LABORWELT Nr. 2 / 2014 – 15. Jahrgang
Analytica 2014
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21.03.2014 11:28:22 Uhr
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Intro Analytica
Analytica: Mit Sicherheit eine gute Wahl Bernd Kaltwaßer, Redaktion LABORWELT
Bei der Analytica setzen die Veranstalter von der Messe München auf eine Kombination von Tradition und Erneuerung – und offenbar geht das Konzept auf. Mit mehr als 1.100 Austellern rechnet die Messe derzeit. Damit dürfte sich die Zahl der Anmeldungen im Vergleich zur vorangegangen Veranstaltung abermals erhöht haben. Gute Voraussetzungen, um erneut mehr als 30.000 Fachbesucher aus mehr als 110 Ländern begrüßen zu können.
Sonderschau zu Arbeitsschutz Das Thema Arbeitsschutz und Laborsicherheit wird in einer eigenen Sonderschau zusammengeführt – Knalleffekte inklusive, wurde doch schon ein Experimentalvortrag zum Thema „Brände und Explosionen“ angekündigt. „Wir bieten eine spannende Mischung aus aktuellen Informationen, spektakulären Live-Demonstrationen und internationalem Experten-Know-how“, erklärt Projektleiterin Susanne Grödl. Den bisherigen Themenschwerpunkten instrumentelle
Analy tik, Diagnostik und Biotechnologie bleibt die Analytika auch bei der 24. Ausgabe treu. Die große Zahl auch internationaler Aussteller macht es den Fachbesuchern der Branche leicht, auf ihre spezifischen Fragen die richtigen Antwor ten zu bekommen. Zudem kann zumindest ein kleiner Teil der vorgestellten Apparate dann auch gleich unter Laborbedingungen in Augenschein genommen werden. Denn die 2012 eingeführten Live Labs wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Im Mittelpunkt stehen die Themen Lebensmittelanalytik, Kunststoffanalytik sowie Bio- und Genanalytik. Experten stellen beispielsweise Verfahren und Methoden vor, die zur Herkunftsanalyse von Rohstoffen eingesetzt werden. Auch das Thema Doping findet sich im Vortragsprogramm wieder. In einem Jahr mit zahlreichen Sportereignissen wird sich zeigen, welche neuen Analysemethoden die Wissenschaftler hierzu präsentieren. Im Bereich Gen-und Bioanalytik erwarten die Besucher spannende Analyseverfahren und maßgeschneiderte Lösungen – von der spezifischen Probenahme und typischen
Laborwelt Hintergrund
Die Analytica im Überblick Die Analytica in München präsentiert alle zwei Jahre Neuigkeiten aus den Bereichen instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie. Analytica Messetermin: Ort: Öffnungszeiten: Eintrittspreise: www.analytica.de
Dienstag, 1. April, bis Freitag, 4. April 2014 Messe München, Eingang West, Hallen A1, A2, A3, B1, B2 Dienstag bis Donnerstag 9.00 bis 18.00 Uhr, Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr Tageskarte ab 27 Euro (online)
Analytica Conference: Konferenztermin: Dienstag, 1. April bis Donnerstag, 3. April 2014. Ort: Internationales Congress Center, Messe München, Eingang West Die Teilnahme an der Analytica Conference ist im Eintrittspreis zur Analytica enthalten. www.analytica.de/conference LABORWELT
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© Messe München GmbH
In den ersten Apriltagen lockt die Messe Analytica wieder Fachbesucher aus aller Welt in die bayerische Landeshauptstadt München. Im Zweijahrestakt stellen Dienstleister, Hersteller und Entwickler ihre neuen Ideen in Sachen instrumentelle Analytik, Diagnostik und Biotechnologie vor. Neu hinzugekommen ist eine Sonderausstellung zum Thema Laborsicherheit und Arbeitsschutz. Bereits auf der vorangegangenen Messe hatten sich die Live Labs als Publikumsmagneten bewährt. Sie soll es auch in diesem Jahr wieder geben.
Auch in diesem Jahr sind Biotechnologie, Lebenswissenschaften und Diagnostik Schwerpunktthemen der Analytica. Spurenanaly tik über ausgewählte Kopplungstechniken bis hin zu Verfahren für das Auswerten und Archivieren der Tests. Die Analytica informiert aber nicht nur über neue Analysenverfahren, sondern bildet die gesamte Prozesskette ab – dazu gehört für Biotechnologen beispielsweise auch die Zellkultivierung oder die fermentative Produktion von Substanzen.
Konferenzprogramm ausgebaut Das diesjährige Programm der Analy tica Conference folgt thematisch den Schwerpunkten der Messe. „Den Organisatoren vom Forum Analytik ist es erneut gelungen, ein interessantes Programm auf hohem Niveau auf die Beine zu stellen. Die Konferenz deckt die gesamte Brandbreite der Analytik ab“, so Grödel. So stehen Neuentwicklungen in der Chromatographie und Spektroskopie ebenso auf dem Programm wie moderne Imaging-Techniken und Sessions zur Lebensmittelanalytik. Themenblöcke wie Proteomics, Lipidomics und Metabolomics richten sich speziell an Bioanalytiker. Im Bereich Lebensmittel- und Wasseranalytik wird ein Vortrag beispielsweise das Thema „The new Challenge in Water Analysis: Metabolites, Transformation Products and Non-Target Analysis“ behandeln. Zum Schwerpunktthema Bio- und Genanalytik referieren Experten unter anderem über „Metallomics“ und „Clinical Proteomics“. Erstmals findet die Analytica Conference im ICM – Internationales Congress Center München statt, direkt neben den Messehallen. 15. Jahrgang | Nr. 2/2014 | III
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Herausforderungen in der Drug-Discovery-Analytik The European Networking Event for Personalized Medicine November 25th – 26th, 2014 Hilton Munich Park Hotel
Michael Rasche, Ayoxxa Biosystems GmbH, Köln; Hendrik Wünsche, Pall Life Sciences, Dreieich; Oliver Rinner, PhD, Biognosys AG, Schlieren, Schweiz Bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe ist eine sensible Analytik eine der größten Herausforderungen. Sowohl die meist nur in limitiertem Maße zur Verfügung stehende Probenmenge als auch ihre Komplexität verlangen in der Regel nach ausgeklügelten Untersuchungsmethoden. Am Ende ist die Auswahl geeigneter Techniken jedoch immer eine Einzelfallentscheidung, die sich an der zu untersuchenden Fragestellung orientieren muss.
Michael Rasche
Corporate Vice President Global Commercial Operations der Ayoxxa Biosystems GmbH
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© Ayoxxa
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LABORWELT Wie lassen sich auch sehr geringe Probenmengen umfassend analysieren? Rasche Die Entwicklung und Analyse von Biomarkern spielt eine immer wichtigere Rolle im gesamten Drug Discovery Prozess. Die immer engere Verzahnung von Diagnostik und Therapie sowie die Notwendigkeit der Stratifizierung von Patienten mittels spezifischer Biomarkersignaturen (companion diagnostics oder personalised medicine) sind integraler Bestandteil in der Zulassung neuer Medikamente . Eine große Herausforderung im Bereich der Protein-Biomarker-Analytik liegt in der simultanen Quantifizierung mehrerer relevanter Biomarker im verfügbaren Probenvolumen. Anzeige
Mit Hilfe gängiger Einzelnachweisverfahren, wie zum Beispiel ELISA, ist daher die Analyse auf wenige Parameter begrenzt. Für ein optimales Design der Experimente, bedarf es also einer Analyse-Plattform, mit der möglichst viele Biomarker gleichzeitig (im sogenannten Multiplex) in einem möglichst geringen www.m4.de/mbc
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Probenvolumen analysiert werden können. Optimalerweise sollte eine solche Plattform über den gesamten Entwicklungsprozess von der Target-Identifizierung und -Validierung bis hin zu der klinischen Anwendung verwendet werden können. Ayoxxa Biosystems (www. ayoxxa.com) entwickelt derzeit eine völlig neuartige Multiplex-Protein-Analyse-Methode, die diese Herausforderung adressiert. Die Technologie realisiert erstmalig die simultane Quantifizierung vieler Proteine aus einem Probenvolumen von nur wenigen Mikrolitern. Die Analyse dieses Multiplexassays erfolgt mit Hilfe eines gängigen Fluoreszenz-Mikroskops und einer entsprechenden Software.
Hendrik Wünsche Field Applications Specialist bei Pall Life Sciences © Pall
4th Munich Biomarker Conference
LABORWELT Wie lassen sich geeignete Produktkandidaten schnell auswählen? Wünsche Die Suche nach dem nächsten Blockbuster gleicht der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Das Drug Discovery steht vor der immensen Herausforderung, mittels schneller High-Throughput-Screenings Daten zu generieren, die eine fundierte Auswahl potentieller Wirkstoffkandidaten (Small Molecules, Proteine) zur näheren Betrachtung und Weiterverarbeitung im Drug Development erlauben. Die BioLayer-Interferometrie (BLI), die in einer Vielzahl pharmazeutischer Prozesse zunehmend häufiger zum Einsatz kommt, ermöglicht durch parallelen Einsatz der BLIBiosensoren eine extrem schnelle Analyse biomolekularer Affinitäten, Bindungskinetiken LABORWELT
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und Konzentrationen. Pall ForteBio Octet® Systeme für die labelfreie High-Throughput Analytik, die durch das manuelle BLItzTM System ergänzt werden, können im Drug Discovery (und Drug Development) für verschiedene Anwendungen eingesetzt werden. Ein Beispiel ist die schnelle Aufnahme klassischer Assoziations-Dissoziations-Kurven für ein erstes Ranking während diverser Screeningprojekte, aus denen sich Assoziationsraten/ Dissoziationsraten (On/Off-Raten, ka, kd) sowie Affinitätskonstanten (KD) ohne Einsatz von Detektionsagentien in Echtzeit bestimmen lassen. Andere Anwendungen finden sich in den Bereichen des Affinitätsrankings, der Affinitätsreifung, des Epitop Binning/Mapping oder des Hybridoma-Screenings. Das einfache Dip and ReadTM Biosensor-Format ist in der Regel mit nicht aufbereiteten Proben kompatibel. Somit ist eine High-Throughput-Analyse selbst aus komplexen Matrizes wie Zellkulturüberständen und Lysaten mit minimalem Aufwand möglich. In der weiteren Wirkstoffentwicklung lassen sich zudem Produktkonzentrationen aus komplexen Proben über einen breiten dynamischen Bereich präzise bestimmen. Mit einem Octet High-Throughput-System können 96 Proben in nur zwei Minuten untersucht werden.
Oliver Rinner
© Biognosys
Chief Executive Officer der Biognosys AG
© Vall_d‘Hebron_Research Institute (VHIR)/flickr.com/cc-by-nd 3.0
LABORWELT Ist es möglich, die Präzision klassischer Analysemethoden auch mit modernen -omicsTechnologien zu erreichen?
Rinner Die meisten Medikamente interagieren direkt mit Proteinen, ihren „drug targets”. Daneben beeinflussen Medikamente aber auch andere Proteine, sei es weil Rezeptoren Signalkaskaden aktivieren, die wiederum zu Phosphorylierungen oder Expressionsänderungen führen oder weil Medikamente nicht hunder tprozentig spezif isch sind und unbeabsichtig t andere Rezeptoren aktivieren. Für ein besseres Verständnis des Mechanismus von Medikamenten (mode of action) ist es daher unerlässlich, dass potentiell involvierte Proteine, oder idealerweise komplette Proteome (die Gesamtheit aller messbaren Proteine) quantifiziert werden können. Die klassischen Methoden der Proteinanalytik sind diesbezüglich jedoch limitiert: Antikörper-basierte Tests messen nur einzelne Proteine (zum Beispiel ELISA Tests); alternative massenspektrometrische Techniken können mit der „Shotgun Proteomics“ zwar tausende Proteine gleichzeitig messen, die Reproduzierbarkeit und Genauigkeit war bisher jedoch zu niedrig für viele Anwendungen. In den vergangenen Jahren wurde eine neue Variante der Proteomics – Targeted Proteomics – entwickelt, die verspricht, die Genauigkeit von klassischen Assays mit dem high-content Potential der Shotgun-Proteomics zu kombinieren. Targeted Proteomics Assays sind virtuell, das heißt sie definieren die Extraktion von Daten aus massenspektrometrischen Messungen und können sehr schnell entwickelt werden, weil keine spezifischen Reagenzien produziert werden müssen.Nature Methods, eines der renommiertesten Life-Sciences-Journale hat diese Technologie als Methode des Jahres 2012 gekürt. In vieler Hinsicht verspricht Targeted Proteomics, das proteomische Pendant zu Next-Generation Sequencing zu werden, mit der faszinierenden Möglichkeit, drug-responses auf funktionaler – das heißt auf Proteinebene – zu messen.
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21.03.2014 12:56:38 Uhr
Analytica Einwegsysteme
Forschung und Produktion setzen auf Einwegsysteme LABORWELT Herr Professor Eibl, Sie arbeiten auch als Berater für die Industrie. Wie verbreitet sind dort Einwegsysteme? Eibl Inzwischen sind zahlreiche Einwegsysteme, nicht nur Bioreaktoren, in der pharmazeutischen Industrie im Einsatz. Während man vor zehn Jahren noch skeptisch war, vor fünf Jahren die große Euphorie ausbrach, sind die Systeme heute bei der Produktion im kleinen und mittleren Maßstab, aber auch im Forschungsbereich nicht mehr wegzudenken. Sie treffen die Systeme überall dort an, wo besonders hochpreisige Produkte hergestellt werden, oder wo es darum geht, das Produkt schnell zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Neben therapeutischen Proteinen werden künftig auch Zelltherapeutika ein großes Einsatzgebiet sein. LABORWELT Warum konnte sich die Technik bisher nicht bei der mikrobiellen Produktion durchsetzen? Eibl Die heutigen Systeme wurden schwerpunktmäßig für die Zellkultur konzipiert. Konstruktionsbedingt ist nur ein geringer Leistungseintrag möglich. Ich kann also beispielsweise mit einem Rührer nicht sehr viel Energie einbringen: Zwar genug für die Zellkultur mit tierischen oder pflanzlichen Zellen, es reicht aber nicht aus für die Hochzelldichte-Produktion mit Mikroorganismen. Die meisten Hersteller forschen in diesem Bereich. Es sind aber nur ganz wenige Produkte auf dem Markt, die einerseits einen so hohen Leistungseintrag garantieren, dass genügend Sauerstoff in das System gelangt, und auf der anderen Seite ausreichend Wärme abgeführt werden kann, die bei der Oxidation von Sauerstoff durch Mikroorganismen frei wird. Außerdem sind Single-Use-Systeme relativ kostenintensiv. Ihr Einsatz rechnet sich derzeit nur bei hochpreisigen Produkten und wenn andere Aspekte eine große Rolle spielen: zum Beispiel ethische oder hygienetechnische Erwägungen sowie das Vermeiden von Kreuzkontaminationen. LABORWELT: Lassen sich Mehrwegsysteme ganz ersetzen? Kommt die vollständige Einweg-Fabrik? VI | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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Eibl Single-Use ist auch eine Philosophiefrage. Bestehende Stahlreaktoren können – wenn das Kesselmaterial gut ausgewählt wurde – 20 bis 30 Jahre halten. Es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, dass in der Massenproduktion zwingend Single-Use-Systeme eingeführt werden. In Südkorea und China gibt es bereits die ersten Single-Use-Produktionsstätten. Unter anderem Sartorius Stedim und GE Life Sciences haben sich dort stark engagiert. Auf der Anwenderseite ist in Deutschland Rentschler Biotechnologie einer der Vorreiter. Schwerpunktmäßig kommen heute aber hybride Lösungen zum Einsatz, bei denen klassische Stahlanlagen mit Einwegsystemen kombiniert werden. Die Vorstellung eines völlig automatisierten Fertigungsmoduls, bei dem am Anfang Zellen und Medium hineingegeben werden und am Ende das Produkt herauskommt, ist aber noch Zukunftsmusik. LABORWELT: Stoffe, die sich während der Produktion aus den Einwegmaterialien lösen können, Leachables und Extractables, sind problematisch. Wie geht man mit ihnen um? Eibl Die Zulassungsbehörden machen es sich in diesem Bereich einfach. Vorgabe der FDA ist zum Beispiel, dass der Hersteller den Nachweis erbringt, dass mit seinem Produkt keine Gefährdung auftritt. Dementsprechend haben die Anwender von Single-Use Systemen Risikoabschätzungen und bei Bedarf eine Leachablesoder Extractables-Studie anzufertigen. Problematisch ist, dass sich nicht jeder Filmhersteller, dessen Produkt später bei Einwegsystemen genutzt wird, vollständig in die Karten schauen lässt. Gerade wenn es darum geht, die mehrlagigen Kunststofffilme miteinander zu verbinden, sind viele darauf bedacht, ihr Know-how zu schützen. Hinzukommt, dass das Kunststoffmaterial altert: Bags, die schon längere Zeit gelagert wurden, haben andere Eigenschaften als solche, die gerade erst hergestellt wurden. Die große Bandbreite an Substanzen, mit denen solche Bags befüllt werden, und die verschiedenen Bedingungen unter denen dann produziert und gelagert wird, machen genaue Vorhersagen zu Leachabels und Extractables schwierig. Hier ist leider jeder Anwendungsfall zu prüfen.
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Nicht nur bei der Produktion von Biopharmazeutika, auch bei Forschungsprojekten verlassen sich die Verantwortlichen immer häufiger auf Einwegsysteme. LABORWELT sprach mit Dieter Eibl von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften über die größten Herausforderungen und die jüngsten Trends der Branche.
Prof. Dr. Dieter Eibl
ist Dozent für Bioverfahrenstechnik und Leiter der Fachstelle Bioverfahrenstechnik und Zellkulturtechnik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sein Arbeitsschwerpunkt ist das Scale-up und Scale-down von Prozessen zur Produktion von Biomasse und Wirkstoffen für die Pharma- und Kosmetiksowie Lebensmittelindustrie. Der Fokus liegt auf dem Upstreaming und dem Bioreaktor sowie dessen Qualifizierung. Der promovierte Ingenieur bietet regelmäßig Kurse unter anderem zum Thema SingleUse-Technologien für Einsteiger sowie Fortgeschrittene aus der Industrie an und ist wesentlich am Aufbau des Netzwerks „Single-use Technologie“ beteiligt.
LABORWELT: Das Problem trifft ja nicht nur die BiotechIndustrie, sondern auch andere Hersteller … Eibl Im Verhältnis zur Lebensmittelindustrie ist der Biopharma-Markt sehr klein, aber exponiert. Nicht jeder Kunststoffproduzent ist in der Lage, auf die besonderen Anforderungen der Hersteller von Single-Use-Systemen einzugehen, dafür sind die Abnahmemengen viel zu klein und die Anforderungen zu hoch. Trotzdem ist der Biopharma-Markt sicherlich das am stärksten überwachte Marktsegment. Die pharmazeutische Industrie muss diese Frage angehen, weil ihre Produkte durch die Gesundheitsbehörden zugelassen werden müssen. Hier ist vieles im Fluss. Gerade hat die Dechema zum Beispiel eine Empfehlung herausgegeben, wie solche Einweg-Bags auf Leachables und Extractables getestet werden sollen. Die Problematik der Leachables oder Extractables betrifft natürlich auch den Lebensmittel- sowie Kosmetikmarkt – und wenn sie zum Beispiel an die Transfusionsmedizin denken auch den Medizinalbereich. Hier wird sie bisher aber nicht so kritisch hinterfragt wie bei der Herstellung biopharmazeutischer Produkte. LABORWELT
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Analytica Gentherapie
Neue Ideen für die nicht-virale Transfektion
A
Susanne Simon, Fördergesellschaft IZB mbH In den vergangenen Jahren gab es große Fortschritte im Bereich der Gentherapie. Mit der Arznei Glybera wurde im November 2012 eine erste Gentherapie in Europa zugelassen. Das Mittel schleust mit Hilfe des adeno-assoziierten Virus Serotyp 1 (AAV1) als viralem Vektor eine funktionale Kopie des Moleküls Lipoprotein-Lipase in die Zelle. Damit wird die Ursache für das seltene Leiden LipoproteinLipase-Defizienz (LPLD) behoben. Ein Problem vieler bisher in der Entwicklung befindlicher Gentherapien: Sie sind auf die viralen Vektoren als Genfähren angewiesen. Gerade diese Komponente wird aber von Medizinern zunehmend kritisch beäugt. Die Biotech-Firma Biontex Laboratories GmbH in Martinsried arbeitet daher an einem nicht-viralen Transfektionssystem. Das K2 Transfection System des im Innovations- und Gründerzentrum (IZB) angesiedelten Unternehmens könnte den Zugriff auf den Steuerungsapparat der Zelle ermöglichen, ohne dass virale Vektoren eingesetzt werden. Das Einschleusen von Nukleinsäuren in die Zelle, die Transfektion, ist einer der wichtigsten Schritte bei der Gentherapie. Krankheiten, die durch Mutationen im Erbgut der Zelle verursacht werden, könnten sich so auf elegante Weise heilen lassen, hoffen die Mediziner. Das defekte Gen wird einfach durch eine funktionale Kopie ersetzt. Dass dieser Ansatz prinzipiell funktioniert, beweist die Zulassung von Glybera. Aber nicht nur bei LPLD, sondern auch bei zahlreichen anderen – meist seltenen – genetisch bedingten Leiden könnte sich so eine neue Therapieoption ergeben.
Biontex bringt mit neuen Ideen die Transfektionstechnologie voran
© Dominik Gierke
Das im IZB ansässige Unternehmen Biontex beschäftigt sich mit sogenannten nicht-viralen Transfektionssystemen. Klassische Systeme, die sich von Viren ableiten, sind zwar heute noch
leistungsfähiger, haben aber viele Nachteile. Sie sind umständlich herzustellen und erfordern im Umgang aufwendige Sicherheitsmaßnahmen. In der Gentherapie verursachen sie viele Probleme durch ihre Immunogenität und das Risiko Krebs auszulösen. Nicht-virale Systeme werden daher als mögliche Alternative angesehen. Allerdings muss sich dazu deren Leistungsfähigkeit deutlich steigern. „Wir haben das angeborene Immunsystem als eine Ursache dafür identifiziert, warum nicht-virale Systeme den viralen Systemen so weit unterlegen sind“, berichtet Dr. Roland Klösel, Geschäftsführer von Biontex. Durch die Blockierung des angeborenen Immunsystems an geeigneter Stelle konnte sein Unternehmen zeigen, dass sich die Proteinausbeuten bei einer Transfektion deutlich steigern lassen. Daraus wurde das neue K2 Transfection System entwickelt. Welche Vorteile ergeben sich nun aus dieser neuen Richtung? „Wir glauben, dass wir
Roland Klösel von der Biontex Laboratories GmbH entwickelt neuartige Transfektionssysteme. VIII | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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B
A) Mit K2 Transfection System transfizierte Hela-Zellen (GFP); B) mit L2k (weitverbreitetes Transfektionsreagenz) transfizierte Hela-Zellen (GFP) mit dieser Entwicklung erst am Anfang stehen. Das angeborene Immunsystem ist sehr komplex und zum Teil redundant aufgebaut. Wir arbeiten daran, virale Systeme mitsamt deren Nachteilen durch nicht-virale Systeme ersetzen zu können“, so Klösel. Die Erwartungen an die neue Technologie sind hoch. Schließlich handelt es sich bei der Transfektion um eine hochinteressante Schlüsseltechnologie – nicht zuletzt weil sie den Zugriff auf den Steuerungsapparat der Zelle ermöglicht. Daher wird vor allem in der Grundlagenforschung, also an den Universitäten, sehr intensiv an der Transfektionstechnologie geforscht. „An unseren Verkäufen und Kontakten, die in praktisch aller Herren Länder gehen, sieht man, dass es Anwender auf der ganzen Welt gibt“, so Klösel über die internationale Zusammenarbeit. In den vergangenen Jahren gab es trotz des großen Forschungsaufwands jedoch nur wenige Forschritte auf dem Gebiet. Etliche Zusammenhänge sind noch unklar. „Es gibt viele Forscher, die mit den bestehenden Transfektionslösungen noch unzufrieden sind“, berichtet Klösel. Wer die vorliegenden Probleme lösen kann oder zumindest die Situation verbessert, dürfte also gute Marktchancen haben. Biontex hat sich zum Ziel gesetzt, die Ausprägung des angeborenen Immunsystems für verschiedenste Zelltypen zu studieren, um für möglichst jeden Zelltyp ein passendes Transfektionssystem mit hoher Leistungsfähigkeit entwickeln und anbieten zu können. LABORWELT
19.03.2014 16:32:22 Uhr
Analytica Advertorial
››› BIOBANK
der Blutspender
Standardisierte Referenzpanels von Plasmaproben gesunder Spender Diagnostische Tests erlauben die Früherkennung und die Bestätigung einer Erkrankung oder geben Aufschluss über den Erfolg einer Therapie. Für ihre Entwicklung werden biologische Proben von Patienten benötigt, die mit Proben gesunder Menschen verglichen werden können. Entwickler in Hochschulen und Industrie haben meist Zugang zu Patientenproben aus dem klinischen Alltag, häufig fehlen jedoch passende Kontrollen aus der gesunden Bevölkerung. Mit den Plasma Reference Panels (PlasmaRef Panels) der Biobank der Blutspender kann diese Lücke geschlossen werden. Die Biobank unterstützt seit ihrer Gründung 2006 die Entwicklung diagnostischer Tests in zahlreichen Partnerschaften. Getragen wird diese Initiative von repräsentativen Spendern aus der bayerischen Bevölkerung, die Plasmaproben für die medizinische Forschung freigeben und so die Entwicklung neuer Testverfahren unterstützen. Die Selektion der Spender und die Prozessierung der Proben finden streng kontrolliert unter GMP-Bedingungen statt. Die Biobank selbst ist ISO 9001 zertifiziert. So wird eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet – eine wesentliche Voraussetzung für klinische Entwicklungen.
Unmittelbar nach der Blutabnahme werden die Referenzproben prozessiert, bei 4 °C zwischengelagert, aliquotiert und anschließend bei -80 °C kältegelagert. So bleibt der physiologische Zustand der Proben weitgehend erhalten.
Die Proben sind für verschiedene Anwendungen vorkonfektioniert (PlasmaRef Panel) Neben einem Bevölkerungsquerschnitt stehen auch alters- und geschlechtsspezifische Referenzpanels zur Verfügung. Die Proben sind mit demografischen Daten der Spender (Altersgruppe, Geschlecht) versehen. Für spezielle Fragestellungen können
Panels auch maßgeschneidert oder relevante Daten (zum Beispiel BMI, Raucherstatus) erhoben werden. Neben den PlasmaRef Panels verfügt die Biobank auch über historische Proben von Spendern, die an einer schwerwiegenden Krankheit leiden. Entwickler von Tests in den Bereichen Onkologie, koronare Herzkrankheit oder Diabetes können sich mit ihren Fragestellungen an die Biobank wenden. Projektspezifisch werden Plasmaproben erkrankter Spender mit den demografisch passenden Proben gesunder Spender komplettiert.
Die Plasma Ref Panels der Biobank werden im Rahmen der Analytica 2014 am Bayern Innovativ Cluster Biotechnology Bavaria Gemeinschaftsstand in Halle A3, Stand 317 vorgestellt. Informationen über die Biobank erhalten Sie auf der Biobank-Website www.biobank.de.
© Biobank der Blutspender
Kontakt
Vorkonfektionierte Plasmaproben gesunder Spender: PlasmaRef Panel LABORWELT
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Biobank der Blutspender Herzog-Heinrich-Str. 2 80336 München Frau Dr. Silke Martin Tel: +49 89-5399-4500 Fax: +49 89-5399-4505 s.martin@blutspendedienst.com www.biobank.de 15. Jahrgang | Nr. 2/2014 | IX
20.03.2014 15:33:00 Uhr
Analytica QBD & PAT Forum
Steiler Pfad zur berechenbaren Qualität Thomas Gabrielczyk, Redaktion LABORWELT Zehn Jahre ist es her, seit die US-Zulassungsbehörde FDA Ernst machte mit dem Leitspruch „Der Prozess ist das Produkt“ und die Quality by Design (QbD)- sowie Process Analytical Technology (PAT)-Initiativen für Biopharmazeutika startete. Ziel dabei: Durch ein vertieftes Verständnis der für die Wirkung und Sicherheit eines biologischen Wirkstoffes kritischen Qualitätseigenschaften (critical quality attributes, CQA) und Prozessparameter (critical process parameters, CPP) den Herstellungsprozess von vornherein so auszulegen, dass die erwartete Produktqualität garantiert werden kann. Ende vorigen Jahres erfüllte sich erstmals das Versprechen: Roches glykooptimierter Antikörper Obinutuzumab (Gazyva) wurde als erstes voll nach QbD-Prinzipien entwickeltes Biologikum von der FDA zugelassen. Die Kontrolle von mehr als 30 qualitätskritischen Parametern während des Herstellungsprozesses verspricht eine Produktion in gleichbleibender Qualität, also weniger Produktionsausfälle, einfachere Produkttransfer und damit mehr Profit. Doch Gazyva ist nur die Spitze des Eisberges, wie sich auf einer Tagung bei Sartorius in Göttingen zeigte. Mitte Februar berichteten internationale Experten auf dem ersten QbD & PAT Forum über den aktuellen Stand der Umsetzung des neuen Paradigmas, das den Bioprozessmarkt künftig prägen wird. „An der Zahl der Zulassungsanträge in den letzten drei Jahren lässt sich ablesen, dass immer mehr Unternehmen zumindest QbD-Elemente in ihre Arzneimittelentwicklung einbinden“, unterstrich Jose Menezes, Gründer des portugiesischen QbD-Dienstleisters 4tune Engineering, auf der Tagung. Der bei niedermolekularen Wirkstoffen durch spektroskopische Verfahren etablierten direkten Überwachung der Produktqualität steht eine ungleich komplexere Situation bei Biologika und Biosimilars gegenüber: Kleinste Veränderungen der Produktionsbedingungen können zu dramatischen Abweichungen vom angestrebten Produktprofil (target product
profile, TPP) führen. Zudem stehen nur indirekte Messverfahren zur Verfügung, um die CQAs und CPPs zu identifizieren. Kein Wunder also, dass Menezes auch sagt: „Wir sammeln noch nicht genügend Daten, um wirklich gute Vorhersagen zu erhalten. Es ist ein wenig, wie die Grammatik einer Sprache zu lernen, die man nicht versteht.“ Entsprechend gespalten reagiert die Branche auf die Herausforderung. „Die großen Player in Biotech sind sehr wohl dabei, QbD zu implementieren“, weiß Rolf Schäfer, Leiter der Entwicklung der QbD-konformen Produktion von Gazyva im bayerischen Penzberg. „Kleinere Unternehmen und CMOs tun sich wohl auch
wegen der erforderlichen Anfangsinvestitionen noch schwer.“ Gleichwohl sind sich alle klar, dass sich das Investment langfristig lohnt. Denn „Haupttreiber für die Implementierung von PAT und QbD in der biopharmazeutischen Industrie sind wirtschaftliche Aspekte“, so Mario Becker, Direktor PAT & Automation bei Sartorius, „insbesondere die Optimierung von Prozessen im Hinblick auf höhere Ausbeuten und Titer, aber auch hinsichtlich Prozessentwicklungszeiten und der damit verbundenen F&E-Kosten.“
Druck auf Unternehmen War die Bestimmung eines Qualitätsrisikoprofils, das ermittelt, in welchem Rahmen die Herstellungs- und Aufreinigungsbedingungen schwanken dürfen, ohne die kritischen Qualitätsattribute zu beeinträchtigen, bisher freiwillig, ändert sich dies aktuell. Die US- und EU-Zulassungsbehörden wollen künftig das durch QbD verbesserte Prozessverständnis im Zulassungsantrag dokumentiert sehen. „Die Agenturen zwingen die Unternehmen zur Implementierung von QbD“, hieß es am Rande der Tagung gegenüber |transkript. Damit steigt der Druck auf die Unternehmen, die Faktoren zu identifizieren, die sich auf die CQAs auswirken, und diese permanent zu überwachen. Andererseits befänden sich aber auch die Regulatoren noch in einer „steilen Lernkurve“, wie viel QbD in der Praxis geht und wie viel nicht. Schon allein das vorhandene Wissen über ein Biotherapeutikum zu nutzen, um dessen Produktprofil (target product profile, TPP) und CQAs festzulegen, ist dabei eine Herausforderung, weiß Andreas Schneider, International Business Leader bei Roche Custom Biotech im Schweizer Rothkreuz. Ohne nahtlosen Zugriff
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MEDICAL
© Sartorius
robotic tips Sieht die Zukunft der QbD-Tools in integrierten Prozesslösungen anstelle in einzelnen PAT-Sensoren: Mario Becker, Director PAT&Automation, Sartorius Stedim Biotech. auf alle Daten, die Einfluss auf die CQAs nehmen, sowie deren Integration sei es schwierig, die von den Zulassungsbehörden geforderten quantitativen Cut-off-Werte, die für das Risikoprofil des Produkts kritisch seien, zu definieren und begründen. Schneider berichtete auf der Tagung, dass vor drei Jahren eine Gruppe in Penzberg im Zuge von Roches 158 Mio. Euro-Investitionsprogramm TP Expand damit begonnen habe, das Datenmanagementsystem DAMAS zu etablieren.„Unser Ziel ist es, ständigen Zugriff auf mehr als 200 Analysengeräte und Sensoren zu ermöglichen, um die Informationen aus über 700.000 Proben jährlich zu gewinnen, zu verarbeiten und zu dokumentieren“, so Schneider. Die Integration der Daten aus den Roche-Analysern gelingt durch das „Smart Line Data Cockpit“, das als Schnittstelle für die Messwerte fungiert und diese in ein Labor-Informationsmanagement-System (LIMS) einspeist. Die Lösung, die sowohl Entwicklung als auch Zulassung signifikant beschleunigen soll, ist bereits voll in die Prozessentwicklung am bayerischen Standort eingebunden und wird laut Schneider „derzeit in der Produktion ausgerollt“. Auch die große Bedeutung der zeitnahen (realtime) Analytik von Bioprozessen sowohl in der Entwicklung als auch der Produktion war Thema der Tagung. Eine solche PAT (Process Analytical Technology)-Lösung bietet Bayer Technology Services gemeinsam mit Schneiders Team und weiteren Partnern an. Dabei wird eine automatisierte Bioprozessanalytik mit Schneiders Software-Lösung und Process Control (Prozesssteuerung) integriert. Laut Jens Tränkle, Leiter PAT-Biotechnology bei Bayer ermöglicht das bereits seit 2008 vermarktete, automatisierte Probennahmesystem BaychroMAT dabei die kontaminationsfreie Beprobung und Steuerung der Analytikaufgaben. Eine nachgeschaltete Analytikplattform, die nach Kundenbedürfnissen gestaltet werden kann, ermöglicht die OnlineBestimmung kritischer Prozessparameter. Auch Sartorius setzt auf integrierte Lösungen.„Wir sehen PAT als einen Hauptdifferenzierungsfaktor zu unseren Wettbewerbern. Unser Fokus liegt auf intelligenten Prozesslösungen, basierend auf abgestimmter Prozessanalytik und Chemometrie-Software, vollintegriert in automatisierte Unit Operations“, so Becker. Wichtig dabei: die
ambr-Mikrobioreaktoren der erst unlängst akquirierten TAP-Biosystems für die Prozessund Medienentwicklung. Die automatisierten multiparallelen Systeme stellen hocheffiziente Scale-Down-Modelle zur Prozessentwicklung dar, so Becker, und bieten vollintegrierte Chemometrielösungen für Design of Experiments (DoE) und Multivariate Datenanalyse (MVDA), sowie eine übergangslose Skalierbarkeit zu Single-use und Edelstahlbioreaktoren im Pilot-Maßstab.
QbD – Chance für Spezialisten Was durch den Einsatz von QbD und PAT allein in der Medienentwicklung möglich ist, zeigten zwei auf der Tagung vorgestellte Beispiele: Petter Mörrée, globaler Chef für Online-Produkte des schwedischen Analysesoftware-Anbieters für multivariate Datenanalyse (MVDA) Umetrics AB, berichtete, dass die Schweizer Lonza AG durch Echtzeit-MVDA die Ausbeute eines Biologikums um 75% und den Durchsatz um das Dreifache gesteigert hätte. Gleich um das Sechsfache hatte die chinesische Hisun Pharmaceuticals den Titer bei der Produktion ihres ersten biosimilaren Antikörpers verbessern können, allerdings auf Kosten der Sialylierung und damit der Antikörper-Ausbeute. Mit Hilfe der SIMCA-Software der Schweden konnten sie zwei Medienkomponenten identifizieren, die kritisch für die Sialysierung sind.„Unsere Hoffnung für die Zukunft ist, durch Implementierung von QbD den Prozess bei der zweiten Generation von Biosimilar-Antikörpern so gut zu modellieren, dass nur noch Phase I-Studien zur Zulassung benötigt werden, so Hisun-Zellkulturchef Fai Poon am Rande der Tagung.„Fallen die Phase IIIStudien weg, bedeutet dies einen signifikanten Kostenvorteil, trotz der höheren vorklinischen Entwicklungskosten für Biosimilars.“ Auch Menezes schätzt die Marktchancen für QbD-Spezialisten hoch ein, besonders für Firmen, die die spezielle Kombination an Knowhow anbieten, die für QbD und PAT erforderlich ist. „Von den 50 Mrd. US-$, die Firmen jährlich durch Produktionsausfälle verlieren, können 20% bis 30% durch QbD aufgefangen werden. Das ist ein Business Case für Dienstleister mit entsprechendem Know-how.“
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Serie Labormarkt im Umbruch (19)
Hamilton Bonaduz: Der Vormarsch der Berggeister Milliardenschwere Übernahmen sind gang und gäbe im Labormarkt. Grund genug, in dieser LABORWELT-Serie einen Blick auf die wichtigsten Akteure, ihre Strategien und Deals zu werfen. Die US-Firma Hamilton hat seit 1966 einen Ableger in der schweizerischen Bergwelt. Damals wurde dem Firmengründer Clark Hamilton im 3.000-Seelen-Örtchen Bonaduz eine ehemalige militärische Truppenunterkunft als Grundlage für seinen Europastandort angeboten. Hamilton schlug ein und heute beschäftigt der Standort mehr als die Hälfte der Belegschaft Unternehmens. Zuweilen wird Bonaduz auch als heimlicher Hauptsitz von Hamilton apostrophiert. Der Aufschwung wird vor allem durch das Geschäft mit Robotern für den Life-Sciences-Bereich befeuert. Mittlerweile kommen Lösungen für die Automation von Laboraufgaben nicht nur in Pharmafirmen zum Einsatz, sondern auch im akademischen Umfeld. Obwohl die Firma in der Vergangenheit vor allem organisch gewachsen ist, scheut sie gezielten Zukäufe nicht. Erst im Januar stärkte Hamilton seine Sensorsparte mit dem Kauf kapazitiver Biotech-Sensoren von der französischen Firma Fogale. vor allem der Schweizer Standort, der relativ eigenständig auftritt. Die Hamilton-Familie soll hier im Gegensatz zu ihren US-Firmen nur begrenzt operativ aktiv sein, heißt es. Aus der Ex-Truppenunterkunft wurde ein weitläufiges Firmengelände. Kaum ein Jahr, in dem keine Erweiterung ins Haus stand. Mittlerweile arbeiten in dem Örtchen am Rhein knapp 850 Mitarbeiter. Um dem wachsenden Platzbedarf gerecht zu werden, plant die Firma 2014 einen weiteren Neubau in Bonaduz. Andererseits wird aber auch in Rumänien expandiert. Dort ist bis 2015 der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Billigprodukte geplant.
Zuwachs für die Sensorsparte Die Hamilton-Gruppe konzentriert sich auf vier Hauptgeschäftsfelder: Der mit Abstand größte Zweig ist die durch Hamilton Robotics bediente Laborautomation. Hamilton Medical kann dem Wirtschaftsbereich Medizintechnik zugerechnet werden, Hamilton Lab & Sensors © Hamilton Bonaduz
XIV | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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Umsatz: unbekannt Gewinn (EBITDA): unbekannt Mitarbeiter: 1.500 (geschätzt) CEO und Verwaltungsratspräsident: Steve Hamilton Hamilton Bonaduz AG Umsatz: 320 Mio. CHF / 263 Mio. Euro (2009, geschätzt) Umsatzrendite (vor Zins- & Steuerabzug): 26% (2009) Mitarbeiter: 850 (2013, geschätzt) CEO: Andreas Wieland
Dr. Martin Laqua, Redaktion LABORWELT
Ende November 2013 vermeldete die Hamilton Bonaduz AG einen Rekordumsatz für das abgeschlossene Geschäftsjahr. Die im bündnerischen Bonaduz sesshafte Firma ist Teil der Hamilton-Gruppe. Diese ist mit 1.500 Mitarbeitern und 40 Niederlassungen und Vertriebsunternehmen global präsent. Geforscht wird am Standort Bonaduz, dem Hauptsitz in Reno im US-Bundesstaat Nevada und in Franklin im USBundesstaat Massachusetts. Was Umsätze und Gewinne angeht, hält sich die 1956 gegründete und in Familienbesitz befindliche Firma bedeckt – telefonische Nachfragen werden freundlich aber bestimmt abgeblockt. Basis des Firmenerfolges war eine Idee des Gründers Clark Hamilton im Jahre 1947. Der Chemieingenieur entwickelte damals die erste Mikroliterinjektionsspritze. Bereits in den 70er Jahren bot die Firma halbautomatische Verdünnungsgeräte an, 1980 kam die erste vollautomatische Arbeitsstation für die Probenaufarbeitung dazu. Inzwischen gehört die Firma den vier Söhnen des Gründers. Treiber der Unternehmensentwicklung war indes
Hamilton Company
Geschäftsbereiche Hamilton Robotics, Hamilton Medical, Hamilton Lab & Sensors, Hamilton Storage Technologies
der klassischen Laborausrüstung und Hamilton Storage Technologies dem Bereich Biobanken. Viele Bereiche werden parallel durch eine der Mutter in Reno zugehörige Firma und einer Tochter der Hamilton Bonaduz AG bedient. Das jüngste Geschäftsfeld der Gruppe sind die Storage Technologies, die auf den Kauf des Geschäftsbereiches Tekcel des Biotech-Spezialisten Magellan Biosciences Anfang 2007 zurückgehen. Der Bereich entwickelt technische LösunAnzeige
gen für das laborinterne Probenmanagement und die Probenlagerung – für Röhrchen und Mikrotiterplatten bestückt mit biologischen oder chemischen Proben. Zentraler Fokus ist der Ultratieftemperaturbereich. Für Hamilton Bonaduz‘ CEO Andreas Wieland damals ein logischer Schritt: „Beide Unternehmen sind in der Automatisierungstechnik für Laboratorien führend. Die Tekcel-Technologie kann dabei wunderbar in unsere Liquid Handling-Arbeitsstationen integriert werden.“ Die Stärkung der Lab & Sensors-Sparte mit den Online-Messtechnologien von Fogale soll vor allem das Biopharma-Geschäft ankurbeln helfen. Seit Anfang Februar führen sie Fogales kapazitive Sensoren und Sensoren zur Messung der optischen Dichte in ihrem Portfolio. Für alle Firmen, die lebende Zellen in ihren Reaktoren überwachen müssen, sind das kritische Parameter. Hamilton Bonaduz sei derzeit der einzige Hersteller, der alle Sensoren zur Kontrolle dieser Kenngrößen in Forschung und Entwicklung, Prozessentwicklung sowie Produktion aus einer Hand anbiete, so ein Firmensprecher. Auch die neu erworbene Einwegtechnologie für Kapazitätsmessungen dürfte beim derzeitigen Boom der Einwegbioreaktoren eine gewichtige Rolle bei der Kaufentscheidung gespielt haben. Finanzielle Details des Geschäfts wurden nicht veröffentlicht. LABORWELT
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Automatisierung Analytica
Fünf Milliliter schließen die Lücke LABORWELT Herr Franz, im vergangenen Jahr hat Eppendorf ein System mit 5ml-Reaktionsgefäßen eingeführt. Wie sind nun die ersten Erfahrungen? Franz Ich glaube, ich kann mit gutem Gewissen sagen: ganz hervorragend. Das Eppendorf Tube 5 ml ist ein großer Erfolg, weil es für unsere Kunden eine wichtige Lücke bei den Formaten geschlossen hat. LABORWELT Für Labor-Verbrauchsmaterialien gibt es eine ganze Reihe von Anbietern. Entscheidet sich dort nicht letztlich alles über den Preis? Franz Ich denke nicht. Die Gefäße so zu gestalten, dass sie in allen Einsatzbereichen bestehen können, ist herausfordernd. Das fängt schon an bei den Kräften, die bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten wirken. Auch Dampfdruck ist ein Thema, sowie die Protein- und DNA-Bindungseigenschaften der Gefäße. Möglicherweise wird es auch für dieses neue Gefäß irgendwann Nachahmer geben, aber aufgrund unseres besonderen Know-hows bei der Entwicklung und Herstellung von Kunststoff-Verbrauchsmitteln haben wir hier einen Vorsprung. Die gleiche Qualität und Performance will erstmal erreicht sein. LABORWELT Auf der Analytica sind Verbrauchsmaterialien für die Zellkultur ein Schwerpunkt. Was gibt es dort für Neuerungen? Franz Neben dem zentralen Thema der optimalen Reinheit der Verbrauchsmittel haben wir in und um unsere Zellkultur-Consumables herum eine Reihe spannender Eigenschaften verwirklicht: Diese dienen dem optimalen Schutz vor Kontaminationen in der Zellkultur und der besseren Handhabung, wie beispielsweise unser speziell gestalteter Flaschenhals, der eine bessere Zugänglichkeit ermöglicht. LABORWELT: Bei der Zellkultur kommt man um das Thema Einwegfermenter nicht herum. Welchen LABORWELT
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© Eppendorf AG
Die Analytica gilt als Leistungsschau der Diagnostikbranche. Der Hamburger Konzern Eppendorf wird auf der Messe unter anderem seine neuen Zellkultur-Verbrauchsmaterialien vorstellen. LABORWELT sprach mit Dr. Oliver Franz von Eppendorf über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Zellkulturtechnik. Schwerpunkt setzt Eppendorf bei künftigen Produkten? Franz Wir werden unsere BioBLU-Linie von EinwegBioreaktoren konsequent ausbauen. Das betrifft sowohl die Volumina, als auch die anwendungsspezifischen Varianten. LABORWELT: Vielen Nutzern bereiten Stoffe Sorge, die sich im Laufe des Produktionsprozesses aus den Einwegsystemen herauslösen. Wie geht Eppendorf mit dem Thema Extractables und Leachables um? Franz Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Produkte frei von Weichmachern, Entformungshilfen und Bioziden sind. Wir haben die gesamte Herstellungskette unter Kontrolle und arbeiten ohne solche Zusätze. Wir auditieren unsere Lieferanten streng und setzen native Granulate ein. LABORWELT: In der Zellkultur gibt es einen Trend Richtung Automatisierung, der inzwischen auch Teile der akademischen Forschung erfasst hat. Was sind die spezifischen Anforderungen dieser Kundengruppe? Franz Wir haben im vergangenen Jahr unsere gesamte Palette an Geräten für das automatisierte Liquid Handling überarbeitet und viel Wert auf eine intuitive Bedienbarkeit gelegt. Eine wesentliche Hemmschwelle ist die Angst vor der Bedienung. Das ist ja auch eine klassische Erfahrung: Da wird ein teures Gerät angeschafft, das von einem Doktoranden betreut wird. Sobald der das Labor verlässt, geht mit ihm das Wissen und keiner traut sich mehr an den Apparat heran. LABORWELT: Trotzdem verlangen Automatisierungen zunächst hohe Anfangsinvestitionen … Franz Natürlich ist das auch eine Investitionsentscheidung, bei der ich abwägen muss. Wir verstehen beide Seiten – deswegen entwickeln wir unsere
Dr. Oliver Franz
Oliver Franz ist Vice President Branding & Group Communications bei der Eppendorf AG. Der promovierte Biologe stieg 2002 bei Eppendorf ein und durchlief dort verschiedene Positionen in Vertrieb und Marketing bevor er 2011 die Leitung der Unternehmenskommunikation und Markenführung des Hamburger Life Science Konzerns übernahm.
manuellen Pipetten auch ständig weiter. Man muss immer die Abwägung treffen, ist mein Probendurchsatz hoch genug, dass sich die Automatisierung rentiert. Die Frage ist aber auch: Sind die Mitarbeiter, die die Pipettierreihen von Hand erstellen, sinnvoll eingesetzt? Könnten sie nicht wertvollere wissenschaftliche Arbeit leisten, während der Pipettierautomat die Routine-Aufgaben abarbeitet? LABORWELT: Bei den Handpipetten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten am Funktionsprinzip kaum etwas geändert. Hand aufs Herz: Ist da nicht eigentlich das Ende der Entwicklung längst erreicht? Franz Das denkt man immer – aber natürlich gibt es noch vieles, das sich verbessern lässt. Was die reine Präzision angeht, haben wir vermutlich schon eine sehr hohe Entwicklungsstufe erreicht. In den vergangenen Jahren ist das Thema Ergonomie stärker in den Fokus gerückt. Das ist ein Gebiet, auf dem sich die Geräte auch auf Sicht immer noch weiterentwickeln. Ein anderes Thema sind regulatorische Anforderungen. Hier sind die Regeln für Labore immer strenger geworden. Intelligente, elektronische Pipetten könnten wichtige Informationen liefern: Wann wurde das Gerät zuletzt kalibriert, welche Schrittfolgen wurden pipettiert? Diese Informationen müssen für einen Validierungsprozess dokumentiert werden. Die Pipette als Werkzeug gewinnt so also zusätzliche Bedeutung. 15. Jahrgang | Nr. 2/2014 | XV
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Service Produktwelt CEM
Fixe Proteinhydrolyse Die mikrowellenbeschleunigte Proteinhydrolyse verkürzt die Hydrolysezeit auf wenige Minuten. Die Proteinhydrolyse ist eine altbewährte Aufschlussprozedur von Proteinen und Peptiden zur Quantifizierung und Analyse der Aminosäuren aus den fünfziger Jahren (Stein und Moore). Der Hydrolyseschritt erfolgt typischerweise bei einer Temperatur von 110 °C mit einer 6N Salzsäure und spaltet alle Bindungen zwischen den einzelnen Aminosäuren des zu untersuchenden Proteins/Peptids. Dieser Arbeitsschritt ist sehr zeitaufwendig und dauert klassischerweise 20 bis 24 Stunden. Es werden zudem inerte Reaktionsbedingungen geschaffen, damit der Luft-Sauerstoff nicht mit den Aminosäuren reagieren kann. Dieser Hydrolyseschritt kann zum Erzielen von niedrigen Nachweisgrenzen speziell bei kleinen Probenmengen (500 pikomol/ 100 µg) in der Gasphase erfolgen. Größere Probenmengen werden häufig auch im direkten Kontakt mit der Salzsäure (Flüssig-Phasen-Hydrolyse) bearbeitet.
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Vakuum unter Kontrolle
Mit Hilfe der Mikrowellentechnik können einige Vorteile bei dieser etablierten Arbeitsweise erzielt werden: l Der Zeitgewinn durch die Mikrowellentechnik ist auch bei der Proteinhydrolyse enorm. Statt über Nacht erzielt die Mikrowelle in nur 20 Minuten vergleichbare Ergebnisse bei der Zersetzung. l Die Aufschlusseffizienz wird erhöht. Speziell bei hydrophoben Proteinen wurde der Aufschluss deutlich verbessert. l Es können in einem Lauf bis zu 10 Standard HPLC Autosampler Vials (100 bis 300 µl) eingesetzt werden. Alle 15 Minuten können erneut zehn Proben hydrolysiert werden. Das ermöglicht einen extrem hohen Probendurchsatz.
Die neue, webbasier te Ferns teuerung VACUU·CONTROL von VACUUBRAND ermöglicht die Überwachung und Steuerung von Pumpen und Pumpständen mit VakuumController von Computern oder mobilen Endgeräten wie zum Beispiel Smartphones. Mit den neuen LAN- und WLAN-Adaptern können Geräte des Herstellers, die mit dem Vakuumcontroller CVC 3000 oder dem Messgerät DCP 3000 ausgestattet sind, in ein Computernetzwerk integriert werden. Auf diese Weise können einerseits von einem PC aus mehrere Vakuumprozesse gesteuert und überwacht werden oder andererseits ein Prozess von mehreren Endgeräten aus beobachtet werden. Die Vakuumanlage kann jederzeit vollumfänglich direkt am Vakuum-Controller bedient werden. Mit der integrierten Datenlogger-Funk tion werden Prozesse automatisch und permanent dokumentiert und sind jederzeit nachvollziehbar. Das Prozessende – beispielsweise bei Erreichen eines vorgewählten Drucks oder nach Ablauf einer eingestellten Zeit – wird automatisch angezeigt. Mit VACUU·CONTROL kann der Benutzer seine Applikation jederzeit, zum Beispiel vom Büro aus, mit einem LAN- oder WLANfähigem Endgerät steuern und überwachen. So können gleichzeitig andere Arbeiten konzentriert durchgeführt werden. Pumpstände können komplett mit CVC 3000 in Labormöbel eingebaut und per VACUU·CONTROL gesteuert werden. Die parallele Überwachung von Vakuumanlagen mit einem zentralen Leitstand ist ebenfalls möglich.
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XVI | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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PromoCell
Transfektion nach Maß MATra (Magnet Assisted Transfection) wurde speziell für die hocheffiziente, schonende und schnelle (15 Minuten!) Transfektion einer Vielzahl von Zelltypen entwickelt und zeigt – mit oder ohne Serum – exzellente Ergebnisse auch mit vielen bekanntermaßen schwer zu transfizierenden Zelltypen wie etwa neuronalen Zellen oder Stammzellen. MATra kann für die Transfektion von adhärenten Zellen wie auch von Suspensionszellen verwendet werden, im serum-freien und serum-haltigen Medium. Das MATra Reagent besteht aus einer Suspension speziell beschichteter magnetischer Nanopartikel, welche die interessierende Nukleinsäuren (zum Beispiel Plasmid-DNA, Oligonukleotide oder siRNA) binden und komplexieren. Durch ein starkes magnetisches Feld unter den zu transfizierenden Zielzellen werden die MATra-A/Nukleinsäure-Komplexe schnell und quantitativ auf die Zellen gezogen und in hoher Dosis direkt auf den Zellmembranen abgelegt. Dies führt zu einer sehr effizienten Aufnahme der Komplexe in die Zellen, die Transfektionsrate kann somit – gerade auch bei ansonsten schwierig zu transfizierenden Zellen – deutlich erhöht werden. MATra zeigt eine sehr geringe Zytotoxizität und ist darüber hinaus sehr kostengünstig. Das nicht-liposomale PromoFectin Transfektionsreagenz ermöglicht einen hocheffizienten und reproduzierbaren Transport von Nukleinsäuren in eine Vielzahl adhärenter und nicht-adhärenter Zelltypen – mit oder ohne Mediumwechsel.
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Proteine beziehungsweise Peptide spielen für die physiologische und biochemische Funktion lebender Organismen eine herausragende Rolle. Seit langem werden diese Wirkstoffe auf ihre pharmakologische Wirksamkeit untersucht. Deshalb ist es wichtig, unterschiedliche Peptide synthetisch in Forschungslaboratorien herzustellen. Der Peptid-Synthesizer Liberty Blue ermöglicht die schnelle Synthese von reinen Peptiden und schwierigen Sequenzen in wenigen Stunden. Die neue Technologie ermöglicht einen 4-Minuten-Kupplungszyklus und extrem schnelle Reagenzienzuführung. l Nur 4-Minuten-Zykluszeit ermöglicht die Peptidsynthese in Stunden statt in Tagen l Bis zu 90 % Einsparung an Lösemitteln l Von Kleinstmengen für PNA-Synthese bis zum Scale Up von 5 mmol l 27 Positionen für Reagenzien, Umbenennen von Reagenzien, usw. l Intuitive Software erleichtert das Programmieren von Sequenzen und die einfache Technik mit wenig Ventilen und wenig Sensoren vereinfacht den Service. l Mit der typischen Synthesezeit von wenigen Stunden ist das Liberty Blue eine Alternative zu Parallel-Synthesizern. Die einzelnen Peptide können nach der Entnahme aus den Liberty Blue schnell aufgereinigt werden, während die nächste Synthese läuft. Außerdem ist zu beachten, dass das Liberty Blue das patentrechtliche Einsetzen der Mikrowelle beim Kuppeln und Entschützen erfüllt.
Exakt dosierte Volumina erfordern Präzision. Ritter Medical bietet sowohl präzise arbeitende Dosiergeräte, als auch präzise gearbeitetes Verbrauchsmaterial für automatisierte Robotiksysteme. Elektrisch leitfähige Pipettenspitzen sind bereits heute für viele Pipettierautomaten unverzichtbar. Beim Erreichen der Flüssigkeit wird über eine Widerstandsänderung dem Automaten signalisiert, dass dieser mit dem Ansaugen beginnen kann. Dadurch wird die gesamte Probe oder das Reagenz aufgenommen, ohne die Gefahr, Luft anzusaugen. Ritter bietet heute bereits für zahlreiche Automaten von Diasorin, Qiagen, Euroimmun, Rosys, Bio-Rad oder Dade Behring (Siemens) die entsprechend leitfähigen Spitzen in den Größen 300 μl und 1.100 μl an. Dabei sind die Spitzen direkt im 96er-Tray Geräte-kompatibel einsetzbar und müssen nicht umgepackt werden. Um künftig noch mehr Kunden die Möglichkeit zu geben, kurzfristig und bedarfsgerecht leitfähige Spitzen zu beziehen, erweitert Ritter
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Nanopartikel finden und messen
Präzise Präzipitation Mit der Einführung seiner neuen Palette von Chromatrap ChromatinImmunpräzipitations(ChIP)-Assays erweitert Porvair Sciences sein Produktportfolio für die Epigenetik. Der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Life Science der Swansea University (UK) entwickelte Chromatrap-ChIP-Assay verwendet eine Festphase aus porösem Polymermaterial, das mit Protein A funktionalisiert ist und eine effizientere Chromatin-Präzipitation ermöglicht als Bead-basierte Verfahren. Das Chromatrap-Spinsäulen-Verfahren bietet erhebliche Vorteile gegenüber Methoden, die mit Sepharose- oder Magnetbeads arbeiten und viele Separations-, Pipettier- und Resuspensionsschritte umfassen.
Die Nanosight Nanopartikel-Tracking-Analyse erkennt und visualisiert Nanopartikel in Flüssigkeiten bis hinunter zu 10 nm – abhängig vom Material – und erlaubt deren Konzentrationsbestimmung und die Messung der Größe der einzelnen Partikel durch direkte Beobachtungen der Diffusion. Dies geschieht mit hoher Auflösung in Echtzeit bei minimaler Probenvorbereitung. Darüber kann man mit dem Fluoreszenz-Modus entsprechend markierte Partikel in Suspensionen von einem komplexen Hintergrund unterscheiden. Diese Echtzeitdaten geben Einblick in die Kinetik der Proteinaggregation und anderer zeitabhängiger Phänomene des Partikelwachstums oder der Aggregation und Agglomeration sowohl qualitativ als auch quantitativ. Weitere neue Produkte von Malvern, die auf der Analytica gezeigt werden, sind der Viscosizer 200 und der Viscotek SEC-MALS 20 Detektor. Auch die kürzlich eingeführten Geräte Archimedes und Morphologi G3-ID sowie die neuesten Kinexus Rotationsrheometer-Modelle sind erstmals auf der Messe zu sehen. Malvern Instruments ist in Halle A1 Stand 227 auf der Analytica 2014 zu finden.
Unabhängige Tests mit Chromatrap ergaben um bis zu 25 mal höhere DNA-Pulldown-Resultate als herkömmliche Bead-basierte Verfahren, eine ausgezeichnete DNA-Anreicherung mit einem in der Regel zwei bis dreimal besseren Signal-/Rausch-Verhältnis als konkurrierende Verfahren und Spitzenergebnissen auch bei winzigen Proben von 50 ng oder großen Proben wie 3000 ng Chromatin pro Immunpräzipitation.
Malvern Instruments GmbH l Rigipsstr. 19 l 71083 Herrenberg l Tel.: +49 7032 97770 l Fax.: +49 7032 77854 l sales@malvern.com l www.malvern.com
Porvair Sciences Limited l Dorset House l Regent Park l Kingston Road l Leatherhead l KT22 7PL l Tel.: +44 1372 824290 l Fax.: +44 1372 824271 l int.sales@porvairsciences.com l www.porvair-sciences.com
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Zahlreiche Aktionen zur Immundiagnostik
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Deutsche Gesellschaft für Proteomforschung www.dgpf.org BIO Deutschland www.biodeutschland.org Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM)
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bts (Biotechnologische Studenteninitiative e.V.) www.bts-ev.de Gesellschaft für Genetik
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AFT FÜ H
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www.gfgenetik.de Gesellschaft für Signaltransduktion www.sigtrans.de Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie
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Nationales Genomforschungsnetz www.ngfn.de Deutsche Gesellschaft für Neurogenetik www.hih-tuebingen.de/dgng/ Netzwerk Nutrigenomik www.nutrigenomik.de DiagnostikNet-BB www.diagnostiknet-bb.de Verband der Diagnostica-Industrie e.V. www.vdgh.de Österreichische Reinraumgesellschaft (ÖRRG) Österreichische Ges. f. Laboratoriumsmedizin & Klinische Chemie
www.oerrg.at
www.oeglmkc.at
XX | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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Berliner Liquortag | Am 2. April 2014 lädt das MVZ Labor Berlin, ein Labor der Limbach Gruppe SE und ein neues Mitglied des DiagnostikNetBB e.V., zum Berliner Liquortag in das Jüdische Krankenhaus Berlin. Der Liquor cerebrospinalis spielt eine wesentliche Rolle in der Diagnostik von Erkrankungen. Vielfältige medizinische Fragestellungen stehen in Bezug zum Liquor: sei es im Bereich der Basisdiagnostik, der Empfehlungen zur Stufendiagnostik oder in der Zytologie. Diese Themen werden namhafte Experten näher beleuchten und in Falldarstellungen begreifbar machen. Sie werden zeigen, wie bedeutsam die Liquoranalytik für die Diagnose neurologischer Erkrankungen ist. Diese Veranstaltung richtet sich an Kliniker und niedergelassene Ärzte und ist angemeldet zur Zertifizierung durch die Ärztekammer Berlin. Trends in der Immundiagnostik | Darüber hinaus veranstaltet das MVZ Berlin am 14. und 15. Mai 2014 das Berliner Immundiagnostische Meeting im Magnus-Haus am Kupfergraben in Berlin-Mitte. Initiiert wurde diese Veranstaltungsreihe von der Gesellschaft zur Förderung der Immundiagnostik e. V. (GFID) und dem Institut für Immunologie der Technischen Universität Dresden. Deren Ziel: Ein Forum zu schaffen, um praxisrelevante Aspekte der Immundiagnostik zu präsentieren und zu diskutieren. Aktuell hat das Meeting neue Impulse erhalten durch die aktive Beteiligung der Sektion Immundiagnostik der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) sowie des DiagnostikNet-BB e.V. So werden neue inhaltliche Akzente gesetzt, etwa in Bezug auf Fragen zur Optimierung und Standardisierung
der Immundiagnostik. Der erste Tag widmet sich wissenschaftlichen Vorträgen. Der zweite Tag hingegen fokussiert auf diagnostische Schwerpunkte. Unter anderem referieren mit Vertretern von BioTeZ Berlin-Buch und Epiontis zwei Netzwerkmitglieder. Dabei geht es um neuartige Entwicklungen wie Diagnostikverfahren, um die Aktivität von Biologika im Serum zu bestimmen oder den Einsatz epigenetischer Marker zur Quantifizierung von Immunzellen. Autoimmundiagnostik in Theorie und Praxis | Am 5. und 6. Juni 2014 lädt der hospital Laborverbund Brandenburg-Berlin ein zu den traditionellen Autoimmuntagen in Bernau bei Berlin. Diese Veranstaltung widmet sich interdisziplinären Herausforderungen bei Autoimmunerkrankungen. Diese gilt es, in einem wissenschaftlichen Kursteil im Ofenhaus und einem praktischen Teil im Herzzentrum sowie im Immanuel-Klinikum zu beleuchten und zu diskutieren. Es wird um richtungweisende Zufallsbefunde gehen sowie um Mischbilder und atypische Verläufe, undifferenzierte Kollagenosen sowie um Kinderwunsch und Schwangerschaft bei manifester Autoimmunkrankheit. Ziel ist es, verschiedene Akteure zu versammeln, um Erfahrungen auszutauschen und den eigenen Horizont zu erweitern im Gespräch rund um diagnostische und therapeutische Prinzipien, methodische Ansätze und mikroskopische Bilder. Die Autoimmuntage richten sich an Kollegen aus Labor, Praxis und Klinik sowie aus Biotechnologie und Diagnostik-Industrie. Weitere Informationen zu den Terminen: www.diagnostiknet-bb.de, www.mvz-laborberlin.de und www.hospital-laborverbund.de
DGHM
Microbiology and Infection 2014 Auf der „Microbiology and Infec tion 2014“, der 4. gemeinsamen Jahrestagung der Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie ( VAAM ), präsentieren vom 5. bis 8. Oktober 2014 führende nationale und internationale Wissenschaftler ihre neuesten Erkenntnisse im Bereich der mikrobiologischen Forschung und Anwendung in Dresden. In einem breit aufgestellten wissenschaftlichen Programm diskutieren rund 1.000 nationale und internationale Experten aus den Bereichen der Grundlagenforschung in der Mikrobiologie, Umweltmikrobiologie, Technischen Mikrobiologie, Medizin und Diagnostik gemeinsam mit jungen Wissenschaftlern aktuelle Forschungsergebnisse zur Erkennung, Verhütung und Therapie von Infektionserkrankungen.
Die Tagung zeigt den hohen Stellenwert der Medizinische Mikrobiologie und Hygiene für die Infektionsmedizin, insbesondere auch für die Sicherung des öffentlichen Gesundheitssystems. DGHM-Tagungspräsident Prof. Dr. med. Volkhard Kempf vom Klinikum der Goethe-Universität Frankfurt am Main lobte die wissenschaftliche Infrastruktur des Tagungsortes Dresden. Kongressschwerpunkte sind Lebensmittel- und Krankenhaushygiene, Metabolismus und Transport, Mikrobiom in Medizin und Natur, Hypoxie und Anaerobiose, Mikrobielle Biotechnologie, Mikrobielle Stressantwort und bakterielle Pathogenität. Praxisorientierte Workshops bieten Fortbildungen aus dem diagnostischen Bereich für niedergelassene Ärzte und Technische Assistenten. Weitere Informationen sind unter www.dghm-vaam-kongress.de zu finden. LABORWELT
21.03.2014 13:01:23 Uhr
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Anwendungsmöglichkeiten Verständnis von Zellzytotoxizität, Zellproliferation und on, and protein cell proliferation, and protein expression. include RNA Interference; Stem Cells; Live Cells cell proliferation, and protein expression. include RNA Interference; Stem Cells; Live Cells umfassen RNA-Interferenz, Stammzellen, LebendProtein Expression. and Small Animal Analysis. Explore boundless high and Small Animal Analysis. 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19.03.2014 16:46:17 Uhr
Ausblick
Vorschau Heft 3/2014
Zellbiologie
Neues Drehkreuz für Proteine entdeckt
Themen
Unternehmergeist
Venter entdeckt Big Data für sich Biotech-Visionär Craig Venter will die größte medizinische Gendatenbank der Welt erschaffen. Ziel seiner neu gegründeten Firma Human Longevity Inc. (HLI): Altersleiden wie Krebs zu Leibe rücken und das Leben der Menschen zu verlängern. Hierfür will er Erbgutinformationen in noch nie dagewesenem Umfang sequenzieren und tausende Genome katalogisieren. 70 Millionen Dollar Startkapital wurden unter anderem in zwei hochmoderne Illumina Sequencing-Systeme investiert. Drei weitere sollen hinzukommen. So ausgerüstet will das HLI-Team bald bis zu 100.000 vollständige Genome pro
Jahr sequenzieren. Unter den Probanden werden gesunde und kranke Kinder und Erwachsene sowie Über-Hundertjährige sein. Ähnlich wie beim Human Genom Project – mit dem er sich mit seiner Firma Celera einen Wettlauf um die vollständige Entzifferung eines Humangenoms lieferte – scheint Venter nicht auf die staatlich geförderten Forschungsvorhaben zu vertrauen und konkurriert mit dem Cancer Genome Atlas, bei dem Forscher seit acht Jahren versuchen, das Krebsgenom zu kartieren. Auf Twitter jedenfalls verkündet Venter feierlich: „Eine neue Ära für die Medizin wird bald anbrechen“.
Aus der laborwelt.de-Galerie
Sieht aus wie ein Wurm, bewegt sich wie einer, ist aber keiner!
XXII | 15. Jahrgang | Nr. 2/2014
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Laboreinrichtung und Laborsicherheit Im kommenden Laborwelt-Spezial in der |transkript-Ausgabe 6/2014 dreht sich alles um das sichere Arbeiten im Labor und die funktionale Laboreinrichtung. Von der Konzeption der Labore über das Einrichten bis zum Betrieb und zur regelmäßigen Wartung von Räumlichkeiten sowie Geräten sollen möglichst alle Themenbereiche beleuchtet werden. Nicht zu vergessen: das richtige Labormanagement sowie Laborgeräte und das passende Zubehör. Das LABORWELT-Spezial „Laboreinrichtung und Laborsicherheit“ wird am 28. Mai 2014 erscheinen. Redaktionsschluss ist der 14. Mai 2014.
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Impressum LABORWELT (ISSN 1611-0854) erscheint 5-mal im Jahr im Verlag der BIOCOM AG Lützowstraße 33–36 10785 Berlin, Germany Tel./Fax: 030/264921-0 / 030/264921-11 laborwelt@biocom.de www.biocom.de © Ohio State University
Biologen müssen nicht immer in die Ferne reisen, um neue Arten zu entdecken. In den USA wurde ein Doktorand in der Nähe seines Labors fündig: Hier fand Samuel Bolton zufällig eine neue Milbenart, der die Forscher den Namen Osperalycus tenerphagus verliehen. Im Journal of Nature History berichteten die Forscher auch über den ungewöhnlichen Körperbau der Winzlinge. Die gut einen halben Millimeter langen Tiere sind zwar Milben. Mit ihrem langgezogenen Körper sehen sie aber nicht nur wie Würmer aus, sondern sie schlängeln sich ebenso wie diese durch den Boden.„Ihr Körper funktioniere wie ein Mini-Akkordeon“, erklärt Bolton. Auch die ungewöhnlichen Borsten am ganzen Körper der Milben unterscheidet diese Spezies von ihren Artgenossen.
© sebastianreuter / Fotolia.com
sie über Vesikel an den Zielort verfrachtet. Die Forscher entdeckten nun eine Extra-Sortierstelle für die zu verladenden Proteine nach dem GolgiApparat. In dieser Zwischenstation namens ARE (Apical Recycling Endosomes) ist besonders das Protein Rab11 aktiv. Es sorgt dafür, dass die Proteine wieder in Vesikel verpackt und schließlich an die Zellmembran weitergeleitet werden (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1304168111).
© R. Thünauer
Wie werden Moleküle verpackt und verfrachtet? Freiburger Forscher haben den Vorgang bei Epithelzellen gefilmt, um hinter die ausgefeilte Logistik zu kommen. Damit Hormone oder Nährstoffe zu den Organen gelangen, müssen Moleküle beim Abtransport aus der produzierenden Zelle so manche Barriere überwinden. Die Zellforscher Roland Thünauer und Winfried Römer von der Universität Freiburg haben nun den Transport genauer untersucht. Sie entdeckten dabei ein neues System, das die Proteine zur Außenmembran von Epithelzellen bringt. Mit Hilfe von Live-Mikroskopie gelang es ihnen, den Weg eines Proteins von der Produktion bis zur Ankunft an der nach außen gerichteten Zellmembran (siehe Bild, Proteine in grün) aufzuzeichnen. Zellmembranproteine werden im endoplasmatischen Retikulum hergestellt und im Golgi-Apparat verladen. Anschließend werden
Redaktion Dr. Bernd Kaltwaßer Tel.: 030/264921-55 Namentlich gekennzeichnete Beiträge stehen in der inhaltlichen Verantwortung der Autoren. Alle Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne schriftliche Genehmigung des BIOCOM Verlages nicht reproduziert oder verbreitet werden.
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