt und ihrem Team sehr herzlich. Der neue VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Klotzbücher war extra zum Begrüßungsabend angereist. „Danke für diese Erfolgsgeschichte“, wandte er sich an die SLYRS-Geschäftsführung, „Für so etwas braucht man Unternehmen mit Mut und Teams, die an einem Strang ziehen.“ Er ergänzte im Hinblick auf Hans Kemenater, SLYRS-Geschäftsführer und Absolvent des IfGB-Destillateurmeisterkurses: „Wir sehen unsere Aufgabe darin, Menschen fit zu machen für ihren Erfolg.“ IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann zeigte sich begeistert vom großen Erfolg des diesjährigen IfGB-Forums: „Wie gut, dass Brenner und Spirituosenhersteller gerade in dieser schwierigen Zeit unsere Plattform nutzen und den Dialog suchen, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern.“ An das SLYRS-Team gewandt, ergänzte sie: „Für das große Engagement der SLYRS-Destillerie können wir uns gar nicht oft genug bedanken.“ Besonderer Respekt gelte auch den Zulieferern, die zusätzlich zu ihrer Messepräsenz auf der drinktec Vorträge und z. T. CoSponsorings übernommen haben und sich in der tagungsbegleitenden Fachausstellung präsentiert haben. (Fortsetzung folgt)
Das 24. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei im September 2026 folgt der Einladung der Staatlichen Lehrund Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg, in den Großraum Heilbronn. Die Verhandlungen mit CoSponsoren für weitere Betriebsbesichtigungen laufen auf vollen Touren.
Uwe Janssen
Stefan Hafen
Hans Kemenater führt durch die Brennerei
PRÄMIERUNGEN
Landwirtschaftsministerium verleiht Bundesehrenpreise für Spirituosen 2025 auf dem Petersberg
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vergibt jährlich die höchste Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft auf Grundlage des hervorragenden Abschneidens in den DLG-Qualitätsprüfungen.
Ende Oktober überreichten Ministerialdirektorin Christel Jagst (BMLEH) und DLG-CEO Freya von Czettritz im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung in Königswinter bei Bonn acht ausgezeichneten Spirituosenherstellern die zum Bundesehrenpreis gehörenden Urkunden und Medaillen.
(BF) Die feierliche Ehrung fand zum ersten Mal im Vorfeld des Politischen Gästeabends des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) statt. Werner Albrecht, SpirituosenExperte des Bundesministeriums, moderierte kurzweilig und kenntnisreich. Das BMLEH verleiht die Bundesehrenpreise an deutsche Lebensmittelproduzenten jährlich getrennt nach Produktkategorien. Diese haben zuvor bei den Internationalen Qualitätsprüfungen der DLG ihr Können unter Beweis gestellt und mit ihren Produkten eines der besten Gesamtergebnisse erzielt.
„Hervorragende Spirituosen entstehen nicht nur durch sehr gute Zutaten, sondern auch durch handwerkliches Können und eine Leidenschaft für das Detail – Eigenschaften, die alle Bundesehrenpreisträger auszeichnen", sagte Freya von Czettritz. „Auch in herausfordernden Zeiten bleiben sie Ihren Werten
treu und stellen Qualität und Genuss konsequent in den Mittelpunkt Ihres Handelns", sagte die DLG-Geschäftsführerin den Preisträgern. „Ihre hochwertigen Erzeugnisse überzeugen nicht nur geschmacklich, sondern schaffen besondere Genussmomente, die Maßstäbe für die gesamte Branche setzen.“
Mit ihren strengen Prüfkriterien, Laboranalysen und Deklarationsprüfung sowie dem strengen Urteil eines kontinuierlich geschulten Panels von Sensoriksachverständigen aus Instituten und Unternehmen, gehören die DLG-Qualitätsprüfungen zu den wissenschaftlich anspruchsvollsten und objektiven Qualitätsprüfungen der Lebensmittelbranche. Alle Produkte werden umfangreichen Qualitätskontrollen unterzogen. Die Bundesehrenpreisträger haben die jeweils besten Gesamtergebnisse ihrer Branche erzielt.
Die VLB Berlin gratuliert allen Preisträgern, besonders ihren Mitgliedern
(Berentzen, Henkell und Rola) sowie IfGB-Absolventen (Michael Mayer).
Bundesehrenpreis in Gold* Pabst & Richarz (Berentzen-Gruppe), Minden
Bundesehrenpreis in Silber* Klosterbrennerei Wöltingerode, Goslar
Weitere Bundesehrenpreise
• Edelbrennerei Destilleum Michael Mayer, Pflaumheim
• Henkell Freixenet, Wiesbaden
• Rola Weinbrennerei u. Likörfabrik, Rottenburg
• Edelbrennerei Rothenbücher, Schöllkrippen
• Bimmerle Private Distillery, Achern
• Kultbrand, Nürnberg
* Für die zwei besten Betriebsleistungen bundesweit wird der Bundesehrenpreis in Gold und Silber verliehen.
Bundesehrenpreisträger Spirituosen 2025: Ministerialdirektor in Christel Jagst (2.v.l.) überreichte gemeinsam mit Freya von Czettritz (7.v.l.) Urkunden und Medaillen an die diesjährigen Bundesehrenpreisträger
Thomas Ernst (r.), Präsident des Bundesverbandes der Deutschen SpirituosenIndustrie und -Importeure e. V. (BSI), überreicht dem frisch berufenen Genussbotschafter Dirk Wiese die zur Auszeichnung gehörende Kupferbrennblase
VERBÄNDE
BSI: Politischer Gästeabend in Königswinter
Im Vorfeld des 24. Spirituosen-Forums führte der Bundesverband der Deutschen SpirituosenIndustrie und -Importeure e. V. (BSI) auch 2025 seinen traditionellen Politischen Gästeabend am 29. Oktober 2025 im Steigenberge Grandhotel auf dem Petersberg in Königswinter durch. Auf der mit rund 170 Gästen aus der Politik, den Bundesministerien, der Wirtschaft, der Wissenschaft, den Verbänden und den Medien sehr gut besuchten Veranstaltung äußerten sich Politiker mit Grußworten zu aktuellen Themen der Gesellschaft und der Spirituosenbranche. Zur Feier des Jubiläums waren auch die Vertreter anderer Branchenverbände wie z. B. des Brauer-Bundes gekommen.
(BF) BSI-Präsident Thomas Ernst begrüßte die Gäste, ehe ausgewählte Politiker ihre Grußworte sprachen. Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises sagte: „Der BSI leistet mit seiner Arbeit einen wertvollen Beitrag dazu, dass Genuss verantwortungsvoll bleibt. ‚Maßvoll genießen‘ – das ist nicht nur ein Motto, sondern eine Haltung, die Respekt vor dem Produkt, vor den Menschen und vor dem Moment ausdrückt.“
schaft steht vor zahlreichen Herausforderungen. Einige davon wie die hohen Energiepreise, der Arbeits- und Fachkräftemangel oder die überbordende Bürokratie belasten auch die Spirituosenbranche. Umso wichtiger ist es, dass die Wirtschaftspolitik jetzt konsequent für bessere Rahmenbedingungen sorgt, damit die Wettbewerbsfähigkeit und die Dynamik unserer Wirtschaft wieder steigen können.“
eine freiheitliche Genusskultur. Besser ist: evidenzbasierte Prävention, konsequenter Jugendschutz und Stärkung der Eigenverantwortung.“
Rund 170 Gäste nahmen am Politischen Gästeabend im Kuppelsaal des früheren Gästehauses der Bundesregierung auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn teil
Genossen den Netzwerkabend IfGB-Alumni Hans Kemenater (l.), SLYRS, und Tobias Venzmer, Destilla mit IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann
Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, MdB (CDU/CSU), verwies darauf, dass das Engagement des BSI im „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ vorbildlich ist. Sie führte aus: „Die Spirituosenbranche lebt davon, dass die Menschen ihre Produkte schätzen und maßvoll konsumieren. Die Grundlage dafür ist für mich Glaubwürdigkeit, die der BSI geschaffen hat. Die deutsche Spirituosenbranche ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“
Dr. Klaus Wiener, MdB (CDU/CSU), informierte: „Die deutsche Wirt-
Jens Behrens , MdB (SPD) sagte: „Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure trägt seit Jahrzehnten erfolgreich dazu bei, dass Spirituosen Teil unserer kulturellen Identität sind.“
Prof. Dr. Erik Schweickert , Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg (FDP), betonte: „Regulierung muss zielgenau, verhältnismäßig und wirksam sein. Pauschale Doktrinen nach dem Motto ‚No safe level‘ ersetzen Aufklärung durch Misstrauen, untergraben den verantwortungsvollen Umgang und gefährden
In seiner Rede arbeitete Thomas Ernst die Bedeutung der Spirituosenindustrie als Wirtschaftsfaktor heraus und forderte von der Politik Planungssicherheit: „Wir plädieren für wirtschaftlich und politisch stabile und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Die Spirituosenindustrie erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von rund 5 Mrd. € und zahlte dafür ca. 2 Mrd. € Alkoholsteuer. Anschließend berief er Dirk Wiese, MdB zum Genussbotschafter. Dieser bedankte sich für die Auszeichnung und nahm den Faden auf: „Genuss braucht Verantwortung: Durch Aufklärung, Prävention und einen starken Jugendschutz fördern wir eine Kultur, in der Qualität, Bildung und Maßhalten zusammengehören. Dafür braucht es verlässliche Rahmen für Innovation, Qualität und Wachstum. Dafür setze ich mich ein.“
Fotos: BSI
24. Spirituosen-Forum des BSI: Künstliche Intelligenz – Gamechanger oder Hype?
Am 30. Oktober 2025 hat der BSI im Steigenberger Hotel sein 24. Spirituosen-Forum durchgeführt. Namhafte Referentinnen und Referenten sorgten vor rund 100 Gästen aus der Politik, den Bundesminis terien, der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Verbänden mit spannenden Beiträgen für lebhafte Diskussionen. Dass man sich mit KI auseinandersetzen muss – offen und kritisch, darin waren sich alle einig. BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick moderierte die Veranstaltung, die ein wirklicher Kopföffner war.
(BF) Eingangs sagte BSI-Präsident Thomas Ernst: „KI ist kein Trend, mit dem man sich ‚irgendwann beschäftigt‘. Wer jetzt lernt, KI effizient und souverän einzusetzen, wird gefragter sein denn je.“ Axel Voss , MdEP (CDU/ EVP) sagte: „KI ist Game Changer und kann zentraler Innovationstreiber für die deutsche Spirituosenindustrie werden. Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit, eröffnet neue Wege zu Geschmack und Markenemotion und zeigt, wie digitale Technologien die Zukunft unserer traditionsreichen Branche sichern können. Wer sich heute nicht mit KI beschäftigt, ist morgen nicht mehr da!“
Dr. Anselm Küsters LL.M., Professor für Digital Humanities der Universität Stuttgart referierte über KI-Trends und Stolperfallen in der Spirituosenbranche: „Die Suchmaschine von gestern liefert blaue Links. Die von heute liefert bereits Antworten und
vorgefertigte Meinungen, auch über Spirituosen.“ Für Hersteller bedeute das, sichtbar ist, wer von der KI zitiert wird. Künftig müsse man also nicht nur für Menschen, sondern vor allem für Maschinen schreiben, damit Menschen die eigenen Produkte noch finden können. „Das Kartell von morgen kann aus Code und KI-Agenten bestehen – deshalb brauchen wir Wettbewerbsregeln für das digitale Zeitalter, vielfältige KI-Systeme und wache Compliance.“
Andreas Mundt , Präsident des Bundeskartellamts, führte aus: „Wir als Wettbewerbsbehörden müssen alles dafür tun, um die Märkte offenzuhalten und den Wettbewerb auf KI-Märkten sicherzustellen.“ Mit dem Digital Markets Act und dem § 19a des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen habe man schlagkräftige Werkzeuge, um gegen wettbewerbsschädliches Verhalten im KI-Bereich vorzugehen.
Judith Barbolini, rheingold, und Florian Krebs, Repon, stellten KI-generierte Zielgruppen vor, mit denen Teams Innovationen testen können, Ideen reflektieren und Botschaften schärfen – bevor sie in den Markt gehen. Die Referentin stellte MIA, einen Avatar aus dem Jahr 2030. Die Rheinland Distillers wagten einen Live-Chat über alkoholfreie Spirituosenalternativen – zu denen die junge Avatarin eine klare Meinung hatte, während sie die jüngste Produktneuheit des Unternehmens allerdings noch nicht kannte.
Prof. Dr. Maximilian Lude , Professor für Innovation und Strategie der Tomorrow University of Applied Sciences betonte: „Tradition alleine ist keine Versicherung für Zukunftsfähigkeit. Sie kann eine hervorragende Grundlage dafür sein, wenn man sich gezielt traut, Altes und Bestehendes neu zu interpretieren und mit neuen Technologien zu kombinieren.“
Axel Voss (M.) mit Angelika Wiesgen-Pick und Thomas Ernst
BSI-Präsident und -Geschäftsführerin mit den Vortragsreferenten: Prof. Dr. Maximilian Lude, Dr. Anselm Küsters, Thomas Ernst, Angelika Wiesgen-Pick,, Andreas Mundt, Judith Barbolini und Florian Krebs (v. l.)
Fotos: BSI
Die BSI-Festschrift zum Jubiläum als Download
VERBÄNDE
Bayerische Spirituosenhersteller sehen sich von GeoschutzVerordnung in ihrer Existenz bedroht
Die neue EU-Geoschutz-Verordnung (EU 2024/1143) bringt für viele bayerische Hersteller nicht Entlastung, sondern eine massive zusätzliche Belastung, warnt der regionale Spirituosenverband. Statt Bürokratie-Abbau sehen sich mittelständische und landwirtschaftliche Betriebe mit einer Fülle neuer Pflichten, Kosten und Rechtsrisiken konfrontiert.
(F.) Der Verband geht davon aus, dass die aktuellen Regelungen zu einer Schlechterstellung bayerischer Hersteller gegenüber ihren außerbayerischen Wettbewerbern führen. Der Verband der Bayerischen Spirituosenindustrie fordert daher Möglichkeiten für bayerische Erzeuger, weiter Produkte mit bayerischer Identität außerhalb der strengen Kategorien des GeoschutzSystems herstellen zu können. Besonders gravierend sei: Schon eine bloße Anspielung auf eine geografisch geschützte Bezeichnung werde künftig als registrierungspflichtige Erzeugung gewertet. Das bedeute: Ein Kräuterlikör aus Bayern dürfe künftig nur noch
hergestellt werden, wenn er allen Spezifikationen der Geoschutz-Verordnung für diese Kategorie entspricht. Für die Produzenten entfällt damit die bisherige Wahlfreiheit, eigene Rezepturen oder Varianten außerhalb der festgelegten Spezifikation auf den Markt zu bringen. „Während österreichische Hersteller problemlos Kräuterliköre mit Anspielungen auf Gebirgszüge, Zwiebeltürme oder alpenländische Symbolik herstellen können, ohne sich kostenpflichtig registrieren lassen zu müssen, bleibt dies bayerischen Herstellern künftig verwehrt“, kritisiert Stefan Penninger, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Spirituosenindustrie.
Bundesverband der Deutschen Spirituosen- Industrie und -Importeure e. V.
Jubiläum 50 Jahre BSI
Diese strikte Bindung verhindere Vielfalt sowie individuelle Handschrift und bremse auch Innovationen aus. Gerade im Bereich alkoholarmer und alkoholfreier Spirituosenalternativen könnten Hersteller durch die Geoschutz-Vorgaben massiv eingeschränkt werden. Die Umsetzung der Verordnung verlangt von den Herstellern regelmäßige Mengenmeldungen und zusätzliche Produktionsdokumentationen. Etikettierungsfehler können künftig sogar strafrechtlich verfolgt werden. „Die Politik spricht seit Jahren von Bürokratie-Abbau –schafft aber mit dieser Verordnung ein Bürokratiemonster, das mittelständische Hersteller kaum bewältigen können“, warnt Florian Beierl von der Enzianbrennerei Grassl, zweiter Vorsitzender des Verbands. Was als Schutzmaßnahme für regionale Spezialitäten gedacht war, drohe sich für bayerische Hersteller ins Gegenteil zu verkehren: Statt Wettbewerbsstärkung und Sicherung regionaler Identität stünden massive Bürokratie, hohe Zusatzkosten, fehlende Wahlfreiheit und existenzielle Risiken im Vordergrund. Für die traditionsreiche, mittelständisch geprägte Lebensmittelwirtschaft in Bayern könne dies fatale Folgen haben, zeigt sich der Verband besorgt.
„Ein halbes Jahrhundert Verbandsarbeit und Einsatz für die Branche. Darauf können die BSI-Mitglieder stolz sein“, erklärt Angelika WiesgenPick, Geschäftsführerin des BSI. „Unser Ziel bleibt es, die Erfolgsgeschichte des BSI fortzuschreiben – mit Verantwortung, Nachhaltigkeit und einer klaren Stimme für die deutsche Spirituosenbranche.“
(F.) Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) mit Sitz in Bonn, Berlin und Brüssel vertritt eine Vielzahl von Mitgliedsunternehmen und Fördermitgliedern. Das Spektrum umfasst kleine, mittlere und große deutsche traditionelle Familienunternehmen sowie internationale Konzerne mit deutschen Tochtergesellschaften und Craft-Spirits-Hersteller. Der BSI engagiert sich seit 2005 mit dem „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ in der Prävention. Mit dem für alle BSI-Mitglieder verpflichtenden
„Code of Conduct“ setzt der Verband außerdem hohe Standards für effektiven Jugend- und Verbraucherschutz. Heute steht die Spirituosenbranche vor vielen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Umso wichtiger ist eine starke Interessenvertretung, die sowohl den Brancheninteressen gerecht wird als Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit im Blick behält. „Genuss und Vielfalt, Handwerk und Qualität, Tradition und Kultur, Verantwortung und soziale Nachhaltigkeit – diese Werte prägen das Selbstverständnis des BSI“, betont BSI-Präsident Thomas Ernst. „Wir werden alles daransetzen, die Spirituosenbranche in Deutschland mit einer starken Stimme zu vertreten.“ BSI-Präsident und -Geschäftsführerin danken allen, die die Verbandsarbeit in den vergangenen 50 Jahren unterstützt haben. Sie freuen sich darauf, die Zukunft der Spirituosenbranche weiter mitzugestalten.
MESSE
Bar Convent Berlin 2025
Im Oktober traf sich die internationale Bar-Community in der Messe Berlin zum Bar Convent Berlin (BCB) 2025. Mehr als 12 100 Besucher trafen auf 566 Aussteller aus rund 50 Ländern, um drei Tage lang Produktneuheiten kennenzulernen, Fortbildungen zu besuchen und Erfahrungen auszutauschen. Vereinzelt waren auch Brauereien unter den Ausstellern mit Bier-Cocktails an und Innovationen.
(BF) „Der Bar Convent Berlin ist ein gutes Beispiel dafür, wie lebendig und kreativ die Branche ist. Was dieses Event so besonders macht, sind die Menschen – eine internationale Gemeinschaft, die sich gegenseitig inspiriert und unterstützt, um neue Impulse für die Zukunft zu setzen“, sagte BCB-Direktorin Petra Lassahn. Der Getränke- und Gastronomiesektor entwickelt sich aufgrund veränderter Verbraucherpräferenzen und personeller Herausforderungen ständig weiter. Auf dem BCB 2025 bildeten niedriggrädige Spirituosen, alkoholfreie Spirituosenersatzprodukte und Cocktails eigene Schwerpunkte. Der Trend zum bewussten Trinken hat sich im Herzen moderner Barkultur etabliert. Neuinterpretationen von klassischen Drinks haben gezeigt, wie gut sich Tradition und Innovation vereinbaren lassen. Die tageslichtdurchfluteten Halle 18 war recht lebendig. Schwarze und Schlichte präsentierte sich erneut im Eingangsbereich mit eigenen Ständen für Three Sixty und Knut Hansen. Auf der Hauptgasse fanden sich bald die Rheinland Destillers erneut in direkter Nachbarschaft zu Jägermeister mit Gin Sul. Ein paar Schritte weiter landete man bei Waldemar Behn und schließlich bei SLYRS. Die Liste der Aussteller unterstrich, wie vielfältig die Branche ist. Internationale Marken und innovative Newcomer präsentierten eine breite Auswahl an Spirituosen. Die Aussteller lobten sowohl die Qualität der Geschäftskontakte als auch die internationale Reichweite der Veranstaltung. „Der BCB ist für mich ein Dreiklang aus Bars, Community und Business: Wir können uns austauschen, uns gegenseitig inspirieren und alle auf einem Event im Herzen Berlins zusammenkommen – was ich lie -
be“, sagte Roland Krupiski, Head of Global On-Trade Development bei Pernod Ricard. Rüdiger Behn zeigte sich an seinem Kleinen-Feiglingund Andalö-Stand zufrieden: „Wir haben uns auf zwei unserer Marken konzentriert und das war die richtige Entscheidung.“ Myriam Hendrickx von Rutte/Koninklijke De Kuyper, sagt: „Es ist dieses Jahr anders als sonst. Wir haben mehr Handel als Gastro zu Besuch und sind damit zufrieden.“
Eine Vielzahl von Gastländern – von Japan, den USA, Italien und Mexiko bis hin zu Armenien sorgte dafür, dass die ganze Fülle regionaler Spirituosen und Getränkekulturen vertreten war. Darunter fanden sich Spezialitäten wie Mis telspirituosen aus Kroatien und Rum aus Kolumbien, der in Fässern aus kolumbianischer Eiche auf 2000 Meter Höhe gelagert wird.
Auch in diesem Jahr war die Deutsche Barkeeper Union (DBU) e. V. vertreten. Der Stand vereinte erneut Community-Bereich, Tap Bar und Education Stage, um der deutschsprachigen Barszene eine Bühne zu bieten.
Ermäßigte Eintrittspreise für Newcomer und leere Hallen am letzten Messetag zeigten, dass der Bar Convent Berlin seinen Zenit überschritten hat. Trotzdem ist er für viele Hersteller eine unverzichtbare Brücke zu Gastro und Handel.
Der nächste BCB findet vom 12. bis 14. Oktober 2026 statt.
Abbildungen
1. Rüdiger und Asmus Behn vergnügt am Stand
2. Christopher Bergtholdt (l.) und Wiebke Künnemann im Gespräch mit Christoph Seifried (2.v.l.) und Michael Feil am SLYRS-Stand
3. Halle 18 gut besucht
4. Hubertine Underberg im Gespräch
BRAU-BÖRSEN-BILANZ
Internationaler Biermarkt auch im 3. Quartal unfreundlich
Der Dax 40 (MDAX) ging zum Oktoberultimo 2025 mit 23 958 (29 752) Punkten aus dem Markt, im Vergleich zum August-Schluss +0,2 (-1,8) %.
Die deutsche Umlaufrendite berechnete sich am 31. Oktober 2025 mit 2,56 % und 1 € galt 1,155 US$.
250 g Deutsche Markenbutter kosteten als Supermarkt- und Discounter-Eigenmarke in Kalenderwoche 44 noch 1,39 €, im Vergleich zu 2,39 € Anfang Oktober 2024.
Karlsberg im 1. Halbjahr 2025 im Markt gut behauptet
Die Karlsberg Brauerei GmbH Homburg/Saarpfalz hat im 1. Halbjahr 2025 (2024) brutto 73,5 (76,9) Mio. € umgesetzt (-4,5 %). Dabei standen Getränke im Inland für 60,7 (62,4) Mio. €: Die Marke „Karlsberg“ habe ihren Umsatz nahezu gehalten und ihre Marktanteile im Hauptabsatzgebiet arrondiert, wobei erneut „Karlsberg Grapefruit Alkoholfrei“ gelobt wurde. Der Alkoholfrei-Anteil im gesamten Inland sei +5,9 % vorangekommen. „MiXery“ habe -7 % Umsatz abgegeben, indes unter leichtem Marktanteilsplus bei alkoholhaltigen Biermixes national. Die Brauerei des Hauses
Weber, sie hat die französische Marke „Slash“ in den deutschen Markt eingeführt, sprach von einer soliden Entwicklung im inländischen Markengeschäft. Im Ausland wurden brutto 9,9 (11,4) Mio. € umgesetzt, hinzu kamen 2,9 (3,1) Mio. € sonstige Brutto-Erlöse. Nach -12,3 (-13,6) Mio. € Erlösschmälerungen und konstant -2,7 Mio. € Verbrauchsteuern stellte sich der Nettoumsatz bei der HGB-Bilanziererin auf 58,4 (60,6) Mio. € (-3,5 %). Der Lageraufbau fiel niedriger aus als im Vorjahr. Der Personalaufwand stieg, die weiteren betrieblichen Aufwandspositionen gingen zurück, dabei der Materialaufwand auf 20,2 (23,2) Mio. € (-13,1 %). Das Betriebsergebnis belief sich auf 3,8 (4,4) Mio. €. Nach konstant -1,0 Mio. € Aufwandssaldo im Finanzergebnis und knapp (gut) -0,1 Mio. € sonstigen Steuern schloss die GmbH mit 2,7 (3,2) Mio. € Halbjahresgewinn, der an Mutter Karlsberg Holding GmbH
AB InBev: 9 Monate 2025 und 2024 im Vergleich
abgeführt wird. Durchschnittlich beschäftigt hat Homburg 176 (183) Mitarbeiter.
Heute in der Brau-BörsenBilanz
• AB InBev
• Carlsberg
• Heineken
• Karlsberg u.a.
Jahresprognose 2025 abgesenkt Die GmbH-Bilanzsumme längte sich zum 30. Juni 2025 (Ultimo 2024) saisonbedingt auf 146 (144) Mio. €. Auf der Vermögensseite stiegen Forderungen sowie Vorräte und Kasse, während die Buchwerte bei Sach- und immateriellen Anlagen etwas niedriger lagen. Auf der Finanzierungsseite standen mehr sonstige Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, während Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen etwas zurückgingen, bei konstant 46,1 Mio. € Eigenkapital (Quote 31,5 nach 32,0 %). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verringerte sich im 1. Halbjahr 2025 (2024) auf netto -2,4 (-7,5) Mio. €, er galt etwa der Abfüllung der neuen
Quelle: AB InBev-Pressemitteilung zum 3. Quartal 2025 (Basis: ungeprüfter IFRS-Konzernabschluss). US-$/hl und EBIT-Rendite: S.W. US-$/hl für Nordamerika und in Summe verzerrt durch Nichtgetränke-Umsätze. EBIT = Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragsteuern; normalisiert = ohne Einmaleffekte (außerordentliche Erträge/Aufwendungen)
Wir gehen von fortgesetzten volkswirtschaftlichen Schwankungen aus, die nachteilige Auswirkungen auf unsere Kunden haben können, einschließlich schwaches Kundenvertrauen, weltweit Inflationsdruck und Abwertung von Währungen gegenüber einem stärkeren Euro.
Aus der Heineken-Mitteilung zum 3. Quartal 2025
0,33-l-Sleek-Dose für Partnermarke „Bundaberg“ sowie Gebinden. (Der Buchinvest in Sach- und immaterielle Anlagen sowie Wirtedarlehn sank brutto auf 3,4 nach 5,3 Mio. €.) Insgesamt sah sich Homburg im Markt gut behauptet. Abgesenkt wurde aus Sicht Augustende der Ausblick aufs Gesamtjahr 2025: Erwartet werde nun ein leichter Umsatzrückgang und ein um außergewöhnliche Effekte angepasstes Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) moderat unter Vorjahr (EBITDA 2024: 17,8 Mio. €). Mitte März 2025 waren jeweils noch leichte Zuwächse geplant. Gesetzt wird auf weiteren Distributionsausbau in LEH und Gastronomie. „MiXery“ kam im 2. Halbjahr 2025 neu mit „Cola-Bier Orange“ (3,1 % vol.) und „Cola Orange“.
MinKGaA: Mehr Umsatz und Betriebsgewinn im 1. Halbjahr 2025 Der Konzern der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA hat im 1. Halbjahr 2025 (2024) brutto 95,3 (90,1) Mio. € umgesetzt (+5,7 %), auch durch partielle, kostenbedingte Preiserhöhungen. Brutto standen dabei die Marke „Teinacher“ (zum 10. Jubiläum der Genussflasche) für 30,1 (26,9) Mio. €, „Krumbach“ für 17,6 (17,1) Mio. € und die Saftsparte („Vaihinger“, „Klindworth“ und „Cocktail Plant“) für 30,3 (29,0) Mio. €. Glas-MWGebinde hätten stärker zugelegt als PET. Weitere Marken, Handelswaren, Lohnabfüllung und sonstige Erlöse summierten sich auf brutto 17,2 (17,1) Mio. €.
Nach -14,4 (-13,8) Mio. € Erlösschmälerungen und konstant -0,8 Mio. € Verbrauchsteuern setzte die AfG-Tochter des Hauses Weber netto 80,1 (75,5) Mio. € um (+6,0 %). Der Lagerbestand sank, nach
kleinem Aufbau im Vorjahreszeitraum (-1,6 nach +0,3 Mio. €). Die Materialaufwendungen gingen bei der HGB-Bilanziererin leicht zurück auf 24,5 (24,7) Mio. €, gleichfalls die Abschreibungen auf Sach- und immaterielle Anlagen, während Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen über 2024 lagen. Das Betriebsergebnis stieg auf 3,2 (2,3) Mio. €. Das Finanzergebnis saldierte sich auf +1,0 (+1,15) Mio. € Ertrag. Nach -1,75 (+0,1) Mio. € Ertragsteuern und konstant -0,1 Mio. € sonstigen Steuern schlossen die Zavelsteiner mit 2,3 (3,4) Mio. € Konzerngewinn. Beschäftigt wurden durchschnittlich konstant 385 Mitarbeiter. Die MinKGaA sah sich gleichfalls im Markt gut behauptet und freute sich über ihren fortgesetzten Wachstumskurs.
Jahresprognose 2025 bestätigt Ihre Konzernbilanz längte sich zum 30. Juni 2025 (Ultimo 2024) auf 147 (143) Mio. €. Beim Vermögen waren vor allem mehr Sachanlagen und Forderungen zu sehen, etwas gegenläufig wirkte zuvörderst der Lagerabbau. Bei der Finanzierung stiegen vornehmlich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und das Eigenkapital (dieses auf 77,9 nach 75,5 Mio. € bei konstant 52,9 % EK-Quote), während die sonstigen Rückstellungen zurückgingen. Die Investitionen stiegen im 1. Halbjahr 2025 (2024) netto cash auf -8,1 (-7,2) Mio. €, vornehmlich in Abfülltechnik für die Mineralbrunnen sowie auch hier in Gebinde. Fürs Gesamtjahr 2025 bestätigte Bad Teinach-Zavelstein Ende August ihre Prognose mit einem leichten Anstieg von Umsatz wie Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahr (EBITDA 2024: 21,1 Mio. €). Hingewiesen wurde auf neue Gebinde-, Geschmacks- und Getränkesorten im Markengeschäft wie auf LEH-Distributionsausbau vornehmlich bei den Hauptmarken. Und die Marke „Cocktail Plant“ agiere nun unter dem „Vaihinger“-Markendach.
ABI: Asien/Pazifik und Südamerika schwach auch im 3. Quartal Weltbierprimus Anheuser-Busch InBev hat im 3. Quartal 2025 (2024) konzernweit 142,3 (148,0) Mio. hl Getränke abgesetzt. Im laufenden Geschäft gab Leuven -5,5 Mio. hl ab (-3,7 %), aus Konzernverände -
rungen kamen -0,2 Mio. hl. Bier stand dabei für 123,8 (128,5) Mio. hl (-3,7 %, vergleichbar -3,9 %). Wie im 2. Quartal kam das GetränkeMinus weitgehend aus Südameri ka und Asien. Südamerika verlor -2,6 Mio. hl gleich -6,5 % auf 36,9 (39,5) Mio. hl: Brasilien brach auch wetterbedingt -7,9 % ein (Bier: -7,7 %), während Argentinien nur klein einstellig abgab. Asien/Pa zifik brach -2,2 -9,0 % ein auf 22,3 (24,5) Mio. hl: China verlor -11,4 % und damit mehr als der dortige Markt, während sich Süd korea in etwa behauptete. Nordamerika stand für 21,9 (22,8) Mio. hl, mit -0,6 Mio. hl gleich -2,7 % aus dem laufenden Geschäft und -0,3 Mio. hl aus Konzern veränderungen: Der Groß händlerabsatz in den Staa ten (STW) tendierte -2,7 % schwächer, wobei erneut „Michelob Ultra“, Light“, alkoholfreies sowie „Cutwater“ gestellt wurden, auch Ka nada gab klein einstellig ab. Mittelamerika zeigte sich knapp behauptet bei 36,9 (37,1) Mio. hl (vergleichbar -0,4 %): Mexiko tendierte auch wetterbedingt klein einstellig leichter, Kolumbien und Peru kamen klein einstellig voran und Ekuador hoch einstellig. Allein Europa/Nahost/Afrika zeigte sich behauptet bei 24,1 (24,0) Mio. hl, wobei der Zuwachs aus Konzernveränderungen kam (vergleichbar: +0,1 %): Südafrika legte mittel einstellig zu (auch durch Vorratskäufe vor einer Preiserhöhung im Oktober), Europa zeigte sich in etwa behauptet, während NigeriaBier etwas über -20 % einbrach. Unter den ABI-Megamarken, zu denen auch „Spaten“ gehört, wurde „Corona“ gelobt. Umgesetzt hat
IFRS-Bilanziererin ABI im 3. Quartal konzernweit netto 15,1 (15,0)
Mrd. US$. (Für 1 € waren am 30. Juni 2025 1,172 US$ zu zahlen und am 30. September 1,174 US$.) Im laufenden Geschäft wurden gut +0,1 Mrd. US$ mehr erlöst (+0,9 %; hlUmsatz: +4,8 %), und aus Konzernveränderungen kamen knapp -0,1
Mrd. US$. Im laufenden Geschäft verlor allein Asien/Pazifik Umsatz vergleichbar zum Absatz, während Nordamerika nur wenig abgab und die anderen Regionen Mehrumsatz zeigten, auch Südamerika.
Ohne Nennung der Basen wurden jeweils 27-%-Umsatzsprünge bei alkoholfreiem Bier und bei „Beyond Beer“-Angeboten gemeldet.
Weniger Absatz und mehr Gewinn in den ersten 9 Monaten 2025
In den ersten 9 Monaten 2025 (2024) stellte sich der ABI-Getränkeabsatz damit konzernweit auf 421,9 (433,9) Mio. hl: Vergleichbar tendierte Leuven -11,2 Mio. hl gleich -2,6 % schwächer, aus Konzernveränderungen kamen weitere -0,7 Mio. hl (vor allem Nordamerika). Bier verkaufte 365,1 (375,3) Mio. hl (-2,7 %, vergleichbar -2,9 %). Die Getränke-Minderverkäufe im laufenden Geschäft kamen mit -5,2 Mio. hl aus Asien/Pazifik, mit -3,8 Mio. hl aus Südamerika und mit -1,9 Mio. hl aus Nordamerika, während sich Mittelamerika mit -0,3 Mio. hl auch auflaufend knapp behauptete, und Europa/Nahost/ Afrika genau mit -0,01 Mio. hl. Netto umgesetzt wurden daraus im Konzern 43,8 (44,9) Mrd. US$ (vergleichbar +0,8 Mrd. US$ gleich +1,8 % bei +4,5 % hlUmsatz, gegenläufig -0,2 Mrd. US$ aus Konzernveränderungen und -1,8 Mrd. US$ aus den Wechselkursen). Die regionalen Umsatztrends für die ersten neun Monate entsprachen denen fürs 3. Quartal 2025 (2024). Die direkten Umsatzkosten gingen in den ersten 9 Monaten zurück auf 19,2 (20,1) Mrd. US$, auch die weiteren betrieblichen Aufwandspositionen sanken. Der
Betriebsgewinn vor Einmaleffekten kam so voran auf 11,8 (11,6) Mrd. US$. Einmaleffekte saldierten sich auf -0,04 (-0,24) Mrd. US$ Aufwand. Nach -3,5 (-3,4) Mrd. US$ Finanzergebnis (es enthielt -2,0 nach -2,1 Mrd. US$ Nettozinskosten) und -2,1 (-2,3) Mrd. US$ Ertragsteuern schloss Leuven in den ersten 9 Monaten mit 6,1 (5,7) Mrd. US$ Konzerngewinn, von dem 4,9 (4,6) Mrd. US$ den Aktionären der Konzernmutter zuzurechnen waren. Zum Oktoberende bestätigte ABI ihren Ausblick aufs Gesamtjahr 2025 mit 4-8 % Zuwachs beim Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) sowie 3,5-4 Mrd. US$ Nettoinvest. Angekündigt wurden ein Rückkaufprogramm eigener Aktien im Börsenwert von 6 Mrd. US$ über die nächsten 24 Monate und die Tilgung von Anleihen im Volumen von ca. 2 Mrd. US$.
Heineken: 3. Quartal 2025 herausfordernd
Im Konzern der Heineken N.V. wurden im 3. Quartal 2025 (2024) 67,4 (70,3) Mio. hl Getränke abgesetzt: Das laufende Geschäft tendierte dabei -2,6 Mio. hl gleich -3,8 % schwach, aus Konzernveränderungen in Afrika/Nahost kamen -0,3 Mio. hl. Dabei standen Bier für 59,0 (61,9) Mio. hl (vergleichbar ebenfalls -2,6 Mio. hl, bzw. -4,3 %), sonstige Getränke für 6,2 (6,1) Mio. hl (vergleichbar +0,1 Mio. hl bzw. +1,2 %) und Handelswaren für 2,2 (2,3) Mio. hl. Der Gruppenbierabsatz, er enthält auch 4,2 (3,5) Mio. hl Lizenzbier bei Dritten und die AmsterdamAbsatzanteile an Beteiligungen, stellte sich auf 72,5 (75,0) Mio. hl. Auf der Ebene Konzern-Getränkeabsatz kam der stärkste Rückgang aus Amerika auf 21,0 (22,7) Mio. hl (vergleichbar -1,7 Mio. hl bzw. -7,3 %): Der Brasilien-Bierabsatz an Großhändler (shipments) brach im Bereich von -15 % ein, nicht zuletzt durch Vorratskäufe vor einer Preiserhöhung im Juli, und auch der US-Großhändlerabsatz ging in dieser Größenordnung zurück, indes Mexiko-Bier klein einstellig abgab. Europa verlor auf 24,9 (25,9) Mio. hl (-4,0 %): Portugal-Bier gewann mittel einstellig, Großbritannien- und Irland-Bier kamen klein einstellig voran, Spanien-Getränke behaupteten sich weitgehend, die Niederlande und Deutschland gaben ab, Frankreich- und Österreich-Bier so -
wie Italien-Getränke verloren mittel einstellig, Polen schließlich brach im Bereich von -15 % ein und habe schlechter als der Markt gelegen. Asien/Pazifik tendierte -0,1 Mio. hl leichter auf gerundet konstant 10,8 Mio. hl (-0,8 %): Laos- und Myanmar-Bier sprangen zweistellig, Vietnam-Bier legte hoch einstellig zu, stärker als der Markt, wobei Konsum-„Larue Smooth“ gelobt wurde, Malaysia-Bier kam klein einstellig voran, Indonesien-Bier behauptete sich, Indien-Bier verlor auch wetterbedingt mittel einstellig und auch Kambodscha-Bier gab ab. Afrika/ Nahost verkaufte durch die Konzernveränderungen 10,8 (10,9) Mio. hl, gewann indes vergleichbar +0,1 Mio. hl gleich +1,3 %: ÄthiopienBier sprang zweistellig, Ägypten gewann mittel einstellig, Heineken Beverages setzten im südlichen sowie östlichen Afrika klein einstellig mehr ab (Bier: hoch einstellig mehr), während Nigeria und die Demokratische Republik Kongo mittel einstellig abgaben. Die Marke „Heineken“ stellte sich weltweit -0,6 % auf 15,7 (15,8) Mio. hl, da sie in Amerika stärker verlor als in Asien/Pazifik zugewann; herausgestellt wurde „Heineken Silver“. Das AmsterdamPremiumsegment habe vergleichbar -2,2 % schwächer tendiert, und Konsumbier -3,5 % schwach. Netto umgesetzt hat IFRS-Bilanziererin Heineken daraus konzernweit und vor Einmaleffekten 7,33 (7,68) Mrd. €: Vergleichbar zeigte sich Amsterdam mit -0,02 Mrd. € gleich -0,3 % knapp behauptet (hl-Umsatz: +3,6 %), aus Konzernveränderungen kamen gleichfalls -0,02 Mrd. €, und aus der Währungsumrechnung -0,30 Mrd. €. Amsterdam sah sich in einem herausfordernden 3. Quartal 2025 weiter auf Kurs.
Amsterdam verstärkt sich in Mittelamerika
In den ersten 3 Quartalen 2025 (2024) hat der Heineken-Konzern so 198,7 (203,7) Mio. hl Getränke abgesetzt (vergleichbar -4,2 Mio. hl bzw. -2,1 %, und -0,8 Mio. hl aus Konzernveränderungen). Dabei entfielen auf Bier 175,4 (180,1) Mio. hl (vergleichbar -4,1 Mio. hl bzw. -2,3 %), auf sonstige Getränke 17,4 (17,6) Mio. hl und auf Handelswaren 5,9 (6,0) Mio. hl. Der Gruppenbierabsatz wurde incl. 11,4 (9,4) Mio. hl Lizenzbier bei Dritten und den Absatzanteilen von Beteiligungen
mit 209,5 (213,1) Mio. hl genannt. Die vergleichbaren Konzern-Getränkeverkäufe gingen auflaufend am stärksten in Europa zurück, gefolgt von Amerika, während sich Afrika/Nahost auch in den ersten 9 Monaten behauptete (bei Bier-Plus), und Asien/Pazifik noch Mehrabsatz zeigte. Die Marke „Heineken“ kam dank Asien/Pazifik sowie Afrika/ Nahost kumuliert noch +2,7 % voran auf 45,7 (44,5) Mio. hl, das Premiumsegment habe sich vergleichbar +0,4 % gut behauptet und das Konsumsegment -0,9 % leichter tendiert. Netto umgesetzt wurden daraus konzernweit und vor Einmaleffekten 21,5 (22,5) Mrd. € (vergleichbar +0,3 Mrd. € bzw. +1,3 % bei +3,4 % hl-Umsatz, gegenläufig -0,05 Mrd. € aus Konzernveränderungen und -1,2 Mrd. € aus Wechselkursen). Im letzten Oktoberdrittel präzisierte Amsterdam ihre Erwartungen an das vergleichbare Betriebsgewinn-Plus vor Einmaleffekten und akquisitionsbedingten Abschreibungen im Gesamtjahr 2025 nun in Richtung unteres Ende der Bandbreite von 4-8 %. Die Getränkeverkäufe könnten dabei moderat unter Vorjahr herauskommen. Ende September 2025 angekündigt wurde die Übernahme des verbleibenden 75-%-Anteils an Distribuidora La Florida, der verbleibenden 25 % an Heineken Panama, von 75 % an der Nicaragua Brewing Hol-
sowie von „Beyond beer“-Geschäft in Mexiko vom in Costa Rica ansässigen Mischkonzern FIFCO für ca. 3,2 Mrd. US$ cash, womit sich Amsterdam in Costa Rica, Panama, Nicaragua, Guatemala und Mexiko verstärkt; die Transaktion soll im 1. Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Ihre aktualisierte EverGreenFünfjahres-Strategie bis 2030 hat Heineken Ende Oktober in Sevilla vorgestellt: Im Vorfeld verwies sie auf den 42-%-Anteil von Bier an den weltweiten Kundenausgaben für alkoholische Getränke, die wertmäßig doppelt so hoch ausfielen wie die für kohlensäurehaltige Softdrinks. Erwartet werde ein Zuwachs der Kategorie Bier von weltweit ca. +1 % p. a. Ausbauen wolle Amsterdam ihre konzernübergreifenden Heineken Business Services. Und die Renditekennzahl Return on Invested Capital (ROIC) solle Bestandteil der ManagementIncentivierung werden.
Carlsberg: Laufendes Geschäft leichter, Britvic im Plan
Im Konzern der Carlsberg A/S schließlich stellte sich der Bierabsatz im 3. Quartal 2025 (2024) auf 27,7 (28,7) Mio. hl: Der Rückgang um -3,2 % kam mit -4,0 %punkten aus dem laufenden Geschäft, Konzernveränderungen (vornehmlich Nepal) saldierten sich auf +0,8 %punkte. Alle Regionen gaben ab, am stärksten Westeuropa auf 7,1 (7,7) Mio. hl (-7,0 %, davon -6,5 %punkte vergleichbar). Mittel- und Osteuropa und Indien stellten sich -2,6 % auf 10,1 (10,4) Mio. hl (davon -5,1 %punkte vergleichbar). Und Asien tendierte -1,2 % leichter auf 10,5 (10,6) Mio. hl. Unter den Marken kamen „Carlsberg“ +3 % und „Tuborg“ +2 % voran. Die sonstigen Getränke verdoppelten sich durch Britvic-Übernahme um +104 % auf 12,9 (6,3) Mio. hl (vergleichbar +1,5 %punkte, +102,3 %punkte aus Konzernveränderungen). Insgesamt verkaufte Kopenhagen konzernweit 40,6 (35,0) Mio. hl Getränke (+16,2 %, vergleichbar -3,0 %punkte, +19,2 %punkte aus Konzernveränderungen). In Westeuropa legte Großbritannien, bereinigt um die abgelaufene „San Miguel“-Lizenz, bei den Getränkeabsätzen kräftig zu, Skandinavien kam mittel einstellig und Frankreich klein einstellig voran, während Polen (zweistellig), die Schweiz (leicht) und Deutsch -
land weniger verkauften. In Asien habe sich China behauptet in einem leichteren Markt, die Vietnam-Absatzverluste hätten weiter begrenzt werden können auf ein noch mittel einstelliges Minus, und Laos habe etwas mehr verkauft. Indien habe ca. -1 % Menge abgegeben, wobei auch Kopenhagen auf den starken Monsun hinwies, und die Ukraine in Richtung -20 %, während Kasachstan dank Konsumbier klein einstellig vorankam. Britvic habe vergleichbar -1,5 % Absatz abgegeben auf 6,5 Mio. hl, nicht zuletzt durch Aufgabe margenschwacher Mengen in Frankreich und Brasilien, in ihren Kernmärkten Großbritannien und Irland indes +4 % mehr verkauft. Umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin Carlsberg daraus netto 24,1 (20,5) Mrd. DKK: 17,8 % Zuwachs kamen mit +21,5 %punkten aus den Konzernveränderungen (Britvic: 4,3 Mrd. DKK), mit -1,4 %punkten aus dem laufenden Geschäft (hl-Umsatz: +2 %) und mit -2,3 %punkten aus den Wechselkursen. (1 € galt am 30. September 2025 7,465 Dänische Kronen.) In den ersten 9 Monaten 2025 (2024) hat Kopenhagen damit 80,4 (82,1) Mio. hl Bier verkauft (-2,0 %, vergleichbar -2,7 %). Sonstige Getränke verdoppelten sich knapp auf 36,5 (18,6) Mio. hl (+96 %, vergleichbar +0,7 %). Der Getränkeabsatz summierte sich so auf 116,9 (100,7) Mio. hl. Netto umgesetzt wurden daraus 70,0 (59,3) Mrd. DKK: Die Ausweitung um +18,1 % kam mit +20,3 %punkten aus den Zukäufen, gegenläufig wirkten das laufende Geschäft mit -0,7 %punkten und die Währungsumrechnung mit -1,5 %punkten. Seinen Ausblick aufs Gesamtjahr 2025 hielt das Elefantentor zum Oktoberende stabil mit 3-5 % Anstieg beim vergleichbaren Betriebsgewinn vor Einmaleffekten. Investiert werden sollen ca. 7 Mrd. DKK. Auch Kopenhagen wies auf ein weiter herausforderndes Kundenvertrauen hin, überdies auf verstärkte Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf ihr Geschäft. Seit Frühsommer stünden deshalb die Kosten im Konzern noch stärker auf dem Prüfstand. Die Britvic-Integration mache sehr gute Fortschritte. Und in Laos wird die Partnerschaft mit Pepsi um 15 Jahre verlängert. S.W.
NACHRICHTEN
Jever Fun 0,0 % kommt – goldgelb, 0,0 % alkoholfrei und isotonisch
Mit Jever Fun 0,0 % bringt das Friesische Brauhaus zu Jever eine weitere Innovation auf den Markt und erweitert damit konsequent sein alkoholfreies Sortiment. Das neue Pilsener ist vollständig alkoholfrei, vollmundig im Geschmack und zudem isotonisch – ideal für alle, die einen aktiven Lebensstil führen und bewusst alkoholfrei genießen wollen.
(F.) Nach Jever Fun, Deutschlands beliebtem alkoholfreien Bier, wird nun ein vollständig alkoholfreier
Paulaner Brauerei
Neuzugang vorgestellt. Jever Fun 0,0 % ist die Antwort auf das kontinuierliche Wachstum alkoholfreier Biere, besonders im 0,0%-Segment, das sich dynamisch entwickelt und deutliche Zuwächse bei Absatz und Umsatz verzeichnet. Mit Jever Fun 0,0 % reagiert die Marke auf den Wunsch vieler Konsumentinnen und Konsumenten nach einem vollständig alkoholfreien Bier, das zudem geschmacklich überzeugt.
„Mit Jever Fun 0,0 % gestalten wir das wachsende 0,0%-Segment aktiv mit“, erklärt Tim Pieritz, Marketingleiter des Friesischen Brauhauses zu Jever. „Mit unserem Neuzugang bedienen wir die steigende Nachfrage nach Bieren mit 0,0 % Alkohol, die Verbraucherinnen und Verbrauchern die gewünschte Sicherheit geben, im Alltag keinen
Alkohol zu konsumieren – kurz: 100 % Erfrischung bei 0,0 % Alkohol.“ Dank seiner isotonischen Wirkung eignet es sich ideal zur Regeneration, zum Beispiel nach dem Sport.
Im Handel
Das goldgelbe, vollständig alkoholfreie Jever Fun 0,0 % ergänzt das Sortiment mit den alkoholfreien Sorten Jever Fun, Jever Fun Zitrone sowie Jever Fun Blutorange. Ab Januar 2026 kommt Jever Fun 0,0 % in der Drittel- und Halbliterflasche deutschlandweit in den Handel. Begleitet wird der Launch durch nationale TV-Werbung, digitale Kommunikationsmaßnahmen wie Internetwerbung und YouTube Ads, Social-Media-Aktivitäten und PR-Aktionen.
Die alkoholfreie Paulaner-Welle geht weiter – mit Cola an Bord
Im März 2026 startet die Paulaner Brauerei ihre Paulaner Cola und erweitert damit ihre alkoholfreie Range um ein fünftes Familienmitglied. Bei einem bleibt sich die Marke aber treu: Genau wie Paulaner
Spezi, Paulaner Spezi
Zero, Paulaner Limo Orange und Zitrone strahlt auch die Cola mit dem unvergleichlichen Wellen-Design und überzeugt mit Geschmack.
(F.) Die Brauerei setzt seinen erfolgreichen Weg im Bereich alkoholfreier Getränke konsequent fort und erweitert seine Produktpalette. Ab 2026 ist die Paulaner Cola fester Bestandteil des alkohol -
freien Sortiments. Thomas Drossé, Geschäftsführer Vertrieb und Handel, erklärt: „Mit der Paulaner Cola bringen wir den Qualitätsanspruch und den unverwechselbaren Geschmack unserer Markenfamilie in ein neues Segment. Der Cola-Markt ist hart umkämpft, doch wir sehen darin eine Chance, mit einem authentischen Produkt neue Impulse zu setzen – für Konsumenten, Handel und Gastronomie gleichermaßen.“ Wie alle Mitglieder der Paulaner Spezi-Familie trägt sie das typische Wellendesign, allerdings in einer neuen Farbpalette. Vorerst ist das Getränk erhältlich in der 0,33-Liter-Dose, im 0,33-Liter-MWSixpack sowie im 24-x-0,33-LiterMW-Kasten
Das Neuprodukt ist ab KW 10/2026 ab Rampe verfügbar.
Europas Biermarkt schrumpft –Brauer fordern Stabilität und Unterstützung
Der europäische Biermarkt schrumpft weiter: Produktion, Konsum und Exporte sind laut dem Anfang Dezember veröffentlichten 2025 European Beer Trends Report von The Brewers of Europe zum fünften Mal in Folge zurückgegangen. In der Europäischen Union sank die Bierproduktion von rund 367 Mio. hl im Jahr 2019 auf 345 Mio. hl im Jahr 2024. Nur alkoholfreies Bier wächst kontinuierlich.
(BF) Der Jahresbericht hebt die anhaltenden Herausforderungen für die Braubranche hervor. Der Bierkonsum in Pubs, Cafés und Restaurants (On-Trade), der einst ein Drittel des gesamten Bierkonsums in Europa ausmachte, beträgt nur noch etwa ein Viertel des Gesamtabsatzes. Dies ist besonders herausfordernd, da das in Gastronomiebetrieben verkaufte Bier den größten Teil der Wertschöpfung der Branche ausmacht und Hunderttausende von kleinen Unternehmen und lokale Arbeitsplätze sichert. Ein schwächelnder Gastronomiesektor wirkt sich daher auf die gesamte Wertschöpfungskette des Bieres aus – von den Landwirten über Festivals bis hin zum Tourismus.
Nach Jahren stetigen Wachstums hat sich die Zahl der aktiven Brauereien in der EU nun bei etwa 9700 eingependelt. Auch hier hat sich die Dynamik des vergangenen Jahrzehnts deutlich abgeschwächt. Christian Weber, Präsident von The Brewers of Europe, warnte, dass der aktuelle Abschwung mehr als nur einen vorübergehenden Rückgang widerspiegelt: „Viele Verbraucher haben ihre Zuversicht verloren und geben weniger aus. Die Brauereien sehen sich mit steigenden Kosten, strengeren Verordnungen und zunehmendem Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette konfrontiert. Wir bleiben von Natur aus widerstandsfähig und optimistisch, aber wir brauchen mehr Stabilität und Unterstützung, um weiterhin an eine erfolgreiche Zukunft glauben zu können. Auch die Exporte, die einst einen Puffer für den Rückgang im Inland bildeten, sind das zweite Jahr in Folge zurückgegangen." Für die Brewers of Europe sind Inflation, gestiegene Beschaffungsko -
sten, globale Lieferkettenprobleme und klimabedingte Belastungen für Rohstoffe die Hauptursachen für den derzeitigen Abschwung. Das zurückhaltende Ausgabeverhalten der Verbraucher wirkt sich auch auf Produkte aus, die eng mit gesellschaftlichen Anlässen und Gastronomie verbunden sind.
Trotz dieser Herausforderungen setzen die europäischen Brauer weiter auf Innovationen. Alkoholfreie Biere sind nach wie vor das am schnellsten wachsende Segment, das in fünf Jahren um 25 % gewachsen ist und nun 7,5 % des Bierkonsums in der EU ausmacht. Julia Leferman, Generalsekretärin von The Brewers of Europe, betonte die Bedeutung eines geeig -
neten regulatorischen Umfelds:
„Wir Brauer setzen uns für Nachhaltigkeit, Mäßigung und kulturelle Werte ein. Aber jetzt ist es an der Zeit für klare Unterstützung – und nicht für unverhältnismäßige oder kontraproduktive Verordnungen. Unsere Branche kann zur Wettbewerbsfähigkeit und kulturellen Lebendigkeit Europas beitragen, wenn ihr die nötige Stabilität für Investitionen, Innovationen und Wachstum gegeben wird."
Der "2025 EUROPEAN BEER TRENDS REPORT" ist Anfang Dezember 2025 erschienen und kann kostenlos auf der Webseite der Brewers of Europe heruntergeladen werden: brewersofeurope.eu
VLB-Mitgliederversammlung: Positiver Jahresabschluss 2024 – 2025 bislang im Plan
Die ordentliche Mitgliederversammlung der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e. V. fand am 6. Oktober 2025 im Rahmen der VLB-Oktobertagung statt. Durch die Versammlung führte VLB-Präsident Ulrich Rust. Die Geschäftsführung legte einen positiven Abschluss für das Geschäftsjahr 2024 vor. Im Verwaltungsrat wurde Michael Seip als Nachfolger des ausgeschiedenen Uwe Ebbighausen gewählt. Am Ende der Versammlung wurde der bisherige Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine verabschiedet.
Die beiden VLB-Geschäftsführer
Dr. Josef Fontaine und Gerhard
Andreas Schreiber erläuterten den vorgelegten Bericht über das abgeschlossene Geschäftsjahr 2024. Wesentlichen Punkte waren:
Die Umsatzerlöse 2024 konnten gegenüber 2023 insgesamt um 16 % gesteigert werden.
Ein leichter Rückgang bei den Forschungsmitteln wurde durch Zuwächse bei Beiträgen, Spenden, Zuschüssen und sonstigen Erträgen ausgeglichen.
Insgesamt schloss die VLB das Geschäftsjahr 2024 nach Steuern mit einem deutlich positiven Ergebnis ab, das den bestehenden Rücklagen zugeführt wird.
Das Protokoll der Versammlung steht allen VLB-Mitgliedern auf Anfrage zur Verfügung: mitglieder@ vlb-berlin.org
VLB-Präsident Ulrich Rust dankte der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VLB für die gute und engagierte Arbeit. „Dieses positive Jahresergebnis zeigt einen guten Trend und soll Ansporn für die weitere Entwicklung sein. Doch die äußeren Einwirkungen auf die Arbeit der VLB sind weiterhin nicht zu un -
terschätzen. Unsere Branche und damit auch die VLB bleiben von vielfältigen disruptiven Veränderungen betroffen. Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor volatil. Die Folgen und Wirkungen konnten jedoch – nicht zuletzt auf der Basis unserer im Jahr 2022 formulierten und ab 2023 umgesetzten Strategie – aufgefangen werden. Es ist uns gelungen, die VLB sturmfester zu machen. Dennoch bleiben Vorsicht und Wachsamkeit geboten“, so Rust.
Geschäftsführung und Verwaltungsrat einstimmig entlastet Der vorgelegte Jahresabschluss 2024 wurde durch die KWP GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin, geprüft und am 5. Mai 2025 mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Mitgliederversammlung stellte den Abschluss fest und entlastete auf Antrag von Frank Pauli, Brauerei C. & A. Veltins, den Verwaltungsrat und die Geschäftsführung einstimmig.
Ausblick für 2025 positiv
Das bisherige Geschäftsjahr 2025 verlief nach Darstellung der VLBGeschäftsführung weitgehend nach Plan. Die Bereiche Analytik, Beratung sowie Tagungen und Kongresse entwickelten sich positiv, auch der Mitgliederbereich blieb stabil. Lediglich der Bereich Drittmittel liegt bislang leicht unter Plan. Grund hierfür ist die vorzeitige Auflösung der Regierungskoalition mit den Bundestagsneuwahlen im Februar 2025 und der damit verbundenen Haushaltssperre sowie der Neuordnung der Bundesforschungsmittel. Insgesamt geht die VLB-Geschäftsführung für 2025 von einem positiven Geschäftsverlauf im Rahmen der bestehenden Finanzplanung aus.
Veränderung an der Stiftungsprofessur an der TU Berlin
Der neue Geschäftsführer Dr. Björn Christof Klotzbücher informierte, dass Prof. Dr. Brian Gibson, Inhaber der VLB-Stiftungsprofessur für Brauund Getränketechnologie an der TU
Fotos: ew
Berlin, die Universität zum Dezember 2025 auf eigenen Wunsch verlassen wird. Er dankte Prof. Gibson für die geleistete Arbeit. Verwaltungsrat und Geschäftsführung der VLB werden sich zeitnah mit der Universitätsleitung und der Fakultät III zusammensetzen, um sowohl kurzfristig als auch langfristig den Fortbestand des Brauwesen-Studiums an der TU Berlin sicherzustellen.
Zuwahl zum Verwaltungsrat
Der bisherige Schatzmeister, Uwe Ebbighausen, hat sein Mandat als Verwaltungsratsmitglied auf eigenen Wunsch zum 6. Oktober 2025 niedergelegt. Präsident Ulrich Rust dankte ihm für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit als „kaufmännisches Gewissen“ des Verwaltungsrats. Als Nachfolger wurde Michael Seip, Geschäftsführer Technik der Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG, einstimmig
dem Verwaltungsrat zugewählt. In Anschluss an die Mitgliederversammlung wählte der Verwaltungsrat Jan Steffes, Gerolsteiner Brunnen, zum neuen Schatzmeister der VLB.
Der Verwaltungsrat der VLB Berlin hat damit ab 6. Oktober 2025 die folgende Zusammensetzung:
Michael Jakob (Carlsberg Supply Chain Company AG, Ziegelbrücke, Schweiz)
Wolfgang Janssen (Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main)
Dr. Stefan Lustig (Lustig Beverage Consulting, München)
Michael Seip (Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG, Flensburg)
Verabschiedung von VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine
Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ folgte die mit Spannung erwartete offizielle Verabschiedung des langjährigen VLB-Geschäftsführers Dr. Josef Fontaine. Wie bereits im Mai 2025 angekündigt, endete auf dieser Mitgliederversammlung nach 22 Jahren seine offizielle Amtszeit. Die Geschäftsführung ging an seinen Nachfolger Dr. Björn Klotzbücher über.
Die erfolgreiche Internationalisierung der VLB-Aktivitäten,
die nachhaltige Stabilisierung unserer Mitgliederbasis,
die unnachahmliche Art und Weise, immer wieder neue Mitglieder zu gewinnen
und nicht zuletzt die erfolgreiche Umsetzung des Neubauprojektes an der Seestraße, ein sichtbares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der VLB.
Unter seiner Mitwirkung stieg die Zahl der Beschäftigten an der VLB seit 2002 von etwa 70 auf 140, die Umsatzerlöse haben sich mehr als verdoppelt. Die VLB hat sich unter seiner Mitwirkung zu einem respektablen mittelständischen Unternehmen entwickelt. Fontaine legte sein Amt als Geschäftsführer auf eigenen Wunsch nieder, bleibt der VLB jedoch für weitere zwei Jahre als Markenbotschafter erhalten. Rust betonte, dass mit Dr. Björn C. Klotzbücher frühzeitig ein kompetenter Nachfolger gewonnen werden konnte, der sich bereits seit Juli in seine neue Rolle eingearbeitet hat. Er wird die erfolgreiche Entwicklung der VLB gemeinsam mit Gerhard Andreas Schreiber fortsetzen, so Rust. In einer emotionalen Rede bedankte sich Fontaine beim Verwaltungsrat, den Mitarbeitenden und Anwesenden für das jahrzehntelange Vertrauen, die konstruktive Zusammenarbeit – auch in schwierigen Zeiten – und wünschte seinem Nachfolger viel Erfolg für die weitere Entwicklung der VLB.
Verabschiedung und Übergabe: Dr. Björn Christof Klotzbücher (neuer VLBGeschäftsführer), Dr. Josef Fontaine (bisheriger Geschäftsführer und künftiger VLB-Markenbotschafter) und Ulrich Rust (VLB-Präsident)
Mitglieder des VLB-Verwaltungsrats mit den Geschäftsführern auf der Mitgliederversammlung am 6. Oktober 2025 in Berlin; v.l.: Dr. Stefan Kreisz, Michael Seip, Dr. Stefan Lustig, Dr. Björn Klotzbücher, Dr. Josef Fontaine, Gerhard Andreas Schreiber, Ulrich Rust, Jan Steffes
Die goldene Ehrennadel würdigt besonderes Engagement für die VLB Berlin
Doppelehrung für Klaus Niemsch: Ehrenmitglied der Verein. ehem. VLBer und goldene VLB-Ehrennadel
Die Vereinigung ehem. VLBer – Brewers of Berlin hat ihren im Juli ausgeschiedenen 1. Vorsitzenden Klaus Niemsch in besonderer Weise geehrt. Im Rahmen der drinktec in München erhielt er am 16. September 2025 die Ehrenmitgliedschaft der Berliner Alumni-Vereinigung. Gleichzeitig wurde ihm die goldene VLB-Ehrennadel durch den Präsidenten der VLB, Ulrich Rust, verliehen.
(oh) Klaus Niemsch war nach 31 Jahren als 1. Vorsitzender der ehem.
VLBer – The Brewers of Berlin im Juli 2025 auf eigenen Wunsch hin zurückgetreten. In mehr als drei Jahrzehnten hat er die Berliner AlumniVereinigung maßgeblich geprägt. Zu den Projekten, die durch sein Engagement ermöglicht wurden, zählen u. a. die Sanierung von Hörsaalbestuhlungen an der VLB/TUB, die Ausstattung von Ausbildungslaboren an der Seestraße, die Dach -
sanierung des Zunfthauses sowie die regelmäßige Unterstützung des VLB-Sommerfestes.
Auch der VLB war Niemsch rund 50 Jahre lang eng verbunden. Daher würdigte die VLB zugleich sein herausragendes ehrenamtliches Engagement mit der Verleihung der goldenen VLB-Ehrennadel. Diese Auszeichnung, eingeführt 2014, wurde bislang elf Mal verliehen. Klaus Niemsch nahm die beiden Ehrungen sichtlich bewegt entgegen:
„Ich freue mich riesig über diese Ehrung. Seit 50 Jahren fühle ich mich meiner Alma Mater eng verbunden und wünsche ihr weiterhin eine erfolgreiche Zukunft.“ Über Jahrzehnte hinweg war Niemsch eine prägende Persönlichkeit im Netzwerk der VLB – geschätzt für seine Fachkompetenz ebenso wie für seine humorvolle Berliner Art. Mit der Doppelehrung würdigen die ehem. VLBer und die VLB sein außergewöhnliches Engagement.
v.l.: Jan Biering, 2. Vorsitzender der Vereinigung ehem. VLBer, der geehrte Klaus Niemsch, Ulrich Rust, Präsident der VLB Berlin, und VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Klotzbücher bei der Ehrung am 16. September 2025 auf der drinktec in München
. VLBer / VLB BERLIN
Offener Brief des Vorstands der Vereinigung ehem. VLBer –Brewers of Berlin zur Beitragserhöhung ab 2026
Liebe Mitglieder, auf unserer Mitgliederversammlung am 4. Juli 2025 wurde nach intensiver Diskussion beschlossen, den Jahresbeitrag ab 2026 von 15 € auf 30 € anzuheben (s. a. Bericht Brauerei Forum 8/2025). Da viele von Euch nicht anwesend sein konnten, möchten wir die Gründe dafür transparent erläutern und zeigen, wofür Eure Beiträge eingesetzt wurden – und künftig noch stärker eingesetzt werden sollen.
Warum eine Erhöhung?
• Jahresbeitrag seit 2001 unverändert: Die letzte Anpassung erfolgte vor 24 (!) Jahren. Alle anwesenden Mitglieder waren sich einig, dass eine Erhöhung nach dieser Zeitspanne nachvollziehbar und legitim ist.
• Unsere laufenden Einnahmen reichen nur knapp: Trotz sehr geringer Verwaltungskosten decken die bisherigen Beitragseinnahmen unsere „normalen“ Aufwendungen nur gerade so. (s. u.)
• Zunfthaus – unser identitätsstiftender Treffpunkt: Am im Jahre 2008 renovierten "Zunfthaus" auf dem VLB-Gelände sind weitere Sanierungen und Instandhaltungen erforderlich. Die Unterstützung ist satzungskonform und ausdrücklich erwünscht – wir möchten das leisten können, ohne unseren Kassenbestand komplett aufzubrauchen.
• Wegfall von Zinserlösen: Früher halfen Zinsen als Zusatzeinnahme. Das ist seit einigen Jahren nicht mehr der Fall.
• Ein Vergleich zeigt: Ähnliche Organisationen (z.B. DBMB, VeW, GGB) erheben deutlich höhere Mitgliedsbeiträge.
Was haben wir mit Euren Beiträgen gemacht?
Unsere Vereinszwecke sind: Die Verbindung zur VLB stärken, den Erfahrungsaustausch und Kameradschaft fördern und Nachwuchs/Wissenschaft unterstützen.
Dies haben wir in der Vergangenheit u. a. durch folgende Maßnahmen unterstützt:
• große Förderprojekte: Renovierung des Hörsaals „ehem. VLBer“ (1998, 100 000 DM), Renovierung Studienbrauerei (2007, 20 000 €)
• fortlaufend: Zuschüsse zum VLB-Sommerfest [1], Versand des Brauerei Forums, Unterstützung von Bezirks- und internationalen Alumni-Treffen [5]
• jüngere Schwerpunkte: Dachsanierung Zunfthaus (2022, ca. 15 000 €) [3] [4], Alumni-Galerie im Neubau (2023, ca. 2400 €) [2]
• geplant: weitere Instandhaltungsmaßnahmen und Sanitäranlagen für das Zunfthaus in 2025/26 (Budget 15 000 €, durch die Mitgliederversammlung gebilligt)
Unser Versprechen und Bitte: Der gesamte Vorstand arbeitet ehrenamtlich – es entstehen nur minimale Verwaltungskosten (z. B. Kontoführung, Porto). Das heißt: Euer Beitrag fließt fast vollständig in unsere satzungsgemäßen Aufgaben. Zugleich können wir zusagen: Weitere Beitragserhöhungen sind in den kommenden Jahren derzeit nicht geplant.
Wir bitten Euch daher herzlich, diesen Schritt mitzutragen – damit unsere Vereinigung handlungsfähig bleibt, den Zusammenhalt fördert und den Standort Seestraße mit seinem besonderen Geist weiterhin sichtbar unterstützt.
Jede Mitgliedschaft zählt!
Burghard Meyer 1. Vorsitzender Jan Biering 2. Vorsitzender (geschäftsführend)
Fotos: oh (3), ew (2), VLB Berlin (2)
INSTITUTIONEN & VERBÄNDE
Der deutschsprachige Kurs zum/r Meister/in im Brauer- und Mälzerhandwerk (HWK) abgeschlossen
Seit die VLB Berlin 2019 den deutschsprachigen Vorbereitungskurs zum/r Meister/in im Brauer- und Mälzerhandwerk (HWK) wieder ins Programm genommen hat, schloss nun der sechste Jahrgang erfolgreich ab. Am Abend des 1. Oktobers 2025 überreichte Jan Biering, Leiter des VLB-Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP), die VLB-Zertifikate im Rahmen des „Meisterumtrunks“ in der Hausbrauerei Hops & Barley in Berlin-Marzahn.
Für alle Interessierte: Der nächste Vorbereitungskurs für Teil I und II beginnt Anfang Oktober 2026
(ew) In diesem Jahr waren es zwar nur sieben Teilnehmer, dafür war der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe besonders eng. Das merkte man auch bei der Verabschiedung am Abend des 1. Oktober 2025. Philipp Brokamp hatte die angehenden Meister, die Prüfer sowie die Dozentinnen und Dozenten der VLB Berlin in seine Hausbrauerei Hops & Barley nach Berlin-Marzahn eingeladen und sorgte mit Feuertonne und Fassbier für einen stimmungsvollen Ausklang.
Kursleiter Jan Biering vom VLBForschungsinstitut für Bier und Getränkeproduktion überreichte die Zertifikate für die erfolgreiche Teil-
nahme der VLB-Weiterbildung und richtete abschließende Worte an die Gruppe: „Wir haben euch im zurückliegenden Jahr umfangreiches Wissen rund um den Brauprozess vermittelt und euch das Werkzeug an die Hand gegeben, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen.“ Um seinen Worten Gewicht zu verleihen, hat Biering den Teilnehmern einen VLB-Brauer-Werkzeugkasten inklusive Bittereinheiten-Feile, DMS-Zange, Diacetyl-Zieher und FAN-pH-Waage überreicht – rein symbolisch, versteht sich. Es handelte sich um einen SpielzeugKasten für die Spielwiese Sudhaus! Die Weiterbildung 2024/2025 hat
mit sieben Teilnehmern im Herbst des vergangenen Jahres begonnen, alle sieben haben nun Teil I (fachpraktische Kenntnisse) und II (fachtheoretische Kenntnisse) innerhalb der vierteiligen Ausbildung zum/r Meister/in im Brauer- und Mälzerhandwerk (HWK) erfolgreich abgeschlossen. Modul III (Betriebswirtschaft) und Modul IV (Arbeitspädagogik) müssen nun noch extern an einer Handwerkskammer (HWK) absolviert werden. Jahrgangsbester der VLB-Weiterbildung war Julian Wagner. Ihm und allen anderen gratulieren wir herzlich und wünschen allen alles Gute für die Zukunft!
Einen Grund zu feiern gab es für die Teilnehmer und Prüfer sowie für die Dozenten und die Dozentin
Vorbereitungskurs zum/r Brau- und Malzmeister/in
Fach- und handlungsspezifische Qualifikationen für Braumeister zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin
Dieser Kurs bereitet auf die fachspezifische Prüfung für Brau- und Malzmeister/innen an der Handwerkskammer Berlin vor. Er ist konzipiert für künftige Führungskräfte in Industriebetrieben sowie in mittelständischen Brauereien. Darüber hinaus bietet die Meis terausbildung auch eine solide Grundlage für die Gründung eines eigenen Unternehmens.
Aufbau des Kurses:
Der Kurs verfolgt einen integrierten Bildungsansatz („Blended Learning“). Dabei werden Elemente wie klassische Präsenzveranstaltungen, geführtes Selbststudium und E-Learning-Elemente kombiniert. Für etwa 40 % der Lehrveranstaltungen besteht Präsenzpflicht in Berlin. Die weiteren Lehreinheiten werden in einer Kombination aus mediengestützem Selbststudium mit E-Learning-Elementen und regelmäßigen Lernkontrollen online durchgeführt und sind nicht standortgebunden. Die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin schließt diese Fortbildung im Oktober 2027 ab.
Weitere Informationen stehen auf unserer Webseite zur Verfügung.
VLB Berlin, biering@vlb-berlin.org
Wunderlich, Nils
Tiefenthaler, David Wagner, Julian
Keutel, Tilmann Conrad Ernst Quade, Tilo
Rabe, Philipp Walther Reusch, Jeremias
DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg: Unterwegs in die Berliner Unterwelt und nach Frankfurt (Oder)
Treffpunkt zum Sommerausflug in den Tiefbunker war die Weltzeituhr am Alexanderplatz in BerlinMItte
In den Berliner Unterwelten –der Tiefbunker Alexanderplatz Am 19. Juli 2025 trafen sich rund 50 Teilnehmer an der Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz. Unter dieser weitläufigen Fläche befindet sich ein Tiefbunker, der in einer speziellen Führung besichtigt wurde.
liche Besonderheit: Nicht Treppen-, sondern sog. Rampenhäuser sollten größeren Menschenmengen einen schnelleren und stolperfreien Zugang ermöglichen. Spätestens hier unten waren alle froh, dass jeder mit einer starken Taschenlampe ausgestattet war. In verwinkelten Gängen und Räumen erschloss sich uns eine dunkle, beklemmende Welt. Hinterlassenschaften wie die Reste alter Sanitäranlagen oder zwischengelagerte Gaslampen, aber auch Relikte einer im Jahr 2003 stattgefundenen internationalen Kunstausstellung konnten bestaunt werden.
Ende September traf sich die Landesgruppe BerlinBrandenburg im Frankfurter Brauhaus in Frankfurt (Oder)
Entstanden ist die Bunkeranlage im Rahmen einer U-Bahn- und Hochhausplanung in den 1920er-Jahren. Damals war ein Ensemble vorgesehen, das den Alexanderplatz hufeisenförmig einfassen sollte. Entstanden sind nur zwei siebengeschossige Bauten: das Berolinahaus und das Alexanderhaus des Architekten Peter Behrens. An der Hauptfront war ein turmähnliches Hochhaus geplant, das nicht fertiggestellt wurde. In sein gewaltiges dreieckiges Fundament wurde 1941 bis 1943 der Bunker gebaut, der mit Generatoren, einem Belüftungssystem und Sanitäranlagen ausgestattet war. Über drei Zugänge auf dem Alexanderplatz sollten bis zu 3500 Menschen Schutz bei Bombenangriffen finden – tatsächlich waren es in des letzten Kriegsmonaten wahrscheinlich drei bis fünf Mal so viele. Der Zutritt heute erfolgt durch eine unscheinbare Tür im U-Bahnhof Alexanderplatz und führt durch einen geräumigen, insgesamt 495 Meter langen Fußgängertunnel. Nach unten ging es über eine bau -
Die Zukunft des Bunkers ist ungewiss. Die Baupläne eines Investors sehen ein 150 Meter hohes Hochhaus am Alexanderplatz vor, das mit dem bestehenden Fundament und der U-Bahn-Linie 5, die das Fundament durchquert, nicht vollständig konform geht. Teile des Bunkers befinden sich entsprechend in Privatbesitz. Die Frage der Finanzierung von notwendigen Umgestaltungen des Fundaments ist strittig.
Im Anschluss an diesem Abstecher in die Katakomben folgte noch ein gemeinsames Mittagessen mit Berliner Bier in Berlin-Mitte.
Mitgliederversammlung im Frankfurter Brauhaus
Am 26. September 2025 trafen sich 19 Mitglieder und Gäste zur Mitgliederversammlung in der Frankfurter Brauhaus GmbH in Frankfurt (Oder). Der Landesgruppen-Vorsitzende Jens Kemmel begrüßte alle
Anwesenden, insbesondere die Ehrenmitglieder Dr. Hans-Jürgen Manger und Jörg Kirchhoff, außerdem anwesende Gäste. In einer Schweigeminute wurde dem am 4. April im Alter von 88 Jahren verstorbenen Braumeis ter Jürgen Wolff gedacht, der über 50 Jahre lang Mitglied des DBMB und der Landesgruppe war. Als neues Mitglied der Landesgruppe wurde Paul Koennecke von der VLB aufgenommen. Den Fachvortrag über effizientes Hefemanagement hielt Berno Lüpkes von der Fa. Hamilton, der online zugeschaltet war. Er stellte Sensoren zur Inline-Messung von Hefezellen vor und zeigte anhand von Praxisbeispielen, wie diese insbesondere bei der Hefegabe nutzbringend verwendet werden können. Das fachliche Interesse geweckt, knüpfte sich basierend auf Fragen an den Referenten eine Diskussion über die Hefezellzahlmessung an. Kemmel dankte dem Vortragenden, der es sich nicht nehmen ließ, zumindest digital mit seinem Publikum anzustoßen, und schloss den offiziellen Teil der Veranstaltung mit einem Dank an die Gastgeber. Nach dem traditionellen Eisbeinessen fand der Abend im Frankfurter Brauhaus einen gesellig-heiteren Ausklang.
Die Jahreshauptversammlung der DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg findet am 13. Februar 2026 in der Berliner-Kindl-Schult heissBrauerei statt.
Lisa Bauer
GESELLSCHAFT
FÜR GESCHICHTE DES BRAUWESENS E. V. (GGB)
87. GGB-Mitgliederversammlung in Kulmbach
Mit einer Rekordbeteiligung von rund 100 Teilnehmern fand Mitte September die 87. Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e. V. (GGB) in Kulmbach statt. Die freundliche Einladung der IREKS GmbH begeisterte nicht wenige, hinter die Kulissen eines Traditionsunternehmens der Malzwirtschaft zu blicken, das seit 1856 und damit seit fast 170 Jahren für Innovation und Qualität steht. Bei der GGB-Veranstaltung war mit Hans Albert Ruckdeschel ein Vertreter der Gründerfamilie anwesend, der mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken kann und erheblichen Anteil daran hat, dass das Unternehmen trotz eines herausfordernden Malzmarktes heute solide aufgestellt ist.
Die Veranstaltung eröffneten der GGB-Vorsitzende Dr. Josef Fontaine, IREKS-Geschäftsführer Stefan Bergler und GGB-Geschäftsführer Alexander Hofmann im IREKS-Forum. Für die in vier Gruppen unterteilte Betriebsführung standen mit Stefan Bergler, Benjamin Söhnlein, Matthias Hansen, Robert Sprinzl, Dr. Dominic Lorenz und Daniel Wagner kompetente Ansprechpartner bereit, die die zahlreichen Detailfragen in bester und verständlichster Weise beantworteten. Eckdaten wie ein 20 000-tRohstofflager, eine vorhandene Bahnannahme für Getreide, die für 1250 t in Punktannahme ausgelegt ist, ein hoher Automatisierungsgrad in den Bereichen Malzherstellung sowie Backzutaten und das 2022 neu eröffnete IQ-Zentrum begeisterten die Zuhörer. Die Möglichkeit, Malz nicht nur als Endprodukt, sondern auch aus dem Keimkasten zu verkosten, wurde gern in Anspruch genommen. Im Laborbereich zeigte die außergewöhnliche Vielfalt an Analysentechnik, welche Möglichkeiten bestehen, selbst kleinste Verunreinigungen oder Spezifikationsabweichungen bereits bei der Rohstoffannahme festzustellen. Während eine Sortenbestimmung mittels Elektrophorese schon lange etabliert ist, stellt die Sortenanalyse bereits an der Gosse ein Novum dar, was angesichts der Vielfalt an gut 600 Rohstoffen, die insbesondere im Bereich Backzutaten Verwendung finden, auch notwendig erscheint. Allergenanalyse von z. B. Gluten im niedrigen ppm-Bereich,
DNA-basierte Nachweisverfahren, Enzymanalytik, Ultraspurenanalytik bis in den ppb-Bereich zur Detektion von Schwermetallen bzw. Pflanzenschutzmitteln, Gaschromatografie und HPLC, die bis zu 220 Pestizide gleichzeitig nachweisen können und eine Bestimmung von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren zur Einhaltung von Nährwertangaben bieten Sicherheit. Die Bio-Malz-Herstellung profitiert von der hausinternen NDMABestimmung.
Schwieriges Marktumfeld
Das Abendprogramm startete mit einem Fachvortrag aus dem Bereich Mälzerei. Über die Rohstoffversorgung in schwierigen Zeiten referierte Stefan Bergler, Geschäftsführer Malz, IREKS GmbH. Er verwies auf die angespannte Lage beim Bierabsatz, der mit einem Minus von
rund 2,6 Mio. hl den stärksten Einbruch seit der Wiedervereinigung aufweise. Während es einen gewissen Trend für Importbiere gibt, sei mit einer massiven Pleitewelle bei einheimischen Brauereien zu rechnen. Die Gründe hierfür seien vielschichtig. So spielen Demografie, die Wettersituation im Jahr 2025, aber auch die Gastrokrise mit einer zunehmenden Tendenz zum Zu-Hause-Verzehr, aber auch Wellnesstrends, die Diskussion über Alkoholkonsum im Generellen, ein im europäischen Vergleich sehr niedriger Bierpreis in Deutschland, aber auch wachsende Bürokratie und gestiegene Lebenshaltungsund Energiekosten eine Rolle bei dieser Entwicklung. Der rückläufige Biermarkt führe auch zu einem Rückgang des Braumalzbedarfes in Deutschland um 45 000 t, bezogen auf das 1. Halb -
Gruppenfoto bei bestem Biergartenwetter im Kulmbacher Mönchshof
Foto: oh Für 25 unermüdliche Jahre
Herausgeberschaft des GGBJahrbuchs bekam
Dr. Hans-Jürgen Manger ein besonderes Geschenk überreicht
jahr 2025. Mit einer Gesamtkapazität der deutschen Mälzereiwirtschaft von rund 2,1 Mio. t Jahresproduktion erscheint ein Rückgang um 160 000 t verarbeiteter Braugerste im Zeitraum 2022 bis 2024 durchaus als besorgniserregend. Dies wiederum hat auch damit zu tun, dass auch Malz-Exporte geringer ausfallen, da Länder wie Brasilien inzwischen über eine große Eigenproduktion verfügen.
Aus dem guten Braugerstenjahr 2024 stünden auch für 2025 große Mengen qualitativ hochwertigen Getreides bereit. Das wird die Preisentwicklung beeinflussen. So werden für 2026 Preise von ca. 150 €/t erwartet. Auch beim Weizenpreis sei eine deutliche Entspannung zu verzeichnen. Dieser sank von 225 € auf zuletzt ca. 185 € bis September 2025. Bei der Rohstoffversorgung für die Braumalzherstellung weise Deutschland generell ein Defizit von ca. 500 Mio t auf, während Europa generell einen Überschuss bei den Erntemengen verzeichne. Am Beispiel Bayerns zeigte Bergler auf, wie sich die Anbaufläche für Sommergerste über die Jahre rückläufig entwickelt hat. Die Anbaufläche lag vor 50 Jahren beim etwa Fünffachen im Vergleich zu 2025. Um die Versorgung mit qualitativ hochwertiger Braugerste auch für die Zukunft sicherzustellen, unterstützt die IREKS GmbH aktiv das Berliner Programm. Der Gerstenanbau soll künftig auf drei Säulen stehen. Neben der klassischen Früh -
jahrsaussaat für Sommerbraugerste wird diese durch Herbstaussaat im November (für flachere Regionen) und die Aussaat zweizeiliger Winterbraugerste ergänzt. Ziel dieses Vorgehens ist es, die Attraktivität der Braugerste für die Landwirte wieder zu verbessern.
GGB-Mitgliederversammlung Im Anschluss an den Fachvortrag, der in idealer Ergänzung zur mehrstündigen Führung die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte beleuchtete, die die Malzwirtschaft heute beeinflussen, startete die eigentliche Mitgliederversammlung.
GGB-Geschäftsführer Alexander Hofmann stellte zunächst die anwesenden Mitglieder des Vorstands kurz vor und gab einen Einblick in die Vereinstätigkeit des Jahres 2025. Diese umfasste den Ausbau der Literaturbestände durch Neuankäufe aus Antiquariaten und Sicherung von werthaltigen Nachlässen, aber auch Vorträge im Rahmen von Besuchen durch Schulen, Studenten und Berufsverbänden in den Räumlichkeiten der GGB-Geschäftsstelle mit Ihrer Schultze-Berndt-Bibliothek. Auf den Weg gebracht wurde die Erfassung bzw. Dokumentation und Gruppierung des GGB-Archivbestandes mit zusätzlicher externer Unterstützung zur Vorbereitung des geplanten Aus- und Umbaus eines geeigneten Archivraums sowie die konzeptionelle Neuausrichtung des GGB-Jahrbuchs. Für einen Einblick
in dessen unter dem Arbeitstitel „Geschichte für die Gegenwart“ vorgesehene Neukonzeptionierung übergab Alexander Hofmann das Wort an das Vorstandsmitglied Dr. Holger Starke, der diese im Wesentlichen koordiniert. Ein neues Erscheinungsbild des Jahrbuchs soll ab 2026 die Aufmerksamkeit für die GGB in der öffentlichen Wahrnehmung stärken. Die geschäftsführende Position im Projekt Jahrbuch wird zukünftig die Herausgabe des Jahrbuchs koordinieren und hierbei durch ein Redaktionskollegium und einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums als Herausgeber des GGB-Jahrbuchs wurde Dr. Hans-Jürgen Manger mit einem besonderen Geschenk geehrt, das durch Dr. Bernd Schmidt, Dr. KlausPeter Gilbertz und Michaela Knör im Beisein des Geschäftsführers und 1. Vorsitzenden überreicht wurde. Im Anschluss gab der Geschäftsführer einen Einblick zur Finanzlage der GGB. Nachdem Vorstand, Geschäftsführung und Kassenprüfung durch die Mitgliederversammlung entlastet wurden, nahm Hans Albert Ruckdeschel, Vertreter der Gründerfamilie der IREKS GmbH, die Anwesenden mit auf eine Zeitreise durch die Unternehmensgeschichte mit einigen kurzweiligen Anekdoten, beispielsweise zur Entstehung der nahe gelegenen Eisenbahnlinie oder zur abenteuerlichen Reise seiner Vorfahren ins ferne Amerika. Mit fassfrischem Kulmbacher-Bier, einem leckeren Buffet und reichlich Gesprächsstoff schloss sich der informelle Teil des Abends an, der nach Ende der offiziellen FreitagsVeranstaltung im Tagungshotel mit kurzfristiger Unterstützung aus der Brauerei Leikeim seinen Ausklang fand.
Stadt mit Geschichte
Im oberfränkischen Kulmbach, das an vielen Punkten sichtbar Brauereigeschichte atmet, zeigt sich nicht nur wie der strukturelle Wandel die Brauereilandschaft veränderte, sondern auch, wie sich das Mälzereigewerbe mit den Anforderungen der jeweiligen Zeit neu strukturierte. Auf eine lebendige Zeitreise nicht nur in die Geschichte der Brauwirtschaft, sondern auch in die des Gewürzhandels und die damit verbundene Entwicklung der heimischen Kulinarik begaben sich
die Teilnehmer der GGB-Mitgliederversammlung am Samstag. In zwei getrennten Führungen konnte zwischen einer Tour durch das Bayerische Brauereimuseum sowie das Deutsche Gewürzmuseum im Kulmbacher Mönchshof gewählt werden.
Unter dem Titel „Bier seit Jahrtausenden – von den alten Sumerern bis in die Gegenwart“ nimmt das Brauereimuseum seine Besucher mit auf eine spannende Entdeckungstour zu den Ursprüngen des Bieres. Zahllose Exponate machen echtes Handwerk, technische Revolution und Leidenschaft erlebbar. Den Stolz früherer Brauereibesitzer lassen ästhetische Raumchoreografien erahnen. Die gezeigten Plakate, Postkarten, Bierdeckel, Gläser, Flaschen und Etiketten sowie Auszüge aus Radio-, Fernseh- und Kinospots mit ihrer leidenschaftlich bunten Gestaltung spielten nicht nur in der Vergangenheit eine Rolle. Bei Markenidentifikation und der liebevollen Verführung zum Probieren nehmen sie den Betrachter mit auf eine Reise durch den sich wandelnden Zeitgeschmack und eine stetige Veränderung der Werte und die Selbstreflexion einer sich stets wandelnden Gesellschaft.
Würziger Exkurs
Auf die lange Reise erlesener Gewürze auf den alten Wegen vom hinteren Orient bis auf die Märkte prosperierender Metropolen und in die Rezepte heimischer Küchen nahm Dr. Matthias Gebauer, Sozialgeograph und Leiter der Museen im Mönchshof, die GGB-Mitglieder mit. Wie sich der oft hohe Wert von Ge -
würzen entwickelte, erschließt sich eindrucksvoll durch die oft langen Reisen über ein Geflecht aus Wegen auf der auch als Seidenstraße bekannten Route. Der Weg bis an die Stände des Nürnberger Marktes konnte in der Zeit bis etwa 200 n. Chr. bis zu acht Jahre dauern. Auf der Wegstrecke entstanden Umschlagpunkte des Zwischenhandels, an denen sich Wissen weiter verbreitete und in weit entfernte Regionen mitreiste. Im Schutzverband der Karawanen, die an allen Knotenpunkten der Reiseroute Lagerstatus hatten, entwickelte sich auch unter gewichtsreduzierendem Aspekt allmählich die Idee zum heutigen Geld in Scheinform. Mit Entdeckung der Monsunwinde gewann der Seeweg an Bedeutung. Setzlinge von Gewürzpflanzen waren heiß begehrt, jedoch zeigte sich, dass die besonderen klimatischen Bedingungen, die viele Pflanzen benötigen, den Handel über große Distanzen auch bis heute erforderlich machen. Das inzwischen seit zehn Jahren bestehende Gewürzmuseum begeistert mit Querverknüpfungen zur Entstehung verschiedener Bratwurstrezepturen, dem Lebkuchen („Pfefferkuchen“), den Anfängen der Weinschönung, Hintergründen zur Entstehung des späteren Apothekerberufs, mit Detailinformationen zu den verschiedensten Gewürzpflanzen und ihrer organoleptischen Wirkungsweise. Es wird über Spenden der IREKS GmbH und der Kulmbacher Brauerei finanziert.
Um viele Erkenntnisse reicher und belohnt mit einer bierigen Kostprobe der Museumsbrauerei freuten
sich die Veranstaltungsteilnehmer auf das gemeinsame Mittagessen im Biergarten des Mönchshof Bräuhauses. Bei schönem Wetter und mit guten Gesprächen in entspannter Atmosphäre verflog die Zeit, bevor es für viele weiter nach Burgkunstadt ging.
Genossen in Gemeinschaft
Dort erwartete sie unter fachkundiger Führung des GGB-Mitglieds Jürgen Birk ein Rundgang auf den Spuren des Bierbrauens. Auf dem Weg durch die Altstadt erläuterte Birk vor den jeweiligen Brauereien deren mitunter turbulente Geschichte. Der eindrucksvolle und sehr informative Exkurs endete im Sudhaus der 2019 von Burgkunstädter Bierenthusiasten gegründeten Kommunbrauerei Komm.1059. Bei einer Bierverkostung erfuhren die Teilnehmer mehr über die Entstehung dieser genossenschaftlich organisierten Brauerei. Die namensgebende Zahl der Komm.1059Kommunbrauerei geht auf die erste offizielle Erwähnung Burgkunstadts zurück. Inzwischen engagieren sich mehr als 140 Genossen im Gemeinschaftsprojekt. Seit 2021 sorgt ein Sudwerk mit bis zu 10 hl pro Tag für wiederkehrenden Nachschub wohlschmeckender Biervielfalt, die immer freitags via Rampenverkauf auch neue Abnehmer begeistert. Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Kulmbacher Kommunbräu endete die Veranstaltung. Die nächste GGB-Mitgliederversammlung startet am 11. September 2026 im Friesischen Brauhaus zu Jever.
Alexander Hofmann
Bild links: Bild 2: Stefan Bergler (2.v.l.) und sein Team boten eine spannende Führung und gingen auf viele Fachfragen ein
Bild rechts: Die Möglichkeit, werdendes Malz vor Ort zu verkosten, wurde begeistert angenommen
Fotos: Alexander Hofmann (3)
Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund e. V. (DBMB) – Landesgruppe Sachsen
Die Sachsen reisen nach Regensburg
Nach einem Imbiss in der Sternquell-Brauerei Plauen startete die DBMB-Landesgruppe Sachsen am Morgen des 26. September gen Regensburg. Mit 46 Teilnehmern war der Bus gut gefüllt und Busfahrer Uwe bereicherte einmal mehr die Fahrt mit Anekdoten und Wissenswertem entlang der Strecke.
v.l.: Gerd Lange, Zoigl-Braumeister
Willi Oppl, Udo Schiedermair
Erste Station war das Kommunbrauhaus Mitterteich. Die historische Braustätte ist eine der letzten verbliebenen und traditionsreichen Zoigl-Brauereien. Hier kochen auch heute noch Mitterteicher mit Braurecht gemeinsam Würze, um diese dann jeweils zu Hause zu vergären und in den Ausschank zu bringen. Wer mit dem Ausschank an der Reihe ist, hängt den Brauerstern heraus und zeigt mit diesem „Zoigl“
Das GGB-Jahrbuch ist erschienen! Herausgegeben von der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens (GGB) e. V.: Jahrbuch 2025
288 S., Paperback, 20 €, ISSN 1860-8922
Zu beziehen über: www.ggb-berlin.de oder vlb-books.myshopify.com. Kontakt: ggb@vlb-berlin.org
an, dass das Bier ausschankfertig ist. Von der ausgezeichneten Qualität des Bieres von Zoigl-Braumeister Willi Oppl konnten sich alle Teilnehmer überzeugen. Zweiter Programmpunkt war Treideln auf dem Ludwigskanal. An der Schleuse Mühlhausen bestiegen wir das Schiff Alma Viktoria und durften, gezogen von einem Süddeutschen Kaltblut, die entschleunigende Fahrt auf dem längsten Denkmal Bayerns genießen. Nach einer ausgiebigen Brotzeit in der Kutscheralm in Pollanten ging es nach Regensburg, zum Hauptziel des Wochenendes. Untergebracht inmitten der Altstadt, oblag die Abendgestaltung den Teilnehmern selbst.
Der Samstagmorgen stand im Zeichen von Historie und Besonderheiten der ursprünglich als Römerlager „Castra Regina“ 179 n. Chr. gegründeten Stadt Regensburg. Unter dem Motto „Gell, da schaust“ vermittelten die beiden Stadtführer auf humorvolle Art Entwicklung und Bedeutung der fünftältesten Stadt Deutschlands. Hinsichtlich der lokalen Brauszene war interessant, dass die drei noch produzierenden Braubetriebe Bischofshof, Kneitinger und Spital jeweils Stiftungen angehören. Die Führungen endeten an der weltweit ältesten Bratwurstküche, dem Historischen Wurstkuchl an der steinernen Brücke.
Während der Strudelfahrt auf der Donau wurden weitere Facetten und Ansichten dieser eindrucksvollen Stadt vermittelt.
Im Kneitinger-Brauereihof empfing uns Geschäftsführer Leo Resch mit einem Fass Kneitinger Festbier. Nachdem der jüngste Teilnehmer bewies, dass man auch ohne Übung mit zwei Schlägen ein Holzfass anstechen kann, ließen wir uns,
begleitet von Leo Reschs Ausführungen, das Festbier schmecken. Mit dem Abendessen endete der offizielle Teil des zweiten Tages. Mit der Weissbierbrauerei zum Kuchlbauer in Abensberg steuerten wir den vorletzten Punkt der Reise an. Geführt von Braumeister Harald Ferstl erkundeten wir die Brauerei, die in den letzten Jahren eine fulminante Entwicklung hinlegte. Der zur Brauerei gehörige Hundertwasserturm, eine weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannte Landmarke, sowie Vielfalt und Qualität der Kuchlbauer-Biere vermochten die Sachsen zu beeindrucken. Den Abschluss bildete die Kontinentale Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach. An tektonisch höchst interessanter Stelle bohrte die BRD von 1987 bis 1995 das tiefste Loch Deutschlands und mit 9101 m eines der tiefsten Löcher der Welt. Die gewonnenen Bohrkerne dienen zur Grundlagenforschung über die physikalischen und chemischen Zustandsbedingungen und Prozesse in der tieferen Erdkruste. Viel zu kurz war die Zeit, um auch nur annähernd die Informationen und Erkenntnisse aus diesem wissenschaftlichen Projekt zu erfassen, geschweige denn zu begreifen. Die KTB wäre allemal einen zweiten Besuch wert. Vielen Dank sagen wir allen, die zum Gelingen dieses sehr abwechslungsreichen Wochenendes beigetragen haben – wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Udo Schiedermair
Foto: privat
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