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Stift Wilten Aktuell - Herbst 2019

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Jahrgang 22 ∙ Ausgabe 3/2019

Stift Wilten Aktuell Für Mitbrüder & Freunde des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten

Herbst 2019


LEITWORT

Liebe Freunde unseres Stiftes!

Abt Raimund Schreier OPraem

„Wenn Sie mich heute fragen: Wer ist für Sie der Ärmste, noch Ärmere, Allerärmste aller Armen?, würde ich antworten: Mutter Erde! Wir haben sie geplündert! Wir haben sie missbraucht!“– so Papst Franziskus bei einem Interview (siehe Film von Wim Wenders: Papst Franziskus, Ein Mann seines Wortes). Im Juni 2015 geschieht etwas nie Dagewesenes: Der Brief eines Papstes wird von der ganzen Welt gelesen, nicht nur von Katholiken oder Christen. In seiner Enzyklika zur Umwelt mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ zeigt Papst Franziskus auf, dass der Schutz unseres Planeten die dringlichste Aufgabe unserer Zeit ist. Es ist kein Zufall, dass seine Schrift „Laudato si“ ein paar Monate vor dem lang erwarteten Klimagipfel in Paris erscheint. Und dann wird die rücksichtslose Ausbeutung unseres Planeten sogar auf einer riesigen Leinwand auf die Fassade des Peterdoms in Rom projiziert.

auf die Straße geht und sich für die arme Mutter Erde einsetzt und dann entsprechend, so hoffe ich, auch im Alltag konsequent lebt.

Es ist ein Zeichen für eine empathische und sensible Jugend von heute, wenn sie

Ich wünsche uns allen, dass wir wieder das Staunen lernen. Dann wird es uns leichter fallen, die Beziehung mit Mutter Erde wieder zu vertiefen, sie zu achten, respektvoll mit ihr umzugehen und sie zu behüten. Ich wünsche uns, dass dieses Staunen hineinführt in den Lobpreis des Schöpfers und seiner Schöpfung. Schon 800 Jahre vor der Bewegung Fridays for Future hat ein hl. Franz von Assisi auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur hingewiesen und vorgelebt. In seinem Sonnengesang betet er: „Gelobt seist du, mein Herr, durch alle deine Geschöpfe“. Und der Psalmist betet vor 3000 Jahren im Psalm 95,6: „Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer“.

Wenn man heute mit jungen Menschen über Religion spricht, dann findet man fast immer diese Gemeinsamkeit: die sogenannte Schöpfungsspiritualität. Hier geht es darum, Gott vor allem in der Schöpfung zu begegnen. Die Schöpfung ist das erste Geschenk Gottes an den Menschen. Gott umarmt uns in der Schöpfung. Und indem wir die Natur bestaunen, erahnen wir etwas von der Existenz Gottes. Das Wort „staunen“ kommt von „stauen“ – „erstarren, im Lauf hemmen“. Wir kennen den Verkehrsstau: alles steht. Um staunen zu können, muss ich stehen bleiben. Ich muss ganz im Schauen verharren. Die Griechen verwenden für „staunen“ das Wort „thaumazein“ = „sich wundern, bewundern“. Im Staunen geht mir das Wunder der Schöpfung auf.


INHALT INHALTSVERZEICHNIS LEITWORT 2 Liebe Freunde unseres Stiftes

CARITAS 22 Interkultureller Gemeinschaftsgarten

Impressum Herausgeber Prämonstratenser-

ACTIO 4 Diamantenes Professjubiläum

Chorherrenstift Wilten

COMMUNIO 23 Nachprimiz

4 50 Jahre Feierliche Profess

Klostergasse 7 6020 Innsbruck Tel. 0512/58 30 48

23 Die Jahreszeiten

www.stift-wilten.at

24 Durststiller für die Seele

Redaktion

5 Aus dem Konvent 5 Gott hat einen Masterplan

Reinhold Sigl

25 Erneuerung der Visionen 6 Leben und Glauben

Erscheinungshinweis 4 x im Jahr

25 Abschied Karmeliten Hungerburg 7 Konventausflug zur Abtei Marienberg

Titelbild

26 Glaube ohne Werke überzeugt nicht

8 Ordenstag

Reinhold Sigl Fotos

28 Hoffnungsvolle Finsternis 9 Aus dem Dekanat Wilten-Land

AVG Produktion, Diözese Innsbruck,

28 25 Jahre Residenz Veldidenapark 10 Die Zeugin der Auferstehung

Domgemeinde St. Peter,

29 Ehrenprämonstratenser 11 Fest das Apostels Bartholomäus

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

29 Ein Mann seines Wortes 12 Hl. Augustinus

- Caballero, Gerhard Hei?,

30 350 Jahre Universität Innsbruck 12 Konventwallfahrt

Florian Sigl, Reinhold Sigl,

31 Skizufahrt für Heiligwasser 13 Die Verbundenheit mit Gott stärken

Stift Wilten, Wiltener Sängerknaben

31 Geheimnis und Licht Datenschutzerklärung

CONTEMPLATIO 14 Zur Geschichte des Stiftes Wilten

32 Gottesdienste und Termine

Mit unserer Zeitschrift „Stift Wilten Aktuell“ informieren wir Sie über

18 Musik zum „Maximilianjahr“

uns, unsere Arbeit, Angebote und Veran-

19 Die Orgeln der Hofkirche in Innsbruck

staltungen. Sie können den Erhalt der Zeitschriften jederzeit ablehnen,

20 Symposion zum MaximilianJubiläum

indem Sie uns dies telefonisch unter der Telefonnummer:

Weitere Berichte, Predigten, Termine und Bilder finden Sie auf der Stift-Wilten-Homepage: www.stift-wilten.at

+43 512 583048 oder per E-Mail unter: pforte@stift-wilten.at mitteilen. Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

Diamantenes Professjubiläum Vor 60 Jahren legte D. Sigmund Hepperger OPraem die Ewige Profess ab. D. Sigmund wurde als Albin Hepperger 1934 in der Stiftspfarre St. Sigmund im Sellraintal geboren. Der damalige Ortspfarrer Martin Schmid empfahl den Eltern, ihn nach dem Volksschulbesuch ins bischöfliche Internat und Gymnasium Paulinum in Schwaz zu schicken. Nach der Matura trat er 1953 in unser Stift ein und legte am 19. September 1959 die Feierliche Profess ab. Bis 31. August 2019 war er vom Stift Wilten aus Pfarrvikar von Innsbruck-St. Norbert. Die priesterlichen Dienste in der Seniorenresidenz Veldidenapark übt er weiterhin aus. D. Sigmund Hepperger OPraem

50 Jahre Feierliche Profess Goldenes Professjubiläum von D. Franz Lichtenberger OPraem

D. Franz Lichtenberger OPraem

D. Franz wurde als Heinrich Lichtenberger in Altenhof am Hausruck/OÖ 1936 geboren. Nach dem Volksschulbesuch besuchte er die neueröffnete Hauptschule im Nachbarort Wolfsegg. Anschließend lud ihn 1951 eine Bekannte seiner Familie, die mit einem Bruder unseres früheren 4

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Abtes Stöger verheiratet war, ein, zur weiteren Ausbildung zu ihnen nach Salzburg zu ziehen. Nach vier Jahren Lehre und Tätigkeit als Großhandelskaufmann war er vier Jahre Mitarbeiter der Salzburger Gebietskrankenkasse. In jenem zweiten Salzburger-Lebensabschnitt lernte er die damals in Blüte stehende Katholische Arbeiterjugend (KAJ) kennen und engagierte sich in ihr. Abt Alois Stöger war vor seiner Wahl zum Abt im Jahre 1957 Seelsorger der weiblichen KAJ unserer Diözese. Ihn lernte H. Franz kennen. Und weil er damals den Ruf, Priester zu werden, verspürte, ging er 1959 ins Internat des Stiftes Stams und wurde Schüler am dortigen Aufbaugymnasium. Nach der Matura 1964 trat er in unser Stift ein und konnte am 21. September 1969 die Feierliche Profess ablegen. D. Franz lebt im Ruhestand im Stift. In seinen körperlich eingeschränkten Möglichkeiten ist er mit unserer Gemeinschaft lebendig verbunden und unterstützt uns und die ihm Nahestehenden durch sein Gebet.


ACTIO

Aus dem Konvent Änderungen in der Seelsorge in Ellbögen und im Sellraintal

Ellbögen - Mit Ende August 2019 ging Pfarrer D. Bruno Kössler OPraem in den wohlverdienten Ruhestand. Er war zuletzt 27 Jahre in der Pfarre Ellbögen als Seelsorger tätig und allseits sehr beliebt und geschätzt. Im Beisein von vielen Gläubigen, Abt Raimund Schreier und Bürgermeister Walter Hofer feierte die Gemeinde gemeinsam eine Dankandacht in der Kirche, die vom Kirchenchor Ellbögen umrahmt wurde. Anschließend ging es in Begleitung der Musikkapelle Ellbögen und nach einem Salut der Schützenkompanie zu Ehren von Pfarrer Bruno zum Festakt in den Gemeindesaal, wo alle Anwesenden von der Gemeinde zu einem Essen eingeladen waren. Ellbögen bedankte sich mit einem herzlichen „Vergelts Gott“ bei Pfarrer Bruno für die gute Zusammenarbeit in der Pfarre und wünschte ihm alles Gute für den weiteren Lebensweg. Die Leitung der Seelsorge in Ellbögen hat H. Gerhard Choquet, ein Diözesanpriester aus Deutschland, übernommen. Er ist 1953 geboren und war Leiter eines Seelsorgeraumes im Gebiet von Bingen am Rhein. Wegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, unter der er seit seiner Jugend leidet, ging er dort in Pension. Seit Jahrzehnten war H. Choquet in

Ellbögen auf Urlaub. Abt Raimund konnte ihn nun dafür gewinnen, für ein paar Jahre in Ellbögen, seinem jetzigen Wohnort, als Priester tätig zu sein. Pfarre und Gemeinde Ellbögen haben ihn Anfang September feierlich begrüßt. Seelsorgeraum Sellraintal - Am 14. September konnte Dekan Augustinus Kühne OPraem im Auftrag von Bischof Hermann Glettler unseren Neupriester Leopold Baumberger OPraem als Kooperator und Pfarrer Christoph Pernter OPraem als Pfarrer offiziell in ihre Ämter einführen und ihnen die Ernennungsdekrete übergeben. Leopold wird Seelsorger vor Ort sein, Christoph wird ihn begleiten und die kirchenrechtlich notwendige Leitung übernehmen.

D. Bruno wurde in Ellbögen herzlich verabschiedet.

V. l. n. r.: Pfarrer Christoph Pernter, Kooperator Leopold Baumberger, Dekan Augustinus Kühne

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ACTIO

Leben und Glauben Exerzitien des Konventes in Steingaden Prof. Dr. Christoph G. Müller, Professor für Neues Testament an der Katholischen Fakultät Fulda

Vom 26. bis 29. August waren wir am Ort des uns einst nächstgelegenen Prämonstratenserklosters Steingaden – auf halbem Weg von Ettal nach Füssen. 1803 war jenes Kloster von der Bayerischen Regierung im Zuge der Säkularisation aufgelöst worden. Wir hielten uns im Karl-EberthHaus auf, das in evangelischer Trägerschaft steht. Prof. Dr. Christoph Müller, Bibelwissenschaftler in Fulda, gestaltete die Tage zum Thema „Leben und Glauben nach dem 1. Petrusbrief“. In sehr spiritueller Weise brachte er uns jene Botschaft an die Christengemeinden im Gebiet der heuDie Wieskirche

Text: Prior Klemens Halder OPraem 6

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tigen West- und Mitteltürkei nahe. Deren geistige Umwelt erinnert an unsere heutige religiös-gesellschaftliche Situation. Am 28. August, Fest des Hl. Augustinus, Vater unserer Chorherren-Spiritualität, feierten wir in der Wieskirche, einer Wallfahrt „Zum gegeißelten Heiland“, einen festlichen Gottesdienst. Die Prämonstratenser der nahegelegenen Abtei Steingaden ließen von 1745 bis 1754 jene großartige Rokokokirche erbauen; es war die Zeit, in der auch die Basilika Wilten in der heutigen Gestalt errichtet wurde.


ACTIO

Konventausflug zur Abtei Marienberg Am 23. September konnten wir jenes Benediktinerkloster im Südtiroler Vinschgau, nicht weit südlich des Reschenpasses, ausführlich besichtigen. Der Wiltener Konvent mit Abt Markus Spanier

Text: Prior Klemens Halder OPraem

In sehr stimmiger Weise sind viele Teile des Klosters unter Bewahrung alter Substanz und mit Einbeziehung früher Kunst für die heutige Nutzung, auch durch Nicht-Klosterangehörige, restauriert worden. Benediktiner von dort führten bis ins 20. Jahrhundert das Internat und Gymnasium „Refidianum“ in Meran, das für die höhere Bildung im westlichen Südtirol von großer Bedeutung war. Der sehr große Bibliotheksbestand von Marienberg, der auch von früherer wissenschaftlicher Tätigkeit stammt, ist nun in einer neuen großangelegten unterirdischen

Bibliothek untergebracht. Abt Markus Spanier führte uns in lebendiger Weise durch einen großen Teil des ganzen Komplexes von Marienberg. Wir waren zum Mittagessen mit der Klostergemeinschaft eingeladen, was ein gegenseitiges Kennenlernen der beiden Ordensgemeinschaften ermöglichte. Auf der Rückfahrt suchten wir den Marienwallfahrtsort Kaltenbrunn bei Kauns im „Oberen Gericht“ auf. Nach der Vesper konnten wir im dortigen heimeligen Gasthaus eine abendliche Jause einnehmen.

Auf dem Weg nach Kaltenbrunn

Abtei Marienberg

Vesper in der Wallfahrtskirche Kaltenbrunn

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ACTIO

Ordenstag im Stift Wilten Bischof Hermann: Unsere Welt braucht geistliche Menschen, leidenschaftlich und erprobt in der Gemeinschaft.

Bischof Hermann Glettler beim Vortrag im Norbertisaal

Begegnung im Stift Wilten

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Stift Wilten Aktuell

Heuer fand wieder ein Tiroler Ordenstag statt, diesmal im Stift Wilten. Zahlreiche Ordensleute, vor allem Schwestern, freuten sich über das Zusammenkommen und den gegenseitigen Austausch, auch bei Kaffee und Kuchen. Die feierliche Vesper vereinte sie am Schluss vor Gott. Im Hauptteil des Nachmittags sprach Diözesanbischof Hermann Glettler Grundlegendes des Ordenslebens an. Er ging dabei - am 4. Oktober, Tag des Hl. Franz von Assisi von Grafiken des Tirolers Alois Höfer über Franziskus aus. Das Thema „Loslassen – als Weg zur inneren Freiheit“ war der rote Faden in den

Bildbetrachtungen. Das genaue Hinschauen auf die beeindruckenden Linolschnitte des Tiroler Künstlers, die im Tyrolia Verlag 2018 veröffentlich wurden, hat nicht nur einen neuen Einblick in wesentliche Stationen des Poverello gewährt, sondern auch die eigene Berufung der anwesenden Ordensleute in den Blick genommen. Unsere Welt braucht geistliche Menschen, leidenschaftlich und erprobt in der Gemeinschaft, in der es ein gemeinsames Ringen um den immer aktuellen Ruf Gottes geben soll. Wesentlich in vielen Belangen des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens ist das Loslassen. Es bedarf einer ständigen Einübung. Es geht vor allem um den Verzicht auf das Durchsetzen der eigenen, meist idealen Vorstellungen und das Zurücklassen des Traums von einem stets harmonischen Leben in der klösterlichen Gemeinschaft. Mit Blick auf Franziskus hat Bischof Hermann versucht, die innere Spannung deutlich zu machen, nämlich die eigene Armut in vielfältiger Gestalt zu erkennen und womöglich zu bejahen. Sie nicht zu bejahen kommt einer Verdrängung der Wirklichkeit gleich und führt meist zur Aggression, die sich auf andere richtet und letztlich auch zu einem Verlust der Freude führt. Die radikale Gestalt des Franziskus ist eine Ermutigung, nicht den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, aber auch nicht der Versuchung zu erliegen, alles selbst machen zu wollen. Die Grafiken vom Gesang auf Gottes Schöpfung und vom Tod des Heiligen haben die Bildmeditationen des Bischofs abgeschlossen. Die Gewissheit, von Gott beschenkt zu sein, ist das eigentliche Motiv, auf irdische Absicherungen und Ansprüche zu verzichten. Die von daher gewonnene innere Freiheit ist das Zeugnis, das die heutige Gesellschaft von Ordensleuten erwartet.


ACTIO

Aus dem Dekanat Wilten-Land Im Dekanat Wilten-Land gibt es personelle Änderungen. Wir stellen die neuen Verantwortlichen kurz vor

Pater Justinus Nguyen OCist ist immer auch für einen Spaß „zu haben“

Dekanatsjugendstelle Wilten-Land - Neuer Jugendseelsorger für ein Jahr ist Pater Justinus Nguyen OCist. Er ist Diakon, gehört dem Zisterzienserorden an und stammt aus Vietnam, er lebt als Gast im Stift Wilten und promoviert im Neuen Testament. Vielen Jugendlichen ist er durch seine Teilnahme an der Jugendvespern und an der Ministrantenwallfahrt nach Rom bekannt. Als Dekanatsjugendseelsorger freut er sich auf die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den anderen Jugendvertreterinnen und Jugendvertretern aus unserem Dekanat Wilten-Land. Neue Dekanatsjugendleiterin ist Klara Sturm, die sich selber vorstellt und der ganz herzlich für die Bereitschaft gedankt wird, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich darf mich vorstellen: Ich heiße Klara Sturm und freue mich schon sehr auf die Tätigkeit als Dekanatsjugendleiterin für Wilten-Land. Zehn Erfahrungsjahre als Religionslehrerin in der Volksschule und Neuen Mittelschule bringe ich als Schätze mit. Jugendliche und junge Erwachsene bereichern meiner Meinung nach unsere Gesellschaft enorm. Sehr gerne arbeite ich mit ihnen zusammen und freue mich schon, die Leiter/innen kennenzulernen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war mir schon immer ein Anliegen. In Pfarren, bei religiösen Festivals und bei Gebetskreisen arbeitete und arbeite ich

gerne mit. Sehr gespannt bin ich auf die Pfarren im Dekanat, die Priester und deren Mitarbeiter/innen. Alle vermitteln wir die Unterstützung für den gelebten Glauben, und jede Person auf ihre Art. Auf diese Vielfalt und Einigkeit freue ich mich schon. Jede/r trägt Schätze in sich, und gemeinsam können wir sie mehr zum Leuchten bringen. Möge der Herr uns alle stärken und segnen. Ganz herzlich begrüßen wir auch Sabine Antonitsch. Sie absolviert ihr Pastoraljahr im Dekanat und wird von Dekanatsassistentin Petra begleitet. Eine ihrer Aufgaben wird sein, ein Konzept für die Seelsorge in den Altersheimen des Dekanates Wilten-Land zu entwickeln. Sie schreibt: Grüß Gott, ich möchte mich kurz bei Ihnen und bei euch vorstellen. Mein Name ist Sabine Antonitsch. Für das kommende Jahr bin ich Pastoralpraktikantin im Dekanat Wilten Land. Ich bin in Klagenfurt aufgewachsen, habe in Graz Theologie studiert und dann einige Jahre an berufsbildenden Schulen in Kärnten unterrichtet. Seit 2005 bin ich Seelsorgerin im Wohn- und Pflegeheim St. Martin in Aldrans. In diesen Jahren ist mir die seelsorgliche Begleitung von alten Menschen und ihren Angehörigen sehr ans Herz gewachsen. Gerade dann, wenn körperliche Einschränkungen und Krankheiten, der Verlust der vertrauten Umgebung, geliebter Menschen und der Selbständigkeit, wenn Einsamkeit und Isolation das Leben der alten Menschen und ihrer Familie belasten, ist es mir wichtig, die liebevolle Zuwendung Gottes spürbar zu machen. Ich sehe es als meine besondere Aufgabe, alten Menschen in Zeiten des Verlustes, der Abhängigkeit und Mutlosigkeit beizustehen und ihnen Glaubenserfahrungen von Vertrauen und Stärke, Solidarität, Hoffnung und Mut zu ermöglichen. Deshalb möchte ich auch in meinem Praktikum einen Schwerpunkt auf diese Aufgabe legen.

Klara Sturm

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ACTIO

Die Zeugin der Auferstehung Dekan Augustinus Kühne OPraem sprach beim Magdalena-Patrozinium in Lüsens über die Apostelin der Apostel, Maria Magdalena.

Dekan Augustinus bei der Predigt in der Magdalena-Kapelle

Almsegen in Lüsens

Seit 2016 ist der Namenstag der Maria von Magdala liturgisch den Apostelfesten gleichgestellt. So war damals dazu in der Zeitung zu lesen: Maria Magdalena war nach christlicher Überlieferung der erste Mensch, dem Jesus nach seiner Auferstehung erschien. Dabei trug er ihr auf, den anderen Jüngern die frohe Botschaft der Auferstehung zu verkünden. Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin nannte sie deshalb schon im 13. Jahrhundert Apostelin der Apostel. Radio Vatikan bezeichnete sie als das entscheidende Missing Link zwischen der Karfreitags-Bestürzung und dem Osterjubel. Jesus hat zu ihr gesagt: Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Es wird beschrieben, dass Maria Magdalena diesen Auftrag auch ausführt. Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihr nicht. Petrus ist dann der erste, der zum Grab läuft um es zu überprüfen. Die Situation damals und die Situation heute: Interessant ist die damalige Rechtssituation. Vor Gericht war nur das Zeugnis zweier Männer gültig, das Zeugnis von Maria Magdalena also vollkommen irrelevant. Jesus setzt dieses gewaltige Zeichen,

zuerst einer Frau zu erscheinen und sie mit der Verkündigung dieser frohen Botschaft zu beauftragen! Wer ist ein glaubwürdiger Zeuge, eine glaubwürdige Zeugin des Glaubens heute? Sind wir bereit Zeugnis zu geben oder anzunehmen? Papst Franziskus schrieb anlässlich der Erhebung des Gedenktages zum Fest: Der aktuelle kirchliche Kontext rufe dazu auf, tiefer über die Würde der Frau nachzudenken. Ein Gedenktag, der anregt, mehr über das Miteinander in der Kirche nachzudenken, den Glauben heute zu leben und heute zu verkünden, wo es weniger um Macht und Machtspiele gehen soll, sondern um die Botschaft, dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist und uns Hoffnung für ein Leben aus dem Glauben schenkt. Ich denke, dass es in der Kirche nicht um Macht gehen darf, auch wenn Entscheidungen gefällt werden müssen und die Art und Weise wie dies geschieht nicht immer unumstritten ist. Das Zentrale ist allerdings der Dienst, der Dienst für Gott und die Menschen, egal ob als Mann oder Frau, egal ob als Priester oder Nichtpriester. Von diesem Dienst, Zeugnis zu geben, wird die Zukunft der Kirche abhängen.


ACTIO

Fest das Apostels Bartholomäus Am 24. August wurde das Patrozinium des Bartlmäkirchleins in Wilten gefeiert.

Die Schützenkompanie Wilten war vor dem Bartlmäkirchlein angetreten

Abt Raimund bei der Predigt

Das Patroziniumsfest des Kirchleins findet alljährlich am Tag des Heiligen Bartholomäus statt. Dem Festgottesdienst stand Abt Raimund Schreier OPraem vor. Auch in diesem Jahr bewährte sich für die musikalische Gestaltung ein Blechbläserquintett der Capella Wilthinensis. Sie unterstützten den Gemeindegesang und gestalteten Teile des Gottesdienstes

durch ihr Spiel in feierlicher Weise. Nach dem Festgottesdienst waren alle Anwesenden zu einer abendlichen Agape und zu ausgezeichneten Kirchtagskrapfen eingeladen. Ein herzlicher Dank gebührt der Schützenkompanie Wilten für die Vorbereitung und Duchführung der Agape! Capella Wilthinensis

Agape im Bartlmägarten

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ACTIO

Fest des Kirchenvaters Augustinus Pontifikalamt am Sonntag, 25. August Beim Abschlussgottesdienst der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik musizierte die Capella Wilthinensis. Zu hören war Heinrich Isaacs Proprium „In Festo S. P. N. Augustini“ aus: Choralis Constantinus III, 1555. An der Daniel Herz-Orgel spielte Stiftsorganist Kurt Estermann das „Salve Regina“ von Paul Hofhaimer sowie von Claudio Merulo Toccata das Werk settima dell´ 8° tono aus dem Libro secondo, Rom 1604.

Die Festpredigt hielt Pfarrer Gerhard Choquet

Konventwallfahrt Bei der Heiligwasser-Nachtwallfahrt des Wiltener Konventes und der Stiftspfarren wurde um Erneuerung im Glauben und geistliche Berufungen gebetet.

Der Chor „losamol“ mit D. Christoph und

D.

Leopold

Besinnungsstation auf dem Weg nach Heiligwasser 12

Stift Wilten Aktuell

Vom Treffpunkt bei der Schwellerkapelle zogen die Wallfahrer am 20. September in Stationen zur beliebten Wallfahrtskirche.

Neupriester D. Leopold Baumberger OPraem gestaltete die Besinnungsstationen und stand der Eucharistiefeier in Heiligwasser vor. Ein zentrales Thema der Predigt war: „Im Hinblick auf Berufungen ist die zentrale Frage für jeden von uns: Lebe ich meinen Glauben so, dass er für andere überzeugend, ansprechend und motivierend ist?“ Aus den Seelsorgeorten D. Leopolds im Sellraintal war der Chor „losamol“ gekommen und trug mit seinem Gesang wesentlich zur lebendigen Feier der Wallfahrt bei. Bei den Wirtsleuten im Gasthof Heiligwasser konnten sich anschließend die Pilger mit Speis und Trank bestens stärken.


ACTIO

Die Verbundenheit mit Gott stärken Prior Klemens Halder OPraem empfahl den Gläubigen am 6. Oktober, dem Rosenkranzsonntag, das Rosenkranzgebet, um den Kontakt mit Gott und Maria lebendig werden zu lassen. Prior Klemens Halder bei der Predigt

Prior Klemens: „Wenn ich am Bergisel zu einem Spaziergang unterwegs bin, dann fallen mir öfters junge Leute auf, die stehenbleiben und an ihrem Smartphone drücken. Sie rufen dabei sehr oft Mitteilungen von Freunden ab. Es ist ihnen wichtig, dass der Kontakt mit jenen lebendig bleibt. Sie fühlen sich wohl in der Beziehung zu ihren Freundinnnen und Freunden. Ein Größerer ist uns auch zugewandt, er will mit uns in Kontakt bleiben - das ist Gott. Für mich kommt das sehr schön in einem Lied zum Ausdruck, welches wir beim Morgengebet unserer Klostergemeinschaft singen; da heißt es: Ein Auge schaut auf uns herab, das über unserm Leben wacht, es sieht voll Güte unser Tun vom frühen Morgen bis zur Nacht. Diesem gütigen Gott, der uns zugewandt ist, könnten wir auch öfters eine Mitteilung zukommen lassen, einen Dank, unsere Bedürfnisse oder unsere besonderen Anliegen. An diesem Sonntag steht mit dem Rosenkranz ein Gebet im Mittelpunkt, welches momentan nicht mehr besonders in Mode ist. Vielleicht empfinden Menschen das Rosenkranzgebet zunächst als eintönig.

Wir brauchen aber bei diesem Gebet nicht ständig an die unmittelbaren, gleichbleibenden Worte denken. Dadurch können wir meditieren, was Gott für uns getan hat und wie Maria das erlebt hat. Dabei können wir unseren Kontakt mit Gott und Maria lebendig werden lassen. Vor Jahrzehnten ist mir in Jerusalem ein Palästinenser aufgefallen, der eine Gebetsschnur durch die Hände gleiten ließ; die Moslems sprechen dabei die 99 Namen Allahs, z. B. der Barmherzige, der Ewige, der Mächtige. Es ist offensichtlich ein Bedürfnis von Menschen in verschiedenen Religionen, bei einem meditativen Gebet zur Ruhe zu kommen und dadurch die Verbundenheit mit Gott zu stärken.“

Hochaltarbild der Stiftskirche

Die Puellae Wilthinenses sangen die Messe pour le Port-Royal von MarcAntoine Charpentier


CONTEMPLATIO

Zur Geschichte des Stiftes Wilten 25. Kapitel Reform und neues Aufblühen des Ordenslebens im Stift Wilten. Neue Orden und Klöster bereichern das kirchliche Leben in Innsbruck und Hall. Quellen: Haidacher, 39f. Lentze, 237; Haidacher, 45-48. Lentze, 237. Lentze, 237f.; Haidacher, 49f. Haidacher, 48f. Haidacher, 40-45. Lentze, 238; Florian Schomers, Die Kunst im Wandel der Geschichte am Beispiel des Prämonstratenserstiftes Wilten 1138-1988. Manuskript/ Diplomarbeit. Innsbruck 1988, 37f. Lentze, 238; Haidacher, 50-82. Forcher, Die Geschichte der Stadt Innsbruck. Innsbruck 2008, 142; Gelmi, 183.

Abt Johann Sauerwein, Stift Wilten, Äbtebilder 14

Stift Wilten Aktuell

Neben den großen finanziellen Problemen wurde das Leben im Stift Wilten auch durch immer wieder im Land auftretende Seuchen, die man allesamt Pest nannte, in Mitleidenschaft gezogen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts starben sieben Mitglieder an solchen Seuchen, sodass die Mitgliederzahl in den 1570er-Jahren auf neun Personen herabsank. Nach erfolglosen Visitationen der Diözese Brixen erließ Landesfürst Ferdinand II. 1585 eine Sanierungsordnung für die Stiftswirtschaft. Die Entlassung überflüssiger Dienstboten wurde angeordnet, auch wurden die traditionellen Freudenzüge der Innsbrucker ins Stift, das Bauernmahl und andere festliche Verköstigungen abgeschafft. Es wurde die Erstellung eines Jahres-Kostenvoranschlages (Budget) vorgeschrieben. Auch lernte man den großen Grundbesitz des Klosters als ergiebige Einnahmequelle zu nützen. Unmittelbar anschließend erließ der Herzog auch eine Visitationsordnung für das innere Leben des Klosters im Geiste des Trienter Konzils. Eigeneinkünfte der Konventmitglieder wurden verboten. Die aufgenommenen Weltpriester mussten entlassen werden. Es sollten geeignete junge Mitglieder zur Ausbildung an katholische Universitäten entsandt werden, auch sollte ein Austausch von Wiltener Ordensleuten mit Prämonstratensern aus schon reformierten Klöstern erfolgen. Diesen Anforderungen fühlte sich Abt Kriendl nicht mehr gewachsen. Er trat zurück und es wurde Johann Sauerwein zum Abt gewählt (1585-1594), den Generalabt Despruets schon 1578 als ein sehr junges Mitglied zum Administrator bestimmt hatte, was die Diözese Brixen aber sofort wieder rückgängig machte. Unter Abt Sauerwein wurden wesentliche Reformschritte gesetzt, er starb allerdings

schon 1594 im Alter von 41 Jahren. Hinsichtlich des Mitgliederaustausches musste der Landesfürst wegen des Exemtionsstreites zuerst mit der Diözese Brixen verhandeln. 1591 kamen schließlich zwei Chorherren aus der Vaterabtei Rot in Württemberg nach Wilten, die als Prior beziehungsweise Theologieprofessor die Reform Wiltens leiteten, auch wurden zwei Wiltener Chorherren zur Schulung im erneuerten Ordensleben nach Rot gesandt. Ein Universitätsstudium kostete sehr viel. Das Stift Wilten hatte dafür nicht die nötigen Mittel. Die Verpflichtung des Klosters, zehn Wochen lang pro Jahr zum Zwecke der landesfürstlichen Jagd acht Jäger, siebzig Hunde und ein Pferd unterzubringen und zu verpflegen, war unter Ferdinand II. in eine jährliche Geldleistung von 168 Gulden umgewandelt worden. Auf dringende Bitte des Abtes Sauerwein erließ der Erzherzog 1591 diese Geldleistung auf acht Jahre unter der Bedingung, diese Summe für das Universitätsstudium junger Mitglieder zu verwenden. Schulen, hauptsächlich für den Klosternachwuchs, hatte es im Stift Wilten stets gegeben, sowohl eine „Deutsche Schule“ für den Grundunterricht, als auch eine „Lateinschule“, die man in etwa mit der Unterstufe eines heutigen Gymnasiums gleichsetzen kann. Die Schüler wurden auch im Gesang ausgebildet und hatten Dienst zu tun bei den Gottesdiensten der Klostergemeinschaft. Wenn die Vorbildung noch ungenügend für den Universitätsbesuch war, wurde das am neuen Jesuitengymnasium in Innsbruck oder am Hochschulort nachgeholt. Die ersten Studenten sandte Wilten an die bayerische Universität Ingolstadt, an der seit den 1580er-Jahren Jesuiten tätig waren. Ab 1594 gingen Wiltener Studenten dorthin.


CONTEMPLATIO 1594 wurde Christoph Lercher Abt (15941601). Unter ihm kam die wirtschaftliche Sanierung des Stiftes voll zur Auswirkung. Er war Pfarrer der bedeutenden und begüterten Urpfarre Ampass und blieb vom Stift aus weiterhin dort tätig. Er konnte 1596 sogar den wertvollsten Abtstab des Stiftes – den Laurentiusstab – anfertigen lassen.

Abt Christoph Lercher mit der Pfarrkirche Ampass und derem Patron Johannes dem Täufer, Stift Wilten, Ampasser Flügelaltar von Hans Maisfelder, 1594.

Es gab nochmals einen Rückschlag in der Aufwärtsentwicklung Wiltens, als der gutmütige, aber unfähige Markus Kniepasser (1601-1605) zum Abt gewählt wurde.

Nach seinem Rücktritt wurde Simon Kammerlander Abt (1605-1621), der als erster 1594 zum Studium nach Ingolstadt gegangen war. Während seiner 16-jährigen Abtzeit legten zweiundzwanzig neue Mitglieder die Ewigen Gelübde ab. Kammerlander förderte auch wie kein anderer Abt das Studium an Universitäten. Vierzehn Mitglieder studierten damals an den Universitäten Dillingen und Ingolstadt, etliche auch in Rom und Perugia. In Rom hatte noch der Heilige Ignatius das Studienhaus „Germanikum“ zur Heranbildung von guten Priestern für die deutschsprachigen Länder gegründet. Jene sollten befähigt werden, Leitungsaufgaben zu

Abt Markus Kniepasser, Stift Wilten, Äbtebilder

Abt Simon Kammerlander, Stift Wilten

Das Martyrium des Hl. Laurentius in der Krümme des Pastoralstabes

Laurentius-Pastoralstab, Stift Wilten, Hans Wetzler, Augsburg 1596.

Text: Prior Klemens Halder OPraem Stift Wilten Aktuell

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CONTEMPLATIO Quellen - Fortsetzung: Forcher, Erzherzog Ferdinand II., 285-289. B. Schneider, Aloysius von Gonzaga. In: Peter Manns, Die Heiligen, 464-467. Forcher, 208; Gelmi, 183 f. Forcher, 156, 289; Gelmi, 184; Augustin Pötscher, Geschichte des Servitenordens, Salzburg 2001, 111f. Gelmi, 174-179.

übernehmen. Für Ordensstudenten waren im Germanikum insgesamt nur sechs Plätze vorgesehen. Abt Kammerlander aber erreichte durch Interventionen des Tiroler Landesfürsten beim Papst, dass aus Wilten mehrmals Studenten aufgenommen wurden, einzelne Male auch zwei zugleich. Die wissenschaftliche Ausbildung erhielten die Germaniker an der päpstlichen Universität. Das Bildungsziel des Germanikums war in erster Linie, Priester und tüchtige Seelsorger heranzubilden. In jesuitischem Geist wurden sie vor allem im Religiösen und Seelsorglichen geformt. Auch an den deutschen Universitätsorten Dillingen und Ingolstadt war neben der wissenschaftlichen auch die spirituelle und seelsorgliche Ausbildung ganz wesentlich. Die dortigen Studienhäuser für Ordensleute standen unter der Leitung von Jesuiten. Wiltener Studenten erwarben in ansehnlicher Zahl die höheren akademischen Grade eines Magisters oder Doktors, teils in Philosophie, teils in Theologie. Solcherart gut ausgebildete Wiltener Prämonstratenser konnten schon bald selbst den Ordensnachwuchs unterrichten. Besonders fähige Mitglieder wurden weiterhin an Universitäten gesandt. Ab 1598 dürfte es in Wilten eine philosophisch-theologische Hauslehranstalt gegeben haben.

blieben in Innsbruck und beschlossen, ehelos zu bleiben und ihr Leben Gott zu weihen. Auf Dauer wollten sie ein eigenes Kloster haben. 1567, im Jahr der Ankunft von Erzherzog Ferdinand II., wurde für sie mit dem Bau des Adeligen Damenstiftes in Hall begonnen, 1570 wurde die dortige Stiftskirche eingeweiht. Als Seelsorger wünschten die Erzherzoginnen Jesuiten. Neben ihrem Stift wurden deshalb ein Jesuitenkolleg und die Haller Jesuitenkirche erbaut. 1573 konnte mit der Besiedlung des dortigen Jesuitenklosters auch eine Lateinschule eröffnet werden. Es wurde auch ein Haus für arme Schüler eingerichtet. Somit leistete das Haller Damenstift, in dem bald vierzig adelige Frauen lebten, einen wichtigen Beitrag für die Bildung und Seelsorge im mittleren Inntal.

Hall, Jesuitenkirche, rechts anschließend Erzherzogin Margretha, Stift Wilten Hall, Herz-Jesu-Basilika, Kirche des ehemaligen Damenstiftes

Für die Erneuerung des christlichen Lebens in der 2. Hälfte des 16. und am Anfang des 17. Jahrhunderts ging viel Wertvolles von neuen Orden in Innsbruck und Hall aus. 1562 hatten die Jesuiten ihre Tätigkeit in Innsbruck begonnen, 1564 folgten die Franziskaner dem Ruf Kaiser Ferdinands I. nach Innsbruck. Sie taten Dienst an der Hofkirche, der Erinnerungskirche an Kaiser Maximilian I. und lebten im angrenzenden Kloster (heute Volkskunstmuseum). Im 17. Jahrhundert entstanden auch an weiteren Orten des großen Tirol Franziskanerklöster. Drei Schwestern von Erzherzog Ferdinand II., nämlich Magdalena, Margaretha und Helena, die wegen der Schmalkaldischen Kämpfe 1547 mit der kaiserlichen Familie ins sichere Innsbruck übersiedelt waren,

Gebäude des ehemaligen Damenstiftes, heute Kloster der Herz-Jesu-Schwestern

Nach dem Tod seiner Gemahlin Philippine Welser im Jahr 1580 hatte Erzherzog Ferdinand II. 1582 die erst sechzehnjährige Anna Katharina aus dem Fürstengeschlecht der Gonzaga von Mantua geheiratet. Aus einer Nebenlinie der Gonzaga stammte übrigens auch der Heilige Aloisius. Von jung an hatte er sich vom oft zügellosen Leben an den Fürstenhöfen, an denen er als Page zur Ausbildung im höfischen Leben wohnte, fern gehalten. Er wollte für Gott leben und konnte schließlich siebzehnjährig seinen Erbverzicht als ältester Sohn durchsetzen und im Jahr 1585 in den Jesuitenorden eintreten. Bei der Pflege von Pestkranken in Rom steckte er sich an und starb am 21. Juni 1591.


CONTEMPLATIO Kapuzinerkirche, Innsbruck

Erzherzogin Anna Katharina (Juliana) von Gonzaga, Servitenkloster Innsbruck

Als Anna Katharina, die zweite Frau Ferdinands II., einen italienischen Prediger und Beichtvater am Innsbrucker Hof wünschte, stimmte der Erzherzog der Berufung von Kapuzinern in dieses Amt zu. Ferdinand II. lernte sie schätzen und gründete als dritte Ordensniederlassung in Innsbruck ein Kloster für diesen jüngsten Zweig der franziskanischen Orden. 1595, im Todesjahr Ferdinands II., konnte das Kapuzinerkloster von Patres besiedelt werden. In der Folgezeit entstanden an vielen Orten Nord- und Südtirols Kapuzinerklöster. Durch ihre arme und volksverbundene Art trugen die Kapuziner ähnlich wie die Franziskaner viel bei zur religiösen Erneuerung des einfachen Volkes. Die zweite Frau Ferdinands II. hatte ihm nicht - wie ersehnt - einen Sohn geboren, der Nachfolger des Landesfürsten hätte werden können, freilich Töchter. Als junge Witwe lebte Anna Katharina zunächst in ihrem Witwensitz, der sich gegenüber der Hofburg etwa im Bereich des heutigen Landestheaters befand. 1606 bestimmte sie Teile ihres Gartens als Baugrund für ein Kloster von klausurierten Servitinnen. Daran anschließend wurde das sogenannte Regelhaus errichtet, in welches die fromme Landesfürstin mit ihrer Tochter Maria und fünfzehn weiteren adeligen Damen 1612 einzog. Nachdem diese Frauenklöster von Kaiser Joseph II. 1783 aufgelöst

worden waren, wurden die Gebäude als Militärkaserne genützt. Heute befindet sich auf dem Gelände dieser ehemaligen sogenannten Klosterkaserne die Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Innsbruck. Erzherzogin Anna Katharina stiftete schließlich noch das Servitenkloster für Männer in der heutigen Maria-TheresienStraße, das Patres aus Italien 1616 beziehen konnten. In der Diözese Brixen begann die Umsetzung der Reformvorgaben des Konzils von Trient erst richtig unter Bischof Christoph von Spaur (1601-1613). Es herrschten damals in der Diözese trostlose Verhältnisse. In den 70 Seelsorgestationen des Weltklerus gab es 101 Priester, von denen nur zwei der Diözese angehörten. Alle anderen waren aus oft undurchsichtigen Gründen von anderswo her gekommen, der Großteil von ihnen lebte im Konkubinat. Der Bildungsstand jener Geistlichen war katastrophal. Aber durch regelmäßige Visitationen, durch Diözesansynoden und die Erlassung einer Bistumsordnung konnte die Situation bald wesentlich verbessert werden. Bischof Spaur gründete 1607 das schon länger geforderte Priesterseminar, in dem die Theologiestudenten nach einer strengen Ordnung zu leben hatten und wissenschaftlich ausgebildet wurden.

Kloster und Kirche der Serviten, Innsbruck

Stift Wilten Aktuell

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CONTEMPLATIO

Musik zum „Maximilianjahr“ Das Vokalquintett Cinquecento, das Dufay-Ensemble und die Cappella Mariana erinnerten am 17. August mit ihrem Konzert in der Stiftskirche Wilten an ein Gipfeltreffen aus dem Jahr 1503, als sich am Hof des Kaisers Musiker aus den Niederlanden und Innsbruck für zwei Auftritte vereinigten. Gedenktag des Heiligen Augustinus - Am 25. August wurde in der Stiftskirche Wilten das einzige für diesen Festtag komponierte Proprium aus der Feder des Maximilianischen Hofkomponisten Heinrich Isaac von der Capella Wilthinensis unter der musikalischen Leitung von Stiftskapellmeister Norbert Matsch aufgeführt. Die Messe wurde choraliter gesungen. Das Proprium „In Festo S. P. N. Augustini“ ist im 3. Band

„Motetten für Maximilian“ in der Stiftskirche Wilten

Höfische Musik der Renaissance in Tirol „Motetten für Maximilian“ - unter diesem Titel fand das Konzert im Rahmen der „Innsbrucker Festwochen der Alten Musik“ statt. Anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian hat das Land Tirol das Jahr 2019 zum „Maximilianjahr“ ausgerufen. Zu Gast bei den „Festwochen der Alten Musik“ waren drei Vokalensembles, die Musik von Habsburger Hofmusikern wie Joaquin Desprez, Heinrich Isaac und Paul Hofhaimer singen und so einen weiten geschichtlichen Bogen spannen: ein halbes Jahrtausend nach dem historischen Aufeinandertreffen der Hofkapellen Maximilians im Jahr 1503 kamen neuerlich Vokalkapellen in Innsbruck zusammen. Das „Dufay Ensemble“ nahm dabei die Rolle der Burgundischen Kapelle ein, während die Gruppe „Cinquecento“ und die „Cappella Mariana“ das österreichische musikalische Herrschaftsgebiet Maximilians repräsentierten. So erklangen Meisterwerke der Frührenaissance in der einstigen Residenzstadt des Kaisers. 18

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des „Choralis Constantinus“ enthalten. Die Proprien des „Choralis Constantinus“ komponierte Isaac, als er von der Konstanzer Hofkantorei den Auftrag erhielt, „etlich officia in summis festivitatibus“ zu verfassen. Isaac weilte 1507 mit der Hofkapelle Maximilians beim Reichstag in Konstanz. Capella Wilthinensis


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Die Orgeln der Hofkirche in Innsbruck Am 5. September wurde im Rahmen der Preisverleihung des internationalen Paul-Hofhaimer-Orgelwettbewerbs in der Hofkirche Innsbruck der fünfte Band der Buchreihe Tiroler Orgelschatz präsentiert. Die Buchreihe Tiroler Orgelschatz möchte herausragende Instrumente würdigen, ihre Geschichte dokumentieren und sie somit vermehrt ins öffentliche Bewusstsein rücken. Eine mit großem Aufwand aufbereitete optische und akustische Präsentation ermöglicht es, verschiedene Orgeln miteinander zu vergleichen und ihre historische Bedeutung besser zu erkennen. 2003 ist als Band 1 der Schriftenreihe Tiroler Orgelschatz das Buch „Die DanielHerz-Orgel der Stiftskirche Wilten in Innsbruck“ erschienen. Die herausragende Bedeutung dieses Tiroler Orgelbauers aus dem 17. Jahrhundert wurde 2010 mit dem Band 2 „Die Daniel-Herz-Orgel der Frauenkirche in Brixen“ bestätigt. Der 2015 herausgegebene Band 3 „Die ChristophEgedacher-Orgel der Liebfrauenkirche in Kitzbühel“ wendete den Blick in das östliche Nordtiroler Unterland und weitete diesen in den Salzburger und südbayerischen Kulturkreis. Band 4 „Die Orgeln der Zisterzienserabtei Stift Stams“ stellte 2016 vier bedeutende Orgeln aus dem westlichen Nordtiroler Oberland akribisch vor und erkundete die kulturellen Verbindungen in das schwäbische Bayern. Der aktuelle Band 5 behandelt nun die zwei bedeutendsten historischen Orgeln im Tiroler Raum: die Ebert-Orgel in der Hofkirche Innsbruck und die Italienische Orgel in der nebenan befindlichen Silbernen Kapelle. Beide Instrumente sind Unikate aus dem 16. Jahrhundert und stellen mit ihrer historisch originalen Substanz einen unschätzbaren Wert dar; zudem erschließen sie die Klangwelt der Renaissance in außergewöhnlichem Maß. Die Autoren behandeln äußerst genau die zwei Orgeln und stellen neue aktuelle Erkenntnisse vor. Die Publikation umfasst

zwei Teilbände im Schuber mit zwei CDs, auf denen Archivaufnahmen aus dem ORF-Landesstudio Tirol die Instrumente klanglich dokumentieren. Inhalt Teil 1 Die Ebert-Orgel • Kurt Estermann: Zur Reihe „Tiroler Orgelschatz“ • P. Rupert Schwarzl OFM: Zum Geleit • Franz Caramelle: Die Innsbrucker Hofkirche • Matthias und Alfred Reichling: Orgelgeschichte der Hofkirche in Innsbruck • Reinhard Böllmann und Jürgen Ahrend: Die Ebert-Orgel der Innsbrucker Hofkirche – Bestandsaufnahme, Restaurierung, Spurensicherung • Hemma Kundratitz: Die Bilder der Ebert-Orgel • Matthias und Alfred Reichling: Der Orgelbauer Jörg Ebert und seine Familie • Brett Leighton und Johannes Strobl: In Cytharis vel etiam in Organum – Zur Tastenmusik von und um Paul Hofhaimer • Franz Gratl: Streiflichter zur Kirchenmusikpflege der Innsbrucker Hofkapelle in der Hofkirche 1561–1748 • Kurt Estermann: Zum Programm der CD 1 – Die Ebert-Orgel

Text: Kurt Estermann Stiftsorganist

Herausgeber Kurt Estermann präsentierte die beiden neuen Teilbände „Die Orgeln der Hofkirche in Innsbruck“ im

Inhalt Teil 2 Die Italienische Orgel in der Silbernen Kapelle • Franz Caramelle: Die Silberne Kapelle der Innsbrucker Hofkirche • Matthias und Alfred Reichling: Orgelgeschichte der Silbernen Kapelle in Innsbruck • Gerardus de Swerts, Pier Paolo Donati und Reinhard Böllmann: Die Italienische Orgel der Silbernen Kapelle – Beschreibung, Restaurierung, Spurensicherung • Gerardus De Swerts, Pier Paolo Donati und Reinhard Böllmann: Organo di legno – Überlegungen zu Typus und Provenienz des Innsbrucker Instruments • Franz Gratl: Organisten und Orgelmusik in Innsbruck, ca. 1560-1620 • Kurt Estermann: Zum Programm der CD 2 – Die Italienische Orgel in der Silbernen Kapelle

Schuber mit 2 CDs, Buchreihe Tiroler Orgelschatz.

Alle Ausgaben der Buchreihe Tiroler Orgelschatz sind u. a. beim Helbling-Verlag erhältlich: www.helbling.at Stift Wilten Aktuell

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CONTEMPLATIO

Symposion zum Maximilian-Jubiläum In der Zeit vom 6. bis 8. September 2019 fand im Haus der Musik in Innsbruck als Veranstaltung der Universität Mozarteum Salzburg das interdisziplinäre Symposion „Zum Maximilian-Jubiläum – Die Orgeln der Hofkirche Innsbruck und ihr kulturelles Umfeld: Geschichte und Gegenwart“ statt.

Tagungsleiter Kurt Estermann konnte die zahlreich erschienenen, internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposions in Innsbruck begrüßen.

Festvortrag von JeanClaude Zehnder

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22 Referenten aus Europa und den USA trugen unter der Tagungsleitung von Kurt Estermann (Salzburg) neue Erkenntnisse aus den Bereichen der Komposition, des Orgelspiels, der organologischen Forschung, der Musikwissenschaft und der Musiktheorie vor. An den drei Abenden fanden jeweils Konzerte mit alter bis neuester Orgelmusik statt. Grundausrichtung des Symposions war, den Bogen vom Repertoire der Zeit der historischen Hofkirchen-Instrumente bis in die Gegenwart interdisziplinär, möglichst im Brückenschlag von Alt und Neu, zu spannen. Die historischen Orgeln der Hofkirche in Innsbruck haben weltweite Bedeutung. Die süddeutsch-österreichische Schwalbennestorgel von Jörg Ebert (1558, 15 Register) ist die älteste in den wesentlichen Teilen erhaltene größere Kirchenorgel nördlich der Alpen, der Organo di legno in der Silbernen Kapelle der Hofkirche (um 1580, 7 Register) erschließt authentisch das entsprechende italienische Tastenmusikrepertoire. Ausgehend von diesen bedeutenden Renaissance-Instrumenten wurden während des Symposions einerseits

die Musik im Umfeld von Kaiser Maximilian I. und die (Tasten-)Musik des 15. und 16. Jahrhundert untersucht, andererseits die Verhältnisse der Orgelmusik des 20. und 21. Jahrhunderts in Beziehung von Tradition, Historismus und Avantgarde reflektiert. Der erste Tag stand im Zeichen der Ebert-Orgel. Nach dem eröffnenden Festvortrag von Jean-Claude Zehnder (Basel) sprach Klaus Lang (Graz) über die Einflüsse der späten Renaissance-Musik auf seine Orgelkompositionen, Thomas Lacôte (Paris) über Parallelen historischer Orgelmusik und seinem Orgelwerk „Agencement-Rhizome“ von 2004. Franz Körndle (Augsburg), Franz Gratl (Innsbruck) und Johannes Strobel (Luzern) reflektierten in einem weiteren Panel das Umfeld der Organisten und der Orgeln am Beginn des 16. Jahrhunderts. Im Abschnitt „Instrument und Praxis“ gaben Reinhard Böllmann (München), Peter Waldner (Innsbruck) und Felix Diergarten (Freiburg) Einblicke in die bautechnischen Eigenheiten der Ebert-Orgel, die Baldachin-Orgel auf der Churburg und in einen bisher unveröffentlichten Musik-Traktat aus dem Umfeld Kaiser Maximilians I. Am Abend spielten JeanClaude Zehnder und Peter Planyavsky (Wien) an der Ebert-Orgel (1558) und der Mauracher-Orgel (1900) in der Hofkirche Innsbruck ein durchmischtes Programm einerseits mit Werken von Hans Kotter, Paul Hofhaimer, Arnolt Schlick und Antonio de Cabezón, andererseits mit Orgelkompositionen und -improvisationen von Peter Planyavsky. Der zweite Tag stellte den Organo di legno in den Mittelpunkt. Gerhard De Swerts (Kalmthout) sprach über Herkunft und Eigenheit dieser italienischen RenaissanceOrgel in der Silbernen Kapelle. Pieter van Dijk (Alkmaar) verglich ausgehend von der Van-Covelens-Orgel in Alkmaar (1511)


CONTEMPLATIO die entsprechenden Instrumente im niederländischen und norddeutschen Raum. Das folgende Panel „Avantgarde und Tradition“ wurde mit einem Beitrag von Diane Luchese (Towson) über György Ligetis Orgel-Etüde „Harmonies“ eröffnet. Zsigmond Szathmáry (Freiburg) sprach in Form eines Interviews mit Wolfgang Kogert (Salzburg) über sein Orgelschaffen und sein neuestes Orgel-Opus. Peter Planyavsky (Wien) schloss mit einem Beitrag zur Orgelmusik von Anton Heiller an. Der Konzert-Abend fand in der Silbernen Kapelle der Hofkirche Innsbruck statt. Luca Scandali (Pesaro) musizierte alternierend mit einem Blockflöten-Consort der Universität Mozarteum Salzburg (Felix Gutschi, Friederike Klek, Tabea Seibert) am Organo di legno (um 1580) Werke von Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Andrea Antico, Marco Antonio Cavazzoni und Claudio Veggio. Das Blockflöten-Consort spielte dazu alternierend u. a. die intavolierte Fassung der von Johann Nepomuk David für den Innsbrucker Organo di legno geschriebenen Partita „Innsbruck, ich muss dich lassen“ (1955). Den dritten Tag eröffneten Beiträge von Martin Riccabona (Linz) und Frederik Kranemann (Freiburg) zu speziellen Formen der Renaissance-Orgelmusik. Das folgende Panel „Ausbrüche“ wurde mit einem Referat von Christoph Herndler (Gaspoltshofen) über experimentelle Notation und Klangpotential eingeleitet. Wolfgang Kogert (Salzburg) setzte mit Überlegungen zum Orgelschaffen von

Friedrich Cerha fort, Erich Urbanner (Wien) reflektierte seine Komposition „Orgelwerk 1998“ in Form eines Interviews mit Kurt Estermann (Salzburg) und Ludwig Lusser (St. Pölten). Das abschließende Panel „Ideale“ wurde mit Vorträgen zu Orgeln und Orgelbau des 15. und 16. Jahrhunderts durch Johan Zoutendijk (Ittervoord), Fedosia Tabyisova (Jakutsk) und Alfred und Matthias Reichling (Würzburg) gestaltet. Der letzte Abend des Symposions wurde an den drei Orgeln der Stiftskirche Wilten beschlossen. Pieter van Dijk (Alkmaar) wechselte sich mit Intavolierungen von Paul Hofhaimer an der Chor-Orgel von Daniel Herz (1670) mit Ludwig Lusser (St. Pölten) an der Reil-Chororgel (2008) ab, der in aufgeteilter Form das „Orgelwerk 1998“ von Erich Urbanner spielte. Wolfgang Kogert (Salzburg) gab dazwischen an der Festorgel von Verschueren Orgelbouw (2008) Werke der Avantgarde von Thomas Lacôte, Zsigmond Szathmáry und Friedrich Cerha. Hervorgehoben sei die Uraufführung der „Toccata breve“ von Zsigmond Szathmáry, die in der Stiftskirche Wilten zum ersten Mal öffentlich erklang. Neben den dreitägigen Referaten und Abendkonzerten fanden Exkursionen zum Kenotaph von Maximilian I. in der Hofkirche Innsbruck und nach Schloss Ambras statt. Eine Veröffentlichung ausgewählter Beiträge im Rahmen eines Tagungsbands in der Reihe STUDIA WILTHINENSIA ARTIS ORGANI ist geplant.

Luca Scandali an der Italienischen Orgel in der Silbernen Kapelle der Hofkirche Innsbruck

Gruppenbild nach dem abschließenden Konzert in der Stiftskirche Wilten


CARITAS

Interkultureller Gemeinschaftsgarten Der Interkulturelle Gemeinschaftsgarten Innsbruck-Wilten auf einem Grundstück des Stiftes besteht seit 10 Jahren. Am 5. Oktober wurde deshalb gefeiert.

Gemütliche Feierstunde - wetterbedingt im Stadtteilzentrum Wilten

Text: Petra Obojes

Der Interkulturelle Gemeinschaftsgarten in Wilten, etwas westlich der Basilika 22

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Der Spatenstich 2009 war aufregend - der erste öffentliche Gemeinschaftsgarten in dieser Größe für Innsbruck! Wird „es“ funktionieren? Garten einrichten, Menschen zusammenfinden, gemeinsame Regeln erarbeiten, neue Netzwerke erschließen, anbauen und ernten, Vereinsgründung ... 10 Jahre mit vielen Entwicklungen, mehreren Organisationsstrukturen, wechselnden Mitgliedern, Umbau am Grundstück, Herausforderungen im Garten- und im Gruppenalltag. Doch: es gibt ihn noch und er erfüllt nach wie vor viele Menschen mit Freude. Beim Geburtstagsfest war er-

kennbar, dass für sie der Interkulturelle Gemeinschaftsgarten ein besonderer Ort ist - oder für einige Zeit war. Ein besonderer Dank gilt Fernando RuizPeyre, der seit dem allerersten Infotreffen im Frühjahr 2009 den Garten begleitet. Herzlichen Glückwunsch und ein gutes Wachstum weiterhin allen Mitgliedern des interkulturellen Gemeinschaftsgartens Innsbruck! Im Garten finden Begegnungen für Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen, Lebensformen und Altersstufen statt. Er bietet die Möglichkeit, auf einem gemeinschaftlich genutzten Grund Gemüse, Kräuter und andere Pflanzen zur Eigenversorgung anzubauen und miteinander in Kontakt zu treten. Da ist Platz und Raum für gemeinsame Arbeiten, Gespräche, Feste und Workshops. Akteure im Garten bieten Führungen für Vereine, Schulklassen und interessierte Gruppen an. Der Garten wurde 2009 unter der Trägerschaft des Tiroler Bildungsforums gegründet und schrittweise in die Hände der Gartenakteure überführt. Seit 2012 ist das Projekt ein unabhängiger Verein. Das Grundstück stellt dem Verein das Stift Wilten zur Verfügung.


COMMUNIO

Nachprimiz Hochfest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel Am 16. Juli feierte D. Leopold Baumberger OPraem mit dem Konvent des Karmelklosters St. Josef und St. Teresa in Mühlau eine

Heilige Messe. Nach der Eucharistiefeier spendete er allen Anwesenden den Primizsegen.

D. Leopold spendet im Karmelkloster St. Josef und St. Teresa den Primizsegen

Die Jahreszeiten Am 11. Oktober musizierten die Wiltener Sängerknaben gemeinsam mit der Philharmonie Timisoara unter der Leitung von Johannes Stecher eines der eher selten aufgeführten Werke von Joseph Haydn. Die Solopartien beim Konzert im Haus der Musik in Innsbruck wurden von Martha Harreiter (Hanne), David Kerber (Lukas) und Oliver Sailer (Simon) dargeboten. Darüber hinaus wirkten in kleinen Ensembles weitere Solisten der Wiltener Sängerknaben mit. Haydn arbeitete zwei Jahre an diesem Meisterwerk, bevor es 1801 in Wien uraufgeführt wurde. Er komponierte ein Feuerwerk von großen, effektvollen Chören, das sich mit virtuosen und innigen Arien abwechselt. Die wunderbare Behandlung des Orchesters zeigt einen genialen, reifen Haydn und den Beginn des Zeitalters der Aufklärung. Das Libretto zu dem weltlichen Oratorium „Die Jahreszeiten“ wurde von Baron Gottfried van Swieten verfasst, beschreibt Jahres- und Tageskreis und die heiteren wie eindringlichen Naturschilderungen des Landlebens zeigen den Einfluss der Philosophie Rousseaus.

Bei den Wiltener Sängerknaben kommt auch der Spaß nicht zu kurz, wie es auf den Plakaten für das Jahreszeiten-Konzert zu sehen war.

Terminvorschau: 16. und 23. November - 19 Uhr Hofkirchenkonzerte - Hofkirche Innsbruck 21. Dezember - 16 und 20 Uhr Weihnachtsoratorium von J. S. Bach Basilika Wilten Stift Wilten Aktuell

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COMMUNIO

Durststiller für die Seele Die Landeshauptleute Platter und Kompatscher zeichneten am Hohen Frauentag, einem Tiroler Landesfeiertag, verdiente Frauen und Männer aus. Abt Raimund bei der Predigt in der Jesuitenkirche

Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann bei der Lesung

Capella Wilthinensis

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Sich für das Gemeinwohl einsetzen, das Wir vor das Ich stellen, füreinander da sein – das ist eine Lebenseinstellung, die unzählige Menschen in Tirol und Südtirol auszeichnet. Aus diesem Grund wurden am 15. August Frauen und Männer aus Nord-, Ost- und Südtirol für ihr Engagement zum Wohl der Allgemeinheit von den Landeshauptleuten Günther Platter und Arno Kompatscher im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg vor den Vorhang geholt und mit Verdienstkreuzen, Verdienstmedaillen und Lebensrettungsmedaillen geehrt. Weiters wurde Hofbesitzern das Recht verliehen, den Titel „Erbhof“ zu führen. Der Ehrung vorangegangen war der Festgottesdienst in der Jesuitenkirche Innsbruck. In seiner Predigt dankte Abt Raimund Schreier den Anwesenden für ihren Einsatz. Er richtete aber auch einen Appell zur Solidarität mit allen Hilfesuchenden, besonders mit allen Dürstenden an die Gläubigen: „Am heutigen Marienfeiertag stellt uns die Kirche Maria als erste Christin vor Augen. Sie hat ihr Leben mit anderen geteilt. Denken wir an die wunderbare Szene aus dem heutigen Festevangelium:

Maria geht zu Elisabeth, sie kommt ihr zu Hilfe. Maria macht sich auf den Weg, um ihrer Kusine Elisabeth, die ein Kind erwartet, beizustehen. Man muss sich das vorstellen. Die Mutter Gottes, selber schwanger, unternimmt einen Vier-Tage-Fußmarsch über das Gebirge, von Nazareth bis En Kerem. Das sind etwa 150 km. Maria geht dorthin, wo sie gebraucht wird. Sie denkt zuerst an die anderen. Zurückgehend auf das Wort Jesu ‚Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen’ (Joh7,37f), lud Abt Raimund die Anwesenden ein: „Nehmt jeden Tag die Heilige Schrift zur Hand! Lesen wir einige Sätze, kurze Abschnitte, um unsere Seele zu erfrischen. Nehmen wir einen Satz aus dem Evangelium oder sonst einen Abschnitt der Bibel mit in den Tag als Durststiller für die Seele. Und mein Leben und das Leben unter uns wird zum Jungbrunnen. Nur mit der Heiligen Schrift kann Christsein konkret werden in unserem persönlichen Leben und in unserem Miteinander.“


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Erneuerung der Visionen Pastoraltheologe Paul M. Zulehner beim Starttag für Pfarrgemeinderäte Rund 2300 Personen sind derzeit in der Diözese Innsbruck als Pfarrgemeinderäte tätig. Unter dem Motto „Anregungen für ein engagiertes Christ-Sein heute“ stand am 7. September der Starttag für Pfarrgemeinderäte im Haus der Begegnung in Innsbruck. Hauptreferent war der Pastoralthe-

ologe Paul Michael Zulehner. Er meinte zu den knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Wir brauchen eine Erneuerung der Visionen. Denn wir können Strukturen erst ändern, wenn wir Visionen haben. Es gilt, eine unwiderstehliche Lust auf Kirche zu machen.“ Pastoraltheologe Paul M. Zulehner beim Vortrag

Reger Gedankenaustausch der Teilnehmer im Haus der Begegnung

Abschied der Karmeliten von der Hungerburg Die männlichen Karmeliten verabschiedeten sich am 14. September von Innsbruck Ein denkwürdiger Tag: Nach 36 Jahren segensreichen Wirkens hat mit P. Josef Nagiller OCD nun auch der letzte Karmelitenpater das Kloster auf der Hungerburg in Innsbruck verlassen. Er wird künfig im Kloster Linz tätig sein. Die Ordensgemeinschaft wurde einst von Bischof Reinhold

Stecher in die Diözese gerufen. Sie hatten seither auch die Pfarrseelsorge für das Hungerburg-Gebiet ausgeübt. Generalvikar Florian Huber, Stadtdekan Bernhard Kranebitter sowie zahlreiche Vertreter aus dem Seelsorgraum dankten P. Josef und den Karmeliten für ihr Wirken.

Abschieds- und Dankgottesdienst mit P. Josef Nagiller OCD auf der Hungerburg

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Glaube ohne Werke überzeugt nicht Bei der Investitur des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Innsbruck wurden 23 Frauen und Männer in den Orden aufgenommen.

Großmeister Edwin Kardinal O´Brien bei der Investitur

Großprior Abt Raimund Schreier bei der Predigt Vorstellung des Spendenprojektes „Kleinbus für die Pfarre Gaza“ Weitere Informationen: www.oessh.at

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Höhepunkt der Feierlichkeiten, zu der 400 Gäste aus nah und fern kamen, war das am 21. September in der Wiltener Stiftskirche von Großmeister Edwin Kardinal O’Brien zelebrierte Pontifikalamt mit der Investitur von 23 Frauen und Männern. In seiner Predigt erinnerte Abt Raimund Schreier - er ist auch der Großprior der Statthalterei Österreich - die Damen und Herren daran, dass es neben dem Vertrauen auf Gott auch die konkrete Aktion braucht. Abt Raimund: „Ich habe keine anderen Hände als die deinen, um Gutes zu tun, um konkret zu lieben! Glaube ohne Werke überzeugt nicht. Wir alle sind von Gott gesandt. Wir sind wie ein Matthäus auch Apostel, d. h. Gesandte, um diesen Glauben durch unser ethisches Tun glaubwürdig zu vermitteln.“ Das Spendenprojekt - Bei der Investitur wurde nicht nur gefeiert, es war dem Orden sehr wichtig, auch ein konkretes Projekt im Heiligen Land zu unterstützen. Dr. Andreas Leiner stellte als Statthalter der Statthalterei Österreich das Spendenprojekt im Rahmen eines Pressegespräches vor. Gaza gilt als eine der ärmsten Regionen in ganz Palästina und ist gleichzeitig eines

der am dichtest besiedelten Gebiete weltweit (5.046 Personen pro km2). Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Zur hohen Arbeitslosigkeit kommen viele weitere soziale Probleme. Die politischen Schwierigkeiten der letzten Jahre und Jahrzehnte haben die Region stark getroffen – kaum einer bringt den aus den Nachrichten bestens vertrauten Namen Gaza nicht unmittelbar mit den Problemen in Nahost in Verbindung. In dieser muslimisch geprägten Region ist der Anteil der Christen gerade einmal 0,05% der Bevölkerung. In den 70iger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die katholische Pfarre Gaza vom Tiroler Priester Georg Gatt gegründet. Er war damals Vizerektor des Österreichischen Hospizes. Das Lateinische Patriarchat bemüht sich redlich, die Pfarre Gaza zu unterstützen und durch Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen zu strukturieren: Seit 1974 gibt es die Schule zur Heiligen Familie, die mit ihren über 650 Schülern als eine der besten Schulen der Region und als Ort des interreligiösen Austauschs gilt. Die Pfarre benötigt dringend einen Kleinbus, um ihre vielfältigen pastoralen, sozialen und Bildungsaktivitäten besser bewerkstelligen zu können. Der Orden wird die Pfarre Gaza bei der Anschaffung des Fahrzeuges unterstützen. Aufgabe des Ordens - Der Ordensauftrag besteht in erster Linie in der Stärkung des christlichen Lebens seiner Mitglieder. Das ist vor allem die Aufgabe der Priester (Prioren) im Orden: die spirituelle Vertiefung. Dies geschieht bei Kapitelsitzungen der Komtureien, bei Einkehrtagen, Ordenstagen, Wallfahrten, Gottesdiensten und durch das persönliche Gebet. Es sei hier angemerkt, dass bewusst wenige Priester aufgenommen werden, da dies vor allem ein Laienorden ist. Auf den Ordensmänteln ist das Jerusa-


COMMUNIO lemer Kreuz zu sehen – das Zeichen dieser Ordensgemeinschaft. Es besteht aus 5 Kreuzen und weist hin auf die 5 Wundmale Jesu am Kreuz. Jesus von Nazareth, der sich aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz hingegeben hat, ist das Zentrum der Ordensspiritualität. Ihn nachzuahmen, seine Worte in die Tat umzusetzen, ist die Aufgabe. Zum Leben gehört auch das Kreuz: die Hingabe für andere Menschen, die Nächstenliebe, verbunden mit Verzicht und Zurücknahme des Ego. Kreuz ist auch Zeichen der Vergebung, des gegenseitigen Verzeihens. Kreuz wird dann auch Zeichen des Bekenntnisses: Ich bekenne mich zu diesem gekreuzigten und auferstandenen Christus. In der Grabeskirche in Jerusalem gibt es den Hügel Golgotha, auf dem Jesus den Kreuzestod erlitten hat. Aber in der Mitte der Kirche steht die „Anastasis“, das leere Grab, Zeichen für seine Auferstehung. Damen und Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem bezeugen diesen Auferstandenen durch ihre Zufriedenheit, ihre Freude, ihre Hoffnung auf ein ewiges Leben und eine Auferstehung. Der zweite Ordensauftrag ist dann die konkrete Umsetzung dieser Kreuzesliebe vor allem gegenüber den Christen im Heiligen Land. Der Orden unterstützt religiöse,

karitative, kulturelle und soziale Werke und Einrichtungen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Dieses umfasst Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. Der Ritterorden hilft beim Wiederaufbau, investiert in Gesundheitseinrichtungen und Schulen und will so den wichtigen Zugang zur Bildung ermöglichen. Um der ansteigenden Auswanderung von christlichen Familien vorzubeugen, werden auch christliche Familien unterstützt. Immer wieder wird bestätigt, dass es ohne den Orden keine Zukunft für die Christen im Heiligen Land (ca. 2% der Bevölkerung im Heiligen Land) gäbe. Der Gesamtorden bringt etwa 95 % der institutionellen Ausgaben des Lateinischen Patriarchats auf. Außerdem gibt es die Heilig-Land-Kommission, die sich regelmäßig vor Ort und auf eigene Kosten über den Fortschritt der verschiedenen Projekte informiert und die entsprechende Unterstützung persönlich dorthin bringt. Der Ordensgemeinschaft wird oft Unrecht getan: Sie wird belächelt als mittelalterliches Relikt. Aber in Wirklichkeit leistet sie Großartiges – vor allem in der Hilfe gegenüber vielen Menschen im Heiligen Land. Es ist eine Gemeinschaft, die viel Gutes tut auf dem Fundament des Evangeliums.

Pontifikalamt in der Stiftskirche

Investitur von 23 Frauen und Männern in der Stiftskirche Wilten


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Hoffnungsvolle Finsternis Kino-Weltpremiere für den Otto-Neururer-Film im Metropolkino Innsbruck

Lucas Zolgar als Otto Neururer mit Antonio Wannek als SS-Mann Martin Sommer

Aktuelle Termine finden Sie auf der Webseite: www.otto-neururer.com

Nach zahlreichen Festivalauftritten mit mehrfachen Auszeichnungen und einer Filmvorführung im Vatikan erfolgte am 4. Oktober die Kino-Weltpremiere des OttoNeururer-Films „Hoffnungsvolle Finsternis“ im Innsbrucker Metropol. Die Veranstaltung war der Startschuss für eine große Tour durch ganz Österreich. Die Kino-Vorführungen wurden von Regisseur

Hermann Weiskopf, Drehbuchautor Peter Mair und zeitweise von Darsteller und Koproduzent Ottfried Fischer und anderen mitwirkenden Schauspielern begleitet. Film zeigt Menschen auf den Spuren des Tiroler Priesters - 36 Stunden dauert der qualvolle Todeskampf des Tiroler Priesters Otto Neururer im KZ Buchenwald: Jahrzehnte später macht sich Heinz Fitz, ein alternder Schauspieler und LebensbornKind mit der jugendlichen Straftäterin Sofia und dem an Parkinson erkrankten Pfarrer Anton auf die Suche nach den Spuren des seligen Priesters Otto Neururer. Heinz unternimmt die Reise durch Otto Neururers Leben, um wieder beten zu können und um die Scham über die Schuld des Vaters, der als eingefleischter Nazi Schreckliches angerichtet hat, in ihm zu heilen und inneren Frieden zu finden. Otto Neururer ist als erster österreichischer Priester in einem Konzentrationslager von den Nazis ermordet worden. Am 24. November 1996 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

25 Jahre Residenz Veldidenapark Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde das Jubiläumsfest begangen. Direktor Robert Hubmann und Pflegedirektorin Sonja Sattlegger begrüßten am 12. Oktober die Bewohner der Seniorenresidenz Veldidenapark sowie SuperinSuperintendent Olivier Dantine und Abt Raimund Schreier beim ökumenischen Gottesdienst

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tendent Olivier Dantine und Abt Raimund Schreier OPraem. „Die Tirolerinnen“ waren für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich.


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Ehrenprämonstratenser Ehrung für Monsignore Gottfried Fellner beim Bruderschaftsfest in der Wies. „Wir brauchen uns nicht zu fürchten vor der Zukunft. Wenn wir mit Christus gehen, können wir nicht verlieren.“ Abt Filip Lobkowicz vom Kloster Tepl in der Nähe von Marienbad in der Tschechischen Republik, zeigte sich beim Bruderschaftsfest in der Wies hoch erfreut, mit den zahlreichen Gläubigen den „Gegeißelten Heiland“ begleiten zu dürfen. Neben dem Hauptzelebranten stand heuer mit Raimund Schreier ein weiterer Abt am Altar. Sein überraschendes Kom-

men hatte einen besonderen Grund: Abt und Konvent des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten in Innsbruck verliehen Monsignore Gottfried Fellner aufgrund seines außerordentlichen Engagements für die Wieskirche die Würde eines EhrenPrämonstratensers. Die einst vom Orden des Heiligen Norbert erbaute Wallfahrtskirche hat für die Prämonstratenser bis zum heutigen Tage eine hohe Bedeutung.

Text: Gerhard Heiß

Ehrenprämonstratenser Monsignore Gottfried Fellner mit Abt Raimund Schreier und Fr. Alois Vorácek

Ein Mann seines Wortes Am 18. Oktober lud Abt Raimund schon zum zweiten Mal junge Erwachsene in das Stift Wilten ein, um auf der Basis des gemeinsam geschauten Films „Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes“ über Gott, den Glauben und die kommenden Herausforderungen zu diskutieren. Das Ziel dieses generationenübergreifenden Treffens ist es, voneinander zu lernen,

um sich gegenseitig im Glauben und im Leben zu befruchten. Film- und Gesprächsabend für junge Erwachsene im Stift Wilten

Stift Wilten Aktuell

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COMMUNIO

350 Jahre Universität Innsbruck Jubiläumsgottesdienst in der Jesuitenkirche und Festakt im Landestheater Vor dem Jubiläumsgottesdienst in der Jesuitenkirche weihte Bischof Hermann Glettler am Karl-Rahner-Platz zwei neue Glocken: Die Märtyrer-Glocke (sie erinnert an ehemalige Studierende der Universität Innsbruck, die als Märtyrer gestorben sind) und die MariaMagdalena-Glocke

Fünf „Festakte“ im Tiroler Landestheater

V. l. n. r.: LandestheaterDirektor Johannes Reitmeier, Bundesministerin Iris Rauskala, Rektor Tilman Märk, Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeister Georg Willi 30

Stift Wilten Aktuell

Am 15. Oktober 1669 genehmigte Kaiser Leopold I. die Erhebung des „Haller Salzaufschlags“, einer Sondersteuer zur Finanzierung einer Tiroler Landesuniversität. Diese Maßnahme war ausschlaggebend für die Entstehung der heutigen Universität Innsbruck. Beim Jubiläumsgottesdienst am 13. Oktober in der Jesuitenkirche/Universitätskirche wurde an die Rolle des Jesuitenordens und der Katholischen Kirche bei der Universitätsgründung erinnert. Die Universität Innsbruck ist aus dem Jesuitengymnasium hervorgegangen. Der Unterricht wurde bei der Gründung in die Hände des damals seit 100 Jahren bestehenden Jesuitenordens gelegt. Mit dem Studienjahr 1669/70 begann

der erste Universitätskurs in Logik, der Grundstein für die Philosophische Fakultät war damit gelegt. 1671 nahmen die Theologische und die Juridische Fakultät ihren Betrieb auf, das medizinische Studium begann 1674. Der historische Gründungstag, der 15. Oktober, stand ganz im Zeichen eines Festakts im Tiroler Landestheater: Zu sehen war eine Inszenierung in fünf „Festakten“, geschrieben von den Tiroler Autorinnen und Autoren Carolina Schutti, Erika Wimmer, Christoph W. Bauer, Elmar Drexel und Klaus Rohrmoser. Sie haben sich mit der Rolle der Universität in Vergangenheit und Gegenwart auseinandergesetzt. Mit diesem „Szenen-Reigen“ feierten Stadt Innsbruck und Land Tirol ihre Universität.


COMMUNIO

Skizufahrt für Heiligwasser Im Oktober 2019 wurde die Skizufahrt zur Wallfahrtskirche und zum Gasthaus Heiligwasser fertiggestellt. Die Heiligwasser-Wirtsleute Emlie Koll und Manuel Schwaiger konnten sich beim Lokalaugenschein von der gelungenen Ausführung überzeugen. Sie freuen sich, dass es durch die Skizu-

fahrt jetzt für die Skifahrer und Snowboarder am Patscherkofel möglich ist, direkt bis zum Gasthaus zu fahren, wo sie zu einem guten Essen oder einer gemütlichen Jause einkehren können. Emilie Koll und Manuel Schwaiger weisen den Weg nach Heiligwasser

Geheimnis und Licht Die Künstlerin Jutta Katharina Kiechl hat für die Pfarrkirche Innsbruck-Saggen den 18 Bilder umfassenden Bilderzyklus „Geheimnisse des Rosenkranzes - Wege ins Licht“ geschaffen.

Die Ölbilder auf Holz sind klein und in zerbrechlichen Farben gehalten. Darauf zu sehen sind die freudenreichen, die schmerzhaften und die glorreichen Geheimnisse des Rosenkranzes. „Bilder zu malen, die Geheimnis und Licht vermitteln, war der Anspruch des Auftrages, der im Januar 2018 an mich erging. Ein über viele Jahre gehegter und gereifter Wunsch einer großherzigen Frau aus der Schweiz“, so die Künstlerin. Hochwertige Reproduktionen der 18 berührenden Bilder sind ab sofort, mit einer entsprechenden Box geschützt, auch im Klosterladen des Stiftes Wilten zum Preis von € 12,00 erhältlich. Ein wunderbares Geschenk.

„Jesus, der von den Toten auferstanden ist“ Stift Wilten Aktuell

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Gottesdienste und Termine 24. November Christkönigssonntag 10.30 Uhr Pontifikalamt in der Stiftskirche

Joseph Haydn (1732-1809)

Missa Cellensis in C Hob XXII:8

Anton Heiller (1923-1979)

8. Dezember 18.00 Uhr

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria – Patrozinium der Basilika Wilten Vesper in der Stiftskirche

„Dem König aller Zeiten“

Orgelwerke von Johann Speth (1664-nach 1719)

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

Magnificat primi toni

(1685-1750)

aus: Ars magna consoni et dissoni,

Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564

Augsburg 1693

Capella Wilthinensis

19.00 Uhr

Pontifikalamat in der Basilika

18.00 Uhr

Feierliche Vesper in der Stiftskirche

César Franck (1822-1890)

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

Messe in A-Dur

(1685-1750)

Orgelwerke von Theodore Dubois (1837-1924)

Praeludium et Fuga in c BWV 546

Toccata

aus: 12 piéces pour orgue Nr. 3

Capella Wilthinensis

1. Dezember 1. Adventsonntag 18.00 Uhr Lichtvesper in der Stiftskirche

Orgelwerke von Johann Michael Bach

(1648-1694)

„Nun komm der Heiden Heiland“

19.00 Uhr

Konventmesse in der Stiftskirche

Adventliche Chormusik

Orgelwerke von Cesar Bresgen (1913-1988)

Adventpreludium

aus: Orgelbuch I Nr. 3, 1983

Wiltener Sängerknaben

Gottesdienstordnung Hl. Messe in der Stiftskirche 19.00 Uhr Sonntag 06.30 Uhr Montag, Dienstag, Donnerstag 07.30 Uhr Freitag, Samstag Hl. Messe in der Basilika 10.30 Uhr Sonntag 19.00 Uhr Mittwoch 19.00 Uhr Samstag Chorgebet in der Stiftskirche Laudes 07.30 Uhr Sonntag 07.00 Uhr Montag bis Freitag 07.30 Uhr Samstag (innerhalb der Hl. Messe) Vesper 18.00 Uhr jeden Tag An einzelnen Sonntagen (Hochfesten) findet die Eucharistiefeier um 10:30 Uhr in der Stiftskirche Wilten statt. Die Abendmesse um 19:00 Uhr wird dann in der Basilika gefeiert.

Das Jahresprogramm 2019 der Musica Sacra Wilthinensis ist in gedruckter Form und auf der Stift-Wilten-homepage verfügbar.


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Stift Wilten Aktuell - Herbst 2019 by bigdetail - Issuu