BRAUEREI
FORUM Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner
Ausgabe 3 | 5. März 2021 | 36. Jahrgang | ISSN 0179-2466
IN DIE SER A USGA IfGB A BE: KTUEL Brenn L – Inf ereien or und S mationen f piritu osen- ür Herst el
ler
VLB-Abteilung Wasserqualität, -management
und -technologie (WMT) im Porträt VLB startet mit Online-Tagung erfolgreich
ins Jahr 2021 Chronik: VLB Berlin im Wandel der Zeit, Teil 2 Bierabsatz während Corona-Krise gesunken Informationsservice der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin
www.brauerei-forum.de
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special malts / classical and modern malting systems / small scale malting and malting systems / equipment for micro maltings
assessment of quality parameters
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INHALT INHALT
MENSCHEN & UNTERNEHMEN 4 Andreas Faustmann verstärkt Landskron Brau-Manufaktur / Krones: Steinecker als eigenständiges Tochterunternehmen ausgegeliedert 5 VLB aktuell: Jan Biering übernimmt operative Leitung des VLB-Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion / Traueranzeige Dieter Prokein
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6 Gerolsteiner Brunnen: Gut gerüstet für die Zukunft / Flensburger Brauerei blickt trotz der Corona-Einbußen positiv in die Zukunft
In der VLB-Abteilung Wasserqualität, -mangement und -technologie dreht sich alles um das Wasser. Wie mannigfaltig dieses Molekül ist, erzählen zwei, die es wissen müssen, im Interview
TECHNIK & TECHNOLOGIE 7 Die Abteilung Wasserqualität, -management und -technologie (WMT): Rundum-Service im Dienste des Wassers 11 Kelvion spendet Wärmeübertragerplatten für die Braumeisterausbildung an der VLB / BarthHaas: Bewerbungsfrist für BarthHaas-Grants beginnt am 1. März 12 1. VLB-Jahresauftakt: VLB startet mit Online-Tagung erfolgreich ins Jahr 2021 16 Chronik: Die VLB Berlin im Wandel der Zeit, Teil 2: In der Zeit des Nationalsozialismus prägte Hermann Fink das Institut
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19 Brauer-Schule: Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende – Enzyme
Das VLB-Jahr 2021 hat gut begonnen: Vom 26. bis 28. Januar fand die 1. Online-Jahrestagung auf dem Virtual Campus der VLB Berlin statt. Auf dem Programm standen hochkarätige Vorträge und virtuelles Networking
IfGB AKTUELL 20 Tagungen: Brennereitechnologie, Wildhefen und PrestigeFlaschen: 18. IfGB-Forum in Graz erfolgeich 24 Tagungen: 19. IfGB-Forum 2021 in Höhr-Grenzhausen / Fachliteratur: Kolloquiumsbericht Alkoholgeschichte(n) 25 Fortbildung: Destillateur-Aufbaukurs 2021 gut gebucht
MARKT & MARKEN
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26 Bierabsatz während der Corona-Krise deutlich gesunken 27 Radeberger Pilsner verzichtet auf 0,33-l-Individualflasche und stellt auf Pool der GeMeMa um 28 Nachrichten: Mit Prinzregent Luitpold Weizenbock die Starkbierzeit genießen / Karlsberg Helles Weizenbock startet als saisonale Bierspezialität im Handel 29 Lübzer startet mit Naturradler Rhabarber ins Frühjahr
INSTITUTIONEN & VERBÄNDE
Teil 2 der 3-teiligen Chronik „VLB im Wandel der Zeit“ konzentriert sich auf die Weimarer Republik. Von 1933 bis 1945 stand mit Hermann Fink ein renommierter Wissenschaftler und NSDAP-Mitglied an der Spitze der VLB
30 Nachrichten: Berliner Kindl bringt ersten alkoholfreien Biergenuss auf den Markt / Berliner Kindl goes Kirsche
SONSTIGES
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31 drinktec wird in den September 2022 verschoben / Lösungen Brauer-Schule / Impressum 32 Veranstaltungskalender
Titelfoto: Vials im Reagenzglasständer/ew
Vom 5. bis 8. Oktober 2020 tagte das 18. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei in Graz. Am Tag 3 lag der Fokus auf Neuerungen für die Brennerei von Automation bis Vakuum sowie Marketing und Verpackung
Brauerei Forum – März 2021
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MENSCHEN & UNTERNEHMEN
NACHRICHTEN
Andreas Faustmann verstärkt Landskron Brau-Manufaktur
Die LandskronBraumeister Heiko Hänisch und Andreas Faustmann
(F.) Nach seinem Abitur studierte der gebürtige Cottbuser Biotechnologie mit der Fachrichtung Brauwesen an der Technischen Universität Berlin. Danach war er als Projektbetreuer und technischer Projektmanager bei der Öttinger Brau GmbH tätig. Seit Februar 2014 arbeitete Andreas Faustmann als technischer Mitarbeiter der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei e.V. Hier lag sein Schwerpunkt darauf, die zukünftigen Braumeister und Brauingenieure auszubilden. Er gab Schulungen im nationalen und internationalen Umfeld, bpsw. unterrichtete er die Stu-
Foto: Landskron
Mit Andreas Faustmann kommt ein bereits bekannter Braumeister zurück in die Landskron-Familie. Von März bis April 2001 war Faustmann als Urlaubsvertretung im Brauhaus Cottbus, das damals noch zu Landskron gehörte, schon mit unserem jetzigen Braumeister Heiko Hänisch gemeinsam tätig.
dierenden des deutschsprachigen Brau- und Malzmeisterkurses oder der Fortbildung Craftbrewing in Practice. Außerdem leistete er technische und technologische Betreuung und Beratung von Brauereien. Nun wird Andreas Faustmann gemeinsam mit Heiko Hänisch die Produktion der Landskron Brau-
Manufaktur leiten und sein Wissen und seine umfassende Erfahrung mit einbringen. „Wir sind stolz, einen so erfahrenen Braumeister in der Landskron-Familie begrüßen zu dürfen und freuen uns auf eine genussvolle Zusammenarbeit“, so ein Vertreter der Brauerei.
Krones
Steinecker als eigenständiges Tochterunternehmen ausgegeliedert Die Krones AG bündelt ab April sämtliche Aktivitäten rund um das Brauereigeschäft in der neu gegründeten Steinecker GmbH. Krones bündelt Aktivitäten rund um das Brauereigeschäft in der Steinecker GmbH
Foto: Linda Kohl, Krones AG
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(F.) Seit mehr als 145 Jahren ist Steinecker als Synonym für Brauereitechnologie weltweit bekannt. Über 25 Jahre lang trat Krones mit der Technologie von Steinecker als Komplettanbieter in der Brau- und Getränkeindustrie auf. Als ein Ergebnis interner Optimierungen hat sich Krones nun dazu ent schlossen, den Anlagenbau für die Prozesstechnik auszugliedern. Ab April 2021 bietet deshalb die neu gegründete Steinecker GmbH sämtliche brauereispezifischen ProzesstechnikBrauerei Forum – März 2021
Lösungen und -Anlagen an – von der Rohstoffannahme bis zum fertigen Produkt, ergänzt um die passenden After-Sales- und ServiceKonzepte. Die Geschäftsführung des Tochterunternehmens übernimmt Dirk Hämling. Er leitet seit Sommer 2020 die Business Line Breweries am Standort Freising. Während seiner mehr als 20-jährigen internationalen Tätigkeit bekleidete er unterschiedliche Management-Positionen im prozesstechnikorientierten Maschinen- und Anlagenbau. Hauptsitz der Steinecker GmbH wird Freising sein. Von dort aus soll sich das rund 450-köpfige Team aus erfahrenen Brauerei- und Getränkeexperten, Ingenieuren, Technologen, Projektleitern, Automations- und Produktionsexperten um Projekte von Brauereikunden auf der ganzen Welt kümmern. Er-
weitert wird das Leistungsportfolio um den Bereich Automation und integriert Steuerungslösungen wie das eigene Prozessleitsystem Botec F1. Dazu kommen After-Sales- und Servicekonzepte, die exakt auf die Anforderungen von ProzesstechnikAnlagen ausgelegt sind. Darüber hinaus soll Steinecker weiter im engen Schulterschluss mit Krones agieren: So wird das Tochterunternehmen von dem starken, internationalen Produktions-, Vertriebs- und Servicenetzwerk von Krones mit mehr als 100 Standorten weltweit profitieren. Entscheidet sich ein Getränkebetrieb künftig für eine Turnkey-Lösung aus dem Krones-Portfolio, werden Gesamtanlagen, die neben Prozesstechnik bspw. auch Abfülltechnologie oder Utility-Lösungen enthalten, weiterhin aus einer Hand angeboten, informiert die Krones AG.
VLB AKTUELL
Jan Biering übernimmt operative Leitung des VLBForschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion Zum 1. Februar 2021 hat Jan Biering die operative Leitung des Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP) übernommen. Er folgt damit auf Dr. Roland Pahl, der die VLB Ende Januar auf eigenen Wunsch verlassen hat.
Foto: ew
schäftsführer Dr. Josef Fontaine interimistisch übernommen. „An der VLB gab es in den vergangenen Monaten einige personelle Veränderungen, auf die wir kurzfristig reagiert haben. Mit Jan Biering haben wir einen kompetenten und engagierten Mitarbeiter aus unseren Reihen für die Leitung des operativen Geschäfts im FIBGP gewinnen können. Bevor wir weitere personelle Entscheidungen treffen, wollen wir die Entwicklung der Pandemie-Situation in den kommenden Monaten abwarten“, betont Fontaine.
Jan Biering übernimmt die operative Leitung des FIBGP (oh) Der gelernte und studierte Brauer – geboren 1976 in Hildburghausen – begann seine berufliche Karriere mit einer Ausbildung zum Brauer und Mälzer an der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft. Sein anschließendes Studium an der Technischen Universität Berlin schloss er als Diplom-Ingenieur für Biotechnologie mit Fachrichtung Brauwesen ab. 2003 führte ihn sein Weg nach Thüringen, wo er bis 2011 als Betriebsleiter die Geschicke der Schlossbrauerei Schwarzbach führte. 2012 ging Biering zurück nach Berlin – dort machte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dozent und Berater, insbesondere auch im internationalen Umfeld der VLB einen Namen. Ab 2019 war er stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Bier- und Getränkeproduktion. Seit Februar 2021 hat er die operative Leitung des Instituts übernommen, die auch Personalführung und
Kontakt VLB Berlin Forschungsinstitut für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP) biering@vlb-berlin.org
Budgetverwaltung einschließt. Die Gesamtverantwortung des Forschungsinstituts hat VLB-Ge-
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Nach langer, schwerer Krankheit verstarb unser langjähriger Kollege
Dieter Prokein * 12. Januar 1965
† 12. Januar 2021
Redakteur beim Brauerei Forum von 2002 bis 2018 In stillem Gedenken. Die Redaktion Brauerei Forum und weitere Kolleginnen und Kollegen der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V.
Brauerei Forum – März 2021
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MENSCHEN & UNTERNEHMEN
NACHRICHTEN
Gerolsteiner Brunnen: Gut gerüstet für die Zukunft Der Gerolsteiner Brunnen ist mit viel Schwung ins Jahr 2021 gestartet. Im Fokus der Aktivitäten des aktuellen Geschäftsjahres stehen der Ausbau der Marktführerschaft unter den Markenmineralwässern sowie die Stärkung des Segments Erfrischungsgetränke. (F.) Ungeachtet der Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbeson-
Roel Annega, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gerolsteiner Brunnen
Foto: Gerolsteiner
dere auf das Gastronomiegeschäft, ist es dem Unternehmen 2020 gelungen, den Absatz mit 7,6 Mio. hl annähernd auf Vorjahresniveau zu halten (-1,9 %). Ein Grund dafür war u.a. das starke Wachstum im Glas-Mehrweg-Sortiment (+11,7 % zum Vorjahr), das im vergangenen Jahr um ein neues 0,75-l-Individualgebinde erweitert wurde. Der Nettoumsatz des Gerolsteiner Brunnen lag im Jahr 2020 bei 292 Mio. € (-3,3 %). „Die Bilanz zeigt, dass wir durch frühzeitiges Handeln und eine große gemeinsame Kraftanstrengung verhältnismäßig gut durch dieses besondere Jahr gekommen sind“, sagt Roel Annega, Vorsitzender der Geschäftsführung. Klare Markenpositionierung Beim Kerngeschäft Mineralwasser hat der Gerolsteiner Brunnen seine Marktführerschaft im vergangenen
Jahr ausgebaut und liegt mit einem Umsatz-Marktanteil von 9,4 % (2019: 9,2%) weiter unangefochten an der Spitze der Markenmineralwässer in Deutschland (Quelle: Nielsen). Als Erfolgsgarant bestätigt sich auch 2020 die Gebindevielfalt. Gerolsteiner ist absatz- und umsatzstärkster Anbieter bei Glassowie PET-Mehrweg. Der Mehrweganteil lag 2020 bei 67 %. Ein weiterer Grund für die positive Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr sind die starken Impulse durch Saisonartikel bei den Erfrischungsgetränken. Auch im Corona-Jahr hat Gerolsteiner seine ambitionierten Nachhaltigkeitsziele konsequent umgesetzt, ist am Standort und entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral (Scope 1 bis 3) und bekennt sich zum 1,5-Grad-Ziel der internationalen Klimaschutzpolitik.
Flensburger Brauerei blickt trotz der Corona-Einbußen positiv in die Zukunft 2020 – ein Jahr im Ausnahmezustand. Was im Herbst 2019 in der Flensburger Brauerei von langer Hand für das Folgejahr geplant und beschlossen wurde, musste im März 2020 kurzerhand verworfen werden. Mit Flexibilität, zusätzlichem Arbeitsaufwand und positivem Denken musste jeder Bereich mithelfen und kurzfristig umdenken. (F.) Mit der Pandemie veränderte sich von einem Tag auf den anderen das Ver brauch er ver halten auf der ganzen Welt. Der Export kam fast zum Erliegen. Die Einkaufsintervalle der Verbraucher wurden größer, der Konsum zu Hause häufiger und die Gäste, die normalerweise ein Flens vom Fass trinken, blieben durch
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Brauerei Forum – März 2021
die Schließungen in der Gastronomie ganz aus. Der Gastronomieabsatz erreichte deshalb nicht einmal mehr 48 % des Vorjahres. Um auf der anderen Seite den steigenden Konsum zu Hause zu decken, musste die Privatbrauerei ungeplante Investitionen in die kultige, aber teure Bügelverschlussflasche tätigen, Lagerkapazitäten schaffen und die größten Anstrengungen unternehmen, um für Nachschub im Lebensmittel einzelhandel zu sorgen. Vor allem die alkoholfreien Sorten wie das Flensburger Frei oder Flensburger Radler Alkoholfrei, aber auch das Flensburger Gold und Flensburger Radler waren besonders beliebt. „Im Hochsommer gab es Wochen, in denen wir diese gestiegene Nachfrage im Handel nur mit enormen Kraftanstrengungen bewältigen konnten. Konnte man unsere Biere nicht vom Fass genießen, suchte man diese im Handel. Außerdem ist unser Flens nach wie vor immer
mehr gefragt. Unsere wachsende Verwenderschaft schätzt, dass wir unabhängig sind und unser Handeln deshalb von Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und Transparenz geprägt ist. Momentan kommt hinzu, dass starke Marken mit regionalen Wurzeln den Verbrauchern in Krisenzeiten ein Gefühl von Sicherheit geben“, erklärt Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus. Am Ende des Corona-Jahres konnte sich die Privatbrauerei zwar erneut von einem rückläufigen Absatztrend im Biermarkt absetzen. Die Verluste aus dem Bereich Gastronomie und Export konnten jedoch nicht ganz ausgeglichen werden. Im Ergebnis erwirtschaftete die Flensburger Brauerei ein Minus von mehr als 30 %. Norddeutschlands größte Privatbrauerei hat die Weichen trotz Corona für die Zukunft gestellt. In 2021 wird weiter investiert und die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant.
TECHNIK & TECHNOLOGIE
VLB AKTUELL
Die Abteilung Wasserqualität, -management und -technologie (WMT): Rundum-Service im Dienste des Wassers Die Abteilung Wasserqualität, -management und -technologie wurde 2015 in das seinerzeit neu gegründete VLB-Forschungsinstitut für Biotechnologie und Wasser (FIBW), seit November 2020 unter der Leitung von Dr. Martin Senz, integriert. Fünf Mitarbeiter nehmen Proben, quantifizieren, analysieren, beraten, forschen und leisten vieles mehr. Die Aufgaben sind mannigfaltig, denn: „Wasser ist deutlich mehr als nur H2O“, sind sich Dr. Alfons Ahrens und Stefan Reimann einig. Der Abteilungs- und der Laborleiter erzählen im Interview, weshalb der Wasserbereich als unverzichtbarer Baustein des Leistungsangebots der VLB weiter gestärkt werden sollte. tische Bedingungen sowie anthropogene Faktoren beeinflussen die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und demnach die Qualität eines Wassers am Punkt der Entnahme. Handelt es sich um Oberflächenoder Grundwasser? Ist das Wasser bereits bis auf Trinkwasserqualität aufbereitet? All das macht einen Unterschied. Und auf all das fokussieren wir uns: Wir analysieren, quantifizieren und legen darüber hinaus unsere Einschätzung und Empfehlung für die Brau- und Getränkeindustrie vor, ob ein Wasser für den angedachten Anwendungsfall geeignet ist und, falls nicht, wie es ggf. aufzubereiten ist.
Fotos: ew
Welches sind die Kernaufgaben der Abteilung Wasserqualität, -management und -technologie? Ahrens: Der Fokus unserer täglichen Arbeit liegt auf der Analytik von Trink-, Prozess- und Abwässern, auf der Betriebsberatung sowie auf der Forschung. Darüber hinaus sind einige Mitarbeiter in der Lehre und in verschiedenen Branchengremien tätig. Wo liegen die Schwerpunkte bei der Auftragsanalytik? Ahrens: Einer unserer Schwerpunkte sind chemisch-physikalische Trinkwasseruntersuchungen nach der Trinkwasserverordnung, z. B. untersuchen wir das Wasser auf Belas tungen mit Nitrat und Schwermetallen. Darüber hinaus führen wir Brau- und Prozesswasseranalysen für die Getränkeindustrie durch. Zudem werden die chemisch-physikalischen sowie sensorischen
Untersuchungen im Rahmen der jährlichen DLG-Qualitätsprüfung für Mineral-, Quell- und Tafelwasser von uns verantwortet. Bei dieser Prüfung bin ich als Prüfbevollmächtigter der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) tätig. Reimann: Trinkwasser ist die rohstoffliche Basis für die Herstellung von Getränken. In diesem Zusammenhang spielen auch wasserbezogene technologische Fragestellungen eine Rolle: Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf das finale Produkt? Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf den Herstellungsprozess? Allgemein gesprochen, geht es im Wesentlichen um die Ionenzusammensetzung bzw. um die Inhaltsstoffe. Wasser ist deutlich mehr als nur H2O. Global betrachtet ist Wasser das universelle Lösungsmittel. Geo graphische, geologische und klima-
Im TOC-Analyzer wird der Kohlenstoffgehalt im Wasser bestimmt
Das WMT führt auch Hemm- und Abbaubarkeitstests durch – worum geht es bei diesen Tests? Ahrens: Bei Hemmtests geht es um die Simulierung von biologischen Kläranlagen – in kleinen Gefäßen im Laboransatz. Wir geben Stoffe hinzu, die im Betrieb für Probleme bei der biologischen Abwasserbereitung sorgen könnten. Das sind häufig Substanzen aus dem Reinigungs- und Desinfektionsmittelbereich oder Leimstoffe für Etiketten. Im Rahmen der Hemmtests stellen wir fest, ob eine Hemmung im kleinen Maßstab vorliegt und ob Betriebsstoffe entsprechend gefährlich für die biologische Kläranlage sein können. In Abbaubarkeitstests geht es um die biologische Abbaubarkeit, d.h. es gibt Stoffe, die zwar nicht hemmen, aber trotzdem schwer abbaubar sind. Beide Fragestellungen sind in der Regel nicht voneinander zu trennen. Die Brauerei Forum – März 2021
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
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Ergebnisse dieser Tests können wertvolle Entscheidungshilfen sein bei beabsichtigten, meist ökonomisch motivierten Wechseln von Betriebsstoffen.
Bild oben: TOC-Analyzer Bild unten: Im Ionencromatographen werden die An ionen im Wasser quantifiziert
Die Probennahme und Untersuchung von Nutzwasser aus Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern durch die VLB Berlin wurden vor rund zwei Jahren nach der 42. BlmSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) und VDI 2047 (Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure) erfolgreich akkreditiert. Was bedeutet dieses Serviceangebot der VLB für den Kunden? Reimann: Die Bereiche Trink- und Abwasser unterliegen strengen gesetzlichen Regelungen, dabei gehen Probenahme und Analytik Hand in Hand. Das heißt, alles, was wir im Rahmen der gesetzlich geregelten Auftragsanalytik bearbeiten, sei es Trink- oder Abwasser, Nutzwasser aus Verdunstungskühlanlagen oder Nassabscheidern, muss zertifiziert beprobt werden. Das ist der wesentliche Unterschied zu anderen akkreditierten Laborbereichen der VLB. Am WMT müssen wir die Proben, die wir entsprechend der
gesetzlichen Vorgaben analysieren, selbst gezogen haben. Mit der Akkreditierung für Probenahme und Untersuchung von Nutzwasser aus Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern haben WMT und BEAM ihr Serviceangebot im Bereich Wasseranalytik weiter ausgebaut. Unsere Kunden können das gesamte Spektrum der bei ihnen anfallenden Wässer zu gezielten Fragestellungen analysieren lassen. Ahrens: Erstellen wir einen Bericht gemäß Trinkwasserverordnung oder 42. BImSchV, müssen wir vorher die Proben selbst gezogen haben. Schicken uns z.B. Brauereien aus dem Ausland Proben mit Trinkwasserbezug, erstellen wir in diesen Fällen einen „inoffiziellen“ Testbericht, d.h. einen VLB-Analysebericht allein auf der Grundlage unserer WMT-Expertise. Nach welchen Normen und Verordnungen ist das WMT-Labor akkreditiert? Ahrens: Unser Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17015:2018 akkreditiert. Im Bereich Trinkwasser-Probenahme und -Analytik sind wir eine zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstelle nach § 15 der Trinkwasserverordnung. Im Bereich Probenahme und mikrobiologische Untersuchung von Nutzwasser aus Verdunstungskühlanlagen ist § 3 der 42. BlmSchV die Grundlage. Außerdem arbeiten wir als zugelassene Abwasseruntersuchungsstelle nach Maßgabe von §6 IndV Berlin (Indirekteinleiterverordnung des Landes Berlin). Sie haben eingangs die Forschung als ein Aufgabengebiet angesprochen. Woran wird beim WMT derzeit geforscht? Über welchen Zeitraum erstreckt sich solch ein Projekt? Ahrens: Aktuell forschen wir in mehreren Projekten bzw. werten gerade die Forschungsergebnisse aus: Bewertung der Reinigungswirkung von Stapellaugen (INNOKOM_MF), Recycling von Abwässern und Abwasserteilströmen (INNOKOM_MF) und Sicherstellung des hygienischen Status von Kühlwässern in Verdunstungskühlanlagen (INNO-KOM_MF). Außerdem führen wir Untersuchungen zur Korrelation von CSB- und TOC-Wert im Brau-
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Brauerei Forum – März 2021
ereiabwasser (Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. – WiFö) durch. Reimann: Forschungsprojekte der Träger EuroNorm (INNO-KOM) sowie der AiF und der DBU laufen in der Regel zwei Jahre. Das Projekt im Rahmen der Wissenschaftsförderung (WiFö) lief über ein Jahr. Sind weitere Forschungsprojekte geplant? Ahrens: Ja, es ist u.a. eines zum Thema Einflussfaktoren des Klimawandels auf die Qualität von Rohwässern vorgesehen. Wie sieht die Verknüpfung von Forschung und Dienstleistung aus? Ahrens: Forschungsergebnisse können unser Analyseangebot erweitern. Auch bei unseren Beratungen profitieren wir von unseren Forschungen, da wir auf entsprechende neue Erkenntnisse zurückgreifen können. Forschungsinhalte bereichern unsere Vorträge und sie spielen eine große Rolle bei den Kursen und Weiterbildungen für die Brauer und Destillateure oder bei den Workshops, die die VLB für Unternehmen und Konzerne durchführt. Denn der Unterricht entspricht stets dem neuesten Stand der Forschung. Wer sind die Kunden des WMT? Ahrens: Unsere Kunden kommen zum einen aus dem privaten und öffentlichen Bereich, z. B. Immobilienverwaltungen, Träger von Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Unternehmen aus der Gastronomie und Kleingartenvereine. Zum anderen gehören natürlich die Betriebe der Getränkeindustrie und deren Zulieferer zu unseren Auftraggebern. Wir bedienen somit ein breites Kundenspektrum. Wie viele Personen arbeiten am WMT Ahrens: Insgesamt sind in der Abteilung fünf Mitarbeiter beschäftigt. Ein Laborassistent, ein Biologischchemisch-technischer Assistent und ein Ingenieur für Umweltverfahrenstechnik führen im Bereich Trinkwasser, Abwasser und Verdunstungskühlanlagen sowohl die Probenahmen als auch die chemisch-physikalischen Laboranalysen durch und sind darüber hinaus für die Durchführung der qualitätssichernden Maßnahmen zuständig. Unser Umweltverfahrenstechniker
ist zudem mit Spezialanalysen betraut, bspw. ist er verantwortlich für die Messung des organischen Kohlenstoffs (TOC) und für die Ionenaustauschchromatographie (IC) bzw. für aufwendigere Analysen mit umfangreicher Probenvorbereitung. Er und unser Biologischchemisch-technischer Assistent sind zudem in Forschungsprojekte eingebunden. Mir obliegt die Abteilungs-, Stefan Reimann die Laborleitung. Gemeinsam verantworten wir die Forschung am WMT. Was gehört zu Ihren Aufgaben, Herr Reimann? Reimann: Zu 50 % bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am WMT, d. h. ich verantworte Forschungsprojekte von der Entstehung, über die Akquise bis hin zur inhaltlichen Umsetzung. Zu 50 % koordiniere ich in enger Zusammenarbeit mit meinen Kollegen seit rund eineinhalb Jahren die Abläufe in unserem akkreditierten Labor. In welchen Branchengremien sind Mitarbeiter des WMT vertreten? Ahrens: Stefan Reimann und ich sind Mitglieder im TechnischWissenschaftlichen Ausschuss der VLB. Stefan Reimann sitzt im Fachausschuss für Abfüllung, Verpackung und Betriebstechnik, ich im Fachausschuss für Umwelt-, Ressourcenmanagement und Arbeitssicherheit. Darüber hinaus bin ich im Umweltausschuss des Deutschen BrauerBundes vertreten und als Mitglied im Fachausschuss IG-2: Branchenspezifische Industrieabwässer und
Abfälle der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) tätig. Derzeit engagiere ich mich dort in der Arbeitsgruppe „Wasseraufbereitung und Kühlsysteme“. Außerdem bin ich Vorsitzender der DLG-Kommission für Mineral-, Quell- und Tafelwasser und, wie bereits erwähnt, DLG-Prüfbevollmächtigter für die jährliche DLG-Qualitätsprüfung in diesem Bereich. Sie haben auch einen Lehrauftrag inne? Ahrens: Ja, an der TU Berlin. Dort halte ich pro Semester eine Vorlesung für die Studierenden der Brauerei- und Getränketechnologie und Lebensmitteltechnologie (MSc). Im Sommersemester spreche ich über „Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung“, im Wintersemester geht es um „Alkoholfreie
Getränke“. Abgesehen davon unterrichte ich an der VLB u. a. beim deutschsprachigen Braumeisterkurs, beim Certified Brewmaster Course sowie bei unseren Kursen für Destillateure. Stefan Reimann vertritt das WMT in den kompakteren VLB-Veranstaltungen wie z. B. in dem Kurs Craft Brewing in Practice und in aktuellen bzw. zukünftigen Online-Angeboten. Beide sind wir auch regelmäßig bei nationalen und internationalen VLB-Tagungen mit Vorträgen dabei.
Messung der Oberflächenspannung im Tensiometer
Die Abteilung WMT wurde vor nunmehr knapp sechs Jahren in das seinerzeit neu gegründete VLB-Forschungsinstitut für Biotechnologie und Wasser (FIBW) integriert, neben der Abteilung Bioprozesstechnik und angewandte Mikrobiologie (BEAM) und dem Biologischen Labor (BL). Inwieweit
Alltag im Wasserlabor: Stefan Reimann bei der Vorbereitung von Wasseranalysen Brauerei Forum – März 2021
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
Probenvails für die TOC-Analytik
gibt es Berührungspunkte zwischen dem WMT und dem BEAM bzw. dem BL? Ahrens: Das WMT ist spezialisiert auf die Untersuchung chemisch-physikalischer Parameter in Wässern. Abgesehen von den erwähnten biologischen Abbaubarkeits- und Hemmtests in Abwasser findet im BEAM die akkreditierte mikrobiologische Analytik von Trink- und Mineralwässern statt. Das BL führt allgemeine mikrobiologische Untersuchungen in Getränken durch. Stellen sich Synergieeffekte ein? Ahrens: Ja. In der Auftragsanalytik hat die strukturelle Zusammenführung die Koordinierung der Arbeitsabläufe deutlich vereinfacht. Gleichermaßen zeigt sich dieser Effekt in der Bearbeitung von Forschungsprojekten. Reimann: Bereits in der Vergangenheit hatten wir gemeinsame Projekte, z. B. ein vom AiF gefördertes Projekt. Primär ging es für das WMT um die Frage, ob chlorbasierte Desinfektionsmedien nach Ausmischung auf Anwendungskonzentration unter Verwendung unterschiedlicher Wasserqualitäten einen werkstoffschädigenden Einfluss haben und welche Vorgaben sich für deren Anwendung daraus ableiten lassen. Dabei ist jedoch die ursprüngliche Zielstellung der Anwendung dieser Medien nicht zu vernachlässigen, d. h. wie sich das Desinfektionsmedium unter bestimmten Anwendungsbedingungen gegenüber ausgewählten Mikroorganismen verhält. Diese
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Brauerei Forum – März 2021
Fragestellung hat das BEAM in diversen Wirksamkeitstests untersucht. Umgekehrt forschte das BEAM in einem anderen Projekt über die Anwendung von ionisierter Luft zur Desinfektion von Kühlwässern. Bei diesem Projekt haben wir in einem Arbeitspaket die Nebenproduktbildung in diesen Wässern untersucht. In der Forschung gibt es eindeutig Synergien, weil die einzelnen Bereiche ihre Expertise gemeinsam einsetzen, um eine Fragestellung möglichst umfassend zu beantworten.
die offene Abwasseranlagen haben, ihre Mitarbeiter vorbeugend schützen sollten, sofern sie regelmäßig an oder in der unmittelbaren Nähe solcher Anlagen tätig sind.
Haben sich aus der Covid-Krise neue Risiken für die Getränkeindustrie im Bereich Wasser und Abwasser ergeben? Ahrens: Es ist inzwischen bekannt, dass man in Haushaltsabwässern oder im öffentlichen Abwasserkanal frühzeitig höhere Virenbelastungen feststellen kann, noch bevor z. B. ein Covid-19-Ausbruch offensichtlich wird. Das kann somit ein Frühwarnsystem für ein mögliches Ansteigen der Infektionszahlen sein. Ich könnte mir daher vorstellen, dass es auch in offenen Abwasserbehandlungsanlagen der Getränkeindustrie zu einer erhöhten Viruslast kommen kann, wo man es im weitesten Sinne mit Luftkontakt und Versprühungen von Abwasser durch die Wirkung von Durchmischungs- und/oder Belüftungsaggregaten zu tun hat. Durch den Kontakt mit Luft könnten sich auch hier virenhaltige Aerosole bilden, die bei Einatmung gefährlich werden können. Mit Blick auf die Arbeitssicherheit hieße das, dass Betriebe,
Kontakt. Abt. Wasserqualität, -management und -technologie (WMT) Dr. Alfons Ahrens ahrens@vlb-berlin.org
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des WMT? Ahrens: Ich würde mir wünschen, dass der Wasserbereich als unverzichtbarer Baustein des Leistungs angebots der VLB auch zukünftig wertgeschätzt und weiter gestärkt wird. Eva Wiesgrill
Dr. Alfons Ahrens, Leiter der Abteilung Wasserqualität, -management und -technologie (WMT)
NACHRICHTEN
Kelvion spendet Wärmeübertragerplatten für die Braumeisterausbildung an der VLB Knapp zwei Wochen vor Weihnachten bekam die VLB Berlin Besuch aus Baierbrunn. Frank Pompetzki von der Firma Kelvion hatte mit einem neuen Satz produktführender Plattenwärmeübertrager Anschauungsmaterial für die Braumeisterausbildung im Gepäck. Philipp Zeuschner, Mick Holewa und Burghard Meyer vom VLB-Institut für Bier- und Getränkeproduktion (FIBGP) nahmen die großzügige Spende entgegen. (ew) Plattenwärmeübertrager, kurz PWÜ, sind in einer Brauerei überall zu finden, sei es als Würze- bzw. Bierkühler, Läuter würzeerhitzer oder KZE. „Deswegen ist es wichtig, als Braumeister darüber Bescheid zu wissen“, betont Philipp Zeuschner. Vor allem für die Studierenden unserer Fortbildung zum Brau- und Malzmeister und des Certified Brewmaster Course sei die
Spende des neuen Anschauungsmaterials besonders wertvoll, denn Kelvion habe einen Satz verschiedener Plattentypen bereitgestellt. „Damit kann man die Funktion der Platten sehr gut erklären und die Unterschiede der einzelnen Plattentypen aufzeigen.“ Im April 2019 hatte ein KelvionMitarbeiter beim Certified Brewmaster Course eine Gastvorlesung zum Thema Plattenwärmeübertrager gehalten. „Diese Vorlesung hat derart viel Zuspruch erhalten, dass ich auf der BrauBeviale im darauffolgenden Herbst bei Kelvion angefragt habe, ob sie uns nicht Anschauungsmaterial für unsere Kurse und Weiterbildungen zur Verfügung stellen könnten“, beschreibt Philipp Zeuschner, wie es zu der Spende kam. Nach einigen Monaten habe Frank Pompetzki Burghard Meyer kontaktiert, und dann sei alles ganz schnell gegangen.
„Wir danken Frank Pompetzki und der Firma Kelvion für die Unterstützung mit diesem hochwertigen Anschauungsmaterial. Die Platten geben uns die Möglichkeit, die Braumeisterausbildung weiterhin auf erstklassigem Niveau abzuhalten.“ Foto: ew
Vorne: Frank Pompetzki (l.), Kelvion, übergibt einen neuen Satz Wärmeübertragerplatten an Philipp Zeuschner, VLB Berlin (r.); hinten: Mick Holewa (l.) und Burghard Meyer (r.), beide VLB Berlin
BarthHaas
Foto: BarthHaas
Bewerbungsfrist für BarthHaas-Grants beginnt am 1. März
Mit den BarthHaas-Grants möchte der Hopfendienstleister auch 2021 wieder zwei vielversprechende Forschungsansätze mit Stipendien in Höhe von je 10 000 € fördern. Unterstützt werden Projektideen aus den Bereichen Brauwissenschaft und Hopfen. Junge Forschende können sich von 1. März bis 31. Mai bei BarthHaas bewerben.
(F.) Der Antrag muss auf Englisch ver fasst sein. Auf maximal zwei DIN-A4Seiten sollen Titel und Fragestellung sowie der aktuelle Wissensstand und die Bedeutung der Arbeit für die Branche zusammengefasst und ein Lösungsweg skizziert werden. Förderungswürdig sind Projektideen. Forschungsprojekte, die bereits abgeschlossen sind, kommen nicht infrage. Die Bewerbungen nimmt Dr. Christina Schönberger, Technical Manager bei BarthHaas, unter der E-Mailadresse christina.schoenberger@ barthhaas.com entgegen. Über die eingereichten Anträge entscheidet
das Scientific Committee von BarthHaas. Mit den BarthHaas-Grants werden seit 2007 jährlich richtungsweisende wissenschaftliche Projekte an Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen gefördert. Viele erfolgreiche Arbeiten erweckten breite Aufmerksamkeit und konnten mit öffentlichen Mitteln fortgeführt werden. Mit den Grants will BarthHaas Begeisterung für den Hopfen wecken, Forschungsideen fördern und nicht zuletzt auch Kontakte zu jungen Wissenschaftlern aufbauen und intensivieren. In den vergangenen Jahren hat sich, auch aufgrund der weltweiten Craft-Bier-Bewegung, in der Hopfenforschung viel getan. Beispielsweise in der Aromaforschung haben die von BarthHaas geförderten Projekte zu ganz neuen Erkenntnissen geführt und der Wissenschaft neue Impulse verliehen.
Mit den BarthHaas-Grants fördert BarthHaas jährlich Forschungsansätze aus den Bereichen Brauwissenschaft und Hopfen
Brauerei Forum – März 2021
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
1. VLB-JAHRESAUFTAKT 2021 ONLINE
VLB startet mit Online-Tagung erfolgreich ins Jahr 2021 Vom 26. bis 28. Januar fand der 1. Online-Jahresauftakt auf dem Virtual Campus der VLB Berlin statt. Die deutschsprachige Nachlese der entfallenen Tagungen des vergangenen Jahres umfasste die Themengebiete Brauereitechnik und Getränkelogistik. Außerdem standen das 49. Braugerstenseminar und das 2. VLB-Forschungskolloquium auf dem Programm. Insgesamt wechselten sich sechs Sessions Science-Talk mit ausgelassenem Bubble-Talk im virtuellen Chat ab. Bei der Brauereitechnik standen die Bierproduktion und Trends in der Abfüll- und Inspektionstechnik im Mittelpunkt der Vorträge.
Ende. Punkt 13:15 Uhr am Dienstag startete der Livestream und VLBGeschäftsführer Dr. Josef Fontaine hieß die Teilnehmer willkommen. Er präsentierte das Programm der nächsten drei Tage und dankte der VLB-Mannschaft für ihr Engagement. Das Team um Olaf Hendel, Alexander Scharlach und Julia Bork habe im Nachgang zur 1. International Brewing Web Conference (IBWC) im Dezember nun erstmals eine deutschsprachige Online-Tagung auf die Beine gestellt. „Vor allem aber freuen wir uns über unsere Sponsoren Heuft, GEA und Hopsteiner, über die Aussteller und die Teilnehmer, die diese Veranstaltung überhaupt erst ermöglichen.“ Um 13:20 Uhr begann die erste Session mit dem Schwerpunkt Bierproduktion – Herstellungsprozesse auf dem Prüfstand unter dem Vorsitz von Dr. Josef Fontaine.
Bild oben: Dr. Stefan Lustig, Efes Group: Es darf kein „weiter so“ geben Bild unten: Dr. Rudolf Michel, GEA: Energieeinsparpotenziale müssen auf die Bedürfnisse der Brauerei zugeschnitten sein
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(ew) Der zweite Streich gelang zugleich – ein bisschen Erfahrung hatte die VLB bereits mit Online-Tagungen. Für den 1. Jahresauftakt auf dem Virtual Campus der VLB Berlin hatten sich etwa 170 Teilnehmer registriert. Diese verteilten sich auf das dreitägige, thematisch sehr breit aufgestellte Vortragsprogramm. Ein gewichtiger Themenblock war die Brauereitechnik, die zwei Sessions umfasste. Die erste Session läutete die Veranstaltung am Dienstagmittag ein. Mit der zweiten nahm die Tagung am Donnerstagabend ihr Brauerei Forum – März 2021
Session 1 – 1. Session mit dem Schwerpunkt Brauereitechnik Den Anfang machte Dr. Stefan Lustig, EFES Beer Group, mit seinem Vortrag Die neue Normalität – Supply Chain Management nach Covid aus Sicht einer Brauereigruppe. Darin beschrieb Lustig, was seiner Erfahrung nach gute Mitarbeiterführung in der Krise ausmacht und wie die „neue Normalität“ in einer stark veränderten Arbeitsumgebung aussieht. Wichtig sei zunächst, Veränderungen zu gestalten. Die Basis ist eine sichere und ausgebaute IT-Infrastruktur. Es müsse sich eine neue Meeting-Kultur etablieren, denn die Frage stehe im Raum: Sind wirklich alle Besprechungen
oder Dienstreisen notwendig? Der Referent riet, sich gegenüber seinen Mitarbeitern vertrauensvoll zu verhalten. „Wir sollten weniger den Feldmarschall spielen als viel mehr den Dirigenten! Ich habe viel über meine Mitarbeiter gelernt und lerne noch“, erklärte Lustig. Das Arbeiten von zu Hause aus bietet Chancen. Seiner Erfahrung nach engagieren sich die Mitarbeiter im Home Office noch stärker, da sie dieses Angebot des Arbeitgebers als Rückhalt verstehen. Darüber hinaus sei es wichtig, am Ball zu bleiben. „Wir müssen Fachkenntnisse sichern, am besten mit Online-Trainings, Inhouse-Schulungen oder externen Weiterbildungen, bspw. bei der VLB“, empfahl Lustig. „Es ist toll, dass der Certified Brewmaster Course an der VLB jetzt im HybridFormat angeboten wird.“ Ganzheitliche Unternehmensplanung ist gefragt. Qualität müsse ins Zentrum des Handelns rücken. Im Einkauf spielen zuverlässige Partner schaf ten mit Lieferanten eine größere Rolle als je zuvor. Die Pandemie hat eine Transformation angestoßen bzw. verstärkt. Digitalisierung, Industry 4.0. oder Blockchain sind nur einige der Bereiche, auf die die derzeitige Situation praktische Auswirkungen hat. Dabei müsse man die traditionelle Mitarbei-
terschaft mitnehmen, gleichzeitig neue Talente ausfindig machen. „Die größte Gefahr im Umbruch besteht darin, ihr mit veralteter Logik zu begegnen“, zitierte der Referent den US-Ökonomen Peter Drucker. Denn eines sei sicher: „Es darf kein ‚weiter so‘ geben!“ In seinem Vortrag Konzept für eine nachhaltige Brauerei – Energie und Technologie, stellte Dr. Rudolf Michel, GEA Brewery Systems, die Frage, ob die Energieeinsparpotenziale in einem modernen Sudhaus bereits ausgeschöpft sind. Die Antwort lautet: bedingt. In einer klassischen mitteleuropäischen Brauerei, die nach Stand der Technik einen Jahresausstoß von 600 000 hl hat, habe man mithilfe eines standardisierten Prozesses vergleichende Simulationen vorgenommen. Ergebnis: Potenziale bei Energieeinsparung und Warmwasserüberschuss sind eigentlich nur mehr mit neuer Technologie zu heben. Ein Beispiel dafür sei Würzestripping. „Das hat energetisch beachtliche Auswirkungen, da ich den Haupte nergieverbraucher, sprich das Verdampfen, noch einmal weiter reduzieren kann“, betonte der Referent. Insgesamt lasse sich mit diesem Verfahren der Energieverbrauch um 30 % reduzieren. Ein anderes Beispiel sind Blockheizkraftwerke. Auch die Nutzung erneuerbarer Energien birgt Potenziale. Solarthermie komme bspw. bei der Nile Brewery in Kampala zum Einsatz. Damit werde warmes Wasser erzeugt. „Eine sehr preiswerte Methode“, erklärte Michel. Der Energiebedarf wird sich so schnell nicht ändern, insofern muss man bei der Energieversorgung anset-
Foto: oh
Dr. Alexander Feiner, Hopsteiner: Die Züchtung neuer Hopfensorten dauert sieben bis zehn Jahre – wenn man Glück hat!
zen und diese optimieren, lautete das Fazit des Referenten. „Aber Lösungen sind je nach Brauerei individuell zu betrachten und zu gestalten.“ Über die Notwendigkeit neuer Hopfenzüchtungen sprach Dr. Alexander Feiner, Simon H. Steiner, Hopfen, in seinem Vortrag Hopfenzüchtung für eine moderne und nachhaltige Hopfenindustrie. Extremwetterereignisse im Zuge des Klimawandels und Vorgaben der EU zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln machen neue ertragreiche und stresstolerante Sorten erforderlich. Entsprechend müsse gezüchtet werden. „Im Jahr null wählen wir die Eltern aus. Pro Jahr beginnen wir mit etwa 50 Kreuzungen“, beschrieb Feiner den Beginn eines langwierigen Prozesses. Nur die besten kommen eine Runde weiter – dann werden die chemischen Eigenschaften genauer untersucht und erste Brauversuche unternommen. Zwischen sieben und zehn Jahren dauere es, ehe eine neue Sorte auf den Markt kommt. „Wenn man Glück hat“, beteuerte der Referent. Jährlich werden neue Zuchtzyklen gestartet. Diese Zyklen könne man beschleunigen, indem man bspw. mittels Genome Wide Association Studies (GWAS) gewisse Marker im Genom mit speziellen Eigenschaften kombiniert. Diese Art der genomischen Selektion hilft bei der Auswahl geeigneter Zuchtpartner bzw. erlaubt Vorhersagen, ob die Züchtung Aussicht auf Erfolg hat. Dabei ist die Resistenzausprägung Live im Studio: Florian Schrickel, VLB Berlin, bei der Q&A nach seinem Vortrag
einer Sorte von besonderer Bedeutung. Inwieweit haben Metaboliten Einfluss auf die Resistenz? Inwieweit korrelieren Inhaltsstoffe und Resistenz. Derlei Fragen sind Gegenstand der aktuellen Forschung. In seinem Vortrag Über die mögliche Verwendung von Hopfentrebern im Sudhaus, stellte Florian Schrickel, VLB Berlin, Ergebnisse eines Forschungsprojektes vor. Die Motivation zu diesem Projekt liegt in der Praxis der Kalthopfung. Dabei kommt es in der Regel zu hohem Bierschwand und signifikanten Verlusten potenziell noch nutzbarer Hopfeninhaltsstoffe. Stattdessen, so die Idee, könnte man die Hopfentreber für die Bitterung weiterer Sude verwenden. Im Vergleich zu Hopfenpellets, stellen die Hopfentreber ein herausforderndes Material dar, da die wertvollen Inhaltsstoffe im wahrsten Sinne des Wortes verwässert sind. Entsprechend schonend muss vor der eigentlichen Bitterstoffanalytik das Material getrocknet werden. In Versuchssuden wurde überprüft, ob unter Verwendung von Hopfentrebern eine reproduzierbare Würze- und Bierbittere eingestellt werden kann. Dies konnte, mit wenigen Einschränkungen, bestätigt werden. „Im DLG-Verkostungsschema erzielten die kalt gelagerten Versuchsbiere gute bis sehr gute Ergebnisse“, freute sich der Referent. Auch warm gelagerte Biere schnitten im Sensorik-Check relativ gut ab. Fazit: Es zeigten sich keine Hinweise auf eine schlechtere Bierqualität bei der Verwendung von Hopfentrebern. Entsprechend bietet die Nutzung der in den Hopfentrebern enthaltenen Alpha-Säuren Potenzial für monetäre EinspaBrauerei Forum – März 2021
Der 1. OnlineJahresauftakt der VLB wurde unterstützt von:
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
Markus Oster (l.) und Anton Diehl, Heuft: Die Vollflascheninspektion hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt
rungen. „Es geht schließlich auch ums Geld“, betonte Schrickel und ermutigte die Industrie, sich dieses Potenzials anzunehmen. Mit diesem Vortrag endete die erste Session. Dr. Fontaine lud die Teilnehmer abschließend ein, sich um 16:30 Uhr zur Session Getränkelogistik 1 – Strategisches und Operatives Transportmanagement unter dem Vorsitz von Ingo Pankoke, VLB Berlin, einzufinden. Doch vorher dürfe man sich, gerne mit einem „kühlen Blonden in der Hand“, im virtuellen Chat austauschen und die Fragen klären, die in den Q&A-Runden nicht beantwortet werden konnten. Session 6 – 2. Session mit dem Schwerpunkt Brauereitechnik Jan Biering, VLB Berlin, übernahm den Vorsitz der zweiten Brauereitechnik-Session mit dem Thema Trends in Abfüll- und Inspektionstechnik in der Brau- und Getränkeindustrie. Zum Abschluss der Tagung ging es am Donnerstagnachmittag vor allem um den Stand der Technik bei der Leer- und Vollflascheninspektion. Und um die Frage, warum die Vollflascheninspektion eine sinnvolle Ergänzung bei der Qualitätsprüfung abgefüllter Gebinde darstellt.
Dr. Georg Wenk, VLB Berlin: Bei Leerflascheninspektionsmaschinen ab 2011 erleben wir einen Quantensprung
„Wir würden gerne in unsere Maschinen investieren, wissen aber nicht so recht, wo wir anfangen sollen“ – damit hat alles begonnen, berichtete Dr. Georg Wenk, VLB Berlin, in seinem Vortrag 10 Jahre VLB-Leistungsnachweis für Leerflaschen-Inspektionsmaschinen – eine Bilanz. Die Ausgangssituation beim Kunden: Etliche Leerflaschen-Inspektionsmaschinen
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Brauerei Forum – März 2021
(EBIs), teils 20 Jahre alt, von verschiedenen Herstellern. „Auf Basis eines VLB-eigenen Standard-Testflaschensatzes ist es gelungen, eine Kennzahl zu entwickeln, die eine Einordnung der Erkennungsperformance im Vergleich mit anderen EBIs erlaubt“, erklärte der Referent weiter. Dabei wurde festgestellt, dass es bei EBIs wischen 1990 und 2010 keinen Zusammenhang zwischen Alter und Erkennungsrate gibt. Ältere Maschinen seien nicht automatisch schlechter. Schwachstellen seien allerdings die Erkennung von Absplitterungen außen und innen an der Mündung oder von nadel- und dornförmigen Glassplittern in der Flasche. Auch eine aufgebogene Büroklammer am Flaschenboden haben die älteren Modelle überraschend selten gefunden. „Bei Maschinen ab 2011 jedoch erleben wir einen Quantensprung, das ist eine ganz andere Liga“, berichtete Wenk. Die durchschnittlichen Erkennungsraten sind von rund 62 % auf über 90 % gestiegen. Heutige Maschinen beleuchten die Mündung aus unterschiedlichen Winkeln und können dadurch bspw. die Absplitterungen an der Mündung besser erkennen. Selbst kleine Kontaminanten mit Kantenlängen von 2 mm werden von diesen Maschinen erkannt. Immer noch herausfordernd seien allerdings die nadelförmigen Splitter. Entsprechend lautete das Fazit des Referenten: Je nach Ausgangssituation kann mit einer neuen Inspektionsmaschine die Erkennung von beschädigten oder verschmutzten Flaschen
auf ein deutlich höheres Niveau gehoben werden. Wichtig ist allerdings, dass bei Inbetriebnahme das vorhandene Potenzial umgesetzt wird. Denn nur, wenn man von den Werkseinstellungen abweicht, kann das komplette Potenzial genutzt und das Optimum herausgeholt werden. Und genau dabei kann die Erfahrung der VLB aus mittlerweile 191 Leistungsnachweisen helfen. „Fast 20 % aller Rückrufe in Deutschland sind auf Fremdkörper zurückzuführen“, sagte Patrick Lexis, Gerolsteiner Brunnen, in seinem Vortrag Vollflascheninspektion in der Getränkeindustrie – Stand der Technik, Herausforderungen und Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit. „Vor allem Fremdkörper aus Glas werden vom Verbraucher als Gefahr angesehen“, ergänzte der Referent. Insofern laute die wichtigste Frage für den Markenartikler: Wie können wir das Risiko minimieren und den Eintrag von Scherben in die Flaschen verhindern? Gerolsteiner habe verschiedene Systeme im Einsatz. Alleine die Leerflascheninspektion minimiert bereits ein gewisses Risiko einer Kontamination. Mit dem Aufbau der neuen Glas-Mehrweganlagen kam auch eine neue Technologie ins Haus: die Vollflascheninspektion. Mit den röntgen- und kamerabasierten Systemen wurden Standardtestkörper sicher erkannt. In einem zweiten Schritt kamen realitätsnahe Scherben der VLB zum Einsatz. Dabei trat eine Schwachstelle beider Systeme zutage: die nadelförmigen Scherben. Entsprechend habe man mit den Lieferanten die Software weiterentwickelt, die Positionen der Röntgenröhren und Kamerasysteme angepasst. Zwar blieben
die nadelförmigen Scherben weiterhin eine Schwachstelle, allerdings wurden nun auch Flaschen mit organischen Rückständen ausgeleitet. Ein Erfolg also! Vollflascheninspektoren seien der letzte mögliche Schritt zur Kontrolle der Produktsicherheit, so der Referent. „Leider gibt es nach wie vor Lücken in der Erkennungsgenauigkeit. Die müssen geschlossen werden.“ Doch er sei zuversichtlich, dass das gelingt, da die Weiterentwicklung der Systeme stetig voranschreitet. „Bei uns sind 31 % aller Ausleitungen berechtigt. Das heißt, wir konnten unsere Produktsicherheit erhöhen.“ Und darauf kommt es an, denn der Schutz der Konsumenten ist das oberste Gebot. In ihrem Vortrag Entwicklung der Glas-in-Glas-Erkennung in befüllten Behältern erörterten Anton Diehl und Markus Oster, Heuft Systemtechnik, im Dialog, ob eine Vollflascheninspektion die Leerflascheninspektion überflüssig macht? Die Antwort: Nein, beides macht Sinn. Denn in die Füllmaschine sollten stets nur einwandfreie Flaschen gelangen. Mittels Vollflascheninspektion wiederum kann man die Produktqualität abschließend überprüfen. Unter dem freundlichen Hinweis, dass man bei der VLB Berlin Testsplitter erwerben könne, sind sich beide Referenten einig, dass die Vollflascheninspektion in den vergangenen Jahren einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Die Durchsätze der Anlagen hätten sich erhöht, die Fehlausleitrate sei markant gesunken. Vor allem die Röntgeninspektion bringe Licht ins Dunkel. „Diese Technik erzeugt knackig scharfe Bilder“, schwärmten Oster und Diehl. „Röntgenblitze von einer Millisekunde werden genau in dem Moment erzeugt, wenn der Behälter vor dem Strahler steht.“ Die Kombination mit der optischen Detektion ermöglicht eine Glas-inGlas-Inspektion und erkennt selbst schwebende oder anhaftende Fremdkörper, außerdem Fremdkörper geringer Dichte, organische Rückstände sowie Beschädigungen und Einschlüsse. „Fordern Sie uns heraus, schicken Sie uns einen Glassplitter und wir zeigen Ihnen, was mit dem Stand der Technik möglich ist“, schloss Anton Diehl diese von einem Kamerateam professionell
Patrick Lexis, Gerolsteiner: Der Schutz der Konsumenten ist das oberste Gebot
eingespielte Präsentation – und den Vortragsteil des 1. Online-Jahresauftakts der VLB Berlin. Zu Moderator Jan Biering gesellte sich im VLB-Studio nun auch Dr. Josef Fontaine vor die Kamera und richtete live abschließende Worte an die Teilnehmer. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Format, das situationsbedingt auch noch eine Zeitlang weitergehen wird. Dennoch freuen wir uns schon jetzt auf die nächste persönliche Veranstaltung, bei der man das eine oder andere Bier gemeinsam trinken kann.“ Fontaine ehrte die drei aktivsten Teilnehmer. Den 1. Platz belegte Kerstin Kumbera von ABInbev aus Bremen, auf Platz zwei und drei folgten Wolfram Disch (Sigfox) und Darko Zimmer von Radeberger. Alle drei dürfen u. a. einer der kommenden virtuellen Veranstaltungen beiwohnen. Die Gewinnerin Kerstin Kumbera merkte dazu im Nachgang treffend an: „Ich freue
mich schon auf die nächste OnlineVeranstaltung.“ Allerdings, und da ist die Bremerin einer Meinung mit dem VLB-Geschäftsführer Fontaine, freue sie sich auch auf ein physisches Treffen. Doch solange persönliche Begegnungen noch nicht wieder möglich sind, werde die VLB das OnlineFormat weiterentwickeln, versprach Fontaine. Insofern ist die positive Resonanz vieler Teilnehmer auch ein Ansporn für die Verantwortlichen. „Ein ganz großes Lob an das Team, das Format hat absoluten Vorbildcharakter“, schrieb eine Person. Eine andere merkte an: „Ein Lichtblick, der zum Durchhalten animiert!“ So soll es sein! Im Brauerei Forum 4 (ET: 23. April 2021) berichten wir über das 49. Braugerstenseminar und das 2. VLBForschungskolloquium, die ebenfalls Teil des VLB-Jahresauftakts 2021 waren. Dr. Josef Fontaine (l.) und Jan Biering, VLB Berlin: Die VLB wird das Online-Format in den kommenden Monaten weiterentwickeln
Brauerei Forum – März 2021
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
CHRONIK
Die VLB Berlin im Wandel der Zeit, Teil 2: In der Zeit des Nationalsozialismus prägte Hermann Fink das Institut Dr. Peter Lietz
Hermann Fink war renommierter Wissenschaftler und NSDAP-Mitglied. Damit war der gebürtige Augsburger in den Augen der Verantwortlichen der geeignete Wissenschaftliche Direktor der VLB in genau den Jahren, in denen eine enge Zusammenarbeit mit den Machthabern des 3. Reiches in Deutschland unausweichlich war. Vor und während des 2. Weltkriegs forschte das Institut für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation (IfGS) vor allem zur mikrobiellen Eiweißgewinnung, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Parallelen zu Max Delbrücks Forschungen am Vorabend des 1. Weltkriegs taten sich auf.
Fotos: Archiv, VLB Berlin
bekannt, er plane in den Vorstand der Kindl-Brauerei AG zu wechseln und schlage Hermann Fink als seinen Nachfolger vor. Hayduck bat außerdem die Fakultät der Landwirtschaftlichen Hochschule um seine Abberufung. Am 1. Oktober 1934 übernahm Fink nach dem Ausscheiden Friedrich Hayducks die Wissenschaftliche Leitung des Instituts für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation und gleichzeitig auch der VLB. Wenig später hielt er seine Antrittsvorlesung an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin.
Hermann Fink war Wissenschaftlicher Direktor der VLB Berlin von 1933 bis 1945
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Der Brauwissenschaftler Friedrich Hayduck war Professor für chemische Technologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin und leitete das Institut für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation (IfGS) von 1919 bis 1934. Als Wissenschaftlicher Direktor des Instituts, der Dachorganisation der VLB, gab er im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten Brauerei Forum – März 2021
VLB ab 1934 unter neuer Führung Dieser Wechsel an der Spitze der VLB war Gegenstand kontroverser Diskussionen, vor allem in deren Vorstand. Gleichwohl war die Personalie Fink richtungsweisend. Schließlich ging es darum, im Zuge der zu erwartenden Instruktionen der neuen Machthaber leitende Positionen (auch und besonders im Vorstand der VLB) durch arisch unbedenkliche Mitarbeiter zu besetzen. Wie aus dem Stenogramm der Generalversammlung vom 9. Januar 1933 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der VLB hervorgeht, wurden jüdische oder jüdisch-stämmige Vorstandsmitglieder gedrängt, freiwillig ihre Posten zu räumen. Die weitere Entwicklung der VLB, insbesondere die Arbeiten auf dem Gebiet der mikrobiologischen Eiweiß-,
Fett- und Vitaminsynthese, war von nun an eng mit der Person Hermann Fink verbunden. Als bekennender Nationalsozialist schien er zu diesem Zeitpunkt nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch in das System zu passen. Zum Werdegang Hermann Finks Hermann Fink wurde als Sohn des Großhändlers Josef Fink und seiner Ehefrau Marie Fink, geb. Hiller, am 3. Februar 1901 in Augsburg geboren. Am 2. Oktober 1930 heiratete er Mathilde Bretzfeld aus München, das Paar bekam zwei Söhne. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Augsburg nahm er im Wintersemester 1920 das Chemiestudium an der Technischen Hochschule München auf. Die Diplomhauptprüfung legte er im Wintersemester 1925 mit dem Prädikat „sehr gut“ ab. Von 1924 bis 1925 war er als Assis tent am Lehrstuhl für Organische Chemie der TH München bei dem späteren Nobelpreisträger Hans Fischer tätig und forschte unter dessen Leitung auf dem Gebiet der Blutfarbstoffe. Gemeinsam mit Hans Fischer und dem Mediziner Hans von Euler-Chelpin aus Stockholm entstanden in den 1920er-Jahren zahlreiche Arbeiten über das Stickstoffgleichgewicht, über Enzyme, Koenzyme und über das Cytochrom in Hefen. In den Jahren 1925 bis 1927 führte den mittlerweile promovierten
Das Gebäudeensemble des Instituts für Gärungsgewerbe und Stärkefabrikation (IfGS) an der Seestraße im Berliner Ortsteil Wedding. In der Mitte des Bildes sieht man den Schornstein der Hochschulbrauerei der VLB Berlin (Foto um 1930) Chemiker ein Stipendium der Rockefeller-Stiftung nach Stockholm und Uppsala. Im zweiten Jahr seines Aufenthalts in Schweden war Fink an der Universität Uppsala unter Kai Siegbahn an der Entwicklung einer neuen Methode zur Bestimmung des Hämochromogengehalts der Hefe sowie der Lichtabsorption des Cytochroms beteiligt. Entsprechend konnte der junge Forscher sein Wissen auf den Gebieten der Biochemie, Physiologischen Chemie und Gärungschemie vertiefen und schuf damit die Voraussetzung für eine solide wissenschaftliche Laufbahn auf dem damals noch jungen Gebiet der Gärungswissenschaften, der heutigen Biotechnologie. Wechsel in die Brauereibranche Nach dem zweijährigen Studienaufenthalt in Schweden wechselte Fink in die Brauereibranche. Er befasste sich mit bakteriologischen Studien und war kurzzeitig stellvertretender Laborleiter der Wicküler-KüpperBrauerei in Elberfeld. Von Januar 1928 bis 1930 war er Direktionsassistent an der Wissenschaftlichen Station für Brauerei in München, von 1930 bis 1934 war er dort Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung. Zwischenzeitlich habilitierte sich Hermann Fink 1929 – ab Sommer 1930 lehrte Fink neben seiner Tätigkeit
an der Wissenschaftlichen Station als Privatdozent an der Chemischen Fakultät der TH München. Anfang der 1930er-Jahre konnte Hermann Fink bereits mehr als 50 wissenschaftliche Veröffentlichungen vorweisen – sowohl auf dem Gebiet der heutigen Biochemie als auch der Brauwissenschaften. In Anerkennung seiner umfangreichen Leistungen auf dem Gebiet der Biochemie, einschließlich seiner Arbeiten zur Eiweißsynthese auf Basis von Holzrohstoffen, verlieh die Chemische Gesellschaft Stockholm dem gebürtigen Augsburger 1938 die Scheele-Medaille für Biochemische Forschung. Politische Ambitionen Bereits Anfang der 1930er-Jahre bekundete Fink seine zutiefst positive politische Haltung zum Nationalsozialismus und trat im April 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung Adolf Hitlers, der NSDAP bei. Fink hatte zahlreiche (Ehren-)Ämter inne. Unter anderem war er Sachverständiger und Berater beim Oberkommando des Heeres, in dem er die Fachgruppe „Gärungs- und Enzymchemie beim Verein Deutscher Chemiker im NSBDT (Nationalsozialistischer Bund Deutscher Techniker) leitete. Darüber hinaus war Fink Mitglied
beim Forschungsdienst sowie beim Verein Deutscher Chemiker. Während des 2. Weltkriegs unternahm der politisch ambitionierte Wissenschaftler im Auftrag des deutschen Militärbefehlshabers im November 1942 eine Reise durch das von den Deutschen besetzte Frankreich und besichtigte Gärungsbetriebe, die in Form von Aceton, Butanol oder Äthanol chemisches Futter für die Kriegsindustrie herstellten. Vorboten einer Kriegsproduktion Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang Finks Antrittsvorlesung an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin. Darin thematisierte er das Potenzial der „Gärungstechnologie“, bestimmte Rohstoffe für das Militär, konkret für die Sprengstoffherstellung, bereitzustellen. Dazu gehörte in erster Linie Glycerin. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit für das Land, gerade unter den Bedingungen eines Krieges und damit einer möglichen Blockade des Gegners, diesen essentiellen Rohstoff im erforderlichen Umfang in Eigenregie bereitzustellen. Er bezog sich dabei auf Arbeiten von Chaim Weizmann, der von 1949 bis 1952 erster israelischer Staatspräsident war. Während des 1. Weltkriegs war Weizmann als Chemiker Brauerei Forum – März 2021
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TECHNIK & TECHNOLOGIE
Direktor des Munitionslabors der Königlich Britischen Admiralität. Ihm war es gelungen, Aceton bzw. Butanol industriell herzustellen, und zwar auf der Grundlage von Mais mithilfe des Bakteriums Clostridium acetobutylicum. Damit waren die Weichen für die Fabrikation von Sprengstoff und Schießpulver gestellt und Weizmann trug wesentlich zum militärischen Erfolg der Alliierten bei. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass auch Fink sich mit dem Gedanken getragen hat, am IfGS entsprechende Forschungsarbeiten durchzuführen. Lothar Jaenicke, späterer Professor am Institut für Biochemie der Universität zu Köln, beschrieb seinen Wegbegleiter Hermann Fink so: „Er ist ein stämmiger, etwas kurzatmiger und jovialer Typ, lebensoffen und vorteilsbedacht, verwandt mit Leuten von Stand und Einfluss, der gastlich und animierend zu feiern wusste.“ Forschungsschwerpunkte der VLB Im Malzbereich lagen die Forschungsschwerpunkte unter anderem bei der Verwendung von Nacktgers t e, beim Eiweißgehalt der Gerste, bei Saatgutfragen, bei der Bestimmung der Keimfähigkeit von Gerste und Darrmalz. Außerdem standen in den 1930er- und Anfang der 1940er-Jahre weiterhin die klassischen Gärprozesse im Brauereiund Brennereisektor im Mittelpunkt der VLB-Forschung. Noch vor dem
Krieg beschäftigte man sich dabei zum Beispiel mit dem Stärke- und Eiweißabbau, der biologischen Säuerung, darüber hinaus mit Oxydasen in Gerste, Malz und Würze, oder der Charakterisierung von Brauereihefen. Es begann die Zeit der Herstellung alkoholfreier Getränke und sogenannter Leichtbiere aus Bierwürze. In den Kriegsjahren wurden Möglichkeiten der Verwendung von Surrogaten anstelle von Malz untersucht. Ein Beispiel: Unter Fink entwickelte die VLB ein Verfahren zur Herstellung eines bierähnlichen Getränks aus Kartoffeln. Rückbesinnung auf Delbrück Zwei Jahre vor Ausbruch des 2. Weltkriegs nahm die Deutsche Reichsregierung einen Bedarf an verdaulichem Eiweiß für Mensch und Tier von etwa 3,5 Mio. t an. Schätzungen besagten, dass die dafür notwendigen landwirtschaftlichen Rohstoffe wie Getreide oder Kleie nur zu 80 % erwirtschaftet werden können. Doch die Nationalsozialisten drängten darauf, die Ernährung der Bevölkerung Importunabhängig sicherzustellen. Unter diesem Gesichtspunkt entwickelte das IfGS Verfahren, aus den eiweißhaltigen Abfällen der Bierherstellung oder mittels Züchtung von Wuchshefen auf Basis von Holzzucker diese Eiweißlücke zu schließen. Rund 20 Jahre, nachdem Max Delbrück sich bereits mit dem Thema
Damals gehörten noch Pferdegespanne zum Fuhrpark der Hochschulbrauerei
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Brauerei Forum – März 2021
beschäftigt hatte, griff Hermann Fink dessen Ansätze auf, mikrobielles Eiweiß mithilfe von TorulaHefen auf Basis von Holzzucker zu gewinnen. Dabei folgte Fink dem von Delbrück propagierten Prinzip der natürlichen Reinzucht. Da Fichtenholz bzw. Holzabfälle wenig assimilierbaren Stickstoff enthalten, wurden zunächst Malzkeime in der Phase der Holzverzuckerung zugesetzt. Fink hatte sich außerdem mit der Verwertung von Abfällen aus der Bierherstellung unter besonderer Berücksichtigung der Bierhefe beschäftigt. Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des IfGS wurde nun die Züchtung von Wuchshefen auf Basis von Holzzucker und anderer bisher wenig einbezogener Rohstoffe. Damit kam man der Forderung des NS-Regimes nach, die Ernährung der Bevölkerung von Rohstoffimporten unabhängig zu machen. Fink orientierte sich in seinen Arbeiten zur Entwicklung von Holzzuckerwürze an dem Verfahren der Deutschen Holzverzuckerungs- und Chemischen Fabrik in Tornesch und verwendete Torula utilis. Vergleichende Untersuchungen mit Bierhefe hatten ergeben, dass diese Tornesch-Hefe hinsichtlich der Parameter Stärkewert, Eiweißverdaulichkeit und Nährwirkung der Brauereihefe gleichzusetzen ist. Es kam zum Bau einer kleintechnischen Versuchsanlage im 8000-l-Maßstab, in der aus 100 kg vergärbarem Zucker zwischen 51,3 und 60,1 kg Hefetrockensubstanz bei einem Eiweißgehalt zwischen 51,3 und 57,9 % erzielt werden konnten. Diese Arbeiten endeten jedoch aufgrund der Kriegseinwirkungen am Standort Berlin Seestraße in den Jahren 1943 und 1944. Die Nachkriegsjahre skizzieren wir in Teil 3 der VLB-Chronik, der voraussichtlich in der Ausgabe 4 des Brauerei Forums am 23. April erscheint.
BRAUER-SCHULE Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende
Enzyme Enzyme begegnen uns täglich: Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Zahnpasta, Shampoos und natürlich auch in vielen Lebensmitteln und Getränken. Beim Brauen von Bier sind sie u.a. dafür verantwortlich, dass die Stärke während des Brauprozesses besser verwertet werden kann.
2. Enzyme brauchen gewisse Wirkungsvoraussetzungen, um optimal arbeiten zu können. Welcher der folgenden Punkte gehört nicht dazu? a) Temperatur b) Licht c) Wasser d) pH-Wert e) spezifisches Substrat 3. Enzyme spalten Stoffe und es entstehen „neue“ Stoffe. Welche der folgenden Aussagen ist falsch? a) Proteasen spalten Eiweiße b) Maltase spaltet Maltose in Glucose c) Beta-Amylase spaltet Amylose vollständig in Maltose d) Alpha-Amylase spaltet Amylopektin vollständig in Maltose e) Peptidasen spalten Eiweiße in Poly-Peptide und Peptide 4. Welches der folgenden Enzyme ist im ungekeimten Gerstenkorn noch nicht nachweisbar, sondern wird erst während der Keimung gebildet? a) Alpha-Amylase b) Beta-Amylase c) Peptidasen d) Exo-Beta-Glucanasen e) Proteinasen 5. Die Wirkungsweise der Enzyme wird oft mit dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ erklärt. Dies bedeutet, dass Enzyme… a) bestimmte Stoffe als „Schlüssel“ benötigen, um einen Stoff aufspalten zu können. b) das Aussehen von Schlüsseln besitzen. c) nur zwei Voraussetzungen „Schlüssel“ (Wasser) und „Schloss“ (Wärme) benötigen.
d) stoffspezifisch arbeiten und keine anderen Stoffe aufspalten können. e) sich während des Aufspaltens drehen, wie ein Schlüssel im Schloss. 6. Um die Stärke von den Enzymen in kleinere Kohlenhydrate abbauen zu lassen, hat der Biersieder die Möglichkeit, während des Maischens verschiedene Rasten zu halten. Welches Enzym arbeitet am besten zwischen 62 bis 64 °C? a) Protease b) Alpha-Amylase c) Zymase d) Maltase e) Beta-Amylase
Die Aufgaben stellte Andreas Großmann, Staatliche Berufsschule Main-Spessart
7. Welcher pH-Wertbereich ist beim Maischen für Enzyme optimal? a) 4,2 – 4,5 b) 4,6 – 4,8 c) 5,4 – 5,6 d) 7,0 – 8,0 e) 8,2 – 9,7 8. Alpha- und Beta-Amylase unterscheiden sich nicht nur durch ihre Spaltprodukte, sondern auch dadurch, dass die Alpha-Amylase ein EndoEnyzm und die Beta-Amylase ein Exo-Enzym ist. Das bedeutet, dass… a) die Alpha-Amylase die Stärkeketten in der Kettenmitte „angreift“. b) die Beta-Amylase die Stärkeketten in der Kettenmitte „angreift“. c) die Alpha-Amylase die Maltose in der Mitte „angreift“. d) die Beta-Amylase die Maltose vom Ende her „angreift“ e) die Alpha-Amylase die Stärkeketten am Kettenende „angreift“.
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1. In der Mälzerei und Brauerei spielen Enzyme eine wichtige Rolle. Was sind Enzyme? a) Energielieferanten – sie liefern Energie für Stoffwechselprozesse b) Signalüberträger – sie übertragen Signale an andere Botenstoffe c) Biokatalysatoren – sie bewirken Stoffumwand lungen d) Inhibitoren – sie verlangsamen Stoffumwand lungen e) Moderatoren – sie leiten Stoffumwandlungen ein
Fachrechnen: Der Mälzungsschwand setzt sich aus Wasserverlust, Wurzelkeimverlust und dem Atmungs schwand zusammen. Durch eine optimierte Luftzufuhr konnte die Mälzerei den Atmungsschwand um 0,9 % senken. Bisher betrug der lufttrockene Mälzungsschwand 20,1 %. Die verkaufte Malzmenge bleibt mit 19 000 t jedoch gleich. Berechnen Sie, wie viel Gerste die Mälzerei weniger einkaufen muss! (volle t) (Lösungen S. 31) Brauerei Forum – März 2021
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Brennereitechnologie, Wildhefen und PrestigeFlaschen: 18. IfGB-Forum in Graz erfolgeich Vom 5. bis 8. Oktober 2020 tagte das 18. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei in Graz. Dass die Tagung mit rund 100 Experten aus Österreich, Deutschland und Italien stattfinden konnte, ist auch dem Engagement der Sponsoren, der Messe Graz und dem Veranstaltungsreferat der Stadt Graz zu verdanken. Entscheidend war außerdem die Disziplin aller beteiligten hinsichtlich der Corona-Prävention. Am Mittwoch lag der Fokus auf Neuerungen für die Brennerei von Automation bis Vakuum, Erfahrungen mit Wildhefen sowie Marketing und Verpackung. (WiK) Am zweiten Tag moderierte VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine, der sich für die spannenden Betriebsbesichtigungen bei der Destillerie Franz Bauer und Anton Paar sowie den stimmungsvollen Begrüßungsabend bedankte. Neues für die Brennerei Prof. Dr. Dominik Durner vom Weincampus Neustadt referierte über den Einfluss des Fruchtreifegrades auf das Aromaprofil und die Sensorik von Bränden der Williams Christ Birne. „Williams-Christ-Birnenbrand ist der wichtigste reinsortige Obstbrand“, erläuterte er. „Dieser erreicht ein hohes Preisniveau und ist in den USA ein echter Trend.“ Für die ersten Versuchsreihen erntete man die Williamsbirnen bei beginnender Gelbfärbung. Die nicht nachgereiften grünen und gelben Früchte wurden zeitgleich eingemaischt. Trotz der gleichen Zuckergehalte hatte die Maische je nach Reifegrad unterschiedlich hohe Alkoholgehalte. Dies ist u.U. darauf zu-
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rückzuführen, dass die Hefe besser am weichen, reifen Obst angreifen kann. Für weitere Versuchsreihen wurden grün geerntete Früchte bei 24 °C nachgereift, bis sie hellgrün bzw. gelb waren. „Die nach der Nachlagerung hellgrüne Variante hat die besten Ergebnisse gebracht“, sagte Prof. Durner. Entsprechend empfahl er, Williamsbirnen kurz vor der Gelbfärbung zu ernten, aber nachzulagern. „Die Alkoholausbeute nimmt mit steigender Gelbfärbung und während der Nachlagerung deutlich zu.“ Außerdem wurden unterschiedliche Hefen und Gärtemperaturen getestet. „Bei kaltvergorenen Maischen hat man mehr BirnenaromaAusbeute und geringere Gehalte qualitätsmindernder Aromastoffe“, sagte Prof. Durner. Dies sei auf einen reduzierten Verdunstungseffekt zurückzuführen. Bei warmer Gärung gingen viele Aromastoffe in den hydrophoben Modus und verflüchtig ten sich. Außerdem sei die Ethanol ausbeute bei kalter Gärung größer.
Eine leichte Maischenachlagerung führe zusätzlich zu geringerem Methanolgehalt. Ein weiterer Versuch widmete sich dem Vergleich verschiedener Brenntechniken. Es zeigte sich: „Die Kolonnendestillation ergab stärkere Birnenaromen als Raubrand – Feinbrand sowohl in Intensität als auch in Typizität“, so der Referent. Als Antwort auf die Frage, in welchen Fraktionen sich die wertgebenden Aromastoffe befänden, empfahl Prof. Durner: „Eine großzügige Abtrennung des Vorlaufs ist bei Williams-Christ-Birnenbrand wichtiger als bei allen anderen Obstbränden. Manche Ester nähmen allerdings erst zum Ende des Mittellaufs zu. Der Nachlauf bringt Schärfe und würzige Aromen in den Brand, was mit Qualitätsverlusten einhergeht.“ Dr. Ilona Schneider von Eaton Technologies, Langenlonsheim, nahm mit Wildhefen – Nicht-Saccharomyceten – die Wildhefen-Diskussion vom Vorjahresforum auf. Die Referentin
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Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin
verglich verschiedene Wildhefen im Hinblick auf ihr Gärverhalten. Im Versuch entschied man sich für eine gestaffelte Zugabe, eine Mischung von Saccharomyceten und NichtSaccharomyceten. Veraltete Fachliteratur sagt, dass Nicht-Saccharomyceten bei 4 Vol.-% Alkohol die Gärung stoppen würden. Dr. Schneider hielt dagegen: „Die Spontangärungsflora hat sich verändert und gärt noch bis auf 10 Vol.-%.“ Die geringe Alkoholtoleranz der Candida verursache allerdings Gärstockungen. Die Referentin warnte: „Sie haben bei Spontangärung auch viele OffFlavors. Pferdeschweißaromen lassen sich nicht schönen.“ Wildhefen bieten aber auch Vorteile, daher gibt es inzwischen Nicht-Saccharomyceten für die Obstbrennerei zu kaufen, als Reinzucht in getrockneter Form. Dabei handle es sich meist um sehr starke, aber langsame Aromahefen. „Lancea thermotolerance ist außerdem in der Oenologie aufgefallen, weil sie Milchsäure bilden kann“, berichtete die Referentin. Für besondere Aromen erscheint es empfehlenswert, nur Teilmengen der Maische mit Nicht-Saccharomyceten zu vergären und sie mit Saccharoymceten-Maischen zu kombinieren. In jedem Fall sollte man bei der Verwendung von NichtSaccharomyceten ggf. die geringere Alkoholausbeute beachten. Dr. Schneider resümierte: „Ja, wir haben eine Möglichkeit der natürlichen Säuerung und wir schaffen bei Birnen die gleichen, bei Mirabellen geringfügig geringere Ausbeuten als bei der Verwendung von Saccharomyces cerevisiae.“ Die Referentin erntete viel Applaus und beantwortete etliche Detailfragen.
Gerald Hochstrasser von der gleichnamigen Destillerie in Mooskirchen, Österreich, stellte mit seinem Sohn Martin die Vakuumdestillation für Geiste und Obstbrände vor. Das 1930 gegründete Familienunternehmen hat 2012 mit der Vakuumdestillation begonnen. Zwei Jahre später führten sie eine eigene VakuumProduktlinie ein. Das Unternehmen verwendet ein Brenngerät der Firma Carl mit Glockenböden und Dephlegmator. Weitere Komponenten der Anlage sind die Kühlung und die Vakuumpumpe. Die Hochstrassers brennen vollautomatisiert mit einem Vakuum von -650 mbar. Die Vakuum-Destillate zeigen u. a. ein sehr intensives, fast überladenes Aroma und einen milderen Abgang. Die Produkte seien allerdings nicht verschnittfähig und haben eine sehr geringe Lagerfähigkeit. Eine Holzfasslagerung sei ausgeschlossen, weil dann die leichtflüchtigen Aromastoffe verloren gingen. Die Produkte seien beliebt, weil sie milder sind als die konventionellen. „Wir sind noch immer im Versuchsstadium – gern diskutieren wir das weiter“, räumten die Referenten ein. Prof. Gössinger von der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau, Klosterneuburg, merkte an: „Wir haben quasi die gleiche Anlage. Mit dem Vakuum wird das Aroma feingliedrig, aber nicht intensiviert.“ Die Mitarbeiter der Feinbrennerei Prinz im Publikum teilten ihre Erfahrungen. In Hörbranz arbeitet man seit 2004 sehr erfolgreich mit Vakuum auf drei 1600-L-Blasen und einer kontinuierlichen Brennerei. Von Sorte zu Sorte unterscheiden sich Ergebnisse stark. „Wir haben rund zehn Jahre gebraucht, bis wir das
Vakuum so stabil hatten, wie wir es brauchen“, so die Prinz-Mitarbeiter. Alexander Plank von der Carl GmbH, Eislingen, sprach über die Automation und Brennerei 4.0. Bei der Spirituosenproduktion gilt es, kostengünstig und wettbewerbsfähig zu arbeiten. Ein Schritt zur Prozessoptimierung ist dabei die Automation. Alle Carl-Anlagen lassen sich regeln und steuern. Die Bedienung erfolgt über ein 20“-Touch-Display, auf dem Parameter angezeigt und geändert werden können. Auf dem Bildschirm sind alle Teile der Anlage dargestellt, von der Brennblase bis zum Kühler. Im Menü entscheidet man sich für eine manuelle oder automatisierte Steuerung der Beheizung. Die Dephlegmatorkühlung wird gesteuert, ebenso wie alle Ventile. Auch bei der automatisierten Anlage ist ein Eingriff möglich – händisch am Display, aber auch online. „Ich hinterlege in der Automatisation, ob ich z. B. einen Geist oder einen Brand produziere“, erklärte Plank die Rezepturverwaltung. Die Fraktionierung in Vor-, Mittel- und Nachlauf erfolge ebenfalls automatisch. Der Vorlauf wird nach dem Volumen über einen Schwimmer-Sensor abgetrennt. „Die Umschaltung vom Mittellauf auf den Nachlauf erfolgt über die Geistrohrtemperatur, die quasi äquivalent dem Alkoholgehalt in der Vorlage ist“, erklärte Plank. Das Abtriebsende erfolge ebenfalls über die Geistrohrtemperatur. Die Carl-Brenngeräte für Europa entsprechen der ATEX-Richtlinie der EU zum Explosionsschutz. Die Sicherheitskette der Automation kontrolliert z. B. die Temperatur des Kühlwassers und den Überdruck der Destillation. Kommt es
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Prof. Dr. Dominik Durner
Alexander Plank
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dort oder an anderen Stellen des Prozesses zu Fehlern, meldet und benennt das System diese. Außerdem gibt es neben dem Display einen Not-Ausknopf. Alle Temperatur- und Druckmessungen während des Brennprozesses werden in einer Excel-Tabelle hinterlegt. Der Datentransfer erfolgt per USB-Stick oder Datenschnittstelle. Prof. Manfred Gössinger ergänzte: „Der große Vorteil der Automatisierung ist, dass die Daten gespeichert werden. Die Reproduzierbarkeit von einem guten Destillat ist ohne Automatisierung nicht möglich.“
Jörg Binkert
Friedrich Guggenberger
Jörg Binkert von der Fa. Kaspar Schulz, Bamberg, referierte über Brauen, Mälzen, Destillieren. Eingangs wies Binkert darauf hin, dass die Brauereimaschinenfabrik bis in die 1950er-Jahre auch Brennapparate gefertigt hat. Vor zwei Jahren stellte das Unternehmen auf der BrauBeviale den „Schulz Brewers’ Still“ vor. Die Whiskybrennerei ist extra für Brauereien konzipiert und brennt im Pot-Still-Verfahren (mit Pot-Still und Spirit-Still). Die Konstruktion folgt schottischem Vorbild mit Kupferkondenser, Lyne Arm und typischer Kupferhaube. Die Brennblase kann mit Wasser oder Dampf beheizt werden. Die Schaumverhütung erfolgt während des Brennvorgangs durch einen Wash-Verteilschirm und Umwälzung des Blaseninhalts. Der Aufbau auf einem Grundrahmen ist möglich. Dies vereinfacht Einbringung sowie Aufbau der Anlage und verkürzt die Montagezeit vor Ort. Eine Automatisierung ist auch über die Einbindung der Brennerei in die brauereiseitige Steuerung möglich. Die Mitbenutzung der Brauerei-Infrastruktur für
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Luft, Glykol, Dampf und Heißwasser bringt weitere Kosteneinsparungen. „Wir suchen einen Pionier, um diese Anlage zu installieren. Kommen Sie auf uns zu!“, forderte Binkert die Zuhörenden abschließend auf. Etikettierung, Glas und Marketing Den Verpackungsschwerpunkt eröffneten Oliver Steiner, Krones, Neutraubling, und Friedrich Guggenberger, Mozart Distillerie, Salzburg, mit Krones‘ Sondermaschinenbau für die Spirituosenindustrie am Beispiel Mozartkugel. Der Vortrag bestach durch seine Lebendigkeit – die Referenten erwähnten auch die Fehlversuche bei der Lösung der an Komplexität kaum zu übertreffenden Herkulesaufgabe, die Flasche der Mozartdestillerie vollautomatisch etikettieren zu lassen und am Ende ein Produkt zu haben, bei dem der Faltenwurf der Einschlagsfolie so unordentlich wirkt, als wäre die Flasche von Hand etikettiert. Am Ende gab es eine perfekte Lösung, deren Entwicklung fast drei Jahre benötigte. „Wir haben bei Krones eine Versuchsanlage aufgebaut und Pusher eingesetzt, um die kleinen Falten zu erzeugen. Allein, um darauf zu kommen, brauchst du das Scheitern!“ Fünf verschiedene Flaschengrößen der Mozartkugel von 0,2 bis 1 L sollten auf derselben Anlage laufen, zusätzlich Standardflaschen. Die Sonderflasche ist nicht komplett rund, sondern hat eine schräge Fläche fürs Brustetikett, die wirklich glatt sein muss. Die Lösung sieht aus wie folgt: Die Folie liegt auf Heißleim auf, der die komplette Flaschenoberfläche bedeckt, ein Stempel glättet die schräge Brustfläche. Der Hauptverschluss kommt über die Folie am Hals. Die
Folie wird mit Andrückstempel fixiert, die genau der jeweiligen Flaschenkontur entsprechen. Diese Sonderstempel wurden als 3DDruckteile entwickelt. Der Auslaufstern setzt am Hals an und hebt die Flasche auf das Fließband. Vorher wird sie so gedreht, dass sie für das Kapseletikett richtig steht. Auf die Kapsel kommt direkt gegenüber des Brustetiketts das Deklarationsetikett. Eine besondere Herausforderung war das Bodenetikett. „Dafür haben wir ein Loch ins Band gestanzt und eine Kamera daruntergesetzt, die die Platzierung des Bodenetiketts kontrolliert“, erläuterte Steiner. Insgesamt erfolgt ein 360 °-Monitoring mit sieben Kameras. Guggenberger resümierte: „Als Kunde macht man Vorgaben. So ein Projekt funktioniert aber nur, wenn beide ihre Erfahrungen einbringen.“ August Grupp, Stoelzle Oberglas, Köflach, sprach über Prestigespirituosenflaschen & kurze Produktlebenszyklen – mit moderner Dekoration zur Losgröße eins. Die Dr. Cornelius Grupp Unternehmensgruppe umfasst u. a. die Unternehmen Stoelzle Oberglas und Stölzle Lausitz. Der Referent gehört zur 7. Generation der Unternehmerfamilie. Die Stoelzle Glass Group beschäftigt rund 2800 Mitarbeiter in Europa in neun Produktions- und Dekorationswerken. „Dekoration von Glas ist ein altbekanntes Erfolgsrezept in der Parfümerie“, erläuterte der Referent. Dieser Trend ist Ende des 20. Jhs. auf die Spirituosenflasche übertragen worden. Flaschenformen und -dekor sollen das eigene Produkt im Regal und an der Bar aus dem Wettbewerb hervorstechen lassen. Wodka hat z.B. wenig sicht-
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bare Eigenschaften, also setzt man sich über die Flasche ab. Beim Whisky ist bereits die Farbe dekorativ, diese wird quasi in die Gestaltung integriert. „Man nutzt dezente Dekoration als Zeichen der Premiumisierung, sprich Gold oder Accessoires“, erklärte Grupp. Für Prestigeflaschen, also jene, die sich vom Premium noch einmal deutlich abheben, bietet Stoelzle mithilfe hauseigener Innovations- und Design-Teams kundenspezifische Lösungen an – ob Feuerpolitur, Pulverbeschichtung oder spezielle Färbungstechniken. Grupp stellte neue Dekorationstrends und -techniken vor. „Standardprodukte werden durch Dekoration zu einzigartigen Verpackungen“, erläuterte Grupp. Durch beeindruckende haptische und optische Effekte würden Produkte unverwechselbar. Stoelzle hat eine spezielle Beschichtung entwickelt, die der Glasoberfläche einen einzigartigen Schimmer verleiht. Digitaldruck ermöglicht Arbeit mit Losgröße 1, ein unlimitiertes Farbspektrum und fotorealistische Darstellung. Ein Vorteil der Dekoration sei auch, dass der Entwicklungsprozess dafür mit 4 bis 6 Wochen viel kürzer und damit preisgünstiger ist als der für die Flaschenentwicklung mit einem Zeitraum von 8 bis 12 Monaten. Dass das Prinzip erfolgreich ist, zeigt die lange Liste hochkarätiger Referenzkunden von Absolut Vodka über Diageo und Glenfiddich bis hin zu Pernod Ricard und Remy Cointreau. „Produktlebenszyklen definieren die Notwendigkeit nach schneller Innovation“, sagte Grupp. In der Spirituosenindustrie erfolgt eine kontinuierliche Planung von Spezialeditionen zur Stärkung der Dachmarke.
Marken erweitern konsequent ihr Produktportfolio und reagieren auf aktuelle Trends. Stoelzle stehe hier mit Rat und Tat zur Seite. Hannes Koch von der Destillerie Franz Bauer referierte über Premiumspirituosen im Duty-Free-Shop. Korrekterweise heißt dieser globale Absatzkanal Travel Retail, da seit 1999 in der EU keine Zoll- und Steuerbefreiung mehr erfolgt. Die Destillerie Franz Bauer hatte kurz vor der Pandemie ihren Shop im Flughafen Graz eröffnet – eigentlich ein Meilenstein. „Ich hoffe, dass wir bald wieder normal arbeiten können“, sagte der Referent. „Keine Reise, kein Duty-free.“ Der Flughafen sei der wichtigste Absatzkanal, der für viele Unternehmen 60 % des Umsatzes generiere. 60 bis 65 % der Reisenden erreiche man dort, vor allem die jüngeren Erwachsenen. Asia Pacific und Europa sind die wichtigsten Regionen für Travel Retail. Daher gebe die zeitweilige Überwindung der Pandemie in Teilen Asiens große Hoffnung. Wichtig sei im Duty-free-Shop zu vermitteln, „hier kann man Dinge kaufen, die es nur hier gibt“. Auch die Literflaschen für Spirituosen gehören dazu. Three Sixty sei z. B. die am stärksten wachsende Wodka-Marke und das auch über Travel Retail. Koch sieht in diesem Absatzkanal viel Potenzial. Wichtig sei dabei, dass die Partnerschaft zwischen Flughafen, Handel und Marke gelebt wird. Sobald die Pandemie abklinge, würde sich der Absatzkanal wieder erholen. „Die Menschen haben die Lust zu reisen nicht verloren“, zeigte sich Koch zuversichtlich. Anna Zenz, Brand Ambassador für Jägermeister an der Destillerie
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Franz Bauer, sprach über Willkommen im Hirschrevier! Jägermeister in Österreich. Jägermeister ist auf Platz 9 der größten Markenspirituosen weltweit. In Österreich liegt Jägermeister auf Platz 2. Dort begann die Erfolgsgeschichte vor 28 Jahren. „Die Destillerie Franz Bauer zählt zu den ältesten Lizenzpartnern von Jägermeister“, erläuterte Zenz. Österreich ist der „Kleinstflaschenchampion“ – mit 36 Mio. verkauften 0,02-l-Fläschchen im Jahr 2019 ist der Absatz dieses Gebindes in Österreich größer als in allen anderen Ländern zusammen. „2016 bis 2019 waren die erfolgreichsten Jahre in Österreich – 2020 hatte vor der Pandemie das Potenzial für das stärkste Jahr überhaupt“, so Zenz. „Die Pandemie hat uns sehr getroffen. Nach zehn Tagen Lockdown haben wir Livestreams mit DJs gestartet“, sagte die Referentin. „Mit digitalen Shots.“ Hinzu kamen Online-Konzerte. Mit der Pandemie sind natürlich die Jägermeister-Aktivitäten in den sozialen Netzwerken verstärkt worden. Solange man Skilaufen konnte, gab es die Jägermeis ter-Pistenjägertour mit skilaufenden Promotion-Teams, DJs und Kleinflaschen für Aprés-Ski. „In ‚normalen‘ Jahren haben wir ca. 200 Eventtage pro Jahr“, erzählte die Referentin. Hinzu kommt „Hubertus Rat“, ein Barkeeper-Forum, das unterschiedlichste Jägermeister-basierte Drinks entwickelt.
August Grupp
Hannes Koch
Dr. Fontaine bedankte sich für den sehr erfrischenden Vortrag. Ebenso bedankte er sich bei allen Referenten und Moderatoren sowie beim eigenen Team.
Abbildungen: 1. Dr. Ilona Schneider schickte eine vorproduzierte Präsentation und war zur Diskussion live dazugeschaltet 2. Prof. Manfred Gössinger bereichert die Diskussion mit Anmerkungen 3. Gerald und Martin Hochstrasser vermitteln ihre Erfahrungen mit der Vakuumdestillation 4. Auch am zweiten Tag eine sehr gut besuchte Veranstaltung 5. Oliver Stein präsentiert eine Lösung für ein komplexes Problem 6. Nicht nur die Sponsoren präsentierten sich in der Fachausstellung 7. Pausen in der Pandemie. Kleine Tische mit zugewiesenen Plätzen Brauerei Forum – März 2021
Anna Zenz
Das 19. IfGBForum ist für den 5. und 6. Oktober 2021 in HöhrGrenzhausen geplant, mit Unterstützung der Heuft Systemtechnik und der Birkenhofbrennerei
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TAGUNGEN
FACHLITERATUR NACHRICHTEN
19. IfGB-Forum 2021 in Höhr-Grenzhausen
Kolloquiumsbericht Alkoholgeschichte(n)
Am 5. und 6. Oktober ist das IfGB-Forum zu Gast bei der Heuft Systemtechnik in Burgbrohl und der Birkenhof-Brennerei in Nistertal. Tagungsort ist das Hotel Zugbrücke in Höhr-Grenzhausen. Die guten Erfahrungen mit dem 18. IfGB-Forum in Graz 2020 machen Mut, dass auch in diesem Jahr eine Präsenztagung gelingen wird. Mit Unterstützung von
(WiK) „Wir sind sehr froh darüber, so spannende Partner wie die Heuft Systemtechnik und die BirkenhofBrennerei als Sponsoren des diesjährigen IfGB-Forums gewonnen zu haben“, sagt VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine. Das Tagungsprogramm befindet sich im Aufbau. Themen wie Deutscher Whisky sowie Vollflascheninspektion liegen durch die Sponsoren auf der Hand. Hinzu kommen Analytikvorträge zur ungewollten Alterung von Spirituosen. Die Trendthemen Hard Seltzer und alkoholfreie „Spirituosen“ wird man in diesem Jahr ebenfalls behandeln. „Wir machen keinen offiziellen ,Call for Papers‘, aber im Moment sind wir noch offen für Vortragsangebote und Themenvorschläge“, sagt IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann.
Foto: Heuft Systemtechnik
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Foto: Willwacher / Birkenhof-Brennerei
Heuft Systemtechnik Qualität und Sicherheit, darauf kommt es bei der Abfüllung und Verpackung von Getränken an. Um dies effektiv zu realisieren, bietet die Heuft Systemtechnik einzigartige Kamera-, Röntgen- und Bildverarbeitungstechnologien zur präzisen Leer- und Vollbehälterinspektion
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an. Etikettiertechnik und smarte Tools zur Behälterfluss-Optimierung sind weitere Geschäftsfelder. In Burgbrohl werden auf einer Produktionsfläche von über 20 000 m2 leistungsstarke Systeme für Kunden in der ganzen Welt hergestellt. Das Unternehmen lädt die Teilnehmer des 19. IfGB-Forums zur Betriebsbesichtigung und anschließendem Begrüßungsabend im 700 m2 großen Kundenzentrum ein. Birkenhof-Brennerei Das Familienunternehmen verfügt über ein außergewöhnlich breites Spektrum an Brenngeräten (Korn, Whisky- und Obstbrennereien, Wacholder-, Gin-und Botanical-Destillen). So ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für die Des tillateure und Destillateurmeister. Das Unternehmen ist bekannt für außergewöhnliche Sorten von Bränden und Geisten und erhält für Produkte und Unternehmen regelmäßig Ehrungen, wie den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft verliehenen Bundesehrenpreis. Die Birkenhof-Brennerei öffnet ebenfalls ihre Tore für die Teilnehmer des 19. IfGB-Forums.
25 Jahre Schwäbisches Schnapsmuseum Kurt Satorius (Hg.): Kolloquiumsbericht Alkoholgeschichte(n). 96 S., reich bebildert, Schwäbisches Schnapsmuseum 2020. € 9,00 – schnamus@web.de
(WiK) Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Schwäbischen Schnapsmuseums veranstaltete Kurt Sartorius im Jahr 2018 das Kolloquium Alkoholgeschichte(n). Der daraus entstandene Tagungsband erschien im Jahr 2020. 13 z. T. hochkarätige Referenten wie z. B. Dr. Günter Rörig, Jochen Einenkel, Markus Eder und Stefan Fuchs nähern sich der Geschichte der Spirituose und der Destillation von unterschiedlichen Perspektiven. Die Themen umfassen kulturgeschichtliche Aspekte wie z. B. die Herstellung von Duftwässern sowie von Alkohol für Medizin, Pharmazie und Genuss. Kultur-, Pharmaziehistoriker und Technologen betrachten die Herstellung und den Konsum von Trinkalkohol von verschiedenen Seiten. Andere Autoren setzen Firmengeschichten in den Kontext der jüngeren Geschichte. Ein facettenreicher Sammelband, dem ein mehrspaltiges Layout, einheitliche Zitierweise und Quellenverzeichnisse gut angestanden hätten. Kurt Satorius, Leiter des Schwäbischen Schnapsmuseums, ist Autor und Mitglied der Gesellschaft für Geschichte des Branntweins.
Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin
FORTBILDUNG
Destillateur-Aufbaukurs 2021 gut gebucht Die 14-tägige Fortbildung für Destillateure und Quereinsteiger findet vom 24. Mai bis 4. Juni in Berlin statt. Direkt nach Freischaltung der Anmeldung war bereits die Hälfte der Plätze fest gebucht. Mit dabei sind Mitarbeiter aus Brennereien, von Spirituosenproduzenten und Aromenherstellern aus Deutschland, Österreich und Island. Die guten Erfahrungen mit dem Destillateurmeisterkurs 2020 stärken trotz Pandemie die Zuversicht, auch den diesjährigen Destillateur-Aufbaukurs als Präsenzveranstaltung durchführen zu können. Eine Anmeldung ist weiter möglich.
Wer besucht diesen Kurs? Teilnehmer des Kurses sind Mitarbeiter aus Brennereien, von Spirituosenproduzenten und Aromenherstellern. Der Kurs ist auf Fachleute aus der Produktion zugeschnitten, eignet sich aber auch für Vertriebsmitarbeiter und Start-up-Gründer. Für die Teilnahme wird Grundlagenwissen der Brennerei- und Des
tillationstechnik vorausgesetzt. Der Aufbaukurs eignet sich aber genauso für gelernte Brenner und Destillateure, um Wissen aufzufrischen und zu aktualisieren. Wer unterrichtet? Die Dozenten der Destillateurkurse sind Lebensmittelchemiker, Biologen und Ingenieure des IfGB sowie Brenner, Destillateurmeister, Lebensmitteltechnologen und Juristen renommierter Branchenunternehmen und Ministerien. Was nehmen Absolventen mit? „Insgesamt ein professioneller und sehr informativer Kurs“, sagte ein Teilnehmer 2019. „Der Kurs gibt gute Einblicke z. B. in die Gesetzeskunde. Außerdem inspiriert er zu neuen Produkten und Technologien. Besonders die zweite Woche war interessant, denn die war gespickt mit umfangreicher Praxis und konkreten Projekten“, ergänzte eine Teilnehmerin. Neben dem Wissenszuwachs entsteht auch ein tragfähiges Netzwerk zwischen den Absolventen untereinander, aber auch mit den Dozenten und Experten des Instituts für Gärungsgewerbe.
2019: Zu Besuch in der Preussischen Spirituosen Manufaktur Steuerbefreiung und AZAV Die VLB Berlin ist offiziell als Bildungsträger für Maßnahmen der Arbeitsförderung anerkannt. Damit sind auch die unter dem Label IfGB angebotenen Destillateurkurse für die öffentliche Förderung zugelassen. Der Kurs ist von der Umsatzsteuer befreit. Hygiene Der Kurs findet in großen, gut belüftbaren Räumen statt. Das Präventionskonzept wird den behördlichen Verordnungen stetig angepasst und beinhaltet ggf. Maskenpflicht und Temperaturmessungen.
Abbildungen: unten links: Sensorik 2019 unten rechts: Laborschulung 2020
Fotos: WiK
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www./spirituosen.ifgb.de/destillateur-aufbaukurs
(WiK) Der Destillateur-Aufbaukurs richtet sich an alle, die ein Interesse an der professionellen Herstellung von Spirituosen haben. Das Themenspektrum erstreckt sich von Brennereitechnologie und Technologie der Spirituosenherstellung über Rezept- und Produktentwicklung bis hin zu Gesetzeskunde und Zollverkehrsfragen. Der fachpraktische Unterricht im Labor ergänzt die Vorlesung zur Qualitätssicherung. Der fachpraktische Unterricht in der Likörherstellung ist angewandte Produktentwicklung. Während die Vorlesungen mit 12 bis 24 Teilnehmern durchgeführt werden, findet der fachpraktische Unterricht in Kleingruppen von 6 bis 8 Personen statt.
MARKT & MARKEN
Bierabsatz während der Corona-Krise deutlich gesunken Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete Ende Januar einen Rückgang des deutschen Bierabsatzes im Jahr 2020 um –5,5 % (–5,1 Mio. hl) gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die temporäre Schließung der Gastronomie und der Ausfall zahlreicher Großveranstaltungen setzte der Branche im Corona-Jahr 2020 zu. (oh) Insgesamt haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 2020 rund 87 Mio. hl Bier abgesetzt. Damit sank der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % bzw. 5,08 Mio. hl. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und
Malztrunk sowie das aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten. 82,6 % des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert.
Gesamtbierabsatz in Deutschland 2020 Januar bis Dezember 2020 (in Mio. hl, gerundet)
Bayern
Veränderungen gegenüber 2019 in % –4,1
22,8
Nordrhein-Westfalen
–7,4
20,3
Niedersachsen/Bremen
−1,9
8,6
Sachsen
7,5
−3,1
Baden-Württemberg
5,8
−7,0
Rheinland-Pfalz/ Saarland
5,4
–8,5
Berlin/Brandenburg
4,0
−0,7
Schleswig-Holstein/ Hamburg
3,0
Thüringen
3,1
Mecklenburg-Vorpommern
2,9
−3,0
Sachsen-Anhalt
1,8
–3,7
1,78
–19,9
Hessen
Gesamtabsatz: 87,1 Mio. hl davon exportiert: 15,0 Mio. hl (–5,8 %)
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Brauerei Forum – März 2021
−18,8 +6,1
–5,5
Quelle: Statistisches Bundesamt
ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk inkl. Biermischgetränke
Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zu 2019 um 5,5 % auf 72 Mio. hl. Steuerfrei (als Exporte und als sogenannter Haustrunk) wurden 15 Mio. hl Bier abgesetzt (–5,8 %). Davon gingen 7,78 Mio. hl (–13,1 %) in EU-Staaten, 7,25 Mio. hl (+3,7 %) in Nicht-EU-Staaten und 119 000 hl (–4,5 %) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien. Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – machten im Jahr 2020 mit 4,37 Mio. hl rund 5,0 % des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem Jahr 2019 wurden 2,9 % weniger Biermischungen verkauft. Geschlossene Bars und Restaurants, abgesagte Feste und sonstige Großveranstaltungen sorgten besonders in den Monaten April (–17,3 %) und Mai (–13,0 %) für einen starken Rückgang beim Bierabsatz. In den Sommermonaten kam es aufgrund der gelockerten Beschränkungen zu einer leichten Erholung. Die wieder verschärften Corona-Auflagen ab Herbst 2020 ließen den Bierabsatz im November jedoch erneut dras tisch sinken (–14,1 %). „Die Situation der Brauwirtschaft ist dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel“, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Er kritisierte angesichts der schwierigen Lage vieler Betriebe die unzureichenden Hilfsprogramme von Bund und Ländern. Für die Gastronomie seien weitreichende Hilfsmaßnahmen entwickelt worden – die 1500 überwiegend handwerklichen und mittelständischen Brauereien als indirekt Betroffene gingen jedoch, bis auf wenige Ausnahmen, leer aus. „Von Woche zu Woche geraten mehr Brauereien unverschuldet in existenzielle Not. Wenn Bund und Länder hier nicht gezielt und entschieden gegensteuern, droht vielen Brauereien die Insolvenz. Die Betriebe brauchen dringend Hilfe und eine Perspektive“, so Eichele
Radeberger Pilsner verzichtet auf 0,33-l-Individualflasche und stellt auf Pool der GeMeMa um
Fotos: Radeberger
Sie gehört zu Radeberger Pilsner wie ihre sächsische Heimat oder der schwarz-goldene Markenauftritt: Die Individualflasche mit dem unverkennbaren geprägten Namensschriftzug am Flaschenhals. Jetzt hat die Radeberger Exportbierbrauerei jedoch eine Entscheidung getroffen: Sie verzichtet zukünftig im Bereich 0,33-l-Gebinde auf ihre beliebte Individualflasche – und stellt auf eine PoolFlasche um. Sie setzt fortan auf den 0,33-l-Longneck-Pool der Gesellschaft für Mehrweg-Management (GeMeMa), der gerade im Markt startet.
(F.) Die Individualflasche von Radeberger Pilsener mit ihrem prägnanten Schriftzug am Flaschehals ist seit fast 15 Jahren erfolgreich am Markt. Jetzt hat sich die Radeberger Exportbierbrauerei entschieden, ihr 0,33-l-Gebinde auf eine PoolFlasche umzustellen. Die Brauerei möchte dadurch ihren als Beitrag zur Stabilisierung des aufgrund wachsender Komplexitäten unter Druck geratenen Mehrwegsystems leisten. Ab sofort setzt Radeberger auf den 0,33-l-Longneck-Pool der Gesellschaft für Mehrweg-Management (GeMeMa), die Ende des vergangenen Jahres die Freigabe des Bundeskartellamts erhalten hat. Komplexitäten reduzieren Die ersten Abfüllchargen wurden in den vergangenen Wochen in die neuen Einheitsgebinde gefüllt – und werden seit Anfang März in den Markt gebracht: So löst die 0,33-lLongneck-Poolflasche schrittweise die 0,33-l-Individualflasche von Ra-
deberger Pilsner ab. Ein Flaschentyp weniger im Getränkemarkt, der sortiert werden muss – so werden zumindest in diesem Marktsegment Komplexitäten für alle Marktteilnehmer reduziert. „Radeberger Pilsner war eine der ersten Biermarken, die in Deutschland national mit einer Individualflasche in den Markt gestartet ist – als Antwort auf den nicht geregelten, daher schlecht gepflegten und vor allem qualitativ nicht mehr akzeptablen NRW-Pool,“ erl äuter t A xel Frech, Geschäf tsführer der Radeberger E x p or tbierbrauerei . Und er ergänzt: „Heute, anderthalb Jahrzehnte später, besteht zum allerersten Mal eine echte Chance, im deutschen Biermarkt einen geregelten Pool aufzu-
setzen, der die hohen Anforderungen an Qualität langfristig sichert, Investitionen in Poolgebinde wieder sinnvoll macht – und dem eigenen Markenauftritt zugutekommen lässt.“ Da sei es nur konsequent, dass Radeberger Pilsner nun erneut an der Spitze der Bewegung stehe, so Frech: „Im Sinne des wichtigen und nachhaltigen Mehrwegsystems und somit zur Absicherung der Lieferketten aller Brauer unterstützen wir diese für die gesamte Branche sinnvolle Pool-Initiative – und bekennen uns klar zu dem nun etablierten Pool der Gesellschaft für Mehrweg-Management (GeMeMa), den unser Mutterhaus mit initiiert hat.“ Auf die 0,33-l-Flasche entfalle zwar nicht der Löwenanteil der Mengen. Allerdings sei es eben genau diese Gebindegröße, die gerade weiter in Individualisierung zu kippen drohe – da zähle jeder Beitrag. „Und wir leisten unseren nun gern“, erklärt Frech. Trotzdem sei die Entscheidung, in diesem Gebinde auf die etablierte 0,33-l-Individualflasche zu verzichten, nicht leichtfertig getroffen worden: „Die besondere Flasche ist ein nicht unwesentlicher Teil des besonderen Markenauftritts unseres Radeberger Pilsners“, so Frech weiter. Allerdings gelte auch: „Wir bekennen uns zum Mehrwegsystem. Deswegen haben wir die sich bietende Chance mit voller Überzeugung ergriffen.“ Die Umstellung von der 0,33-l-Individualflasche ist bereits angelaufen, der Abtausch im Markt startet ab März 2021. Brauerei Forum – März 2021
Das Gelände der Radeberger Exportbierbrauerei bei Nacht
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NACHRICHTEN
Mit Prinzregent Luitpold Weizenbock die Starkbierzeit genießen Traditionell begann mit dem Aschermittwoch in Bayern die Zeit der Starkbiere. Nun ergänzt der Prinzregent Luitpold Weizenbock das exquisite Portfolio der König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg. Wie der beliebte Kaltenberg Ritterbock wird er nur einmal im Jahr produziert und ist eine exklusive Spezialität für Kenner und Genießer. (F.) Bockbiere sind in Bayern mehr als ein Getränk, sie sind in der langjährigen Geschichte verwurzelt und vermitteln Heimatverbundenheit sowie Regionalität. Traditionell haben sie einen höheren Stammwürze- und Alkoholgehalt als andere Biere. Das macht sie zu einer nahrhaften und wohlschmeckenden Ergänzung in der Fastenzeit, in der es heißt: „Flüssiges bricht das Fasten nicht.“ Auch die König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg lebt diese hohe Kunst der Bierkultur. So hat
nun die Abfüllung des Prinzregent Luitpold Weizenbock begonnen, gebraut für die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Der Prinzregent Luitpold Weizenbock gilt als ein wahrlich „starkes“ Stück königlicher Braukunst. „Kenner schätzen dieses bernsteinfarbene, natur trübe Starkbier aufgrund seines fruchtigen und vollmundigen Aromas“, sagt der Technische Direktor Helmut Guggeis. Intensiv duftend, überzeugt es Bierliebhaber mit 18 % Stammwürzegehalt und einem Alkoholgehalt von 8,0 %. In den vergangenen Jahren wurde der Anstich der Bockbiere beim Königlichen Starkbierfest in Fürstenfeldbruck gebührend gefeiert. Dabei strömen
zahlreiche Besucher in die his torische Marthabräuhalle. Neben den kulinarischen Genüssen und den Bockbieren als „Hauptakteure“ erleben sie dort ein einmaliges Programm mit bekannten Kabarettisten, Theatereinlagen und dem traditionellen „Derblecken“ der Politik-Prominenz der Region. Aus den bekannten Gründen konnte das Starkbierfest 2021 leider nicht stattfinden. Als heimatverbundene, regionale Brauerei führt die König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg die Tradition der Bockbiere trotzdem fort. Helmut Guggeis sagt: „Wir brauen unsere Spezialitäten dennoch zum gewohnten Zeitpunkt. Sie sind ab sofort im Handel erhältlich – für einen sicheren Genuss der Starkbierzeit „dahoam“.
Karlsberg Verbund
Karlsberg Helles Weizenbock startet als saisonale Bierspezialität im Handel Die Teilnehmer der ersten digitalen Braunacht haben 2020 ihren Sieger gekürt. Ab sofort überzeugt Karlsberg Helles Weizenbock auch im Handel mit echt starkem Geschmack. (F.) Die Karlsberg Brauerei startet mit einer Überraschung ins neue Jahr und bringt den Gewinner des BraunachtVotings 2020 erstmalig als limitierte Bierspezialität in den Handel. Karlsberg Helles Weizenbock überzeugt auf ganzer Linie: Im Mai 2020 hatte die Brauerei gemeinsam mit der lokalen Gastro-
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nomie die Homburger Braunacht erstmals als digitale Liveveranstaltung gefeiert und dabei drei neue Bierspezialitäten vorgestellt. Beim Voting für ihr Lieblingsbier setzte sich Karlsberg Helles Weizenbock bei den Teilnehmern gegen „Urzwickel“ und „Dunk les Landbier“ durch. Mit einer an Honig und Orange erinnernden satten Farbe kommt das Karlsberg Weizen als Bock daher. Dabei macht die natürliche Bananen-Note und der spritzige Geschmack die Bierspezialität besonders süffig. Durch
die Verwendung der Hopfensorten „Hallertauer Tradition“ und „Hallertauer Amarillo“ aus gleichnamiger Gegend, dem größten deutschen Hopfenanbaugebiet, kommt eine zusätzlich leichte und fruchtige Note im Geschmack dazu. Mit feinporigem und samtweichem Schaum ist Karlsberg Helles Weizenbock ein Genuss für jeden. Die neueste unfiltrierte Bierspezialität aus dem Hause Karlsberg hat einen Alkoholgehalt von 6,4 %, eine Stammwürze von 17,0 % und eine Hopfung von 20 Bittereinheiten. Der BraunachtSieger 2020 Karlsberg Helles Weizenbock ist seit Februar 2021 als saisonal limitierte Bierspezialität in der 0,33-Liter-Stubbi-Flasche in der 20er-Kiste und im Sixpack im Handel erhältlich.
NACHRICHTEN
Lübzer startet mit Naturradler Rhabarber ins Frühjahr Seit Februar erfrischt Lübzer das Biermixsortiment mit seiner Sorte Naturradler Rhabarber. Das Neuprodukt mit 50 % Rhabarber-Zitronenlimonade bereichert das stark wachsende Naturradler-Segment mit seinem einzigartigen Geschmack und hohem Fruchtanteil und bringt noch mehr Vielfalt ins Lübzer-Sortiment. (F.) Spritzige Rhabarber-Zitronenlimonade kombiniert mit feinherbem Lübzer-Bier – das ist das besondere Rezept für das neue Lübzer Naturradler Rhabarber. Der Biermix mit einem Alkoholgehalt von 2,5 % ergänzt das bestehende Sortiment aus Naturradler Grapefruit und Naturradler Zitrone und begeistert
Konsumenten, die besonderen Wert auf natürlichen Geschmack legen. Biermixgetränke sind nach wie vor im Trend und verzeichnen ein hohes Wachstum, Lübzer ist in diesem Segment Marktführer in Ostdeutschland. Mit seinem Neuprodukt bringt die Marke aus Mecklenburg-Vorpommern seit Februar natürliche Erfrischung und fruchtige Genussmomente in die Getränkeregale des Handels. Zur Verkaufsförderung des Neuprodukts findet von Mai bis September 2021 in ganz Ostdeutschland eine reichweitenstarke Kampagne mit Out-of-Home-, Digital- und S o c ia l- Me dia - Kommunik a t ion statt, die 160 Mio. Kontakte anvisiert. Außerdem gibt es eine groß
angelegte Sampling-Aktion sowie Verkostungen. Als PromotionMaßnahme erhalten Kunden von KW 15 bis KW 20 beim Kauf eines Kastens Lübzer-Bier eine Flasche Naturradler Rhabarber gratis dazu. Außerdem lenken am POS Kastenstecker, Kastenumwickler und Wobbler sowie Naturradler-RhabarberMetoschilder und -Regalschienenstreifen die Aufmerksamkeit auf die neue Sorte. Das neue Lübzer Naturradler Rhabarber ist erhältlich als 0,5-l-Flasche (auch als 20 x 0,5 l) sowie als 0,5-l-Dose (auch als 24 x 0,5 l).
Vorbereitungskurs zum/r Brauer- und Mälzermeister/in Fach- und handlungsspezifische Qualifikationen für Braumeister zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin Beginn: 18. Oktober 2021 / Dauer: 11 Monate / Sprache: Deutsch Kursziel: Dieser Kurs bereitet auf die fachspezifische Prüfung für Brauer- und Mälzermeister/innen an der Handwerkskammer Berlin vor. Er ist konzipiert für künftige Führungskräfte in Industriebetrieben sowie in mittelständischen Brauereien. Darüber hinaus bietet die Meisterausbildung auch eine solide Grundlage für die Gründung eines eigenen Unternehmens. Aufbau des Kurses: Der Kurs verfolgt einen integrierten Bildungsansatz („Blended Learning“). Dabei werden Elemente wie klassische Präsenzveranstaltungen, geführtes Selbststudium und E-Learning-Elemente kombiniert. Für etwa 40 % der Lehrveranstaltungen besteht Präsenzpflicht in Berlin. Die weiteren Lehreinheiten werden in einer Kombination aus mediengestützem Selbststudium mit E-Learning-Elementen und regelmäßigen Lernkontrollen online durchgeführt und sind nicht standortgebunden. Die Meisterprüfung an der Handwerkskammer Berlin schließt diese Fortbildung ab. Weitere Informationen stehen auf unserer Webseite zur Verfügung.
VLB Berlin, Seestraße 13, 13353 Berlin a.heyer@vlb-berlin.org
www.vlb-berlin.org/braumeister
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NACHRICHTEN
Berliner Kindl bringt ersten alkoholfreien Biergenuss auf den Markt Berliner Kindl Jubiläums Pilsener ist das klassische Premium der Hauptstadt. Mit vollendeter Reife und feinem Hopfenaroma steht es für den besonderen Berliner Biergenuss. Die kleine Auszeit, die man sich in der Hauptstadt gönnt, gibt es jetzt auch ohne Alkohol. (F.) Alkoholfreie Biere haben eine rasante Entwicklung erlebt: Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich ihre Produktionsmenge fast verdoppelt. Schon heute stellen alkoholfreie Biere hierzulande rund 7 % Marktanteil am Gesamtabsatz. Geschätzt mehr als 700 alkoholfreie Biermarken gibt es in Deutschland – und jetzt auch eine ganz Besondere aus der Hauptstadtbrauerei: Berliner Kindl Jubiläums Pilsener Alkoholfrei.
„Das wichtigste Kaufkriterium bei alkoholfreiem Bier ist authentischer Biergeschmack, wie Verbraucherbefragungen zeigen”, sagt Braumeister Martin Weis. „Deshalb war es uns besonders wichtig, den Charakter unseres Berliner Kindl Jubiläums Pilseners auch für seine alkoholfreie Variante zu erzielen. Genau das
ist jetzt gelungen.” Ende Februar wurden die ersten Mehrwegkästen ausgeliefert, bestückt mit 20 Halbliterflaschen für den Handel sowie 24 Drittelliterflaschen für die Gastronomie. Begleitend starteten eine aufmerksamkeitsstarke PackshotPlakatkampagne in Berlin und Brandenburg, Social-Media-Aktivitäten sowie PR-Maßnahmen. Brauereigeschäftsführer Wolfhard Buß freut sich über den Marktstart: „Unser Alkoholfreies ergänzt das Berliner Kindl Sortiment ideal: Es vereint den Wunsch nach regionalen Marken und alkoholfreien Bieren in einer Flasche. Da steckt viel Zusatzpotenzial drin!” Und das wolle man nutzen für besondere Genussmomente im Alltag – jetzt auch alkoholfrei.
Berliner Kindl goes Kirsche Berliner Weisse neu gemischt: Wenn Kirschen auf Hopfen und Malz treffen, wird ein intensiv fruchtiger Mix daraus, der zugleich herrlich prickelt: die neue Berliner Kindl Weisse Kirsche. (F.) Im wachsenden Spezialitätenbereich kommt eine attraktive neue Sorte hinzu: die Berliner Kindl Weisse Kirsche. Die spritzige Innovation aus der Hauptstadtbrauerei ergänzt seit März die Klassiker Berliner Kindl Weisse Original, Himbeer und Waldmeister. „Bei den Biermischgetränken wächst die Sorte ‚Kirsche‘ flächendeckend im Handel, und das mit über 7 %“, berichtet Marketingleiter Peter Chris tian Gliem. „Auch die Ergebnisse unserer Verbraucherbefragungen bestätigen das hohe Erst- und Wiederkaufinteresse für die Berliner Kindl Weisse mit Kirsche, sowohl bei Stammverwendern unserer Berliner Spezialität als auch bei neuen Zielgruppen.“
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„Unsere Neuheit vereint die fruchtige Süße von knackigen Kirschen mit dem fein säuerlichen Charakter der Original Berliner Weisse zu einem ausgewogenen Geschmacks erlebnis“, erklärt Braumeister Martin Weis. Zu finden ist die Berliner Kindl Weisse Kirsche im handlichen Sixpack zunächst im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkemärkten im gesamten Bundesgebiet. Sobald das Gastgewerbe wieder öffnen darf, wird der neue Biermix auch auf Getränkekarten in der Heimatregion Berlin/ Brandenburg stehen. Damit der Umsatz Früchte trägt, sorgen aufmerksamkeitsstarke Social-Mediaund PR-Aktivitäten sowie attraktive Werbemittel für Verkaufsimpulse. Schon gewusst? Der heute weit verbreitete Genuss der Berliner Weisse als Mischgetränk war lange Zeit unüblich. Man trank die Bierspezialität allenfalls
zusammen mit Kümmelschnaps oder Korn als „Weisse mit Strippe“. Der Zug ins Grüne, den die Berliner um die Jahrhundertwende alljährlich im Mai unternahmen, wurde mit dem „Berliner Walpurgistrank“ vollendet. Er bestand aus der Berliner Weisse und einem Extrakt von selbstgepflücktem Waldmeister.
IMPRESSUM
Brauerei Forum Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner Informationsservice der VLB Berlin
drinktec wird in den September 2022 verschoben Für die Weltleitmesse der Getränke- und Liquid-Food-Industrie ist die internationale Ausrichtung ein wichtiger Erfolgsfaktor. Da Prognosen für den Interkontinentalverkehr für Herbst 2021 noch zu ungewiss sind, haben Branchenvertreter und die Messe München eine einvernehmliche Entscheidung getroffen: Die drinktec 2021 wird auf den 12. bis 16. September 2022 verschoben. (F.) Gemeinsam mit dem Fachbeirat der drinktec hat die Messe München Ende Februar beschlossen, die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie in den Herbst 2022 zu verschieben. Die drinktec soll nun vom 12. bis 16. September 2022 stattfinden. Dieser Schritt ist angesichts der enorm hohen Internationalität der drinktec zwingend. Der Zeitpunkt der Entscheidung könne zudem nicht weiter aufgeschoben werden, betonten die Verantwortlichen. Grund dafür seien die langen Planungsvorläufe bei Industriegütermessen mit komplexem High-Tech-Anlagenbau. Der VierjahresTurnus mit der übernächsten drinktec 2025 in München soll beibehalten werden.
www.brauerei-forum.de ISSN 0179–2466 Herausgeber Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. Seestraße 13, 13353 Berlin Redaktionsanschrift Brauerei Forum Seestraße 13, D-13353 Berlin Telefon: (030) 4 50 80-251 Telefax: (030) 4 50 80-210 E-Mail: redaktion@brauerei-forum.de Internet: www.brauerei-forum.de Redaktion Olaf Hendel (oh) (verantwortlich) hendel@vlb-berlin.org Eva Wiesgrill (ew) e.wiesgrill@vlb-berlin.org Julia Bork (jb), j.bork@vlb-berlin.org IfGB Aktuell: Wiebke Künnemann (WiK) kuennemann@vlb-berlin.org Redaktionsbeirat Dr.-Ing. Josef Fontaine, Dr. sc. techn. Hans-J. Manger Anzeigenkontakt VLB PR- und Verlagsabteilung, Tel. (030) 450 80-255 media@brauerei-forum.de Erscheinungsweise Erscheint mit zehn zehnAusgaben Ausgabenpro proJahr, Jahr, zwei davon in Englisch.
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Brauer-Schule: Lösungen von Seite 19
Fachfragen 1. c) / 2. b) / 3. d) / 4. a) / 5. d) / 6. e) / 7. c) / 8. a) Fachrechnen Berechnung der Gerstenmenge mit „altem“ Mälzungsschwand: 79,9 % 19 000 t 100 % x t x = (19 000 t • 100 % ) / (79,9 %) = 23 779,72 t Berechnung der Gerstenmenge mit „neuem“ Mälzungsschwand: 80,8 % 19 000 t 100 % x t x = (19 000t • 100 % ) / (80,8 %) = 23 514,85 t Berechnung der Differenz: 23 779,72 t – 23 514,85 t = 264,87 t = 265 t
Abonnements Westkreuz Verlag, Berlin Tel. (030) 7 45 20 47 Fax (030) 7 45 30 66 abo@brauerei-forum.de Druck und Vertrieb Westkreuz-Druckerei Ahrens KG Berlin/Bonn, Töpchiner Weg 198/200, D-12309 Berlin Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Verv ielfältigung oder Weiterverarbei tung, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion und Quellenangabe gestattet. Für namentlich gekennzeichnete Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Haftung. Hinweis der Redaktion: Um die Lesbarkeit unserer Publikation zu vereinfachen, verzichten wir weitgehend auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Form. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass unsere Verwendung der männlichen Form als geschlechtsneutral zu verstehen ist.
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Unsere nächste Ausgabe erscheint am 23. April 2021
VERANSTALTUNGEN
VLB-Termine 29. bis 31. März 2021 6. BioProScale-Symposium, VLB Virtual Campus 12. bis 16. April 2021 Micro Malting Online, VLB Virtual Campus 27. bis 29. April 2021 1st VLB International Craft Brewing Conference (ICBO) – Online, VLB Virtual Campus 24. Mai bis 4. Juni 2021 Destillateur-Aufbaukurs, Berlin 25. bis 27. Mai 2021 2nd VLB Symposium on Acidic Fermented Non-Alcoholic Beverages – Online, VLB Virtual Campus
13. bis 24. September 2021 Craft Brewing Online VLB Virtual Campus 21. bis 23. September 2021 11th Iberoamerican VLB Symposium, Barcelona (Spanien) 5./6. Oktober 2021 19. IfGB-Forum 2021 in Höhr-Grenzhausen 25./26. Oktober 2021 VLB-Jahrestagung 2021 16. bis 18. November 2021 2nd International Brewing Web Conference (IBWC) – Online, VLB Virtual Campus
Weitere Termine
VLB-Jahresauftakt 2021 Online:
20./21. April 23. August bis 3.BrauereiSeptember und2021 Abfülltechnik / Getränke logistik / 2021 EBC Virtual Symposium Kurs „Zertifizierter Bier- und SpirituosenBraugersten-Seminar / Forschungskolloquium Sommelier“, Berlin 12. bis 16. September 2022 drinktec, München 24. bis 28. August 2021 (Achtung: Termin auf 2022 verschoben!) 2nd VLB Africa Brewing Conference (ABC) – Online, VLB Virtual Campus
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