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Brauerei Forum 8/2014

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Brauerei Forum Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner

Informationsservice der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin

Ausgabe 8 | 22. August 2014 | 29. Jahrgang  |  ISSN 0179-2466

In dieser A usgabe:

ller

 Forschungsprojekt Getränkepasteurisation  Programm 101. VLB-Oktobertagung in Berlin  Franz Schönfeld: Weißbier-Forscher aus Sachsen-Anhalt  Nachrichten ehem. VLBer

www.brauerei-forum.de

IfGB aktu ell Brennere – Informationen für ien und S pirituose n-Herste


IfGB

12. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei am 7. und 8. Oktober 2014 in Leipzig

Rahmenbedingungen der Spirituosen­ produktion und -vermarktung • Aktuelle Themen der Spirituosenbranche Angelika Wiesgen-Pick, BSI, Bonn • Aktuelle Herausforderungen für die Spirituosenbranche – neues Spirituosenrecht und Alkoholsteuerrecht Werner Albrecht, BMEL, Bonn • Spirituosen – Neue Marken durch Social Media Rolf Lauströer, Moormerland

Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin

Aromen – Verbrauchererwartung und Gesetz • Kondensat aus Gärgasen Thomas Tyrell, VLB Berlin • Aromastoffanalytik – aus Sicht der Überwachung Norbert Schäfer, Landesuntersuchungsanstalt Sachsen, Dresden • Aromen – Verbrauchergeschmack und Verbraucherschutz Sven Ballschmiede, Deutscher Verband der Aromenindustrie, Berlin

www.ifgb.de/leipzig2014

– Änderungen vorbehalten –

Anmeldung Institut für Gä­rungs­

gewerbe und Biotechnologie zu Berlin  030 450 80-216  www.ifgb.de  mahlau@vlb-berlin.org Teilnahmegebühr 830 € VLB-Mitglieder erhalten 25 % Rabatt, zzgl. MwSt.

• Premium-Liköre Daniel Thieme, Bell Flavors & Fragrances, Leipzig • Was sind Aromen und wie werden sie eingesetzt? Dr. Janko Pickert, Bell Flavors & Fragrances, Leipzig

Unterschiedliche Dimensionen von Gin • Gin – Treibstoff der deutschsprachigen Craft-Spirits- Bewegung Theo Ligthart, Craft Spirits Festival DESTILLE / Das Korn, Berlin • Gin – die Königin der Spirituosen Prof. Dr. Ulf Stahl, TU Berlin, VLB, PSM, Berlin / Gerald Schroff, PSM • Monkey 47 – Schwarzwald Dry Gin Christoph Keller, Stählemühle / Monkey 47, Eigeltingen-Münchhöf

Technologie & Marketing für Brenner • Erzeugergemeinschaften ab 2018? Bernhard Bares, Eifel Premium Brand w.V., Trimport • Vakuumdestillation von Obstmaischen Prof. Dr. Manfred Gössinger, Lehr- und Forschungszentrum für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, Österreich • Prozess-Integration und Energie-Optimierung in der Whiskey-Industrie Norbert Strieder, GEA Wiegand, Ettlingen

Value Chain Management & Logistik • Mit DANZKA VODKA wird das Lager zu eng Marcus Bender, Schulte Bender & Partner Unternehmensberatung, Münster / Thomas Hartges, Waldemar Behn GmbH, Eckernförde • Klarheit und Wahrheit: Mit dem GEDAT-Datenaustausch Hans-H. Möller / Stefan Rathjens, GEDAT Getränkedaten, Hamburg

mit Unter­stützung von 12 18

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Foto: Michael Bader: info@ltm-leipzig.de


Inhalt

 Menschen & Unternehmen 4

Brauereiverbände NRW: 25 Auszubildende haben ihren Gesellenbrief in der Tasche / VLB aktuell: Kooperation mit koreanischem Mischkonzern Lotte

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KHS: Geschäftsjahr 2013 zufriedenstellend verlaufen

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VLB Berlin: Baubeginn am neuen VLB-Fortbildungszentrum

7

Deutscher Brauer-Bund: Sonya Kraus und Cem Özdemir sind Bierbotschafter 2014

 Technik & Technologie 8

Stone Brewing will Brauerei in Berlin bauen

9

Ziemann/ Cervecería Centro Americana: Größte Brauerei Guatemalas ordert in Ludwigsburg / Fachliteratur: Die Biersorten der Brauwelt – Ihre Geschichten & Rezepturen

10

Forschungsprojekt zur nachhaltigen und schonenden Getränkepasteurisation

12

Brauer-Schule: Fachfragen für Auszubildende – Kohlenstoffdioxid für die Schankanlage

13

Deutsch-amerikanische Brauer zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs – Teil 2 / Anhaltendes Wachstum im Segment der US-Craft-Brewer

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Programm 101. VLB-Oktobertagung und 17. VLB-Forum Getränkeindustrie und Getränkehandel in Berlin

18

Franz Schönfeld: Weißbier-Forscher aus Sachsen-Anhalt

 IfGB aktuell

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der VLB Berlin, das sich mit der Verbesserung der Parametrierung der Pasteurisation von Bier beschäftigte, ist abgeschlossen

16 Auf nach Berlin heißt es diesmal im September, wenn die VLB Berlin ihre traditionellen Herbsttagungen veranstaltet. Auf dem Programm stehen die 101. VLBOktobertagung sowie das 17. VLB-Forum Getränkeindustrie und Getränkehandel

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Programm 12. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei in Leipzig

 Markt & Marken 22

Bundesministerium zeichnet 17 deutsche Brauereien mit Bundesehrenpreis aus

23

Barth-Bericht 2013/2014 vorgestellt / Genossenschaft Deutscher Brunnen: Mehrweg bei Glas und PET legt bei deutschen Mineralbrunnen zu

24

Ratsherrn Brauerei: 4er-Box mit Hamburger Leckerbissen / Giesinger Bräu: Neue 0,33-l-Euroflasche als Mehrweggebinde

 Institutionen & Verbände 25

18

DBMB Berlin-Brandenburg: Sommerausflug durch den Prenzlauer Berg

 ehem. VLBer 26

Certified Brewmaster Course erfolgreich beendet

27

Vereinigung ehem. VLBer: Mitgliederversammlung entlastet Vorstand einstimmig / VLB Berlin: Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2014

28

Bericht VLB-Sommerfest: Fußball, Sonne, Bier und gute Gespräche

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45. VLB-Lehrgang: ehem. VLBer genossen schöne Tage in Dortmund

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Die Brauerei als Quelle der künstlerischen Inspiration

Franz Schönfeld, Weißbier-Forscher aus Sachsen-Anhalt, verbrachte sein ganzes Berufsleben an der VLB Berlin. Seine Erkenntnisse zu den obergärigen Bieren haben die Grundlagenforschung in diesem Bereich maßgeblich vorangebracht

 Sonstiges 30

Impressum

25

Lösungen Brauer-Schule

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Veranstaltungskalender

Titelbild: © volff, fotolia.com

30 600 Teilnehmer, Sonne satt und viel Fußball: Das Sommerfest der VLB am 4. Juli ließ keine Wünsche offen. Überall war die Atmosphäre entspannt, gab es heitere Gespräche und kühle Getränke

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Menschen & Unternehmen   Nachrichten

Arbeitgeberverband Rheinisch-Westfälischer Brauereien und Mälzereien

25 Auszubildende haben ihren Gesellenbrief in der Tasche 25 Jungbrauer und Jungbrauerinnen aus Nordrhein-Westfalen haben Anfang Juli ihren Abschluss in der ­Oettinger Brauerei in Mönchengladbach gefeiert. (F.) Nach alter Brauertradition findet die Übergabe der Gesellenbriefe für die Brauer- und Mälzerlehrlinge jedes Jahr erneut in einer anderen Brauerei in Nordrhein-Westfalen statt. Diesmal richtete die Oettinger Brauerei in Mönchengladbach die festliche Veranstaltung aus, bei der 23 Jungbrauer und zwei Jungbrauerinnen ihre Abschluss-Urkunden erhielten. Die Absolventen legten ihre Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer Dortmund ab. „Wir freuen uns über den erfolgreichen und motivierten Nachwuchs in der Brauerzunft. Jetzt sind die jungen Ab-

solventen bestens auf die Tätigkeiten als Brauer und Mälzer vorbereitet und wir sind überzeugt, dass sie ihre Aufgaben hervorragend meistern werden“, sagte Moritz Krech, Ausbildungsleiter und erster Braumeister der Oettinger Brauerei in Mönchengladbach. „Unser Ziel ist es, die Kunst des Bierbrauens zu fördern. Daher ist es immer wieder schön zu sehen, dass sich sowohl junge Männer als auch Frauen für diesen Beruf begeistern und die Tradition des Reinheitsgebotes fortführen möchten“, freute sich Jürgen Witt, Geschäftsführer des Brauereiverbandes NRW. Er zeichnete diesmal als Jahrgangsbeste Arno Huismann von der Privatbrauerei Barre, Lübbecke, Kilian Rendel von der „Uerige“ – Obergärige Hausbrauerei, Düsseldorf, Felix Dreyer von der Cölner Hofbräu Früh, Köln, und Dustin Abelshausen von der Privat-

Brauerei Strate, Detmold, mit einem Geldpreis des Brauereiverbandes aus. Schutzpatron Gambrinus Wie es die Tradition vorschreibt, übergab der Erfinder des Bierbrauens und Schutzpatron der Brauer und Mälzer „Gambrinus“ – gespielt von Oliver Landsberger, Vorsitzender des Prüfungsausschusses Brauer/in und Mälzer/in bei der IHK Dortmund – die Gesellenbriefe und stieß mit den Jungbrauern auf den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung an. Auch das traditionelle Ritual mit der Zunftlade durfte nicht fehlen: In die handgeschnitzte Holzkiste, die außerhalb der Feierlichkeiten im Brauereimuseum Dortmund ausgestellt ist, legten alle Absolventen einen persönlichen Gegenstand, um so ihren „genetischen Fingerabdruck“ zu hinterlassen.

  VLB aktuell

Kooperation mit Lotte (BF) Mitarbeiter des koreanischen Mischkonzerns Lotte waren Ende Juni an der VLB Berlin, um BrauereiProjekte zu besprechen. Bereits jetzt arbeitet Lotte eng mit der VLB zusammen, etwa in Chungju, ca. 120 km südlich von Seoul, wo der Konzern eine 500 000 hl Brauerei gebaut hat. Im Juni wurde vereinbart, dass die bisherige Zusammenarbeit noch verstärkt werden soll.

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Foto: dp


Menschen & Unternehmen KHS

Geschäftsjahr 2013 zufriedenstellend verlaufen Die KHS-Gruppe konnte ihre Position in einem sehr wettbewerbsintensiven und dynamischen Marktumfeld deutlich festigen. Mit einem Umsatz von 1017,8 Mio. € lag KHS 3,9 % über dem Vorjahreswert und überschritt erstmals die Schallmauer von einer Mrd. €. (F.) Die Auftragseingänge legten im vergangenen Jahr um 11,3 % zu und schlugen mit 1131,5 Mio. € zu Buche. Das Ergebnis vor Steuern, das 2012 noch leicht im Minus war, stieg auf 10,6 Mio. €. Dies stellt somit im Vergleich zum Jahr 2011 eine Ergebnisverbesserung von über 90 Mio. € dar. 2013 realisierte KHS 32,8 % des Umsatzes in Europa, 16,5 % im Mittleren Osten und Afrika, 21,9 % in der Region Asien/Pazifik und 28,8 % in den USA und Lateinamerika. Überall dort ist KHS für Großkonzerne ebenso der Partner der Wahl wie für mittelständische und kleine Betriebe. Innovationen als Markttreiber In den Märkten punktete KHS besonders durch energie- und ressourcensparende Innovationen für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg ihrer Kunden. Die Entwicklungsschwerpunkte lagen 2013 in den Bereichen Etikettierung bzw. Behälterdekoration sowie in neuen Füll- und Verpackungslösungen. KHS präsentierte auf der Weltleitmesse drinktec 2013 eine aufsehenerregende Anzahl neuer Produkte, z.B. die Technologie zur Direktbedruckung von PET-Flaschen sowie das innovative Nature MultiPack-Verpackungssystem, mit dem PET-Flaschen allein durch Verwendung spezieller Klebstoffe zu Multipacks verbunden werden. Beide Lösungen ermöglichen signifikante Einsparungen beim Verpackungsmaterial und werden in einem Systemgeschäft unter dem Dach der NMP Systems GmbH angeboten. KHS führte zudem mit einem neuen Aseptik-Rundläufer eine sichere Lösung zur Abfüllung von sensitiven Getränken im höheren

Leistungsbereich ein. Darüber hinaus wurden Monitoring-Sys­ teme wie das Manufacturing Execution System (MES System) weiterentwickelt und das Appbasierte Infosystem KHS Everywhere vorgestellt. Partner des Vertrauens Das Umbautengeschäft war 2013 ein maßgebliches Standbein im Service – insgesamt wurden 947 Umbauten in Auftrag gegeben. Das entspricht einem Plus von 34,7 % im Vergleich zu 2012. Auch hier spielten innovative Lösungen wie AirbackPlus zur kos­ tenschonenden und nachhaltigen Herstellung von PET-Flaschen eine wichtige Rolle. Hinzu kommen neue Servicekonzepte, wie z.B. die detaillierte Beratungsleistung vor der Investitionsentscheidung oder die auf den Kunden zugeschnittenen Servicepakete über den kompletten Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen hinweg. Zu den besonderen Projekten von 2013 zählte etwa der Auftrag UnicerBebidas, Getränkehersteller und größter Bierproduzent Portugals. KHS lieferte hier zwei Glas-Turnkey-Linien, drei Füller für Glasflaschen, drei Keg-Reinigungs- und Füllsysteme und einen weiteren Pasteur. Des Weiteren entschied sich 2013 etwa der Carlsberg-Konzern gleich für drei PET-Linien. Coca-Cola Enterprises, bisher vor allem fester Partner für Komplettlösungen im Bereich Glas und Dose, investierte nun erstmals in eine KHS-PET-Linie. Ebenso erwähnenswert waren zahlreiche Aufträge aus dem boomenden Umfeld der CraftBreweries in den USA. Zuversichtliche Prognose Für das Geschäftsjahr 2014 geht die KHS-Geschäftsführung davon aus, dass das Umsatz- und Ertragsniveau erneut deutlich über dem Vorjahr liegen werden. Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, CEO von KHS: „Ein Umsatzwachstum von etwa vier Prozent halten wir 2014 für realistisch.“ Brauerei Forum  BR14_92x240_Brauerei_Forum_M2.indd 1

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Menschen & Unternehmen   VLB aktuell

Baubeginn am neuen VLB-Fortbildungszentrum Nachdem der Einspruch bei der Vergabe der Rohbauarbeiten für das neue Aus- und Weiterbildungszentrums der VLB Berlin im Mai höchstrichterlich geklärt worden ist, haben Ende Juni die Arbeiten an der Baustelle auf dem Gelände an der Seestr. 13 begonnen. Das Gebäude wächst… (oh) Die Baugrube war fast fertig, der symbolische Grundstein im Rahmen der 100. Oktobertagung Ende Oktober 2013 bereits gelegt als ein Einspruch mit aufschiebender Wirkung den weiteren Fortgang des Projektes jäh stoppte. Kernpunkt der Auseinandersetzung war die Vergabe des Leistungspaketes für den Rohbau mit einem Gesamtvolumen von immerhin fast 5 Mio. Euro. Es folgte der im Vergaberecht für öffentlich geförderte Baumaßnahmen festgeschrieben Gang durch die Institutionen: Als erste Instanz sah sich die Schlichtungsstelle der Vergabekammer des Landes Berlin im November nicht in der Lage, den Fall in der dafür vorgesehen Frist zu bearbeiten. Der Einspruch wurde daher ohne weitere Begründung abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber auf den weiteren Rechtsweg verwiesen, der von dem Antragsteller dann auch eingeschlagen wurde.

Das Verfahren landete daher Ende 2013 vor dem Berliner Kammergericht. Gleichzeitig wurde dem Einspruch eine aufschiebende Wirkung zugesprochen und damit alle weiteren Aktivitäten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten gestoppt. Im Mai 2014 fällte das Gericht schließlich ein rechtsgültiges Urteil und gab der antragstellenden Firma recht. Damit war nach mehr als sechs Monaten Zwangspause der Weg für die Fortsetzung des Projektes endlich wieder frei. Es folgte eine neue Beauftragung, sodass im Juni die bereits begonnene Baugrube fertiggestellt und die Baustelle eingerichtet werden konnte. Zunächst wurde eine Anlage zur Grundwasserabsenkung installiert. Anschließend wurden die tieferen Bereiche der Grube, die unterhalb der Grundwasserlinie liegen, ausgeschachtet. Es folgte die Einbringung der Sauberkeitsschicht und der

Foto: oh

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Bodendämmung sowie die Errichtung zweier Kräne. Mit den eigentlichen Rohbauarbeiten konnte dann Anfang Juli begonnen werden. Mitte August war die bis zu 90 cm dicke und stark bewehrte Fundamentplatte gegossen und die ersten Wände des Kellergeschosses gezogen. Die Zeitrahmen für die Rohbauarbeiten ist auf etwa ein halbes Jahr veranschlagt. Als positive Nachricht ist zu melden, dass die weiteren bislang ausgeschriebenen Teilleistungen erfolgreich und ohne weitere Einsprüche im Rahmen der vorkalkulierten Budgets vergeben werden konnten. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ hat die VLB Berlin im April 2009 eine Förderzusage für den Antrag „Ausbau des VLB Aus- und Fortbildungszentrums Seestraße 13“ erhalten. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme für Investition in Bauleistung und Gebäudeausstattung beträgt rund 29,4 Mio. €. Die Mittel werden bereitgestellt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ergänzt mit Eigenmitteln der VLB Berlin. Der geplante Neubau soll auf dem hinteren Teil des Grundstücks Seestraße 13 entstehen und die bestehenden VLB-Institute unter modernen Lehrbedingungen in einem neuen Gebäude zusammenführen. Auf einer Nutzfläche von rund 5700 m² werden dort künftig wesentliche Teile der VLB-Technikumsanlagen, Laboratorien und Seminarräume untergebracht. Ziel ist es, die überregionalen Aus- und Weiterbildungsangebote der VLB Berlin die Richtung Brauerei-, Getränke- und Biotechnologie weiter auszubauen. Endlich Baubeginn: Blick auf die Fundamentplatte und die ersten Wände des Kellerschosses


Menschen & Unternehmen

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Foto: DBB

Brau-, Röst- und Caramelmalzfabrik

Sonya Kraus und Cem Özdemir (2.v.l.) sind die neuen Botschafter des Bieres 2014. Rechts Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, links DBBPräsident Dr. Hans-Georg Eils

Brennerstraße 17-19 D - 96052 Bamberg Telefon: + 49 - (0)951 - 93 220-16 Fax: + 49 - (0)951 - 93 220-916 e-mail: info@weyermann.de www.weyermann.de

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Sonya Kraus und Cem Özdemir sind Bierbotschafter 2014

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Die Moderatorin Sonya Kraus und Grünen-Parteichef Cem Özdemir sind die neuen „Botschafter des Bieres“ 2014. Der Deutsche Brauer-Bund hat die 41-jährige Moderatorin aus Frankfurt/Main und den 49-jährigen Grünen-Politiker aus Baden-Würt­ temberg beim Deutschen Brauertag am 25. Juni in Berlin mit dem Ehrentitel ausgezeichnet. (F.) Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), 2013 zum „Botschafter des Bieres“ ernannt, übergab das Amt an seine beiden Nachfolger. Die Laudatio auf dem traditionellen Brauerabend hielt Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), „Botschafter des Bieres“ 2010/2011. „Sonya Kraus steht für Lebensfreude und Lifestyle, Genuss und Kultur. Die Kunst, auf Menschen zuzugehen, sie zu packen und zu begeistern, wurden ihr ebenso in die Wiege gelegt wie ein feiner Sinn für Humor und Ironie“, so der Deutsche Brauer-Bund in seiner Laudatio. „Sonya Kraus zählt auch deshalb zu den beliebtesten Fernsehmoderatorinnen des Landes, weil sie sich neben ihrer Arbeit als Autorin, Moderatorin und Schauspielerin und als zweifache Mutter jedes Jahr deutschlandweit für zahllose soziale Projekte engagiert – stets ehrenamtlich, oft spontan, immer überzeugend.“ Auch wenn die Dreharbeiten sich manchmal bis tief in die Nacht ziehen – als bekennende Biertrinkerin genießt Sonya Kraus nach getaner Arbeit mit ihrem Team gerne ein kühles Kölsch. Aber auch das Münchner Oktober-

festbier hat es ihr angetan. „Ich liebe Bier. Bier und starke Frauen, das passt einfach zusammen. Ich finde diese Kombination aus Bodenständigkeit und Eleganz sehr sexy“, sagte die Moderatorin. Bewegung in der Start-up-Szene Cem Özdemir ist seit 2008 Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/ Die Grünen. Seit er vor 20 Jahren als erster Bundestagsabgeordneter mit türkischen Eltern in das Parlament gewählt wurde, engagiert er sich für den Mittelstand, für kleinere und mittlere Betriebe. Dazu zählen auch Brauereien und Mälzereien. In seiner Heimat Baden-Württemberg zeichnet sich die Braukultur durch eine lange Tradition und eine reiche Vielfalt aus – das Bundesland hat nach Bayern die meisten Braustätten. Özdemir ist der erste Grünen-Politiker, der vom Deutschen Brauer-Bund als „Botschafter des Bieres“ geehrt wird. „Als profilierter Umwelt- und Wirtschaftspolitiker engagiert er sich für einen starken Mittelstand ebenso wie für den Schutz unserer natürlichen Ressourcen und für kulturelle Vielfalt. Cem Özdemir steht für Toleranz, Freiheit und Selbstverantwortung, wo andere eher nach neuen Verboten und Vorschriften rufen“, so der Deutsche Brauer-Bund. Cem Özdemir: „Kaum ein Getränk bewegt sich so beständig zwischen Tradition und modernem Lebensgefühl wie Bier. Es steht für regionale Vielfalt und natürliche Produktion. Seit Jahrhunderten ist Bier hip und hat sogar eine neue Start-up-Szene der Mikrobrauereien ausgelöst.“

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Technik & Technologie   Nachrichten

Stone Brewing will Brauerei in Berlin bauen Die Stone Brewing Company aus Escondido, Kalifornien, USA, ist ihrem Ziel, als erster US-amerikanischer Craft-Brewer eine eigene Braustätte in Europa zu errichten, ein Stück näher gerückt: Mitte Juli präsentierte Stone Brewing-Mitgründer und CEO Greg Koch die Räumlichkeiten für die künftige Brauerei in Berlin-Lankwitz. Das erforderliche Investment wird auf rund 25 Mio. US-$ beziffert.

Auf einem alten Industriegelände soll die neue Berliner Dependance von Stone Brewing entstehen

(oh) Die Inszenierung wirkte ein wenig martialisch: Zum Auftakt seiner Präsentation am Abend des 19. Juli in Berlin ließ Greg Koch vor den geladenen Gästen einen Findling beachtlicher Größe von einem Stapler auf eine bunte Mischung von gängigen Bieren fallen – auch eine Art von Statement. Anfang 2016 soll es dann soweit sein: Auf einem ehemaligen Werksgelände des Berliner Gasversorgers GASAG wird eine komplett neue Brauerei einschließlich Abfüllung, einem Res­ taurant sowie einem Ladengeschäft entstehen. Das Industriegelände ist bebaut mit Hallen in Backsteinarchitektur sowie einem alten Gasometer und liegt nicht in einem der üblichen Szene-Bezirke, sondern im beschaulichen Ortsteil Lankwitz im Süden Berlins. Die größte Halle mit rund 4000 m² Fläche soll Sudhaus, Restaurant und den Merchandise-Store beherbergen. In der zweiten Halle mit 2000 m² werden Gärung, Reifung, Abfüllung und

Verpackung untergebracht. Ein drittes Gebäude soll als Event-Location genutzt werden. Die Ziele der US-Brauer sind nicht unbescheiden: So soll das Sudhaus auf mindestens 80 hl ausgelegt werden und ganzjährig in Betrieb gehen. Im heimischen Kalifornien braute das Unternehmen 2013 mit zwei 140 hlSudwerken rund 250 000 hl. Die Berliner Anlage wäre demnach für mindes­ tens 70 000 hl pro Jahr gut. „Unsere künftige Brauerei in Berlin soll als Brückenkopf für die Herstellung und Distribution unserer Stone-Biere in ganz Europa dienen“, so Greg Koch. „Für uns macht es keinen Sinn, Bier als Frischeprodukt über den Atlantik nach Europa zu transportieren. Wir möchten unsere Vision von anspruchsvollen und außergewöhnlichen Craft-Bieren direkt in der Heimat des Bieres umsetzen und von dort aus Bierkenner in ganz Europa erreichen.“ Neben der Brauerei in Berlin wurde gleichzeitig auch eine neue Braustätte

Foto: Stone Brewing

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im US-Bundesstaat Mississippi angekündigt. Stone Brewing spricht dabei nach eigenem Selbstverständnis über eine „Cross-Planetary Brewing Revolution“, bei der jeder zum Mitmachen eingeladen sei: Zusätzlich zu dem erheblichen eigenen Investment wurde eine „Crowd-Participation“-Kampagne gestartet, bei der geneigte Bierfreunde aus der ganzen Welt das Projekt durch den Erwerb von speziellen Bieren der künftigen Brauerei, Autogrammen oder besonderen Dienstleistungspaketen unterstützen können. Mit dieser Aktion wurden bis Mitte August mehr als 1,6 Mio. US-$ (!) von fast 11 000 Unterstützern eingesammelt. Die Stone Brewing Company, gegründet 1996 von Greg Koch und Steve Wagner, mit Sitz in Escondido, CA, USA, liegt mit einer Jahresproduktion von 250 000 hl (2013) auf Rang 10 der größten US-Craft Brewer. Das Unternehmen betreibt außerdem auch Restaurants, eine Farm sowie diverse Company-Stores. Biere aus dem StonePortfolio heißen unter anderem „Arrogant Bastard Ale“, „Levitation Ale“ oder „Götterdämmerung IPA“.


Technik & Technologie   Nachrichten

Ziemann/Cervecería Centro Americana

Größte Brauerei Guatemalas ordert in Ludwigsburg Ziemann hat einen Auftrag für die Modernisierung der Cervecería Centro Americana SA, Guatemala, erhalten. (F.) Im Mai 2014 besuchten Vertreter der Cervecería Centro Americana SA, Guatemala, die Ziemann International GmbH in Ludwigsburg. Die Cervecería Centro Americana ist die größte Brauerei des Landes, wo sie trotz eines hart umkämpften Biermarkts seit Jahren überaus erfolgreich agiert. Folgerichtig wird die Privatbrauerei mit Sitz in Guatemala City ihre Produktionskapazität jetzt zusammen mit Ziemann weiter ausbauen. Zum Lieferumfang von Ziemann zählen zwei Mühlen, die Erweiterung des Gär­kellers mit einem Doppeltank und drei ZKTs und der Umbau des Drucktankkellers auf Vollautomatik mit Doppelsitzventilen sowie dessen Erweiterung um zwei Doppeldrucktanks.

„Ausschlaggebend für den Auftrag waren sicherlich unsere langjährigen Beziehungen und das Wissen der Brauerei um unsere hohen Qualitätsstandards. Hinzu kam, dass wir der einzige Anbieter einer Gesamtlösung waren“, resümiert Ralph Schneller-Reindell, Ziemann-Vertriebsleiter Südamerika. Individuelle Konzepte Ziemann bietet sowohl Handwerks- als auch Großbrauereien vom Sudhaus bis zum Drucktankkeller maßgeschneiderte Lösungen. Das Angebotsspektrum im Sudhausbereich reicht von der Malzannahme über die Schrotmühle, Maischgefäße, Läuterbottiche, Maische­filter, Würzepfannen und den Whirlpool bis hin zur Würzekühlung. Ebenfalls komplett abgedeckt wird der Kaltblock mit Gär- und Lagertanks, Drucktanks, Hefe- und Wassertanks sowie der notwendigen Prozesstechnik. Nicht zuletzt ist Ziemann bei der Mo-

Stephan Smets, Ralph Schneller-Reindell, Claudia Ronquillo (1. Braumeisterin), Jose Aleman (Technischer Direktor) und Werner Aguirre (Leiter Elektrotechnik) von der Cervecería Centro Americana SA sowie Ziemann-Geschäftsführer Klaus Gehrig (v.l.) dernisierung, Kapazitätserweiterung oder dem schlüsselfertigen Neubau einer Brauerei ein geschätzter Partner. Seit August 2012 gehört die Ziemann International GmbH zur China International Marine Container (CIMC) Group und ist innerhalb dieser Unternehmensgruppe eine 100 %ige Tochtergesellschaft der niederländischen CIMC Enric Tank and Process BV.

  Fachliteratur Die Biersorten der Brauwelt: Ihre Geschichten & Rezepturen. Von Horst Dornbusch, 304 S., broschiert, 1. Aufl. 2014, 24,90 € ISBN-13: 978-3-418-00126-5 (dp) Er ist ein Wanderer zwischen den Welten, der sich sowohl in der nordamerikanischen als auch der europäischen Bierbranche bestens auskennt. Nach Altbier (1998), Bavarian Helles (2000) und Prost! The Story of German Beer (1997) hat Multitalent Horst Dornbusch nun sein 4. Buch veröffentlicht: Die Biersorten der Brauwelt: Ihre Geschichten & Rezepturen. Seit Februar 2014 auf dem Markt, gilt das Werk schon jetzt als der Klassiker in deutscher Sprache, als Referenzwerk für professionelle Brauereien und engagierte Hobbybrauer. Kein Wunder, sind die Biersorten der Brauwelt doch eine einzigartige Sammlung von 117 der weltweit wichtigsten Bierrezepte. Vorgestellt werden

zudem einige historische Biersorten aus unterschiedlichen Epochen der Weltgeschichte – von der Antike bis zur Gegenwart. Jede Sorte wird nicht nur ausführlich beschrieben, sondern auch mit zumindest einem Foto illustriert. Für Brauer am wichtigsten ist aber die Brauanleitung mit ihrer Zutatenliste. Für professionelle Brauer

ist die Mengenangabe in Hektoliter ausgewiesen, für Hobbybrauer im 20-l-Maßstab. Von Altbier bis Zoigl Mit viel Liebe zum Detail hat Dornbusch seine Bierbeschreibungen und Rezepte zusammengetragen. Vorgestellt werden nicht weniger als drei Altbiertypen, neun verschiedene Ales, mehrere India- und Imperial-Ales, sechs Pilsner-Typen und sechs Stouts. Hinzu kommen Trappisten-Biere, Weißbier, Wiess und Wit. Bei allen Bieren erläutert Dornbusch ihre Entstehungsgeschichte sowie die Geschmacksrichtungen mit allen analytischen Merkmalen. Beschrieben werden außerdem das jeweilige Maisch­verfahren, die Würzekochung, Hopfung, Hefetyp, Gärverfahren, Reifung und Lagerung. Angesichts dieser Angaben kann jetzt jeder, der möchte, traditionelle Biertypen weitgehend authentisch nachbrauen.

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Technik & Technologie   Getränketechnologie

Forschungsprojekt zur nachhaltigen und schonenden Getränkepasteurisation abgeschlossen Dipl.-Ing. Heiko Woest, Dip.-Ing. Isil Cöllü (beide VLB Berlin), Dipl.-Biol. Knut Schwarzer, M.Sc. Anna Dammann, Prof. Dr.-Ing. Jan Schneider, (alle Hochschule Ostwestfalen-Lippe)

Das IGF-Vorhaben 17129N „Nachhaltige und schonende Getränkepasteurisation unter Berücksichtigung der individuellen mikrobiologischen und verfahrenstechnischen Bedingungen am Beispiel Bier“ ist abgeschlossen. Ziel des Vorhabens war es, die Parametrierung der Pasteurisation von Bier zu verbessern.

Mikroskopaufnahme des Bierschädlings Pediococcusdamnosus

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Das Projekt wurde gemeinsam von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. und dem Fachgebiet Getränketechnologie des Instituts für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe von Mai 2011 bis zum Oktober 2013 durchgeführt. Ziel des Vorhabens war es, die Parametrierung der Pasteurisation von Bier zu verbessern. Dabei gliederten sich die Untersuchungen in drei wesentliche Schritte: 1. Die präzise und zeitnahe Erfassung der mikrobiologischen Situation im lagernden Bier. 2. Die genaue Bestimmung des Wärmeeintrags bei Kurzzeiterhitzungsanlagen. 3. Die genaue Bestimmung des Wärmeeintrags bei Flaschenpasteuren. Darüber hinaus wurden Untersuchungen zur Sekundärkontamination von Flaschen und zur Absterbekinetik der Bierschädlinge durchgeführt.

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1. Die präzise und zeitnahe Erfassung der mikrobiologischen Situation im lagernden Bier Zur schnellen und prozesszeitnahen Erfassung von Bierschädlingen in hohen Verdünnungen wurde eine molekularbiologische Methode, die Real-Time PCR herangezogen. Diese ermöglicht neben einem qualitativen Nachweis auch eine quantitative Aussage. Hierfür konnten eine Reihe von Primern identifiziert werden, welche es ermöglichen mit dieser Methode alle wichtigen Bierschädlinge in einer quantitativen PCR zu bestimmen. Allerdings blieb die Konzentrationsuntergrenze, ab der eine Messung ohne Voranreicherung möglich war, mit 1E+03 Koloniebildenden Einheiten/mL hinter den Erwartungen zurück. Um eine zeitnahe Analytik ohne vorgeschaltete mikrobiologische Anreicherung zu realisieren wurde alternativ versucht, eine Aufkonzentration der Mikroorganismen aus kontaminiertem Bier durch Bindung an die Oberfläche von PEI-PE Polymer zur realisieren. Die Bindung an das Adsorptionsmedium in der getesteten Form kann jedoch als weitgehend irreversibel bezeichnet werden, wodurch die weiterführende Probenaufbereitung erschwert wird. In Zusammenarbeit mit der Firma GENIAL und dem Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung IAP kann die Oberfläche des PEI-PE Polymers so modifiziert werden, dass die Bindung der Mikroorganismen abgeschwächt wird. Damit wären diese zur weiteren Analyse leich8,33 µm wie eine ter ablösbar. Alternativen, Bindung an Aktivkohle sowie eine PCR-gekoppelte Filtration des Produktes wurden zusätzlich getestet. Obgleich die bisherigen Ergebnisse nicht befriedigen konnten, stellen sie dennoch die Grundlage bzw. den

Ausgangspunkt für die Verbesserung der Technik für weiterführende Projekte dar. 2. Die genaue Bestimmung des Wärmeeintrags bei Kurzzeiterhitzungsanlagen Zur genaueren Untersuchung der thermischen Entkeimung in Kurzzeiterhitzungsanlagen wurde ein Zeit-Temperatur-Integrator (TTI für Time-Temperature-Integrator) entwickelt, mit dem eine genauere Analyse der tatsächlich einwirkenden thermischen Belastung möglich ist. Der TTI beruht dabei nicht, wie die bisher gängigen Verfahren auf dem Absterbeverhalten von Mikroorganismen (Challenge Test), sondern auf einem chemischen Prozess, der deutlich genauer untersucht werden kann. Die Hydrolyse von Saccharose verläuft mit einer sehr genau bestimmbaren Aktivierungsenergie EA von 105,1 kJ/mol. Die tatsächliche Reaktionsgeschwindigkeit lässt sich durch den pH-Wert des Mediums einstellen, so dass die Reaktion auf die Versuchsparameter anpassbar ist. Ein Vergleich mit einem mikrobiologischen Challenge Test zeigte, dass sich mit dem TTI deutlich plausiblere und genauere Ergebnisse im Bereich der Heißhaltestrecke erzielen lassen als mit herkömmliche Verfahren. Dies gilt so allerdings nur für annähernd isotherme Abschnitte der Anlage (Heißhaltestrecke). Im Bereich der Aufheiz- und Abkühlstrecke, wo anisotherme Verhältnisse vorliegen, spielt die niedrige EA im Vergleich zu der der thermischen Abtötung von Mikroorganismen eine Rolle. Die errechnete wirksame Temperatur liegt dann unter der, die für Mikroorganismen gilt. Der Wert ist also, bei Einbezug der gesamten Anlage, mit einer Sicherheitsmarge versehen.


Technik & Technologie

Workflow zur Messung der wirksamen PE einer KZE-Anlage 3. Die genaue Bestimmung des Wärmeeintrags bei Flaschenpasteuren Der Wärmeeintrag in das Gebinde bei der Vollpasteurisation ist im Vergleich zur KZE schwieriger präzise zu bestimmen. Die klassische Methode der Messung des Temperaturverlaufs am kältesten Punkt (Cold Spot) gibt nur eine Untergrenze für die möglichen effektiven PE an. Der TTI lässt sich aufgrund der sehr weiten Temperaturspanne bei der Vollpasteurisation hier nicht auf Mikroorganismen übertragen. Um genauere Einblicke in die Temperaturverteilung innerhalb des Gebindes zu bekommen wurde der Vorgang mit dem Programm Ansys CFX 14.0 (Ansys Inc. EUA), nummerisch simuliert. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Teilchenbewegung und den Temperaturverlauf einzelner Volumenelemente (Partikel tracking) gelegt. Letzterer wurde dann verglichen mit der klassischen Cold Spot Messung. Es zeigte sich, dass die Temperatureinwirkung auf die einzelnen Partikeln, abhängig vor allem, aber nicht nur, vom Aufenthaltsort zu Beginn der Pasteurisation, stark voneinander abweicht (3 - 25 PE). Weiter wurde festgestellt, dass selbst die Partikel mit der geringsten thermischen Dosage eine höhere PEBelastung erfahren, als die Messung am Cold Spot ergibt. Über diese zentralen Themen hinaus wurden Untersuchungen zur

primären (Bier) und sekundären (Gebinde) Verkeimung des Bieres durchgeführt. Hierzu wurden Proben in insgesamt 9 Brauereien gezogen. Beprobt wurden Filtrat-Drucktanks sowie die Flaschen auf dem Transportband zur Abfüllung. Vor allen bei letzteren konnte eine deutliche Abhängigkeit der Keimbelastung vom allgemeinen Hygienezustand und den Hygienemaßnahmen vor Ort festgestellt werden. Gute Hygiene konnte die Belastung der Flaschen vor der Abfüllung um ein bis zwei Zehnerpotenzen senken. Die Absterbekinetiken, die in der Literatur veröffentlicht sind, wurden gesichtet und in die Lemgo D- and z-

value Database for Food (http://www. hs-owl.de/fb4/ldzbase) übernommen. Es zeigte sich, dass bei einigen Keimen noch erhebliche Wissenslücken bestehen. Bei anderen sind zwar Untersuchungen vorgenommen worden, aber aufgrund der beschriebenen Methodik bestand erheblicher Zweifel an den Daten. Hier wurden eigene D-Wert-Bestimmungen durchgeführt um einen Teil der Lücken zu füllen. Insgesamt wurden D- und z-Werte für 4 Keime bestimmt. Bei Lactobacillus brevis DSM 6235 wurde zudem der Alkoholgehalt des Weizenbieres, das als Aufwuchsund Abtötungsmedium diente variiert. Das IGF-Vorhaben 17129N der Forschungsvereinigung Brauerei wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Den vollständigen Schlussbericht zum IGF-Vorhaben 17129N „Nachhaltige und schonende Getränkepasteurisation unter Berücksichtigung der individuellen mikrobiologischen und verfahrenstechnischen Bedingungen am Beispiel Bier“ können interessierte Unternehmen kostenlos über die Forschungsstelle anfordern. Kontakt Heiko Woest, VLB Berlin woest@vlb-berlin.org Brauerei Forum  –  August 2014

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Technik & Technologie   Brauer-Schule Fachfragen und Fachrechnen für Auszubildende

Kohlenstoffdioxid für die Schankanlage Perlt es auf der Zunge, ist in Getränken Kohlenstoffdioxid enthalten, das umgangssprachlich als Kohlensäure bezeichnet wird. Beim Bier oder Sekt entsteht es natürlich durch Gärung, bei anderen Getränken, wie Limonade oder Sodawasser, wird es als Gas zugesetzt. Die Berufsgenossenschaft NGG gibt hierzu Merkblätter heraus, z. B. ASI 6.80. Die Aufgaben stellte Studienrat Robert Pawelczak, Staatliche Berufsschule Main-Spessart/ Karlstadt

1. Um mit einer mobilen Schankanlage Bier zapfen zu können, benötigt man ein Spanngas. Welche Aussage über Spanngase ist falsch? a) CO2 kann als E 290 gekennzeichnet werden b) Als Spanngas kann sogenanntes Mischgas (CO2 und N2) eingesetzt werden c) Bei Verwendung von reinem N2 als Spanngas kann das Bier aufkarbonisieren d) Als Spanngas kann reines N2 eingesetzt werden e) Nicht angeschlossene CO2-Druckgasflaschen können stehend und liegend gelagert werden 2. CO2 ist in Druckgasflaschen unter hohem Druck flüssig. In drucklosem Zustand hat CO2 nur zwei Aggregatzustände „fest“ und „gasförmig“. Wie bezeichnet man einen Stoff, der unmittelbar vom festen in den gasförmigen Zustand übergeht? a) Retentat b) Aggregat c) Zölibat d) Kondensat e) Sublimat 3. CO2 wird für Spezialanwendungen in Steigrohr­ flaschen (rotes Handrad und roter Warnaufkleber) abgefüllt und verkauft. Für welche Spezialanwendung darf eine solche Steigrohrflasche von unterwiesenen Personen verwendet werden? a) Ausschank von Getränken mit hohem CO2-Gehalt b) Ausschank hochviskoser Getränke c) Ausschank mit Postmixanlagen d) Befüllen des CO2-Reservoirs eines Keggys® e) Spanngas für verwendungsfertige Schankanlagen

Foto: Wikipedia

4. In welcher durchschnittlichen Konzentration ist CO2 in unserer Atemluft vorhanden? a) 35 % b) 3,5 % c) 0,35 % d) 0,035 % e) 0,0035 %

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5. Aus Sicherheitsgründen sind CO2-Druckgasflaschen mit einer Berstscheibe versehen, die bei Überdruck reißt. Welcher Druck muss auf die Berstscheibe einer mit einem blauen Kunststoffstopfen versehenen CO2-Druckgasflasche einwirken, damit diese auslöst? a) 400 bar b) 250 bar c) 100 bar d) 60 bar e) 5 bar 6. Um Spanngas bereitzustellen, das das auszuschenkende Getränk aus den Gebinden drückt, kommen bei Getränkeschankanlagen CO2-Druckgasflaschen Brauerei Forum  –  August 2014

Foto: Wikipedia

Strenge Sicherheitsauflagen regeln den Transport und die Lagerung von Gasflaschen zum Einsatz. Welche Menge CO2 kann stündlich entnommen werden, damit das CO2 in der Flasche nicht vereist? a) Die Entnahmemenge spielt keine Rolle, da das CO2 in der Flasche bereits gasförmig ist b) Nicht mehr als ein Liter CO2 pro Minute c) Die Entnahmemenge spielt nur bei einer Tempera-­ tur unter 5 °C eine Rolle d) Die Entnahmemenge spielt keine Rolle, da die CO2- Flaschen immer mit einem Druckminderer betrie-­ ben werden, der jeweils nur eine bestimmte Menge CO2 austreten lässt e) Die Entnahmemenge sollte 10 % der in der Flasche befindlichen CO2-Menge nicht überschreiten 7. CO2-Druckgasflaschen dürfen nur mit einem entsprechenden Druckminderer betrieben werden. An diesem Druckminderer befindet sich an der Hinterdruckleitung zur Schankanlage ein Absperrhahn. Wann muss dieser verschlossen werden? a) Der Absperrhahn muss verschlossen werden, wenn die CO2-Flasche transportiert wird b) Der Absperrhahn muss nach jedem Zapfvorgang verschlossen werden c) Der Absperrhahn muss bei jedem Getränke- behälterwechsel geschlossen werden d) Ein Verschließen ist nicht notwendig, da bei unbe- absichtigtem Entweichen des CO2 die Zuleitung zur Schankanlage automatisch durch den Druck­ minderer verschlossen wird e) Beim Wechsel der CO2-Flasche, damit kein Bier aus dem Transportbehälter in die CO2-Flasche gedrückt wird 8. Worauf ist zu achten, wenn Sie CO2-Flaschen in einem geschlossenen Lieferwagen befördern? Diese Frage ist frei zu beantworten Fachrechnen 1. In einem Getränkekühlraum entweichen durch unsachgemäßes Anschließen eines Kegs 10 kg CO2. Welche Grundfläche muss der Kühlraum bei einer Raumhöhe von 2,5 Metern haben, damit die CO2Konzentration unter 3,0 Vol.-% bleibt? (volle m2) 2. Wie viele 30-l-Fässer lassen sich theoretisch mit einer 10 kg CO2-Flasche leer drücken? (ganze Zahl) Anmerk.: Dichte CO2: 1,98 kg/m3 (Lösungen S. 25)


Technik & Technologie   Nachrichten

Deutsch-amerikanische Brauer zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs – Teil 2 Am 20. Juli 1902 gab es in der American Brewers Review einen Artikel über den ältesten in den USA tätigen Braumeister, der sich nun mit fast 70 Jahren zur Ruhe setzen wollte. John Schneider (jr) John Schneider kam am 16. Mai 1833 in Stadelhofen in Oberfranken zur Welt. In jungen Jahren schloss er sich 1848 der Märzrevolution an. Die postrevolutionäre Auswanderungswelle erfasste auch ihn. So landete Schneider gemeinsam mit vier Freunden aus seiner Heimat im März 1852 in New York. Dort arbeitete er für ein paar Wochen in der Schaefer Brewery, was vermutlich seine erste berufliche Erfahrung im Brauwesen war. Doch bereits im Juni 1952 verließ er New York wieder und ging nach Cincinnati. Bevor er hier anfing zu arbeiten, bereiste er den Bundesstaat Ohio und besuchte einige Verwandte und Freunde. Im August fand er wieder Anstellung in einer Brauerei. Dort erledigte er solche Arbeiten wie Wasser schleppen oder beim Maischen helfen und war in der Zeit „Junge für alles“. John Schneider hatte allerdings großen Ehrgeiz, sich im Brauwesen weiterzubilden und höhere Qualifikationen zu erlangen. Er wechselte häufig seinen Arbeitgeber und gelangte bald in eine kleine

Brauerei in Missouri, wo er seine erste Anstellung als Braumeister fand. Nach einigen weiteren Arbeitsplatzwech-

seln eröffnete er 1859 zusammen mit John Neu in Ripley, Ohio eine eigene Brauerei. Jedoch verließ er diese im Oktober 1861 schon wieder, um im 17.

Missouri Turner Regiment im Amerikanischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Dieses Freiwilligenregiment setzte sich zum größten Teil aus Mitgliedern des Turnvereins zusammen und bestand ausschließlich aus Männern deutscher Herkunft. Nach 24 Schlachten kehrte John Schneider 1864 zurück nach St. Louis. Er fing zunächst als assistierender Braumeister in Covington an, wurde aber bald in Nashville als Geschäftsführer einer Brauerei angestellt. Es folgte eine zweite Brauereigründung mit einem Partner. Aber schon kurze Zeit später verkaufte er seine Rechte an dem Unternehmen wieder. Denn er wurde von der Haltnorth Brewery als Leiter der Brauerei angeheuert. Nachdem die Inhaber der Halt­ north Bewery gewechselt hatten, war auch das Arbeitsverhältnis mit John Schneider beendet. Er war daraufhin in verschiedenen Orten als Braumeister tätig. 1885 wurde er schließlich Braumeister bei der Schlather Brewing Company, wo er bis zu seinem Ruhestand blieb.

  Nachrichten Brewers Association, USA

Anhaltendes Wachstum im Segment der US-Craft-Brewer Die amerikanische „Brewers Association“, gemeinnützige Vereinigung der US-amerikanischen Brauereien, berichtet von einem 18%igen Anstieg des Craft-Bierausstoßes in der ersten Jahreshälfte 2014. (F.) Während in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres 9 Mio. Barrel (ca. 10,56 Mio. hl) verkauft wurden, waren es im selben Zeitraum dieses Jahres 10,6 Mio. Barrel (ca. 12,44 Mio. hl). Die von der Brewers Association veröffentlichten Halbjahreszahlen basieren auf der aktualisierten Definition für Craft-Brauereien. Danach darf eine amerikanische Craft-Brewery maximal zu 25 % im Besitz oder unter der Führung eines anderen Unternehmens, das in der alkoholischen Getränkeindustrie tätig und selbst keine Craft-Brauerei ist, befinden. Außerdem muss das Bier auf tradi-

tionelle Weise gebraut werden und die Brauerei darf eine jährliche Bierproduktion von 6 Mio. Barrel (ca. 7 Mio. hl) nicht überschreiten. Ende Juni 2014 waren zudem in den USA 3040 Brauereien in Betrieb, 99% davon als Craft-Brauereien. Zusätzlich waren zum selben Zeitpunkt 1929 Brauereien in Planung schätzungsweise 110 273 Mitarbeiter in amerikanischen CraftBrauereien beschäftigt. „Gepaart mit der anhaltend steigenden Anzahl der Brauereien markiert der Marktwachstum der Craft-Brauer die andauerernde Verortung der Bierproduktion in den Vereinigten Staaten,“ sagt Bart Watson, Chefvolkswirt, Brewers Association.

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IfGB aktuell   IfGB-Forum

  Nachrichten

12. IfGB-Forum verzeichnet bereits 90 Anmeldungen Für das IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei am 7. und 8. Oktober in Leipzig haben sich

BSI

Spirituosenindustrie veröffentlicht „Daten aus der Alkoholwirtschaft 2014“ Der Bundesverband der Deutschen

bereits 90 Teilnehmer angemeldet. Der deutschsprachige Branchentreff bietet auch in Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI), Bonn, hat die „Daten

diesem Jahr ein vielseitiges Programm von Aromenverordnung über Craft Distilling bis zu aus der Alkoholwirtschaft 2014“ verSocial Media. Gastgeber ist Bell Flavors & Fragrances, Tagungsort das Westin Hotel Leipzig.

Mit Unterstützung von:

(WiK) Das 12. IfGB-Forum diskutiert erneut Wege und Möglichkeiten, wie kleine und große Brennereien und Spirituosenhersteller in einem angespannten Markt erfolgreich agieren können. Der erste Tagungstag widmet sich den Rahmenbedingungen der Spirituosen­ produktion und -vermarktung. Der Aromenschwerpunkt am selben Tag beleuchtet den Einsatz von und die Erwartungen an Aromen. Eine spannende Diskussion zwischen Aromenherstellern und Anwendern sowie der Lebensmittelüberwachung ist zu erwarten. Die Betriebsführung bei Bell Flavors wird dieses Thema noch vertiefen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass ein so renommiertes Unternehmen wie Bell Flavors & Fragrances das IfGB-Forum einlädt“, so Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine. Mit besonderer Spannung wird der Vortrag über Social Media erwartet, der nicht nur skizziert, wie man Markenpflege im Netz betreibt, sondern auch von der Entstehung neuer Marken im World

Wide Web zu berichten weiß. Am zweiten Tag eröffnen drei renommierte Experten unterschiedliche Perspektiven auf die traditionelle Trendspirituose Gin, u.a. ihre Bedeutung für die Entwicklung des Craft Distillings. Der Schwerpunkt Technologie & Marketing für Brenner richtet sich sowohl an Kleinbrenner als auch an Großunternehmen. Hier werden Marketingstrategien vorgestellt, aber auch neue Ergebnisse der Vakuumdestillation von Obstmaischen sowie Möglichkeiten der Energie-Optimierung. Als Moderatoren konnten erneut Klaus Malinowsky, Kuemmerling, und Michael Spandern, Agricolia, gewonnen werden. „Bisher verzeichnen wir mehr als 90 Teilnehmer aus 60 Betrieben, Behörden, Ministerien, Verbänden und Instituten“, sagt Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine. „Auch die begleitende Fachausstellung erfreut sich in diesem Jahr einer guten Nachfrage“, so IfGB-Koordinatorin Wiebke Künnemann.

Bell Flavors lädt nach Leipzig ein

Foto: Bell

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öffentlicht.

(F.) Die neueste Ausgabe dieses jährlich erscheinenden Datenwerkes enthält aktuelle Übersichten über die Struktur der Alkoholwirtschaft, den Absatz von Spirituosen, die Distributionswege, den Verbrauch alkoholhaltiger Getränke und die Besteuerung von Bier, Schaumwein, Spirituosen, Wein und Zwischenerzeugnissen in Deutschland. Der Sonderteil Europa enthält Angaben über den Außenhandel mit Spirituosen, den Spirituosenkonsum in Europa und weltweit sowie die steuerliche Belastung der alkoholhaltigen Getränke in den EU-Ländern. Die Datenbroschüre informiert zusätzlich über die Mitgliedsunternehmen, den organisatorischen Aufbau und die Gremien des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. Der BSI leistet mit dieser Veröffentlichung einen übersichtlichen Beitrag zur objektiven Darstellung des deutschen und europäischen Spirituosen- und Alkoholmarktes. Erhältlich über: info@bsi.de


Nachrichten aus dem Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie zu Berlin   Nachrichten DLG/Meistermann Korn-Spezialitäten

Meistermann ausgezeichnet Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche LandwirtschaftsGesellschaft) hat in diesem Jahr 560 Spirituosen überprüft. Von den getesteten Spirituosen e r h i e l t e n 256 Produkte eine DLG-Prämierung in Gold. (F.) Im Jahr 2014 gehört das Unternehmen Meistermann Korn-Spezialitäten mit je einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille erneut zu den Preisträgern. Prämiert wurden der Klare Kräuterlikör, Herrenlikör und Bakumer Kräutertropfen. Der familiengeführte Betrieb betreibt die Kornbrennerei seit dem Jahr 1793. Im Jahr 1996 kam eine Likörmanufaktur dazu. Meistermann Korn-Spezialitäten ist ein Mitglieds­ unternehmen der VLB Berlin.

IfGB

Destillateur-Aufbaukurs 2015 – Die Anmeldung ist offen Diese 14-tägige Fortbildung für Destillateure und Quereinsteiger findet jährlich statt, außer in dem Jahr, in dem der IfGB-Kurs Fach- und Handlungsspezifische Qualifikationen für Destillateurmeister auf die Meisterprüfung vor der IHK vorbereitet. Damit diejenigen, die eigentlich in diesem Jahr den Aufbaukurs absolvieren wollten, für das nächste Jahr planen können, wurde bereits im August die Anmeldung für 2015 eröffnet. (WiK) Der Kurs richtet sich an alle, die ein professionelles Interesse an der Herstellung von Spirituosen haben. Diese Fortbildung bietet eine optimale Verzahnung von Theorie und Praxis. Das Themenspektrum erstreckt sich von Brennereitechnologie, Technologie der Spirituosenherstellung, über Rezept- und Produktentwicklung bis hin zu Zollverkehrsfragen. Der Kurs wird besucht von Mitarbeitern aus Brennereien, von Spirituosenproduzenten und Aromenherstellern. PharmazieUnternehmen schicken

Teilnehmer ebenso wie unterschiedlichste Betriebe der Zulieferindustrie. Der Kurs ist auf Fachleute aus der Produktion ausgerichtet, wendet sich aber auch an Vertriebsmitarbeiter. Für die Teilnahme wird Grundlagenwissen der Brennerei- und Destillationstechnik vorausgesetzt. Der Aufbaukurs eignet sich für gelernte Brenner und Destillateure, um Wissen aufzufrischen und zu aktualisieren. Weiterhin ist diese Lehrveranstaltung eine sehr gute Vorbereitung auf den DestillateurMeisterkurs.

Anmeldung: Sabine Voigt/ Jana Mahlau, Seestraße 13, 13353 Berlin. Tel.: (030) 450 80-215, E-Mail: voigt@ifgb.de www.ifgb.de

IfGB

„Behalten Sie das gemeinsame Ziel vor Augen!“ – IfGB-Kurs Fach- und Handlungsspezifische Qualifikationen 2014: 12 Kandidaten auf dem Weg zum Geprüften Destillateurmeister Am 11. August hat der fachspezifische Kurs zur Vorbereitung auf die Destillateurmeisterprüfung vor der IHK Berlin begonnen. Das Gros der Teilnehmer stammt von Brennereien und Spirituosenherstellern sowohl aus mittelständischen Betrieben als auch aus Großunternehmen. Die Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei schickt z.B. zwei Teilnehmer, Kuemmerling und Underberg je einen. Die Kursstruktur belegt eine stabile Spirituosenbranche. Nur ein Teilnehmer stammt aus dem Aromensektor. (WiK) Hoch sind die Erwartungen der Teilnehmer an die 10-wöchige For tbildungsmaßnahme, hoch auch jene der Dozenten und Prüfer an die Aspiranten. Kursleiter Dr. Rolf Hardt erläutert „Sie haben viel theoretischen Unterricht, aber wir lassen Sie auch sehr viel praktisch arbeiten.“ Er empfiehlt, das gemeinsame Ziel, Meister zu werden, vor Augen zu haben und im Team auf die Prüfung hinzuarbeiten. Sinnvoll sei es, den umfangreichen Stoff zeitnah aufzuarbeiten. Hierbei zähle auch der Erfahrungsschatz jedes Einzelnen. Die Kombination von internen Experten und externen Spezialisten führt in vielen Fächern zu Blockunterricht. Vom 20. bis zum 22. Oktober schließt sich an den Kurs die Prüfung vor der IHK Berlin an. Dozent und IHK-Prüfer Klaus Malinowsky rät, besonders die Projektarbeiten zu nutzen, um das in der Prüfung geforderte vernetzte Denken zu üben. „Schauen Sie stets über den Tellerrand!

Wir erwarten am Ende, dass Sie alles können, was eine Führungskraft wie der Meister beherrschen muss: Jedes Fach kann Prüfungsrelevanz haben.“ Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine gab den Teilnehmern mit auf den Weg: „Nutzen Sie Ihre Zeit im Insti-

tut und fragen Sie die Dozenten so viel wie möglich!“ Mit dem Blick auf die aktive Baustelle im Hof ergänzte er: „Die nächste Generation Destillateurmeister wird bereits in unserem neuen Aus- und Fortbildungszentrum unterrichtet werden.“

Rolf Hardt (l.), Klaus Malinowsky (r.) und Josef Fontaine (2. v.r.) begrüßen die Meisteranwärter

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101. VLB-Oktobertagung Internationale Fachtagung für die Brau- und Getränkewirtschaft – 29. bis 30. September 2014, Hotel Berlin, Berlin

Technische Veranstaltung • 43. Braugersten-Seminar Montag, 29. September 2014 Technische Veranstaltung

Nano- und mikropartikel in komplexen Flüssigkeiten Vorsitz: Dr. Mike Eberle (Radeberger Gruppe, Frankfurt a. Main) 14.00 Uhr Begrüßung und Einführung 14.05 Uhr Nanotechnologie und Lebensmittelsicherheit – Ist einzig die Größe entscheidend? Dr. Ralf Greiner (Bun­des­forschungs­institut für Ernährung und Lebensmittel, Karlsruhe)

Multipositions-Sensortechnologie zur Analyse von Gradienten in Gärtanks Jan Biering (VLB Berlin) / Anika Bockisch (TU Berlin)

10.10 Uhr Kaffeepause mit Besuch der Fachausstellung Technische Veranstaltung

Sustainability – auf Kurs in die nachhaltige Produktion Dr. Stefan Kreisz (Carlsberg Research Centre, Kopenhagen)

14.50 Uhr Applications of nanotechnology to water treatment: the European project WATER Maria Antonietta Buccheri, PhD (Università di Catania, Italien)

10.50 Uhr Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Auswirkung auf die Brauwirtschaft Thomas Tyrell (VLB Berlin)

15.20 Uhr Identifizierung von Mikropartikeln in komplexen Flüssigkeiten Dr. Roland Pahl (VLB Berlin)

11.30 Uhr Kontinuierliche Energie- und Medieneinsparung in der Kulmbacher Brauerei Dr. Jörg Lehmann (Kulmbacher Brauerei)

15.50 Uhr Kaffeepause mit Besuch der Fachausstellung Technische Veranstaltung

Korrosion und Edelstahl – neue Erkenntnisse Vorsitz: Dr. Mike Eberle (Radeberger Gruppe)

12.00 Uhr Sustainable Packaging for Carlsberg – LCA, Cradle-to-Cradle & Carlsberg Circular Community Håkon Langen (Carlsberg, Kopenhagen) 12.30 Uhr Umsetzung eines Nachhaltigkeitsprogramms in der Warsteiner Brauerei Julian Behr (Warsteiner Brauerei)

16.30 Uhr Korrosion von nichtrostendem Stahl: Korrosionsarten, Mechanismen, Schadensbilder Dr. Wilhelm Erning (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin)

13.00 Uhr Mittagspause mit Besuch der Fachausstellung

17.00 Uhr Korrosivität vor Ort erzeugter, Chlor-basierter Desinfektionsmedien bei CrNi(Mo)-Stählen im Anwendungsfeld automatisierter CIP-Prozesse in der Getränkeindustrie Stefan Reimann (VLB Berlin)

Vorsitz: Prof. Dr. Frank Rath (VLB Berlin)

17.30 Uhr Korrosion und nichtrostende Stähle: Einfluss von Werkstoffwahl, Verarbeitung, Oberflächengüte und Umgebungsbedingungen Dr. Hubertus Schlerkmann (Salzgitter Mannesmann Forschung, Duisburg)

43. Internationales Braugersten-Seminar

14.00 Uhr Begrüßung und Einführung 14.10 Uhr Braugerstenbilanz 2014 – Entspannung oder Ruhe vor dem Sturm? Michael Fleischer (RMI Analytics, Luzern, Schweiz)

18.00 Uhr Ende des Vortragsprogramms

14.45 Uhr Aktuelle Entwicklungen in der Genomforschung von Gerste Prof. Dr. Andreas Graner (Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Gatersleben)

Dienstag, 30. September 2014

15.25 Uhr Der Einfluss von Hopfeninhaltsstoffen auf Gushing Dr. Elisabeth Wiesen (Barth-Haas Group, Nürnberg)

Technische Veranstaltung

16.00 Uhr Kaffeepause mit Besuch der Fachausstellung

Brauereitechnologie: Von Hefen und Gradienten

16.30 Uhr Analytische Charakterisierung der Hopfenlipide und Diskussion ihres Beitrags zum Gushingphänomen Dr. Nils Rettberg (VLB Berlin)

Vorsitz: Dr. Stefan Kreisz (Carlsberg Research Centre, Kopenhagen)

– Änderungen vorbehalten –

9.40 Uhr

8.30 Uhr

Einführung

8.40 Uhr

Optimierung von Brauereihefestämmen – High Gravity, Flokkulation, Fermentationsintensität und Gärungsnebenprodukte Dr. Deniz Bilge (VLB Berlin)

9.10 Uhr

Hefe-Identifizierung mittels MALDI-TOF Massenspektrometrie Jana H. Gierds (VLB Berlin) / Isil Cöllü (VLB Berlin)

17.05 Uhr Mehrzeilige Wintergersten und Hybridgersten – Neue Impulse für den Anbau von Braugerste? Prof. Dr. Frank Rath (VLB Berlin) 17.35 Uhr Schlusswort 18.00 Uhr Ausklang im Hotel Berlin, Berlin 22.00 Uhr Ende der Veranstaltung


17. VLB-Forum Getränkeindustrie und Getränkehandel Montag, 29. September 2014

Dienstag, 30. September 2014

VLB-Forum

VLB-Forum

Herausforderungen für die Brauindustrie

Neue Märkte, neue Strategien / Automation und IT

Vorsitz: Holger Eichele (Deutscher Brauer-Bund, Berlin)

Vorsitz: Dr. Thomas Dombrowski (Coca-Cola Erfrischungsgetränke, Berlin)

14.00 Uhr Begrüßung

9.00 Uhr

Begrüßung

14.05 Uhr Die Herausforderungen im deutschen Biermarkt Holger Eichele (Deutscher Brauer-Bund, Berlin)

9.10 Uhr

Ein mittelständisches Getränke-Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft Rainer Schwittay (Friedrich Lütvogt, Wagenfels)

9.45 Uhr

Die Ökonomie von fahrerlosen Transportsystemen Waldemar Osterhoff (EK-Automation, Rosengarten)

14.35 Uhr Bier im neuen Gewand – Gegen Überproduktion und Preisverfall Jürgen-M. Gottinger (Dr. Wieselhuber & Partner Unternehmensberatung, München) 15.05 Uhr Synergien zwischen Groß und Klein – Ein neues Modell im herausfordernden Biermarkt Dr. Sven Bischoff (Privatbrauerei Bischoff, Winnweiler) 15.35 Uhr Kaffeepause mit Besuch der Fachausstellung

10.15 Uhr Kaffeepause mit Besuch der Fachausstellung 11.05 Uhr Elektronische Rechnungsverarbeitung im Getränkeeinzelhandel und GFGH Frank Meierhoff / Christoph Klein (alldrink, Heidelberg) VLB-Forum

Juristische Aspekte an der Verladerampe / Transportlogistik Vorsitz: Dr. Thomas Dombrowski (Coca-Cola Erfrischungsgetränke, Berlin) VLB-Forum Vorsitz: Holger Eichele (Deutscher Brauer-Bund, Berlin)

16.20 Uhr Der GFGH als Leergutmanager Uwe Heinrich (trinks, Goslar) 16.50 Uhr Premium-Cola – ein Unternehmensmodell der Zukunft? Uwe Lübbermann (Premium-Cola, Hamburg) 17.20 Uhr An American Craft Brewer in Germany Greg Koch (Stone Brewing, Escondido CA and Berlin GER) (Vortrag in Englisch) 17.50 Uhr Ende des Vortragsprogramms

11.45 Uhr Umsatzsteuerliche Behandlung der Hin- und Rückgabe von Transportbehältnissen Reiner Siemund (Copa Systeme, Wesel) 12.15 Uhr Überprüfung der Rechtskonformität des Verladens Ingo Walter (Eckes-Granini Deutschland, Werk Bröl, Hennef/Sieg) 12.45 Uhr Mittagspause mit Besuch der Fachausstellung 13.45 Uhr Erste Ergebnisse zur Untersuchung von TUL-Belastungen beim Getränketransport Norbert Heyer (VLB Berlin) 14.10 Uhr Möglichkeiten der Ladeeinheitensicherung Dr. Georg Wenk (VLB Berlin) 14.50 Uhr Resümee und Abschlussdiskussion 16.30 Uhr Ausklang im Foyer des Hotel Berlin, Berlin

www.vlb-berlin.org/okt2014

22.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsort

Hotel Berlin, Berlin, Lützowplatz 17, 10785 Berlin, www.hotel-berlin.de

Rahmenprogramm Sonntag, 28. September 2014 ab 18.00 Uhr Vorabendtreffen im Foyer des Hotels Berlin, Berlin Montag, 29. September 2014 8.30 Uhr

Separate Arbeitssitzungen der Fachausschüsse des Technisch-­Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) und des Betriebswirtschaft­lichen Ausschusses (BWA) der VLB Berlin im Hotel Berlin, Berlin (auf besondere Einladung)

18.15 Uhr

Ordentliche Mitgliederversammlung der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V.

19.30 Uhr

Verabschiedung VLB-Präsident Dr. Axel Th. Simon im Lichthof der VLB Berlin

Tagungssprachen

Die Vorträge der Technischen Veranstaltung einschließlich des Braugersten-Seminars werden in Deutsch oder Englisch gehalten. Es wird eine entsprechende Simultanübersetzung angeboten. Die Tagungsdokumentation ist wahlweise in Deutsch oder Englisch verfügbar.

Information

VLB Berlin, Veranstaltungsorganisation, Seestraße 13, 13353 Berlin Tel. (030) 450 80-215, Fax (030) 450 80-210 brewmaster@vlb-berlin.org, www.vlb-berlin.org/okt2014

Teilnahmegebühren (VLB-Mitglieder erhalten 25 % Rabatt) Gesamtkarte

940 €

Tageskarte Montag

600 €

ab 20.00 Uhr Begrüßungsabend auf dem Campus der VLB Berlin

Braugersten-Seminar*

350 €

Dienstag, 30. September 2014

Tageskarte Dienstag

600 €

ab 16.30 Uhr Ausklang im Hotel Berlin, Berlin

Alle Preise zuzüglich 19 % MwSt. * Die Teilnahme am Braugersten-Seminar ist in der Tageskarte Dienstag und in der Gesamtkarte enthalten

– Änderungen vorbehalten –

Management mal anders


Technik & Technologie   Historie Nachrichten

Franz Schönfeld: Weißbier-Forscher aus Sachsen-Anhalt Dr. Peter Lietz, Berlin

Als Lagerbiere gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr das traditionelle Weißbier verdrängten, gerieten viele Brauereien in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Um ihnen zu helfen, gründete die VLB Berlin eine eigene Abteilung. Ziel war es, neue Erkenntnisse bei den obergärigen Bieren zu sammeln. Zum Leiter der Abteilung wurde Dr. Franz Schönfeld ernannt, ein promovierter Chemiker, der die Grundlagenforschung der obergärigen Biere maßgeblich vorantrieb. Ende des 19. Jhs. wechselten die bis dahin zumeist treuen Weißbierkonsumenten verstärkt zum untergärigen, kräftiger gehopften Bier. Die veränderten Trinkgewohnheiten bekamen als Erstes besonders die Berliner Weißbierbrauereien zu spüren. Was waren die Ursachen für den zum Teil drastischen Rückgang des bis dahin doch so traditionellen und bei der Kundschaft durchaus geschätzten obergärigen Bieres? Eine wesentliche Ursache war die bessere, vor allem stabilere Qualität der untergärigen Lagerbiere. Sie zeichneten sich im Gegensatz zur Berliner Weiße durch einen kräftigeren Charakter, Glanzfeinheit sowie in der Regel stabilere Haltbarkeit aus. Weiterhin konnten diese Biere vom Fass problemlos und vor allem schneller als die Weißbiere gezapft werden. Während beim Einschenken einer gut gelagerten

Berliner Weiße viel Können und vor allem Geduld, d. h. Zeit, gefragt waren, um den Hefebodensatz in der Flasche zurückzuhalten, konnte das filtrierte Fassbier zügig eingeschenkt werden. Eine Eigenschaft, die in den Sommermonaten für den Gastwirt von nicht zu unterschätzender Bedeutung war. Die Weißbierbrauer hatten schon seit langem mit deutlichen Qualitätseinbußen zu kämpfen. Einmal stimmte die Säure nicht, zum anderen traten immer wieder die gefürchteten RotVerfärbungen ein. Durch Kontamination mit Pediokokken kam es zu guter Letzt öfter zur Schleimbildung, einer Weißbierkrankheit, die auch als „Langwerden“ bezeichnet wurde. Bis dahin war die Berliner Weiße vor allem in den Sommermonaten als durstlöschendes Getränk von der Berliner Kundschaft sehr geschätzt, denn es gab noch keinen alkoholfreien Getränkemarkt,

Abb. 1: Alte Berliner Weißbierstube wie sie typisch war für die damalige Zeit

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wie wir ihn heute kennen. Auch heute beobachten wir einen Rückgang des Konsums unserer klassischen Biere, allerdings nicht aus Qualitätsgründen, sondern weil unsere Kundschaft neue, oft auch nur andere interessante Geschmacks­impulse erwartet. Grundlagenforschung Die zumeist kleinen obergärigen Weißbierbrauereien verfügten Ende des 19. Jhs. in der Regel nicht über die notwendige Kapitaldecke, um bei der Anschaffung moderner Brauereimaschinen mit den untergärigen Brauern Schritt zu halten. Die veralteten Holzbottiche und Fässer ließen sich kaum optimal reinigen, sodass moderne Verfahrensschritte, wie der Einsatz von Reinzuchtkulturen, unwirksam blieben. Zum anderen – und das war ein wesentlicher Faktor – wusste man auch zu wenig, was die Qualität des obergärigen Bieres überhaupt ausmachte. Hier waren immer noch handwerkliches Können und jahrelange Erfahrung gefragt. Was waren die Ursachen für diese zum Teil krassen Qualitätsschwankungen? Lagen die Ursachen in den Rohstoffen, in der fehlenden oder zumindest nicht beachteten Reinigung und Desinfek­ tion? Sollte man dazu übergehen und die bis dahin verwendete Stellhefe, in der Regel ein Gemisch von Hefen und Bakterien, durch eine Reinkultur ersetzen und die fertige Würze vor dem Ausschlagen kochen, ohne dass sich der bisherige Charakter der obergärigen Biere, an den sich die Kundschaft gewöhnt hatte, veränderte? Was passierte mit den Mikroorganismen des Malzes? Sollte man das Grünmalz bei hohen oder niedrigeren Temperaturen abdarren? Welche Bedeutung kam den verschiedenen Mikroorganismen bei der Gärung und Reifung zu?! Fragen,


Technik & Technologie die sich nicht nur auf die deutschen sauren Biere, wie die Berliner Weiße und die Gose, sondern auch auf andere obergärige traditionelle Biere, wie z.B. die englischen, bezogen, die bekanntlich mit einem Gemisch verschiedener Brauereikultur- und Nachgärhefen arbeiteten. Forscher aus Leidenschaft Die VLB Berlin hatte recht bald die Nöte der Berliner Weißbierbrauer erkannt und war deshalb entschlossen, im Interesse dieses traditionellen Produktes etwas zu tun. Aus diesem Grunde gründete Max Delbrück Ende des 19. Jhs. eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich den obergärigen Bieren widmen sollte. Wer sollte sich dieser zwar dankbaren, aber sicher nicht leichten Aufgabe widmen? Es galt, sich mit einem Produkt zu beschäftigen, dem in der Bierbranche keine so große Zukunft mehr beschert war. Im Jahre 1891 hatte ein junger, gerade frisch promovierter Chemiker seine Tätigkeit in der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei aufgenommen, voller Tatendrang, aber sicher ohne große Kenntnisse von den Geheimnissen der Bierherstellung. Sein Name war Franz Schönfeld. Er wurde vor fast 150 Jahren, am 1. Juni 1866, in einem kleinen, damals wie heute weitgehend unbekannten Dorf namens Hohendodeleben, gelegen im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt – dem Land der „Frühauf­steher“ – geboren. Dieser Ort, in unmittelbarer Nachbarschaft von Magdeburg, gehörte Mitte des 19. Jhs. zu Preußen, an der Grenze zu Sachsen, deshalb finden wir in seinem der Dissertation beigefügten Lebenslauf auch die Herkunfts­ bezeichnung „in vico Saxoborusso“. Fr an z S ch ö nf e l d besuchte im nahen Magdeburg das Gymnasium und nahm 1886 an der Universität Halle sein Chemiestudium auf, wechselte aber bereits nach zwei Semestern nach Berlin. Zu seinen Lehrern zählten der Synthese­chemiker Jakob Volhard (1834–1910), ein Schüler von Justus von Liebig (1803–1873), der Literaturwissenschaftler Rudolf Haym (1821–1901), Rektor der Universität Halle, in Berlin Max Carl Ludwig Wittmack (1834–1929), zu dieser Zeit Professor für Botanik an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, der Mineraloge und Professor für Chemie Carl Friedrich Rammelsburg (1813–1899) sowie Johann Karl Wilhelm Friedrich Tiemann (1848–1899), Profes-

sor für Chemie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (Chemie der Riechstoffe). Seine Inaugural-Dissertation mit dem Thema „Beiträge zur Kenntnis eines neuen Nonylalkohols und Nonylens“ reichte Schönfeld an der Philosophischen Fakultät der Berliner Universität ein und wurde am 12. August 1891 zum Dr. phil. promoviert. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Chemiestudiums fand er noch im selben Jahr seine Anstellung an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei. Dies sollte auch seine einzige Wirkungsstätte bleiben. Als junger Chemiker widmete er sich zunächst den verschiedenen Aufgaben rund um die Analytik sowie der Bewertung der Roh- und Hilfsstoffe. Auf diesem Wege lernte er aber auch recht schnell die aktuellen Probleme der Brauindustrie kennen. Bei den jährlich organisierten Gersten- und Hopfen-Wettbewerben wirkte Franz Schönfeld im Prüfungsausschuss mit und erwarb bald als Vorsitzender dieser Gremien Ansehen und Verdienste auf dem Gebiet der Analyse und Bewertung der Brauereirohstoffe. Es war deshalb folgerichtig, dass Max Delbrück in der Zeit des großen Umbruchs von der obergärigen zur untergärigen Bierherstellung diesen jungen Chemiker mit der Leitung der neu gegründeten Abteilung für Obergärige Biere betraute und wenig später auch die Leitung der Versuchs- und Lehrbrauerei übergab. Schönfeld hat sich mit viel Enthusiasmus und Geschick der Aufklärung der biochemischen und mikrobiologischen Vorgänge bei der obergärigen Bierherstellung gewidmet, um die wissenschaftlichen Grundlagen für eine schlüssige Brau­ technologie obergäriger Biere zu erarbeiten. Seine zusammen mit Rommel veröffentlichten Arbeiten über die Eigenschaften der verschiedenen Heferassen, besonders die der untergärigen Bierhefen vom Typ Frohberg und Saaz, sollten besonders genannt werden. Auf den alljährlichen Tagungen der VLB als auch in zahlreichen Veröffentlichungen sowie in grundlegenden Lehr­büchern popularisierte er seine in über 40-jähriger Tätigkeit an der VLB gesammelten reichen Erfahrungen und sein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der Bierherstellung und nicht nur der obergärigen, sondern auch der untergärigen Gärung und Reifung. Von großer Bedeutung wurden für die

nachfolgenden Generationen deshalb sein mehrbändiges Lehrbuch „Brauerei und Mälzerei“ sowie das bereits 1902 zum ersten Mal ebenfalls im Parey Verlag erschienene Buch über „Die Herstellung obergähriger Biere“. Diese obergärigen, leider heute zu Unrecht in Deutschland stark vernachlässig­ ten Biere hatten es ihm besonders angetan. Franz Schönfeld widmete sich nicht nur den wissenschaftlichen Grundlagen der Bierherstellung, sondern beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte obergäriger Biere.

Abb. 2: Abschäum­bottich zum Ableiten der Hefe

Die klassischen obergärigen Biere Zu den bekanntesten Weißen Bie­ ren Norddeutschlands des 16. Jhs. gehörten die aus Hamburg, Lübeck, Bremen, Danzig und Stade. Sie alle waren in der Regel nicht hoch vergoren, enthielten noch viel vergärbaren Extrakt, ausreichend für die schnelle Vermehrung sowohl von wilden Hefen als auch säurebildenden Bakterien. Diese Biere tendierten deshalb auch bald zu einem leicht säuerlichen, zum Teil weinähnlichen Geschmack und bereiteten bei übermäßigem Genuss oft auch erheblichen Verdruss. Vom Broyhan, einem lieblich süßen Bier, sofern in Halberstadt, Hildesheim, Hannover und Quedlinburg als auch in Thüringen aus Gersten- und Weizenmalz gebraut, wurde berichtet. Das Bier aus Stade wurde „Kater“ genannt, da es nach reichlichem Genuss den Menschen „im Kopf kratze“. Große Bedeutung erlangten auch die verschiedenen Biere unter der Bezeichnung Gose, so die aus Goslar, Aschersleben, Quedlinburg, Wernigerode und schließlich auch aus Leipzig, eine Spezialität, die auch heute wieder angeboten wird. Die Original Goslarische Gose, bereitet aus zwei Teilen Brauerei Forum  –  August 2014

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Technik & Technologie

Franz Schönfeld

Gerste und einem Teil Weizenmalz, wurde aus einem Wasser bereitet, das mit vielen Erzteilen angereichert war. Sie hatte einen sauren Charakter, soll sehr „nahrhaft, hitzig und gut für den Magen gewesen sein“ und wurde vor allem Eheleuten (warum auch immer) empfohlen. Sie hatte ebenso, wie mancher Broyhan, einen ähnlich schlechten Ruf: „Ein Wundertrank ist wohl die Goslarische Gose, wer dessen zu viel trinkt, der nehm in acht seine Hose!“ In Buxtehude wurde ein Bier mit dem Namen „ich weiß nicht wie“ eingebraut. Der Name erinnerte daran, dass man nach durchzechter Nacht oft nicht wusste, wo man war. In der Folge wurde im 19. Jh. aus der Not eine Tugend gemacht und eine gezielte Säurebildung gefördert, in deren Folge die sauren Weizenbiere, an der Spitze die Berliner Weiße, entstanden. Die Weißbierbrauer orientierten im Gegensatz zur klassischen Untergärung auf einen möglichst niedrigen Vergärungsgrad. Es sollten noch genügend Kohlenhydrate vorliegen, um

in der nachfolgenden Flaschengärung eine ausreichende Kohlensäurebildung zu sichern. Deshalb wurden auch ausgesprochen träge Hefe­rassen mit Bruchcharakter bevorzugt, die sich später am Flaschenboden fest absetzten. Es kamen möglichst hoch abgedarrte Malze zum Einsatz, da die­ se „feinere aromatische Qualitätsbiere“ erzeugten. Um einen festen kompakten Schaum zu sichern, sollte das Grünmalz zwar eine gute Auflösung, jedoch keinen übermäßig hohen Gehalt an Eiweiß abbauenden Enzymen aufweisen. Dies wollte man mit einer kalten Haufenführung erreichen. Zur Umgehung der Eiweißrast wurde auch bei möglichst hohen Temperaturen (>50 °R entsprechend 63 °C) einge­ maischt und die Würze nicht gekocht, um die auf dem Malz vermuteten Milchsäurebakterien zu schonen. Jopenbier Zu den Kuriositäten unter den obergärigen Bieren zählte das Danziger Jopenbier. Es handelte sich um ein hoch-

Jahrbuch 2014 der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V. (GGB) Themen in diesem Jahr:

N eu er s c he Septem inung ber 201 4

 Das Wirken von Franz Schönfeld für die obergärige Bierbrauerei  Vor 73 Jahren und einem Kon­ dratieff (7) – Zur deutschen Braubranche  Eine cerevisiologische Mittelmeerkreuzfahrt vor 100 Jahren – Von Genua bis Venedig (Teil 2)  „Thatsächlich ein grosses Feld für lohnende Thätigkeit“ – Die Geschichte der Bank für Brau-Industrie  Die Geschichte der Brauereien Friedländer und Pringsheim in Oppeln  Die Nürnberger Brauereien im III. Reich in der Zeit von 1933 bis 1945  Betrachtungen zu einer 300 Jahre alten, braugeschichtlichen Kostbarkeit aus den Franckeschen Stiftungen zu Halle  Bier, Boom und Industrialisierung – Einige Beobachtungen zur Geschichte der Brauereien in Hessen zwischen 1871 und 1914  „Der Held im Schaumgelock“ – Betrachtungen zu 400 Jahre Maibock Jahrbuch 2014 der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V. 354 S., zahlreiche Abbildungen, 15 €, ISSN 1860-8922 erhältlich ab Mitte September 2014, www.vlb-berlin.org/verlag

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konzentriertes, sehr aromatisches, an Portwein erinnerndes Getränk, das im Rahmen einer wilden spontanen Gärung entstand und grundsätzlich nur in den Wintermonaten zwischen September und Mai bereitet wurde. Bei diesem maltosereichen Bier lag der Extraktgehalt zwischen 45 und 55 % (!) und wurde durch einen langen Kochprozess (ca. 10 Stunden) erreicht. Die fertige Würze wurde auf einem beheizbaren, deshalb mit doppelten Boden ausgestatteten Kühlschiff, ausgeschlagen und bis auf Anstelltemperatur abgekühlt. Die offenen Gärbottiche standen in Schuppen, deren Wände, Decken und Fußböden nach Aussage von Schönfeld und Mumme dick mit Schimmelpilzen überdeckt waren. Die Gärbottiche waren mit Deckeln versehen, die ein Loch enthielten, durch das der Gärschaum abfließen konnte. Man achtete peinlich darauf, dass dieser Pilzrasen nicht durch unnötige Reinigungsarbeiten beschädigt wurde. Bei der Jopenbiergärung handelte es sich um das kombinierte Wirken sowohl von Schimmelpilzen der Gattungen Penicillium und Mucor als auch sogenannter wilder Wein­hefen und hautbildender Esterhefen, die im Zusammenwirken unter zum Teil aeroben und anaeroben Bedingungen dem fertigen Bier diesen portweinähnlichen Charakter verliehen. Diese Hefen waren in der Lage, in der konzentrierten Würze doppelt so viel Alkohol zu bilden, wie normale Bierhefen. Nicht zu unterschätzen waren jedoch auch die Milchsäurebakterien, die bis zu 2 % Milchsäure bilden konnten. Der Gär- und Reifungsprozess erstreckte sich über mehrere Monate. Obwohl es nach dem Ersten Weltkrieg gelang, auch mit Reinkulturen das Jopenbier nachzumachen, wurde die Produktion nach 1918 nicht wieder aufgenommen. Niedergang obergäriger Biertradition Franz Schönfeld analysierte auch die Ursachen des Scheiterns der obergärigen Biertradition. Der eigentliche Niedergang der vom Charakter her leichten, alkoholarmen, dafür aber kohlensäurereichen und erfrischenden obergärigen Biere begann nach seinen Studien bereits Mitte bis Ende des 17. Jhs. und setzte sich über die Jahrzehnte des 18. und 19. Jhs. fort. Dieser Niedergang betraf nicht nur die obergärigen Biere, sondern die Brauwirtschaft ganz allgemein. Schönfeld führte diesen Niedergang auf die im 17. Jh. einsetzende Entwicklung der sogenannten Braukommunen zurück. Die Brauberechtigung in den Städten wurde in immer stärkerem Maße an


den Besitz gebunden. Die Braugerechtsamkeit hatte von nun an ihre Basis nicht mehr am fundierten Wissen des Brauberechtigten um den Brauprozess, sondern einzig und allein am Kapital. Aus dem Verkauf der Biere sicherten sich die Braubesitzer zwar eine ständige Einnahmequelle. Die eigentlichen Arbeiten im Brauhaus wurden aber meist von nur oberflächlich unterwiesenen Helfern ausgeführt, die oft nichts vom Brauprozess und von den dabei ablaufenden chemischen und mikrobiologischen Vorgängen verstanden. Dies wirkte sich über kurz oder lang auf die Bierqualität aus. Zum anderen muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass im 18. Jh., auch noch weit bis in das 19. Jh., das Wissen um die Zusammenhänge der enzymatischen Vorgänge während des Mälzens und Mai­ schens gleich null und auch über die Natur der Mikroorganismen, speziell der Hefe, wenig bekannt war. Es war deshalb verständlich, wenn die Brauer ihr bescheidenes Wissen um die Braukunst im wahrsten Sinn des Wortes versuchten, für sich zu behalten und deshalb die von Schönfeld beklagte Heimlichtuerei an der Tagesordnung war. Verständlich, wenn jeder auf seinen Zeug, auf seine Hefe (das in aller Regel aus einem Gemisch verschiedener Hefen und Bakterien bestand) schwor und niemandem erzählte, welche Zusätze er verwendete, um ein einigermaßen schmackhaftes Bier zu erzeugen. Unabhängig von den mittelalterlichen „Reinheitsgeboten“ – dazu gehörte auch die älteste bekannte deutschsprachige Brauordnung aus Weimar, die bereits vor 666 Jahren im Jahr 1348 erlassen worden war – wurden Ausgang des Mittelalters bis in das beginnende 18. Jhs. neben den Hauptgetreidearten Gerste, Weizen, manchmal auch Hafer, verschiedene, wenn auch nicht mehr giftige, berauschende Kräuter, dafür den Geschmack des Bieres mitbestimmende Kräuter der Maische, teilweise aber auch dem Bier, und das waren in der Regel obergärige Biere, zugesetzt. Dadurch entstanden die schon erwähnten, oft weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Biersorten, deren man sich heute, da die „handwerkliche Braukunst“ große Auferstehung

feiert, wieder einmal besinnen sollte. Wissenschaftliche Würdigung Franz Schönfeld gehörte zu den Wissenschaftlern, die als Hochschullehrer immer wieder fundiertes Wissen bei Brauern einforderten. Auf den Tagungen der VLB suchte er stets die Diskussion mit den Praktikern. „Der Wissenschaftler entwickelt aus dem Studium der Praxis sowie aus theoretischen Erwägungen, Probleme, die wieder dem Praktiker Anreiz geben und Wege bahnen für neue Arbeitsverfahren und Konstruktionen. So geht eine Befruchtung hin- und herüber.“ Das Wirken von Franz Schönfeld fällt auch in eine Zeit, als das deutsche Reinheitsgebot 1902 zum ersten Mal im Biersteuergesetz verankert wurde. Allerdings nicht wie im Mittelalter als lebensmittelrechtliche Ordnung (keine anderen Zutaten), sondern als wirtschaftliche Bestimmung, um ausländische, unter Verwendung von Surrogaten hergestellte Billigbiere abzuwehren. Seit dem ist das Wissen um die Vorgänge im Brau- und Malzprozess enorm gestiegen, sodass heute bei korrekter Arbeitsweise und dem Einsatz von Qualitätsrohstoffen die wissenschaftlich begründeten technologischen Abläufe stets Qualitätsbiere sichern. Viele Erkenntnisse und Anregungen verdanken wir Franz Schönfeld, dessen erfolgreiche Tätigkeit als Vorsteher der Abteilung für Obergärige Biere sowie der Versuchs- und Lehrbrauerei auch durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt wurde. Dazu gehört die 1904 verliehene „Kleine Goldene Denkmünze der VLB“ (für seine Verdienste im Hopfenund Gerstenpreisgericht) sowie anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums im August 1931 die „Große Goldene DelbrückDenkmünze“. 1934 erhielt Schönfeld den „Engelhardt-BrauereiPreis“, gestiftet vom Kuratorium der Engelhardt-Brauerei-Stiftung. Nach über 43 Dienstjahren wechselte er im September 1934 in den wohlverdienten Ruhestand, den er in seiner Wahlheimat Hamburg verlebte, wo er am 2. Oktober 1940 starb. (Der hier gekürzte Artikel ist im neuesten GGB-Jahrbuch 2014 vollständig abgedruckt.)

3rd European MicroBrew Symposium – Markets, Trends & Technology Symposium for craft and micro brewers from European countries 10 November 2014, Nürnberg, Germany

Language: English

Topics:  The evolution of small brewers in Europe and upcoming challenges  From recipe to rollout –

Critical points of a successful product development

 Weyermann® Malt Aroma Wheel® –

A perfect tool to select your malt composition

 German and Anglo-American brewhouse configurations:

Two concepts of wort production  Modern brewhouse equipment for craft breweries  The Craft Beer movement in Italy and the story of Birrificio del Ducato  Special flavours by hop application and hop varieties  Formation of aroma compounds during fermentation: Effects, control, range  Beer fermentation and maturation in wooden barrels – Theory and practice  Quality control and microbiological plant review – Experiences and recommendations  Establishing a reliable quality control in a craft brewery  Dispensing equipment: Principles and aspects of operation and hygiene

In cooperation with

www.vlb-berlin.org/en/microbrew Brauerei Forum  –  August 2014

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Markt & Marken   Nachrichten

Bundesministerium zeichnet 17 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis aus Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im Juni 17 deutsche Brauereien mit dem Bundesehrenpreis 2014 ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung, die deutsche Brauereien erreichen können, und wird in diesem Jahr zum 7. Mal verliehen. Die Preisträger hatten bei der Qualitätsprüfung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) für Bier die besten Gesamtergebnisse in den verschiedenen Bundesländern erzielt. (BF) An der traditionsreichen Qualitätsschau beteiligten sich in diesem Jahr 183 Brauereien. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Brauertags 2014 am 25. Juni in Berlin statt. Zusammen mit Ministerialdirektor Dr. Theodor Seegers überreichte DLG-Vizepräsident Prof. Dr. Achim Stiebing die Medaillen und Urkunden. „Die Preisträger haben sich mit zahlreichen Produkten dem Experten­urteil der DLG gestellt. Dies unter­streicht das konsequente Qualitätsstreben der Unternehmen über das gesamte Sortiment hinweg. Gleichzeitig ist der Bundesehrenpreis Ansporn und Verpflichtung, auch in Zukunft in eine umfassende Qualitätsarbeit zu investieren“, lobte Prof. Dr. Achim Stiebing. Für die Bewertung eines Bieres durch die DLG sind u.a. folgende Kriterien für die Experten relevant: Reinheit des Geruchs und Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit, Rezenz sowie Geschmacksstabilität. Alle Biere des DLG-Tests müssen nach Deutschem Reinheitsgebot gebraut sein.

Foto: DLG

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Bundesehrenpreis in Gold und Brauerei des Jahres Distelhäuser-Brauerei Ernst Bauer, Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg) Bundesehrenpreis in Silber Schlossbrauerei Maxlrain, Tunten­ hausen (Bayern) Die VLB Berlin gratuliert ihren Mitgliedern zum Bundes­ehrenpreis • Fürstlich Fürstenbergische Brauerei, Donaueschingen (Baden-Württemberg) • AuerBräu, Rosenheim (Bayern) • Frankfurter Brauhaus, Frankfurt/Oder (Brandenburg) • Privat-Brauerei Schmucker, Mossautal (Hessen) • Störtebeker Braumanufaktur, Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) • Gräflich zu Stolberg‘sche Brauerei Westheim GmbH (Nordrhein-Westfalen) • Park & Bellheimer Brauereien, Bellheim (Rheinland-Pfalz)

Weitere Bundesehrenpreise • Biermanufaktur Engel, Crailsheim • Hochdorfer Kronenbrauerei Otto Haizmann, Nagold-Hochdorf • Hirsch-Brauerei Honer, Wurmlingen (alle Baden-Württemberg) • Brauhaus Riegele, Augsburg • Brauerei Ustersbach, Ustersbach • Flötzinger Brauerei Franz Steegmüller, Rosenheim (alle Bayern) • Darmstädter Privatbrauerei, Darmstadt (Hessen) • Landskron Brau-Manufaktur, Görlitz (Sachsen) Alle Preisträger unter www.dlg.org/ bundesehrenpreis_bier.html


Markt & Marken   Nachrichten

Barth-Bericht 2013/14 vorgestellt Anfang Juli hat die Barth-HaasGruppe ihren neuesten Barth-Bericht 2013/14 in Nürnberg vorgestellt. Nach dessen Angaben ist die Weltbierproduktion 2013 auf knapp 2 Mrd. hl gestiegen. Der deutsche Bierausstoß liegt dabei bei mehr als 94 Mio. hl, was Platz 4 im internationen Ländervergleich entspricht. (F.) 2013 ist der Weltbierausstoß um 11 Mio. hl auf insgesamt 1,973 Mrd. hl gestiegen. Nach wie vor ist China das größte Bierland der Welt mit mehr als 500 Mio. hl, gefolgt von den USA mit 224 Mio. hl. Brasilien (136 Mio. hl) folgt auf Platz 3 vor Deutschland auf Platz 4 mit 94 Mio. hl. Russland liegt nach einem Rückgang um mehr als 9 % mit 89 Mio. hl jetzt auf Platz 5. 2013 war China aber nicht nur die größte Biernation, sondern mit einem Zuwachs um mehr als 16 Mio. hl auch das Land mit dem höchsten Zuwachs. Afrika bleibt dagegen der Kontinent mit der höchs­ ten Zuwachsrate. Hier stieg der Bierausstoß 2013 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 6 %. Mehr als die Hälfte (51 %) des WeltBiermarktes wird von den fünf größten Brauereigruppen gebraut. Die 40 größten Brauereigruppen vereinen zusammen 81 % des Weltbiermarktes auf sich. Unter den 40 weltweit größten Gruppen befinden sich inzwischen sechs deutsche: Die Radeberger Gruppe auf Platz 22, Oettinger auf Platz 26, die Bitburger Braugruppe auf Platz

31, Krombacher auf Platz 33, die Brau Holding International auf Platz 36 und – neu unter den 40 größten Brauereien der Welt – Warsteiner auf Platz 39. Der Weltmarktanteil dieser sechs Gruppen beträgt zusammen allerdings nur 2,3 % .

Weltweiter Hopfenmarkt „Die strukturelle Überversorgung des Welthopfenmarktes mit Hopfen und Alphasäure scheint vorbei zu sein.“ Dies erklärte Stephan Barth, Geschäftsführender Gesellschafter von Joh. Barth & Sohn bei der Vorstellung des neuen Barth-Berichts Hopfen

2013/2014. Zum 5. Mal in Folge sei die Hopfenanbaufläche weltweit zurückgegangen. Lediglich 1955 sei die Fläche geringer gewesen, allerdings wurde damals auch nur ein Fünftel der heutigen Biermenge gebraut. Auch die geerntete Hopfenmenge sei 2013 zurückgegangen, allein in Deutschland um 20 % gegenüber dem Vorjahr. „Eine der Konsequenzen dieser Entwicklungen ist“, so Stephan Barth, „eine spürbare Verbesserung des Preisniveaus über alle Sortensegmente hinweg, besonders bei Aromahopfen.“ Auch seien bestimmte Sorten der Ernte 2013 völlig ausverkauft, etwa feine Aromahopfen. Barth-Haas-Gruppe Joh. Barth & Sohn und die Unternehmen der Barth-Haas-Gruppe waren auch 2013 die weltweit führenden Dienstleister rund um den Hopfen. Dies bekräftigten die Geschäftsführenden Gesellschafter Regine Barth und Stephan Barth. Der Marktanteil der Gruppe liege national wie international bei ca. 30 %. Die Gruppe wird aus Familienunternehmen gebildet und hat Standorte in Deutschland, den USA, Australien, Großbritannien und China. Der Umsatz der Barth-HaasGruppe werde für das laufende Geschäftsjahr 2013/2014, das am 31. Juli endet, voraussichtlich wie im Vorjahr ca. 220 Mio. € betragen. Beschäftigt werden weltweit ca. 600 Mitarbeiter, davon etwa 40 % in Deutschland.

Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB)

Mehrweg bei Glas und PET legt bei deutschen Mineralbrunnen zu Verbraucher greifen immer öfter zu Mineralwasser in Mehrwegflaschen. Diesen Trend dokumentiert die GDB in ihrem jüngsten Flyer, der unter www.gdb.de verfügbar ist. (F.) Im ersten Quartal 2014 weist die GDB für Glas-Mehrweg ein Plus von 3,3 % aus. PET-Mehrweg konnte im ersten Quartal sogar noch stärker zulegen. 4,1 % mehr Füllungen in PETMehrweg im Vergleich zum Vorjahr wurden zwischen Januar bis März 2014

gemessen. Für Marktforscher hatte sich dieser Trend bereits abgezeichnet. Verbraucher suchen seit einigen Jahren verstärkt nach wertigen Produkten. Mehrwegflaschen bringen genau das auf den Punkt. Sie stehen für nachhaltigen Konsum. Rund 180 nationale und regionale Mineralbrunnenunternehmen in Deutschland füllen Mineralwasser und Erfrischungsgetränke auf Mineralwasserbasis in Mehrwegflaschen ab. Unterstützt wird der Trend bei Glas-Mehrwegflaschen durch neue

Kästen, die in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen sind. Sie unterstreichen die Wertigkeit von Produkt und Verpackung und können so zu der positiven Entwicklung von Glas-Mehrweg beitragen. PET-Mehrwegflaschen weisen seit Jahren eine stabile Entwicklung auf. Ihr Anteil ist im Vergleich zu Glas-Mehrwegflaschen kontinuierlich gewachsen, sodass Glasund PET-Mehrweg heute in etwa einen gleich hohen Marktanteil von ca. 15 % aufweisen. Brauerei Forum  –  August 2014

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Markt & Marken   Nachrichten Ratsherrn Brauerei

4er-Box mit Hamburger Leckerbissen Im Juli hat Ratsherrn einen besonderen Genuss hoch vier präsentiert. Die clevere 4er-Box hält echte BierLeckerbissen bereit und möchte ein Geschmackserlebnis der reinsten Craft Beer Art vermitteln. (F.) Zu den Auserwählten gehören das Ratsherrn Pale Ale, das neue Ratsherrn Lager, das Ratsherrn Rotbier und das Ratsherrn Weißbier. Diese unterschiedliche Zusammenstellung vereint Historie, Region und Craft Beer-Philosophie zu außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen. Diese einzigartige Vierfaltigkeit im Kraftkarton bietet dem Genießer die Möglichkeit, traditionelle Hamburger Bierstile zu erleben. Die Lieblingsbox-Viererkette Einmal auf Augenhöhe mit dem Süden Deutschlands. Was im Fußball unmöglich scheint, wird durch das Ratsherrn Weißbier Realität. Ein Weißbier aus Hamburg, das nach eigenen Angaben Maßstäbe setzt und die deutsche Bierlandschaft begeistern soll. Sechs Malzsorten und ein exotisch geprägter

neuseeländischer Aromahopfen mit dem malerischen Namen Topaz lassen den Genießer in ein spritzig, sommerfrisches Erlebnis abtauchen. Das Ratsherrn Rotbier gehört schon immer in die Hansestadt – es hat sogar dem Hamburger Stadtteil Altona den Namen gegeben. Weißer Schaum und ein bernsteinrotes Bier gehören sozusagen zur Stadtsilhouette und schaffen ein malzaromatisches Aroma. Dafür sorgen eine Spezialmalzmischung und der Aromahopfen Saphir – eine wundervolle Karamellnote inklusive. Das dritte Bier im Bunde ist das Ratsherrn Pale Ale – oder einfacher ausgedrückt: Hamburg mal urenglisch. England ist nicht nur als Mutterland des Fußballs bekannt, sondern gilt seit dem 17. Jh. auch als Ursprungsland des Pale Ale. Im praktischen Vierer-Pack überzeugt diese Bierkreation durch ein besonders fruchtig hopfiges Aroma, das durch Hopfensorten von der amerikanischen Nordwestküste erreicht wird. Ale right?! Letzter im Bunde ist das Ratsherrn Lager, das in der Lieblingsbox nicht fehlen

darf. Ein Lager aus der Lagerstraße, wo die Ratsherrn Brauerei beheimatet ist. Das passt. Die Geschmacksmischung hält leichte Fruchtnoten gespickt mit feiner Würze für die Kenner parat. Für den Handel gibt es die Lieblingsbox in der Multicrate-Kiste mit Platz für 6 Lieblingsboxen. Passend zur Saison steht die mobile Geschmacksvielfalt seit Juli für den Fachgroßhandel abholbereit zur Verfügung.

Giesinger Bräu

Neue 0,33-l-Euroflasche als Mehrweggebinde Giesinger Bräu, München, hat einen Klassiker im neuen Format in den Markt gebracht: Die neue Flasche, die unter dem Namen Giesinger Euro vertrieben wird, ist der bekannten Euro2-Flasche nachempfunden, die es bislang nur in der 0,5-l-Variante gab. (F.) Die neue Flasche, die seit Anfang Juli erhältlich ist, wurde in enger Abstimmung zwischen Giesinger Bräu und Sys­ tempack Manufaktur München entwickelt und unterstreicht den lokalen Charakter der Brauerei: „Für uns ist die Euro2-Flasche, wie für viele andere Bier-

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liebhaber auch, der Inbegriff der traditionellen Bierflasche. Der Trend geht aber klar auch zum kleinen Gebinde, deshalb wollten wir auf jeden Fall die 330-ml-Flaschengröße im Sortiment haben. Eine derartige Flasche in Euro2-Form war allerdings nicht am Markt erhältlich. Deshalb haben wir sie selbst entwickelt. Damit verbinden wir Tradition und Moderne – auf Giesinger Art“, erklärt Steffen Marx, Geschäftsführer der Giesinger Biermanufaktur. Die neue, design­ geschützte 0,33-l-Flasche ist im Größenver-

hältnis, Erscheinungsbild und Haptik der Euro2-Flasche nachempfunden. Sie ist für andere Brauereien auch als Lizenzprodukt erhältlich. Rund sieben Monate Entwicklungszeit mit vielen Experimenten waren nötig, bis das Ergebnis zufriedenstellend ausfiel. Unterscheidungsmerkmal Flasche „Als kleine lokale Brauerei müssen wir uns unterscheiden. Natürlich wäre es z.B. für die Abfüllung einfacher gewesen, eine der anderen Flaschenformate zu nutzen. Aber das kam für uns nicht in Frage. Deshalb haben wir einige Mühen auf uns genommen und schaffen mit unserem Neuzugang auch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Selbstverständlich sprechen wir mit der neuen Flasche auch die Gastronomie an“, so Marx weiter.


Institutionen & Verbände   Nachrichten DBMB Landesgruppe Berlin-Brandenburg

Sommerausflug durch den Prenzlauer Berg Am 12. Juli 2014 wanderten ca. 70 Teilnehmer auf den Spuren alter Berliner Brauereien durch den Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg und die Berliner Unterwelten. Als Stadtführer glänzte Landesgruppenmitglied KarlHeinz Pritzkow. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es im heutigen Großbezirk Pankow 24 Brauereien, von denen heute keine mehr Bier braut. Erster Anlaufpunkt war die ehemalige Schneider-Brauerei und das einstige Vergnügungsgelände Schweizer Garten mit Kaffee- und Biergarten. Der damalige Eigentümer ließ 1892/93 nach rund 25 Jahren Gaststättenbetrieb die Brauerei erbauen. Jedoch kam der Braubetrieb bereits 1914 unter dem Einfluss des Ersten Weltkriegs zum Erliegen. Heute beherbergt ein Teil der historischen Gemäuer die UFO Sound Studios. ln anderen Teilen, die weitgehend ursprünglich erhalten bleiben sollen, finden Veranstaltungen statt. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichte die Gruppe das Gelände der ehemaligen Bötzow-Brauerei. Der Historiker und Archäologe Dr. Martin Albrecht erläuterte die Geschichte der Bötzow-Brauerei sowie die Zukunftspläne für das Gelände und führte die Teilnehmer durch einen Teil der historischen Gemäuer und Lagerkeller. Julius Bötzow baute in den Jahren 1884/85 auf dem Windmühlenberg eine neue Brauerei. Bereits ein Jahr nach Aufnahme der Bierproduktion durfte sich Bötzow als erster Brauer im Deutschen Reich ,,Hoflieferant seiner Majestät des Königs von Preußen“ nennen. Ende 1949 wurde die VEB Bötzow Brauerei wegen der damaligen Überkapazitäten in Ost-Berlin stillgelegt. lm Jahr 2010 erwarb der Unternehmer Hans Georg Näder das ehemalige Brauereigelände. Nach den Plänen des englischen Architekten David Chipperfield wird das Gelände, orientiert an der früheren Struktur und Gestaltung, entwickelt. Die Pläne sehen u.a. einen Biergarten für 1500 Besucher, ein öffentliches Schwimmbad, ein Kunsthaus sowie ein Boutique-Hotel mit Reha-Lofts für Patienten vor. ln die Kellergewölbe sollen Manufakturen, Design, Kunst und eine Tiefgarage Einzug finden. In der Königstadt-Brauerei wurde von 1850–1921 Bier gebraut. Anschließend folgten auf dem Gelände viele

Nutzungen ohne Bezug zur Bierproduktion. Die heutigen Eigentümer des Geländes, die im Jahr 2003 den Produktionsbereich der ehemaligen Brauerei als Genossenschaft erwarben, errichten dort Räumen für Gewerbe, Handwerk, und Dienstleistungen. Der Abschluss des Sommerausflugs fand im Biergarten auf dem Pfefferberg statt. Hier wird seit November 2013 nach dem Wiederaufbau der Schankhalle erneut Bier gebraut. Braumeister Torsten Schoppe führte die Teilnehmer durch die Brauanlage der Bergbrauerei Pfefferbräu. Die nächste Mitgliederversammlung der Landesgruppe findet am Freitag, dem 5. September 2014, ab 17 Uhr bei der Rudolf Wild GmbH & Co. KG, in Berlin-Spandau statt. Jürgen Richter

Die Landesgruppe auf Exkursion zur ehemaligen BützowBrauerei in Berlin Prenzlauer Berg

Brauer-Schule: Lösungen von Seite 12 Fachfragen 1. c) Bei Verwendung von reinem N2 als Spanngas kann das Bier aufkarbonisieren 2. e) Sublimat 3. d) Befüllen des CO2-Reservoirs eines Keggys® 4. d) 0,035 % 5. b) 250 bar 6. e) Die Entnahmemenge sollte 10 % der in der Flasche befindlichen CO2-Menge nicht überschreiten 7. c) Der Absperrhahn muss bei jedem Getränkebehälterwechsel verschlossen werden 8. Ladungssicherheit beachten / Flaschen nur mit Schutzkappe oder Sicherungsbügel transportieren / Feuerlöscher mitführen (mind. 2 kg) / Rauchverbot im Fahrzeug / Untenstehendes Hinweisschild am Fahrzeug anbringen/ 1000 Punkte-Regel beachten Fachrechnen 1. Volumen des entwichenen CO2: V=

m

ρ

=

10 kg = 5,1 m3 1,98 kg / m3

Benötigtes Raumvolumen, um unter 3,0 %iger Konzentration zu bleiben: 2,99 %  5,1 m3 100 %  x m3 x = (100 • 5,1 m3)/2,99 = 170,57 m3 V A= = Benötigte Grundfläche: h Die benötigte Grundfläche beträgt 68 m2. 2. Volumen des CO2: Theoretische Anzahl der Kegs:

V =

m

ρ

=

170,57 m3 = 68 m2 2,5 m 10 kg 1,98 kg / m3

= 5,1 m3 = 5100 l

5100 l = 170 Kegs 30 l / Keg

Theoretisch lassen sich mit einer 10 kg CO2-Flasche 170 Kegs leer drücken. Brauerei Forum  –  August 2014

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ehem. VLBer

Certified Brewmaster Course erfolgreich beendet Nach sechs Monaten intensiven Lernens haben 35 neue Certified Brewmaster den internationalen Braumeisterkurs der VLB Berlin im Juni erfolgreich abgeschlossen. Damit haben seit seiner Einführung im Jahre 2006 inzwischen mehr als 300 Brauer aus 52 Ländern den VLB Certified Brewmaster Course absolviert.

Absolventen und Dozenten des VLB Certified Brew­master Courses 2014

(oh) Am 27. Juni war es endlich soweit: 35 Studenten aus 17 Nationen erhielten ihr hart erarbeitetes Zertifikat als „VLB Certified Brewmaster“. Dieser Abschluss genießt in der internationalen Brauindustrie hohe Anerkennung und diente bereits zahlreichen Absolventen als Sprungbrett für eine erfolgreiche Karriere. Im Januar 2014 begannen 37 Studenten ihre Brauer-Fortbildung in Berlin, von denen 35 die­se erfolgreich abschlossen. In diesem Jahr waren insgesamt fünf Kontinente in dem Kurs repräsentiert: Angehende Braumeis­ ter aus Australien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, UK, Indien, Japan, Kenia, Norwegen, Russland, Singapur, Spanien, Schweden, Taiwan, Tansania, der Türkei, Uganda und den USA fanden den Weg nach Deutschland. Das Procedere ist jedes Jahr ähnlich: Anfang Januar – also mitten im Berliner Winter – finden sich an der VLB angehende Brauer mit den unterschiedlichsten Hintergründen zusammen, um gemeinsam in den kommenden sechs Monaten alles Wesentliche über die Herstellung von Bier zu lernen. Auf sie wartet ein anspruchsvolles Programm: Es geht um Brauerei-Rohstoffe, die einzelnen Verfahrensschritte

Foto: oh

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Brauerei Forum  –  August 2014

im Brauprozess bis hin zur Verpackung sowie um Qualitätssicherung. Neuestes Wissen wird auch durch Praktika in den Laboren und der Studienbrauerei vermittelt. Dabei wird das Grundlagenwissen immer wieder durch neue Erkenntnisse aktualisiert. Auch Anregungen aus der Studentenschaft fließen regelmäßig ein, sodass sich der Kurs von Jahr zu Jahr ständig weiter entwickelt. Am Ende – das Wetter in Berlin ist bis Juni deutlich freundlicher geworden – muss eine anspruchsvolle Prüfung bestanden werden. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Bereits nach kurzer Anlaufzeit finden sich die Studenten mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zusammen und entdecken, dass ihr gemeinsames berufliches Interesse auch eine Basis für internationale Verständigung und Freundschaft ist. Fester Bestandteil des Certified Brewmaster Courses sind immer auch zwei Exkursionen. Erster Höhepunkt im März war in diesem Jahr der Besuch der internationalen 101. Brau- und maschinentechnischen Arbeitstagung der VLB in Donaueschingen. Länger angelegt war die zweite Exkursion. Diese führte die Gruppe Ende Juni –

nach dem Abschluss aller Prüfungen und noch vor der Verleihung der Zertifikate – zu Firmen aus der Brau- und Getränkebranche sowie ihren Zulieferern. Besucht wurden: • Aspera Brauerei Riese, Mülheim a.d. Ruhr • Rhein-Ruhr Malz, Mülheim a.d. Ruhr • Warsteiner Brauerei • Licher Privatbrauerei • GEA Brewery Systems, Kitzingen • Hopfenveredlung St. Johann, Hal­ lert­­au • NATECO2, Wolnzach • Oettinger Brauerei, Zweigniederlassung Gotha Überall wurden die Studenten sehr herzlich begrüßt, gab es interessante Begegnungen und intensive Fachgespräche. Dabei beindruckte auch immer wieder die große Gastfreundschaft der Unternehmen, die sich bei der Bewirtung der angehenden Braumeister sehr großzügig zeigten. Am 27. Juni bekamen die erfolgreichen Kursteilnehmer dann endlich ihr Abschluss-Zertifikat von VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine überreicht. Der nächste Certified Brewmaster Course an der VLB findet vom 12. Januar bis 26. Juni 2015 in Berlin statt.


ehem. VLBer   VLB aktuell Vereinigung ehem. VLBer

Mitgliederversammlung entlastet Vorstand einstimmig Die Mitgliederversammlung der ehem. VLBer hat Anfang Juli 2014 ihren Vorstand einstimmig entlastet. Damit wurde die Amtsführung von Klaus Niemsch (1. Vorsitzender) und Dr. Roland Pahl (2. Vorsitzender) im Geschäftsjahr 2013 gebilligt. (dp) Vor dem jüngsten Sommerfest der VLB Berlin am 4. Juli hat die Vereinigung ehem. VLBer ihre diesjährige Mitgliederversammlung abgehalten. Dabei genehmigten die Mitglieder einstimmig das Protokoll der Mitgliederversammlung 2013. Niemsch berichtete über seine Pläne, noch in diesem Jahr mehrere Landesgruppen zu besuchen. Ziel ist es, die Verbindung zur VLB aufzufrischen, um so dem Vereinsleben neuen Schwung zu verleihen. Aufmerksam machte der Vorsitzende ferner auf den Braumeis­ tertag am 21. April 2016 in Ingolstadt, der zum 500-jährigen Bestehen des Bayerischen Reinheitsgebotes für Bier

veranstaltet wird. Geplant sei, dass die Alumni-Vereinigungen der Universitäten und Schulen dieses Jubiläum mit Bundestreffen und Versammlungen verbinden. Mitgliedergewinnung Bei der Aussprache nahm das Thema Mitgliedergewinnung erneut breiten Raum ein. Diskutiert wurde u.a., wie neue Mitglieder gewonnen werden könnten. In diesem Zusammenhang erinnerte Dr. Pahl an folgende Sachverhalte. So sei zum einen den heutigen Studenten an der VLB die Vereinigung ehem. VLBer weniger bekannt. Zum anderen hätte aber auch die Bereitschaft, sich in Vereinen zu engagieren, durch das soziale Umfeld grundsätzlich abgenommen. Großen Zulauf verbuche allerdings die Berliner Brauer Zunft, die neben regelmäßigen Stammtischen auch attraktive Events organisiert. Niemsch wies darauf hin, dass sich die Berliner Brauer Zunft an

Foto: dp

die jetzigen Studenten wendet, die ehem. VLBer aber an die Absolventen nach dem Studium. Dass ein Bedürfnis bestehe, den Kontakt zu den früheren Kommilitonen zu halten, zeigten die vielen Jahrgangs- und Semestertreffen. Dr. Karl-Dieter Esser plädierte dafür auszuloten, ob es Möglichkeiten für Kooperationen zwischen den ehem. VLBern und der Berliner Brauer Zunft gebe. Nach der Entlastung des Vorstandes wurden Manfred Staruß und Jürgen-M. Solkowski einstimmig zu Rechnungsprüfern gewählt.

Manfred Staruß, Dr. Roland Pahl und Klaus Niemsch auf der jüngsten Mitgliederversammlung der ehem. VLBer im Hörsaal Hövelhaus Anfang Juli 2014

Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V.

Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2014 Im Rahmen der 101. VLB-Oktobertagung findet die ordentliche Mitgliederversammlung der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei e.V. (VLB) am Montag, dem 29. September 2014, 18.15 Uhr, im Hotel Berlin, Berlin, Lützowplatz 17, 10785 Berlin, statt. Tagesordnung 1. Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verwaltungsrates und Genehmigung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung 2. Bericht der Geschäftsführung über das Geschäftsjahr 2013 und Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses 2013 3. Abstimmung der Mitgliederversammlung über den Jahresabschluss 2013 4. Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2014 a) Wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr

5. 6. 7. 8.

b) Standortentwicklung See straße/Stand Neubauprojekt der VLB Entlastung der Geschäftsführung und des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2013 Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2014 Satzungsänderung: Ergänzung § 12: (4) Vergütung der hauptamtlichen Geschäftsführung Neuwahl des Verwaltungsrates Wahlvorschläge: • Dr. Mike Eberle, Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main • Peter Himmelsbach, Haus Cramer Management GmbH, Warstein • Dr. Stefan Lustig, Brau Holding International GmbH & Co. KGaA, München • Horst Müller, Efes Beverage Group, Istanbul/Türkei, • Ulrich Rust, Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, Gerolstein

• Gerhard Theis, Karlsberg Holding GmbH, Homburg

8. Verschiedenes Im unmittelbaren Anschluss an die Mitgliederversammlung findet die konstituierende Sitzung des neuen Verwaltungsrates statt, in der aus diesem Kreis der neue Vorsitzende (Präsident) dieses Gremiums gewählt wird. Um 19.30 Uhr findet im Lichthof der VLB Berlin die Verabschiedung des scheidenden VLB-Präsidenten Dr. Axel Th. Simon, Bitburg, statt. Dr. Axel Th. Simon Vorsitzender der Verwaltungsrates

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ehem. VLBer   VLB aktuell

Fußball, Sonne, Bier und gute Gespräche Mit kühlem Bier und leckerem Essen hat die VLB Berlin am 4. Juli 2014 ihr jüngstes Sommerfest gefeiert. Zu der Party an der Seestraße 13 kamen ca. 600 Teilnehmer. Freunde, Mitarbeiter, Absolventen und Geschäftspartner der VLB waren genauso darunter wie die VLB-/TU-Studenten und Vertreter des Deutschen Brauer-Bundes. Bei hochsommerlichen Temperaturen amüsierten sich alle auf dem Fest im XXL-Format, das 2014 zum 20. Mal stattfand.

Abb. 1: Spannende Unterhaltung bot die Live-Übertragung der Fußballspiele

(dp) Sonne satt, Temperaturen weit über 30 °C, dazu kühles Bier in Hülle und Fülle: Allein dies hätte am 4. Juli sicher ausgereicht, um jeden Brauer zu begeistern. Doch mit den Spielen im Viertelfinale der Fußballweltmeis­ terschaft gab es weitere Highlights an diesem Abend. Den Auftakt um 18 Uhr machte Deutschland gegen Frankreich, später spielte auch Brasilien gegen Kolumbien. Schon vor dem ersten Anpfiff hatten hunderte Fußballfans auf den Bierbänken Platz genommen. Sie standen vor den Fernsehern auf dem Parkplatz und neben dem Zunfthaus. Von dort aus verfolgten die Menschen gebannt die Spiele, um mit der deutschen Mannschaft mitzufiebern. Eine Stunde zuvor hatte sich VLB-Geschäftsführer Dr. Josef Fontaine mit einem Augenzwinkern an das Publikum gewandt: „Heute feiern wir wieder unser beliebtes Sommerfest. Dank der großzügigen Spenden von Bier und alkoholfreien Getränken gibt es genug zu trinken. Helfen Sie alle mit, die Bierstatistik ein wenig nach oben zu bringen.“ Angesichts der schweißtreibenden Temperaturen ließ sich niemand lange bitten. Stattdessen genossen die Partygäste das köstliche Bier, das die guten Geister im Ausschankwagen unermüdlich zapften. Da auch das Essen großen Zuspruch fand, sah man nur zufriedene

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Gesichter, wohin man auch schaute. Überall war die Atmosphäre ent­spannt, gab es zwischen allen Altersgruppen heitere Gespräche, wurden neue Kontakte geknüpft und alte gepflegt sowie in Erinnerungen geschwelgt. Einen besonderen Akzent setzte zudem die ers­ te Ausstellung bei einem Sommerfest. Adrian Epple, TU-Student Fachrichtung Brauwesen, zeigte einen Querschnitt seiner Bilder, die er an die Garagentore im Hofbereich geheftet hatte (vgl. hierzu S. 31). Klasse statt Masse Vor diesem Hintergrund einer gelungenen Veranstaltung ist das Konzept erneut aufgegangen, den Teilnehmerkreis des VLB-Sommerfestes zu begrenzen. Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren konnte jeder, der wollte, als Gast an den Sommerfesten teilnehmen. Da diese jedoch immer größer wurden, drohte die jährliche Feier an ihrem eigenen Erfolg zu er­sticken. Bis zu 1200 Personen tummelten sich im Jahr der höchsten Besucherzahl auf dem VLB-Gelände. Viel zu viel, aber nicht nur, um die Sicherheit auf dem Grundstück zu gewährleisten. Vielmehr kamen auch immer mehr ohne jeden Bezug zum Brauwesen. Dadurch schien zusehends der eigentliche Charakter des Sommerfestes verloren zu gehen.

Fotos: dp

Es dient dazu, Studierende, Absolventen, Freunde und Geschäftspartner der VLB sowie Mitarbeiter der TU Berlin einmal im Jahr in gelöster Stimmung zusammenzubringen. Ziel ist es zu feiern, sich auszutauschen oder sich einfach mal wiederzusehen. Letzteres ist keineswegs selbstverständlich, da die Absolventen der VLB häufig nach ihrem Studium in ihre Heimatländer zurückkehren. Um die Verbindung zu den früheren Kommilitonen zu halten, laden daher die VLB Berlin und die Vereinigung ehem. VLBer immer gemeinsam zum Sommerfest ein. „Nach unseren guten Erfahrungen bisher werden wir auch künftig die Teilnehmerzahl begrenzen“, sagte Norbert Heyer vom Festkomitee. „Die verbindliche Voranmeldung für externe Gäste hat sich bewährt.“ Teamarbeit Die VLB Berlin dankt allen fleißigen Helfern, die an den Vorbereitungen und der Durchführung des jüngsten Sommerfestes beteiligt waren. Dazu zählen nicht nur die vielen VLB-Mitarbeiter und Studenten , sondern auch die Kollegen der Berliner-Kindl-Schult­heiss-Brauerei. Diese waren – wie in den vergangenen Jahren auch – schon frühzeitig vorbeigekommen, um den Ausschankwagen, Pavillons, Sonnenschirme und Bierbän-

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ehem. VLBer

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ke anzuliefern. Dank gebührt auch den zahlreichen Brauereien und Getränkeproduzenten, die das Sommerfest großzügig mit Bier und alkoholfreien Getränken unterstützt haben: • Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei • BHM Brauhaus Mitte • Bitburger Braugruppe • Brauerei C. & A. Veltins • Carlsberg Deutschland • Einbecker Brauhaus • Flensburger Brauerei • Frankfurter Brauhaus • Friesisches Brauhaus zu Jever • Hasseröder Brauerei • Hofbrauhaus Wolters • Karlsberg Brauerei • Krombacher Brauerei • Mashsee Brauerei • Paulaner Brauerei • Privatbrauerei Gaffel • Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf • Warsteiner Brauerei • Bier Company • Chemnitzer Brauhaus • Sternquell-Brauerei • Dinkelacker-Schwaben Bräu • Störtebeker Braumanufaktur • Coca Cola Erfrischungsgetränke AG • Gerolsteiner

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Die VLB Berlin bedankt sich außerdem bei der Vereinigung ehem. VLBer. Sie hat sich erneut an der Finanzierung des Büfetts beteiligt. Abb. 2: Karl-Heinz Porsch, Dr. Roland Folz, Pentair, Ingo Pankoke, VLB Berlin, und Dr. Mike Eberle, Radeberger Gruppe (v.l.) Abb. 3: Jan Fischer, VLB Berlin, Prof. Johann Grabenweger, KHS, Dr. Roland Pahl und Susan Dobrik (beide VLB Berlin) (v.l.) Abb. 4: Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (2.v.r.), hatte viel Spaß auf dem VLBSommerfest. Kurt Marshall, VLB Berlin (1.v.l.), und Dr. Johann Hinrichs, VLB Berlin (2.v.l.). Ganz rechts Dr. Erika Hinzmann, Wissenschaftsförderung des DBB Abb. 5: Gerd Theis, Karlsberg, mit Gattin und Dr. Josef Fontaine Abb. 6: Prof. Dr. Ulf Stahl (l.), Dr. Udo Schmidt (2.v.r.) mit Gattin und Rita Waggad (r.) Abb. 7: Brille gut, alles gut Abb. 8: Fußballfieber Abb. 9: DBB-Präsident Dr. Hans-Georg Eils und Dr. Josef Fontaine

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4 Brauerei Forum  –  August 2014

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IMPRESSUM

Brauerei Forum Fachzeitschrift für Brauereien, Mälzereien, Getränkeindustrie und deren Partner Informationsservice der VLB Berlin www.brauerei-forum.de ISSN 0179–2466 Herausgeber Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. Seestraße 13, 13353 Berlin Redaktionsanschrift Brauerei Forum Seestrasse 13, D-13353 Berlin Telefon: (030) 4 50 80-245 Telefax: (030) 4 50 80-210 E-Mail: redaktion@brauerei-forum.de Internet: www.brauerei-forum.de Redaktion Olaf Hendel (oh) (verantwortlich) hendel@vlb-berlin.org Juliane Rahl (jr) rahl@vlb-berlin.org Dieter Prokein (dp) prokein@vlb-berlin.org

Die Absolventen des 45. Lehrganges der VLB trafen sich im Juli in Dortmund

Redaktionsbeirat Dr.-Ing. Josef Fontaine, Wolfgang Kunze (WK), Dr. sc. techn. Hans-J. Manger

2014 fand das VLBer-Treffen des 45. Lehrganges beim Studienkollegen Dieter Weißhaupt in Dortmund statt.

Autoren in dieser Ausgabe Wiebke Künnemann (wik), Peter Lietz, Robert Pawelczak, Anzeigenkontakt VLB PR- und Verlagsabteilung, Tel. (030) 450 80-255 media@brauerei-forum.de Erscheinungsweise Erscheint mit 10 Ausgaben pro Jahr, zwei davon in Englisch. Erscheinungsdatum BF 8/14 (= August-Ausgabe): 22.8.2014 Bezugskosten / Abonnement Abonnement Inland 95 € inkl. MwSt. Ausland 95 € (zuzüglich Porto) Kündigung des Abonnements jeweils zum Jahresende Abonnements Westkreuz Verlag, Berlin Tel. (030) 7 45 20 47, Fax (030) 745 30 66 abo@brauerei-forum.de Druck und Vertrieb Westkreuz-Druckerei Ahrens KG Berlin/Bonn, Töpchiner Weg 198/200, D-12309 Berlin Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Ver­ vielfältigung oder Weiterverarbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrückli­ cher Genehmigung der Redaktion und Quellenangabe gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.

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45. VLB-Lehrgang

ehem. VLBer genossen schöne Tage in Dortmund

20 Teilnehmer/innen trafen sich am Freitag, 4. Juli 2014, im Hotel Körner Hof in Dortmund. Vom Hotel ging es um 13 Uhr mit der S-Bahn direkt zur Dortmunder Actien-Brauerei. Zunächst wurde unter fachmännischer Führung das Brauereimuseum besichtigt. Im Museum ist die gesamte Historie der Dortmunder Brauereien und deren Geschichte dargestellt. Im Anschluss erfolgte die Führung durch den Betrieb der Braustätte mit dem technischen Betriebsleiter, Steffen Krauß. Wie wir erfahren und auch sehen konnten, ist die Dortmunder Actien-Brauerei auf technisch höchstem Niveau und somit in der Lage, Biere in höchster Qualität zu brauen. Die Flaschensortierung und die Lagerhalle sind eine technische Meisterleistung. Nach dieser fachmännischen und kompetenten Brauereiführung wurden wir noch zur Verkostung der exzellenten Biere der Dortmunder Actien-Brauerei eingeladen. Danach ging es wieder gemeinsam mit der S-Bahn zurück zum Hotel und Abendessen. Den weiteren Abend verbrachten wir in fröhlicher Runde und beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft mit einem Sieg über Frankreich, der zum Einzug ins Halbfinale der WM in Brasilien reichte. Stadtrundfahrt Am Samstag war der Vormittag zur freien Verfügung. Einige gingen bummeln am „Hohen Wall“ oder „Westen Hellweg“, andere besuchten die „Hövelhaus Brauerei“ mit ihrem schönen Biergarten. Am Nachmittag stand die Rundfahrt mit dem Bus durch Dortmund und Umgebung auf dem Programm. Die Fahrt ging entlang der ehema-

Brauerei Forum  Forum  –  August 2014 Brauerei

ligen Dortmunder Brauereien, am Westfalenpark und an ehemaligen Zechen und geschlossenen Hochöfen. Der erste Ausstieg war nach ca. einer Stunde in Hohensyburg an der Spielbank und der Burgruine mit dem Denkmal von Kaiser Wilhelm I., Fürst Bismarck und Graf Moltke. Von dieser Anhöhe aus hat man einen herrlichen Blick auf die Flüsse Ruhr und Lenne sowie weit über die Umgebung von Dortmund und seine Grünflächen. Die weitere Rundfahrt ging vorbei an stilvollen Villen und Häusern aus den unterschiedlichen Epochen der Zeitgeschichte des Ruhrgebietes. Das Abendessen mit gemütlichem Beisammensein fand im „Restaurant Pferdestall in Brakel“ statt. Am Sonntag stand noch der Besuch vom „Dortmunder U“ an. In diesem 70 Meter hohen Prachtbau wurde bis in die 1990er-Jahre das „Dortmunder Union Bier“ gebraut. Seit 2010 ist es ein Museum und das „Zentrum für Kunst und Kreativität“. Vom 3. Stock aus genossen wir einen herrlichen Rundblick über Dortmund. Anschließend machten sich alle auf die Heimreise und so endete ein gelungenes VLBer-Treffen des 45. Lehrganges in Dortmund. Treffen 2015 in Rickling Wir bedanken uns für die gute Vorbereitung und Organisation bei unserem Kollegen Dieter und seiner Partnerin Ellen. Für die sehr interessante Brauereiführung bedanken wir uns nochmals ganz herzlichen bei Steffen Krauß, technischer Betriebsleiter von der Dortmunder Actien-Brauerei. Das nächste Treffen findet 2015 beim Kollegen Udo Lämmer in Rickling statt. Ich bedanke mich recht herzlich bei allen für ihr Kommen und verbleibe mit dem Brauerspruch: „Gott geb Glück und Segen drein“. Josef Krügl


ehem. VLBer   Nachrichten

Die Brauerei als Quelle der künstlerischen Inspiration

(dp) Doch wieso kommt man überhaupt auf die Idee, Brauereitechnik zum Objekt der künstlerischen Darstellung zu machen? Ausgerechnet Brauereitechnik, die sich doch vor allem durch strenge Funktionalität auszeichnet! Um solche Bilder zu malen, muss man also nicht nur Brauer sein oder werden wollen. Vielmehr muss man sicherlich auch Kunst als Herzenssache begreifen. Auf Adrian Epple trifft beides zu. Der 26-Jährige studiert Brauwesen im 4. Semester an der TU Berlin und ist Künstler schon

seit vielen Jahren. Vor einigen Monaten hat er die Brauerei als Quelle seiner Inspiration entdeckt. Eine überaus fruchtbare Erfahrung, sind doch schon zahlreiche Bilder – meist im DIN-A3Format – entstanden. Sudkessel mit stilisierten Gesichtern sind genauso darunter wie auf Rollen montierte und seltsam verfremdete Schichtenfilter. Zum Bildbestand gehören auch Mikroskope, die zu furchteinflößenden Monstern mutiert sind sowie Außenansichten von Gebäuden, darunter das ehemalige Zucker-Institut in der Amrumer Straße. Alles immer schön bunt und in spielerischer Anmutung. Kunstbrauerei „Mit meinen Bildern möchte ich dem Betrachter einen ästhetischen Zugang zur Brauerei und ihren Geräten eröff-

nen“, sagt Adrian Epple. „Wer sich mit einer Brauerei beschäftigt, macht dies meist rational. Über die vorhandenen Anlagen, über die Kennzahlen, über die Prozessverfahren. Meine Bilder zeigen zwar auch technische Geräte. Allerdings mehr emotional. Deshalb darf ruhig auch mal gelacht werden.“ Etwa über die Treberziege, die in der Treberpfanne stoisch ihre Kreise dreht, um so den Rührflügel in Betrieb zu halten. Mögen seine Bilder auch allein bestehen, für Adrian Epple sind sie aber nicht zuletzt Teil eines viel größeren Kunstprojektes, das er ins Leben gerufen hat. Es nennt sich „Kunstbrauerei“ und soll als Plattform dienen. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die sich künstlerisch mit Brauereien auseinandersetzen. Sei es durch Fotos, Skizzen oder eigene Kunstwerke. Auch Anregungen sind willkommen, die Kunstbrauerei weiterzuentwickeln. Bisher gehören zu ihr vor allem Epples Bilder, die unter www. Kunstbrauerei.de betrachtet werden können. Frühere Arbeiten des Künstlers sind unter www.adrianbrewsvisuals. de verfügbar. Fotos: Epple

Bunt, verspielt und lustig – so malt Adrian Epple seine Aquarelle. Was nach Illustrationen für Kinderbücher aussieht, ist aber tatsächlich der Versuch, Brauereianlagen unterhaltsam zu interpretieren.

Ausschnitt aus dem Bild „Treberpfanne“ mit der „Treber­­ziege“ am unteren Bildrand unten: Ausschnitt aus dem Bild „Die Maischer“

Kontakt Adrian Epple Kunst@kunstbrauerei.de www.kunstbrauerei.de

Brauerei Forum  –  August 2014

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Unsere nächste Ausgabe erscheint am 17. September 2014

Veranstaltungen VLB-Termine

Weitere Termine

 27. bis 29. August 2014 „Real Craft Brewing“ – Brewing like 1900, Workshop, Reinsdorf/Vielau

 7. bis 9. September 2014 EBC-Symposium, Wien

 1. bis 12. September 2014 Craft Brewing in Practice, Praxisseminar für Craft- und Microbrewer, Berlin  17. bis 19. September 2014 5. Iberoamerikanisches Symposium der VLB, Madrid, Spanien  29. September 2014 Mitgliederversammlung der VLB Berlin e.V., Berlin  29./30. September 2014 101. VLB-Oktobertagung mit Technischer Veranstaltung, 17. VLB-Forum Getränkeindustrie und Getränkehandel, 43. Internationales BraugerstenSeminar, Berlin

 10./11. September 2014 ECR-Tag: Konsum im Wandel, Nürnberg  12. September 2014 Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Geschichte der Brauwesens (GGB), Mannheim  25. bis 27. September 2014 drink Technology India, Mumbai  2. bis 4. Oktober 2014 64. Arbeitstagung des Bundes Österreichischer Braumeister und Brauereitechniker, Freistadt (A)  13. bis 16. Oktober 2014 China Brew & Beverage, Peking

 7./8. Oktober 2014 12. IfGB-Forum Spirituosen und Brennerei, Leipzig

 11. bis 13. November 2014 BrauBeviale, Nürnberg

 10. bis 12. Oktober 2014 3. International Brewing Conference Beijing, Peking, China

 24. bis 28. Mai 2015 35th EBC Congress, Porto, Portugal

 10. November 2014 3. European MicroBrew Symposium, Nürnberg

redaktion@brauerei-forum.de


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