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Trail #4/2026

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DAS LAUFMAGAZIN NR.1 FÜR TRAILRUNNING

04

2026

Juli August

DEUTSCHLAND € 9,90

NEWS & JOURNAL / MEINUNG / MORALFRAGE / MALLORCA-CAMP

TRAIL MAGAZIN

ÖSTERREICH € 10,90 SCHWEIZ SFR 15,80 LUXEMBURG € 11,40 ITALIEN € 13,40 SPANIEN € 13,40 FRANKREICH € 13,40

WWW.TRAIL-MAGAZIN.DE

TIPPS

ken, 6 Trailstrec m se die du in die al m Sommer ein st! s laufen mu

Training: Old School, neue Leistung: Diese Trainingsprinzipien wirken bis heute

Einsteiger Spezial!

Der Sport, der dich nie mehr loslässt

Mode: 6 Sommeroutfits von Kopf bis Fuß.

Events total: Transvulcania IATF Gapa Everesting Zegama-Aizkorri

Teil 2/2

Trailschuhe

Im Praxistest: Adidas Terrex, Salomon, Hoka, Brooks, ...

STIL

Fashion before Passion? Laufen wir zu sehr für andere?

REISE

Marokko: Inmitten des 40. Marathon des Sables durch die Sahara

TYP

"Day in the life" von Danny Runs. So lebt der Ultrarunner!

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Neues Design auf Grundlage vieler Kilometer, Stunden und Höhenmeter – über Fels und Trails, auf denen jeder Tritt anders sitzt. Die Überarbeitung der entscheidenden Bereiche gewährleistet auch über lange Strecken hinweg zuverlässig Stabilität und Komfort. Die XFlow™-Technologie sorgt mit optimaler Dämpfung und kontinuierlicher Energierückgabe für einen natürlichen, flüssigen Bewegungsablauf. Durch das neue Obermaterial wird der Schuh leichter, der großzügiger geschnittene Zehenbereich bietet eine bequemere und dennoch präzise Passform. Präzise Passform. Stabiler Halt. Komfort auf langen Strecken. Perfektioniert, damit du nicht aus dem Tritt kommst. Finde Deinen Flow auf lasportiva.com

Aurora Motti – Professional Mountain runner

ONE MORE STEP.


EDITORIAL

4 Menschen dieser Ausgabe

Liebe Leserinnen, liebe Leser und alle, es gibt gerade diese eine Frage, die überall zwischen Zielbögen, Berggasthöfen und Parkplatzgesprächen herumsteht: Was zur Hölle passiert eigentlich gerade mit diesem Laufen? Mit Trailrunning, mit Ultrarunning? Auch wir reden in der Redaktion viel darüber. Leidenschaftlich. Manchmal zu lange. Und erstaunlicherweise sind wir uns oft einig. Vielleicht, weil viele von uns spüren, dass sich gerade etwas verschiebt. Dass aus diesem einst kleinen, eigensinnigen Randsport langsam etwas anderes wird. Ein Hype vielleicht. Ein Markt. Ein Influencer-Ding. Vielleicht irgendwann olympisch. Vor allem aber: groß. Sehr groß. Als wir 2008 darüber geschrieben haben, wie ein wilder Haufen im Chiemgau hundert Kilometer durch die Berge rennt, war das alles vor allem eines: wild. Niemand sprach damals von Reichweiten oder Content. Wir wollten einfach, dass man uns als Sportlerinnen und Sportler ernst nimmt. Stattdessen wurden wir oft belächelt. Im besten Fall nannte man uns „Extremsportler“, weil einem kein besseres Wort einfiel für Menschen, die freiwillig stundenlang durch Wälder und über Berge liefen. Aber das traf es nie wirklich. Denn das Besondere am Trailrunning war nie das Extreme. Sondern das Echte. Dieses stille, manchmal fast rohe Gefühl, unterwegs zu sein. Die Ehrlichkeit darin. Die langen Gespräche an Verpflegungsstellen. Der Dreck an den Beinen. Das gemeinsame Leiden. Die Müdigkeit. Die Ruhe. Und jetzt passiert gerade etwas, das uns Sorgen macht: Trailrunning läuft Gefahr, groß zu werden und dabei zu vergessen, woher es kommt. Seine noch junge, aber besondere Geschichte. Seine Haltung vielleicht auch. Denn natürlich ist es nicht falsch, mit diesem Sport Geld zu verdienen. Nicht für Athletinnen und Athleten. Nicht für die Menschen, die großartige Schuhe, Uhren, Westen, Regenjacken oder Gels entwickeln. Das alles gehört inzwischen dazu. Und vieles davon ist gut. Trotzdem fühlt es sich manchmal an, als würde dieser Sport gerade ein wenig ausgepresst. Benutzt vielleicht. Als würde aus etwas Echtem langsam ein Produkt werden. Und wahrscheinlich liegt genau darin das Unbehagen. Denn alles, was exponentiell wächst, kann irgendwann auch schnell wieder verschwinden. Nachhaltigkeit fühlt sich jedenfalls anders an. Vor allem für jene, die Trailrunning nie nur als Sport verstanden haben, sondern als Lebensgefühl. Vielleicht sogar als Gegenentwurf zu einer Welt, in der immer alles lauter, schneller und sichtbarer werden muss. Wir wollen dabei gar nicht die Miesepeter sein im Trubel aus Millionenklicks und Dauerinszenierung. Wirklich nicht. Aber es darf doch nicht passieren, dass künftig vor allem diejenigen Aufmerksamkeit bekommen, die am lautesten schreien. Oder posten. Oder sich selbst vermarkten. Ein Lauf, der nie auf Strava landet, nie gefilmt oder gepostet wurde, darf doch nicht plötzlich weniger wert sein. Das wäre traurig. Und ehrlich gesagt: auch ziemlich weit weg von dem, warum viele von uns einmal mit diesem Sport begonnen haben.

TRAIL-Herausgeber Denis Wischniewski denkt über Trailrunning nach, wenn er es gerade nicht macht. Wobei es diese Momente eigentlich kaum gibt. Im Prinzip bleibt nur der Schlaf trailfrei — und selbst da träumt er manchmal noch von Anstiegen, Stirnlampen und langen Wegen durch die Nacht. Jetzt, mit 53, denkt er gelegentlich über Rente nach. Nicht besonders ernsthaft, aber immerhin öfter als früher. Geplant wird trotzdem weiter. Nur eben nicht mehr fünf Jahre im Voraus, sondern von Ultra zu Ultra.

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Ian Corless Seit über einem Jahrzehnt zählt Ian Corless zu den bekanntesten Fotografen der internationalen Trailszene und begleitet die größten Rennen weltweit. Seite 6

Tove Alexandersson Mit ihrem WM-Titel und dem jüngsten Sieg in Zegama unterstreicht Tove Alexandersson ihre Ausnahmestellung im Trailrunning. Seite 80

Björn Kafka Björn Kafka coacht WorldTourProfis, formte Weltmeister und verbindet langjährige Erfahrung mit moderner Trainingssteuerung. Seite 52

Johanna Ehrenklau Die Zahnärztin aus GarmischPartenkirchen erfüllt sich mit dem EM-Start im Nationaltrikot einen lang gehegten Traum. Seite 58

Latest News dieser Ausgabe! Der höchste Marathon der Welt führte fünf Athleten auf 6.893 Metern Höhe über den Vulkan Ojos del Salado in Chile. Nach zwei Wochen Akklimatisation, einer 11,5-stündigen Nachtbesteigung, Temperaturen bis -30 °C und Sturm mit 100 km/h erreichten sie das Ziel und stellten zwei GuinnessWeltrekorde auf. Von ursprünglich 18 Startern schafften es nur fünf an die Startlinie. Das Extremsport-Projekt von BecomingX zeigt eindrucksvoll, wie weit Menschen unter extremen Bedingungen gehen können.


INHALT 18 Jahre Trail 2008 - 2026

STANDARDS EDITORIAL 3 INHALT 4 NEWS 16 INSIDE OUTFIT 42 MEINUNG 92 KURZPORTRÄT 78 GLOSSE 97

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6 REPORT

24 SPECIAL

16 JOURNAL

44 INTERVIEW

1.500 Menschen durchqueren die Sahara: 270 Kilometer Hitze, Schmerz und Grenzerfahrung beim 40. Marathon des Sables. Ein Jubiläum.

Die bunten Seiten zu Beginn: Denis´Kolumne, neue Produkte, Pro und Contra, Einsteiger-Tipps, Team-Wechsel, Was mein Laufen reicher macht, Dinge die man unbedingt haben will und rot sind.

Für Trail-Beginner: Trailrunning bedeutet Freiheit, Natur und Grenzerfahrung. Wer langsam startet, bleibt langfristig dabei.

Kiprun will im Trailrunning nach vorn: ProfiKnow-how, Carbon-Technologie und ambitionierte Schuhprojekte. Ein Gespräch.

52 TRAINING

Van Aaken predigte lockeres Ausdauertraining lange vor Zone 2 – und stellte damit den Leistungssport infrage.

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TRANSVULCANIA

Eine Insel, eine Geschichte, Ein Rennen. Die Transvulcania ist das vielleicht logischste aller bekannter Wettkämpfe. Ein Report.

82 DANNY LÄUFT

46

Hausbesuch: Danny Run begeistert Millionen mit Disziplin, Motivation und der Sehnsucht, endlich ins Handeln zu kommen.

58 REPORT

80 PORTRÄT

64 MODE

88 WISSEN

70 IATF

92 EVENT

Beim Arc’teryx-Camp auf Mallorca zeigt sich, wie aus Individualistinnen im Trailrunning ein echtes Team wird.

Leicht, luftig, farbenfroh: Diese Trailrunning-Outfits verbinden Funktion, Style und minimales Gewicht.

Der IATF in Innsbruck wächst zum Megaevent – und macht dem UTMB mit alpiner Kulisse zunehmend Konkurrenz.

74 EVENT

Trailrunning auf den Seychellen: Vom Traumstrand führt das SNT-Race durch Dschungel und tropische Trails.

SEITE 34 SCHUHE IM TEST TEIL 2

Wie viel bringen Carbon, Wunderschäume und maximale Dämpfung wirklich auf dem Trail?

Tove Alexandersson gewinnt Zegama in Rekordzeit – und läuft im neuen Salomon-Trikot der Konkurrenz davon.

Zwischen Alpen und Thüringen: Trailrunning ringt um Geld, Macht und die Zukunft eines boomenden Sports.

8848 Höhenmeter, endlose Anstiege und große Euphorie: Beim EverestingFestival wird Leiden zum Gemeinschaftserlebnis.

94 MEINUNG

Zwischen Social Media, Marken und Selbstinszenierung verliert Trailrunning seine frühere Unschuld und Coolness.

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Inside Out 71 Events 68 Tipps 86 Praxistest 96

96 PRAXISTEST Stirnlampe von Silva, Reboots Go Lite X, Klättermussen Slongsleeve, ...

98 MORAL

Nur Rennen im deutschsprachigen Raum: verständlicher Wunsch nach Sicherheit oder doch provinzielles Denken?


FOTOSTORY 40. Marathon des Sables

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Was bleibt, wenn alles verschwindet?

Text & Fotos: Ian Corless

1.500 Menschen ziehen eine Woche lang durch die Sahara. 270 Kilometer, sechs Etappen, Temperaturen jenseits der 40 Grad — und alles, was sie zum Überleben brauchen, auf dem Rücken. Der Marathon des Sables ist längst mehr als ein Rennen. Er ist ein radikales Experiment über Schmerz, Einsamkeit, Gemeinschaft und die Frage, warum Menschen freiwillig an ihre Grenzen gehen.

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Fo t o : D a n P at it u c c i

FOTOSTORY 40. Marathon des Sables

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FOTOSTORY 40. Pausen Marathon müssendes seinSables

Kein Donnern. Kein dramatischer Auftakt. Nur ein schmaler Streifen Licht am Horizont, eine kaum spürbare warme Brise der Luft, dann das langsame Umschlagen des Himmels von Blau in Gold. Beinah unmerklich zeigt die Sahara ihre eigentliche Größe. Der Raum öffnet sich in alle Richtungen. Entfernungen verlieren ihr Maß. Man sieht Distanzen nicht mehr — aber man spürt sie. In diese stille Unendlichkeit kommen in jedem Jahr beinahe 1500 Menschen. Nicht als Touristen. Nicht als Zuschauer. Sondern als Teilnehmer eines Experiments, das ihnen in den nächsten sieben Tagen alles Überflüssige nehmen wird. Sie kommen aus 68 Ländern. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, tragen unterschiedliche Geschichten mit sich. Manche sind professionelle Läufer. Viele nicht. Die meisten wirken, von außen betrachtet, vollkommen gewöhnlich: Lehrerinnen, Ärzte, Ingenieurinnen, Väter, Mütter. Menschen mit geregelten Leben, mit Terminkalendern, Kühlschrankmagneten, Morgenroutinen. Und doch treibt sie etwas hierher, das sich nur schwer erklären lässt. Vielleicht nicht einmal ihnen selbst. Es ist der Wunsch, den Komfort hinter sich zu lassen. Herauszufinden, was bleibt, wenn die üblichen Schichten des

Der Schlaf bleibt bruchstückhaft. Der Boden ist har t, der Wind zieht durch die Zelte, mal sanft, mal aggressiv. Doch Müdigkeit ist gnädig. Irgendwann schläft jeder.

Alltags verschwinden. Wenn man sich selbst reduziert auf Bewegung, Hunger, Müdigkeit — und auf den nächsten Schritt. Denn hier bekommt niemand etwas geschenkt. Außer Wasser und einem Platz zum Schlafen. Alles andere tragen die Teilnehmer:innen des Marathon des Sables selbst auf dem Rücken: Nahrung für eine Woche, Schlafsack, Kleidung, Sicherheitsausrüstung. Von der ersten bis zur letzten Etappe wird der Rucksack Teil des Körpers. Erst erträglich, dann lästig, schließlich unendlich. Wochenlang wurde jedes Gramm diskutiert, abgewogen, aussortiert. Und irgendwann, so auf der dritten oder vierten Etappe, denken fast alle denselben Satz: Ich hätte weniger mitnehmen sollen. Und gleichzeitig mehr. Luxus existiert hier nicht. Kein weiches Bett wartet am Abend. Kein Restaurant, keine Dusche, keine Flucht vor der Landschaft. Nach jeder Etappe erreichen die Läufer:innen ein Biwak — eine wandernde Zeltstadt mitten im Nirgendwo. Of-

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Fo t o s : C l e m e n s N i e d e n t h a l

Der Wüstenmorgen beginnt ohne Pathos.


fene Berberzelte, acht Menschen nebeneinander im Sand. Fremde am ersten Tag, Vertraute am letzten. Gespräche beginnen vorsichtig, fast höflich. Später spricht man über Blasen, Erschöpfung, Ängste. Man teilt Nahrung. Schweigen. Manchmal beides zugleich. Der Schlaf bleibt bruchstückhaft. Der

Boden ist hart, der Wind zieht durch die Zelte, mal sanft, mal aggressiv. Doch Müdigkeit ist gnädig. Irgendwann schläft jeder. So funktioniert der Rhythmus des Marathon des Sables. Nicht einfach nur Laufen. Sondern ein anderes Leben. Radikal reduziert. Konzentriert. Ehrlich. 270 Kilometer in sechs Etappen und sieben Tagen — ausgesprochen klingt das wie eine Zumutung. Aber niemand erlebt dieses Rennen als Ganzes. Es zerfällt in kleine Einheiten: Schritt für Schritt. Kontrollpunkt für Kontrollpunkt. Morgen bis Abend. Die ersten Tage tragen eine eigentümliche Spannung in sich. Natürlich gibt es Euphorie. Musik hallt über die Dünen, Adrenalin liegt in der Luft, und plötzlich setzt sich das gesamte Feld in Bewegung. Doch zugleich ist da Zurückhaltung. Die stille Erkenntnis, dass die Wüste keine Überheblichkeit verzeiht. Wer hier zu früh zu viel will, bezahlt später dafür. An der Spitze entwickelt das Rennen dennoch sofort seine eigene Dynamik. Die Brüder Rachid und Mohamed El Morabity laufen mit der Gelassenheit jahrelanger Erfahrung. Michaël Gras, Ryan Sandes und Ludovic Pommeret er-

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