Know-how für Kreative.
Leseprobe Kennen Sie dieses lähmende Gefühl von Angst, das sich einstellt, wenn man unter Zeitdruck und aus dem Nichts ein weißes Blatt Papier mit Ideen füllen soll? In dieser Leseprobe geht es darum, wie Sie richtig mit der Angst umgehen, und sich diese zu Nutze machen.
»Die Kunst, einfach anzufangen« (Kapitel 3) Inhaltsverzeichnis Index Der Autor Leseprobe weiterempfehlen
Philipp Barth
Das Buch für Ideensucher – Denkanstöße, Inspirationen und Impulse für Kreative 285 Seiten, broschiert, in Farbe, September 2016 29,90 Euro, ISBN 978-3-8362-4282-0
www.rheinwerk-verlag.de/4207
DIE KUNST, EINFACH ANZUFANGEN. WIE SIE, OHNE ZEIT ZU VERLIEREN, LOSLEGEN.
DIE ANGST VOR DEM WEISSEN BLATT. Nicht wenige Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt mit Ideen. Das sind zum Beispiel Designer, Werbefachleute, Architekten, Komponisten, Ingenieure, App-Entwickler, Autoren, Unternehmer und viele mehr. Sie alle stehen unter dem Druck, ständig eine Idee finden zu müssen, die den Vorgaben von Zeit, Kosten und Qualität gerecht wird. In dem meisten Fällen muss die Idee kostengünstig umsetzbar, vielversprechend und auch wirklich neu sein. Das lähmende Gefühl von Angst. Die Ansprüche an die Idee sind
also riesig. Die Zeit sitzt einem im Nacken. Und der Chef meistens auch. In so einer Situation ist es verständlich, dass der Gedanke aufkommt: Um Himmels willen, wie soll ich das nur schaffen? Was passiert, wenn ich keine passende Idee habe? Solche Überlegungen führen zu einem lähmenden Gefühl von Angst. Es ist die berühmte Furcht vor dem leeren Blatt Papier. Wie geht man
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damit um? Was kann man tun, um solche Gedanken zu vermeiden? Der falsche Weg wäre, diese Gedanken mit aller Gewalt ausblenden und verdrängen zu wollen. Das ist wie mit dem Beispiel vom rosa Elefanten. Wenn man zu jemandem sagt: »Denk jetzt bloß nicht und unter keinen Umständen an einen rosa Elefanten«, dann entsteht in seinem Kopf genau das – ein rosa Elefant. Genauso unsinnig ist es, sich selbst Zweifel und Angst verbieten zu wollen. Das funktioniert nicht. Besser ist es, man lässt diese Gedanken zu. Ja, ich habe Angst, keine brillante Idee zu haben. Ja, das wäre gar nicht gut und mein Chef wäre nicht zufrieden mit mir. Es ist okay, solche Gedanken zu haben. Sich von ihnen beherrschen und lähmen zu lassen, nicht. Dem Druck Sicherheit entgegensetzen. Mit diesem Buch möchte
ich dem Druck, der auf Ihnen lastet, eine gewisse Sicherheit entgegensetzen. Ich möchte Ihnen klare und nachvollziehbare Ideenfindungstechniken und Prozesse an die Hand geben. Sie sollen das Gefühl haben, die Sache entspannt angehen zu können, weil Sie wissen, was zu tun ist. Weil Sie wissen, wie Sie auf schnellen Wegen zu guten Ergebnissen kommen. Ich werde Ihnen nicht nur einen Weg vorstellen, sondern viele. Sie können sich die herauspicken, die Ihnen persönlich am meisten zusagen. Auf diese Weise wird die Last zur Lust. Es wird Ihnen Spaß machen, sich mit Problemen zu befassen und harte Nüsse knacken zu können. Ich möchte Ihnen ein Grundgefühl von Sicherheit verschaffen. Was ich nicht möchte, ist, Ihnen den Druck, die Anspannung und die Angst vollständig zu nehmen. Denn diese Dinge sind äußerst wertvoll!
»ANGST IST KEIN GUTER RATGEBER. ABER EIN STARKER MOTOR, DER SIE MOTIVIERT, SICH ZU KONZENTRIEREN.«
Nur auf den ersten Blick sind Angst und Druck etwas Negatives. Wenn man ein Grundvertrauen in seine Fähigkeiten aufgebaut hat, dann sind Angst und Druck ein starker Motor, der einen zu Höchstleistungen an-
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treiben kann. Motivation ist ein entscheidender Faktor im Ideenfindungsprozess. Wer motiviert ist und Gas gibt, wird bessere Ergebnisse erzielen als jemand, der Dienst nach Vorschrift macht. Wir werden später noch darauf eingehen, aber schon jetzt möchte ich Ihnen vermitteln, dass Angst und Druck zwei Freunde sind. Sie sind nicht ungefährlich. Wir dürfen uns nicht von ihnen beherrschen lassen, sondern müssen die beiden unter Kontrolle halten. Und das erreichen wir mit unserem Know-how, mit unserem Wissen über Ideenfindungstechniken und Prozessen. Die Schlittenhunde »Angst« und »Druck«. Um es in einem Bild
auszudrücken: Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Expedition durch Lappland. Sie sind unterwegs, um Neuland zu betreten, also auf der Suche nach einer innovativen Idee. Ihre beiden großen, starken Schlittenhunde heißen »Angst« und »Druck«. Sie sind das Alphatier und müssen den beiden klarmachen, wer das Sagen hat. Wenn Ihnen das gelingt, bringen Sie die beiden Schlittenhunde bestens voran. Wenn Sie aber die Kontrolle über die beiden verlieren, besteht die Gefahr, dass die Hunde sich auf Sie stürzen. Wenn Sie nur noch an die Angst vor dem Scheitern denken, wenn Sie nur noch den Druck auf Ihren Schultern spüren, dann werden Sie sich so gelähmt und verkrampft fühlen, dass sich exzellente Ideen kaum einstellen werden. Sie sind nicht offen dafür. In so einer Situation ist es das Beste, aufzustehen, einen Spaziergang zu machen und sich aufzulockern. Erst dann kann man weiterarbeiten. Fazit: Angst und Druck sind gut – wenn wir sie beherrschen und für unsere Zwecke einsetzen.
kann ihm nichts passieren. Das Risiko ist sehr gering. Aber mal ehrlich: Wäre so ein Beruf nicht langweilig? Ist es nicht viel spannender, sich jeden Tag aufs Neue tolle Ideen ausdenken zu können? Ist es nicht ein Privileg, von Ideen leben zu können? Es wird immer Zeiten geben, in denen man mit seinem Beruf hadert. Gerade dann, wenn es mal nicht rundläuft. In so einem Fall empfehle ich einen Blick nach links und rechts und einen Vergleich mit anderen Berufen. Diesen Gedanken werde ich an zwei Beispielen deutlich machen. Für ein anderes Buchprojekt habe ich mich intensiv mit Menschen aus der ganzen Welt beschäftigt. Die Idee des Buchs ist es, die Weltbevölkerung statistisch auf 100 Menschen herunterzurechnen und mit diesen 100 Personen eine Geschichte zu erzählen. Zwei Beispiele für richtig schlechte Jobs. Bei meiner Recherche
etwa muss mit deutlich weniger Angst und Druck umgehen können. Er ist unkündbar, und wenn er seiner Tätigkeit ordentlich nachgeht,
stieß ich beispielsweise auf den Beruf des Müllsammlers. Müllsammler leben in Slums auf Müllhalden, zum Beispiel in Afrika, in Asien oder Südamerika. Sie fackeln Elektroschrott ab, um an die wertvollen Metallteile im Inneren von Computern, Handys oder Fernsehern zu kommen. Dabei entsteht ätzender Rauch, der bei vielen Müllsammlern zu ernsthaften Erkrankungen oder sogar zum Tod führt. Fotos davon sehen aus wie aus einem Albtraum. Als weiteres Beispiel für einen schlechten Job führe ich ein Mädchen an, das in einer indischen Fabrik Reißverschlüsse für Nähmaschinen vorbereitet. Diese Tätigkeit ist stupide, eintönig und völlig anspruchslos. Man muss dabei nicht denken, es geht nur um einen einfachen Handgriff. Das Mädchen geht seinem Job von früh bis abends nach, auch am Wochenende. Einen Sonntag im Monat hat es frei. Dass man auf die Dauer ganz matschig wird im Kopf, wenn man so etwas machen muss und sich langweilt, liegt auf der Hand.
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Die schöne Seite eines kreativen Berufs. Zugegeben: Ein Beamter
Millionen Menschen beneiden Sie um Ihre Luxusangst. Die bei-
den Tätigkeiten werden mit lächerlichen Hungerlöhnen von weniger als einem US-Dollar pro Tag bezahlt. Diese zwei Beispiele zeigen außergewöhnlich schlechte Jobs. Aber Übertreibung macht anschaulich. Wir sehen daran, wie gut es uns geht. Und wie dankbar wir sein können, so einen Beruf zu haben. Glauben Sie mir: Viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt beneiden Sie. Gerne würden diese Menschen ihre Angst vor Hunger, Krankheit und Gewalt gegen Ihre Angst vor einem weißen Blatt Papier eintauschen. Vergessen Sie das bitte nicht, wenn Sie sich mal wieder fragen, womit Sie das alles verdient haben, und im Selbstmitleid versinken. Ich möchte diese Angst nicht lächerlich machen. Aber ich möchte Ihnen helfen, sie richtig einzuordnen, und Ihnen klarmachen, dass es weitaus schlimmere Ängste gibt. An das andere Ende der Angst denken. Hier ein Tipp, wie Sie mit
der Angst vor dem weißen Blatt und der daraus folgenden Aufschieberitis umgehen können.
GEGEN DIE AUFSCHIEBERITIS: KONZENTRATION UND ROUTINE. »Neben der edlen Kunst, etwas zu erledigen, gibt es die nicht minder edle, Dinge ungetan zu lassen. Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern der Lebensweisheit.« – Laozi, chinesischer Philosoph Die Angst vor dem weißen Blatt kann unbewusst dazu führen, dass wir alles tun, um uns vom Schreibtisch fernhalten zu können. Es findet sich immer eine Ausrede, um nicht anfangen zu müssen: In der Kaffeeküche, im Büro der Kollegen oder im Rauchereck kann man sich wunderbar vor der Arbeit verstecken. Und selbst dann, wenn wir es an den Schreibtisch geschafft haben, hat uns die Aufschieberitis im Griff. Schnell noch Mails checken, schnell noch auf der Nachrichtenseite vorbeisurfen, schnell noch Facebook besuchen, schnell noch eine Tasse Kaffee trinken, schnell noch eine Zigarette rauchen, schnell noch dieses, schnell noch jenes. Hauptsache, wir müssen nicht anfangen und uns der Aufgabe stellen. Was tun?
Nutzen Sie die Motivations-Techniken aus dem zweiten Kapitel, und versetzen Sie sich in die Situation, in der Sie die Hindernisse überwunden haben, alles bestens geklappt hat und Sie den Erfolg genießen können. Auf diese Weise stellen Sie der Angst ein ganz anderes Gefühl entgegen: die Vorfreude auf den Erfolg. Denken Sie sich eine Situation aus, in der Ihr Erfolg lebendig wird. Wann immer die Angst hochkommt, begeben Sie sich gedanklich in diese Situation hinein. Das kann eine Besprechung sein, in der Sie Ihr Chef vor dem gesamten Team für Ihre Leistung lobt. Es kann auch das Personalgespräch sein, in dem Sie für Ihren Erfolg gerühmt werden. Oder es ist ein Gespräch mit Kollegen in der Kaffeeküche, in dem Ihre Kollegen Ihnen gratulieren.
müssen die Ablenkungen von außen minimieren und die Konzentration auf die Aufgabe maximieren. Mit welcher Kreativtechnik Sie am Ende arbeiten, ist gar nicht so entscheidend. Entscheidend ist, dass Sie sich möglichst lange und konzentriert mit der Aufgabe beschäftigen. Ein guter erster Schritt ist also, die Ablenkungen von außen zu minimieren. Damit meine ich zum Beispiel: –– Schalten Sie Ihr Mailprogramm für eine Stunde aus. –– Schalten Sie Ihr Telefon auf lautlos.
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Ablenkungen minimieren. Die erste Antwort liegt auf der Hand: Sie
–– Hängen Sie ein Do-Not-Disturb-Schild an Ihre Bürotür, während Sie ausdenken. –– Räumen Sie Ihren Desktop auf. –– Räumen Sie Ihren Schreibtisch und Ihr Büro auf. –– Versuchen Sie, Ihren Schreibtisch so leer zu machen, wie es nur geht. Beseitigen Sie alles aus Ihrem Blickfeld, das Sie ablenken und zu etwas anderem verführen könnte. Bilder von der Familie auf dem Schreibtisch sind schön, verführend aber dazu, die Gedanken in Richtung der Lieben zu schicken. Deshalb sind Fotos auf dem Schreibtisch nicht zu empfehlen, wenn man sich davon ablenken lässt. Unser Kopf geht unbewusst ständig Dinge durch, die er noch erledigen will. Manche Dinge sind so wichtig, dass sie ab und zu im Oberstübchen anklopfen, damit wir sie nicht vergessen. »Tina vom Kindergarten abholen« ist so ein Beispiel. Oder: »Abends Milch und Wasser im Supermarkt besorgen«. Besser ist es, Sie bekommen diese Dinge aus dem Kopf, indem Sie sie auslagern. Zum Beispiel auf eine To-do-Liste, die Sie jeden Morgen neu auf einen Zettel oder in eine To-do-App auf Ihrem Smartphone notieren. Was man auf einer Liste hat, muss man nicht im Kopf haben. So kann sich der Kopf auf die kreative Arbeit konzentrieren. Apps für die Konzentration nutzen. Ich selbst arbeite mit der
iPhone-App »Clear«. Sie ist simpel zu bedienen und zeigt mir verschiedene Listen mit Stichpunkten an, die ich nach Themen benannt habe. Zum Beispiel »Einkaufen«, »Buch«, »Arbeit«, »Wochenende« und so weiter. Fällt mir nun zum Beispiel ein, dass ich noch Wasser einkaufen muss, notiere ich einfach den Punkt »Wasser« auf die Liste »Einkaufen«. Schon ist der Gedanke an das Wasser auf die Liste ausgelagert
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und muss sich nicht mehr alle eins, zwei Stunden in Erinnerung bringen, damit ich ihn nicht vergesse. Sobald ich das Wasser eingekauft habe, lösche ich die Notiz von der Liste. Ich führe im Moment 19 solcher Listen. Ich denke, die Entlastung für meinen Kopf ist entsprechend hoch. Dieses System funktioniert allerdings nur, wenn man es konsequent benutzt und nicht ständig zwischen dem Kopf und der Liste als Verwalter hin- und herspringt. Früher war ich ein großer Fan von Listen in Form von Zetteln. Diese Zettelwirtschaft funktioniert auch gut, allerdings hat sie den Nachteil, dass man die Listen ständig neu aufschreiben muss und manchmal auch eine Liste verloren geht. Inzwischen habe ich mich an die digitalen Listen auf dem Handy gewöhnt. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass man sie ständig dabeihat, weil man ohne Smartphone nur selten aus dem Haus geht. Sehen wir uns noch einige weitere Apps an. Wer wirklich Probleme hat, die Finger von Facebook oder anderen Seiten zu lassen, sollte sich über Freedom informieren. Diese App für Mac, Windows, iPhone und iPad blockiert einzelne Webseiten und Anwendungen für eine bestimmte Zeit. Die Blockade lässt sich vor der festgelegten Zeit nur durch einen Neustart aufheben. Sie können die App kostenlos testen, aber sie kostet rund sieben US-Dollar im Monat. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die App Offtime für Android- und Apple-Handys. Mit Offtime können Sie für eine festgelegte Zeit Anrufe, Nachrichten und einzelne Apps wie zum Beispiel Spiele, Facebook oder Instagram blockieren. Nach dieser Zeit bekommen Sie einen Bericht, was inzwischen passiert ist. Wer stundenlang ohne Pause ackert, verliert irgendwann automatisch die Konzentration und wird unproduktiv. Die kostenlose Apple-App
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Timeout erinnert Sie nicht nur daran, mal eine Pause einzulegen, sie verschleiert den Bildschirm und zwingt Sie so zu Ihrem Glück. Sie brauchen Musik, um konzentriert arbeiten zu können? Dann könnte die Streaming-App Focus@Will interessant für Sie sein. Sie können das Neuro-Music-System kostenlos testen. Der Onlinedienst RescueTime hilft Ihnen, die eigenen Arbeitsgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Das Programm zeichnet auf, wie viel Zeit Sie mit bestimmten Tätigkeiten verbringen. Zum Beispiel mit E-Mail-Schreiben oder mit Meetings. So bekommt man Hinweise auf Zeitfresser und erhält einen Überblick, wie man seinen Arbeitstag verbringt. Außerdem ist es mit RescueTime möglich, bestimmte Anwendungen oder Webseiten zu blockieren, wenn ein Zeitkontingent überschritten wird. Sie können eine kostenlose Version nutzen oder neun US-Dollar pro Monat in die Vollversion investieren.
lenkt ist. Hier greift Productivity Owl ein: Wenn Sie zu lange auf einer Website verbringen, flattert eine Eule über den Bildschirm und schließt den Tab. Ausnahmen sind möglich – etwa die Firmenwebsite. Es gibt inzwischen viele Apps, die uns helfen wollen, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren. Man kommt im Prinzip auch ohne Apps aus. Trotzdem finde ich manche Apps nicht schlecht, um sich bewusst zu machen, dass man auf etwas Bestimmtes achten möchte. Wenn man sich zum Beispiel von »Timeout« vier Wochen lang daran erinnern lässt, Pausen zu machen, kann man danach vielleicht auch ohne die App auskommen, weil man die Lektion verinnerlicht hat. Probieren Sie einfach das aus, was Sie persönlich anspricht. Und stöbern Sie gerne selbst mal online nach neuen Anwendungen. Die Programme, die ich aufgeführt habe, sind nur eine Momentaufnahme. In diesem Bereich geht es ständig voran. Termine auf der Uhr haben. Wichtige Termine neigen dazu, beson-
Manic Time ist im Gegensatz zu RescueTime kein Onlinedienst, sondern eine Software für Windows und erstellt einen Bericht darüber, wie lange Sie einzelne Anwendungen und Webseiten genutzt haben. Daraus können Sie auch ablesen, wann Sie besonders produktiv gearbeitet haben und wann Sie abgelenkt waren. Es gibt eine kostenlose Version zum Reinschnuppern, die Vollversion kostet etwa 65 US-Dollar.
ders häufig in unserer »Gedanken-Timeline« aufzutauchen. Sie brauchen keine Sekretärin, um diese Termine im Blick zu behalten – nur einen Kalender und ein Handy mit Weckfunktion. Tragen Sie Ihre Termine ein, und richten Sie sich auf Ihrem Smartphone einen Alarm dafür ein. Auf diese Weise muss sich Ihr Gehirn nicht ständig selbst an wichtige Dinge erinnern und kann sich auf die Arbeit konzentrieren.
Productivity Owl ist eine Erweiterung des Internetbrowsers Chrome und will Ihnen helfen, sich nicht in den unendlichen Weiten des Internets zu verlieren und die Zeit zu vergessen. Das Phänomen kennt jeder: Man sucht etwas online, findet es – und bleibt dann im Internet hängen, surft hierhin, surft dorthin und vergisst die Zeit. Oft ist einem das gar nicht bewusst, weil man durch interessante Meldungen abge-
Ordnung vs. kreatives Chaos. Manchmal höre ich, dass es auch
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Menschen gibt, die das »kreative Chaos« brauchen. Es gibt sogar eine Studie der University of Minnesota, wonach ein unordentlicher Schreibtisch kreativer macht.12 12 WIRED Magazin, Kreativ-Special, Ausgabe 2/2016, Seite 78
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Persönlich kann ich das nicht nachvollziehen. Meiner Erfahrung nach bietet jedes Element im Blickfeld eine Assoziation, die wie eine Einladung für das Gehirn ist, an etwas anderes zu denken. Je weniger solcher Einladungen da sind, desto leichter fällt es, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren. Aber: Menschen sind verschieden. Es kann durchaus sein, dass jemand gerade inmitten eines chaotischen Büros zu geistigen Höchstleistungen inspiriert wird. Wie man in den kreativen Fluss kommt, ist egal. Hauptsache, man erreicht diesen Zustand. Probieren Sie aus, was für Sie am besten ist. Ein extremes Beispiel hierzu: In den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren gab es in Deutschland eine besonders renommierte Werbeagentur: Springer & Jacoby. Die Agentur betreute zum Beispiel Mercedes-Benz und war berühmt für ihre brillanten Ideen. Nach dem Willen der Gründer sollte die Kreativen nichts von ihrer Arbeit ablenken. Poster an der Wand und Fotos auf dem Schreibtisch waren verboten. Alles sollte weiß und so reduziert wie möglich sein. Das Idealbild war ein weißer Raum, ein Tisch, zwei Stühle, zwei Computer, ein Texter, ein Artdirektor und sonst nichts. Gut, zwei Gläser Wasser dazu waren auch noch okay. Es gehörte zu den verpflichtenden Ritualen, dass jeden Abend der Schreibtisch aufgeräumt werden musste. Diesem Gebot entkam niemand. Nicht einmal die Chefs.
»IHRE RITUALE HELFEN IHNEN, MIT IMMER GLEICHEN HANDLUNGEN OHNE UMWEGE IN DEN ARBEITSFLUSS EINZUSTEIGEN.«
Rituale und Routine helfen, schneller loszulegen. Nun kommen
wir zur zweiten Antwort auf die Frage, wie wir die Aufschieberitis heilen können: Prägen Sie sich Rituale und Routinen ein, um schneller mit der Aufgabe beginnen zu können. Stolpern Sie nicht in den Tag hinein, versuchen Sie, schon am Abend davor oder zu Beginn des Arbeitstags zu planen, wie Sie vorgehen wollen.
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Ein Ritual ist eine immer gleiche Schnellstraße, die Sie sicher und zuverlässig auf schnellstem Weg in den Arbeitsfluss bringt. Kein Ritual dagegen birgt die Gefahr, vom Weg abzukommen und einen Umweg zu nehmen. Zum Beispiel mit den Stationen Facebook, Nachrichtenseite, Büro des Kollegen, Raucherecke und so weiter. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, festzulegen, um 9 Uhr am Schreibtisch zu sitzen und bei einer schönen Tasse Kaffee die To-do-Liste für den heutigen Tag zu erstellen. Danach beginnen Sie die eigentliche Arbeit. Und zwar ebenfalls mit einem Ritual: Sie schreiben die Aufgabe in einem einzigen Satz auf einen Zettel oder ins Computerprogramm, mit dem Sie arbeiten. Überraschung: Und schon haben Sie angefangen! Die Aufgabe in einem einzigen Satz noch einmal zu wiederholen hilft Ihnen zudem, sich zu fokussieren. Um was geht es noch mal, ganz kurz gesagt? Ach ja, richtig. So ist das. Es ist nicht schwierig, die Aufgabe aufzuschreiben. Die Beschreibung kann gern jeden Tag, den Sie an dem Projekt sitzen, gleich sein. Es geht darum, ein einfaches Ritual zu etablieren, das sich routinemäßig immer gleich abspielt und Ihnen auf diese Weise hilft, Ablenkungen zu umgehen und ohne Umwege zur eigentlichen Aufgabe vorzudringen. Jede Art von Routine hilft. Sie werden sehen, wie wirksam Rituale
und Routinen sind. Welche Routine Sie wählen, ist eigentlich egal. Sie können alles tun. Von mir aus beginnen Sie den Tag im Büro damit, einmal zum Song »Eye of the Tiger« um den Schreibtisch herumzutanzen. Warum nicht? Das macht Spaß und muntert noch dazu auf. Oder Sie öffnen Ihr Notizbuch und sehen sich an, was Sie sich gestern auf der To-do-Liste vorgenommen und was Sie wirklich geschafft haben, bevor Sie die Liste für heute schreiben. Wichtig ist, dass es ein möglichst kurzes Ritual ist (nicht länger als fünf Minuten), bei dem am Ende der Schritt in die Arbeit erfolgt.
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Tipps zur Fokussierung. Versuchen Sie, sich nicht ablenken zu las-
sen, sondern bleiben Sie gedanklich bei Ihrer Aufgabe. Wenn Ihnen das gelingt, stehen die Chancen gut, in einen Zustand zu rutschen, der »Flow« genannt wird. Man ist sozusagen im Fluss, hoch konzentriert, die Gedanken und Ideen sprudeln. Man spürt keinen Hunger, keinen Durst, man denkt nur noch an die Aufgabe. Der perfekte Zustand, um auf gute Ideen zu kommen. Wenn es um das Thema Fokussierung geht, sind die Menschen sehr unterschiedlich. Der eine hat kein Problem damit, sich in einem lauten Großraumbüro auf seine Arbeit zu konzentrieren. Ein anderer dagegen braucht dazu absolute Ruhe oder eine bestimmte Art von Musik. Mit einem Kopfhörer zu arbeiten halte ich für eine sinnvolle Idee. Zum einen gibt es Kopfhörer, die das Ohr vor Umweltgeräuschen abschirmen (»Kapselgehörschutz«), man hört also nichts mehr. Zum anderen gibt es die verschiedensten Musiktitel oder auch Smartphone-Apps, die Naturgeräusche abspielen. Gute Erfahrungen habe ich zum Beispiel mit der App Relax Melodies gemacht. Hier kann man verschiedene Naturgeräusche miteinander mixen. Zum Beispiel fröhliches Vogelgezwitscher mit dem Geräusch eines kleinen Bachs. Oder Regentropfen mit dem Rauschen des Meers. Mithilfe dieser Klangkulisse kann man sich selbst ein Stück weit vorspielen, man würde nicht im Büro sitzen, sondern draußen in der Natur. Das wird von vielen Menschen als angenehm und entspannend empfunden. Musik kann man nicht nur nutzen, um sich zu fokussieren. Man kann sich von ihr auch in eine Stimmung versetzen lassen, die für die Arbeit hilfreich ist. Der Manga-Zeichner Tite Kubo zum Beispiel hat jedem Charakter in seiner Welt eine Art Theme-Song zugeordnet. Sobald er
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den Charakter zeichnet oder ihn etwas sagen lässt, spielt er den Song ab. Er ist dann in der richtigen Stimmung, um den Charakter treffend darzustellen. Sollte es an Ihrem Arbeitsplatz trotzdem zu laut oder zu hektisch sein, empfehle ich Ihnen, sich aktiv einen anderen Ort zu suchen. Zum Beispiel
–– Stellen Sie Ihr Telefon auf lautlos. –– Hängen Sie ein Do-Not-Disturb-Schild an die Bürotür. –– Sollte Ihr Arbeitsplatz zu laut oder zu hektisch sein: Suchen Sie sich einen geeigneteren Platz, zum Beispiel in einem Café.
in einem schönen Café.
–– Nutzen Sie soziale Medien vor und nach der Arbeit, aber nicht während der Arbeit.
Viele Unternehmen – gerade im kreativen Bereich – sind zeitgemäß genug, um ihre Mitarbeiter so arbeiten zu lassen, wie sie es wollen. Es geht längst nicht mehr darum, seine Zeit stumpf im Büro abzusitzen. Die beste Umgebung ist die, in der man am erfolgreichsten arbeiten kann. Ganz gleich, ob das zu Hause vor der laufenden Waschmaschine, auf dem Balkon, im Café um die Ecke oder im Büro ist. Fragen Sie also ruhig, ob Sie nicht im Homeoffice oder sonst irgendwo arbeiten können, wenn das besser für Sie ist.
–– Versuchen Sie, während der Arbeit nicht mit Ihrem Partner oder Freunden zu chatten oder ständig Nachrichten auszutauschen.
Checkliste: Aufschieberitis mit Konzentration und Ritualen kurieren.
–– Etablieren Sie morgens ein Ritual, das damit endet, dass Sie die Aufgabe in einem Satz zusammenfassen und loslegen. Ein sinnvolles Ritual ist zum Beispiel, eine To-do-Liste für den Tag zu erstellen. –– Räumen Sie Ihren Computerdesktop, Ihren Schreibtisch und Ihr Büro auf (so wenige Elemente wie möglich). –– Räumen Sie jetzt auch Ihren Kopf auf, indem Sie Gedanken auf eine To-do-Liste auslagern und Termine in einen Kalender mit Weckfunktion eintragen. –– Schalten Sie Ihr Mailprogramm für eine gewisse Zeit aus.
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–– Testen Sie Apps, um sich zum Beispiel darauf hinweisen zu lassen, wenn Sie zu lange auf einer Website sind. –– Testen Sie Kapselgehörschutz-Kopfhörer, Musik und Geräusche, um sich ganz auf Ihre Arbeit fokussieren zu können. –– Lassen Sie sich nicht ablenken, und bleiben Sie gedanklich bei Ihrer Aufgabe. –– Machen Sie regelmäßig eine kurze Pause. So bleibt Ihre Leistung über den Tag konstant.
WANN SIE NOCH NICHT LOSLEGEN SOLLTEN. Schön, wenn man mithilfe von Ritualen und Routinen nicht mehr an Aufschieberitis leidet und endlich voller Tatendrang loslegen kann. Dumm nur, wenn die Aufgabe eigentlich noch gar nicht klar ist. »Okay, das Briefing ist noch nicht ganz fertig, aber leg doch schon mal los«,
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heißt es dann zum Beispiel. Das ist vermutlich gut gemeint und spart auf den ersten Blick scheinbar Zeit. In Wirklichkeit aber ist genau das Gegenteil der Fall.
Checkliste: Ist die Aufgabe klar?
–– Wie lautet die Aufgabe in einem Satz? –– Welches Problem gilt es wirklich zu lösen?
Wenn Sie sich auf ein halb fertiges Briefing einlassen, kann Sie das viel Zeit und Energie kosten. Denn wenn es nach einigen Tagen heißt, dass
sich das Briefing noch einmal geändert hat, dann haben Sie komplett für die Tonne gearbeitet. Das ist dann wirklich ärgerlich. Deshalb sollten Sie warten, bis das Briefing final vorliegt oder bis die Aufgabe wirklich glasklar ist. »Mal irgendwie was machen« und »Einfach mal loslegen« sind keine gute Basis für eine fundierte Lösung. Es ist vergleichbar mit einem Neubau, bei dem das Dach gebaut werden soll, noch bevor der Keller und die Grundmauern stehen. Beides kann nicht gut gehen. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Verlag möchte ein People-Magazin auf den Markt bringen. Nennen wir es »Star Magazin«. Zielgruppe: Frauen zwischen 40 und 60. Für diese Wochenzeitschrift sollen Sie nun ein Layout entwickeln. Das Briefing könne sich noch mal ein bisschen ändern, heißt es, aber weil der Starttermin drängt, können Sie ja schon mal anfangen. Nach einer Woche heißt es dann, dass die Zielgruppe sich noch einmal geändert hat: Jetzt sollen Frauen zwischen 16 und 26 angesprochen werden. Klar, dass sich damit auch die Tonalität komplett ändert. Im Folgenden finden Sie einige beispielhafte Fragen, mit denen Sie abklopfen können, ob die Aufgabe klar ist.
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–– Was ist das Ziel? –– Was ist die Botschaft, die Sie zum Ausdruck bringen sollen? –– Macht das Sinn? Ist das empfehlenswert? –– Wie kann man eindeutig feststellen, dass Ihre Lösung erfolgreich war? –– Wer ist die Zielgruppe? –– In welchem Verhältnis steht der Auftraggeber zur Zielgruppe? –– Wie sind die Situation und die Entwicklung auf dem Markt? –– Was macht der Wettbewerb? –– Welche Tonalität ist gewünscht? Welche ist nicht gewünscht? –– Was soll die Zielgruppe denken und fühlen, wenn sie die Lösung sieht?
Kurzum: Sie müssen im Bilde sein, was gespielt wird. Blindflüge gehen meistens schief. Eine gute Nagelprobe ist, zu versuchen, die Aufgabe einem anderen per Telefon zu erklären. Mit Lösungen ist es übrigens genauso. Wenn es sich schwierig anfühlt, eine Aufgabe oder Lösung in wenigen einfachen Sätzen zu erklären, dann stimmt etwas nicht. Löchern Sie Ihren Auftraggeber. Bleiben Sie hartnäckig. Machen Sie Ihrem Kunden klar, dass Sie ihn nicht nerven wollen, sondern in seinem
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Sinne handeln, wenn Sie noch mehr wissen wollen. Fragen Sie nach, bis Ihnen die Aufgabe in allen Einzelheiten klar ist. Denn je besser Sie die Aufgabe und die Rahmenbedingungen verstehen, desto maßgeschneiderter wird auch die Lösung ausfallen. Nehmen Sie sich die Freiheit, Informationen zu hinterfragen. Denken Sie mit. Fragen Sie auch nach dem Sinn des Ganzen. Kunden haben oft eine Innensicht auf die Dinge und schätzen es, wenn man die Aufgabe aus einer anderen, externen Perspektive hinterfragt. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch zugeben, dass es genug Kunden gibt, bei denen das vergebene Liebesmühe ist. Ich sage das nicht resigniert. Manchmal sind die Dinge eben, wie sie sind. Das gehört auch zur Realität eines Kreativen. Wer als Kreativer erfolgreich sein will, darf nicht verzweifeln, wenn er manche Dinge auf Kundenseite nicht beeinflussen kann. Das gehört nun mal dazu. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Management eines Konzerns und haben in wochenlanger Arbeit das Briefing mit verschiedenen Abteilungen erarbeitet und abgestimmt. Die Produktentwicklung gibt grünes Licht, der Vertrieb stimmt zu, das Marketing gibt seinen Segen, der Controller sagt Ja, und auch die Strategieabteilung nickt zustimmend. Das Letzte, was Sie wollen, sind nun erneute Diskussionen über Sinn und Unsinn des Briefings. Daher ist es durchaus verständlich, wenn manche Kunden ihre Briefings als gesetzt betrachten. Kämpfen Sie lieber an anderer Stelle um präzisere Informationen.
Behalten Sie bei allen Rückfragen die Zeit im Blick. Es macht keinen
Sinn, mit einem halb garen Briefing anzufangen. Es macht aber auch keinen Sinn, die Zeit mit ständigen Rückfragen zu vergeuden, die gar nicht essenziell sind. Lassen Sie sich nicht von der Aufschieberitis infizieren, sie lauert überall. Im Folgenden lernen Sie einige Möglichkeiten kennen, mit denen Sie sich ein konkretes Routine-Start-Programm zusammenstellen können. Dieses Start-Programm ist wie ein Panzer. Einmal gestartet, ist es nicht mehr aufzuhalten und macht die lähmende Routine einfach platt. Doch zunächst einmal wollen wir über die richtige innere Einstellung sprechen, die nötig ist, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen.
DIE KUNST, EINFACH AUFZUHÖREN.
Die Zielgruppe etwa ist zentral wichtig. Mit ihr steht und fällt die Lösung. Versuchen Sie, so viel wie möglich über die Zielgruppe zu erfahren. Wir werden später noch sehen, wie wertvoll es ist, wenn man eine klare Vorstellung von der Zielgruppe hat.
Wir haben uns damit beschäftigt, wie man anfängt. Lassen Sie uns kurz beleuchten, wie es mit dem Aufhören aussieht. In der Zeitschrift WIRED, Ausgabe 2/2016, stieß ich auf einen Tipp, wie man noch kreativer arbeiten kann: »Tipp 1: Bleib wach! Wer schläft, stärkt sein Erinnerungsvermögen, nicht aber das kreative Denken, so eine Studie der Uni Freiburg. Bei Tests waren diejenigen, die länger wach blieben, sogar kreativer als die Schläfer.« Mich hat dieser Tipp erstaunt. Wenn ich eines gelernt habe in all den Jahren meiner Ideensuche, dann, dass es mir nichts bringt, mir die Nächte um die Ohren zu schlagen. Es kann schon sein, dass man um 4 Uhr nachts auf eine gute Idee kommt. Aber meiner Erfahrung nach ist man dann am nächsten Tag aus dem Gleichgewicht und bringt nur wenig zustande. Das bedeutet: Die hohe Leistung in der Nacht hebt sich am nächsten Tag durch die schwache Leistung am Tag wieder auf. Es ist ein Nullsummenspiel, das unterm Strich nichts bringt.
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Vielleicht ist das Ganze von Mensch zu Mensch verschieden, und Sie müssen einfach ausprobieren, ob Sie tatsächlich bessere Ergebnisse haben, wenn Sie nachts arbeiten. Meiner Erfahrung nach ist es aber sinnvoller, sich nicht auszupowern und lieber am nächsten Morgen mit frischem Kopf wieder loszulegen. Langfristig erscheint es mir auch die gesündere Variante. Lange Zeit standen gerade Agenturen im Ruf, dass sie von ihren Mitarbeitern verlangen würden, viele Überstunden zu sammeln und sogar am Wochenende zu arbeiten – ohne zusätzliche Bezahlung. Diese Einstellung ändert sich mehr und mehr. Das liegt nur selten daran, dass die Agenturen nun plötzlich ihre soziale Ader oder ihr gutes Herz entdeckt hätten. Vielmehr müssen Agenturen auf dem Personalmarkt mit Wettbewerbern wie Google, Apple und Facebook konkurrieren, die höhere Gehälter und bessere Bedingungen bieten können. Wer hier an alten Mustern festhält, hat das Nachsehen. Der Fachdienst »campaign« berichtete in einem Artikel über diesen Trend und schrieb darin, die Agentur Wieden+Kennedy London habe in der Branche den Spitznamen »Weekend + Kennedy«. BBH werde auch GBH (grievous bodily harm) genannt und »72andSunny« gern auch als »72andSunday« bezeichnet.13 Zumindest Wieden+Kennedy London hat nun aber beschlossen, dafür zu sorgen, dass kein Mitarbeiter mehr als 40 Stunden in der Woche arbeitet. Meetings sollen nicht mehr vor 10 Uhr und nach 16 Uhr stattfinden. E-Mails sollen nicht mehr nach 19 Uhr geschrieben und gelesen werden, und freitags darf gern schon um 16.30 Uhr Feierabend gemacht werden. Die Initiative geht zurück auf Managing Director Helen Foulder.
Übrigens: Tipp 2 im WIRED Magazin hieß: »Schreib Telefonnummern ab! So hieß eine Aufgabe für Probanden an der University of Central Langshire. Das war so langweilig, dass die Tagträume zunahmen – und plötzlich gute Ideen auftauchten.« Kurios, aber wer will ernsthaft im Büro sitzen und so lange Telefonnummern abschreiben, bis sich eine interessante Idee einstellt? Wir sehen uns im Verlauf dieses Buchs einige Techniken an, die einen anderen Weg gehen.
13 Swift, James: »Wieden+Kennedy trials limits to working hours«, In: campaignlive. co.uk, 10. März 2016, http://www.campaignlive.co.uk/article/wieden-kennedytrials-limits-working-hours/1386740#
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INHALT
IDEEN MUSS MAN HABEN.
TIPPS FÜR IDEENSUCHER.
DER TREIBSTOFF, DER DIE MENSCHHEIT VORANBRINGT. 7
SO WERDEN SIE LEICHTER FÜNDIG. 215
DIE RICHTIGE EINSTELLUNG FINDEN.
10 LEITSÄTZE FÜR MEHR KREATIVITÄT.
SO SIND SIE BEREIT FÜR GROSSE IDEEN. 27
ANREGUNGEN FÜR IDEENSUCHER. 229
DIE KUNST, EINFACH ANZUFANGEN.
IDEEN PRÄSENTIEREN.
WIE SIE, OHNE ZEIT ZU VERLIEREN, LOSLEGEN. 67
SO ENTFALTEN IDEEN IHRE KRAFT. 257
IDEEN KOMMEN VON ALLEN SEITEN.
NACHHALTIG ERFOLGREICH SEIN.
WIE SIE SICH VON AUSSEN UNTERSTÜTZUNG HOLEN. 91
SO ETABLIEREN SIE IHRE EIGENE IDEENKULTUR. 269
KREATIVTECHNIKEN FÜR DIE PRAXIS.
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SO KOMMEN SIE AUF IDEEN. 123
INDEX
1+1=3-Technik 207
Offtime 75
6-3-5-Technik 213
Productivity Owl 76
10X Thinking-Philosophie 36
Relax Melodies 81
60-Minuten-Technik 63
RescueTime 76 Timeout 76 Apple 210
A
Arbeitsplatz zu laut? 82 Arden, Paul 243
Abgeschmetterte Ideen 249
Art Directors Club 17
Ablenkungen minimieren 73
Assoziationen 173, 176, 177
Abweichen-von-der-Norm-Technik 131
Aufgabe
Airbnb 147
hinterfragen 27
Akkordeon-Technik 187
in einem Satz 80, 85
Alles ist möglich 31
klar 84
Alphabet 37
unklar 83
Alternative Realität 159
Aufgabenstellung 107
Amabile, T. M. 49
Aufgeben 220
Andere-Perspektive-Technik 151
Aufhören 87
Andersen, Hans Christian 31
Aufmerksamkeit 132, 231
Anders verwenden 182
Aufschieben
Anerkennung 273
vermeiden 73, 82
Anfangen 67, 83, 151, 171
Aufschieberitis 73, 82, 223
Angst überwinden 72
Auftraggeber 157
Angst vor dem leeren Blatt 67, 73, 82
Außergewöhnlich 132, 136
Anpassen 182
Autan 115
An sich selbst glauben 56 Anwendungsmöglichkeit 182 App 74 Clear 74
B
Focus@Will 76
Benchmark 28, 96
Freedom 75
Beobachten 232
Manic Time 76
Berater-Lösung 151
279
Biss behalten 270
DHL 185
Blockade 13
DILL Restaurant 184
BMW 117
Disruption-Technik 144 Schritt für Schritt 149
Brainstorming 169 Briefing 27, 107
DNA der Marke 113
Anforderungen 109
Dramatik 263
Ergänzungen 110
Dramatisch 134
mündlich 110
Drei E 18
unfertig 83
Druck 68
ungenau 86
Dumb ways to die 190
F
I
Fachfremde 101
Idee 8
Fahrstuhltest 265
abgelehnt 251, 253
Fantasie 30, 161
aussortiert 249
Flow 81
beurteilen 17, 19, 226
Flow-Technik 173
Bewertung 253
Schritt für Schritt 175
Bewertungskriterien 17
Fokussierung 81, 177
Checkliste 222
Fußballtrainer-Technik 56
die beste finden 140 einfach vs. kompliziert 234
verdichtet 108 Bullshit-Technik 201
E Early-Bird-Technik 64
C Change-Methode 138
Edison-Technik 208
Checkliste
Ehrgeizig 243
Aufschieberitis 82
Eine-Stunde-Vollgas-Technik 169
Briefing 111
Einfachheit 235
Das Routine-Start-Programm 120
Einfallsreich 19
DNA der Marke 113
Einstellung 27, 40, 223
Ist die Aufgabe klar 85
Emotional 134
Unternehmenskultur 48
Erfindergeist 8 Erfolg
Coca-Cola 116
feiern 47
Comic-Übung 35
vorfühlen 51 Erfolgsfaktor Chef 45
D Dalí-Uhr 138 Das-muss-ich-sofort-erzählen-Test 21 Das Tap Project 199
Ersatzteil 100 Ersetzen 182 Erste Hilfe 221 Extrinsische Motivation 50 Exzellente Ideen 17
gute erkennen 17 in sozialen Medien teilen 19
Gedanken
jeder kann sie haben 10
und Ideen 40
eBay 149
Chef 45, 253
Geheimnis 15
G
Kern herausarbeiten 265
zulassen 32
präsentieren 257
Gegenteil 139
prüfen 140
Gegenteil-Technik 202
sicher 237
Gegner als Motivator 61
sichten 209
Gehirn 189
über Konkurrenzanalyse 92
Glaubenssätze 42
verwerfen 140
Große-Bilder-Technik 63
Weg 222 wegweisend 96
H
Ideenfindung 14 durch Konkurrenzanalyse 91
Hausaufgaben 222
durch unbeteiligte 98
Hegarty, John 21, 112, 135, 174
durch Zufall 102
Heineken 116
Kunde 113
Heldenreise 264
mit Kollegen 105
Highspeed-Brainstorming 170
nachhaltig 269
Hilfe finden 225
Ideenkultur 269
HypoVereinsbank 194
Ideentresor 249
De Bono, Edward 162
Idee testen 17 Das muss ich sofort erzählen 21
Design-Thinking-Technik 205
Putzfrauen-Test 22
280
281
Schwarmintelligenz-Test 23
Kreatives Chaos 77
Viel hilft viel 215
Kleine-Ziele 59
Unternehmer-Test 21
Kreativität 9
Walt Disney 161
Mein Problem 50
Alter 33
Was wäre, wenn 159
Musik 63
trainieren 218
Weltverbesserer 197
Projektion 51
Würde ich das teilen? 19 Idol 153 Idol-Technik 62
Kreativmuskel 218
Workshop 211
Strike-Back 60
Iglo Fischstäbchen 117
Kreativtechnik 123, 225
Zaubertrank 126
Teampartner 60
Zeitdruck 169
Wettkampf 60
Innere Einstellung 43
1+1=3 207
Input 216
6-3-5 213
Insight-Technik 192
Abweichen von der Norm 131
Inspiration 96
Akkordeon 187
Wut 60 Muse 13
suchen 233
Andere Perspektive 151
L
zufällig 231
Bullshit 201
Langer, Ellen 40, 42, 131
Intrinsische Motivation 50
Design-Thinking 205
iTunes-Store 146
Disruption 144 Edison 208 Eine Stunde Vollgas 169
J
Einzelkämpfer 126, 127, 131, 144, 151, 159, 161, 169, 173, 180, 181, 184, 186, 187, 189, 192, 197, 201, 202, 203
Jobs, Steve 153, 169, 209, 264 Jung von Matt 45
Flow 173 Gegenteil 202
K
Insight 192
Kalender der Träume 191
Kunde 113
Kreativtechnik 123
Kinder als Vorbild 34
Kunst, einfach aufzuhören 87
Klarheit 235
Neues durch Neues 127
Kleiner Keiler 92
Osborn-Checklisten 181
Kleine-Ziele-Technik 59
Pingpong 203
Kollegen 23, 105
Querdenken 176
Kombinieren 183
Reporter 186
Konkurrenz 28, 91, 157
Schlagzeilen 184
Woop 55
Kür-Idee 238
Musik 81 Musik-Technik 63
Lidl 185 Lob 47 Logic und Magic 32
N
Loslegen 67
Natur 123
Lücke 93
Netflix 148 Neu anordnen 183 Neues-durch-Neues-Technik. 127
M
Nike 61 Notke, Tim 49
Marktsituation 27 Mein Problem-Technik 50 Mercedes-Benz 100 Mimik 266
O
Moodbilder 261
Oettinger, Gabriele 54
Moonshot 37
Offen für Ideen 231
Motivation 68, 171
Olympische Spiele 116
intrinsisch und extrinsisch 49
Ordnung zerschlagen 144 Organisation
Motivationstechnik 49
Apps 74
60 Minuten 63
Schreibfluss 180
Early Bird 64
Original-Briefing 108
Fußballtrainer 56
Osborn, Alex 181
Große Bilder 63
Osborn-Checklisten-Technik 181
Kopie 91
Team 127, 131, 144, 151, 159, 161, 169, 173, 184, 186, 189, 192, 197, 201, 202, 203
Kreativer Drang 14
Truth well told 189
Konkurrenzanalyse 92 Konventionelle Lösung 237 Konzentration 73, 74
282
Idol 62
283
P
S
erfolgreich 44
Page, Larry 36
Sachlich 30
Pausen 187
Schlagzeilen-Technik 184, 187
Persona 155, 193
Schlittenhunde 70
Perspektive 101
Schreibfluss-Technik 180
wechseln 151
Schritt für Schritt 222
Pferdt, Frederik 44
Schwarmintelligenz-Test 23
Pflicht-Idee 238
Schwarzenegger, Arnold 51
Pflicht- und Kür-Technik 238
Selbstmotivation 49
Pingpong-Technik 203
Serpa, Marcello 179
Pixar 107
Sharapova, Maria 61
Plagiats-Check 94
Sicherheit 222
Positives Denken 54
Sichtweise
Post-it 107
Auftraggeber 157
Präsentation 257
Berater 151
Präsentationsform 259
Idol 153
Projektions-Technik 51, 58
Konkurrenz 157
Publikum 257
Produkt 155 Zielgruppe 154 Skizzieren 139, 175
R
Social Media-Posts 20
Recherche 28, 187, 209 Recyclen 249 Reduktion 235 Regelbruch 131, 134 Reporter-Technik 186 Ritual 78
Springer & Jacoby 18, 78 Stimmung erzeugen mit Musik 81 Story 186 Storytelling 262
Vorbild auswählen 154
Teamwork 105 TED-Präsentationen 265 Termin planen 77
W
Think different 145
Wahrheitssuche 189
Tiefschlag 251
Walt-Disney-Technik 161
To-do-Liste 74
Was-wäre-wenn-Technik 159
Tonalität 28
Weltverbesserer-Technik 197
Träumer 161
Wettkampf-Technik 60
Truth-well-told-Technik 189
Wieden, Dan 44 Wikipedia 149 Woop-Methode 55
U
Workshop-Technik 211
Uber 148
Wortfelder 177
Überraschen 134, 237
Würde-ich-das-teilen-Test 19
Überraschende Geschichte 98
Wut 60
Umkehren 183 Umsetzbarkeit 164 Umwandeln 183
Z
Unbeteiligte 98
Zaubertrank-Technik 126
Unternehmen 28
Zeitdruck-Technik 169
Unternehmenskultur
Zeitfresser 76
für Ideen 48
Ziel setzen 56
Unternehmer-Test 21
Zielgruppe 28, 86, 154, 192
Unzufriedenheit 7
anpassen 182 bereichern 197
Strike-Back-Technik 60
Roosevelt, Theodore 56 Routine 73, 78, 127, 269
Vision 150, 161
Teampartner-Technik 60
sprechen lassen 196
V
Zielgruppen-Vertreter 155
durchbrechen 129
T
Verändern 140
Zufall 102
gut oder schlecht? 129
Tag
Vereinfachen 235
Zusammenspiel Ordnung – Chaos 32
planen 80
Routine-Start-Programm 119, 224
Vergrößern 182
TBWA 144
Verkleinern 182
Team 127, 131, 144, 151, 159, 161, 169, 173, 184, 186, 189, 192, 197, 201, 204
Vim Cream 97
284
Viel-hilft-viel-Prinzip 215
285
Know-how für Kreative.
Philipp Barth arbeitete 13 Jahre für Jung von Matt in München, Hamburg und Stuttgart. Als Creative Director und Geschäftsleiter Kreation betreute er Marken wie BMW, Bosch, Mey, Mercedes-Benz u.a. Seit 2016 hat er sich als freier Texter, Konzeptioner und Autor selbstständig gemacht und gibt sein Wissen rund um das Thema Ideenfindung in Vorträgen und Workshops weiter.
Philipp Barth
Das Buch für Ideensucher – Denkanstöße, Inspirationen und Impulse für Kreative 285 Seiten, broschiert, in Farbe, September 2016 29,90 Euro, ISBN 978-3-8362-4282-0
www.rheinwerk-verlag.de/4207
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