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Brauerei Forum 12/2017

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BRAUEREI

FORUM Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner

Ausgabe 12 | 21. Dezember 2017 | 32. Jahrgang  |  ISSN 0179-2466

IN DIESER AUSGABE: IfGB AKTUELL – Informationen für Brennereien und Spirituosen-Hersteller

 Bericht Craft Beer Italy  Brau-Börsen-Bilanz  Bericht 8. Iberoamerikanisches

Symposium in Guatemala  Bericht 104. VLB-Oktobertagung:

Technische Veranstaltung und VLB-Forum

 ehem. VLBer

Informationsservice der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin

www.brauerei-forum.de


VLB-TAGUNGEN FEBRUAR/MÄRZ 2018 105. Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung

21. VLB-LogistikFachkongress

Internationale Fachtagung für die Brau- und Getränkewirtschaft

Deutschlands führende Veranstaltung für die Getränkelogistik

5. bis 7. März 2018

26. bis 28. Februar 2018

Kongresszentrum Westfalenhallen, Dortmund Mit Unterstützung von KHS und DAB

Auto & Technikmuseum Sinsheim Mit Unterstützung von Winkels Getränke Holding

www.vlb-berlin.org/dortmund2018

www.vlb-berlin.org/logistik2018

VLB BEER TASTER CERTIFICATION PROGRAM 24 to 26 January 2018, Berlin, in English

Seminar on the application of sensory techniques for the recognition of beer

Symposium for and craft and micro brewers from Germany & European characteristics off-flavours countries Principles Sensory Germany 7 + November 2016,ofNuremberg,

+ The World of Craft Beer

+ Characteristics / Off-flavours

+ Written and Practical Examination

+ Beer Flavour Stability

+ Certification for Beer Taster

+ Descriptive Beer Analyses VLB Berlin, Seestrasse 13, 13353 Berlin – Germany Phone: +49 30 450 80-149, Fax: +49 30 453 55 17 diniz.fischer@vlb-berlin.org

www.vlb-berlin.org/en/sensoric


INHALT

 MENSCHEN & UNTERNEHMEN 4 VLB aktuell: VLB Berlin gewinnt drei neue Brauerei-Mitglieder 5 Deutscher Brauer-Bund: Herbstempfang der Brauer am Berliner Alexanderplatz / Deutscher Mälzerbund: Mälzer wählen neues Präsidium 6 Hassia Mineralquellen: Seniorchef Günter Hinkel 80 Jahre alt / Oettinger Gruppe stellt Geschäftsführung neu auf

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7 Internationales Hopfenbaubüro: Hans-Georg Eils erhält Hopfenorden

 TECHNIK & TECHNOLOGIE 8 Bericht 8. Iberoamerikanisches Symposium der VLB Berlin in Guatemala 12 Fachrechnen: Abschätzung der α-Aminostickstoffgehalte von Anstellwürzen (FAN) 14 Brauer-Schule: Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende – Gushing

Drei internationale Brauereien sind 2017 Mitglied der VLB Berlin geworden, die Elmir Brewery aus dem Libanon, die schwedische Brauerei Spendrups sowie die kanadische Brauerei Brunswick Bierworks

15 Neue Abfüllanlage bei Erdinger Weißbräu 16 Bericht Craft Beer Italy – Grandioser Auftakt in Mailand 18 Bericht Technische Veranstaltung der 104. Oktobertagung: Trends in der Brautechnologie 20 Hopfenernte und Marktentwicklung 2017 21 90. Mitgliederversammlung der MEBAK in Linz

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 IfGB AKTUELL 22 Verband Deutscher Kornbrenner: Mitgliederversammlung in Sendenhorst / Politischer Gästeabend und Spirituosen-Forum des BSI 2017 23 15. IfGB-Forum 2017 mit Besucherrekord 26 Bundesehrenpreise für Spirituosen 2017 27 IfGB und IHK verabschieden Destillateurmeister

Vom 23. bis 25. Oktober fand in Guatemala-City das 8. Iberoamerikanische Symposium der VLB statt. Eingeladen hatte die Cervecería Centro Americana, die ein Programm der Extraklasse lieferte

 BETRIEBSWIRTSCHAFT 28 Bericht 20. VLB-Forum Getränke­industrie und Getränkehandel – Teil 2 32 Brau-Börsen-Bilanz: Kulmbacher Brauerei rechnet mit Wachstum bei den Bierspezialitäten für das Gesamtjahr 2017 / Brau-Börsen-Bilanz international: 3. Quartal 2017 mit Druck vom US-Biermarkt

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 MARKT & MARKEN 36 BraufactuM Berlin: Neuer Craft-Bier-Hotspot in der Hauptstadt 37 Warsteiner setzt bei Bierkästen auf neuen Look / The Brewers of Europe: Bierstatistik 2017 vorgestellt

 EHEM. VLBER

Am 22. und 23. November fand zum 1. Mal die Craft Beer Italy statt. Die 2-tägige Veranstaltung kombinierte Weiterbildung und Fachausstellung und traf damit den Nerv der Teilnehmer

38 Kaiserwetter bei Jubiläumstreffen in Schwerin / Prof. Dr. Hanswerner Dellweg † 39 VLB aktuell: VLB-Mitgliederversammlung – Positiver Geschäftsabschluss in 2016 40 Mitgliederversammlung in Leipzig / Dr. A xel Rolinck † / Von der „Elfie“ bis zur Heide 41 Studienjahrgang 1960/62: 36. Semestertreffen in Berlin

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43 Jahrestreffen der ehem. VLBer Bezirksgruppe NRW

 SONSTIGES 42 Impressum / Lösungen Brauer-Schule / DBMB: Jahreshauptversammlung 2018 und Veranstaltungsplan 44 Veranstaltungskalender

Titelfoto: © fotolia.com, igorbukhlin

Die VLB Berlin hat ihr Geschäftsjahr 2016 positiv abgeschlossen. Dies er­klärte VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine im Oktober auf der VLB-Mitgliederversammlung, die den Verwaltungsrat ohne Gegenstimme entlastete

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MENSCHEN & UNTERNEHMEN

  VLB AKTUELL

VLB Berlin gewinnt drei neue Brauerei-Mitglieder Drei internationale Brauereien haben sich 2017 entschlossen, Mitglied bei der VLB Berlin zu werden. Bereits im April 2017 wurde die Meem Brewing Company aus dem Libanon (jetzt Elmir Brewery), Teil der VLB-Gemeinschaft. Am 1. Januar 2018 beginnen außerdem die VLB-Mitgliedschaften der schwedischen Brauerei Spendrups sowie der kanadischen Brauerei Brunswick Bierworks.

Giovanni Angelini (Impiantinox) , Jan Biering, VLB, Noel Abinader (Gründer), Chris Fadel (Brau­meister), Marc Bou Zeidan (Brau­ meister) (v.l.) Dr. Roland Pahl, VLB, Richard Bengtsson, Spen­ drups, und Dr. Josef Fontaine, VLB

Spendrups Bryggeri (Schweden) Die Brauerei Spendrups ist ein reines Familienunternehmen, das Traditionen mit Innovationen verbindet. Die Brauerei, die 1897 in Grängesberg gegründet wurde, wird von der 5. Generation geführt. Der Hauptsitz von Spendrups ist in Vårby in der Nähe von Stockholm. Die Produktionsstandorte sind in Grängesberg, Hällefors und Visby. Insgesamt produziert Spendrups rund 1,9 Mio. hl Bier und 2,2 Mio. hl alkoholfreie Getränke. Zum Bierund Getränkeportfolio gehören Marken wie Mariestad, Norrlands Guld, Heineken, Loka, Schweppes und Briska. Es werden aber auch Weine von Cono Sur, Gallo oder Boschendal vertrieben. SpendrupsTochterfirmen sind u.a. Spring Wine & Spirits, Gotlands Bryggeri, Hellefors Brewery und der Logistiker BIBAB. Die Gruppe erzielt mit 950 Angestellten einen Jahresumsatz von 3,4 Mrd. Schwedische Kronen (ca. 341 Mio. €). www.spendrups.se Elmir Brewery (Libanon) Die Elmir-Brauerei befindet sich in

Foto: J. Biering

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Matn in der Nähe von Beirut, der Hauptstadt des Libanon. Die Eröffnung ist für diesen Dezember ge­ plant, nachdem im November eine 10-hl-Anlage von Impiantinox/Easy Bräu (Italien) installiert worden war. Eingesetzt werden sollen neun Fermenter aus eigener Produktion aus dem Libanon. Für den Anfang plant die Brauerei, Pilsner, Amber Ale und IPA zu brauen, die später durch saisonale Rezepte ergänzt werden. Der Vertrieb erfolgt über den eigenen Brauereipub. Angeboten werden zunächst Fässer für die Gastronomie, später soll auch in Flaschen abgefüllt werden. www.facebook.com/ElmirBrewery/ Brunswick Bierworks (Kanada) Brunswick Bierworks versteht sich als ein Kollektiv von Brauereipartnern, die sich auf die Zusammenarbeit und Innovationen konzentrieren. Die Brauerei in Ontario, Kanada, hat lokale und globale Brauer im Fokus, die hochwertiges Bier für den kanadischen und nord­ amerikanischen Markt vor Ort produzieren möchten. Dazu bietet Brunswick Bierworks das Know-

Foto: oh

Christian Riemerschmid von der Heide, Brunswick Bierworks, und Dr. Josef Fon­ taine, VLB how, die Brauereitechnik sowie Vertriebsunterstützung an. Zur Verfügung stehen eine 50-hl-Anlage sowie eine moderne 20-hl-Pilotanlage, die auch für die Produktentwicklung genutzt werden kann. Die Technik kommt vom kanadischen Anbieter Newlands System (NSI). www.brunswickbierworks.com

Foto: R. Biurrun


 NACHRICHTEN

Herbstempfang der Brauer am Berliner Alexanderplatz Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßten der Deutsche Brauer-Bund (DBB) und der Förderkreis Forum Bier anlässlich ihres gemeinsamen Herbstempfangs Ende November in der Hauptstadt. Im „BraufactuM Berlin“, dem neu eröffneten Restaurant am Alexanderplatz, präsentierte Braufactum-Geschäftsführer Dr. Marc Rauschmann ausgewählte Biere. (F.) Der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Dr. Jörg Lehmann begrüßte gemeinsam mit Ehrenpräsident Dr. Hans-Georg Eils und Hauptgeschäftsführer Holger Eichele zahlreiche Vertreter aus Bundesregierung und Bundestag. Unter den Ehrengästen waren insbesondere der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Dr. Hermann Onko Aeikens, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Norbert Barthle, die Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann sowie die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Instituts für Reines Bier e.V. Chris­ tine Aschenberg-Dugnus. Neben weiteren Mitgliedern des Parlaments begrüßten die Brauer auch zahlreiche Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft sowie der Medien. Mit Stephan Hilbrandt aus Bonn konnte der Brauer-Bund den amtierenden Weltmeister der Sommeliers für Bier willkommen heißen. Malte Paschke von der Braumanufaktur Potsdam, der wenige Tage zuvor den Leistungswettbewerb des Handwerks gewonnen hatte und nun den Titel „Deutschlands bester handwerklicher Brauer“ tragen darf, zählte ebenfalls zu den Gästen. Im Rahmen des Empfangs, der abermals unter dem Motto „Beer & Dine“ stand, wurde DBB-Ehrenpräsident Dr. Hans-Georg Eils vom Deutschen Hopfenwirtschaftsverband für seinen langjährigen Einsatz mit dem „Hopfenorden“ geehrt. Foto: Dr. Jörg Lehmann, Präsident des Deutschen Brauer-Bunds, begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik und der Branche beim Parlamentarischen Abend in Berlin

Foto: DBB/CHLietzmann

Deutscher Mälzerbund

Mälzer wählen neues Präsidium In der Mitgliederversammlung am 15.11.2017 wurden Markus Burteisen (Bamberger Mälzerei) und Axel Kling (Kling-Malz) in das Präsidium des Deutschen Mälzerbundes als neue Vizepräsidenten gewählt. In Ihren Ämtern bestätigt wurden VerbandsPräsident Stefan Soiné (IREKS) und Jörg Gewalt (SteinbachMalz) als Vizepräsident. (F.) Markus Burteisen und Axel Kling folgen in diesen Ehrenämtern Andreas Hiby-Durst (Durst Malz) und Dr. Dietrich Mönch (GlobalMalt), die beide ihre Äm-

ter zum 31. Juli 2017 niedergelegt hatten. Andreas Hiby-Durst war mehr als 16 Jahre lang Mitglied des Präsidiums, davon rund drei Jahre lang als Präsident. Dr. Dietrich Mönch gehörte dem Präsidium rund drei Jahre an. Der Deutsche Mälzerbund dankt den beiden Kollegen für ihre außerordentlich engagierte und erfolgreiche Arbeit für den Mälzerbund und die deutsche Malzindustrie. Der Deutsche Mälzerbund vertritt die Interessen der deutschen Malzindustrie auf nationaler und internationaler Ebene.

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MENSCHEN & UNTERNEHMEN

Hassia Mineralquellen

Seniorchef Günter Hinkel 80 Jahre alt Am 14. November 2017 ist Günter Hinkel, der älteste und langjährigste Mitarbeiter von Hassia Mineralquellen, 80 Jahre alt geworden. (F.) Günter Hinkel, Urenkel des Firmengründers Johann Friedrich Wilhelm Hinkel, Seniorchef und Geschäftsführender Gesellschafter, repräsentiert die 4. Generation des Familienunternehmens, in dem er seit 1962 selbst tätig ist. In der Weiterentwicklung des Brunnenbetriebs setzte er bedeutende Meilensteine, etwa mit dem Umzug aus der beengten Altstadt 1972 in den Neubau in der Gießener Straße – damals noch am Rande von Bad Vilbel. Für sein jahrzehntelanges Engagement im Verband und in der Genos-

senschaft der Deutschen Brunnen, beim Aufbau von drei Betrieben in den neuen Bundesländern sowie für seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und Verdienste zeichnete Bundespräsident Roman Herzog Günter Hinkel 1997 mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus. Ruhestand muss warten Obwohl vor 15 Jahren offiziell in den Ruhestand verabschiedet, ist Günter Hinkel weiterhin aktiv. Er unterstützt seinen Sohn Dirk in der Geschäftsführung und überwacht Projekte innerhalb der HassiaGruppe sowie in deren strategischer Ausrichtung. Als unermüdlicher Förderer des kulturellen Lebens

Günter Hinkel in seiner Heimatstadt hat er das Brunnen- und Bäder-Museum wesentlich mitgestaltet, die Restaurierung des Römermosaiks ermöglicht sowie maßgeblich das Haus der Begegnung begleitet. Mit dem Quellenfest zu Pfingsten und dem Eisspaß begründete Günter Hinkel beliebte Aktivitäten für Bad Vilbeler Familien.

Oettinger Brauerei

Oettinger Gruppe stellt Geschäftsführung neu auf Nachdem Dr. Andreas Boettger Anfang November die Geschäftsführung Technik bei der Oettinger Gruppe übernommen hatte, ist seit 1. Dezember Bernhard Wenninger als neuer Geschäftsführer für IT, Personal und Finanzwesen verantwortlich.

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Bernhard Wenninger, neuer Geschäftsführer IT, Personal und Finanzwesen

Fotos: Oettinger

(F.) Der 52-jährige Dr. Andreas Boett­ger verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Getränke­ industrie. Vor seinem Wechsel zu Oettinger war er Geschäftsführer der Rheinberg Kellerei, zuvor bekleidete er verantwortliche Positionen bei der Radeberger Gruppe und bei der Henkell & Co. Sektkellerei. „Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und gehe mit viel Leidenschaft und großem Respekt heran. Die Oettinger Brauerei ist ein gesundes und traditionsreiches Unternehmen. Daher blicke ich zuversichtlich auf meine neue Tätigkeit“, sagt Boettger. Er tritt die Nachfolge von Dr. Karl Liebl an, der das Unternehmen als technischer Geschäftsführer 18 Jahre mit geführt und Ende Oktober verlassen hat. Auch die langfristige Nachfolge

Dr. Andreas Boettger, neuer Geschäftsführer Technik

von Michael Mayer (62) steht fest: Am 1. Dezember übernahm Bernhard Wenninger den Posten des Geschäftsführers IT, Personal und Finanzwesen. Michael Mayer steht der Oettinger Brauerei weiterhin als Geschäftsführer zur Verfügung und wird strategische Projekte koordinieren. Der 52-jährige Wenninger war vor seinem Wechsel zu Oettinger Geschäftsführer der S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG, davor über neun Jahre Vorstandssprecher bei der Westag & Getalit AG. Weitere Stationen waren Mercedes-Benz und die XCELLSIS GmbH. „Wir freuen uns über den Einstieg von Bernhard Wenninger und werden gemeinsam mit ihm die erfolgreiche Entwicklung der Oettinger Brauerei fortsetzen“, so Michael Mayer. Mit einem Getränkeausstoß von rund 9,2 Mio. hl zählt die Oettinger Gruppe zu den größten Brauerei-Gruppen in Deutschland. Das Familienunternehmen mit Sitz im bayerischen Oettingen beschäftigt rund 1050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Internationales Hopfenbaubüro

Hans-Georg Eils erhält Hopfenorden Dr. Hans-Georg Eils, Ehrenpräsident des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), ist Ende November in Berlin mit dem Hopfenorden des Internationalen Hopfenbaubüros ausgezeichnet worden.

(F.) Die Auszeichnung überreichte Stephan Barth im Namen des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbandes. Eils erhielt die Auszeichnung zum „Ritter des Hopfenordens“ am Rande eines Parlamentarischen Abends des DBB in Berlin. Die Verleihung des Hopfenordens reicht zurück bis in 14. Jahrhundert: „Johann der Furchtlose“, Herzog von Burgund und König von Brabant, hatte seinerzeit den Hopfenorden eingeführt, um verdiente Persönlichkeiten zu ehren, die sich für den Hopfen und dessen Entwicklung in besonderer Weise hervorgetan haben. Eils, 1957 auf der Insel Norderney geboren, engagierte sich viele Jahre ehrenamtlich im Deutschen Brauer-Bund sowie auf europäischer Ebene in der European Brewery Convention (EBC), dem technisch-wissenschaftlichen Bereich des europäischen Dachverbandes Brewers of Europe. Von 2011 bis 2017 war Eils Präsident des DBB. Er setzte sich mit großem persönlichen Engagement für die deutsche Braukultur ebenso wie für die Sicherung hochwertiger Rohstoffe ein. Dabei arbeitete er eng mit der Hopfenwirtschaft zusammen.

Dr. Hans-Georg Eils (li.) erhält den Hopfenorden von Stephan Barth. Rechts: Peter Hintermeier, Hop­ fenhandelshaus Joh. Barth & Sohn, Nürnberg

Mann des Ausgleichs Stephan Barth, Geschäftsführender Gesellschafter des Hopfenhandelshauses Joh. Barth & Sohn in Nürnberg, würdigte in seiner Laudatio vor 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft die Verdienste des neuen Ordensträgers: „HansGeorg Eils war und ist ein Mensch des Ausgleichs und Weitblicks. Als Integrator gelang es ihm, auch in herausfordernden Situationen für

Foto: DBB/CHLietzmann

Brauwirtschaft und Hopfenwirtschaft gemeinsame Lösungen zu finden.“ Dr. Hans-Georg Eils reiht sich in die Liste von internationalen wie nationalen Würdenträgern ein. Zu diesen zählen u.a. Politiker wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) oder Vertreter der Hopfenbranche wie Josef Wittmann, langjähriger Präsident des Hallertauer Hopfenpflanzerverbandes.

DENN ERFOLG IST AUCH EINE FRAGE DES RICHTIGEN PARTNERS Wie kann ich die auf dem Markt gefragten Biere zu möglichst geringen Kosten produzieren? Wer versteht meine Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohstoffen und Wasser? Wie kann ich durchgängige Produktionsprozesse einrichten, die vollautomatisch von innen kontrolliert und überwacht werden? Wir sind der Partner, der auf Ihre Fragen eine Antwort hat.

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

  VLB-INTERNATIONAL

8. Iberoamerikanisches Symposium der VLB Berlin in Guatemala Mit dem Iberoamerikanischen Symposium hat die VLB Berlin 2008 eine Veranstaltungsserie gestartet, die sich in erster Linie an Brauereitechnologen in Süd- und Zentralamerika einschließlich Spanien und Portugal richtet. In diesem Jahr war die Veranstaltung auf Einladung der Cervecería Centro Americana zu Gast in Guatemala City. Rund 150 Experten aus der Brauwirtschaft nutzten die Gelegenheit zur Fortbildung und zum Networking.

Rund 150 Teilneh­ mer besuchten im Oktober das VLB-Symposium in Guatemala City

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(oh) Guatemala mit 15,4 Mio. Einwohnern und einer Fläche von einem Drittel der Bundesrepublik Deutschland liegt genau in der Mitte des amerikanischen Doppelkontinents. Auf der Weltkarte des Biers gehört der bevölkerungsreichste Staat Zentralamerikas mit 3,6 Mio. hl und einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 23 Litern eher zu den kleineren Playern. Bemerkenswert ist, dass Guatemala zu den wenigen Biermärkten Süd- und Mittelamerikas gehört, die nicht von AB InBev kontrolliert werden. Vielmehr war der Biermarkt rund 120 Jahre in der Hand der Cervecería Centro Americana (CCA). 1886 von der Familie Castillo gegründet, hatte die Brauerei über die Jahrzehnte hinweg ihre Alleinstellung in Guatemala verteidigt. In dieser Zeit haben sich die Castillos in fünf Generationen ein Wirtschaftsimperium aufgebaut, das neben der Brauerei auch verschiedene Industrieunternehmen (Glasherstellung, Lebensmittel, Holz- und Kunststoffproduktion)

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und Agrarbetrieben auch zwei Banken umfasst. Nachdem Anfang der 2000er-Jahre die Bemühungen von AmBev, die CCA zu übernehmen, scheiterten, drang der Konzern über den Umweg einer eigenen Brauerei und Biermarke in den guatemaltekischen Markt ein. Es folgte ein erbitterter (Preis-)Kampf um die Marktanteile – allerdings mit nur mäßigem Erfolg für ABI. Heute hält der größte Bierkonzern der Welt mit seiner Marke Brahva einen Marktanteil von etwa 20 %. Mit 78 % Anteil dominiert nach wie vor CCA mit seinen Hauptmarken „Gallo“, „Dorada Ice“ und weiteren Spezialbieren den Markt. CCA betreibt in Guatemala zwei Braustätten und ist im Nachbarland an der Compañía Cervecera de Nicaragua (CCN) mit 49,5 % beteiligt (weitere 49,5 % hält Heineken). Die Cervecería Centro Americana war es dann auch, die das 8. Iberoamerikanische Symposium der VLB in diesem Oktober in Guatemala City aktiv unterstützte, unter an-

derem mit einem Begrüßungsabend der Spitzenklasse in Antigua, der alten Hauptstadt Guatemalas, der die guatemaltekische Gastfreundschaft eindrucksvoll unter Beweis stellte. Auch ein zweiter Abend bei der Craft Brauerei „El Principe Gris“ (Der graue Prinz“), die seit 2012 in Guatemala City Craft Biere nach dem deutschen Reinheitsgebot braut, überzeugte die Teilnehmer von dem hohen Qualitätsniveau der Biere Guatemalas. Vortragsprogramm: Rohstoffe, Technologie, Qualität Das Vortragsprogramm des Iberoamerikanischen Symposiums begann mit einem Grußwort von VLBGeschäftsführer Dr. Josef Fontaine. In seiner Vorstellung der VLB hob er besonders den Neubau hervor, in den das Berliner Institut im Oktober umgezogen ist. Zum Einstig in das Symposium gab Carlos Otero, Euromonitor International, eine Übersicht über die Biermärkte in Lateinamerika. Er wies darauf hin, dass bei den offiziellen Zahlen zum Verkaufsvolumen alkoholischer Getränke erhebliche Mengen des Schwarzmarktes berücksichtigt werden müssen. Allein für Lateinamerika schätzt er das Volumen illegal verkaufter alkoholischer Getränke auf rund 2,6 Mrd. US-$. Der sich darauf ergebende jährliche Verlust an Steuereinahmen summiert sich auf rund 800 Mio. US-$. Lateinamerika ist nach Asien der weltweit zweitgrößte Biermarkt. Auch wenn das Mengenwachstum in den Ländern dieser Region inzwischen an Grenzen gestoßen ist, sind die Märkte in Bezug auf Margen weiterhin sehr interessant. Die generellen Trends im Biermarkt gehen einerseits hin


Fotos: oh

zu Premium-Produkten sowie auf der anderen Seite hin zu Getränken im Preiseinstiegssegment. Die weltweit beliebteste Biersorte ist das Lager. Davon sind rund 50 % im mittleren Preissegment angesiedelt. Während Craft Beer in den USA erste Wachstumsgrenzen testet, steht diese Entwicklung in vielen anderen Ländern Lateinamerikas gerade erst am Anfang. Ein klarer Trend in Lateinamerika sind alkoholfreie bzw. alkoholreduzierte Biere, die inzwischen einen Marktanteil von 5 % erreicht haben. Als weiteren Trend sieht Euromonitor International Heimbrausysteme, mit denen der Konsument kleine Mengen Bier einfach Zuhause herstellen kann. Bei aller Tradition ist Innovation ein Treiber für Geschäftswachstum. Die Digitalisierung hat auch die Getränkeindustrie erfasst und wird neue Potenziale in Distribution und Vertrieb erschließen. Insgesamt liegen die Wachstumschancen in den Biermärkten Lateinamerikas nach Einschätzung von Euromonitor International eher in speziellen Trendprodukten und weniger im absoluten Mengenwachstum. Henrike Vorwerk, VLB Berlin, berichtete über neueste Entwicklungen bei der Qualitätsbewertung von Braugersten. Bei der Züchtung neuer Braugerstensorten ist die Voraussage der Qualitätseigenschaften ein zeit- und kostenintensiver Prozess. Die Zulassung einer Sorte unterliegt unterschiedlichen Regelungen. Ein Beispiel für ein standardisiertes Testverfahren in Deutschland ist das „Berliner Pro-

gramm“. Dieses Verfahren umfasst verschiedene Analysen und wurde seit 2002 mehrfach modifiziert, zuletzt im Erntejahr 2016/2017. Dabei wurden u.a. die Keimzeit auf 5 Tage verkürzt, die Starttemperatur der Keimung auf 18 °C erhöht und der Weichgrad angepasst. Auch die Bestimmung der Zusammensetzung der vergärbaren Zucker wurde optimiert. Für das neue Mälzungsverfahren des Berliner Programms ist jetzt eine Probenmenge von 2-5 g ausreichend. Damit können bereits in einem frühen Stadium des Züchtungsprozesses erste Vorhersagen über die Braueigenschaften neuer Sorten getroffen werden. Ein weiteres Thema von Vorwerk waren aktuelle Erkenntnisse zum Verhalten von Glyphosat und anderen Pestiziden im Mälzungsund Brauprozess. Die deutsche Brauwirtschaft betreibt ein kontinuierliches Monitoring für die Pestizidbelastung von Malz. Da eine 100-%-Kontrolle aller Malze zu aufwändig ist, werden regelmäßig repräsentative Stichproben aus Handelsmalzen analysiert. Die Auswertung der Ergebnisse aus den Jahren 2011 bis 2016 zeigt einen Anstieg der positiven Befunde. Dies sei aber auf die immer sensitivere Analysentechnik zurückzuführen. Wichtig sei, dass in dem Betrachtungszeitraum keine Auffälligkeiten oder signifikante Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden. An der VLB wurden neben Glyphosat auch noch verschiedene andere, aktuell im Braugerstenanbau zum Einsatz kommende Pestizide untersucht. Diese werden über das Malz in den Brauprozess eingetragen,

jedoch mit den Trebern fast vollständig wieder ausgeschieden. Grundsätzlich müssen in der Landwirtschaft die gültigen Grenzwerte beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eingehalten werden, so Vorwerk. Außerdem gibt es zu einigen Pestiziden alternative Wirkstoffe mit geringerem Risiko. Diese müssen beim Anbau aber auch eingesetzt werden. Dabei spielt auch der Informationsfluss von Forschung hin zum Landwirt eine Rolle. Hier gebe es in der Praxis wohl noch Defizite.

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Rául Castillo Zaghi (r.), Präsident der Cervecería Centro Americana, stößt mit Roberto Biur­ run und Dr. Josef Fontaine auf eine gelungene Veran­ staltung an

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

Die ist von Bedeutung, wenn die Filtrationscharge auf mehrere Tanks verteilt und anschließend nicht mehr verschnitten wird. Sowohl die Kieselgur- als auch die Schichtenfiltration haben signifikante Auswirkungen auf die Zusammensetzung der HopfenaromaKomponenten im Bier, so das Fazit von Peifer. Bei der Kieselgur-Filtration ist dieser Effekt abhängig von der Polarität und Flüchtigkeit der einzelnen Substanzen. Beim Einsatz von Sterilfilterschichten kommt es im Laufe der Filtration zu einer Sättigung, sodass der Anteil der Komponenten nach einer gewissen Zeit wieder ansteigt. Daher kann das Bieraroma innerhalb einer Charge unterschiedlich ausfallen. Dies sollte durch Verschneiden wieder ausgeglichen werden. Fotos: oh

Alejandro Castillo (2.v.l.), Gründer und Braumeister (VLB) der Craft Brewery „El Prínci­ pe Gris" gemein­ sam mit Dr. Josef Fontaine, Roberto Biurrun (beide VLB) und Wolf­ gang Burkhard (r.), Sachon Verlag

Über die Optimierung der Würzekochung sprach Roberto Biurrun, VLB Berlin. Die Hauptaufgaben der Würzekochung sind die Verdampfung von Wasser, die Hopfen­ isomerisierung, die Sterilisierung der Würze und die Inaktivierung der Enzyme. Dabei müssen die Kochzeit, die Entstehung von aroma- und farbgebenden Komponenten sowie die thermische Belastung der Würze beachtet werden. Grundsätzliche Optimierungsziele sind etwa die Verkürzung der Kochzeit oder die Reduzierung des Energiebedarfs. Letzterer lässt sich etwa bei der Würzeerhitzung durch entsprechende Rückgewinnungssysteme senken. Allerdings dürfen die Maßnahmen nicht die Produktqualität beeinflussen. Wichtige Qualitätsparameter sind u.a. der koagulierbare Stickstoff, der Thiobarbitursäure-Index oder der DMS-Gehalt der Würze. Diese können wertvolle Hinweise über die Folgen von Prozessänderungen geben. Aktuelle Trends sind die Minimierung der Abdampfraten, der Einsatz alternativer Energiequellen (z.B. überhitztes Wasser), eine Reduzierung des Dampfdrucks („gentle boiling“) oder der Einsatz von Systemen mit nachgeschalteter Verdampfung, so Biurrun. Ob und wie das Hopfenaroma im Bier durch die Filtration beeinflusst wird, mit dieser Frage beschäftigte sich Frank Peifer, Hop-

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steiner. Über den Hopfen werden viele Aromastoffen in das Bier eingebracht. Allerdings sind einige dieser Substanzen leicht flüchtig und gehen im Laufe des Brauprozesses ganz oder teilweise verloren. Um dies genauer zu quantifizieren, wurden bei Hopsteiner umfangreiche Brauversuche mit hopfengestopften Bieren durchgeführt. Analysiert wurden verschiedene Hopfenkomponenten vor und nach einer Kieselgur- und einer Steril-Filtration. Dabei wurden über die Filtrationszeit von 3 h mehrere Proben gezogen. Es zeigte sich, dass ein großer Teil der für das Hopfenstopfen typischen Aromakomponenten durch die Kieselgur-Filtration verlorengehen. Beim Sterilfilter dagegen wurden die Konzentrationen von Linalool und Terpeniool nicht beeinflusst. Allerdings zeigte sich bei Ethyldodecate und Myrcen ein überraschender Effekt: Diese Substanzen wurden am Anfang zunächst durch die Filterschichten zurückgehalten, wurden aber im weiteren Verlauf der Filtration wieder an das Bier abgegeben. Im Ergebnis entstanden daher Chargen mit unterschiedlichem Aromaprofil. Auch die Werte für die kolloidale Stabilität änderten sich im Laufe der Filtration.

Über ein neues Verfahren zur kombinierten Filtration und Stabilisierung von Bier sprach Dr. Andreas Zeller, KHS. Er stellte eine neue Installation bei Cerveceria Centro Americana (CCA) in Guatemala vor. Dort wurden in diesem Jahr zwei neue kombinierte Filtrations- und Stabilisierungslinien in Betrieb genommen. Eine der beiden Anlagen ist für einen Durchsatz von 500 hl/h ausgelegt und besteht aus einem Getra ECO KieselgurFiltersystem von KHS kombinier t mit einer PVPPStabilisierung Ecostab C. Als Vorteile des neuen Systems wurden hohe Flexibilität, minimale Produktverluste und geringe Gefäßvolumina genannt. Im zweiten Schritt wird eine weitere Linie auf der Basis des Ecostab B-Systems für einen Durchsatz von 100 hl/h installiert. Über Lipide im Bier sprach Dr. Nils Rettberg, VLB Berlin. Lipide sind in Nahrungsmitteln weit verbreitet. Im Bier sind sie in vergleichsweise geringer Konzentration vorhanden, beeinflussen aber dennoch verschiedene wichtige Eigenschaften wie Schaum, Geschmacksstabilität oder die Hefeernährung. Insbesondere die ungesättigten Fettsäuren sind reaktiv. In das Bier gelangen Lipide hauptsächlich über das Malz. Die genaue Zusammensetzung


hängt von der Getreideart ab. Aber auch über den Hopfen werden Lipide in das Bier eingetragen. Über den Stoffwechsel der Hefe oder Bakterien können ebenfalls Lipide in das Bier gelangen. Diese sind von ihrer Struktur her relativ komplex. Die Konzentration von Lipiden und freien Fettsäuren nimmt über den Brauprozess um rund 90 % ab. Der größte Teil wird über den Trub ausgeschieden oder von der Hefe aufgenommen. Die Gehalte von Lipiden im fertigen Bier sind dabei sehr spezifisch und vom jeweiligen Brauprozess und dem Biertyp abhängig. Für einen bestimmten Brauprozess sind die Werte allerdings relativ stabil und können bei der Betrachtung von Qualitätsproblemen hilfreich sein. Über den Einsatz von Nisin in der Brauerei sprach Fabiola Grijalva, Cerverceria Centro Americana. Nisin ist ein antibiotisch wirkendes Peptid, das gegen mehr als 90 % aller gram-positiven bierverderbenden Bakterien wirkt. Gram-negative Bakterien und Hefen werden dagegen nicht beeinflusst. Da Nisin für den Menschen unbedenklich ist, wird das Peptid in Lebensmitteln als Konservierungsstoff eingesetzt. Für den Einsatz in der Brauerei ist hervorzuheben, dass es relativ hitzestabil ist und daher die Würzekochung oder Pasteurisation übersteht. Außerdem ist es geschmacksneutral und hat keinen Einfluss auf die Qualitätseigenschaften des Biers. Nachteil von Nisin ist sein relativ hoher Preis (ca. 150 US-$/ kg). Für den Einsatz in der Brauerei wurde daher die Überlegung angestellt, ob man diesen Wirkstoff in der Brauerei nicht durch Fermentation geeigneter Stämme von Lactococcus lactis auf Restmedien wie Nachlauf oder Hefebier selbst herstellen kann. In einem Forschungsprojekt wurden verschiedene Stämme von Lactococcus lactis fermentiert und die Medien anschließend analysiert. Im Endergebnis wurden zwei Lactococcus-Stämme identifiziert, die deutlich mehr Nisin produzierten und auch tolerant gegen Brauereiübliche Medien sind. Sie können z.B. mit Nachläufen, Hefebier oder verdünntem Bier kultiviert werden. Mit der Zugabe des Nisin-haltigen Mediums im Sudhaus würde die mikrobiologische Stabilität des

Biers auf natürliche Weise gestärkt werden. Allerdings befindet sich das Projekt noch nicht in der finalen Anwendung. Über den Einsatz von Gallotanninen zur Verlängerung der Haltbarkeit von Bier sprach Pedro Beomont, Cerverceria Regional, Venezuela. Bier ist ein sensibles Produkt, das ständigen Alterungsprozessen unterworfen ist. Sauerstoff, Licht, Bewegung und biologische Einflüs-

se können das Bieraroma schnell negativ beeinflussen. Bei Cerverceria Regional wurde untersucht, wie durch den Einsatz von Gallotanninen die Geschmacksstabilität der Biere positiv beeinflusst werden kann. Dabei wurden Probesude mit verschiedenen Rohstoffkompositionen (100-%-Malz basiert und 75/25-%-Malz/Rohfrucht) und mit Dosagen von Gallotannien, Antioxidantien und unterschiedlicher PVPP-Stabilisierung durchgeführt und mit den konventionellen Bieren verglichen. Andere Prozessparameter wurden konstant gehalten. Die analytische Auswertung erfolgte mittels Forciertest, Bestimmung von Carbonylen und SO2 sowie des antioxidativen Potenzials (EAP). Dosiert wurden 2 g Gallotaninne/ hl in die Maische, 2 g Gallotaninne/ hl 5 Minuten vor Kochende, 5 g/hl Natriumdisulfit sowie 5 g /hl PVPP. Die Vergleiche von 100 -%-MalzBier und dem 75/25 % Bier ergaben signifikante Verbesserungen

bei beiden Biertypen. Inzwischen wurden die Erkenntnisse der Untersuchungen im Brauereiprozess implementiert und damit die Geschmacksstabilität der Produkte bei der Cerverceria Regional verbessert. Weitere Vorträge skizzierten u.a., welche Probleme sich aus der zunehmenden Produktvielfalt für die Qualitätssicherung ergeben bzw. wie sich die Extraktverluste in der

Brauerei minimieren lassen. Thematisiert wurden außerdem Wassereinsparungen und das Problemfeld der Korrosion in der Brau- und Getränkeindustrie sowie der Einsatz von Lauge aus der PVPP-Regenerierung.

Diskussionen und Erfahrungsaus­ tausch stehen im Mittelpunkt der Iberoamerika­ nischen Sympo­ sien der VLB

Im Schlusswort zur Vortragsveranstaltung betonte Jose Aleman, Cerverceria Centro Americana, dass Bierbrauen eine Kunst ist, die von Menschen praktiziert wird. Die menschliche Komponente sollte daher trotz allem Wettbewerb nicht aus den Augen verloren werden. Ein Kongress wie das Ibero­ amerikanische Symposium der VLB trägt dazu bei, dass die Brauer auf dem aktuellen Stand des Wissens bleiben und sich auch gegenseitig schätzen lernten, auch wenn sie Wettbewerber sind. Das 9. Iberoamerikanische Symposium der VLB Berlin findet im September 2018 statt. Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

 FACHRECHNEN

Abschätzung der α-Aminostick­stoffgehalte der Anstellwürzen (FAN) bei Verwendung unterschiedlicher Extrakt liefernder Rohstoffe

von Gerolf Annemüller und Hans-J. Manger

Um Bier herzustellen, müssen verschiedene Verfahrensschritte ablaufen. Der Hauptprozess ist dabei die Vergärung des in der Würze vorhandenen Zuckers zu Alkohol und Kohlensäure. Je nach verwendetem Rohstoff unterscheidet sich aber nicht nur der Zuckeranteil in der Würze, sondern auch der α-Aminostickstoffgehalt. Wie Letzterer abgeschätzt werden kann, beschreibt der Fachartikel. Problem der Rohstoffauswahl In ausländischen Brauereien, die nicht dem Deutschen Reinheitsgebot verpflichtet sind, werden oft die unterschiedlichsten Extrakt liefernden Rohstoffe aus wirtschaftlichen Gründen zur Bierherstellung eingesetzt. Die verwendeten Malzersatzstoffe oder Surrogate, meist unvermälzte Rohfrüchte, reduzieren den Gehalt der damit hergestellten Bierwürzen an von der Hefe assimilierbaren, nieder-molekularen Stickstoffverbindungen, vorwiegend die freien Aminosäuren und einfachen Peptide. Sie werden u.a. summaris als freier α-Aminostickstoff (FAN) erfasst. Biochemische Zusammenhänge Der Gehalt an assimilierbaren Stickstoffverbindungen in der Würze entscheidet wesentlich mit über:  die erreichbare Hefevermehrung und damit Verjüngung sowie die Erhaltung der Eigenschaften eines Hefesatzes,  die erforderliche Gär- und Reifungsprozessdauer und  die Intensität und Qualität des Hefestoffwechsels und damit auch über die sensorische Qualität des Endproduktes. Von der Hefe können die niedermolekularen Stickstoffquellen aufgenommen und zu zelleigenen Proteinen (z.B. Enzyme, Coenzyme) und anderen stickstoffhaltigen Bausteinen (Nukleinsäuren, Phosphorproteide) umgebaut werden. Die Hauptmenge des von der Hefe assimilierbaren Würzestickstoffs besteht aus dem α -Aminostickstoff der Würzeaminosäuren (weitere Ausführungen hierzu siehe [1]). Technologischer Einfluss des α-Aminostickstoff-­ gehaltes der Anstellwürzen (FAN) Der Einfluss des FAN-Gehaltes auf den Gärverlauf ist mehrfach nachgewiesen worden (siehe auch [1]). So führte z. B. unter den vergleichbaren Bedingungen bei der Hauptgärung im ZKT ein Abfall der durchschnittlichen FAN-Gehalte (EBC-Methode) in der Anstellwürze von 150 mg/L auf 110...120 mg/L  zu einer Reduzierung des Hefezuwachses um etwa 45 %,

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

 zu einer Verringerung der durchschnittlichen Vergä-

rung (bis zum 5. Gärtag) um 22 % und

 zu einer Erhöhung des vergärbaren Restextraktes

von ΔEs = 0,5 % auf ΔEs = 3,0...4,0 % am 5. Gärtag.

Würzerichtwerte für die Bierherstellung Die angestrebten Mindestwerte für den freien α -Aminostickstoff in Bierwürzen (St = 12 %) schwanken im Allgemeinen (nach der EBC-Methode) zwischen 150...200 mg FAN/L Würze. Es wird hierbei zwischen reinen Malzwürzen und Rohfruchtwürzen unterschieden. Die Ersteren benötigen zur normalen Vergärung einen deutlich höheren α -Aminostickstoffgehalt (oberer Grenzwert) als vergleichbare Rohfruchtwürzen (unterer Grenzwert, Erläuterungen dazu siehe [1]). Reine Malzwürzen haben einen FAN-Gehalt von > 180 mg FAN/L, optimal > 200 mg FAN/L (bezogen auf St = 12 %). Da eine gesunde Hefe im Verlauf einer störungsfreien Gärung etwa 100...140 mg α -Aminostickstoff/L von der Würze zum Bier (nach EBC-Methode) verwertet, bleiben je nach Ausgangskonzentration und je nach Gärverfahren etwa 20... 140 mg α -Aminostickstoff/L im Bier. Der FAN-Gehalt der verwendbaren extraktliefernden Rohstoffe In Tabelle 1 sind die durchschnittlichen FAN-Gehalte der verwendbaren Braurohstoffe ausgewiesen. Tab. 1: Freier α-Aminostickstoffeintrag (FAN) von verschie­ denen Braurohstoffen Rohstoff

mg FAN/1,0 kg Rohstoff

Gerstenmalz

ca. 950...1200

Reisgrieß

ca. 40

Maisgrieß

ca. 75

Gerstenflocken

ca. 70

Rohgerste

ca. 135

Weizen

ca. 60

Berechnungsbeispiele für die Veränderungen des FAN-Gehaltes in Abhängigkeit von der Schüttungszusammensetzung Die Berechnung erfolgte unter Verwendung folgender Malzgleichwerte: 100 kg Malz entsprechen im Extraktgehalt (luft- trocken) 98 kg Reisgrieß,


Tab. 2: FAN-Gehalte der Würzen aus unterschiedlichen Rohstoffkombinationen

98 kg Maisgrieß, 120 kg Gerstenflocken (geschält), 125 kg Gersten- und Weizenschrot (ungeschält). Die in Tabelle 2 ausgewiesenen FAN-Gehalte der Würzen aus unterschiedlichen Rohstoffkombinationen wurden wie folgt berechnet: 100 % Malz: 1 kg Malz geben ca. 5,5 L Würze (St = 12 %) 1100 mg FAN/kg Malz / 5,5 L = 200 mg FAN/L 80 % Malz + 20 % Reis: 1100 mg FAN/kg Malz • 0,8 kg Malz = 880 mg FAN + 40 mg FAN/kg Reis • (0,98 • 0,2) kg Reis = 7,84 mg FAN = 887,84 mg FAN 887,84 mg FAN / 5,5 L Würze = 161 mg FAN/L 80 % Malz + 20 % Mais: 1100 mg FAN/kg Malz • 0,8 kg Malz = 880 mg FAN + 75 mg FA N/kg Maisgrieß • (0,98 • 0,2) kg Maisgrieß = 14,5 mg FAN = 894,5 mg FAN 894,5 mg FAN / 5,5 L Würze = 162,6 mg FAN/L 70 % Malz + 30 % Gerstenflocken (geschält): 1100 mg FAN/kg Malz • 0,7 kg Malz = 770 mg FAN + 70 mg FAN/kg Gerstenflocken • (1,20 • 0,3) kg Gers­ tenflocken = 25,2 mg FAN = 795,2 mg FAN 795,2 mg FAN / 5,5 L Würze = 144,6 mg FAN/L 70 % Malz + 30 % Gerstenschrot (ungeschält): 1100 mg FAN/kg Malz • 0,7 kg Malz = 770 mg FAN + 135 mg FAN/kg Gerstenschrot • (1,25 • 0,3) kg Gers­ tenschrot = 50,6 mg FAN = 820,6 mg FAN 820,6 mg FAN / 5,5 L Würze = 149,2 mg FAN/L

Neben den Rechenansätzen werden auch zahlreiche Beispielrechnungen durchgeführt, um dem Leser mit diesem Fachbuch den Einstieg in diese Materie zu erleichtern. Aus den Rechenansätzen und Beispielrechnungen können dann betriebsspezifische Aufgabenstellungen abgeleitet werden. Speziell für Kleinbrauereien, die keine große analytische Untersuchungskapazität besitzen, werden einfachere technologische Näherungslösungen vorgeschlagen. Für die Lösung der Aufgaben reichen die Kenntnisse über die Handhabung eines normalen Taschenrechners mit seinen integrierten trigonometrischen, logarithmischen und einfachen statistischen Funktionen aus. Die Verwendung der angegebenen Gleichungen für die Erstellung von universell nutzbaren Berechnungsunterlagen auf der Basis von gängigen Tabellenkalkulations-Programmen wird von den Autoren aber ausdrücklich empfohlen.

ISBN 978-3-921690-78-9

Annemüller / Manger

Unsere Literatur­ empfehlungen im Verlag der VLB:

Ziel dieses Fachbuches ist es, einen Überblick über technologische Berechnungen und Richtwerte für die Praxis der Brauerei und Mälzerei zu geben. Die Autoren ergänzen dies durch selbst ermittelte Korrelationen und statistisch abgesicherte Beziehungen. Es soll den Auszubildenden, Praktikern und Studenten der Brauerei-, Mälzerei- und Getränketechnologie helfen, die Verfahrensführung der Bierherstellung zu optimieren. Weiterhin werden die für die technologischen Berechnungen erforderlichen Tabellen und Grafiken beigefügt, um eine zügige Aufgabenlösung ohne langes Suchen zu ermöglichen.

Fachrechnen für Mälzerei- und Brauereitechnologen

80 % Malz + 20 % Weizenschrot: 1100 mg FAN/kg Malz • 0,8 kg Malz = 880 mg FAN + 60 mg FAN/kg Weizenschrot • (1,25 • 0,2) kg Weizenschrot = 15,0 mg FAN = 895 mg FAN 895 mg FAN / 5,5 L Würze = 162,7 mg FAN/L

Rohstoffkombination

mg FAN/L Würze (St = 12 %)

100 % Malz

∅ 200

80 % Malz + 20 % Reisgrieß

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80 % Malz + 20 % Maisgrieß

163

70 % Malz + 30 % Gerstenflocken

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70 % Malz + 30 % Gerstenschrot

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80 % Malz + 20 % Weizenschrot

163

Mögliche technologische Maßnahmen zur Erhöhung des FAN in Mangelwürzen Bei Rohfruchtschüttungsanteilen über 20 % Malzersatz und bei sehr niedrigen Eiweißlösungsgraden der Malze sind u.a. nachfolgende technologische Maßnahmen möglich, um den FAN-Gehalt in den Würzen anzuheben:  Erhöhung der Eiweißlösung des Malzes: z.B. auf eine Kolbach-Zahl von 44…46 % bei einem Rohproteingehalt des Malzes von 10…11 % (Trs.).  Als Zielstellung sollte der lösliche Stickstoffgehalt des verwendeten Malzes (bestimmt in der Malzkongresswürze und berechnet auf St = 12 %) bei der Verarbeitung dieser Rohfrüchte ≥ 120 mg/L betragen.  Durch einen Gibberellinsäureeinsatz beim Mälzen kann dieser Gehalt an löslichen Stickstoff leichter erreicht werden.  Verlängerung der Rasten im Temperaturbereich 45…55 °C auf 30…60 min fördert die Proteolyse beim Maischen.  Eine Säuerung der Gesamtmaische auf einen pHWert von 5,4…5,5 fördert den proteolytischen Abbau in der Maische.  Durch eine zusätzliche Dosage an neutraler Protease in die Maische kann der proteolytische Abbau gefördert werden.  Die partielle Rückführung von gesunder Überschusshefe in die Maische. Literatur: [1] Annemüller, G. u. H.-J. Manger: Gärung und Reifung des Bieres, 2. Aufl., VLB-Fachbuchverlag Berlin, 2013

Fachrechnen für Mälzerei- und Brauereitechnologen Technologische Berechnungen, Richtwerte und Korrelationen zur Optimierung des Verfahrens

Gerolf Annemüller / Hans-J. Manger

VLB-Fachbücher

Fachrechnen für Mälzerei- und Brauereitechnologen, 1. Aufl. 2015, 358 S., ISBN: 978-3-921690-78-9 49 €

Gärung und Reifung des Bieres, 2. überarb. Aufl. 2013, 872 S., ISBN: 978-3-921690-73-4 99 €

Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

  BRAUER-SCHULE Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende

Gushing Trotz intensiver Forschung konnte das Auftreten von Gushing lange Zeit nur unzureichend erklärt werden. Mittlerweile jedoch dürfte klar sein, dass Gushing von mehreren Faktoren beeinflusst wird. Dabei scheint immer mehr das Verhältnis dieser Faktoren zueinander Antworten auf die Entstehung von Gushing geben zu können. Die Aufgaben stellte Studienrat Robert Pawel­ czak, Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt

1. Gushing stellt in unregelmäßigen Abständen immer wieder ein Problem für die Brauereien dar. Was versteht man unter Gushing? a) Eine Trübungsneigung des fertigen, abgefüllten Bieres b) Abblasen der verschlossenen Flaschen durch den Kronenkorken c) Ausflocken des Eiweißes durch Kälteeinfluss d) Entstehung eines Alterungsflavours durch UV- Einfluss e) Spontanes Überschäumen des Bieres beim Öffnen der Flasche 2. Beim Gushing unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Gushing. Welche Aussage ist richtig? a) Das primäre Gushing ist rohstoffseitig verur­- sacht, das sekundäre durch technologische Einflüsse b) Das primäre Gushing tritt sofort nach der Abfüllung auf, das sekundäre erst nach mehre- ren Wochen c) Das primäre Gushing ist rohstoffseitig verur- sacht, das sekundäre entsteht erst im abge- füllten Bier durch Lichteinfluss d) Das primäre Gushing wird im Heißbereich der Bierherstellung verursacht, das sekundäre im Kaltbereich e) Das primäre Gushing tritt sofort beim Öffnen der Flaschen auf, das sekundäre erst nach meh- reren Sekunden 3. Wodurch kann primäres Gushing ausgelöst werden? a) Dunkles Malz b) Niedriger Eiweißgehalt des Malzes c) Verwendung von Wintergerste d) Mikrobiologischer Befall der Gerste e) Zu trockene Lagerung der Gerste 4. Wie kann die Gushingneigung eines Bieres nicht minimiert werden? a) Vermehrter Einsatz von Aromahopfen b) Verwendung von Wintergerstenmalz anstelle von Sommergerstenmalz

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

c) Calciumsulfatgabe zum Brauwasser d) Manganisierung des Brauwassers e) Reinigung des Braumalzes vor dem Schroten 5. Wie können Sie einem Laien Gushing bildhaft erklären? Es ist vergleichbar mit... a) der Sektdusche nach einem Formel 1-Rennen. b) dem Moussierpunkt in einem Sektkelch c) einem Milchaufschäumer d) einer Teigknetmaschine e) einem Ice-Crusher 6. Welche Weichbedingungen bzw. welches Vorgehen beim Weichen erhöhen das Gushingpoten­ zial von Malz? a) Kaltes Weichwasser b) Lange Trockenweichen c) Wiederverwendung des Weichwassers d) Entfernen der Schwimmgerste zu Beginn des Weichens e) Nasses Ausweichen 7. Mit welcher Analysenmethode kann man das Gushingpotenzial eines Malzes ermitteln? Mit... a) keiner Analyse, da die Ursachen für Gushing zu komplex sind b) einer CO2-Messung des abgefüllten Bieres c) dem Gushchromatographen d) dem Gushographen e) dem Modifizierten Carlsberg-Test 8. Um Gushing zu vermeiden, gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Beschreiben Sie, welche Möglichkeiten Sie in der Brauerei dazu haben. Diese Frage ist frei zu beantworten. Fachrechnen 1) Bei einem Bier mit einer Dichte von 1,015 kg/l ent­steht beim Öffnen der Flasche Gushing. Zwei Drittel des Inhaltes der 0,5-l-Flasche spritzen heraus. Mit welchem Druck strömt das Bier aus der Flasche, wenn der Flaschenhals einen Durchmesser von 17 mm aufweist? (0,001 bar) (Lösungen S. 42)


 NACHRICHTEN

Neue Abfüllanlage bei Erdinger Weißbräu Mitte November hat die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu die offizielle Einweihung ihrer neuen Abfüllanlage gefeiert. In rund zweijähriger Bauzeit wurde die Flaschenabfüllung Schritt für Schritt modernisiert und erweitert. Das Investitionsvolumen lag bei ca. 50 Mio. €. (F.) Neben den Mitarbeitern waren auch Erdings Landrat Martin Bay­ erstorfer, Oberbürgermeister Max Gotz sowie beteiligte Dienstleister als Ehrengäste geladen. Stadtpfarrer Martin Garmaier sprach die Segensworte. Investition in die Zukunft Kernstück des Umbaus sind zwei komplett neue Füllstraßen, eine bestehende Straße wurde zudem umfassend modernisiert. Werner Brombach, Inhaber von Erdinger Weißbräu, verdeutlicht: „Mit der Investition in die neuen Anlagen werden wir der wachsenden Nachfrage nach unseren Weißbieren gerecht. Wir verfügen nun über weitaus größere Kapazitäten und können so schneller auf die Anforderungen insbesondere der Exportmärkte reagieren. Damit sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt.“ Beim Rundgang durch die Flaschenabfüllung konnten sich die Gäste ein Bild von den Anlagen machen. Gebaut und installiert wurden sie von der Krones AG aus dem bayerischen Neutraubling. Peter Liebert, Geschäftsführer Technik, Einkauf, Logistik und Personal: „Die neuen Füllstraßen sind besonders flexibel, sodass nun deutlich schneller zwischen den einzelnen Flaschentypen gewechselt werden kann. Bis zu 165 000

Flaschen werden hier pro Stunde abgefüllt.“ Einige der Maschinen wurden sogar speziell für die Anforderungen der Privatbrauerei entwickelt und sind somit einzigartig auf der Welt. Dazu gehören die zwei neuen Verpackungsmaschinen vom Typ „Varioline“, die die Flaschen nach der

Peter Liebert, Geschäftsführer Erdinger Weißbräu, Werner Brombach, Inhaber Erdinger Weißbräu, sowie Volker Kronseder, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Krones AG, und Rainulf Diepold, CSO der Krones AG (v.r.)

Abfüllung sowohl in Bierkästen als auch in unterschiedlich große Kartons verpacken. „Dadurch können wir eine größere Verpackungsvielfalt verarbeiten und werden so den unterschiedlichen Marktanforderungen bestmöglich gerecht. Gerade im Export werden kleinere Gebinde, wie etwa Sixpacks, benötigt“, so Liebert weiter. Ein zentrales Thema ist der Umweltschutz: Trotz der hohen Flexibilität arbeiten die Maschinen deutlich ressourcenschonender. Sie verbrauchen 35 % weniger Strom, 30 % weniger Wasser und ein Viertel weniger Wärme. Darüber hinaus werden 4700 l Diesel pro Jahr durch wegfallende Transportwege auf dem Brauereigelände eingespart. Der niedrigere Energiebedarf der neuen Flaschenabfüllung ist ein Bekenntnis zur nachhaltigen Unternehmensphilosophie. Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Werner Brom­ bach und Peter Liebert an der neuen Füllstraße

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

 VERANSTALTUNG

Craft Beer Italy – Grandioser Auftakt in Mailand Am 22. und 23. November 2017 fand zum ersten Mal die Craft Beer Italy statt. Das b2b-Event stellte das Pilotprojekt der trilateralen Kooperation zwischen der NürnbergMesse, Doemens und der VLB Berlin dar. Die zweitägige Veranstaltung kombinierte Weiterbildung und Fachausstellung und traf damit den Nerv der italienischen und internationalen Craft-Brauer sowie der Zulieferindustrie.

(jr) Bereits Wochen vorher war die komplette Ausstellungsfläche der Craft Beer Italy im Talent Garden Milano Calabian ausgebucht. Das Interesse der Zulieferer an der italienischen Craft-Brauer-Szene ist groß. So präsentierten 54 Aussteller ihre neusten Technologien, Produkte und Rohstoffe auf einer Fläche von 1150 m2. Gleichzeitig bot die Craft Beer Italy ein umfangreiches Tagungsprogramm, das thematisch die gesamte Produktionskette in der Brauerei abdeckte. Von den insgesamt ca. 670 Fachbesuchern nahmen etwas mehr als ein Drittel auch an der Konferenz teil. In zwei Seminarräumen fanden parallellaufende

Sessions mit Vorträgen von Fachexperten aus Wissenschaft und Praxis statt. Von der VLB waren Alberto Del Re, Kurt Marshall und Burghard Meyer angereist. Mit ihren Präsentationen widmeten sie sich der sensorischen Bieranalyse, der chemisch-technischen sowie der mikrobiologischen Qualitätssicherung und der Aromenbildung während der Fermentation. Weitere Vorträge, die u.a. von den Doemens-Vertretern Dr. Gerrit Blümelhuber und Stefan Grauvogl gehalten wurden, thematisierten z.B. Fassreifung von Bier, Grundlagen und Probleme bei der Abfüllung, Zapftechniken sowie „Wet Hopping“. Darüber hinaus beteiligte

Abb. 2: Rund 670 Besucher füllten die Gänge der Fachausstellung

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Fotos: jr

Abb. 1: Alberto Del Re, VLB Berlin, referierte über sensorische Bier­ analytik

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sich die Unionbirrai, Vereinigung der italienischen Craft-Brauer, mit mehreren Präsentationen am Programm. Dabei gab sie den Gästen einen Überblick über die Entwicklungen im italienischen Craft-BierMarkt und gestaltete eine gesamte Session zu den Themen technische und rechtliche Aspekte sowie Marketingmaßnahmen im Hinblick auf den Export von Craft-Bier. Zwischen Konferenz und Ausstellung konnten die Besucher an einer Verkostung von eigens für die Craft Beer Italy gebrauten Bieren teilnehmen. Die „Taste it! Area... non la solita birra (no ordinary beer)“, die von den Uniobirrai Beer Tasters organisiert wurde, war ein weiteres


Abb. 3: Burghard Meyer, VLB Berlin, zwischen zwei Vertretern des Ver­ eins slowenischer Hopfenpflanzer

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4

sehr gut angenommenes Angebot der Veranstaltung. Weiterführende Kooperation Für die drei Kooperationspartner NürnbergMesse, Doemens und VLB Berlin war die Premiere der Craft Beer Italy folglich ein äußerst gelungener und erfolgreicher Auftakt für die weitere Zusammenarbeit. Diese wurde dann auch für die Zukunft in einem Rahmenvertrag zwischen den drei Parteien besiegelt. Die Kooperation betrifft dabei

die Veranstaltungen der Beviale Family, zu denen die BrauBeviale, Beviale Moscow, Craft Beer Italy, Craft Beer China sowie Feira Brasileira da Cerveja zählen. „Wir sind sehr stolz, dass wir die beiden renommierten Lehr- und Ausbildungseinrichtungen als Partner für unsere Produktfamilie gewinnen konnten“, erklärt Peter Ottmann, CEO der NürnbergMesse Group, und betont die internationale Strahlkraft beider Institute. Neue Wege eröffnen sich für alle Vertragspartner,

so freut sich auch die VLB Berlin über interessante Möglichkeiten. „Diese neue Kooperation ist eine hervorragende Chance, unsere gemeinsamen Stärken im Bereich Craft Beer auf internationaler Ebene weiterzuentwickeln“, so VLBGeschäftsführer Dr. Josef Fontaine. „Der erfolgreiche Auftakt der Craft Beer Italy hat uns in dieser Einschätzung mehr als bestätigt.“ Für die nächste Craft Beer Italy können sich Interessenten bereits den 27. und 28. März 2019 vormerken.

Abb. 4: Prost! Rohstoff­ experten unter sich: Axel Jany, Weyermann Malzfabrik, und Carlos Ruiz, HVG, wirkten ebenfalls mit Vorträgen zu ihren jeweiligen Spezialgebieten am Programm mit

VLB LABOTECH – IHR SPEZIALIST FÜR LABOR-EQUIPMENT Labor-Equipment und mikrobiologische Nährmedien für die Analyse von Rohstoffen,

Symposium for craft and micro brewers from Germany Zwischen- und Endprodukten sowie Nebenprodukten für & European countries 7 November 2016,und Nuremberg, Germany + die BrauMalzindustrie

+ die Spirituosenindustrie

+ Hersteller von alkoholfreien Erfrischungsgetränken

+ Brennereien VLB LaboTech GmbH, Seestrasse 13, 13353 Berlin – Germany Phone: +49 30 450 80-220, Fax: +49 30 453 55 17 labotech@vlb-berlin.org

www.vlb-berlin.org/labotech

Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

  VLB-OKTOBERTAGUNG

Trends in der Brautechnologie Kühlsysteme im Fokus und Neues aus der Brautechnologie waren die beiden Schwerpunktthemen am Dienstag, dem 17. Oktober. Als Vorsitzender wirkte zunächst Dr. Alfons Ahrens, danach Dr. Roland Pahl, beide VLB, die ca. 200 Teilnehmer durch das Programm führten.

Werden Labor­ werte überschrit­ ten, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden: Alfons Ahrens

Mit der neuen Verordnung für Verdunstungs­ kühlanlagen hat sich der analy­ tische Aufwand der Prüflaborato­ rien erhöht: Martin Hageböck

Bei der offenen Kühlwasser­ behandlung lauern einige Gefahren: Oliver ErbachGroßhans

Der Asahi La­ bortest hat sich in der Praxis zur Bestimmung des PYF-Potenzials bewährt: Heiko Woest

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

(dp) Der Dienstagmorgen begann mit dem Schwerpunktthema Kühlsys­teme im Fokus. Hier informierten Dr. Alfons Ahrens und Dr. Martin Hageböck, beide VLB Berlin, über Hygienische Anforderungen an Kühlwasser unter der Berücksichtigung der Neuen 42. BImSchV für Verdunstungskühlanlagen. Diese im August 2017 in Kraft getretene Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) zielt darauf ab, Risiken zu minimieren, die durch den Betrieb von offenen Kühlkreisläufen in Verdunstungskühlanlagen bzw. Nassabscheidern auftreten können. Hintergrund ist, dass sich beim Betrieb von solchen Anlagen die Entstehung und die Verbreitung von legionellenhaltigen Bioaerosolen nicht vollständig vermeiden lassen. Legionellen sind jedoch potenziell humanpathogen, sodass ihre Vermehrung in Kreislaufwasser und ihre Verbreitung durch Aerosolaustrag gesundheitlich riskant sind. Hier setzt die 42. BImSchV an, die mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog das Wachstum und die Ausbreitung von Legionellen zu verhindern versucht. Wie Ahrens ausführte, fordert die Verordnung deshalb neue Verduns­ tungskühlanlagen bzw. Nassabscheider nach dem neuesten Stand der Technik zu betreiben. Die Werkstoffe müssten abhängig von der Wasserqualität und Betriebsstoffen gewählt werden. Totzonen mit stehendem Wasser sind möglichst zu vermeiden. Gleichzeitig muss ein Biozidzusatz dem Nutzwasser zugesetzt werden können. Zwar werden im Gegensatz zu Neuanlagen bei Bestandsanlagen keine baulichen Veränderungen verlangt. Allerdings müssen in Letzteren auch regelmäßige Überprüfungen des biologischen Status im sog. Nutzwasser (Kühlwasser bzw. Waschwasser) in Bezug auf Allge-

meine Koloniezahl und Legionella ssp. erfolgen. Bei Überschreitung von sogenannten Prüfwerten und/ oder Maßnahmewerten sind Ursachenanalysen ggf. zusätzliche Laboruntersuchungen bis hin zu Sofortmaßnahmen zur Verminderung der mikrobiellen Belastung, wie z.B. durch Biozideinsatz, zu ergreifen. Zudem fordert die 42. BImSchV eine umfangreiche Dokumentation der Untersuchungsergebnisse und der ausgelösten Maßnahmen in einem Betriebstagebuch. Hageböck erläuterte dann die Methodenvorgaben der neuen ISO 11731 für den Nachweis von Legionellen. Er wies darauf hin, dass diese einen entsprechenden Mehraufwand für die mikrobiologischen Prüflaboratorien zur Folge haben. Oliver Erbach-Großhans, Calvatis Watertreatment, Ladenburg, referierte über Praxisorientierte Verfahrensweise an offenen Kühlsys­ temen. Der Vortrag wies zunächst darauf hin, dass beim Betrieb von offenen Kühlanlagen Komplikationen entstehen können. Dazu zählen vor allem Korrosion sowie diverse Kalkablagerungen. Hinzu kommen mikrobiologische Probleme, etwa durch aerobes und anaerobes Wachstum, die Ausbreitung von Legionellen und Pseudomonas sowie die Besiedelung mit Hefen und Schimmelpilzen. „Korrosion und Kalkausfällungen lassen sich mit Inhibitoren verhindern“, sagte der Referent. Allerdings müssen die chemischen Stoffe zur Qualität des Umlaufwassers passen. Enthält der Inhibitor etwa kein Zinkoder Buntmetallschutz, entstehen Korrosionsprobleme. Zudem müsse der Inhibitor stabil gegen Biozide sein, die wiederum gegen mikrobiologischen Befall eingesetzt werden. Insgesamt nannte der Referent bei der offenen Kühlwasserbehandlung folgende Fehlerquellen, wie


 ein falscher Inhibitor,  eine zu hohe Eindickung,  die falsche Biozidwahl,  eine falsche Dosiertechnik sowie  fehlende Funtionen an der Steu-

erungstechnik

Um diese Probleme zu vermeiden, sollten etwa bei den Bioziden entweder nur die nicht-oxidierenden Biozide oder aber die Schockdosierung von oxidierenden und nichtoxidierenden Bioziden im Wechsel verwendet werden. Bei der Dosiertechnik ist darauf zu achten, dass es nicht zur automatischen Verriegelung der Absalzung nach der Bioziddosierung kommt. Zudem sollte eine zu hohe Bioziddosierung aufgrund einer kontinuierlichen Dosierung vermieden werden. Im Hinblick auf die Steuerungstechnik empfahl Erbach-Großhans die Messung vom ph-Wert und dem Redoxpotenzial sowie eine OnlineÜberwachung. Wichtig seien zudem der Einsatz von Auswertungsprogrammen über das Internet sowie Alarmfunktionen und Hinweismeldungen. Der zweite Themenblock widmete sich Neuen Trends in der Brau­ technologie. Als erster Referent hierzu trat Heiko Woest, VLB Berlin, ans Rednerpult, der über Premature Yeast Flocculation (PYF): Aktuelles zur Analytik referierte. Der Vortrag rief zunächst in Erinnerung, dass unter Premature Yeast Flocculation die vorzeitige Flockenbildung und Sedimentierung von ausschließlich untergärigen Hefen zu verstehen ist. Da sie vor der vollständigen Umsetzung der in der Würze verfügbaren Nährstoffe erfolgt, ergeben sich zahlreiche Nachteile. Dazu zählen hohe Restextrakte, geringere Alkoholausbeuten, unerwünschte Geschmacksprofile, verringerte Hefezellzahlen sowie ein erhöhtes biologisches Risiko. Hinzu kommen zusätzliche Kosten durch längere Produktionszeiten, den Verschnitt von Chargen sowie zusätzliche Laboranalysen. Als Ursachen für PYF sah der Referent vor allem PYF-induzierende Faktoren wie Polysaccaride aus der Gerstenspelze. Sie sind schon in geringsten Konzentrationen wirksam, dafür aber wasserlöslich. „Die Ursachen für das PYF-Phänomen liegen im Malz. Allerdings erweist sich die Identifikation von

Problemmalzen als schwierig“, sagte Woest. Wie er erläuterte, hat sich vor allem der Asahi Labortest in der Praxis zur Bestimmung des PYFPotentials bewährt. Der Test beruht darauf, dass sich PYF-positive und negative Malze durch ihr Fermentationsprofil, die Trübung und den Extraktabbau unterscheiden. Vor diesem Hintergrund ermittelt der Test die Floating Yeast Ratio (FYR) von Malzen. Eine Verhältniszahl, die den Anteil von schwebenden Hefezellen in einer Lösung angibt. Je höher der Wert, desto besser das Malz. Abschließend wies der Referent darauf hin, dass der kritische FYR-Wert für jeden Betrieb separat festgelegt werden muss. Hilfreich für die Identifizierung von Problemchargen kann zudem die PYF-Analyse der einzelnen Malze einer Mischung sein. Änderungen der Mischungsanteile sowie der Austausch von Malzen kann ebenfalls das PYF-Risiko verringern. Poseidon: Forcierte Gärung im Batch- wie auch Kontibetrieb nannte Peter Gattermeyer, Krones, seinen Vortrag. Dieser informierte über Poseidon, eine neue von Krones entwickelte Nachrüsteinheit, um den Gärverlauf zu optimieren. Die Einheit, die im Konus von zylindrokonische Tanks eingesetzt wird, besteht aus einem Verdrängungskörper, an dem eine zentrale Lanze angebracht ist. Diese weist oben einen Anstich auf, unten einen Abzug. „Durch die zentrale Lanze, den oberer Anstich und den unterer Abzug lassen sich die Konvektionen im Gärtank gezielt beeinflussen und die Durchmischungszonen variabel einstellen“, erläuterte Gattermeyer. Dadurch ergeben sich neue Spielräume bei den Fermentationsprozessen. So können erstmalig im Gärtank einzelne Zonen gezielt durchmischt oder beruhigt werden. Nach Angaben des Referenten lassen sich mit der Nachrüsteinheit der Extraktund Diacetylabbau um bis zu 20 % beschleunigen, was oftmals mehr als einem Tag Zeitersparnis bei der Gärung entspricht. Möglich wird dies dadurch, dass die dynamische Unterstützung der Konvektion den Wärme- und Stoffübergang verbessert. Fermentationsprozesse können so beschleunigt und besser gesteuert werden. Als weitere Vorteile des Poseidon nannte Gattermeyer, dass bereits

Mit Poseidon haben wir die bekannte Um­ wälzfermentation wieder aufgegrif­ fen und weiter­ entwickelt: Peter Gatter­ meyer

Die vollautoma­ tische 5-l-Brauan­ lage schließt die Lücke zwischen Labor- und Indus­ triemaßstab: Roland Pahl

Michel Werner informierte über praktische Versuche mit der Miniaturbrauerei während der laufenden Umwälzung die Sedimentation von Hefen und Feststoffen erfolgen kann. „Die Hefe- und Partikelernte ist aufgrund des integrierten Verdrängungskörpers ohne Durchbrüche möglich, wodurch der Abzug beschleunigt und Bierverluste reduziert werden“, so Gattermeyer. Abschließend wies er darauf hin, dass Poseidon auch die Gärung im kontinuierlichen Betrieb ermög­ licht. Dafür werden mehrere Tanks kaskadenförmig zusammengeschlossen, etwa die Hauptbiersorte in der Hauptsaison. Da dann alle Tanks dieselbe Biersorte aufweisen erhöht sich der A nlagenausstoß, da die bei den Tanks die Rüstzeiten für Füllen, Entleeren und Reinigen für unterschiedliche Bieren entfallen. Den Abschluss der Technischen Veranstaltung bildete der Vortrag von Dr. Roland Pahl und Michel Werner, beide VLB, zur Entwicklung einer Miniaturbrauerei mit vollautomatisierten Sudprozess. Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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TECHNIK & TECHNOLOGIE

 HOPFENMARKT

Hopfenernte und Marktentwicklung 2017 Insgesamt zufrieden mit der Ernte 2017 und dem Hopfenmarkt zeigte sich die deutsche Hopfenwirtschaft auf ihrer Jahrespressekonferenz Ende November in München. Auch in diesem Jahr stieg die weltweite Anbaufläche für Hopfen weiter. Rund 76 % der Welterzeugung wurden in den USA und Deutschland geerntet. (F.) Die Weltanbaufläche stieg nach der Ernte 2016 auf rund 59 200 ha (+3000 ha). Obwohl es schon im vergangenen Jahr deutliche Anzeichen gab, dass der Craft-Bier-Sektor in den USA tendenziell überkontrahiert ist, wurden von den USPflanzern noch einmal zusätzliche Flächen mit Aroma- und Flavoursorten bepflanzt, so Peter Hintermeier, 1. Vorsitzender des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbandes. In Deutschland wurde nach der Ernte 2016 besonders die Hochalphafläche ausgeweitet. Diese Neu­fl äche stand aber nahezu vollständig unter Vertrag. Auch in den USA stieg die Fläche mit Hochalphasorten nach 7 Jahren Rückgang wieder an. Ernte Deutschland Deutschland hat entsprechend der vorliegenden Abwaageergebnisse eine gut durchschnittliche Hopfenernte eingefahren. Die Erträge waren trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse zufriedenstellend. Allerdings enttäuschen die Alphawerte, die unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. In allen wichtigen Anbaugebieten Europas zeigt sich das gleiche Bild. In Tschechien, Polen und Slowenien wurden

leicht überdurchschnittliche Hektarerträge geerntet. Die Alphagehalte lagen dagegen durchwegs unter den mehrjährigen Durchschnittswerten. Ernte USA Die USA verzeichnen in diesem Jahr eine sehr gute Ernte. Die Erträge liegen sowohl bei den Aroma- als auch den Hochalphasorten über dem langjährigen Mittel. Auch die Alphawerte, insbesondere die der Hochalphasorten, sind überdurchschnittlich. Aus der aktuellen Hochrechnung ergibt sich eine Welternte von rund 118 000 t Rohhopfen oder gut 11 000 t Alphasäure.

Foto: The Brewers of Europe

Hopfenan­baufläche 2017 Flächenanteil

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zum Vorjahr

Welt

59 300 ha

100 %

+ 3158 ha

USA

23 100 ha

39 %

+ 1530 ha

Deutschland

19 543 ha

33 %

+ 945 ha

Tschechien

4945 ha

8%

+ 170 ha

Polen

1615 ha

3%

+ 140 ha

Slowenien

1539 ha

3%

+ 55 ha

Übrige

8558 ha

14 %

+ 318 ha

Seit 2014 steigt die Anbaufläche weltweit kontinuierlich an. Zuletzt war sie nur 1998 größer. Über 70 % der Weltanbaufläche für Hopfen befinden sich allein in den USA und in Deutschland Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Marktsituation Die Versorgungslage ist bei den einzelnen Sortengruppen unterschiedlich. Die hochfeinen Aromasorten des Saazer Formenkreises waren nach der Ernte 2016 vermutlich nicht vollständig ausverkauft. Aufgrund der leicht überdurchschnittlichen Erträge steht dem Markt ausreichend Saazer zur Verfügung. Schon in 2016 lagen die Preisnotierungen für europäische Flavourhopfen im breiten Mittelfeld. Dieses Jahr erzielen sie die niedrigsten Preise. Das weist eindeutig auf eine Überversorgung des Marktes mit diesen Sorten hin. Aufgrund der enttäuschenden Alphawerte ist der Markt bei allen anderen Aroma- und Hochalphasorten eng. Seit der Eröffnung der ersten Freihopfenpools in Deutschland stiegen die Anzahlungspreise für Poolhopfen aber auch die gebotenen Festpreise stetig an. Die kräftigsten Preisanstiege im Freimarkt sieht der Verband auch dieses Jahr bei den Hochalphasorten. Auch in allen anderen europäischen Anbaugebieten wurden bzw. werden Freihopfen zu stabil hohen Preisen gehandelt. Vermarktung der Ernte 2017 Für den Hopfenhandel bedeutet dies eine zusätzliche finanzielle Belastung. Ursache dafür sind zum einen die Ertragsunterschiede in den Regionen der Hallertau und zum anderen die unterdurchschnittlichen Alphagehalte bei nahezu allen Sorten. In der Hallertau kam es zu teils starken Unterlieferungen der Verträge, vor allem bei der Hochalphasorte Herkules. Diese Fehlmengen mussten durch Käufe auf dem Freihopfenmarkt nachgedeckt werden, allerdings auf einem sehr hohen Preisniveau. Hinzu kommt, dass größere Hopfenmengen erforderlich sind, um die auf Alphamenge basierenden Verträge mit der Brauwirtschaft erfüllen zu können.


 NACHRICHTEN

90. Mitgliederversammlung der MEBAK in Linz Auf Einladung von Helmut Klein, Leiter des Zentrallabors der Brau Union Österreich AG, fand die 90. Mitgliederversammlung der Mitteleuropäischen Brautechnischen Analysenkommission (MEBAK) e.V. Anfang Oktober 2017 in der Zentrale der Brau Union Österreich AG statt. Bereits am Vortag trafen sich der Vorstand sowie eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Gerold Reil, um sich mit der kompletten Überarbeitung und Neuauflage des MEBAKBands Würze, Bier, Biermischgetränke zu befassen. Der Begrüßungsabend fand im brauereieigenen Bierpub der Brau Union Österreich AG in Linz statt, der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Den Teilnehmern wurden zahlreiche Biere zur Verkos­ tung angeboten. Somit konnten sie sich davon überzeugen, dass auch in Österreich die Bierlandschaft deutlich bunter geworden ist. Vom typischen, österreichischen Märzen bis zu den „Craftbieren“ aus der Spezialitäten-Manufaktur des Hofbräuhauses Kaltenhausen wurden faszinierende Biere kredenzt. Ergebnisse der Plenarsitzung  Die MEBAK-Richtlinie zur Sudwerkkontrolle von 2009 wird in Übereinstimmung mit der Überarbeitung der DIN 8777 (Sudhausanlagen in Brauereien – Mindestangaben) unter der Leitung von Prof. Fritz Jacob komplett neu überarbeitet.  Die Arbeiten an dem neuen 10 Kapitel umfassenden MEBAKBand Mikrobiologie unter Federführung von Dr. Mathias Hutzler werden voraussichtlich Ende 2018 in Druck gehen.  Die MEBAK-Richtlinie Filtration ist im Oktober 2017 erschienen. Sie dient der Bewertung von Filtrationsanlagen (Auslegungsdaten, Beurteilung von Unfiltrat- und Filtratqualitäten sowie Anleitungen und Formeln zur Prozessbeurteilung) in der Brauindustrie. In der 1. Auflage behandelt sie die Anschwemmfiltration und wird nun unter Leitung von Dr. Stefan Kreisz bezüglich Alterna-

tiven zur Kieselgurfiltration unter beson­derer Berücksichtigung der Entwicklungen der Membran­ f iltrat ion weiterbearbeitet . Anfang 2018 wird die aktuelle MEBAK-Richtlinie Filtration auch in Englisch verfügbar sein.  In Überarbeitung sind auch der MEBAKBand Wasser (Trinkwasser und Mineralwasser, Brauwasser, Kessel(speise) wasser und Abwasser) der 1. Auflage 2005 mit Arbeitsgruppenleiter Dr. Alfons Ahrens und der MEBAK-Band Würze, Bier, Biermischgetränke unter Führung von Dr. Gerold Reil.  Äußerst interessante Erkenntnisse erbrachten die Arbeitsgruppen „Farbbestimmung in Münchner Malz“ (Dipl.-Ing. Matthias Hansen) und „Alkoholmessung von 0,0 Vol.-% in Bier“ (Helmut Klein). Hierzu wird es entsprechende Publikationen geben.

Neues Ehrenmitglied Dr. Wolfgang Stempfl, staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker und früherer Laborleiter der Betriebskontrollstation für die Getränke­ industrie, einer Tochtergesellschaft von Doemens, wurde auf Grund seiner über 30-jährigen Vereinsarbeit einstimmig zum Ehrenmitglied der MEBAK berufen. Er beteiligte sich u.a. an vielen Ring­analysen zur Verbesserung der analytischen Basis der MEBAK-Analysenmethoden. Maßgeblichen Einfluss nahm er als Leiter der Arbeitsgruppe an dem MEBAK-Band Sensorik und dessen Erstauflage 2013. Auch künftig wird Stempfl sein Fachwissen in die MEBAK einbringen. Prof. Methner dankte und gratulierte Dr. Wolfgang Stempfl zu dessen Ernennung als Ehrenmitglied. Die 91. Mitgliederversammlung der MEBAK findet auf Einladung von Matthias Hansen, IREKS, vom 22. bis 24. März 2018 in Kulmbach statt. Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Die Teilnehmer der 90. MEBAKMitgliederver­ sammlung vor dem Gebäude der Brau Union in Linz

Wolfgang Stempfl

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IfGB AKTUELL

  VERBÄNDE Verband Deutscher Kornbrenner

Mitgliederversammlung in Sendenhorst Am 29. November 2017 führte der Verband Deutscher Kornbrenner und mittelständischer Spirituosen- und Alkoholanbieter seine Mitgliederversammlung im Münsterland durch. (WiK) Vorsitzender Tino Müllenbach begrüßte Mitglieder sowie Referenten und gratulierte Jürgen Horstmann zum Bundesehrenpreis. „Korn wird weiter aufgewertet. Man merkt, da passiert einiges“, so Müllenbach. „Wachstum erfolgt

im hochwertigen Sektor“, ergänzte Verbandsgeschäftsführer Peter Pilz. Kleinere Produktionen zu besseren Preisen sei der richtige Weg. Ulrich Metzen, Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, Wiebke Künnemann, IfGB, sowie Werner Albrecht, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, diskutierten im Anschluss an ihre Kurzreferate (Foto: WiK) von und nach einer Einführung Peter Pilz die Perspektiven der Spirituosenbranche. „Der Sachverstand und die Fachabteilungen bleiben auch nach Auflösung der Monopolverwaltung erhalten“, versicherte Metzen. „Europa ist ein Europa der Vielfalt“, betonte Albrecht hinsichtlich der neuen Spirituosen-VO.

Handwerkliche Qualität auf den Punkt gebracht Mit erfahrenen Experten für Sensorik und umfassenden Laboranalysen unterstützen wir Sie dabei, nachhaltig Vertrauen in die Qualität Ihrer Spirituosen zu sichern. Im Mittelpunkt der DLG-Prämierung stehen mit den beiden Qualitätskriterien „Sicherheit“ und „Genuss“ die entscheidenden Argumente für den Verbraucher. Attraktive Sonderauszeichnungen und Kommunikationsmöglichkeiten rücken die Qualität Ihrer Produkte in den Fokus.

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www.DLG.org/spirituosentest

BSI

Politischer Gästeabend und Spirituosen-Forum des BSI 2017 Der Politische Gästeabend des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI) am 7. November in Berlin war mit rund 200 Gästen aus Politik, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Medien gut besucht, ebenso wie das 16. Spirituosen-Forum am Folgetag.

Parlamentarische Gesellschaft: Dort, wo sonst die Koalitions­ verhandlungen stattfanden, tagte im November das 15. BSI-Forum

(BF) Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, informierte über die neue Ära der deutschen Spirituosenbranche ab 2018. Mit dem das Branntweinmonopolgesetz ablösenden deutschen Alkoholsteuerrecht soll sich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Spirituosenanbieter durch den Abbau bürokratischer Hürden deutlich verbessern. Er betonte außerdem: „Die Bundesregierung wird

sich bei den Verhandlungen über die Novellierung der EU-Spirituosen-Grundverordnung für den Erhalt der hohen Qualitätsstandards einsetzen. Herbert Dorfmann, Mitglied des Europäischen Parlaments, sprach von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Spirituosenbranche bei der Überarbeitung der Spirituosenverordnung. Alle Redner begrüßten die Aktivitäten des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI und die Web-

(Foto: BSI)

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

site www.massvoll-geniessen.de. Alkoholische Getränke sollten Genussmittel und keine Rauschmittel sein. BSI-Präsident Thomas Ernst wies darauf hin, dass Spirituosenfirmen mit ihren Produkten nicht nur zur Lebensfreude beitragen, sondern auch einen ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor darstellen: Der Spirituosenumsatz in Deutschland betrug im Jahr 2016 rund 4,6 Mrd. €. Das Motto des 16. SpirituosenForums des BSI lautete: „Deutschland im Spannungsfeld zwischen staatlicher Reglementierung und Eigenverantwortung“. Hochkarätige Referenten diskutierten gesamtgesellschaftliche Herausforderungen. Prof. Marcel Fratzscher, Präsident, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, forderte z.B. keine Umverteilung von Vermögen, sondern eine bessere Chancenverteilung innerhalb einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft, um Vermögen zu erwerben. Die Erziehungsexpertin Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger arbeitete heraus, wie Sucht und missbräuchlicher Umgang mit Alkohol aus dem Unvermögen, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrnehmen zu können, resultiere.


Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin

 IfGB-FORUM

15. IfGB-Forum 2017 mit Besucherrekord Ende September tagte das IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei in Dresden-Radebeul. Mit 130 Teilnehmern war die führende deutschsprachige Spirituosenfachtagung so gut besucht wie nie zuvor. Die Unterstützung durch die Mast-Jägermeister SE und die Werksbesichtigung in Kamenz haben entscheidend zu diesem Erfolg beigetragen. Zuletzt war Jägermeister 2006 Hauptsponsor des IfGB-Forums. (WiK) Der erste von Klaus Malinowsky moderierte Veranstaltungstag widmete sich den Rahmenbedingungen der Spirituosenherstellung und -vermarktung. „Das IfGB-Forum hat sich als feste Branchenplattform etabliert“, so der damalige Produktionsleiter der Kuemmerling KG. VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine dankte dem Gastgeber des 15. IfGB-Forums, der Mast-Jägermeister SE, für die Einladung nach Kamenz. A nschließend dankte er in seinem Institutsüberblick Wiebke Künnemann, Dr. Rolf Hardt und Johannes Fuchs für ihr kompetentes Engagement im Spirituosensektor. „Unsere Aus- und Weiterbildung lebt auch davon, dass wir mit einem hohen Anteil externer Dozenten arbeiten, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen“, zollte Dr. Fontaine den Dozenten Anerkennung. Weiterhin stellte er die langfristige Kooperation mit der Preussischen Spirituosen Manufaktur und das neue VLB-Aus- und Fortbildungszentrum für die Getränkebranche vor, das im September 2017 fertiggestellt und bezogen wurde.

Rahmenbedingungen der Spirituosenherstellung und -vermarktung Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI), widmete sich aktuellen Themen der Spirituosenbranche. Die EU-Kommission fordert, basierend auf den Regelungen der Lebensmit telinformations-Verordnung (LMIV), künftig eine verpflichtende Selbstregulierung der Alkoholwirtschaft bei Zutatenverzeichnis und der Nährwertkennzeichnung. Der BSI befürwortet eine Bereitstellung dieser Angaben online. Die EU-Kommission verlangt allerdings einen einheitlichen Vorschlag aller Verbände alkoholproduzierender Branchen. So muss sich der BSI u.a. mit den Brauern einigen, die ihr Zutatenverzeichnis on-label führen. Es gab aber auch Gutes zu berichten: „Craft ist immer noch ein Trend“, so Wiesgen-Pick. „Positive Berichte in der Presse z.B. rund um Korn und Whisky sind keine Seltenheit.“ Auch sei das Konsumklima in Deutschland positiv. Die Spirituosenproduktion ist leicht steigend. „Traditionelle

Das IfGB-Forum hat sich als feste Branchenplatt­ form etabliert: Klaus Malinowsky deutsche Spirituosen sind weiterhin im Trend.“ Deutschland ist mit rund 701 Mio. Flaschen à 0,7 l der größte Markt für Spirituosen in der EU. Das Wachstum ginge über klare Spirituosen wie z.B. Korn und Gin, aber auch Rum. „Premium­wodkas sind angesagt“, so die Referentin ,und auch Cognac sei im Kommen. Zur künftigen Spirituosen-VO hat der BSI im Januar 2017 Stellung bezogen: Er lehnt eine Befugnis­übertragung für delegierte Rechtsakte an die EU-Kommission ab. Der BSI möchte die Abrundungszuckerung bei Obstbränden etc. geregelt haben und verlangt eine Definition der Vereinigungen, die künftig Anträge bezüglich

Hauptsponsor

Co-Sponsor

(Fotos: WiK)

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IfGB AKTUELL

der Technischen Unterlagen bzw. der Produktspezifikationen für geografische Angaben stellen können. Werner Albrecht vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ging auf die neue Ära für Brennereien und Spirituosenhersteller ein. Mit einer Veröffentlichung der neuen Spirituosen-VO rechnet er nicht vor 2019. Die EU-Kommission habe vorgeschlagen, dass künftig die Definitionen der einzelnen Produktkategorien über sogenannte delegierte Akte geändert werden können, also ohne eine Abstimmung im Spirituosenausschuss. Delegierte

Die Produktion von Bio-Geisten darf in der Standardblase erfolgen: Margit Mähringer Akte werden lediglich in sogenannten Expertengruppen beraten. Beim Schutz der geografischen Angaben im Spirituosensektor gebe es künftig eine Verlagerung der Antragskompetenzen. „Wir als Ministerium waren bisher diejenigen, die die Anträge auf Eintragung einer geografischen Angabe oder auf Änderung einer Produktspezifikation stellten“, so Albrecht. „Künftig sind dies antragstellende Vereinigungen der jeweiligen Spirituosenhersteller, z.B. für Korn oder Kornbrand eine entsprechende Schutzvereinigung der Kornbrenner bzw. Kornhersteller.“ Bei der Frage, ob weiter ausschließ-

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Auf dem Podium kompetente Redner, im Auditorium aufmerksame Zuhörer: Angelika Wiesgen-Pick und Werner Albrecht

lich Agraralkohol für Spirituosen zugelassen ist, sagte er: „Beim Bierethanol kann es Bewegung geben, aber wie das aussehen wird, kann ich nicht einschätzen.“ Als Künnemann fragte, wer sich grundsätzlich vorstellen könne, seine Spirituosen auch mit Alkohol aus den Entalkoholisierungsanlagen der Brauer herzustellen, meldeten sich fast 30 der anwesenden Produzenten. „Die vorgeschlagenen EU-weiten Höchstmengen der Abrundungs­ zuckerung sind bei einigen Erzeugnissen deutlich zu hoch“, so der Referent, „z.B. für Brandy mit einer Höchstmenge von 35 g/l Fertigware.“ Beim Destillierten Gin wäre u.U. eine an den realen Erzeugnissen orientierte sensorische Beschreibung, wonach der Wacholdergeschmack nicht in jedem Falle vorherrschend sein muss, angebracht. Zu den Technischen Unterlagen sagte Albrecht: „Derzeit sind 33 geografische Angaben für Spirituosen mit Ursprung in Deutschland eingetragen und damit EU-weit geschützt.“ Die EU-Kommission habe

davon 18 geografische Angaben vorläufig gebilligt, z.B. Korn, Stein­häger, einige Schwarzwälder Obstbrände sowie Rheinberger Kräuter. Problematisch seien u.a. Kümmel, Klosterliköre, Blutwurz und Hüttentee. Das Alkoholsteuergesetz löst ab 1. Januar 2018 das Branntweinmonopolgesetz ab. Die Unterscheidung zwischen Verschluss- und Abfindungsbrennereien sowie Stoffbesitzern werde fortgeführt, wobei das Abfindungs- und Stoffbesitzerbrennen ab 1. Januar 2018 auf ganz Deutschland ausgedehnt werde. Bei Abfindungsbrennereien gibt es künftig anstelle eines grundstücksgebundenen, übertrag- und veräußerbaren Brennrechts eine staatliche Brennerlaubnis. Abfindungsbrennereien erhalten ein einheitliches Brennkontingent von 300 Litern r.A. p.a. Die Beschränkung bei der Größe des Brenngerätes für Abfindungsbrennereien (bisher 150 Liter-Brennblase mit 3 Verstärkerböden) entfällt; kontinuierliche Brenngeräte sind für die Abfindung aber weiterhin verboten.

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Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin

Die Rechtsanwältin Lucia Schwab, Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien, Eltville, gewährte mit Markenschutz im Überblick einen Einblick in ihre Arbeit. Das Unternehmen ruht auf den drei Säulen Sekt, Spirituosen und Wein und beschäftigt insgesamt 636 Mitarbeiter. In 2016 generierte es mit einem Absatz von 271,2 Mio. Flaschen einen Umsatz von 986,0 Mio. €. Davon waren es 48,7 Mio. Flaschen Spirituosen. Zu den Spirituosenmarken gehören u.a. Eckes Edelkirsch und Mariacron. „Das Flaggschiff von Rotkäppchens Spirituosensegment ist Echter Nordhäuser“, so die Referentin. Die Rechtsabteilung bei Rotkäppchen verwaltet 5000 Marken. „Wenn man eine Marke hat, muss man sie auch überwachen und schützen.“ Was den Wert eines Unternehmens ausmacht,sind seine Marken. „Eine Marke transportiert auch ein Image, ein Lebensgefühl. Coca-Cola hat das vorgemacht, weltweit“, so Schwab. Flaschenformen, Logos, Schrifttypen, Corporate Design definieren eine Marke und machen den Wiedererkennungswert aus. Die Markenanmeldung erfolgt beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA). „Sobald Ihre Anmeldung eingeht, haben Sie Priorität“, betonte Schwab. Nach Amtsrecherche wird die Marke eingetragen und veröffentlicht oder aber abgelehnt. Bei Streitigkeiten zweier Unternehmen hat immer die ältere Marke Vorrang. Einen internationalen Schutz als EU-Marke erhalte man über das Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum. Ein Eintrag über die World Intellectual Property Organisation als IR-Marke (internationale Registrierung) bietet Schutz in allen 56 Staaten des Madrider

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Markenabkommens, zu denen allerdings Brasilien, Mexiko und Kanada nicht gehören. Im Anschluss zeigte Schwab verschiedene Beispiele von Markenverletzungen und beantwortete zahlreiche Detailfragen. Margit Mähringer, Alte Kurhausbrennerei Hans Hertlein aus Streitberg, stellte den Prozess der Entwicklung und Vermarktung von Bio-Spirituosen vor. Seit 1997 besitzt die Familie Mähringer das Unternehmen. Kernmarke ist der Streitberger Bitter. Das Produktportfolio wird stetig erweitert, besonders in den Segmenten Geiste und Brände. „Mit Einführung der Produktlinie ‚BioSpirituosen‘ sehen wir Potenzial für die Zukunft“, so Mähringer. „Wir haben uns auf Bio-Geiste spezialisiert sowie Bio-Fruchtsaftliköre mit besonders hohem Fruchtanteil.“ Die Sorten Holunderbeere und Aprikose gibt es sowohl als Likör wie als Geist. Hinzu kommt ein Bio-Himbeergeist. Der Herstellungsprozess für die Bio-Linie wurde entworfen und implementiert. „Wir beziehen alle Zutaten: Früchte, Alkohol und Zucker ausschließlich aus bio-zertifizierten Betrieben“, so Mähringer. Die Produktion von BioGeisten darf in der Standardblase erfolgen, nachdem diese gründlich gereinigt wurde. Die Destillatlager müssen allerdings strikt getrennt sein. 2015 wurde die Bio-Linie nach EU-Norm zertifiziert. „Wir konnten den Lebensmittelhandel für unsere Bio-Spirituosen begeistern“, so Mähringer: Auch die Verbraucher akzeptieren den höheren Preis für Bio-Produkte. Das Audit dauerte einen Tag und kostete rund 1000 €.

Wenn man eine Marke hat, muss man sie auch überwachen und schützen: Lucia Schwab Prof. Dr. Carsten Fichter, EnergieSynergie aus Ovelgönne / Hochschule Bremerhaven, betrachtete den Energieeinsatz in großen Brennereien. Dabei schaute er nicht nur darauf, wo weniger Energie eingesetzt werden könnte, sondern auch, wie man durch geschickten Einkauf Energiekosten absenken könne. Dafür sei es entscheidend, dass klar ist, wer im Betrieb verantwortlich ist für das Thema Energie. Am Beispiel einer Brennerei zeigte er, wie prozessinterne Wärmeeinsparung z.B. durch Isolierung erfolgen kann, die Wärme aber auch verwendet werden kann z.B. zur Maischevorwärmung oder zur Beheizung der Gebäude. Allein die Optimierung des Dampfsystems führte zu Einsparungen von 24 000 € jährlich, der Einsatz der Brennwerttechnik beim Dampferzeuger brachte zusätzliche 10 000 €. „Druckluft sollte, abgesehen vom Ex-Schutzbereich, aus dem Betrieb verbannt werden, weil sie total ineffizient ist“, so Prof. Fichter. „Die Ausschreibungen von Strom und Gas lohnt sich, um kosten zu sparen.“ Die Umstellung der Brennblase von Dampfbeheizung auf Strom lohne sich dagegen nicht. (wird fortgesetzt)

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Abbildungen 1. Dr. Josef Fon­ taine präsentiert das neue VLBFortbildungs­ zentrum 2. Sabine Droste, Ralf Hapke (l.) und Werner Albrecht diskutieren Aus­ bildungsfragen 3. Karl Burger, Lallemand (l.), im Gespräch mit Peter Klöckner (r.) und Lars Baethcke, Birkenhof-Bren­ nerei 4. Prof. Theo Smaczny disku­ tiert Zertifizie­ rungsfragen 5. Prof. Carsten Fichter erläutert Energiekonzepte für Brennereien

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IfGB AKTUELL

 NACHRICHTEN

Bundesehrenpreise für Spirituosen 2017 Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat jüngst auf Vorschlag der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) acht Spirituosenhersteller mit dem Bundesehrenpreis, der höchsten Auszeichnung der deutschen Ernährungswirtschaft, ausgezeichnet. * Für die zwei bes­ ten Betriebsleis­ tungen bundes­ weit wird der Bundesehrenpreis in Gold und Silber verliehen

Peter Bleser, Par­ lamentarischer Staatssekretär im BMEL (l.), über­ reicht gemein­ sam mit DLGVizepräsident Dr. Diedrich Harms (r.) die Urkunden und Medaillen an die diesjährigen Preisträger

(BF) Die feierliche Preisverleihung fand am 7. November 2017 im Berliner Ludwig-Erhard-Haus statt. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, überreichte mit DLG-Vizepräsident Dr. Diedrich Harms die Medaillen und Urkunden an die Preisträger. Peter Bleser nutzte die Anwesenheit der Referentin für das Spirituosenrecht der EU-Kommission Chiara Imperio, um für Unterstützung der Wahrung europäischer Qualitätsstandards im Zuge der Erstellung der neuen Spirituosenverordnung zu bitten. Dabei geht es u.a. um eine klare Begrenzung der Abrundungszuckerung von Bränden sowie eine Bewahrung der hohen Qualitätsstandards der EU-Spirituosen. „Eine Erarbeitung bzw. Änderung von Spirituosenkategorien allein durch delegierte Rechtsakte kann nicht zielführend sein“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär. „Die Bundesehrenpreisträger setzen Qualitätsmaßstäbe für die gesamte Branche. Die Auszeichnung des Ministeriums auf Grundlage der DLG-

(Foto: DLG)

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Prüfung bestätigt die konsequente Orientierung der Unternehmen auf Qualität, Geschmack und Genuss“, betonte DLG-Vizepräsident Dr. Diedrich Harms. „Aus dem großen Teilnehmerfeld als Preisträger hervorzugehen, unterstreicht den außerordentlich hohen Qualitätsstandard der geehrten Betriebe.“ Bundesehrenpreisträger 2017 Bundesehrenpreis in Gold* Weingut & Edelbrennerei Bernd Gemmrich, Beilstein Bundesehrenpreis in Silber* Henkell & Co. Sektkellerei, Wiesbaden Weitere Bundesehrenpreise Edelbrennerei Rothenbücher, Schöllkrippen Elztalbrennerei, Gutach Erlebnisbrennereien Sendenhorst Inh. J. Horstmann, Sendenhorst Hinricus Noyte’s Spirituosen, Wismar Laux, Föhren Spezialitätenbrennerei Norbert Winkelmann, Hallerndorf

Die Ehrenpreise sind eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen von Unternehmen bei den DLG-Qualitätsprüfungen. Über die Zuerkennung der Ehrenpreise entscheidet das Bundesministerium aufgrund des Vorschlags der DLG. Pro Jahr werden für die beste bundesweite Betriebsleistung jeweils ein Bundesehrenpreis in Gold und Silber verliehen. Darüber hinaus erhalten sechs weitere Betriebe einen Bundesehrenpreis. Grundlage der Berechnung sind die jeweiligen Ergebnisse der DLG-Qualitätsprüfung für Spirituosen. Zur Bewertung werden drei Erzeugnisse je Betrieb mit den höchsterzielten Punktzahlen unter Verwendung des Mittelwertes herangezogen. Diese Durchschnittspunktzahl muss mindestens einen Wert von 4,60 (Schwellenwert zur Goldmedaille) betragen. Die Ehrenpreise werden im laufenden Prämierungsjahr an die Teilnehmer vergeben, die die beste Gesamtleistung nach der höchsten durchschnittlichen Punktzahl der besten drei prämierten Produkte erzielen.


Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin

 IfGB-KURSE

IfGB und IHK verabschieden Destillateurmeister Am Abend des 25. Oktobers hatte der Prüfungsausschuss der IHK zur Meisterfeier in die Berliner Traditionsgaststätte Max&Moritz in Kreuzberg eingeladen. Sechs frischgebackene Destillateurmeister feierten ausgelassen mit ihren Prüfern, Vertretern der IHK und des Instituts für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin (IfGB). (WiK) Die Erleichterung stand den erfolgreichen Absolventen ins Gesicht geschrieben. Nun hieß es, den Grußworten zu lauschen, ehe man bei Getränken und Büffet die vergangenen Kurswochen und die Prüfungstage Revue passieren lassen konnte. „Die schweren Tage sind vorbei“, wandte sich der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Steffen Scharr, Fa. Vögele, an die Absolventen. „Sie haben gezeigt, was Sie können und haben mit dem Meisterabschluss einen Grad erreicht, mit dem Sie überall in der Branche tätig werden können“, führte Scharr weiter aus. Bezogen auf die Kandidaten, die sich einer Nachprüfung unterziehen müssen, betonte der Vorsitzende der Prüfungskommission: „Der Kurs allein macht es nicht – die Erfahrung ist es.“ Stefan Mathews berichtete, dass die IHK Berlin jährlich 200 Meisterprüfungen aus 18 Berufen abnimmt. „Die Destillateurmeisterprüfung ist eine echte Rarität!“ Er lobte die Leistung: „In Ihrem Metier macht Ihnen keiner etwas vor.“ Er ging auf die unterschiedlichen Rollen eines Industriemeisters ein, der z.B. sowohl Kollege als auch Vorbild sein muss. A bschließend dankte Mathews den Prüfern für ihr kompetentes ehrenamtliches Engagement. IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann übermittelte die Glückwünsche des VLB-Geschäftsführers Dr. Josef Fontaine. Sie bedankte sich bei allen Dozenten und wünschte den Absolventen alles Gute für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg. „Ich bedanke mich bei Ihnen dafür, dass Sie die zehn Wochen Kurs so gut mitgearbeitet haben“, sagte Kursleiter Dr. Rolf Hardt. Lobend hob er hervor, dass acht der neun Kursabsolventen die Prüfung zum Sensoriksachverständigen für Spirituosen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) bestanden haben.

Heinz-Detlef Fritz, Vorsitzender der Vereinigung der Destillateurmeister, präsentierte seinen Verband als Netzwerk der Destillateurmeister. Außer der Reihe ergriff Stefan Penninger, der Kursbeste, spontan das Wort und bedankte sich bei Künnemann und Dr. Hardt für den ausgezeichneten Unterricht sowie bei den Prüfern für die anstrengende, aber angemessene Prüfung. Die Tatsache, dass nicht alle Kurs­ teilnehmer die Prüfungen bestanden haben, zeigt den hohen Anspruch, den der Prüfungsausschuss an die Kandidaten stellt. Der Destillateurmeister ist der höchste außerakademische Abschluss, den man in diesem Sektor erreichen kann. Destillateurmeister sind Führungskräfte, die vernetzt denken und handeln. Der IfGB-Kurs Fachund handlungsspezifische Qualifikationen für Destillateurmeister vertieft Wissen und Können in allen relevanten Bereichen der Spirituosenherstellung, Lebens- und

Berufserfahrung kann er nicht ersetzen. Die Kurse der vergangenen Jahre zeigen, dass diejenigen, die bereits Verantwortung im Unternehmen tragen, am Ende die besten Absolventen sind. „Ein intensives Training on the Job im Hinblick auf Führungsverantwortung vor Kursbeginn erscheint uns sehr sinnvoll“, sagte Dr. Rolf Hardt. „Auch ein Praktikum im Spirituosenbetrieb für die Kandidaten, die aus der Aromen­ industrie stammen, ist unabdingbar“, ergänzte Wiebke Künnemann. Wer im Jahr 2020 Destillateur­ meister werden will, sollte sich bereits jetzt darauf vorbereiten und z.B. herausfinden, ob seine örtliche IHK einen adäquaten Kurs für die sozial- und betriebswirtschaftlichen Fächer (Basisqualifikationen für Industriemeister) anbietet. „Halten Sie dabei immer Rücksprache mit der IHK Berlin, damit Sie auch den richtigen Kurs belegen“, rät die IfGB-Koordinatorin künftigen Kandidaten.

Glückliche Meister: Christian Koch (Underberg), Dany Mailah (MCI Miritz Citrus), Stefan Penninger (Penninger), Julia Franke (Friedrich Specht und Söh­ ne), Lars Baethcke (Birkenhof-Bren­ nerei) und Paul Maier (Edelobst­ brennerei Ziegler)

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(Foto: WiK)


BETRIEBSWIRTSCHAFT

20. VLB-Forum Getränke­industrie und Getränkehandel – Teil 2 Der zweite Tag des 20. VLB-Forums im Rahmen der 104. Oktobertagung wartete mit neun höchst interessanten Vorträgen zu den Themenschwerpunkten Operational Excellence in der Getränkebranche sowie Aktuelles aus der Leergutsortierpraxis auf.

(jr) John Albert Eke, Exxent Consulting, Eching, führte sowohl die Teilnehmer als auch die Referenten als Vorsitzender auf kompetente und ansprechende Weise durch das gesamte Programm. In seiner Einführung, in der er auf die anstehenden Themen einging, forderte er sich selbst und das Publikum dazu auf, an diesem Tag einmal „über den Tellerrand hinaus zu denken“. Dieser Appell war sicher für einige Besucher eine sinnvolle Einstimmung auf den ersten Vortrag.

Begleitete als Moderator die Referenten und Teilnehmer durch das gesamte Programm des zweiten Tages: John Albert Eke Denn in diesem erläuterte Gregor May, Premium, Hamburg, eine noch vollkommen ungewöhnliche Methode, ein Produkt zu produzieren und zu vermarkten. Konsensdemokratie in der Wertschöpfungskette. Geht das? war sein Thema, mit

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dem er das Konzept des Getränkeherstellers beleuchtete. Bereits vor drei Jahren war der Getränkehersteller Premium mit seinem Gründer Uwe Lübbermann als Referent beim VLB-Forum Getränke­industrie und Getränkehandel vertreten. Trotz des immer härter umkämpften Marktes kann sich das Kollektiv, wie sich die Mitwirkenden bei Premium verstehen, mit seinen unkonventionellen Regeln behaupten und sogar leicht entwickeln. So beläuft sich die Gesamtsumme der gewerblichen Partner auf mittlerweile 1680 (2014 waren es 1650), die Zahl der Verkaufsstellen in 200 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf 680. Zum Kollektiv zählen neben dem 12-köpfigen Organisationsteam und dem Hauptverantwortlichen, Uwe Lübbermann, u.a. die Hersteller, Gastronomen, Groß- und Einzelhändler, Spediteure sowie die Kunden. Ein Beispiel für die Funktionsweise des Unternehmens jenseits des erwähnten Tellerrandes ist die ausdrücklich gewünschte und konsequent gelebte Diskussionskultur. Für alle Angelegenheiten wird gemeinsam eine Lösung gefunden. So wird im Anschluss einer Diskussion ein Beschluss vorgeschlagen. Über diesen wird dann mit Hilfe einer fünfgradigen Skala, die von 1 „voll einverstanden“ bis 5 „Veto“ reicht,

gleichberechtigt abgestimmt. Wird ein Beschluss durch ein Veto nicht angenommen, be­g innt der Prozess von vorn mit neuen Diskussionen. Darüber hinaus hat sich das Premium-Kollektiv Grundsätze wie „Anti-Mengenrabatt“, „Höchst­ distanzen von 600 km für alle Lieferungen“, „Werbeverzicht“ und „transparenter Einheitslohn“ zu eigen gemacht. Was auf wachstumsorientierte Unternehmer wahrscheinlich sehr befremdlich und kontraproduktiv wirkt, erzielte bei Premium bisher durchaus Stabilität und Erfolg und das inzwischen über fast 16 Jahre hinweg.

Mit Konsensdemokratie und unkonven­ tionellen Grundsätzen erfolgreich: Gregor May


Erwähnenswert ist außerdem der Rückstand in Deutschland hinsichtlich des IT-Durchdringungsgrades in der Getränkelogistik. Die ausländischen Studienteilnehmer gaben für Rampensteuerungssysteme sowie für Demand Planing and Forecasting einen doppelt so häufigen Einsatz von IT-Lösungen an wie die deutschen Teilnehmer. Lediglich im Bereich der Warehouse Management Systeme zeigt Deutschland eine höhere Durchdringung als das Ausland. Höherer IT-Durchdringungsgrad im Ausland – deutlicher Nachholbedarf in Deutschland: Dr. Klaus-Peter Jung Weiter ging es mit Dr. Klaus-Peter Jung, Miebach Consulting, Frankfurt am Main, und seiner Präsentation der Getränkelogistikstudie 2017, die einen weiteren Blick über den deutschen Tellerrand bot. Die Firma Miebach Consulting führte im Frühjahr 2017 zum ersten Mal eine Studie unter Logistikexperten zum Thema Getränkelogistik durch, bei der es zwei Teilnehmergruppen gab, die zum einen aus Deutschland und zum anderen aus dem Ausland kommen. Beide Gruppen waren etwa gleich groß. Sowohl in der Gruppe mit den deutschen Teilnehmern als auch in der mit den ausländischen Teilnehmern machten die Brauereien und Softdrinkhersteller jeweils ca. 50 % aus. In der Studie wurden den Teilnehmern Fragen zu Themen wie Outsourcing, Automatisierung, Zusammenhang zwischen Logistik- und Unternehmensperformance sowie Logistikprojekte und deren Treiber gestellt. Die von Jung dargestellten Ergebnisse gaben ein interessantes Bild der aktuellen Getränkelogistik in Deutschland sowie im Ausland. Bemerkenswert ist z.B. der Grad des Logistikoutsourcings: Während mehr als 90 % der deutschen Studienteilnehmer angaben, ihre Lageraktivitäten komplett oder überwiegend selbst zu erbringen, waren es bei den ausländischen Teilnehmern nur 63 %. Eine deutlich geringere Outsourcing-Quote zeigten die Teilnehmer aus Deutschland im Vergleich zu den ausländischen Befragten auch hinsichtlich des Transportes. Nur bei der Sortierung glichen sich die Ergebnisse der beiden Gruppen. Dieser Prozess wird jeweils zu ca. 50-60 % ausgesourct.

Michael Buschner von der Firma commsult, Potsdam, bestätigte in seinem Vortrag Papierlose Prozesse – ein wichtiger Baustein für die digitale Getränkelogistik auch sogleich die von seinem Vorredner präsentierten Studienergebnisse. Denn auch er sieht im hiesigen Markt, „dass noch sehr viel mit Papier gearbeitet wird.“ Die Getränkelogistik ist eine Abfolge vieler Schritte. Diese in eine mobile Softwarelösung zu integrieren, ist eine Herausforderung, der sich commsult gegenübersieht. Wie der Referent deutlich machte, sollte die Auslieferung von Getränken papierlos erfolgen und ein hohes Maß an Flexibilität bieten.

Getränkelogistik mit ihren vielen Schrit­ ten in eine mobile Softwarelösung integrieren: Michael Buschner Gefordert werden zudem die freie Routenwahl des Fahrers, die Möglichkeit von Mengenänderungen sowie die Erfassung von Leergut bis hin zur Unterschrift auf dem Gerät. Dieses sollte darüber hinaus auch offline betrieben werden können. Nach Angaben von Buschner kann die neueste Generation von Datenerfassungsgeräten all diese Anforderungen erfüllen und damit

die Prozesse der gesamten Supply Chain von Getränken deutlich vereinfachen. Die benötigten Hardware-Komponenten sind übliche Handels- und Industriegeräte, was sich bei den Anschaffungskosten positiv bemerkbar macht. Nach einer kurzen Pause setzte Tino T. Herden, Technische Universität Berlin, das Programm fort. Und zwar stellte er Business Analytics als Werkzeug für die Logistik vor. Er begann seinen Vortrag mit ei-

Der Umgang mit Daten stellt stetig wachsende He­ rausforderungen dar: Tino T. Herden ner Definition dieses komplexen Verfahrens: „Business Analytics befasst sich mit der beweis-basierten Problemerkennung und Problem­lösung, die im Kontext von Geschäftssituationen stattfinden.“ Herden hob hervor, dass in der Logistik eine besondere Geschäftssituation besteht. Schließlich finden hier z.B. standortübergreifende Aktivitäten statt, an denen viele Akteure beteiligt sind – so etwa OEM (Original Equipment Manufacturer), Lieferanten, Kunden, Logistikdienstleister und Behörden. Darüber hinaus finden sich in der Logistik sehr komplexe und datenreiche Systeme und Prozesse. Der erste Schritt in Analytics-Projekten ist die Datenbeschaffung, um die beweis-basierte Problemerkennung und -lösung angehen zu können. Bereits hier stellt der Umgang mit Daten stetig wachsende Herausforderungen dar. So kann die zu speichernde Menge der Daten zu groß sein oder die Anzahl der Datenformate und Quellen sehr hoch, um hier nur einen Bruchteil der Probleme zu nennen. Sind die Daten einmal erhoben, kommen sie zum Analysten, ein für das Unternehmen recht kostenintensiver Posten, dessen wertschöpfende Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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Tätigkeiten – Algorithmen anpassen und Daten(bank)modelle erstellen – allerdings nur 7 % seiner Aktivitäten ausmachen. Aufgrund der schlechten Datenqualität sind die meisten Analysten zum Großteil damit beschäftigt, Daten zu bereinigen und zu organisieren. Diese eigentlich nicht für einen Analysten vorgesehene Aufgabe verursacht damit auch einen Großteil der Kosten, die für Analytics in einem Unternehmen entstehen. Um die Datenqualität zu verbessern und somit Kosten zu senken, empfiehlt es sich u.a., Richtlinien sowie organisatorische Strukturen für die Datenqualität zu schaffen, die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren und die Datenqualität regelmäßig zu messen und zu überwachen. Im weiteren Verlauf seines Vortrages ging Herden auf die unterschiedlichen Typen von Business Analytics und deren Durchführungen ein sowie auf die Bewertung der Ergebnisse und die Nutzengenerierung.

Das Ziel ist, die Prozesse entlang der Lieferkette transparent zu machen und qualitativ hochwertige Informationen allen Beteiligten zu Verfügung zu stellen: Frank Michalk Eine Präsentation direkt aus der Praxis folgte von Frank Michalk, Logenios, Frankfurt am Main. Er stellte die von seinem Unternehmen angebotene Plattform vor, die Live-Infos zu allen Prozessen entlang der Lieferkette verspricht. Mit ihrem Produkt wendet sich die Firma Logenios an Versender, Verlader, Kunden und alle weiteren Partner, die an der Logistikkette beteiligt sind. Das Ziel ist, die Prozesse durchgängig transparent zu machen und qualitativ hochwertige Informationen allen Beteiligten zu Verfügung zu stellen. Auch Michalk wies auf das bestehende Problem hin, dass die zahlreichen Systeme der verschiedenen Akteure oft nicht miteinander kompatibel sind. Die Plattform eConnect soll durch Integration der

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verschiedenen Systeme dafür eine Lösung bieten und beruht auf den drei Säulen Auftragsvermittlung, Auftragsmonitoring sowie DepotÜberblick. Für potenzielle Anwender ist ein interessanter Vorteil bei der Auftragsvermittlung vor allem die Unabhängigkeit von TelematikSystemen und Boardcomputern sowie von TMS (Transport Management System) und ERP (EnterpriseResource-Planning) -Systemen. Außerdem zählen eine lückenlose Logistikkette wie auch das MultiLevel-Auf tragsmanagement zu wichtigen Benefits der Plattform. Hinsichtlich des Auftragsmonitorings sind u.a. die Visualisierung aller Informationen in Echtzeit, die Einheitlichkeit der Informationen oder die Überprüfung der HUBKapazitätenauslastung von Vorteil. Der digitale Leitstand für die Getränke Supply Chain war Thema des gemeinsamen Vortrags von Horst Neumann, Euro-Log, Hallbergmoos, sowie vom Vorsitzenden John A. Eke selbst. Letzterer gab zunächst einen Überblick über den Markt der Nahrungsmittellogistik. So erfuhren die Zuhörer, dass die gesamte Lebensmittel-Industrie mit 171,3 Mrd. € Umsatz eine der größten Branchen in Deutschland ist. Von diesem Gesamtumsatz wurden 2016 20,8 Mrd. € von den Getränkeherstellern erwirtschaftet. Der überschaubaren Anzahl von Händlern und großen Ketten, die fast 90 % des Lebensmittelumsatzes ausmachen, stehen knapp 6000 Unternehmen in der deutschen Lebensmittelherstellung gegenüber. D.h., es steht ein „sehr fragmentierter Mittelstand einem

Der digitale Leitstand muss in die ITInfrastruktur eingebettet werden: Horst Neumann

sehr mächtigen Handel gegenüber“, so Eke. Die Konsequenz sei, sich den Herausforderungen durch Kooperationen zu stellen. Fernen müssen auch kleinere Unternehmen die Möglichkeit haben, sich durch Cloud-Lösungen oder andere Systeme hinsichtlich der Digitalisierung zu verbessern. Beachtlich ist, dass bezogen auf die 171 Mrd. € Umsatz 33 Mrd. € auf die Logistik fallen. Eindeutig stellt diese also eine hochkomplexe Prozesskette mit einem sehr hohen Wertanteil dar, in die sich Investitionen hinsichtlich Optimierung der Digitalisierung rentieren. Damit leitete Eke zu Digitalisierung und Leitstand über, die zwei sehr starke OPEX (operational expenditure)Stellhebel darstellen. Während Ers­tere zum technologischen Stellhebel gehört, hat Letzterer seinen Ursprung im organisatorischen Handlungsfeld. Somit kombiniert der digitale Leitstand zwei wichtige Stellhebel für die Effizienzsteigerung der Supply Chain und müsse in die IT-Infrastruktur integriert werden. Horst Neumann stellte mögliche Lösungen vor. So würden z.B. mobile Apps ermöglichen, dass Transportdienstleister den aktuellen Status erfassen sowie abgeben können und sowohl Abholung, Transporte als auch Zustellung papierlos bearbeitet werden können. Auch für Stückgut, Direktverkehr, FTL und Teilladungen, Hubverkehr, Kontraktlogistik und gesicherte Transporte ist der Einsatz mobiler Apps sinnvoll. Ferner ist es mit GPS-Ortung jederzeit möglich, den jeweiligen Standort der Fahrzeuge auszumachen. Thorsten Weinmann, vision-tec, Kassel, hielt einen Vortrag zum Thema Leergutsortierung – Individualflaschenerkennung im Kasten. Das Unternehmen vision-tec versteht sich als Systemlöser, der komplette Anlagen plant sowie patentierte Erkennungs- und Sortiermaschinen für die Getränkeindustrie entwickelt und baut. Die ständig wachsende Flaschenvielfalt und die damit einhergehend immer „dramatischere“ Leergutdurchmischung stellen die Leergutsortierung vor große Herausforderungen.Der Anteil der sortenreinen Kästen liegt inzwischen bei knapp unter 40 % – Tendenz sinkend. Vor diesem Hintergrund sei eine manuelle Leer-


DER VLB-NEUBAU

Große Herausforderungen durch immer dramatischere Leergutdurchmi­ schung: Thorsten Weinmann gutsortierung bei einer Fremdflaschendurchmischung im Kasten von über 20 % nicht mehr sinnvoll, da dies zu viel Zeit in Anspruch nimmt und somit das benötigte Leergut nicht in ausreichender Menge zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht. Nach der „traditionellen“ Flaschenerkennung mit normaler Auswertung durch senkrecht angeordnete Kamerasysteme mit zusätzlicher Ultraschallsensorik zur Überprüfung z.B. von Kastengeometrie, Flaschenhöhe, -farbe und Verschlüssen, benötigt man für die automatisierte Individualflaschenerkennung weitergehende Lösungen. So nannte Weinmann schräg angeordnete Kamerasysteme – z.B. zur Überprüfung von Flaschenkontur und Halsetiketten – sowie schräg angeordnete UV-Kamerasysteme, die UV-Markierungen erkennen oder Glas- von PET-Flaschen sowie UV-beschichtete von nicht UV-beschichteten Weißglasflaschen unterscheiden. Schließlich ging der Referent noch auf das patentierte und weiterentwickelte Multi-Kamera-System ein. Hier werden mit High-Speed-Kameras von jeder Flasche drei Bilder mit unterschiedlicher Beleuchtung aufgenommen. Diese Bilder dienen dann der weiteren Auswertung wie der Identifizierung individueller Merkmale der verschiedenen Flaschen. In seinem Vortrag Leerguterkennung und -sortierung berichtete Ingo Pankoke, FIM der VLB Berlin, über neuste Erkenntnisse aus dem VLB-Forschungsprojekt „ErMeCo“, welches durch das BMWI im Rahmen der InnoKom-Initiative (För-

derkennzeichen VF150027) gefördert wurde. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurden technische Komponenten und Verfahren entwickelt und geprüft, die für eine brancheneinheitliche Flaschenkennzeichnung und Flaschenerkennung genutzt werden können. Das Ziel ist die Optimierung der Unterscheidbarkeit von Flaschentypen mittels einer eindeutigen maschinenlesbaren Kennzeichnung. Das Kennzeichen soll kamerabasiert bei der Leerguterkennung und Flascheninspektion genutzt werden. Bestandteile des neuen Systems sind im Einzelnen: Eine standardisierte Markierung (Code) an den Flaschen, ein Erkennungssystem, welches die Markierung an den Flaschen auch im Kasten erkennen kann und eine Methode zur Anbringung der Markierung auf den unterschiedlichen Flaschentypen. Wesentliche Komponenten zur technischen Machbarkeit konnten bereits umgesetzt werden. Eine Codierung der Flaschen mittels fluoreszierender Tinte stellt dabei den vergleichsweise besten Lösungsansatz dar. Ab Anfang 2018 soll in einem vertiefenden Nachfolgeprojekt an einer marktfähigen Lösung weiter gearbeitet werden. Dabei wird der Fokus auf der Verbesserung der Haltbarkeit und der Leuchtkraft der verwendeten UVTinte liegen.

Forschungsprojekt zur Optimierung der Unterscheidbarkeit von Fla­ schentypen mittels einer eindeutigen maschinenlesbaren Kennzeichnung: Ingo Pankoke Abschließend stellte Prof. Dr. Kur t Spiegelmacher, Syscona, Freudenberg Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit von UV-Mar-

kierungen auf Halsetiketten von Mehrweg-Individualflaschen dar. Vorweg nannte er einige Brauereien, die UV-markierte Halsetiketten verwenden und daher UVInspektionstechnik nutzen. Diese findet außerdem Verwendung bei einer Vielzahl von Sortieranlagen bei Abfüllunternehmen, im GFGH

Effizientere und kompaktere Sortier-Konzepte möglich durch UV-markierte Etiketten: Kurt Spiegelmacher sowie bei Getränkelogistikern und Sortierdienstleistern. Weiter ging er sowohl auf die bislang präferierten Markierungsformen und Tinten bei den Halsetiketten als auch auf die neueste Inspektionstechnik von Syscona ein. Dann widmete er sich der Erhebung zur Betrachtung der Wirtschaftlichkeit. Es wurden Brauereien, Getränkelogistiker sowie Etikettenhersteller zu ihrer Motivation zur UV-Markierung, zur Kosten- wie auch Nutzenseite befragt. Alle Teilnehmer (mit SysconaInspektionstechnik ausgestattet) bestätigten laut Spiegelmacher die sicherere (Individual-)FlaschenIdentifikation mit UV-markierten Etiketten und dadurch die Ermöglichung noch effizienterer und kompakterer Sor tierkonzepte. Durch optimale (und möglichst in der Branche abgestimmte) Markierungsgestaltung ließen sich Etikettenmehrkosten minimieren. Zudem hätten alle befragten Betreiber von Sortieranlagen die merkliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bestätigt. Für quantitative Gesamtaussagen (z.B. ROI der Maßnahme) wären die verfügbaren Daten noch nicht ausreichend gewesen. Und schließlich sei nach Angaben der Etikettenhersteller der Trend zur Anwendung von UVMarkierungen auf Halsetiketten von Individualflaschen eindeutig steigend. Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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BETRIEBSWIRTSCHAFT

 BRAU-BÖRSEN-BILANZ

Kulmbacher Brauerei rechnet mit Wachstum bei den Bierspezialitäten für das Gesamtjahr 2017 Die deutschen Aktienindizes haben sich zu Herbstbeginn 2017 in Rekordlaune gezeigt: Der Dax30 (FAZ100) gewann im September per Saldo +6,4 (+6,0) % auf 12 829 (2516) Punkte und von Septemberultimo bis 2. November 2017 weitere +4,8 (+4,3) % auf 13 441 (2623) Zähler. Bis 14. November 2017 kam der Dax dann zurück auf 13 033 Punkte. Die Gruppe um die Kulmbacher Brauerei AG hat ihren Bierabsatz im 1. Halbjahr 2017 mit 1,096 (1,104) Mio. hl knapp behauptet (–0,7 %). In diesem Volumen sind Lohnbrau und Lohnabfüllung nicht enthalten. Bei den Kanälen habe der Handel +2,7 % zugelegt, während die Gastronomie –3,8 % abgab. Die für die Plassenburg weniger maßgebliche Ausfuhr brach um knapp 1/5 ein auch durch den Preiskampf auf dem China-Dosenbiermarkt, an dem sich die Oberfranken nicht beteiligten. Kulmbacher: Absatz im 1. Halbjahr 2017 knapp behauptet Bei den Marken wurde von überdurchschnittlichem Zuwachs für Bügelverschluss-„Mönchshof“, „Kapuziner“-Weißbier und die Würzburger „Keiler“ wie „Sternla“ gesprochen, während die anderen Gruppenmarken abgegeben hätten. Mit „Sternquell“ und „Braustolz“ stehe die Gruppe im harten Wettbewerb auf dem weiter rückläufigen ostdeutschen Biermarkt. Insgesamt habe sich Eigenbier mit –0,1 % behauptet, wobei Alkoholfreies und Biermisch Freude machten. Der AfG-Absatz tendierte +1,0 % freundlicher auf 0,466 (0,462) Mio. hl. Hier habe „Bad Brambacher“ +2,8 % über dem 1. Halbjahr 2016 gelegen. Insgesamt behauptete sich der Kulmbacher-Getränkeabsatz im 1. Halbjahr 2017 so knapp mit –0,3 %. Ergebnis im Plan Ihren Konzernumsatz konnte IFRS-Bilanziererin Kulmbacher im 1. Halbjahr 2017 ausweiten auf netto 107,8 (107,2) Mio. €. Die Mehr­erlöse

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seien hauptsächlich aus der Bü- Mio. € Aufwandssaldo. Nach Ertraggelverschluss-Preiserhöhung Ende steuern schloss die Plassenburg 2016 zugeflossen. mit 1,98 (2,63) Mio. € Beschäftigt wurden Halbjahresgewinn. Die Heute in der durchschnittlich 893 Konzern­bilanz kürzte Brau-Börsen(885) Mitarbeiter. Der sich zum Halbjahres­ Bilanz Personalaufwand ultimo 2017 ggü. Ulstieg auf 24,9 (24,2) timo 2016 auf 163,5 • ABI Mio. €. Die sons­t igen (168,5) Mio. €. Bei den • Asahi betrieblichen Erträge Aktiva kam der Rück• Hassia gingen etwas zurück gang aus dem Anla• Heineken – 2016 kamen höhere gevermögen wie auch • Kulmbacher Erträge aus Immoaus dem Saldo von • Radeberger u.a. bilienverkäufen auf. Vorräten, LieferantenDas Betriebsergebnis forderungen und Kasstellte sich auf 2,9 se, wobei dieser Saldo (3,9) Mio. €. Das Finanz­e rgebnis deutlich über seinem Niveau zum verbesserte sich auf –0,1 (–0,2) 30. Juni 2016 lag. Bei den Passiva

Brau-Börsen-Bilanz international: 3. Quartal 2017 mit Druck vom US-Biermarkt ABI-Absatz im 3. Quartal 2017 leichter durch USA und Brasilien Weltbierprimus ABI meldet für sein 3. Quartal 2017 161,0 Mio. hl Getränkeabsatz. Im Vergleich zu 162,9 Mio. hl Bezugsbasis, sie unterstellt die heutige Leuven-Konzernstruktur unter Einschluss des bei ABI verbliebenen SABMiller-Geschäfts bereits für 2016, tendierten die Verkäufe damit leichter, wobei der Rückgang komplett aus dem laufenden Geschäft kam – aus dem Eigenbier mit 132,7 nach 134,9 Mio. hl. (Die alte ABI hatte im 3. Quartal 2016 noch ohne SABMiller-Anteile 121,0 Mio. hl Getränke verkauft, davon 111,1 Mio. hl Eigenbier.) Im 2. Quartal hatte Leuven im Vergleich zur Bezugsbasis insgesamt freundlich tendiert. Regional zeich-

nete für den Rückgang im 3. Quartal vornehmlich Nordamerika verantwortlich auf 30,1 (31,9) Mio. hl Getränke. In den USA, wo Wetter und Wirbelstürme beklagt wurden, tendierte der Großhändlerabsatz (STW) mit –6,4 % schwach. „Michelob Ultra“ wurde gelobt, indes „Budweiser“ und „Bud Light“ Marktanteile verloren. Auch Latein­amerika Nord lag schwächer auf 27,9 (28,9) Mio. hl. Der Brasilien-Getränkeabsatz sank –4 % durch –5,4 % beim Bier. Europa/Nahost/Afrika zeigten sich im Konzerndurchschnitt auf 35,8 (35,9) Mio. hl. Südafrika-Bier gab –2,5 % ab, wobei „Castle Lite“ zweistellig gewann. Sehr fest hingegen das sonstige Afrika, wo Nigeria, Tansania, Uganda, Mosambique und Sambia herausgestellt wurden.


wurden die Bankschulden zurückgeführt. Das Eigenkapital belief sich auf 67,4 (68,8) Mio. € gleich 41,3 % von der Bilanzsumme nach 40,9 % zum Ultimo 2016. Der Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit lag im 1. Halbjahr 2017 bei –3,3 (–3,0) Mio. €. Im Investitionsbereich flossen netto –5,9 (–6,7) Mio. € ab und im Finanzierungsbereich –5,7 (+1,0) Mio. € (Vorjahr: zu). Brutto investiert hat die Plassenburg im 1. Halbjahr 2017 6,7 (7,7) Mio. € in Sachen und Rechte. Sie gingen heuer zuvörderst in den 2. Bauabschnitt der neuen Bügelverschluss-Abfüllung Kulmbach sowie in MW-Gebinde. An Wirtedarlehn wurden kons­tant 0,8 Mio. € ausgereicht. Fürs Gesamtjahr 2017 erwartete die Plassenburg weiteren Zuwachs bei Spezialitäten, alkoholfreien Bieren und Biermisch mit positivem Ergebnisbeitrag. Dabei achten die Oberfranken auf ihre EBIT-Marge: Nach 4,5 % in 2016 waren für 2017 gut 3 % geplant. Im ersten Halbjahr lag sie auf Basis von 2,88 Mio. € EBIT bei 2,7 %. Aus Sicht August 2017 hielt der Kulmbacher-Vorstand seine Erwartungen an Umsatz, EBIT und Cashflow bei planmäßigem Geschäftsverlauf für erreichbar. Die Oberfranken sind Tochter der neuen Paulaner Brau-

erei Gruppe GmbH & Co. KGaA der Häuser Schörg­huber und Heineken, die deren Braugruppe führt und das operative Paulaner-Geschäft verantwortet.

Westeuropa habe solide und meist mit Marktanteilsplus geschlossen. Und Osteuropa wurde weiter vom Groß-PET-Verbot in Russland belas­ tet. A sien/Pazifik gaben durch Veränderungen im Konzern ab auf 31,0 (31,1) Mio. hl, behaupteten sich indes im laufenden Geschäft. Für China (–0,2 %) wurde auch „Franziskaner“ gelobt. In Australien hat ABI den Craft-Brauer 4 Pines aus Neusüdwales zugekauft. Latein­ amerika Süd machte bei 2-stelligem Argentinien-Bierplus Freude auf 7,8 (7,5) Mio. hl. Und Latein­ amerika West legte zu auf 28,0 (27,2) Mio. hl. Der Mexiko-Absatz stieg mittel einstellig. In Kolumbien wurden –1,4 % beim Bier durch +10,3 % bei AfG aufgefangen,

wobei ein „Club Colombia Oktoberfest“ gelobt wurde. Und Peru zeigte sich +1,0 % freundlicher, während Ekuador +6,5 % zulegte. Die verbleibenden 0,3 (0,5) Mio. hl liefen über die internationale Ausfuhr. In den ersten 9 Monaten 2017 hat ABI so 466,6 Mio. hl Getränke verkauft. Im Vergleich zu 456,4 Mio. hl Bezugsbasis kamen 11,3 Mio. hl Zuwachs aus Konzernveränderungen, weitgehend aus dem 1. Halbjahr bei sonstigen Getränken in Europa/Nahost/Afrika, während das laufende Geschäft –1,2 Mio. hl abgab. Bier lag stabil bei 380,9 (381,0) Mio. hl. (Die alte ABI stand in den ersten 9 Monaten 2016 für 340,8 Mio. hl Getränke, davon 310,0 Mio. hl Eigenbier.)

Radeberger verkauft Bionade Die Radeberger Gruppe gab vor Oktobermitte 2017 bekannt, dass die Bionade GmbH sowie die Erfrischungstee-Marke „Ti“ zum 1. Januar 2018 an die Hassia Gruppe, Bad Vilbel, verkauft werden. Die Getränkegruppe des Hauses Oet­ ker begründete diesen Ausstieg mit der Aufmerksamkeit, die diese AfG-Marken heischten, und der Schärfung des Bierprofils bei den Mainstädtern in Zeiten des digitalen Umbruchs. Hassia habe sich aktiv um Bionade wie „Ti“ bemüht und werde nach Vollzug Vertrieb und Marketing national von Bad Vilbel aus steuern. Die AfG-Spezialistin von 1864 sieht bei ihren Ankäufen Wachstumspotenzial, das es nun markenkonform zu heben gelte. Der Bionade-Produktionsstandort Ostheim/Rhön bleibe erhalten und die dortigen Mitarbeiter würden übernommen. „Ti“ komme künftig nicht mehr aus dem Allgäu, sondern von Hassia-Tochter Kelterei Rapp’s in Karben. Für die

Hassia-Gruppe von Familie Hinkel (mit Lichtenauer, Glashäger, Thüringer Waldquell, Wilhelmsthaler sowie den Keltereien Rapp’s, Höhl und Kumpf) wurden bei dieser Gelegenheit 243 Mio. € Umsatz 2016 aus 7,82 Mio. hl Getränkeabsatz mit 1050 Beschäftigten mitgeteilt. Die FAZ meldete Ende Oktober 2017, dass nach einem Schiedsgerichtsverfahren Ingrid Kollmar und Tochter Pia Kollmar mit 75 % Mehrheitsgesellschafterinnen der Oettinger-Brauerei sind. Und das Umfeld? Auf der Münchner Wiesn 2017, die 18 Tage dauerte, hätten laut „AHGZ“ 6,2 Mio. Besucher 75 Thl Bier konsumiert. S.W. Der Markt für BIERSPEZIALITÄTEN zeigt sich in den letzten drei Jahren bei steigender Nachfrage wertmäßig in einer sehr stabilen Verfassung und widersetzt sich dem Wettbewerbsdruck des nationalen Pilsmarktes. Aus dem Halbjahresbericht 2017 der Kulmbacher Brauerei AG

Umsatzplus aus allen Regionen bis auf Nordamerika Umgesetzt hat der Konzern von IFRS-Bilanziererin ABI im 3. Quartal 2017 netto 14,74 Mrd. US-$. (1,18 US-$ standen zum Septemberultimo für 1 €.) Im Vergleich zu 14,21 Mrd. US-$ Bezugsbasis kamen +0,50 Mrd. US-$ Mehrumsatz aus dem laufenden Geschäft und +0,15 Mrd. US-$ aus der Währungsumrechnung, während –0,12 Mrd. US-$ Rückgang aus Konzernveränderungen resultierten. (Die alte ABI hatte im 3. Quartal 2016 11,1 Mrd. US-$ umgesetzt.) Der hl-Umsatz sei +5,0 % gestiegen. Regional gab Nordamerika im Vergleich zur Bezugsbasis ab auf 4,12 (4,29) Mrd. US-$, das waren aus dem laufenden Geschäft –5,3 % beim Umsatz ggü. –6,1 % bei der Menge. Alle anderen Regionen setzten (auch im laufenden Geschäft) mehr um: Lateinamerika Süd sprang (trotz Wechselkursbelastung) auf 0,76 (0,68) Mrd. US-$. Sehr fest tendierten Latein­ Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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amerika West auf 2,40 (2,16) Mrd. US-$ und Lateinamerika Nord auf 2,28 (2,08) Mrd. US-$. Fest auch Europa/Nahost/Afrika auf 2,88 (2,65) Mrd. US-$, wobei hier die Hälfte vom Mehrumsatz aus den Wechselkursen kam, und Asien/Pazifik auf 2,22 (2,11) Mrd. US-$. 9-Monats-Betriebsgewinn In den ersten 9 Monaten hat Leuven damit netto 41,8 Mrd. US-$ umgesetzt. Gegenüber 39,7 Mrd. US-$ Bezugsbasis kamen +1,6 Mrd. US-$ aus dem laufenden Geschäft, +0,4 Mrd. US-$ aus den Wechselkursen und +0,1 Mrd. US-$ aus Veränderungen im Konzern. (Die alte ABI hatte in den ersten 9 Monaten 2016 31,3 Mrd. US-$ erlöst.) Der hl-Umsatz stieg +4,5 %. Dabei stand Nord­amerika für 11,9 (12,1) Mrd. US-$ (–0,3 Mrd. US-$ aus dem laufenden Geschäft, +0,1 Mrd. US-$ aus Konzernveränderungen). In Brasilien konnten hingegen –1,9 %punkte Getränkeabsatzminus durch +4,0 %punkte hl-Umsatzplus auf +2,0 % Umsatzplus gedreht werden. Konzern­weit setzten die 3 Weltmarken +7,3 % mehr um bei einem mit +1,6 % vergleichsweise schwächeren 3. Quartal. Der Betriebsgewinn vor Einmaleffekten belief sich in den ersten 9 Monaten 2017 im Konzern auf 12,7 Mrd. US-$ ggü. 11,4 Mrd. US-$ Bezugsbasis und 9,1 Mrd. US-$ in der alten ABI. Nach –0,46 Mrd. US-$ betrieblichem Einmalaufwand (gegenüber –0,28 Mrd. US-$ in der alten ABI), –4,1 (nach –6,0) Mrd. US-$ Finanz­ergebnis und –2,5 (–1,1) Mrd. US-$ Ertragsteuern schloss die neue ABI mit 5,74 Mrd. US-$ Neunmonatsgewinn, von denen 4,96 Mrd. US-$ den Aktionären der Mutter zuzurechnen waren. Die alte ABI hatte im Vorjahreszeitraum 1,78 Mrd. US-$ verdient, davon 0,84 Mrd. US-$ für die Aktionäre der Mutter: 2017 steckt bereits das verbliebene SABMiller-Geschäft im Betriebsergebnis, während 2016 belastet wurde durch –2,8 Mrd. US-$ Einmalaufwand aus der Finanzierung der London-Übernahme. Dafür stiegen 2017 der laufende Finanzierungsaufwand und auch die Ertragsteuerbelastung. ABI sprach von weiter soliden Ergebnissen im 3. Quartal 2017. Gezahlt wurden fürs Steuerjahr 2017 1,60 €/Aktie Zwischendividende. Für ihr Gesamtjahr 2017 ging Leuven weiter von beschleu-

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

nigtem Umsatzwachstum im Konzern aus und von ca. 3,7 Mrd. US-$ Nettoinvest. Heineken mit Absatzplus im 3. Quartal 2017 Heineken als internationale Nr. 2 hat ihren konsolidierten Bierabsatz im 3. Quartal 2017 auf 60,0 (54,0) Mio. hl anheben können. Gut ¾ der Mehrmenge kamen dabei aus dem Kauf von Kirin Brazil und der Komplettübernahme von Lagunitas in Amerika. Aber auch vergleichbar verkaufte Amsterdam +1,3 Mio. hl mehr Bier (+2,5 %). Regional tendierte nur Europa –2,8 % schwächer auf 23,0 (23,7) Mio. hl. Ins Feld geführt wurden hierfür starke Vorjahreszahlen, schlechter Sommer in Frankreich und den Niederlanden, Teilauslis­t ung in Großbritannien sowie negative Auswirkungen von weniger Promotions in Polen, während Italien Freude machte. Amerika sprang durch die Zukäufe auf 20,0 (14,9) Mio. hl, wobei auch vergleichbar +0,4 Mio. hl mehr verkauft wurden (+2,9 %). Den mittel einstelligen Rückgang von Heineken USA habe Brasilien ausgeglichen, das ebenso wie Mexiko mittel einstellig vorankam. Das Kirin Brazil-Portfolio sei sehr ermutigend gelaufen. Afrika/Nahost/Osteuropa zeigten sich fest auf 10,2 (9,4) Mio. hl. Nigeria tendierte dabei mittel einstellig schwächer als schwieriger Markt mit preisbewussteren Kunden. Zweistellig im Plus hingegen Äthiopien und Südafrika – wie auch Russ­l and dank „Heineken“ und neuer Preiswert-Angebote. An der Elfenbeinküste habe die neue Brauerei die Erwartungen übertroffen. Und Asien/Pazifik sprangen auf 6,8 (6,0) Mio. hl, wobei rund 7/8 vom Plus aus dem laufenden Geschäft kamen. Vietnam legte (mit einem „Tiger“-Sprung) zweistellig zu, zweistellig auch Kambodscha und Malaysia. Und China habe immerhin besser tendiert als in den Vorquartalen. Unter der Marke „Heineken“ wurden, nun auch inklusive der Niederlande, 9,5 Mio. hl verkauft (+3,4 %), wobei Europa und Asien/Pazifik weniger abgaben als Amerika und Afrika/Nahost/Osteuropa zugewannen. Der Verkauf von Lizenzbier und sonstigen Ge-

tränken im Heineken-Konzern stieg fast komplett durch die AmerikaZukäufe auf 7,6 (5,5) Mio. hl. Hinzu kamen 2,5 (2,4) Mio. hl Handelswaren auf dann 70,1 (61,9) Mio. hl Konzern-Getränkeabsatz. Das Gruppenbiervolumen, es enthält auch die Anteile von Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen wie Paulaner, erhöhte sich nur knapp +5 Mio. hl auf 62,7 (57,8) Mio. hl. In den ersten 9 Monaten hat der Heineken-Konzern so 161,3 (151,0) Mio. hl Bier verkauft. Mit +6,5 Mio. hl kamen knapp 2/3 der Mehrmenge aus den Zukäufen vornehmlich in Amerika, im laufenden Geschäf t wurden 3,8 Mio. hl mehr abgeset z t ( gleichfall s +2,5 % wie im 3. Quartal). Der „Heineken“-Absatz inklusive Heimatmarkt stieg in den ersten 9 Monaten 2017 um +3,7 % auf 26,8 Mio. hl, wobei nur Asien/Pazifik abgaben. Hinzu kamen 17,6 (14,9) Mio. hl Lizenzbier und sonstige Getränke sowie 6,6 (6,4) Mio. hl Handelswaren auf dann 185,5 (172,3) Mio. hl Getränke­a bsatz. Und das Gruppenbiervolumen von 171,8 (162,7) Mio. hl zeigte für die ersten 9 Monate die nämliche Wachstumslücke im Vergleich zum Konzernabsatz wie das 3. Quartal 2017. Ihren Konzern-Neunmonatsgewinn 2017 gab Heineken nach Abzug von Minderheiten-Anteilen mit 1,486 Mrd. € an. Bei 0,871 Mrd. € im 1. Halbjahr 2017 berechnen sich auf dieser Ebene 0,615 Mrd. € Gewinn fürs 3. Quartal 2017. Die 1,239 Mrd. € Vergleichswert für die ersten 9 Monate 2016 enthielten als Einmaleffekt –0,233 Mrd. € Abschreibung auf Kongo-Zaire. Amsterdam freute sich über ein solides 3. Quartal 2017 mit beschleunigtem Absatzplus in Asien/Pazifik wie Afrika/ Nahost/Osteuropa und bestätigte ihre Erwartungen ans Gesamtjahr 2017. Femsa hat Heineken-Anteile abgegeben Die Femsa teilte am 19. September 2017 mit, sie habe ihre wirtschaftliche Beteiligung an Heineken von 20,0 % auf 14,76 % verringert. Die Mexikaner hatten für die Anfang 2010 publizierte Übernahme ihrer Brauinteressen in Mexiko und Bra-


silien durch Amsterdam sukzessive 12,5 % vom Aktienkapital der operativen Heineken N.V. und 14,9 % von dem der Heineken Holding N.V. erhalten unter der Maßgabe, diese Anteile nicht weiter aufzustocken und grundsätzlich mindestens fünf Jahre zu halten. Die Femsa-Beteiligung an der Heineken N.V. sei nun um –3,90 % auf 8,63 % abgebaut worden und die an der Holding N.V. um –2,67 % auf 12,26 %. Der Bruttoerlös aus dieser Transaktion belaufe sich auf ca. 2,5 Mrd. € (bei 22,485 Mio. Aktien der operativen N.V. à 84,50 €/Aktie und 7,700 Mio. Aktien der Holding N.V. à 78,00 €/ Aktie). Auf Basis von ursprünglich ca. 115 Mio. Heineken N.V.-Aktien zu 32,925 €/Aktie hatte Amsterdam die Femsa-Biersparte zum Übernahmezeitpunkt Anfang 2010 mit ca. 3,8 Mrd. € bewertet. Der 2010 vereinbarte Einfluss von Femsa auf Heineken mit zwei Aufsichtsratssitzen in der operativen N.V. und einem im Direktorenrat der Holding N.V. bleibe auch nach diesem Teilverkauf gewahrt – seinerzeit waren diese Rechte mit einem Mindestaktienbesitz verknüpft worden (BF 2/2010, S. 21). Femsa-CEO Carlos Salazar Lomelín kommentierte, die Transaktion stelle keine Abkehr von Femsas bisher sehr positiver Sicht auf Heineken

als langfristiges Investment dar. Vielmehr würden die Mexikaner unter Erhalt ihres bisherigen Einflusses auf Amsterdam profitieren von Steuervergünstigungen der mexikanischen Regierung bei der Repatriierung von Auslandsinvestments nach Mexiko. Asahi freut sich über ihr neues Europa-Biergeschäft IFRS-Bilanziererin Asahi Group Holdings, Ltd. schließlich hat ihren Konzernumsatz für die ersten 9 Monate 2017 vor Alkoholsteuer mit 1522 (1227) Mrd. Yen gemeldet und danach mit 1166 (925) Mrd. Yen. (Asahi rechnete für diesen Zeitraum mit durchschnittlich ca. 125 Yen je €.) Bei den Tokiotern kamen vom Umsatz brutto vor Alkoholsteuer 705 (709) Mrd. Yen aus dem Nippon-Alkoholgeschäft, davon 542 (551) Mrd. Yen aus Bier, wobei das Wetter im August und September 2017 vornehmlich die Gastronomie drückte. 287 (275) Mrd. Yen brachten Nippon-AfG und 82 (80) Mrd. Yen Nippon-Nahrungsmittel. Das internationale Geschäft stand nach den Zukäufen im Zuge der SABMiller-Übernahme durch ABI für brutto 443 (160) Mrd. Yen. Allein das neue Europa-Geschäft setzte 271 (0) Mrd. Yen um. Davon kamen aus dem seit Oktober 2016

bei Asahi geführten Westeuropa („Peroni“, „Grolsch“ und „Meantime“) in 9 Monaten 101 Mrd. Yen gleich 0,81 Mrd. €, wobei vor allem Großbritannien Freude gemacht habe. Aus dem seit April 2017 und damit für 6 Monate konsolidierten Mittel- und Osteuropa (Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien) kamen 170 Mrd. Yen gleich 1,35 Mrd. €. Gelobt wurde im 175. Jubeljahr des „Pilsner Urquell“ vornehmlich Tschechien. Zurück zum AsahiKonzern, der noch 79 (76) Mrd. Yen sonstige Umsätze auswies und –75 (–72) Mrd. Yen Umsatzkürzung aus der Konsolidierung. Vom Umsatz nach Alkoholsteuer flossen 795 (779) Mrd. Yen aus dem nationalen und 371 (146) Mrd. Yen aus dem internationalen Geschäft zu. Erwirtschaftet hat A sahi daraus 154 (107) Mrd. Yen Betriebsgewinn vor Einmaleffekten (davon 86,5 Mrd. Yen aus dem Japan-Alkoholgeschäft und 43 Mrd. Yen gleich 0,34 Mrd. € aus Europa), danach waren es 147 (107) Mrd. Yen. Tokio freute sich über ein festes Europa-Geschäft mit höherem Umsatz bei den Kernmarken und besserem Sortimentsmix bei effizientem Kostenmanagement. Geschlossen hat A sahi mit 99 (58) Mrd. Yen Neunmonatsgewinn. S.W.

AB InBev im Übergang: 9 Monate 2017 im Vergleich zu 2016 jeweils wie berichtet Getränkeabsatz (Mio. hl)

Regionen 2017

Umsatz (Mio. US-$)

Normalis. EBIT (Mio. US-$)

Betriebemarge (%, Basis normalis. EBIT)

Regionen 2016

9M2017

9M2016

Nordamerika

87,27

90,35

11 906

12 082

4253

4259

136

134

35,7

35,3

Lateinamerika Nord

84,49

84,12

6641

5731

1990

1964

79

68

30,0

34,3

Asien/Pazifik

83,61

72,89

6077

4419

1671

822

73

61

27,5

18,6

Europa/Nahost/Afrika

Europa

105,45

32,13

8022

2997

1836

547

76

93

22,9

18,3

Lateinamerika West

Mexiko

81,20

33,67

6660

2802

2677

1054

82

83

40,2

37,6

Lateinamerika Süd

Lateinamerika Süd

23,63

22,92

2287

1982

870

772

97

86

38,0

39,0

Globaler Export, Holdings

0,95

4,71

251

1302

–555

–289

–

–

–

–

466,60

340,80

41 844

31 315

12 741

9129

90

92

30,4

29,2

Nordamerika Lateinamerika Nord Asien/Pazifik

Globaler Export, Holdings

Gesamt

9M2017 9M2016 9M2017 9M2016

US-$/hl Getränke

9M2017 9M2016 9M2017

9M2016

Quelle: AB InBev-Pressemitteilung zum 3. Quartal und 9 Monaten 2017 bzw. 2016 (Basis: geprüfter IFRS-Konzernabschluss). Für 2016 sind die berichte­ ten Zahlen in Altstruktur angegeben. US-$/hl und EBIT-Rendite: S.W. US-$/hl für Nordamerika und in Summe verzerrt durch Nichtgetränke-Umsätze. EBIT = Gewinn vor Finanzergebnis u. Ertragsteuern; normalisiert = ohne Einmaleffekte (außerordentliche Erträge/Aufwendungen) Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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MARKT & MARKEN

 NACHRICHTEN

BraufactuM Berlin: Neuer CraftBier-Hotspot in der Hauptstadt Bier, Burger und Barbecue: BraufactuM und die BMB-Gruppe haben Mitte November am Alexanderplatz ein modern gestyltes Flagship-Restaurant eröffnet.

Volles Haus bei der Eröffnungs­ feier: Das Brau– factuM Berlin am Alexanderplatz

(F.) Tradition trifft Kreativität – keine andere Stadt vereint diese scheinbaren Gegensätze so gut wie Berlin. Und so mausert sich die Hauptstadt der Eckkneipen derzeit auch zur Metropole der deutschen CraftBier-Szene. Qualität, Innovation und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren – das ist bis heute das Credo der Braumanu­ faktur BraufactuM. Sie hat nun gemeinsam mit der Berliner BMB-Gruppe als Partner ein eigenes Flagship-Res­ taurant im Herzen Berlins eröffnet. Zwischen dem Ausgehviertel rund um den Hackeschen Markt und dem Fernsehturm am Alexanderplatz gibt es jetzt für Bierliebhaber ein neues Zuhause. Zapffrisch gehen dort eigene Biere wie das süß-bittere India Pale Ale Progusta, das in Whiskyfässern gereifte Barrel 1 oder das malzig-karamellige Dun-

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

kelbier Clan über die Theke. Im Angebot sind 12 hauseigene Biere im Craft-Bier-Paradies von BraufactuM-Braumeister und Geschäftsführer Marc Rauschmann. Hinzu kommen aber auch Produkte von befreundeten Partnerbrauereien, die von 16 Hähnen laufen. Rauschmann: „Wer ein wirklich gutes Bier machen will, muss sein Wissen und seine Erfahrungen ständig erweitern, neue Erkenntnisse teilen und vom Austausch mit anderen Brauern profitieren.“ Daher sorgen auch Labels wie Berliner Pilsener, Schultheiss oder Kindl dafür, dass kein Bierfreund durstig nach Hause gehen muss. Und wer sein Bier lieber to go haben möchte, kann sich auf mindestens 60 verschiedene Flaschenbiere freuen, die im Shop erhältlich sind.

Speisen, Shop und Brauerkurse Da sich im BraufactuM Berlin alles ums Bier dreht, haben die Gastronomen Barbara Ewald, Mirko Alexander Nikolitsch und Boris Freise, die hinter der BMB-Gruppe stehen, auch die Speisekarte auf die jeweiligen Biere abgestimmt. Mit bunten Farbcodes auf der Wand­t afel, den Flaschenetiketten und auf den Tischsets finden sich passende Empfehlungen für den kleinen und großen Hunger. Das Restaurant bietet innen Platz für etwa 80 Personen, die es sich an der zentralen Biertheke, den Sitz­ecken sowie in gemütlichen Lounge-Möbeln bequem machen können. Im Außenbereich stehen nochmals 300 m2 Fläche und ca. 150 Sitzplätze zur Verfügung. Schräg gegenüber dem Restaurant befindet sich der BraufactuM Store. Dort werden über 60 ausgewählte Biere von BraufactuM, internationalen Par tnerbrauereien sowie befreundeten Berliner Craft-Bier-Brauern verkauft. Auch Merchandising-Artikel können als Erinnerungsstücke mit nach Hause genommen werden. Wer bei dem Besuch des Brau­ factuM Berlin auf den Geschmack gekommen ist, hat im Store auch die Gelegenheit, an einem Braukurs teilzunehmen. Fortgeschrittenen Bierliebhabern werden darüber hinaus auch vielseitige Tastings und Seminare für bis zu 40 Personen mit Braumeis­tern und Bier-Experten angeboten.


Bierkästen

Warsteiner Brauerei setzt auf neuen Look Bei der Neugestaltung seiner Bierkästen vertraut Warsteiner auf Schoeller Allibert. Der internationale Spezialist für KunststoffVerpackungslösungen verwendet bei den neuen Kästen In-MouldingLabels (IML). (F.) Viele Biertrinker kennen ihn: den gelben Getränkekasten der Marke Warsteiner. Seit fast 15 Jahren ist dieser schon auf dem Markt. Ende des Jahres wird er nun abgelöst. Bei der Gestaltung des neuen Kastens wandte sich Warsteiner an Schoel­ ler Allibert. Das Unternehmen entwickelt seit mehr als 60 Jahren Mehrweg-Transportbehälter aus Kunststoff und zählt heute zu den führenden Anbietern in diesem Segment. „Gemeinsam mit Warsteiner haben wir ein neues Modell entworfen, das exakt den Ansprüchen der Brauerei entspricht“, erklärt Frank Reininghaus, Sales Director Beverage bei Schoeller Allibert. Der Bierkasten ist optisch ein Design-Objekt geworden: Goldene Farbpigmente im Kunststoff, eine glänzende und eine horizontale Bürstenstruktur der Oberfläche machen ihn zu weit mehr als einer reinen Transportlösung. In-Moulding-Labels „Für uns bestand die Aufgabe darin, einen Getränkekasten zu entwerfen, der zum Markenauftritt von Warsteiner passt, die traditionellen und aktuellen Markenwerte widerspiegelt und eine stärkere Aufmerksamkeit im Getränkemarkt erreicht“, sagt Reininghaus. Dafür setzt Schoeller Allibert eine ganz besondere Technik ein, die das Unternehmen selbst entwickelt hat: In-Moulding-Labels (IML). Das sind Etiketten, die nicht wie bisher aufgeklebt, sondern mit dem Kasten verbunden werden. Dadurch sind sie nicht nur besonders robust, sondern bieten sehr vielfältige Gestaltungmöglichkeiten. „Beim neuen Warsteiner-Kasten ist der Markenname nach innen geprägt und verstärkt damit die elegante Optik des Rundlogos“, erklärt Reininghaus. „Der neue Look

ist modern, hochwertig und sticht sofort ins Auge.“ Ergonomisch geformte Griffe sorgen für den gewünschten Tragekomfort. Große Öffnungen an der Seite des Kastens bieten eine optimale Durchsicht auf die Flaschen. „Dadurch kann der Kunde mit nur einem Blick die Sorten voneinander unterscheiden“, weiß der Fachmann. Einführung im Dezember Die Brauerei führt die ersten Kästen schon ab Ende Dezember zunächst im Stammmarkt Westfalen ein, bis Ende 2018 werden sie dann auch deutschlandweit in allen Getränkeabteilungen verfügbar sein. Der Austausch der Kästen, die im Umlauf sind, ist dabei eine logistische Herausforderung und bedarf einer exakten Planung. Die Umstellung erfolgt zunächst für die gängigen

Formate 24 x 0,33-L und 20 x 0,5-L für Warsteiner Premium Pilsener und Warsteiner Alkoholfrei. Danach werden auch alle anderen Produkte des Sortiments im neuen Kastenformat verfügbar sein.

The Brewers of Europe

Bierstatistik 2017 vorgestellt Neueste Daten zum europäischen Biermarkt haben jüngst The Brewers of Europe veröffentlicht. Das vorgelegte Zahlenwerk gibt Auskunft über das Geschäftsjahr 2016 der europäischen Brauindustrie. Berücksichtigt wurden 28 EU-Staaten sowie Norwegen, die Türkei und die Schweiz.

(BF) Damit lassen sich jetzt sowohl einzelne Länder miteinander vergleichen als auch aktuelle Aussagen über den gesamten europäischen Biermarkt treffen. Auch Trends lassen sich erkennen, da The Brewers of Europe seit 2010 jährlich die europäische Bierstatistik zusammentragen. Nach Angaben von Pavlos Photiades, Präsident der Brewer of Europe, sei 2016 die Produktion von Bier in Europa auf 400 Mio. hl angestiegen. Diese Menge werde von ca. 8500 aktiven Brauereien gebraut. Insgesamt sollen nach der jüngsten Zählung allein in Europa 2,3 Mio. Arbeitsplätze durch die Herstellung von Bier entstanden sein. Weitere Informationen der neuesten Bierstatik beziehen sich u.a. auf den Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in den einzelnen Ländern bzw. auf die jeweiligen Exund Importquoten. Unter www. brewersofeurope.org liegen die Tabellen zum Download bereit.

Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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ehem. VLBer

 NACHRICHTEN VLB-Studienjahrgang 1956/60

Kaiserwetter bei Jubiläumstreffen in Schwerin

Foto: Wikipedia

Vom 18. bis 20. September fand auf Einladung von Wolf und Helga Knust das 20. Semestertreffen im Schweriner Intercity Hotel statt. Dieses 20. Jubiläum konnten von den einst 36 Studienkollegen, die auch als Magdeburger Semester bezeichnet werden, nur noch acht feiern. Allerdings hatten sie größtenteils ihre Ehefrauen mitgebracht, sodass dann doch 14 Teilnehmer zusammenkamen. Vier der ehem. VLBer mussten das Treffen krankheitsbedingt absagen, vier fehlen immer und die anderen sind leider schon verstorben. Die in Unterzahl verbliebenen Semesterkollegen feierten dennoch ein Wiedersehen in großer Herzlichkeit. Die Erinnerung aneinander und die Er-

lebnisse miteinander machen die innere Nähe aus und ließen vieles in den Gedanken bei unserem Treffen wieder aufleuchten, was sich in den vergangenen 60 Jahren so alles ereignet hat. Ein Begrüßungstreffen im sog. Stadtkrug, eine Stadtrundfahrt, Dom- und Schloßbesichtigung, Stadtspaziergang, gemeinsames festliches Abendessen im reservierten Hotelrestaurant und anderes mehr fanden großen Anklang. Treffen 2018 Den Dank der Teilnehmer übermittelte unser Consemester Dr. Joachim Mollenhauer an das Ehepaar Knust, das mit diesem großartigen Schönwettertreffen in abwechslungsreicher gut organisierter Gestaltung den Vorsatz und die Vorfreude auf das nächste Treffen im kommenden Jahr gefestigt hat. Es steht unter der Organisation von Prof. Günter Bärwald und soll in Brandenburg oder in Mecklenburg stattfinden. Dr. Gunther Schumann

Prof. Dr. Hanswerner Dellweg  Am 29. November 2017 verstarb Hanswerner Dellweg im Alter von 95 Jahren. (BF) Am 19. Februar 1922 in Aschaffenburg/Main geboren, hat Hanswerner Dellweg nach seiner Schulzeit Chemie studiert. Zunächst in Köln und Frankfurt und dann nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1950 in Heidelberg. 1952 wurde er dort auch promoviert zum Thema „Nucleinsäuren“. Seine Habilitation erfolgte 1965/66 an der Universität Frankfurt. Nach verschiedenen beruflichen Stationen kam Dellweg 1967 nach Berlin. Er folgte einem Ruf der TU Berlin auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Biotechnologie der TU Berlin, der am Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie (IfGB) 1967 eingerichtet wurde. 23 Jahre sollte Dellweg hier wirken, zum einen als wissenschaftlicher Direktor des IfGB, zu dem er 1968 ernannt worden war, zum

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

Hanswerner Dellweg, Foto v. 1974 anderen aber auch als Leiter der Forschungs­institute für Gärungswissenschaft und Biotechnologie. Trotz der vielen Ämter schaffte es Dellweg zusammen mit seinen Mitarbeitern, alle Herausforderungen in der Lehre und Forschung zu meis­tern. In über 20 Jahren wurden an den Instituten unter Dellwegs Leitung grundlegende Untersuchungen zu einer Vielzahl von

Inhaltsstoffen in Bier und Spirituosen durchgeführt. Zudem wurden neue Methoden für die Analyse entwickelt. Neben seiner Bedeutung als Wissenschaftler wurde Dellweg aber auch als Referent und Autor geschätzt. So hielt er viele Vorträge im In- und Ausland und veröffentlichte über 130 Artikel in Fachzeitschriften. Bleibende Spuren hat Dellweg aber auch dadurch hinterlassen, dass er maßgeblich an der Einführung des eigenständigen Studienganges Biotechnologie an der TU Berlin beteiligt war. Hier hat er Pionierarbeit geleistet, mussten doch zunächst Hindernisse überwunden werden. Insgesamt hat Dellweg durch seine Arbeit dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin zu einem hohen Ansehen verholfen. Wer ihn kannte, erinnert sich an einen liebenswürdigen Menschen, der seinen Schülern und Kollegen mit großer Offenheit begegnete.


Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V.

VLB-Mitgliederversammlung: Positiver Geschäftsabschluss in 2016 Die ordentliche Mitgliederversammlung der VLB Berlin fand am 16. Oktober 2017 im Hotel Berlin, Berlin statt. Vorgelegt wurde der Jahresabschluss 2016, der einen Überschuss in Höhe von 698 T € ausweist. Durch die Mitgliederversammlung, die den Vorstand ohne Gegenstimme entlastete, führte Ulrich Rust, Vorsitzender des VLB-Verwaltungsrates. (oh) Zur Vorlage des Abschlusses 2016 erstattete VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine Bericht über das zurückliegende Geschäftsjahr der VLB Berlin.  Die Umsatzerlöse aus Analytik, Veranstaltungen, Warenverkauf, Beratung und Gutachten summierten sich 2016 auf 6,5 Mio. € (+4,1 %)  Die Gesamterlöse, d.h. Umsatzerlöse plus Mittel aus Drittmittelforschung, Beiträgen, Spenden und Sonstiges, betrugen 2016 insgesamt 11,45 Mio. € (+10,2 %). Dabei wirkte sich besonders positiv eine substanzielle Sachspende der Firma Heuft aus.  Damit erwirtschaftete die VLB in 2016 einen Jahresüberschuss von 698 T€ (+3 %). Dieser wird laut Beschluss der Mitgliederversammlung komplett in die Rücklagen eingestellt.  Im Jahresdurchschnitt waren 149 Personen (ohne Geschäftsführer und Auszubildende) an der VLB beschäftigt, davon 79 Wissenschaftler.  Der Mitgliederstand lag 2016 bei 359, davon 109 stimmberechtigte Unternehmen und 213

nicht-stimmberechtigte Fördermitglieder.  Der Jahresabschluss 2016 der VLB erhielt einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der KWP Revision GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin. Weitere Details können dem Jahresbericht 2016 der VLB Berlin entnommen werden, der auf der Versammlung ausgeteilt wurde und auf Anfrage den Mitgliedern zur Verfügung steht. VLB-Präsident Ulrich Rust dankte im Namen des Verwaltungsrates dem Geschäftsführer und allen Mitarbeitern der VLB für ihre gute Arbeit. Er mahnte aber auch an, dass man sich nicht von positiven Einzelergebnissen blenden lassen dürfe. Im weiteren Verlauf stimmte die Mitgliederversammlung zwei Anträgen auf Änderung der Satzung zu:  § 9 Abs. 2 (Mitgliederversammlung) wurde um den Passus „Mitgliederversammlungen sind ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig.“ ergänzt.  Geändert wurde auch § 10 Abs. 1

(Verwaltungsrat). Künftig kann der Verwaltungsrat aus maximal 9 (bisher 7) Mitgliedern bestehen. Außerdem ist es jetzt möglich, dass bis zu zwei Mitglieder dieses Gremiums aktiv in einem nicht-stimmberechtigten Mitgliedsunternehmen tätig sein oder neutrale aktiv tätige Persönlichkeiten aus Wissenschaft oder Verwaltung sein können. Anschließend informierte Fontaine über das laufende Geschäftsjahr 2017. Im Zeitraum von Januar bis August ist ein leichter Rückgang der Gesamterlöse zu verzeichnen. Dennoch sei die Gesamtprognose positiv. Die besondere Herausforderung für die VLB in 2017 sei der Umzug in den Neubau, der Mitte September begann, im Dezember abgeschlossen sein soll, und die damit verbundene Übergabe der Alt-Gebäude an die TU Berlin bzw. die Charité. Die nächste Mitgliederversammlung der VLB Berlin findet im Rahmen der 106. VLB-Oktobertagung am 15. Oktober 2018 in Berlin statt.

Der VLB-Verwal­ tungsrat auf der Mitgliederversamm­ lung am 16. Oktober in Berlin: Dr. Stefan Lustig, Wolfgang Janssen, Horst Müller, Dr. Dietrich Mönch, Gerhard Theis, Dr. Josef Fontaine, Ulrich Rust (nicht anwesend Peter Himmelsbach)

Foto: oh

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ehem. VLBer

Vereinigung ehem. VLBer e.V.

Mitgliederversammlung am 16. Juni in Leipzig

Dr. Axel Rolinck  Am 28. Oktober 2017 ist Dr. Axel Rolinck im Alter von 81 Jahren gestorben.

Wie bereits in 2016, werden die ehem. VLBer ihre Jahreshauptsammlung 2018 mit dem Braumeistertag in Leipzig verbinden. Der Termin ist am Samstag, dem 16. Juni 2018 um 9.15 Uhr in der Technischen Universität Leipzig. Klaus Niemsch / Dr. Roland Pahl

(BF) Mit A xel Rolinck hat die Braubranche einen weitsichtigen Unternehmer verloren, der über viele Jahre die Familienbrauerei Rolinck geleitet hat. A xel Rolinck hat nach dem Abitur an der VLB studiert und 1958 das Diplom als Braumeister erhalten. Danach machte er noch einen Abschluss

als Diplom-Kaufmann (1963) in München, wo er auch promoviert wurde. 1968 trat er in die Familienbrauerei A . Rolinck ein, die er ab 1991 als alleiniger Geschäftsführer leitete. Im Jahr 2000 übergab er die Unternehmensleitung an seinen Sohn Chris­t ian. Neben anderen Vereinigungen war Axel Rolinck viele Jahre im Beirat der VLB aktiv. Er hinterlässt seine Frau Ursula und die Söhne Chris­ tian und Bernd.

VLB-Studienjahrgang 1965/67

Von der „Elfie“ bis zur Heide Von der Hamburger Elbphilharmonie – von den Hamburgern „Elfie“ getauft – bis zur Lüneburger Heide spannte sich der Bogen des Semes­ tertreffens im September, das Udo und Helga Kynast minutiös vorbereitet hatten.

Dreh- und Angelpunkt der vier Tage war das Gasthaus zum Kiekeberg in den Harburger Bergen im Süden der Stadt mit Blick auf den Hamburger Hafen – eine bei vielen Hamburgern beliebte Ausflugsgaststätte. Familie Schuster hat die acht Con-

Semester und ihre Frauen liebevoll und kulinarisch auf hohem Niveau bewirtet und darum sehr zum guten Gelingen beigetragen. Der erste volle Tag war der Stadt Hamburg gewidmet (Foto). Natürlich wollten alle auf die Plaza der neuen Elbphilharmonie. Sie gewährt einen Rundum-Blick auf Elbe, Stadt und Hafen. Eine gemütliche Alster-Rundfahrt mit dem öffentlichen Verkehrsschiff von zwei Stunden Dauer vermittelte den Teilnehmern ein Bild vom dezenten Reichtum und der Lebensart der Bürger der alten Hansestadt. Eine Ufer-Villa löste die andere ab. Der zweite volle Tag war einer Kutschfahrt zum Wilseder Berg in der Lüneburger Heide gewidmet. Die blühende Heide, der jodelnde Kutscher H. Wasner aus Döhle und zwei pralle Kaltblüter-Hintern werden in froher Erinnerung bleiben. Nur der Wacholder-Schnaps – in der Heide ein belebendes Pflichtgetränk – wurde vermisst. Treffen 2018 Für das nächste Jahr haben freundlicherweise Joachim Heidrich und Brigitte Burmester nach Düsseldorf eingeladen. Udo Kynast Der Jahrgang 1965/67 bei herrlichem Wetter auf dem Wasserweg zur Ham­ burger Elbphilharmonie

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017


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Brau-, Röst- und Caramelmalzfabrik Brennerstraße 17-19 D - 96052 Bamberg Telefon: + 49 - (0)951 - 93 220-0 Fax: + 49 - (0)951 - 93 220-970 e-mail: info@weyermann.de www.weyermann.de

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Die ehem. VLBer besuchten neben der neuen VLB auch die Berliner Brauerzunft, dessen 1. Obermeis­ter Burghard Meyer ganz rechts im Bild zu sehen ist

WEIZENCARAMELMALZ

36. Semestertreffen in Berlin

Der wichtigste Programmpunkt war, die „alte VLB“ zu verabschieden und den Neubau zu besichtigen. So war die Fahrt in die Seestraße altbekannt und der Hörsaal den ehem. VLBer altvertraut. Dort begrüßte uns Dipl.-Ing. Burghard Meyer, um uns mit unseren „Jugendfotos“ zur damaligen Semes­terbewerbung zu überraschen. Meyer ist Leiter der Braumeisterkurse und Doktorand. Er berichtete von erfolgreicher Ausbildung an der VLB in mehreren Sprachen und über weltweit neue Betriebs-Mitgliedschaften. Erstaunt hörten wir, dass der Titel Diplom-Braumeister kein Studienziel mehr ist. Hörsäle, Laborräume und Büros Endlich besichtigten wir das neue Institut, das parallel zum alten Gebäude entstanden ist und sich in der Einrichtungsphase befand. Im Untergeschoss war bereits das Technikum installiert, das von der Einrichtung her den kompletten Produktionsweg einschließlich Flaschen-Abfüllung möglich macht. Anschlie-

MELANOIDINMALZ WEIZENBRAUMALZ: HELL- DUNKEL- GERÖSTET

VLB-Studienjahrgang 1960/62

Vom 7. bis 9. September trafen sich die Semesterkollegen G. Dittmann, H. Doerk, H.J. Heinrich, B. Kahlmeyer, C. Korinth, G. Pfannschmidt sowie drei Ehefrauen im Hotel Großer Kurfürst zum 55-jährigen Studienabschluss.

ROGGENCARAMELMALZ

DINKELRÖSTMALZ RAUCHMALZ

ßend lud Meyer zur Bierprobe ein. Ein aus seiner Entwicklung im kontinuierlichen Gärverfahren erzeugtes Bier wurde blind gegen ein Markenbier verkostet und nur ein geringfügiger Unterschied festgestellt; jedoch nicht als Fremdgeschmack empfunden. Nach weiteren Versuchen wird – so hoffen wir – bald die Doktor-Weihe für Burghard Meyer erfolgen können! Führung durch den Reichstag Am Folgetag war eine Führung durch den Reichstag angesagt mit umfassender Erklärung des Plenarsaales und seinen Aufgaben. Eine anschließende Stadtrundfahrt zeigte uns das aktuelle Berlin, wie z.B. den Neubau des Schlosses am ehem. Platz von „Honeckers Lampenladen“ (Palast der Republik). Studienkollege D. Gerhard (genannt „Joe“) lud uns in seine Lokale „Kartoffelkiste“ (EuropaCenter) und „Joes Restaurant“ (Theodor-Heuss-Platz) in alter Verbundenheit großzügig ein. Aber auch die Gastlichkeit im Kaffee Einstein lernten wir kennen wie auch die Küche Mutter Hoppes im Nikolai-Viertel. Kurzum: Es waren abwechslungsreiche Tage in kollegialer Eintracht: Ein Schauen, Schnacken und Schmausen bei Berliner Pilsener. Dank den Berliner Kollegen für die geglückte Planung. Christian Korinth

SAUERMALZ

Unsere Brau- und Spezialmalze erhalten Sie auch in Bio-Qualität ! CARAMELMALZ: CARAPILS® CARAHELL® CARAMÜNCH® CARARYE® CARAAROMA® CARARED® CARAAMBER® CARAWHEAT® CARABOHEMIAN® CARABELGE® CARAFA® CARAFA® SPEZIAL ABBEY MALT ®, SPECIAL W®, CARAPILS ®, CARAHELL ®, CARAMÜNCH ®, CARARYE®, CARAAROMA ®, CARARED®, CARAAMBER®, CARAWHEAT®, CARABOHEMIAN®, CARABELGE®, CARAFA® und SINAMAR® sind eingetragene Warenzeichen der Malzfabrik Mich. Weyermann ® GmbH & Co. KG, Bamberg

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Röstmalzbier SINAMAR® und Bio SINAMAR®

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Brauerei Forum  –  Dezember 2017

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IMPRESSUM

Brauerei Forum Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner Informationsservice der VLB Berlin www.brauerei-forum.de ISSN 0179–2466 Herausgeber Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. Seestraße 13, 13353 Berlin Redaktionsanschrift Brauerei Forum Seestraße 13, D-13353 Berlin Telefon: (030) 4 50 80-245 Telefax: (030) 4 50 80-210 E-Mail: redaktion@brauerei-forum.de Internet: www.brauerei-forum.de Redaktion Olaf Hendel (oh) (verantwortlich) hendel@vlb-berlin.org Juliane Rahl (jr), rahl@vlb-berlin.org Dieter Prokein (dp) prokein@vlb-berlin.org IfGB Aktuell: Wiebke Künnemann (WiK) kuennemann@vlb-berlin.org Redaktionsbeirat Dr.-Ing. Josef Fontaine, Dr. sc. techn. Hans-J. Manger Autoren in dieser Ausgabe Gerolf Annemüller, Hans-J. Manger, Ro­bert Pawel­c zak und Stefan Wirth Anzeigenkontakt VLB PR- und Verlagsabteilung, Tel. (030) 450 80-255 media@brauerei-forum.de Erscheinungsweise Erscheint mit 10 Ausgaben pro Jahr, zwei davon in Englisch. Erscheinungsdatum BF 12/17 (Dezember-Ausgabe): 22.12.2017 Bezugskosten / Abonnement Abonnement Inland 95 € inkl. MwSt. Ausland 95 € (zuzüglich Porto) Kündigung des Abonnements jeweils zum Jahresende Abonnements Westkreuz Verlag, Berlin Tel. (030) 7 45 20 47 Fax (030) 745 30 66 abo@brauerei-forum.de

Deutscher Braumeister- und Malzmeister Bund (DBMB) – Landesgruppe Berlin-Brandenburg

Jahreshauptversammlung 2018

Vorläufiger Veranstaltungsplan

Am Freitag, 26. Januar 2018, beginnt um 17 Uhr die Jahreshauptversammlung in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei, Indira-Gandhi-Str. 66/69, 13053 Berlin.

Veranstaltungsplan der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des DBMB für 2018 (Stand 30.11.2017)

Tagesordnung: 1. Begrüßung 2. Jahresbericht 3. Jahresplanung 2018 4. Bericht des Schatzmeisters 5. Bericht des Kassenprüfers 6. Entlastung des Vorstandes 7. Neuwahlen des Vorstandes 8. Wahl der Kassenprüfer 9. Wahl des Beirates 10. Verschiedenes

26.1.2018: Jahreshauptversammlung in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei 13.4.2018: Mitgliederversammlung im Brauhaus in Spandau 15.6. bis 17.6.2018: Jubiläumsbraumeistertag in Leipzig (125 Jahre DBMB) 14.7.2018: Sommerausflug mit Partnern 31.8.2018: Mitgliederversammlung 30.11.2018: Mitgliederversammlung an der VLB Berlin Jürgen Richter

Brauer-Schule: Lösungen von Seite 14 Fachfragen 1. e) Spontanes Überschäumen des Bieres beim Öffnen der Flasche / 2.a) Das primäre Gushing ist rohstoffseitig verursacht, das sekundäre durch die Brautechnologie / 3. d) Mikrobiologischer Befall der Gerste / 4. d) Manganisierung des Brauwassers 5. b) Gushing ist vergleichbar mit dem Moussierpunkt in einem Sektkelch 6. c) Wiederverwendung des Weichwassers / 7. e) Mit dem Modifizierten Carlsbergtest 8. Richtige Auswahl der Gebinde (Oberflächenvergütung, Gebindebeschädigungen, Glas oder PET), Überspundung vermeiden, niedrige Abfülltemperatur für gute Kohlensäurebindung, abriebfreie Kronenkorken, Rückstände von Reinigungsmitteln bzw. Verunreinigungen verhindern, Filtermittel freies Filtrat, kalte Lagerung bei –1 bis 0 °C, nachträgliches Aufkarbonisieren vermeiden Fachrechnen 1. Berechnung der Masse des ausströmenden Bieres: Volumen V = 0,5 L Ausströmendes Biervolumen VB: 0,5 L • 2/3 = 0,5 L • 0,667 = 0,3335 L Dichte = Masse / Volumen Masse des ausströmenden Bieres mB: mB = Dichte • VB = 1,015 kg/L • 0,5 L • 0,667 = 0,3385 kg 2. Kraft, die benötigt wird, um das Bier aus der Flasche zu drücken: Kraft F = MasseB • Fallbeschleunigung = 0,3385 kg • 9,81 m/s2 = 3,32 kgm/s2

Druck und Vertrieb Westkreuz-Druckerei Ahrens KG Berlin/Bonn, Töpchiner Weg 198/200, D-12309 Berlin

F = 3,32 kg • m/s2 = 3,32 N

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Ver­­v ielfältigung oder Weiterverarbei­ tung, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrückli­cher Genehmigung der Redaktion und Quellenangabe gestattet. Für namentlich gekennzeichnete Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Haftung.

Fläche Flaschenhals A; Flaschenhals d = 17 mm = 0,017 m A = d2 π / 4 = (0,017 m)2 • 3,14 / 4 = 0,0002268 m2

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3. Berechnung des Druckes des ausströmenden Bieres: Druck P = Kraft /Fläche = F/ A

Druck p = F / A = 3,32 N / 0,0002268 m2 = 14 638 N/m2 = 14 638 Pa 100 000 Pa = 1 bar 14 638 Pa = x bar x = (1 bar • 14 638 Pa) / 100 000 Pa = 0,14638 = 0,146 bar Das Bier wird mit einem Druck von 0,146 bar aus der Flasche gedrückt.

Brauerei Forum  – Dezember 2017


ehem. VLBer

Bezirksgruppe NRW

Jahrestreffen der ehem. VLBer Bezirksgruppe NRW Auf Einladung der Avangard Malzfabrik Gelsenkirchen traf sich die Landesgruppe am 30. November 2017 in Dortmund. Treffpunkt war die „neue“ Bergmann Brauerei. Peer Klepczynski begrüßte die Teilnehmer und berichtete von der aktuellen Lage am Gerstenmarkt. Glyphosat, höhere Eiweißgehalte und eine geringere Erntemenge stellen die Mälzereien in diesem Jahr vor Herausforderungen. Die Unabhängigkeit von regionalen Märkten sorgen aber dafür, dass Engpässe vermieden werden. Dortmunder Bergmann Brauerei Danach begrüßte uns Herr Mühlmann von der „Dortmunder Bergmann Brauerei“ in seinem Hause. „Dortmunder Bier, Kultur und Tradition“, das ist es, was uns antreibt, so kann man seine Begrüßung zusammenfassen. Die Brauerei mit Stehbierhalle liegt im Phoenix-Park zwischen Rhomberg- und Westfalenpark. Hier wurde ein Park der Industriekultur errichtet. Ein Highlight hier ist sicher der „Skywalk Phoenix West“, der aber von Oktober bis März geschlossen ist. Daher ist uns der „Spaziergang“ entlang einer alten Gasleitung bis auf die alte Hochofenanlage entgangen. So konnten wir die Gastfreundschaft der Dortmunder Bergmann Brauerei gleich zu Beginn genießen. Die Herzlichkeit des Ruhrgebiets nahm uns in Empfang. Herr Mühlmann machte in seiner Begrüßung deutlich, was Dortmund ausmacht: „Klare Kante“, der Dortmunder Brautradition verpflichtet. Mit Lokalpatriotismus, mit Stolz, aber ohne Überheblichkeit wurde die Unternehmensphilosophie erklärt. „Wir arbeiten mit Dortmunder Personal und mit Dortmunder Kapital. Wir zahlen in Dortmund Steuern.“ Lokalpatriotismus, die Liebe zur Stadt und zum Produkt, das kennzeichnet die heutige Dortmunder Bergmann Brauerei.

familie, nicht den Beruf, der das Ruhrgebiet zur Wiege des Wiederaufbaus machte. Im Zuge der Konzentration der Branche wurde die Bergmann Brauerei 1966 von der „Ritter Brauerei“ mit 109 Mitarbeitern und 9600 hl übernommen. 1972 wurde die eigenständige Braustätte geschlossen. 2005 entdeckte Thomas Raphael, dass der Name „Dortmunder Bergmann Brauerei“ nicht geschützt war. Anfangs aus Nostalgie sicherte er sich die Rechte an der Marke. Aber der Besitz der Marke ohne Produkt und Produktion verfällt nach einiger Zeit. Ein Lohnbrauer löste das Problem. Aber wohin mit dem Bier? Alles zu verschenken, war auf Dauer keine Lösung. „Harte Arbeit – ehrlicher Lohn!“ Wie war das noch in den Glanzzeiten des Dortmunder Bieres? Man ging nach der Arbeit auf ein Bier zum Kiosk, zur Trinkhalle oder in die Eckkneipe. Mit den Großen der Branche können wir nicht konkurrieren. Also, wo ist die Nische für uns? Wieder kam der Zufall zu Hilfe. „Das Geheimnis des Erfolges ist es, die Gelegenheit zu ergreifen, wenn sie sich bietet“. Ein Kiosk am „Hohen Wall“ war frei. Bis dahin wurde das Dortmunder Bergmann Bier als Hobby vermarktet. Im Kiosk wurde es von nun an verkauft. Der Erfolg gab dem Team recht. Auch wenn die Ausstattung der Flaschen und Kästen noch manuell und auf ehrenamtlicher Familienbasis stattfand.

Stehbierhalle Der Erfolg ermutigte zum „größeren Denken“. So entwickelte sich der Plan, eine neue Braustätte in Dortmund zu etablieren. Das Brachland im Gebiet „Phoenix-West“ wurde gefunden. Am Standort des alten ­Hoesch-Stahlwerkes war eine Stehbierhalle mit eigener Produktion naheliegend. Ging man doch traditionell nach der Schicht erst einmal ein Bier trinken, „Lohntütenball“. Die Idee verselbstständigte sich. „Wir wollen keine klassische Gasthausbrauerei sein, sondern sehen unsere Stehbierhalle eher als einen Probierraum an, um Bierdurst zu löschen und uns kennenzulernen.“ So entstand die Braustätte, die uns willkommen hieß. Bei der Besichtigung war den Kollegen die Nervosität anzumerken. 1000 Jahre Berufserfahrung führt man schließlich nicht jeden Tag durch den Betrieb. Aber die Nervosität verflog im Laufe der Führung. Einige Kollegen, die in den „alten“ Dortmunder Brauereien gearbeitet hatten, ergänzten mit Anekdoten die Präsentation. Bald schon er­gab sich das Gefühl „Wir sind alle Brauer“. Der Charme und die Motivation der Mitarbeiter und die Erfahrung und Gelassenheit der ehemaligen VLBer ergaben so eine harmonische Symbiose. So ging ein Jahrestreffen voller Erinnerungen an die „gute, alte Zeit“ zu Ende. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen. Peer Klepczynski

Herzlich Will­ kommen waren die ehem. VLBer in der Dortmun­ der Bergmann Brauerei

Lange Tradition Die alte Bergmann Brauerei exis­ tierte von 1796 bis 1972. Der Name Bergmann benennt die GründerBrauerei Forum  –  Dezember 2017

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Unsere nächste Ausgabe erscheint am 26. Januar 2018

VERANSTALTUNGEN

VLB-Termine

Weitere Termine

 24. bis 26. Januar 2018 Seminar, „VLB Beer Taster Certification Program“, Berlin

 26. Januar 2018 DBMB Berlin-Brandenburg, Jahreshaupt versammlung, Berliner-Kindl-Schultheiss Brauerei

 26. bis 28. Februar 2018 21. VLB-Logistikfachkongress, Sinsheim  27./28. Februar 2018 VLB-Seminar „Modern Brewing Technology“, Moskau, Russland  5. bis 7. März 2018 105. Brau- und maschinentechnische Arbeitstagung, Dortmund  27. April 2018 24. Dresdner Brauertag, Dresden

 20.-22. und 26.-28. Februar 2018 51. Technologisches Seminar, Freising  27. Februar bis 1. März 2018 Beviale Moscow, Russland  20. bis 22. März 2018 5. BioProScale Symposium „Innovative scale up and scale down for bioprocess intensi fication“, Berlin

 16. bis 23. April 2018 Workshop „Micro Malting in Practice“, Berlin

 8. bis 12. April 2018 13th Trends in Brewing, Ghent, Belgien

 16. Juni 2018 Vereinigung ehem. VLBer, Mitglieder versammlung, Leipzig

 30. April bis 3. Mai 2018 Craft Brewers Conference, Nashville, USA

 12. bis 14. September 2018 Workshop „Real Craft Brewing“, Vielau

 15. bis 17. Juni 2018 Deutscher Braumeister- und Malzmeister Bund, Braumeistertag in Leipzig

 17. bis 28. September Seminar „Craft Brewing in Practice“, Berlin  15./16. Oktober 2018 105. VLB-Oktobertagung, Berlin

 23. bis 26. Oktober 2018 China Brew & China Beverage 2018, Shanghai, China

 12. November 2018 6th European MicroBrew Symposium, Nürnberg

 13. bis 15. November 2018 Brau Beviale 2018, Nürnberg

redaktion@brauerei-forum.de


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