Die Olympischen Spiele (nicht Wett-Kämpfe!) sollten eigentlich den internationalen Frieden und kulturellen Austausch fördern, Gemeinschaften stärken und wirtschaftliche Impulse für das Gastgeberland bringen. Gleichzeitig verursachen sie hohe Kosten, Umweltbelastungen durch den Bau großer Sportstätten und Verkehr sowie politische Spannungen. Die zunehmende Kommerzialisierung und der Wettbewerb mit digitalen Unterhaltungsangeboten stellen ihre Relevanz infrage. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Spiele bedeutend. Um ihren langfristigen Nutzen zu sichern, müssen zukünftige Ausrichter verstärkt auf nachhaltige Konzepte setzen, wie den Wiedergebrauch vorhandener Infrastruktur und die Integration umweltfreundlicher Technologien. Nur durch eine ganzheitliche Neuausrichtung können die Spiele ihrer ursprünglichen Idee treu bleiben und zugleich moderne Herausforderungen meistern. Und noch eine Frage: Warum müssen im Sport immer „kriegerische“ Ausdrücke verwendet werden? Sportlich messen, vergleichen, statt zu kämpfen und schlagen …
Walter J. Werth wjw@bezirksmedien.it
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Rotwand – Meran 2000
SCHAUF
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Impressum
DIE MAZEGGER
Wenn ich an die Anfänge des Kurtourismus in Meran denke, dann fällt mir auf Anhieb Kaiserin Sissi ein und natürlich auch Franz Tappeiner, der große Arztmäzen. Dass Obermais und die Familie Mazegger dabei eine wichtige Rolle spielten, war mir unbekannt.
Wer heute durch Obermais spaziert, vorbei an den prunkvollen Villen und Parkanlagen, kann sich kaum vorstellen, dass hier vor noch gar nicht so langer Zeit nicht viel mehr war als Streuobstwiesen, Weinberge und Felder, dazwischen verstreut ein paar Bauernhöfe und Ansitze. Bis 1923 waren Ober- und Untermais auch eigene Gemeinden. Hinter dem Obermais, wie wir es heute kennen, stehen kluge Köpfe, unternehmerischer Mut – und zwei Männer, die heute fast vergessen sind: Bernhard Mazegger und sein gleichnamiger Sohn.
Der Meraner Jurist und Kunsthistoriker Rudolf Kornprobst, selbst in jenem Haus aufgewachsen, das einst Zentrum der Mazegger’schen Kuranstalt war, hat den beiden nun ein Buch gewidmet. Wie konnte es geschehen, dass zwei Männer, die das Kur-
wesen Merans maßgeblich geprägt haben, aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden? Es ist dem Heimatschutzverein Meran unter seinem rührigen Obmann Johannes Ortner zu verdanken, „vernachlässigte Aspekte der Meraner Geschichte“ aufzugreifen und vor dem Vergessen zu bewahren, wie Bürgermeisterin Katharina Zeller im Vorwort schreibt. Das Buch ist der 2. Band der Reihe „Kleinode Merans“ und folgt auf „Die Grabmäler um St. Nikolaus in Meran“.
Wer war Bernhard Mazegger sen. (1798-1876)?
Als ein guter Freund vor rund 20 Jahren im „Freihof“ an der St.-Georgen-Straße eine Wohnung kaufte, war ich erstaunt vom großen U-förmigen Komplex und der historischen Fassade. Heute weiß ich, dass es sich
hier um die erste Kuranstalt Merans handelt. Bernhard Mazegger hatte 1840/41 den Priglbaurhof erworben und hier eine Kaltwasserheilanstalt und Fremdenpension errichtet. Ein erstaunlicher Mann muss er gewesen sein. Aus ärmsten Vinschger Verhältnissen schaffte er es, Medizin zu studieren. Aufschlussreich ist bereits der Titel seiner Dissertation: „Medizinische Doctor-Dissertation über den großen Einfluss der Leber auf das Gemütsleben des Menschen“. Sein Werdegang liest sich abenteuerlich: Innsbruck, Padua, Bozen, Mailand – und schließlich Obermais. Eine bewusste Entscheidung, wie Kornprobst betont. Hier sollte etwas Neues entstehen. Die Familie Mazegger stammt ursprünglich aus Tartsch. Der Vater wurde 1799 beim Franzoseneinfall erschossen, ein schwerer Schicksalsschlag. Benediktiner erkannten früh das
Talent des jungen Bernhard und förderten ihn. Er besuchte das Gymnasium in Meran und schloss Freundschaft mit Beda Weber. Eigentlich war für ihn eine geistliche Laufbahn vorgesehen, doch er entschied sich anders. Mazegger studierte Medizin in Innsbruck, schloss das Studium in ungewöhnlich kurzer Zeit ab und wurde in Padua promoviert.
Der Vater der Homöopathie in Südtirol
Schon früh wandte Bernhard Mazegger sich der Homöopathie zu. Er erkannte dessen heilende Wirkung und entwickelte ein ganzheitliches Kurkonzept: Kaltwasser-anwendungen, Molkekuren, Traubenkuren, Luftbäder. Von der lokalen Bevölkerung mit Spott und Misstrauen quittiert, ließ sich Mazgger jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Kornprobst bezeichnet ihn als einen ersten Homöopathen Südtirols. Der Erfolg gab ihm Recht: Die Methode machte ihn wohlhabend. Den Choleraepidemien der 1830er-Jahre begegnete er nach eigenen Angaben erfolgreich mit homöopathischen Methoden. In einem späteren Buch mit Gedichten, das 1857 im Eigenverlag erschien, erinnert er sich an diese Epidemien. In Obermais kaufte er 1840 den Priglbaurhof, baute ihn aus und errichtete die erst Kuranstalt Merans. Mazeggers Sanatorium hatte auch rasch Erfolg, immer mehr Gäste und Patienten nahmen an den Kuren teil und blieben für längere Zeit in Obermais, schreibt Rudolf
Kornprobst. Er muss sich einen bedeutenden Ruf aufgebaut haben, denn noch vor seinem Tod wurde er ans Krankenbett der Fürstin von Thurn und Taxis gerufen. Sein gleichnamiger Sohn übernahm diese Aufgabe. Wie die sogenannte Hydrotherapie bis heute noch angewendet wird, erläutert die Obfrau des Heimatpflegevereins Burgstall und Expertin für Kneipp-Anwendungen, Herta Huber, in einem eigenen Kapitel der Meranensie.
Klima als Kapital
Doch Bernhard Mazegger war mehr als Arzt. Er war Unternehmer, Visionär, Werbestratege, Politiker und Dichter. Er erkannte, was Meran hatte – und was es brauchte. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen erste Gäste nach Meran. Bekannt gemacht hatte den Ort aber erst der Leibarzt der Fürstin Mathilde von Schwarzenberg, Johann Nepomuk Huber, der 1837 in einer medizinischen Broschüre das milde Klima, die reine Luft, die Temperaturlage Merans beschrieb. Mazegger griff diese Fakten auf und machte daraus ein „touristisches Konzept“. Er bewarb seine Anstalt auch offensiv. Die ersten Werbeprospekte für Meran und Südtirol - auch in französisch - stammen aus seiner Feder. Wasser-, Molke- und Traubenkuren gab es bereits. Kaltwasserbäder waren bekannt, Molkeund Traubenkuren Mode. Die Homöopathie machte das Angebot modern. Das MazeggerKurhaus war Sanatorium und gesellschaft-
licher Treffpunkt zugleich. Gäste logierten nicht nur dort, sondern auch im „Hotel zur Stadt München“, in der späteren Pension Mazegger, der ersten Pension Merans, heute Residenz Maria in der St.-Georgen-Straße. Das Gebäude der Kuranstalt war zugleich das erste eigentliche Kurhaus der Stadt.
In Obermais wurde der Kurtourismus geboren
Obermais gehörte damals nicht zu Meran, es war eine eigene Gemeinde. Die Mazegger’sche Anstalt war faktisch das erste Kurhaus Merans. Die Kurgäste kamen hierher zu Vorstellungen, Theaterabenden, Bällen. Erst 1874 wurde das offizielle Kurhaus an der Promenade errichtet. Bis dahin schufen die Mazegger Fakten: Promenaden, Wege, Infrastruktur – oft auf eigene Kosten. Kornprobst betont: Zur damaligen Zeit gab es in Meran kein Theater, keine Wandelhallen, keine Promenaden. Mazegger stellte Grund zur Verfügung, errichtete Anlagen, strukturierte das Kurwesen.
Der Politiker
Bernhard Mazegger war auch Politiker. Gemeinsam mit dem Benediktiner Beda Weber nahm er 1848/49 am „Paulskirchenparlament“ in Frankfurt teil. Er vertrat den Wahlkreis Tirol und Vorarlberg in der Frankfurter Nationalversammlung, blieb fraktionslos und stimmte gegen die Kaiserwahl Friedrich
Wilhelms. Tirol in einem großdeutschen Reich zu sehen, war nicht seine Zukunftsvision. Während sein Mitstreiter Beda Weber in Frankfurt blieb und sich als moderner Stadtpfarrer einen Namen machte, kehrte Mazegger nach Meran zurück, wo er am 20. Mai 1876 verstarb. Der Benediktinerpater und Historiker Cölestin Stampfer schrieb 1889 in seiner „Geschichte von Meran“: „Der berühmte Homöopath und Dichter Dr. Bernhard Mazegger erschaute mit seinem scharfen Blick die große Zukunft des Paradieses der Meraner Gegend und besonders von Obermais. (…) Was Dr. Mazegger geahnt, wurde erst später erkannt und mit Hast nachgeahmt.“
Wandel des Kurwesens
Die Kuranstalt des Vaters übernahm nach dessen Tod sein gleichnamiger Sohn. Bernhard Mazegger jun. Doch die Zeit hatte sich geändert. Der Tourismus war längst nicht mehr auf Meran beschränkt, die Konkurrenz in Europa wuchs. Die ehemalige Kuranstalt wurde schließlich in Mietwohnungen umgebaut, nur ein Teil blieb Badeanstalt. Das Sanatorium als alleiniger Betrieb war nicht mehr zeitgemäß und mit der Entdeckung des Tuberkulosebakteriums 1882 durch Robert Koch veränderte sich auch die medizinische Behandlung der Lungenkranken, die einst Linderung im Meraner Klima suchten, grundlegend. Die Kurstadt verlor als Lungenkurort an Bedeutung. Die Zahl der Gäste und Patienten ging zurück. Die Stadt musste reagieren.
Die Erfindung des sanften Wanderns
Es war Bernhard Mazegger jun. (1837-1921), der für den Kurorttourismus die Oertl’sche,
eine neue Variante einführte: Die Oertl’sche Terrainkur. Dr. Josef Oertl wurde damals von der Stadt Meran beauftragt, festzustellen, ob sich Meran als Terrainkurort eignet. Bernhard Mazegger jun. war davon sofort begeistert und schuf – auch in seiner Funktion als Obmann des Alpenvereins Meran – zusammen mit dem Münchner Arzt die Voraussetzungen für die Entstehung eines Terrainkurortes. 1837 in Innsbruck geboren, trat er in die Fußstapfen seines Vaters, ging dabei aber zugleich eigene Wege. Nach dem Medizinstudium in Prag, Würzburg, München und Wien übernahm er 1876 die Praxis und die Pension. Die Terrainkur basiert auf der Idee, dass körperliche Bewegung an frischer Luft, leichte Belastung und Spaziergänge das „Terrain“ des Körpers stärken und das Immunsystem aktivieren. Mazegger kombinierte diese Bewegungstherapie mit Kaltwasseranwendungen und der typischen Kurkost seiner Zeit. Ziel war es, den Körper „zu trainieren“ und die natürliche Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Als Obmann des Alpenvereins Meran katalogisierte er Wanderwege, führte Bewegung bei Herzschwäche als Therapie ein. In Zusammenarbeit mit den Alpenvereinen entstanden die leichten Wanderwege rund um Meran, die bis heute das Bild der Stadt prägen. Die Stadt wurde neu erfunden: nicht mehr nur Kurort für Kranke, sondern Luft- und Klimakurort für Erholungssuchende, vom Kurort für Kranke zum Luftund Klimakurort für Erholungssuchende.
Der Historiker und Chronist Bernhard Mazegger jun. war auch Chronist. Er leitete die Sektion Meran des Alpenver-
eins, war „Korrespondent“ für prähistorische und antike Denkmäler, publizierte Fundberichte und archäologische Studien. Er ordnete das Gemeindearchiv von Obermais, verfasste die „Chronik von Mais“ von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Er schrieb wissenschaftliche Abhandlungen, etwa zur Maja-Frage: Wo lag die römische Station Maja? In Obermais oder in der Meraner Altstadt? Heute weiß man: Beide Seiten lagen falsch. Die Station befand sich wohl in Untermais und auf der Zenoburg. Der Algunder Archäologe Günther Kaufmann widmet im Buch der „Maja-Frage“ ein Kapitel.
Die Gegenwart
Der Freihof wurde im Jahr 2000 von der Erbengemeinschaft verkauft, heute ist er eine Wohnanlage. Die ehemalige Kuranstalt existiert äußerlich noch, innen wurde fast alles zerstört. Immerhin: Sie wurde nicht abgerissen.
Die Villa Mazegger steht noch. Sie erinnert an glanzvolle Zeiten. In der Wandelhalle findet sich eine Marmortafel für Bernhard Mazegger sen., an der ehemaligen Pension eine Erinnerungstafel für den jungen Bernhard Mazegger. Rudolf Kornprobst wuchs in diesem Haus auf. Die Anlage faszinierte ihn schon früh. Als Kunsthistoriker ließ ihn die Frage nicht los, warum diese Geschichte vergessen wurde. Sein Buch ist ein Versuch der Wiedererinnerung.
Josef Prantl
Merans erste Kuranstalt heute – Die Wohnanlage Freihof
Rudolf Kornprobst ist Jurist und Kunsthistoriker sowie Ausschussmitglied des Heimatschutzvereins Meran. Schon lange beschäftigt er sich mit dem Leben und Wirken von Bernhard Mazegger senior und junior. Die BAZ sprach mit ihm:
Bernhard Mazegger kam aus ärmlichen Vinschger Verhältnissen. Trotzdem reiste er schon in jungen Jahren weit und studierte international. Wie erklären Sie sich diese ungewöhnliche Weltläufigkeit eines ehemaligen Schuhmachersohnes?
Rudolf Kornprobst: Mazegger muss ein völlig weltoffener Mensch gewesen sein. Er kam bis nach Mailand, das damals noch unter österreichischer Herrschaft stand, aber dennoch ein internationales Zentrum war. Die Homöopathie eröffnete ihm viele Türen: Sie war zu jener Zeit vor allem im Adel und im gehobenen Bürgertum stark nachgefragt, und diese Klientel war auch bereit, hohe Honorare zu bezahlen. Mit Franz Tappeiner war Mazegger bekannt und vermutlich auch befreundet. Beide lebten in Obermais, beide
stammten aus dem Vinschgau. Auch Tappeiner kam mit seiner klassischen Heilmethode zu großem Vermögen und war in halb Europa unterwegs. Mazegger und Tappeiner verband also nicht nur ihre Herkunft, sondern auch ein ähnlicher Lebensweg.
Mazegger spezialisierte sich auf Homöopathie, eine eher unkonventionelle Methode, besonders in seinem konservativen Umfeld. Wie kam es dazu?
Wahrscheinlich kam er bereits während seiner Studienzeit in Wien mit der Homöopathie in Berührung. Diese befand sich damals im Aufschwung und breitete sich in Europa zunehmend aus. Mazegger muss von dieser Heilmethode begeistert gewesen sein und überzeugt davon, dass alternative Ansätze neben der klassischen Medizin ihre Berechtigung haben.
Mit rund 40 Jahren errichtete Mazegger ein eigenes Sanatorium. Bedeutet das, dass er bereits sehr früh zu beträchtlichem Wohlstand gekommen war?
Ja, davon ist auszugehen. Mazeg-
ger war ein vorausschauender Ökonom und ein geschickter Geschäftsmann. Er hatte immerhin sieben Kinder zu versorgen. Die Tatsache, dass er einen großen Hof erwerben und darauf ein Sanatorium errichten konnte, spricht für seinen wirtschaftlichen Erfolg. Später kaufte er zudem Schloss Planta, die Schlandersburg sowie einen Weinhof in Eppan.
Kann man sagen, dass Mazegger entscheidend zur Entstehung des Kurorttourismus in Obermais beziehungsweise Meran beitrug?
Auf alle Fälle. Schon allein durch die Errichtung der ersten Kaltwasserkuranstalt und einer der ersten Pensionen setzte er wichtige Impulse.
Er stellte auch Grund zur Verfügung, um Promenaden anzulegen – darunter die heutige Obere Sommerpromenade. Der heutige Roseggerpark wurde von seinem Sohn zusammen mit der Kurverwaltung und Anrainern angelegt und hieß damals Elisabeth-Anlage. Auch die St. -Georgen-Straße geht letztlich auf Initiativen der Familie Mazegger zurück.
Bernhard Mazegger junior bezeichnete seinen Vater als „begeisterten Patrioten und Dichter, zugleich hervorragenden Gründer des Kurortes Meran“. Halten Sie diese Einschätzung für zutreffend?
Mazegger sen. hat viel geschrieben und auch veröffentlicht. Er war publizistisch sehr aktiv. Patriotisch war er im Sinne seiner Zeit – als überzeugter Tiroler und Vertreter eines aufgeklärten Bürgertums. In dieser Hinsicht ist die Einschätzung seines Sohnes durchaus zutreffend.
Was bisher geschah: 1908 öffnete das Theaterkino in der heutigen Freiheitsstraße seine Pforten. Über mangelndes Publikum konnte sich das erste Meraner Kino nicht beklagen, weshalb auch andere davon profitieren wollten.
Die erste Station unseres Rundgangs durch das cineastische Meran war die Habsburgerstraße. Dort hatte der Hotelier Max Schweiggl im alten Theatermagazin das erste Lichtspieltheater der Kurstadt eröffnet und warb inzwischen mit farbiger Lichtreklame am Eingang. Auch andere Geschäftsleute erkannten das Potential des neuen Mediums und bemühten sich um eine Lizenz. Nicht weit entfernt vom Theaterkino bekam dieses im Rennweg Nr. 9 die erste Konkurrenz. Unter dem Namen Sternkino zeigte Kaspar Blaas ab dem 15. Oktober 1910 ebenfalls Filme. Blaas
wurde 1863 im Schmiedhaus in Lana als Sohn eines Handelsmanns geboren und machte sich zunächst als Hotelier einen Namen. Am Eröffnungstag wurden Streifen wie „Der kleine Geiger (Drama)“, „Meyr und sein Sohn (komisch)“ und „Revolution in Portugal (sensationell)“ vorgeführt. Nebenher konnte man einen Imbiss zu sich nehmen, um „das Schöne mit dem Notwendigen“ zu verbinden. Die Bildqualität ließ allerdings noch zu wünschen übrig, sodass einige Feinjustierungen an den Apparaten nötig waren. Blaas war aber mehr als nur Kinobetreiber. Er gilt als erster Kameramann,
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der Aufnahmen von der Kurstadt machte, da er den Wert des Films für den Tourismus frühzeitig erkannte. Als er 1924 verstarb, las man in einem Nachruf: „Zeit seines Lebens hat er an dem Gedanken gearbeitet, der Heimat Schönheit der Welt zu verkünden“. Das Kino selbst existierte bis Anfang der 60er Jahre. Im November 1963 wurde es unter dem Namen Ariston wiedereröffnet. Aus dem bescheidensten Meraner Kino entstand das neueste und modernste der Kurstadt – selbst die Raucher mussten im geräumigen Saal nicht auf ihre Leidenschaft verzichten. Gezeigt wurden deutsch- und italienischsprachige Filme. Der Siegeszug des Fernsehens in den 70er Jahren brachte die Kinos jedoch in arge Bedrängnis. So verwandelte sich das Ariston 1989 in eine Schulaula und wurde später vom Land angekauft. Am 12. November 1911 wurde das dritte Kino in Meran eröffnet. Nach den Plänen des Architekten Karl Delugan entstand an der Cavour-Straße gegenüber dem Hotel Palace das Plankenstein-Kino. Das mit allem Komfort ausgestattete Lichtspieltheater mit zur Leinwand hin abgesenktem Saal galt lange Zeit als das eleganteste in ganz Tirol. Pächter war ein gewisser Benedikt Innerhofer. Vor der Eröffnung gab es allerdings Widerstand: Das Kino würde das traditionelle Theater schädigen, die Begleitmusik die Aufführungen im nahegelegenen Musikpavillon stören und das gesteigerte Verkehrsaufkommen den Reiz der Sommeranlage trüben, so ein Kritiker. Genutzt hatte es nichts. Das Plankenstein öffnete seine Tore und prägte über viele Jahr-
zehnte hinweg die Meraner Kinolandschaft. Große Namen wie Asta Nielsen oder bekannte Werke wie „Hofmanns Erzählungen“ fanden den Weg auf die Leinwand. Jeweils dienstags, freitags und samstags wurde das Programm gewechselt. Im Jänner 1931 gab es hier eine Premiere: Mit „Die singende Stadt“ wurde erstmals in Meran ein Tonfilm gezeigt – trotz des übersetzten Titels in italienischer Sprache. Mitgewirkt hatte u.a. der weltbekannte Tenor Jan Kiepura. Ab Mitte der 30er Jahre wurde das Kino unter der Bezeichnung Savoia geführt und später unter dem heute noch bekannten Namen Odeon. Zur Wiedereröffnung schwang sich Johnny Weissmuller in „Der geheimnisvolle Schatz des Tarzan“ von Baum zu Baum. Auch dem Odeon machte die Konkurrenz in heimischen Wohnzimmern zu schaffen. Und es reagierte wie viele Kinos der damaligen Zeit. Es stellte das Programm auf Rotlichtfilme um und rettete sich so in die nächsten Jahrzehnte. 2006 verdunkelte sich die Leinwand des Odeon endgültig ... Fortsetzung folgt ...
Christian Zelger
Klöppeln ist Spitze
Spitzenklöppeln gehörte in Südtirol lange zur stillen Alltagsarbeit vieler Frauen. Heute verschwindet das feine Wissen zwischen Holzklöppeln und Fäden.
Spitzenklöppeln ist ein Handwerk ohne Geräusch. Nur das leise Aneinanderschlagen der Holzklöppel durchbricht die Stille. In vielen Gegenden Südtirols, besonders im Pustertal, im Eisacktal und in Teilen des Vinschgaus, war diese feine Arbeit über Generationen hinweg Teil des bäuerlichen Alltags. Sie entstand am Abend, nach der Arbeit. Geklöppelt wurde nicht aus Luxus, sondern aus Notwendigkeit. Spitzen schmückten Trachten, Hemden, Altartücher und Bettwäsche. Sie waren Ausdruck von Sorgfalt und Können,
oft auch eine Möglichkeit, etwas zum kargen Einkommen beizutragen. Das Wissen wurde von Mutter zu Tochter weitergegeben, ohne Anleitung, allein durch Zuschauen und Mitmachen. Die Technik verlangt Präzision und Geduld. Dutzende Fäden werden über ein Kissen geführt, gekreuzt, verdreht und fixiert. Ein kleiner Fehler wirkt sich auf das gesamte Muster aus. Wer klöppelt, arbeitet mit Spannung. Im Material wie im Körper. Die Hände bewegen sich fast automatisch, doch der Kopf bleibt wach. Es ist ein Handwerk,
das Zeit braucht und Ruhe voraussetzt. Heute ist das Spitzenklöppeln in Südtirol fast verschwunden. Industrielle Textilien haben die Funktion übernommen, Handarbeit gilt als zu aufwendig. Übrig geblieben sind einzelne Frauen, Volkskundevereine oder Kurse, die versuchen, das Wissen zu bewahren. Dabei erzählt jede Spitze von einer besonderen Form von Arbeit. Sie ist unscheinbar und doch hochkomplex. Sie steht für eine weibliche Handwerksgeschichte, die oft übersehen wurde, weil sie im Stillen stattfand. Spitzen
wurden nicht signiert, nicht ausgestellt, sie waren einfach da, und genau deshalb so tief verwurzelt. Das Klöppeln erinnert daran, dass Wert nicht immer sichtbar sein muss. Dass Schönheit aus Wiederholung entsteht und aus Geduld. Vielleicht liegt seine Zukunft nicht in der breiten Rückkehr, sondern im bewussten Weitergeben. Dort, wo jemand noch weiß, wie sich ein Faden richtig spannt. Und wo aus Stille ein Muster entsteht, das bleibt.
Elisabeth Tappeiner
Neues Design
Seit 75 Jahren steht Zipperle für Werte, die Generationen verbinden – und die bis heute jeden Schluck prägen. Zum 75-jährigen Jubiläum zeigt sich Zipperle nun in einem neuen Etikettendesign. Weiterentwickelt mit Respekt vor dem Bestehenden, selbstähnlich in der Form und mit einem frischen Blick auf das Wesentliche.
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promissloser Anspruch an Geschmack. Das neue Design gilt für das gesamte Sortiment – von klassischen Säften über fruchtige Nektare bis hin zu erfrischenden Getränken.
So verbindet Zipperle Tradition und Zeitgeist und bleibt das, was es seit 75 Jahren ist: ein verlässlicher Partner für Gastronomie und Getränkehandel – mit einer breiten Auswahl für jeden Geschmack.
Die Lehrer deiner Jugend
Mit zunehmendem Alter kehren bei mir immer häufiger Erinnerungen an die Schulzeit zurück. Und an Erzieher und Lehrer, die mich fürs Leben prägten. Meine besten Lehrer waren interessanterweise drei Italienischlehrer. An sie möchte ich hier erinnern.
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Eine Steilpassvorlage, ein letzter Sprint, ein Jubelschrei – manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten. Seit 75 Jahren ist Zipperle Teil solcher Momente. Zum Jubiläum präsentieren sich unsere Etiketten frischer denn je.
Ich bin 1943 in Ulten geboren und wuchs auf dem Schmiedhof bei Kuppelwies auf, damals ein stattlicher Hof mit Sägewerk. Mein Vater, Bauer und Holzhändler, war ein Mann mit Weitblick. Er wollte, dass wir auch gut Italienisch lernten. Als Anfang der 1950er Jahre ein junger Mann aus dem Trentino als Italienischlehrer nach Kuppelwies kam, bot er ihm in unserem Haus gratis Kost und Logis an, mit der Bedingung, uns Kindern Nachhilfeunterricht in Italienisch zu geben. Der anfangs 20 Jahre alte Bruno Giacomelli aus Vigolo Vattaro zwischen Trient und dem Caldonazzosee nahm das Angebot gerne an und kam im Winter fast jeden Tag nach der Marende zu uns in die Stube und führte mich, meine Schwester und meinen zwei Jahre älteren Bruder in die italienische Sprache ein. Er machte dies außerordentlich gut, sodass er uns ein Leben lang in Erinnerung blieb. Er stammte von einem Bauernhof auf der Vigolana Hochebene, in dem auch die Waldarbeit und die Holzbringung eine große Rolle spielten. Und so ging er von den Bezeichnungen aus unserer vertrauten bäuerlichen Welt in Stall, Wiesen und Wald aus und erschloss uns zweite Wörter und Bilder dieser Welt. Gerne spielte er uns dabei auch ein Theater vor. Für meinen Bruder war Giacomellis Italienischunterricht die Grundlage für seine spätere Tätigkeit als Holzhändler mit den vielen Kontakten zum italienischsprachigen Raum. Für mich war es der Ursprung meiner Hochschätzung der Zweisprachigkeit als Privileg und Identitätsmerk-
mal von uns Südtirolern. Da mir Bruno Giacomelli ein Leben lang in lebendiger Erinnerung blieb, habe ich mich vor dem Schreiben dieses Beitrags bei seinem Sohn Corrado über sein Curriculum erkundigt. Dabei erfuhr ich, dass er am 7. März 1929 geboren wurde und vor seiner Unterrichtstätigkeit das klassische Lyzeum in Trient besucht hat. Mitte der 1950er Jahre war er auch ein paar Jahre Italienischlehrer in Stuls. 1957 begann er eine langjährige Tätigkeit als Gemeindesekretär, zuerst in Laurein und Proveis und ab 1960 für ca. 30 Jahre in Branzoll und Pfatten. Mich wunderte nicht, dass er sich in Branzoll besonders für die Jugend engagierte, u.a. für die Errichtung eines Fußballplatzes und die Gründung des Fußballvereins. Auch seine Passion für künstlerische Aktivitäten (das Verfassen von Theaterstücken und Gedichten, sowie Malen) passte zu meiner Erinnerung an diesen kreativen Menschen. Mein Bruder hatte in der Zeit, als Giacomelli Gemeindesekretär in Branzoll war, ab zu mit ihm aus geschäftlichen Gründen Kontakt. Als mein Bruder dann im März 2018 in der Zeitung seine Todesanzeige entdeckte, war es für uns selbstverständlich, zu seiner Verabschiedung nach Branzoll zu fahren. Als wir dort nach dem Gottesdienst seinen Kindern Corrado und Irene unser Beileid wünschten, waren sie sehr überrascht und gerührt, dass Schüler aus Kuppelwies gekommen waren, ihren Vater wegen seines Unterrichts vor 65 Jahren zu ehren.
Franz Berger
Bruno Giacomelli (oben rechts) mit Schülern von Kuppelwies um 1952
Ein Schubs in Richtung Glück
Wenn Gespräche fehlen, Berührungen ausbleiben und Abende länger werden als gedacht – Einsamkeit ist kein Randphänomen mehr, sie ist mitten unter uns. Die Weltgesundheitsorganisation warnt: jeder sechste Mensch ist betroffen, Einsamkeit macht krank.
„Manchmal braucht der Zufall einen Schubs“, sagt Tanja Raffl. Die Partschinserin führt seit 10 Jahren die größte Südtiroler Partnervermittlung „Herzblatt“. Für viele Singles ist sie genau das: ein Schubs zurück ins Leben. Während Dating-Apps mit Bildern, Likes und schnellen Entscheidungen arbeiten, setzt Tanja Raffl auf das Gegenteil. Keine Fotos, Keine Profile zum Wegwischen. Stattdessen Gespräche. Zeit. Zuhören. „Wer nur ein Abenteuer sucht, kommt nicht zu mir“, erklärt Raffl. Menschen erzählen von ihren Hoffnungen, ihren Enttäuschungen, von der Angst, allein zu bleiben – und vom Wunsch nach einem Gegenüber, das bleibt. Die Jüngsten sind Anfang 30, die Ältesten über 80. Ihre Kundinnen und Kunden suchen nicht das
Abenteuer. Sie suchen Halt, Vertrauen, Verbindung. „Nicht jede Begegnung endet in Liebe, aber jede beginnt mit Mut,“ sagt Tanja Raffl. Und dieser Mut ist heute wichtiger denn je, denn Einsamkeit kostet nicht nur Gefühle, sondern Lebensjahre. Wenn echte Begegnung fehlt, geht etwas zutiefst Menschliches verloren. Dass es anders geht, dazu möchte „Herzblatt“ beitragen. Tanja Raffl sieht ihre Aufgabe darin, Begegnungsräume zu schaffen, ein Miteinander bewusst zu ermöglichen. Sie macht die Vorauswahl und die Kunden vertrauen ihr. Das persönliche Gespräch ist deshalb wichtig. Diskretion, Empathie und die persönliche Betreuung stehen im Fokus. Die Vermittlung beginnt bewusst nicht mit einem Profilbild, sondern mit einem
Gespräch über Wünsche, Werte und Erfahrungen. „Bilder sagen nur wenig aus – sie zeigen Äußerlichkeiten, nicht den Charakter, die Werte oder die Lebensziele eines Menschen“, erklärt Tanja Raffl. Deshalb gibt es bei ihr keine Fotos. Vielmehr sucht sie den passenden Partner, jemanden, der wirklich zu einem passt, statt nur oberflächlich zu gefallen.
„Der Mensch ist nicht gemacht, allein zu sein“, ist Tanja Raffl überzeugt. „360 Grad Liebe“ nennt sich ihr Podcast, in dem sie gemeinsam mit der Meraner Psychologin und Psychotherapeutin Tanja Höllrigl über die vielseitigen Facetten von Liebe und Beziehungen spricht: Warum verliebe ich mich immer in den Falschen? Wie gehe ich mit Beziehungsängsten um? Darf
Tanja Raffl von Herzblatt
man sich als Witwer oder Witwe neu verlieben? Reinhören lohnt sich. Und zu einem unverbindlichen Erstgespräch bei „Herzblatt“ ist jeder eingeladen, der noch nicht aufgegeben hat, die Liebe zu finden.
Josef Prantl
René Francisco in Meran
Vom 21. Februar bis 25. Mai 2026 widmet Kunsthaus Meran-o dem kubanischen Künstler René Francisco erstmals in Italien eine umfassende Retrospektive.
Die Ausstellung trägt den Titel „Cómplice“ und markiert zugleich den Abschluss des zweiten Jahres des kuratorischen Langzeitprogramms „The Invention of Europe. A Tricontinental Narrative“. Das zweite Ausstellungsjahr des Programms untersucht aus einer dekolonialen Perspektive die historischen wie gegenwärtigen Verflechtungen zwischen Europa und Abya Yala – dem indigenen Begriff für den amerikanischen Kontinent – und nimmt dabei insbesondere transkulturelle Austauschprozesse, Machtverhältnisse und Formen des Wissens in den Blick. Kuratiert wird die Ausstellung von Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi. René Francisco wurde 1960 in Holguín, Kuba, geboren und lebt heute in Madrid.
Er zählt zu den zentralen Figuren der kubanischen Gegenwartskunst und hat seit den 1990er-Jahren auch international maßgebliche Impulse gesetzt. Sein künstlerisches Schaffen ist untrennbar mit pädagogischen, sozialen und kol-
lektiven Fragestellungen verbunden. In einer Zeit tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Umbrüche in Kuba, entwickelte Francisco eine Praxis, die Kunst nicht als autonomes Objekt, sondern als soziales Handlungsfeld versteht. Die sogenannte „Período Especial“ war geprägt von materieller Knappheit, brachte jedoch zugleich neue Formen kultureller Öffnung und internationaler Ver-
netzung hervor, etwa durch die Biennale von Havanna und den intensiven Austausch zwischen Kunstszenen des Globalen Südens.
Die Ausstellung „Cómplice“ erstreckt sich über alle drei Etagen des Kunsthauses und bietet einen umfassenden Einblick in Franciscos mehr als vier Jahrzehnte umspannendes Werk. Präsentiert werden großformatige Installationen, Filme, Zeichnungen und Gemälde ebenso wie dokumentierte pädagogische und kollektive Projekte. Diese Vielfalt an Medien und Formaten spiegelt die Vielschichtigkeit seines Ansatzes wider, der künstlerische Produktion, Lehre und gesellschaftliches Engagement konsequent miteinander verschränkt.
Im Zentrum der Retrospektive steht das Konzept der Kompliz*innenschaft. „Cómplice“ wird dabei nicht als moralische Kategorie verstanden, sondern als Ausdruck tiefer emotionaler, sozialer und politischer Verbundenheit. Dieses Motiv zieht sich als roter Faden durch Franciscos gesamtes Schaffen und manifestiert sich sowohl
in seinen kollaborativen Arbeitsweisen als auch in seinen langfristigen Beziehungen zu Studierenden, Kolleginnen, Freundinnen und politischen Mitstreiterinnen. Begleitend zur Ausstellung realisiert René Francisco in Meran ein neues partizipatives Projekt, das die lokale Bevölkerung aktiv einbezieht und den Dialog zwischen Kunstinstitution und Stadtraum weiter vertieft. Darüber hinaus gestaltet er gemeinsam mit dem Festival Sonora einen Musikabend, der zentrale Fragestellungen der Ausstellung aufgreift und sie in eine andere künstlerische Sprache übersetzt.
Mit „Cómplice“ lädt Kunst Meran dazu ein, Kunst nicht nur als ästhetisches Objekt, sondern als soziale Praxis zu begreifen – als einen Raum für Austausch, kritische Reflexion, Verantwortung und kollektives Handeln.
Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Webseite von Kunst Meran: www.kunstmeranoarte.org
Bauernhof statt Adria – Sommerurlaub auf dem Bauernhof
Sommerzeit bedeutet für viele Südtirolerinnen und Südtiroler ans Meer fahren, die Ferne suchen. Dabei liegt das Urlaubsglück direkt vor unserer Haustür. Ein Glück, das man dort findet, wo das Leben noch im Einklang mit der Natur pulsiert – auf den Bauernhöfen. In den mit viel Holz ausgestatteten Ferienwohnungen der Urlaubshöfe fühlt sich der
Morgen anders an. Kein Lärm, keine Hektik. Stattdessen das Krähen des Hahns und der Blick auf die Berge. Am Frühstückstisch stehen viele hofeigene Produkte, die das echte Bauernhofleben spürbar machen: Milch frisch von der Kuh, Marmelade nach Familienrezept und knuspriges Brot aus dem Holzofen. Frisch gestärkt startet ein erlebnisreicher
Urlaubstag: Kinder laufen barfuß über Wiesen und füttern die Tiere, während die Erwachsene genau das finden, was im Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe und das Gefühl, wieder einmal richtig durchatmen zu können.Dieses Gefühl von Freiheit und Entspannung macht den Urlaub auf dem Bauernhof so besonders. Warum also in die Ferne schweifen? Manchmal genügt es, das Glück gleich ums Eck zu suchen – und es auf einem Roter Hahn Bauernhof zu finden.
Das Qualitätssiegel „Roter Hahn“ steht für Qualität und authentisches Bauernhofleben. Über 1.600 Südtiroler Höfe aus allen Landesteilen öffnen Gästen ihre Tore und laden zu genussvollem Urlaub im bäuerlichen Ambiente
Fabian oder Der Gang vor die Hunde
ein. Zur Auswahl stehen Zimmer und Ferienwohnungen, die nach einem strengen Auswahlverfahren je nach Ausstattung, Erlebnisangebot und Dienstleistungsqualität mit zwei bis fünf Blumen zertifiziert wurden. Darüber hinaus vereint „Roter Hahn“ eine Reihe von Betrieben, die ihre Produkte direkt ab Hof verkaufen, Hof- und Buschenschänken sowie das bäuerliche Handwerk. Seit 2023 ermöglicht zudem die „Roter Hahn Kochschule“ das Eintauchen in die traditionelle Südtiroler bäuerliche Küche. Weitere Informationen gibt es unter www.roterhahn.it oder mit einer kostenlosen Bestellung des Katalogs „Urlaub auf dem Bauernhof“ unter Tel. 0471/999325 oder info@roterhahn.it.
Bearbeitung von Matthias Thalheim nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner
Seine Hände bleiben wie blinde Vögel, die, um Sonne betrogen, wenn die andern über die Wogen zu den währenden Lenzen zogen, in der leeren, entlaubten Linde wehren müssen dem Winterwinde. Auf seinen Wangen war die Scham der Bräute, die über der Seele Schrecken dunkle Purpurdecken breiten dem Bräutigam. Und in den Augen lag Glanz von dem ersten Tag, –aber weit über allem war ragend das tragende Flügelpaar …
Rainer Maria Rilke
Gesehen in Gfrill vor meiner Wohnung heute nach dem Schneefall Foto und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier • Editorisches Konzept: Georg Dekas
Gesundheits-Info
Darmgesundheit:
Ein gesunder Darm ist die Basis für unser Wohlbefinden. Er spielt nicht nur eine zentrale Rolle bei der Verdauung, sondern beeinflusst auch das Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann sich das in vielfältigen Beschwerden äußern – von chronisch-
Vorsorge schafft Sicherheit
entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarm bis hin zu einem erhöhten Risiko für Übergewicht oder Diabetes.
Besonders wichtig ist die Darmgesundheit im Rahmen der Krebsvorsorge. Darmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und entwickelt sich oft über
PR-Info
Jahre unbemerkt. Umso entscheidender ist es, vorbeugend zu handeln. Mit modernen endoskopischen Verfahren wie der Gastroskopie und der Koloskopie lassen sich krankhafte Veränderungen rechtzeitig erkennen und gezielt behandeln. Im ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran – Bozen können Patient*innen auf die Kompetenz erfahrener Experten auf dem Gebiet der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie vertrauen. „Unser Ziel ist es, Erkrankungen des MagenDarm-Trakts frühzeitig zu erkennen und Vorsorgeuntersuchungen so sicher und angenehm wie möglich durchzuführen“, erklären Dr. Michele Comberlato, ehemaliger Primararzt für Gastroenterologie und Endoskopie des Verdauungstraktes am Krankenhaus Bozen,
und Dr. Thomas Buratti, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin.
Wichtig: Vorsorge muss niemandem Angst machen. Das ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran – Bozen lädt dazu ein, die eigene Darmgesundheit aktiv zu schützen – unterstützt durch fachkundige Beratung und persönliche Betreuung.
ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran – Bozen Sanitätsdirektor
Prof. Dr. Alfred Königsrainer Meran, Franz-Innerhofer-Straße 2/4 Tel. 0473 864 333 Bozen, Brennerstraße 2 D Tel. 0471 1555 000 health@stjosef.it www.stjosef.it
Strom- und Erdgasversorgung: Neues SELGAS-Kundenbüro in Lana
Der Energiemarkt ist komplex. Eine gute Beratung sollte dies sein.
Deshalb hat der Südtiroler Energieanbieter SELGAS Mitte Jänner ein neues Kundenbüro in Lana eröffnet und setzt damit ein klares Zeichen für Nähe, Einfachheit und persönliche Betreuung. Hotlines, Warteschleifen und anonyme Anbieter – viele Menschen erleben die Energieversorgung als kompliziert und schwer verständlich. Fragen bleiben oft unbeantwortet. „Energie betrifft den Alltag aller Menschen – und genau deshalb darf sie nicht kompliziert sein“, erklärt SELGAS-Geschäftsführer Christian Widmann. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nah bei unseren Kundinnen und Kunden zu sein
und Energie verständlich zu machen.“ Mit dem neuen Kundenbüro in der Andrea-Hofer-Straße 27 in Lana geht SELGAS diesen Weg konsequent weiter. Ziel ist es, persönliche Beratung vor Ort zu ermöglichen – transparent, unkompliziert und auf Augenhöhe.
„Uns ist wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden einen Ansprechpartner haben, der zuhört, berät und gemeinsam mit ihnen die passende Lösung findet –ohne Umwege“, so Widmann weiter.
Das neue SELGAS-Kundenbüro in Lana ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wer Informationen zur Stromoder Erdgasversorgung sucht, Fragen zu bestehenden Verträgen
hat oder das passende Angebot für den eigenen Lebensstil finden möchte, findet hier eine neue Anlaufstelle. Mit dem Standort in Lana stärkt SELGAS seine
Präsenz im Burggrafenamt und unterstreicht seinen Anspruch als regionaler Energiepartner – nah, zuverlässig und verständlich.
v.l.n.r.: Hauptgesellschafter R. Moser, Geschäftsführer C. Widmann, M.Unterthurner (Verkauf/Beratung in Lana), Präsident M. Gatscher sowie L. Kofler (Kundenbetreuung in Lana).
Dem Experten das Wort
Ab dritter Wohnung gilt Kurzzeitvermietung ab 2026 gewerblich
Das Haushaltsgesetz 2026 hat wesentliche Änderungen bei der Kurzzeitvermietung gebracht. Nun gilt bereits ab der dritten Wohnung, welche mit Kurzzeitmiete vermietet werden, die gesetzliche Vermutung einer unternehmerischen Tätigkeit. Bis einschließlich 2025 galt dies erst ab der fünften Wohnung.
Wer jetzt mehr als zwei Wohnungen in Kurzzeitmiete (Aufenthalt bis zu 30 Tage) vermietet, muss nun eine Mehrwertsteuerposition eröffnen und die Möglichkeit der Anwendung der Einheitssteuer (cedolare secca) entfällt.
Diese Änderung hat erhebliche Auswirkungen: neben der Anwendung einer potentiell höheren Steuer kommen zusätzliche Verpflichtungen auf die Vermieter zu, wie z.B. die verpflichtende Eröffnung einer Mehrwertsteuerposition, die Eintragung in die Handelskammer, die elektronische Rechnungsstellung, die Buchführung,
sowie die Anwendung der für unternehmerische Tätigkeiten geltenden Sozialversicherungspflichten, wie z.B. die Pflicht zur Einzahlung der Rentenbeiträge INPS.
Diese zusätzlichen Einschränkungen machen die Kurzzeitvermietung sicher wesentlich unattraktiver für Besitzer von mehreren Einheiten, die bis dato die begünstigte Ersatzbesteuerung anwenden konnten.
Sehr aufwändig sind nun jene Fälle zu handhaben, in welchen Wohnungen zur Kurzzeitvermietung verwendet werden, die in Miteigentum von mehreren Personen stehen. Es kann vorkommen, dass nur einer der Miteigentümer unter die neuen Bestimmungen fällt, die anderen hingegen nicht. Für diese Fälle muss noch mit einem Rundschreiben der Agentur der Einnahmen die korrekte Handhabung definiert werden.
Zum Schluss noch etwas Positives für jene, die nicht mehr als zwei Wohnungen in Kurzzeitmiete vermieten.
Die Höhe der anwendbaren Einheitssteuer bleibt 21 % auf die erste für Kurzzeitvermietungen bestimmte Wohneinheit und 26 % auf die zweite Einheit. Die im Zuge des Haushaltsgesetzes andiskutierte Erhöhung der Ersatzsteuer für alle wurde nicht bestätigt.
Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com
Moderne Villa
mit Garten in Obermais
In Obermais, in einer der begehrtesten Wohngegenden Merans, präsentiert sich diese elegante Einzelvilla auf vier Stockwerken inmitten einer geschützten Grünzone mit altem Baumbestand. Eingebettet in ein Umfeld historischer Residenzen bietet die Immobilie eine einzigartige Kombination aus Ruhe, Privatsphäre und naturnahem Wohnen. Auf einem ca. 500 m² großen Grundstück errichtet, überzeugt die Villa durch ihre moderne Architektur und die nachhaltige Bauweise nach KlimaHaus „A Nature“-Standard.
Vertrag: Kaufen | Wohnfläche: 121 m² | Verkaufsfläche: 350 m² | Baujahr: 2024
Parkplatz: 5 | Lift: Ja | Terrasse: Ja | Garage : Ja
121m² | 4 Zimmer
Aus dem Landtag
Faire Mietwohnungen
Wer im Burggrafenamt und vor allem in Meran eine Wohnung sucht, muss tief in die Tasche greifen. Jetzt aber bietet sich eine einmalige Gelegenheit.
Astronomische 40 % der Ausgaben einer Südtiroler Familie macht das Wohnen aus – noch ohne Strom und Heizung! Statistisch betrachtet bräuchten junge Menschen mehr als 63 (!) Jahre, um ein Darlehen für ein Eigenheim abzuzahlen. Für viele junge Familien, für Uniabsolventen, die zurückkehren wollen, aber auch für Paare, die sich getrennt haben, ist eine Wohnung nicht zu finanzieren.
Was es braucht? Ein massives, öffentliches Wohnbauprogramm für Mietwohnungen, die auch dem Mittelstand offenstehen.
Rund 13.400 Wohnungen verwaltet das Wohnbauinstitut WOBI derzeit, neben klassischen Sozialwohnungen eben auch Mietwohnungen für den Mittelstand. Doch neue Wohnungen gibt es kaum, die Warteliste ist ellenlang: weil das
für den Mittelstand: eine einmalige Chance
Land seit Jahren bei den Investitionen knausert – und weil viele Gemeinden dem WOBI keinen Baugrund zur Verfügung stellen.
In Meran bietet sich jetzt eine einmalige Gelegenheit. Die Landesenergiegesellschaft Alperia und ihr Netzbetreiber Edyna haben den neuen Sitz am Untermaiser Bahnhof bezogen. Damit wird am Passerufer hinter dem Meraner „Lido“ eine Fläche von rund 4.000 Quadratmeter frei. Alperia hat angekündigt, das Areal verkaufen zu wollen – und will die Gewerbezone davor zur Wertsteigerung in eine Wohnzone umwandeln lassen.
Der entsprechende Antrag bei der Gemeinde Meran ist eine Chance zum Gestalten. Kauft ein privater Investor das Grundstück, wird er neue Wohnungen natürlich mit größtmöglichem Gewinn verkaufen. Das WOBI hingegen könnte mehrere Dutzend Wohnungen bauen und sie zu einem fairen Preis an junge Familien und den Mittelstand vermieten: Deshalb gehört die
Bericht aus Rom
Ein
Engel für San Lorenzo in Lucina
San Lorenzo in Lucina zählt zu den stilvollsten Plätzen der römischen Innenstadt. Zwischen eleganten Schaufenstern steht eine Basilika, die scheinbar ungerührt verfolgt, wie Trends kommen und wieder verschwinden.
Und doch geschah Ende Jänner etwas so Ungewöhnliches, dass es selbst den Schaufenstern von Ray-Ban und Missoni die Show stahl. In einem Fresco in der Basilika tauchte plötzlich das Gesicht eines Engels auf, das der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verblüffend ähnlich sieht. Nicht ein vages „könnte sie sein“, sondern ein Maß an Ähnlichkeit, bei dem man denkt: „Moment – den Engel habe ich doch gestern noch in den Nachrichten gesehen.“
Doch wie kam das Gesicht der Ministerpräsidentin überhaupt dorthin? Hier betritt der Restaurator die Bühne: ein typischer Römer – erst leugnet er, dann gibt er sich überrascht („findet ihr
wirklich, dass er ihr ähnelt?“), und schließlich legt er mit einem verschmitzten Lächeln ein Geständnis ab: „Ja, ich habe Meloni zu einem Engel gemacht. So etwas passiert eben.“
Die Geschichte wird noch amüsanter, als bekannt wird, dass die Kirche unter Denkmalschutz steht. Der Kulturminister – der der Ministerpräsidentin sehr nahesteht – schaltet umgehend die Denkmalschutzbehörde ein. Wenige Stunden später kann er aufatmen: Der restaurierte Teil unterliegt nicht dem Denkmalschutz.
Doch dann tritt der Vatikan auf den Plan und kündigt an, den Engel mit dem Gesicht von Giorgia Meloni zu entfernen und das ursprüngliche Fresko wiederherzustellen. Die sakrale Kunst dürfe nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Und wer soll diese Aufgabe übernehmen? Man glaubt es kaum, aber es ist derselbe Restaurator, der die ganze Affäre losgetreten
WOBI-Spitze jetzt mit Alperia und der Gemeinde an den Verhandlungstisch.
Klar ist: Öffentliche Investitionen in leistbare Wohnungen für den Mittelstand haben das Potenzial, Familien auf Wohnungssuche spürbar zu entlasten. Damit werten wir das gesamte Burggrafenamt als Lebensraum und Wirtschaftsstandort auf.
Madeleine Rohrer Landtagsabgeordnete
hat. Die Regierungschefin nimmt es derweil mit Humor und kommentiert trocken, sie sehe „entschieden nicht wie ein Engel aus“.
Julia Unterberger Senatorin
Bericht aus dem Bezirk
Der Online-Schlichter
Die Verbraucherberatung im Burggrafenamt, angesiedelt bei der Bezirksgemeinschaft, steht als erste Anlaufstelle bei Problemen mit Online-Käufen zur Verfügung. Sie informiert über den Zugang zum sogenannten Online-Schlichter. Damit wird sichergestellt, dass auch Personen ohne umfassende Online-Erfahrung dieses Instrument nutzen können.
Online einkaufen gehört für viele Menschen längst zum Alltag. Mit der wachsenden Zahl an OnlineBestellungen nehmen jedoch auch Probleme mit gelieferten Waren oder Dienstleistungen zu. Wenn Reklamationen ins Leere laufen, ist der Weg zu einer raschen Lösung oft mühsam. Genau hier setzt der Online-Schlichter an, ein gemeinsames Projekt der Verbraucherzentrale Südtirol und der Handelskammer Bozen, das auch den Bürger:innen im Bezirk offensteht.
Der Online-Schlichter ist eine außergerichtliche Schlichtungsstelle für Streitigkeiten aus ECommerce-Verträgen. Ziel ist es, Konflikte zwischen Konsument:innen und Unternehmen einfach, neutral und ohne den Gang vor Gericht zu klären. Das Verfahren
ist kostenlos und darauf ausgerichtet, für beide Seiten eine sachliche und praktikable Lösung zu finden.
Der Dienst kann vollständig online genutzt werden. Betroffene reichen ihren Fall digital ein und werden während des gesamten Schlichtungsverfahrens begleitet. Voraussetzung ist, dass zuvor bereits versucht wurde, das Problem direkt mit dem Anbieter zu lösen. Bleibt dieser Versuch erfolglos, bietet der Online-Schlichter eine strukturierte und faire Alternative zum Rechtsweg, die Zeit und Kosten spart.
Angesichts des wachsenden Online-Handels ist dieses Angebot eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Beratungsangebote und eine konkrete Hilfe.
Reinhard Bauer
Empörungsresilient
Südtirol hat in seiner Geschichte schon ganz andere Dinge ausgehalten: Grenzverschiebungen, Faschismus und Nationalsozialismus, Autonomiekämpfe. Dass nun ausgerechnet ein Instagram-Post aus Nordtirol das Fass zum Überlaufen bringen sollte, wirkt aus Südtiroler Sicht befremdlich.
Die Tirol Werbung hatte es gewagt, darauf hinzuweisen, dass Tirol nicht Südtirol ist. Eine Feststellung, die hierzulande weder neu noch besonders kränkend sein sollte, zumal aus dem Post klar ersichtlich hervorging, dass er nicht ernst gemeint war, sondern augenzwinkernd, ironisch und humorvoll. Südtirol weiß sehr gut, wo es liegt, wie es entstanden ist und warum es heute politisch anders organisiert ist, als Nordtirol. Natürlich kann man alte Wunden immer wieder künstlich aufreißen, doch grundsätzlich und vor allem, wenn man sich dieser Tage die weltpolitische Lage vor Augen führt, geht es einem Großteil der Menschen hier recht gut. Ohne dabei soziale Schieflagen, Übertourismus sowie steigende Lebens- und Wohnkosten kleinreden zu wollen.
Dennoch gibt es dies- und jenseits des Brenners immer wieder dieselben Stimmen, die zuverlässig aus ihren patriotischen Bereitschaftsräumen hervorkommen. Kaum taucht irgendwo ein vermeintlicher Angriff auf Heimat, Geschichte oder Dialekt auf, springen sie reflexartig an, egal ob in Innsbruck oder Bozen. Der Alarm funktioniert grenzüberschreitend, die Empörung ist überregional koordiniert. Plötzlich wurde so getan, als müsse Südtirol vor einem Social-MediaGag geschützt werden. Politiker erklärten mit ernster Miene, warum man darüber keinesfalls lachen dürfe. Medien analysierten Dialekte und Essensgewohnheiten, als stünde das kulturelle Fundament Südtirols auf wackeligen Beinen. Ein längst gelöschter Instagram-Post wurde dennoch zum Politikum erklärt, obwohl er hier kaum jemanden und die Menschen in ihrem Alltag nicht einmal peripher tangiert hat. Auch die mediale Aufmerksamkeit stand in keinem Verhältnis zur Sache. Aus einem Werbescherz wurde ein Symbolfall konstruiert, der mehr über den Zustand öffentlicher Debatten aussagt als über Südtirol. Am Ende zeigt die Episode vor allem eines: Südtirol ist deutlich widerstandsfähiger, als es die aufgeregte Debatte suggeriert. Wenn dennoch so viel Aufmerksamkeit darauf verwendet wird, sagt das weniger über Südtirol aus als über den Zustand öffentlicher Diskurse. Denn eigentlich warten viel drängendere gesellschaftspolitische Fragen darauf, ernsthaft und dauerhaft diskutiert und gelöst zu werden.
HAFLING
Rotwand – Meran 2000
Die Renovierung und Erneuerung des Bergrestaurants Rotwand in Meran 2000 ordnet den Bestand neu und verbindet Nachhaltigkeit mit zeitgemäßer alpiner Gastronomie.
Ziel war es, das bestehende Bergrestaurant Rotwand – ehemals Parete Rossa – behutsam zu modernisieren und gleichzeitig ein innovatives, junges Bergrestaurant zu schaffen, das den hohen Ansprüchen heutiger Gäste ge-
recht wird und die touristische Infrastruktur am Standort stärkt. Bauherren des Projekts sind Klaus Alber und Carmen Kruselburger von der Hotel Miramonti GmbH. Das Bergrestaurant befindet sich in Hafling oberhalb von Meran auf
dem Gebiet Meran 2000 und wird als Bergrestaurant für Wanderer, Skifahrer und internationale Gäste genutzt. Der kulinarische Schwerpunkt liegt auf Südtiroler Küche mit konsequenter Verwendung regionaler Lebensmittel. Die
bestehende Hütte war über viele Jahre im Besitz des italienischen Alpenvereins CAI und stets verpachtet.
Obwohl funktional, entsprach der Bau in weiten Teilen nicht mehr den heutigen Anforderungen an
Komfort, Qualität, Nachhaltigkeit und gesetzliche Vorgaben. Insbesondere die räumliche Organisation, die technische Ausstattung und das Gästeerlebnis machten eine grundlegende Erneuerung notwendig. Für die Bauherren stand jedoch von Beginn an fest, dass kein Abriss erfolgen sollte. Stattdessen wurde bewusst der Weg einer möglichst nachhaltigen Renovierung und Weiterentwicklung des Bestands gewählt. Die Planung und das gestalterische Konzept stammen von Designer
Harry Thaler, der die Aufgabe als temporäre Neugestaltung verstand – als bewusste Übergangsphase vor einer möglichen späteren Gesamtentwicklung. Die Vorgabe war eine schlanke, ressourcenschonende Investition mit maximaler gestalterischer Wirkung. Der Entwurf setzt auf den respektvollen Umgang mit dem Bestand und zeigt, wie temporäre Architektur mit begrenzten Mitteln eine starke Identität entwickeln kann. Zentrales Element des Konzepts ist ein kraftvolles, spielerisches Farbkonzept.
Das gesamte Bergrestaurant– von Böden über Wände und Decken bis hin zu Kiosk, Wintergarten und Mobiliar – wurde in drei abgestuften Grüntönen gestaltet. Diese Farbwelt nimmt direkten Bezug auf die umliegenden Fichtenwälder und verankert das Gebäude visuell in seiner alpinen Umgebung. Das Leitmotiv „Rot wird Grün“ spielt dabei bewusst mit dem Namen Rotwand und dem Wechsel von Komplementärfarben. Ein besonderes architektonisches Detail ist die neu geschaffene Wand als
Windschutz für die Terrasse. Sie erfüllt nicht nur eine funktionale Aufgabe, sondern greift zugleich das Motiv der „Wand“ aus dem Bergrestaurantnamen auf und übersetzt es in eine klare, gestalterische Geste. Der erneuerte Wintergarten und die sanierte Terrasse erweitern die nutzbaren Flächen deutlich und verbessern vor allem die Aufenthaltsqualität in der kälteren Jahreszeit. Bei der Umsetzung wurde großer Wert auf nachhaltige Materialien, langlebige Ausstattung und energieeffizi-
ente Technik gelegt. Holz spielt als regionaler und robuster Baustoff eine zentrale Rolle, ergänzt durch wetterfeste Materialien für die alpinen Bedingungen. Die Gestal-
tung orientiert sich bewusst an der Berglandschaft, ohne in alpine Klischees zu verfallen. Die Bauphase erstreckte sich von September bis November 2025.
Trotz der logistisch anspruchsvollen Lage und der Höhenlage konnten die Arbeiten ohne größere Verzögerungen abgeschlossen werden. Neben dem Designer waren zahlreiche regionale Handwerksbetriebe beteiligt, darunter Fachfirmen aus den Bereichen Holzbau, Tischlerei, Haustechnik, Kücheneinrichtung, Metallbau, Boden- und
Fliesenarbeiten sowie Grafik und Ausstattung. Die Baukosten wurden durch die Bauherren finanziert. Kostensteigerungen ergaben sich lediglich durch unvorhersehbare Gegebenheiten im Bestand. Das Ergebnis ist ein Bergrestaurant, das modernen Komfort bietet, flexibler genutzt werden kann und ganzjährig attraktiv ist.
BAZ – 1/3 Seite quer 18,8 x 8,4 cm
Langfristig soll das Projekt wirtschaftlich tragfähig sein und sich zugleich als sozialer Treffpunkt für Bergliebhaber etablieren. Angestrebt wird zudem eine nachhaltige Zertifizierung des Betriebs. Der respektvolle Umgang mit Natur, Wasser und Ressourcen ist dabei ein zentrales Anliegen der Bauherren – getragen von der Über-
Naifstrasse 8 • 39017 Schenna
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zeugung, dass die alpine Heimat nicht nur genutzt, sondern auch geschützt werden muss. Der Erfolg des Projekts zeigt sich nicht allein in Zahlen, sondern auch in kurzen Wartezeiten, hoher Servicequalität, positiven Gästebewertungen und der spürbaren Aufenthaltsqualität. Für die Zukunft sind weitere Schritte geplant, darunter ein
Montessori-inspirierter Kinderspielplatz im Sommer sowie kleinere Anpassungen je nach Nutzung und Feedback.
Das Bergrestaurant Rotwand versteht sich damit als lebendiger Ort, der sich weiterentwickelt – im Einklang mit Natur, Landschaft und den Menschen, die ihn besuchen.
Mehrzonen-System mit individuell regelbaren Musikbereichen Komfortable Bedienung über Touchscreen und App Dezente Lautsprecher für die Innen- und Außenbereiche
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Tradition trifft Moderne
Die neue Post am Ortler: „Alles Großartige beginnt mit einer Idee“ –dachten sich Verena und Andreas Wallnöfer.
Freilich, Ideen hat es im Laufe der letzten Jahrzehnte viele gegeben, schließlich blickt das Ho-
tel am Fuße des Ortlers in Sulden auf eine bewegte und lange Geschichte zurück. 1871 erbaut
Ausführung der gesamten Spenglerarbeiten
feiert das Haus in diesem Jahr 155 Jahre Gastfreundschaft. Rechtzeitig hierfür präsentiert es
sich im neuen Gewand. Im Dezember wurde das 4-Sterne-S-Hotel „Die Post am Ortler“ nach umfangreichen Umbauarbeiten neu eröffnet. Wer heute durch die Türen des neuen Hauses tritt, spürt rasch: Hier wurde nicht einfach renoviert, hier wurde weitergedacht. Vieles ist neu, vieles bewusst geblieben. Der Umbau ist sichtbar, die Haltung dahinter ebenso. Es ist ein Haus, das
seine Geschichte kennt. Und dennoch mutig nach vorne schaut.
Viel Neues.
Viel Bewährtes
Der Umbau des Hotels ist umfassend – und zugleich erstaunlich feinfühlig. In rund einem Jahr Bauzeit, nach mehr als zwei Jahren intensiver Planung, wurde das bestehende Hotel erweitert, um-
gebaut und architektonisch neu gefasst. Entstanden sind 20 neue Suiten, insgesamt zählt das Haus nun 73 Zimmer und Suiten mit 150 Betten. Restaurant, Bar, Lounge und Rezeption wurden neu gedacht, der Wellnessbereich großzügig erweitert, die Gartenanlage völlig neu gestaltet. Herzstück des Umbaus ist das neue Ortles Spa³ – Wellness, See und Garten in einem. Auf meh-
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reren Ebenen öffnet sich ein Wellnessbereich, der Innen- und Außenräume miteinander verbindet: mit Saunen, Ruhezonen, Spa-Bistro, einem 32 Meter langen Indoorund Outdoorpool, Family-Spa mit Innenpool und Breitwasserrutsche sowie separaten Bereichen für Erwachsene und Familien. Draußen erweitert ein Panoramagarten mit Bergsee und Schwimmbecken das
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Angebot – ein Logenplatz auf rund 1.900 Metern Meereshöhe, mit freiem Blick auf den Ortler. Was auf den ersten Blick nach purem Luxus klingt, folgt bei näherem Hinsehen einer klaren Linie: Räume schaffen, die funktionieren. Für Familien, für Ruhesuchende, für Aktivurlauber.
„Viel Platz. Viele Möglichkeiten: Für mich. Für Freunde. Für Familien.“ Ein Gedanke, der sich durch das gesamte Projekt zieht.
Architektur zwischen Berg und Zeitgeist Gestalterisch setzt die neue Post auf alpine Klarheit. Klare Linien, viel Holz, Naturstein, Glas. Die
Architektursprache ist modern und zeitlos zugleich, inspiriert von der umgebenden Bergwelt. Große Fensterflächen holen das Licht ins Haus, öffnen den Blick nach draußen und lassen die Landschaft Teil des Interieurs werden. Umgesetzt wurde das Projekt von der Gastgeberfamilie Andreas und Verena Wallnöfer gemeinsam mit dem Unternehmen Archifaktur aus Reith im Alpbachtal um Stefan Ghetta und sein Team. Ziel war es, Form und Funktion zu verbinden und den Bestand weiterzuentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren. Der historische Teil des Hotels blieb erhalten, der Zubau wurde
erweitert, aufgestockt und neu gegliedert. Balkone wurden verbreitert, Wege verkürzt, Abläufe neu organisiert. Zwei neue Personenaufzüge und ein zentrales Treppenhaus sorgen heute für bessere Erschließung und Barrierefreiheit.
Technisch auf neuestem Stand
Auch technisch wurde das Haus auf einen zeitgemäßen Stand gebracht: neue Küchen- und Lagerbereiche, moderne Haustechnik, erweiterte Wellness- und Pooltechnik, zusätzliche Untergeschosse für Technik, Lüftung und Energie. Beheizt wird das Hotel weiterhin nachhaltig
über Hackschnitzel, ergänzt durch eine Pelletanlage als Absicherung. Viele Arbeiten wurden von regionalen Betrieben ausgeführt – ein Aspekt, der den Gastgebern besonders wichtig war.
Die Haltung bleibt
Bei aller baulichen Veränderung blieb eines bewusst unangetastet: die Grundidee des Hotels Post als Ort der Begegnung und der gelebten Gastfreundschaft. Oder, wie es Verena und Andreas Wallnöfer selbst formulieren: „Da war die kühne Vorstellung, die in unseren Köpfen Gestalt annahm und uns nicht mehr losließ. Doch ein Traum
Schlosserarbeiten Ausführung des Vordaches und Stahlstützen im Gebäude.
bleibt nur ein Traum, wenn man ihn nicht mit Mut, harter Arbeit und unerschütterlichem Enthusiasmus zum Leben erweckt. Genau das haben wir getan. Wir haben unsere Post neu erfunden. Mehr als zwei Jahre intensive Planung, zahllose Entscheidungen, unzählige durchwachte Nächte. Ein Jahr Bauzeit, in dem jeder Stein, jede Linie und jedes Detail sorgfältig gesetzt wurde.“ Das Ziel sei von Beginn an klar gewesen: „Ein Ort, an dem Luxus auf Leichtigkeit trifft, Innovation auf Tradition und Gastfreundschaft auf das Gefühl von Zuhause.“ Dabei gehe es um weit mehr als ein Bauprojekt: „Es ist unser Herzblut,
unsere Heimat, unser Lebenstraum. Wir verbinden unsere Wurzeln und die unserer Kinder mit der Zukunft. So erschaffen wir einen Ort, der unsere Begeisterung für das Besondere widerspiegelt.“ Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Haus. Luxus wird hier nicht über Prunk definiert, sondern über Zeit, Raum und Aufmerksamkeit. Oder, wie es auf der Website heißt: Luxus bedeutet, Zeit haben und Zeit nehmen für die schönen Momente des Lebens.
Gastgeber aus Leidenschaft
Verena und Andreas Wallnöfer sind
Gastgeber mit Überzeugung – und mit Geschichte. Andreas gilt als die Seele des Hauses, ist Bergmensch durch und durch, kennt die Touren rund um den Ortler wie kaum ein anderer und nimmt Gäste bis heute gerne mit auf Wanderungen oder Skitage. Seine Geschichten von den Bergen gehören für viele Stammgäste genauso zur Post wie das Frühstück oder der Blick auf den Ortler. Seine Frau Verena bringt internationale Erfahrung mit: eine fundierte Ausbildung im Gastgewerbe, langjährige Tätigkeit im Fünf-Sterne-Bereich und ein englischsprachiges Studium im internationalen Hotelmanagement.
Gemeinsam ergänzen sich die beiden – im Betrieb wie im Leben. Kennengelernt haben sie sich auf der Schaubachhütte, die bis heute eine besondere Rolle in ihrem Leben spielt. Auch wenn sie derzeit geschlossen ist, bleibt sie ein Ort mit emotionaler Bedeutung und ein Stück gemeinsamer Geschichte. Mit Verenas Umzug nach Sulden begann schließlich auch die gemeinsame Weiterentwicklung der Post zu jenem Ort, der er heute ist.
Geschichte mit Zukunft
Die Geschichte des Hauses reicht bis ins Jahr 1871 zurück. Generation für Generation wurde das
Hotel weitergeführt, erweitert, angepasst. Der aktuelle Umbau steht damit in einer langen Reihe von Veränderungen, die immer eines gemeinsam hatten: den Mut, sich weiterzuentwickeln, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. „Wir verbinden unsere Wurzeln und Tra-
dition mit der Zukunft“, unterstreichen die Gastgeber. Ein Fazit, das den Kern des aktuellen Bauprojekts wohl am treffendsten beschreibt. Der Umbau begann im Frühjahr 2025 und verlief, nicht zuletzt dank der beteiligten Handwerksbetriebe, reibungslos.
MIT HERZ UND VISION. OFFEN.
FÜR EINEN NEUEN WEG.
DIE NEUE POST AM ORTLER.
Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an. Wir freuen uns mit Verena und Andreas Wallnöfer und gratulieren herzlichst.
Danke, dass wir euch dabei begleiten dürfen.
Mag. Gabriele Oberhauser & Team
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Die Unternehmen überzeugten einmal mehr mit viel Kompetenz und der gewohnt guten Südtiroler Handwerksqualität. Zahlreiche Betriebe wurden aus der näheren Umgebung engagiert. „Gemeinsam ist es uns gelungen, Ideen und Visionen in Realität zu verwandeln –
mit viel Herzblut, Fachkompetenz und Verlässlichkeit. Ein besonderer Dank gilt unserem Architekten Stefan Ghetta und seinem Team vom Architekturbüro Archifaktur, das mit Kreativität und Feingefühl das Gesamtkonzept entworfen und geplant hat. Ebenso hervorheben
möchten wir unseren Bauleiter Armin Angerer, der das Projekt mit Übersicht, Engagement und großem Einsatz koordiniert hat. Ein herzliches Dankeschön an alle Partner & Bauunternehmen, die tatkräftig dazu beigetragen haben, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen“, so die Familie Wallnöfer.
Rückzugsorte und Raum für alle Bestehende Strukturen wurden erweitert, neue Räume geschaffen, Funktionen neu geordnet. Fitness- und Spielräume erhielten Tageslicht, der Spa-Bereich wurde vergrößert, neue Rückzugsorte für Gäste und Mitarbeitende geschaf-
fen. Auch an Familien wurde gedacht: Kinderclub, Gaming Room, Family Spa sind entstanden bzw. wurden modernisiert. Angebote, die Raum geben, ohne andere zu stören. Gleichzeitig bleibt die Post ein Rückzugsort für Ruhesuchende, Paare und Genießer. Am Ende ist die neue Post kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern ihre konsequente Weiterführung. Ein Haus, das gewachsen ist – baulich, inhaltlich, menschlich. Ein Ort, an dem alpine Tradition auf moderne Architektur trifft, ein Haus, in dem Gastfreundschaft im Vordergrund steht.
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Ein Viertel mit Zukunft
Zwischen rührigem Wirtschaftsstandort und attraktivem Lebensraum hat sich das Stadtviertel Marlinger Siedlung in den vergangenen Jahren stark entwickelt.
Bei vielen Familien im Burggrafenamt ist sie vor allem für ihren großzügigen Spielplatz in der Luis-Zuegg-Straße bekannt. Beim Namen herrscht allerdings keine einheitliche Meinung: Der VKE spricht vom „Spielplatz Zuegg“, unter Meranern ist hingegen häufig vom „Wielander Spielplatz“ die Rede. Die Anwohner der italienischen Sprach-
gruppe wiederum nennen ihn mit Stolz „Parco Marlengo“. Immer wieder gab es Bestrebungen, dem Park einen offiziellen und würdigen Namen zu geben – ein Prozess, über den die Stadtverwaltung laut den Vertretern des Stadtviertelkomitees noch nicht endgültig entschieden hat. Mit viel Engagement setzt sich das Komitee dafür ein,
das Viertel weiter aufzuwerten und vor allem mit Leben zu füllen. An seinem Sitz in der Marlinger Straße organisiert es regelmäßig Feste und Begegnungen, um das Miteinander im Stadtteil zu stärken. Gemeinsam mit dem Sozialverein Nadamas wurde im September des vergangenen Jahres das Projekt „Muri In“ ins Leben gerufen: bei dem ein 90 Meter langer Abschnitt des übergemeindlichen Radweges künstlerisch neu gestaltet wurde. Dabei erhielten interessierte Bürger die Möglichkeit, selbst in die Kunst des Graffitis einzutauchen, wie Vereinsvorsitzender Vincenzo Mastroianni berichtet. Mastroianni ist zugleich Vizepräsident des Stadtviertelkomitees und bringt seit 2024 gemeinsam mit dem Präsidenten Dr. Danilo Vacca zahlreiche Ideen zur Weiterentwicklung der Zone ein. Dazu zählen die schrittweise Aufwertung des Spiel- und Freizeitareals – etwa durch die mögliche Errichtung einer Bocciabahn und die Sanierung der Sportflächen –, die Verbesserung der Verkehrssituation sowie
der Wunsch nach zusätzlichen Dienstleistungen im Viertel: ein Pflegedienst, eine Nahversorgung, gastronomische Angebote oder ein Kulturcafé könnten Orte der Begegnung und des sozialen Zusammenhalts sein. Dies sind Themen die im Zuge der Aufwertung der Zone insbesondere durch die angekündigte Neugestaltung des ehemaligen Torggler-Areals vielleicht noch zur Sprache kommen können.
Attraktiver Wirtschaftsstandort
Lange bevor sich das Viertel zunehmend als begehrte Wohnzone etablierte, entwickelte sich das Gebiet seit Ende der 1970er-Jahre zu einem dynamischen Wirtschaftsraum – der sogenannten Gewerbezone Passer. Der erste Nutzungsvertrag wurde am 28. April 1978 unterzeichnet. Beteiligt waren unter anderem der Ingenieur Hermann Zanier, die Unternehmerin Adele Andretta, die Tischler Olivio Ferro und Emilio Pol, die Tapezierer Secondo und Gino Tassinari, der Drucker Edmondo Finanzi, der Lebensmittelgroßhändler Carmelo Furlan und Geometer Guido Bortolotti – die sich im „Consorzio delle cooperative agricole“ zusammengeschlossen hatten.
Mit der Erschließung von Zufahrtsstraßen und Infrastrukturen sowie spätestens mit dem Bau der MeBo-Anbindung wurde die Zone an das übergemeindliche Verkehrsnetz angeschlossen. Das zog weitere Betriebe an. Heute ist das Gebiet nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Fahrrad, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Der Bahnhof Untermais liegt nur wenige Gehminuten entfernt.
Gewerbepark Passer
Entlang der Luis-Zuegg-Straße sowie in der Albertina-BrogliatiStraße haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Unternehmen angesiedelt, die sich teilweise zu Gewerbeparks zusammengeschlossen haben. Auf dem Gelände der ehemaligen Niederlassung der Rösterei Schreyögg entstand zwischen 2002 und 2005 unter der Planung und Bauleitung des Ingenieurs Ulrich Innerhofer der Gewerbepark Passer – zugleich Südtirols erstes Gebäude in sogenannter BubbleDeck-Bauweise. Diese innovative und ressourcenschonende Konstruktion reduziert durch ein Hohlkörperdeckensys-
tem das Eigengewicht und spart somit Beton ein. Innerhofer selbst ist heute mit seinem Unternehmen Tetris Project im Gewerbepark ansässig. Er und sein Team realisieren schlüsselfertige „Bauträume“ – für private, touristische, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber in Südtirol und am Gardasee. Auch bei Sanierungen gilt Tetris in der Luis-Zuegg-Straße als verlässlicher Ansprechpartner.
Weitere Betriebe vor Ort
Wer exklusive, bezugsfertige Wohnräume sucht, wird bei Maia Living fündig. Das Unternehmen realisiert hochwertige Wohnanlagen, die durch Qualität, Ästhetik, Nachhaltigkeit und Funktionalität überzeugen. Die Gründungsmitglieder, Ing.
Ulrich Innerhofer und Stefan Pföstl, blicken auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Bau- und Immobilienbranche zurück und garantieren somit Projekte auf höchstem Niveau – im gesamten norditalienischen Raum. Eine rund 90-jährige Geschichte kann hingegen das Transportunternehmen Thaler Transport vorweisen. Vom Logistikzentrum in der AlbertinaBrogliati-Straße aus organisiert der Spediteur Transporte in Südtirol, Italien und ganz Europa – egal ob es sich um Sammelgut oder Komplettladungen handelt. Mit einem Fuhrpark von über 50 Zugmaschinen stehen Sorgfalt und Präzision im Mittelpunkt. Auf Wunsch werden Waren eingelagert, verpackt und termingerecht geliefert – ganz nach dem Motto: „Sie entschei-
den wie und wann. Wir kümmern uns um den Rest.“ Wenn es um die Realisierung und Betreuung von Aufzugsprojekten, Hebebühnen, Küchen- oder Treppenliften sowie behindertengerechten Einrichtungen geht, ist hingegen das Unternehmen Fiammengo in der Albertina-Brogliati-Straße eine etablierte Adresse. Seit über 25 Jahren hat sich das Unternehmen südtirolweit als verlässlicher Partner einen Namen gemacht – im Tourismus, in Kondominien, öffentlichen Einrichtungen und Privathaushalten. Dabei arbeitet der Betrieb mit führenden Herstellern des italienischen und internationalen Marktes zusammen.
Philipp Genetti
WIR SUCHEN MITARBEITER!
Motivierte Fernfahrer/in mit Führerschein sowie Berufsführerschein C/E für nationale und internationale Transporte gesucht. Senden sie Ihre Bewerbung bitte an Sabine@thalertransport.biz.
MAIA LIVING GMBH entwickelt und realisiert anspruchsvolle Wohnprojekte in Südtirol und am Gardasee. Über 30 Jahre Erfahrung in der Bau- und Immobilienbranche stehen für Qualität, architektonische Klarheit und nachhaltige Bauweise.
Entdecken Sie unsere Projekte unter www.maialiving.com oder kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne! +39 344 0625172 info@maialiving.com
www.tetris.bz.it
Tetris Project GmbH realisiert schlüsselfertige Bauprojekte und hochwertige Sanierungen. Ganzheitliche Planung, nachhaltige Bauweise und das Prinzip „Alles aus einer Hand“ prägen den Ansatz - von der Idee bis zur Schlüsselübergabe.
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CREATING HOMES WITH PASSION
Kinderbetreuung in Südtirol
Die Betreuung von Kindern gestaltet sich für viele Familien nach wie vor als große Herausforderung. Gerade in einer Zeit, in der die Kleinfamilie immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist es wichtig, dass Kinder neben dem familiären Umfeld auch soziale Erfahrungen außerhalb sammeln können.
Das Land Südtirol fördert daher verschiedene Kinderbetreuungsangebote für Kleinkinder, Volksschüler und Mittelschüler, um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Eine qualitativ hochwertige Betreuung spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir haben mit Soziallandesrätin Rosmarie Pamer verschiedene Aspekte erörtert:
Vielfältige Angebote für die Kleinsten
Für Kinder im Alter von drei Monaten bis zur Vollendung des vierten Lebensjahres, die noch keinen Kindergarten besuchen, stehen in Südtirol verschiedene Betreuungsmodelle zur Verfügung. Dazu zählen Kinderhorte, Kindertagesstätten sowie der Dienst der Tagesmütter und Tagesväter. Diese Angebote unterscheiden sich in ihrer Struktur und ermöglichen eine Betreuung, die auf unterschiedliche familiäre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Kinderhorte bieten Platz für bis zu 60 Kinder, aufgeteilt in Sektionen mit maximal 15 Kindern, die jeweils von drei Betreuerinnen begleitet werden. Kindertagesstätten sind kleiner organisiert und betreuen höchstens 30 Kinder in zwei Gruppen. Besonders flexibel gestaltet sich die Betreuung bei Tagesmüttern und Tagesvätern, die zeitgleich bis zu fünf Kinder aufnehmen dürfen. „Diese Vielfalt erlaubt es Eltern, jene Betreuungsform zu wählen, die am besten zur eigenen Lebenssituation passt“, so Pamer. Aus pädagogischen Gründen ist eine Mindestanwesenheit
vorgesehen: In Kindertagesstätten und beim Tagesmütterdienst beträgt diese zumindest zwölf Stunden pro Woche, wobei die Zeiten individuell vereinbart werden können. In Kinderhorten ist eine regelmäßige Anwesenheit von 20 Stunden an fünf Wochentagen erforderlich.
Qualität als oberstes Prinzip
Ein zentrales Anliegen der Landespolitik ist die Qualität der Betreuung. Alle vom Land unterstützten Dienste arbeiten nach klar definierten Qualitätskriterien und mit pädagogisch ausgebildetem Fachpersonal. „Gerade in den ersten Lebensjahren legen Kinder wichtige Grundlagen für ihre weitere Entwicklung. Deshalb ist es entscheidend, dass Betreuung nicht nur verlässlich, sondern auch pädagogisch hochwertig ist“, unterstreicht die Landesrätin.
Leistbare Tarife und gezielte Entlastung
Die Kosten der Kinderbetreuung richten sich nach der Art des Dienstes, der Anzahl der Betreuungsstunden und der wirtschaftlichen Situation der Familie. Der Stundentarif bewegt sich zwischen 0,90 und 3,65 Euro. Für Kindertagesstätten, Kinderhorte sowie den Tagesmütterund Tagesväterdienst können Tarifermäßigungen beantragt werden. Grundlage dafür ist die Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung (EEVE). Bei Kindertagesstätten und Tagesmüttern wird eine mögliche Ermäßigung für bis zu 1.920
Betreuungsstunden pro Jahr gewährt. In Kinderhorten sind die Tarife einkommensabhängig und richten sich zusätzlich nach der täglichen Betreuungsdauer. „Unser Ziel ist es, dass kein Kind aus finanziellen Gründen auf eine Betreuung verzichten muss“, so Pamer. Die Elterntarife für die Kleinkindbetreuung sind in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben und nicht der Inflation angepasst wurden –dank der Finanzierung der Horte, Kitas und Tagesmütterdienste durch die Familienagentur. Somit kommt der Monatsbeitrag von 200 Euro in Form des Landesfamiliengeldes weiterhin voll zum Tragen. Bereits seit 2016 können Familien auf den Bonus asilo nido zurückgreifen. „Seit 2025 gibt es mit dem Bonus nuovi nati eine weitere finanzielle Leistung, mit der Eltern von Neugeborenen 1000 Euro vom Staat erhalten, sofern ihr ISEEWert 40.000 Euro nicht überschreitet“, erklärt Landesrätin Pamer. Diese Boni sind, ebenso wie das einheitliche Kindergeld des Staates (Assegno unico per i figli), mit den Landesleistungen kumulierbar.
Nachmittags- und Ferienbetreuung
Auch für ältere Kinder und Jugendliche bietet Südtirol gemeinsam mit den Gemeinden verschiedene Betreuungsangebote an. Jährlich stehen rund 500 Ferienbetreuungsangebote zur Verfügung, in jeder Gemeinde gibt es mindestens eines. Diese richten sich an Kinder und Jugendliche von drei bis 15 Jahren, bei Kindern mit Behinderung sogar bis 18 Jahre. Spiel, Sport, Kreativität und gemeinsames Erleben stehen dabei im Mittelpunkt.
Während des Schuljahres ergänzen Nachmittagsbetreuungsangebote das schulische Lernen. Von der Mensa über Hausaufgabenbetreuung bis hin zu kreativen und sportlichen Aktivitäten reichen die Möglichkeiten. Koordiniert werden diese Angebote von den Gemeinden, (die bei entsprechendem Bedarf zur Bereitstellung verpflichtet sind.)
Erst vor Kurzem hat die Landesregierung die Kriterien für die Sommer- und Ferienbetreuung weiter angepasst. Ziel sind klare Regeln und eine vereinfachte Handhabung. „Wir wollen die Planungsund Finanzierungssicherheit er-
höhen, eine qualitativ gesicherte Grundbetreuung fördern, die Gemeinden stärker einbinden sowie Ansuchen und Abrechnungen vereinfachen“, fasst Landesrätin Pamer zusammen.
Ein klares Bekenntnis zu Familien
„Mit unseren Betreuungsangeboten wollen wir Familien im Alltag konkret unterstützen und Kindern Räume bieten, in denen sie sich wohlfühlen und entwickeln können“, unterstreicht Landesrätin Rosmarie Pamer. Kinderbetreuung sei nicht nur eine organisatorische
Hilfe für Eltern, sondern eine Investition in die Zukunft der gesamten Gesellschaft.
Familien sind ein wichtiges Rückgrat unserer Gesellschaft und prägen das soziale Miteinander nachhaltig. Aus diesem Grund wurden seit 1. Jänner 2026 die Landesbeiträge für Familien weiter verbessert – insbesondere durch die Erhöhung des Landeskindergeldes und die Anpassung der Einkommensgrenzen. Damit profitieren mehr Familien von den Leistungen, und die Kaufkraft wird gezielt gestärkt.
Markus Auerbach
via Petrarcastr. 3 F I-39012
0473
Unsere Kurse
Geburtsvorbereitung • Rückbildungsgymnastik Spiel- und Krabbelrunde • Offener Treff Spielgruppen • Yoga für Kinder Let‘s have fun in English Schwimmkurse für Kinder und vieles mehr
PRAKTISCHE UNTERSTÜTZUNG für Familien nach der Geburt
Info Meran: Somvi Anna meran@family-support.it – 347 2716271
Landesrätin Rosmarie Pamer
KINDERSEITE
REZEPTTIPP
Bunter Konfetti-Kuchen
Zutaten: 400 g Weizenmehl, 160 g Zucker, 5 Eier, 150 ml Sonnenblumenöl, 200 ml Orangenlimonade, 1 Päckchen Backpulver, 1 Päckchen Vanillezucker, 30 g Konfetti-Streusel
Für den Guss: 450 g Frischkäse, 150 g Puderzucker, ½ Zitrone; als Deko: 25 g Konfetti-Streusel
Anleitung: Heize den Backofen auf 180°C Ober-/ Unterhitze vor und belege ein Blech mit Backpapier. Rühre die Eier mit dem Öl, Zucker und Vanillezucker schaumig und dann die Limo unter. Mische Mehl und Backpulver und mixe es kurz unter. Hebe dann die Konfetti-Streusel unter. Verteile den Teig auf dem Blech und backe den Konfetti-Kuchen 20 Minuten auf der mittleren Schiene. Lass ihn anschließend auskühlen. Verrühre für den Guss den Puderzucker mit dem Frischkäse, dem Zitronensaft und der geriebenen Zitronenschale. Streiche ihn auf den Konfetti-Kuchen und verziere ihn mit den Konfetti-Streuseln. Fertig ist die
WISSEN
Wie beginnt der Karneval in Venedig? Der venezianische Karneval ist besonders romantisch und stilvoll. Er wird mit einem Fackelumzug mit Trommlern am Markusplatz eröffnet und dauert 12 Tage. Am zweiten Tag findet der „Flug der Taube“ statt. Dabei verteilt eine große Taube aus Pappmaché Konfetti und die Menschen lassen Luftballons steigen.
Auch hier finden am Wochenende vor Aschermittwoch viele Bälle und Veranstaltungen statt. Unter Napoleon gab es noch strenge Vorschriften für die Verkleidungen. Heute ist das nicht mehr der Fall. Trotzdem sieht man keine Cowboys oder Indianer, sondern prachtvolle historische Kostüme, Harlekine und Masken mit Perlen, Strass und Federn.
Text und Foto: https://www.geo.de/geolino/kreativ/10408-rtkl-feiertage-fasching-fasnacht-und-karneval-weltweit#karneval-in-venedig
Text und Foto: https://www.familienkost.de/rezept_konfettikuchen.html
BUCHTIPP
Ronny das Pony und Gerd das Pferd
Autor: Lüftner, Kai
Verlag: Coppenrath
ISBN: 9783649623861
Alter: ab 4 Jahren
RÄTSEL
Wie viele Ecken haben fünf Würfel zusammen?
Schreib die Antwort auf eine Karte und schick sie uns mit Angabe deines Alters bis Monatsende an: „Die BAZ“, Industriestr. 1/5, 39011 Lana oder per E-Mail an info@diekinderwelt.it Es gibt was zu gewinnen: 64 nashornstarke Fragen für Kids ab 5 Der Gewinner der Dezember-BAZ heißt Jonas Gruber, 9 Jahre. Der Gewinn wird zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung Athesia, Meran.
AKTU E LL E S
Liebe Kinder, habt ihr schon euer Faschingskostüm parat? Was ist in diesem Jahr der Renner? Schickt uns ein Foto von euch im Faschingskostüm und wir prämieren die einfallsreichste Verkleidung mit einem kleinen Extra-Geschenk! Alle Fotos an info@diekinderwelt.it unter dem Kennwort: Faschingsfoto.
Bunte Grüße, euer DIE KINDERWELT-Team
in Zusammenarbeit mit
KINDERWELT
Sozialgenossenschaft
Infos direkt im Büro: Bozner Straße 78, 39011 Lana Tel. 0473 211 634
info@diekinderwelt.it www.diekinderwelt.it
Hausbau – worauf es ankommt
Ein Hausbau ist eines der größten Projekte im Leben. Es geht nicht nur um Design oder Technik, sondern darum, dass alle Bauteile zusammenpassen. Vom Dach bis zum Fundament muss alles funktionieren. Gute Planung spart Zeit, Kosten und Nerven. Und sorgt für Sicherheit sowie hohe Wohnqualität.
Bereits das Dach übernimmt eine wichtige Aufgabe, denn es schützt das Gebäude zuverlässig vor Wind, Regen, Schnee sowie Hitze und Kälte. Eine gute Dämmung sorgt dafür, dass die Wärme im Haus bleibt und sich die Räume im Sommer nicht übermäßig aufheizen. Auch hochwertige Materialien und eine fachgerechte Ausführung tragen dazu bei, dass das Dach viele Jahre hält. Wird eine Solaranlage geplant, sollte dies frühzeitig berücksichtigt werden, damit alles optimal zusammenpasst. Direkt darunter übernehmen die Außen-
wände die Rolle einer schützenden Hülle. Sie tragen das Haus, halten Witterungseinflüsse fern und beeinflussen maßgeblich das Raumklima. Gut gedämmte Wände helfen, Energie zu sparen, während sauber ausgeführte Übergänge zu Dach, Fenstern und Keller Feuchtigkeitsschäden verhindern. Fenster und Türen verbinden den Innenraum mit der Außenwelt. Sie lassen Tageslicht ins Haus, schützen vor Kälte und Lärm und tragen zur Sicherheit bei. Moderne Verglasungen erhöhen den Wohnkomfort, doch erst der fach-
gerechte Einbau stellt sicher, dass keine Zugluft oder Wärmeverluste entstehen. Im Inneren des Hauses treffen Technik und Wohngefühl aufeinander. Heizung, Strom, Wasser und Lüftung müssen gut geplant und aufeinander abgestimmt sein. Auch Materialien, Oberflächen und Schallschutz beeinflussen, wie angenehm sich das Wohnen später anfühlt. Abgeschlossen wird das Haus durch den Keller, der als stabiles Fundament dient. Eine sorgfältige Abdichtung schützt vor Feuchtigkeit und ermöglicht eine vielseitige Nutzung. Nur wenn alle
Bereiche harmonisch zusammenspielen, entsteht ein dauerhaft wertbeständiges Zuhause.
Erfolgreich bauen vom ersten Spatenstich an Bauen ist heute komplexer denn je. Steigende Kosten, hohe technische Anforderungen, knappe Zeitpläne und der Anspruch an nachhaltige Qualität stellen Bauherren und Ausführende gleichermaßen vor große Herausforderungen. Umso entscheidender ist es, dass alle Beteiligten frühzeitig zusammenarbeiten – nicht erst
dann, wenn die Baustelle bereits eingerichtet ist. Traditionell verläuft der Bauprozess in klar getrennten Schritten: Zunächst plant der Architekt, anschließend werden Leistungen ausgeschrieben und vergeben. Die ausführenden Gewerke kommen oft erst ins Spiel, wenn zentrale Entscheidungen bereits getroffen sind. In der Praxis führt dieses Vorgehen jedoch häufig zu Problemen. Details lassen sich nur schwer umsetzen, Schnittstellen sind unklar oder Kostenannahmen erweisen sich als unrealistisch. Zunehmend
setzt sich daher ein Umdenken durch. Statt eines linearen Ablaufs rückt ein kooperativer Ansatz in den Vordergrund, bei dem Handwerksbetriebe bereits in der Planungsphase eingebunden werden. Ihr praktisches Wissen ergänzt die theoretische Planung und trägt dazu bei, Lösungen zu entwickeln, die technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und auf der Baustelle umsetzbar sind. Gerade die frühe Einbindung der Gewerke erhöht die Planungssicherheit. Materialien, Bauweisen und Ausführungsdetails können
FENSTER FASSADEN TÜREN SONNENSCHUTZ
realistisch bewertet werden, bevor sie festgelegt sind. Für Bauherren bedeutet das verlässlichere Kostenkalkulationen, besser einschätzbare Bauzeiten und weniger Nachträge während der Bauphase. Gleichzeitig steigt die Qualität, da Lösungen nicht unter Zeitdruck improvisiert werden müssen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit setzt jedoch klare Kommunikation voraus. Erwartungen, Zu-
ständigkeiten und Schnittstellen zwischen den Gewerken müssen frühzeitig definiert werden. Regelmäßige Abstimmungen und transparente Planungsprozesse helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte rechtzeitig zu erkennen. Neben organisatorischen Aspekten spielt auch die Haltung der Beteiligten eine wichtige Rolle. Wenn Gewerke nicht nur als Ausführende, sondern als Partner
Jegliche Arbeiten mit Rundholz
Verkauf und Vermittlung Rundholz
verstanden werden, wächst das gegenseitige Vertrauen. Dieses partnerschaftliche Miteinander wirkt sich positiv auf den gesamten Bauablauf aus – von der Planung bis zur Fertigstellung. Unterstützt wird diese Entwicklung durch digitale Werkzeuge. Gemeinsame digitale Modelle machen Planungen nachvollziehbar, erleichtern die Abstimmung und helfen, Fehler frühzeitig zu erkennen. Der
Erfolg eines Bauprojekts entscheidet sich somit lange vor dem ersten Spatenstich. Wer auf frühe Zusammenarbeit, offene Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung setzt, schafft die Grundlage für ein Bauvorhaben, das wirtschaftlich, termingerecht und qualitativ hochwertig umgesetzt werden kann.
Redaktion
Kriterien beim Immobilienkauf
Der Immobilienkauf sollte stets gut durchdacht sein, unabhängig davon, ob die Immobilie selbst genutzt oder als Kapitalanlage erworben wird. Wichtige Faktoren wie Lage, Infrastruktur, Preis und Zustand müssen sorgfältig geprüft werden, um finanzielle Risiken und spätere Überraschungen zu vermeiden.
Fragen
zur Immobilie und Zustand
Zu wissen, wann die Immobilie zuletzt saniert oder renoviert wurde, gibt Hinweise auf den baulichen und energetischen Zustand. Eine Immobilie, die jüngst umfassend modernisiert wurde, kann langfristig geringe Instandhaltungskosten bedeuten. Ebenso ist es wichtig, über aktuell bekannte Mängel informiert zu sein, da diese zeitnah behoben werden müssen und Kosten verursachen. Ohne diese Transparenz besteht die Gefahr, dass Käufer unerwartet mit teuren Reparaturen konfrontiert werden.
Betriebskosten und Renovierungsaufwendungen
Die Betriebskosten sind oft ein unterschätzter Faktor bei der Immobilienfinanzierung. Es genügt nicht, nur den Kaufpreis zu betrachten - auch die monatlichen und jährlichen Nebenkosten spielen eine große Rolle im Budget.
Dazu zählen z.B. Heizkosten, Wasser, Müllabfuhr, Hausmeisterdienste, Versicherungen oder gemeinschaftliche Wartungskosten. Besonders wichtig ist hierbei: Detaillierte Aufschlüsselung der Betriebskosten. Nur so erhält man ein realistisches Bild der laufenden
Belastungen. Rücklagen für unerwartete Ausgaben: Gerade bei älteren Immobilien oder bei gemeinschaftlichen Wohnobjekten können Renovierungen oder Reparaturen anstehen, die hohe Kosten verursachen. Hier sollte offengelegt sein, ob Rücklagen vorhanden sind und in welcher Höhe.
Geplante Renovierungen oder Sanierungen: Falls kurzfristig größere Maßnahmen anstehen (Fassadenrenovierung, Dachsanierung, Erneuerung von Heizungsanlagen) ist es wichtig zu wissen, wer die Kosten trägt – der Käufer oder Verkäufer bzw. die Eigentümergemeinschaft.
Fragen zur Infrastruktur und Nachbarschaft
Die Lage und Infrastruktur rund um die Immobilie beeinflussen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den späteren Wiederverkaufswert. Wichtige Aspekte sind z.B.: Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung. – Lage in ruhiger oder belebter Umgebung, Lärm- und Umweltbelastungen. Hinweise auf geplante städtebauliche Entwicklungen oder Infrastrukturprojekte, die sich positiv oder negativ auswirken können. Besonderheiten oder ggf. Konflikte
in der Nachbarschaft, die das Wohnumfeld beeinflussen können. Solche Informationen helfen, die Alltagsqualität realistisch einzuschätzen und langfristige Perspektiven zu bewerten.
Fragen zum Verkaufsprozess und Objektverlauf
Zu erfahren, warum die Immobilie verkauft wird, kann Aufschluss über mögliche Probleme geben (z.B. finanzielle Schwierigkeiten, Unzufriedenheit mit der Immobilie oder Lage). Ebenso wichtig ist: Wie lange die Immobilie bereits auf dem Markt ist: Ein ungewöhnlich langer Ver-
kaufszeitraum kann auf Probleme mit der Immobilie oder unrealistische Preisvorstellungen hindeuten. Bisherige Preisentwicklungen: Gab es schon Preissenkungen? Diese Erkenntnisse sind hilfreich, um das Verhandlungspotential besser einzuschätzen und ein Gefühl für die Objektattraktivität zu gewinnen.
Fragen zum Kaufpreis und Unterlagen
Der Kaufpreis sollte umfassend bewertet werden. Dabei ist zu klären: - Sind im Kaufpreis Inventar, Einbauten oder Sonderausstattungen enthalten? Diese beeinflussen den
Wert und ggf. die Ausstattung der Immobilie nach dem Kauf. Gibt es Lasten oder Verbindlichkeiten auf der Immobilie (z.B. Grundschulden, Mietrechte, Baulasten)? Diese könnten zusätzliche Kosten oder Einschränkungen mit sich bringen. Darüber hinaus sind vollständige oder aktuelle Unterlagen unabdingbar, um den rechtlichen und baulichen Zustand zu prüfen. Dazu gehören: Grundbuchauszug: Zur Einsicht in Eigentumsverhältnisse und bestehende Lasten. Energieausweis: Gibt Auskunft über die Energieeffizienz der Immobilie. Teilungserklärung und Protokolle von
Eigentümerversammlungen: Informieren über Rechte und Pflichten in der Eigentümergemeinschaft sowie geplante Maßnahmen. Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre: Ermöglichen die Analyse der laufenden Kosten. Gutachten oder Wertgutachten: Helfen bei der Bewertung der Immobilie. Baupläne oder Genehmigungen: Gewährleisten, dass bauliche Änderungen legal sind. Diese Unterlagen sind die Grundlage für eine rechtliche und finanzielle Prüfung vor dem Kauf und minimieren Risiken.
Markus Auerbach
Winterwege Überetsch
In der Höhe nur eisige Wege, deshalb von Kaltern über den Radweg, bzw. den Überetscher Spazierweg zum Kreithof und über Pigenò und die Gleifkirche nach Eppan.
Am Anfang des Radweges
Beim Bahnhof Kaltern überqueren wir die Hauptstraße und wenden uns nach links, die Straße entlang, an der Kellerei vorbei, bis zum Radweg mit der alten Lokomotive.
Die Überetscher Bahn
Wo einst eine kleine Eisenbahn Bozen mit den Gemeinden Kaltern und Eppan verband, führt heute teilweise die Trasse des Radweges. Die Bahnlinie Überetsch wurde 1898 eröffnet, damals noch mit einer dampfbetriebenen Lokomotive, die dann 1911 elektrifiziert wurde. Fünf bis neun Züge verkehrten täglich in beiden Richtungen Dies bedeutete einen großen, wirtschaftlichen Aufschwung für die Bevölkerung, brachte die Bahn doch Touristen und beförderte nicht nur die Einheimischen, sondern ebenso Obst und Wein. So wurde die Bahn liebevoll „Lepsbahndl“ genannt. Mit dem Ausbau des Straßennetzes wurde
1963 der Personenverkehr eingestellt, 1971 dann auch der Gütertransport; der „Tod“ der einst so beliebten Bahn!
Zur „Christl im Loch“
Der asphaltierte Radweg lässt genügend Platz für einen naturbelassenen Randstreifen, für den wir Fußgänger besonders dankbar sind. Um diese Jahreszeit sind kaum Radler unterwegs, dafür Jogger und Spaziergänger. An den Gütern des Wastl-, sowie des Prälatenhofes und mehreren Kinderspielplätzen vorbei erreichen wir die Einkehr: „Christl im Loch“, die noch geschlossen hat. Zur Linken erhebt sich mächtig das Mendelmassiv, zur Rechten thront auf dem Kamm eines Weinbergrückens der Kreit-Hof, ein prächtiger Ansitz mit einem kleinen Kirchlein. Wir wandern bis zu einer Unterführung. Hier verlassen wir den Überetscher Spazierweg (Mark. 22)
und wenden uns nach rechts, der Markierung 23, nach Montiggl weisend, zu.
Der Kreithof, ein Logenplatz! Eine schmale Asphaltstraße führt nach rechts und aufwärts. Bald entdecken wir die Markierung 23, also sind wir richtig. Dort, wo der Radweg geradeaus weiterführt, geht es zum Kreithof links hinauf. Schon stehen wir am Scheitel des Höhenrückens – vor uns das stattliche Anwesen, dessen Ursprung in das Mittelalter zurückreicht. Die Kapelle ist zwar verschlossen, aber die Besitzerin verkauft hier nicht bloß den Eigenbauwein, sie öffnet uns auch gerne die Kapelle aus dem 17. Jh., dem Abt Antonius geweiht. Nachdem wir versucht haben, die vielen Kirchtürme zu zählen, die man von hier aus sieht, geht es wieder zurück bis zu den Wegweisern und der Unterführung, durch die wir müssen.
Pigenò mit seinen Ansitzen
Der Weg wird breiter; nach 5 Min. zweigt beim Ortsschild St. Michael und Pigenò linkerhand ein Feldweg ab. Eine Infotafel weist auf zahlreiche Gräberfunde hin. Der ansteigende Weg mündet in eine Straße, die nach Pigenò hinaufführt. Wir folgen der Mark. 540 in Richtung Steinegger. Bald geht es zur Linken eines Grabens auf einem schönen Wiesensteig aufwärts. Links thront Schloss Gandegg, rechts Schloss Englar mit dem Sebastianskirchlein. Weiter zum Stroblhof und durch einen Torbogen zum Eingang des Restaurants. Gleich müssen wir rechts aufwärts zu einem Gatter und in den Wald. Einige Schritte weiter, dann folgen wir einem markierten Steig nach rechts, der abwärtsführt.
Schloss Moos und Gleifkirche
Wir kommen zu einem Sträßchen und nach links direkt zum Schloss Moos. Gleich dahinter entdecken wir rechts abwärts etwas versteckt den Wegweiser St. Michael.
Diesem folgen wir zum Waldrand mit einem Besinnungspunkt, wenden uns nach rechts und erreichen binnen kurzem den riesigen Gletscherschliff hinter der Gleifkirche, Ziel vieler Wallfahrer. Beide Wege, rechts und links der Kirche, führen hinunter nach St. Michael und damit auch zur Bushaltestelle.
Christl Fink
Kurzinfos zur Wanderung
Ausgangspunkt: Bahnhof Kaltern
Ziel: Eppan
Anfahrt: Mit dem Zug zum Bahnhof Sigmundskron. Zur Haltestelle an der Hauptstraße, mit dem Kalterer Express zum Bahnhof Kaltern
Gehzeiten: insgesamt rund 3,30 - 4 Std. Kalterer Bahnhof > Beginn des Weges Mark. 23 1 Std. > Kreithof und zurück: 40 Min. > Schloss Moos: 1 Std. > Bushaltestelle St. Michael: 40 Min.
guter Blick zum Kreithof So eine Überraschung
Kreit und die Antoniuskapelle
Die Gleifkirche, weitum sichtbar
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Das Lokal befindet sich in der Bozner Straße im 1. Stock des „Lana 2000“ Gebäudes und hat eine Fläche von ca. 90 m². (2 min. von der MEBO)
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