

Biotech Cluster in der DACH-Region
Infrastruktur, die Firmen entlastet
ZENTRALE INFRASTRUKTUR Proben, Zelllinien und biologische Materialien sind oft geschäftskritische Werte. Wer ihre Lagerung, Notfallvorsorge und Gasversorgung zentral organisiert, reduziert Risiken, schont Ressourcen und stärkt die Attraktivität von Biotech-Standorten.
Laborflächen werden an vielen Standorten vermietet. Häufig endet das Angebot jedoch bei der Fläche: Das mietende Unternehmen kümmert sich selbst um Ausstattung, Geräte und Betrieb. Neben spezifischen Installationen betrifft das auch Infrastruktur, die in nahezu jedem Labor benötigt wird – etwa Freezer, Kryotanks, Gasversorgung und Probenlagerung.
Gerade Proben, Zelllinien und biologische Materialien können einen hohen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wert haben. Sie können Teil klinischer Studien sein, proprietäre Zelllinien enthalten oder Ausgangspunkt weiterer Entwicklung sein. Für die mittel- und langfristige Lagerung reicht es daher nicht aus, nur einen Freezer oder einen Tank für flüssigen Stickstoff aufzustellen. Entscheidend sind Prozesse, Monitoring, Redundanzen und Notfallmanagement.
Der Aufbau dieser Infrastruktur ist mit Investitionen, Betrieb, Wartung und klaren Verantwortlichkeiten verbunden. Für junge und wachsende Life-Science-Unternehmen entsteht so eine Aufgabe, die nicht zum wissenschaftlichen Kerngeschäft gehört, aber geschäftskritisch ist. Ähnlich wie ITInfrastruktur heute über Cloudservices genutzt wird, können auch Probenlagerung, Gasversorgung und Notfallkonzepte als zentrale Services gedacht werden.
SOL Deutschland und Cryondo bieten dafür ein gemeinsames Modell: zentrale, risikominimierte Probenlagerung, professionelles Gasmanagement und Infrastrukturservices aus einer Hand. Unternehmen nutzen Lager- und Versorgungsleistungen nach

Zentrale Probenlagerung, Gasmanagement und Notfallkonzepte als skalierbare Infrastrukturservices für Biotech-Standorte
Bedarf, statt eigene Systeme aufzubauen und selbst zu betreiben. Für Materialien, die im Labor vor Ort bleiben müssen, können passende Infrastruktur und Services bereitgestellt werden.
Ein Beispiel ist das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried bei München. Seit Januar 2025 betreiben SOL Deutschland und Cryondo dort gemeinsam Managed Sample Storage sowie die zentrale Gasversorgung. Das Angebot umfasst die Lagerung bei gängigen Temperaturen bis hin zu flüssigem Stickstoff, Monitoring und Qualitätsprozesse sowie auf Wunsch Picking, Bereitstellung und Versand. Ergänzend stehen flüssiger Stickstoff, Flaschengase, Trockeneis, Freezer und Kryotanks sowie Services rund um Probenlogistik zur Verfügung.
Für Clusterbetreiber und Standortentwickler entsteht dadurch ein Standortvorteil. Skalierbare Services reduzieren Komplexität, machen Kosten planbarer und erhöhen die Resilienz des Standorts. Ressourcen werden gemeinschaftlich ge-
nutzt, statt mehrfach parallel aufgebaut zu werden. Infrastrukturentscheidungen, etwa zur Aufstellung von Gastanks oder zur Einbindung von Kryo- und Lagerkapazitäten, können beispielsweise bei Neuplanungen frühzeitig gemeinsam mit SOL und Cryondo getroffen werden..
Das Ziel ist eine Laborinfrastruktur, die Unternehmen entlastet, Risiken minimiert und Biotech-Standorte stärkt. Begrenzte Laborflächen können durch die zentrale Infrastruktur effektiver genutzt werden und bilden die Basis für skalierbares Wachstum, Forschung und industrielle Entwicklung.
Kontakt
Cryondo GmbH
Am Klopferspitz 19, 82152 Planegg info@cryondo.de www.cryondo.de
SOL Deutschland GmbH
Max-Planck-Str. 1
86368 Gersthofen
Viel in Bewegung in den Regionen
Die jährlichen Deutschen Biotechnologietage machten in diesem Jahr in Leipzig Station. Traditionell kann sich damit der Austragungsort wie bei den Olympischen Spielen ins rechte Licht setzen. Doch rings um die Veranstaltung drängte auch die engere Zusammenarbeit von Heidelberg mit Mainz in den Lichtkegel.
Die deutsche Biotechnologie wird häufig über ihre bekanntesten Standorte erzählt: Berlin, Martinsried, Köln/ Düsseldorf, Leipzig, Heidelberg oder Mainz. Doch wer genauer hinsieht, erkennt derzeit eine Entwicklung, die über einzelne Cluster hinausweist.
Nicht mehr nur die Stärke eines einzelnen Forschungszentrums entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts, sondern die Fähigkeit, Kompetenzen über Stadt-, Landes- und teilweise sogar Ländergrenzen hinweg zu bündeln.
Dabei entstehen neue Schwerpunkte und neue Formen der Zusammenarbeit. Während sich einige Regionen zunehmend auf bestimmte Technologiefelder spezialisieren, versuchen andere, durch Kooperationen die kritische Masse zu erreichen, die im in-

ternationalen Wettbewerb um Talente, Unternehmen und Kapital notwendig geworden ist.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist Sachsen. Leipzig hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten deutschen Zentren für Zell- und Gentherapien entwickelt. Mit dem FraunhoferInstitut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) verfügt die Region über eine der erfahrensten Einrichtungen für die Entwicklung und Herstellung zellbasierter Therapien in Deutschland. Die dort aufgebaute Expertise reicht inzwischen so weit, dass selbst andere aufstrebende Standorte den Rat der Leipziger suchen. Auch beim Aufbau neuer Produktionsund Entwicklungsstrukturen für Zellund Gentherapien in Berlin fließen Erfahrungen aus Sachsen ein.
CREATION und NAKO
Gleichzeitig wird die Region durch groß angelegte Infrastrukturprojekte weiter gestärkt. Mit CREATION bewirbt sich ein Konsortium unter starker Industriebeteiligung um eine Bundesförderung für den Aufbau neuer Kapazitäten im Bereich der Zelltherapie. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die technologische Ausrichtung, sondern auch die überregionale Vernetzung bis nach Niedersachsen. Die Entscheidung über den Zuschlag wird für den Herbst erwartet. Doch Leipzig setzt nicht allein auf die Produktion innovativer Therapien. Ein weiteres Profilmerkmal ist die enge Verzahnung von Forschung und Gesundheitsversorgung. Schwerpunkte liegen unter anderem bei Adipositas und metabolischen Erkrankungen – allerdings weit über aktuelle Diskussionen um Abnehmspritzen hinaus. Ziel ist eine zunehmend individualisierte Medizin, die klinische Daten, Biomarker und Versorgungsergebnisse systematisch miteinander verknüpft.
Auch im Bereich Daten und Künstliche Intelligenz positioniert sich die Region. Als zentraler Knotenpunkt nationaler Biobank-Initiativen verfügt Leipzig über umfangreiche longitudinale Datensätze. Rund 30.000 Bürger stellen seit Jahren über die Nationale Kohor -
te (NAKO) Gesundheitsdaten für Forschungszwecke zur Verfügung. Hinzu kommen digitale Versorgungsansätze, bei denen Krankenkassendaten genutzt werden, um Versorgungspfade besser zu verstehen, Versorgungslücken zu identifizieren und klinische Studien effizienter aufzusetzen.
Heidelberg und Mainz
Während Sachsen vor allem über technologische Spezialisierung wächst, zeichnet sich im Südwesten Deutschlands ein anderer Trend ab: die Bildung größerer Innovationsräume. Mit einem Memorandum of Understanding haben Heidelberg und Mainz jüngst beschlossen, ihre Aktivitäten in den Life Sciences enger zu verzahnen. Die Initiative geht dabei weit über klassische Absichtserklärungen hinaus. Technologieparks, Transfereinrichtungen, Gründerprogramme und Internationalisierungsaktivitäten sollen künftig stärker gemeinsam gedacht und entwickelt werden.
Der Hintergrund ist offensichtlich: Im Wettbewerb mit globalen Hotspots wie Boston, San Diego, Cambridge/Oxford oder Singapur wirken viele deutsche Cluster trotz ihrer wissenschaftlichen Exzellenz klein und fragmentiert. Durch die engere Zusammenarbeit entlang der Achse Rhein-Neckar-Main soll nun ein Innovationsraum entstehen, der von Mainz über Darmstadt und Kaiserslautern bis in die Metropolregion RheinNeckar reicht.
Gemeinsam mehr Power
Die Partner bringen dabei unterschiedliche Stärken ein. Heidelberg verfügt mit Einrichtungen wie dem EMBL, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und einer starken Universitätsmedizin über internationale Sichtbarkeit in Forschung und datengetriebener Medizin. Mainz wiederum hat sich mit BioNTech, TRON und einer wachsenden Translations- und Gründerlandschaft als Standort für die Entwicklung und industrielle Umsetzung biotechnologischer Innovationen etabliert (s. S. 36).
Bemerkenswert ist vor allem die Signalwirkung dieser Kooperation. Mehr
als drei Jahrzehnte nach dem BioRegioWettbewerb, aus dem viele der heutigen Cluster hervorgegangen sind, scheint eine neue Entwicklungsstufe zu beginnen. Statt regionaler Konkurrenz rücken gemeinsame Infrastruktur, koordinierte Standortentwicklung und ein gemeinsamer internationaler Auftritt stärker in den Vordergrund. Die Suche nach kritischer Masse wird zunehmend zu einem zentralen Erfolgsfaktor.
Die folgenden Standortporträts zeigen, wie unterschiedlich die Antworten auf diese Herausforderung ausfallen. Manche Regionen setzen auf technologische Spezialisierung, andere auf räumliche Expansion oder internationale Vernetzung. Gemeinsam ist ihnen jedoch das Ziel, im globalen Wettbewerb nicht nur wissenschaftlich sichtbar zu sein, sondern auch die wirtschaftliche Wertschöpfung dauerhaft vor Ort zu halten.
Spezialisierung oder Größe
Das gilt nicht nur für Deutschland mit einer in enger Verbindung mit politischen Förderprogrammen entstandenen Technologie- und Branchenvielfalt.
Viele Standorte strebten lange dem Vorbild der großen US-Zentren an der West- oder Ostküste nach, möglichst von allem zumindest etwas vorweisen zu können. Sehr große Standorte mögen diese Vielfalt in guter Qualität auch hinbekommen, doch davon gibt es im gesamten DACH-Raum nur eine Handvoll.
In der Schweiz ist das beispielsweise der Großraum Zürich-Basel, der zwar nicht häufig als eine gemeinsame Region auch von den Einwohnern vertreten wird, der aber gerade in der Kombination von wissenschaftlicher Spitzenposition (ETH) und pharmazeutischer Großindustrie (Basel) als Ökosystem überzeugt. Wie sich die starke Ausrichtung der Start-ups nach den USA in Zukunft bewährt, muss in diesen Zeiten allerdings noch abgewartet werden.
Österreich bietet mit der Hauptstadtregion Wien ein Zentrum, das mit Forschung und Translation punktet. Andere Regionen liefern wichtige Puzzlesteine für das größere Ganze wie die Produktionsexpertise aus der Steiermark. GK
Ankommen. Entwickeln. Wachsen.
IZB Wer heute über den Campus Martinsried läuft, begegnet Spitzenforschern, Gründern und Investoren. Genau diese Nähe macht Martinsried zu einem der dynamischsten Biotech-Standorte Europas – und das IZB zu einem Ort, an dem aus Ideen Unternehmen entstehen.
Im Frühjahr sorgte eine Nachricht aus Martinsried für internationale Aufmerksamkeit: Der US-amerikanische Pharmakonzern Gilead übernahm das Biotech-Unternehmen Tubulis für rund 5 Mrd. Euro. Für die Branche war das mehr als nur ein spektakulärer Deal – es war ein Signal, dass aus einem jungen Forschungsteam innerhalb weniger Jahre ein weltweit gefragtes Unternehmen geworden war.
Der Blick der Fachwelt richtete sich auf diesen Ort westlich von München, der in der Life-Science-Welt eine feste Größe ist: Martinsried. Dort, wo jetzt moderne Labore stehen, lagen vor dreißig Jahren noch Erdbeerfelder. Heute entstehen hier Krebsmedikamente, Plattformtechnologien und Start-ups, die internationale Investoren anziehen.
Wo aus Forschung Zukunft wird
Im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) spürt der Besucher bei jedem Schritt kreative Energie. In der Food Lounge diskutieren Forscherinnen und Forscher über Studiendaten, zwei Tische weiter sitzt ein Gründerteam mit einem Investor zusammen. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute treffen sich zum Lunch. Vieles entsteht hier nicht in großen Inszenierungen, sondern im Gespräch zwischen Kaffee und Labor.
„In der Biotechnologie entscheidet oft nicht nur die Idee über den Erfolg, sondern das Umfeld, in dem sie wachsen kann“, sagt Christian Gnam, Geschäftsführer des IZB. „Unser Ziel war immer, Unternehmen nicht einfach Räume zu vermieten, son-

dern ihnen ein Ökosystem zu bieten, das Entwicklung ermöglicht.“
Ein Feld für große Ideen Genau dieses Ökosystem macht Martinsried besonders. Die Wege sind kurz: zur Ludwig-Maximilians-Universität, zu den Max-Planck-Instituten, zum Klinikum Großhadern und zu Investoren, die regelmäßig auf dem Campus unterwegs sind. Für junge Biotech-Unternehmen ist das ein entscheidender Vorteil. Wer hier gründet, findet nicht nur Laborflächen, sondern Zugang zu Talenten, Kapital, Know-how und einem Netzwerk, das im Alltag funktioniert. Viele Start-ups kommen zunächst mit einem kleinen Team ins IZB, wachsen schnell und finden den notwendigen Raum dafür. Anders als klassische Gründerzentren ist das IZB darauf ausgelegt, Unternehmen langfristig zu begleiten – mit skalierbaren Flächen, verlässlicher Infrastruktur und einem Umfeld, das Wachstum mitträgt. Dass dieses Modell funktioniert, zeigt sich längst über Bayern hinaus. Interna-
tionale Finanzierungsrunden, erfolgreiche Exits und mehr als 40 Unternehmen am Standort haben Martinsried zu einem der sichtbarsten Biotech-Cluster Europas gemacht.
Die großen Geschichten beginnen hier oft unscheinbar. Mit einem Gespräch beim Kaffee. Mit einer Idee aus dem Labor. Mit einem kleinen Team, das einen Platz sucht, an dem Forschung wachsen kann. Dort, wo früher die Erdbeeren wuchsen.
Kontakt
Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB)
Am Klopferspitz 19 82152 Planegg Martinsried info@izb-online.de www.izb-online.de
Basels neue Top-Adresse für Life Sciences: Allschwil
MAIN CAMPUS In Allschwil, an der Stadtgrenze zu Basel, entsteht der größte Life-Sciences-Campus Europas. Entwickelt wird der Switzerland Innovation Park Basel Area MAIN CAMPUS vom Schweizer Immobilienentwickler SENN.
Das Alleinstellungsmerkmal des MAIN CAMPUS sind seine weitläufigen Hybridflächen: Grundrisse von 250 bis 25.000 m², die für Büros, Labore oder Produktion taugen – oder alles kombiniert – hyperflexibel, skalierbar, und zu Konditionen, die in diesem Markt überraschen.
Dabei setzt der MAIN CAMPUS auch städtebaulich und qualitativ neue Maßstäbe: Architektur von Herzog & de Meuron, ein verbindender Park quer durch den Campus, der Schatten und Ruhe spendet und liebevoll programmierte Erdgeschossflächen.
Hier entsteht der größte Life-SciencesCampus Europas. Mit allem, was dazugehört. Restaurants, Cafés, Kita, Fitnessangebot, Freibad, Einkaufsmöglichkeiten und moderne Meeting Center für bis zu 400 Gäste sorgen dafür, dass das Quartier lebt. Und es geht weiter: In den nächsten fünf Jahren entstehen weitere 50.000 m².
HQ – Zufall ist hier Absicht.
Das Herzstück: Ein 50.000 m² großer Büro-/ Labor-Hybrid für Forschung, Entwicklung und Produktion, gebaut um einen Park von der Größe eines Fußballfelds. Zirkulationsbalkone und die ikonischen DoppelhelixTreppen sorgen dafür, dass man sich über den Weg läuft – und genau das ist der Plan. Zusammen mit dem Community-Management des Switzerland Innovation Park Basel Area steht das HQ für ein CollaborationEcosystem mit Vorbildcharakter. Das HQ ist zu 90% vermietet.
HORTUS – erzeugt Energie. Holz, Lehm, keine fossile Technik: Das HORTUS zeigt, wie radikal nachhaltiges Bauen aussieht. Das Gebäude produziert mehr Energie, als es verbraucht und bietet

eine Behaglichkeit, die seinesgleichen sucht. "Healing Architecture" nennen Herzog & de Meuron das Prinzip, nach dem sie auch das neue Kinderspital Zürich gestaltet haben. HORTUS setzt damit den Maßstab, an dem sich künftige Büroprojekte messen lassen müssen. Der Markt versteht: HORTUS war mit Fertigstellung bereits voll vermietet.
ALL – Gebäude für alle Zukünfte. Labor, Büro, Produktion oder alles gleichzeitig: Das ALL bietet 20.000 m² hochflexible Flächen mit kompromisslosem Nachhaltigkeitsanspruch, ebenfalls entworfen von Herzog & de Meuron. Vom einzelnen Labortisch bis zum maßgeschneiderten Ausbau von Labor- und Büroräumen: ALL bietet Biotech-Start-ups, Scale-ups, Instituten und etablierten Unternehmen Arbeitsräume im selben Gebäude wie das Botnar Institute of Immune Engineering BIIE, das 2027 als Ankermieter einzieht. 6.000 m² sind noch frei.
HOPE – schlüsselfertig & elegant. Das House of Partnership and Engagement HOPE entsteht zwischen dem Swiss
TPH und dem MAIN CAMPUS HQ, entwickelt von SENN gemeinsam mit der R. Geigy-Stiftung und den preisgekrönten Architekten Felippi Wyssen. Ankermieterin ist das Swiss TPH mit einem Gästehaus im Dachgeschoss. Darüber hinaus bietet HOPE ab 2028 ca. 8.000 m² schlüsselfertige Büro- und Geschäftsflächen direkt an der Bushaltestelle.
SCALE – die Chance.
Build-to-suit mit bis zu 28.000 m²: SCALE wird gemeinsam mit Herzog & de Meuron exakt auf die Anforderungen des künftigen Mieters zugeschnitten. Es kann Büro, Labor oder GMP/Small Scale Production auf großer Fläche. Für Mieter und Mieterinnen bedeutet dies: Selbstentfaltung auf 800 bis 28.000 m² ohne Risiken, zu realistischen Kosten und mit garantiertem Bezugstermin. Per 2030.
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Klarheit als tödliche Wunderwaffe
Übertriebener Formalismus statt sachgerechter Prüfung in Patenterteilungsverfahren vor dem EPA führt zu ungerechtfertigten Einschränkungen und unbrauchbaren Patentansprüchen. Dies in jeder einzelnen Anmeldung auszufechten, ist weniger zielführend als die aktive Kommunikation mit dem EPA.
Dr. Ute Kilger, BOEHMERT & BOEHMERT, Partner
Seit einigen Jahren beobachten Anmelder besorgniserregende Entwicklungen in den Prüfungsverfahren vor den Prüfungsabteilungen des Europäischen Patentamts (EPA). Klarheitseinwände, Einwände unter Artikel 84 EPÜ, werden teilweise dazu verwendet, den Schutzumfang von Patentansprüchen unangemessen einzuschränken. Mit „unangemessen“ ist gemeint, dass die geforderte Einschränkung der Ansprüche weder durch mangelnde Neuheit noch durch mangelnde erfinderische Tätigkeit noch durch mangelnde Ausführbarkeit (Artikeln 54, 56 oder 83 EPÜ ) gerechtfertigt ist – noch sind die beanstandeten Merkmale für den Fachmann tatsächlich unklar. Die daraus resultierenden Anspruchsänderungen können aber den praktischen Wert eines Patentes erheblich verringern und dessen Wirksamkeit gegenüber Generikaherstellern, Fast Followers und anderen Nachahmern schwächen oder sogar unbrauchbar werden lassen. Im Gegensatz zu Einwänden nach den Artikeln 54, 56 oder 83 EPÜ haben Anmelder bei Klarheitseinwänden zudem begrenzte Möglichkeiten, der bloßen Feststellung entgegenzutreten, ein Merkmal sei dem Fachmann „unklar“. Prüfungsabteilungen stellen sich dann auf den Standpunkt, dass die hochqualifizierten Prüfer selbst das Maß der Dinge für den „Fachmann“ darstellen und deshalb entscheiden können, ob ein

DR. UTE KILGER
Die Diplom-Chemikerin ist Patentanwältin und European Patent and Trademark Attorney, Pharma/Life Sciences.
Begriff „klar“ ist. Ein Standpunkt, der äußerst fragwürdig ist, weil jeder, der ein oder zwei Jahre nicht mehr als Wissenschaftler aktiv ist, kein „Fachmann“ als Wissenschaftler mehr sein kann.
Was ist aber das Problem? Nimmt man einen diagnostischen Anspruch, der die Korrelation eines Biomarkers mit einem medizinischen Endpunkt zum Inhalt hat. Die patentgemäße Studie wurde in Schweden durchgeführt, größtenteils mit Frauen. Der Prüfer hält den Anspruch nun für „unklar“, wenn er nicht den genauen Schwellenwert des Biomarkers enthält und zudem auf die Population eingeschränkt wird, für welche die Daten
in der Anmeldung vorliegen. Einen konkreten Schwellenwert einzuführen und die Ansprüche auf schwedische Frauen einzuschränken, würde das Patent komplett wertlos machen. Weiteres Beispiel: eine Anmeldung auf Antikörper, in welcher der Prüfer schreibt: „Wird ein IgG durch weniger als seine sechs CDRs definiert, ist der Anspruch unklar.“ Nimmt der Anmelder nun wie gefordert spezifische Sequenzen in die Ansprüche auf, ist das Patent gegen Fast Follower nutzlos. Zudem ist in beiden Fällen Klarheit kein Problem für den Fachmann.
Anmelder stehen dann vor der Wahl, Ansprüche zu akzeptieren, die praktisch wertlos sind, oder überhaupt keinen Patentschutz zu erhalten. Zu enge Ansprüche können von Nachahmern leicht umgangen werden und bieten dem Patentinhaber keinen wirksamen Schutz für seine Innovation.
Die aktive Kommunikation mit dem Europäischen Patentamt, welches hierzu mehrere Kanäle bietet, ist absolut empfehlenswert, wie eigene Erfahrungen belegen. Das EPA-Management legt großen Wert auf Qualität und Konsistenz der Prüfung, welche nicht gegeben ist, wenn „Klarheit“ als tödliche Wunderwaffe von einigen Prüfungsabteilungen eingesetzt wird. Der „Streit“ um Klarheit mit solchen Prüfungsabteilungen hingegen ist oftmals eine wenig zielführende Sisyphos-Übung. •

Mehr als ein Cluster
ZUKUNFTSTHERAPIEN Lebende Arzneimittel aus Sachsen: Mit diesem Anspruch ist SaxoCell® 2021 gestartet. Fünf Jahre später zeigt der Zukunftscluster, wie aus Forschung klinische Entwicklung wird –und wie Sachsen im Feld der Zell- und Gentherapien an Profil gewinnt.
Als das Dresdner Biotech-Unternehmen
Seamless Therapeutics Anfang 2026 eine Forschungs- und Lizenzvereinbarung mit Eli Lilly bekanntgab, rückte Sachsen wieder einmal international in den Blick. Im Mittelpunkt stehen programmierbare Rekombinasen – an der TU Dresden entwickelte Werkzeuge, mit denen sich genetisch verankerte Krankheiten besonders präzise korrigieren lassen. Das mögliche Gesamtvolumen der Kooperation liegt bei mehr als einer Milliarde US-Dollar.
Der Deal steht für eine Entwicklung, die in Sachsen seit Jahren an Tempo gewinnt: Forschung findet schneller Anschluss an klinische Anwendung und industrielle Partner. Eine wichtige Rolle spielt dabei SaxoCell®, der Zukunfts- und Innovationscluster für Zell- und Gentherapien (ZGT).
Lebende Arzneimittel aus Sachsen ZGT gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen der modernen Medizin. Anders als klassische Arzneimittel bestehen sie aus lebenden Zellen oder greifen korrigierend gezielt in genetische Prozesse ein. In der Fachwelt hat sich dafür längst ein Begriff etabliert: Living Drugs – lebende Arzneimittel.
„Living Drugs Made in Saxony“ beschreibt, worauf SaxoCell ® hinarbeitet. 2021 wurde der Cluster als einer von sieben Zukunftsclustern der Clusters4Future-Initiative des BMFTR ausgewählt. Bundesweit waren 137 Bewerbungen eingegangen. Die erste Förderphase lief bis 2024, die zweite reicht bis 2027. In beiden Phasen stehen jeweils rund 15 Mio. Euro öffentliche Förderung zur Verfügung.
Sachsen brachte dafür gute Voraussetzungen mit: starke Universitäten, erfahrene Kliniken, das Fraunhofer IZI und 23

Sprecher von SaxoCell®: Prof. Dr. Ulrike Köhl (Fraunhofer IZI und Universität Leipzig), Prof. Dr. Frank Buchholz und Prof. Dr. Martin Bornhäuser
Industriepartner. SaxoCell® verbindet diese Kräfte, damit neue Therapien früher auf Herstellung, Prüfung und Anwendung am Patienten hin gedacht werden.
In Leipzig ist dieser Übergang tägliche Praxis. Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI betreibt Deutschlands größte akademische Herstellungsstätte für zellbasierte Therapeutika und zählt zu den erfahrensten Einrichtungen Europas für die GMP-konforme Herstellung von CAR-T-Zelltherapien. Mehr als 4.500
Zellprodukte wurden dort bereits hergestellt und freigegeben, darunter über 700 CAR-T-Zellprodukte. Diese Erfahrung zeigt früh, welche Ansätze sich tatsächlich in ein Produkt übersetzen lassen.
Auch klinisch ist die Region weit. Im sächsischen Kliniknetzwerk (Universitätsklinika Leipzig und Dresden sowie Klinikum Chemnitz) werden derzeit über 200 CART-Zell-Therapien pro Jahr durchgeführt. Forschung bleibt damit nah an der Versorgung und trifft auf Patientengruppen, für die neue Behandlungswege gebraucht werden.
„Innovative Zelltherapien entstehen nicht in einem einzelnen Labor. Entscheidend ist, dass Entwicklung, Herstellung und klinische Anwendung eng miteinander verzahnt sind. Genau diese Strukturen haben wir in Sachsen aufgebaut. Daraus entstehen heute die Projekte, die den Weg zum Patienten finden.“
Ulrike Köhl, Sprecherin von SaxoCell® und Institutsdirektorin des Fraunhofer IZI
SaxoCell® gewann früh wertvolle Industriepartner. Unternehmen wie Miltenyi Biotec oder Wacker Biotech bringen Erfahrung in Zellverarbeitung, Automatisierung und biopharmazeutischer Herstellung in das Netzwerk ein. Solches Wissen wird wichtiger, wenn Zell- und Gentherapien besser herstellbar und langfristig bezahlbar werden sollen.
Von der Plattform zur Therapie
Die Projekte im Cluster greifen zentrale Herausforderungen des Feldes auf. Bei
Die
(beide Universität Dresden)
CAR-T-Zellen geht es darum, Immunzellen so zu verändern, dass sie kranke Zellen gezielter erkennen. Bisher werden viele dieser Therapien individuell hergestellt.
SaxoCell® arbeitet unter anderem an Ansätzen, die schneller verfügbar und besser steuerbar werden könnten.
Andere Arbeiten richten sich auf natürliche Killerzellen oder Makrophagen. Beide Zelltypen gehören zum Immunsystem und könnten neue Wege eröffnen, wenn klassische Zelltherapien an Grenzen stoßen. Bei schweren Entzündungsreaktionen werden außerdem Zellen aus Nabelschnurgewebe untersucht, die überschießende Immunantworten beruhigen sollen.
Eine CAR-T-Zelltherapie für solide Tumore zeigt, wie weit einige Entwicklungen bereits gekommen sind. Für ihre Weiterentwicklung wurden rund 10 Mio. Euro zusätzlich eingeworben. Die Produktfreigabe erfolgte 2025, erste Patientinnen und Patienten wurden bereits behandelt.
Wie nah Forschung und Herstellung im SaxoCell®-Umfeld beieinanderliegen zeigt Palintra®. Der in Leipzig entwickelte Wirkstoffkandidat soll schwere Abstoßungsreaktionen nach Stammzelltransplantationen verhindern. 2024 gelang am Fraunhofer IZI ein wichtiger Herstellungsschritt unter GMP-Bedingungen.
Besonders sichtbar bleibt die Arbeit von Frank Buchholz (Universität Dresden) und seinem Team an programmierbaren Rekombinasen. Aus Sachsen kamen bereits in der Historie immer wieder Ideen mit internationaler industrieller Relevanz. Mit

Seamless Therapeutics setzt sich diese Linie nun auch im Feld der Zell- und Gentherapie fort.
Was bleibt nach der Förderphase? Fünf Jahre nach dem Start lässt sich die Entwicklung nicht mehr nur an Publikationen ablesen. Mehr als 20 Patentanmeldungen, über 75 wissenschaftliche Veröffentlichungen, vier Ausgründungen und zwei Unternehmensansiedlungen gehen bislang auf das Clusterumfeld zurück. Hinzu kommen zusätzliche Fördermittel und Kooperationen mit der Industrie. SaxoCell® arbeitet auch daran, die richtigen Kontakte herzustellen. Der Investors Club bringt junge Unternehmen mit Kapitalgebern zusammen, die SaxoCell® Forums öffnen den Dialog mit Politik, Gesundheitswesen und Industrie. Für ein Feld wie ZGT
sind solche Formate wichtig, weil gute Forschung oft am nächsten Schritt scheitert. Viele Forschungsverbünde verlieren an Kraft, sobald Förderprogramme auslaufen. SaxoCell® baut deshalb Strukturen für die Zeit danach auf. Ein wichtiger Schritt war 2023 die Gründung des SaxoCell® e.V. Der Verein öffnet das Netzwerk für Partner, die nicht direkt Teil der Förderung sind, aber an Zell- und Gentherapien mitarbeiten wollen. Er bietet Zugang zu wissenschaftlichen Entwicklungen, klinischer Expertise, GMP-Infrastruktur und neuen Projektideen. Die erste eigens veranstaltete SaxoCell® Konferenz im Juni 2026 in Dresden zeigte außerdem, wie groß das Interesse tatsächlich geworden ist. Die Resonanz übertraf die Erwartungen der Organisatoren bei Weitem.
HINTERGRUND
SaxoCell® kompakt
SaxoCell® wurde 2021 aus 137 Bewerbungen als einer von sieben Clusters4FutureZukunftsclustern ausgewählt. Die erste Förderphase lief von 2021 bis 2024, die zweite bis 2027; pro Phase stehen rund 15 Mio. Euro öffentliche Förderung zur Verfügung. Zum Netzwerk gehören die Technische Universität Dresden, die Universität Leipzig, die Unikliniken Dresden und Leipzig, das Klinikum Chemnitz, das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und 23 Industriepartner. Bisher entstanden mehr als 20 Patent anmeldungen, über 75 Publikationen, vier Spin-offs und zwei Ansiedlungen. Am Fraunhofer IZI wurden bereits mehr als 700 CAR-T-Zellprodukte hergestellt. Der SaxoCell e.V. öffnet das Netzwerk über die Förderlaufzeit hinaus.
Die nächsten Jahre werden zeigen, wie viele Ansätze aus Sachsen den Weg in Studien und industrielle Entwicklung schaffen. Der Lilly-Deal hat Anfang 2026 vorgeführt, welches Potenzial entstehen kann, wenn Forschung, Klinik und Unternehmen langfristig zusammenarbeiten. SaxoCell® hat aus diesem Zusammenspiel eine ernstzunehmende Adresse für lebende Arzneimittel aus Sachsen gemacht und für Partner, die langfristig ihren Weg in die Anwendung mitgestalten wollen.
Kontakt
SaxoCell® Cluster
Fetscherstraße 105 01307 Dresden
E-Mail: info@saxocell.de
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln im SaxoCell Cluster sichere und wirksame Therapien von morgen.
Sachsen vernetzt Zukunft
DYNAMIK Sachsen ist einer der dynamischsten Life-Sciences-Standorte Deutschlands mit starken Biotech-Clustern. Dabei profitiert das hochinnovative Ökosystem von der engen Vernetzung der Biotechnologie über Cluster- und Branchengrenzen hinweg.
Die Stärke des Standortes liegt vor allem in der branchen- und technologieübergreifenden Zusammenarbeit sowie der gezielten Vernetzung. Durch Kooperationen zwischen Akteuren aus der Biotechnologie, Medizintechnik, Mikroelektronik, KI und Automatisierung entstehen Innovationen, die neue Geschäftsfelder erschließen und den Transfer von Forschung in die Anwendung beschleunigen.
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei biosaxony als Branchenverband für Biotechnologie, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft. Seit über 20 Jahren vernetzt der Verband Unternehmen, Forschung, Kliniken und Zulieferer. Im Fokus stehen Zukunftsfelder wie KI, digitale Gesundheitslösungen, automatisierte Produktionsprozesse, Bioprinting und personalisierte Medizin.
Cross-Cluster-Aktivitäten

Technologie- und branchenübergreifende Zusammenarbeit im Life-Sciences-Ökosystem Sachsen
Dabei zeigt sich besonders in den CrossCluster-Aktivitäten die Standortdynamik. Biosaxony arbeitet eng mit dem WIR!Bündnis DIANA sowie dem Zell- und Gentherapie-Cluster SaxoCell zusammen. Die Verbindung von Forschung, GMP-Produktion und klinischer Anwendung beschleunigt die Translation neuer Therapien, reduziert Entwicklungsrisiken und verbessert die Planbarkeit von Investitionen. Die Kreuzmitgliedschaft von biosaxony und SaxoCell stärkt die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ein weiteres Beispiel ist das 2025 gegründete Radiopharmazie-Cluster nukliD in der Region Dresden-Radeberg. Das Netzwerk bündelt die regionale Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette und beschleunigt die Entwicklung und Skalierung innovativer Radiopharmazeutika für Diagnostik und Therapie. Ziel ist es, Sachsen als führenden RadiopharmazieStandort mit internationaler Sichtbarkeit zu etablieren.
Auch die Kooperation mit technologieorientierten Netzwerken außerhalb des klassischen Life-Sciences-Bereichs gewinnt an Bedeutung.
Gemeinsam mit dem Mikroelektroniknetzwerk Silicon Saxony, dem Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen
VEMASinnovativ oder dem Zukunftscluster SEMECO, das auf medizinische Mikroelektronik setzt, entstehen neue Ansätze an der Schnittstelle von Life Sciences, Mikroelektronik und Automatisierung. Workshops zu KI-Anwendungen, automatisierter Produktion oder Point-of-CareDiagnostik fördern den Austausch zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern. Unterstützt werden diese Entwicklungen durch die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), die die Clusterakteure bei der Vernetzung, Internationalisierung und gemeinsamen Veranstaltungsformaten begleitet. Zuletzt organisierte die WFS mit VEMAS und SaxoCell Workshops zur Produktion von Zell- und Gentherapien.
So entsteht in Sachsen ein innovationsgetriebenes Ökosystem, das wissenschaftliche Exzellenz, industrielle Umsetzungskompetenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit verbindet.
Kontakt
Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH Bertolt-Brecht-Allee 22 01309 Dresden +49 0351 21380 www.standort-sachsen.de
Vernetzung schafft Zukunft
MAINZ Rheinland-Pfalz baut seine Position als Biotechnologiestandort seit Jahren aus. Das Life Science Zentrum Mainz bringt mit BioVation RLP und [LiSci]RLP Wissenschaft, Start-ups und Wirtschaft zusammen und setzt spürbare Impulse für Innovation und Wachstum.
Lange Innovationszyklen, komplexe Regulatorik und ein wachsender Fachkräftemangel stellen auch einen starken Biotech-Standort wie Rheinland-Pfalz vor reale Herausforderungen. Das Life Science Zentrum Mainz (LZM) hat diese Entwicklungen früh erkannt und sich gezielt weiterentwickelt: vom klassischen Gründerzentrum hin zu einer strategischen Plattform, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gründung systematisch zusammenführt.
Treiber des Biotech-Ökosystems BioVation RLP wurde im Februar 2024 als Business Unit des LZM gegründet – im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima RheinlandPfalz. Ziel ist es, das Biotech-Ökosystem sichtbar zu machen, Kooperationen zu stärken und nachhaltige Zusammenarbeit zu fördern.
Im Mittelpunkt steht ein strukturierter Austauschprozess: In Einzelgesprächen, Workshops und Sounding Boards wurden Bedarfe der Branche erfasst und in fünf strategische Handlungsfelder überführt: Cross-Innovation fördert den Austausch über Branchengrenzen hinweg, Talentsicherung adressiert den Fachkräftebedarf, Bioökonomie erschließt nachhaltige Wertschöpfungspotenziale, strategische Allianzen stärken überregionale Kooperationen und Standortmarketing macht Rheinland-Pfalz europaweit sichtbar.
Erste Ergebnisse belegen die Wirkung: Aus einer Vernetzungsveranstaltung entstand der Impuls für eine gemeinsame

Skalierungsanlage, an der heute mehrere Unternehmen innerhalb einer Betreibergesellschaft zusammenarbeiten. Beim Cross Day 25 diskutierten rund 130 Innovatoren und Inovatorinnen branchenübergreifend und legten den Grundstein für neue Kooperationsansätze. Im Handlungsfeld Talentsicherung entstand eine Handlungsempfehlung, die gezielt auf regionale Herausforderungen der Branche reagiert. BioVation RLP versteht sich nicht als Dienstleister, sondern als aktiver Mitgestalter – nah an den Unternehmen, vernetzt mit der Wissenschaft, eingebettet in die Strukturen des Landes.
Gründungen gezielt stärken
Mit [LiSci]RLP betreibt das LZM den ersten Life-Science-Inkubator in Rheinland-Pfalz und eines der wirkungsvollsten Förderpro-
gramme für Gründungen in der Region. Seit 2024 haben 15 Teams von dem zwölfmonatigen Inkubatorprogramm profitiert, im April 2026 startete die vierte Runde. Coaching, Mentoring, Workshops und gezielte Networking-Formate begleiten die ausgewählten Teams dabei, wissenschaftliche Ideen schneller in marktfähige Innovationen zu überführen und langfristig am Standort zu verankern – gefördert durch das rheinlandpfälzische Wirtschaftsministerium.
Kontakt
Life Science Zentrum Mainz GmbH Mombacher Straße 68 55122 Mainz www.lzmz.de info@lzmz.de
Bei einer Vernetzungsveranstaltung bringt das LZM Gründergeist, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.
Mainz? Jetzt lacht niemand mehr.
Die Impfstoffentwicklung aus den Laboren von BioNTech an ihrem Mainzer Hauptsitz An der Goldgrube war prägend für die Sichtbarkeit des Standortes. Doch für die lokale Gründerszene sind andere Fragen viel wichtiger: gibt es Unterstützung und Platz? Ein Gespräch mit einem Mainzkenner.
transkript. Herr Schmitt, „Mainz wie es singt und lacht“ heißt der KarnevalsSchlager, der lange Zeit auch in der Biotech-Branche bemüht wurde, als Mainz sich anschickte, der Nabel der Welt zu werden. Nun befindet sich im Schatten von BioNTech ein Ökosystem im Aufbau, bei dem sehr viele weitere Akteure mitmischen. Ehrlich gesagt herrscht nun in Mainz sogar eine gewisse Unübersichtlichkeit – wer macht dort eigentlich was?
Dirk Schmitt . Mit Mainz darf man lachen, über Mainz lacht glaube ich nun schon lange niemand mehr. Bezüglich der Unübersichtlichkeit: Manchmal frage ich mich das selbst. Im Ernst: Man muss schon länger dabei sein, um diese Vielfalt wirklich zu verstehen. Wichtiger als die Frage der Zuständigkeiten ist aber ohnehin, welche konkreten Angebote das Life-Sciences-Ökosystem in Mainz heute bereithält.
transkript. Ein Blick zurück: Für viele wurde Mainz erst mit der Corona-Pandemie als Biotech-Standort sichtbar. Die Basis dafür muss aber früher gelegt worden sein.
Schmitt . Absolut. Eine zentrale Rolle spielte der Krebsforscher Christoph Huber, der um die Jahrtausendwende ein heute sehr bekanntes Forscher-Ehepaar unterstützte und für deren Ausgründung Laborflächen suchte. Daraus entstand Ganymed als erstes großes

DIRK SCHMITT
Geschäftsführer, Life Science Zentrum Mainz GmbH (LZM) sowie vom [LiSci]RLP-Inkubator
Beispiel. Das Technologiezentrum gab es zwar bereits, aber der Bedarf wuchs schnell – und mit ihm die Ausrichtung klar in Richtung Life Sciences. Andere Nutzungen und Co-Working-Angebote wurden später ausgelagert. Ab 2019 wurde das Zentrum konsequent zum Life-Science-Standort weiterentwickelt. Parallel entstanden TRON und BioNTech, während Ganymed bereits an Astellas verkauft war.
transkript. Und dann kam Corona –und alles bekam eine neue Dimension?
Schmitt . Genau. Plötzlich war der Bedarf an Infrastruktur größer als verfügbar. BioNTech wich unter anderem nach Marburg und Idar-Oberstein aus. Mit dem Erfolg der Impfstoffentwick-
lung entstand dann die heute oft als unübersichtlich empfundene Vielzahl an Initiativen. Sowohl Land als auch Stadt wollten die Dynamik nutzen. Die Stadt gründete die biomindz Standortentwicklungsgesellschaft Mainz mbH. Das Land entwickelte einen Masterplan für das gesamte Bundesland und beauftragte das Life-Science-Zentrum Mainz – mit Expertise seit 1987– mit der Umsetzung, insbesondere im Start-up-Bereich
transkript. Es gibt also parallele Strukturen von Stadt und Land?
Schmitt . Ja, die gibt es. Ich glaube da sind wir auch kein Einzelfall in der Republik. Gleichzeitig gibt es auch außerhalb der Stadtgrenzen relevante Entwicklungen, um die sich jemand kümmern muss. Genau das tun wir – sehr projektbezogen und zunehmend auch über Pharma hinaus, etwa in Richtung Bioökonomie. Die Grenzen zwischen den Bereichen verschwimmen ohnehin.
transkript. Was sind aktuell Ihre wichtigsten Projekte?
Schmitt . Sehr konkrete, sehr pragmatische Themen. Ein Beispiel: Eli Lilly baut in Alzey eine milliardenschwere Produktionsstätte für Adipositas-Medikamente. Das ist auch deshalb möglich, weil wir helfen konnten, den Zugang zu qualifiziertem Personal deutlich zu machen, quasi garantieren zu können. Gleichzei-
tig stellt sich damit aber auch die Frage der Ausbildung von solchen GMP-Fachkräften. Als Landesinitiative ist es unsere Aufgabe, auch in anderen Branchen nach Potenzialen zu suchen – etwa in der Automobilindustrie, wo Fachkräfte mit Reinraum-Erfahrung für die Pharmafertigung qualifiziert werden können.
transkript. Das klingt nach klassischer Wirtschaftspolitik.
Schmitt . Vielleicht, aber der Staat sind letztlich wir. Es ist besser, solche Transformationsprozesse praktisch selbst zu gestalten. Wir entwickeln auch neue Betreibermodelle, etwa für Bioreaktoren in der industriellen Biotechnologie. Wir richten unsere tägliche Arbeit auf die aktive Standortentwicklung – nicht so sehr auf die Kommunikation darüber.
transkript. Was bedeutet das konkret für Gründerinnen und Gründer?
Schmitt Für ein Ökosystem braucht man viele Akteure, aber auch eine Vielfalt an Angebot. Alles muss sich dann zusammenfügen lassen. Aber einfach Start-ups ins kalte und leere Wasser zu werfen, bringt niemandem etwas. Ich war anfangs selbst skeptisch, ob sich die Start-up-Dynamik wirklich entfaltet. Strategiepapiere sind das eine, aber kommen auch Gründer? Heute sehen wir: Ja, sie kommen. Wir betreuen etwa acht Teams pro Jahr und das mit wachsender Qualität der Ideen. Diese konkrete Begleitung verändert das gesamte Verständnis eines Ökosystems.
transkript. Die Dynamik können Sie ankurbeln mit einem breiteren Angebot. So wächst die Nachfrage und es ergibt sich die Frage, wo Sie Grenzen ziehen?
Schmitt . Nun, wir sind eine Landesinitiative mit Fokus Rheinland-Pfalz, bekommen aber auch Bewerbungen aus Frankfurt am Main oder aus Stuttgart. In Einzelfällen nehmen wir Teams auf, wenn ein Standortbezug entsteht. Die Nachfrage geht klar über Landesgrenzen hinaus.
transkript. Andere Regionen haben solche Bioökonomie-Ökosysteme seit Jahrzehnten. Ist Mainz spät dran??
Schmitt . Natürlich gibt es Regionen, die früher begonnen haben. Aber es geht nicht darum, künstlich etwas auf eine Landkarte zu setzen. Wir wollen bestehende Strukturen – etwa unser Zentrum– mit der neuen Dynamik aus der Region und darüber hinaus verbinden. Unser Inkubator [LiSci] steht noch am Anfang, aber dort entstehen bereits Start-ups aus dem BioNTech-Umfeld. Auch Unternehmen wie Merck oder Boehringer Ingelheim sind bereits im Austausch. Das entwickelt sich in die richtige Richtung.
transkript. Gibt es intern noch Skepsis?
Schmitt . Sicher. Wir sind nicht blauäugig. Wenn man nach Heidelberg, München oder Sachsen schaut, sieht man den Vorsprung. Das ist kein Problem – wir stehen im Austausch und lernen voneinander. Nicht alles wollen wir kopieren. Gleichzeitig haben wir eine eigene Nachfrage und müssen diese bedienen. Kooperation ist ausdrücklich erwünscht.
transkript. BioNTech bleibt der große Leuchtturm. Wie kommt man aus diesem Schatten heraus?
Schmitt . Wenn man die Entwicklung von BioNTech aus der Nähe kennt, wirkt das entspannter. Das Unternehmen hat uns Aufmerksamkeit gebracht und ein Umfeld geschaffen, das wir nutzen können. Entscheidend ist aber, dass sich das Ökosystem inzwischen breiter aufstellt –auch durch neue Aktivitäten von Gründern aus dem Umfeld von Sahin und Türeci.
transkript. Der Schwung wurde also genutzt?
Schmitt . Ja. Wir sehen eine neue Gründergeneration und gleichzeitig eine Phase der Umstrukturierung bei BioNTech. Umso wichtiger ist es, dass die Region insgesamt stabiler und vielfältiger wird
– von AbbVie über Merck bis BASF, künftig auch Eli Lilly und BioNTech und deren Tochter. Das geht über klassische Verwaltungsgrenzen deutlich hinaus.
transkript. Braucht es dafür engere Kooperationen zwischen Regionen wie Mainz und Heidelberg?
Schmitt . Das ist sinnvoll – unabhängig von politischen Zuständigkeiten. Wir arbeiten auch bereits mit Frankfurt/M. zusammen. Wenn man die Region RheinMain-Neckar betrachtet, ist das real ein großes Cluster. Wichtig ist, dass Akteure mitgehen und wir nach außen gemeinsam auftreten. Es braucht weniger kleinteilige Strukturen und mehr Offenheit.
transkript. Wie sieht diese Kooperation praktisch aus?
Schmitt . Zunächst über einen gemeinsamen Auftritt. Operativ geht es darum, dass Start-ups schneller die richtigen Ansprechpartner finden – sei es für Personal, Finanzierung oder Patente, unabhängig vom Standort. Entscheidend ist der Nutzen, nicht die Zuständigkeit.
transkript. Sind klassische Clusterstrukturen damit überholt?
Schmitt Auf Arbeitsebene funktioniert diese Kooperation meist schon gut. Schwieriger ist die politische Ebene, weil dort Zuständigkeiten und Budgets eine große Rolle spielen. Technologisch denken wir längst grenzüberschreitend, etwa bei Künstlicher Intelligenz oder eben Biotech. Das sollte sich stärker in den Strukturen widerspiegeln.
transkript. Befindet sich die Region noch im Nach-Corona-Aufbruch?
Schmitt . Von außen mag das so wirken. Tatsächlich sind wir längst weiter, zum Beispiel beim Ausbau von Laborflächen gemeinsam mit Kadans aus den Niederlanden. Es gibt eine große Dichte an Akteuren und Wissen. Die entscheidende Aufgabe ist, dieses Potenzial konsequent zu nutzen, und genau das tun wir. GK
Life Sciences in Bewegung
ÖSTERREICH Die Zukunft der Medizin entsteht dort, wo Forschung, Technologie und industrielle Umsetzung aufeinandertreffen. An dieser Schnittstelle positioniert sich die Steiermark als dynamischer Life-Science-Standort Europas.
Mit Human.technology Styria (HTS) verfügt das Bundesland über eine Cluster-Organisation, die Forschung, Kliniken, Industrie und Start-ups zu einem eng vernetzten Innovationsökosystem verbindet – mit besonderer Stärke in Biotechnologie, Pharma und MedTech.
Innovation braucht Nähe: kurze Wege, direkte Kontakte und das Verständnis, dass neue Lösungen im Gesundheitsbereich selten im Alleingang entstehen. „Neue Lösungen entstehen dort, wo medizinische Forschung, Ingenieurwissen, Produktion und Datenkompetenz zusammenkommen – und wo Kooperation aktiv gestaltet wird“, sagt Lejla Pock, Geschäftsführerin von Human.technology Styria.
Seit 2004 bündelt HTS die Kompetenzen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Gesundheitsanbietern und öffentlichen
Partnern. Die Cluster-Community umfasst 152 Mitglieder, erwirtschaftet rund 6,71 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigt knapp 50.000 Personen im Cluster-Umfeld.
Die kurzen Wege der Innovation Ein Beispiel für den „Styrian way“ ist die Medical Science City Graz. In unmittelbarer Nähe zueinander befinden sich die Medizinische Universität Graz, das Universitätsklinikum Graz, das Zentrum für Wissensund Technologietransfer in der Medizin (ZWT), die Biobank Graz, JOANNEUM RESEARCH, Start-ups, Spin-offs, Unternehmenspartner und HTS. Forschung, klinische Praxis und industrielle Entwicklung arbeiten hier eng zusammen – Tür an Tür. Klinische Fragestellungen können direkt mit Forschungspartnern diskutiert werden, Unternehmen erhalten Zugang zu wissen-

schaftlicher Expertise und neue Ideen lassen sich rasch mit Anwendungspartnern spiegeln. Die Steirische Wirtschaftsförderung SFG übernimmt dabei eine wichtige Rolle als Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Standortentwicklung.
Von der Forschung bis zur Produktion Was die Steiermark im Bereich Biotechnologie besonders macht, ist die Fähigkeit, wissenschaftliche Exzellenz in industrielle Anwendung zu übersetzen. Denn die großen Zukunftsfragen der Medizin werden längst nicht mehr allein im Labor entschieden: Wie lassen sich neue Medikamente schneller produzieren? Wie können Therapien individueller werden? Wie gelingt biopharmazeutische Produktion nachhaltiger und resilienter?
Unternehmen wie ZETA, VTU und SMB arbeiten an den technologischen Grundlagen moderner biopharmazeutischer Produktion – von Engineering und Prozessplanung über Automatisierung bis zu komplexen Produktions- und Bioprozesssystemen. Clustermitglied GL Pharma ist der größte Medikamentenhersteller Österreichs und einer der größten Player in Europa. Auch die Forschungslandschaft setzt dort an, wo Wissenschaft Wirkung entfalten kann. Das RCPE zählt zu den international sichtbaren Forschungszentren für pharmazeutische Prozess- und Produktentwicklung, während das acib an industrieller Biotechnologie, Enzymtechnologie und modernen Bioprozessen arbeitet. Dazu kommen Biomarkerforschung von CBmed, translationale Medizin an der
Die Medical Science City in Graz: Cluster-Chefin Lejla Pock inmitten einer internationalen Besuchergruppe

ZETA steht für steirische Hightech-Kompetenz in der Biotech-Produktion.
Medizinischen Universität Graz, digitale Gesundheitsforschung und regenerative Medizin bei JOANNEUM RESEARCH sowie die Mikrobiom-Kompetenz des Instituts AllergoSan mit Omnibiotic®
Eine neue Generation spezialisierter Unternehmen ergänzt dieses Profil: Cycuria arbeitet an Krebsimmuntherapien, Innophore nutzt KI-gestützte 3D-Enzymanalysen zur Suche nach Wirkstoffen und Enzymen und SimVantage simuliert biopharmazeutische Prozesse in der Cloud, um Scale-up und Scale-down schneller und präziser zu machen.
MedTech und Digital Health
Die Medizin der Zukunft wird zunehmend unsichtbar: Sensoren erfassen Gesundheitsdaten in Echtzeit, KI unterstützt Diagnosen und Anwendungen verlagern sich vom Krankenhaus in den Alltag. An diesen Entwicklungen arbeitet das steirische MedTech-Ökosystem.
PAYER und die WILD Gruppe begleiten MedTech-Innovationen von der Entwicklung bis zur industriellen Umsetzung – von Diagnostiklösungen und optischen Systemen bis zu komplexen Medizinprodukten. ams OSRAM und Infineon liefern mikroelektronische und sensorische Technologien, die Wearables, Monitoring-Systeme und miniaturisierte Medizintechnik ermöglichen.
Mit Roche Diagnostics ist ein international führender Diagnostik-Player Teil der Cluster-Community – ein Bereich, der weltweit an Bedeutung gewinnt, weil Krankheiten früher erkannt und Therapien gezielter eingesetzt werden können. Medaia bringt KI-gestützte Hautkrebs-Früherkennung auf
das Smartphone, CNSystems entwickelt nicht-invasive Kreislaufdiagnostik und SteadySense arbeitet an kontinuierlichem Temperaturmonitoring.
Auch KI verändert die Medizin. RobotDreams entwickelt KI-basierte Lösungen für die kardiologische Diagnostik. CANCOM Austria stärkt mit digitalen Lösungen für Smart Health und Social Care sowie IT- und Datensicherheit die Basis moderner Gesundheitsversorgung. Neuroth zeigt, wie technologische Innovation und Nähe zu Patientinnen und Patienten zusammenspielen.
Formate mit Wirkung
Innovation entsteht dort, wo Menschen, Ideen und Perspektiven gezielt zusammengebracht werden. HTS sieht darin eine seiner wichtigsten Aufgaben: Trends früh erkennen, Kooperationen initiieren und Formate schaffen, aus denen Projekte und internationale Partnerschaften entstehen.
Dazu zählen die „Cluster Connections“ als zentrales Networking-Format, „Meet the Experts“ als Fach-, Förder- und Austauschformat, der „Health Tech Hub Styria“ als internationale Plattform für HealthTech und B2B-Partnering sowie der BIOTECH SUMMIT AUSTRI“. Dieser wird von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol/Health Hub Tirol organisiert und bringt Unternehmen, Forschung, Investoren und Industriepartner zusammen.
International mit Augenmaß Life Sciences waren immer international, doch geopolitische Veränderungen, fragile
Lieferketten und neue Gesundheitsstrategien verändern die globalen Spielregeln. Für viele steirische Unternehmen ist die Internationalisierung daher eine strategische Notwendigkeit. Die DACH-Region und Europa bleiben zentrale Märkte.
Gleichzeitig richtet sich der Blick auf Zukunftsmärkte. Der GCC-Raum – insbesondere Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – entwickelt sich trotz gebotener Vorsicht im Hinblick auf politische Rahmenbedingungen zu einem spannenden Umfeld für Life Sciences und HealthTech.
Messbare Dynamik
Hinter dem steirischen Life-Science-Ökosystem stehen längst nicht nur Visionen, sondern messbare Dynamik.
HTS war 2025 an 108 Veranstaltungen beteiligt und ermöglichte rund 1.500 B2BMeetings im Rahmen zentraler Formate wie dem Health Tech Hub Styria und dem BIOTECH SUMMIT AUSTRIA.
Mit einer F&E-Quote von 5,31 Prozent zählt die Steiermark zu den forschungsstärksten Regionen Europas und liegt im österreichischen Bundesländervergleich an der Spitze. Der Standort vereint exzellente Forschung, industrielle Stärke, technologische Tiefe und enge Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren des Ökosystems.
Aus Kooperation wird Innovation
Human.technology Styria macht diese Stärken sichtbar und verbindet sie zu einem leistungsfähigen Netzwerk – als agiler Cluster, Brückenbauer und international vernetzter Partner für die Life Sciences von morgen. „Die Stärke der Steiermark liegt nicht in einer einzelnen Disziplin, sondern im Zusammenspiel vieler Kompetenzen. Unsere Aufgabe als Cluster ist es, diese Kräfte so zu vernetzen, dass aus Nähe Kooperation wird – und aus Kooperation Innovation mit Wirkung“, sagt Lejla Pock.
Kontakt
Human.technology Styria GmbH Neue Stiftingtalstraße 2 Eingang B, 1. Stock 8010 Graz, Österreich office@humantechnology.at