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Biber Berti - Ein Berg in Bewegung

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Biber Berti | Wildbach- und Lawinenverbauung Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

www.biberberti.com Leben mit Naturgewalten

Ein Berg in Bewegung Felssturz – Rutschung

Steinlawine

Massen in Bewegung

Steinschlaghang

Steinschlagschutz


Inhalt 6

Am Tatzelsee

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Was flattert da durch die Nacht?

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Gefährlicher Aufstieg

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Massen in Bewegung

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Totale Finsternis

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Rock‘n‘Roll am Berghang

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Steinlawine

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Verschüttet

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Die Rettung

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Der Weg eines Steines

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Wo schlafen Fledermäuse?

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Warum die Steine stürzen

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Risiken & Schäden durch Steinschlag

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Der Geologe

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Steinschlag & Felssturz geologische Ursachen

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Ein gefährliches Hochseilkunststück

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Hangrutschung

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Steinschlaghang

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Steinschlagschutz Maßnahmen, Leistungen

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Tage danach

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Steckbriefe

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Herabfallende Steine Immer wieder werden Bergwanderer, Kletterer oder Straßenbenützer, wie Radfahrer von herabfallenden Steinen verletzt oder sogar getötet. Deshalb ist es wichtig bei Touren in den Alpen vorsichtig und aufmerksam durch die Natur zu gehen. Wenn du im steilen Gelände unterwegs bist, dann setz dir einen Helm auf. Seilschaft Das ist eine Gruppe von Bergsportlern die durch ein Sicherungsseil miteinander verbunden ist. Durch das gemeinsame Sicherungsseil bietet eine Seilschaft ihren Mitgliedern gegenseitige Sicherung gegen Absturz.

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„Achtung!“, ruft Stani, „hier liegt ein großer Stein am Weg. Ihr müsst vorsichtig drübersteigen. Stoßt ihn nicht runter, denn er könnte Wanderer weiter unten treffen und sie schwer verletzen!“ Alle klettern gekonnt über den Stein und marschieren weiter in Richtung Höhle. „Gleich habt ihr es geschafft“, ruft Kilian. „Los, los nur noch wenige Meter, dann können wir die Höhle erforschen.“ „Mach uns nicht nervös!“, schimpft Stani ernst. „Beim Bergsteigen muss man sich bis zum letzten Schritt voll konzentrieren. Erst wenn wir die Höhle erreicht haben, sind wir sicher.“ „Halt!“, brüllt Stani aufgeregt. „Da fallen Steine.“ Plötzlich poltert ein großer Stein vom Hang herab. „Vorsicht! Stopp!“, ruft auch Kilian. Alle bleiben wie erstarrt stehen und drücken sich gegen die Steilwand. Schon kracht ein Felsstück vor Stani

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auf den Weg und kullert den Hang hinunter. Jetzt rieseln auch noch kleiner Schotter und Sand den Berg herab und prasseln auf Bertis Schulter. Er erschrickt, zuckt zusammen und macht einen unbedachten Schritt zu Seite und rutscht ab. „Festhalten!“, brüllt Kilian. Berti krallt sich am Felsen fest. Die anderen stemmen sich gegen das gespannte Seil und versuchen Berti nach oben zu ziehen. Auch Kilian hilft mit und zieht Berti an seinem Rucksack in die Höhe. Gemeinsam schaffen sie es und Berti steht wenige Minuten später wieder sicher am Weg. Stani ist Steinschlag gewohnt, aber das war auch für ihn eine sehr gefährliche Situation. „Alles klar?“, fragt er Berti. „Können wir weitergehen?“ Berti nickt, dann ruft Stani Kilian zu: „Bitte beobachte die Bergwand und warne uns, wenn noch weitere Steine runterkommen!“


„Alles sicher, ihr könnt weitergehen“, antwortet Kilian. Dann fordert Stani seine Freunde auf, vorsichtig den Weg fort zu setzen. Mit zitternden Knien folgen sie Stani. Endlich haben sie die sichere Höhle erreicht. Auch Kilian flattert in den dunklen Eingang. „Pffft“, pfeift Berti durch seine Zähne, „Pudding, Knie mit Soße. Das war knapp.“ „Ich hab es euch gesagt“, keppelt Hanne, „Berge und Höhlen sind gefährlich.“ „Bist du verletzt?“, fragt Randy den etwas blass aussehenden Berti. „Nein, alles ist heil geblieben“, antwortet Berti mit leiser Stimme. „Bei dir auch alles klar?“, fragt Kilian die geschockte Hanne. Diese nickt und Randy meint, dass sie erst einmal eine kurze Pause einlegen sollten. Sie setzen sich auf den kühlen Felsboden des

Höhleneingangs, trinken Wasser aus ihren mitgebrachten Flaschen und entspannen sich bei dem tollen Ausblick über das „Große Wettertal.“ Sie sehen Bertis Biberburg im Weidenbach, der sich zur Gurgelnden Ache schlängelt. Darüber liegt die Wiese, wo Hanne Hermelin ihr Heim hat. Auch die große Eiche, auf der Randy Raccoon wohnt ist gut zu erkennen. Zu ihren Füßen liegt der türkisblaue Tatzelsee, der in der Morgensonne glitzert. Das Bürohaus der Wildbach- und Lawinenverbauung, in dem Sebastian mit seinem Hund Berry Bernhardiner lebt und arbeitet, ist gut zu erkennen. Die beiden sind gute Freunde von ihnen. Gegenüber der Höhle thront majestätisch, der gewaltige, über 3000 Meter hohe „Höllenstein“, die Heimat von Stani Steinbock und Kilian Krähe. Was sie allerdings nicht sehen, sind die gewaltigen Gewitterwolken die sich über dem Drachenkopf aufbauen.

3000er in Österreich In den Alpen gibt es unzählige Berge, die alle Namen tragen. Sie sind imposant und gewaltig. In Österreich gibt es 979 Berggipfel die über 3000 Meter hoch sind.

Wanderweg Das sind mit Wegzeichen und Farbtafeln markierte Fußwege in der Natur. Weiters gibt es hier auch noch Wegweiser, Hinweistafeln mit Übersichtskarten und Entfernungsangaben. Die Mitglieder des Alpenvereins, der Naturfreunde und noch viele mehr, pflegen und erhalten diese Wege ehrenamtlich, also ohne Geld dafür zu bekommen.

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Massen

in Bewegung

Welche Massenbewegungen gibt es? • Stein- und Blockschlag (Block = großer Stein) • Fels- und Bergsturz • Rutschungen Warum kommt es zu Massenbewegungen? • Geologische Strukturen (wie verlaufen die Gesteinsschichten, wo gibt es Klüfte, wie groß ist die Verwitterung des Gesteins usw.) • Gesteinsbeschaffenheit (Gesteinsart, Zusammensetzung) • Hangneigung Wie schnell sind Massenbewegungen? Massenbewegungen können ganz langsam vor sich gehen. Zum Beispiel kann sich die Oberfläche eines Hanges mit nur wenigen Zentimetern pro Tag ins Tal bewegen. Dann spricht man von Kriechen, Gleiten oder Fließen. Massenbewegungen können aber auch ganz plötzlich, schnell und ohne Vorwarnung auftreten. Im Falle von Rutschungen sind es mehr oder weniger große Erdpakete, die talwärts schießen. Wenn sich Gestein aus dem Berg löst, geht dies fast immer sehr schnell als Steinschlag oder Felssturz vor sich. Steine kippen, fallen oder poltern nach unten.

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Massenbewegungen Wenn sich der erdige Boden eines Hangs vom Untergrund löst und nach unten rutscht. Wenn Sand, Kies oder Schotter ins Tal gleiten oder wenn Felsen auf Grund der Schwerkraft als Steinschlag, Fels- und Bergsturz nach unten poltern, dann bezeichnen das die Geologen oder die Naturgefahren-Profis als Massenbewegungen. Im Wesentlichen werden diese Prozesse durch die Schwerkraft ausgelöst. Manchesmal helfen aber auch Schnee, Wasser oder der Wind mit, Steine und Erde talwärts zu bewegen. Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde. Auch die Vergangenheit und Entwicklung der Erde gehört dazu. Geologen sind Wissenschaftler die sich mit der Geologie der Erde beschäftigen.

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Steinlawine Was ist Steinschlag? Bei Steinschlag handelt es sich um einzelne Steine, die sich von einer Felswand lösen und dann springend und rollend über den Hang herabstürzen. Die Steine können eine Größe von einem Tennisball bis zu einem Kleinbus haben. Wenn der Stein sehr groß ist spricht man von einem Block.

Unten im Tal vermessen Sebastian der Wildbachler und Berry Bernhardiner den Uferbereich des Rauschenden Wildbachs. „Das Gewitter wird bald über dem Großen Wettertal sein“, sagt Sebastian als wieder Blitze zucken und schon nach wenigen Augenblicken der Donner grollt. Doch plötzlich fahren die beiden herum als sie ein ohrenbetäubendes Krachen und Poltern hören. Sie sehen wie sich riesige Felsblöcke aus der schroffen Bergwand lösen und ins Tal stürzen. Eine gewaltige Steinlawine donnert mit ohrenbetäubendem Lärm die Felskante hinab. Dann hüllt eine mächtige Staubwolke den ganze Berghang und die darunterliegenden Häuser ein. „Eine Steinlawine!“, ruft Sebastian entsetzt. „Los Berry, spring ins Auto!“ Die beiden sausen mit ihrem Geländewagen in Richtung Bergkatastrophe.

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Schon heult die Sirene der Feuerwehr. Sebastian hat fast den Berghang erreicht, aber wegen der dichten Staubwolke kann er nichts mehr sehen. Aus Sicherheitsgründen muss er anhalten. Da hört er hinter sich das Folgetonhorn der Feuerwehr. Nun blitzt es wieder, gleich darauf folgt ein gewaltiger Donner und es beginnt in Strömen zu regnen. Die Regentropfen drücken die dichte Staubwolke nieder und schön langsam können Sebastian und die Feuerwehrleute das wahre Ausmaß der Katastrophe erkennen. Das Haus, welches ganz in der Nähe des Hanges steht, wurde stark beschädigt. Mehrere Menschen laufen schreiend herum. Da kommt auch schon der Arzt von Wassertobel. Inzwischen geht Sebastian mit Berry durch das Haus. In einem anderen Zimmer wurde die ganze Rückwand


des Gebäudes von Felsbrocken zertrümmert. Dann kehrt er in das Zimmer zurück in dem die Rettungsmannschaft den Verletzen versorgen. „Wir müssen hier raus!“, fordert Sebastian mit ernster Miene. „Das Haus ist stark einsturzgefährdet.“ Darauf antwortet der Notarzt: „Wir haben den Verletzten soweit stabilisiert, dass wir ihn transportieren können. Er muss ins Krankenhaus, ich habe schon den Rettungshubschrauber verständigt.“ Vorsichtig legen sie ihn auf die Trage und heben ihn hoch. In diesem Moment hören sie schon den Hubschrauber der zur Landung ansetzt. Die Sanitäter tragen den Verwundeten zum Hubschrauber und bereits nach wenigen Minuten fliegt er wieder los.

Sebastian erklärt Bürgermeisterin Eva Silvretta und Polizeikommandant Alfons Ampel die Gefährlichkeit der Situation: „Dieses stark beschädigte Haus darf auf keinen Fall mehr von den Bewohnern betreten werden. Es besteht große Gefahr, dass noch weitere Steine vom Berg fallen. Die anderen Häuser müssen ebenfalls evakuiert werden.“ „Ich werde veranlassen, dass die Familien ein Quartier bekommen“, antwortet die Bürgermeisterin Alfons Ampel sagt: „Ich werde den Familien sofort die gefährliche Lage erklären und ihnen mitteilen, dass die Polizei den ganzen Ortsteil sichern und absperren muss.“

Was ist Felssturz? Bei einem Felssturz löst sich ein größerer zusammenhängender Felsbereich. Während des Absturzes zerbricht dann der große Fels an Schwachstellen im Gestein meist in viele kleinere Stücke. Bei einem Felssturz liegt die abgelöste Gesteinsmenge zwischen 100 m3, das ist so groß wie eine kleine Berghütte, und 1 Million m3, das ist ein Würfel mit 100 m Kantenlänge. Bei größeren Gesteinsmengen spricht der Geologe von Bergsturz.

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Sedimentgestein Wasser transportiert feinen Sand- oder Tonkörner gemeinsam mit winzigen Steinchen zum Meer. Man nennt diese Teilchen Sedimente. Diese sinken zum Meeresboden und lagern sich hier ab. Bei der Alpenbildung schob sich die Afrikanische Platte über die Europäische, dazwischen lagen die Sedimente. Sie wurden verdichtet und zusammengepresst. So entstand Sedimentgestein. Sie haben bekannte Namen wie Kalkstein, Tonstein oder Sandstein.

Ursachen von Steinschlag, Fels- und Bergsturz Gesteine haben meist ein hohes Alter, das mehrere hundert Millionen Jahre betragen kann. In dieser langen Zeitspanne haben die meisten Gesteine allerhand mitgemacht. Sie wurden zusammengedrückt, verschoben, aufgefaltet und verbogen oder von anderen Gesteinen überlagert. Durch diese Beanspruchungen weisen fast alle Gesteine Schwachstellen oder auch Bruchflächen auf. Diese werden Trennflächen genannt. Sedimentgesteine haben meist zusätzliche Schichtflächen, die bei der Ablagerung in den Ozeanen entstanden sind. An all diesen Trennflächen können sich nun einzelne Stücke des Gesteins lösen. Wenn dies an einer Bergflanke oder Felswand geschieht, stürzen diese Blöcke zu Tal.

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Warum die Steine stürzen? Nachdem das mit den Fledermäusen geklärt ist, fragt Bert: „Warum gab es diesen Felssturz?“ „Dafür gibt es viele Ursachen“, beginnt Sebastian zu erklären. „Auch wenn das niemand sehen kann, aber die Alpen wachsen. Jedes Jahr hebt sich das Gebirge um mehrere Millimeter.“ „Was?“, kreischt Kilian, „Wie können Berge wachsen, die leben doch nicht!“ „Du hast recht, Kilian“, antwortete Sebastian, „Berge leben nicht, aber sie wachsen und werden wieder kleiner.“ Die Freunde schauen den Wildbachler ungläubig an. „Die Geburt der Alpen war vor etwa 100 Millionen Jahren“, ergänzt Sebastian, „zum Hochgebirge wurden sie vor etwa 30 Millionen Jahren. Damit sind die Alpen ein relativ junges Gebirge.“ „Jung“, zerkugelt sich Kilian, „30 Millionen Jahre! Wenn man die Berge anschaut sieht man das Alter, denn sie haben viele Falten.“ „Lass es mich erklären“, ersucht Sebastian. „Die Alpen sind deshalb entstanden weil sich Afrika nach Norden gegen Europa geschoben hat und noch immer schiebt. Stellt euch die Erdkruste wie ein Tuch vor. Wenn du es zusammenschiebst, dann entste-

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hen Falten. So ähnlich geschah es bei der Bildung der Alpen und zwar ganz langsam, eben über Millionen von Jahren.“ Sebastian holt ein Tuch und führt es den jungen, wissbegierigen Freunden vor. „Allerdings wird das Gestein durch die Verwitterung ständig abgetragen“, erklärt er weiter. „Die Fachleute nennen das Erosion. Wasser und Eis in Spalten und Klüften können ganze Blöcke aus dem Felsverband rausdrücken und durch die Schwerkraft stürzen diese ins Tal. Grundsätzlich weisen alle Gesteine Schwachstellen auf, denn bei der Entstehung der Alpen wurden unterschiedliche Gesteinsarten zusammengepresst. Zwischen den harten Gesteinsplatten liegen oft weiche Ablagerungen aus dem ehemaligen Meeresboden. Durch die Kollision der Kontinente werden die Gesteine aufeinander geschoben und verfaltet. So bildete sich dann ein Gebirge, das oft steile Abhänge besitzt.“ Die Freunde können es nicht glauben, dass hier in Österreich einmal ein riesiges Meer war. Als sich alle wieder beruhigt haben, erzählt Sebastian weiter: „Bereits während der Gebirgs-


bildung beginnt eine Verwitterung der Gesteine. Dabei spülen Regenwasser und das fließende Wasser der Bergbäche und Flüsse immer wieder Steine und Schotter mit sich. Auch der Wechsel von kalten und warmen Temperaturen wirkt sich zerstörerisch auf die Felsen aus. Besonders gewaltig waren die Veränderungen während der Eiszeiten. Damals zerdrückten kilometerdicke Gletscher das Gestein, als sie langsam ins Tal schleiften. So geschieht es, dass es in manchen Felsen zu einem Bruch entlang einer solchen Schwachstelle kommt. Wenn sich diese Ritzen in einer steilen Felswand befinden, lösen sich Steine oder ganze Blöcke aus der Wand. Diese fallen, rollen, springen oder gleiten anschließend über den

darunter liegenden Hang. Das nennen die Geologen Steinschlag. Was heute allerdings passiert ist, war ein Felssturz. Hier sind große Teile der ganzen Bergwand abgebrochen und ins Tal gestürzt.“ „Ja das haben wir gemerkt“, sagt Randy „wir waren danach in der Höhle gefangen.“ Berti ergänzt: „Es sind so viele Steine vom Berg runter gedonnert, dass der ganze Höhleneingang verschüttet war.“ „Du hast gesagt, es gibt Steinschlag und Felssturz, wo ist der Unterschied?“, erkundigt sich Hanne.

Das Schmelzen von Permafrost bringt Alpen zum Bröckeln In größeren Höhenlagen, dort wo früher auch im Sommer Schnee und Eis die Felsen bedeckten, herrscht das große Tauen. Durch die Klimaerwärmung taut der Permafrost auf und die Gletscher schmelzen zusammen.

Permafrostgebiete In diesen Gebieten wird das Gestein im Normalfall das ganze Jahr hindurch durch Bodeneis verkittet. Schmilzt das Eis, brechen die Felsverbände auseinander und die Steinschlaggefahr steigt.

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Steinschlag & Felssturz Steinschlag und Felssturz entstehen durch das Aus- und Abbrechen von Gestein aus steilen Hängen und Felswänden. Ob von Steinschlag, von einem Felssturz oder sogar von einem Bergsturz die Rede ist, hängt von der Größe des abgestürzten Gesteinsvolumens ab. Steinschlag bezeichnet das Abstürzen von einzelnen Steinen. Diese können so klein sein wie ein Kohlkopf oder so groß wie ein ganzes Zimmer.

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Geologische Ursachen

Beim Fels- oder Bergsturz hingegen löst sich ein größeres, zusammenhängendes Gesteinspaket aus der Felswand. 3 Liegt das abgelöste Gesteinsvolumen zwischen 100 m und 3 1 Mio. m spricht man von einem Felssturz, darüber von einem Bergsturz. Während Steinschläge mit verschiedenen technischen Schutzmaßnahmen gestoppt werden können, sind großvolumige Fels- oder Bergstürze mit technischen Maßnahmen, wie Netzen oder Dämmen, kaum zu beherrschen. Gesteinsarten der Alpen Solche Sturzphänomene treten gehäuft in Berggebieten auf, deren Untergrund von festen und harten Gesteinen, wie beispielsweise Kalkstein, Dolomit, Granit oder Gneis, aufgebaut wird. Überall wo diese Gesteinsarten vorkommen, finden wir häufig hohe und steile Böschungen und Felswände. Das ist eine Grundvoraussetzung für Steinschlag und Felsstürze. In Gegenden in denen weichere Gesteine wie beispielsweise Schiefer und Phyllite vorkommen, sind die Geländeformen in der Regel sanfter, also nicht so steil. In diesen Regionen von Österreich gibt es weniger Steinschläge oder Felsstürze.

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Steinschlaghang Wie entstanden die Alpen? Vor ca. 100 Mio. Jahren begann die Afrikanische Platte nach Norden zu wandern. Über viele Millionen Jahre wurde die Erdkruste zusammengedrückt. Allmählich faltete sich der damalige Meeresboden zusammen, rutschte übereinander und richtete sich auf. Vor ca. 30 Mio. Jahren entstanden die nördlichen Kalkalpen und im Süden die Dolomiten. Dazwischen drückten sich die Zentralalpen mehrere tausend Meter in die Höhe.

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Zum Glück hat es am nächsten Morgen aufgehört zu regnen und die Sonne zwängt sich durch die restlichen Wolken. Sebastian, Berry und Michael stehen schon zeitig vor dem Wildbachhaus und schauen auf die zerrissene Flanke des Drachenkopfes. „Was beschwatzt ihr hier heraußen?“, ertönt die Stimme von Biber Berti. „Es scheint endlich wieder die Sonne“, freut sich Kilian Krähe der auch aus dem Haus flattert. „Wir besprechen gerade den heutigen Tagesablauf“,

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antwortet Sebastian. „Das Wetter passt und wir werden in die Bergwand steigen, damit wir den Felssturz genauer untersuchen können“; sagt Michael. „Können wir da mitkommen?“, meldet sich Randy, die soeben zur Gruppe gekommen ist. „Nein, ich will da nicht wieder hinauf!“, ruft Hanne aus der Tür. Dann richtete sie sich an ihre Freunde: „Ihr sollt besser auch hier bleiben. Es ist zu gefährlich!“


Gesteinsarten der Alpen

„Hanne hat recht“, bestätigt Michael, „ich würde aber gerne Stani und Kilian mit rauf nehmen. Denn Stani Steinbock kann Sebastian und mir sicherlich bei einigen schwierigen Kletteraufgaben behilflich sein.“ Sebastian ergänzt: „Du Kilian, wirst mit deinen Flugkünsten auch eine große Hilfe sein!“ „Ihr anderen werdet am See Posten beziehen und unser Überwachungstrupp sein“, sagt Sebastian zu den anderen. „Wir werden die ganze Zeit telefonisch miteinander verbunden sein. Sollte irgendetwas passieren oder schiefgehen, müsst ihr sofort die Bergrettung rufen! Ich habe sie bereits verständigt, dass wir heute Vormittag da raufgehen werden.“ Sebastian und Michael schmeißen ihre Rucksäcke mit all den Messgeräten in den Kofferraum. Dann springen alle in den Wagen und sie fahren los. In ein paar Minuten haben sie die Anlegestelle von Sebastians Boot erreicht. „Wir werden den Aufstieg nehmen, den auch ihr zum Nebeneingang der Höhle genommen habt“, schlägt Sebastian vor. „Danach steigen wir weiter auf und nähern uns von der Seite dem Teil des Berges, der abgebrochen ist. Dieser Weg ist für uns sicher, denn hier ist der Berghang nicht so steil und er ist auch teilweise bewaldet.“ „Also los!“, ruft Michael, „Fahren wir mit dem Boot zur anderen Seite des Sees.“ „Wo sollen wir uns auf die Lauer legen um euch zu überwachen?“, fragt Berti. „Ihr bleibt hier am Bootssteg, denn von da aus, könnt ihr uns gut beobachten“, antwortet Sebastian.

Dann steigen Michael, Sebastian, Kilian und Stani ins Elektroboot und dampfen los. Die Freunde auf der Bodenstation werden schon ganz ungeduldig, denn es dauert sehr lange, bis die vier Bergsteiger die höchste Stelle des Felssturzes erreicht haben. „Wir sind am Ziel“, meldet sich Sebastian endlich über das Handy bei der Bodentruppe. „Könnt ihr uns gut sehen?“ „Alles klar!“, antwortet Berti, „Wir können euch gut sehen.“ Dann schauen alle wieder durch ihre Ferngläser. Michael, der Geologe, kennt sich besonders gut mit dem Gestein in den Alpen aus. Er seilt sich die steile Bergwand ab und Sebastian sichert seinen Freund. Neben ihm springt Stani gekonnt von Stein zu Stein und Kilian kreist ganz in der Nähe der beiden durch die Lüfte. Michael erkennt sofort, wo es noch weitere Schwachstellen im Felsen gibt. Immer wieder muss Kilian über die abgesplitterte Felswand fliegen und Fotos schießen. Auch Stani kommt zum Einsatz. Nach Michaels Anweisungen springt er gekonnt zu den steilen Abbruchstellen und holt Gesteinsproben. Nach stundenlanger Arbeit machen sie sich bereit für den Abstieg.

Kalkalpen Kalkstein und Dolomit sind die am weitesten verbreiteten Gesteine der Kalkalpen. Während Dolomit leicht zerfällt, ist Kalk ein festes Gestein.

Kalkstein ist ein weit verbreitetes Sedimentgestein und wurde von Lebewesen gebildet. Dort finden sich auch Reste tierischer oder pflanzlicher Organismen, wie z. B. Muscheln, Schnecken und andere Lebewesen.

Dolomitstein ist im Vergleich zum verwandten Kalkstein etwas härter und sehr viel spröder. Seine Farbe ist weiß, häufig elfenbeinfarben oder hellgrau.

Grauwackerzone Die Berge sind aus weichen und leicht verwitterbaren Gesteinen aufgebaut.

Wieder sicher am Ufer des Tatzelsees angekommen, steigen sie ins Boot und gleiten durch den ruhigen See zurück zu ihren Kumpels. „War das aufregend euch zuzusehen, wie ihr in der steilen Klippe herum geklettert seid. Ich bin froh, dass ihr alle wieder gesund bei uns seid“, sagt Hanne erleichtert.

Schiefer ist Hauptbestandteil dieser Zone. Es ist ein Sammelbegriff für gefaltete Gesteinsarten. Bei der Entstehung wurde unterschiedliches Material mit enormem Druck über Millionen von Jahren zusammengepresst. Ihr gemeinsames Merkmal ist die leichte Spaltbarkeit zwischen den Schichten.

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