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BAZ Nr. 8 vom 24/04/2026

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Warum nie zufrieden?

Immer mehr haben, sich immer weniger anstrengen, besser als die anderen sein: könnten wir nicht einmal mit dem zufrieden sein, was wir bereits haben? Die zunehmende Unzufriedenheit trotz steigenden materiellen Wohlstands ist ein komplexes Phänomen, das psychologische, gesellschaftliche und technologische Ursachen hat. Das Streben nach Glück und Erfolg wird zum quälenden Zwang. Ein nachhaltigeres Leben erfordert ein Umdenken weg von ständigem Wachstum und Konsum. Entscheidend für Zufriedenheit ist das Gleichgewicht zwischen normaler Unzufriedenheit und dauerhafter Unzufriedenheit zu finden, sowie die Fähigkeit dankbar zu sein, was sogar erlernbar ist. Um diesen Wandel zu unterstützen, müssten Bildungssysteme nicht nur auf Leistung und Wettbewerb ausgerichtet sein, sondern auch emotionales Wohlbefinden und soziale Kompetenzen stärken. Ebenso können Arbeitsmodelle flexibler gestaltet werden, um Raum für Kreativität, Pausen und zwischenmenschliche Beziehungen zu schaffen, damit wir bewusst Wertschätzung für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens entwickeln können.

Walter J. Werth wjw@bezirksmedien.it

Impressum

– Burggräfler Zeitschrift . 39011 Lana . Industriestr. 1/5 Tel. 0473 23 30 24 | www.diebaz.com | baz@bezirksmedien.it

Redaktionsanschrift: Bezirksmedien GmbH

Telefon: 0473 23 30 24 E-Mail: redaktion@diebaz.com

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Der Fall der „Waldfamilie“ aus Palmoli in den Abruzzen hat in Italien für große Diskussionen gesorgt. Die angloamerikanische Familie lebte dort völlig isoliert in einem Wohnwagen mit ihren Kindern abgeschieden im Wald, ohne schulische oder medizinische Versorgung. Dann griffen die Sozialdienste und das Gericht ein und nahmen die Kinder aus der Familie.

Der Fall hat in Italien eine hitzige Debatte über das Elternrecht und das Kindeswohl ausgelöst. Die Geschichte nahm eine dramatische Wende, als das Jugendgericht in L‘Aquila im März 2026 entschied, die Mutter von ihren Kindern zu trennen und diese in getrennten Heimen unterzubringen. Landesweit wurde über den Schutz von Kindern und die Grenzen staatlicher Eingriffe in Familien gestritten. Seitdem stehen die Sozialdienste stärker im Fokus der Öffentlichkeit. Auch bei uns im Burggrafenamt sind es die Sozialsprengel, die in solchen sensiblen Situationen zuständig sind: Sie begleiten Familien, greifen in Krisen ein und versuchen, das Wohl von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu sichern. Ein Einblick in ihre Arbeit zeigt, wie vielfältig und zugleich herausfordernd diese Aufgaben sind.

Vier Sozialsprengel in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt Südtirol verfügt über ein breit ausgebautes Netz sozialer Dienste. Insgesamt gibt es acht Sozialdienste in den Bezirksgemeinschaften sowie in Bozen. Diese gliedern sich in zwanzig Sozialsprengel. Jeder Sprengel bietet finanzielle Sozialhilfe, Hauspflege, sozialpädagogische Betreuung und Bürgerservice. Der Sozialsprengel Meran betreut neun Gemeinden mit insgesamt 58.916 Einwohnern. 17 Prozent davon sind minderjährig, 23 Prozent älter als 65 Jahre. Rund 12 Prozent sind Nicht-EU-Bürger. Sitz des Sprengels ist die Romstraße in Meran, geleitet wird er seit 2023 von Angela Giungaio. Im selben Gebäude befindet sich auch der Gesundheitssprengel, der im Gegensatz zum Sozialsprengel nicht der Bezirksgemeinschaft, sondern dem Sanitätsbetrieb zugeordnet ist. Die Zusammenarbeit funktioniere gut und sei

wichtig, betont Giungaio. Der Sozialsprengel Meran beschäftigt 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Arbeit gliedert sich in drei große Bereiche: sozialpädagogische Grundbetreuung, finanzielle Sozialhilfe und Hauspflege. Ergänzt wird das Angebot durch den Bürgerschalter als erste Anlaufstelle.

Beraten, unterstützen und helfen

Gerade in akuten Situationen – etwa bei einem Pflegefall in der Familie – ist rasche Unterstützung gefragt. Am Bürgerschalter wird über Pflegeversicherung, Notfallhilfe und Betreuungsangebote informiert. Dieses Angebot ist jedoch noch zu wenig bekannt. Ziel ist es, die Dienste und Leistungen des Sprengels stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Im Jahr 2025 wurden beispielsweise 241 Erstberatungsgespräche geführt. Den größten Arbeitsbereich stellt die sozialpädagogische

Das Team des Sozialsprengels Meran

Grundbetreuung dar. Dabei werden Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenssituationen begleitet. Im Jahr 2025 waren 594 Kinder und Jugendliche betroffen. Die Themen reichen von Gewalt und Missbrauch über soziale Auffälligkeiten bis hin zu familiären Konflikten. Besonders herausfordernd sind Fälle, in denen Minderjährige aufgrund gerichtlicher Entscheidungen betreut oder in Pflegefamilien bzw. Einrichtungen untergebracht werden müssen. „Das sind oft sehr belastende Situationen“, so Giungaio. Auch Erwachsene werden betreut: Insgesamt 978 Personen erhielten 2025 sozialpädagogische Unterstützung und Betreuung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die finanzielle Sozialhilfe. Sie umfasst Leistungen für Ernährung, Wohnen und soziale Mindestsicherung. Rund 2 Millionen Euro wurden an Mietzuschüssen und Beiträgen für Wohnungsnebenkosten vergeben. Insgesamt leistete der Sozialsprengel Meran etwa 5 Millionen Euro an Unterstützungsleistungen bei rund 1.000 genehmigten Anträgen, deutlich weniger als 2023. Ein bedeutender Bereich ist zudem die Hauspflege, die im Sprengel Meran von der Caritas bzw. der Stadt Meran selbst übernommen wird. Dazu gehören Pflege zu Hause, Essen auf Rädern, Begleit- und Betreuungsdienste.

Politik und Gesellschaft sind gefordert Südtirol gilt als wohlhabend, solidarisch und sozial abgesichert. Kaum eine Region Ita-

liens verfügt über ein derart dichtes Netz an sozialen Diensten, freiwilligem Engagement und finanziellen Unterstützungen. Gleichzeitig aber wächst die Sorge: Wer heute in schwierigen Verhältnissen aufwächst, hat es schwerer als früher, seine Lebenssituation entscheidend zu verbessern. Eine aktuelle Studie von Eurac Research, dem Dachverband für Soziales und Gesundheit und dem Arbeitsförderungsinstitut (AFI) sowie ein darauf aufbauendes Beteiligungsprojekt mit Sozialorganisationen zeigt: Südtirol steht sozialpolitisch vor einer entscheidenden Phase. Die Studie spricht von einer Entwicklung, die zum Nachdenken zwingt: Die Aufstiegschancen für jüngere Generationen verschlechtern sich. Vor allem die sogenannten Millennials haben geringere Chancen als frühere Generationen, ihren sozialen Status zu verbessern. Auch im Bildungsbereich zeigt sich ein Muster: Wer Eltern mit Hochschulabschluss hat, studiert deutlich häufiger selbst. Bildung wird also weiterhin vererbt. Gleichzeitig dünnt sich die Mittelschicht aus. Für junge Menschen wird es schwieriger, stabile und gut bezahlte Positionen zu erreichen.

Reiches teures Land

Südtirol gehört zu den Regionen mit den höchsten Lebenshaltungskosten Italiens. Besonders Wohnen, Energie und Alltagsgüter

sind deutlich teurer als in vielen Nachbarregionen. Die Löhne sind jedoch nicht im gleichen Maß gestiegen. Jeder sechste Südtiroler lebt an der relativen Armutsgrenze. Hinzu kommt ein wachsendes Problem: Einsamkeit. Josef Haspinger, Zentralratspräsident der Vinzenzgemeinschaft, beschreibt die Situation deutlich: Armut habe viele Gesichter. Niemand müsse in Südtirol hungern, aber viele könnten sich Wohnen oder den Alltag kaum leisten. Not bleibe oft verborgen, weil sich Betroffene schämen.

Es braucht eine neue Sozialpolitik Trotz der Herausforderungen gilt Südtirol weiterhin als solidarische Gesellschaft. Freiwilligenarbeit, Spendenbereitschaft und Nachbarschaftshilfe sind stark ausgeprägt. Die Hilfsbereitschaft ist weiterhin groß. Gleichzeitig nimmt aber die Entsolidarisierung zu. Die steigende Lebenserwartung stellt das System vor Herausforderungen. Immer mehr Menschen benötigen Pflege, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Werner Steiner vom KVW fordert deshalb eine neue Sozialpolitik. Besonders wichtig sei ein starkes öffentliches Gesundheitssystem und mehr Lohngerechtigkeit. Südtirol stehe an einem Wendepunkt.

Josef Prantl

Starke Gemeinschaft als Schlüssel gegen soziale Not

Der Sozialsprengel Meran, der zur Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt gehört, betreut die Gemeinden Meran, Algund, Tirol, Schenna, Marling, Hafling, Riffian, Kuens und Vöran. Seit 2023 leitet die Soziologin Angela Giungaio den Sprengel in der Romstraße.

Frau Guingaio, welche Personengruppen suchen derzeit am häufigsten Unterstützung beim Sozialsprengel? Hat sich das in den letzten Jahren verändert?

Angela Giungaio: Der Sozialsprengel wird derzeit vermehrt von älteren Menschen in Anspruch genommen, die Unterstützung im Alltag benötigen – etwa aufgrund von Pflegebedürftigkeit, chronischen Erkrankungen oder zunehmender Einsamkeit.

Eine weitere zentrale Personengruppe sind Familien in belastenden Lebenssituationen. Dazu zählen insbesondere Familien mit strittigen Trennungen, Gewaltsituationen im häuslichen Umfeld, miterlebter Gewalt bei Minderjährigen sowie Erziehungs- und Überforderungssituationen. In diesen Fällen stehen der Schutz und das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt, ebenso wie die Stabilisierung des familiären Alltags. Auch Alleinerziehende, Menschen mit niedrigem Einkommen, prekären Wohnsituationen oder Migrationshintergrund wenden sich

vermehrt an den Sozialsprengel, vor allem wegen Beratungs- und Unterstützungsbedarf im Umgang mit Behörden und sozialen Sicherungssystemen. In den letzten Jahren haben sich die Anfragen deutlich verändert.

Während klassische Pflege- und Betreuungsleistungen weiterhin einen großen Stellenwert haben, ist der Bedarf an Unterstützung für Familien in Krisen- und Konfliktsituationen spürbar gestiegen. Der Kinderschutz spielt eine zentrale und verbindende Rolle in der Arbeit des Sozialsprengels.

Insgesamt zeigt sich, dass die Anliegen komplexer geworden sind: Die Menschen kommen seltener mit einem einzelnen Problem, sondern mit mehrschichtigen sozialen, familiären und finanziellen Herausforderungen. Dadurch hat sich die Arbeit im Sozialsprengel in den letzten Jahren verstärkt in Richtung ganzheitlicher Begleitung, Prävention, Krisenintervention, Kinderschutz und präventiver Unterstützung entwickelt.

Kommen Unterstützungsleistungen schnell genug bei den Betroffenen an oder erschweren Bürokratie und Personalmangel den Zugang?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Bürokratie und Personalmangel den raschen Zugang zu Unterstützungsleistungen durchaus erschweren. Formale Vorgaben, Zuständigkeiten und begrenzte personelle Ressourcen führen in manchen Fällen zu Verzögerungen, insbesondere bei komplexen Problemlagen oder hohem Fallaufkommen. Gleichzeitig ist es uns ein großes Anliegen, in akuten und belastenden Situationen möglichst rasch zu handeln. Um trotzdem zeitnah helfen zu können, arbeiten wir eng mit dem dritten Sektor, also mit Vereinen, sozialen Organisationen und niederschwelligen

Angeboten, zusammen. Diese Kooperationen ermöglichen es, unbürokratische und flexible Unterstützung bereitzustellen, während parallel die formalen Schritte abgeklärt werden.

In welchen Bereichen stoßen die sozialen Dienste derzeit an ihre Grenzen?

Die sozialen Dienste stoßen derzeit vor allem in jenen Bereichen an ihre Grenzen, in denen Ressourcen auf dem Territorium fehlen oder nicht im notwendigen Ausmaß vorhanden sind. Dazu gehört in erster Linie der Mangel an personellen und strukturellen Kapazitäten, der es erschwert, auf steigende und komplexer werdende Anfragen zeitnah und kontinuierlich zu reagieren. Besonders bei intensiven Begleitprozessen geraten Fachkräfte zunehmend an Belastungsgrenzen. Ein weiterer zentraler Engpass betrifft die Verfügbarkeit von passenden Unterstützungsangeboten. Für bestimmte Zielgruppen – etwa Familien in Krisensituationen, Menschen mit Mehrfachbelastungen oder Personen mit hohem Betreuungsbedarf – fehlen oft niederschwellige, flexible und längerfristige Angebote. Bestehende Angebote sind häufig ausgelastet, Wartelisten lang oder die Zugangsbedingungen zu hochschwellig. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation im Bereich der Wohnnot. Der Mangel an leistbarem Wohnraum stellt ein erhebliches Hindernis für nachhaltige soziale Stabilisierung dar. Ohne angemessene Wohnlösungen stoßen auch gut geplante Unterstützungsmaßnahmen schnell an ihre Grenzen, da grundlegende Sicherheit und Kontinuität fehlen. Übergangslösungen sind oft nur kurzfristig verfügbar und reichen bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf abzudecken.

Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft, um die soziale Situation im Raum Meran nachhaltig zu verbessern?

Um die soziale Situation im Raum Meran nachhaltig zu verbessern, ist aus meiner Sicht das Engagement der Bevölkerung der wichtigste Faktor. Ein aufmerksames, solidarisches Umfeld kann frühzeitig Belastungen wahrnehmen, Unterstützung anbieten und dazu beitragen, dass Menschen nicht vereinsamen oder in Krisen unsichtbar bleiben. Nachbarschaftliche Hilfe, ehrenamtliches Engagement, Zivilcourage und die Bereitschaft hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen sind zentrale Grundlagen für sozialen Zusammenhalt. Viele schwierige Situationen lassen sich nur dann entschärfen, wenn Gesellschaft als Ganzes mitträgt und soziale Herausforderungen nicht delegiert oder tabuisiert werden. Im Anschluss daran richten sich meine Wünsche an die Politik, insbesondere im Hinblick auf verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen für soziale Arbeit. Es braucht ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen, den gezielten Ausbau dringend benötigter Angebote sowie konkrete Maßnahmen gegen Wohnungsnot, die viele soziale Interventionen derzeit erheblich erschwert.

Interview: Josef Prantl

Gute Sozialpolitik schafft Zusammenhalt

Reinhard Bauer ist Vorsitzender des Sozialausschusses der SVP-Meran und Referent in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. Er beschäftigt sich u.a. mit sozialen Themen wie Wohnen, Familie, Pflege, Menschen mit Beeinträchtigung, Integration und soziale Dienste und arbeitet u. a. an Projekten wie Chancenhaus, Gewaltprävention und Unterstützung für Bedürftige.

Südtirol steht sozialpolitisch vor großen Herausforderungen. Der Wohlstand ist sichtbar, gleichzeitig nehmen Ungleichheiten zu. Wie muss die Politik gegensteuern, damit Armut nicht weiterwächst?

Reinhard Bauer: Die Frage ist, ob Ungleichheiten tatsächlich zunehmen – oder ob sich unser Blick darauf verändert hat. Wenn ich mir die Entwicklung über zwei Generationen ansehe, dann haben wir einen enormen Wohlstandszuwachs erlebt. Unsere Erwartungen sind heute zurecht höher als die unserer Eltern und Großeltern. Den Lebensstandard zu halten, ist wichtig. Umso wichtiger wird es, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und die Sozialpolitik rundherum neu auszurichten. Wir haben bereits viele Instrumente, die gut funktionieren – von der Mindestabsicherung über Mietbeiträge bis hin zum Pflegegeld. Diese Maßnahmen

sind Ausdruck eines funktionierenden Systems.

Studien zeigen, dass vor allem jüngere Generationen geringere Aufstiegschancen haben. Welche politischen Maßnahmen halten Sie hier für besonders wichtig?

Ein zentraler Hebel ist das Thema Wohnen. Wenn ein großer Teil des Einkommens für Miete oder Finanzierung aufgewendet werden muss, bleibt wenig Spielraum – weder für persönliche Entwicklung noch für Familienplanung.

Gleichzeitig braucht es stabile Rahmenbedingungen: gute Ausbildung, Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben und Sicherheit in Übergangsphasen. Aufstieg passiert nicht von selbst, er braucht Voraussetzungen. Und wir müssen auch ehrlich sein: Ja, wir haben Vollbeschäftigung. Aber die Interessen und Erwartungen der jungen Generation haben sich verändert. Viele orientieren sich an akademischen Berufsbildern – und das ist legitim. Deshalb müssen wir in Südtirol auch entsprechende Perspektiven bieten, wie den NOI Techpark. Tourismus und Landwirtschaft sind wichtige Säulen, sie stoßen hier jedoch an Grenzen, da sie diese Entwicklungsmöglichkeiten nicht bieten können. Umso mehr braucht es ein breiter aufgestelltes wirtschaftliches Um-

feld, das jungen Menschen echte Chancen eröffnet.

Armut ist in Südtirol oft unsichtbar. Viele versuchen mitzuhalten, obwohl sie finanziell unter Druck stehen. Wird dieses Problem politisch ausreichend wahrgenommen?

Ich glaube, wir nehmen das Problem durchaus wahr, die Zahlen und Statistiken der Sozialsprengel sind ein Indiz dafür. Aber es stimmt: Armut in Südtirol ist selten laut. Viele Menschen versuchen, mitzuhalten – und geraten dabei unter Druck. Ich sehe das auch in meiner Arbeit im Verbraucherschutz: Wie schnell Konsumkredite aufgenommen werden und wie schwierig es dann wird, diese Belastungen dauerhaft zu tragen. Gleichzeitig muss man sagen: Wir verfügen über ein soziales Netz, das grundsätzlich gut funktioniert. Aber es gibt viele Baustellen. Eine zentrale Aufgabe wird es sein, den Mittelstand zu stabilisieren – etwa durch leistbares Wohnen, faire Einkommen und funktionierende Dienste.

Trotz des Wohlstands wachsen Armut und Vereinsamung, gleichzeitig steigt der Pflegebedarf. Wie kann die Politik auf diese Entwicklung reagieren?

Sie sprechen hier einen der zentralen Punkte der nächsten Jahre an. Wir haben aktuell ein System, das noch funktioniert – allein für die Pflegesicherung werden jährlich rund 270 Millionen Euro aufgewendet. Das ist ein starkes Zeichen dafür, welchen Stellenwert dieses Thema bei uns hat. Aber dieses System basiert auf Rahmenbedingungen, die sich gerade grundlegend verändern.

Die geburtenstarken Jahrgänge (Boomer) gehen in den nächsten Jahren in Pension – und mit ihnen steigt der Pflegebedarf entsprechend an. Gleichzeitig werden die

familiären Strukturen kleiner, die Möglichkeiten zur Pflege im eigenen Umfeld nehmen ab, und der Fachkräftemangel könnte sich verschärfen, reagieren wir nicht konsequent. Das bedeutet: Wir steuern auf eine Situation zu, in der ein System, das heute noch trägt, morgen mit Sicherheit unter Druck gerät. Deshalb ist es aus meiner Sicht notwendig, das bestehende Modell rechtzeitig weiterzuentwickeln. Eine zumindest ergänzende Pflegeversicherung – breit getragen von mehreren Akteuren – wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Zunächst nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Säule, um die Finanzierung langfristig abzusichern.

Wo sehen Sie derzeit die größten sozialpolitischen Baustellen im Burggrafenamt?

Die Themen Wohnen, Familie und Pflege. Wie schwierig ist es z. B., zeitnah einen Platz in einem Pflegeheim zu bekommen? Dann aber auch die Wohnungslosigkeit bei jungen Erwachsenen oder Familien in Not? Mit dem Chancenhaus schließen wir hier eine klare Lücke: Es bietet Menschen in Not nicht nur ein Dach, sondern echte Perspektiven und verhindert, dass sich Probleme verfestigen. Am Ende geht es um eine Grundfrage: Sind wir bereit, in das zu investieren, was unsere Gesellschaft zusammenhält?

Interview: Josef Prantl

FLIEG ADLER, FLIEG !

Adler willst auch nicht verzagen, in dem großen Sturmesflug Siehst du nicht den Morgen tagen, hinter jenem Wolkenzug Hast du dich auch arg zerschunden, einen Flug noch bis zum Sieg Und die Welt ist überwunden - Flieg Adler, flieg!

Deutsches Soldatenlied.

Der Steinadler inmitten von Bergdolen im Wipptal Foto und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier • Editorisches Konzept: Georg Dekas

Zwischen Burgeis und Damaskus

Angesichts des seit Wochen andauernden Konflikts mit dem Iran treten andere Länder medial in den Hintergrund. Syrien zum Beispiel. Wie viel wissen wir von dem Land, in dem Ende 2024 das über Jahrzehnte herrschende Assad-Regime entmachtet wurde?

Wer gezielt nach Nachrichten zur Situation in Syrien sucht, stellt fest, dass das Land nicht ganz aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden ist. Aber Titelseiten und Schlagzeilen werden von anderen Staaten und anderen Konflikten beherrscht. Allenfalls geht es darum, wie viele der geflohenen Syrer wieder in ihre Heimat zurückkehren. Schade ist, dass vor allem die politischen Probleme hervorstechen. Dabei ist Syrien ein Land mit einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft. Geprägt durch eine jahrtausendealte Geschichte wurde

setzten sich mit der Zukunft der arabischen Welt auseinander. In den letzten Jahrzehnten haben wissenschaftliche Untersuchungen die Bedeutung bronzezeitlicher Städte auf dem Gebiet des heutigen Syrien für die Entwicklung von Schrift und musikalischer Notation hervorgehoben. Ein Tiroler Benediktinerpater, dem in Meran eine kleine, schmale Straße gewidmet wurde, hat sich schon vor zweihundert Jahren eingehend mit syrischer Literatur beschäftigt.

Lehrer, Dichter, Forscher

Zwischen Zingerle und Weber entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. 1824 wurde Pius, so sein gewählter Ordensname, zum Priester geweiht und als Kooperator nach Platt in Passeier geschickt. Schon damals galt sein Interesse den Werken der syrischen Kirchenschriftsteller. Ab 1828 war er als Gymnasiallehrer in Meran tätig, später sogar als Rektor. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Sprachbegabung und tiefer Liebe zu den orientalischen Sprachen begann er erste Übersetzungen aus dem Syrischen zu veröffentlichen. Es ging

Pius Zingerle

Klosterarbeiten

Filigrane Kunst aus Draht, Perlen und Stoff: Klosterarbeiten sind Ausdruck tiefer Frömmigkeit. In Südtirol wird diese alte Technik nur noch selten gepflegt.

Klosterarbeiten gehören zu den stillen, oft übersehenen Schätzen religiöser Volkskunst. Dabei handelt es sich um kunstvoll gestaltete Objekte wie Andachtsbilder, Reliquienbehälter oder kleine Figuren, die mit feinsten Materialien wie Golddraht, Perlen, Stoffen und Wachs in aufwendiger Handarbeit gefertigt werden. Ihre Ursprünge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Besonders in Frauenklöstern des Alpenraums entstanden diese Arbeiten, wenn Nonnen Altäre schmückten oder religiöse Gegenstände verzierten. Im Barock erlebte diese Kunstform ihre Blütezeit: detailreiche, glänzende und oft symbolisch aufgeladene Werke sollten den Glauben sichtbar und erfahrbar machen. Auch in Südtirol fand diese Tradition

Bericht aus dem Landtag

Jugend im Landtag

Mit dem einstimmigen Beschlussantrag Nr. 139/24 hat der Südtiroler Landtag den Weg für einen Kinder- und Jugendlandtag geebnet. Ziel ist es, jungen Menschen echte Mitwirkung zu ermöglichen und ihnen Einblick in parlamentarische Abläufe zu geben. Damit wird ein weiterer Schritt gesetzt, um politische Bildung und Beteiligung auf Landesebene zu stärken.

Auf dieser Grundlage habe ich die Landesjugendbeiräte der drei Sprachgruppen sowie die zuständigen Landesämter beauftragt, ein offenes und breit abgestimmtes Konzept zu erarbeiten. In mehreren Sitzungen und im engen Austausch mit Fachstellen wurde intensiv daran gearbeitet, unterschiedliche Perspektiven einzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Ergänzend haben sich die Arbeitsgruppen Modelle in Salzburg und Trient vor Ort angesehen, um bewährte Ansätze kennenzulernen und daraus für Südtirol zu lernen. Die nun vorliegenden Vorschläge zeigen unter-

Bericht aus Rom

schiedliche Wege der Jugendbeteiligung auf und bewerten diese im Hinblick auf ihre Eignung für Südtirol. Sie machen deutlich, dass es verschiedene Ansätze gibt, die sich in Struktur, Ausrichtung und institutioneller Verankerung unterscheiden. Allen gemeinsam ist das Ziel, jungen Menschen eine aktive Mitwirkung zu ermöglichen, ohne bestehende Vertretungsstrukturen zu ersetzen, und zugleich einen Bezug zur parlamentarischen Arbeit herzustellen. Ein Jugendlandtag kann ein wichtiger Schritt sein, um demokratisches Verständnis zu stärken, Verantwortungsbewusstsein zu fördern und junge Stimmen stärker in politische Prozesse einzubinden. Gerade in einer Zeit, in der Vertrauen in Institutionen nicht selbstverständlich ist, braucht es solche Formate, die Dialog ermöglichen und Beteiligung konkret erlebbar machen. Auf dieser fundierten Grundlage liegt es nun am Südtiroler Landtag, die nächsten Entscheidungen zu treffen und den

Jugendlandtag auf den Weg zu bringen. Ich bin überzeugt: Es ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen stärker in unsere Demokratie einzubinden.

Arnold Schuler Landtagsabgeordneter

Das Dilemma des „campo largo“

Nach der Niederlage beim Referendum befindet sich die Regierung Meloni in der bislang heikelsten Phase seit ihrem Amtsantritt. Ein Minister und ein Staatssekretär wurden zum Rücktritt gezwungen, der Innenminister ist wegen einer außerehelichen Beziehung in den Schlagzeilen und der Busenfreund Orbán abgewählt. Hinzu kommt der Mangel an finanziellen Mitteln, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges zu bewältigen. Und als wäre das alles nicht genug, die harten Worte von Trump: „Ich bin schockiert über Meloni, sie hat keinen Mut, sie will uns nicht helfen, ich habe mich in ihr geirrt.“ Es wird spekuliert, ob diese Regierung überhaupt in der Lage sein wird, die Legislatur zu beenden. Die Mitte-Links-Opposition, bekannt auch als „campo largo“ hätte also eine durchaus gute Ausgangsposition. Rechnerisch hätte sie, wenn zeitnah gewählt würde, realistische Chancen auf die Übernahme der Regierungsverantwortung. Soweit die Theorie. Denn wiedereinmal zeigt sich das klassische Grundproblem der italienischen Opposition, eine einheitliche Linie zu finden. Auf den ersten Blick scheint die Lage simpel. PD und Movimento 5 Stelle regieren bereits in vielen Städten und Regionen

gemeinsam, und auch Alleanza Verdi e Sinistra drängt seit Langem auf ein geschlossenes progressives Bündnis. Matteo Renzi wiederum hat sich in den vergangenen zwei Jahren als besonders kämpferischer Oppositionspolitiker gegen die Regierung Meloni profiliert. Eigentlich fehlt nur noch Carlo Calenda. Der Knackpunkt bleibt jedoch, wer die Führung des Bündnisses übernehmen und als Premier kandidieren soll. Es ist kein Geheimnis, dass sowohl Elly Schlein als auch Giuseppe Conte Anspruch auf diese Rolle erheben. Im Hintergrund wird zudem Silvia Salis als mögliche Kandidatin genannt, die auf die Unterstützung von Matteo Renzi und den moderaten Kräften zählen könnte. Elly Schlein hätte für diese Frage eine einfache Lösung. Wenn im Mitte-Rechts-Lager die Führung der Koalition bei der Parteichefin der stärksten Partei liegt, warum sollte das im Mitte-Links-Lager anders sein? Giuseppe Conte hält dagegen, dass die politische Tradition der 5-Sterne-Bewegung eine andere sei und die Führung der Koalition daher über Vorwahlen bestimmt werden müsse. Er weiß, dass er über eine Unterstützung verfügt, die weit über seine Bewegung hinausreicht. Gleichzeitig ist keineswegs sicher, dass im PD alle ge-

schlossen hinter Schlein stehen. Die Mitte-Links-Opposition steht damit erneut vor einem vertrauten Problem: eine Chance zu haben – und zu riskieren sie zu verspielen. Während im Land der Unmut über steigende Benzinpreise und Lebenshaltungskosten wächst, riskiert sie, als zerstritten und selbstbezogen daherzukommen. Für enttäuschte Wählerinnen und Wähler ist das kein überzeugendes Signal für eine glaubwürdige Alternative.

Julia Unterberger Senatorin

Bericht aus dem Bezirk Stadt ohne Campus

Online-Gewalt

Gewalt gibt es nicht nur in physischer Form, sie kann auch psychischer Natur sein. Dabei ist die Online-Gewalt längst kein Randthema mehr. Sie ist mitten in unserer Gesellschaft angekommen – oft unsichtbar, aber mit sehr realen Folgen für Kinder, Jugendliche und Familien. Wer genau hinschaut, erkennt schnell: Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um eine Herausforderung, die uns als Gemeinschaft betrifft.

Im Netzwerk zur Gewaltprävention im Burggrafenamt wurde dieses Thema intensiv behandelt. Die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft und der Sozialsprengel Meran sind aktiv eingebunden und tragen diesen Austausch mit. Die Erkenntnisse sind eindeutig: Digitale Medien, wie Social Media, verändern unser Zusammenleben grundlegend. Beziehungen entstehen und verlaufen zunehmend im digitalen Raum – ebenso wie Konflikte, Ausgrenzung und Grenzüberschreitungen.

Besonders junge Menschen sind betroffen. Cybermobbing, soziale Isolation und psychischer Druck nehmen zu. Auf europäischer Ebene wurde mit dem Digital Services Act ein wichtiger Schritt gesetzt, um Plattformen

stärker in die Verantwortung zu nehmen. Dennoch zeigt sich klar: Gesetzliche Maßnahmen allein reichen nicht aus – es bedarf der Anstrengung Aller.

Gefordert ist somit ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz. Prävention entsteht dort, wo Verantwortung übernommen wird – im Alltag, in Familien, in Schulen und in der öffentlichen Hand. Aufmerksamkeit, Orientierung und aktives Hinschauen sind entscheidend, um frühzeitig gegenzusteuern.

Im Bezirk wird dieses Thema aktiv aufgegriffen, weiterentwickelt und mit konkreten Maßnahmen begleitet, um wirksame Prävention und nachhaltigen Schutz im digitalen Raum sicherzustellen.

In Meran ist plötzlich wieder von einer Universität die Rede. Konkret von einer Außenstelle der Freien Uni Bozen. Auf einmal geht es um Zukunft, Jugend und Dynamik. Themen, die man hier lange sorgfältig ausgeblendet hat. Auch wenn es niemand direkt ausgesprochen hat, hat man doch immer ein wenig neidisch nach Bruneck geschielt und sich gefragt, warum man sich damals nicht selbst den Zuschlag für den Uni-Standort gesichert hat. Im Pustertal muss der Studiengang nun wegen zu geringer Studierendenzahlen wieder geschlossen werden.

Die Idee mit dem Campus für Meran ist nicht neu. Sie lag schon vor Jahrzehnten auf dem Tisch und wurde dort offenbar sehr gründlich liegen gelassen. Stattdessen hat man sich auf das konzentriert, was die Passerstadt wie nichts anderes geprägt hat: Tourismus. Und zwar immer mehr davon. Das hat die Stadt verändert. Und zwar so gründlich, dass jetzt ausgerechnet jene Strukturen fehlen, die man für eine Universitätsstadt bräuchte. Angefangen beim Offensichtlichen: Leistbarer Wohnraum. Wer in Meran keine geerbte Wohnung hat oder im Geld schwimmt, wird es schwer haben. Studierende gehören eher nicht in eine dieser Kategorien. Und der restliche verfügbare Wohnraum verschwindet zudem zuverlässig auf Plattformen wie Airbnb.

Und dann das Nachtleben. Also das, was man anderswo einfach hat und für einen Studienort nicht ganz unwesentlich ist. In Meran wird es eher geduldet, solange es nicht auffällt. Sobald es das tut, ist auch schon wieder Schluss. Beschwerden haben hier eine erstaunliche Durchschlagskraft. Am Ende bleibt eine Stadt, in der abends vor allem eines passiert: nicht viel. Dazu kommt die Stimmung. Meran ist brav, ruhig, gepflegt und richtet sich damit sehr klar an ein Publikum, das genau das sucht. Für Studierende ist das ungefähr so attraktiv wie ein Pflichtseminar am frühen Morgen. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis jahrelanger Entwicklung.

Dass nun wieder über den Uni-Standort diskutiert wird, wirkt ein bisschen so, als möchte man Aufbruchsstimmung verbreiten. Es ist aber eher der verzweifelte Versuch, eine Entwicklung zu reparieren, die man selbst zu verantworten hat.

Vielleicht ist das Ganze auch ein Missverständnis: Man will in Meran gar keine Universität, sondern eher das beruhigende Gefühl, eine zu haben. So wie man sich auch gerne ein bisschen Großstadtflair gönnt, solange es bitte nicht zu laut und nicht zu spät wird. Ein Campus als Dekorationsobjekt, quasi, der zeigt: Man könnte, wenn man wollte, aber man möchte dann doch lieber nicht.

Reinhard Bauer

BURGSTALL

Die Wohnanlage Edlrauth

Die Wohnanlage Edlrauth in Burgstall ist ein vorbildliches Projekt das sich durch eine hohe architektonische, ökologische und soziale Qualität auszeichnet. Es zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum ohne Qualitätsverlust möglich ist.

geom. MANFRED GÖGELE geom. GÜNTHER KIEM arch. HANNES GÖGELE

Bereits in der Entwurfsphase wurde gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern ein individuelles Raumprogramm entwickelt. So entstehen maßgeschneiderte Wohnungen, die Identifikation, Zufriedenheit und Gemeinschaft nachhaltig stärken. Das Projekt überzeugt durch eine kompakte und sensible Verbauung. Sieben Wohneinheiten schaffen eine angemessene Dichte bei hoher Wohnqualität, mit viel Privatsphäre, Lärmschutz und großzügigen Freiflächen.

PLANUNG BAULEITUNG VERMESSUNG KATASTER GRUNDBUCH SCHÄTZUNG www.goegele-kiem.it

Wohnen mit Maß und Haltung

Architektonisch und städtebaulich fügt sich die geförderte Wohnanlage Edlrauth sensibel in die bestehende Bebauung von Burgstall ein. Die kompakte Bauweise reagiert präzise auf die bereits zuvor verbauten Parzellen des freien Wohnbaus und schafft eine ausgewogene Ergänzung im Siedlungsgefüge. Die sieben Wohneinheiten, die sich auf drei Geschosse verteilen, erzeugen eine angemessene Dichte, ohne die Umgebung zu überfordern – ein gelungenes Beispiel für maßvolles Nachverdichten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Wohnqualität. Privatsphäre und Lärmschutz werden ebenso ernst genommen wie die Gestaltung großzügiger, teils überdachter Freiflächen. So entsteht auch im geförderten Seg-

ment ein Wohnumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Grundrissorganisation folgt dabei einem durchdachten Mix. Im Erdgeschoss befinden sich eine Vierzimmer-, eine Zweizimmer- sowie eine über zwei Ebenen organisierte Wohnung. Im Obergeschoss ergänzt eine Drei- und eine Vierzimmerwohnung das Angebot, während

im Dachgeschoss zwei weitere großzügige Vierzimmerwohnungen untergebracht sind.

Nachhaltigkeit als gelebter Standard

Das Projekt setzt auch in ökologischer und technischer Hinsicht klare Maßstäbe. Die Ausrichtung auf den Klimahaus-A-Nature-

Standard in Kombination mit einer Wärmepumpenheizung und einer Photovoltaikanlage zeigt beispielhaft, wie zeitgemäßer Wohnbau heute aussehen kann. Energieeffizienz und Eigenversorgung greifen hier ineinander und reduzieren sowohl den ökologischen Fußabdruck als auch die laufenden Kosten für die Bewohner. Die

konsequente Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort minimiert die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und unterstreicht den nachhaltigen Anspruch des Projekts. Gleichzeitig wurde großer Wert auf langlebige, hochwertige Materialien gelegt – ein oft unterschätzter Aspekt, der wesentlich zur Ressourcenschonung und zur

Reduktion der Lebenszykluskosten beiträgt. Ein weiteres zentrales Element ist die extensive Dachbegrünung: Sie verbessert das Mikroklima, wirkt als zusätzliche Dämmung, bindet Feinstaub und schafft wertvollen Lebensraum für Insekten.

Ergänzt wird dieses Konzept durch eine solide Bauweise mit tragenden Ziegelwänden und einem Wärmedämmverbundsystem. Diese sorgen für ein dauerhaft stabiles und behagliches Raumklima. Die Wohnanlage Edlrauth geht damit deutlich

über die bloße Erfüllung von Standards hinaus. Sie verbindet Energieeffizienz, Materialbewusstsein und soziale Qualität zu einem ganzheitlichen Konzept – und setzt damit einen Maßstab für zukünftige Projekte im geförderten Wohnbau.

Alltagstauglichkeit mit Weitblick

Die funktionale Infrastruktur der Wohnanlage Edlrauth ergänzt die architektonischen und ökologischen Qualitäten um eine ebenso durchdachte Alltagsebene. Eine barriere-

arme Erschließung mittels Aufzug sorgt in allen Lebensphasen für Komfort, während bedarfsgerecht geplante Garagen und Kellerabteile den praktischen Anforderungen der Bewohner gerecht werden. Besonders bemerkenswert ist die klare Priori-

sierung nachhaltiger Mobilität. Mit 24 Fahrradstellplätzen gegenüber 12 Autoabstellplätzen setzt das Projekt ein bewusstes Zeichen für umweltfreundliche Fortbewegung. Ergänzt wird dieses Angebot durch funktional gestaltete Gemeinschaftsflächen

wie einen zentralen Müllraum sowie gut erreichbare Fahrradabstellräume. Diese erleichtern den täglichen Ablauf und tragen zur Ordnung im gemeinschaftlichen Raum bei. So entsteht eine Infrastruktur, die mitdenkt, den Alltag ihrer Nutzer aktiv

unterstützt – effizient, nachhaltig und zukunftsorientiert.

Markus Auerbach

Wohnen im Grünen

Die Wohnanlage Widumanger in Tisens – Ein Modell nachhaltigen und komfortablen Wohnens.

Verkauf direkt vom Bauherrn

- Bezugsfertige Drei- und Vierzimmerwohnungen in der Wohnanlage „Residence Widumanger“ in Tisens

- In Bauphase: Neubauwohnungen in Kastelbell

- In Planung: Reihenhäuser in Partschins

Informationen unter Tel. 347 100 4915 (Vent Lukas) info@vent.it

Wir sind laufend auf der Suche nach Baugrundstücken und Bestandskubaturen!

© Steiner Valentin

Die in Tisens realisierte Wohnanlage Widumanger, die Ende 2025 fertiggestellt wurde, steht beispielhaft für eine gelungene Synthese aus modernem Wohnkomfort, ökologischer Nachhaltigkeit und regionaler Baukultur. Das Projekt, entwi-

ckelt von der Bauträgergesellschaft Sonnwies Immobilien GmbH der Vent Meinrad & Co. OHG, vereint ambitionierte Klimastandards mit individueller Gestaltungsfreiheit und einer sensiblen Integration in das dörfliche Umfeld, die Ästhe-

tik, Langlebigkeit und regionale Wertschöpfung verbinden.

Klimahaus A-Nature und Nachhaltigkeit

Das Herzstück der Anlage bildet der Klimahaus A-Nature-Stan-

dard, der in vier der fünf Gebäude umgesetzt wurde. Dieser Standard definiert nicht nur Energieeffizienz, sondern legt besonderen Wert auf die Verwendung hochdämmender, natürlicher und nachhaltiger Materialien. So kommen bei-

d. Gufler Fabian & Christoph
© Steiner Valentin

spielsweise Poroton-Ziegel zum Einsatz, die für ein behagliches und ausgeglichenes Raumklima sorgen. Kombiniert mit einer 16 cm starken Außendämmung ent-

steht eine hochwirksame Gebäudehülle. Ein weiteres Qualitätsmerkmal sind die Holzfenster in Lärche von einem einheimischen Fensterproduzenten. Das fünfte

Gebäude, ein denkmalgeschütztes Haus, wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt behutsam restauriert und rundet das Ensemble harmonisch ab.

Dem Bauunternehmen Vent war zudem der Schallschutz ein besonderes Anliegen, dessen Einhaltung durch dokumentierte Schallmessungen belegt wird.

Danke für Ihr Vertrauen

LIEFERUNG VON FLIESENBODEN HOLZBODEN GARAGENTORE

bausystem.it | intertor.it | 0473 861900

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Lana Brandiswaalweg 2A

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Tel. +39 333 68 28 189

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E-mail holzerpeterpaul@hotmail.de

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Pec-mail holzerpeterpaul@pec.it

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Steuer-Nr./MwSt.-Nr 03153590215

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Ausführung der gesamten Zimmermannsarbeiten.

Innovatives Energiekonzept mit Zukunftstechnik

Das Energiekonzept der Widumanger-Anlage ist vorbildlich. Auf den Dächern der vier Neubauten sind Photovoltaik-Paneele mit einer Gesamtleistung von über 40 kW installiert. Der erzeugte Strom wird primär für den Betrieb der modernen Luftwärmepumpe genutzt, die für eine kostengünstige und nachhaltige Beheizung aller Wohnungen sorgt. Überschüssige Energie

dient der Warmwasseraufbereitung. Ein besonderer Vorteil dieses Systems ist die Möglichkeit, die Räume im Sommer auf ökonomische und ökologische Weise zu kühlen, wodurch energieintensive Klimaanlagen überflüssig werden. Seit über einem Jahrzehnt baut Vent zudem standardmäßig autonome, zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in alle Wohnungen ein, die für stets frische Luft bei minimalem Energieverlust garantieren.

Wohnkomfort und individuelle Gestaltung

Die fünf Gebäude der Anlage sind geschickt und unabhängig voneinander angeordnet, mit unterschiedlichen Ausrichtungen, die für optimale Privatsphäre und viel Tageslicht sorgen. Jede Wohnung verfügt über eine großzügige Terrasse, die den Wohnraum ins Grüne erweitert. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die umfassende Individualisierungsmöglichkeit für die Käufer: Wäh-

rend der Bauphase konnten diese die Inneneinteilung, Bodenbeläge, Fliesen, Türen und Sanitäreinrichtungen nach persönlichen Vorlieben auswählen, wodurch jede Wohnung einen einzigartigen Charakter erhält.

Ideale Lage und erstklassige Infrastruktur Die Wohnanlage fügt sich mit ihren Satteldächern und Ziegeldeckungen optimal in das bestehende Dorfbild von Tisens ein.

Sie bietet damit den idealen Ruhepol und Rückzugsort im dörflichen Charakter, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Geschäfte, Restaurants, Kindergarten und Schule sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Durch gute Busverbindungen und die Nähe zu den Städten Bozen und Meran (jeweils ca. 20 Minuten mit dem

Auto) ist auch die überregionale Anbindung ausgezeichnet.

Qualität durch regionale Wertschöpfung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Projekts war die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben und Lieferanten. Diese Partnerschaft sichert nicht nur eine herausragende handwerkliche Qualität, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft. Die gemeinsame Motivation aller Beteiligten, qualitativ hochwertige und nachhaltige Gebäude zu schaffen, ist in jedem Detail der

Wohnanlage Widumanger spürbar. Die Wohnanlage Widumanger in Tisens stellt mehr als nur neuen Wohnraum dar. Sie ist ein Projekt, das demonstriert, wie zeitgemäßes, komfortables Wohnen mit höchsten ökologischen Ansprüchen, individueller Gestaltung und Respekt vor dem ortstypischen Charakter in Einklang gebracht werden kann. Sie bietet ihren Bewohnern eine Heimat, die sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit und Technologie als auch auf Lebensqualität und Ästhetik Maßstäbe setzt.

Markus Auerbach

Fokus Deutschnonsberg

Zwischen historischer Randlage und strategischer Nische: Wie der Löwenzahn drei Berggemeinden half, ihre wirtschaftliche Identität neu zu prägen.

Der Deutschnonsberg nimmt in der Südtiroler Geografie eine ganz eigene, oft unterschätzte Sonderrolle ein – eine Position, die über lange Zeit Fluch und Segen zugleich bedeutet hat. Die drei Gemeinden Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix, Laurein und Proveis bilden eine kompakte deutschsprachige Enklave auf einer sonnigen Hochebene, die geografisch stark zum benachbarten Trentiner Nonstal (Val di Non) neigt. Jahrzehnte-

DEUTSCHNONSBERG Bauunter nehmen

lange relative Isolation prägte das Leben in dieser Region, bis massive infrastrukturelle Investitionen – vor allem der Bau neuer Straßen und mehrerer Tunnel – Ende der 1990er-Jahre die Anbindung an das übrige Südtirol deutlich verbesserten. In diesem Jahr feiern die Löwenzahnwochen zusammen mit ihrem herbstlichen Pendant, den Radicchiotagen, ihr 30-jähriges Bestehen. Dieser doppelte Anlass ist weit mehr als nur ein touristisches

Frühlings- und Herbstfest: Damit zeigen die drei Gemeinden, dass sie ihre wirtschaftliche Zukunft selbst in die Hand genommen haben.

Isolation als Identitätsstifter

Tonna - Micheln n. 12 - Laurein | Mobil 335 6 296 677 Tel. + Fax 0463 530 395 | thaler.h@rolmail.net

Die historische Tiefe des Deutschnonsbergs reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals entstand am Gampenpass das Hospiz Unsere Liebe Frau im Walde (Senale), das als wichtiger Stützpunkt für den Nord-Süd-Transit über die Alpen diente und Reisenden Schutz sowie Unterkunft bot. Die politische Neuordnung nach dem Ersten Weltkrieg führte jedoch zu einer tiefgreifenden Identitätskrise. Bis 1948 unterstanden die deutschsprachigen Gemeinden der Verwaltung der Provinz Trient. Diese sogenannte „Trentiner Zeit“ brachte nicht nur kulturelle Entfremdung, sondern auch einen spürbaren wirtschaftlichen Rückstand mit sich. Während weite Teile Südtirols nach dem Zweiten Weltkrieg rasch touristische und industrielle Aufschwünge erlebten, blieb der Deutschnonsberg noch lange Zeit weitgehend abgeschnitten. Besonders schwierig gestaltete sich lange die Erreichbarkeit der Gemeinden Laurein und Proveis. Schmale, teils steile und wetteranfällige Zufahrtsstraßen machten einen zuverlässigen Güter- und Personenverkehr bis in die 1990erJahre hinein zu einem echten logistischen Kraftakt. Erst der Bau neuer Straßenverbindungen und Tunnel, darunter der Hofmahdjoch-Tunnel, schuf die notwendigen physischen Voraussetzungen für eine bessere Teilhabe am Südtiroler Wirtschaftsgefüge. Dennoch blieb die zentrale Herausforderung bestehen: Wie kann ein solches Gebiet ohne ideale Bedingungen für intensiven Obstbau oder große Hotelanlagen eine nachhaltige und eigenständige Wertschöpfung aufbauen?

Die Ökonomie der Nische Die Geburtsstunde der Löwenzahnwochen im Jahr 1996 war keine spontane folkloristische Idee,

sondern eine kluge, aus der Not geborene Standortstrategie. Auf Initiative des weit über die Region hinaus bekannten Kräuterpfarrers H. Joseph Weidinger (1918–2004) und engagierter lokaler Gastwirte rückte eine Pflanze in den Mittelpunkt, die bis dahin meist nur als lästiges Unkraut betrachtet worden war. Das Projekt gehörte zu den ersten, die im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER unterstützt wurden – ein frühes und bis heute gelungenes Beispiel für die gezielte Stärkung peripherer Bergregionen. Das gleiche gilt für die Radicchiotage im Herbst, die den Anbau und die kulinarische Verwertung des edlen Winterradicchios feiern. Die besonderen klimatischen Bedingungen auf der Hochebene zwischen 1.200 und 1.500 Metern Seehöhe spielen dabei eine Schlüsselrolle. Der Löwenzahn wächst hier verzögert und erreicht – wenn im wärmeren Etschtal die Blütezeit längst vorüber ist – seine höchste Qualität: zarter, mineralstoffreicher und im Geschmack oft deutlich milder. Dieses natürliche Alleinstellungsmerkmal wurde rasch zur Grundlage einer authentischen regionalen Marke. Nach drei Jahrzehnten hat sich diese Strategie der „kontrollierten Nische“ als erstaunlich resilient erwiesen. Die Löwenzahnwochen und Radicchiotage dienen heute als wichtiges Scharnier zwischen der

kleinstrukturierten Berglandwirtschaft und der lokalen Gastronomie. Die Landwirtschaft bleibt das mit Abstand stärkste wirtschaftliche Standbein der Region – ergänzt durch Nischenprodukte wie Kleinobst und den bekannten Radicchio, die ebenfalls von LEADER-Initiativen profitierten.

In Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix ergänzen zwei überschaubare Gewerbegebiete sowie eine eigene Handwerkerzone das wirtschaftliche Bild. Hier dominieren vor allem die Holzverarbeitung, mehrere Tischlereien, eine Schlosserei, eine Autowerkstatt, ein Speckproduzent und Betriebe für Spezial- und Tiefbau. Diese kleinteilige, aber solide Gewerbestruktur unterstreicht, dass der Deutschnonsberg nicht allein auf Landwirtschaft und die beiden kulinarischen Events setzt, sondern bewusst auch auf traditionelles und modernes Handwerk baut.

Infrastruktur und soziale Resilienz

Trotz aller Erfolge bleibt der Deutschnonsberg ein anspruchsvoller Wirtschaftsstandort. Zu den größten Herausforderungen zählen die demografische Entwicklung und der langfristige Erhalt der oft nur im Nebenerwerb bewirtschafteten Bergbauernhöfe. Die drei Gemeinden reagieren darauf mit einer klaren Strategie: gezielte Inves-

titionen in Lebensqualität, starke Nahversorgung, Bildungsangebote und ein lebendiges Kulturleben. Ein besonders anschauliches Beispiel für den kreativen Umgang mit der eigenen Geschichte ist der Gampen Bunker. Die massive Bunkeranlage aus der Zeit des Alpenwalls wurde nicht verdrängt, sondern bewusst in einen attraktiven Ausstellungsort umgewandelt. Mit der „Gampen Gallery“ und einer Mineraliensammlung wird die kriegshistorische Last produktiv umgedeutet und ins touristische Gesamtkonzept integriert. Insgesamt steht die Entwicklung des Deutschnonsbergs für beeindruckende soziale Resilienz. Die Bewohner haben erkannt, dass ihre wahre Stärke in enger Kooperation liegt. Die Löwenzahnwochen und Radicchiotage sind dafür das beste Beispiel: keine von außen aufgesetzten Marketingprodukte, sondern Initiativen, die von den Bürgern selbst getragen und mit Leben gefüllt werden. Diese charakteristische „Eigensinnigkeit“ macht die Region heute besonders attraktiv für qualitätsorientierte Gäste, die eine authentische Kulturlandschaft mit Ecken und Kanten suchen.

Zukunftsperspektiven

Zum 30-jährigen Jubiläum der Löwenzahnwochen und Radicchiotage fällt die Bilanz positiv, aber bewusst

nüchtern aus. Die Region hat den Anschluss an die Moderne gefunden und ihre wirtschaftliche Identität deutlich gestärkt. Dennoch werden die kommenden Jahrzehnte neue Anpassungsleistungen erfordern. Der Klimawandel verändert die Vegetationsphasen und erschwert die Planung saisonaler Schwerpunkte. Gleichzeitig gilt es, die sensible Balance zwischen behutsamer touristischer Weiterentwicklung und dem Erhalt der dörflichen Ruhe und Ursprünglichkeit zu wahren.

Der Deutschnonsberg ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein lebendiges Labor für die Zukunft des ländlichen Raums in den Alpen. Er beweist, dass auch periphere Standorte florieren können, wenn sie ihre scheinbaren Schwächen – geografische Isolation und natürliche Kargheit – konsequent in Stärken umdeuten. Löwenzahn und Radicchio sind dabei weit mehr als nur Pflanzen.

Sie sind starke Symbole für eine Region, die es versteht, auch auf steinigem Boden und in einer politisch-geografischen Nische prächtig zu gedeihen. Die Identität des Deutschnonsbergs ist heute gefestigter denn je – als ruhige, beständige Region in einem Südtirol, das immer stärker vom Tourismus geprägt wird.

Löwenzahn vom Feinsten

Kulinarik, Buchvorstellungen, Kräuterworkshops und Exkursionen

Restaurant Cervo

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Tel. 0463 886105 www.zumhirschen.com

Gasthaus zur Lärche Proveis

Tel. 340 150 2123

Gasthof Zur Sonne

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Tel. 0463 859006 mobil 333 7246789 www.gasthofsonne.com

Gasthof Neue Post Proveis

Tel. 0463 530271 www.neuepost.it

Gasthof Pfitscher

Unsere Lb. Frau i. Walde Tel. 0463 886147 mobil 339 335 6116 www.pensionpfitscher.com

Gasthaus Waldrast Proveis

Tel. 0463 530155

| Foto: Wow-Project

werbelust

JUGENDSEITE

Die Welt ist laut – aber deine Stimme auch

Vielleicht hast du manchmal das Gefühl, dass die Welt gerade ziemlich chaotisch ist. Krisen, Konflikte, Klimawandel, ständig neue Schlagzeilen –und überall Meinungen. Es ist völlig normal, sich dabei unsicher oder sogar überfordert zu fühlen. Aber genau hier liegt auch deine Stärke. Du bist in einer Zeit aufgewachsen, in der Informationen jederzeit verfügbar sind. Du kannst Dinge hinterfragen, vergleichen und dir eine eigene Meinung bilden. Das ist nicht selbstverständlich – und genau das macht dich wichtig. Politik ist nicht nur etwas, das „die da oben“ machen. Sie beginnt im Kleinen: in Gesprächen mit

AKTU E LL E S

Freund*innen, in der Schule, in deinem Alltag. Wenn du deine Meinung sagst, anderen zuhörst oder dich für etwas einsetzt, bist du schon mittendrin. Du musst nicht alles wissen. Du musst auch nicht zu jedem Thema sofort eine klare Haltung haben. Viel wichtiger ist, dass du neugierig bleibst, Fragen stellst und bereit bist, dazuzulernen. Und ja – es kann sich manchmal so anfühlen, als würde eine einzelne Stimme nichts verändern. Aber Veränderungen haben oft genau so angefangen: mit Menschen, die nicht still geblieben sind.

Du kannst dich informieren, mitdiskutieren, dich engagieren oder einfach bewusster entscheiden,

Mobiles Frühstück // 30.04.2026 // Mittelschule Lana

Alkoholpräventionskampagne // Alle Infos, Flyer, Broschüren und Plakate zur Kampagne unter www.jugenddienst.it/alkoholpraevention

Take up // Anpacken, Punkte sammeln, Gutscheine einlösen // Info unter www. takeup-jugend.it

Treff Öffnungszeiten // Unsere Jugendtreff sind regelmäßig für alle Jugendlichen ab der 1. Klasse Mittelschule geöffnet! Infos unter www.jd-lana-tisens.it

Das Wichtigste in Kürze ...

was du teilst und glaubst. Jeder kleine Schritt zählt. Gleichzeitig gilt: Du musst nicht die ganze Welt allein tragen. Pausen sind wichtig. Es ist okay, auch mal abzuschalten.

Am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein –sondern darum, deinen eigenen Weg zu finden und ihn mit Haltung zu gehen.

Denn deine Stimme zählt. Wirklich.

Dieser Text wurde mit freundlicher Unterstützung einer KI generiert.

Du lebst in einer Zeit voller Krisen und Meinungen – das kann überfordern. Aber genau deshalb bist du wichtig. Du musst nicht alles wissen, sondern neugierig bleiben, hinterfragen und dir deine eigene Meinung bilden. Wenn du mitredest, dich informierst oder engagierst, bist du schon Teil von Veränderung. Auch kleine Schritte zählen. Und vergiss nicht: Du musst nicht alles allein tragen – Pausen sind genauso wichtig. Deine Stimme zählt. in zusammenarbeit mit

Südtiroler Specktag in Naturns

Am Sonntag, den 10. Mai 2026, findet der Südtiroler Specktag in Naturns zum fünften Mal statt. Von 10 bis 18 Uhr wird der Rathausplatz zum Treffpunkt für Genießerinnen und Genießer. Im Mittelpunkt steht der Südtiroler Speck g.g.A., der gemeinsam mit weiteren regionalen Spezialitäten wie Südtiroler Apfel g.g.A. und Südtirol Wein DOC präsentiert und verkostet wird.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit traditioneller Musik, Live-Bands wie „Rifflblech“ und „Karussell“ sowie Kinderattraktionen sorgt den ganzen Tag über für Unterhaltung. Am Vormittag spielt die Musikkapelle Naturns, die offizielle Eröffnung findet um 11.15 Uhr statt.

Kulinarische Höhepunkte bieten kreative Speckgerichte der lokalen Gastro-

nomie sowie ein Genussmarkt mit ausgewählten Qualitätsprodukten aus der Region. Bereits im Vorfeld, vom 4. bis 10. Mai, laden verschiedene Genusserlebnisse zum Mitmachen ein. Ein besonderer Höhepunkt ist der Genussabend am Freitag, 8. Mai, in der Vinothek Baumgärtner mit Südtiroler Speck g.g.A., erlesenen Weinen und Live-Musik des Beatara Acoustic

Duo.Der Südtiroler Specktag wird von der Tourismusgenossenschaft Naturns in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Speck Konsortium sowie mit Unterstützung der Musikkapelle Naturns und des Krampusvereins Naturns organisiert.

Infos und Anmeldungen zu den einzelnen Veranstaltungen unter: www.naturns.it und www.speck.it.

Freizeit aktiv nutzen – weniger ist mehr

Für den durchschnittlichen Freizeitgenießer bei uns im Burggrafenamt steht die Freude an Bewegung im Vordergrund, nicht die Leistung. Wichtig ist, den eigenen Rhythmus zu finden und Überforderung zu vermeiden, denn weniger ist auch hier mehr!

bis 8. November 2026

Weniger hetzen, sich mehr bewusst bewegen. Nicht die Prahlerei am Montag nach einem sportlich verbrachten Wochenende soll das Ziel sein. Auch weniger Höhenmeter in mehr Zeit zurückgelegt, kann Zufriedenheit schaffen und dem Körper wohltun. Abwechslung zwischen alpinen Höhenwegen und talseitig gelegenen Wanderwegen sorgt für Motivation, ebenso wie kurze Auszeit-Aktivitäten im Alltag. Die passende Ausrüstung gewährleistet Sicherheit auch auf einfachen Wegen. Genussmomente, etwa kulinarische Belohnungen, steigern die Motivation.

Genuss für Körper und Geist Unser Land bietet vielfältige Möglichkeiten: entspannte Spaziergänge auf den Waal-Wegen, anspruchsvolle Touren beispielsweise am Meraner Höhenweg oder gemütliche Radtouren entlang der Etsch. Familien finden zahlreiche kinderfreundliche Wege mit

interaktiven Stationen, Greifvogel-Flugschauen und Freizeitangeboten wie der Alpin-Bob-Bahn oder Naturbadeteichen. So wird Aktivsein im Burggrafenamt und darüber hinaus zum genussvollen Erlebnis für alle Altersgruppen.

Natur mit allen Sinnen erfassen Neben der körperlichen Betätigung spielt auch das bewusste Erleben der Natur eine zentrale Rolle. Die vielfältige Flora und Fauna bei uns laden dazu ein, aufmerksam durch die Landschaft zu wandern und die kleinen Details am Wegesrand wahrzunehmen. Naturführungen und thematische Wanderungen bieten zusätzlich spannende Einblicke in das Ökosystem und die kulturellen Besonderheiten der Gegend. So wird jede Aktivität zu einem ganzheitlichen Erlebnis, das Körper, Geist und Sinne gleichermaßen anspricht. Auch für Entspannungssuchende gibt

es zahlreiche Rückzugsorte, an denen man Kraft schöpfen und neue Energie tanken kann.

Der Kultur auf der Spur Für diejenigen, die das Aktivsein mit kulturellen Erlebnissen verbinden möchten, hält das Burggrafenamt ein reichhaltiges Angebot bereit. Historische Dörfer, traditionelle Feste und lokale Handwerkskunst eröffnen

Einblicke in die lebendige Geschichte und vielfältige Kultur Südtirols. Kleine Museen, Kunstgalerien und liebevoll gestaltete Märkte laden zum Entdecken und Verweilen ein. So wird jede Bewegung an der frischen Luft ergänzt durch inspirierende Begegnungen mit Menschen und Geschichte zu einem ganzheitlichen Erlebnis, das sowohl Körper als auch Geist bereichert.

Freizeit ist auch Zeit für Weiterbildung Unser Land bietet vielfältige Veranstaltungen und Workshops, die das aktive Erleben bereichern und Gemeinschaft fördern. Von Yoga- und Meditationseinheiten inmitten der Natur über geführte Nordic-Walking-Gruppen bis hin zu kreativen Kursen wie Fotografie- oder Kräuterwanderungen – hier findet jeder passende Im-

pulse zur persönlichen Weiterentwicklung und Entspannung. Die Kombination aus Bewegung, Naturerlebnis und sozialem Austausch schafft ein harmonisches Gleichgewicht, das Körper und Seele gleichermaßen stärkt. So wird das aktive Dasein nicht nur zum individuellen Genuss, sondern auch zum verbindenden Erlebnis in einer lebendigen, offenen Gemeinschaft.

Die Hirzer Seilbahnen und der Sessellift Grube sind täglich bis 08. November 2026 geöffnet von 8.3017.30 Uhr (vom 15. Juni - 15. Oktober bis 18.30 Uhr) in Betrieb.

- Mitte Juni können Sie die einmalige Alpenrosenblüte bewundern

- Erweiterter Alpingarten

- Fahrradtransport ab 14 Uhr gratis (Fahrräder werden nur bis zur Mittelstation mitgenommen)

Veranstaltungen:

- An jedem ersten Sonntag im Monat finden wieder die beliebten „Tallner Sunntige“ statt, das genaue Programm finden sie unter www.tallnersunntig.it;

- Regelmäßige Livemusik auf den Almen;

- Am 15. August Kirchtag im Hirzergebiet;

- Weitere Informationen: www.hirzerseilbahn.it oder Mail: seilbahn.hirzer@rolmail.net Wir freuen uns auf Ihren Besuch, also bis bald!

Der gesundheitliche Nutzen aktiver Freizeit Regelmäßige Bewegung stärkt Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochen, verbessert den Stoffwechsel sowie das Immunsystem und fördert die mentale Gesundheit. Sie senkt Blutdruck, reduziert Stress, unter-

stützt den Schlaf und hilft bei der Gewichtskontrolle. Die WHO (WeltGesundheits-Organisation) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Ausdaueraktivität pro Woche plus Krafttraining an zwei Tagen. Bereits kleine Einheiten wie zügiges Gehen

wirken positiv. Neben der körperlichen Aktivität spielt auch die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle für ein gesundes Leben. Eine ausgewogene Kost, reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, unterstützt die Leistungsfähigkeit und fördert die

Regeneration des Körpers. Ebenso wichtig ist es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Stoffwechsel optimal zu unterstützen und die körperlichen Funktionen aufrechtzuerhalten.

Walter J. Werth

Burg Hocheppan

Ein Ort voller Geschichte und Erlebnisse

Die imposante Burg Hocheppan – ein Wahrzeichen hoch über Eppan

Eingebettet in sanfte Weinberge und grüne Wälder liegen sie wie mächtige Wächter über dem Überetsch: Schloss Hotel Korb, die Ruine Boymont und die imposante Burg Hocheppan. Zusammen bilden sie das Eppaner Burgendreieck, welches zu einer der schönsten Familienwanderungen Südtirols einlädt. Auf gut gepflegten Wegen lassen sich die drei Burgen in wenigen Stunden erwandern, stets begleitet von atemberaubenden Ausblicken auf das Etschtal, die Dolomiten und die weite Ebene rund um Bozen. Unterwegs eröffnen sich spannende Einblicke in vergangene Zeiten: Jede Burg erzählt ihre eigene Geschichte von Rittertum, höfischem Leben und mittelalterlichem Alltag.

Im Herzen dieses eindrucksvollen Dreiecks thront die Burg Hocheppan auf 636 Metern Höhe – ein Ort, der Geschichte lebendig werden lässt und Besucher sofort in seinen Bann zieht. Ein echtes Juwel der Burg ist die

Kapelle mit ihren beeindruckenden romanischen Fresken. Diese einzigartigen Wandmalereien zählen zu den bedeutendsten Südtirols und faszinieren mit ihren detailreichen Darstellungen, allen voran die bekannte „Knödelesserin“. Doch Burg Hocheppan bietet nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch aktive Erlebnisse: Für alle, die eine sportliche Herausforderung suchen, wartet inmitten der Natur ein abwechslungsreicher 3D-Bogenparcours mit 28 lebensgroßen Tierfiguren. Nicht verpassen: das Eppaner Burgenfest am 16. Mai.

Die historischen Mauern der Burg Hocheppan werden zur lebendigen Bühne des Mittelalters mit spannenden Ritterkämpfen, Reitturnieren und eindrucksvollen Vorführungen der Ritter von Andrian. Auch auf der Ruine Boymont sorgen Speis und Trank für das passende Erlebnis. Ein Fest für die ganze Familie!

Eppaner Burgenfest

Festa dei castelli

Sa, 16.05.2026

ore 10 - 17 Uhr

Hocheppan | Boymont

Eintritt frei | Ingresso libero

Ritter von Andrian Cavalieri di Andriano

Trauer um Sebastian Marseiler

Der Tod von Sebastian Marseiler macht betroffen. Er war vieles zugleich: leidenschaftlicher Oberschullehrer, außergewöhnlicher Kulturvermittler, Autor und intellektueller Geist – und blieb dabei stets eng mit seinen Wurzeln im Obervinschgau verbunden.

Nicht immer angepasst prägte er den Südtiroler Kulturbetrieb mit seinen Büchern, Filmen und Ausstellungen. Wer ihm bei Vorträgen, Lehrerfortbildungen oder gemeinsamen Projekten begegnete, erlebte

oft neue Denkanstöße und AhaMomente.

Am 14. April fand Sebastian Marseiler auf dem evangelischen Friedhof – ganz in seinem Sinne – seine letzte Ruhestätte.

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Von Schluderns nach Verona und Meran

Sebastian Marseiler wurde 1950 in Schluderns geboren und studierte Literatur in Verona. Als Oberschullehrer in Meran und Fortbildner für Lehrpersonen bleibt er vielen in lebendiger Erinnerung. Neben seiner Tätigkeit an der Schule war er vielseitig in der Kulturarbeit tätig: als Publizist, Buchautor, Kurator von Ausstellungen sowie als Drehbuchautor für Dokumentarfilme beim Bayerischen Rundfunk (BR) und bei RAI Südtirol. Sein besonderes Interesse galt Kunst, Geschichte, Alltagskultur und der Landeskunde Südtirols. Er konzipierte zudem Themenwege und galt als ausgewiesener Kenner der Weinkultur.

Bücher, Filme und Ausstellungen

Bekannt wurde er unter anderem durch den „Kunstführer Südtirol“. Auch „Zeit aus dem Eis“ zur Ortler-

front zählt zu seinen wichtigen Werken. Weitere Publikationen widmen sich der Geschichte des Vinschgaus sowie der kulturellen Entwicklung verschiedener Regionen Südtirols. Der Bildband „Vom einfachen Leben in der Natur“ gibt eindrucksvolle Einblicke in das klösterliche Leben. Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof im Obervinschgau, verstand er es, komplexe historische Zusammenhänge verständlich und lebendig zu vermitteln. Auch im Film hinterließ Marseiler Spuren. Für den Bayerischen Rundfunk und RAI Südtirol schrieb er zahlreiche Drehbücher, meist zu Themen bäuerlicher Alltagskultur, Geschichte und regionaler Identität. Im Museumsbereich war er ebenfalls aktiv: Als Kurator entwickelte er Ausstellungskonzepte, die Geschichte als „begehbare Erzählräume“ erfahrbar machen. Ein Beispiel dafür ist die Ausstellung im historischen Badhaus in Hintermartell zu den Standschützen an der

Ortler-Cevedale-Front im Ersten Weltkrieg. Darüber hinaus entwarf er Themenwege, die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „im Gehen“ erlebbar machen.

Erzähler mit Tiefgang Marseiler war ein großer Erzähler. Seine „Geschichten“ verbanden Humor mit Tiefgang. Wissenschaftliche Genauigkeit und erzählerische

Leichtigkeit gingen bei ihm stets Hand in Hand.

Sebastian Marseiler lebte viele Jahre in Meran. Er hinterlässt seine Frau Beatrix und zwei Kinder – und viele Spuren in der Südtiroler Kulturlandschaft.

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Gemeinsam den Park gestalten

In Meran wächst das Projekt Park’o weiter als offener Raum für alle Generationen.

In Meran hat sich der Marconi-Park in den vergangenen Jahren schrittweise zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Das Projekt „Park’o“ geht heuer bereits in seine dritte Saison und baut auf einer Entwicklung auf, die lange zuvor ihren Anfang genommen hat. Bereits von 2017 bis 2023 wurde das Areal rund um den ehemaligen Minigolfplatz vom Kulturverein ost west club est ovest bespielt. Über sieben Sommer hinweg, jeweils in den Monaten Juni, Juli und August, wurde der zuvor eher stiefmütterlich behandelte Ort mitten im Stadtzentrum mit kulturellem Leben gefüllt. Konzerte, Begegnungen und kreative Formate machten den Platz zu einem offenen Raum für Austausch und Gemeinschaft. Mit dem Umzug in das Vereinsheim ExBersaglio ging diese Pionierphase zu Ende, prägte jedoch nachhaltig die Wahrnehmung und Nutzung des Areals und ehemaligen MinigolfGeländes.

Heute knüpft „Park’o“ an diese Erfahrungen an und entwickelt den Bereich im Marconi-Park gezielt weiter. Im Rahmen eines Beteiligungsprozesses, an dem die Stadtgemeinde Meran, Arci Bozen und das Jugendzentrum Strike Up beteiligt waren, entsteht ein sogenannter Generationenpark: ein offener, inklusiver Ort, der Begegnung, kulturellen Austausch und aktive Mitgestaltung fördert. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem das Miteinander bewusst in den Mittelpunkt des städtischen Lebens gerückt wird.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Weiterentwicklung ist die Initiative „Park’o su misura“. Sie wurde vom Umwelt- und Kulturamt der Stadt gemeinsam mit den Meraner Stadtwerken ins Leben gerufen und setzt auf die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, nicht mehr benötigte Gartenmöbel wie Stühle, Tische oder andere Einrichtungs-

gegenstände zu spenden. Diese werden gesammelt, ausgewählt und aufbereitet, um anschließend im Park als neue Ausstattungselemente Verwendung zu finden.

Die Idee dahinter verbindet Nachhaltigkeit mit Gemeinschaftssinn: Ausgediente Gegenstände erhalten eine zweite Nutzung und werden Teil eines gemeinsam gestalteten öffentlichen Raums. Dadurch entsteht nicht nur eine ressourcenschonende Lösung, sondern auch eine besondere Identifikation mit dem Ort, da viele Elemente direkt aus der Bevölkerung stammen und Geschichten mitbringen.

Die erste Sammelaktion fand am 11. April in der Innerhoferstraße statt und bildete den Auftakt für weitere Beteiligungsformate. Auch künftig soll die Bevölkerung in die Entwicklung des Parks eingebunden bleiben und diesen aktiv mitprägen.

Von Mai bis September wird „Park’o“ schließlich durch ein vielfältiges Programm belebt. Arci Bo-

zen und Strike Up organisieren Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, soziale Initiativen und Angebote für unterschiedliche Altersgruppen. So entsteht ein Ort, der nicht nur zum Verweilen einlädt, sondern auch als Plattform für kreative Ideen und gemeinschaftliches Engagement dient.

„Park’o“ steht damit beispielhaft für eine nachhaltige und partizipative Stadtentwicklung: Aufbauend auf der Pionierarbeit vergangener Jahre wächst im Herzen Merans ein Raum, der von den Menschen gestaltet wird und für die Menschen gedacht ist.

Weitere Infos findet man hier: www.facebook.com/profile. php?id=61561204942150

Thomas Kobler

Ein stiller Ort, der stärkt

Die Maria-Hilf-Kirche in Oberlana, geprägt von einer bewegten Geschichte und zahlreichen wundersamen „Mirakelberichten“ liegt in der Vill – ein Ort, der neue Aufmerksamkeit verdient.

Viele kennen sie vom Vorbeigehen, manche haben vielleicht einen Blick hineingeworfen. Aber nur wenige wissen noch, welche Geschichte in dieser kleinen Barockkirche steckt. Und noch weniger Leute ahnen, dass sie einst zu den bedeutenden Wallfahrtsorten der Gegend gehörte. Über Generationen hinweg kamen Menschen hierher, wenn sie Trost suchten, Heilung erhofften oder einfach an einem Punkt angekommen waren, an dem sie nicht mehr weiterwussten. Genau darin liegt auch heute noch ihre besondere Kraft.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1641, als bei der Falschauerbrücke ein Bildstock errichtet wurde. Bald zog dieses verehrte Maria-Hilf-Bild so viele Menschen an, dass daraus zunächst eine Kapelle und später eine Kirche wurde. Aber schon 1647 zerstörte ein Hochwasser der Falschauer das Gotteshaus vollständig. Das Gnadenbild konnte jedoch wie durch ein Wunder gerettet werden. Der nachfolgende Kirchenbau, 1652 geweiht, gilt als einzige Barockkirche in Lana. Was viele nicht wissen: Die Kirche gehört bis heute nicht dem Klerus, sondern der Interessentschaft Vill Oberlana. Das hat historische Grün-

de. Weil die Falschauer den Ortsteil immer wieder bedrohte, nahmen die Menschen den Schutz ihres Lebensraums selbst in die Hand. Sie errichteten die Kirche aus Eigeninitiative und erhielten sie nicht nur als Gebetshaus, sondern auch als sichtbares Zeichen – als geistigen Schutz gegen die immer wieder bedrohliche Falschauer. Bis heute ist sie damit ein Symbol für Zusammenhalt, Eigenverantwortung und Schutz.

Ihre große Zeit erlebte die Maria-HilfKirche im 17. und 18. Jahrhundert. Davon erzählt das sogenannte Mirakelbuch, in dem über 150 Gebetserhörungen festgehalten sind. Menschen, vor allem aus dem Burggrafenamt und dem mittleren Vinschgau, kamen hierher – mit Krankheiten, Geburtsnöten, Ängsten oder nach Unfällen – und berichteten von Hilfe, die sie der Fürsprache der Gottesmutter zuschrieben. Nicht weniger als 820 Votivtafeln zeugen vom großen Zulauf. Das ist eine Zahl, die heute fast unglaublich klingt – und ahnen lässt, welche Bedeutung dieser Ort einmal hatte.

Was steht nun in diesem Mirakelbuch? Etwa die Begebenheit des Apothekers Valerius Prunner, der 1657

bei einem Unfall mit seinem Pferd in höchster Lebensgefahr war. In seiner Not rief er Maria Hilf an – und der Bericht erzählt, dass die Pferde eines herannahenden Wagens plötzlich stillstanden, sodass er unverletzt gerettet werden konnte. Oder die Geschichte eines kleinen Kindes, das an einem verschluckten Knochen zu ersticken drohte. Die Mutter wandte sich verzweifelt im Gebet an die Gottesmutter – kurz darauf konnte das Kind wieder atmen.

Man muss die Mirakelberichte heute nicht wie einen medizinischen Befund lesen. Sie erzählen von etwas Zeitlosem: von Momenten der Angst, von Hoffnung – und von dem Bedürfnis, sich in schwierigen Situationen an etwas Größeres zu wenden. Genau darin liegt die eigentliche Aktualität der Maria-Hilf-Kirche. In einer Zeit, in der viele vieles haben, aber oft wenig Ruhe finden, könnte sie wieder das werden, was sie einmal war: ein Ort zum Innehalten, Aufatmen und Neu-Ausrichten. Die Maria-Hilf-Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr wieder geöffnet und frei zugänglich für alle. Auch für jene, die auf der Suche nach Schönheit, Ruhe und Orientierung sind. Und um die alte Tradition wie-

Durch fachmännische Pflege wird die Lebensdauer eines Daches nachhaltig verlängert.

der erlebbar zu machen, werden ab Juni bis Oktober 2026 an jedem ersten Mittwoch um 19 Uhr einzelne Wunderberichte aus dem historischen Mirakelbuch vorgestellt – verbunden mit einem kurzen Impuls oder Gebet, das Kraft und Zuversicht für den Alltag mitgeben möchte. Interessierte sind herzlich eingeladen, den Geschichten zu lauschen und die besondere Atmosphäre der Kirche neu zu entdecken. Die erste Mirakelvorstellung am 3. Juni 2026 wird von Theologe und Seelsorger Don Paolo Renner mit einem kurzen Statement zum Thema „Glaube und Wunder“ vorgestellt. Simone Santer

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Die Maria-Hilf-Kirche in Oberlana

Zu den Burgruinen von Montani

Gemütliches Wandern auf Berg- und Waalwegen, vorbei am Klobenstein Egg zu den imposanten Ruinen von Montani, den Wächtern über das Martelltal und den Vinschgau.

Vom Sportzentrum Latsch müssen wir die Straße aufwärts zum Waldrand beim Beginn des Parcours für das Bogenschießen. Der Weg zieht sich höher, links am Speicherbecken vorbei bis zum markierten Steig, der zu den Burgruinen führt. Da der Raminiwaal zurzeit gesperrt ist, wählen wir diese Alternative.

Immer in Richtung Westen

Nun wandern wir der Markierung entlang, erst an den Rastplätzen vorbei und links vom Speicherbecken abwärts Wir kommen zu einem Forstweg, den wir bis zur nächsten Kurve aufwärts gehen. Nun führt ein idyllischer Steg geradeaus und wir erreichen einen herrlichen Aussichtspunkt. Wir blicken auf Tarsch mit den Türmen der zwei Kirchen, die dem hl. Michael (Pfarrkirche) und dem hl. Karpophorus geweiht sind. St. Medardus, das dritte Kirchlein versteckt sich. Außerdem über-

blicken wir die Weite des Vinschger Talkessels. Unser Weg führt nunmehr abwärts, die Abzweigungen zur Latscher Alm und zum Trimm-dichPfad nicht beachtend. Aber da, wo der Weg etwas steinig wird, zweigt links ein nicht markierter Pfad ab, den wir nehmen, um dann in Serpentinen den steinigen Weg und ein Wasserreservoir zu umgehen.

Zum Klobenstein Egg Wir folgen jetzt immer der Markierung 5 und müssen, nachdem wir am Tiefpunkt viele Wegweiser entdeckt haben, kurz etwas steiler aufwärts zum Klobenstein – Egg, jenem großen, gespaltenen Felsblock mit einem Kreuz. Dahinter stehen Tisch und Bank für Ruhe suchende Wanderer. Weiter geht es und bald weicht der Wald zurück, Weideland mit Büschen umgibt uns. Wir wandern oberhalb eines Wildzauns und kommen

- einen zugeschütteten Waal entlang - wieder auf einen breiteren Weg mit einem Aussichtspunkt. Weiter, den Wegweisern folgend, sehen wir bereits unser Ziel, die mächtigen Ruinen von Oberund Untermontani.

Die Ruinen von Ober- und Untermontani Dem in Rohre gefassten Neuwaal entlang (die Infotafel am Felsen links oben beachten), dann kurz abwärts und schon stehen wir vor den Ruinen von Obermontani. Die einst so mächtige Burg aus dem 13. Jh. gehörte den Herren von Montani und nach deren Aussterben dem Grafen Maximilian von Mohr. Dieser war es, der wahrscheinlich eine wertvolle Handschrift des Nibelungenliedes nach Montani gebracht hatte. Leider wurde die Burg nach dem Aussterben auch dieses Geschlechts dem Verfall preisgegeben, die wertvollen Handschriften um ein Spottgeld ver-

Am Löschweiher

äußert und schließlich landeten sie in der Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin.

Das Juwel von St. Stephan

Nach links abbiegend erreichen wir in wenigen Minuten St. Stephan, ein wahres Kleinod ob seiner herrlichen Fresken. Wegen der Öffnungszeiten und Führungen empfiehlt es sich, bei Interesse zuvor beim Tourismusverein Latsch nachzufragen. Von hier haben wir einen einmaligen Blick ins wildromantische Martelltal. Am Kirchlein vorbei finden wir einen Steig, der um den Burghügel herum und dann hinunter zur Ruine von Untermontani führt. Beide Burgen hatten einst denselben Besitzer. Bald haben wir den Fuß des Burghügels erreicht. Wir wenden uns nach links über den Plimabach mit seiner überdachten Brücke in Richtung Morter.

St. Anna in Schanzen

Da der Dorfkern weiter oben liegt, gehen wir direkt zum Bahnhof von Goldrain. Über eine lange Strecke können wir gut auf den Wiesenrand ausweichen, um nicht über den harten Asphalt tippeln zu müssen.

Dann entdecken wir linkerhand den geschichtsträchtigen Schanzenhof, einst ein Mairhof der Herren von Chur, mit der kleinen, der Mutter Anna geweihten Kapelle. Von dort sind wir binnen kurzem nach links abbiegend, am Bahnhof von Goldrain. Ein letzter Blick zurück zu den Ruinen von Montani, die immer noch über den Vinschgau zu wachen scheinen.

Fink

Kurzinfos zur Wanderung

Anfahrt: Mit dem Zug bis Latsch und dem öffentlichen Bus bis zum Sportzentrum Latsch.

Gehzeiten: insgesamt rund 4 Std. Sportzentrum Latsch > Obermontani 2 - 2,30 Std. > über St. Stefan nach Untermontani: 30 Min. > Bahnhof Goldrain 1 Std.

Christl
Ein Blick nach Tarsch Ober- und Untermontani
Der Neuwaal und eine interessante Inschrift
Sankt Anna beim Schanzenhof
Blick von Unter- nach Obermontani

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Landesweite Hilfsmittelausstellungen

Das Blindenzentrum St. Raphael organisiert mobile Ausstellungen für blinde, sehbehinderte und hörsehbehinderte Menschen in Südtirol. Vor Ort können zahlreiche Hilfsmittel ausprobiert und Fachberatungen in Anspruch genommen werden. Zudem stehen Trainerinnen für Mobilität, Orientierung und lebenspraktische Fertigkeiten für Austausch zur Verfügung. Gezeigt werden u. a. vergrößernde Sehhilfen, Vorlesesysteme (auch mit KI), Computer und Handys mit Sprachausgabe, sprechende Alltags- und Haushaltsgeräte, Hörbuch-Abspielgeräte, Spiele sowie Hilfsmittel für Orientierung und Mobilität. Eine Mitarbeiterin des Blinden- und Sehbehindertenverbandes informiert über Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Die Ausstellung bietet auch Raum für Begegnung und Austausch. Termin: Meran, Liebeswerk, Goethestraße 15 Mittwoch, 6. Mai, 10 – 17 Uhr Mit Eschenbach und Voice Systems

Die Kuhglocke hat erkannt: Alexandra Ladurner Kino in Meran

BILD ERKANNT

Dann rufen Sie uns am Montag, 4. Mai 2026, zwischen 16 und 17 Uhr an. Tel. 0473 23 30 24

Dialektale Vielfalt in Südtirol – deine Meinung zählt!

In Südtirol gehört der Dialekt für viele ganz selbstverständlich zum täglichen Leben. Daneben wird auch Hochdeutsch in bestimmten Situationen gesprochen. Doch wie genau gehen wir mit diesen Sprachformen um? Wie benutzen wir sie, welche Bedeutung haben sie für uns und wie nehmen wir sie wahr?

Diesen Fragen widmet sich ein wissenschaftliches Forschungsprojekt der Universität Innsbruck. Dafür werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Online-Umfrage gesucht:

- Wer kann mitmachen? Alle, die einen Südtiroler Dialekt reden, keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich.

- Wie lange dauert es? Der Fragebogen dauert ca. 15–20 Minuten, ist anonym und unkompliziert.

- Warum mitmachen? Jede Teilnahme leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Sprache in Südtirol.

Außerdem kann mitentschieden und herausgefunden werden, welche Dialekte am beliebtesten sind! Interesse geweckt? Die Teilnahme ist über den Link https://tinyurl.com/dialektumfrage oder den QR-Code möglich.

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