Stadtzeitung, Ausgabe 42, 2011

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In dieser Woche Schulen Mehr Platz für Schüler sollen Umbauten und Erweiterungen am OttoHahn-Gymnasium und an der Waldschule schaffen. Die beiden Siegerentwürfe dazu stehen fest. Seite II

Gemeinderat

EL

Kombilösung

AS IT

Beim Forum Kombilösung informierten Experten die Bürger über das Großprojekt und die Stadt führte Gespräche mit dem Einzelhandel zum Informationsfluss. Seite IV

Stadt Zeitung D FI

Kein Hineinreden in KVV-Tarife, Umsetzen des Hilfeplans „Frühe Prävention“ oder Bebauungsplan für Kirchfeld-Nord: Beiträge aus dem Gemeinderat sind zu lesen auf Seite III

Amtsblatt der Stadt Karlsruhe 65. Jahrgang · Nr. 42

21. Oktober 2011

Wettersbacher Baumpflanzaktion Der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz und die Ortsverwaltung Wettersbach wollen die Wettersbacher Streuobstwiesen mit neuen Bäumen bepflanzen. Hierzu laden sie alle Bürgerinnen und Bürger ein, tatkräftig mitzuhelfen. Am Samstag, 29. Oktober, treffen sich Interessierte um 10.30 Uhr mit Ortsvorsteher Rainer Frank beim Schwarzwaldverein am Funkturm. Von dort geht es zu den vorgesehenen Pflanzorten im Gewann Rust, wo 60 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Das Gartenbauamt stellt Schaufeln und Spaten zur Verfügung. Eigentümer der betreffenden Grundstücke hatten die Gelegenheit, ihre Wiesen zur Verfügung zu stellen und zwischen pflegeintensiven Kulturformen oder weniger arbeitsintensiven Sorten zu wählen. -cas-

Dankeschön-Feier für Ehrenamtliche:

Einmischen ist erwünscht Über 70 000 Karlsruher engagieren sich / BM Jäger lobte Einsatz Ehre, wem Ehre gebührt: Mit einem Festakt im Konzerthaus würdigte die Stadt am Donnerstag vergangener Woche das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Fächerstadt ehrenamtlich einsetzen. „Ein Großteil von Ihnen hilft Menschen in schwierigen Lebenslagen. Ohne Ihr Engagement Die Europäische Union hatte 2011 unter dem Motto „Freiwillig etwas bewegen“ zum Jahr der Freiwilligentätigkeit erklärt, um die Arbeit von Menschen im Ehrenamt stärker öffentlich zu honorieren und noch mehr Leute für solch eine Tätigkeit

würden viele Bereiche unseres Gemeinwesens gar nicht funktionieren“, betonte Bürgermeister Wolfram Jäger in seiner Dankesrede an die Ehrenamtlichen, nachdem der Jazzchor Ettlingen die über 350 Gäste im Saal mit Interpretationen von Stevie Wonder und Duke Ellington auf den Abend eingestimmt hatte.

zu motivieren. Längst gehört das Ehrenamt zu Karlsruhe wie die Pyramide. Mehr als 70 000 Menschen über 18 Jahre sind in Karlsruhe in rund 1 200 gemeinnützigen Organisationen wie Sportvereinen, Selbsthilfegruppen, Jugendclubs oder

RESPEKT UND ANERKENNUNG zollte Bürgermeister Wolfram Jäger Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern für ihr ehrenamtliches Engagement.

Umweltschutzvereinigungen aktiv. Eine Vielzahl übernimmt dort Verantwortung für Andere. Aber auch ganz individuell, etwa als Lesepate in Schulen, tragen Bürgerinnen und Bürger zum sozialen Zusammenhalt in der Fächerstadt bei. So würdigte der Schauspieler Werner Galas bei der Festveranstaltung literarisch den selbstlosen Einsatz dieser Bürgerinnen und Bürger. Seine Lesung mit dem passenden Titel „Ehre, wem Ehre gebührt“, beschäftigte sich auf amüsante Art und Weise nicht nur mit der Frage, wie man zum Ehrenamt kommt, sondern vor allem damit, warum man dabei bleibt. Denn vielerorts sehen sich Vereine bürokratischen und administrativen Hürden gegenüber, die ihre Arbeit erschweren. So kritisierte Bürgermeister Jäger, dass diese Hemmnisse mit ein Grund seien, warum beispielsweise Vorstandsposten in Vereinen immer schwieriger zu besetzen sind. Auch diese Rahmenbedingungen gelte es zu verbessern. Die Stadt selbst bietet mit dem Aktivbüro im Rathaus seit zehn Jahren all jenen, die sich engagieren wollen, eine eigene zentrale Anlaufstelle. Das Büro unterstützt und vermittelt Ehrenamtliche, bietet Beratungen und Fortbildungen an oder begleitet Projekte wie „Jugend engagiert sich“. Doch Freiwilligentätigkeit und bürgerschaftliches Engagement beschränken sich in Karlsruhe nicht nur auf Vereine,

EIN MUSIKALISCHES DANKESCHÖN an die Ehrenamtlichen überbrachte der Jazzchor Ettlingen unter Leitung von Wolfgang Klockewitz bei dem Festakt im Karlsruher Konzerthaus, zu dem rund 350 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Verbände oder karitative Einrichtungen. Sie sind auch dort zu finden, wenn es darum geht, das eigene Stadtviertel zu gestalten. „Die Bürgerbeteiligung ist in Karlsruhe bei der Stadtplanung selbstverständlich geworden“ erklärte Jäger und

offerta-Karten für StadtZeitung-Leser

Bevor es zu spät ist

Kita Sebold in Durlach eröffnet

Die Verbrauchermesse offerta öffnet vom 29. Oktober bis zum 6. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr wieder ihre Pforten. Rund 800 Aussteller zeigen in den vier Hallen der Messe Karlsruhe die aktuellen Trends aus der Bau- und Autobranche, kreative Ideen für Hobby und Freizeit, Esskultur und Lebensart. Karten gibt es im Vorverkauf bereits für 6,50 Euro. An den Tageskassen kostet der Einzel-Eintritt 9 Euro, die Familienkarte 18,50 Euro. Allen Besuchern, die mit Bahn oder Bus anreisen und eine gültige KVV-Fahrkarte vorlegen, bietet die offerta mit der „Fahr& Sparkarte“ auch dieses Jahr wieder einen ermäßigten Eintritt für 7,50 Euro. Für die Leserinnen und Leser der StadtZeitung stellt der Veranstalter fünf Karten, für je zwei Personen, zur Verfügung. Gewinnen kann, wer heute, 21. Oktober, ab 11 Uhr eine Mail an info@hinte-messe.de mit dem Hinweis: „offerta Gewinnspiel/ Stadtzeitung“ und seiner vollständigen Adresse schickt. Weitere Infos zur Verbrauchermesse unter www.offerta.info.

Migranten: Beratung in Fragen der Erziehung

Mit der Kita Sebold hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) nun in Durlach eine Außenstelle der Kita Villa eröffnet. Hier finden eine Früh- und Ganztagesgruppe für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, sowie eine Krabbelgruppe für Kinder bis drei Jahren Platz. Bis zu 10,5 Stunden täglich können die rund 30 Kinder dort verweilen, was für Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern soll. Neben verschiedenen pädagogischen Angeboten legt die Kita Sebold den Schwerpunkt auf die musikalische Bildung. Bei der Eröffnung am vergangenen Mittwoch freute sich Bürgermeister Martin Lenz zusammen mit der ersten Vorsitzenden der AWO, Stadträtin Angela Geiger, über die neueste Kita in Karlsruhe und merkte aber an, dass es immer noch zu wenige Plätze für die unter Dreijährigen gebe. „Der Bedarf wird die nächsten Jahre nicht zu decken sein“, räumte Lenz ein. Dennoch seien die 17 bisher realisierten Kitas eine stolze Zahl und das gesetzte Ziel von 20 Einrichtungen damit fast erreicht. -cas-

Familien mit ausländischen Wurzeln fällt es oft schwer, sich bei Problemen an Beratungsstellen zu wenden. Diese Zurückhaltung führt dazu, dass ausländische Eltern erst dann Hilfe suchen, wenn ihre Kinder bereits ein besonders auffälliges Verhalten zeigen. In den letzten beiden Jahren haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Psychologischen Beratungsstelle daher verstärkt versucht, Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf das vielfältige Angebot in Sachen Erziehungsberatung aufmerksam zu machen. Mehrfach sind die Familien den Einladungen von Elterncafés gefolgt, die als Initiative vorwiegend türkischer Mütter an einigen Grund- und Hauptschulen bestehen. Gute Resonanz fand auch die Gegeneinladung in die Beratungsstelle zu einem Familiennachmittag. Und Jugendliche verschiedener Nationalitäten erreichten die Fachleute im Jugendcafé Westside Pa-

radise. Mittlerweile gibt es auch Infoplakate, die Überblick über das Angebot der Anlaufstelle geben. Ein Plakat in türkischer Sprache nennt etwa als möglichen Beratungsanlass „Mein Sohn schlägt sich gerne mit anderen“. Ergänzend wurde der Flyer der Beratungsstelle in russische, türkische und italienische Sprache übersetzt. Wer Fragen zur Erziehung oder andere Probleme hat, kann sich im Sekretariat der Beratungsstelle anmelden (OttoSachs-Straße 6, 76133 Karlsruhe, Telefon 133-53 60). Bei Sprachproblemen genügt es, bei der Anmeldung Name und Adresse zu nennen und einen Termin zu vereinbaren. Eine anonyme Beratung ist ebenfalls möglich. Außerdem gibt es Gelegenheit, immer mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr in die offene Sprechstunde zu kommen. Und wer meint, dass seine Deutschkenntnisse für ein vertiefendes Gespräch nicht ausreichen, kann darum bitten, dass ein Dolmetscher hinzugezogen wird. -red-

kratie. „Mischen Sie sich auch zukünftig ein und beteiligen Sie sich an der Entwicklung unserer Stadt“, appellierte der Bürgermeister, bevor er mit den Gästen die Klänge der Violinistin Jaleh Perego und der Pianistin Fan Yang genoss. -nil-

RAUM ZUM SPIELEN UND LERNEN haben die Kinder der neuen Kita Sebold in Durlach. Mit einem eigenen Lied zeigten sie bei der Eröffnung ihr musikalisches Talent.

Raum ist begrenzender Faktor

Wie Bürger die Polizei einschätzen Wie schätzen Bürger die Arbeit der Polizei ein? Wie ist es um die Furcht vor Kriminalität bestellt? Fühlen sich die Menschen in ihrer Wohngegend sicher? Dies sind drei der 25 Fragen, um deren Beantwortung das Polizeipräsidium Karlsruhe Menschen aus Stadt- und Landkreis bei einer telefonischen Befragung bittet. Die Anrufe finden vom 24. Oktober bis zum 11. November montags bis freitags zwischen 10 und 20 Uhr sowie samstags zwischen 10 und 16 Uhr statt. Sie erfolgen alle unter der einheitlichen Rufnummer des Polizeipräsidiums 939-67 00. Ebenfalls unter dieser Nummer können sich Bürger in dieser Zeit über die Aktion informieren. Laut Pressemitteilung erhofft sich die Polizei aus der Befragung nach einem standardisierten Erhebungsbogen eine Rückmeldung der Bevölkerung über deren Zufriedenheit mit der Polizei. Die Ergebnisse sollen dann dazu beitragen, die Polizeiarbeit noch weiter zu verbessern. -red-

verwies auf erfolgreiche Projekte in Mühlburg oder in der Oststadt, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner kreativ und konstruktiv für ihre Belange und Wünsche eingesetzt hätten. Diese Prozesse seien wichtiger Bestandteil einer Demo-

„Baukultur vor Ort“: Mobilität mit Stadtstruktur in Einklang bringen

BAUSTELLENSTADT: Beim Stadtspaziergang gehörte diese Inszenierung der Künstler Tilmann Neuffer und Hs Winkler zur „Baukultur vor Ort“. Fotos (4): Fränkle

Gibt es einen Zwang, immer schnellstmöglich von A nach B zu kommen und Strategien, damit bei diesen Mobilitätsansprüchen die Stadtqualität nicht auf der Strecke bleibt? Oder ist Entschleunigung der bessere Weg? Der Frage, an welchen stadträumlichen Leitbildern sich die komplexe städtische Mobilität orientieren kann, ging am Montag „Baukultur vor Ort“ nach. Mit einer Stadtwanderung und einer Diskussionsrunde im ZKM hatte die Bundesstiftung Baukultur und die Stadt Fachleute und Bürger aufgefordert, „unter anderen Sichtweisen zu schauen“, so Bürgermeister Michael Obert, „wie sich Mobilität mit einer lebenswerten Stadtgestalt noch vereinbaren lässt.“ Am Nachmittag hatte Stadtwanderer Benedikt Loderer mit rund 70 Interessierten an zehn Stationen Verkehrsbauten auf den Prüfstand gestellt – begleitet von Kunstaktionen der Künstler Tilman Neuffer und Hs Winkler. Für Loderer ist klar: Parkende Autos haben sich im Stadtraum eine enorm große Fläche „erobert“. Der Parkraum ist daher die Stellschraube für

eine Balance zwischen Bau- und Verkehrskultur. Eine Schlüsselempfehlung fischte Michael Braum, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung, aus der Stadtwanderung und der Diskussion: Räume in Städten eignen sich nur für bestimmte Verkehre und Dimension, bei einer „nicht kultivierten“ Mobilität ordnet sich dagegen der Raum den Verkehrsnutzern unter. Seine Forderung: Es sollte zur Normalität werden, dass jede Investition in die Verkehrsinfrastruktur auch einen Mehrwert für die Stadtstruktur hat. Rasen und Überholen werde als gesellschaftliche Norm empfunden, meinte der Ethnologe Wolfgang Kaschuba (Humboldt Universität, Berlin). Er setzte dem ein Tempolimit auf Autobahnen gegenüber. Seine Beobachtung: In Ländern mit Tempolimit setzt sich statt der individuellen Raserei – statt dem „Macho-Gestus des Bleifusses“ – ein Fahren im Verbund durch. Nur mit einer geänderten Mobilität könne man dem Klimawandel begegnen, meinte der EU-Abgeordnete Michael Cramer (Grüne). Mobilität sei in der EU

immer noch zu günstig – „nur ausgerechnet die umweltfreundliche Mobilität ist zu teuer“, so Cramer. Wolfgang Rose (Automobil Club Europa, Stuttgart) betonte, man müsse einen gesellschaftlichen Konsens herstellen zu dem, was man zu ertragen bereit ist für die Vorteile des Autos: hohe Flexibilität, Individualität, Komfort und Geschwindigkeit. Mobilität sei eine Errungenschaft, die „ich in der Breite der Bevölkerung haben will“. Die autofreie Stadt sei eine unrealistische Utopie. Anders der Münchner Architekt Peter Haimerl: Er stellte „Zoomtown“ vor, mit dem er eine Diskussion um Leitbilder für moderne europäische Städte bereichern will. In dem Projekt sind Großstädte engmaschig mit flotten (Zug)Linien vernetzt, die Nahbereichsmobilität wird über kleine, maximal 30 Stundenkilometer schnelle Elektrofahrzeuge abgewickelt. Haimerl: „Die Straßen gehören dann wieder den Menschen.“ Die Bundesstiftung kündigte an, die Karlsruher Veranstaltung im Internet unter www.bundesstiftung-baukultur.de. zu dokumentieren. -rie-


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