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Brauerei Forum 1-2/2026

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FORUM BRAUEREI

Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner Ausgabe 1-2 | 30. Januar 2026 | 41. Jahrgang | ISSN 0179-2466

 Dr. Hans-Jürgen Manger verstorben

 VLB-Oktobertagung 2025: Technische Session und 54. Int. Braugersten-Seminar

 Programme VLB- Logistikfachkongress und VLB-Frühjahrstagung

 20. VLB Certified-Brewmaster-Kurs begonnen

• Fortschritte in der Hopfenzüchtung

• aromatische Hopfenextrakte besser verstehen

• Dry Hopping: von traditionell zu supermodernen Fallstudien

• Hopfenaroma: Neues aus der Wissenschaft des Hopfenaromas

• Update: 360 ° Überblick über die Aromastabilität von Bier

SUMMITAROMA SUMMIT

Intensiv-Workshop für Brau-Profi s mit Updates rund um Hopfenaroma, neue Sorten und zukunftsweisende Brautechniken.

Unsere Dozenten:

• D r. Christina Schönberger

• Dr.-Ing. Nils Rettberg (VLB)

SEMINAR-PREIS

Infos & Anmeldung:

barthhaas.com/aroma-summit

 MENSCHEN & UNTERNEHMEN

4 Nachruf: Hans-Jürgen Manger im Alter von 85 Jahren verstorben

5 Stiftungsprofessur: Neue Leitung am Fachgebiet Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin

6 Nachrichten: Norddeutsche Brauereien stärken ihre Interessenvertretung / Krombacher ehrt 34 Jubilare mit insgesamt 990 Jahren Firmentreue

 TECHNIK & TECHNOLOGIE

7 Programm 110. Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung

8 VLB-Oktobertagung: Nachhaltigkeit, Energie & Innovationen im Fokus

10 Brauer-Schule – Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende: Würzekochen

11 Programm 27. VLB-Logistikfachkongress

12 54. Int. Braugersten-Seminar: Die Braugerste zwischen Rückblick und Innovation

15 105. Sitzung der MEBAK in Linz

16 Internationale Veranstaltungen: Iberoamerikanisches VLB-Symposium „Brewing & Filling Technology 2025“ in Brasilien mit großer Resonanz

18 Krombacher Brauerei: Erfolgreiche Meilensteine beim größten Umbauprojekt der Unternehmensgeschichte / Barth-Haas-Grants 2025: Der Förderpreis geht an Forschungsteams aus Argentinien und München

19 BrauBeviale 2026 in Nürnberg mit neuem Hallenlayout

 IfGB AKTUELL

20 IfGB-Forum bei SLYRS: Fasslager, Bar und Herausforderungen der Spirituosenbranche

23 Das 24. IfGB-Forum 2026 tagt im Raum Heilbronn

24 Nachrichten: BMLEH zu Besuch am IfGB/an der VLB Berlin / Die Spirituosenbranche trauert um Dr. Bruno Mayer

25 Internationale DLG-Qualitätsprüfung 2025: Beste Spirituosen ausgezeichnet

 BETRIEBSWIRTSCHAFT

26 Brau-Börsen-Bilanz: Krones: Unsicherheiten beeinflussen Invest-Bereitschaft der Getränkeindustrie

 INSTITUTIONEN & VERBÄNDE

30 DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg: DBMB-Mitgliederversammlung an der VLB Berlin

31 DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg: Die Landesgruppe reiste gen Westen 32 20. VLB-Certified-Brewmaster-Kurs: 27 Teilnehmer, 14 Nationen und 1 Jubiläum

33 Grundstein des „VLB-Neubaus“ ist endlich angekommen…

34

DBMB-Landesgruppe Sachsen: Auf dem Weg zum erlesenen Tropfen

35 Lösungen Brauer-Schule / Verschiedenes / Impressum

36 Veranstaltungskalender

Am 18. Januar 2026 verstarb Dr. Hans-J. Manger im Alter von 85 Jahren. Er war Brauer und Wissenschaftler aus ganzem Herzen und der VLB Berlin über Jahrzehnte verbunden 4

8

Am 2. Tag der 109. VLB-Oktobertagung Anfang Oktober 2025 standen mit der 2. Technischen Session und dem 54. Int. Braugersten-Seminar zwei hochkarätige Veranstaltungen auf dem Programm

Das 24. IfGB-Forum tagt am 29. und 30. September in Neckarsulm. Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg und der Aromenhersteller Joh. Vögele KG laden ein 23

Am 7. Januar 2026 hat der 20. VLBCertified-Brewmaster-Kurs begonnen. 27 Teilnehmer aus 14 Nationen werden in den kommenden sechs Monaten alles geben, um am Ende das begehrte Zertifikat zu erhalten 32

Titelfoto: Rogerio Altair da Silva Junior, Fotografia

Hans-Jürgen Manger im Alter von 85 Jahren verstorben

Am 18. Januar 2026 verstarb Dr. sc. techn. Hans-Jürgen Manger im Alter von 85 Jahren in Frankfurt (Oder). Mit ihm verliert die Brauwissenschaft eine Persönlichkeit, die über viele Jahrzehnte eng mit der VLB Berlin verbunden war und die die Entwicklung der Brauereitechnik in der DDR und im vereinten Deutschland nachhaltig mitgeprägt hat.

(oh) Dr. Manger, geboren am 2. Mai 1940 in Pößneck in Thüringen, begann seinen beruflichen Weg 1958 mit einer Lehre zum Brauer und Mälzer in der Rosenbrauerei Pößneck in Thüringen. Nach dem Studium der Gärungstechnologie an der HumboldtUniversität zu Berlin widmete er sich früh wissenschaftlichen Fragestellungen der Brauereitechnik. Seine Promotion und spätere Habilitation an der Humboldt-Universität in OstBerlin befassten sich mit zentralen Themen der Prozess- und Apparategestaltung sowie der Ratio nalisierung und Effektivitätssteigerung der Bierherstellung – Fragestellungen, die bis heute hohe Relevanz besitzen. Zwischen 1970 und 1990 war Dr. Manger in Forschung und Lehre an der Humboldt-Universität tätig. In dieser Zeit wirkte er nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Vermittler von Wissen. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für die sogenannten Lehrbriefe, die später eine wesentliche Grundlage für eine von der VLB Berlin herausgegebene Fachbuchreihe bildeten. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur systematischen Aufbereitung und Weitergabe brauereitechnischen Wissens. Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm Dr. Manger von 1990 bis 1995 die Leitung der Oderland Brauerei in Frankfurt (Oder). Auch nach seinem Eintritt in den Vorruhestand 1996 blieb er der Branche eng verbunden. Als freiberuflicher Dozent an der Technischen Universität Berlin und an der VLB Berlin gab er seine

umfangreichen Erfahrungen an Studierende und Fachkollegen weiter. Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens lag in der Fachpublizistik. Seit 1999 veröffentlichte Dr. Manger an der VLB neun umfangreiche Fachbücher als Alleinautor sowie zehn weitere Werke mit Co-Autoren, unter anderem gemeinsam mit Prof. Dr. Gerolf Annemüller. Diese Publikationen erreichten eine Gesamtauflage von rund 15 000 Exemplaren. Mehrere dieser Fachbücher wurden in andere Sprachen übersetzt und fanden auch international Anerkennung. Darüber hinaus war er über 25 Jahre Schriftleiter und Herausgeber des Jahrbuchs der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens (GGB)

e. V. sowie Mitglied des Redaktionsbeirats des Brauerei Forums. Bis zuletzt verfolgte er die technischen Neuerungen der Brau- und Getränkebranche auf Fachmessen, Tagungen und als Mitglied des TechnischWissenschaftlichen Ausschusses (TWA) der VLB Berlin. Seine Arbeit war stets von hoher fachlicher Präzision, Systematik und Praxisnähe geprägt. Darüber hinaus zeichnete ihn eine große menschliche Integrität aus, die sich in seiner Hilfsbereitschaft, seiner ruhigen Art und seinem ehrlichen Interesse an den Anliegen seiner Kolleginnen und Kollegen widerspiegelte – getragen von seiner uneingeschränkten Verbundenheit zum Produkt Bier. Für sein langjähriges Engagement wurde Dr. Manger 2015 mit der goldenen VLB-Ehrennadel ausgezeichnet. Zudem war er Ehrenmitglied der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Deutschen Braumeister- und Malzmeister-Bundes (DBMB).

Die VLB Berlin ist Dr. Hans-J. Manger zu großem Dank verpflichtet. Sein Wirken hat die Aus- und Weiterbildung in der Brau- und Getränkewirtschaft in besonderer Weise bereichert und Maßstäbe gesetzt, die über sein aktives Schaffen hinaus Bestand haben werden. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau Rita und seinem Sohn Andreas.

Dr. Hans-J. Manger † (2.5.1940 – 18.1.2026) Foto vom Juli 2024
Foto: ew

Stiftungsprofessur: Neue Leitung am Fachgebiet

Brau- und Getränketechnologie an der TU

Berlin

Personeller Wechsel am Fachgebiet Brau- und Getränketechnologie an der Technischen Universität

Berlin: Der bisherige Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Brian Gibson hat die TU Berlin im Dezember 2025 auf eigenen Wunsch verlassen. Die wissenschaftliche Leitung und inhaltliche Ausrichtung des Fachgebiets hat Dr.-Ing. Philip Wietstock übernommen.

(oh) Philip Wietstock (44) schloss sein Studium zum Diplom-Ingenieur der Biotechnologie mit Fachrichtung Brauwesen an der TU Berlin 2009 ab. Anschließend war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre tätig und wurde mit Auszeichnung im Bereich der

oxidativen Geschmacksstabilität von Bier promoviert. Zur Wahrnehmung der neuen Aufgaben als Leiter des Lehrstuhls wurde im Dezember Dr.-Ing. Wietstock von der TU Berlin zum Gastprofessor berufen.

Bei der Professur für Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin

handelt es sich um eine Stiftungsprofessur, die von der TU Berlin getragen und durch die VLB Berlin kofinanziert wird. Philip Wiet stock soll diese Stiftungsprofessur bis zum Ende der regulären Laufzeit im Jahr 2028 leiten.

Parallel dazu arbeiten die VLB und die TU Berlin derzeit gemeinsam an einer Strategie, um die Stiftungsprofessur auch über 2028 hinaus zu sichern und damit die langfristige Verankerung der Brau- und Getränketechnologie in Forschung und Lehre an der TU Berlin zu gewährleisten.

VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Klotzbücher betont: „Ich danke der Fakultät III – Prozesswissenschaften – der Technischen Universität Berlin sowie Prof. Dr.-Ing. Philip Wietstock ausdrücklich für die schnelle und konstruktive Reaktion bei der Neubesetzung. Dadurch ist es gelungen, die Kontinuität unserer Stiftungsprofessur und die Stabilität der Studiengänge zur Brauund Getränketechnologie an der TU Berlin nahtlos sicherzustellen. Darüber hinaus danken wir auch Prof. Dr. Brian Gibson ausdrücklich für seine engagierte Arbeit in den vergangenen fünf Jahren und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute.“

Das Fachgebiet Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin und die VLB Berlin arbeiten in der akademischen Ausbildung und der anwendungsnahen Forschung eng zusammen. Mit der zügigen Neubesetzung des Fachgebietes wird diese Zusammenarbeit auch für die kommenden Jahre gesichert.

Prof. Dr.-Ing. Philip Wietstock folgt auf Prof. Dr. Brian Gibson am Lehrstuhl Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin

Foto: TU Berlin

 NACHRICHTEN

Norddeutsche Brauereien

Die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e. V. vereint nun endgültig drei Regionalverbände zu einer starken Stimme der Braubranche im Norden. Ein neues Logo und ein neuer Webauftritt unterstreichen die Veränderung.

(F.) Der Brauereiverband Nord e. V., der Brauereiverband Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt e. V. und der Brauereiverband Berlin/ Brandenburg e. V. sind mit allen Rechten und Pflichten auf die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e. V. verschmolzen. Die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e. V. ist zwar seit Jahrzehnten für Kooperationspartner, Presse und die Öffentlichkeit der Repräsen -

stärken ihre Interessenvertretung

tant der Mitgliedsbrauereien der acht norddeutschen Bundesländer, doch im Hintergrund existierten die drei hier zusammengeschlossenen Regionalverbände fort. „Auch Verbandsstrukturen unterliegen einer laufenden Anpassung“, merkt Geschäftsführer Michael Scherer an. Der erste Zusammenschluss verschiedener Brauereiverbände (Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und (West-) Berlin erfolgte mit seinerzeit noch Geschäftsstellen in Hamburg, Bremen und Hannover im Jahr 1980. Im Zuge der Wiedervereinigung 1989/90 erfolgten Erweiterungen mit Berlin, Brandenburg, SachsenAnhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Jahr 2000 existierte dann nur noch eine Geschäftsstelle in Hamburg und durch Zusammenschlüsse der ursprünglich fünf Mitgliedsverbände wurden die genannten drei Regionalverbände, die unter dem Dach der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände mit gemeinsamer Geschäftsführung und Geschäftsstelle agierten. Diese his torisch gewachsenen Strukturen verursachten aber auch finanziellen und organisatorischen Mehraufwand. Auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Juni 2025 wurde daher die Verschmelzung beschlossen. Mit der Eintragung der Verschmelzung in alle betroffenen Vereinsregister vertritt die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e. V. die Interessen der Mitgliedsbrauereien aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, SachsenAnhalt, Berlin und Brandenburg nun endgültig offiziell nach innen und nach außen. „Längst empfanden unsere Mitgliedsbetriebe die Sozietät als etablierten Mitgliedsverband, Ansprechpartner und Stimme gegenüber Politik, Geschäftspartnern und Medien“, erläutert Michael Scherer diese Entscheidung. Mehr unter: www.brauer-nord.de

Krombacher ehrt 34 Jubilare mit insgesamt 990 Jahren Firmentreue

Verlässlichkeit und Beständigkeit werden bei Krombacher großgeschrieben

Bei der traditionellen Jubilarfeier durfte die Krombacher Brauerei in diesem Jahr 34 Mitarbeitenden zu ihren besonderen Betriebsjubiläen gratulieren. Ob in Verwaltung, Außendienst, Technik oder

Produktion – seit Jahrzehnten gestalten sie mit ihrem Können, ihrer Leidenschaft und oftmals auch mit ihrer ganz persönlichen Lebensgeschichte das Familienunternehmen mit.

(F.) 26 von ihnen feiern 25 Jahre, vier 40 Jahre und vier sogar 45 Jahre Betriebszugehörigkeit. Zusammen bringen es die Jubilare auf beeindruckende 990 Jahre Berufserfahrung.

„Die traditionelle Jubilarfeier ist für uns immer etwas ganz Besonderes“, begann Stephan Berens, kaufmännischer Geschäftsführer der Krombacher Brauerei seine Begrüßungsrede. „Verlässlichkeit und Beständigkeit sind Werte, die in unserer schnelllebigen Zeit seltener geworden sind. Umso beeindruckender ist es, wenn engagier-

te Menschen über so viele Jahre Teil eines Unternehmens bleiben – mit all den Erfolgen, aber auch Veränderungen und Herausforderungen, die diese Zeitspanne mit sich bringt. Dafür möchten wir unseren Jubilaren von Herzen danken.“ Er betonte weiter, dass der Erfolg der Krombacher Brauerei vor allem auf dem Wirken von Menschen beruhe, die mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihrer Haltung das Unternehmen geprägt und weiterentwickelt haben. Mit persönlichen Worten wurden die Mitarbeitenden anschließend von den jeweiligen Geschäftsführern der zuständigen Bereiche geehrt und erhielten ihre Urkunden der Industrie- und Handelskammer sowie eine hochwertige Armbanduhr als bleibende Erinnerung und Zeichen der Wertschätzung.

Fachtagung für

24. bis 26. März 2026 – Stadthalle Erding – Tagungssprachen: Deutsch/Englisch

Themen:

 Alkohol – Alkoholfrei – Alternativen: Herausforderungen und Chancen für die Brauwirtschaft

Erdinger Weißbräu: Status quo alkoholfreie Biere am Beispiel Erdinger / VLB: Weltweit fermentiert – Globale Stärkequellen für alkoholfreie Bieralternativen / EATBEER: Beyond beer – Kreislaufsysteme für Brauereien der Zukunft / Ingredients aus der Hefe – ProteinDistillery, ein Beispiel für die Erschließung neuer Geschäftsfelder für die Brauwirtschaft / Deutscher Brauer-Bund: Alkoholische Getränke in der öffentlichen Diskussion: Betrachtungen zu Politik, Medien und NGOs / Prof. Dr. Nicolai Worm: Ist wirklich jeder Tropfen ein Risiko? Fakten und Fake News über moderaten Alkoholkonsum

 Prozessoptimierung in der Brau- und Getränkeindustrie: Flaschenreinigung, Datamining, Haltbarmachung, Instandhaltung, Bierwürze

KRONES Lavasonic HI: Die Flaschenreinigungsmaschine der nächsten Generation – Praxiserfahrung am Coca Cola-Standort Lüneburg / Ziemann Holvrieka: Digitaler Vorsprung für Brauereien – Aus Daten werden Lösungen / Gerolsteiner: Robotik in der Instandhaltung – von der Vision bis zur Realität / UHDE High Pressure Technologies & VLB Berlin: Nicht-thermische

Mit besonderer Unterstützung von:

Entkeimung von alkoholfreien Getränken mittels Hochdruckbehandlung (HPP) – Technologie, bisherige Anwendung und Ausblick / VLB: Zinkgehalt der Würze - Das Problem an der „Wurzel“ packen?

 Versorgungssicherheit in der Brau- und Getränkewirtschaft: Energie – Wasser –Hopfen und Malz – Führungsnachwuchs

Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin: Zwischen Tradition, Innovation und Moderne / TU Berlin: Status Quo Energiewende / Bayerischer Brauerbund: Aktuelle Entwicklungen im Hopfen- und Malzmarkt aus der Sicht der Brauwirtschaft / VLB: Herausforderung Wasserversorgung: Monitoring und Risikomanagement beim Rohwasser

Rahmenprogramm

 Fachausstellung

 Besichtigung des Hopfenforschungszentrums Hüll

 Besichtigung Privatbrauerei Erdinger Weißbräu

 Get-together in der Stadthalle Erding & Begrüßungsabend im Gasthaus Erdinger Weißbräu

 Sitzung des Technisch-Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) der VLB Berlin

Die Vorträge auf der VLB-Oktobertagung waren sehr gut besucht, entsprechend lebendig waren auch die Fachdiskussionen am jeweiligen Ende der Präsentationen

VLB-Oktobertagung: Nachhaltigkeit, Energie & Innovationen im Fokus

Auf der VLB-Oktobertagung ging es in der zweiten Technischen Session am 7. Oktober 2025 um „Nachhaltigkeit, Energie & Innovation – Strategien für eine zukunftsfähige Brauwirtschaft“. Durch das Vortragsprogramm führte Dr. Björn Christof Klotzbücher.

„Vom Ooops“ zum „Aah“ – Impulse für resiliente Lieferketten (oh) Den thematischen Einstieg in die Vortragssession bereitete Dr. Stefan Kunerth (The Coca-Cola Company), der in seinem Impulsvortrag Einblicke in die aktuellen und künftigen Herausforderungen des Supply-Chain-Managements aus der Sicht von Coca Cola gab. Er stellte fest, dass Lieferketten meist nur dann Aufmerksamkeit erhalten, wenn die Artikelverfügbarkeit nicht mehr gewährleistet ist. Ein falscher Ansatz: „Today’s success is tomorrow’s average“ ist das Leitmotiv für den notwendigen Perspektivwechsel. Kunerth beschrieb einen grundlegenden Wandel von einer klassischen Winwin-Logik hin zu zunehmend konfliktbehafteten Win-lose-Situationen. Effizienz, lange Zeit oberstes Ziel des Supply Chain Managements, sei überbetont worden. Inzwischen stehe Resilienz mehr und mehr im Vordergrund. Umweltfaktoren, geopolitische

Unsicherheiten und kriegerische Auseinandersetzungen beeinflussten Lieferketten stärker denn je. Weitere Herausforderungen sind der Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie die zunehmende Individualisierung von Getränken, die hohe Kosten verursacht, von Konsumenten aber erwartet wird. Zentrale Aufgabe des SupplyChain-Managements sei es, die Balance zwischen kostengetriebener Effizienz und steigenden Verbraucheranforderungen zu halten. Verschärfend für die Getränkeindustrie wirke die regional begrenzte Wasserverfügbarkeit, mittlerweile auch in Teilen Europas. Gleichzeitig werde es immer schwieriger, mit der Geschwindigkeit von Innovationen Schritt zu halten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Frühwarnindikatoren in der Supply Chain. Deren tatsächlicher Nutzen werde häufig durch eine Überfrachtung mit Kennzahlen eingeschränkt. Kunerth stellte das Spannungsdreieck aus Markterwartung, Wettbewerbsfähigkeit und Produktion vor und verwies auf technologische Entwicklungen entlang des Gartner Hype Cycles.

In der Planung gewinne autonomes, automatisiertes Vorgehen an Bedeutung, insbesondere bei A-Artikeln, während bei C-Artikeln weiterhin menschliche Erfahrung gefragt sei.

Abschließend adressierte Kunerth den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik. Massive Umbrüche seien bereits im Gange, die Frage nach dem Return on Investment bleibe jedoch zentral. Der Einsatz autonom arbeitender, teils humanoider Roboter in der Logistik sei keine Vision mehr, sondern stehe kurz vor der breiten Umsetzung.

Dauerbrenner Energieversorgung – Update und Ausblick Prof. Dr. Frank Behrendt (Technische Universität Berlin) gab anschließend einen Überblick zur aktuellen Lage der Energieversorgung in Deutschland und zu künftigen Entwicklungen.

Behrendt stellte klar, dass erneuerbare Energien nicht per se frei von ökologischen Nebenwirkungen seien. Auch Recyclingprozesse müssten kritisch bewertet werden, da nicht jede Form des Recyclings ökologisch oder ökonomisch

Foto: oh
Dr. Stefan Kunerth

sinnvoll ist. Geopolitische und politische Rahmenbedingungen wurden kurz angerissen, unter anderem mit dem Hinweis, dass viele rohstoffreiche Länder ihren Ressourcenreichtum nicht zum Nutzen der eigenen Bevölkerung einsetzen.

Ein zentrales Thema war die starke Abhängigkeit von China im Bereich der Lieferketten für Solar- und Windkraftkomponenten. Diese Dominanz sei kritisch zu sehen und erfordere strategische Gegenmaßnahmen. Der notwendige Wandel in der Energieversorgung müsse akzeptiert und aktiv umgesetzt werden. Verzögerungen durch politisches oder gesellschaftliches Zögern seien nicht zielführend. Behrendt fasste dies mit dem Satz zusammen: „Der einzig einfache Tag war gestern.“ Besonderen Handlungsbedarf sieht er bei der

Stärkung des Energierückgrats in Deutschland und Europa. Das bestehende Stromnetz sei auf zentrale Großkraftwerke ausgelegt und nur eingeschränkt für eine dezentrale, erneuerbare Erzeugungsstruktur geeignet. Gleichzeitig müssten Versorgungsketten abgesichert und die Transportinfrastruktur für Mobilität, etwa durch den Ausbau von Batteriespeichern, verbessert werden. Resilienz umfasse dabei auch den Schutz vor Cyberattacken. Abschließend ging Behrendt auf zukünftige Produktionsstrategien ein. Strom aus Kernkraftwerken sei nur bei bestehenden Anlagen günstig; Neubauten verursachten deutlich höhere Kosten und Strompreise. Ob kleine, modulare Reaktoren einen gangbaren Weg darstellen, bewertete er eher skeptisch.

Moderne Messtechnik als Hebel für Nachhaltigkeit

Frank Nimwegen (Seli GmbH Automatisierungstechnik) stellte moderne Messmethoden zur Trübungs- und Leitfähigkeitsmessung vor. Der Fokus lag auf Ressourcenschonung, Energieeinsparung und der Frage, ob Prozessanlagen für Effizienzsteigerungen grundsätzlich neu gebaut werden müssen. Nimwegen verneinte dies und zeigte anhand eines Beispiels bei einer CIP-Anlage das Einsparpotenzial moderner Sensorik. Bei der Medientrennung mit herkömmlichen Leitfähigkeitssensoren mit einer Reaktionszeit von etwa 30 Sekunden entstehen in einer DN100Leitung bei 2 m/s Durchfluss rund 942 Liter Mischphase. Wird die Reaktionszeit auf 10 Sekunden reduziert, sinkt das Volumen dieser Mischphase um 314 Liter pro Umschaltvorgang. Hochgerechnet auf eine Brauerei mit etwa 200 Produktionstagen und zahlreichen Umschaltungen pro Tag ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial. Ein weiteres Optimierungsfeld sieht Nimwegen in der Temperaturkompensation von Leitfähigkeitssensoren. Diese sind herstellerseitig meist auf eine Referenztemperatur von 25 °C kalibriert. Eine Anpassung an die tatsächliche Arbeitstemperatur in der Brauerei wäre notwendig, wird in der Praxis jedoch kaum umgesetzt. Dadurch können Messabweichungen von bis zu 25 %, etwa bei Säuren, entstehen, was zu

einem unnötig hohen Chemikalieneinsatz führt. Vergleichbare Effekte seien auch bei der Trübungsmessung zu beobachten. Seli habe nach Angaben des Referenten aktuell das weltweit schnellste Leitfähigkeitsmessgerät mit einer Reaktionszeit von unter 10 Sekunden entwickelt. Die Trübungssensoren des Unternehmens arbeiten im Millisekundenbereich. Durch den Einsatz schneller Messtechnik und korrekt eingestellter Temperaturkompensation lassen sich laut Nimwegen signifikante Einsparungen bei Medien- und Ressourcenverbräuchen realisieren. Der Return on Investment für den Austausch bestehender Sensorik liege dabei deutlich unter einem Jahr.

VLB-Forschungsinstitut FINEK

Dr. Björn Ch. Klotzbücher, neuer Geschäftsführer der VLB, stellte das VLB-Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, Energiebereitstellung und -optimierung und KI (FINEK) vor. Das FINEK wurde 2024 gegründet und ist seit Oktober 2025 in die VLB-Struktur integriert. Die wissenschaftliche Direktion liegt seit Oktober 2025 bei Prof. Dr. Katharina Herkendell von der TU Berlin. Das Institut fokussiert sich auf drei Aufgabenfelder: Forschung, Bildung und wirtschaftliche Tätigkeit. In der Weiterbildung sind Angebote zu Nachhaltigkeit/Umweltmanagement sowie Webinare zu Lastflexibilisierung und Nachhaltigkeitsstrategien im Aufbau. Dienstleistungsangebote in Beratung und Simulation sind in Vorbereitung. Im Forschungsportfolio skizzierte er drei Projekte: „Cell4Industry“ entwickelt ein praxistaugliches Energiemanagementsystem zur Optimierung von Energiesystemen. „Dekarbier“ adressiert die Dekarbonisierung von Brauereiprozessen. „drinkflex“ fokussiert Getränkeproduktion und Abfüllung, Datenerfassung sowie Flexibilitäts- und Simulationsansätze. Das Ziel bis 2030 sei, die Simulations- und Beratungskompetenz für nachhaltige Brauprozesse auszubauen und systematisch in Lehre und Weiterbildung zu verankern, so Klotzbücher.

Fotos: ew (4)
Frank Nimwegen
Dr. Björn Ch. Klotzbücher
Prof. Dr. Frank Behrendt

Die Aufgaben stellte Studienrat

Andreas Großmann (Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt)

Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende

Würzekochen

Das Würzekochen ist ein zentraler Bestandteil des Brauprozesses. Während dieses Vorgangs werden Keime abgetötet und unerwünschte Geschmackstoffe ausgetrieben, Hopfen zugegeben und die Farbe des Bieres intensiviert. Nach dem Würzekochen wird das Bier im Whirlpool heruntergekühlt und für die Hefegabe vorbereitet.

1. Wie nennt man den Inhalt der Würzepfanne nach dem Abläutern des Hauptgusses?

a) Ausschlagwürze

b) Kochwürze

c) Vorderwürze

d) Pfannevollwürze

e) Läuterwürze

2. In der Würzepfanne finden während des Kochens viele Vorgänge statt, die für den Brauprozess von Bedeutung sind. Welche der folgenden Aussagen/Vorgänge ist falsch?

a) Verdampfung von Wasser

b) Umwandlung von Hopfenbestandteilen

c) Sterilisation der Würze

d) Ausscheidung von Eiweiß-GerbstoffVerbindungen

e) Bindung der Hopfenöle in der Würze

3. Während des Kochens wird die thermische Belastung der Würze erhöht und die Würze wird zunehmend dunkler. Die thermische Belastung wird ausgedrückt in…

a) BEEBC b) DMS

c) EBC d) TBZ

e) FNS

4. Durch den Kochvorgang verdampft Wasser und der Extraktgehalt der Würze verändert sich. Welche „Würze“ hat den niedrigsten Extraktgehalt?

a) Anstellwürze

b) Vorderwürze

c) Ausschlagwürze

d) Pfannevollwürze

e) Stammwürze des fertigen Bieres

5. Der pH-Wert der Würze sinkt durch den Kochvorgang leicht. Dies liegt an verschiedenen chemischen Vorgängen. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?

a) Der pH-Wert in der Würze sinkt durch die Zugabe von Zink.

b) Der pH-Wert in der Würze sinkt durch die Bildung von Melanoidinen.

c) Der pH-Wert in der Würze sinkt durch die Zugabe von Röstmalzbier.

d) Der pH-Wert in der Würze sinkt durch die Inaktivierung der Enzyme.

e) Der pH-Wert in der Würze sinkt durch die Bildung von Humolon.

6. Durch die Verdampfung des Wassers während des Würzekochens verändert sich nicht nur der Extraktgehalt, sondern es werden auch flüchtige Aromastoffe ausgedampft. Welcher der folgenden Stoffe wird nicht in der Sudpfanne ausgedampft?

a) 2-Methylbutanal b) Furfural

c) Dimethylsulfid d) Acetaldehyd

e) Methional

7. Es gibt verschiedenste Bauweisen und Beheizungsmöglichen für Würzepfannen. Welche der folgenden Ausführungen gibt es nicht?

a) Pfannen mit Heißwasserbeheizung

b) Würzepfanne mit Dekoktionsbeheizung

c) Würzepfanne mit Niederdruckkochung

d) Würzepfanne mit Außenkocher

e) Whirlpoolpfanne

8. Welche der folgenden Aussagen ist korrekt?

a) Beim Würzekochen werden alle vorhandenen Alpha-Säuren zu Iso-Alpha-Säuren.

b) Während des Kochvorgangs lassen Proteasen das Eiweiß ausfällen.

c) Nach dem Kochvorgang mit 100°C ist die Würze frei von Mikroorganismen.

d) Der pH-Wert der Würze hat keinen Einfluss auf den weiteren Brauprozess.

e) Eines der wichtigsten Spurenelemente in der Würze ist Zink.

Fachrechnen

Eine Brauerei stellt nach dem Kühlen 132 hL mit 11,8 % Stammwürze an. Im Sudhaus wurde 70 Minuten gekocht und die Gesamtverdampfung liegt bei 6%.

Wie hoch war der Extraktgehalt der Pfannevollwürze? (0,01%)

(Lösungen S. 35)

27. VLB-LOGISTIKFACHKONGRESS

3. bis 5. März 2026 – Stadthalle Meschede

Die zentrale Logistik-Informationsveranstaltung für die deutschsprachige Getränkebranche. Plattform für Vorträge, Besichtigungen, Fachausstellung & Networking.

Themen

 Elektro- und Wasserstoffantrieb und Infrastruktur

Wasserstoff als alternativer Energieträger für die Logistik – Nachhaltig handeln, Energie intelligent nutzen mit HOPPECKE|INTILION – Vom Brum zum Summ - e-Stapler – Infrastruktur zur Nutzung alternativer Antriebe bei Nutzfahrzeugen – Optimale Ladeinfrastruktur als Erfolgsfaktor für die e-Mobilität von heute und morgen – eActros und Ladeinfrastruktur bei der Badischen Staatsbrauerei Rothaus - von der Idee bis in die Praxis (in Partnerschaft mit MercedesBenz Trucks)

 Veltins

Interne Logistikprozesse und Kreisläufe bei der Brauerei C. & A. Veltins

 Transportlogistik & Automatisierung

Update zur VLB Berlin: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – Zukunft von Straßengüterverkehr und Frachtraum – Automatisierung erfolgreich umsetzen: Was Unternehmen vorher wissen sollten – Erschließbare Potenziale durch die Nutzung intelligenter Ladungsträger - eine Neubewertung vor den Hintergründen aktueller Gegebenheiten

Mit besonderer Unterstützung von:

 Nachhaltigkeit & Mehrwegprozesse

Ein Hochregallager aus Holz? Wie Weleda nachhaltig automatisiert: Praxisbericht eines Logistik-Campus zwischen Nachhaltigkeit, Automatisierung und Energieeffizienz – Nachhaltigkeit sichtbar machen: Bevergreen als Treiber für transparente Mehrwegprozesse

 Leergut & Prozessoptimierung

Vom Regelwerk zum Lernen: Wie KI die Genauigkeit und Robustheit in der Leergutsortierung verbessert – Saftey and Efficiency with Physical AI

Rahmenprogramm

 Besichtigung der Brauerei C. & A. VELTINS GmbH & Co. KG und HOPPECKE Batterien GmbH & Co. KG

 Abendveranstaltung

 Fachausstellung

 Sitzung des Fachausschusses Logistik des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses (BWA) der VLB Berlin

Die Braugerste zwischen Rückblick und Innovation

Das 54. Internationale Braugersten-Seminar fand am 7. Oktober 2025 im Rahmen der 109. VLBOktobertagung statt. Sechs Referenten aus Industrie und Wissenschaft lieferten Rückblicke auf vergangene Ernten, analysierten den Einfluss des Klimawandels auf das Gerstenwachstum und gaben einen Ausblick auf eine neue Gernation von KI-gestützten Analysemethoden. Die Vorträge fanden großen Anklang, die Diskussion im Nachgang war – wie immer – sehr lebendig. Durch das Programm führte Dr. Nils Rettberg, VLB Berlin.

(ew) Kai Schumann von ADM in Hamburg beleuchtete in seinem Vortrag die aktuellen Entwicklungen in den nationalen und internationalen Getreide- und Malzmärkten . Die Herbstaussaat der Ernte 2024/2025 ist positiv zu bewerten. Nasses Wetter lieferte gute Aussaatbedingungen für Wintergetreide. Auch im Süden Europas, bspw. in Spanien, sorgten starke Niederschläge für perfekte Bedingungen bei der Herbstaussaat und bescherten eine Rekordernte. Auch die Frühjahrsaussaat hatte zunächst gute Startbedingungen. Auf ein sehr trockenes Frühjahr – vor allem der Mai war historisch trocken – folgte ein regenreicher Juni und ein sehr wechselhafter, teils nasser Sommer. Je nach Erntezeitpunkt im Juli und August sind die Erträge unterschiedlich ausgefallen. Insgesamt verzeichnen Sommerund Wintergerste in Europa einen stabilen Überschuss von knapp 2 Mio. t mit teils guter Qualität. Die Ernte in Europa überstieg vielerorts die Erwartungen, wobei die Qualität stark variierte. Die größten Überschüsse erwirtschafteten Frankreich, Schweden und Dänemark – mit Exportströmen vor allem nach Südamerika, China, Indien und Südafrika. Die Preise bleiben volatil, mit tendenziell leichtem Druck nach unten aufgrund guter Verfügbarkeit und moderater Nachfrage.

Die Ware wird oftmals nicht gleich gebraucht. Die Folge: Mehr Gerste läuft ins Futter, sodass die Preise für Braugerste auf Futtergerstenniveau liegen. Hinzu kommt, der Markt leidet unter einer schwächelnden Nachfrage, der Alkoholkonsum geht zurück.

Internationale Warenströme: China selbst baut nur geringe Mengen Braugerste an, entsprechend ist das Land mit Einfuhren von knapp 12 Mio. t der größte Braugerstenimporteur der Welt. Australien stillt mit rund 6 Mio. t den Braugerstenbedarf der Chinesen, kleinere Menge liefern Kanada, die EU, Ukraine und Argentinien. Australien konnte seine Anbauflächen in den vergangenen 20 Jahren halten, das Land produziert mittlerweile ca. 15 Mio. t und hat damit seine Produktion seit 2002 mehr als verdreifacht. Nachdem China seine Zölle auf australisches Getreide gelockert hat, hat Down Under wieder erhebliche Mengen ins Reich der Mitte verschifft, zudem nach Südostasien, Südamerika und Südafrika sowie in den Mittleren Osten. Ein weiterer Player ist Kanada. Das Land zählt zu den wichtigsten Gerstenproduzenten der Welt, mit einem starken Exportanteil. Die kanadischen Überschüsse gehen hauptsächlich nach China. Was die Aussichten allerdings trübt, ist der Handelskonflikt mit den USA bzw. die Unwägbarkeiten der Strafzölle.

läufe ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht möglich“, erklärte Schumann. Doch abgesehen vom Wetter und seinen Extremen werden vor allem wirtschaftliche und (geo-)politische Entwicklungen eine große Auswirkung auf die Produktion in der kommenden Saison haben. Eine Frage wird sein, wie sich die USA in ihren weltweiten Zollstreitigkeiten verhalten. Eine andere, ob sich die die Situation in der Ukraine auf absehbare Zeit ändern wird. Außerdem: Wie entwickelt sich das Konsumverhalten der Menschen in der EU und in China? Eine Welt mit starken Unsicherheiten und zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen mache einen Ausblick nur bedingt möglich.

Ausblick: Zum Zeitpunkt des Vortrags waren die Aussaatbedingungen für die Herbstaussaat gut. „Eine Prognose für die Erntever-

Einen Überblick über die Ergebnisse der Frühvermälzung der Ernte 2025 gab Dr. Jennifer Schneiderbanger (TU München). Die Winterbraugerste wird gut angenommen, ihr Anbau und der sinkende Bierausstoß generell haben allerdings einen Ernte-Überhang generiert.

Dr. Jennifer Schneiderbanger
Kai Schumann

Insgesamt konnte das Erntejahr 2024 mit einer guten Qualität und einer hohen Selektionsrate abgeschlossen werden. Die Lager sind voll, vieles von der schlechten Qualität wurde direkt als Futtergers te genutzt. Das Erntejahr 2025 war ebenfalls gut.

Die Aussaat: Dieses Frühjahr war extrem trocken. Entsprechend waren die Bedingungen für die Aussaat von Sommergerste im Februar und März optimal. Aufgrund der milden Temperaturen im Winter 2024/2025 gab es kaum Auswinterungsschäden. Überdurchschnittlich viel Regen verzögerte z.T. die Aussaat von Wintergerste und Sommergerste im Herbst.

Der Aufwuchs: Die Sommergerste in Herbstaussaat und die Wintergerste entwickelten sich im warmen Frühjahr gut. Die Sommergerste hatte einen gleichmäßigen Auflauf. Milde Temperaturen im Mai und Regenfälle Anfang Juni sorgten in den meisten Regionen für eine gute Kornfüllungsphase.

Führten 2024 feucht-warme Bedingungen noch zu einem erhöhten Krankheitsdruck, war es 2025 die Trockenheit, die weitestgehend gesunde Bestände hervorbrachte – zumindest für all diejenigen Landwirte, die vor der langen Regenperiode ab Mitte/Ende Juli ihre Früchte eingefahren hatten. Die Qualitäten sind regional sehr unterschiedlich, mit einem erkennbaren Nord-Südgefälle. So war die Ernte

vor dem Regen goldgelb und gesund. Die Körner nach dem Regen waren eher eingegraut und oft mit einem modrigen Geruch. Die Folge: Häufig wies die zu späte Ernte verdeckten, teils auch offenen Auswuchs auf, was wiederum den Pilzdruck erhöht. Entsprechend ist auch die Keimenergie ein regionales Thema in diesem Jahr.

Die Protein- und Eiweißgehalte der Ernte 2025 waren mit denen der Ernte 2024 vergleichbar. „Die Qualitäten sind so weit in Ordnung“, ließ die Referentin durchblicken. Bei der Frühvermälzung werden die Praxismuster u.a. auf Eiweiß- und Wassergehalt, Sortierung, Keimenergie sowie Wasserempfindlichkeit nach dem BSA-Standardverfahren (MEBAK) untersucht. Die α -Amylase war durchschnittlich etwas niedriger als 2024, das gleiche gilt für die β -Amylase – die liegt mit derzeit 717 allerdings unter der vom Berliner Programm vorgegebenen Untergrenze von 750. Das β -Glucan wiederum war etwas höher als 2024. Die Verkleisterungstemperatur war im 2024 deutlich niedriger als 2023, 2025 ist sie wieder etwas angestiegen. 2024 lag sie bei knapp 64 oC, 2025 bei derzeit 64,6 oC. Die Referentin geht von einer finalen Verkleisterungstemperatur 2025 von 64,8 o C aus. Schneiderbanger wies darauf hin, dass aufgrund der späten Ernte alle Ergebnisse nur vorläufig zu betrachten und damit noch nicht aussagekräftig seien.

Auch die Muster der Sommergerste lägen im ordentlichen Bereich, so die Referentin. Lediglich der β -Amylasewert schlage mit 830 (758 in 2024) nach oben aus. Zudem lasse sich mit 10,1 % ein höherer Proteingehalt und ein erhöhtes β -Glucan (355 vs. 201) feststellen. Gushing sei noch nicht absehbar. Da Analysen hinsichtlich des Auswuchses extrem aufwendig und mitunter schwer vorhersagbar sind, wird eine Untersuchung des Auswuchses nur nach Indikation angestoßen. Entsprechend gibt es derzeit nur Annäherungswerte für einen Auswuchs, der regional unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein scheint. Schätzungen der Braugerstengemeinschaft zufolge sind 20 % der geernteten Braugerste von Aus-

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wuchs befallen. Ergebnisse aus der Frühvermälzung deuten auf verdeckten Auswuchs von mehr als 5 % der Proben hin. „Verdeckter Auswuchs ist das Thema dieses Jahres.“

Klimawandelbedingte Qualitätsschwankungen von Braugerste –Ursachen und Lösungsvorschläge sich verändernder Stärkequalitäten war das Thema von Dr. Stefan Hör (Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität, TU München). Die Forschungen Hörs gingen der Frage nach, wie Umweltstressfaktoren, insbesondere Hitze und Trockenheit, die Eigenschaften der Stärke während des Pflanzenwachstums von Braugerste beeinflussen. Besonderes Augenmerk legte Hör auf prozessrelevante Eigenschaften des Korns, wie z. B. das Verkleisterungsverhalten, das entscheidend für die Brauqualität ist. „Umweltbedingungen und Stärkeverarbeitbarkeit hängen eng zusammen“, so der Referent. Höhere Temperaturen bzw. Hitze führen während der Kornentwick-

Dr. Stefan Hör
Fotos: ew

lung zu stressbedingten Veränderungen in der Stärkestruktur und damit zu höheren Verkleisterungstemperaturen, was negative Auswirkungen auf die Effizienz der Verzuckerung im Brauprozess haben kann. Trockenheit bzw. Wassermangel wiederum führen zu kleineren Stärkekörnern. Trockenstress wirkt sich also anders aus als Temperaturstress, hat aber auch negative Folgen für das Korn.

Hör und sein Team führten Versuche im Gewächshaus und in der Klimakammer durch. Dabei zeigte sich: Wärmer aufgewachsene Sorten verkleistern später. Trockenheit hingegen beeinflusst die Größe der Körner. Danach folgten zwei Jahre lang Realversuche auf dem Feld an sieben verschiedenen Standorten. „In der Praxis bestätigt sich, was wir vorher schon gesehen haben“, so Hör. Das zeigt, dass kontrollierte Experimente auf reale Bedingungen übertragbar sind und Vorhersagen erlauben. Im Zuge des Klimawandels sei es also ratsam, Sortenwahl und Standortentscheidungen zu optimieren, um den Einfluss von Hitze und Trockenheit auf Stärkestruktur zu minimieren. Die Erkenntnisse können in Zuchtprogramme einfließen, um klimaresiliente Braugerste zu entwickeln. „Der Klimawandel erfordert eine Anpassung aller Akteure der Wertschöpfungskette.“

Die beiden nachfolgenden Vorträge einführend, präsentierte Dr. Nils Rettberg den Aktuellen Stand und die Herausforderungen in der Sortenidentifikation von Gerste und Malz . Vereinbarungen zur Sortenreinheit sind wichtiger Bestandteil vertraglicher Regelungen im Handel mit Braugetreide und Malz. Dass diese Regelungen eingehalten werden, wird im Rahmen der Qualitätssicherung im Getreidehandel, in Mälzereien und Brauereien kontrolliert. Es besteht also ein Bedarf, die Identität von Gerstensorten sowie Informationen über Mischungsverhältnisse

(vor allem Malz) analytisch zu bestimmen. Die technischen und analytischen Möglichkeiten zur Identifizierung von Gerstensorten verändern sich, was die Akteure regelmäßig vor große Herausforderungen stellt. So ist die 1-D-Gelelekrophorese seit mehr als 20 Jahren die Standardmethode der EBC. Die alkohollösliche Proteinfraktion der Gerste, das Hordein, wird aus einzelnen Körnern extrahiert und mittels Elektrophorese aufgetrennt. Das erhaltene Proteinmuster ist abhängig von der Gers tensorte. Mithilfe einer Datenbank mit Proteinmustern von Referenzsorten kann die Sortenzusammensetzung von Gerstenproben untersucht werden. Aufgrund enger Verwandtschaften aktuell relevanter Gerstenkultivare und damit einhergehender geringer Diversität im Proteom, insbesondere bei neueren Sorten, ist eine eindeutige Identifizierung heutzutage oftmals nur mit Einschränkung möglich. Es gibt zwar noch weitere Analyse-Methoden, bspw. die OFFGEL-Proteinanalyse oder sehr komplexe DNA-basierte Methoden, dennoch ist die Möglichkeit, ähnliche Sorten voneinander abzugrenzen, limitiert oder aufwändig. Entsprechend lässt sich festhalten: Eine Analyse-Kombination aus schnell, preiswert und aussagekräftig ist nicht ohne Weiteres gegeben. Vor diesem Hintergrund bietet die Malzanalyse mittels Bildbearbeitung und KI neue Möglichkeiten. Zumindest verspricht sie, eine einfache, schnelle und kostengünstige Erweiterung des Analysespektrums zu sein. Eine Anwendung für Gerste ist mittlerweile jahrelang erprobt und Abgleiche zwischen Laboren existieren bereits. Eine Anwendbarkeit auf Malz ist bisher allerdings noch nicht validiert.

In Case Study 1: Rapid and reliable barley variety identification via computer vision and Artificial Intelligence stellte Jaap Rommelaar das Unternehmen Zoom Agri vor. Mit Niederlassungen in Madrid, London, Buenos Aires, Perth und Sydney handelt es sich um ein weltweit agierendes spanisches Agrartechnologie-Start-up, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Analyse und die Zertifizierung von Agrarrohstoffen wie Getreide mittels Digitalisierung und Automatisierung zu revolutionieren. Die Technik von Agri Zoom

liefert Echtzeit-Ergebnisse bei geringen Analysekosten. „Dabei greifen wir auf eine Datenbank mit über 1 Milliarde Bildern von Gersten-, Weizen- und Maiskörnern zurück“, betonte der Referent. Machine Learning sei das Schlagwort. Früher mussten Kornqualität und Ertragspotenzial mit bloßem Auge erkannt werden. Heute kommen Künstliche Intelligenz (KI), Bilderkennung und IoT-Hardware zum Einsatz, die nicht nur schnellere, sondern auch exaktere Ergebnisse in punkto Qualität und Sortenreinheit liefern. „Manuelle Prozesse waren gestern. Die modernen Prozesse sind schneller, objektiver und transparenter“, lautete Rommelaars Fazit.

Während Zoom Agri auf ein phys isches Scannersystem im Abomodell setzt, kommt bei Inarix das Handy zum Einsatz. Martin Chambert-Loir skizzzierte in Case Study 2: Instant variety identification for barley using smartphones und AI , wie ein Smartphone als Taschenlabor funktioniert. In Frankreich ist das heimische Agritech-Startup bereits ein Player. in Deutschland sind sie seit 2024 auf dem Markt. „Mit der App PocketLab fotografieren Sie die Körner, warten 30 Sekunden und erhalten quasi in Echtzeit die Qaulitäts- und Variationsanalyse. Direkt auf dem Feld oder am Lagerort“, erklärte Chambert-Loir. Alleine in den letzten zwölf Monaten wurden 220 000 Analysen zur Sortenreinheit von Gerste durchgeführt. Dabei habe ein Bild bis zu 30 000 Pixel, sodass die Körner extrem gut zu erkennen seien. „Die Mobil anwendung ist für jedermann und überall sofort verfügbar – und das ganz ohne teure Laborausrüstung“, sagte der Referent abschließend.

Auf Technologie, die die Analyseprozesse derart erleichtert, habe man gewartet – das war der einhellige Tenor aller Anwesenden. Die anschließende Diskussion war so lebendig, dass sogar der anstehende Tagungsausklang mit Bier und Snacks in Vergessenheit geriet.

Das 55. Internationale BraugerstenSeminar wird im Rahmen der 110. VLB-Oktobertagung am 13. Oktober 2026 stattfinden.

Jaap Rommelaar
Martin Chambert-Loir

105. Sitzung der MEBAK in Linz

Das Mitgliedertreffen fand am 27. und 28. November 2025 in Linz bei der Brau Union Österreich AG statt. Eingeladen hatte Helmut Klein, ehemaliger Laborleiter der Brau Union, der sich nach 47 Jahren in den Ruhestand verabschiedete.

(F.) Am Abend des 27. November konnten die Mitglieder das neue Zentrallabor der Brau Union Österreich AG besichtigen. Der neue Laborleiter Dipl.-Ing. Fabian Webersinke führte die Mitglieder durch das beeindruckende Labor, das viele Analysen der österreichischen Standorte der Gruppe durchführt.

In Linz werden jährlich ca. 130 000 Analysen rund um die eingesetzten Rohstoffe und der daraus hergestellten Biere durchgeführt. Ebenso werden hier die Analysen der einzelnen Betriebe der Gruppe verwaltet. Ein hoher Vernetzungsgrad sorgt für eine optimale Logistik der Proben sowie schnellen Austausch der insgesamt rund 750 000 anfallenden Analysenergebnisse.

Berichte aus den Arbeitsgruppen (AG)

Die AG Würze, Bier und Biermischgetränke konnte in den vergangenen Monaten umfassende Aktualisierungen für das gleichnamige Kapitel umsetzen, so zum Beispiel bei der Bestimmung von Nitrosaminen (GC), 4-Vinylgujacol und 4-Vinylphenol (HPLC), Methanol (GC) oder hochmolekularem β -Glucan. Die Gruppe berichtete, dass bei vielen enzymatischen Analysen die hohe Taktung an neu entwickelten Testkits eine Herausforderung darstellt. Die MEBAK wird zukünftig eine engere Abstimmung mit den Herstellern einfordern, um den aktuellen Stand an verfügbaren Testkits zeitnah abbilden zu können. Die AG Mikrobiologie berichtete, dass der komplette Umfang an mikrobiologischen Analysemethoden seit der drinktec in englischer Sprache online verfügbar ist. Ein Meilenstein in diesem Bereich, der auch weiterhin wachsen wird. Laut der AG Online freut sich die MEBAK über stabile Abonnentenzahlen, zumeist auf Basis von Jahresabos. Der Großteil der Nutzer kann brauereiseitig zugeordnet

mit Hinblick auf die Überarbeitung und zeitnahe Veröffentlichung des ehemaligen Bandes „Gebinde und Produktausstattungsmittel“.

Ehrenmitglied Helmut Klein

Helmut Klein wurde einstimmig als Ehrenmitglied der MEBAK ernannt. Als aktives Mitglied ist er seit 2010 bei der MEBAK tätig und hat in all den Jahren viele Impulse gesetzt und Methoden validiert. Bis heute ist er bei der Entwicklung, Optimierung und praktischen Umsetzung verschiedenster Analysemethoden ein Experte, dessen Meinung und langjährige Praxiserfahrung sehr geschätzt wird. Mitteleuropäische Brautechnische Analysenkommission

werden. Nutzer kommen aber auch aus verschiedenen Ausbildungseinrichtungen und dem universitären Bereich.

Austausch mit EBC

John Brauer informierte über den neuen Vorsitzenden der EBC-Analytica, Stefaan De Cock, sowie über weitere neue Mitglieder der einzelnen EBC-Arbeitsgruppen. Methodenaktualisierungen wurden ausgetauscht sowie neu entwickelte Methoden vorgestellt. Im Vorfeld des EBC-Kongresses 2026, der vom 6. bis 9. September in Rotterdam stattfindet, ist ein internationales Beratungsforum zwischen EBC, ASBC, BCOJ und MEBAK geplant.

Gerät der TecSense GmbH

Dr. Volker Ribitsch der Firma TecSense stellte den Head Space Analyzer zur Messung von Sauerstoff, Fremdgas- und Kopfraumvolumen sowie CO2 in Flaschen und Dosen vor. Das Gerät wurde in Zusammenarbeit mit der Brau Union Österreich AG entwickelt und ist speziell für den Einsatz im Bereich der Abfüllung konzipiert.

Gäste der MEBAK Sitzung

Fünf Gäste folgten der „Schnupper“Einladung der MEBAK. Das aktive Team soll kommendes Jahr um weitere Experten und Expertinnen vergrößert werden, unter anderem

Bild oben: Der MebakVorstand sagt

Danke: Matthias Hansen (l.) und Dr. Martin Zarnkow (r.) ehren

Helmut Klein für sein langjähriges Engagement

Bild unten: Die MEBAK-Mitglieder im neuen Zentrallabor der Brau Union Österreich

Fotos: Mebak

 INTERNATIONALE VERANSTALTUNGEN

Iberoamerikanisches VLB-Symposium „Brewing & Filling Technology 2025“ in Brasilien mit großer Resonanz

Das 15. Iberoamerikanische Symposium der VLB fand vom 10. bis 12. November 2025 in Ponta Grossa, Brasilien, statt. Mit rund 200 Teilnehmern aus 20 Ländern stellte diese Veranstaltung einmal mehr ihren Status als eine der wichtigsten Kommunikations- und Wissensplattformen für technische Führungskräfte der Brauindustrie Lateinamerikas unter Beweis.

(BF) Das Iberoamerikanische Symposium der VLB Berlin hat sich seit 2008 im lateinamerikanischen Sprachraum als hochwertige Fachveranstaltung für technische Führungskräfte aus der Brau- und Getränkeindustrie fest etabliert. In diesem Jahr fand das renommierte Technologieforum bereits zum fünften Mal seit 2012 in Brasilien statt. Mit rund 212 Mio. Einwohnern und einer jährlichen Bierproduktion von beachtlichen 147 Mio. hl ist Brasilien nach China und den USA die drittgrößte Biernation der Welt. Die Stadt Ponta Grossa liegt im Süden Brasiliens, der durch intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Dort sind mit Heineken und AmBev zwei große Braukonzerne vertreten. Außerdem betreibt die landwirtschaftliche Kooperative Agrária dort seit 2024 die größte Mälzerei Brasiliens mit einer Mälzungskapazität von jährlich 240 000 t. Diese beeindruckende Anlage wurde am ersten Veranstaltungstag im Rahmen des Symposiums besichtigt, gefolgt von einem

Abendempfang auf Einladung von Agrária.

Das Vortragsprogramm am zweiten und dritten Veranstaltungstag umfasste sechs Sitzungen zu aktuellen Fragestellungen und Innovationen in den Bereichen Brauerei, Rohstoffe, Sudhaustechnik, Gärung, Hefemanagement und Bierfiltration. Wie üblich wurde das Symposium zweisprachig in Englisch und Portugiesisch mit Simultanübersetzung durchgeführt.

Zum Abschluss des Programms fand am Donnerstag ein SensorikWorkshop statt. Dort führte das Sensorik-Team der VLB eine praxisorientierte Schulung zur Optimierung interner Bier-Verkostungen durch.

Weitere Höhepunkte der Tagung waren die Besichtigungen der in der Nähe von Ponta Grossa gelegenen Cervejaria Heineken und der Cervejaria AmBev Adriática. Ein stimmungsvoller Begrüßungsabend auf Einladung des PlatinSponsors Ziemann Holvrieka rundete das Symposium ab. Das über

die Veranstaltungsapp eingeholte Teilnehmerfeedback zeigte eine ausgesprochen positive Resonanz und brachte zahlreiche Anregungen für das nächste Iberoamerikanische VLB-Symposium. Martin Dubrowsky, der neue Organisator des Iberoamerikanischen Symposiums der VLB, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: „Im Namen der VLB und allen Teilnehmern danken wir allen Referenten und insbesondere der Cooperativa Agrária, Heineken Brasil und AmBev für die tolle Unterstützung hier in Ponta Grossa. Darüber hinaus gilt unser Dank an Platinum-Sponsor Ziemann Holvrieka und den weiteren Sponsoren, die eine solch hochkarätige Tagung erst ermöglicht haben.“

Das 16. Iberoamerikanische Symposium der VLB findet vom 23. bis 25. November 2026 in Panama statt.

Fotos:

1) Der obligatorische Event-Krug 2025 2) Gruppenbild im Auditorium

Fotos: Rogerio Altair da Silva Junior, Fotografia

12/13 May 2026, VLB Berlin (in English)

SCIENCE MEETS INDUSTRY

Sour fermented beverages are already shaping the beverage market today and will become more relevant in the future. VLB Berlin has many years of experience in the field of beverage development based on cocultures as well as in the development and provision of corresponding starter cultures. Since 2019, we have been able to bring science, industry and authorities together in order to discuss the latest research results and practice-relevant findings on the production and regulation of various fermentation products.

Topics

+ Kombucha, Water Kefir & Co.

+ Beverage Production & Technology, Process Development

+ Health Claims, Probiotics, Consumers

+ Ingredients, Sensory, Analytics

+ R&D, Trends, Business Development

+ For Scientists, Industry & Start-ups

+ With Evening Event & Exhibition

With support of:

Die Krombacher Brauerei modernisiert Abfüllung und Logistik und stemmt damit ein großes Umbauprojekt

Krombacher Brauerei

Erfolgreiche Meilensteine beim größten Umbauprojekt der Unternehmensgeschichte

Vor gut einem Jahr hat die Krombacher Brauerei das größte Modernisierungsprojekt ihrer Geschichte gestartet: den umfassenden Umbau der Abfüllung und Logistik im Gebäudekomplex Littfetal. Mit einer Gesamtinvestition von über 100 Mio. € verfolgt die Brauerei das Ziel, ihre Prozesse effizient und nachhaltig aufzustellen.

(F.) Mitte Dezember 2025 zog das Unternehmen eine erste positive Zwischenbilanz und gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte. Im ersten Bauabschnitt wurden neue Anlagen zur Neuglasversorgung sowie moderne Sortiermaschinen inkl. Sortenkasten- und Vollkastenbelader erfolgreich in Betrieb genommen. Diese Systeme optimieren den Materialfluss und sorgen für eine effizientere Verarbeitung des Leerguts. In großen Hallenbereichen wurden mit Stahlbaubühnen zweite Ebenen eingezogen, um die für die neuen Maschinen Aufstellungsflächen bereitzustellen. Eine beson -

ders innovative Neuerung betrifft die Ladungssicherung: Der EANCode wird künftig nicht mehr auf Kunststoffbanderolen angebracht, sondern durch nachhaltige Bänder gelöst. Damit reduziert Krombacher den Einsatz von Kunststoff und setzt ein Zeichen für Ressourcenschonung.

„In Brauereien wird täglich eine enor me Menge an Leergut verarbeitet. Die Sortierung ist aufgrund der Vielzahl an Kistenund Flaschentypen und -formen extrem aufwendig. Mit den neuen Anlagen können wir diesen Prozess deutlich effizienter gestalten und gleichzeitig unsere hohen Qualitätsstandards sichern“, erklärt Ludger Hense, Leiter der Abfüllung. Ab Herbst 2026 beginnt der nächs te große Bauabschnitt: Der erste von

vier geplanten sog. „Nass teilen“ der Abfüllung wird durch den Austausch der entsprechenden Abfüllanlage modernisiert. Auch diese Maßnahmen erfolgen bei laufender Produktion und stellen höchste Anforde -

rungen an Planung und Flexibilität. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für das Jahr 2032 vorgesehen.

BarthHaas-Grants 2025

Der Förderpreis geht an Forschungsteams aus Argentinien und München

Der weltweit agierende Hopfenspezialist BarthHaas unterstützt auch dieses Jahr wieder junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit seinem Förderpreis BarthHaas Grants, der mit jeweils 10 000 € dotiert ist. Aus zwölf Bewerbungen hat das Unternehmen zwei Forschungsteams als Preisträger ausgewählt.

(F.) Die glücklichen Gewinner kommen aus Argentinien und München, genauer handelt es sich um eine Gruppe der Conicet – National University of Comahue um Dr. Julieta Burini und um ein Team vom Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie der Technischen Universität München (BGT TUM) um Christoph Neugrodda. Burini und ihre Kollegen aus Argentinien und Deutschland wollen un -

tersuchen, wie sich Hopfen auf die Zellvermehrung von Hefe auswirkt. Frühere Versuche haben bereits gezeigt, dass Brauhefe in Gegenwart von Hopfen eine erhöhte Zellvermehrung zeigt. Gegenstand der neuen Forschung ist nun, welche Inhaltsstoffe dies bewirken und inwieweit Hopfen für eine effizientere Herstellung von Anstellhefe in der Lebensmittelindustrie sorgen kann.

Beim Projekt von Christoph Neugrodda geht es um die Frage, wie Hopfenprodukte – insbesondere protein- und polyphenolreiche Fraktionen – die sensorische Fülle und das Mundgefühl von alkoholfreien Bieren verbessern können. Mithilfe von Soft-Tribologie werden die Wechselwirkungen zwischen Zunge und Gaumen simuliert, um die Reibung und damit das Mund -

gefühl objektiv zu messen. Die zentrale Hypothese ist, dass Bitterstoffe, Polyphenole und Proteine das tribologische Profil und somit die Wahrnehmung des Mundgefühls maßgeblich verbessern. „Beide Projekte zeigen auf eindrucksvolle Weise, welch großes Potenzial im Hopfen jenseits des klassischen Bierbrauens steckt“, freut sich Dr. Christina Schönberger Leiterin des Brewing Solutions-Teams von BarthHaas, und zeigt sich gespannt, wie die neuen Erkenntnisse dazu beitragen können, Hopfen künftig noch vielfältiger und nachhaltiger einzusetzen.

Mit den BarthHaas Grants werden seit 2007 jährlich richtungsweisende wissenschaftliche Projekte an Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen gefördert.

Foto: Krombacher

BrauBeviale 2026 in Nürnberg mit neuem Hallenlayout

Impulse und neue Ideen für eine starke Zukunft – das verspricht die BrauBeviale 2026, die vom 10. bis 12. November 2026 in Nürnberg stattfinden wird. Für eine optimierte Besucherführung präsentiert sich die Messe mit einem neuen Hallenlayout.

(F.) Unter dem Motto „All Beverages. One Future.“ will die Messe einen Blick auf die Entwicklung neuer Marktperspektiven und Produktangebote bieten – wie etwa für das Wachstumssegment alkoholfreies Bier im Brauereisektor. Zusätzlich werden weitere Getränkesegmente ausgerollt: Im Messepaket für 2026 und 2027 thematisiert Veranstalter YONTEX insbesondere die Herstellung von alkoholfreien Erfrischungsgetränken. „Die Optionen für die mittelständische Brauereiund Getränkewirtschaft Europas zu einem erweiterten Produktportfolio dürfen nicht ungenutzt bleiben“, betont Executive Director Markus Kosak, der bei YONTEX für das gesamte Messeportfolio verantwortlich zeichnet. So sei die Er-

weiterung des Angebotsspektrums eine logische Konsequenz der sich verändernden Verbrauchergewohnheiten. Besonders wichtig ist hier in jedem Fall das Potenzial von alkoholfreiem Bier, das für weitere Impulse im Brauereisektor im europäischen Markt sorgen wird. Eine weitere Neuerung, neben der erweiterten Angebotspalette, liegt im angepassten Hallenlayout mit den Hallen 6 bis 12 auf dem Nürnberger Messegelände. Diese soll eine optimierte Besucherführung ermöglichen und die Atmosphäre der Messe als Expertentreff unterstützen. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir die Messeschwerpunkte für alle Messebesucher passend und schlüssig anordnen – das steht bei der Aufplanung ab Februar

besonders stark im Fokus,“ betont Kosak. „Auf diese Weise wird auch einer der herausragenden Pluspunkte der BrauBeviale, die intensive Gelegenheit zur Vernetzung mit Fachbesuchern und zur Pflege von Geschäftskontakten weiter verstärkt.

Reinzuchthefen & Starterkulturen

+ obergärige Hefestämme

+ untergärige Hefestämme

+ Hefen für alkoholarmes Bier und Spezialbiere (z.B. Sauerbier)

+ Brennerei-, Wein- und Champagnerhefen

+ Milchsäurebakterien zur biologischen Säuerung

+ Kulturen für alternative Gärgetränke (z.B. Kombucha oder Wasserkefir)

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IfGB-Forum bei SLYRS: Fasslager, Bar und Herausforderungen der Spirituosenbranche

Das 23. IfGB-Forum in Miesbach im September 2025 war mit rund 120 Teilnehmern ein riesiger Erfolg. Den Einstieg boten die Vorträge von Slyrs und seinen Zulieferern (BF 2025/S. 18 ff.). Weitere Vorträge widmeten sich der Fasslagerung, einem speziellen Bar-Konzept sowie der aktuellen Alkoholgesetzgebung und anderen Herausforderung für Brenner und Spirituosenhersteller.

Mit Unterstützung von (WiK) Der Fassbauer und Händler Wilhelm Eder ist einer der wichtigsten Fasslieferanten für SLYRS. Das VLB-Mitglied aus Bad Dürkheim war einer der Co-Sponsoren des vergangenen IfGB-Forums. In seinem Vortrag Manege frei für Whisky-Stars schmeichelte Markus Eder den Brennern: „Ihr seid Künstler, Ihr seid Artisten.“ SLYRS und Eder, Hans Kemenater und Markus Eder schauen bereits auf eine 30-jährige Zusammenarbeit zurück. „Wir wollen, dass die Attraktivität für eure Produkte zurückkommt“, wandte sich der Referent an die Brenner. 60 % des Whiskys mache das Holzfass aus. Amerikanische Eiche (die SLYRS vor allem verwendet) unterscheide sich in der entstehenden Aromatik von der europäischen Spezies. „Amerikanische Eiche enthält bis zu zehn mal mehr Vanillin als europäische, daher haben die in amerikanischer Eiche gelagerten Destillate stärkere Vanillenoten“, erläuterte der Referent. Das Charring ist quasi ein Filter. „Ihr stellt

Auch am Morgen des zweiten Tagungstages herrschen gute Laune und großes Interesse

so gute Anlagen her, dass niemand den Filter der Holzkohleschicht braucht“, rief der Fassbauer den Anlagenbauern zu. Toasting erfolgt dagegen bei nur 120 bis 180 °C. „Dadurch entstehen die Aromen, die uns interessieren – süß, Brot, Zuckerwatte, aber auch dunkle Schokolade, reife Früchte, und Karamell.“ Das Infrarot-Toasting hinterlasse weniger Schmauchspuren. Beim Double Toasting werden die Fässer über Eichenholzfeuer getoastet und anschließend nachgebrannt. Inzwischen arbeite man auch mit Lava- und Jadesteinen. Diese ergeben eine sachte Temperatur und die Hitze dringt tief ins Holz ein: „Ich schmecke wieder, aus welchen Rohstoffen euer Destillat stammt“, erläuterte Eder.

Der Digitalisierung von Fasslagern widmete sich Simon Zunftmeister, vom IT-Dienstleister evorhei it, Herbolzheim. Am Beispiel der Brennereien Bimmerle und Scheibel stellte er vor, was mit dem Programm brevo

machbar ist. Die web-basierte Software für die Spirituosenherstellung ist modular und praxisnah aufgebaut. Man kann damit fast jeden Bedarf im Betrieb abdecken, von der Web-Shop-Integration über die Handelsketten-Abrechnung mit edi bis zur Ladenkasse. „brevo bietet außerdem eine zollkonforme Branntweinsteuerabrechnung und Lagerbuchführung“, stellte der Referent besonders heraus. Bisher bietet das Unternehmen cloudbasierte Spezialsoftware als erp-System für den Brennkessel ebenso wie für die Abfüllanlage. Beim Managen von Holzfässern erfolgte auch die Einbindung ins Lagerverwaltungssystem. Dabei werden auch Tanks wie Holzfässer betrachtet. Jedes Fass wird in den Stammdaten detailliert beschrieben. „So konnten Bimmerle und Scheibel beginnen, ihre Stammdaten zu pflegen“, erläuterte Zunftmeister. Man könne z. B. planen und hinterlegen, nach wieviel Jahren ein Fass fertig ist.

Fotos: WiK

Die Integration ins Lagerverwaltungssystem wird unterstützt durch eine mobile App mit Scanner. Jedes einzelne Fass ist mit Etikett versehen. Am Ende weiß man, wo sich jedes einzelne Fass befindet (Standort, Regalplatz). Für die Buchung der Alkoholsteuer ist eine Tankschnellerfassung integriert: Gewichtsangabe – jedes Fass ergibt eine Position. „Digitalisierung ist auch für kleine und mittlere Unternehmen möglich“, lautete das Fazit des Referenten.

Einem ganz anderen Thema widmete sich Bartender Mario Messig mit der Vermittlung von Regionalität und Nachhaltigkeit in der Bar. In seiner Münchener Bar GarÇ on verwendet er ausschließlich europäische Spirituosen. „Ich will zeigen, was wir aus den Produkten machen, die Ihr uns liefert“, sagte er den Spirituosenproduzenten. Daheim hatte er bereits sehr darauf geachtet, saisonal und regional zu wirtschaften. „Aber in der Bar standen Rums und Tequilas.“ Inzwischen verzichtet er auf alles aus Übersee. Die Bar GarÇ on sollte europäische Spirituosen repräsentieren. Zum Nachbau traditioneller Cocktails und Longdrinks merkte er an: „Wir denken in Geschmacksbausteinen. So lautete z. B. ein Problem: „Wie ersetzen wir Tequila?“ Den ersetze man z. B. durch einen Blanche d’Armagnac. „Wir sind immer auf der Suche nach passenden Substituten.“ Rum ersetze er mit gelagertem Brandy, um die Nougatnoten, und Rosinenaromen zu bewahren. Anstelle von CachaÇ a nimmt Messig schottischen New Make. „Natürlich sind da noch Getreidenoten

bei, aber wir erklären dem Gast ja, wie wir arbeiten.“ Ein ungelagerter, torfiger Roggenbrand ersetzt dann auch schon mal einen Mezcal. „Wir haben so viele Dinge in Europa, wir können so viel“, zeigte sich Messig überzeugt. „Wir können mit ausschließlich europäischen Produkten eine ordentliche Barkarte erstellen.“

Die Vorträge zu den Rahmenbedingungen der Branche waren in diesem Jahr auf den zweiten von Helmut Knöpfle mit Bravour moderierten Tagungstag gesetzt.

„Wir hoffen, dass Sie heute Nachmittag hoch motiviert voller neuer Ideen und positiver Erfahrungen nach Hause fahren oder weiter zur drinktec.“

Dr. Josef Fontaine sprach über die jüngsten Entwicklungen am IfGB, nachdem er das Auditorium zu einem besonderen Applaus für die wunderbare Besichtigung bei SLYRS und den schönen Begrüßungsabend angestiftet hatte. Er ging bei der Vorstellung der IfGBVeranstaltungen insbesondere auf den in 2026 anstehenden Destillateurmeisterkurs ein. Dabei ließ er Revue passieren, wie der Prüfungsausschuss 2002 unter Leitung von an Ralf Hapke (ehem. Fa August Ernst) die Bitte an die VLB herantrug, die Durchführung des Destillateurmeisterkurses zu übernehmen.

Dr. Fontaine dankte den externen Dozenten für ihr großes Engagement in den IfGB-Kursen. „Destillateurmeister – das ist der höchste nichtakademische Abschluss in der Branche – da wird einem in der Prüfung nichts geschenkt!“, gab er zu bedenken.

Schließlich kündigte er seinen vorzeitigen Ruhestand an und stellte Dr. Björn Ch. Klotzbücher als seinen Nachfolger in der VLB-Geschäftsführung vor.

BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick, Bonn, sprach über die aktuellen Herausforderungen der Branche . Sie bedankte sich bei Werner Albrecht für die gute Zusammenarbeit, beide ernteten dafür großen Applaus. Bei der Betrachtung des Marktes skizzierte sie einen kleinen Hoffnungsschimmer: „Die Generation 35 bis 70 genießt doch noch Alkohol.“ Dabei seien besonders Spirituosen mit niedriger Grädigkeit von 28 bis

30 vol % beliebt. Getrieben vom Konsum der jüngeren Generationen haben sich auch Ready-to-DrinkProdukte (RTD) gut entwickelt. Das Segment der alkoholfreien Spirituosen-Ersatzprodukten ist mit 0,3-0,4 % des Spirituosenmarktes immer noch sehr klein. Aperitivs lagen im Trend, schwächeln aber auch etwas. Ergänzend dazu gibt es Innovationen wie z. B. vegane Cremeliköre auf Hafermilchbasis. Den deutschen Herstellern empfahl sie: „Da der deutsche Markt nicht größer wird, der Kuchen aber gleich bleibt, muss man auch ins Ausland gehen. Osteuropa kann ein interessanter Markt sein.“

Die BSI-Geschäftsführerin erläuterte wichtige Herausforderungen wie z. B. die Novelle der Verpackungsverordnung: „Glasflaschen müssen verändert werden“. Glasrecycling sei akzeptiert, auch Formflaschen seien weiterhin zulässig, aber unter der Bedingung, bis 2030 ein Minimalgewicht zu erreichen. Dagegen seien Steingutflaschen ab 2030 verboten. „Wenn Sie Ihre

Simon Zunftmeister
Mario Messig
Markus Eder

Dr.

Flasche als eingetragene Marke (die Frist dafür endete im Februar 2025) dürfen Sie die Flaschen in dieser Form behalten“, erläuterte die Referentin. Alle Flaschen im Geoschutz seien ebenfalls von den Auflagen ausgenommen.

Eine To-do-Liste Verpackung verschickt der BSI auf Anfrage auch an Nichtmitglieder. „Wir haben beantragt, das Inkrafttreten der Verpackungsrichtlinien um ein Jahr zu verschieben“, sagte Wiesgen-Pick. „Wir wollen es für sie so einfach wie möglich machen.“

Ein weiteres Problem sei die Pfandpflicht für alkoholfreie SpirituosenErsatzprodukte. Dabei fehle die Abgrenzung zu alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Die Auslistung in den Supermärkten habe begonnen. „Alle Hersteller, die davon betroffen sind, können sich beim BSI melden“, sagte die Referentin. „Wir haben mit dem Handel gesprochen und müssen mit dem Umweltministerium eine akzeptable Lösung finden“, betonte Wiesgen-Pick.

die Aufgaben der Schutzverbände. Dabei können diese für einzelne geschützte Spirituosenkategorien Standards festlegen, die dann für alle Produzenten dieser Kategorie gelten, nicht nur für die Mitglieder. Albrecht erklärte die Feinheiten des Geoschutzes. Die Geschützte geographische Angabe fordert die Fertigstellung eines Produkts in der Region, während bei einer Geschützten Ursprungsbezeichnung alle Produktionsschritte in der Region erfolgen müssen.

Des Weiteren ging er auf aktuelle Rechtsfragen ein. Zum Rechtsstreit um die Bezeichnung „alkoholfreier Gin“. Das Landgericht Potsdam, folge dabei einer verwegenen Argumentation, um diese Bezeichnung zuzulassen, die in die EU-Grundrechte eingreift. „Die Tatsache, dass es keine mündliche Verhandlung gibt, sagt, es ist wie es im EuropaRecht gilt (Gin gibt es nur mit Alkohol)“, lautete die Einschätzung des Referenten.

In einem anderen Verfahren behandelten das Oberlandesgericht Karlsruhe und das Landgericht Freiburg den Streit um die Bezeichnung „Zwetschgen-Schnaps“. Diese ist in Deutschland unzulässig. Die Bezeichnung „Schnaps“ ist ausschließlich in Österreich zulässig und dort im Österreichischen Lebensmittelbuch klar definiert. Die Richter befanden: „Schnaps ist eine nicht zulässige Anspielung auf Zwetschgenwasser oder Zwetschgenbrand.“ Einig Begrifflichkeiten sind nun geklärt. Bei der Bezeichnung der Kategorie „Likör“ ist auch die Variante „liqeur“ zulässig. „Likör und Wodka

sind die einzigen sprachlichen Ausnahmen, die auch in Deutschland auch in englischer Sprache aufs Etikett dürfen.“

Mit Blick auf die Auslegung einzelner Kategorien stellen sich unterschiedliche Fragen. Beim Bierbrand ist man sich nicht einig, wie frisches Bier definiert ist: frisch gebrautes? Oder Bier noch innerhalb des MHD? Beim Brotbrand streitet man darüber, was frisches Brot ist: frisch gebackenes Brot? Oder hygienisch einwandfreies, also auch Brot, das abends noch übrig ist? Die Franzosen vertreten in beiden Fällen die engere Auslegung, die Deutschen die weitere. Für die Whiskybrenner entscheidend ist: Wie hoch ist der tolerierbare Zuckergehalt von Whisky? Whisky darf grundsätzlich nicht gezuckert werden. Es wird aber immer wieder Zucker nachgewiesen. Zuckergehalte im Whisky rühren von der Reifung in Fässern mit Vorbelegung z. B. mit Wein oder Sherry. Dabei komme es zu Zuckergehalten von 3 bis 4 g Zucker. Dieses Thema wird von den verschiedenen EUStaaten unterschiedlich bewertet. „Es kann nicht sein, dass ein Whisky in Deutschland im Oloroso-Fass bei 3,5 g Restzucker beanstandet wird, in den übrigen Ländern aber nicht“, empörte sich Werner Albrecht. Ein deutscher Whiskybrenner aus dem Auditorium schlug vor, dass alle deutschen Whiskybrenner gemeinsam auflisten, wieviel Restzucker bei welcher Vorbelegung entsteht. Damit hätte man eine Grundlage, wie hoch ein zu tolerierender Restzucker-Gehalt sein darf. (Fortsetzung folgt)

Wiesgen-Pick und Werner

„Das IfGB-Forum ist sehr wichtig für die Spirituosenbranche“, betonte Werner Albrecht , der SprituosenExperte des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Bonn, ehe er die aktuellen Fragen des Spirituosenrechts skizzierte und die neue Leitung des Ministeriums unter Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorstellte. Die Reform des Agrargeoschutzes führe dazu, dass er nun in verschiedenen Verordnungen aufgesplittet ist. „Im Geoschutz ist der Staat heute außen vor – das regeln nun die Verbände“, gab er zu bedenken. Unterschiedlichste Brenner- und Spirituosenverbände übernehmen nun

Angelika
Albrecht
Josef Fontaine

 TAGUNGEN

Das 24. IfGB-Forum tagt im Raum Heilbronn

Das 24. IfGB-Forum folgt am 29. und 30. September der Einladung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg. Schnell war auch der Aromenhersteller Joh. Vögele KG mit im Boot, sodass sich ein Vortragsprogramm rund um Obst- und Weinbrände, -Spirituosen sowie Aromen entwickelt. Für Themenvorschläge ist die Organisatorin weiterhin offen.

(WiK) „Mit der LVWO wollten wir schon immer ein Projekt zusammen durchführen“, erläutert IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann. „Mit unserem Mitglied der Fa. Vögele arbeiten wir bereits lange zusammen und heben diese Kooperation im Rahmen des IfGB-Forums auf eine neue Ebene.“

Neben den oben skizzierten Themenkomplexen sind Vorträge zu den Rahmenbedingungen der Branche, KI, Trendspirituosen, RTD und Verpackungsthemen geplant.

LVWO Weinsberg

Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg ist eine Einrichtung der Landwirtschaftsverwaltung des Landes Baden-Württemberg. Unter dem Dach der Einrichtung befinden sich sowohl die Fachschule als auch ein Wein- und Obstbaubetrieb. Seit 2004 bietet sie u.a. die Ausbildung zur Brennereifachkraft an. Dr. Dirk Hofmann leitet an der LVWO den Bereich Frucht- und Brennereitechnologie. Er hält Vorlesungen zu Frucht- und Brennereitechnologie, erteilt Fachschulunterricht für Tech -

niker, Meister, Wirtschafter und ist in der Ausbildung von Brennmeistern und Brennern in landwirtschaftlichen Betrieben tätig. Dr. Hofmann hält regelmäßig Vorträge auf dem IfGB-Foum und pflegt einen ebenso regen wie kritischen Austausch mit dem IfGB.

Die Institutsführung am Dienstag umfasst die Bereiche Analytik, Lehrbrennerei, Kellerei, Verkauf und Sensorik-Studio.

Joh. Vögele KG

Vögele ist Teil der deutschen Flavour + Fragrance – Industrie“. Mit über 90 Mitarbeitern ist das Unternehmen groß genug, um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können und klein genug, um individuell und zielgerichtet für seine Partner da zu sein. Individuelle Kundenlösungen im Vertrieb, als auch „taylor-made“Produkte sind für Experten von Vögele Tagesgeschäft. Umfangreiche QS-Zertifizierungen, hohe Dokumentenqualität, langfristige Planung und dauerhafte Zuverlässigkeit machen den Aromenhersteller zu einem starken Partner.

Unsere auf Destillation oder Mazeration gewonnenen Extrakte werden speziell für die Anforderungen in der alkoholischen und alkoholfreien Getränkeindustrie entwickelt und produziert. Das Augenmerk des Unternehmens liegt in allen Anwendungsgebieten auf einer geschmacklichen Eigenständigkeit, um bei Kunden-Produkten den entscheidenden Qualitätsunterschied darzustellen. Daneben produziert das Unternehmen ätherische Öle und AromaChemikalien (synthetische Aromen). Das Unternehmen ist langjähriges VLB-Mitglied und unterstützt die Destillateur- und -Meisterkurse des IfGB stets mit seinen facettenreichen Drogensammlungen nebst -Fibel. Die Tagungsteilnehmer erhalten beim Besuch der Fa. Vögele einen ausführlichen Einblick in Forschung- und Entwicklung, Produktion sowie Qualitätssicherung.

Das Welcome Hotel Neckarsulm ist der Ort des Vortragsprogramms, ein modernes Tagungshotels mit sehr guter Verkehrsanbindung und Platz für die begleitende Fachausstellung im Tagungsfoyer.

Mit Unterstützung von

Die Lehrbrennerei in Weinsberg

Mustersammlung bei der Fa. Vögele Weinberge in Weinsberg

Fotos: WiK

Dr. Björn Klotzbücher begrüßt die Experten aus dem Bundesministerium

 NACHRICHTEN

BMLEH zu Besuch am IfGB/an der VLB Berlin

Am Nachmittag des 9. Oktober 2025 kam Werner Albrecht, der langjährige Partner des IfGB/der VLB Berlin mit seinem Referatsleiter Ministerialrat Dr. Michael Koehler und Kollegen zu Besuch ins Institut an der Seestraße. Der Ausflug des Referats 414 (Wein, Spirituosen, Hopfen, Bier, Getränkewirtschaft) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wandelte sich schnell zur Fach-Exkursion.

(WiK) VLB-Geschäftsführer Dr. Björn Ch. Klotzbücher, IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann und Dipl.-Bibliothekarin Michaela Knör begrüßten die Gäste im Lesesaal der Axel-Simon-Bibliothek der VLB. Bereits die Vorstellung des Instituts durch Dr. Klotzbücher führte zu einem angeregten Dialog. Anschließend führte Jan Biering, Leiter des VLB-Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion, durch das Brauerei-Technikum und beantwortete zahlreiche Detailfragen. Dort wurden die Gäste mit einem Bier verabschiedet, ehe sie die Likörfabrik MXPSM besuchten.

Die Spirituosenbranche trauert um Dr.

Bruno Mayer (28. April 1948 – 7. Dezember 2025)

Am 7. Dezember 2025 verstarb Dr. Bruno Mayer im Alter von 77 Jahren. Der promovierte Jurist war von 1974 bis 2013 in der österreichischen Wirtschaftskammer für die Alkohol- und Spirituosenindustrie zuständig und zugleich Geschäftsführer der dazu gehörenden Fachverbände.

(BF) Dr. Bruno Mayers Verdienste für die österreichische Spirituosenbranche waren vielfältig. Vor und nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft 1995 gab es intensive Gespräche zwischen der deutschen und der österreichischen Brennereiwirtschaft. Dr. Bruno Mayer gelang es, dass in Österreich das Branntweinmonopol mit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1995 nicht sofort, sondern bis 2000 schrittweise aufgehoben wurde. Zugleich setzte er sich für die Privatisierung der staatlichen Verwertungsstelle des Branntweinmonopols ein. Als AustrAlco Österreichische AgrarAlkohol Handelsgesellschaft mbH besteht sie noch heute und Dr. Mayer war ihr erster Geschäftsführer. Seine außerordentliche Expertise konnte er bei den Beitrittsverhandlungen Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft,

insbesondere bei den Beratungen auf Ratsebene 2005 bis 2008 zur Vorläufer-Spirituosenverordnung (EG) Nr. 110/2008 einbringen. So erreichte Dr. Mayer z. B., dass die Bezeichnungen Jagatee (Jagertee) und Inländerrum als geografische Angaben ausschließlich für österreichische Hersteller geschützt sind. Er war als Teil der österreichischen Delegation Mitglied im EUSpirituosenausschuss und trat für strenge Qualitätsstandards ein. Sein Meisterwerk war die Reform des Spirituosenkapitels im Codex Alimentarius Austriacus (österreichisches Lebensmittelbuch). Als Vorsitzender der Spirituosenkommission des Codex adaptierte er die Regeln an das EU-Recht. Beispielsweise definierte er die österreichische Kategorie Schnaps rechtlich sauber als Verschnitt aus 33 % des namengebenden Destillats und 67   % Neutralalkohol.

Die Gäste bedankten sich für den interessanten Vortrag des Geschäftsführers und die tolle Führung durch das Brauereitechnikum. Die Gastgeber brachten ihre Freude zum Ausdruck: „Die vielen klugen Fragen haben unserem Geschäftsführer und den Kollegen in unserem Technikum sehr gut gefallen“, brachte es Künnemann auf den Punkt. Es herrschte Einigkeit darüber, dass ein solcher Austausch wiederholt werden sollte, gern mit mehr Zeit. Dann würde das Programm um eine Führung durch die Bibliothek und die Laboratorien mit den entsprechenden Experten ergänzt.

Aus gesundheitlichen Gründen legte Dr. Bruno Mayer 2013 seine Ämter nieder, galt in der Branche aber weiterhin als kompetenter Ratgeber. Auf den IfGB-Foren 2010 und 2020 in Graz war er weiterhin gern gesehener Ehrengast. Auch wenn es zwischen Dr. Bruno Mayer und den deutschen Verbänden immer wieder zu hitzigen Diskussionen rund um Jagertee, Schnaps und Korn sowie zum Abfindungsbrennen kam, waren die Diskussionen stets von einem tiefen gegenseitigen Respekt geprägt. Vertreter der gesamten deutschsprachigen Spirituosenbranche werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Bruno Mayer im Jahr 2010
Foto: WiK
Foto: M. Knör

 PRÄMIERUNGEN

Internationale DLG-Qualitätsprüfung 2025: Beste Spirituosen ausgezeichnet

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat im Rahmen ihrer Internationalen Qualitätsprüfung die Besten Spirituosen 2025 bekanntgegeben. Jährlich vergibt die Experten-Jury eine Sonderauslobung für herausragende Produkte in den wichtigsten 14 Kategorien. Damit werden besondere Rezepturen und Qualitäten gewürdigt, die die Geschmacksvielfalt und Kreativität der Brennereien sichtbar machen.

(BF) In diesem Jahr erhielten 14 goldprämierte Spirituosen zusätzlich diese besondere Anerkennung. Im Mittelpunkt der DLG-Qualitätsprüfung für Spirituosen steht die sensorische Produktanalyse hinsichtlich der Prüfkriterien Aussehen, Farbe, Klarheit, Geruch und Geschmack. Spirituosen mit den besten Ergebnissen in ihrer Kategorie erhalten die Sonderauslobung „Beste Spirituose 2025“.

Thomas Burkhardt, Projektleiter der DLG-Qualitätsprüfung für Spirituosen, erklärt: „Die Branche steht aktuell vor vielfältigen Herausforderungen. Umso bemerkenswerter ist die Kreativität, mit der neue Wege beschritten werden.“ Mit viel Fachwissen, hochwertigen Rohstoffen und einer klaren Handschrift entstünden Produkte, die sensorisch herausragend seien. „Sie bereichern den Markt nicht nur durch ihre Qualität, sondern vor allem als Genussprodukte für besondere Momente“,

betont Burkhardt. „Die Brennereien zeigen damit, dass Genuss und handwerkliche Exzellenz wichtige Wegweiser für die Zukunft sind.“

Beste Spirituosen 2025

Weinhefebrand

Weinhefebrand vom blauen Spätburgunder Brennerei für Edelbranntweine Heinz Dengel, Ingelheim am Rhein

Weinbrand

Cognac Grand Rayon V. S. Weinbrennerei u. Likörfabrik Rola, Rottenburg

Eierlikör

MAYFLOWER Premium Eierlikör

Rhön-Hessische-Weinbrennerei

A. u. W. Dworzak, Fulda

Kümmel

Westerwälder Kümme l Birkenhof-Brennerei, Nistertal

Kräuterlikör

Aechter Brocken-Kräuter-Liqueur

Abtshof Magdeburg, Magdeburg

Obstbrand

Hohenheimer Kirschwasser Universität Hohenheim, Stuttgart

Rum

Ron Mulata Añejo 7 Años CUBATA, Parchim

Likör

Berliner Luft (Pfefferminzlikö r) Schilkin, Berlin

Geist

Hertleins Streitberger Schlehengeist

Alte Kurhausbrennerei Hans Hertlein, Wiesenttal/Streitberg

Whisky

Hardenberg Club Triple Malt Whiskey

Hardenberg-Wilthen, Nörten-Hardenberg

Wodka

Wodka Gorbatschow Henkell Freixenet, Wiesbaden

Gin

Little Big Hill Dry Gin

Destillerie & Likörmanufaktur Deheck, Gau-Odernheim

Fruchtlikör

Glüh-Kirschen-Likör

Jobelius Spirituosen, Valwig

Korn

Weyermann®

Johann Baptist Doppelkorn

Mich. Weyermann®, Bamberg

Die VLB gratuliert allen Preisträgern, besonders ihren Mitgliedern: Alte Kurhausbrennerei, Birkenhof, Henkell, Jobelius, Rola und Weyermann®

Die PreisträgerDatenbank ist online abrufbar

Foto: Fotolia

 BRAU-BÖRSEN-BILANZ

Krones: Unsicherheiten beeinflussen Invest-Bereitschaft der Getränkeindustrie

Der Dax 40 (M-Dax) schloss das Börsenjahr 2025 mit 24 490 (30 618) Punkten, ein Sprung von +23,0 (+19,7) % im Vergleich zum Ultimo 2024.

Zum Jahresschluss 2025 (2024) lag die Umlaufrendite der Bundesanleihen bei 2,78 (2,31) %, und für 1 € waren 1,176 (1,044) US-$ zu zahlen.

Krones: Umsatz- und Gewinnplus in 9 Monaten 2025

Die Krones AG hat im Konzern, er bilanziert nach IFRS, ihren Umsatz in den ersten 9 Monaten 2025 (2024) um +6,0 % ausweiten können auf 4,11 (3,87) Mrd. €: Dabei standen die Abfüll- und Verpackungstechnologie für 3,48 (3,28) Mrd. €, die Prozesstechnologie für stabil 0,38 Mrd. € und die Intralogistik für 0,25 (0,22) Mrd. €. Das Umsatzplus sei im Wesentlichen aus Mehrmengen gekommen. Sowohl das Neumaschinen- als auch das Service-Geschäft hätten mehr erlöst. Regional kamen die größten absoluten Zuwächse aus Mittel- und Westeuropa, weiter aus Mittelost/Afrika sowie Osteuropa und Südamerika/ Mexiko, während China weniger umsetzte, gleichfalls Zentralasien und auch Nord- und Mittelamerika, welch letztere gleichwohl die umsatzstärkste Region blieb (0,88 nach 0,90 Mrd. €). Hinzu kam in beiden Perioden leichter Lageraufbau. Unterproportional zur Gesamtleistung stieg der Materialaufwand, um +3,0 % auf 1,97 (1,91) Mrd. €, während die weiteren betrieblichen Aufwandspositionen überproportional zulegten, allein der Personalaufwand +9,4 % auf 1,28 (1,17) Mrd. €. Der Betriebsgewinn kam auch dank höherer sonstiger betrieblicher Erträge (0,16 nach 0,12 Mrd. €) voran auf 0,30 (0,27) Mrd. €. Nach einem erneut leicht posi -

Heute in der Brau-BörsenBilanz

• Asahi

• Boston Bier

• EABL

tiven Saldo im Finanzergebnis und -0,09 (-0,075) Mrd. € Ertragsteuern schloss Neutraubling mit 0,21 (0,20) Mrd. € Neunmonatsgewinn. Allein das 3. Quartal 2025 (2024) stand für 1,38 (1,32) Mrd. € Umsatz (+4,7 %), mit Plus aus allen Sparten, und nach Lageraufbau (Vorjahresquartal: Abbau) für 1,41 (1,31) Mrd. € Gesamtleistung (+7,5 %), bei etwa proportional gestiegenem Materialaufwand und 0,068 (0,066) Mrd. € Quartalsgewinn. Die drinktec, auf der Krones 10 Tqm Fläche belegte, sei mit einem hoch einstelligen Mio.-€-Aufwand verbunden gewesen. Der Auftragseingang zeigte sich in den ersten 9 Monaten 2025 auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (4,10 nach 4,12 Mrd. €), wobei Neutraubling von weiter robuster Nachfrage sprach: Freude machten im Vergleich zum Vorjahr Mittelost/Afrika und Zentralasien, unter Vorjahr lagen Osteuropa sowie Nord- und Südamerika. Der Auftragsbestand zum 30. September 2025 (2024) wurde mit 4,29 (4,36) Mrd. € angegeben. Beschäftigt wurden zum 30. September 2025 (2024) 21.133 (20.025) Mitarbeiter, von ihnen 11.694 (11.119) in Deutschland.

• Diageo

• Krones

• MCBC u.a.

nach 1,92 Mrd. €; EK-Quote 42,1 nach 40,5 %), während Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückgingen. Und netto cash investiert hat Neutraubling in den ersten 9 Monaten 2025 (2024) in Sachen und immaterielle Anlagen -0,11 (-0,10) Mrd. €, vornehmlich in Deutschland, den USA sowie Indien und China. Übernommen hat Krones 100 % der Can Systems Worldwide Deventer und 60 % der GHS Separationstechnik GmbH Landshut. Anfang November 2025 bestätigte Krones trotz der weltweiten Unsicherheiten ihre Prognose fürs Gesamtjahr 2025, darunter 7-9 % Mehrumsatz im Konzern (2024: 5,29 Mrd. €). Für Neutraubling sei schwierig einzuschätzen, wie stark sich die verschiedenen Zollmaßnahmen und Handelsabkommen zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern wie auch die geopolitischen Risiken auf den Welthandel und das globale Wachstum auswirkten, verwiesen wurde auf die daraus resultierenden Materialengpässe und Probleme in den weltweiten Lieferketten.

Diageo: Absatz behauptet

Neutraubling bestätigt Prognose 2025

Die Krones-Konzernbilanz längte sich zum 30. September 2025 (Ultimo 2024) auf 4,82 (4,75) Mrd. €. Auf der Vermögensseite stieg das Umlaufvermögen, vor allem bei Vertrags- und sonstigen Vermögenswerten sowie Vorräten, bei weniger Kasse. Auf der Finanzierungsseite verblieb mehr Eigenkapital (2,03

Die Diageo plc hat ihren Absatz im Geschäftsjahr 2024/2025 (2023/24 bzw. 2022/23) (30. Juni) konzernweit mit 230,1 (230,5/243,4) Vergleichseinheiten Alkohol (VE) behauptet: Konzernveränderungen standen für saldiert -2,4 Mio. VE, auf vergleichbarer Basis sei London um +2,0 Mio. VE bzw. +1 % vorangekommen. (1 VE steht bei Diageo, die auf diese Weise ihre Alkoholverkäufe gleichnamig macht, für 90 l Bier oder Mixgetränke, 45 l

Konzernumsatz der Krones AG Neutraubling 2015-2024 nach Berichtsregionen (Mio. €)

€

Quelle: Geschäftsberichte für 2014, 2016, 2018, 2020, 2021, 2023 und 2024. Mittel- und Westeuropa bis 2023: Summe beider Regionen

Wein bzw. 9 l Spirituosen.) Regional zeigte die absatzstärkste Region Asien das größte Plus auf 77,7 (74,9/80,8) Mio. VE, fast komplett aus dem laufenden Geschäft (+3,9 %). Nordamerika stellte sich auf 49,5 (50,1/52,4) Mio. VE (davon -0,4 Mio. VE gleich -0,8 % vergleichbar). Europa verlor weitgehend im laufenden Geschäft (-4,3 %) auf 48,9 (51,3/51,3) Mio. VE. Afrika stellte sich durch Konzernveränderungen auf 31,1 (32,1/32,7) Mio. VE (vergleichbar +1,0 Mio. VE gleich +3,7 %). Und Lateinamerika/Karibik kam voran auf 22,9 (22,1/26,2) Mio. €, weitestgehend im laufenden Geschäft (+3,2 %). Nach Getränkekategorien legte Bier beim vergleichbaren Absatz +6 % zu, wobei die Marke „Guinness“ +14 % sprang unter Marktanteilsgewinn in Großbritannien, Irland und den Staaten. Mixgetränke (Ready-to-drink) kamen +4 % voran. Und Spirituosen zeigten sich vergleichbar stabil: Ein 15-%-Sprung bei Tequila („Don Julio“ +41 %; „Casamigos“ incl. Mezcal-Variante -16 %) und Mehrverkäufe u. a. bei indischem Whisky und weißen chinesischen Spirituosen wurden ausgeglichen durch Rückgänge u. a. bei Scotch (-2 %; „Johnnie Walker“ -3 %), Rum (-3 %, so auch „Captain Morgan“), Wodka (-4 %; „Smirnoff“ -3 %), Likören (-7 %; „Baileys“ -1 %) und US-Whiskey (-8 %).

Konzernoptimierungen drücken Ergebnis

Umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin Diageo in einem herausfordernden Geschäftsjahr 2024/2025 (30. Juni) nach 7,7 (7,6/7,7) Mrd. US-$ Verbrauchsteuern netto 20,25 (20,27/20,56) Mrd. US-$ (-0,1 %). (1 US-$ galt in diesem Zeitraum durchschnittlich 0,92 € und zuletzt 0,85 €.) Vergleichbar stieg der Nettoumsatz um +0,3 Mrd. US-$ (+1,7 %punkte, davon +0,8 %punkte Preis/Mix), Konzernveränderungen standen für -0,2 Mrd. US-$ (-1,1 %punkt) und die Wechselkurse für -0,1 Mrd. US-$ (-0,6 %punkte). Die umsatzstärkste Region Nordamerika kam netto vergleichbar +1,5 % voran:

Obwohl die grundsätzliche Investitionsbereitschaft der Getränke- und LiquidFood-Industrie weiter stabil ist, beeinflussen die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten teilweise die Investitionsentscheidungen der Kunden. Als Antwort auf diese Herausforderungen wird Krones künftig Themen und Projekte mit noch größerer Geschwindigkeit umsetzen.

Freude machten die Diageo Beer Company USA (+4,8 %) sowie das US-Spirituosengeschäft, während Kanada leichter tendierte. Europa behauptete sich +0,3 % gut, wobei das Plus aus der Türkei, Großbritannien und Irland durch Rückgänge in Nord- und Südeuropa aufgezehrt wurde – in Nordeuropa auch durch strategische Scotch-Preisstellung in Deutschland. Asien/Pazifik zeigte sich vergleichbar -3,2 % schwächer, vor allem durch das volkswirtschaftliche Umfeld in China und Südostasien und den Übergang auf „Guinness“-Lizenzgeschäft in Australien und Neuseeland, während Indien zulegte. Lateinamerika/Karibik setzte vergleichbar +9,2 % mehr um, dort machte vornehmlich Brasilien Freude, auch dank Premiumtrend. Und Afrika sprang vergleichbar +10,5 %, vornehmlich dank Ghana, Südafrika und Tansania. Bei Bier wurden in Ostafrika „Serengeti“, „White Cap“ sowie „Guinness“ gelobt, im übrigen Afrika „Malta Guinness“ und „Guinness“. Die vergleichbaren Nettoumsätze der Getränkekategorien tendierten weitgehend wie deren Absätze, ausgenommen weiße chinesische Spirituosen, die vergleichbar deutlich weniger umsetzten.

Die direkten Umsatzkosten lagen stabil bei 8,1 Mrd. US-$. Wenig verändert auch der Marketingaufwand,

während der Saldo der weiteren betrieblichen Aufwendungen und Erträge auf -4,2 (-2,5) Mrd. US-$ Aufwand sprang: Er enthielt saldiert -1,4 (+0,1) Mrd. US-$ Einmalaufwand (Vorjahr: Ertrag), heuer vor allem aus Wertberichtigungen bei Spirituosen, aus Umstrukturierungen und aus der Neuordnung des Frankreich-Vertriebs (BF 1-2/2025, S. 24).

Der Betriebsgewinn stellte sich auf 4,3 (6,0) Mrd. US-$. Nichtbetriebliche Einmaleffekte, 2024/2025 aus dem Verkauf von Guinness Nigeria und dem voraussichtlichen Verkauf von Guinness Ghana Breweries, saldierten sich auf -0,2 (-0,1) Mrd. US-$ Aufwand. Das Finanzergebnis verbesserte sich auch durch einen Einmaleffekt auf -0,8 (-0,9) Mrd. US-$. Das Beteiligungsergebnis, es wird geprägt von der Beteiligung an Moët Hennessy, halbierte sich auf +0,2 (+0,4) Mrd. US-$. Nach -1,0 (-1,3) Mrd. US-$ Ertragsteuern standen 2,54 (4,17/4,48) Mrd. US-$ Konzerngewinn, von dem 2,35 (3,87/4,45) Mrd. US-$ den Aktionären der Mutter zuzurechnen waren. Direkt im Eigenkapital gebucht wurden +0,80 (-0,49) Mrd. US-$ Mehrung (Vorjahr: Minderung). Beschäftigt wurden durchschnittlich 29.860 (30.367) Mitarbeiter (VBE). Ihren wertmäßigen Anteil am Weltmarkt für Trinkalkohol 2024 nannte Diageo erneut mit 4,5 %, bewertet zu Einzelhandelspreisen. Die Konzernbilanz längte sich zum 30. Juni 2025 (2024) auf 49 (45) Mrd. US-$. Bei den Aktiva erhöhten sich vornehmlich die Buchwerte von Sachanlagen, die Vorräte und die Kasse. Bei den Passiva stiegen vor allem die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und das Eigenkapital (dieses auf 13,2 nach 12,1 Mrd. US-$; EK-Quote 26,7 nach 26,5 %). Netto cash in Sachanlagen und Software investiert wurden 2024/2025 (2023/24) -1,55 (-1,50) Mrd. US-$, vornehmlich in den Ausbau von Lieferkapazitäten, Lieferketten-Umbau in Nordamerika und Digitalisierung.

Im 1. Quartal 2025/26 (30. September) zeigte Diageo +2,9 % vergleichbaren Mehrabsatz (trotz Minus in Nordamerika und Europa). Daraus erwirtschaftete London 4,9 (5,0) Mrd. US-$ Nettoumsatz (-2,2 %): Die auf vergleichbarer Basis stabilen Erlöse hätten sich

in Europa (auch dank „Guinness“), Lateinamerika/Karibik und Afrika solide entwickelt, während Asien/ Pazifik von chinesischen Spirituosen gedrückt worden seien und US-Spirituosen das schwache Kundenvertrauen spürten. Anfang November 2025 erwartete London für ihr Gesamtjahr 2025/26 einen stabilen oder leicht vergleichbaren Nettoumsatz, nach dem im August noch eine Entwick lung wie 2024/2025 prognostiziert worden war. Und investiert werden sollen 2025/26 nur mehr 1,2-1,3 Mrd. US-$.

Diageo verkauft East African Breweries an Asahi Am 17. Dezember 2025 meldete Di ageo den Verkauf ihrer 65-%-Mehr heit an den kenianischen East Af rican Breweries plc (EABL), die vornehmlich in Kenia, Uganda und Tansania tätig sind, verbunden mit ihren knapp 54 % am kenianischen Spirituosengeschäft UDVK, an die Asahi Group Holdings, Ltd. für netto ca. 2,3 Mrd. US-$. London schließe dabei mit EABL langfristige Lizenzvereinbarungen über Produktion und Vertrieb von „Guinness“ sowie Spirituosen- und Mix-Marken wie auch über den Vertrieb von internationalen Diageo-Marken. Die Transaktion soll im 2. Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. EABL (mit „Tusker“, „Serengeti“ oder „Kenya Cane“) setzten 2024/2025 (30. Juni) netto 1,0 Mrd. US-$ um und schlossen mit 0,09 Mrd. US-$ Reingewinn.

Asahi: Umsatz im 1. Halbjahr 2025 leichter Im Konzern von IFRS-Bilanziererin

aus der Bilanzumrechnung von Fremdwährungstöchtern. Für Bier und bierähnliche Getränke nannte Asahi -3,1 % Minderabsatz (Europa -3,5 %, Japan und Ostasien -3,1 %, Asien/Pazifik -1,1 %). Bei den Marken seien die internationalen Absätze (ohne Heimatmärkte) von „Asahi Super Dry“ +11 % und von „Peroni“ +2 % gestiegen. Alkoholfreie Biere hätten in Europa +5 % mehr verkauft. Die Konzernbilanz längte sich zum 30. Juni 2025 (Ul-

Asahi Group Holdings stellte sich der Umsatz im 1. Halbjahr 2025 (2024) brutto -1,4 % auf 1.360 (1.379) Mrd. Yen. (Gerechnet wurde mit durchschnittlich 162 nach 165 Yen/€.) Ihr regionales Berichtswesen hat Tokio ab April 2025 umgestellt auf die 3 Regionen Japan und Ostasien, Europa und Asien/ Pazifik. Unkonsolidiert legten Japan und Ostasien brutto zu auf 649 (638) Mrd. Yen mit Plus aus alkoholischen Getränken, AfG und Lebensmitteln. Europa stellte sich auf 356 (370) Mrd. Yen durch Minderabsatz auch schlechten Wetters halber, indes bei fortgesetztem Premiumtrend. Und Asien/Pazifik erlöste 346 (362) Mrd. Yen angesichts gedämpfter Biernachfrage. Hinzu kamen 12 (13) Mrd. Yen sonstige Umsätze und konstant -5 Mrd. Yen Konsolidierung von konzerninternen Umsätzen. (Der von Asahi nicht näher kommentierte Nettoumsatz nach Alkoholsteuern wurde mit 1.060 nach 1.097 Mrd. Yen angegeben.) Erwirtschaftet wurden 92 (104) Mrd. Yen Betriebsgewinn, wobei im laufenden Geschäft Japan und Ostasien sowie Europa Freude machten, während in Asien/Pazifik weniger stark Gewinn abbröckelte als erwartet. Nach leicht negativem Finanzergebnis und -28 (-26) Mrd. Yen Ertragsteuern schloss Tokio mit 59 (77) Mrd. Yen Halbjahresgewinn. Direkt im Eigenkapital gebucht wurden -13 (+328) Mrd. Yen Minderung (Vorjahr: Mehrung), weitgehend

timo 2024) auf 5.432 (5.403) Mrd. Yen. Auf der Vermögensseite stiegen vor allem die Vorräte und die Buchwerte sonstiger Anlagen. Auf der Finanzierungsseite erhöhten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten, vor allem verzinsliche, bei konstant 2.676 (2.674) Mrd. Yen Eigenkapital (Quote 49,3 nach 49,5 %). Netto cash investiert in Sachen und immaterielle Anlagen wurden im 1. Halbjahr 2025 (2024) -69 (-63) Mrd. Yen.

Anfang August hatte Tokio für ihr Gesamtjahr 2025 2.950 Mrd. Yen Bruttoumsatz mit Plus aus Japan und Ostasien erwartet und daraus 255 Mrd. Yen Betriebsgewinn und 169 Mrd. Yen Jahresüberschuss. Investiert werden sollten im Gesamtjahr netto cash -176 (-104) Mrd. Yen. Diese Prognose wurde vor einem Angriff auf Asahi-IT-Systeme in Japan am 29. September 2025 gestellt. Ende November 2025 sprach Tokio von gewissen negativen Auswirkungen dieses Cyberangriffs auf kurze Sicht auf ihren Kernbetriebsgewinn in der Region Japan und Ostasien. 2024 hatte der Asahi-Konzern brutto 2.939 (2.769) Mrd. Yen umgesetzt und daraus 269 (245) Mrd. Yen Betriebsgewinn und 193 (166) Mrd. Yen Jahresüberschuss erwirtschaftet.

MCBC: 3. Quartal 2025 mit Wertberichtigung auf Amerikageschäft Der Konzern der Molson Coors Beverages Company hat in den ersten 9 Monaten 2025 (2024) einen zum Umsatz gehörenden Getränkeabsatz von 55,7 (61,0/63,9) Mio. hl gemeldet (-8,8 %). Dieses financial volume ist ein Großhändlerabsatz (STW) incl. Lohnproduktion und Handelswaren. Dabei stellte sich Amerika -9,4 % auf 40,8 (45,0) Mio. hl durch den schwachen USMarkt und (im Umfang von ca. -3,5 %punkten) durch ausgelaufene Lohnbrauverträge. In der übrigen Welt wurden 14,9 (16,0) Mio. hl verkauft (-7,2 %), bei nachgebender Nachfrage und steigendem Wettbewerb in allen Regionen. Allein das 3. Quartal 2025 (2024) stand für 19,4 (20,6) Mio. hl (-6,0 %): Amerika stellte sich dabei -6,5 % auf 13,7 (14,7) Mio. hl (davon ca. -3 %punkte von Lohnbrau), und die übrige Welt -4,9 % auf 5,6 (5,9) Mio. hl. Umgesetzt hat der nach US GAAP bilanzierende Konzern daraus in den ersten 9 Monaten 2025 (2024) net-

to 8,5 (8,9) Mrd. US-$. (Für 1 € waren zum Septemberultimo 1,174 US-$ zu zahlen.) Der Rückgang um -4,6 % kam mit -8,8 %punkten aus dem Absatz, gegenläufig wirkten Preis/ Mix mit +3,7 %punkten sowie die Wechselkurse mit +0,5 %punkten. (Allein das 3. Quartal 2025 stellte sich -2,3 % auf netto 2,97 nach 3,04 Mrd. US-$.) Die direkten Umsatzkosten sanken mit -4,1 % leicht unterproportional auf 5,2 (5,4) Mrd. US-$. Weitere betriebliche Aufwands- und Ertragspositionen lagen saldiert -0,21 Mrd. US-$ unter dem Vorjahreszeitraum, vornehmlich durch Markenabschreibungen von -0,199 Mrd. US-$ auf „Staropramen“ (die verbleibenden 0,257 Mrd. US-$ Markenwert werden nun über 50 Jahre planmäßig abgeschrieben) und -0,075 Mrd. US-$ auf „Blue Run Spirits“. Geprägt wurde die Erfolgsrechnung allerdings durch eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von -3,65 Mrd. US-$ auf Firmenwerte (Goodwill) in Amerika. Danach drehte das Betriebsergebnis auf -2,7 (+1,4) Mrd. US-$ Verlust (Vorjahr: Gewinn). Das Finanz- und sonstige Ergebnis verbesserte sich auf -0,1 (-0,2) Mrd. US-$ Aufwandssaldo. Nach +0,4 (-0,3) Mrd. US-$ Ertragsteuern schloss der MCBCKonzern mit -2,39 (+0,86) Mrd. US-$ Neunmonatsverlust (Vorjahr: Gewinn). Direkt im Eigenkapital gebucht wurden +0,22 (+0,01) Mrd. US-$ Mehrung, 2025 weitestgehend aus der Bilanzumrechnung von Fremdwährungstöchtern. Die Konzernbilanz kürzte sich zum 30. September 2025 (Ultimo 2024) durch die Wertberichtigung auf 22,9 (26,1) Mrd. US-$. Auf der Vermögensseite verblieben 1,9 (5,6) Mrd. US-$ Firmenwerte, leicht gegenläufig stiegen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte, bei stabiler Kasse. Auf der Finanzierungsseite sank vornehmlich das Eigenkapital, auf 10,5 (13,3)

Mrd. US-$ (EK-Quote 46,0 nach 51,0 %). Netto cash in Sachanlagen investiert hat MCBC in den ersten 9 Monaten 2025 (2024) -0,53 (-0,55)

Mrd. US-$.

Am 1. Oktober 2025 folgte Rahul Goyal als Präsident und CEO von MCBC auf Gavin D. K. Hattersley, der im April seinen Wechsel in den Ruhestand angekündigt hatte. Am 20. Oktober kündigte Golden/Montreal einen Umstrukturierungsplan für ihr Amerika-Geschäft an, verbun -

den mit dem Abbau von ca. 400 Stellen zum Jahresende 2025. Auf Basis des Neunmonats-Abschlusses erwartete MCBC für ihr Gesamtjahr 2025 währungsbereinigt einen Rückgang beim Nettoumsatz von -3 bis -4 %. Und investiert werden sollten heuer ca. 0,65 Mrd. US-$. Mit der Region Amerika verbinde sich noch ein erhöhtes Risiko für künftige Wertberichtigungen.

Absatzrückgang bei Boston Beer

Der Getränkeabsatz im Konzern der Boston Beer Co., Inc. stellte sich im dritten 13-Wochen-Zeitraum 2025 (2024) um -13,7 % auf gut 2,2 (nach gut 2,6) Mio. hl (shipments; Basis: 1 US-$ Beer barrel = 1,173 hl). Freude hätten nur „Angry Orchard“ und Innovation „Sun Cruiser“ gemacht. In den ersten 39 Wochen 2025 (2024) sank der Getränkeabsatz nun -3,7 % auf ca. 6,8 (ca. 7,0) Mio. hl, vor allem durch Rückgänge bei „Twisted Tea“ und Hard Seltzer. (Nach -0,8 % im zweiten 13-WochenZeitraum hatte Sam in den ersten 26 Wochen 2025 noch +1,7 % mehr verkauft.) Netto umgesetzt hat die US GAAP-Bilanziererin daraus konzernweit 1,58 (1,61) Mrd. US-$ (-1,9 %). Ihre Umsatzkosten konnte sie überproportional -9,5 % auf 0,79 (0,88) Mrd. US-$ zurückführen, wo mit die Rohmarge wieder auf 49,7 (45,5) % zulegte. Ihr Neunmonats gewinn stieg auf 0,13 (0,10) Mrd. US-$, wobei 2024 durch -0,04 Mrd. US-$ Wertberichtigungen belastet war (vor allem auf die Marke „Dogfish Head“). Die Konzernbilanzsumme zeigte sich zum 27. September 2025 (28. Dezember 2024) wenig ver ändert bei 1,25 Mrd. US-$. Auf der Vermögensseite stieg das Umlaufvermögen, vor allem die Kasse, die Buchwerte von Sachanlagen sanken. Auf der Finanzierungsseite lag das Eigenkapital bei 0,91 (0,92) Mrd. US-$ (Quote 73,1 nach 73,3 %). Netto cash in Sachen investiert wurden in den ersten 39 Wochen 2025 (2024) -37 (-53) Mio. US-$. Für ihr Gesamtjahr 2025 erwartete Boston Beer Ende Oktober einen mittel einstelligen Absatzrückgang, Preiserhöhungen von 1-2 % und 50-70 Mio. US-$ Invest. Jim Koch, Gründer und Chairman, übernahm am 15. August 2025 zusätzlich die Funktion des Boston Beer-CEO, die er zuvor seit Gründung 1984 bis 2001 innehatte. S.W.

Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund (DBMB) e. V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg

DBMB-Mitgliederversammlung an der VLB Berlin

Am 12. Dezember 2025 trafen sich 43 Mitglieder, Fördermitglieder und Gäste der DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg zur Mitgliederversammlung an der VLB Berlin. Auf der Tagesordnung standen neben einem Fachvortrag ein Neuzugang, der Landesgruppenwechsel des neuen VLBGeschäftsführers Dr. Björn Ch. Klotzbücher und die Jahresplanung 2026. Nach dem offiziellen Teil folgte ein geselliger Ausklang.

Der Landesgruppenvorsitzende, Jens Kemmel, begrüßte alle Anwesenden, insbesondere das Ehrenmitglied Jörg Kirchhoff. Weiterhin richtete er seinen Dank an den neuen VLB-Geschäftsführer, Dr. Björn Klotzbücher, der die Veranstaltung ausgerichtet und das Büfett gesponsort hat.

Dr. Klotzbücher stellte sich kurz vor und berichtete u. a. von seinem Studium in Weihenstephan und seiner letzten Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Herrenhäuser Brauerei in Hannover. Im Anschluss stimmten alle anwesenden Teilnehmer für einen Wechsel Klotzbüchers von der Landesgruppe Niedersachsen zu BerlinBrandenburg.

Der neue VLBGeschäftsführer

Dr. Björn Ch. Klotzbücher stellt sich vor (vor der Präsentation stehend, rechts)

Der Bericht Kemmels begann mit einer traurigen Nachricht: Rudolf Buschkow verstarb am 9. September 2025 im Alter von 87 Jahren.

Der Landesgruppenchef skizzierte einige Stationen aus dem Lebenslauf Buschkows und bat anschließend alle Anwesenden um eine Schweigeminute. Danach würdigte

er runde Geburtstage: den 90. von Dr. Willi Horst Glaser am 26. September, den 65. von Klaus-Dieter Schemionek am 20. Oktober und von Detlef Gutsche am 6. Dezember.

Folgende Neuaufnahme wurde beantragt: Daniel Köning, zurzeit tätig an der VLB Berlin im Bereich der Sensorik, stellte sich kurz vor und wurde anschließend einstimmig in die Landesgruppe aufgenommen. Kemmel gab einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2026: Das startet traditionell mit der Jahreshauptversammlung am 13. Februar bei der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei mit der Wahl des Vorstands. Darüber hinaus sind drei Mitgliederversammlungen (17. April: BRŁO, 28. August: Braumanufaktur Forsthaus Templin und 11. Dezember: VLB Berlin) sowie ein Braumeistertag (5. und 6. Juni in Magdeburg) und ein Sommerausflug (11. Juli) geplant. Danach zeigte Olaf Hendel ein Video von der Fachexkursion im November mit Stationen u. a. bei Krombacher und Warsteiner. Dem schloss sich Paul Koennecke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am VLB-Forschungsinstitut für Bier- und Getränkeproduktion, mit einem Fachvortrag zum Thema „Pasteurisation von alkoholfreiem Bier: ‚Brauchen wir eine angepasste Formel?‘“ an.

In seinem Vortrag wurde die in der Brauindustrie verwendete Pasteurisationsformel unter dem Gesichtspunkt der Produktmatrix alkoholfreies Bier betrachtet. Dabei wurde die durch den Wegfall des Alkohols geänderte Effektivität der Hitzebehandlung anhand der D-Werte von Bierschädlingen in alkoholfreiem und alkoholreduziertem Bier diskutiert. Insbesondere mit Maltosenegativen Hefen hergestellte alkoholfreie Biere haben durch die zu -

sätzlich oft höheren pH-Werte und die enthaltene Maltose eine im Vergleich zum ‚normalen‘ Bier deutlich andere Zusammensetzung und ein breiteres Spektrum an Schädlingen (u. a. auch Kulturhefen). Eine Anhebung der Basistemperatur um 2-4 °C könnte hier mehr Produktsicherheit schaffen. Das Wachstum von pathogenen Keimen in alkoholfreiem Bier wurde in Studien der letzten Jahre vermehrt untersucht. Ob tatsächlich ein Wachstum in Flaschen unter CO2-Atmosphäre stattfinden kann, konnte bisher nicht bestätigt werden. Laut ersten Daten können die bisher betrachteten Pathogene durch herkömmliche Pasteurisation bei ausreichend PE abgetötet werden.

Nach einer regen Diskussion zum Fachvortrag endete der offizielle Teil des Treffens und das Büfett wurde eröffnet. Norbert Heyer

Paul Koennecke hält einen Fachvortrag
Fotos: VLB Berlin

Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund (DBMB) e. V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg

Die Landesgruppe reiste gen Westen

Die Fachexkursion der DBMB-Landesgruppe Berlin-Brandenburg führte vom 20. bis 22. November 2025 von Berlin aus in den Westen der Republik. Auf dem Besuchsprogramm standen MCC Label, die Krombacher Brauerei, Heuft Systemtechnik, die Warsteiner Brauerei und die Herrenhäuser Brauerei.

An einem frühen Donnerstagmorgen im späten November 2025 starteten 17 Mitglieder der DBMBLandesgruppe Berlin-Brandenburg auf dem Betriebsgelände der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei.

Der Kofferraum wurde großzügig gefüllt mit Bierspenden der BKSB, denn in den kommenden drei Tagen galt es Großes zu bewältigen: Fünf Betriebsbesichtigungen und 1500 Straßenkilometer standen auf der Agenda. Im Vorbeiflug an Potsdam wurden nicht nur drei weitere Mitglieder eingesammelt, sondern auch die Reserven durch Bier-Spezialitäten aus der Braumanufaktur Forsthaus Templin aufgestockt. Erste Station war gegen Mittag die Multi-Color Hann Münden GmbH (MCC) in Hann. Nach einer Stärkung gab uns Key-Account-Manager Marc Scherer mit seinen Kollegen einen spannenden Einblick in die Produktionsprozesse des Etikettentiefdrucks. Der Betriebsrundgang bot Raum für fachlichen Diskurs, nicht nur vor Ort, sondern auch auf der anschließenden Fahrt. Weiter ging es nach Kreuztal zur Krombacher Brauerei. Dr. Andreas Ludwig, Leiter Qualitätswesen, empfing uns zu einem Rundgang durch die beeindruckend große Brauerei. Die derzeit laufenden Investitionen in die Abfüllung und Sortierung erläuterte uns Ludger Hense, Leiter Abfüllung. Die Modernisierung ist in vollem Gange und es wurde gezeigt, wie Tradition, Effizienz und Sortenvielfalt in dieser Größenordnung funktionieren. Bei einer Brotzeit („Krombacher Dreiklang“) in der Brauerei fand der Tag einen gelungenen Abschluss. Am Freitagmorgen ging es noch ein Stück tiefer in den Westen zur Heuft Systemtechnik GmbH nach Burgbrohl. Hier empfing uns DBMBKollege und Vertriebsgebietsleiter Nordost, Matthias Kirchberg. Gemeinsam mit den Produktmanagern Rudolf Hilt und Dirk Henschke gab er

einen Einblick in die Geschichte des familiengeführten Spezialisten für Inspektions- und Kontrollsys teme. Es folgten Vorführungen an Geräten vor Ort, die auf reges Interesse stießen. Eine Mittagspause im lichtdurchfluteten Kundenzentrum mit herrlichem Blick über die Vulkaneifel machte den Abschied schwer. Danach ging es weiter ins Sauerland zur Warsteiner Brauerei. Trotz parallel stattfindender Betriebsversammlung, in deren AnschlussUmtrunk wir quasi hineinplatzten, wurden wir herzlich von Friso de Jong, Direktor der Warsteiner Welt, in ebendieser empfangen. Es folgte eine Darbietung der 270-jährigen Brautradition am Standort im hauseigenen 360°-Multimedia-Kino. Mit der Besucherbahn ging es anschließend durch die Brauerei, mit einem außerplanmäßigen ersten Stopp an der Brauakademie. Hier empfingen uns die QS-Mitarbeiter Mike Ahrens, Jens Gruhl und Jens Tüllmann mit einem frisch gezwickelten Warsteiner Dunkel und einem offenen Ohr für Fragen. Für einen zweiten außerplanmäßigen Stopp im Zentrallabor sorgte unser Landesgruppenmitglied Heiko Woest, Leiter Qualitäts-

management der Haus Cramer Gruppe. Anschließend ging es zurück ins Braustübchen der Warsteiner Welt, wo wir zum geselligen Beisammensein nach der Betriebsversammlung eingeladen wurden und Catharina Cramer, Eigentümerin der Warsteiner Gruppe, es sich nicht nehmen ließ, uns persönlich zu begrüßen. Am Samstagmorgen starteten wir zur letzten Etappe nach Hannover. Bei der Herrenhäuser Brauerei begrüßte uns Betriebsleiter Lars Sauer. Einige traditionell-historische Anlagen sind hier zu bestaunen, von denen die eine oder andere sogar noch in Betrieb ist. Sauer lebt die Begeisterung für den Standort, was sich uns bei der Führung durch die verwinkelte Brauerei eindrucksvoll darstellte. Der Besuch fand einen schönen Ausklang bei einer Brotzeit und leckerem Herrenhäuser Bieren mit Ausblick über Hannover. Allen Gastgebern unserer Fachexkursion sei herzlichst gedankt für das warme, großzügige und offene Willkommen. Die Exkursion war ein lehr- und erlebnisreicher Streifzug durch unsere facettenreiche Branche.

Lisa Bauer

Nächster Termin der DBMB-Landesgruppe BerlinBrandenburg: 13. Februar 2026, Jahreshauptversammlung in der BerlinerKindl-SchultheissBrauerei

Die Gruppe auf der letzten Station der Exkursion bei der Privatbrauerei Herrenhausen in Hannover

Foto: VLB Berlin

In diesem Jahr zum 20. Mal gehen die VLBCertified-Brewmaster an den Start. 27 Teilnehmer haben ihre Ausbildung am 7. Januar 2026 begonnen

27 Teilnehmer, 14 Nationen und 1 Jubiläum

Zum 20. Mal findet der VLB Certified Brewmaster Course in diesem Jahr statt. Seit 2006 haben 670 Absolventen aus 78 Nationen ihre wohlverdienten Zertifikate entgegengenommen. Seit Mittwoch, 7. Januar 2026, sind nun 27 weitere Teilnehmer an der VLB und arbeiten hart, damit auch sie im Sommer ihren Abschluss feiern können.

(ew) Eine bunt gemischte Truppe mit 27 Teilnehmern aus 14 Nationen nahm am Morgen des 7. Januar 2026 die Plätze im Singha-Raum des VLB-Aus- und Fortbildungszentrums ein. Nach einer kurzen organisatorischen Einführung begrüßte Kursleiter Burghard Meyer alle Anwesenden und appellierte an den Fleiß der Teilnehmer, ohne den der Kurs nicht zu schaffen sei.

„Der VLB-Certified-BrewmasterKurs ist anspruchsvoll – ihr werdet an eure Grenzen kommen“, prophezeite Meyer. Am Nachmittag begrüßte der neue VLB-Geschäftsführer Dr. Björn

Ch. Klotzbücher die gut gelaunte Klasse. Erstmals in dieser Funktion hieß Klotzbücher alle Beteiligten in ihrer Landessprache willkommen und stellte jeden Einzelnen vor. „Zusammen mit dem deutschsprachigen Braumeisterkurs ist der Certified Brewmaster das Ausbildungsflaggschiff der VLB. Sie erwartet ein äußerst interessanter und abwechslungsreicher, aber auch ein sehr anspruchsvoller und intensiver Stundenplan“, erklärte der neue VLB-Geschäftsführer. „Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bei uns an der VLB und sage: ‚Prost und viel Erfolg!‘ “

Nach drei Wochen Theorie werden Anfang Februar erste praktische Module stattfinden. Interne wie externe Dozenten unterrichten, wie gewohnt, ihre Schützlinge mit viel Engagement und Know-how in den hauseigenen Laboren und der Pilotbrauerei im Wilfried-RinkeTechnikum. Nach den Abschlussprüfungen Mitte Juni gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Exkursion. Und am Freitag, den 26. Juni 2026, werden zum 20. Mal die begehrten Zertifikate verliehen – in der Hoffnung, dass dann die Anzahl der erfolgreichen Absolventen auf 697 steigt.

 20. VLB CERTIFIED BREWMASTER COURSE
Foto: ew

Grundstein des „VLB-Neubaus“ ist endlich angekommen…

Zwölf Jahre nach der symbolischen Grundsteinlegung und acht Jahre nach dem Einzug hat die „Zeitkapsel“ des VLB-Neubaus nun ihren endgültigen Bestimmungsort erreicht: Am 5. Dezember 2025 wurde der 2013 verschlossene Edelstahlbehälter in der eigens dafür vorgesehenen Mauernische im Untergeschoss deponiert.

(oh) Die symbolische Grundsteinlegung des VLB-Neubaus fand am Abend des 28. Oktober 2013 im Rahmen der 100. VLB-Oktobertagung statt – damals in Anwesenheit von Henner Bunde (Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), VLB-Präsident Dr. Axel Th. Simon und zahlreichen Gästen der Tagung. Der Tradition folgend wurde damals eine Zeitkapsel aus Edelstahl in einen Sockel eingemauert, gefüllt mit: ‰ einem Satz Euro-Münzen aus dem Jahr 2013

‰ der Oktober-Ausgabe 2013 des Brauerei Forum

‰ den unterzeichneten Redemanuskripten der Zeremonie ‰ einer Flasche „Berliner Edel Grätzer Rauchbier“ – extra gebraut in der VLB-Studienbrauerei nach einem alten VLB-Rezept.

Da sich der Start der Rohbauarbeiten seinerzeit wegen einer Vergabeklage um acht Monate verzögerte,

wurde die Kapsel zunächst wieder entnommen, eingelagert und war in Vergessenheit geraten. Nun ist sie an ihrem finalen Bestimmungsort angekommen – als symbolischer Gruß an die Zukunft und in bester Tradition der Grundsteinrituale auch als „Schutzzeichen“ für das Gebäude.

VLB-CFO Gerhard

A. Schreiber, ehem. VLB-Geschäftsführer

Dr. Josef Fontaine, der technische Projektleiter für den Neubau, Michael Sack, und VLBGeschäftsführer Dr. Björn Ch. Klotzbücher übergeben die Zeitkapsel in ihre Mauernische

Vorbereitungskurs zum/r Brau- und Malzmeister/in

Fach- und handlungsspezifische Qualifikationen für Braumeister zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin

Beginn: 5. Oktober 2026 / Dauer: 11 Monate / Sprache: Deutsch

Kursziel:

Dieser Kurs bereitet auf die fachspezifische Prüfung für Brau- und Malzmeister/innen an der Handwerkskammer Berlin vor. Er ist konzipiert für künftige Führungskräfte in Industriebetrieben sowie in mittelständischen Brauereien. Darüber hinaus bietet die Meis terausbildung auch eine solide Grundlage für die Gründung eines eigenen Unternehmens. Aufbau des Kurses:

Der Kurs verfolgt einen integrierten Bildungsansatz („Blended Learning“). Dabei werden Elemente wie klassische Präsenzveranstaltungen, geführtes Selbststudium und E-Learning-Elemente kombiniert. Für etwa 40 % der Lehrveranstaltungen besteht Präsenzpflicht in Berlin. Die weiteren Lehreinheiten werden in einer Kombination aus mediengestützem Selbststudium mit E-Learning-Elementen und regelmäßigen Lernkontrollen online durchgeführt und sind nicht standortgebunden. Die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin schließt diese Fortbildung im Oktober 2027 ab. Weitere Informationen stehen auf unserer Webseite zur Verfügung.

VLB Berlin, biering@vlb-berlin.org

Foto: oh

Deutscher Braumeister- und Malzmeister-Bund (DBMB) e. V. – Landesgruppe Sachsen

Auf dem Weg zum erlesenen Tropfen

Im Dresdner Alberthafen trafen sich Anfang Dezember 45 Teilnehmer der DBMB-Landesgruppe Sachsen des Deutschen Braumeister- und Malzmeister-Bundes e. V. zur Jahresabschlussveranstaltung bei der Dresdner Whisky Manufaktur GmbH.

Mitglieder der DBMB-Landesgruppe Sachsen zu Besuch bei der Dresdner Whisky Manufaktur, rechts das NessieSystem

Frank Leichsenring und Thomas Michalski erfüllten sich 2019 mit der Gründung des Unternehmens und der Marke „Hellinger 42“ einen Traum. 2020 wurde das Gründerteam um Uwe Löscher und Rainer Kern erweitert, die wie die beiden Pioniere die Leidenschaft für guten Whisky teilen. Die Produktion der eigenen Single Malts startete 2022. Den Umfang des ehrgeizigen Projekts konnten die Landesgruppenmitglieder bei der Führung erleben. Dabei wurden die Prozessschritte von der Maischarbeit bis zur Fassabfüllung besichtigt. Für die Produktion der Whisky-Spezialitäten kommen Gerstenmalze aus drei Mälzereien zum Einsatz, ein im Torfrauch gedarrtes Malz wird von einer schottischen Mälzerei geliefert. Nach der Maischarbeit durch -

läuft die Maische ein kontinuierlich arbeitendes Läutersystem vom Typ Nessie von Ziemann Holvrieka. Da während der Führung produziert wurde, erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, das seitliche Ablaufen der Würze in den geöffneten Drehfiltern des Läutersystems zu beobachten. Je Sud werden ca. 100 hl Würze hergestellt und auf 25 °C Anstelltemperatur gekühlt. Im 200 hl fassenden Gärtank wird nach Abschluss des Gärprozesses nach etwa drei Tagen ein Alkoholgehalt von 10 bis 11 Vol.-% erreicht. Für den Brennvorgang stehen zwei Brennblasen mit jeweils 5000 l Volumen zur Verfügung. Die anfallende Schlempe wird an ein regional ansässiges Unternehmen zur Biogaserzeugung übergeben. Die Abfüllung des Whiskys erfolgt zu 95 % in ehemalige Bourbon-Fässer. Dabei wird das Produkt zuvor mit Wasser geblendet und auf einen

Alkoholgehalt von ca. 63 Vol.-% eingestellt. Im anschließenden Fachvortrag blickte Konstantin Ziller, Ziemann Holvrieka, auf 170 Jahre Ziemann-Firmengeschichte zurück. Er stellte die Besonderheiten der Schrotmühle T-Rex und des Läutersystems Nessie heraus. Das außergewöhnlich anmutende Läutersystem Nessie ist als Drehscheibenfilter mit rotierenden Trommeln mit einem Durchmesser von ca. 1 m ausgeführt. Als Filteroberfläche kommt ein jeweils seitlich angeordnetes gesintertes Edelstahlsieb mit einer Porosität von 70 µm zum Einsatz. Im unteren Teil der sich drehenden Filteroberflächen fließen Würze und Nachgüsse seitlich am Boden ab. Das Auswaschen des entstehenden Treberbetts erfolgt über oberhalb der Trommel angeordnete Sprühkugeln. Über eine Öffnung wird das nasse Trebermaterial zur jeweils nächsten Trommel überführt.

Vorteile des Verfahrens sind die Rohstoffflexibilität und die quasikontinuierliche Betriebsweise. Während sich das Läutersystem in Brauereianwendungen bedingt durch vergleichsweise trübe Würzen bislang noch etwas Justierung benötigt, ist das Verfahren insbesondere für Anwendungen wie die Whiskyherstellung mit sich anschließender Destillation interessant.

Die DBMB-Landesgruppe bedankte sich bei Geschäftsführer Jörg Hans und seinen Braumeisterkollegen von der Dresdner Whisky Manufaktur, bei Volker Bergmann, Bergmann Rohr- und Schweisstechnik, für das Abendessen sowie bei Konstantin Ziller für die fachliche Begleitung. Ein besonderer Dank gilt zudem der Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH und den Oppacher Mineralquellen für die Bereitstellung der Getränke.

Alexander Hofmann

Foto: DBMB

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Brauer-Schule: Lösungen von Seite 10

Fachfragen

1. c) / 2. e) / 3. d) / 4. d) / 5. b) / 6. d) / 7. b) / 8. e)

Fachrechnen

1. Volumen von heißer Würze ausrechnen (Kontraktionsfaktor 0,96)

132 hL Anstellwürze (kalt) : 0,96 ⇒ 137,5 hL Ausschlagwürze (heiß)

2. Volumen von Pfannevollwürze berechnen

94 % = 137,5 hL 137,5 ∙ 100 100 % = x hL x = = 146,277 hL Pfannevollwürze 94

3. Extraktgehalt der Pfannevollwürze berechnen:

132 hL Anstellwürze = 11,8 % 11,8 ∙ 132 146,227 hL Pfannevollwürze = x % x = % = 10,65 % 146,227

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Brauerei Forum

Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner

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 27. VLB-Logistikfachkongress

3. bis 5. März 2026, Meschede

 110. internationale Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung

24. bis 26. März 2026, Erding

 5th VLB Symposium on Acidic Fermented Non-Alcoholic Beverages

12. bis 13. Mai 2026, Berlin

 VLB-Fachtagung Getränkeverpackung 2026

20./21. Mai 2026, Berlin

 Bangkok Brewing Conference 2026

8. bis 10. Juni 2026, Bangkok, Thailand

 VLB-Sommerfest 2026

3. Juli 2026, Berlin

 IfGB-Destillateurmeisterkurs 2026

10. August bis 16. Oktober 2026, Berlin

 1st VLB Draft Beer Conference 2026

1./2. September, Bergamo, Italien

 1st North American VLB Brewing & Packaging Conference 2026

14. bis 18. September 2026, Toronto, Kanada

 24. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei

29./30. September 2026, Neckarsulm

 VLB-Braumeisterkurs 2026/2027

5. Oktober 2026 bis Oktober 2027, Berlin

 110. VLB-Oktobertagung 12./13. Oktober 2026, Berlin

 16. Ibero-Amerikanisches Symposium

23. bis 25. November 2026, Panama

 Workshop"Beverage Technology for Brewers"

26. Oktober bis 6. November 2026, Berlin

 Praxiskurs Mikrobiologie

23. bis 27. November 2026, Berlin

 Seminar "Brauen für Nicht-Brauer"

2./3. Dezember 2026, Berlin

Weitere Termine

 DBMB-Landegruppe Berlin-Brandenburg, Jahreshauptversammlung

13. Februar 2026, Berliner-Kindl-SchultheissBrauerei

 Getränke.Groß.Handeln.

26./27. Februar 2026, Bonn

 Deutscher Braumeistertag des DBMB

5. bis 7. Juni 2026, Magdeburg

 40 th EBC Congress

6. bis 9. September 2026, Rotterdam, NL

 Brau Beviale 2026

10. bis 12. November 2026, Nürnberg

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