INHALT 6 DIE GESCHICHTE EINES SCHNITZERS
72 DIE KUNST DES SCHNITZENS: PROJEKTE
12 GESCHNITZTE OBERFLÄCHEN
74 Holz spalten
14 WERKZEUGE
77 Rohlinge für Kochlöffel 80 Kochlöffel
17 Messer
88 Guksi: traditionelle skandinavische Trinkbecher aus Maserknollen
21 Äxte
96 Löffel in allen Variationen
26 Stechbeitel
108 Ein kleines Regal
29 Löffelmesser
116 Eine geschnitzte Hakenleiste
32 Zugmesser
126 Fågelsjö und die Birkenrindendosen
34 Spezialmesser und -werkzeuge 36
Sicherheitshinweise
130 Dosen und Gefäße aus Baumrinde 144 Dekorative Holzschnitzereien
38 SONSTIGES EQUIPMENT
150 Der letzte Schliff
41
155 NACHWORT:
Bloß nicht zu kompliziert
42 Hackklotz 43
Schnitzbank
45
Werkzeuge zum Schärfen
50 Hobel
BEMERKUNG ZUR EINFACHHEIT
157 Bezugsquellen 158 Register
56 HOLZ 58
Maserung und Faserrichtung
61
Bestimmung der Holzarten
63
Sammeln und Selbstversorgen
64 Holzarten 4
5
HOBEL
Eine raue Planke zu einem Schneidebrett hobeln Aus langfaserigem Holz, das leicht spaltbar ist, lassen sich einfache Schneide- oder Vesperbretter oder Sitzflächen herstellen. Dazu brauchst du nur ein paar Handhobel.
Beim Hobeln denkt man zuerst an Werkbänke, Schreiner und Männer mit langen Bärten, aber auch beim Schnitzen hat das Hobeln durchaus seinen Platz, wenn man beispielsweise raue Oberflächen glätten oder kleine Bretter aus frischem Holz schneiden möchte. Hobel sind auch hervorragend zum Auffrischen alter Bretter geeignet. Ein paar Züge mit der Klinge, und sie sehen aus wie neu.
1
Von links nach rechts: Handhobel (Länge 23 cm), Raubank (Länge 76 cm), Langhobel (30 cm Länge). 3
Man beginnt mit einem Test auf einer Seite. Gerade bei Spaltbrettern ist die erste Hobelbahn ziemlich rau. Ideal ist dazu ein Hobel mit abgerundeter Klinge, da er viel Holz von der Oberfläche abschält. Zu diesem Zeitpunkt musst du dir noch keine Gedanken über eine glatte Oberfläche machen. Anfangs soll nur die Oberseite einigermaßen eben geglättet werden. 2
Zuerst arbeitet man sich diagonal über das Brett und entfernt Axt kerben oder hochstehende Grate, bis die Oberfläche glatt und eben ist.
1
3
Runde Klingen hobeln dicke Späne aus der Oberfläche. 4 4
2
Hobel
Sobald Kerben und Grate entfernt sind, wird das Brett mit einer Raubank geglättet. Durch die Länge des Hobels stören noch bestehende Uneben heiten nicht und werden sauber geglättet. Wenn man die Klinge diagonal zur Faser hält, gleitet der Hobel besser über das Holz. Gearbeitet wird in Laufrichtung der Holzfaser.
51
2
1
3
Feinschnitzen Nach der groben Ausgestaltung des Rohlings kann man diesen entweder trocknen lassen oder gleich weiterbearbeiten. Alle weiteren Schnitz arbeiten werden mit Schnitz- und Löffelmessern ausgeführt. 1
Beginne mit der Rückseite, indem du alle groben Spuren der Axt glättest und die Krümmung ausformst. Am einfachsten geht das, wenn du vom Körper wegschnitzt und die Kraft aus der Schulter kommt. 2
Die eigentliche Löffelspitze gelingt am besten, wenn der Druck auf die Klinge vom Daumen ausgeübt wird. So lässt sich die konvexe Krümmung am besten formen. Bei zu viel Druck wird das beinahe unmöglich. 3
Als Nächstes werden die äußeren Kanten der Laffe geschnitzt. Der Übergang von der Laffe zum Griff ist
102
Die Kunst des Schnitzens: Projekte
4
besonders wichtig und sollte fertig sein, bevor du mit dem Aushöhlen der Laffe beginnst. Schnitze zum Körper hin, der Löffel wird dabei gegen die Brust gedrückt. Der Druck auf die Klinge sollte bestimmt, aber kontrolliert sein. 4
Mit dem hier gezeigten Griff kannst du auch zu dir hin schnitzen. Die Messerhand wird auf den Oberschenkel gedrückt, sodass nur kleine Bewegungen möglich sind. Nun das Schnitzmesser vorsichtig zum Körper hin „rollen“ und langsam durch das Holz führen. Am Ende des Schnitts berührt der Messergriff den Rohling und wird so gestoppt.
5
5
Auch dieser Griff erlaubt eine sehr genaue, kontrollierte Schnittführung. 6
Der Übergang vom Griff zur Löffellaffe ist häufig nicht genau genug definiert. Er sollte sauber und deutlich ausgeformt werden.
Löffel in allen Variationen
6
103
1
EINE GESCHNITZTE HAKENLEISTE Eine Hakenleiste ist in jedem Haushalt sinnvoll. In alten Bauernhäusern gehört sie zum Inventar im Eingangsflur. Sie kann so lang wie der ganze Flur sein und als Aufhängung für die unterschiedlichsten Dinge dienen. Als Schnitzobjekt bieten Hakenleisten oder Garderoben unglaublich viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Die Rückwand kann geradlinig und minimalistisch sein oder verschnörkelt und mit Ornamenten verziert. Du kannst das Holz natürlich belassen oder lasieren, streichen oder bemalen. Gleiches gilt auch für die Haken. In einem der Schuppen an unserem Haus habe ich ein paar alte Hakenleisten gefunden. Die einfachsten Ausführungen hatten gerade Rundstäbe, die schräg in das Brett dahinter gesteckt wurden, sodass die Dinge, die man daran aufhängt, nicht hinunterrutschen können. Dann gab es noch eine Leiste mit langen, gerade angebrachten Aufhängern, die am Ende jeweils einen kleinen Haken hatten. Besonders gut gefallen mir rechteckige Aufhänger mit einem kleinen Knopf am Ende. In meiner Waldhütte hatte ich eine solche Garde robe, die als Vorlage für dieses Projekt dient. Das Holz habe ich aus dem Abrissmaterial einer alten Scheune gerettet. Da die Hakenleiste nicht so lang ist, reicht zum Bearbeiten ein einfaches Schnitzmesser.
1 Neue Hakengarderobe, traditionell gefertigt. 2 Eine antike Hakenleiste. 3 Neue Garderobe mit einfachen, geraden Aufhängern, die schräg im Haltebrett angebracht sind. So können Jacken, Mäntel und Taschen nicht hinunterfallen.
2
3
116
Die Kunst des Schnitzens: Projekte