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BAZ Nr. 6 vom 27/03/2026

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Immer mehr Menschen halten Haustiere in kleinen Wohnungen, oft ohne die artgerechten Bedingungen zu schaffen. Das führt nicht nur zu Stress und gesundheitlichen Problemen bei den Tieren, sondern auch zu Konflikten in der Nachbarschaft. Psychologisch gesehen suchen viele Menschen in Haustieren eine emotionale Stütze, besonders in Zeiten von Einsamkeit und sozialer Isolation. Doch wenn die Haltung nicht passt, entstehen Frustration und Überforderung – sowohl bei Haltern als auch Tieren. Probleme wie Hundekot auf Gehwegen oder in Parks, das Liegenlassen von Kotbeuteln und das Aussetzen von nicht mehr haltbaren Tieren belasten das soziale Gefüge erheblich. Eine verantwortungsvolle Haltung, mehr Aufklärung und klare Regeln sind dringend nötig, um das Wohl der Tiere und das friedliche Miteinander in der Gemeinschaft zu sichern. Papst Franziskus hat sich wiederholt kritisch dazu geäußert, dass Haustiere zunehmend den Platz von Kindern einnehmen. Bei einem Besuch in Luxemburg am 26. September 2024 sagte er wörtlich: „In Italien sage ich: fate più bambini e

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– Burggräfler Zeitschrift . 39011 Lana . Industriestr. 1/5 Tel. 0473 23 30 24 | www.diebaz.com | baz@bezirksmedien.it Redaktionsanschrift: Bezirksmedien GmbH Telefon: 0473 23 30 24 E-Mail: redaktion@diebaz.com Ermächtigung des Landesgerichts Nr. 19/93 . Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Koordination: Claudia Kaufmann, claudia@diebaz.com Redaktionsleitung: Josef Prantl, Tel. 340 2306888, josef.prantl@fastwebnet.it Mitarbeiter: Christl Fink, Philipp Genetti, Martin Geier, Walter J. Werth, Christian Zelger, Markus Auerbach, Elisabeth Tappeiner, Thomas Kobler,

STIMMEN, DIE VERBINDEN!

Galakonzert „Oper, Operette und Musical“ im Stadttheater Meran.

Am Samstag 25. April um 19.30 Uhr findet im Stadttheater Meran das Galakonzert „Oper, Operette und Musical“ unter der Leitung von Richard J. Sigmund statt. Auf der Bühne stehen 13 Solisten aus 10 Nationen gemeinsam mit dem Vokalensemble Amaté, das aus Sängern aus Meran und der Umgebung besteht. Organisiert wird der Abend vom Kulturverein Amaté EO und bildet zugleich den Abschluss der diesjährigen „Spring Stage“ der Merano Academy.

Der Kulturverein Amaté EO engagiert sich seit mehreren Jahren in der Förderung junger Sänger sowie in der Organisation von Konzert- und Bühnenprojekten im Bereich Oper,

Operette und Musical. Neben der Arbeit mit internationalen Nachwuchssolisten gehört auch das Vokalensemble Amaté zum Verein. In diesem Ensemble wirken Sänger aus Meran und der Region regelmäßig an Konzerten und Produktionen mit und gestalten gemeinsam mit internationalen Gästen verschiedene Projekte des Kulturvereins Amaté EO.

Ein zentraler Bestandteil der Vereinsarbeit sind die Ausbildungs- und Projektphasen der Merano Academy unter der Leitung von Richard J. Sigmund. Im Rahmen dieser sogenannten „Stages“ arbeiten junge Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Ländern unter professioneller Anleitung an Gesangstechnik, Interpretation und Bühnenpräsenz. Viele Teilnehmende kehren über mehrere Jahre nach Meran zurück, um ihre künstlerische Entwicklung im Rahmen dieser Projekte fortzusetzen.

Das Opernstudio hat sich zum Ziel gesetzt, junge Sänger an große Bühnen zu vermitteln. Dafür besteht eine enge Zusammenarbeit mit internationalen Agenturen und Theatern. So werden junge Solisten behutsam zur Bühnenreife geführt, während zugleich durch die Zusammenarbeit mit ambitionierten Laiensängern eindrucksvolles Musiktheater entsteht. Gerade diese Verbindung macht den besonderen Reiz aus: Menschen, die sich künstlerisch

Uraufführung „Oratorium für den Frieden“ am 22. März 2025
© Pepi
Gander

entfalten und gemeinsam etwas auf die Bühne bringen möchten. Der Verein gliedert sich daher in verschiedene Gruppen – Chorsänger, Solisten sowie Teams für Bühnenbau und Kostüm. Aus diesem gemeinsamen kulturellen Engagement entstehen Produktionen, die das Publikum in die Welt des Theaters eintauchen lassen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Opern erfolgreich aufgeführt, darunter Werke von Mozart und Puccini, ergänzt durch große Konzerte. Mitunter gab es sogar Uraufführungen, die gezielt für einzelne Mitwirkende geschrieben wurden. So entstand beispielsweise das Musical „Jenseits des Flusses“, das sich mit dem Leben und Wirken auf einer Palliativstation beschäftigt, sowie „Jenseits –Lights to Africa“, das die Geschichte von drei Schwestern in Afrika erzählt. Bereits im Februar präsentierten Teilnehmer der Academy ein geistliches Konzert in der Kapuzinerkirche Meran. Das Galakonzert im Stadttheater bildet nun den öffentlichen Abschluss der aktuellen Arbeitsphase. Das Programm des Abends umfasst Arien und Ensembles aus Oper und Operette sowie bekannte Musicalnummern. Internationale Solostimmen treffen dabei auf das Vokalensemble Amaté, wodurch sich eine abwechslungsreiche Verbindung aus solistischen und chorischen Beiträgen ergibt. Auch künftig plant der Kulturverein Amaté EO weitere Projekte: Für 2026 sind unter anderem eine Sommerakademie mit Konzerten in Griechenland, der Internationale Gesangswettbewerb „Aria

d’Oro 2026“ sowie eine Produktion des Musicals Sister Act im Stadttheater Meran vorgesehen. Die BAZ hat mit einigen Mitwirkenden und Beteiligten gesprochen.

Was schätzen Sie an den verschiedenen Projekten des Kulturvereins Amaté EO?

Veronika (Mals): „Ich erlebe im Vokalensemble Amaté immer wieder vielseitige musikalische Herausforderungen. Besonders schätze ich die gemeinsamen Auftritte – sowohl in Meran als auch auswärts – sowie die Möglichkeit zur Einzelstimmbildung. Diese Kombination aus Ensemblearbeit und persönlicher Weiterentwicklung macht die Projekte des Kulturvereins Amaté EO für mich besonders wertvoll.“

Was motiviert Sie, sich mit so viel Engagement in die organisatorische Arbeit im Kulturverein Amaté EO einzubringen?

Alexandra (Mölten): „Mich motiviert vor allem das Gefühl, Teil von etwas Sinnvollem zu sein. Organisation bedeutet für mich, im Hintergrund Strukturen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Ideen umgesetzt werden können. Wenn Veranstaltungen gelingen und die Zusammenarbeit im Verein gut funktioniert, ist das eine große Motivation. Gleichzeitig gibt mir diese Aufgabe persönlich viel zurück –Verantwortung zu übernehmen, Lösungen zu finden und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“

Welche künstlerischen Erfahrungen konnten Sie aus den Stages der Merano Academy persönlich mitnehmen?

John Sweeney (USA): „Die Merano Academy verbindet technische Ausbildung mit konkreter Bühnenerfahrung. Während der Stages wird intensiv an Stimme, Interpretation und Darstellung gearbeitet, gleichzeitig entstehen wertvolle Möglichkeiten, das Gelernte unmittelbar auf der Bühne umzusetzen. Besonders schätze ich, dass im Kulturverein Amaté EO hohe künstlerische Ansprüche mit einem respektvollen und menschlichen Umgang verbunden werden. Für mich persönlich war die Teilnahme eine sehr bereichernde Erfahrung.“

Sie nehmen als mittlerweile anerkannte Solistin bereits seit mehreren Stages an der Merano Academy teil. Was führt Sie immer wieder zurück nach Meran?

Loes Cools (Belgien): „Die Merano Academy gibt mir einen professionellen und sicheren Raum, zu den Grundlagen zurückzukehren: Atmung und Musik. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen KollegInnen schafft Begegnungen, Verständnis und Freundschaften über kulturelle Grenzen hinweg. Die SängerInnen des Kulturvereins Amaté sind für mich inzwischen wie eine zweite Familie. Gemeinsames Singen und Musizieren zeigt, wie Kultur Menschen verbindet und wie unersetzlich Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist.”

UNSERE LIEBLINGE

Des Menschen bester Freund soll er sein. Das Schnurren von Katzen soll beruhigend wirken und zur Stressreduktion beitragen, lese ich. Neben Hunden und Katzen werden vermehrt auch exotische Tiere angeschafft. Partnerersatz und Seelentröster zu sein, ist allerdings nicht ihre Berufung.

Die Zunahme von Haustieren, insbesondere während der Corona-Pandemie, hat zu einer Reihe von Problemen geführt, die ökologische, soziale und tierschutzrechtliche Aspekte betreffen. Wussten Sie, dass ein durchschnittlicher Hund in 13 Jahren etwa 2000 Liter Urin und 1000 kg Kot produziert, was zu Stickstoff- und Schwermetallbelastungen führt?

Der Fleischkonsum von Haustieren in den USA entspricht dem des fünftgrößten fleischverbrauchenden Landes der Welt. Der illegale Welpenhandel über das Internet hat deutlich zugenommen. „Das ähnelt einem Marktplatz wie auf Amazon“, sagt Siliva Piaia. Katzen stellen eine erhebliche Bedrohung für die Vogelwelt dar. „Viele Halter fühlen sich mit der Pflege, dem Zeitaufwand und den Kosten überfordert“, bestätigt die Präsidentin des Tier-

schutzvereins „Tierheim Naturns“. Wir sind ein Land der Tierfreunde. Auf den ersten Blick mag das stimmen: Zahlreiche Vereine kümmern sich um streunende Katzen, organisieren Kastrationsaktionen, vermitteln Tiere in neue Familien.

Doch wir haben ein Problem: Es gibt nur ein richtiges Tierheim. „Tierschutz ist Regierungspflicht“, lautet das Motto des Welttierschutztages, der am Geburtstag des Heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober alljährlich begangen wird. Wie steht es nun um den Tierschutz bei uns?

Tierschutz als gesetzliche Aufgabe

Der Schutz von Tieren ist in Südtirol rechtlich eigentlich gut geregelt. Grundlage bildet das Landesgesetz Nr. 9 aus dem Jahr 2000 über

„Maßnahmen zum Schutz der Tierwelt und zur Unterbindung des Streunens von Tieren“. Ergänzt wird es durch eine Durchführungsverordnung des Landeshauptmannes aus dem Jahr 2013. Ein wichtiger Bestandteil dieser Regelungen ist die Kennzeichnung und Registrierung von Tieren. Dabei geht es nicht um Bürokratie. Vielmehr sollen Tierseuchen verhindert, Tierbewegungen nachvollziehbar und illegale Tiertransporte erschwert werden. Nutztiere, etwa Rinder, Schafe, Ziegen oder Schweine, müssen in der Landes-Viehdatenbank registriert werden. Bei Haustieren gelten andere Regeln. Hunde müssen verpflichtend in der Datenbank des Sanitätsbetriebs registriert werden, Katzen und Frettchen können eingetragen werden. Seit 2022 müssen Hundewelpen bei der Registrierung auch genetisch profiliert werden. Seit

2024 gilt diese DNA-Pflicht für alle dauerhaft in Südtirol gehaltenen Hunde.

Starkes Ehrenamt

Praktisch wird Tierschutz bei uns aber großteils von ehrenamtlichen Vereinen umgesetzt. Der erste Verein dieser Art war der „Südtiroler Tierfreundeverein“. Auf ihn geht auch ein erstes Tierheim zurück, in Naturns in den 1980er Jahren. In der westlichen Landeshälfte sind der „Tierschutzverein Vinschgau“ und das „Tierheim Naturns“ sehr aktiv ist. Ähnliche Initiativen gibt es im Überetsch, im Unterland und im Burggrafenamt, etwa „RespekTiere“ oder „FAUNA- Tierschutzverein Südtirol“.

„Für viele von uns ist das mehr als ein Hobby, Tierschutz ist eine Lebenseinstellung“, sagt Silvia Piaia.

Es fehlen Tierheime

So stark das Engagement der Vereine auch ist, die Infrastruktur bleibt begrenzt. In Südtirol gibt es im Moment nur zwei Tierheime, die Tiere dauerhaft aufnehmen können. Eigentlich aber steht das Landestierheim in der Sill in Bozen auf weiter Flur allein da. Es wird vom Sanitätsbetrieb geführt, versorgt Hunde, Katzen und andere Heimtiere medizinisch, vermittelt sie an Familien. Ein weiteres Tierheim ist das Tierheim Obervintl im Pustertal. Gerade im Burggrafenamt und im Vinschgau ist die Situation besonders schwierig. Viele Tiere müssen nach Bozen gebracht werden, nachdem das Tierheim Naturns seine Tore geschlossen hat.

Ein Auf und Ab

2006 wurde der Verein „Neue Freunde des Tierheimes Naturns“ gegründet und übernahm Anfang 2007 das kleine Tierheim in Naturns/ Plaus. Über Jahre hinweg wurden dort Hunde und Katzen aufgenommen, gepflegt und vermittelt. Nach internen Schwierigkeiten musste der Standort in Naturns aufgegeben werden. Eine Übergangslösung fand sich im Ultental. Silvia Piaia, Präsidentin des Vereins, erinnert sich: „Innerhalb weniger Wochen mussten wir raus aus Naturns – und gleichzeitig eine neue Struktur schaffen.“ Der Standort war jedoch nie als Dauerlösung gedacht. Das Tierheim konnte maximal acht Hunde aufnehmen, Katzen konnten aus Platzgründen nicht mehr betreut werden.

Politischer Streit um einen Standort

Der Kampf um einen geeigneten Standort in der westlichen Landeshälfte ist alt. Über Jahre hinweg wurden verschiedene Standorte diskutiert - unter anderem in Gargazon, in den Tisner Auen oder im Raum Meran. Doch immer wieder scheiterten die Projekte. Auch politisch wurde das Thema mehrfach diskutiert. Landtagsabgeordnete forderten ein Tierheim für den Westen Südtirols und kritisierten, dass entsprechende Zusagen der Landesregierung bisher nicht umgesetzt wurden. Für viele Tierschützer ist das schwer nachvollziehbar. Bezeichnend, dass der zuständige Landesrat Luis Walcher zu einem Interview nicht bereit war. Ein weiteres Problem im Tierschutz ist die Verantwortung der Tierhalter. Immer wieder berichten Vereine von Tieren, die abgegeben werden, weil sie zu viel Arbeit machen, weil Menschen umziehen oder weil die Familie keine Zeit mehr hat. In sozialen Netzwerken reagieren Tierschützer zunehmend frustriert. Eine Nutzerin schreibt: „Ich habe es wirklich satt: Menschen geben ihre Tiere ohne Verantwortung her.“ Der Tierschutz in Südtirol zeigt zwei Gesichter: Auf der einen Seite stehen engagierte Menschen, die sich mit Herzblut für Tiere einsetzen. Auf der anderen Seite stehen strukturelle Probleme: zu wenige Tierheime, steigende Kosten und lange politische Entscheidungsprozesse.

Gerade im Westen des Landes wird deutlich, wie groß die Lücke ist. Silvia Piaia bringt es auf den Punkt: „Tiere haben keine Stimme, deshalb müssen wir Menschen für sie sprechen. Wie viel ist einer Gesellschaft der Schutz von Tieren wert?“

„Tierschutz wird zu wenig ernst genommen“

Silvia Piaia ist eine der vielen Stimmen im Tierschutz in Südtirol und seit acht Jahren Präsidentin des Vereins „Tierheim Naturns“. Sie kämpft schon lange dafür, dass im Westen des Landes endlich wieder ein dauerhaftes Tierheim entsteht.

Frau Piaia, was bedeutet es für Tiere und Vereine, dass es im Burggrafenamt kein Tierheim gibt?

Silvia Piaia: Es fehlt eine klare Struktur und Koordination. Dadurch sind unsere Möglichkeiten zu helfen begrenzt. Besonders schwierig ist die Situation bei problematischen Hunden oder bei schwerwiegenden Tierschutzfällen. Solche Fälle können von Amts wegen oft gar nicht konsequent angegangen werden, auch weil oft unklar ist, wohin mit den Tieren. In Südtirol

sind wir inzwischen an einem Punkt gelangt, an dem Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten oder solche, die keine Familie finden, teilweise außerhalb der Provinz untergebracht werden müssen. Das einzige Landestierheim in Bozen in der Sill ist überfüllt. Gleichzeitig haben wir es heute immer häufiger mit problematischen Hunden zu tun, mit schwierigen Charakteren, die dringend eine professionelle Verhaltensrehabilitation bräuchten.

Sie haben mehrfach betont, dass die Suche nach einem neuen Standort immer wieder gescheitert ist. Woran liegt das?

Das Problem scheitert vor allem an den Gemeindestuben. Der Tierschutz wird dort oft zu wenig ernst genommen. Sobald ein geeignetes

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Grundstück gefunden wird, gibt es sofort Widerstand von angrenzenden Grundbesitzern. Insgesamt hat man den Eindruck, dass die Bedeutung des Tierschutzes politisch noch immer zu wenig erkannt wird. Ich würde zum Beispiel das ehemalige Militärpulverlager in Tirol als möglichen Standort für ein Tierheim im Westen Südtirols sehen. Allerdings wird dieser Vorschlag von politischer Seite bislang abgelehnt. Bereits seit März 2018 suchen wir nach einer Lösung. Seitdem bemühen wir uns, einen geeigneten Standort für ein Tierheim zu finden. Doch immer wieder werden von politischer Seite Gründe genannt, die das Projekt verhindern.

Tierschutzvereine berichten von Tieren, die abgegeben oder ausgesetzt werden. Hat sich das Verhalten der Tierhalter in den letzten Jahren verändert?

Im Jahr 2007 hat unser Verein das Tierheim in Plaus/Naturns übernommen. Damals waren dort vor allem ältere Hofhunde untergebracht – Arbeitshunde, die ausgedient hatten und meist relativ unkompliziert zu halten waren. Auch viele Katzen wurden betreut. Seitdem hat sich die Situation stark verändert. Heute kommen deutlich mehr sogenannte Kampfhunde oder generell schwieriger zu haltende Hunde ins Tierheim in die Sill. Gleichzeitig werden insgesamt viel mehr Hunde gehalten als früher. Manche Menschen besitzen sogar zwei oder mehr Hunde oder Katzen. Viele Tiere stammen von privaten Verkäufern aus dem In- und Ausland. Der Hundekauf ist heute oft fast so einfach wie eine Bestellung auf Amazon. Sogenannte Familienhunde werden schnell vermittelt, ohne dass immer ausreichend geprüft wird, ob die Tiere wirklich zur jeweiligen Familie passen. So landen Hunde in Haushalten, in denen sie eigentlich

nicht gut aufgehoben sind – und früher oder später im Tierheim. Mit den streunenden Katzen ist es problematisch, wo niemand mehr nachschaut. Dort, wo Vereine aktiv sind, wird viel kontrolliert und geholfen. In Gegenden ohne funktionierende Tierschutzstrukturen kann es hingegen passieren, dass sich Katzenpopulationen stark vermehren und Würfe entstehen, die kaum mehr zu bewältigen sind. Ein weiteres Problem sind Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe, bei denen die Besitzer oft nicht bereit sind, ihre Katzen sterilisieren zu lassen. Dadurch tragen sie ungewollt dazu bei, dass die Katzenpopulation immer weiter wächst.

Wenn Sie einen Wunsch an Politik und Gesellschaft formulieren könnten: Was müsste passieren, damit der Tierschutz in Südtirol langfristig besser funktioniert?

Notwendig wäre ein gemeinsamer Arbeitstisch zwischen den Ehrenamtlichen vor Ort, der Politik sowie den zuständigen Ämtern auf Landes- und Gemeindeebene. Meiner Ansicht nach gehört der Tierschutz auch in den Zuständigkeitsbereich des Umweltressorts und nicht in den der Landwirtschaft.

Interview: Josef Prantl

Silvia Piaia, Tierheim Naturns

„In den Tisner Auen sehen wir den passenden Standort“

Seit vielen Jahren setzt sich Bezirksreferent Reinhard Bauer (SVP Meran) für ein Tierheim in der westlichen Landeshälfte ein. Zahlreiche Lokalaugenscheine mit politischen Verantwortlichen haben bereits stattgefunden, doch eine endgültige Lösung steht noch aus.

Herr Bauer, seit Jahren gibt es politische Versprechen, ein dauerhaftes Tierheim für den Westen Südtirols zu schaffen. Warum ist aus Ihrer Sicht bisher keine konkrete Entscheidung gefallen, obwohl sowohl Vereine, Landtagsabgeordnete und vor allem auch Sie wiederholt betonen, dass der Bedarf groß ist? Reinhard Bauer: Der Bedarf war nie das Problem – der war immer klar und unbestritten. Die Herausforderung lag darin, einen Standort zu finden, der nicht nur technisch passt, sondern auch politisch und gesellschaftlich getragen wird. Und genau dort lag über Jahre der Knackpunkt: Jeder Standort hat neue Konflikte ausgelöst – entweder wegen der Nähe zu Wohngebieten oder weil er zu abgelegen war. Ein Tierheim ist eben kein Projekt, das man am Reißbrett entscheidet. Es greift in Lebensräume ein, schürt Ängste und Vorurteile. Es betrifft

Gemeinden direkt und braucht deshalb Akzeptanz vor Ort. Und diese Akzeptanz gab es in dieser Form lange nicht – egal wie passend ein Vorschlag auch war. Der Unterschied zu heute ist: Wir haben diesen Punkt erkannt und den Zugang verändert – weg vom schnellen Vorschlag hin zu einem abgestimmten, gemeinsamen Prozess.

Sie haben viele Vorschläge für konkrete Standorte gemacht. Woran sind Ihre Vorschläge bisher gescheitert?

Ich würde das ganz bewusst nicht als Scheitern bezeichnen, im Gegenteil: Von Scheitern kann nur die Rede sein, wenn aufgegeben wird – und genau das ist nicht geschehen. Wir haben zahlreiche Standorte geprüft – darunter auch sehr geeignete. Dabei hat sich aber immer wieder gezeigt, wo die Grenzen liegen: Entweder gab es nachvollziehbare Einwände aus den Gemeinden, von Interessensgruppen und Bürgern oder es bestanden verschiedene Konflikte mit anderen Nutzungen. Genau aus diesen Erfahrungen haben wir den Zugang verändert. Wir sind bewusst weg davon, auf einen konkreten Standort hinzuarbeiten und zu hoffen, dass er durchgeht. Wir haben stattdessen die Gemeinden früh eingebunden und Einzugsgebiete systematisch bewertet. Denn einen Standort zu fordern ist einfach – ihn dort umzusetzen, wo er tatsächlich entstehen soll, ist die eigentliche Herausforderung. Und das ist der entscheidende Unterschied: Heute stehen wir nicht mehr bei null, sondern auf einer fundierten Grundlage, die politisch tragfähig ist.

Sie geben nicht auf: Wo sehen Sie einen möglichen Standort für ein

Tierheim im Burggrafenamt – und wann könnte es Realität werden? Wir sehen aktuell in den Tisner Auen, im Einzugsgebiet der Vergärungsanlage, eine sehr konkrete und realistische Möglichkeit. Und das Entscheidende ist nicht nur das Areal selbst, sondern das Umfeld: Die Standortgemeinde Lana und die umliegenden Gemeinden stehen grundsätzlich hinter diesem Projekt, sofern das Gesamtkonzept stimmt. So weit waren wir noch nie. Der Standort erfüllt die wesentlichen Kriterien – erreichbar, infrastrukturell geeignet und mit ausreichend Abstand zu Wohngebieten.

Genau an diesen Punkten sind frühere Optionen immer wieder ins Stocken geraten. Wenn es jetzt gelingt, diesen politischen

Konsens auch auf Landesebene in konkrete Schritte zu übersetzen und Gemeinden sowie Grundeigentümer einzubinden, dann kann dieses Projekt Realität werden. Und genau diesen Weg gehen wir jetzt konsequent weiter. Und lassen Sie mich noch eines dazu sagen: Genau das ist für mich politische Arbeit. Nicht am Schreibtisch schnelle und gut klingende Entscheidungen zu treffen, die beim ersten Gegenwind kippen – sondern sich hinauszubegeben, in die Gemeinden, zu Lokalaugenscheinen, in oft harte Diskussionen. Sich Kritik auszusetzen, Konflikte auszuhalten und trotzdem für ein Projekt oder eine Lösung zu arbeiten.

Interview: Josef Prantl

Reinhard Bauer, Bezirksreferent

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Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere darauf auszudrücken.

Khalil Gibran

Gesehen in unseren Wäldern. Foto und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier • Editorisches Konzept: Georg Dekas

Ein ungewöhnlicher Vergleich

Dass Wege nach gleichen Personen, Orten oder Ereignissen benannt werden, wurde an dieser Stelle schon thematisiert. Dieses Mal sind zwei Straßen in Rabland und Meran davon betroffen. Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit.

Der häufigste Name in Südtirol ist vermutlich Maria Mair. Da „Maria” bei den Vornamen und „Mair” bei den Familiennamen nach wie vor unangefochten auf Platz eins der Statistiken stehen, dürfte diese Vermutung nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernt sein. Und wenn es nicht Maria Mair ist, dann ist Maria Hofer ein guter Tipp. Von einer Namensgleichheit auf Ähnlichkeiten im Alter, Aussehen oder Charakter zu schließen, würde uns allerdings nicht einfallen. Und in gleicher Weise trifft dies auf Bezeichnungen zu, die wir an ganz verschiedenen Stellen finden. In diesem

Fall geht es um die Texelstraße. Eine solche Straße gibt es sowohl in Rabland als auch in Meran. Der Name bezieht sich auf die nördlich gelegene Gebirgsgruppe in den Ötztaler Alpen. Texel ist aber auch der Name einer niederländischen Insel in der Nordsee.

Die Unterschiede

Die beiden Gegenden könnten nicht unterschiedlicher sein. Während es das Roteck als höchste Erhebung in der Texelgruppe auf stattliche 3.337 m bringt und die namengebende Texelspitze nur unwesentlich kleiner ist, sucht man solche Berge

auf der Insel Texel vergebens. Die höchste Stelle ist eine Düne namens Bertusnol, die gerade einmal 19,6 m hoch ist. Auch die Bedeutung der Namen ist eine vollkommen andere. Das „Texel“ unserer Berge lässt sich auf das vorrömische Substantiv „daxia“ zurückführen, das „Nadelholzzweig“ bedeutet und auf die örtliche Vegetation anspielt. Das niederländische „Texel“ hingegen – von den Insulanern meist „Tessel“ ausgesprochen – leitet sich vom germanischen Wort „tehswa“ für „südlich“ ab, da die Insel die südlichste im Wattenmeer ist. Die Insel ist geologisch und biologisch durch den Kontakt mit dem Meer geprägt. An der Westseite zieht sich ein 30 km langer Sandstrand mit einem mehrkettigen Dünengürtel von der Nord- zur Südspitze. Die Ostküste ist großteils mit Deichen bebaut und verfügt lediglich über kleinere Sand- und Kiesstrände. Die hiesige Texelgruppe kann dagegen mit 13 Dreitausendern und mehreren Hochgebirgstälern wie dem Zieltal und dem Spronser Tal sowie mit Steppenvegetation, Lärchenwäldern und Fichtenbeständen aufwarten. Zwei Orte, zwei Welten.

Die Gemeinsamkeiten Trotz aller offensichtlichen Unterschiede gibt es doch Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel in Bezug auf den Naturschutz. Der 1976 gegründete Naturpark Texelgruppe ist mit einer Fläche von fast 314 km² der größte der Südtiroler Regionalparks. Auf der Insel gibt es den Nationalpark Duinen van Texel, der ca. 80, zum Teil seltenen Vogelarten Schutz bietet, und dazu Wanderwege sowie Routen zum Radfahren besitzt.

Bei uns ist der Meraner Höhenweg rund um den Naturpark Texelgruppe der bekannteste Höhenwanderweg in Südtirol. Und dann verbindet die beiden so unterschiedlichen Landschaften noch eine Tierart: das Schaf. Jährlich werden von Schnals aus mehrere Tausend Schafe über zwei vergletscherte Routen nach Nordtirol auf die dortigen Weidegebiete getrieben – bekannt unter der Bezeichnung „Transhumanz“ und mittlerweile Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes. Dabei werden in zwei Tagen über 40 km zurückgelegt. Im Herbst kehren die Tiere dann wieder zurück. Auch auf der niederländischen Insel spielt das Schaf eine bedeutende Rolle. Auf die etwa 14.000 Einwohner kommen ebenso viele Schafe. Sogar eine eigene Rasse existiert hier: Das Texelaar ist robust und stämmig und liefert Fleisch, Milch und Wolle. In den 1990er Jahren wurde es exportiert. Die größte Anzahl gibt es heute in Neuseeland und Australien. Ob sich eines auch in das Schnalstal verirrt hat, ist nicht bekannt.

Das große Knallen

Das Herstellen von Goaßln, den traditionellen Peitschen der Bauern, war einst weit verbreitet. Heute pflegen Vereine und Handwerker diese alte Tradition neu.

Wenn in Südtirol das laute Knallen einer Goaßl durch die Luft hallt, ist das mehr als nur ein Geräusch. Es ist ein Stück bäuerlicher Kultur, das bis heute lebendig geblieben ist. Die Goaßl – eine traditionelle Peitsche – gehörte früher selbstverständlich zum Alltag vieler Bauern. Auch zur Verständigung untereinander auf den Almen, wurde die Goaßl eingesetzt. So konnte sogar ohne Sicht kommuniziert werden. Die Herstellung dieser Peitschen war lange Zeit ein eigenes kleines Handwerk. Viele Bauern fertigten ihre Goaßln selbst an oder kannten im Dorf

jemanden, der dieses Wissen beherrschte. Der Stiel wurde meist aus hartem Holz wie Esche oder Hasel geschnitzt, während der Peitschenteil aus Leder geflochten wurde. Vervollständigt wird die Goaßl seit jeher mit einem „Schmitz“, einem Baumwoll- oder Nylonband am Ende der Goaßl. Dieser erzeugt den charakteristischen Klang. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verlor die Goaßl nach und nach ihre praktische Bedeutung. Traktoren ersetzten Pferdegespanne, und das Handwerk drohte vielerorts in Vergessenheit zu geraten. Doch ganz

verschwunden ist es nie. In einigen Tälern wurde das Wissen weitergegeben, oft innerhalb von Familien oder in kleinen Gemeinschaften. Heute erlebt die Goaßl sogar eine neue Aufmerksamkeit. Vor allem im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen und Umzügen gehört das Goaßlschnölln wieder fest dazu. Dabei treffen sich Gruppen, um gemeinsam mit ihren Peitschen rhythmische Knallfolgen zu erzeugen. Das erfordert Übung, Geschick und ein gutes Gefühl für Timing. Parallel dazu entdecken auch jüngere Menschen das Handwerk wieder. In

Durch fachmännische Pflege wird die Lebensdauer eines Daches nachhaltig verlängert.

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Kursen und bei Vereinen lernen sie, wie eine Goaßl aufgebaut ist und wie man sie selbst herstellen kann. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um das Verständnis für ein Stück Alltagskultur, das eng mit dem bäuerlichen Leben verbunden war. So verbindet die Goaßl Vergangenheit und Gegenwart: als Werkzeug von einst, als Klang des Brauchtums und als Handwerk, das heute wieder bewusst gepflegt wird. In ihrem Knallen klingt damit auch ein Stück Geschichte Südtirols nach.

Elisabeth Tappeiner

Bericht aus dem Landtag

Demokratie erleben im Südtiroler Landtag

Wer einmal selbst im Südtiroler Landtag sitzen und Demokratie hautnah erleben möchte, muss dafür nicht gewählt sein. Ich führe interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen und Gruppen gerne persönlich durch den Landtag und gebe Einblicke in die politische Arbeit. Gerade bei solchen Begegnungen wird deutlich, wie demokratische Entscheidungen entstehen und wie politische Arbeit im Alltag aussieht. In einer Zeit, in der wir täglich auf internationale Entwicklungen blicken, wird dabei auch bewusst, wie wertvoll demokratische Strukturen sind.

Für viele Menschen in Europa ist Demokratie selbstverständlich: Wir können wählen, unsere Meinung frei äußern und politische Entscheidungen kritisch hinterfragen. Die internationalen Entwicklungen führen uns vor Augen, wie wichtig Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und politische Mitbestimmung sind. Demokratie bedeutet, dass Menschen ihre An-

Bericht aus Rom

liegen friedlich einbringen können, dass politische Entscheidungen offen diskutiert werden und dass Macht durch Wahlen überprüfbar bleibt. Unterschiedliche Meinungen gehören dabei zum Wesen einer lebendigen Demokratie.

Demokratie findet jedoch nicht nur auf der großen weltpolitischen Bühne statt, sondern auch ganz konkret vor unserer Haustür im Südtiroler Landtag in Bozen. Hier werden Gesetze beraten, politische Positionen ausgetauscht und Entscheidungen getroffen, die den Alltag der Menschen in Südtirol unmittelbar betreffen. Wer einmal hinter die Kulissen der politischen Arbeit blicken möchte, kann bei einem Besuch sehen, wie Diskussionen geführt, Entscheidungen vorbereitet und politische Verantwortung wahrgenommen wird. Solche Einblicke zeigen, wie demokratische Prozesse funktionieren – und wie wichtig es ist, sich selbst einzubringen. Denn Demokratie

lebt vom Mitmachen. Melden Sie sich einfach per E-Mail svp@landtag-bz.org für einen Besuch im Südtiroler Landtag an.

Harald Stauder Landtagsabgeordneter

Italiens Justiz im Kreuzfeuer der Politik

Die Schlammschlacht zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen der Verfassungsreform hat ein Phänomen deutlich gemacht, das tief in der italienischen Politik verwurzelt ist. Vor allem PolitikerInnen aus dem rechten Lager kommentieren Ermittlungen und Urteile, selbst dann, wenn sie weder die Akten noch die Fakten kennen. In zwei der sich kürzlich zugetragenen Fälle war dies besonders eklatant. Der erste betrifft einen Polizisten, der ins Ermittlungsregister eingetragen wurde, weil er einen Drogendealer erschossen hatte. Nach seiner Darstellung habe der Mann ihn zuvor mit einer Pistole bedroht. Rechte PolitikerInnen behaupteten sofort das sei natürlich Notwehr gewesen und griffen die Staatsanwälte an, die die Ermittlungen aufgenommen hatten. Kurze Zeit später kam heraus, dass die Realität eine völlig andere war: Der Polizist hatte den Dealer bewusst und kaltblütig erschossen – einen Mann, von dem er regelmäßig Schutzgeld kassiert hatte. Inzwischen werden ihm rund 30 Straftaten zur Last gelegt. Wie der Polizeichef erklärte, sei er umgehend aus dem

Dienst entfernt worden, da sein Verhalten die Ehre des gesamten Polizeikorps verletze. Der zweite Fall betrifft die sogenannte „Waldfamilie“. Ein australisches Ehepaar wohnte mit seinen Kindern ohne Strom und fließendes Wasser in einer Hütte im Wald. Die Kinder wurden isoliert und nicht in die Schule geschickt. Nach unzähligen ungehörten Aufforderungen des Jugendgerichts, die Situation zu ändern, hat dieses die Kinder vorübergehend in einer Struktur untergebracht und den Sozialdiensten anvertraut. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihr Stellvertreter Matteo Salvini griffen die RichterInnen daraufhin scharf an und erklärten, der Staat dürfe Eltern unter keinen Umständen ihre Kinder wegnehmen. Dies, obwohl die Regierung erst vor wenigen Monaten mit dem sogenannten „Caivano-Dekret“ die Strafen für Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken, deutlich verschärft und in solchen Fällen auch den Entzug des Sorgerechts vorgesehen hatte. Der Senatspräsident, Ignazio La Russa, ging sogar so weit, die Eltern in den Senat einzuladen.

Das zeigt, wie in der politischen Debatte versucht wird jeden aufsehenerregenden Fall für die eigene Propaganda zu missbrauchen. Wenn also von einer Schieflage in der italienischen Justiz gesprochen wird, dann gehört auch dieser Aspekt dazu: die ständige Einmischung der Politik in die Tätigkeit der Justiz.

Julia Unterberger Senatorin

Bericht aus dem Bezirk

Mobilitätsimpuls

Nordwestumfahrung als Impuls für eine neue Mobilitätsstrategie im Burggrafenamt. Mit dem Fortschritt rückt ein Infrastrukturprojekt näher, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung hat. Die Umfahrung soll künftig einen Teil des Durchzugsverkehrs aufnehmen und damit das Verkehrsnetz im Raum Meran entlasten und für die Umlandgemeinden beschleunigen. Die Nordwestumfahrung ist jedoch mehr als nur ein Straßenbauprojekt. Ihre Wirkung hängt wesentlich davon ab, welche begleitenden Maßnahmen parallel umgesetzt werden. Erst im Zusammenspiel mit einer gezielten Verkehrsplanung wird das volle Potenzial ausgeschöpft. Dazu gehört etwa eine klare Verkehrslenkung im Stadtgebiet von Meran ebenso wie eine bessere Abstimmung der Verkehrsströme zwischen Stadt und Umlandgemeinden. An diesen begleitenden Maßnahmen wird derzeit bereits gearbeitet.

Auch der öffentliche Verkehr spielt dabei eine wichtige Rolle. Verbesserte Busverbindungen, attraktive Umsteigemöglichkeiten sowie sichere Radverbindungen können dazu beitragen, dass die Entlastung durch

die Umfahrung langfristig spürbar bleibt. Gerade für viele Pendlerinnen und Pendler aus den Gemeinden des Burggrafenamtes ist eine funktionierende Verbindung zwischen Stadt und Umland entscheidend.

Für den Bezirk insgesamt bietet die Nordwestumfahrung somit die Gelegenheit, Mobilität nicht nur kurzfristig zu entlasten, sondern strategisch weiterzuentwickeln. Wenn Infrastrukturmaßnahmen mit einer vorausschauenden Verkehrsplanung verbunden werden, kann und wird daraus ein nachhaltiger Nutzen für den gesamten Bezirk entstehen – für die Stadt Meran ebenso wie für die Umlandgemeinden sowie dem gesamten Burggrafenamt.

Grenzenloser Bettenstopp

Der Bettenstopp in Südtirol war einmal eine große politische Ansage. Die vorherige Landesregierung um Tourismuslandesrat Arnold Schuler stellte eine fast ketzerische Frage: Vielleicht gibt es irgendwann genug Hotelbetten? Man beschloss also ein Limit, ein Signal an eine Branche, die seit Jahrzehnten nur eine Richtung kennt: mehr. Gerade im Burggrafenamt rund um Meran, Dorf Tirol und Schenna klang das für viele gar nicht so abwegig. Wer hier lebt, weiß schließlich, dass es nicht an Gästen mangelt, sondern eher an leistbarem Wohnraum und nicht ständig überfüllten Straßen und Wanderwegen.

Kaum ein paar Jahre später erklärt der neue Tourismuslandesrat, man müsse das Ganze „differenziert betrachten“. Es werde Ausnahmen geben. Natürlich nur ein paar wenige. Anfangs klingt das noch überschaubar: strukturschwache Gemeinden, Einzelfälle, besondere Situationen. Am Ende zeigt sich jedoch, dass plötzlich rund die Hälfte der Gemeinden im Land unter diese Kategorie fallen könnte. Der Bettenstopp existiert damit weiterhin, zumindest auf dem Papier. In der Praxis ist er inzwischen vor allem ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der man ernsthaft darauf vertraute, dass die Branche Einschränkungen akzeptieren würde. Was auf dem Papier wie ein Limit wirkt, bedeutet für Straßen, Busse und Wanderwege vor allem eines: mehr Trubel statt weniger.

Mehr Betten bedeuten schließlich auch mehr Gäste und die betreffen nicht nur einzelne Orte. Sie müssen an- und abreisen, bewegen sich durchs ganze Land und wollen natürlich die bekannten Hotspots sehen und fotografieren. Manche sagen das inzwischen auch ganz offen. Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Pustertal und Bürgermeister von Prettau, Robert Alexander Steger, erklärte, die „Ökoparty“ sei nun vorbei, eine bemerkenswert ehrliche Zusammenfassung der aktuellen Situation.

Unter vorgehaltener Hand wird ohnehin gerne gemunkelt, dass neue Ausnahmen manchmal erstaunlich nahe am persönlichen Umfeld mancher Entscheidungsträger liegen. Oppositionspolitiker vermuten weiters, dass nicht unbedingt die kleinen Betriebe profitieren werden, sondern eher jene Investoren, die ohnehin schon groß planen. Aber vielleicht sollte man sich darüber gar nicht wundern. In einem Land, in dem der Tourismus zur wichtigsten Religion geworden ist, zählen am Ende eben oft zwei Dinge besonders: Geld und Wachstum. Der Bettenstopp ist also nicht abgeschafft, er ist nur sehr anpassungsfähig geworden. Oder anders gesagt: Symbolik schlägt Wirkung.

Reinhard Bauer

KINDERSEITE

Wissen

Warum wird die Haut beim Baden schrumpelig?

Basteltipp

Ostereier aus Papier

Material: Tonpapier, Schere, Kleber, Bleistift, Strick Anleitung: Auf das Tonpapier (unterschiedliche Farben) zeichnet ihr euch die Ostereier vor und schneidet diese aus. Die Eier werden alle längs in der Mitte gefaltet. Nun klebt ihr immer eine Hälfte an eine andere, sodass ein Fächer entsteht. Bevor ihr die letzten beiden Enden zusammenklebt, legt ihr den Strick als Schlaufe in das

Text und Foto: https://www.kribbelbunt.de/artikel/news/osterei-bas teln/

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man auseinanderzieht: Es kostet Energie. Und da in beide Rich

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Alter: ab 7 Jahren

Erscheint am 27.03.2026 in Zusammenarbeit mit

AKTU E LL E S

Liebe Kinder, wisst ihr, welche kuriosen Osterbräuche es rund um den Globus gibt? Während bei uns Eier gesucht werden, gibt es in Australien den „Oster-Bilby“ (ein Beuteltier), auf den Bermudas Drachensteigen am Karfreitag, in Schweden verkleiden sich Kinder als Osterhexen und in Irland wird am Karsamstag ein Hering zu Grabe getragen, um symbolisch die Fastenzeit zu beenden.

Frohe Ostern wünscht euch - Euer KINDERWELT-Team

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Ansitz Thierburg

Der Ansitz Thierburg in der Romstraße mit seinen Suites und dem Kaffeehaus Lichtenthurn bietet Stadt- und Bergblick sowie ein Restaurant, eine Gemeinschaftslounge, eine Snackbar, einen Garten, einen Außenpool und einen Gastgarten.

Der Ansitz Thierburg-Lichtenthurn in Meran/Untermais ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie historisches Erbe mit modernem Leben in Einklang gebracht werden kann. Die erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 1394 verleiht dem Gebäude eine tiefe geschichtliche Dimension, die durch seine kontinuierliche Nutzung bis in die jüngere Vergangenheit lebendig bleibt. Im 17. Jahrhundert nahm der Ansitz die Form eines Edelsitzes an, von dem in den folgenden Jahrhunderten die Nebengebäude und die Form des Daches noch mehrfach umgebaut wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging er in den Besitz eines Vorfahren der Familie Ladurner über, die bis heute Eigentümerin des Anwesens ist (der derzeitige Eigentümer, Johannes Ladurner, übernahm den Ansitz 2022). Dass der Ansitz nun von Andrea und Johannes, zwei Quereinsteigern mit Sinn für Tradition, neu belebt wurde, zeigt, wie wich-

tig engagierte Persönlichkeiten für den Erhalt solcher Kulturgüter sind.

Projekt

Besonders beeindruckend ist der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz. Unter der Leitung von Architekt Markus Scherer und vielen Ideen der Bauherrschaft wurden über zwei Jahre hinweg originale Elemente wie Kachelöfen, Täfelungen oder der alte Trinkbrunnen und sogar Waschbecken sorgfältig erhalten und in das neue Konzept integriert. Diese Verbindung von Alt und Neu – etwa durch die Kombination von Kalkputz und Holzbalken mit Glas oder Sichtbeton – schafft eine besondere Atmosphäre, die Gäste nicht nur wohnen, sondern Geschichte spüren lässt.

Generell beinhaltet das Restaurierungskonzept die Wiederherstellung der dekorativen Elemente, der ursprünglichen Stein- und Holzmaterialien.

MERAN

Maßnahmen zum Austausch von Oberflächen aus jüngerer Zeit (einige Bodenbeläge und Wandverkleidungen im ersten und zweiten Stock sowie im Treppenhaus) sind in die Planung miteinbezogen worden. Die Holzbalken wurden erhalten und vorhandene Holz-

bretter an bestimmten Stellen ausgetauscht. Es wurden Reparatur- und Ergänzungsmaßnahmen an den bestehenden Fenster- und Türanlagen (Fenster, Innen- und Außentüren, Veranda zur Romstraße) durchgeführt, einschließlich der Wie-

derherstellung der Rahmen und Holzelemente, der Fensterläden sowie der Beschläge (Scharniere und Schließmechanismen). Auch die tragenden Holzelemente des Dachgeschosses wurden restauriert und ertüchtigt, wobei nur begrenzte Austausch- und Ver-

stärkungsarbeiten an bestimmten Stellen vorgenommen werden konnten.

Restaurierungskonzept

Die größte Herausforderung, nämlich die Anpassung jahrhundertealter Strukturen an heutige

Restaurierungen und Einrichtungen mit antikem Holz

39012 Meran • Sinich

Reichstraße 83/A Tel. 0473 244037 392 9068429 info@stablumstube.it www.stablumstube.it

©Foto: Alex Filz

Sicherheits- und Komfortansprüche, wurde offenbar mit handwerklicher Präzision gemeistert.

Das Ergebnis sind charmante Ferienwohnungen, die historische Substanz mit modernem Wohnkomfort verbinden, sowie das Kaffeehaus Lichtenthurn mit sei-

ner Jugendstil-Veranda als gesellschaftlichem Herzstück.

Kulinarik und Authentizität

Dass die Küche regional geprägte Gerichte serviert und Weine lokaler Weingüter wie Kränzlhof oder Mauslacherhof anbietet, unter-

streicht den authentischen Charakter des Ortes.

Der Ansitz ist damit nicht nur ein Rückzugsort, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt, der Vergangenheit und Gegenwart auf sinnliche Weise verbindet.

Ein gelungenes Projekt, das zeigt,

wie nachhaltige Denkmalpflege und gastronomische Kultur Hand in Hand gehen können. www.thierburg.com

Markus Auerbach

©Foto: Alex Filz

Alpenplus Ötzi Trailrun Naturns

Das Trailrun-Event in Südtirol

Ein Höhepunkt im jährlichen Wettkampfkalender rückt näher. Am 09. April 2026 eröffnet Naturns wieder die Trailrun-Saison: Die sechste Ausgabe des Alpenplus Ötzi Trailrun steht in den Startlöchern. Die Vorbereitungen für dieses spektakuläre Event laufen bereits auf Hochtouren.

Anders als in den Vorjahren beginnt das Event bereits am Donnerstag, 9. April

um 18 Uhr mit dem neuen UnterstellerVertical. Am Freitag findet bereits vormittags ein Community-Run mit Cindy Haase & Daniel Jung statt, während am Abend eine Podiumsdiskussion mit Sportpsychologin, Mentaltrainerin Monika Niederstätter und verschiedenen Athleten den Tag abrundet. Am Samstag erwarten die Teilnehmer drei unterschiedliche Strecken. Zum einen der anspruchsvolle Sunny Mountain Trail

Alpenplus

Ötzi Trailrun

09.04.

mit 30 Kilometern Länge und einem Höhenunterschied von 2.100 Metern, zum anderen der Naturns Skyrace, der 15 Kilometer lang ist und 1.200 Höhenmeter umfasst und zu guter Letzt, der Just for Fun, welcher 8 Kilometer und 330 Höhenmeter umfasst. Auf selber Strecke richtet sich der neue SpeedTrail an alle Jugendlichen der Jahrgänge 2013 - 2008. Für die Teilnahme am Speed-Trail ist ein ärztliches Zeugnis und der Haftungsausschluss der Eltern Pflicht. Auch für die jüngsten Teilnehmer findet wieder der VIP Apple Kids Run im Zentrum von Naturns statt. Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren können kostenlos an diesem Lauf teilnehmen und auf zwei Strecken verschiedene Hindernisse überwinden. Der Alpenplus Ötzi Trailrun ist ein beliebtes Event bei Einheimischen und Spitzensportlern. Bereits die ersten Eliteläufer haben

Strecken

Sunny Mountain Trail: 30 km - 2.100 hm

Skyrace Naturns: 15 km - 1.150 hm

Just for fun & Speed Trail: 8 km - 400 hm

Untersteller - Vertical: 4,2 km - 760 hm

VIP Apple Kids Run: 700m I 1.400m

sich für den 6. Alpenplus Ötzi Trailrun in Naturns angemeldet. Unter ihnen ist Daniel Pattis, Sieger des letztjährigen Sunny Mountain Trail. Ebenfalls am Start ist der erfolgreiche Athlet aus Hafling, Andreas Reiterer. Außerdem haben sich Nina Engelhard, Anna Plattner, Sophie Maschi und Anna Hofer aus Rabland für den Lauf angemeldet. Verschiedene Aussteller werden ihre Produkte rund um den Trailrun in der Expo-Area präsentieren. Auch dieses Jahr wird es wieder eine Proactive-Regenerations-Area geben, wo sich Teilnehmer nach dem Rennen entspannen und massieren lassen können. Für Essen und Trinken ist ebenfalls bestens gesorgt.

Ein herzlicher Dank geht an alle Sponsoren und freiwilligen Helfer, ohne die unser Event nie möglich wäre.

Das Trailrun-Event in Südtirol!

Vom 09.04. - 11.04.2026 ist es wieder soweit: Wir eröffnen die Trailrun-Saison am Naturnser Sonnenberg!

Programm

09.04.2026

18.00 Uhr Start Untersteller-Vertical (Renn- und Hobbyklasse)

10.04.2026

10.30 Uhr Community Run, Treffpunkt Tourismusbüro Naturns

19.00 Uhr Podiumsdiskussion im Bürger- & Rathaus Naturns

11.04.2026

09.00 Uhr Start Sunny Mountain Trail (30 km – 2.100 hm)

10.00 Uhr Start Skyrace Naturns (15 km – 1.150 hm)

10.10 Uhr Start VIP Apple Kids Run (700 m | 1.400 m)

11.00 Uhr Start Just for fun & Speed-Trail (8 km – 400 hm)

12.30 Uhr Prämierung | Premiazione VIP Apple Kids-Run

15.00 Uhr Siegerehrung am Rathausplatz

16.00 Uhr Zielschluss Natur ns

Onlineanmeldungen bis 07.04.2026 möglich Nachmeldungen auch am Renntag möglich

Aus SELGAS wird SEL

Neuer Name für Energieversorger

Seit einigen Monaten betreibt der Südtiroler Energieversorger SELGAS in der Andreas-Hofer-Straße in Lana ein Kundenbüro, das seit 18. März ein neuer Name ziert: SEL. Die drei Buchstaben stehen für „Südtiroler EnergieLieferant“ und für die Philosophie eines Unternehmens, das die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen im Fokus

hat und für mehr Transparenz auf dem Energiemarkt sorgen will. Der neue Name kommt auch, weil SELGAS zu sehr auf die Wurzeln als Erdgas-Versorger abzielt, während SEL heute Strom und Erdgas gleichermaßen liefert. Darüber hinaus sei SEL einfacher und eingängiger und spiegle deshalb die Philosophie des Unternehmens besser wider, so SEL-Geschäftsführer Christian Widmann. „Wir sind ein Energie-

Geschäftsführer Christian Widmann

PR-

Info

Smart,

versorger, der sich auf die konkreten Bedürfnisse der Südtirolerinnen und Südtiroler konzentriert und klar, transparent, zugänglich und im täglichen Leben nützlich und verankert sein will.“ Die drei Buchstaben SEL umfassen damit alles, was das Unternehmen auszeichnet. So betont das S nicht nur die Südtiroler Wurzeln, sondern auch die Tatsache, dass SEL auf dem Südtiroler Markt aktiv ist und – das Kundenbüro in Lana ist der beste Beweis dafür – den engen Kontakt zu den Kundinnen und Kunden sucht. Das E und das L unterstreichen die Konzentration auf den gesamten Energiebereich, den man als von großen Konzernen unabhängiges, privates Unternehmen bearbeitet.

Als solches entwickelt SEL Angebote, die sich nach den Konsumgewohnheiten der Kundinnen und Kunden richten und so einfach und transparent wie

möglich sind. „Wir wissen, wie wichtig die Energie ist, sie soll das Leben aber nicht komplizierter machen“, so Widmann. „Als SEL kümmern wir uns um die Energie, damit sich unsere Kundinnen und Kunden um ihr Leben kümmern können.“

Dieser Ansatz kommt auch im Zuge des Namenwechsels zum Tragen: Alle Verträge laufen weiter, ohne dass sich die Kundinnen und Kunden darum kümmern müssten, und auch das Kundenbüro in der Andreas-Hofer-Straße 27 in Lana läuft weiter wie gehabt – nur eben unter dem neuen Namen SEL.

schnell, proaktiv: Willkommen im neuen myCIVIS

Seit 24. Februar präsentiert sich das Portal der öffentlichen Dienste myCIVIS im neuen Kleid und mit neuen Funktionen. Der Zugang zu Informationen und Diensten soll für die Bürgerinnen und Bürger damit noch leichter werden.

Das neue myCIVIS ist mehr als ein reines Schaufenster der Dienste der öffentliche Verwaltung: Mit der Einführung der künstlichen Intelligenz wird das Portal zum digitalen Lotsen, der nicht nur an Fälligkeiten erinnert, sondern seine Nutzer und

Nutzerinnen kennt, Empfehlungen unterbreitet, die Suche nach Diensten unterstützt und die Abwicklung von Verfahren erleichtert. Entwickelt wurde das neue myCIVIS im Rahmen der Digitalisierungsoffensive, welche die Abteilung Informatik des Landes Südtirol mit Geldern aus dem staatlichen WIederaufbaufonds PNRR vorantreibt. Das neu gestaltete Portal fußt auf einem modernen Citizen Relationship Management, das die Bürger und Bürgerinnen in den Mittelpunkt stellt. Diese können sich mit ihren Fragen zunächst an einen digitalen Assistenten wenden, der Auskunft gibt und bei der Suche nach Informationen hilft. Gibt es weiteren Informationsbedarf, stehen zusätzliche Optionen für die Kontaktaufnahme bereit: über Telefon oder Kurznachricht bis hin zum Video-

anruf oder der Möglichkeit, einen Termin mit dem zuständigen Amt zu vereinbaren. Wer bei der Nutzung der digitalen Dienste Hilfe braucht, kann sich an einen der Digi Points wenden, die es mittlerweile in vielen Gemeinden Südtirols gibt. Dort bietet geschultes Fachpersonal kostenlos Unterstützung an.

Den größten Mehrwert bietet das Portal im persönlichen Nutzerbereich. Dort gibt es eine Reihe neuer Funktionen, wie etwa die Aktivierung personalisierter Hinweise. Jede Anfrage erzeugt zudem ein Ticket – die Bürgeranfrage geht somit nicht verloren und bleibt nachvollziehbar. Mit klarem Design und einfacher Sprache macht myCIVIS den Zugang zu öffentlichen Diensten somit schnell, intuitiv und unkompliziert.

Große Trauer um Peter Oberhofer

Mit Bestürzung nahm die Schulgemeinschaft der TFO und des Realgymnasiums Meran kürzlich Abschied von Peter Oberhofer, der plötzlich und unerwartet verstorben ist.

Über 35 Jahre prägte er die Technologische Fachoberschule „Oskar von Miller“ – als Lehrer, Projektinitiator und verlässlicher Wegbegleiter für Generationen von Schülern.

Geboren 1958 in Terlan, begann Peter Oberhofer seine berufliche Laufbahn in der Privatwirtschaft, bevor er 1990 in den Schuldienst wechselte. Nach dem Besuch der Gewerbeoberschule in Bozen, Fachrichtung Maschinenbau, sammelte er Erfahrungen in der Privatwirtschaft – im Fensterbau, in der Wartung von Ma-

PR-Info

Hof-

schinen und im Lösen technischer Probleme. Diese Bodenständigkeit und sein handwerkliches Können prägten ihn sein Leben lang.

Durch einen Zufall fand Peter Oberhofer 1990 in den Schuldienst – ein Glücksfall, nicht nur für ihn, sondern für Generationen von Schülern. Bereits im Schuljahr 1991/92 kam er an die damalige Zweigstelle der Gewerbeoberschule Bozen in Meran, die sich gerade im Aufbau befand. Gemeinsam mit wenigen anderen gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten der Anfangsjahre, zu jenen, die man mit Recht als Baumeister dieser Schule bezeichnen kann.

Über 35 Jahre hinweg war Oberhofer weit mehr als ein Fachlehrer.

und Buschenschänke

Ruhig gelegen, bieten die bäuerlichen Schankbetriebe beste Gelegenheit für entspannten Genuss im Freien. Die Gärten der Höfe liefern bereits im April jede Menge gesunde und frische Zutaten für die Südtiroler Bauernküche. Spargelcremesuppe, Teigtaschen mit Bärlauchfülle, gebratenes Lamm mit Rosmarinkartoffeln und andere bäuerliche Köstlichkeiten stehen nun auf der Speisekarte.

In Ihrer Nähe geöffnet

- Niedermair in Kastelbell

- Oberlegar in Terlan

- Pirchhof in Naturns

- Rauthof in Meran

- Schnalshuberhof in Algund

- Zmailerhof in Schenna

- Steinerhof in Pfelders

„Roter Hahn“ ist das Qualitätssiegel der Südtiroler Bauernhöfe und kenn-

Mit großer Leidenschaft initiierte und begleitete er zahlreiche Projekte: z.B. die Restaurierung der alten Lokomotive, den Bau von Solarkollektoren, die Partnerschaft mit einer Schule in Zwickau oder die legendäre Elektro-Ape. Seine besondere Stärke lag im Umgang mit Menschen. Peter begegnete seinen Schülern auf Augenhöhe, nahm sie ernst und verstand es, sie zu motivieren. Für viele war er nicht nur Lehrer, sondern auch Ratgeber und verlässlicher Begleiter – einer, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch Zuversicht und Freude. Sein Humor, seine Herzlichkeit und seine unkomplizierte Art machten ihn zu einem geschätzten Kollegen und Freund. Viele erinnern

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zeichnet 21 Hof- und Buschenschänke in ganz Südtirol. Sie alle sind in der Broschüre „Bäuerlicher Feinschmecker“ sowie auf www.roterhahn.it inklusive Wandervorschlägen angeführt.

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Geprüfte Qualität

sich an seine Energie, seine Ideen und die Fähigkeit, selbst stressige Tage leichter zu machen. Im vergangenen August trat er in den Ruhestand, umso tragischer war die Nachricht von seinem plötzlichen Tod.

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Mental stark und gesund

Grenzen existieren nur in deinem Kopf – bist du bereit, sie zu sprengen und dein volles Potenzial zu entfalten? Ein Interview zu verschiedenen Aspekten mit der Neuromentaltrainerin Doris Ebner.

Die Olympioniken in Mailand-Cortina haben uns gezeigt, zu welchen Höchstleistungen der Mensch fähig ist.

Frau Ebner, in Ihrem Ansatz als Neuromentaltrainerin betonen Sie, dass wir alle das Potential haben, über uns hinauszuwachsen, weil wir im Alltag oft weniger eingeschränkt sind, als wir glauben. Welche mentalen Techniken oder Denkansätze können „normale“ Menschen von diesen Spitzensportlern übernehmen, um im eigenen Alltag dieses verborgene Potential zu aktivieren und Grenzen zu verschieben?

Doris Ebner: Viele Grenzen existieren nur in unserem Kopf. Unser Leben wird stark davon beeinflusst, was in unserem Unterbewusstsein gespeichert ist: Glaubenssätze, Muster, Erinnerungen und nicht zuletzt auch innere Dialoge, die wir in einem fort mit uns selbst führen. Ein erster wichtiger Schritt besteht deshalb darin, dass wir das, was uns meist völlig unbemerkt durch den Kopf geht, hinterfragen. Stimmt es wirklich, dass ich das oder jenes nicht kann, zu schwach oder zu wenig kompetent bin, oder glaube ich das vielleicht nur, weil ich mich selbst davon abhalte, das Gegenteil zu beweisen? Wachstum passiert außerhalb der Komfortzone, dort, wo es oft unsicher und vielleicht auch manchmal unangenehm wird.

Alltagsroutine gegen

Wachstum

Im Alltag fühlen wir uns oft durch Routinen und Pflichten gefangen. Die Athleten in Cortina hingegen leben in einer extrem fokussierten und strukturierten Welt, die ganz

auf Wachstum und Spitzenleistung ausgerichtet ist.

Wo sehen Sie den größten Hebel für Menschen im Berufs- und Familienalltag, um aus der „Eingeschränktheit“ der Routine auszubrechen und Raum für persönliches „Über-sichhinauswachsen“ zu schaffen – ohne ihr ganzes Leben umzukrempeln? Veränderung – und damit auch „Höchstleistung“ – beginnt oft ganz klein. Der größte Hebel liegt daher im Etablieren neuer Gewohnheiten, um alte hinter sich lassen zu können. Wir müssen uns die Frage stellen, was notwendig ist, um unsere Ziele zu erreichen, und dann legen wir los. In ganz kleinen Schritten. Manchmal genügt es, eine einzige Kleinigkeit anders zu machen als bisher, sprich fünf oder zehn Minuten am Tag zu investieren, um Großes zu erreichen. Wichtig aber ist, dranzubleiben.

Denn Wiederholung und Konsequenz sind der Schlüssel zum Erfolg.

Der Zwang zum Erfolg

Bei den Spielen sahen wir Athleten, für die jahrelang alles diesem einen Ziel untergeordnet war. In unserer Gesellschaft gibt es oft ein ähnliches Gefühl: Wir „müssen“ erfolgreich sein, „müssen“ bestimmte Ziele erreichen.

Sie fragen kritisch: „ist es das tatsächlich wert?“ Wie können wir aus mentaler Sicht unterscheiden, ob wir ein Ziel aus echter innerer Motivation verfolgen oder ob wir einem fremdbestimmten „Müssen“ folgen, das uns letztlich nicht erfüllt?

Auf den ersten Blick ist dies manchmal wirklich nicht ganz leicht, zu unterscheiden. Es kann jedoch ge-

lingen, wenn wir bereit sind, tiefer zu gehen. Hilfreich ist dabei die Frage nach dem Warum. Warum will ich dieses Ziel wirklich erreichen? Was bringt es mir, wenn ich das Ziel erreicht habe? Meist merkt man dann relativ bald, ob sich dahinter ein persönliches Bedürfnis sowie der Wunsch, die eigenen Werte zu leben, verbirgt oder ob das Ganze an der Oberfläche bleibt, weil kein wirklicher Motor da ist, der uns antreibt.

Wert gegen Pflicht

Wir haben Athleten gesehen, die trotz Nichterfüllung ihrer Medaillen-Erwartung strahlten, und andere, die mit einer Silbermedaille unzufrieden wirkten.

Wie definiert man aus neuromentaler Sicht den „Wert“ eines Zieles? Welche Fragen sollte sich jeder stellen, um zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg und der Druck, den er aufbaut, den potentiellen Gewinn an Lebensqualität wirklich wert sind? Den tatsächlichen Wert eines Zieles zu definieren, ist in diesem Zusammenhang nicht einfach, da es viel mit subjektivem Empfinden zu tun hat. Aber wie es der Begriff schon sagt: Auch hier kann die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten Aufschluss geben. Wir alle orientieren uns nach verschiedenen Werten, die wir unbewusst unterschiedlich gewichten. Wenn ein Ziel damit ganz eng verbunden ist, ist das Bedürfnis, es zu erreichen viel größer und wir sind eher bereit, Herausforderungen anzunehmen.

Lernen vom Umgang mit Druck

Die Olympischen Spiele sind der

Inbegriff von ultimativem Leistungsdruck. Gleichzeitig zeigen die besten Athleten oft eine scheinbare Leichtigkeit.

Wie können wir diese Fähigkeit, mit enormem Druck (ich muss das jetzt schaffen“) umzugehen, auf die Druck-Situationen in unserem Berufs- und Privatleben übertragen?

Was ist der erste Schritt, um aus einem lähmenden „Müssen“ in ein kraftvolles und freieres „Wollen“ zu kommen?

Ein wichtiger Faktor ist sicherlich, das Selbstwertgefühl nicht vom äußerlichen Erfolg abhängig zu machen und auch mit Fehlern konstruktiv umgehen zu lernen. Es sollte möglich sein, ein Scheitern nicht mit persönlichem Versagen gleichzusetzen. Diese Einstellung nimmt viel Druck von uns und sorgt im Umkehrschluss wieder dafür, dass wir mehr riskieren und geben können. In Fehlern und Fehlversuchen liegt die größte Chance auf Wachstum – auch wenn es nicht immer und in jedem Zusammenhang einfach ist, das zu akzeptieren.

Markus Auerbach

Gemeinsam Reisen

Im Märzen der Bauer ...

Nicht nur der Bauer – der im altbekannten Volks- und Kinderlied aus dem fernen Jahr 1905 „die Rösslein“ einspannt –, auch die Gartenfreunde sind gespannt darauf, wie sie ihren Garten und die Grünflächen wieder in Schwung und zur Blütenpracht bringen können.

Der März ist der Startschuss zur Pflege für Stauden, Gehölze und das Vorziehen von Gemüse und jetzt gibt es für Hobbygärtner kein Halten mehr. Der Garten ist weit mehr als nur eine Grünfläche – er ist ein erweitertes Wohnzimmer, ein privates Refugium und in Zeiten von

Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung immer häufiger auch eine wichtige Quelle für frische, gesunde Lebensmittel. Doch damit das eigene Paradies im Sommer in voller Pracht steht, müssen jetzt im Frühling die richtigen Weichen gestellt werden.

Den Winterschlaf beenden

Bevor die ersten Setzlinge in die Erde dürfen, steht der Kassensturz an. Der März ist die ideale Zeit, um den Garten von den Spuren des Winters zu befreien. Doch Vorsicht: Wer zu radikal aufräumt, schadet oft nützlichen Insekten.

Altes Laub und hohle Stängel dienten Marienkäfern und Wildbienen als Winterquartier. Diese sollten behutsam entfernt und idealerweise auf einem Komposthaufen im Garten belassen werden. Nach der Reinigung folgt die Bodenpflege. Ein gesundes Pflanzenwachstum

beginnt unter der Erdoberfläche. Mit einer Bodenanalyse lässt sich feststellen, welche Nährstoffe fehlen. In vielen Südtiroler Gärten wirkt eine Portion hochwertiger Kompost Wunder, um den Boden nach der Frostperiode wieder zu beleben.

Der Trend zum Hochbeet

Ein Thema, das in den letzten Jahren immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist das Hochbeet. Besonders regionale Lösungen zeigen, wie funktional und ästhetisch moderner Gartenbau sein kann.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Durch die rückenschonende Arbeitshöhe und die optimale Erwärmung des Erdreichs beginnt die Erntesaison hier oft schon Wochen früher.

Ob klassisches Gemüse wie Radieschen und Salate oder mediterrane

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Kräuter, die den Duft des Südens in den Garten bringen – im Hochbeet gedeiht fast alles. Zudem schützt die Konstruktion die empfindlichen Pflanzen vor Schneckenfraß und Wühlmäusen, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oft überflüssig macht. Tel. +39 0474 658 023

Die Basis für reiche Blüte Obstbäume und Ziersträucher benötigen jetzt Aufmerksamkeit. Der „Auslichtungsschnitt“ sorgt dafür, dass Licht und Luft wieder ins Innere der Krone gelangen. Das beugt Krankheiten vor und fördert die Fruchtbildung. Besonders bei Rosen gilt die Faustregel: Wenn die Forsythien blühen, ist die Zeit für den Rückschnitt gekommen. Vergessen Sie dabei nicht die Gartengeräte. Scheren, Spaten und Hacken sollten gereinigt und geschärft werden. Ein sauberer Schnitt an der Pflanze verheilt schneller und verhindert das Eindringen von Pilzen und Bakterien.

Ein Paradies für die Sinne Neben der Nutzpflanze rückt der Wohlfühlfaktor immer stärker in den Fokus. Moderne Gartengestaltung setzt auf eine Mischung aus Struktur und Wildnis. Während Steinmauern und gepflasterte Wege (typisch für unsere alpine Architektur) den Rahmen bilden, sorgen Staudenbeete für Dynamik. Ein aktueller Trend ist der „insektenfreundliche Garten“. Statt englischem Rasen setzen immer mehr Gartenbesitzer auf Blühstreifen mit heimischen Wildblumen. Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern unterstützt auch unsere Honig- und Wildbie-

nen, die für die Bestäubung der Obstbäume in unserer Region unerlässlich sind.

Beratung vom Fachmann

Das Burggrafenamt bietet eine Vielzahl an exzellenten Gärtnereien und Fachbetrieben. Wer beim Kauf von Pflanzen und Zubehör auf lokale Anbieter setzt, profitiert nicht nur von der hohen Qualität, sondern auch von Pflanzen, die an das hiesige Klima angepasst sind. Ob robuste Reben für die Pergola oder frostharte Kübelpflanzen für die Terrasse – Fachleute wissen, was in unserer Gegend am besten gedeiht.

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Die „Königin der Blumen“ Unsere Kulturrose wird auch oft als „Königin der Blumen“ oder auch „Stachelige Schönheit“ genannt. Rose ist dabei ein Sammelbegriff für die Pflanzengattung Rosa aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie bereitet den Besitzern viel Freude, verlangt jedoch auch intensive Pflege und Hingabe. Eine erfolgreiche Rosenpflege im Garten beginnt bei der Auswahl der Sorte und dem optimalen Standort. Mit der richtigen Kombination aus Schnitt, gezielter Düngung und natürlicher Schädlingsprävention entwickeln sich Rosen zu langlebigen, blühfreudigen Gartenbewohnern.

PERFEKTE

1. Standort und Auswahl Rosen gelten als „Sonnenkinder“. Ein idealer Standort bietet mindestens vier bis fünf Stunden direkte Sonne pro Tag.

Bodenbeschaffenheit: Bevorzugt wird ein tiefgründiger, humoser und gut durchlässiger Boden, idealerweise sandiger Lehm mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Luftzirkulation: Ein luftiger Platz ist entscheidend, damit Blätter nach Regen schnell abtrocknen, was Pilzkrankheiten vorbeugt.

Sortenwahl: Für Einsteiger eignen sich besonders robuste Sorten wie Heidetraum, Leonardo da Vinci oder Lions-Rose. Bei den Südti-

roler Gärtnern gibt es zertifizierte Rosen, zum Beispiel mit dem ADR-Siegel (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung), das für hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten steht. Besonders hervorzuheben ist die „Bozner Duftrose“, ein Paradebeispiel für zertifizierte Qualität direkt aus unserem Land. Sie wird unter kontrollierten Bedingungen in Bozen gezüchtet und zeichnet sich durch ihren intensiven Duft und kurze Transportwege aus.

2. Der richtige Schnitt

Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr, traditionell zur Zeit der For-

sythienblüte (etwa März).

Grundregeln: Entfernen Sie zuerst totes, krankes oder zu dünnes Holz. Schneiden Sie stets ca. 5 mm schräg über einer nach außen gerichteter Knospe (Auge). Beet- und Edelrosen: Diese vertragen einen kräftigen Rückschnitt auf etwa 15–20 cm (ca. 3–5 Augen). Strauch- und Kletterrosen: Hier wird meist nur um ein Drittel eingekürzt oder lediglich ausgelichtet, um die Form zu erhalten. Sommerschnitt: Entfernen Sie Verblühtes bis zum nächsten voll entwickelten Blatt, um eine Zweitblüte anzuregen.

3. Düngung für Kraft und Blüte

Rosen haben einen hohen Nähr-

stoffbedarf und werden in der Regel zweimal pro Saison gedüngt. Erste Düngung (März/April): Erfolgt direkt nach dem Frühjahrsschnitt mit organischem Langzeitdünger wie Rinder- oder Pferdedung. Zweite Düngung (Juni/Juli). Nach der ersten Hauptblüte hilft eine Nachdüngung für den zweiten Flor. Ab August sollte nicht mehr stickstoffbetont gedüngt werden, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können.

Hausmittel: Kaffeesatz dient als guter Langzeitdünger, während kleingehackte Bananenschalen wertvolles Kalium liefern.

4. Schädlingsbekämpfung und Gesundheit

Vorbeugung ist der beste Schutz

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gegen Blattläuse, Sternrußtau oder Mehltau.

Richtiges Gießen: Wässern Sie Rosen immer bodennah. Nasse Blätter fördern Pilzinfektionen massiv.

Mischkultur: Das Pflanzen von Knoblauch oder Lavendel in der Nähe kann Pilzkrankheiten und Schädlinge fernhalten.

Natürliche Helfer: Bei Blattlausbefall helfen oft schon ein kräftiger Wasserstrahl oder der Einsatz von Brennnesseljauche. Achten Sie auf Nützlinge wie Marienkäfer im Garten.

Hygiene: Entfernen Sie krankes Laub konsequent aus dem Beet (nicht auf den Kompost), um eine Neuinfektion im nächsten Jahr zu vermeiden. Und schon jetzt ein

guter Tipp für den Herbst: Pflanzen Sie neue Rosen am besten im Oktober oder November, damit sie über den Winter gut einwurzeln können.

Mischkultur bringt gute Ernte im Gemüsegarten Ein harmonischer Gemüsegarten ist weit mehr als die Summe seiner Beete. Wer geschickt kombiniert, nutzt das Prinzip der Mischkultur. Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig durch Wurzelausscheidungen und Duftstoffe; sie können sich vor Schädlingen schützen oder das Wachstum des Nachbarn fördern.

Nachfolgend finden Sie ein paar Beispiele für ein friedliches und produktives Miteinander im Beet.

Dein Ansprechpartner

Die Klassiker –Tomaten und Kräuter

Die Tomate ist der Star vieler Gärten, doch sie ist wählerisch. Hervorragend versteht sie sich mit Basilikum. Das Kraut profitiert vom leichten Schatten der Tomatenblätter, während sein intensiver Duft die gefürchtete Weiße Fliege fernhält. Auch Knoblauch und Zwiebeln sind gute Partner für Tomaten, da sie durch ihre antibakterielle Wirkung Bodenpilzen vorbeugen.

Das „Dream-Team“ –Karotten und Zwiebeln

Dies ist die wohl bekannteste Zweckgemeinschaft im Gartenbau. Die Karottenfliege mag den Geruch von Zwiebeln nicht, und die Zwiebelfliege macht einen Bogen um das

Aroma der Karotten. Werden beide in abwechselnden Reihen gesät, schützen sie sich gegenseitig effizient vor Totalausfällen.

Die „Drei Schwestern“ Eine uralte, hocheffiziente Kombination aus Mittelamerika besteht aus Mais, Bohnen und Kürbis. Der Mais dient den Bohnen als natürliche Rankhilfe. Die Bohnen wiederum binden Stickstoff aus der Luft im Boden und düngen so den hungrigen Mais. Der Kürbis am Boden wirkt mit seinen großen Blättern als „lebender Mulch“, der die Erde beschattet, Feuchtigkeit bewahrt und Unkraut unterdrückt.

Kohl braucht Leibwächter Kohlarten sind oft anfällig für den

Kohlweißling. Hier hilft Sellerie. Dessen starker Eigengeruch verwirrt den Schmetterling so sehr, dass er seine Eier lieber woanders ablegt. Auch Tomaten in der Nähe von Kohl haben einen ähnlichen Abwehreffekt. Lauch hingegen ist ein toller Partner für Erdbeeren, da er hilft, Schimmelpilze einzudämmen.

Was gar nicht geht Wo Freundschaften blühen, gibt es auch Rivalitäten. Erbsen und Bohnen vertragen sich meist schlecht mit Zwiebelgewächsen. Ebenso sollten Tomaten und Kartoffeln räumlich getrennt werden. Da beide zur Familie der Nachtschattengewächse gehören, übertragen sie sich gegenseitig die gefürchtete Krautund Braunfäule.

Vorteil der guten Partnerwahl

Wer Starkzehrer wie Kohl mit Schwachzehrern wie Salat klug kombiniert und auf passende Nachbarschaft achtet, erntet mehr und fördert zugleich ein stabiles, gesundes Ökosystem im eigenen Garten.

Alles für Ihr Wohlbefinden

Der Frühling ist die Zeit der Hoffnung und der Tatkraft. Mit der richtigen Vorbereitung, hochwertigen regionalen Produkten und einem Herz für die Natur verwandelt sich jeder Garten – egal wie groß oder klein – in eine Oase der Erholung. Greifen Sie zur Schaufel und genießen Sie die frische Luft

Walter J. Werth

„Aus dem Schneider – fein raus“

Wer kennt ihn nicht, den Spruch: „Fein raus, aus dem Schneider sein“? Ja, wer fein herauskommen will, der kommt eben mit einem Kleid oder Anzug oder gar einer Tracht aus der Schneiderei. Nichts geht über eine persönliche Beratung und perfekte Passform und Verarbeitung feinster Stoffe.

Der Beruf des Schneiders bzw. der Schneiderin erfordert handwerkliches Geschick, Kreativität und ein gutes Verständnis für Stoffe und Materialien. Schneidereien fertigen individuelle Kleidungsstücke an, ändern bestehende Kleidung oder reparieren Textilien. Dabei spielen präzises Messen, exaktes Zuschneiden und sorgfältiges Nähen eine zentrale Rolle, um passgenaue und ästhetisch ansprechende

Ergebnisse zu erzielen. Neben dem handwerklichen Können sind auch Kenntnisse in Modetrends und Stilberatung wichtig, um Kundenwünsche bestmöglich umzusetzen. Schneidereien arbeiten häufig eng

mit Designern zusammen oder nehmen Aufträge für besondere Anlässe wie Hochzeiten und Theaterproduktionen an, bei denen individuelle und maßgeschneiderte Lösungen gefragt sind.

- Nähzubehör - Stoffe - Maßgeschneidert Meranerdirndl - Burggräfler Herrentracht und Burggräfler Tüchltracht - Änderung und Reparatur an bestehenden Trachten

Zudem hat sich der Beruf des Schneiders im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt. Moderne Technologien wie computergesteuerte Schnittprogramme und innovative Nähmaschinen ergänzen das traditionelle Handwerk und ermöglichen eine noch präzisere und effizientere Herstellung von Kleidungsstücken. Trotz dieser technischen Fortschritte bleiben die manuelle Fertigkeit und das individuelle Gespür für Passform und Design unverzichtbar, denn nur so kann die Einzigartigkeit maßgeschneiderter Mode gewahrt werden.

Lehre und Praxis

Die Ausbildung zur Schneiderin bzw. zum Schneider erfolgt bei uns in Südtirol in Form einer dualen

Lehre, die praktische Arbeit im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule kombiniert. Während dieser Zeit erlernen Auszubildende nicht nur die technischen Grundlagen des Nähens und Konfektionierens, sondern auch den Umgang mit Kunden sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen. Nach erfolgreichem Abschluss stehen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen, etwa im Bereich Modedesign, Textiltechnik oder Maßkonfektion, die den beruflichen Aufstieg ermöglichen. Ebenso eröffnet sich die Möglichkeit, sich auf bestimmte Bereiche wie Brautmode, Herrenbekleidung oder Kostümbildner zu spezialisieren, wodurch das Berufsfeld vielfältig und abwechslungsreich bleibt.

Wie wär’s mit einer Tracht?

Trachten sind ein zentrales Element der Südtiroler Kultur und spiegeln regionale Traditionen wider, wobei jede Region ihre eigenen Farben, Schnitte und Schmuckelemente besitzt. Besonders bekannt sind die Burggräfler Tracht mit ihrer charakteristischen Joppe und die schlichtere Passeirer Tracht. Historisch entstanden Trachten im 18. Jahrhundert als Alltags- und Festkleidung bäuerlicher Bevölkerung, gefertigt aus Naturmaterialien wie Loden, Wolle oder Seide. Trotz moderner Einflüsse konnten sich die traditionelle Handwerkskunst und regionalen Besonderheiten behaupten. Heute unterscheidet man zwischen gewachsenen, erneuerten und abgekommenen Trachten; moderne

Dirndl gelten eher als Mode für Feste. Die Arbeitsgruppe „Unsere Tracht“ engagiert sich für den Erhalt der Originalität und bietet Beratung zur Pflege und Herstellung authentischer Trachten an. Insgesamt bleibt die Tracht ein lebendiges Symbol für Heimatbewusstsein und kulturelle Identität in Südtirol.

Trachten verlangen eine besondere Pflege

Die Trachtenpflege erfordert besondere Aufmerksamkeit, da viele der verwendeten Materialien empfindlich sind und spezielle Reinigungs- und Aufbewahrungsmethoden benötigen. Traditionelle Techniken wie Handwäsche oder das Lüften an der frischen Luft werden bevorzugt, um die Stoffe und Verzierungen zu schonen. Zu-

Jahre

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dem spielen auch die Accessoires eine wichtige Rolle: Hüte, Schürzen, Schmuckstücke und Haarschmuck sind nicht nur dekorative Elemente, sondern tragen oft symbolische Bedeutungen, die auf sozialen Status, Herkunft oder familiäre Zugehörigkeit hinweisen. In zahlreichen Gemeinden finden sich deshalb eigene Trachtenvereine, die neben der Pflege der Kleidung auch Brauchtumspflege be-

treiben und dadurch das kulturelle Erbe lebendig halten.

Die Baz hat mit Frau Simone Federspiel über Ihre Erfahrung mit dem Tragen von Tracht gesprochen:

Frau Federspiel, seit fast genau einem Jahr führen Sie das Geschäft „Fadenspiel“ in Oberlana, mit Schwerpunkt „Meine Trocht“. Welche Erfahrung in Bezug auf die Beliebtheit des Tragens von Tracht konnten Sie machen?

Simone Federspiel: Erfreulicherweise kann ich feststellen, dass derzeit das Tragen von Tracht zunehmend an Beliebtheit gewinnt.

Werden von jungen Leuten noch originale Burggräfler Trachten gewünscht, bzw. bei Ihnen als Maßschneiderin in Auftrag gegeben, oder wird eher eine gebrauchte Tracht renoviert oder aufgefrischt?

In den letzten Jahren stellen wir fest, dass junge Leute sowohl an originalen Burggräfler Trachten interessiert sind als auch verstärkt gebrauchte Trachten renovieren lassen. Dieser Trend zeigt erfreulicherweise ein wachsendes Bewusstsein für Tradition und Nachhaltigkeit.

Wie sehen Sie die Zukunft in der Trachtenwelt: Mehr traditionserhal-

Simone Federspiel

tend oder eher schon Hang zu sogenannten Modetrachten, speziell bei Frauen?

Ich schätze, dass die Zukunft in der Trachtenwelt eine Mischung aus Tradition und Modernität sein wird, wobei der Erhalt der originalgetreuen Trachten sehr wichtig ist und auch bleiben soll.

Frau Federspiel, Sie bieten in Ihrem Betrieb auch Näh- und Schneiderkurse an. Wie wird dieses Angebot angenommen?

Unsere Näh- und Schneider-Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Teilnehmerinnen schätzen die kreative Atmosphäre und die Möglichkeit, ihre individuellen Projekte umzusetzen, wobei wir in Zukunft vermehrt Einzelkurse anbieten möchten.

Walter J. Werth

Schlüsselübergabe an Ginko

In Meran entsteht ein neues Gemeinschaftsprojekt für nachhaltigen Einkauf und Begegnung.

Im Meraner Stadtviertel Maria Assunta herrscht gerade große Bewegung, weil ein ehemaliges Geschäftslokal vor einem besonderen Neustart steht. In der Schießstandstraße soll ein früherer Supermarkt, der längere Zeit leer stand, bald wieder genutzt werden, diesmal jedoch mit einem sozialen und gemeinschaftlichen Ansatz. Nach umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten hat das Institut für den sozialen Wohnbau der Autonomen Provinz Bozen (WOBI) die Räumlichkeiten in den Hausnummern 58, 60 und 62 an die Meraner Bürgergenossenschaft Ginko übergeben.

Damit ist die bauliche Erneuerung abgeschlossen und zugleich der Grundstein für ein neues Projekt im Viertel gelegt. Das Gebäude, das viele Jahre eine wichtige Anlaufstelle für die Nahversorgung war, soll künftig nicht nur als Geschäft dienen, sondern auch als Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Die Genossenschaft Ginko verfolgt das Ziel, Nahversorgung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft miteinander zu verbinden. Der geplante soziale Laden soll ein Angebot an regionalen und möglichst biologischen Produkten bereitstellen. Gleichzeitig möchten die Initiator*innen lokale Produzenten stärker einbinden und auf

kurze Lieferketten setzen. Auch fair gehandelte Waren sowie Produkte aus solidarischen Einkaufsgruppen könnten Teil des Sortiments werden. Neben dem Verkauf von Lebensmitteln ist vorgesehen, den Raum auch für gemeinschaftliche Aktivitäten zu nutzen. Veranstaltungen, Informationsabende und Workshops sollen künftig Themen wie nachhaltige Ernährung, lokale Wirtschaft oder bewusstes Konsumverhalten aufgreifen. Auf diese Weise soll der Standort wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt im Viertel werden, nicht nur als Geschäft, sondern als Ort der Begegnung und des Austauschs.

Die Idee für das Projekt entstand aus dem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wie Julia Dalsant aus Meran, die dem leerstehenden Lokal im Viertel eine neue Funktion geben wollten. Ihr Konzept basiert auf einer gemeinschaftlich organisierten Nahversorgung, bei der Mitglieder und Unterstützer:innen aktiv am Aufbau und an der Weiterentwicklung des Projekts beteiligt sein können. Für diesen Ansatz erhielt die Genossenschaft bereits überregionale Anerkennung: Der nationale Genossenschaftsverband Legacoop zeichnete das Projekt als besonders innovative Neugründung aus und unterstützte es mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.

Mit der Wiederbelebung der Räumlichkeiten gewinnt das Stadtiertel Maria Assunta nicht nur ein neues Geschäft, sondern auch einen Ort, der das soziale Leben im Stadtteil stärken soll.

Das Projekt verbindet mehrere Ziele: die Nutzung eines lange leerstehenden Lokals, eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln und die Förderung von Begegnung und Austausch in der Nachbarschaft. Ein genauer Termin für die Eröffnung steht noch nicht fest. Nach der Einrichtung der Räumlichkeiten soll der soziale Laden jedoch in den kommenden Monaten seine Türen öff-

nen und damit neues Leben in das Viertel bringen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann Mitglied der Bürger*innengenossenschaft werden, Spenden zum Aufbau des Projektes beitragen oder sich auch ehrenamtlich beim weiteren Aufbau engagieren.

Weitere Infos zu Ginko findet man auf deren Web- und Facebookseite: www.ginkomerano.org www.facebook.com/ginkomerano

Thomas Kobler www.ladurner.com

„Ein ganz normaler Mensch“

19 Schauspielende und eine gemeinsame Rolle: Ein ungewöhnliches Theaterprojekt der Vereinigten Bühnen Bozen in Koproduktion mit dem Südtiroler Theaterverband stellt die Frage nach Identität –und danach, was „normal“ eigentlich bedeutet.

„Alle bitte auf ihre Anfangsposition!“, ruft Regisseur Peter Lorenz. „Ihr schaut ins Publikum, als wäre es ein Spiegel, und tragt euren Lippenstift auf.“ Der Regisseur gibt seinem Ensemble klare Anweisungen. Die braucht es auch, denn immerhin besteht es aus 19 Personen – eine beachtliche Größe für ein Theaterstück. Regieassistentin Theresa Prey ruft alle nacheinander auf, bis die Frauen und Männer in Reih und Glied stehen und sich ihren Lippenstift andächtig auf den Mund streichen. „Ich soll bit-

te einen ganz normalen Menschen spielen“, sagt eine der Darstellenden.

„Ja, was soll das überhaupt sein?“, fragt eine andere. „Was macht ein so ganz normaler Mensch?“, will wieder ein anderer wissen. Eine schwierige Frage, mit der man sich im siebten Stock des Stadttheaters Bozen bewusst auseinandersetzt. Hier finden derzeit die Proben zur Inszenierung „Möglichkeitsmenschen“ statt. An dem Projekt arbeiten seit Herbst 2025 Theaterlaien und -profis aller Altersgruppen gemeinsam. „,Möglichkeits-

menschen‘ wird eine experimentelle Komödie“, so Lorenz. Das Besondere ist nicht nur die Größe des Ensembles, sondern auch, dass alle 19 Schauspieler:innen ein- und dieselbe Figur spielen, nämlich „Sie“. Trotzdem gibt es eine konkrete Geschichte, in der die Protagonistin zwei Konflikte durchlebt: Zum einen muss sie auf der Bühne jemanden verkörpern, den sie nicht spielen will, und zum anderen scheitert sie in ihrem eigenen Zuhause. Sie verliert sich in komplett unterschiedlichen Rollen – eine Ach-

terbahnfahrt, wie sie vielleicht jede:r in seinem Leben kennt.

Wer bin ich?

Das Thema der eigenen Identität und der vielen Rollen, die man in seinem Leben innehat, beschäftigt auch die Darstellenden des Stücks. Claudia Erlacher vom Südtiroler Theaterverband etwa erzählt, dass sie hier nicht nur für ihre Arbeit am Bezirkstheater viel lernt, sondern auch privat Einiges reflektieren konnte. Auch für Bruno Demetz ist das Thema nicht

Baugrundstück in Lana/Völlan

Ca. 2.800 m² mit ca. 3.000 m³ Bauvolumen, davon ca. 1.700 m³ Altbestand, in traumhafter Lage mit Blick über das Burggrafenamt, zu verkaufen

© Anna Cerrato

neu – er ist überzeugt, dass die eigene Identität immer eine fluktuierende Größe ist. „Einige Rollen im Leben kann man sich nicht aussuchen, aber in dem festgelegten Rahmen haben wir viele Möglichkeiten, unsere eigene Identität zu bilden“, ist der pensionierte Philosophieprofessor überzeugt. Als Ältester und zugleich als Laie im Ensemble ist er neugierig auf dieses Abenteuer Theater – und auf eine Gruppe, die ihm zunächst unbekannt war. Besonders für die 14-jährige Emma Traunmüller sei es anfangs ungewohnt gewesen, mit so vielen Menschen unterschiedlichen Alters zu arbeiten. Sie ist die Zweitjüngste der Gruppe und hat schon viel über sich und das Theater lernen können, wie sie sagt. Dass das Ensemble so vielfältig ist, empfindet sie als Bereicherung. Schauspielerin Sabine Ladurner ist eine der Profis – und auch ihr macht es großen Spaß zu sehen, wie sich Team und Stück entwickeln. „Unser Regisseur lenkt uns seit Herbst gekonnt durch das Projekt – auch durch seine Fragestellungen.“

Dass es bei so vielen Menschen mit unterschiedlicher Theatererfahrung oft Geduld braucht, ist für sie als Profi kein Problem. „Das hat mit Respekt zu tun“, sagt sie. Die gegenseitige Wertschätzung spürt man in der Gruppe: Man nimmt sich ernst, lacht zusammen, öffnet sich einander. „Die bisherigen Treffen und Proben waren

gut und lustig. Es gab viele spannende Begegnungen und ein schönes Miteinander in einem sicheren Rahmen, in dem auch sensible Themen besprochen wurden und man sich verletzlich zeigen konnte“, resümiert der österreichische Regisseur, der in der Arbeit mit einem so großen Ensemble nicht nur eine Herausforderung sieht, sondern auch eine Menge Positives: „Der Charme sind die Menschen. Ihre Energie. Ihre Geschichten.“ Dabei verliert die Gruppe das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen: „Das Schöne ist, dass jede:r die Macken der anderen annimmt und wir gut zusammengewachsen sind. Man möchte für die anderen aber auch gut arbeiten“, so Claudia. „Ein Theaterstück ist eine gemeinsame Verantwortung.“

Raum fürs Lernen –Raum für Spielfreude

Die ersten Szenen. Es gibt mehrere Wiederholungen einzelner Passagen – es geht um Details, um Tempo und Timing, um feine Nuancen in den Bewegungen. Darum, Emotionen stärker spürbar zu machen, damit sie später beim Publikum auch ankommen. Obwohl die Darstellenden in manchen Einheiten alle das Gleiche spielen, bringt jede und jeder die eigene Persönlichkeit ein. „Paradoxerweise ist es genau das, was ich hier lerne: dass es sich immer auszahlt,

man selbst zu sein“, lacht Bruno und bezieht diese Aussage auf Theater und Leben gleichermaßen. Im Spannungsfeld mit den anderen finde er sich selbst. Wie wichtig die eigenen Erfahrungen der Beteiligten sind, weiß Peter Lorenz genau. Aus diesem Grund hat er diese nach einem dreitägigen Workshop zu Projektbeginn in das von ihm geschriebene Stück inkludiert – so sollte der Zugang für alle leichter sein. Unterschiede zwischen Laien und Profis mache er keine, so Lorenz, der sieht, wie jede:r voneinander lernt. „Für mich war von Beginn an die Frage wichtig: Wie schaffe ich es, einen Raum zu schaffen, damit alle nebeneinander gleichermaßen glänzen?“ Seine Antwort: Struktur und Sicherheit. So bleibt auch die Lust am Spielen bei sämtlichen Beteiligten groß – und diese spürt er stark. „Ich gebe Übungen und Räume vor, um Spielfreude zu schaf-

fen, aber auch, damit alle ihre Rollen ausprobieren und selbst ausgestalten können.“ Neben der Hauptfigur haben die Darstellenden noch weitere Rollen inne: von der Eiskönigin und dem Clown über die Erbse und das kleine Ich-bin-Ich bis hin zu Papst, Krebs und Saunameisterin. Nathan Laimer ist angehender Schauspieler und ebenfalls Teil des Ensembles – er findet, dass das Stück auch fürs Publikum deshalb so spannend wird: „Es gibt definitiv jede Menge zu schauen und zu lernen.“ Kein Wunder also, wenn die Frage auftaucht: Was ist schon normal? Und vielleicht bringt es Nathan ja auf den Punkt: „Was ich von ,Möglichkeitsmenschen‘ bisher gelernt habe? Dass man sich mit der Frage nach dem Normalsein selbst ein Bein stellt. ,Normal‘ … Das gibt es nicht.“

Koproduktion mit dem Südtiroler Theaterverband

© Anna Cerrato

M ut zur Bühne

Mit 16 klopfte Laura Masten in Innsbruck an, um eine Ausbildung zur Schauspielerin zu machen. Inzwischen ist sie wieder in die Heimat zurückgekehrt und steht regelmäßig in Südtirol auf der Bühne. Ihr Weg zeigt, wie viel Mut es braucht, wenn es vor Ort nur wenige Türen gibt.

Masten, Jahrgang 1998 und in Meran geboren, erinnert sich an einen Moment, der für sie bis heute prägend ist: Ein Theaterprojekt in der fünften Grundschule. „Ich war ein schüchternes Kind und mir hat es damals sehr gut getan, das erste Mal auf der Bühne zu stehen“, sagt sie. Geführt wurde das Projekt „Mission Waschpulver“ von Christine Perri, mit der sie heute noch in Kontakt stehe. Es sei aber nicht der eine große Augenblick gewesen, der sie zum Schauspiel geführt hat, sondern viele kleine Erfahrungen. Sie habe in ihrer Schulzeit mehrere Theaterworkshops besucht, erzählt sie, und dadurch sei das Gefühl immer stärker geworden, dass Theater mehr sein könnte als nur ein Hobby.

Sprung ins kalte Wasser

Bis aus diesem Gefühl ein klarer

Entschluss wurde, brauchte es aber etwas Zeit. Die ersten praktischen Erfahrungen bestärkten sie zwar, doch irgendwann wollte sie wissen, ob es auch „wirklich“ gehen kann. Mit 16 bewarb sie sich dann an der Schauspielschule für darstellende Kunst und Theater in Innsbruck –„weil das andere zu weit weg war“. Für diesen Schritt brach sie sogar die Schule ab. „Meine Eltern haben mich in meiner Entscheidung unterstützt, sonst wäre das natürlich nicht möglich gewesen“, betont Masten. Sie hätte sich damals gedacht: „Einfach mal an der Tür klopfen. Und wenn sie aufgeht, kann ich immer noch schauen, ob ich mich traue.“

Innsbruck war damals jedenfalls die nächstliegende Möglichkeit, inzwischen gibt es die Schule dort auch nicht mehr. In Südtirol gebe es

zwar Workshops fürs Theater oder Musical-Angebote, aber eine professionelle Ausbildung mit Diplom zur Schauspielerin – „wie ich sie damals in Innsbruck gemacht habe“ - leider nicht mehr. Es hätte früher eine Schauspielschule in Bruneck gegeben, erklärt Masten, aber inzwischen gehen die meisten, die sie kennt, nach Wien, München, Köln oder in andere größere Städte.

Was man lernt – und was man selbst mitbringen muss

Die Ausbildung beschreibt Masten als Mischung aus fixem Unterricht und Praxiseinheiten – vor allem die Rollenarbeit habe ihr gut gefallen.

„Es ist ein bisschen wie eine Universität, mit einem Lehrplan und wenigen Wahlfächern“, erklärt sie.

Was ihr dabei besonders geblieben ist, ist der tägliche Fokus auf das

Handwerk. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle – das genaue Hinsehen, das Suchen nach einer Haltung, nach einer Stimme, nach Wahrheit in der Figur – ist es, was sie am Theater bis heute reizt. Später legte sie auch die paritätische Bühnenreifeprüfung am Theater in der Josefstadt in Wien ab. Sie habe erlebt, dass in der Schauspielwelt oft ein bestimmtes Bild erwartet wird: extrovertiert, offen und laut. „Ich habe aber gelernt, dass man auch ein ganz ruhiger Charakter sein kann“, sagt sie. Es ist aber dennoch wichtig, erklärt Masten, dass man Motivation mitbringt und bereit ist, sich vieles selbst zu erarbeiten. Eigeninitiative sei jedenfalls keine Kür, sondern Voraussetzung: „Es kommt niemand von Anfang an auf dich zu und bietet dir Rollen an – das ist klar.“ Man müsste also auf

die Leute zugehen und Kontakte in der Szene knüpfen – „Networking ist eben auch ein Teil der Arbeit und wichtig für die eigene Sichtbarkeit.“

Lampenfieber bleibt

In den vergangenen Jahren spielte Masten verschiedene Rollen, etwa Viola in „Shakespeare in Love“ bei den Freilichtspielen Lana, außerdem war sie in weiteren Produktionen in Lana oder in Bozen zu sehen. Aktuell wirkt sie beim Theaterstück „Auwatzn!“ in der Carambolage in Bozen sowie beim Film „Inner Voice“ mit. Besonders prägend sei für sie jedoch ein Monolog gewesen: Eva Braun, die Geliebte von Adolf Hitler. Für das Stück habe sie eineinhalb Stunden allein auf der Bühne gestanden – „vor der Rolle hatte ich schon ziemlich Respekt“, gibt die Meranerin zu. Die intensive Beschäftigung mit einer Figur habe eine eigene Schwere, sagt sie. Es sei jedenfalls nicht immer einfach, „die Figur im Theater zu lassen“ und nicht mit nach Hause zu nehmen. Auch Lampenfieber gehört für die junge Schauspielerin weiterhin dazu, meint sie. Nur habe sich ihr Umgang damit verändert: „Früher war ich angespannter und habe bei wichtigen Rollen nur daran gedacht, keinen Fehler zu machen - inzwischen bin ich da etwas cooler und dickhäutiger geworden.“ Versprecher könnten passieren, aber das Publikum verzeiht mehr, als man glaubt, erklärt Masten. Zudem gehöre ein bisschen Anspannung zur Bühnenarbeit dazu. „Mit der Zeit wächst das Vertrauen in die eigene Arbeit – und das hilft.“

Alltag zwischen Text, Proben und Spazieren Wie dieser Beruf im Alltag aussieht, hänge indes stark vom Projekt ab. In professionellen Produktionen werde häufig tagsüber geprobt, aber nicht immer, sagt sie. Bei den Freilichtspielen in Lana treffe man

sich etwa abends, weil in der großen Gruppe auch Laiendarstellerinnen dabei sind. Für sie als Darstellerin beginne die Arbeit an einer Rolle zudem lange vor der Premiere: „Mit dem Text und mit der Frage, wie sehr man sich schon mit der Figur auseinandersetzt, noch bevor der Probenprozess beginnt.“ Dann beginne die Arbeit gemeinsam mit der Regie - am Rhythmus und der genauen Haltung.

Ihren Text lerne sie dann gern in Bewegung – etwa beim Spazieren. Vorbereitung sei jedenfalls sehr wichtig. Im äußersten Notfall – etwa bei einem Blackout - könne man auf der Bühne dann immer noch spontan reagieren. „Da hilft es, Improvisation vorab schon etwas zu üben.“

Zwischen Lana und Meran

Die Kulturszene im Burggrafenamt sei indes recht überschaubar, erklärt sie. Es gebe jedenfalls wenige feste Spielstätten. Das Theater in der Altstadt in Meran (TidA) sei für sie ein wichtiger Ort, weil dort junge Leute eingebunden und unterstützt werden, sagt sie. Große Häuser wie das Stadttheater Meran seien dagegen eher auf Gastspiele ausgerichtet – lokale Eigenproduktionen hätten es dort schwerer. Dann gebe es noch die Freilichtspiele in Lana. Bei denen sie viel Zulauf erlebe, und den Versuch, verschiedene Stoffe zu zeigen. 2023 habe man dort etwa die kritische Komödie „Piefke Saga“ gezeigt, dann das Liebesdrama „Shakespeare in Love“ und im letzten Jahr stand „Verkaufte Heimat“ von Felix Mitterer auf dem Spielplan. In der Heimatgeschichte des Tiroler Dramatikers habe sie in der Rolle der Anna mitgewirkt, erzählt Masten.

Theater als Vermittler

„Die Leute in Südtirol wollen lachen“, sagt sie. Seit Corona höre man das immer öfter. Das könne sie sehr gut nachvollziehen – also

Theater als gemeinsamer Abend, als Leichtigkeit, als Pause vom Alltag. Trotzdem möge sie es auch, wenn Theater einen Mehrwert hat. Wenn ein Stück in den Leuten etwas auslöst, nicht nur ablenkt. Schwerere Themen hätten es jedenfalls leichter, wenn ein Ensemble bereits ein treues Stammpublikum hat. „Ohne Namen wird das schon schwieriger“, erklärt sie. Wichtig sei ihr auch der Blick auf das Zusammenleben der Sprachen, sagt Masten. Sie wünscht sich, dass Deutsch und Italienisch im Theater öfter zusammenkommen. „Die zwei Sprachen machen uns einfach aus“, sagt sie.

Lebenschule Theater Zudem betont Masten, wie entscheidend Angebote für Jugendliche sind: Theaterlabore, in denen junge Menschen sprechen, Bewegung und Spiel lernen und

am Ende ein eigenes Stück entwickeln. Sie erzählt von einer Zusammenarbeit von TidA und dem Ost-West-Club in Meran. „Solche Konzepte finde ich sehr wichtigfrüher hätte ich auch gern so ein Angebot gehabt“, erinnert sie sich. Projekte zum Jugendtheater würden darüber hinaus neue Gesichter ins Publikum bringen, auch weil oft Freunde und Bekannte mitkommen. „Vor allem aber geben sie Jugendlichen einen Raum, in dem sie sich ausprobieren können.“ Oft sei es wichtig, wenn junge Menschen in einem geschützten und kreativen Raum Grenzen überschreiten dürfen. „Für mich war es jedenfalls eine Art Lebensschule und ich finde, jeder sollte Theater spielen können“, sagt Masten.

Eduard Habicher wird 70

Eduard Habicher wurde 1956 in Mals im Vinschgau geboren und absolvierte nach dem Besuch des Realgymnasiums ein Studium an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Er lebt und arbeitet in Riffian.

Eduard Habicher hat Skulpturen aus Stahl in Uruguay, in New York, in Frankreich, Belgien, in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs und in einer Vielzahl italienischer Städte aufgebaut.

Herr Habicher, Ihre leuchtend roten Stahlskulpturen sind zu Ihrem Markenzeichen geworden. Was bedeutet die Farbe Rot für Sie und warum ist sie so zentral für Ihre Kunst, die Räume zu „entanonymisieren“?

Meine älteren Arbeiten, ich denke da an Werke bis in die Neunziger Jahre, habe ich mit Edelstahl reali-

siert. Es handelt sich um ein schönes, haltbares Material, welches das Licht, ganz gleich ob natürliches Sonnenlicht oder elektrisches Licht im Rauminneren, ähnlich wie ein Energieblitz reflektiert. Die geschwungenen Stahlformen wurden zu Kräftelinien im Raum. Allerdings, bedingt durch den Spiegelungseffekt von diesem Metall, geht die Skulptur optisch in der Umgebung auf, verliert an Kontrast und Sichtbarkeit. Mit meinem ganz speziellen Rot konnte ich die Idee der Energielinie im Raum erhalten und gleichzeitig ein optisch

stark wirkendes Zeichen schaffen, das sich auch gegen Leuchtreklame, Werbeplakate, Verkehrschaos zu behaupten vermag und auch im natürlichen Umfeld lebendig bleibt.

Sie schaffen es, massivem Stahl eine scheinbare Leichtigkeit und Dynamik zu verleihen. Wie nähern Sie sich diesem Paradoxon von Schwere und Leichtigkeit in Ihrer Arbeit?

Die Kunst, wenn sie echt und authentisch ist, hängt untrennbar mit dem Leben zusammen: wie in dieser Skulptur wird das Schwere und Tragische nicht zusätzlich unter-

strichen, sondern ins Gegenteil, in Leichtigkeit verwandelt.

Sie sagen, Kunst müsse „hinausgehen und kommunizieren“. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre oft großformatigen, ortsspezifischen Werke mit den Betrachtern und dem öffentlichen Raum in Dialog treten?

Jede Form von Kunst spricht die Sensibilität des Betrachters, des Zuhörers, des Lesers oder sonstigen Rezipienten an, ganz gleich ob wir an Malerei, Literatur, Skulptur oder andere künstlerischen Ausdrucksformen denken. Die Wirkung der

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Skulptur geht weit über den Eindruck, den eine fotografische Abbildung des Werkes vermitteln kann, hinaus. Unten drin, mitten hineingestellt in eine Plastik fühlt man nicht nur die Masse, das Material, die Spannung der Materie, sondern man fühlt auch den Raum, der sich durch die Skulptur bildet und entdeckt einen Dialog des Werkes mit der Umgebung. Da dieser Raum, das Innen und das Aussen, nicht streng voneinander trennt, sondern ineinander überfließt, entsteht ein Ge-

fühl von Freiheit, von Umarmung, auch von Schutz. Gerade dies ist nicht ohne, wenn wir unsere jetzige weltpolitische Situation betrachten.

Mit 70 Jahren denken sie nicht ans Aufhören. Was treibt sie an, weiterhin kraftvoll zu arbeiten und hat sich Ihre künstlerische Motivation oder Herangehensweise verändert?

Die 70 Jahre heute sind nicht die 70 unserer Väter, welche in diesem Alter bereits Greise waren. Ich glaube, dass es wichtig ist, Interessen

zu pflegen, offen zu sein für neue Erfahrungen und bereit zu sein, immer noch dazu zu lernen. Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass man nicht ausgelernt hat. Derzeit beschäftige ich mich, mit Hilfe junger Freunde, mit virtueller Realität, Metaverse und KI.

Die Ausstellung „Memory in Motion“ im Museion widmet sich Ihrem 70. Geburtstag. Was erwartet die Besucher –ist es eine retroperspektive oder zeigen Sie neue, zukunftsweisende Arbeiten?

Die Ausstellung im Museion könnte man als Beispiel hernehmen, wie Skulptur und bestehende Architektur einen Dialog bilden können. Es handelt sich um Werke, die auf die Raumsituation eingehen und speziell für diese Museum-Passage geschaffen wurden. Der Besucher, der in die Werke hineingeht oder sie durchquert, wird lebendiges Element der Ausstellung.

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Zum einsamen Fennberg

Von den Reben in den Schnee, von der Geschäftigkeit im Tal zur großen Stille unter den wilden Felsabbrüchen des gesamten Mendelkamms, die sich bis nach Mezzocorona ziehen.

Sankt Leonhard in Unterfennberg

Nach der sehr abwechslungsreichen Fahrt von Meran im Zug bis Margreid, und weiter mit dem Bus 125 direkt über den „Fennhals“ zum abgeschiedenen Weiler Fennberg, starten wir unsere Wanderung an der Endhaltestelle des Kleinbusses.

St. Leonhard und der Fennberger See Fennberg war bereits seit Jahrhunderten der Rückzugsort all jener Talbewohner, die es sich leisten konnten, in den Sommermonaten den Malaria verseuchten sumpfigen Gebieten des Etschtals zu entfliehen. Das einfache Gasthaus neben der Haltestelle sorgt auch heute noch für Hungrige und Durstige. Wir machen erst einen Rundgang zur kleinen Kirche aus dem 13. Jh., die dem heiligen Leonhard geweiht ist.

Dann geht es durch den Schnee weiter zum Biotop Fennberger See. Während zurzeit alles eine tiefe Stille atmet, können wir uns das frohe Treiben im Sommer, wo sich viele Besucher aus dem Tal tummeln, kaum vorstellen.

Zu Maria im Schnee

Wir müssen zurück zur Bushaltestelle und nun folgen wir bis fast am Ende unseres Weges immer der Markierung 3, die in Margreid, ganz in der Talsohle endet. Erst geht es, leicht ansteigend am Plattenhof, einem ehemaligen Gasthof, vorbei und dem Wald zu. Ein Marienbildstock steht an unserem Weg. Gut auf die Markierung achtend, wandern wir nun durch den Wald und kommen an einem Gehöft vorbei schließlich zur kleinen Kapelle Maria

Schnee, die sogar geöffnet ist. Diese Kapelle ist das Ziel für jene Wanderer, die den zum Teil steilen Abstieg von rund 800 Höhenmetern scheuen.

In die Fenner Schlucht

Wir wandern immer weiter in Richtung Margreid. Bei einem Wegkreuz geht es rechts durch eine geöffnete Schranke, dann durch noch winterlich kahlen Buchenwald abwärts, ober einem Speicherbecken vorbei. Eine Gedenktafel erinnert an den Priester Peter Kerschbaumer, der an dieser Stelle tot aufgefunden wurde. Immer wieder ergeben sich herrliche Ausblicke ins weite Etschtal, darüber hinweg zum mächtigen Madruttknott, nach Norden bis zum Rittner Horn und zur Sarner Scharte,

Das Biotop Fennberger See Uns zu Füßen das Etschtal

gegen Süden zur Salurner Klause. Auch die beiden Gipfel des Weiß- und Schwarzhorns lugen hervor. Nun geht es an einem Bildstock zur hl. Familie auf der Flucht nach Ägypten vorbei, und ins Tal hinein. Wir kommen in die Enge der Fenner Schlucht, die sich bis nach Margreid hinunterzieht.

Hinunter nach Entiklar

Immer näher rücken die Felsen zusammen bis zur kleinen Brücke über die Schlucht. Bald entdecken wir an der Bergseite eine hölzerne Gedenktafel zur Erinnerung an ein gut ausgegangenes Unglück. Dort finden wir die ersten Christrosen am Wegrand. Wir wandern nun wieder talaus. Jetzt ist der Weg asphaltiert und steiler, zum Leidwesen für uns Fußgänger.

Aber nicht mehr lange, und wir kommen zu einer Kreuzung. Da es bis Margreid nochmals 10 Minuten steil abwärts ginge, ziehen wir die 20 Minuten nach Entiklar (Markierung 3 A!) vor, zumal auch dort der Bus 125 hält. Direkt am, leider verschlossenen Kirchlein, laden uns in der Sonne Bänke und ein Tisch ein, nochmals eine gemütliche Rast bis zur Abfahrt des Busses zu halten, denn hier ist auch die Haltestelle.

Dankbar für die abwechslungsreiche Fahrt und den nicht minder interessanten Weg kehren wir mit müden Beinen, aber glücklichen Augen wieder ins Burggrafenamt zurück.

Christl Fink

Christrosen blühen am Weg

Kurzinfos zur Wanderung

Ausgangspunkt: Unterfennberg

Ziel: Maria im Schnee und Entiklar

Höhenunterschied: Unterfennberg: 1047 m – Maria Schnee: 1058 m Entiklar: 256 m

Gehzeit: mit Fennberger Runde insgesamt 2.30 – 3 Std.

Beste Zeit: Frühling, Herbst, evtl. auch im schneearmen Winter

St. Maria im Schnee
Die wilde Fenner Schlucht

JUGENDSEITE

Aktion Verzicht – Offline ist der neue Luxus

Viele Jugendliche denken, ihr Stress kommt nur von Schule, Noten oder der Zukunft. Aber ein oft unterschätzter Punkt ist unser Gehirn selbst: Es ist noch in der Entwicklung und reagiert deshalb stärker auf Druck, Vergleiche und Unsicherheit. Das bedeutet: Du bist nicht „zu empfindlich“ –dein Kopf verarbeitet gerade einfach extrem viel gleichzeitig.

Ein großer Stressverstärker ist Multitasking. Hausaufgaben machen, nebenbei TikTok schauen und gleichzeitig chatten fühlt sich normal an, überfordert aber dein Gehirn. Studien zeigen: Wer sich auf eine Sache konzentriert, ist nicht nur schnel-

AKTU E LL E S

ler fertig, sondern auch deutlich entspannter. Ein einfacher Tipp: 25 Minuten Fokus (Handy weg!), dann 5 Minuten Pause. Auch dein Körper spielt eine größere Rolle, als viele denken. Schon 10 Minuten Bewegung am Tag – egal ob Spazieren, Sport oder Tanzen – senken nachweislich Stresshormone. Genauso wichtig ist Schlaf: Weniger als 7 Stunden erhöhen nicht nur Stress, sondern machen dich auch unkonzentrierter und anfälliger für negative Gedanken. Ein weiterer Trick, den viele nicht kennen: Gedanken aufschreiben. Klingt simpel, hilft aber enorm. Wenn du alles, was dich beschäftigt, auf Papier bringst, sortiert dein Gehirn

Action Week 24. - 28.08.2026 // Dich erwartet: Hochseilgarten, Schwimmen, Alpin Bob, Bogenschießen // Anmeldung: www.jd-lana-tisens.it

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Take up // Anpacken, Punkte sammeln, Gutscheine einlösen // Info unter www. takeup-jugend.it

Treff Öffnungszeiten // Unsere Jugendtreff sind regelmäßig für alle Jugendlichen ab der 1. Klasse Mittelschule geöffnet! Infos unter www.jd-lana-tisens.it

Das Wichtigste in Kürze ...

Stress entsteht nicht nur durch Schule, sondern auch durch dein Gehirn, das vieles gleichzeitig verarbeitet. Multitasking überfordert. Besser ist kurze Fokusphasen (Handy weg) mit Pausen. Bewegung und genug Schlaf (mind. 7 Stunden) helfen deinem Körper, Stress abzubauen. Gedanken aufzuschreiben schafft Klarheit. Und ganz wichtig: Du musst das nicht alleine schaffen – rede mit Menschen, die dich unterstützen. Du musst dich dem Stress nicht ergeben. Du kannst aktiv etwas dagegen tun.

automatisch. Du fühlst dich klarer und weniger überfordert. Und du musst damit nicht allein bleiben: Freunde, Eltern, Jugendarbeiterinnen im Jugendtreff, Lehrer oder Schulsozialpädagoginnen können dir zuhören, dich unterstützen und gemeinsam mit dir Lösungen finden.Wenn du kleine Schritte gehst und auf dich achtest, wirst du merken: Du kannst mehr steuern, als du denkst – und Stress muss dich nicht kontrollieren.

Dieser Text wurde mit freundlicher Unterstützung einer KI generiert.

in zusammenarbeit mit

TESANA – AusZEIT für Dich

Vom 28. März bis 13. Juni 2026 in Tisens-Prissian

Mit der heurigen Veranstaltungsreihe TESANA – AusZEIT für Dich steht in Tisens-Prissian auch in diesem Frühjahr wieder alles im Zeichen von Wohlbefinden, Natur und bewusstem Genuss. Über mehrere Wochen hinweg bietet sich die Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und neue Kraft zu schöpfen – ganz im eigenen Tempo. Die vielfältigen TESANA Veranstaltungen richten sich an alle, die sich eine wohltuende Auszeit gönnen möchten. Kräuter- und Frühlingswanderungen führen durch die erwachende Natur, während Vogelstimmen-Wanderungen dazu einladen, die Umgebung mit neuen Sinnen wahrzunehmen. Angebote wie Yoga mit Klangentspannung, achtsames Waldbaden oder Kneippen fördern das innere Gleichgewicht und schenken Momente der Ruhe.

Ergänzt wird das Programm durch kreative Naturerlebnisse und gemeinsames Outdoor-Kochen, bei denen die Natur auf besondere Weise erlebt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf bewusstem Genuss: Verschiedene Veranstaltungen präsentieren hochwertige, regionale Lebensmittel und zeigen, wie eng Ernährung und Wohlbefinden zusammenhängen. Besucher erfahren etwa, wie einfach sich eigenes Joghurt herstellen lässt oder wie aus frischen Naturzutaten köstliche Sirupe entstehen.

Beim „FrühlingsSchmaus & Pflanzentausch“ stehen überwiegend Produkte aus der Gemeinde Tisens am Frühstücksbuffet, während Pflanzen getauscht oder erworben und regionale Erzeugnisse auf dem Markt entdeckt werden können. Auch beim Panoramafrühstück verwöhnen liebevoll zubereitete Speisen unter dem Motto „Gsund und guat“. Die teilnehmenden TESANA-Restaurants greifen diesen Gedanken ebenfalls auf und servieren saisonale, regionale und vegetarische Gerichte. Darüber hinaus sind wieder die beliebten TESANA-Produkte erhältlich: ein ausgewogener Kräutertee, ein milder Käse mit feiner Bärlauchnote, ein aromatisches Brot sowie ein eigens

kreierter fruchtiger Drink. TESANA lädt dazu ein, bewusst innezuhalten und sich selbst etwas Gutes zu tun – erleben Sie, wie wohltuend eine TESANA-AusZEIT sein kann!

Alle Infos zu TESANAAusZEIT für Dich

Tourismusverein Tisens-Prissian Tel. 0473 920822

info@tisensprissian.com www.tisensprissian.com/tesana

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BAZ Nr. 6 vom 27/03/2026 by Bezirksmedien GmbH - Issuu