30. AUGUST 2013
AMTSBLATT DER STADT KARLSRUHE
67. JAHRGANG
RATHAUSFASSADE Das Rathaus bekommt einen neuen Anstrich in erdfarbenem Rot. Seite 2
KLANGSKULPTUR Auf ein interaktives Soundsystem trifft das Publikum vor dem ZKM. Seite 2
NUMMER 35 BADEN-MARATHON Das 31. Lauf-Event steigt mit vielen Extras am 21. und 22. September. Seite 3
Tag des offenen Denkmals:
Unbequemes und „Normales“
Mit 48 Veranstaltungen in Karlsruhe wiederum ein ziemlich umfangreiches Programm Der Sonntag, 8. September, ist der Tag des offenen Denkmals. Das Motto, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dieses Mal ausgegeben hat, lautet: „jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Sie lässt den lokalen Veranstaltern viel Platz für Interpretation, weil das Motto auf nahezu jedes Denkmal anwendbar ist. Denn es stellt sich nicht selten die Frage, ob ein Gebäude oder ein sonstiges Denkmal wirklich schützens- und erhaltenswert ist. Die Beantwortung macht viele Denkmale in der Tat unbequem. Unbequeme Denkmale sind aber auch beispielsweise solche Bauten, die von ihrer Architektur oder sonstigen Gestaltung erhalten werden müssen, aber deren Nutzung eine eher unangenehme ist.
Daher haben die Programmgestalter des Karlsruher Denkmalstags auch einige Gebäude ins wiederum sehr umfangreiche Angebot aufgenommen, in denen man sich nicht so gerne aufhält. GEFÄNGNIS VON JOSEF DURM Das gilt etwa für das Gefängnis an der Riefstahlstraße, das 1894 bis 1897 Josef Durm, der historistisch orientierten Leiter der großherzoglichen Bauverwaltung errichtete. Es war seinerzeit nicht unumstritten, wurde es doch in ein Stadtviertel hineingelegt, das als gutbürgerlich galt. Durm hat daher die Erscheinungsform der Umgebung angepasst, ohne die Notwendigkeiten eines Gefängnisses außer Acht zu lassen. Führungen zur Außenfassade des Gefängnisses sind am Denkmalstag um 10
und um 11.30 Uhr vorgesehen. Nach innen kommen die Gäste verständlicherweise nicht. Ein anderes Beispiel für ein „unbequemes“ Denkmal ist das Bürklin’sche Mausoleum auf dem Hauptfriedhof. Auch dieses Gebäude errichtete ab 1911 Durm. Die Familie des Reichstagsabgeordneten und Intendanten des Hoftheaters, Dr. Albert Bürklin, sollte dort ihre letzten Ruhestätten finden. Durm der sich der italienischen Renaissance verpflichtet gefühlt hatte, nahm sich das einige Jahre zuvor von ihm erforschte Theoderich-Grabmal in Ravenna zum Vorbild für seine Arbeit. Vor genau 100 Jahren wurde das Bürklin’sche Mausoleum fertig. Heute bietet es auf zwei Etagen Platz für die Urnen „normaler“ Sterblicher. Um 11 und 14 Uhr führt die Leiterin des Info-Centers am Hauptfriedhof, Christiane Dietz, durch das interessante Gebäude. RP VON HEINRICH HÜBSCH
DAS AMTSGEFÄNGNIS in der Riefstahlstraße ist ebenfalls ein Bau von Josef Durm. Es wird selbstverständlich nur von außen gezeigt.
Rodung im Technologiepark In der nächsten Woche beginnen auf einem zur Bebauung anstehenden Grundstück im Technologiepark vorbereitende Arbeiten. Ab November wird dort ein weiteres Bürogebäude errichtet. Als Artenschutzmaßnahme wird zunächst im Westen des Grundstücks an der Grenze des vorgesehenen Grünzugs ein Ersatzbiotop für Mauereidechsen hergerichtet. Anschließend wird der Bewuchs des Areals – vor allem Brombeeren – in Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung entfernt. Diese Arbeiten starten im Osten, wodurch die Eidechsen nach Westen ausweichen können. Die Bäume müssen derzeit noch nicht gerodet werden.
Heinrich Hübsch, der Nachfolger Friedrich Weinbrenners, war Baumeister der großherzoglichen Finanzkanzlei am Schlossplatz. Er ließ sie von 1829 bis 1833 errichten. Bis 1945 diente das Gebäude als Sitz des Badischen Finanzministeriums. Heute beheimatet es das Regierungspräsidium Karlsruhe. Um 14 Uhr ist der Haupteingang Treffpunkt für eine Führung durch das Haus der Behörde. In seiner Art „unbequem“ ist sicherlich auch das Revolutionsdenkmal am Kaiserplatz, das einen Kontrapunkt zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I liefert. Er hatte als preußischer Kron-
Faire Chancen für alle Programmheft zur Fairen Woche ist jetzt verfügbar
Für die Faire Woche hat die Fairtrade-Stadt Karlsruhe unter dem Motto „Fairer Handel. Faire Chancen für alle“ ein informatives Programmheft aufgelegt. Dort finden sich neben Einzelterminen ein Schwerpunkt zu fair gehandelten Textilien sowie Gastronomieadressen. Zu haben ist es im Weltladen, dem Rathaus und in Bürgerbüros, sowie unter www.agenda21-karlsruhe.de/projekte/faire-woche. Stadtführungen, Filme, Probieraktionen und Gottesdienste zeigen die hiesige Vielfalt fairen Engagements zwischen dem 13. und 27. September. Highlights sind eine Buchausstellung in der Stadtbiblio-
thek und die Schau „Im Fadenkreuz – Hintergründe der Bekleidungsindustrie“. Auf dem FaireWoche-Markt am 21. September auf dem Kirchplatz St. Stephan gibt es von 10 bis 14 Uhr Info- und Verkaufsstände, Live-Musik, Mitmach- und Spielaktionen sowie ein Freiluftcafé. Ziel der fairen Woche ist die Stärkung des fairen Handels vor Ort und in den Erzeugerländern. Hierfür engagieren sich Akteure wie Weltläden, Aktionsgruppen, Kirchengemeinden, Schulen und Kommunen. Die fünfte Faire Woche in Karlsruhe organisiert der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz mit dem Weltladen. -red-
BÜRKLIN’SCHES MAUSOLEUM: Dem Theoderich-Grabmal in Ravenna hat Josef Durm das Haus auf dem Hauptfriedhof nachempfunden. Heute bietet es auf zwei Etagen Platz für Urnen. Fotos (4): Bastian prinz die Koalitionstruppen angeführt, die 1849 die badische Revolution endgültig niederschlugen. 27 Granitplatten vor dem kaiserlichen Pferd mit den Namen standrechtlich nach der Revolution Erschossener hindern Wilhelm symbolisch daran, in die Stadt einzureiten. Um 10.45 und 12.45 Uhr gibt es Erläuterungen. Aber auch zahlreiche „normale“ Denkmale öffnen sich am Sonntag, 8. September, Neugierigen. Über die ganze Stadt verteilt, gibt es an diesem Sonntag bei freiem Eintritt 48 Veranstaltungsorte. Das gesamte Programm des Karlsruher Tags des offenen Denkmals gibt es im Internet unter www.karlsruhe.de/denkmaltag. Dort kann auch ein Link für mobile Anwendungen abgerufen werden. -erg-
Obst in die Schultüten Damit die ABC-Schützen fit in das neue Schuljahr starten können, füllen Beschicker der Wochenmärkte in Neureut und Rüppurr mit dem städtischen Marktamt Tüten der Schulanfänger mit Früchten. Die Debütanten sind für Freitag, 6. September, in Neureut und am Samstag, 7. September, in Rüppurr auf den Wochenmarkt eingeladen. Jeweils zwischen 9 und 12.30 Uhr erhalten sie dort Obst und kleine nützliche Überraschungen. Wohnumfeldberater begleiten die Kinder über die Märkte. Am Freitag um 11 Uhr begrüßt Bürgermeister Klaus Stapf in Neureut auf dem Neureuter Platz Eltern und hilft beim Füllen der Schultüten.
DER BRUNNEN auf dem Stephanplatz von Hermann Billing samt seiner Interna ist am Tag des Denkmals um 10 und 12 Uhr Thema.
Seniorennachmittag
Vereine bieten Unterhaltungsprogramm in Daxlanden Der Bürgerverein Daxlanden und das Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe laden für Samstag, 21. September, um 14.30 Uhr zum „Seniorennachmittag für alle Junggebliebenen“ in die Rheinstrandhalle ein. Für ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm sorgen verschiedene Karlsruher Vereine: Die Europafanfare Karlsruhe, der Kinderchor der Adam-RemmeleSchule, die KGD-Frösche mit einem Gardetanz, die GehörlosenTanzgruppe, der Liederkranz Daxlanden mit Liedern aus verschiedenen Musicals und das Männerballett der Strabaka. Die Mühlburger Harmonika Senioren begleiten alle
Akteure durch das Programm, für das leibliche Wohl sorgt der Fußballverein Daxlanden. Der Eintritt ist frei und wer „Grundsicherung im Alter“ bezieht, erhält zudem einen Gutschein für Kaffee und Kuchen. Die Gutscheine können bis Donnerstag, 19. September, im städtischen Seniorenbüro in der Markgrafenstraße 14 oder am 21. September eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung in der Rheinstrandhalle bei den Mitarbeiterinnen des Seniorenbüros abgeholt werden. Gäste im Rollstuhl werden gebeten, sich aus organisatorischen Gründen unter der Telefon 133-5086 anzumelden. -red-
Astgabel mit Ausblick bevorzugt
Lebensraum „Bergwelt Himalaya“: Neue Anlage für die seltenen Katzenbären
EIN PUTZIGER GESELLE: Akuti soll mit ihrem Partner Amod in ein, zwei Jahren für Nachwuchs sorgen. Für das Publikum gibt je es einen steileren und flacheren Zuweg in die Himalaya-Bergwelt.
Hallo, hier bin ich. Akuti, zu Deutsch Prinzessin, ist zwar scheu, aber neugierig, weshalb sie vergangenen Freitag mit ihren kleinen Knopfaugen jede Bewegung der Premieren-Gäste verfolgte. Um sich diesen dann mit ihrem rotbunten dichten Fell, dem langen buschigen Schwanz und dem spitzen, markant gezeichneten Gesichtchen auf dem Klettergerüst in voller Schönheit zu zeigen. Mit Partner Amod (deutsch: Freude) lebt sie in der rund 800 Quadratmeter großen, dem natürlichen Lebensraum nachempfundene Panda-Anlage des Lebensraums „Bergwelt Himalaya“ am östlichen Lauterberg. Im Frühjahr sind die beiden einjährigen auch Roter Panda oder Katzenbär genannten Tiere nach Karlsruhe gekommen. „In der Quarantänezeit haben wir auch
Futter getestet“, so Zoochefin Dr. Gisela von Hegel. Die Nahrungsspezialisten sind Raubtiere mit Vorliebe für Bambus. So frisst Amod auch ausgesprochen gerne Bambus, und hier bitteschön am liebsten den feingliedrigen. Seine Partnerin bevorzugt dagegen „Obstplatte mit Getreide“. Zu den eher nachmittags und abends aktiven Kletterkünstlern sollen sich später noch Chinesische Muntjaks, eine kleine Hirschart, gesellen. Neben der Panda- sowie SchneeleopardenAnlagen sieht das Zookonzept für „Bergwelt Himalaya“ eine weitere Anlage für Wildschafe vor. Sie sei auf Eis gelegt, so Bürgermeister Michael Obert. Aus Tierschutzgründen, denn die Panda-Nachbarn, die Kropfgazellen, hätten sich nicht umsiedeln lassen, weshalb sie bleiben dürfen. -rie-
Zuchtprogramm für Roten Panda Mit dem Roten Panda nimmt der Zoo am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teil. Ziel ist, für die vom Aussterben bedrohten Tiere einen stabilen Bestand in geeigneten Lebensräumen zu erhalten. Die Zucht aller in europäischen Zoos gehaltenen Tiere organisiert ein Koordinator. Vorgabe ist, dass sich die Zoos aktiv an Projekten beteiligen. Mit Hilfe der Zoofreunde (Spende über 20000 Euro) beteiligt sich Karlsruhe seit 2009 an Artenschutzprogrammen in Nepal und Indien für die rund 10000 wildlebenden Tiere. -rie-