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Reise
Sonnabend/Sonntag, 27./28. Mai 2023
nd DIE WOCHE
Nr. 121
Tipps
SRT
❚ Forschen in Kirgistan: Bei Biosphere Expeditions kostet die 14-tägige Schnee leoparden-Expedition 2840 Euro. Die Flugkosten kommen dazu. Im Angebot sind drei Termine im Juli und August 2023. www.biosphere-expeditions.org ❚ Alternativen: Auch Earthwatch hat zahlreiche Forscherreisen im Programm. www.earthwatch.org
Hirte Talantbek Bayaliev bei einem Pferd, das von einem Schneeleoparden getötet wurde.
Erforschertour zum Schneeleoparden
Der Schneeleopard ist eine der seltensten Raubkatzen der Erde – in Kirgistan können Hobby-Wissenschaftler helfen, die Tiere zu erforschen
A
FA B I A N VO N P O S E R
uf einem eisigen Grat auf 3950 Metern Höhe balancieren drei Männer über das Schiefergestein. Dicht vor ihnen fällt das Tien-ShanGebirge steil zum AshutorGletscher ab. Auf einem Felsen über dem Gletscher machen sie Halt. Aus seinem Rucksack zerrt einer der drei eine 10 mal 20 Zentimeter große Plastikbox. Mit einem Gummizug befestigt er sie an dem Felsen. Es ist eine Kamerafalle, funktionstüchtig bis minus 50 Grad. Im Visier: eine der geheimnisvollsten Raubkatzen der Erde. Willkommen im Reich des Schneeleoparden: Das Tien-Shan-Gebirge oder die Himmelsberge, wie sie die Einheimischen nennen, sind das ideale Terrain für eine der scheuesten Raubkatzen überhaupt. Das seltene Tier, das kaum ein Mensch je zu Gesicht bekommt, durchstreift eisige Höhen zwischen
3000 und 5500 Metern, um Murmeltieren, Sibirischen Steinböcken und Riesenwildschafen nachzustellen. Nur wie lange noch? Das ist die Frage, denn die näher rückende Zivilisation, illegale Jagd nach Fellen und Knochen, verzweifelte Hirten und die Klimaerwärmung machen der seltenen Raubkatze zu schaffen. Seit einiger Zeit schon können HobbyWissenschaftler helfen, das Leben der Tiere zu erforschen und dadurch dazu beitragen, sie zu schützen. Die gemeinnützige Organisation Biosphere Expeditions bietet Freizeitforschern Programme an, bei denen die Teilnehmer den Wissenschaftlern bei der Datenbeschaffung helfen. Und das ist wichtig, denn nur, wenn sie genügend Daten über das Leben der Tiere haben, können sie die Raubkatzen schützen, erläutern die Wissenschaftler immer wieder. Knapp zwei Wochen lang begleiten wir, eine Gruppe von zwölf Freiwilligen aus Deutschland, England und den USA, die For-
scher bei ihrer Arbeit. Unser Camp besteht aus einigen Jurten. Wir schlafen dick eingemummelt in unsere Schlafsäcke in Zelten. Früh am Morgen starten wir unsere Erkundungstouren durch die menschenleeren Täler des Tien-Shan-Gebirges. Wir machen mit den Ferngläsern am Fuß der Felsgrate Schafe und Steinböcke aus und hören die Warnrufe der scheuen Murmeltiere. Bei unserer Arbeit erfassen wir jede erdenkliche Spur, nehmen Kotproben und stellen gemeinsam mit den Rangern Kamerafallen auf. Bereits seit mehr als 20 Jahren können Laien in zahlreichen Ländern der Erde gemeinsam mit Profis forschen. Gegründet wurde Biosphere Expeditions 1999 von Dr. Matthias Hammer. Sein Biologiestudium absolvierte Hammer an der Universität Oxford. Dort entdeckte er auch seine Leidenschaft für die Feldforschung. Heute bietet sein Unternehmen Expeditionen in knapp ein Dutzend Länder an – Wölfe in Deutschland, Meeresschildkröten in Costa Rica, Leoparden in
Südafrika und Schneeleoparden in Kirgisien. Besondere Kenntnisse brauchen die Expeditionsteilnehmer nicht. Alles, was nötig ist, bekommen sie bei der Einführung vermittelt. In Kirgisien arbeitet Biosphere Expeditions eng mit der Naturschutzorganisation Nabu zusammen, die seit Jahren versucht, die seltenen Raubkatzen zu schützen. »Wir sind mit unserer Kenntnis über den Schneeleoparden und sein Verbreitungsgebiet erst am Anfang«, sagt Amantur Talgartbek, der die Freiwilligen-Expeditionen begleitet. Talgartbek gehört der Anti-Wilderer-Einheit BARS an, die um die Jahrtausendwende mithilfe des Nabu ins Leben gerufen wurde. »Ziel ist es, mit den gesammelten Daten ein Gutachten über den Schneeleoparden und seine Beutetiere zu erstellen. Je größer die Datenbasis, desto aussagekräftiger sind die Forschungen.« Jeden Morgen laben sich unsere Augen beim Blick aus dem Zelt an den schroffen Gipfeln und den grünen Wiesen darunter. Die Wanderungen über die zu dieser Jahres-
zeit blumenbedeckten Hochweiden führen durch grandiose Landschaften. Nur mit einer Schneeleoparden-Sichtung will es nicht klappen. Kein Wunder: In Kirgisien, wo Mitte der 1980er Jahre noch bis zu 1400 Schneeleoparden lebten, schätzen die Wissenschaftler die Population heute auf nicht mehr als 350 Tiere. In den 13 Ländern, in denen Schneeleoparden leben, soll es insgesamt nur noch 6600 Tiere geben. Das Problem: Ein einziges Fell bringt auf dem Schwarzmarkt 20 000 Euro. Die Knochen sollen laut der traditionellen chinesischen Medizin helfen, Entzündungen zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Dazu kommt: Es ist mühsam und langwierig, einen Steinbock oder ein Riesenwildschaf zu erbeuten. Stunden-, ja manchmal tagelang sitzt ein Leopard in seinem Ansitz – und nichts rührt sich. Wird der Hunger zu groß, rücken die Lämmer, Kälber und Fohlen der Hirten in den Fokus. Immer wieder besuchen wir auf unseren Wanderungen Hirten, die ihre Tiere auf die Sommerweiden getrieben haben, um ihre Sorgen anzuhören und Zwischenfälle in die vorgefertigten Bögen der Wissenschaftler einzutragen. An einem dieser Tage treffen wir Talantbek Bayaliev. Vor einigen Tagen hat ein Schneeleopard eines seiner Pferde gerissen. Für Bayaliev ist der Tod seines Tieres nicht nur ein emotionaler, sondern vor allem ein wirtschaftlicher Verlust. Ein Pferd kostet 20 000 kirgisische Som, fast 210 Euro. Viel Geld in einem Land, in dem das monatliche Durchschnittseinkommen wenig mehr als 300 Euro beträgt. Auch deswegen betreiben die Wissenschaftler ihre Forschung, denn sie arbeiten an Lösungen für die lokalen Hirten. »Durch die auf unseren Expeditionen gewonnenen Erkenntnisse können wir hoffentlich schon bald Maßnahmen treffen, die für beide Seiten gut sind – für Mensch und Tier«, sagt BARSRanger Talgartbek. Man kann wochenlang durch die menschenleeren Täler des Tien-Shan-Gebirges stapfen, ohne einen Schneeleoparden zu sehen. Irgendwann findet man vielleicht eine Spur, mit etwas Glück sogar etwas Kot. Unser Ergebnis nach knapp zwei Wochen Feldforschung: einige unscharfe Bilder von Steinböcken, Schafen und Murmeltieren aus den Kamerafallen, eine Tüte voller Leoparden-Kot und die Fotos und GPS-Daten einer Spur. »Sie ist verhältnismäßig frisch, vielleicht sogar von diesem Sommer«, sagt Talgartbek, als wir zurück ins Camp kommen. Das sagt eigentlich alles über die seltene Raubkatze. Den Fund feiern Forscher und Hobbyforscher am Abend dennoch ganz ausgelassen mit reichlich kirgisischem Wodka. Die Recherche wurde unterstützt von Biosphere Expeditions.
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Anschließend kehren wir zurück ins Hotel. Am frühen Abend genießen Sie Ihr Abendessen im Hotel bevor es zur Theatervorstellung (Schauspiel/Oper/) geht. Nach der Vorstellung haben wir für Sie im Hotel noch einen kleiner Mitternachtssnack organisiert bevor es zu Bett geht. 3. Tag: Wahlausüge, Büchermarkt und Gesprächsrunden sowie Abschlussabend Nach dem Frühstück beginnen die Wahlausüge. Ausug A) Entdecken Sie bedeutende Plätze in Verbindung mit der Befreiung Pilsens durch die Amerikanische Armee im Jahr 1945. Im Anschluss besuchen Sie das Patton Memorial, das einzige Museum in Tschechien, das sich mit dem Weg befasst, den die alliierten Truppen von der Landung in der Normandie bis nach Westböhmen genommen haben. Zum Mittag kehren Sie in ein Lokal ein, wo Ihnen ein Mittagsimbiss serviert wird. Anschließend geht es zurück ins Hotel.
Ausug B) Pilsen und Bier sind einfach untrennbar miteinander verbunden. In der Pilsener Brauerei können Sie einen Blick auf die Geschichte und Gegenwart der Bierherstellung werfen. Eine Bierprobe in den historischen Kellern gehört natürlich dazu. Zum Mittag kehren Sie in ein Lokal ein, wo Ihnen ein Mittagsimbiss serviert wird. Anschließend geht es zurück ins Hotel. Am Nachmittag warten in bewährtem Ablauf der Reise- und Buchmarkt sowie Gesprächsrunden auf Sie. Den Beginn macht Landolf Scherzer, der aus seinem neuen Buch „Leben im Schatten der Stürme - Erkundungen auf der Krim“ vorliest. Danach folgt eine Gesprächsrunde „nd - In eigener Sache“ mit Wolfgang Hübner von der nd-Redaktionsleitung. Zum Tagesabschluss erwartet Sie ein gemeinsames Abendessen im Hotel mit einer Tombola und tollen Preisen sowie einer Vorstellung mit Gisela Oechelhaeuser und Reijoh B. Anschließend können Sie den Abend bei Musik und Tanz ausklingen lassen. 4. Tag: Heimreise
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