> LACK UND KAROSSERIE: NEUER LEHRBERUF FAHRZEUGTECHNIK STARTET
> TECHNIK: NEUE
> AUSBILDUNG: WIR SIND STOLZ AUF UNSERE JUGEND
Die Suche nach Lösungen für den Einsatz von Gebrauchtteilen in der Unfallreparatur.
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Mit dem neu ausgerichteten Lehrberuf sind wir optimal für die Zukunft aufgestellt.
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Foto: Henry Welisch Photography
INHALT EDITORIAL
Mst. Manfred Kubik Bundesinnungsmeister-Stv.
GEDANKEN ÜBER MEINEN NACHFOLGER
Mein Mandat als Bundesinnungsmeister-Stv. und Vorsitzender der Berufsgruppe der Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner nähert sich seinem Ende. Ich möchte meine Nachfolge in der Bundesinnung Fahrzeugtechnik rechtzeitig regeln. Mein Wunsch ist es, dass mein Nachfolger 1 Jahr lang mit mir gemeinsam an verschiedenen Terminen und Veranstaltungen teilnimmt, um internationale und heimische Branchen- und Pressekontakte zu pflegen. Ich würde meinen Nachfolger gerne einführen, um ihm den Einstieg in seine Tätigkeit zu erleichtern.
Für meine Nachfolge erwarte ich einen Menschen, der mit beiden Beinen in unserer Branche verankert ist und gerne für unsere Mitglieder arbeitet.
Seit der konstituierenden Sitzung der Bundesinnung der Fahrzeugtechnik im November 2020, bei der ich zum BIM-Stv. und Vorsitzenden der Berufsgruppe gewählt wurde, sind viele Projekte verwirklicht worden, worüber ich mich sehr freue. im Februar 2021 wurde die Bildung von KompetenzCentern beschlossen, die seitdem sehr viel Neues realisiert haben. In dieser Zeit wurde auch der Personalwechsel beim Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs vollzogen – Mst. Alexander Bayer löste Werner Bauer als Kfz-Chefsachverständigen ab. Die Kommunikation zwischen der Bundesinnung und der Versicherungswirtschaft geschieht auf Augenhöhe und ist lösungsorientiert.
Im Bereich Aus- und Weiterbildung sind die Weichen für die Zukunft gesetzt worden – sowohl mit der neuen Meisterprüfungsordnung auf NQR-6-Level für Kfz-Techniker, Karosseriebautechniker und Vulkaniseure, als auch mit dem neuen Schwerpunktlehrberuf Fahrzeugtechnik.
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT: Bundesinnung der Fahrzeugtechnik Redaktionelle Mitarbeiter: Mag. Irina Podshibyakina Satz: Blaugrau Media GmbH
Genderhinweis: Soweit im Inhalt personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.
LACK UND KAROSSERIE
DER NEUE LEHRBERUF STARTET
Der neue Lehrberuf Fahrzeugtechnik ist als Schwerpunktlehrberuf mit einer Lehrzeit von vier Jahren eingerichtet.
Neben den für alle Lehrlinge verbindlichen fachübergreifenden und gemeinsamen fachlichen Kompetenzen ist einer der folgenden Schwerpunkte auszubilden: Pkw-Technik, Nfz-Technik, Motorradtechnik und Karosserietechnik.
Karosseriearbeiten bleiben nach wie vor im Mittelpunkt der Berufsausbildung im Schwerpunkt Karosserietechnik, angepasst an moderne Materialien und Systeme.
Eine Kombination der Schwerpunkte ist nicht möglich, es können aber einzelne Inhalte des nicht ausgebildeten Schwerpunktes zusätzlich ausgebildet werden. Mit dem positiven Abschluss der Lehrabschlussprüfung und der Berufsschule verfügt die ausgelernte Fachkraft im Beruf Fahrzeugtechnik über die jeweiligen beruflichen Kompetenzen (Pkw-Technik, Nfz-Technik, Motorradtechnik oder Karosserietechnik).
HOCHVOLT-SYSTEME IN DER GRUNDAUSBILDUNG
Die Grundausbildung beinhaltet gemeinsame fachliche Kompetenzbereiche wie Grundlagen der Fahrzeugtechnik und Werkstatttechnik. Die Fachkraft ist beim Umgang mit Hochvolt-Systemen u. a. berechtigt, folgende Tätigkeiten nach definierten Herstellerangaben auszuführen: Spannungsfreischaltung, Feststellung der Spannungsfreiheit und Arbeiten am HV-System mit vorhergehender Spannungsfreischaltung und Messungen am HV-System, bei denen ein zwangsläufiger Berührungsschutz gewährleistet bleibt.
KAROSSERIEREPARATUR, LACK UND AUTOGLAS
Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik mit dem Schwerpunkt Karosserietechnik ist mit Reparatur- sowie Um- und Nachrüstarbeiten an Fahrzeugen befasst. Dazu muss sie schadhafte Teile der Einzelbaugruppen (z. B. Träger, Kotflügel, Radkasten, Bodengruppe, Bleche, Rahmen, Säulen, Schweller, Verstärkungen) des Fahrzeugaufbaus demontieren oder austrennen. Die Teile werden entweder rückverformt und ohne Lackschaden ausgebeult oder es werden
Neu ist der Gegenstand „Angewandte Mathematik“, der im Schwerpunkt Karosserietechnik für Materialbedarfsberechnungen für Lackierungen notwendig ist.
Neuteile hergestellt. Die Ausbildung beinhaltet manuelle oder maschinelle Bearbeitungsverfahren sowie Montage der Teile mithilfe lösbarer und unlösbarer Verbindungen.
Die Lehrlinge lernen, Oberflächen von Karosserie- und Fahrzeugbauteilen zu behandeln. Dazu gehören Prüfung, Reinigung, Ausgleichen von Schäden, Vorbereitung und Durchführung von Lackierarbeiten inklusive Berechnung von Lackmaterial und vieles mehr. Weiters wird unterrichtet, wie schadhafte Fahrzeugverglasung demontiert, nach Möglichkeit repariert und montiert wird.
ELEKTRISCHE SYSTEME UND PRÜFTECHNIK
Ein wichtiger Teil der Ausbildung in der Karosserietechnik sind Reparatur-, Um- und Nachrüstarbeiten an elektrischen Systemen. Dazu gehören Beleuchtung, Spannungsversorgung sowie deren Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren), Komfortsysteme (z. B. Infotainmentsysteme, Komfortsysteme, Belüftung, Heizung, Klimatisierung) sowie deren Einzelbaugruppen (Multifunktionslenkrad, Navigationssystem) und Sicherheitssysteme (z. B. Rückhaltesysteme, Airbagsystem, Pre-Crash-Systeme, PostCrash-Maßnahmen, Fahrerassistenzsysteme, Diebstahlschutzsysteme) sowie deren Einzelbaugruppen (z. B. Gurte, Gasgeneratoren, Sensoren, Kameras, Steuergeräte, eCall, Hydrauliksysteme).
Für diese Arbeiten lernen die Karosserietechniker auch den Umgang mit geeigneten Prüf- und Messgeräten.
Foto: Henry Welisch Photography
Foto: 4rad Werbeagentur
LACK UND KAROSSERIE
Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v. l. n. r.): Mst. Reinhart Clark (Vorsitzender im Lack- und Karosseriebeirat), Anette Chassée (COO, CARTV-Gruppe), Moderator
Mst. Arthur Clark, Mst. Alexander Bayer (VVO), Sven Rabe (Vorstandsvorsitzender, VAV Versicherung) und Rechtsanwalt Dr. Manfred Neuwirth.
WIR BRAUCHEN GEBRAUCHTTEILE
Beim 3. Dekra Schadendialog in Wien zum Thema Gebrauchtteile waren sich alle Teilnehmer einig: Wir brauchen eine Lösung, um Gebrauchtteile in den Reparaturprozess aufzunehmen. Steigende Ersatzteilpreise und schwankende Verfügbarkeit von Neuteilen machen es notwendig.
Ersatzteile sind in den letzten Jahren zum Preistreiber im Bereich der Unfallreparatur geworden. Vortragender Guido Kalter, Vorstand der Eurogarant AutoService AG, sieht darin die Hauptmotivation für den Einbau der Gebrauchtteile. In Deutschland betrug die Preissteigerung bei unfallrelevanten Bauteilen in den letzten 10 Jahren im Schnitt rund 100 Prozent, in Österreich ist es ähnlich. So ist der Preis für eine Kofferraumklappe von € 528,– (1/2015) auf 1.100,– (8/2025) angestiegen.
Die Nachhaltigkeit ist ein weiteres Argument für Gebrauchtteile, denn „Instandsetzen ist nachweislich die ökologischste und meist wirtschaftlichste Reparaturmethode“, so Kalter.
GEBRAUCHTTEILE – DIE HERAUSFORDERUNGEN
„Es müssen viele Fragen geklärt werden, wenn wir Gebrauchtteile verwenden möchten“, so Mst. Reinhart Clark, Vorsitzender im Lackund Karosseriebeirat. Ist z. B. nach dem Einbau eines gebrauchten Scheinwerfers der Stellmotor defekt, muss klar sein, wer für den Tausch bezahlt.
Kalter zählte in seinem Vortrag die Voraussetzungen für den professionellen Einsatz von Gebrauchtteilen in der Unfallreparatur laut ZKF auf. Da geht es um die Vermeidung des technischen Minderwertes, z. B. mit Zertifikaten zur Absicherung, Klärung des Alters und der Garantien, Haftungsfragen, Berücksichtigung der Zusatzkosten der Werkstätten durch Handling, Umlackierung, Demontage/Montage und vieles mehr. „Gebrauchte Karosseriebauteile haben auch
in gutem Zustand leichte Dellen, Kratzer oder Steinschlag, die eine Aufbereitung erfordern“, so Kalter.
Es muss eine ausreichende Werkstattmarge für Mehraufwand kalkuliert werden, sonst sinkt die Rentabilität der Betriebe.
DISKUSSION ÜBER GEBRAUCHTTEILE ERÖFFNET
„Alle relevanten Themen müssen geregelt sein“, so Mst. Alexander Bayer, Leitung Technisches Büro des VVO, bei der Podiumsdiskussion. Sven Rabe, Vorstandsvorsitzender der VAV Versicherung Österreich: „Wir unterstützen alles, was die Reparaturkosten senkt.“
Mst. Reinhart Clark zeigte sich überzeugt, dass solange die Preise für Karosserie-Ersatzteile so hoch sind, es einen Markt für Gebrauchtteile gibt: „Es ist wichtig, dass dieses Thema in Schwung kommt.“ Man dürfe die Selbstzahler nicht vergessen, die bereit sind, für eine kostengünstigere Reparatur Gebrauchtteile zu akzeptieren. Moderator Mst. Arthur Clark unterstrich, dass es jetzt darum gehe, die Diskussion über Gebrauchtteile zu starten und als zweiten Schritt diese in den Markt zu bringen. Anette Chassée von der CARTV-Gruppe erklärte dazu: „Unsere Vision ist es, alle Beteiligten auf einer Plattform zu vernetzen, um die Teile verfügbar zu machen.“ Die rege Diskussion und anschließende Gespräche zeigen, dass das Thema Gebrauchtteile für die Branche enorm wichtig ist. Durch Veranstaltungen wie der 3. Dekra Schadendialog kommt es endlich in Fahrt.
Dekra Österreich
CARTV Mercedes-Benz Used Parts & Service GmbH –Gebrauchtteile-Shop
AZT: Nachhaltigkeit aus der technischen Perspektive
Foto: Schadendialog
EIN MEILENSTEIN FÜR FAHRZEUGTECHNIKER
Ende April präsentierte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer das Lehrberufspaket 2026 mit sechs komplett runderneuerten Ausbildungsordnungen. Dazu gehört auch die zukunftsweisende Neuausrichtung des Lehrberufes Fahrzeugtechnik.
Wir haben im Karosserie Journal seit dem Vorjahr ausführlich über die Entwürfe der neuen Ausbildungsordnung des Lehrberufes Fahrzeugtechnik berichtet. Nun wurde sie nach der positiven Begutachtung offiziell von der Politik vorgestellt. Im Mittelpunkt der neuen Ausbildung stehen alternative Antriebsstränge, elektrische Systeme und Informationstechnik. Die angehenden Fahrzeugtechniker werden somit bestens auf ihre Arbeit in Kfz-Fachbetrieben vorbereitet. Kompetenzen in den Bereichen Elektromobilität, elektronische Diagnose oder vernetzte computergesteuerte Systeme gehören heute zum modernen Beruf des Fahrzeugtechnikers.
In der neuen Ausbildungsordnung nehmen alternative Antriebsstränge, elektrische Systeme und Informationstechnik großen Raum ein (Foto von den Staatsmeisterschaften 2025).
Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik
MMst. Roman KeglovitsAckerer, BA: „Die Elektromobilität mitsamt ihren Hochvoltsystemen stellt die Berufsausbildung im Kfz-Bereich vor Herausforderungen. Mit dem neu ausgerichteten Lehrberuf und der zusätzlichen HBBQualifikation sind wir dafür optimal aufgestellt.“
KARRIERE MIT HOCHVOLTTECHNIK
Der Beruf Fahrzeugtechnik eröffnet künftig weitere attraktive Karriere-Perspektiven. Die Bundesinnung Fahrzeugtechnik arbeitet mit Hochdruck daran, im Rahmen der Höheren Beruflichen Bildung (HBB) einen Abschluss HBQ (Höhere Berufsqualifikation) Hochvolttechnik zu ermöglichen. Damit soll eine offiziell anerkannte und auf die berufliche Praxis aufbauende Höher-Qualifizierung auf Stufe 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens, d. h. zwischen Lehrabschluss und Meistertitel, geschaffen werden. Sie soll das sichere Hantieren und Arbeiten mit E-Antrieben auch im Risiko-Umfeld, z. B. bei Unfallautos gewährleisten.
MMst. Roman Keglovits-Ackerer, BA, Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik war der treibende Motor hinter den Ausbildungsinnovationen: „Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeitenden weiterhin bestmöglich zu qualifizieren, denn Fahrzeugtechnologien entwickeln sich rasend schnell weiter – morgen wird uns vielleicht schon autonomes Fahren beschäftigen.“
LEHRBERUF FAHRZEUGTECHNIK NEU
Dauer der Lehrzeit: 4 Jahre
Gemeinsame fachliche Kompetenzbereiche:
• Grundlagen der Fahrzeugtechnik
• Werkstatttechnik
Schwerpunktbezogene fachliche Kompetenzbereiche:
1. Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik
Fachkraft für Service-, Wartungs-, Inspektions-, Reparatursowie Um- und Nachrüstarbeiten an Pkw.
2. Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
Fachkraft für Service- , Wartungs-, Inspektions-, Reparatursowie Um- und Nachrüstarbeiten an Nutzfahrzeugen (z. B. Kipper, Sattelzug, Tankfahrzeug, Autobus).
3. Schwerpunkt Motorradtechnik
Fachkraft für Service-, Wartungs-, Inspektions-, Reparatursowie Um- und Nachrüstarbeiten an Motorrädern.
4. Schwerpunkt Karosserietechnik
Fachkraft für Reparatur- sowie Um- und Nachrüstarbeiten an unterschiedlichen Fahrzeugen.
Foto: Henry Welisch Photography
Foto: 4rad Werbeagentur
AUS BILDUNG
BEST OF TALENT 2026
Mit der traditionellen „Best-of-Talent“-Gala zeichnete die Bundessparte Gewerbe und Handwerk die Gewinnerinnen und Gewinner aus den letzten Bundeslehrlingswettbewerben aus. Mit dabei: Anna-Maria Bergmann, Staatsmeisterin der Kfz-Technik, und Manuel Martinetz, Staatsmeister der Karosseriebautechnik.
WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein, Bundesspartenobmann Manfred Denk, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger und Skills-Präsident Josef Herk mit allen Gewinnern, darunter Anna-Maria Bergmann (4. v. l.) und Manuel Martinetz (4. v. r.) Foto: Weinwurm-Fotografie.at
„Ihr seid mit eurer Leidenschaft und Liebe zum Beruf Vorbilder, zu denen andere junge Menschen aufschauen“, so Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk. Besonders dankte er den Ausbilderinnen und Ausbildern und den Familien der jungen Leute. WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein gratulierte den Ausgezeichneten: „Ihr habt eindrucksvoll gezeigt, dass ihr euch nicht mit Durchschnitt zufrieden gebt, sondern wachsen und euch entwickeln wollt. Das ist der wichtigste erste Schritt zu großen Erfolgen. Wer mit so viel Mut, Leidenschaft und Engagement seinen beruflichen Weg geht, darf zurecht stolz sein.“
OBERÖSTERREICHISCHE LANDESMEISTERSCHAFTEN
Am 24. April 2026 haben in OÖ die Landesmeisterschaften stattgefunden. Die beiden Sieger (Platz 1 und Platz 2) aus jedem Bewerb dürfen im September 2026 an den Staatsmeisterschaften in Graz teilnehmen.
Die Landesmeisterschaften der Karosseriebautechniker haben im WIFI Perg stattgefunden, jene der KfzTechnik zeitgleich im WIFI Linz. Die gemeinsame Siegerehrung mit rund 180 Gästen, ging in der neuen WK OÖ in Linz über die Bühne.
Gewinner der Karosseriebautechnik
1. Platz: Simeon Seis (Walter Pichler GmbH & Co KG., St. Martin im Mühlkreis)
Die Landesinnung Fahrzeugtechnik Wien bedankt sich bei allen teilnehmenden Lehrlingen und ihren Lehrbetrieben für die Teilnahme am erfolgreichen Landeslehrlingswettbewerb Fahrzeugtechnik in der Siegfried Marcus-Berufsschule.
Die Teilnehmer sind mit viel Engagement, Fachwissen und Motivation an den Wettbewerb herangegangen. „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben großartige Leistungen gezeigt und können stolz auf ihre Ergebnisse sein“, so die Landesinnung.
2. Platz ex aequo: Florian Reibnegger (R. Zajikec GmbH) und Venelin Paunov (Wolfgang Denzel Auto GmbH)
Gewinner der Kfz-Technik
1. Platz: Tobias Pötscher (MA 48)
2. Platz: Alexej Bilozir (MA 48)
3. Platz: Philipp Weingartner (Porsche Muthgasse)
LANDESMEISTERSCHAFTEN 2026
Landesmeisterschaft der Karosseriebautechniker (v. l. n. r.): David Breitwieser, Direktor der Berufsschule Wels 1, Vicentiu Homorean (2.), Simeon Seis (1.), Johannes Stangl (3.), Thomas Urthaler, Bildungsreferent OÖ Karosseriebautechnik, Christian Lacher, Berufsgruppensprecher der Karosseriebautechnik.
Landesmeisterschaft der Kfz-Techniker (v. l. n. r.): Harald Ebenhofer, Direktor der Berufsschule Steyr 1; Bernhard Leitgeb, Direktor Berufsschule Mattighofen; Lukas Hauer (2.), Lukas Stütz (1.), Dominik Hartl (3.), Andreas Hansinger, Bildungsreferent OÖ Fahrzeugtechnik, Daniel Holzinger, Landesinnungsmeister OÖ Fahrzeugtechnik. Foto: cityfoto.at Foto: cityfoto.at
Sieger und Teilnehmer
Wien mit Ausbildern und BIM-Stv. Mst. Manfred Kubik (r.). Foto: Simon Kupferschmied
RECHT §§§
Dipl. Oec. Andreas Westermeyer, MLS, Jurist der Bundesinnung der Fahrzeugtechnik
AKTUELLER RECHTS-TIPP
DER NEUE LEHRBERUF KOMMT
– WAS BEDEUTET DAS FÜR
DEN AUSBILDNER?
Ab Jänner 2027 startet der neue Lehrberuf „Fahrzeugtechnik“. Damit wachsen Kfz-Technik und Karosserietechnik näher zusammen. Für viele Betriebe stellt sich daher die Frage: Was muss ein Ausbildner eigentlich können – und was muss er tun?
Die gute Nachricht zuerst: Der Ausbildner muss nicht alles selbst machen. Er darf Ausbildungsinhalte durch geeignete Fachkräfte vermitteln lassen. Die Verantwortung dafür, dass der Lehrling am Ende tatsächlich alles lernt, bleibt aber bei ihm. Und genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Ein Lehrling ist keine zusätzliche Arbeitskraft mit reduziertem Lohn, sondern ein zukünftiger Facharbeiter. Wer seinen Lehrling vier Jahre lang ausschließlich Reifen wechseln, Fahrzeugwäsche machen oder Spachtelmasse anrühren lässt, darf sich bei der Lehrabschlussprüfung über Überraschungen nicht wundern.
Der Ausbildner muss dafür sorgen, dass alle Inhalte des Berufsbildes vermittelt werden. Beim neuen Lehrberuf reicht das von Karosseriereparaturen über Elektronik und Fahrerassistenzsysteme bis hin zu Hochvolt-Fahrzeugen. Gerade dort gilt besondere Vorsicht: Lehrlinge dürfen nur entsprechend ihrer Ausbildung und Qualifikation an Hochvolt-Systemen arbeiten.
Neben der fachlichen Ausbildung gibt es aber noch eine zweite Aufgabe: Vorbild sein. Pünktlichkeit, Arbeitssicherheit,
Umgang mit Kunden oder das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung werden selten durch Vorschriften gelernt, sondern durch Zuschauen. Und welche Rechte hat der Ausbildner? Natürlich darf er Anweisungen erteilen, Arbeitsleistungen kontrollieren und erwarten, dass der Lehrling seine Pflichten erfüllt. Ausbildung ist schließlich keine Einbahnstraße.
Kurz gesagt: Der Ausbildner ist heute Lehrer, Coach, Sicherheitsbeauftragter und manchmal auch Motivationskünstler in Personalunion. Wer diese Rolle ernst nimmt, bildet nicht nur Lehrlinge aus – sondern sichert die Zukunft seines Betriebes. Denn gute Fachkräfte wachsen bekanntlich nicht auf Bäumen. Sie wachsen in Werkstätten.
IhrRechtstipp:Wersichfragt,oballeInhaltedesneuenBerufsbildesimeigenenBetriebvermitteltwerdenkönnen,sollte rechtzeitig prüfen, ob ein Ausbildungsverbund sinnvoll oder sogar notwendig ist. Da lohnt sich ein Blick auf die Internetseite der Bundesinnung www.fahrzeugtechniker.at oder ein Anruf in der Landesinnung. Das spart später unangenehme Diskussionen – und manchmal auch schlaflose Nächte.
Foto: Rita Newman
Foto: 4rad Werbeagentur
KV-ABSCHLUSS KAROSSERIEBAUER 2026/2027
BIM-Stv. Mst. Manfred Kubik berichtet über erfolgreiche Kollektivvertragsverhandlungen für Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner: „Es war eine hervorragende Zusammenarbeit mit Josef Muchitsch und seinem Team, eine Kommunikation auf Augenhöhe.“
Die Kollektivvertragslöhne wurden per 1. Mai 2026 um 3,60 Prozent erhöht und liegen je nach Qualifikation zwischen € 2.765,00 und € 2.382,90. Akkordlöhne, Prämien und Stücklöhne wurden ebenfalls um 3,60 Prozent erhöht.
Die Lehrlingseinkommen wurden neu festgesetzt: Monatslohn im 1. Lehrjahr – € 862,20, im 2. Lehrjahr – € 1.085,80, im 3. Lehrjahr – € 1.320,00 und im 4. Lehrjahr – € 1.490,30.
Die Kollektivvertragslöhne, Lehrlingseinkommen, Akkordlöhne, Prämien und Stücklöhne werden per 1. Mai 2027 für eine Laufzeit von 12 Monaten um die prozentuelle Veränderung der durchschnittlichen Inflationsrate plus 0,3 Prozent erhöht, wobei der Berechnung die von der Statistik Austria ausgewiesenen Werte März 2026 bis Februar 2027 (VPI 2020) zugrunde gelegt werden.
HOHE AKZEPTANZ BEI FUHRPARK-KUNDEN
Der Fuhrparkverband Austria (FVA) hat vor kurzem bei seinen Mitgliedern eine Blitzumfrage zum Thema Schadenmanagement (Karosserieschäden) durchgeführt.
Die Teilnehmer der Umfrage nutzen zu 12,2 % ausschließlich und zu 26,8 % überwiegend Markenwerkstätten, zu 29,3 % überwiegend und zu 2,4 % ausschließlich freie Werkstätten, zu 29,3 % ausgewogen beide.
Die befragten Fuhrparkverantwortlichen bescheinigen freien Werkstätten eine ebenso hohe Qualität wie Markenbetrieben.
Foto: FVA
Sehr erfreulich ist, dass die befragten Fuhrparkverantwortlichen freien Werkstätten eine ebenso hohe Qualität wie Markenbetrieben attestieren. Gleichzeitig werden unsere Betriebe als kosteneffizient, flexibel und lösungsorientiert wahrgenommen.
Für unsere Mitgliedsbetriebe ergibt sich aus der Umfrage eine große Chance: Fuhrparkbetreiber suchen nicht nur Reparaturleistun-
gen, sondern auch kompetente Beratung. Transparenz bei Reparaturmöglichkeiten, nachvollziehbare Kosten und verständliche Informationen schaffen Vertrauen und stärken die Kundenbindung.
Hören Sie mehr über die Umfrage in einem Interview mit dem Obmann des FVA Henning Heise in der AUTOFUNKFolge „Wir als Partner von Fuhrparks“ vom 19. Juni 2026.
Für mehr Informationen klicken Sie hier:
EFFIZIENZ TRIFFT
PRAXIS
Am 11. Mai 2026 veranstaltete die Wiener Landesinnung Fahrzeugtechnik gemeinsam mit Berner Österreich den Praxisabend „Werkstatt effizienter, sicherer und wirtschaftlicher gestalten“ im MobilitätsCampus. Zahlreiche Vertreter heimischer Kfz-Betriebe erlebten einen Abend im Zeichen direkt umsetzbarer Lösungen mit Live-Demonstrationen. Branchenexperten präsentierten innovative Produkte und deren Anwendung im Werkstattalltag, z. B. neue Superkonzentrat-Reiniger, eine neu entwickelte Scheibenservicelösung oder Produkte für Premium-Aufbereitung.
Neben Produktivität spielte das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle. Vorgestellt wurden unter anderem moderne Sicherheitsschränke sowie leistungsstarke, umweltschonende Bio-Teilereiniger. Für Aufmerksamkeit sorgten innovative Lösungen im Bereich Ölbindung – etwa neuartige Absorberwollen, die Maßstäbe in Aufnahmefähigkeit und Handling setzen.
Für den passenden Ausklang sorgte eine sportliche Herausforderung: Am Tischfußballtisch konnten sich die Gäste mit Europaund Vizeweltmeister Andreas Esterbauer messen.
V. l. n. r.: Christian Greiner (Berner), Friedrich Strobl (Berner), LIM Emin Yilmaz und BIM-Stv. Mst. Manfred Kubik spielten gegen Andreas Esterbauer.