Biber Berti | Wildbach- und Lawinenverbauung Eine Einrichtung des Bundes
www.biberberti.com Leben mit Naturgewalten
Inhalt 6
Der Winter hält Einzug
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Eine lebende Schneekugel
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Berry der Bernhardiner
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Schnee
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Pulver- und Pappschnee
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Luftfeuchtigkeit
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Gefrorenes Wasser
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Sebastian
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Lawinenarten
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Im Schnee eingeschlossen
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Krisensitzung
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Schnee und nochmals Schnee
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Die Lawine
42
Was ist eine Lawine
44
Verschüttete Menschen
48
Der weiße Tod
50
Hubschrauber bringen Hilfe
52
Sonne bringt Sicherheit
54
Schutz vor Lawinen
58
Richtiges Verhalten
60
Steckbriefe
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Berry der Bernhardiner Schneefink Er ist ein naher Verwandter des Haussperlings. Allerdings lebt er in den Alpen nur in hochalpinen, felsigen Gebieten, oberhalb der Baumgrenze. Normalerweise bleibt er auch im Winter in diesen Höhen und kommt nur selten in die Waldregion. Er ist ein wahrer Überlebenskünstler des Hochgebirges.
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Berti bringt sich auf der hohen Schneewechte in Stellung und ist bereit den steilen Berghang hinunter zu flitzen. „Stopp! Zurück! Sofort zurück, das ist gefährlich!“, dröhnt plötzlich eine tiefe, laute Stimme zu den Freunden. Alle zucken zusammen und schauen sich um. Doch zu spät, Berti ist bereits losgefahren. Im vollen Lauf kommt ein großer Bernhardiner zu den Freunden. Er ruft Berti mit kräftiger Stimme nach: „Halt! Stopp! Bleib stehen!“ Doch Berti scheint ihn nicht zu hören. Er braust in großen Bögen den Hang hinab. Und da geschiet es: Ein Schneebrett löst sich hinter Biber Berti. Die scheinbar kleine Lawine wird schneller und
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hat ihn schon fast eingeholt. Den Freunden stockt der Atem, als sie tatenlos zuschauen müssen, wie die Schneemassen Berti überrollen und ihn mitreißen. Der kleine Biber wird von der Lawine immer wieder herumgewirbelt. Dann wird er von der weißen Masse verschluckt. Es dauert noch ein paar Sekunden, dann kommt die Lawine entgültig zum Stehen. Berti ist wie vom Erdboden verschluckt. Seine Freunde können ihn nicht mehr entdecken. Starr vor Schrecken und mit bleichen Gesichtern schauen alle auf die Stelle, wo sie Berti das letzte Mal gesehen haben. Sie sind mucksmäuschen still. Nur ein Schneefink zwitschert auf einem nahestehenden Baum sein Lied.
Der Bernhardiner ruft den erstarrten Freunden zu: „Bleibt hier! Ich werde versuchen ihn zu finden.“ Dann beginnt er den Abstieg. Der große, schwere Hund marschiert leichtfüßig und trittsicher durch den Schnee. Der abschüssige Hang erfordert seine ganze Konzentration. Endlich ist er sicher bei der Stelle angekommen, wo die Schneebrettlawine stehen geblieben ist. Er beginnt zu suchen. Da hört er Berti mit schwacher Stimme um Hilfe rufen. Mit zwei großen Sprüngen ist er bei ihm. Berti steckt in der Lawine. Nur sein Kopf und ein Arm schauen heraus. „Bist du verletzt?“, fragt der Bernhardiner. Beim Anblick der großen, feuchten Schnauze des riesigen Hundes schreckt Berti zurück. „Ich weiß nicht“, antwortet Berti, „mir tut alles weh.“
Vorsichtig beginnt der Lawinenhund zu graben. Die Freunde stehen oben am Hang. Sie machen sich große Sorgen um Berti. Nach einer Weile sehen sie, dass Biber Berti aus dem Schnee befreit ist und aufsteht. Sie sind erleichtert. „Alles in Ordnung“, ruft ihnen der Bernhardiner zu. Berti hebt den Arm und versucht zu winken. Er zittert am ganzen Körper und seine Knie schlottern. „Halte dich an mir fest und wir gehen langsam zum Waldweg zurück“, sagt der Hund. Dort treffen sie Hanne, Kilian und Stani wieder. Alle umarmen Berti und freuen sich, dass er nicht verletzt ist.
Schneewechte Diese Gebilde aus Schnee entstehen dann, wenn der Wind den Schnee über Geländekanten weht. Der Schnee wird stark verdichtet und lagert sich auf der windabgewandten Seite keilförmig an. Wenn Wintersportler über eine Wechte fahren, kann diese abbrechen und der Sportler stürzt mit ihr in die Tiefe.
Schneebrett Wenn Wintersportler eine Schneebrettlawine lostreten, dann ist es so, als würde sich der ganze Boden bewegen. Dabei sinkt der Sportler immer tiefer in den Schnee ein und schlussendlich wird er von den Schneemassen verschluckt.
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Schnee Ganz leise und gemächlich fallen die ersten Schneeflocken in diesem Winter vom Himmel. Sie legen sich übereinander bis der Schnee die Landschaft in eine weiße Pracht verzaubert hat. Manchmal ist der Schnee pulvrig fein, dann wieder feucht und klebrig. Fast nie ist der Schnee gleich.
Wie entsteht Schnee?
In der Natur entsteht Schnee nur in den Wolken. Wenn eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Temperatur niedrig ist, gefrieren Mini-Wassertröpfchen zu winzigen Eiskristallen. Diese Kristalle lagern sich an kleinen Staubteilchen ab. Die Luft wirbelt die Eiskristalle in der Wolke herum. Auf der Reise durch die Wolke friert immer mehr Wasserdampf an den Eiskristallen fest. Innerhalb kurzer Zeit wachsen diese zu Schneekristallen heran. In der Wolke stoßen diese mit anderen zusammen. Dabei verkleben sie oder verhaken sich, so dass sich mit der Zeit eine Schneeflocke bildet. Ist die Schneeflocke schwer genug, fällt sie zur Erde.
Warum habe Schneeflocken eine Sternenform?
Die Eiskristalle haben immer eine sechseckige Form. Das liegt an der Struktur der Wasserteilchen. Wenn nun Wassertröpfchen in einer Wolke gefrieren, entstehen Stäbchen, Prismen und Plättchen. Die unterschiedlichen Grundformen der Schneekristalle hängen von der Temperatur ab. Bei tiefen Temperaturen bilden sich Plättchen oder Prismen aus. Bei höheren Temperaturen werden es sechsarmige Sterne. Je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur wachsen die Schneekristalle zu unterschiedlich großen Schneeflocken.
Gibt es zwei gleiche Schneeflocken?
Die Wissenschaftler meinen, dass selbst wenn mehrere Billiarden Schneeflocken vom Himmel fallen, nie eine der anderen gleicht. Jede Schneeflocke ist für sich einzigartig - so wie der Mensch. Unter dem Mikroskop betrachtet haben Schneeflocken nur eines gemeinsam, sie sind sechseckig. Doch wie eine Schneeflocke ausschaut, wenn sie am Boden ankommt, bestimmt die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Wenn sich in der Wolke oder auf dem langen Weg zur Erde die Temperatur, der Wind oder die Luftfeuchtigkeit minimal unterscheiden, entsteht schon eine komplett andere Schneeflocke. Aber selbst unter gleichen Bedingungen werden sich die Kristalle zu unterschiedlichen Schneeflocken zusammensetzen.
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Was ist der Unterschied zwischen Schnee und Hagel/Eis?
Eis bildet sich auch aus Wasser aber im Gegensatz zu Schnee nicht direkt aus Wasserdampf. Wo immer schon viele Wassermoleküle zusammen sind (also in einem Wassertropfen), bildet sich niemals Schnee, sondern immer nur Eis. Wasser erstarrt einfach, so wie die Wasserteilchen gerade zusammen sind. In „schweren, dichten Wolken“ mit viel Wasser entsteht also Hagel! Nur in leichten, lockeren Wolken mit eher wenig Wasser entsteht Schnee. Bei Eis sind die Eiskristalle übrigens eng aneinander gelagert. Es gibt keine mit Luft gefüllten Zwischenräume. Deswegen lässt sich Eis auch nicht zusammendrücken.
Schnee am Boden
Liegt der Schnee am Boden verändert er sich schon wieder. Der luftig leichte Schnee sackt zusammen und wird dichter. Dabei brechen die feinen Kristallspitzen ab. Auch wenn der Wind die Schneeflocken über das Land peitscht, verändern sich diese.
Arten von Schnee
Auf den ersten Blick sieht Schnee eigentlich immer gleich aus. Doch Schnee ist nicht gleich Schnee! Es gibt ganz unterschiedliche Schneearten. Es kommt darauf an wie alt oder feucht der Schnee ist.
Alter des Schnees:
• Als Neuschnee bezeichnet man frisch gefallenen Schnee der nicht älter als einen Tag ist. Die Eiskristalle sind noch fein verzweigt mit spitzen Zacken. • Altschnee liegt schon länger als einen Tag. Die Kristalle haben ihre stark verästelte Form verloren und die Zacken sind abgerundet. • Harsch ist Altschnee, der an der Oberfläche schon einmal geschmolzen und dann wieder gefroren ist. Dadurch ist die Oberfläche des Schnees zu einer festen gefrorenen Schicht geworden. • Firn ist älter als ein Jahr. Die feinen Eiskristalle sind durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren zu größeren Eisbrocken verschmolzen. Aus Firnschnee können sich mit der Zeit Gletscher entwickeln.
Feuchtigkeit des Schnees
• Pulverschnee ist trockener Schnee, der nicht zusammenklebt, auch wenn man ihn ganz stark zusammendrückt. • Feuchtschnee (Pappschnee) klebt zusammen, wenn man ihn drückt. Der beste Schnee für eine Schneeballschlacht oder zum Bauen von Schneemännern. • Nassschnee ist sehr schwer und nass. Der ist schon so feucht, dass Wasser herauskommt, wenn man ihn drückt. • Faulschnee ist ein Gemisch aus größeren Schneebrocken und Wasser, die nicht mehr gut zusammenhalten. • Gletschereisschnee: heißt der stark verdichtete Firn
Wie schnell fällt eine Schneeflocke?
Pro Sekunde schafft eine Schneeflocke auf dem Weg von der Wolke zur Erde ungefähr einen halben bis zwei Meter. Eine Niederschlagswolke kann sich in einer Höhe bis zu 10 Kilometer befinden. So kann es über eine Stunde dauern, bis sie den Weg von der Wolke zur Erde geschafft hat.
Niederschlagswolken
Diese Wolken aus denen Schnee fällt, nennen die Fachleute: Nimbostratus. Sie sehen meist dunkelgrau aus und bedecken den Himmel vollständig. Sie sind oft über 3000 Meter dick.
Kann es zu kalt für Schneefall sein? Unter Minus 30 Grad Celsius (°C) fällt kein Schnee mehr. Bei solch tiefen Temperaturen ist die Luft zu trocken, um Schneekristalle entstehen zu lassen.
Warum ist Schnee eigentlich weiß?
Eigentlich sind Schneeflocken genau wie Wassertropfen, farblos. Die Eiskristalle der Schneeflocken sind jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren. Da das Sonnenlicht weiß ist, erscheint der Schnee ebenfalls weiß.
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Lawinenarten Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Lawinen: Lockerschneelawinen, die von einem Punkt ausgehen, und Schneebrettlawinen, bei denen eine ganze Schneetafel gleichzeitig ins Rutschen kommt. Lawinen bedrohen Menschen sowie ihre Siedlungen und Verkehrswege. Viele Lawinenschutzmaßnahmen haben in letzter Zeit dafür gesorgt, dass verheerende Lawinenniedergänge, welche Opfer in Ortschaften oder auf Verkehrswegen fordern, glücklicherweise nur mehr relativ selten vorkommen. Ganz gefährlich aber sind Lawinen für Sportler im winterlichen Gebirge. Im langjährigen Durchschnitt werden im Alpenraum jährlich rund einhundert Menschen von Lawinen getötet. Die meisten Lawinenopfer sind heute Schneesportler, die „ihre“ Lawine meist selbst ausgelöst haben.
Staublawine
Entsteht wenn der Schnee ganz trocken ist. Sie kann sich sowohl als Schneebrett als auch als Lockerschneelawine lösen. Im Verlauf ihrer Sturzbahn wird sie zu einer tödlichen Wolke mit enormer Zerstörungskraft. Der Luftdruck, den die Lawine erzeugt, ist verheerend. Er kann ganze Wälder niedermähen, Häuser schwer beschädigen, Fahrzeuge und Eisenbahnzüge umkippen. Für Mensch und Tier sind die Überlebenschancen in einer Staublawine sehr gering. Die Mischung aus Schnee und Luft presst sich in die Lungen und man erstickt. Staublawinen können mit bis zu 350 km/h ins Tal rasen.
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Lockerschneelawinen
beginnen an einem Punkt und breiten sich kegelförmig nach unten aus. Diese Lawinen entstehen oft dann, wenn frisch gefallener Neuschnee sich noch nicht zu einer Schneedecke verfestigt hat, oder nach längerer starker Sonneneinstrahlung. Dann taut der Schnee und rutscht von der darunter liegenden Schneeschicht ab. Lockerschneelawinen sind meist klein und können Wintersportler kaum verschütten.
Fließlawinen
Diese Lawinen kommen am häufigsten vor. Dabei fließt nasser oder trockener Schnee mit ca. 50 km/h den Hang hinab. Wir unterscheiden Schneebrettlawinen und Nassschneelawinen.
• Schneebrettlawine
Sie hat einen linienförmigen Anriss. Die abbrechenden Schneemassen gleiten blitzschnell als Schneebrett auf einer glatten Sturzbahn ab. Skifahrer werden augenblicklich erfasst und meist vollständig verschüttet. Eine solche Schneebrettlawine kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h zu Tal donnern und dabei einen Druck von ca. 40 Tonnen pro Quadratmeter entwickeln, in Extremfällen sogar 100 Tonnen pro Quadratmeter.
• Nassschneelawine
Im Gegensatz zu anderen Lawinen ist diese Fließlawine berechenbar. Meistens geht sie im Frühjahr bei Tauwetter zu Tal. Durch die Wärme wird der Schnee weich und „fließt“ in einer den Menschen bekannten Bahn den Hang hinab. Am Weg nach unten wird immer mehr Schnee mitgerissen und der nasse Schnee baut einen enormen Druck auf. Die Lawine ist in der Lage, Bäume und riesige Felsbrocken mitzureißen. Wenn sie im Tal auf Gebäude trifft, werden diese einfach zerdrückt.
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Alpen Die Alpen sind Europas höchstes Gebirge. Sie sind von Westen nach Osten 1200 Kilometer lang und von Norden nach Süden bis zu 250 Kilometer breit. Die Länder Frankreich, Schweiz, Liechtenstein und Österreich haben bedeutende Anteile an den Alpen. Außerdem reichen die Alpen auch noch nach Deutschland, Italien, Monaco und Slowenien.
Heliskiing Dabei lassen sich Skifahrer oder Snowboarder mit einem Helikopter auf einen Berg fliegen. Dann fahren sie genauso wie beim Tourengehen oder Variantenfahren durch einen unberührten Tiefschneehang ins Tal ab.
„Was sind nun Tourengeher und wie kommen die auf den Berg?“, fragt Berti neugierig. „Na fliegen, was denn sonst“, meldet sich Kilian. Hanne wirft Kilian einen bösen Blick zu und fordert ihn auf, nicht immer so vorlaut zu sein. „Wintersportler, die mit einem Helikopter auf den Berg fliegen, also so genanntes Heliskiing betreiben, sind eigentlich Variantenfahrer, da sie eine Aufstiegshilfe benützen“, gibt Sebastian als Antwort. „Tourengeher, wie der Name schon sagt, gehen durch die verschneite Bergwelt auf den Berg hinauf.“ Beim Raufgehen haben sie Zeit, die spätere Abfahrt genau kennen zu lernen. Sie können die Festigkeit der Schneedecke prüfen und auch Schneeprofile erstellen. Das machen die meisten Variantenfahrer nicht. Viele von ihnen sind unerfahren und sausen einfach die Hänge hinunter. Die vielen Schreckensbotschaften über verunglückte Variantenfahrer in den Medien zeugen von der Gefährlichkeit dieses Sports. In den Bergen muss man
Schneeprofil Das ist ein Querschnitt durch eine Schneedecke. Zuerst wird die Neuschneetiefe festgestellt. Danach graben die Profis mit einer Schneeschaufel die ganze Schneedecke ab. So können sie das Profil der ganzen Schneeschicht beobachten. Daran erkennen sie dann, wie fest oder locker die Schneeschichten sind. Sie folgern daraus, wie hoch die Lawinengefahr ist.
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wissen, was man tut, sonst ist die Katastrophe abzusehen.“ „So riskant ist das?“, meldet sich Berti mit trockener Kehle, „Der Schnee war schön glatt und hat so wunderbar geglitzert.“ Berti und Berry erzählen Sebastian ihr Erlebnis am Berg mit Bertis Schneeflitzer. Berti meint entschuldigend: „Ich habe gar nicht an irgendeine Gefahr gedacht.“ „Genau das ist das Problem bei den meisten Wintersportlern die im freien Gelände unterwegs sind“, sagt Sebastian energisch. „Sie sehen nur die prachtvolle, unberührte Schneelandschaft und denken nicht an die Gefahr einer Lawinen. Daher ist die Beratung durch einen Bergführer oder Skilehrer lebenswichtig. Kein Laie kann einen Hang als lawinensicher einschätzen! Es ist auch ganz wichtig, dass du dich von niemandem überreden lässt, in Hänge einzufahren. Denn bedenke immer: In einer Lawine zu sterben ist nicht cool, es macht dich aber cool!“ Dann herrscht Stille unter den Freunden.
Im Schnee eingeschlossen Seit zwei Woche schneit es im Großen Wettertal. Nur ganz selten hört der Schneefall für ein paar Stunden auf und die Sonne schaut aus den Wolken hervor. Dann kommen die Kinder ins Freie und bauen Schneemänner. Unsere Freunde haben schon eine ganze Schneefamilie gebaut. Immer wieder werden auch heftige Schneeballschlachten ausgefochten. Dabei verschanzen sich die Gegner in großen Schneeburgen. Die Wohnhäuser der Menschen und die ganze Landschaft werden täglich von neuen großen Schneemengen zugedeckt. Inzwischen ist so viel Schnee gefallen, dass alle Straßen nach Wassertobel gesperrt sind. Endlich hat es aufgehört zu schneien. Die Sonne blitzt durch die dichten Wolken. Berti
und seine Freunde laufen ins Freie. Patsch, da bekommt Biber Berti den ersten Schneeball von Kilian ins Gesicht geworfen. „Na warte“, ruft der, „du willst eine Schneeballschlacht? Die kannst du haben!“ Schon fliegen die Schneebälle wieder durch die Luft. Nur Sebastian steht etwas abseits und beobachtet mit besorgtem Blick, wie der anhaltende starke Nordwest-Wind den frisch gefallenen Schnee über die Berge peitscht. „Hallo Kilian“, ruft Sebastian. Doch der hört ihn nicht, denn er ist mitten in einer hitzigen Schneeballschlacht. Sebastian ruft noch einmal, aber etwas lauter. Alle sind plötzlich ruhig und schauen zu Sebastian. Dann kommen sie gemeinsam zu ihm. „Was ist passiert?“, fragt Kilian.
Schneeballschlacht Für einen Schneeball wird eine Handvoll Schnee zu einer Kugel geformt. Dazu eignet sich am besten Pappschnee. Mit kaltem, trockenem Pulverschnee ist es unmöglich einen Schneeball zu pressen. Dann werden die Schneebälle in einer Schlacht gegeneinander geschleudert. Schneeburg Um sich bei einer Schneeballschlacht in Deckung bringen zu können, bauen Kinder oft eine Schneeburg. Manches Mal erinnert diese mehr an eine Ruine oder an einen Schutzwall. Kinder oder Erwachsene errichten oft tolle Bauwerke aus Schnee. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
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Evakuierung Aus Sicherheitsgründen werden Menschen wegen einer drohenden Gefahr von ihrem Wohnsitz vorübergehend weggebracht.
Eiskristalle Am Erdboden gefriert Wasser bei 0 °C. Niederschlagswolken in 2000 Meter Höhe enthalten bis minus 10 °C Wassertropfen. Erst bei tieferen Temperaturen bilden sich erste Eiskristalle. Unterhalb von minus 40 °C gibt es nur noch Eiskristalle. Sie entstehen, wenn in den Wolken winzig kleine Wassertropfen gefrieren und sich an so genannten Kondensationskernen anlagern. Diese Kerne sind kleine Stauboder Rußpartikel, welche in der Luft vorhanden sind.
Die Freunde freuen sich über Sebastians Erlaubnis, aber da hat Berti noch eine Frage: „Manchmal gibt es ganz lockeren, luftigen Schnee und ein anderes Mal fallen ganz dicke Schneeflocken vom Himmel. Warum ist das so?“ „Stimmt“, ruft Kilian, „es gibt Schnee, mit dem kann man tolle Schneebälle formen und ein andermal zerfallen sie gleich wieder.“ Sebastian beginnt zu erzählen: „Schnee besteht aus vielen winzigen Eiskristallen. Wenn die Temperatur in den Wolken unter null Grad Celsius fällt, dann bilden sich aus Wassertröpfchen kleine Eiskristalle. Diese lagern sich an winzige Staub- oder Rußteilchen, welche in der Luft vorhanden sind, ab. Der Durchmesser der
Schneebildung Auf der Reise durch die Wolken friert immer mehr Wasserdampf am Eiskristall fest, so dass sich mit der Zeit ein Schneestern bildet. Der wächst also langsam aus gefrierendem Wasserdampf in der Wolke heran. Verwechseln darfst du ihn nicht mit einem gefrorenen Regentropfen. Dieser wäre nämlich ein Hagelkorn.
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Schneekristalle ist zu Beginn so klitzeklein, dass du sie nur mit einer Lupe erkennen kannst! In der Wolke wirbeln diese Kristalle herum und werden immer größer. Allmählich beginnen diese himmlischen Kristalle zu sinken. Auf dem Weg zum Boden verbinden sich immer mehr Eiskristalle. Es bildet sich mit der Zeit eine Schneeflocke die immer weiter wächst. Je kälter es ist, desto pulvriger ist der Schnee und desto kleiner sind die Schneeflocken. Die Form einer Schneeflocke hängt also davon ab, wie die Temperatur bei der Entstehung in der Wolke und auf dem Weg zum Boden ist. Die größten Schneeflocken gibt es bei einer Lufttemperatur von null Grad Celsius. Jeder Schneekristall ist einzigartig.“
„Das kann doch nicht sein!“, ruft Hanne, „Jede dieser unzähligen Schneeflocken soll anders aussehen?“ „So ist es“, antwortet Sebastian. „Wenn du Schneeflocken unter dem Mikroskop betrachtest, wirst du feststellen, dass jede anders aussieht. Sie bestehen aus Eiskristallen, welche die Form von Nadeln, Plättchen, Prismen oder Sternen haben können. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie sechs Ecken oder sechs Zacken haben.“ Dann schaut Sebastian auf seine Uhr: „Es ist Zeit! Wir müssen zur Lawinenkommission.“
Jede Schneeflocke sieht anders aus In einer Wolke bilden sich sechseckige Eiskristalle. Die sind so winzig, dass du sie nur unter dem Mikroskop erkennen kannst. Damit eine Schneeflocke entsteht, müssen sich tausende Kristalle miteinander verbinden. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zwei gleiche Schneeflocken gibt unmöglich. Außerdem hängt die Gestalt einer Schneeflocke immer von der Temperatur, der Höhe und dem Wassergehalt der Luft ab. Sechs Ecken Je nach Temperatur bilden sich aus den Wassertröpfchen Nadeln, Plättchen, Prismen oder Sterne. Allen gleich ist ihre sechseckige Grundform. Eis Wenn die Temperatur unter 0 °C sinkt, bildet sich aus Wasser Eis. Man sagt, das Wasser gefriert. Wie Schneeflocken haben Eiskristalle auch eine sechseckige Grundform. In der Natur finden wir Eis als Hagelkörner, Eisdecke oder Gletscher vor. Wenn das Eis noch jung ist, dann ist es oft weißlich trüb. Erst nach Jahren wir es glasklar. Eis ist leichter als Wasser und schwimmt deshalb an der Wasseroberfläche.
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Lawinenarten
Die Lawine
Bei einer Schneebrettlawine reißt Neuschnee entlang einer scharfen Linie ab und rutscht als großes Schneebrett den Hang hinunter.
Staublawine ist eine Lockerschneelawine. Sie hat einen punktuellen Ausgang. Wenn sie den Hang hinunterrutscht wird sie immer breiter. Durch die hohe Geschwindigkeit vermischt sich der Schnee mit Luft.
Mitten im Spiel ertönt ein lauter, dumpfer Knall! Er lässt sie erstarren. Sebastian schaut auf und ruft: „Eine Lawine!“
Nassschneelawinen bilden sich überwiegend bei Tauwetter. Wenn der Schnee nass und schwer geworden ist, rutscht er langsam oder schnell den Berg hinab.
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Alle kauern sich verängstigt unter dem Tisch auf den Boden. „Bleibt im Haus!“, befiehlt Sebastian den Freunden, „Ich gehe raus um zu sehen, woher die Lawine kommt.“ Er schlüpft hastig in die dicken Stiefel, nimmt seine dicke Jacke und stürzt ins Freie. Völlig erstarrt bleibt er stehen. Im dämmrigen Abendlicht kann er eine riesige Staublawine erkennen. So etwas Gewalti-
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ges hat er noch nie gesehen. Sie rast mit enormer Geschwindigkeit von der Nordseite vom Nebelspitz auf den Ort zu. Sebastian kramt sein Telefon aus der Tasche und ruft die Bürgermeisterin an: „Eine riesige Staublawinen schießt auf Wassertobel zu. Sie kommt vom Nebelspitz!“ Mit ohrenbetäubendem Getöse donnert die Lawinen auf Wassertobel zu. Auf ihrem Weg ins Tal wird sie immer größer. Sie schaut aus wie eine gigantische Gewitterwolke. Diese Lawine hat eine Breite von etwa 300 Metern
Alle Menschen stürzen aus ihren Häusern. Im südlichen Teil des Ortes ist es ganz finster, denn die Lawine hat die Straßenbeleuchtung niedergerissen. In Panik rennen die Leute auf die Straße. Sie laufen so schnell sie können in Richtung Feuerwehrhaus. Einige Menschen haben Taschenlampen in der Hand und bahnen sich ihren Weg durch die Dunkelheit. Andere Menschen rufen um Hilfe, denn sie haben verschüttete Bewohner gesehen. Die ersten Feuerwehrleute sind auch schon da. Sofort rennen sie zu dem Ortsteil, wo die Lawine gewütet hat. Sie finden Menschen, die fast ganz vom Schnee der Lawine verschüttet worden sind. Die Feuerwehrleute beginnen mit Schaufeln zu graben. Auch Sebastian mit seinem Lawinensuchhund Berry Bernhardiner ist unter den Rettern. Manche Menschen laufen nach Hause und holen Schaufeln und Grabgeräte, um der Feuerwehr bei der Bergung der Verschütteten zu helfen.
und eine Höhe von 100 Metern erreicht. Die Freunde sind trotz ihrer Angst neugierig geworden und sie schauen zum Fenster raus. Sie müssen zusehen, wie die monströse Schneewolke gegen die ersten Häuser von Wassertobel schießt. Mit unvorstellbarer Kraft walzt sich die Staublawine in den Ort. Sie sehen, wie die Ziegel der Hausdächer davonfliegen. Danach verschlucken die Schneemassen einige Häuser ganz. Dann ist es wieder ruhig. Die erdrückende Stille wird plötzlich durch das Sirenengeheul zerrissen.
Mittlerweile sind auch die Helfer und Helferinnen der Bergrettung mit ihrer Ausrüstung und den Lawinensuchhunden angekommen. Mit Sonden rücken sie aus und suchen nach verschütteten Menschen. Ein ganzer Ortsteil ist im Schnee begraben. Zu allem Übel beginnt es wieder stark zu schneien. Die Bürgermeisterin versucht Hilfe herbeizurufen. Doch ihr wird vom Bundesheer mitgeteilt, dass wegen der andauernden heftigen Schneefälle die Hubschrauber nicht fliegen können. Die Menschen von Wassertobel sind auf sich selbst gestellt.
Sirenenalarm Österreich verfügt über ein flächendeckendes Warn- und Alarmsystem. Mit etwa 8.000 Sirenen kann die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt und alarmiert werden. Damit die Menschen sich mit diesen Signalen vertraut machen können, wird einmal jährlich ein österreichweiter Zivilschutz-Probealarm durchgeführt.
Rettungshund Diese Hunde erhalten eine 2 Jahre lang dauernde Spezialausbildung. Ein Rettungshund muss einen starken Charakter habe. Dornen, dichtes Gestrüpp, Felsen oder ähnliches darf der Hund nicht scheuen. Ein Rettungshund arbeitet immer gemeinsam mit seinem Hundeführer. Es gibt Trümmersuchhunde, Wasserrettungshunde, Lawinensuchhunde und noch viele weitere Spezialsuchhunde.
Lawinensonde Ist ein Verschütteter nicht mit einem Lawinenverschüttungsgerät (LVS) ausgerüstet, so ist die Bergrettung bei der Suche auf Lawinenhunde angewiesen. Außerdem wird versucht, die Verschütteten mit Lawinensonden zu finden. Eine Sonde ist ein dünner Stab, der senkrecht in den Schnee gesteckt wird. Dabei geht ein großer Suchtrupp den gesamten Lawinenkegel systematisch ab.
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