Poste Italiane SpA – Versand im Postabbonement – ges. Dekr. 353/2003 (abgeändert in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1, Komma1, CNS Bozen - Taxe Perçue - Contiene IP
NR. 14 ∙ 04. SEPTEMBER 2026
SCHWIERIGER ANFANG
80 JAHRE PARISER VERTRAG
WISSEN Was sind die Perseiden?
Duftsäckchen für den Kleiderschrank
Die Perseiden sind ein Meteorstrom, also eine Häufung von Sternschnuppen. Diese entsteht, wenn unsere Erde jedes Jahr im August auf ihrer Reise um die Sonne die Bahn des Kometen »Swift-Tuttle« kreuzt. Dann durchquert unser Planet auch die von ihm zurückgelassenen Staubteilchen – denn der Komet hinterlässt auf seiner eigenen Bahn eine Spur aus kosmischen Bröseln. Diese Staubteilchen treffen auf unsere Erdatmosphäre wie Regentropfen, die auf eine Autoscheibe prasseln. Dabei verglühen sie in 100 bis 80 Kilometern Höhe zu wunderschönen Leuchtspuren – die wir als Sternschnuppen kennen.
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AKTUELLES Wir wünschen euch einen guten Start in das neue Kindergarten- und AKTUELLES
Schuljahr. In einigen Gemeinden sind wir mit Nachmittagsprojekten vor Ort und freuen uns, euch dort (wieder)zusehen! Für Eltern von Kleinkindern ab 9 Monaten gut zu wissen: unsere ganzjährige privat geführte Spielgruppe Bärchenstube in Obermais hat ab Mitte September noch einige wenige Betreuungsplätze frei. Alle Infos gibt’s im Büro. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Kinder!
Euer DIE KINDERWELT Team
In Zusammenarbeit mit
DIE KINDERWELT Sozialgenossenschaft
Infos direkt im Büro: Bozner Straße 78, 39011 Lana Tel. 0473 211 634 info@diekinderwelt.it www.diekinderwelt.it
INHALT
TITELTHEMA 80 Jahre Pariser Vertrag
ZEITENWANDEL
Walter J. Werth
Ver-Kehrt 13
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Liebe ohne Risiko
Gruberhof – ein historisches Juwel
SCHAUFENSTER
Südtirol sorgt im September für hormonelle und spirituelle Veränderungen. Die Landesregierung spendiert der Jugend zwischen 14 und 25 Jahren ab sofort kostenlose Verhütungsmittel. Ein Segen für die Libido, ein Albtraum für den demografischen Wandel. Während die Jugend also künftig dank Landesförderung vollkommen risikofrei auf Wolke sieben schwebt, herrscht in der Diözese das Prinzip der bedingungslosen Rotation. Denn zeitgleich rollt wieder die alljährliche Versetzungswelle unserer geschätzten Pfarrer durch die Täler. Kaum hat sich der Hochwürden an die Marotten der Pfarrgemeinderätin gewöhnt und weiß, wer wie viel in den Klingelbeutel wirft, heißt es schon wieder: Koffer packen! Wenn das Rotationsprinzip der Diözese so heilsam ist, warum weiten wir es nicht aus? Denken wir das Sakrament der Ehe doch progressiv weiter: Alle zig Jahre werden die christlich geschlossenen Ehen automatisch aufgelöst. Neues Spiel, neues Glück. Das würde zumindest perfekt zum neuen, subventionierten Verhütungsprogramm passen. In diesem Sinne: Bleiben wir flexibel!
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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.
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Fotos: © Museo Casa De Gasperi
Alcide Degasperi spricht nach dem Krieg in Mailand vor einer schier unendlichen Menschenmenge
DER SCHWIERIGE ANFANG „Das Abkommen war ein Kompromiss“, sagt der Historiker Rolf Steininger. Die Bezeichnung Magna-Charta für Südtirol sei eine übermäßige Beschönigung des Abkommens, da es eine eigene Autonomie für die Südtiroler verhindern half, entgegnet Michael Gehler. Zusammenfassend: Die Bewertung des Pariser Vertrages von 1946 fällt in der Forschung unterschiedlich aus. Am 5. September 1946 unterschreiben der italienische Ministerpräsident im Nachkriegsitalien und zugleich Außenminister Alcide De Gasperi und der österreichische Außenminister und gebürtige Tiroler Karl Gruber in Paris ein Abkommen, das unsere Geschichte nachhaltig prägen sollte. Die eigentliche Bedeutung wird sich aber erst Jahrzehnte später zeigen. Lassen wir den Historikerstreit beiseite: Fakt ist, dass das Gruber-De Gasperi-Abkommen vom 5. September 1946 - also vor genau 80 Jahren - die Grundlage unserer heutigen Autonomie ist. Der englische Originaltext ist als Anlage IV dem offiziellen Friedensvertrag der Alliier-
ten mit Italien vom 10. Februar 1947 beigefügt. Für viele unserer Eltern und Großeltern war das damals eine bittere Enttäuschung. Sie hatten auf eine Rückkehr zu Österreich gehofft. Doch die Siegermächte entschieden anders: Bereits am 1. Mai 1945 lehnten die Außenminister die Rückgabe ab und mit Jahresbeginn 1946 wurde das Land wieder der italienischen Verwaltung unterstellt. Die Brennergrenze blieb also bestehen. Die Südtirolfrage sollte nicht durch eine neue Grenzziehung, sondern durch Minderheitenschutz und Autonomie gelöst werden.
ter ihnen standen jedoch unterschiedliche Interessen – und über ihnen die Siegermächte. Österreich wollte die Südtirolfrage möglichst im Sinne der Selbstbestimmung lösen. Italien wollte die Brennergrenze sichern, aber zugleich auch als demokratisches und Minderheiten freundliches Land wahrgenommen werden. Die Alliierten wiederum hatten ein übergeordnetes Interesse: Italien sollte vor dem Hintergrund des aufkeimenden Kalten Krieges politisch stabilisiert und an den Westen gebunden werden. Für De Gasperi war Südtirol dabei nicht Zwei Außenminister, nur eine Minderheitenfrage. Er musste drei Interessen Italien nach dem Faschismus international Am Verhandlungstisch saßen Ende August neu positionieren und gleichzeitig die ter1946 in Paris Gruber und De Gasperi. Hin- ritoriale Integrität des Landes verteidigen.
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TITELTHEMA
Die Autonomiebewegung im Trentino war 1945 sehr stark Seine politische Argumentation gegenüber den Alliierten war hart. Die Südtiroler, insbesondere die Optanten, wurden von italienischer Seite immer wieder mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Die Option von 1939 wurde zu einem politischen Instrument bei den Verhandlungen. Dem hatte Österreich wenig entgegenzusetzen, das nach dem Anschluss 1938 an Nazideutschland kaum Widerstand vorzuweisen hatte.
De Gasperis handschriftliche Aufzeichnungen zum Vertrag
Bemerkenswerte Garantien
De Gasperi war allerdings auch ein überzeugter Demokrat und befürwortete grundsätzlich eine Autonomie – allerdings für die gesamte Region Trentino-Südtirol. Dabei spielten auch historische Überlegungen eine Rolle. De Gasperi stammte aus dem Trentino, das bis 1918 Teil der Habsburgermonarchie gewesen war. Die Trentiner bildeten dort die italienischsprachige Bevölkerung und waren damit eine nationale Minderheit innerhalb
Österreich-Ungarns. Mit einer regionalen Autonomie wollte De Gasperi die politische und wirtschaftliche Stellung der Trentiner verbessern und zugleich einen Ausgleich zwischen der deutsch- und der italienischsprachigen Bevölkerung schaffen. Zugleich musste er aber auch der starken Autonomiebewegung im Trentino (ASAR) entgegentreten, sollte die Democrazia Cristiana (DC) nicht ganz auf der Strecke bleiben. Wenige Tage vor der Unterzeichnung in Paris formu-
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TITELTHEMA
lierte De Gasperi seine Vorstellungen von einer Autonomie noch einmal handschriftlich. Diese Überlegungen bildeten schließlich die Grundlage für das Abkommen. Der Vertrag formulierte bemerkenswerte Garantien. Die deutschsprachigen Bewohner der Provinz Bozen sollten volle Gleichberechtigung mit den italienischsprachigen Einwohnern erhalten. Zugesichert wurden unter anderem der Unterricht in der Muttersprache, die Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache in öffentlichen Ämtern und Dokumenten, die Wiederherstellung italianisierter Familiennamen sowie eine angemessenere Verteilung der Stellen im öffentlichen Dienst zwischen den Sprachgruppen. Dazu kam ein weitreichender Satz: Der Bevölkerung sollte eine „autonome regionale Gesetzgebungsund Vollzugsgewalt“ gewährt werden. Damit enthielt das Abkommen bereits die beiden entscheidenden Elemente der späteren Südtirol-Autonomie: Minderheitenschutz und territoriale Autonomie. Die Enttäuschung
Wer heute auf den Pariser Vertrag blickt, könnte meinen, damit sei die SüdtirolAutonomie bereits geschaffen gewesen. Das wäre ein Irrtum. Der Vertrag war zunächst ein Rahmen. Seine Umsetzung blieb schwierig. Das Erste Autonomiestatut von 1948 schuf die Region Trentino-Alto Adige, in der Südtirol gemeinsam mit dem Trentino organisiert war. Die entscheidenden Kompetenzen lagen damit nicht dort, wo viele Südtiroler sie erwartet hatten: in Bozen. Südtirol blieb in einer Region eingebunden, in der die italienischsprachige Be-
völkerung des Trentino die Mehrheit stellte. Viele Bestimmungen des Pariser Vertrags wurden nur unzureichend umgesetzt. Die Folge war eine zunehmende Enttäuschung. Vor allem in den 1950er-Jahren verschärfte sich der nationalistische und zentralistische Kurs der italienischen Regierung. Proteste und politische Auseinandersetzungen nahmen zu. 1960 brachte Österreich die Südtirolfrage vor die Vereinten Nationen. Die UNO stellte klar, dass der Pariser Vertrag für Italien völkerrechtlich bindend ist, und forderte die Konfliktparteien zu Verhandlungen auf.
aus Großzügigkeit geschenkt. Ebenso wenig war sie allein das Ergebnis österreichischen Verhandlungsgeschicks. Und sie war schon gar nicht das Ergebnis einer einzelnen politischen Persönlichkeit. Sie entstand aus einem internationalen Machtgefüge. Italien wollte die Brennergrenze behalten. Österreich wollte die Rechte der Südtiroler sichern. Die Südtiroler wollten Selbstbestimmung und Schutz ihrer Identität. Die Siegermächte wollten nach dem Krieg Stabilität und eine politische Einbindung Italiens in das westliche Europa. Am Ende musste jeder Abstriche machen. Eben ein Kompromiss!
Der Erfolg kam später
Autonomie ist kein Zustand
Der Pariser Vertrag war also 1946 noch keine funktionierende Autonomie. Aber er schuf etwas, das sich später als entscheidend herausstellen sollte: eine internationale Verpflichtung. Am 20. Jänner 1972 trat das Zweite Autonomiestatut in Kraft. Es übertrug Südtirol wesentlich weitergehende Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse und bildet bis heute das Fundament der autonomen Ordnung. Vollständig abgeschlossen war der Prozess damit allerdings noch nicht. Erst 1992 erklärten Österreich und Italien den Streit über die Umsetzung des Pariser Vertrags vor den Vereinten Nationen für beigelegt. Aus einem knappen Vertragstext von 1946 war über Jahrzehnte ein komplexes autonomes System entstanden.
Heuer jährt sich die Unterzeichnung des Pariser Vertrags zum 80. Mal. Südtirol begeht das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen. Der Höhepunkt ist der große Festakt zum Tag der Autonomie am 5. September im Kurhaus von Meran. Die Staatsoberhäupter der beiden Vertragsstaaten kommen nach Meran: Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen. 80 Jahre sind eine lange Zeit. Vielleicht ist die eigentliche Botschaft dieses 80. Jahrestages: Autonomie ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann für immer besitzt. Sie ist ein politischer Prozess, der verstanden, verteidigt und weiterentwickelt werden muss. Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil man die Zukunft einer Autonomie nur dann selbstbewusst gestalten kann, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen sie überhaupt entstanden ist.
Ein historischer Kompromiss
Vielleicht liegt gerade hier die wichtigste Lehre des Pariser Vertrags. Die SüdtirolAutonomie wurde von Italien nicht einfach Josef Prantl
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TITELTHEMA
Ein Kompromiss, aus dem eine Magna Charta wurde Leopold Steurer, geboren 1946 in Sterzing, studierte Geschichte, Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften in Wien und Bonn und unterrichtete Geschichte und Philosophie am Realgymnasium in Bozen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert, der Faschismus und Nationalsozialismus, die Option und Umsiedlung so- Leopold Steurer wie der Widerstand. Man kann den Vertrag von 1946 Herr Steurer, hat Südtirol mit kritisieren – und man muss seidem Pariser Vertrag bekommen, ne Schwächen benennen –, aber was damals möglich war ? man muss auch sehen, was aus Leopold Steurer: Man muss ihm geworden ist. Er legte den hier zwei Dinge auseinanderhal- Grundstein für den Minderheiten. Der Pariser Vertrag war zu- tenschutz und die Autonomie. nächst einmal ein Kompromiss, und zwar ein Kompromiss, bei Hätte Österreich 1946 nicht dem keine der drei betroffenen konsequenter auf eine VolksabSeiten ihre Maximalforderung stimmung bestehen müssen? durchsetzen konnte. Italien be- Die Forderung nach Selbstbehielt Südtirol und damit die stimmung war damals völlig lestaatliche Souveränität, ver- gitim. Die Südtiroler haben sie pflichtete sich aber, die Rechte nach dem Krieg massiv erhoben, der deutschsprachigen Minder- und auch in Österreich gab es heit zu schützen. Österreich große Kundgebungen. Im April musste zwar auf die Rückkehr 1946 wurden Leopold Figl sogar Südtirols verzichten, wurde je- 155.000 Unterschriften für die doch international als Schutz- Wiedervereinigung Südtirols mit macht der Südtiroler anerkannt. Österreich übergeben. Aber entDie Südtiroler erhielten zwar scheidend ist: Die Siegermächte keine Selbstbestimmung, konn- hatten die Selbstbestimmung ten aber eine eigene Autonomie bereits abgelehnt. Bereits am mit besonderen Rechten und 19. September 1945 wurde auf Schutzmaßnahmen erreichen. der Außenministerkonferenz in Die andere Seite ist: Aus diesem London beschlossen, dass die Kompromiss ist etwas entstan- Brennergrenze bestehen bleiben den, das sich historisch als außer- und es keine Grenzverschiebunordentlich wichtig erwiesen hat. gen geben sollte, abgesehen von Es gab damals keine sprachliche kleineren Grenzrevisionen („miMinderheit in Europa, die einen nor rectifications“). Am 1. Jänner vergleichbaren Schutz erhalten 1946 übergab die Alliierte Milihat. Der Vertrag wurde als Teil tärregierung (AMG) das Land des italienischen Friedensvertra- wieder der italienischen Verwalges international verankert und tung. Bereits am 11. Jänner 1946 machte die Südtirolfrage damit lud Ministerpräsident Alcide De eben nicht zu einer rein innerita- Gasperi die Südtiroler Volksparlienischen Angelegenheit. Des- tei (SVP) zu ersten Gesprächen halb halte ich die Bezeichnung nach Rom ein, bei denen neben „Magna Charta“ nicht für eine anderen wichtigen Themen auch bloße nachträgliche Verklärung. die Frage einer Autonomie für
Südtirol erörtert wurde. Im April 1946 beschloss die Friedenskonferenz in Paris endgültig, die Brennergrenze nicht zu verändern. Ab diesem Zeitpunkt hätte die österreichische Regierung realistischerweise ihre Strategie stärker auf die Autonomie konzentrieren müssen. Auch innerhalb der Südtiroler Politik gab es diese Überlegung. Die SVP hielt aber zunächst an der Selbstbestimmung fest und sah die Autonomie nur als nachrangige Alternative. Das war verständlich, aber politisch problematisch, weil die internationale Lage eine Rückkehr zu Österreich immer unwahrscheinlicher machte. Die Autonomie hätte früher zum zentralen politischen Projekt werden können. Ich bin überzeugt, dass man dann mehr hätte erreichen können. War Karl Gruber ein zu kompromissbereiter Verhandler und hätte er mit einer härteren Haltung mehr erreichen können? Gruber war sicherlich kein überragender Diplomat. Er war relativ unerfahren und hat auch taktische Fehler gemacht. Die sogenannte „Pustertaler Lösung”, die Gruber im Mai 1946 vorschlug, war aus meiner Sicht ein besonders unglücklicher Vorstoß. Auch die SVP war gegen diesen Vorschlag. Österreich befand sich gegenüber Italien ohnehin in einer schwierigeren Position und hätte seine begrenzten Möglichkeiten sehr genau abwägen müssen. Man darf aber nicht so tun, als hätte Gruber freie Hand gehabt. Italien hatte die wesentlich stärkere Verhandlungsposition. Italien war zwar unter Mussolini mit Hitler verbündet gewesen, vollzog jedoch 1943 den Bruch mit Deutschland und kämpfte anschließend an der Seite der Alliierten mit seiner „Resistenza“ gegen die deutschen Truppen.
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Ab 1944 verfügte Italien wieder über Botschaften in Paris, London, Moskau und Washington sowie über eine von den Alliierten anerkannte Regierung. Österreich dagegen galt zwar als erstes Opfer der nationalsozialistischen Aggression, hatte aber in den Augen der Alliierten nur wenig Widerstand dagegen geleistet. Die Alliierten wollten auf jeden Fall eine Veränderung der europäischen Grenzen vermeiden. Gruber hat schließlich einen Vertrag ausgehandelt, der trotz aller Schwächen international verbindlich wurde. Und gerade diese internationale Verankerung war für Südtirol später von enormer Bedeutung. Wie beurteilen Sie die Rolle Alcide De Gasperis? Ich sehe De Gasperi deutlich positiver, als das in Südtirol oft der Fall ist. Es ist mir zu einfach, ihn ausschließlich als italienischen Nationalpolitiker darzustellen, der die Südtiroler über den Tisch ziehen wollte. De Gasperi war ein überzeugter Demokrat. Er stammte aus dem Trentino, hatte in Wien studiert und als Vertreter der italienischen Minderheit im österreichischen Reichsrat politische Erfahrungen gesammelt. Gerade deshalb hatte er ein anderes Verhältnis zur Minderheiten- und Autonomiefrage als viele italienische Politiker. De Gasperi war überzeugt, dass das Trentino und Südtirol eine regionale Autonomielösung brauchen. Warum sollte das Trentino einbezogen werden? Weil das Trentino selbst auf eine lange Tradition autonomistischer Forderungen bereits vor 1914 zurückblickte. Man darf also seine Idee einer Region Trentino-Südtirol nicht einfach als Trick zur Entmachtung der Südtiroler interpretieren. Das Problem war vielmehr, dass diese Konstruktion später dazu führte,
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dass die italienische Mehrheit in der Region die deutsch- und ladinischsprachige Minderheit überstimmen konnte. Genau das wurde in den Jahren 1948 bis 1957 zum großen Problem der ersten Autonomie. Und man darf nicht vergessen: Schon 1945 wurden unter De Gasperi wichtige Schritte zur Wiederherstellung der deutschen Schule und des Gebrauchs der deutschen Sprache gesetzt. Das Gesetzesdekret vom 27. Oktober 1945 ermöglichte die Wiedererrichtung der deutschen Schulen; im Dezember 1945 wurde auch der Gebrauch der deutschen Sprache gegenüber den öffentlichen Behörden in der Provinz Bozen geregelt. Aber selbstverständlich braucht es Zeit, bis eine zweisprachige Verwaltung aufgebaut ist – mehr als nur wenige Monate. Das zeigt sich auch nach dem Erlass des Zweiten Autonomiestatuts von 1972: Es dauerte viele Jahre, bis die darin vorgesehenen Bestimmungen vollständig umgesetzt waren.
Die italienische Politik wurde in den 1950er-Jahren zunehmend zentralistisch und nationalistisch. Vor allem nach dem Tod Alcide De Gasperis und vor dem Hintergrund des Kalten Krieges veränderte sich die italienische Innen- und Außenpolitik. Die Democrazia Cristiana entwickelte sich zunehmend zu einer zentralistisch ausgerichteten Staatspartei. Die DC hatte Angst vor dem Erstarken der Linken und vor einer Destabilisierung des Staates. Das spielte auch in der Südtirolpolitik eine Rolle. Man kann deshalb nicht behaupten, Italien habe den Pariser Vertrag von Anfang an konsequent und im Geist einer wirklichen Autonomie umgesetzt. Aber auch die Südtiroler Politik muss sich selbstkritische Fragen gefallen lassen. Die SVP hielt lange an der Selbstbestimmung und an der Hoffnung auf eine Rückkehr zu Österreich fest, obwohl sich die internationale Situation bereits verändert hatte. Und dann kamen die Sprengstoffanschläge des BAS (Befreiungssauschuss Welche Verantwortung trägt Ita- Südtirol). Gewalt ist niemals lien für die Eskalation der Süd- eine Lösung. Die Anschläge von tirolfrage in den 1950er- und 1961 - 1968 zielten auschließ1960er-Jahren – und welche Ver- lich auf eine Grenzrevision und antwortung trägt gleichzeitig die sollten die Rückkehr Südtirols Südtiroler Politik? zu Österreich erzwingen, nicht
SCHENNA
jedoch eine Verbesserung der Autonomie erreichen. Unterstützung kam dabei vom rechtsextremen Lager in Österreich, vor allem von FPÖ-Politikern und nationalistischen Burschenschaften. Damit wurde aber auch die politische Lösung der Autonomiefrage erheblich erschwert. Gleichzeitig muss man sehen, dass die Südtirolfrage durch Österreich internationalisiert wurde. Bruno Kreisky brachte sie 1960 vor die Vereinten Nationen. Damit wurde ein erheblicher internationaler Druck auf Italien aufgebaut. Nicht die Sprengstoffanschläge, sondern die Internationalisierung der Südtirolfrage – insbesondere durch die UN-Resolution von 1960 – sowie die Mitte-links-Regierungen ab Beginn der 1960er-Jahre führten zu einem Einlenken des Staates. Ist die heutige Südtirol-Autonomie wirklich das Ergebnis des Pariser Vertrags – oder verdankt sie ihre heutige Stärke vielmehr dem politischen Druck, den Österreich, die Südtiroler und schließlich die UNO in den Jahrzehnten danach aufgebaut haben? Beides gehört zusammen. Ohne den Pariser Vertrag gäbe es die heutige Autonomie in dieser Form wahrscheinlich nicht. Aber aus dem Vertrag allein wäre niemals die heutige Autonomie entstanden. Der Vertrag formulierte die Grundsätze, die konkrete Autonomie musste politisch erkämpft, verhandelt und Schritt für Schritt umgesetzt werden. Die erste Autonomie von 1948 erwies sich als unzureichend. Dann kamen die politischen Auseinandersetzungen der 1950er-Jahre, die UNOInternationalisierung durch Österreich, der Druck der Südtiroler Politik und schließlich der Wandel innerhalb Italiens. In den 1960er-Jahren wurde mit den Mitte-Links-Regierungen die Bereitschaft zu einer neuen
Lösung größer. Daraus entstand schließlich das Paket und das Zweite Autonomiestatut von 1972. Dieses übertrug Südtirol weitreichende Kompetenzen und bildet bis heute die Grundlage der Autonomie. Deshalb würde ich sagen: Der Pariser Vertrag war die Grundlage, aber die heutige Autonomie ist das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Verhandlungen. In diesem Sinne war der Pariser Vertrag kein fertiges Modell für die heutige Autonomie. Er war vielmehr der Ausgangspunkt. Gerade deshalb ist es falsch, ihn entweder als großen historischen Sieg oder als völligen Misserfolg zu betrachten. Er war ein Kompromiss von 1946, dessen politische Möglichkeiten erst in den folgenden Jahrzehnten ausgeschöpft wurden. Ist die positive Bewertung des Pariser Vertrages heute bei der Mehrheit der Bevölkerung und der politischen Vertreter im Landtag gegeben? Davon bin ich überzeugt. Gleich geblieben ist allerdings die negative Bewertung des Pariser Vertrages durch die Parteien und Gruppen rechts der SVP, und zwar durch die Süd-Tiroler Freiheit, die Freiheitlichen, den Südtiroler Heimatbund und die Schützen. Diese wurden und werden politisch und finanziell bis heute von rechtspopulistischen Gruppierungen aus Österreich, allen voran der FPÖ, unterstützt. Dabei war es die FPÖ, die 1969 im Nationalrat als einzige Partei gegen das „Paket“ gestimmt hat. Nicht zu vergessen, dass gerade aus diesen Kreisen und aus dem politischen Umfeld von Otto Scrinzi, Jörg Haider und heute Herbert Kickl immer wieder die größten Hetzer gegen die Rechte der slowenischen Minderheit in Kärnten hervorgegangen sind – und das bis heute.
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Interview: Josef Prantl
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MACH MICH ZUM WÄCHTER ... Mach mich zum Wächter deiner Weiten, mach mich zum Horchenden am Stein, gib mir die Augen auszubreiten auf deiner Meere Einsamsein; lass mich der Flüsse Gang begleiten aus dem Geschrei zu beiden Seiten weit in den Klang der Nacht hinein. Schick mich in deine leeren Länder, durch die die weiten Winde gehn, wo große Klöster wie Gewänder um ungelebte Leben stehn. Dort will ich mich zu Pilgern halten, von ihren Stimmen und Gestalten durch keinen Trug mehr abgetrennt, und hinter einem blinden Alten des Weges gehn, den keiner kennt. RAINER MARIA RILKE
Tisens , wie sich Mauerläufer und Steinadler-Jungvogel unterhalten Foto und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier | Editorisches Konzept: Georg Dekas
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Die Schöne und der Kaiser Dass ein Habsburger Kaiser von Mexiko war, mutet heute kurios an. Und dass in der Geschichte auch die Burg Goyen in Schenna vorkommt, ist nicht minder erzählenswert. Die Verbindungen zwischen Österreich und Mexiko scheinen auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Als im März 1938 der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich vollzogen wurde und die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten, protestierte weltweit ein einziges Land dagegen und legte Protest beim Völkerbund ein: Mexiko. Mehr noch. Da die UNO-Vorgängerin nicht aktiv wurde, gewährte Mexiko hunderten Österreichern, die vor den Nazis flüchteten, Asyl. Ausgerechnet jenes Land, in dem gut sieben Jahrzehnte zuvor ein Habsburger ein Kaiserreich be-
gründet hatte und nach nur drei Jahren hingerichtet wurde. Es war Erzherzog Maximilian, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph. In seinem Tagebuch sind jene Einträge, die sich auf die in Tirol verbrachte Zeit beziehen, für uns von besonderem Interesse. Am 17. Juli 1863 schreibt er: „Nachmittags ziehen wir wieder durch eine wunderliebliche Gegend auf das hochgelegene Schloß Goyen. Der jetzige Besitzer [...] empfing uns mit großer Herzlichkeit und führte uns in ein schönes, holzgetäfeltes Zimmer, von dem man einen herrlichen Blick in die Thäler genießt, und setzte uns einen
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Wein vor, während die schöne Tochter des Hauses reizende Weisen auf der Zither spielte.“ Die Geschichte der Burg Goyen, nach der der gleichnamige Weg in Schenna benannt ist, lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Einer antiken Legende zufolge gehe der Name auf einen Römer namens Gaius zurück. Die Anlage, die ursprünglich nur aus einem rechteckigen Wohnturm mit zinnenlosem Abschluss bestand, wurde in Folge stetig erweitert. Seit dem 14. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig. Heute ist die unter Denkmalschutz gestellte Burg in Privatbesitz und teilweise bewohnt. Als Erzherzog Max die Burg besuchte, gehörte sie dem Bauern Josef Innerhofer, der sie einige Jahre zuvor von den Grafen Mohr erworben hatte. Die von Max in seinen Aufzeichnungen erwähnte „schöne Tochter“ war die 20-jährige Katharina Innerhofer. Der Schriftsteller Felix Dahn nannte das „Trinele von Goyen“ später eine „gotische Schönheit des Meraner Menschenschlags in musterhafter Vollendung“. Maximilian war wohl von der Gastfreundschaft des Bauern und der Musikalität der Kinder so beeindruckt, dass er zwei weitere Male Goyen besuchte. Am 25. Juli war er dort in Begleitung einer mexikanischen Delegation samt Bischof, die in Max einen geeigneten Kandidaten für die Krone Mexikos sahen. Vorerst waren sie aber vom Zitherspiel und vom für sie unbekannten Instrument beeindruckt. Max träumte von einem modernen, liberalen Staat und glaubte, ihn in Mexiko realisieren zu können. Napoléon III. intervenierte vor Ort und sorgte dafür, dass Max im April 1864
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zum Kaiser von Mexiko ausgerufen wurde. Dass dieser Wunsch vom mexikanischen Volk ausginge, erwies sich später als kalkulierte Manipulation. Max tappte in die Falle und bezahlte das „mexikanische Abenteuer“ 1867 mit seinem frühen Tod. Die Anhänger des entmachteten und immer noch populären Präsidenten Benito Juárez stürzten Maximilian und ließen ihn standrechtlich erschießen. Wie viel davon das von ihm bewunderte „Trinele von Goyen“ mitbekam, lässt sich schwer sagen. Katharina heiratete 1874 31-jährig den Bankierssohn, Weinbaupionier und Besitzer von Schloss Rametz Friedrich von Boscarolli und bekam mit ihm drei Kinder. Felix Dahn setzte ihr ein literarisches Denkmal und beschrieb sie als „Märchengestalt [...] in der duftigen Blüte erster Mädchenschönheit, den Pfirsichhauch üppigster Gesundheit auf den Wangen“ und einer geschlungenen „Flechtenkrone ihres goldbraunen Haares auf dem Haupte“. Christian Zelger
ZEITENWANDEL SÜDTIROL
Ver-Kehrt Früher gehörte das Besenbinden zum bäuerlichen Alltag. Heute ist das Wissen fast verschwunden. Dabei steckt in jedem Reisigbesen ein Stück Heimat. Wer heute einen Besen braucht, fährt in den Baumarkt. Früher führte der Weg dagegen in den Wald. Auf den Bauernhöfen Südtirols wurden Besen jahrhundertelang selbst hergestellt. Aus dem, was die Natur gerade hergab. Birkenreisig, Haselruten oder andere biegsame Zweige wurden gesammelt, getrocknet und zu einfachen, aber erstaunlich langlebigen Besen gebunden. Das Besenbinden war kein eigenes Gewerbe, sondern gehörte zum bäuerlichen Alltag wie das Korbflechten, das Schindelmachen oder das Reparieren von Werkzeugen. Vor allem im Winter, wenn die Feldarbeit ruhte, entstanden auf den Höfen die Dinge, die man für das kommende Jahr benötigte. Gekauft wurde nur, was sich nicht selbst herstellen ließ. Ein Besen war so ein Gebrauchsgegenstand. Die passenden Zweige mussten sorgfältig ausgewählt, nach Länge sortiert und anschließend fest zusammengebunden werden. Als Stiel dienten meist gerade gewachsene Haselruten. Heute erscheint das fast unvorstellbar. Kunststoffbesen kos ten nur wenige Euro und sind überall erhältlich. Deshalb kann sich heute kaum noch jemand vorstellen, seinen Besen selbst herzustellen. Viele ältere Südtiroler erinnern sich aber noch daran, wie auf den Höfen Reisigbesen für Stall, Hof und Scheune gebunden wurden. Ein guter Reisigbesen kehrte groben Schmutz, Erde oder Schnee oft besser als manches moderne Produkt. Ganz verschwunden ist die Tradition allerdings nicht. In Südtirol lebt sie an manchen Orten noch in
Kursen und Brauchtumsveranstaltungen weiter. So werden etwa rund um Palmsonntag vielerorts Palmbesen gebunden: kunstvoll geschmückte Zweige, die geweiht werden und fest zum religiösen Brauchtum gehören. Das eigentliche Besenbinden hat damit zwar nur noch am Rande zu tun, zeigt aber, wie eng Handwerk, Natur und Tradition einst miteinander verbunden waren. Ein Reisigbesen besteht aus nichts weiter als Holz, Zweigen und etwas Draht. Kein Plastik, keine Industrie, keine langen Transportwege. Er erzählt von einer Zeit, in der die Menschen ihre Umgebung genau kannten und aus einfachen Materialien Alltagsgegenstände schufen. So erinnert das Besenbinden daran, wie viel handwerkliches Können einst auf Südtirols Höfen selbstverständlich war. Und wie viel davon es wert wäre, bewahrt zu werden. Elisabeth Tappeiner
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Lade die Tigermücke nicht zu dir nach Hause ein!
Bringe Moskitonetze an Fenstern an. Eine Klimaanlage schafft ein ungünstiges Klima für Mücken.
RATGEBER DEM EXPERTEN DAS WORT
Influencer – steuerliche Obliegenheiten beachten In den vergangenen Jahren hat sich die Creator Economy von einer digitalen Nische zu einem milliardenschweren Wirtschaftszweig entwickelt. Mit diesem rasanten Wachstum ist allerdings auch das Interesse der italienischen Steuerbehörde an diesen Umsätzen gestiegen. Die Zeiten, in denen Influencer, Streamer und Content Creator unter dem steuerlichen Radar fliegen konnten, sind endgültig vorbei. Die Behörden haben massiv aufgerüstet, um für steuerliche Transparenz im Netz zu sorgen. Der Staat greift bei der Jagd nach Steuersündern auf ein immer dichteres Netz an Informationen zurück. Eine tragende Säule bildet hierbei die europäische DAC-7Richtlinie. Seit deren Einführung sind digitale Plattformen gesetzlich dazu verpflichtet, Identifikations- und Einkommensdaten von „Content Creator“ automatisch an die Behörden zu übermitteln, sobald diese im Jahr mehr als 2.000 Euro Bruttoeinnahmen erzie-
len oder über 30 Transaktionen abwickeln. Zudem nutzen die Prüfer eine sehr intuitive Methode: den Abgleich der digitalen Realität mit der Steuererklärung. Wenn der auf Instagram inszenierte Luxus-Lebensstil mit teuren Reisen und Designerkleidung so gar nicht zu den mageren Beträgen in der Steuererklärung passen will, schlägt das System Alarm. Obwohl das italienische Einkommensteuergesetz nach wie vor keine eigene, maßgeschneiderte Sektion für Online-Aktivitäten enthält, wird der rechtliche Rahmen zunehmend präziser. Die Einstufung der Einnahmen – ob aus Sponsoring, Affiliate-Marketing, Abonnements oder Plattform-Auszahlungen – erfolgt weiterhin einzelfallabhängig und wird meist als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit qualifiziert. Ein historischer Meilenstein zur Professionalisierung der Branche war die Einführung des spezifischen ATECO-Branchencodes für
diese Aktivitäten zum 1. Januar 2025. Damit sind Blogger, Youtuber und Streamer offiziell aus der steuerlichen Grauzone herausgelöst worden. Auch im Sozialversicherungsrecht gibt es nun klare Leitlinien: Ein INPS-Rundschreiben legt fest, dass für Creator mit künstlerisch-darstellerischem Schwerpunkt das entsprechende Renten-Sonderregime für Künstler greift, was auch für deren Auftraggeber weitreichende Pflichten mit sich bringt.
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POLITIK BERICHT AUS DEM LANDTAG
Politik verstehen Politische Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Sie vermittelt nicht nur Wissen über politische Institutionen und Entscheidungsprozesse, sondern soll Menschen dazu befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden, unterschiedliche Standpunkte einzuordnen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Der Südtiroler Landtag hat bereits vor einigen Jahren die gesetzliche Grundlage für ein eigenes Büro für politische Bildung geschaffen. Nun gilt es, dessen Aufgaben und Ausrichtung festzulegen und die weiteren Schritte für die Einrichtung vorzubereiten. Dabei können wir auch von den Erfahrungen anderer lernen. In einem Austausch mit Dr. Michael Wehner von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg haben wir uns mit deren Arbeit beschäftigt. Eine wichtige Erfahrung aus Baden-Württemberg ist, von Beginn an klare Grundsätze für die politische Bildungsarbeit festzulegen und deren parteipolitische Unabhängigkeit sicherzustellen. Ebenso wichtig ist es, politische Bildung breit zu denken: Sie richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern an Menschen aller Altersgruppen
und in unterschiedlichen Lebensbereichen. Auch in Südtirol wird bereits viel geleistet. Schulen, Weiterbildung, Jugendarbeit, Vereine und andere Einrichtungen beschäftigen sich seit Jahren mit politischer Bildung. Vertreterinnen und Vertreter dieser Bereiche haben wir deshalb zu einem gemeinsamen Austausch in den Landtag eingeladen. Dabei wurde deutlich, dass es nicht darum geht, bestehende Angebote zu ersetzen. Vielmehr gilt es, sie sichtbar zu machen, stärker zu vernetzen und dort neue Impulse zu setzen, wo sie gebraucht werden. Denn politische Bildung endet nicht mit der Schulzeit. Gesellschaftliche Debatten werden härter, soziale Medien und Desinformation verändern die politische Meinungsbildung und der Umgang mit unterschiedlichen Positionen wird schwieriger. Demokratie muss deshalb immer wieder vermittelt, diskutiert und gelebt werden. Die bisherigen Gespräche haben eine gute Grundlage geschaffen. Über die konkrete Ausgestaltung des Büros wird der Südtiroler Landtag entscheiden. Klar ist für mich: Politische Bildung ist eine Aufgabe für alle Generationen und eine Investition in die Zukunft unserer Demokratie.
Das Südtiroler Landtagsgebäude
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BERICHT AUS DEM BEZIRK
Wenn die Seele sichtbar wird
Psychische Belastungen sind oft unsichtbar. Man sieht einem Menschen nicht an, ob ihn Angst, Erschöpfung oder Einsamkeit begleiten. Gerade deshalb ist es wichtig, genauer hinzusehen und psychische Gesundheit aus der Tabuzone zu holen. Im Sozialsprengel Meran ist derzeit eine besondere Ausstellung zu sehen, die genau hier ansetzt. Die Werke des Künstlers Andrea Ruzzenenti zeigen Gesichter und Gefühle, für die Worte manchmal nicht ausreichen: Angst und Einsamkeit, aber ebenso Hoffnung und Zuversicht. Die Bilder wollen nicht erklären oder diagnostizieren. Sie laden vielmehr dazu ein, stehenzubleiben, wahrzunehmen und sich mit einer Realität auseinanderzusetzen, die viele Menschen betrifft. Der konkrete Wert einer solchen Ausstellung liegt in der Sensibilisierung. Psychische Probleme werden noch immer häufig verschwiegen, verharmlost oder erst dann wahrgenommen, wenn die Belastung bereits sehr groß ist. Wer versteht, dass seelische Krisen jeden treffen können, begegnet Betroffenen anders: mit weniger Vorurteilen, mehr Aufmerksamkeit und größerer Bereitschaft zuzu-
hören. Dabei geht es nicht darum, jedes Stimmungstief zu einer Erkrankung zu erklären. Psychische Gesundheit gehört vielmehr genauso zu unserem Leben wie die körperliche Gesundheit. Auch sie verdient Aufmerksamkeit, Prävention und einen offenen Umgang. Die Ausstellung im Sozialsprengel schafft dafür bewusst einen Raum mitten im Alltag. Kunst kann dabei etwas leisten, was Zahlen und Fachbegriffe oft nicht schaffen: Sie macht Gefühle sichtbar und ermöglicht einen Zugang, ohne sofort zu bewerten. Hinschauen ist noch keine Hilfe. Aber es ist häufig der erste Schritt dorthin. Denn Verständnis beginnt dort, wo wir wahrnehmen, was andere Menschen belastet – und psychische Gesundheit selbstverständlich ansprechen können und ernst nehmen.
Reinhard Bauer BEZIRKSGEMEINSCHAFT
Mehr Betten, weniger Wasser Wir erinnern uns: Im Juli rief die Gemeinde Meran die Bevölkerung zum Wassersparen auf. Besonders in Obermais war die Lage angespannt. Gärten sollten nicht unnötig bewässert, Wasser in den privaten Haushalten sparsam verwendet werden. Und jetzt soll ausgerechnet im schmucken Meraner Stadtteil ein neues Hotel mit 74 Betten auf den Weg gebracht werden. Im September soll darüber abgestimmt werden. Es geht darum, die bestehenden Bettenrechte noch rechtzeitig abzusichern, bevor der Bettenstopp greift. Da darf man sich als Meraner schon einmal fragen: Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite wird die Bevölkerung aufgefordert, Wasser zu sparen, weil es knapp wird. Auf der anderen Seite sollen neue Betten geschaffen werden, die zusätzlichen Wasserverbrauch mit sich bringen. Natürlich wird das Hotel modern gebaut. Natürlich wird es wassersparende Technik geben. Aber 74 Gäste duschen trotzdem. Sie benutzen Toiletten, brauchen Wasser in der Küche, in der Reinigung und für die Wäsche. Jeden Tag. Und sie kommen in eine Stadt, die mittlerweile fast das ganze Jahr über ohnehin aus allen Nähten platzt. Meran erlebt in den Sommermonaten einen regelrechten Touristenansturm. Straßen, Busse, Parkplätze, und Innenstadt sind voll. Die Belastungsgrenze wird vielerorts sichtbar. Und inzwischen ist die Unzufriedenheit längst nicht mehr nur ein Thema unter Einheimischen. In den Kommentarspalten melden sich zunehmend auch deutsche Gäste zu Wort, denen es in Meran schlicht zu voll geworden ist und die deshalb ankündigen, künftig andere Urlaubsziele zu wählen. Auch die Reaktion vieler Meranerinnen und Meraner auf immer neue Projekte fällt ausgesprochen kritisch aus. Man gewinnt den Eindruck, dass sich die Menschen längst eine andere Entwicklung wünschen: nicht immer mehr, sondern endlich ein Maß, das noch mit der Lebensqualität vor Ort vereinbar ist. Nur scheint dieser Wunsch bei manchen Verantwortlichen und Unternehmern kaum anzukommen. Die Kritik wird gehört, aber offenbar nicht wirklich ernst genommen. Es geht nicht darum, den Tourismus schlechtzureden. Meran lebt unter anderem auch von ihm. Aber Tourismus braucht Ressourcen. Und Wasser ist eine davon, vielleicht sogar die wichtigste. Vielleicht wäre es deshalb an der Zeit, die Reihenfolge umzudrehen: Erst schauen, was unsere Stadt tatsächlich verkraftet. Dann entscheiden, wie viel weiteres Wachstum sinnvoll ist. Am Ende stellt sich eine ganz einfache Frage: Wer soll eigentlich sparen und wer darf weiter wachsen?
© Alle Fotos: Lukas Terragnolo
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Gruberhof – ein historisches Juwel Der Gruberhof verbindet die jahrhundertealte Tradition im Weinbau mit einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Nutzung. Er zählt zu den ältesten und ge- wähnung des Hofes stammt aus deren geografischen Lage „in der bare Identität verlieh. Als Teil schichtsträchtigsten Höfen in dem Jahr 1302. Seinen Namen Grube“, die ihm über die Jahrhun- eines dichten Netzes regionaler Lana. Die erste urkundliche Er- verdankt der Hof seiner beson- derte hinweg eine unverwechsel- Entwicklungen war der Gruber-
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BAUWERK
hof eng mit der Geschichte des Burggrafenamtes verbunden. Besonders prägend war seine Rolle beim Bau der strategisch wichtigen Straße von Niederlana nach Nals im 16. Jahrhundert. Durch diese wurde der Hof in ein größeres Verkehrs- und Wirtschaftsnetz eingebunden.
Einzigartige Rebberge
Die herausragende Qualität des Ackpfeifer Weins zog im Laufe der Jahrhunderte wohlhabende Bürger aus der nahegelegenen Stadt Meran an. Sie sicherten sich Rebberge in dieser Gegend. Auch der Gruberhof wurde Teil dieser prestigeträchtigen Tradi-
tion und profitierte von der hohen Wertschätzung der lokalen Weine. Im Jahr 2012 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hofes. Michael Malleier erwarb den Gruberhof. Rund fünf Jahre lang investierte die Familie zunächst in die Erneuerung und Sanierung der Apfelanlagen, um
die landwirtschaftliche Basis des Hofes zukunftsfähig zu machen. Im Jahr 2020 folgte schließlich das große Vorhaben – der umfassende Umbau des historischen Bestands. Dies stellte eine besondere Herausforderung dar, da der Gruberhof unter Ensembleschutz steht. Das bedeutete, dass der his-
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BAUWERK
torisch wertvolle Baubestand, der gewohnte Standard und die landschaftliche Einbindung des Hofes bei allen Maßnahmen erhalten bleiben mussten. Die Planung und Umsetzung erfolgten in enger Abstimmung mit dem Ensembleschutzbeauftragten und dem technischen Büro von Geometer Helmut Moser aus Lana, das den technischen Bericht erstellte.
haltungsarbeiten. Eine Besonderheit war die Erweiterung des Wohnhauses im Erd- und Obergeschoss, die durch geänderte gesetzliche Bestimmungen ermöglicht wurde. Diese erlaubten eine Erhöhung des maximal zulässigen Bauvolumens für Hofstellen auf 1.500 m³. Dadurch konnten neben einer Privatwohnung für die Eigentümer auch vier Ferienwohnungen geschaffen werden. Bausubstanz erhalten, Um den angestrebten KlimahausEnergie sparen standard „C“ bzw. „R“ für das Das Projekt umfasste ein breites Hauptgebäude zu erreichen, waSpektrum an Maßnahmen – von ren umfangreiche energetische der energetischen Sanierung über Maßnahmen erforderlich. So interne Umbauarbeiten bis hin wurde die bestehende Gebäudezu außerordentlichen Instand- hülle mit einer Wärmedämmung
versehen oder teilweise erneuert. Das Erdgeschoss, in dem sich der historische Weinkeller befindet, wurde bewusst nicht gedämmt. Der Keller stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde während der gesamten Umbauarbeiten unberührt gelassen. Somit stellt er ein lebendiges Zeugnis der langen Geschichte des Hofes dar. Im Obergeschoss wurde das bestehende Außenmauerwerk beibehalten und mit einer fünf Zentimeter starken Innendämmung aus Kalziumsilikatplatten versehen. Das Dachgeschoss und das Dach wurden hingegen vollständig abgebrochen und mit wärmegedämmten Mauerziegeln wiedererrichtet. Alle Fenster und Außentüren wurden durch neue Holzelemente mit Dreifach-Isolierverglasung bzw. durch Holztüren der Klasse A ausgetauscht.
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Die Außenwände wurden von losen Putzteilen befreit, gereinigt und mit einer neuen Putzschicht versehen. Dabei wurde die glatte Oberfläche beibehalten. Auch im Inneren wurde eine umfassende Erneuerung vorgenommen. Die Sanitärinstallationen in den Bädern und Toiletten wurden vollständig ausgetauscht, ebenso die Fliesenbeläge an Böden und Wänden. Zudem wurden sämtliche Innen- und Außengeländer erneuert. Die Innenwände und Decken erhielten neuen Putz, und die Holzbeläge auf den Balkonen wurden mitsamt der Unterkonstruktion ausgetauscht. Zudem wurde die gesamte elektrische Anlage erneuert. Bei der Energieerzeugung spielte Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Auf dem Südflügel des Satteldaches des kleineren Wirtschaftsgebäudes wurde
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BAUWERK
Simon und Lea eine Photovoltaikanlage installiert, die zur Stromerzeugung beiträgt. Zudem wurden das bestehende Wirtschaftsgebäude sowie der freistehende Backofen saniert und es wurden zusätzliche landwirtschaftliche Flächen angelegt. Für den neuen Dachstuhl wurde vorwiegend sägeraues Lärchen-
holz aus dem eigenen Wald verwendet. Im Kellergeschoss wurde zudem eine neue Hackschnitzelanlage installiert. Im Jahr 2024 konnte der umfangreiche Umbau erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Jahr später übergab Michael Malleier den Gruberhof an seinen Sohn Simon, der ihn
seither in der nächsten Generation weiterführt. Heute bietet der Gruberhof seinen Gästen eine großzügige Penthouse-Suite und drei Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe. Alle Unterkünfte verfügen über eine eigene Terrasse und sind vollständig ausgestattet. Der Gruberhof in Lana
DANKE, FAMILIE MALLEIER! Herzlichen Dank an Familie Malleier für das Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit bei der Umsetzung ihres Bauvorhabens. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam etwas Bleibendes schaffen durften!
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ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich historische Bausubstanz mit modernen Ansprüchen an Wohnkomfort, Energieeffizienz und eine zeitgemäße landwirtschaftliche Nutzung verbinden lässt. Markus Auerbach
SCHAUFENSTER
Richtig heizen und dabei sparen Das Thema „Heizen und Energiesparen“ hat in den letzten Jahren eine völlig neue Dynamik bekommen. Es geht längst nicht mehr nur darum, den eigenen Geldbeutel zu schonen.
Die Tage werden kürzer, die Näch- für kommende Generationen te spürbar frischer. Wenn der bewahren können. Das BurggraHerbst die Gipfel der Texelgruppe fenamt mit seiner einzigartigen mit dem ersten zarten Puderzu- Mischung aus alpinem und mecker überzieht, stellt sich in unse- diterranem Klima bietet dafür ren Haushalten alljährlich diesel- ganz besondere Voraussetzungen be Frage: Wie kommen wir behag- – und Herausforderungen. lich durch den Winter, ohne dass die Energiekosten in die Höhe Eine Region im Wandel schießen? Außerdem geht es nicht Das Burggrafenamt ist geografisch mehr „nur“ um das Geld. Es geht vielfältig. Wer an Meran denkt, auch um den bewussten Umgang hat oft das mediterrane Flair der mit den9,2 Klimaschutz BAZRessourcen, – 1/6 Seite x 8,4 cm Kurstadt vor Augen. Während im vor unserer Haustür und die Frage, Talboden oft noch milde Tempewie wir unsere Kulturlandschaft raturen herrschen, kämpfen die
Bergdörfer im Passeiertal, Ulten oder auf dem Tschögglberg bereits mit klirrender Kälte. Diese klimatische Diversität erfordert maßgeschneiderte Lösungen beim Heizen. Was in einer Stadtwohnung in Meran funktioniert, ist für einen Bergbauernhof ungeeignet. Gleichzeitig spüren wir auch in Südtirol die Auswirkungen des Klimawandels. Nicht nur vergangenen, mehrfach aufwallenden Hitzewellen geben zu denken, auch die Winter können unberechenbarer werden, extre-
me Wetterereignisse nehmen zu. Umso wichtiger ist es, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet. Gebäude sind Energiefresser
Der Gebäudesektor ist europaweit für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Hier liegt der größte Hebel, den wir selbst in der Hand haben. Energiesparen im Winter bedeutet nicht, im dicken Daunenmantel in der Stube
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zu sitzen. Es bedeutet, Energie effizienter und intelligenter zu nutzen. Die Säulen der Effizienz: Wo geht die Wärme verloren? Bevor wir über eine neue Heizung nachdenken, sollten wir das bestehende System unter die Lupe nehmen. Die günstigste und sauberste Energie ist schließlich die, die wir erst gar nicht verbrauchen. In vielen älteren Häusern im Burggrafenamt – sei es der charmante Altbau in Obermais oder das traditionelle Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren – verpufft wertvolle Energie ungenutzt. Die Hauptverursacher sind schnell ausgemacht: unzureichend gedämmte Außenwände, veraltete Fenster und schlecht isolierte Kellerdecken oder Dachböden.
Eine professionelle Energieberatung, wie sie beispielsweise von der Verbraucherzentrale Südtirol oder der Klima-Haus Agentur angeboten wird, kann hier Licht ins Dunkel bringen. Oft reichen schon kleine, kostengünstige Maßnahmen, um die Effizienz spürbar zu steigern. Das nachträgliche Dämmen der obersten Geschossdecke lässt sich häufig in Eigenregie durchführen und senkt den Heizwärmebedarf sofort. Auch das Austauschen alter Dichtungen an Fenstern und Türen verhindert, dass teure Wärme ungenutzt nach draußen entweicht.
Sparpotenzial, das keinen Cent kostet. Das Stichwort lautet „Richtiges Lüften“. Wer im Winter die Fenster stundenlang in Kippstellung belässt, heizt sprichwörtlich zum Fenster hinaus. Die Wände kühlen aus, und der Energiebedarf schnellt in die Höhe. Die Expertenregel ist einfach: Stoßlüften statt Kipplüften. Dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten die Fenster komplett öffnen – am besten mit Durchzug (Querlüften). So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass die Möbel und Wände ihre gespeicherte Wärme verlieren. Auch die Raumtemperatur selbst bietet Sparpotenzial. Jeder Grad weniger senkt die Heizkosten um rund sechs Prozent. In Wohnräumen gelten 20 bis 21 Grad als ideal, im Schlafzimmer reichen oft 17 bis 18 Grad vollkommen aus. Moderne, programmierbare Thermostate helfen dabei, die Temperaturen automatisch zu regeln. Sie senken die Wärme ab, wenn niemand zu Hause ist oder alle schlafen, und sorgen rechtzeitig zum Aufstehen wieder für behagliche Temperaturen.
Richtig lüften und heizen
Ein weiterer Tipp
Guter Rat muss nicht teuer sein
Ein Blick auf das alltägliche Ver- Heizkörper sollten niemals durch halten in den eigenen vier Wänden schwere Vorhänge oder Möbel zeigt: Hier schlummert großes verstellt werden. Nur wenn die
Luft frei zirkulieren kann, arbeitet der Heizkörper effizient. Ein Phänomen, das viele kennen: Der Heizkörper im Erdgeschoss glüht, während es im Dachgeschoss trotz voll aufgedrehtem Ventil nur lauwarm wird. Die Folge ist meist, dass die Vorlauftemperatur der Heizung einfach höher eingestellt wird. Das löst zwar das Problem der Kälte, treibt aber den Energieverbrauch drastisch in die Höhe. Die Lösung für dieses Problem heißt „Hydraulischer Abgleich“. Dabei stellt ein Fachbetrieb sicher, dass durch jeden einzelnen Heizkörper im Haus genau die Menge an Warmwasser fließt, die benötigt wird, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Das sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Gebäude und optimiert den Betrieb der Umwälzpumpe. Ein hydraulischer Abgleich kann die Effizienz des gesamten Heizsystems um bis zu 15 Prozent steigern. Er ist oft die Voraussetzung für Landesförderungen und amortisiert sich in der Regel innerhalb weniger Jahre. Die Zukunft des Heizens
weisenden Entscheidungen. Das Zeitalter von Öl und Gas neigt sich dem Ende zu. Südtirol hat sich mit dem Klimaplan das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 die Klimaneutralität zu erreichen. Dies bedeutet den konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien. Eine der beliebtesten Technologien ist die Wärmepumpe. Sie nutzt die in der Luft, im Erdreich oder im Grundwasser gespeicherte Umweltwärme und macht sie mithilfe von Strom für die Heizung nutzbar. Besonders in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach wird die Wärmepumpe zu einer unschlagbar günstigen und sauberen Lösung. Dank des milden Klimas im Meraner Becken arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen hierzulande über weite Teile des Jahres in einem sehr effizienten Bereich. Eine weitere Säule der Energiewende ist die Biomasse. Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der in unseren waldreichen Tälern wie dem Passeiertal oder dem Ultental im Überfluss vorhanden ist. Moderne Pelletsheizungen oder Stückholzkessel bieten einen hohen Bedienkomfort und verbrennen den Brennstoff extrem sauber. Zudem profitieren viele Gemeinden in der Region von gut ausgebauten Fernwärmenetzen. Wer sein Haus an die Fernwärme anschließt, nutzt die Abwärme lokaler Biomasseheizkraftwerke – eine komfortable und umweltfreundliche Lösung, bei der man sich um Wartung und Brennstoffbeschaffung keine Sorgen machen muss.
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SCHAUFENSTER
Das Steinmetz-Handwerk gestern und heute Wer an den Beruf des Steinmetzes denkt, hat oft das Bild von staubigen Werkstätten, schweren Hämmern und mühevoller Handarbeit vor Augen. Doch dieses Klischee ist längst veraltet.
Auch im uralten Beruf des Steinmetzes hat eine technologische Revolution Einzug gehalten. Modernste CNC-Fräsen, 3D-Scanner und computergestütztes Design (CAD) prägen heute das Berufsbild. Das Steinmetz-Handwerk verbindet wie kaum eine andere Branche jahrhundertealte Tradition mit digitaler SpitzenTechnologie. Für junge Menschen eröffnet dies völlig neue, krisensichere Karrierechancen.
Die perfekte Ausbildung: Zwei Wege zum Erfolg
Südtirol bietet für den Einstieg in diese vielseitige Karriere zwei hervorragende Ausbildungswege: • Der schulische Weg: Die renommierte Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ in Laas bietet eine dreijährige Vollzeitausbildung an. Hier stehen neben der Handarbeit auch Entwurf, Digitaltechnik und Naturstein-
kunde auf dem Lehrplan. Für Berufsschul-Fachklasse für Steinbildhauerin und SteinbildLehrlinge gibt. Abschluss der hauer sind es 4 Jahre. Ausbildung durch Lehrab• Die duale Ausbildung: Wer dischlussprüfung. Beide Wege rekt im Betrieb durchstarten schließen mit einer staatlich möchte, wählt die klassische anerkannten Prüfung ab und Lehre (3 Jahre für Steinmetze, legen das Fundament für 4 Jahre für Steinbildhauer). eine steile Karriere. Der theoretische Blockunterricht findet in Kooperation „Der Computer ersetzt nicht das Gespür“ mit der Fachberufsschule in Wals bei Salzburg statt, da Einzigartiges mit Händen schafes in Südtirol keine eigene fen: „Die Genugtuung und der
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SCHAUFENSTER
Stolz mit den eigenen Händen Einzigartiges zu schaffen sind gerade im Handwerk omnipräsent. Kein Sektor bietet so viel Entfaltungsspielraum und Kreativität wie das Handwerk“ betont Hans Karl Trojer, Obmann der Steinmetze und Steinbildhauer im Landesverband der Handwerker lvh. Der Steinmetz verrichtet seine Arbeit innen und außen an Gebäuden, entwirft und stellt Grabsteine und Skulpturen her, kümmert sich um Verkleidungen jeglicher Art und produziert verschiedene Einrichtungsgegenstände und Dekorationselemente. Dazu verwendet er hauptsächlich Naturwerkstein, Betonwerkstein oder auch Kunststein. Er verarbeitet diese mithilfe von verschiedenen Hand-Werkzeugen wie Schlegel, Meißel, verschiedene Fräsen oder Trennscheiben sowie Maschinen. Anhand bestimmter Vorlagen entwirft er Werkzeich-
nungen und Schablonen, nach gesteuerte 5-Achs-CNC-Fräse. denen er den Stein bearbeitet. Sie schneidet die Aussparungen Es werden zudem Inschriften für das Spülbecken auf den Milfür Grabsteine entworfen und limeter genau aus. Trotzdem eingraviert sowie Bauten res- braucht es am Ende das menschtauriert. Der Steinmetz verfügt liche Auge und die Hand des über ein ausgeprägtes Fachwis- Steinmetzes. Die finale Obersen über verschiedene Steinar- flächenveredelung, das Prüfen ten und deren Verarbeitung. Er der Kanten und die Montage vor weist ein hohes handwerkliches Ort erfordern echtes Fachwissen. Geschick und ein gewisses Maß Die Maschine ist zwar wichtiges an körperlicher Kraft auf, da die Werkzeug, aber der Kopf steuert Arbeit oftmals sehr anstrengend sie. (Quelle: lvh) sein kann. Dabei bleibt das handwerkliche Gespür unersetzlich. Karrierechancen mit Wenn heute eine exklusive De- „Ewigkeitswert“ sign-Küche für einen Kunden Nach dem Abschluss der Auszu fertigen ist, fliegt kein Meißel bildung stehen die Türen im mehr. Beim Kunden wird der Südtiroler Handwerk weit offen. Raum mit einem hochpräzisen Naturstein boomt – sowohl im 3D-Laser-Scanner aufgenom- exklusiven Innenausbau als auch men und die Daten direkt in ein in der modernen Architektur. CAD-Programm am Computer Fachkräfte sind heiß begehrt. eingespielt. Und wie wird die Nach der Ausbildung bestehen tonnenschwere Steinplatte dann hervorragende Weiterbildungsbearbeitet, stellt sich die Frage: möglichkeiten über die BerufsDas übernimmt eine computer- beratung des Landes: Mit dem
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Südtiroler Meisterbrief in der Tasche kann man ein eigenes Unternehmen gründen und selbst Lehrlinge ausbilden. Wer das fünfte Jahr anhängt, kann die Berufsmatura absolvieren und ein Studium im Bereich Architektur oder Bauingenieurwesen dranhängen. Das Steinmetz-Handwerk beweist: Tradition stirbt nicht aus – sie lernt nur dazu und wird digital. Der Arbeitsmarkt in Zahlen und Fakten
Das Südtiroler Steinmetzhandwerk ist eine überschaubare, aber wirtschaftlich sehr stabile und angesehene Berufsgemeinschaft. Aktuell gibt es 57 aktive Betriebe, meist sind es traditionsreiche Familienunternehmen. Landesweit gibt es derzeit rund 145 Beschäftige. Walter J. Werth
Ihr Steinmetz des Vertrauens seit 1910. 25
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Niederlanas kleines Museum Was als Zufallsfund beim Ausräumen des Kellers begann, ist heute ein Ort der Begegnung und gelebte Erinnerungskultur. Vor 35 Jahren begann Alexander Schwabl in Lana historische Relikte aus den beiden Weltkriegen zu sammeln.
entrümpeln, um eine Werkstatt einzurichten. Dabei fielen mir ein schilfgrünes Militärhemd mit Kartonknöpfen, eine alte italienische Brottasche und eine FeldflaHerr Schwabl, vor 35 Jahren ha- sche in die Hände. Geschichtlich ben Sie die ersten Fundstücke ge- interessiert war ich schon als Kind, sichert. Wie fing alles an? geprägt durch die Erzählungen Alexander Schwabl: Eigentlich der älteren Generation. Ich bewollten wir nach dem Tod mei- schloss spontan, diese Sachen aufnes Großvaters am Binderweg nur zuheben. Über Zeitungsannoncen den Keller und den Dachboden knüpfte ich in den 1990er-Jahren
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Kontakte zu anderen Sammlern. Dass aus meiner Sammlung einmal ein Museum werden würde, war nie geplant. Im Jahr 1996 kam Albert Innerhofer vom Heimatpflegeverein Lana vorbei, schaute sich alles an und meinte: „Das ist kein normaler Keller mehr, das ist ein kleines Museum – mach das unbedingt öffentlich!“
Uniformen von Veteranen, bleibt hier und wird unter keinen Umständen jemals verkauft. Auf welche Exponate bist du besonders stolz – oder wiegt der ideelle Wert der gesamten Sammlung mehr? Jedes Stück hat seine eigene Geschichte. Wenn du etwas vom Händler kaufst, ist das nicht dasselbe, wie wenn du es selber findest oder rettest. Ich habe zum Beispiel einen Stahlhelm vom Jägerheim in Lana bekommen: Der war in einem miserablen Zustand, aber ich nahm ihn mit. Als ich ihn vorsichtig putzte, fand ich innen auf dem Lederfutter den Namen des Soldaten mit Tinte geschrieben. Wenn man so etwas selbst freilegt und restauriert, geht einem das Herz auf. Das sind im Grunde kleine Zeitkapseln. Bei einer Munitionskiste, in die ein Soldat seinen Namen und seine Einheit geritzt hat, fragst du dich unweigerlich: Was ging in diesem Menschen damals vor, sich so zu verewigen?
Du betreibst das Museum bis heute vollkommen privat und unabhängig. Warum ist dir diese Eigenständigkeit so wichtig? Mir wurde im Laufe der Jahrzehnte öfter geraten, einen Verein zu gründen, um offizielle Fördergelder zu beantragen. Ich habe das bewusst abgelehnt. Ich bin mein eigener Chef: Ich sperre auf und zu, wann ich will, und lasse herein, wen ich möchte. Das Museum finanziert sich so aus eigener Kraft. Freiwillige Spenden decken die laufenden Stromspesen, alles andere trage ich selbst. Viele Stücke bekomme ich von Familien geschenkt, die Nachlässe vor der Mülltonne retten wollen. Für mich ist das eine Vertrauensfra- Inzwischen leihen sogar renomge: Was mir anvertraut wird wie mierte Häuser wie das Militärpersönliche Fotos, Briefe oder historische Museum Dresden, die
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Festung Franzensfeste, Schloss Tirol und das Museum Passeier bei dir aus … Das ist natürlich eine riesige Genugtuung. Als damals eine offizielle Anfrage des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr aus Dresden im Postkasten einging, war ich ehrlich gesagt baff! Neben der Leihgabe an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, lieh ich einige Relikte der Festung Franzensfeste im Rahmen der dortigen Wanderausstellung in Zusammenarbeit des Hauses der Geschichte Österreich „Hitler entsorgen – vom Keller ins Museum“. Ein besonderes Leihstück war hier etwa ein alter Stahlhelm, der nach Kriegsende in Südtirol zu einem Jaucheschöpfer umfunktioniert worden war. Für uns auf den heimischen Bauernhöfen spiegelte das die pure Nachkriegsnot und den erfinderischen Pragmatismus wider, für die Vertreter der großen Museen sorgte das für enormes Staunen. Neben den Ausstellungsstücken widmest du dich intensiv der Ahnen- und Gefallenenforschung. 2018 erschien dein Buch über die Lananer Schicksale im Ersten Weltkrieg. Mir geht es darum, die Menschen hinter den Gegenständen aus dem Vergessen zu reißen. Auf dem Kriegerdenkmal in Lana stehen 84 Namen, tatsächlich forsch-
te ich über 110 gefallene Lananer Vor allem, dass sie unsere Genach. Ich verbringe unzählige schichte kennenlernen, die GeStunden in Archiven von Inns- schichte unserer eigenen Leute. bruck bis zu den Kriegsarchiven Man sollte wissen, woher man in Wien, um jedem Gesicht eine kommt und wo die Wurzeln lückenlose Biografie zuzuordnen. liegen. Dass wir eben bei ÖsterJedes Exponat ist im Grunde wie reich gewesen sind. Oft fragen eine kleine Zeitkapsel, an der ein Schulkinder ganz unbedarft: Menschenleben und ein Fami- „Wieso redet ihr von Österreich, lienschicksal hängen. wir sind doch Italien?“ Da erkläre ich ihnen, dass wir annektiert Das Museum ist auch ein ge- worden sind. Mein Großvater fragter außerschulischer Lernort. zog für Österreich-Ungarn in Was erleben Schulklassen, wenn den Krieg; mein anderer Großsie zu dir kommen? vater, Jahrgang 1907, war bis Bei mir gibt es kein PowerPo- 1918 altösterreichischer Staatsint oder moderne Beamer. Die bürger. Man darf nicht vergessen, Schüler setzen sich direkt auf den was unsere Vorfahren durchHolzboden, ich zeige historische gemacht haben: erst Österreich, Dias mit einem alten Projektor, dann Italien, der Faschismus, die lese aus echten Fronttagebü- Zerreißprobe der Option, die chern vor und lasse sie Kriegsbrot deutsche Besatzung. Mir geht verkosten. Das backe ich nach es dabei rein um die Sache, nie Originalrezept mit Sägemehl- um Tagespolitik. Ob italienische, anteil – was darin ist, verrate ich deutsche oder österreichische den Jugendlichen natürlich erst Gäste: Wer mit Interesse und hinterher! Da herrscht plötzlich Respekt kommt, ist herzlich willmucksmäuschenstille Aufmerk- kommen. Wer politisieren will, samkeit. Selbst Klassen, die von dem zeige ich die Tür. ihren Lehrern als schwierig angekündigt werden, hören gebannt Im Jahr 2020 wurdest du von der zu. Wenn die Jugendlichen be- Gemeinde Lana geehrt. Was begreifen, was frühere Generatio- deutet dir dieser Rückhalt und nen unter extremen Bedingungen wie blickst du nach vorne? durchgemacht haben, schätzen Die Ehrung war eine große Freusie unseren heutigen Frieden und de. Besonders berührt hat mich Wohlstand ganz anders ein. ein älterer Lananer, der mir im Rathaus fest die Hand schüttelte Was ist dir besonders wichtig: Was und sagte: „Du hast es verdient.“ sollen Besucher nach einem Rund- Zukunftspläne schmiede ich keigang mit nach Hause nehmen? ne großen – ich lasse die Dinge
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auf mich zukommen. Solange die Gesundheit mitspielt, mache ich mit voller Leidenschaft weiter. Man kann nichts erzwingen, aber ich hoffe natürlich, dass das Erbe eines Tages von der nächsten Generation weitergeführt wird. Jubiläumsfeier am 16. Mai
Zahlreiche Gäste, Wegbegleiter und Freunde feierten am 16. Mai das 35-jährige Bestehen des „Kleinen Museums“ in Lana. Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat sich das privat geführte Museum des gelernten Schlossers zu einer Dokumentationsstätte der Zeitgeschichte entwickelt und bewahrt heute mehr als 5.000 Exponate aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Neben seiner Tätigkeit als Sammler und Heimatforscher veröffentlichte Schwabl in den vergangenen Jahrzehnten mehrere zeitgeschichtliche Publikationen. Die Festredner den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mai dieses Jahres waren: Museumsbetreiber Alexander Schwabl, Landtagsabgeordneter Harald Stauder, Gemeindereferent Jürgen Zöggeler, Obmann des Heimatschutzverein Lana Albert Innerhofer, Präsident des Kriegsmuseum Rovereto Oswald Mederle und Präsident des comitato storico Val di Ledro Marco Ischia. Philipp Genetti
ON TOUR
LANA
Rundgang in Niederlana Entdecken Sie Niederlana als Wirtschaftsstandort: Erfahren Sie mehr über die vielfältige wirtschaftliche Entwicklung des Ortes und über jene Menschen und Betriebe, die Niederlana bis heute prägen. Handel, traditionelles Handwerk, Landwirtschaft und moderne Unternehmen haben
den Ort über Generationen hinweg gestaltet und ihm seinen besonderen Charakter verliehen. Begeben Sie sich auf einen spannenden Rundgang durch die Geschichte und erleben Sie, wie sich Arbeitswelt, Gewerbe und Wirtschaft im Laufe der Zeit verändert haben. Entdecken Sie
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historische Entwicklungen, bedeutende Betriebe und die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bereiche, die für Niederlana von Bedeutung waren und sind. Dabei wird sichtbar, wie eng die wirtschaftliche Entwicklung mit dem Leben der Menschen und mit der Veränderung des Ortes
verbunden ist. Ein Rundgang durch Vergangenheit und Gegenwart – und ein Blick darauf, wie sich Niederlana als Wirtschaftsstandort entwickelt hat und welche Bedeutung Handel, Handwerk, Landwirtschaft und Betriebe für die Zukunft des Ortes haben.
STANDORT
Leiter Gastro Service – hochwertige Fischspezialitäten
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Leiter Gastro Service
Ein Abstecher zum Sonnenweg führt uns zu Leiter Gastro Service, dem Spezialisten für frischen Fisch und hochwertige Fischspezialitäten. Schon beim Betreten des Geschäfts liegt der Duft von Meer und feinem Räucherfisch in der Luft. Die Auslagen sind abwechslungsreich gefüllt: Lachs, Goldbrasse, heimischer Saibling und saisonale Spezialitäten warten darauf, entdeckt zu werden. Besonders hervorzuheben sind die hauseigenen Räucherspezialitäten: Der frische Lachs wird handwerklich veredelt und erhält dadurch seinen besonderen Geschmack und seine feine Konsistenz. Auch das Räucherforellenfilet gehört zu den beliebten Spezialitäten und überzeugt mit seinem aro-
Hermes – innovative Lösungen für die Landwirtschaft
matischen, fein abgestimmten Räuchergeschmack. Die hauseigene Räucherei steht dabei für traditionelles Handwerk, Frische und Qualität. Bei Leiter Gastro Service wird nicht nur verkauft, sondern mit viel Fachwissen beraten – das Team nimmt sich Zeit, informiert über Herkunft und Fangmethoden, stellt die Produkte vor und gibt wertvolle Tipps zu Lagerung, Zubereitung und passenden Rezepten für den perfekten Fischgenuss zu Hause. Doch Gastro Service ist nicht nur für private Fischliebhaber eine gute Adresse. Auch Restaurants, Hotels und Cateringbetriebe werden zuverlässig mit Lebensmittel und den Fischprodukten beliefert. Mit viel Sorgfalt werden die Produkte portioniert, kontrolliert und ansprechend präsentiert. So wird schnell klar: der Familien-
betrieb Leiter Gastro Service ist weit mehr als ein Fischgeschäft. Hier treffen hochwertige Produkte, handwerkliches Können, fachliches Know-how und echte Leidenschaft aufeinander.
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Hermes
Ein Besuch bei Hermes in der Bozner Straße 72 genügt, um zu erkennen, dass dieser Betrieb für die Landwirtschaft lebt. Was vor fast 50 Jahren als kleine Werkstatt in Gargazon und in Sirmione am Gardasee begann, ist heute ein Spezialist für Ernte- und Mulchtechnik. Seit dem Umzug nach Lana profitieren Landwirte aus der Region zusätzlich von persönlicher Beratung, Vorführungen und schnellem Service. Im Showroom sind Mulchgeräte und
Erntemaschinen ausgestellt – von robusten Standardmodellen, wie Schlegelmulchgeräte Cas tor und Sichelmulchgeräte wie Fisarmonica, bis hin zu Speziallösungen für den Südtiroler Apfelanbau – alle Dank ihrer kontinuierlichen Qualität sehr geschätzt. Als Pionier bei Erntemaschinen mit Förderbändern hat Hermes mit dem „Hermes Fruit Picker“ eine weitere ausgereifte und innovative Lösung entwickelt. Dank des modularen Aufbaus ist er vielseitig und ganzjährig einsetzbar, etwa bei der Obsternte, beim Baumschnitt oder Arbeiten an Hagelnetzen. Auch beim Service setzt Hermes Maßstäbe: Ersatzteile aus eigener Produktion sichern kurze Lieferzeiten und hohe Qualität. Mit Kundennähe, Innovation
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STANDORT
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Zimmerei Kaserer – Holzbau mit Leidenschaft und Erfahrung
und kontinuierlicher Weiter ent wicklung zeigt Hermes, wie moderne Technik die Landwirtschaft effizienter und nachhaltiger machen kann.
Technik. GPS-Baggersteuerung, digitale Vermessung und Planung am PC sowie 3D-Technik, Laser und GNSS ermöglichen eine exakte Umsetzung der Pläne von Architekten und Geometern. Auch im Gartenbau und in der Landwirtschaft sind Flexibilität, Zuverlässigkeit und innovative Lösungen gefragt. Mit Erfahrung, technischem Know-how
Tiefbau, Gartenbau und Landwirtschaft im Burggrafenamt. Manuel Pernthaler Baggerarbeiten steht für präzise, termingerechte und qualitätsbewusste Arbeit – von der Planung bis zur Pernthaler Manuel Umsetzung. Ob Abtragen, Ausheben, Auffüllen oder AbtransWas vor zehn Jahren mit bo- portieren: Im Bau- und Tiefbau denständiger Arbeit und Hand- übernimmt das Unternehmen schlagqualität begann, ist heute unterschiedlichste Aufgaben ein verlässlicher Partner für Bau, und setzt dabei auf moderne
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und persönlichem Einsatz werden Projekte unkompliziert und termingetreu umgesetzt. Zum 10-jährigen Bestehen gilt der Dank allen Kunden, Partnern und Wegbegleitern, die dem Unternehmen seit Jahren ihr Vertrauen schenken. Die Kombination aus Erfahrung, moderner Technik und persönlicher Betreuung bildet die Grundlage für die nächsten erfolgreichen Jahre.
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Gamperdach – hoch hinaus mit Erfahrung und Können
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Zimmerei Kaserer
Die Zimmerei Kaserer liegt in der Handwerkerzone, etwas abseits der Bozner Straße. Schon bei der Hofeinfahrt zeigen Hochregale und vorgefertigte Wandelemente, was den Betrieb auszeichnet: die Verbindung von traditionellem Handwerk und modernem Holzbau. Im Büro und Showroom werden Häuser und Holzkonstruktionen detailliert geplant und anhand maßstabsgetreuer Muster veranschaulicht. In der Halle entstehen mit großer Präzision Holzhäuser, Dachstühle, Balkonkonstruktionen und individuelle Innenausbauten. Moderne, computergesteuerte Maschinen ermöglichen dabei den präzisen Zuschnitt und die Bearbeitung der Holzelemente – vom Entwurf bis zur Montage vor Ort. Gegründet wurde der Handwerksbetrieb 1978 von Markus Kaserer als Zimmerei und Dachdeckerei. Heute führen die langjährigen Mitarbeiter Ulrich Egger und Markus Gruber unterstützt von Rupert Kaserer das Unternehmen mit technischer Erfahrung, neuen Impulsen und großem Engagement in die Zukunft. Erfahrung mit dem Baustoff Holz, die Spezialisierung auf Klima- und Passivhäuser sowie die Zufriedenheit der Kunden prägen die Firmenphilosophie. Neben maßgeschneiderten Neubauten gehören auch Dach- und Wohnungs-
Pomus – Äpfel, beste Qualität aus der Region
sanierungen zum Leistungsspektrum. Kaserer Holzbau steht damit für Qualität, Innovation und nachhaltiges Bauen – und verbindet handwerkliche Tradition mit moderner Holzbautechnik.
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Gamperdach
Dächer begleiten uns jeden Tag. Sie geben Häusern ihre Form prägen Dörfer und werden über Generationen Teil einer Landschaft. Ein gutes Dach verbindet sich mit seiner Umgebung und gibt dem Gebäude gleichzeitig seinen ganz eigenen Charakter. Es bewahrt Vertrautes, schafft Beständigkeit und sorgt dafür, dass Menschen sich geschützt und zu Hause fühlen. Ob klassisches Steildach, moderne Dacheindeckung, zeitgemäße Sanierung oder Arbeiten mit Holz: Seit über 40 Jahren verbinden wir traditionelles Handwerk mit modernen Lösungen. Mit dem Anspruch, Dächer zu schaffen, die nicht nur schützen, sondern einem Haus Wert, Charakter und Beständigkeit geben. Dabei denken wir weiter als bis zum nächsten Wetterumschwung. Langlebigkeit, Energieeffizienz, Sicherheit und ein verantwortungsvoller Umgang mit hochwertigen Materialien gehören für uns selbstverständlich dazu. Denn echte Qualität steckt nicht nur in dem, was man auf den ersten Blick sieht. Sie zeigt sich in
sauberer Arbeit, durchdachten Lösungen und einem Ergebnis, das auch nach vielen Jahren noch überzeugt und – Teil einer Landschaft bleibt. GamperDach steht für: Handwerk mit Erfahrung. Mit Anspruch. Und mit Leidenschaft für das, was bleibt. Gamperdach ist: Handwerk pur.
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Pomus
Die Obstgenossenschaft Pomus entstand im Jahr 2023 durch den Zusammenschluss der OG Cofrum in Marling und der OG Lanafruit in Lana. Die Genossenschaft zählt derzeit ca. 780 Mitglieder mit ei-
HANDWERK PUR. gamperdach.it
STANDORT
ner Anbaufläche von 2.200 ha und einer Anlieferungsmenge von ca. 120.000 Tonnen. Die Obstgenossenschaft hat ihren Hauptsitz in Lana und weitere Standorte in Algund, Marling, Tscherms, Lana, Gargazon und Tisens. Die Mitgliedsflächen verteilen sich auf das gesamte Burggrafenamt. In Kühlzellen werden die Äpfel bei kontrollierter Atmosphäre gelagert. Die Temperatur beträgt dabei 1 bis 2 Grad Celsius, Der Sauerstoffanteil wir auf ein Minimum von ca. 0,5 bis 2 Prozent reduziert und die Luftfeuchtigkeit auf 95 Prozent erhöht. Unter diesen Bedingungen behalten die Äpfel auch über einen längeren Zeitraum ihren hervorragenden Geschmack und können zum idealen Zeitraum vermarktet werden. Mit unserem vielfältigen Sortiment sind wir mittlerweile
in über 70 Ländern vertreten. Mit bis zu 280 Beschäftigten, davon rund 180 am Hauptsitz in Lana, ist Pomus einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Für viele bietet die Genossenschaft einen krisensicheren Arbeitsplatz, an dem Tradition und modernste Technik Hand in Hand gehen. Das Leitbild fasst diesen Anspruch treffend zusammen: Wo Tradition Wurzeln schlägt und Innovation Früchte trägt. Gemeinsam wachsen, gemeinsam ernten. Beim Rundgang durch die Hallen wird deutlich, wie stark Pomus in die Zukunft investiert. Neue, hochautomatisierte Anlagen sorgen für Effizienz und Qualität am Hauptsitz in Lana – weitere Investitionen wie eine neue Sortieranlage und ein Hochregal für sortierte Ware sind geplant. Mit den zunehmenden Investitionen in Automatisierung
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und moderne Anlagen steigt auch der Bedarf an spezialisierten Fachkräften im technischen Bereich, die diese Entwicklung begleiten und vorantreiben. Die OG Pomus wird in den kommenden Jahren vermehrt in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Personalmanagements investieren, um den Mitarbeitenden flexiblere Arbeitszeitmodelle und weitere Benefits anbieten zu können und die gegenseitige Wertschätzung zu fördern, sagt Geschäftsführer Andreas Alber. Großen Wert legen wir auch auf die lokale Kundschaft. So gibt
es am Hauptsitz in Lana einen „Home of apples“-Shop. Hier finden Kunden nicht nur die Äpfel der Genossenschaftsmitglieder, sondern auch Gemüse und bäuerliche Spezialitäten – ein Stück Südtiroler Landwirtschaft zum Mitnehmen. Pomus steht damit beispielhaft für eine moderne, wachsende Genossenschaft, die fest in der Region verankert ist, von hunderten Bauernfamilien getragen wird und zugleich offen für die Anforderungen des internationalen Marktes bleibt. Philipp Genetti
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Last Summer Glow – Aperitivo, Genuss & Live-Music Naturns verabschiedet den Sommer auf stimmungsvolle Weise und begrüßt die goldene Jahreszeit
wird einiges geboten: Der Tennisverein Naturns serviert feine Köstlichkeiten wie Bruschetta, zarten Rindfleischsalat im Paarlbrot und einen Gourmet-Wrap. Dazu werden erfrischende Aperitifs gereicht, die zum Genießen und Verweilen
einladen. Wer es süß mag, darf sich auf traditionelle Apfelkiachl und knusprige Strauben von Karin’s Konditorei aus Naturns freuen – Südtiroler Klassiker, die den genussvollen Abend abrunden. Ob Einheimische oder Gäste, Familien,
Freundesgruppen oder Paare – alle sind herzlich willkommen, gemeinsam den Sommer gebührend zu verabschieden. Wenn die letzten Sonnenstrahlen des Tages verschwinden und der Burggräflerplatz in warmes Licht getaucht wird, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Bei guter Musik, feinem Essen und einem Aperitif lässt sich der Spätsommer noch einmal bewusst erleben. So verbindet der „Last Summer Glow“ sommerliche Leichtigkeit mit dem besonderen Flair der beginnenden Herbstzeit. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Tourismusgenossenschaft Naturns sowie unter www.naturns.it.
Wo? Burggräfler Platz Naturns
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Am Samstag, 19. September 2026, verwandelt sich der Burggräflerplatz in Naturns ab 17:00 Uhr in einen stimmungsvollen Treffpunkt für Genießerinnen und Genießer. Unter Lichterketten und dem funkelnden Sternenhimmel erwartet die Besucherinnen und Besucher ein besonderer Spätsommerabend mit Live-Musik, kulinarischen Köstlichkeiten und geselligem Beisammensein. Für den passenden Sound sorgt das „Tonal Acoustic Duo“. Mit stimmungsvoller und mitreißender Livemusik begleitet das Duo den Abend und schafft den perfekten musikalischen Rahmen für entspannte Stunden. Auch kulinarisch
DORFGESCHEHEN MERAN
Spitzensport und Teamgeist Rugby-Azzurre veranstalten Trainingslager in der Passerstadt Meran hat sich im August einmal mehr als Stadt des Sports und der Gastfreundschaft präsentiert. Mitte August war das italienische Frauen-Rugby-Nationalteam, die „Azzurre“, in der Passerstadt zu Gast. Die Nationalspielerinnen nutzten ihren Aufenthalt für einen intensiven Trainingsblock zur Vorbereitung auf die internationalen Aufgaben im Herbst. Für Meran war der Besuch zugleich eine schöne Gelegenheit, Spitzensport hautnah zu erleben. Nach den Trainingslagern in Parma und Corvara bildete Meran die letzte Station des sommerlichen Vorbereitungsprogramms. Unter der Leitung von Trainer Plinio
Sciamanna und Teammanagerin Giuliana Campanella standen intensive Trainingseinheiten auf dem Programm.
Auf dem Combi-Sportplatz und in der Sporthalle arbeiteten die Spielerinnen an Kondition, Technik, Spielverständnis und dem Zusammenspiel als Mannschaft. Empfang im Rathaus
Außerdem wurden die „Azzurre“ und ihr Betreuerteam im Meraner Rathaus von der Stadtregierung empfangen. Bürgermeisterin Zeller betonte, dass es für Meran eine besondere Freu-
Der Weg des Wassers von der Töll Samstag 19.09.2026 Die technische Führung gibt Einblick in die Nutzung des Wassers zur Stromerzeugung und verläuft von der Wasserfassung bis zum Krafthaus. Startzeiten: 9 und 11 Uhr Anmeldung erforderlich bis zum 16.09.2026:
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de sei, ein Nationalteam von internationalem Format beherbergen zu dürfen. Die Wahl der Stadt sei zugleich eine Anerkennung für die Qualität der Sportanlagen, der Dienstleistungen und der Gastfreundschaft. Vizebürgermeister Zaccaria hob die Bedeutung des Sports für Gemeinschaft und Zusammenhalt hervor. Sportreferentin Hölzl verwies auf die kontinuierliche Arbeit zur Aufwertung der Sportanlagen und die Unter-
school! Back to
je
stützung der örtlichen Vereine. Offenes Training für die Vereine. Besonders erfreulich war die Einbindung der lokalen Rugby-Szene. Am 19. August fand auf dem Combi-Sportplatz ein offenes Training statt, an dem auch die örtlichen Rugby-Vereine teilnehmen konnten. Von 17.30 bis 19 Uhr hatten die jungen Rugby-Begeisterten die Möglichkeit, gemeinsam mit den „Azzurre“ zu trainieren, ihnen bei der Arbeit zuzusehen und Erfahrungen auszutauschen. Auch für die Bevölkerung waren einzelne Trainingseinheiten zugänglich. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer bot sich dabei die Gelegenheit, die hohe Intensität und Professionalität einer Nationalmannschaft unmittelbar mitzuerleben. Doch neben dem Sport blieb auch Zeit für Begegnung und Geselligkeit. Nach einem intensiven Trainingstag traf sich die Mannschaft am Abend im ost west club est ovest zu einem gemütlichen Umtrunk mit Pizza. In entspannter Atmosphäre wurde gemeinsam gegessen, geplaudert und gelacht. Der Abend bot den Spielerinnen eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag und gleichzeitig
die Gelegenheit, Meran und seine Menschen auch abseits des Sportplatzes kennenzulernen. Meran als Trainingsstandort
Der Besuch der italienischen Frauen-Nationalmannschaft ist Teil einer mittlerweile etablierten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Meran, dem Italienischen Rugby-Verband und der Rugby-Sektion des Sportvereins A.S. Merano. Bereits im vergangenen Jahr hatte Meran die italienische U20-Herren-Nationalmannschaft zu einem Trainingslager empfangen. Für die „Azzurre“ war Meran eine wichtige Etappe auf dem Weg zu den kommenden internationalen Herausforderungen. Im September wird die Vorbereitung in Silea fortgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Begegnungen gegen Japan und Südafrika in Fontanafredda im Rahmen der WXV Global Series 2026. Mit ihrem Aufenthalt haben die italienischen Rugby-Spielerinnen Meran sportlich und menschlich bereichert. Meran konnte damit einmal mehr zeigen, dass Sport, Begegnung und Lebensqualität hier bestens zusammenpassen. Thomas Kobler
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DORFGESCHEHEN MERAN
Gemeinsam früher helfen Wenn Kinder oder Jugendliche in schwierige Situationen geraten, sind oft mehrere Stellen gefordert. Schule, Kindergarten, Familie und Sozialdienste sehen jeweils einen Teil der Situation. Entscheidend ist deshalb, dass Informationen zusammengeführt werden und klar ist, wer wann handeln muss. Der Sozialsprengel Meran und Umgebung und die deutschen Bildungseinrichtungen im Raum Meran haben dafür eine Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit getroffen. Eingebunden sind Kindergärten sowie Grund-, Mittel-, Ober- und Berufsschulen. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Kindern und Jugendlichen und die frühzeitige Unterstützung von Familien. Der
konkrete Nutzen liegt vor allem in kürzeren Wegen. Auffälligkeiten und Schwierigkeiten können früher erkannt, Ansprechpartner schneller gefunden und notwendige Hilfen besser abgestimmt werden. Familien sollen nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden. Gleichzeitig wissen Lehrpersonen, pädagogische
Fortbildungen bewährter Praktiken sollen dafür sorgen, dass die Zusammenarbeit nicht nur auf dem Papier funktioniert. Besonders bei Kindern und Jugendlichen zählt oft jede Minute. Frühzeitige Unterstützung kann verhindern, dass aus ersten Schwierigkeiten größere Probleme werden. Schulen und Kindergärten sind dabei wichtige Partner, weil Fachkräfte und Sozialdienste bes- sie Kinder über lange Zeit begleiser, wann und wie die jeweils an- ten und Veränderungen oft früh dere Seite eingebunden werden wahrnehmen. Die Vereinbarung kann. Klare Abläufe helfen auch, schafft damit einen konkreten Zeitverluste und Doppelarbeit praktischen Mehrwert: schneller zu vermeiden. Gerade wenn sich erkennen, klarer zuständig sein familiäre, schulische oder soziale und gemeinsam gezielter und Probleme überschneiden, kann früher helfen. ein gut abgestimmtes Vorgehen entscheidend sein. Gemeinsame Redaktion
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Südtiroler Fleisch, Qualität die man schmeckt Wenn auf dem Teller Qualität zählt, lohnt sich der Blick auf die Herkunft. Fleisch mit Qualitätszeichen Südtirol steht für kurze Wege, kontrollierte Qualität und eine Erzeugung, die in der Region verankert ist. Rinder und Schweine kommen auf Südtiroler Höfen zur Welt, wachsen dort auf und werden im Land geschlachtet. Beim Rindfleisch sorgen 215 lokale
Landwirtschaftsbetriebe für eine kleinstrukturierte Erzeugung. Hofeigenes Heu oder natürliches Futtermittel ohne Gentechnik und mindestens 110 Tage freie Bewegung gehören zu den Qualitätskriterien. Rind und Schwein mit Qualitätszeichen Südtirol zeigen, wie vielseitig regionales Fleisch sein kann. Vom zarten Braten über langsam geschmorte Gerichte bis
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zum Fleisch vom Grill findet sich für viele Genussmomente das passende Teilstück. Wer auf das Qualitätszeichen Südtirol achtet, entscheidet sich bewusst für regionale Kreisläufe und Südtiroler Geschmack. Entdecke die Metzgereien und Bauernhöfe qualitaetsuedtirol.com/fleisch
DORFGESCHEHEN DORF TIROL
Das Johanneum lebt Der Baukörper des Johanneums in Dorf Tirol liegt seit über 20 Jahren im Koma. Der Geist des Johanneums lebt aber. Er ist in den Erinnerungen, Gedanken und Hoffnungen ehemaliger Johanniter lebendig. Dies zeigte sich erneut am 6. August bei einer Wortgottesfeier zum zehnten Jahrtag des Todes des legendären Italienischprofessors Giuseppe Magagna in der Pfarrkirche von Dorf Tirol. Über 30 ehemalige Schüler des Johanneums folgten der Einladung. Arnold Stiglmair aus Pens, emeritierter Professor für Altes Testament an der PhilosophischTheologischen Hochschule Brixen, leitete die Feier mit den Worten ein: „Wir haben uns zusammengefunden, weil wir erinnernd deutlich machen wollen, wieviel wir dem verehrten Professor Giuseppe Magagna und auch den anderen Lehrern bis heute
zu verdanken haben. Sie haben beigetragen zu dem, was wir heute sind.“ Gottlieb Pomella würdigte den außergewöhnlichen Menschen Magagna: „Wenn es einen Lehrer gab, der die Mannigfaltigkeit, aber auch die Zerrissenheit der Welt zur da-
maligen Zeit in der Weltabgeschiedenheit des Johanneums zur Sprache brachte, Wahrheiten hinterfragte, Meinungen zuließ, zur Diskussion stellte und förderte, an den wir uns orientieren und daran wachsen konnten, dann war er es.“ Besonders
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„Gemeinsam aktiv“: Zeit für Gemeinschaft Ein Spaziergang, eine Partie Karten, ein Kaffee oder einfach ein gutes Gespräch: Oft sind es die kleinen Dinge, die einen Tag bereichern. Genau darum geht es beim Begleitdienst „Gemeinsam aktiv“. Freiwillige des Weißen Kreuzes besuchen ältere Menschen einmal pro Woche zu Hause und gestalten die gemeinsame Zeit ganz nach deren Interessen: spazieren gehen, plaudern, spielen, sich bewegen oder einfach da sein. Die Nachfrage nach dem Begleitangebot wächst. Deshalb sucht das Weiße Kreuz jetzt Menschen, die sich in Bozen, Meran oder Brixen engagieren möchten. „Wer sich Zeit für andere nimmt, schenkt nicht nur Lebensfreude, sondern erlebt selbst Gemeinschaft“, sagt Alexander Schmid,
berührend waren die Erinnerungsworte von Magagnas Sohn Vincenzo an seinen Vater, der sich mit 59 Jahren noch in den Laienstand versetzen ließ und heiratete. Nach der von Theo Rifesser an der Orgel begleiteten Feier führte Ortspfarrer Edmund Ungerer die Gruppe zur Marmorplatte in der Mitte des Friedhofs, auf der die Namen aller im Knabenseminar Johanneum und zuvor im St. Fidelishaus der Kapuziner tätigen Priester eingraviert sind. Beim anschließenden Mittagessen im Restaurant Tiroler Kreuz tauschten sich die Altjohanniter aus, erzählten Anekdoten aus ihrer Seminarzeit und beschworen den Geist und die Werte des Johanneums, die sie fürs Leben geprägt haben.
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WANDERN ALGUND
Walderlebnisweg Aschbach Tage, an denen das Wetter so unstabil ist, dass man nur eine kurze Runde macht, die man dann je nachdem ausdehnen kann.
Aschbach und seine zwei Kirchen Binnen weniger Minuten bringt uns die Eu- der Walderlebnisweg vom Hauptweg ab und Auf Entdeckungsreise len – Schwebebahn von Rabland (522 m) beginnt in gemütlichen Serpentinen anzu- „In den Wäldern sind Dinge, über die nachnach Aschbach (1349 m). Kurz nach rechts, steigen. zudenken, man jahrelang im Moos liegen dann geht es hinab zum weithin sichtbaren könnte.“ (Franz Kafka) Ein Barfußweg lädt Kirchlein Maria Schnee aus dem späten 17. Bäume und Vögel zum Ertasten der verschiedenen Böden ein, Jh., das wir unbedingt besuchen wollen. „Bäume sind Gedichte, die die Erde in den ein überdimensionaler Trichter zum Hören – Himmel schreibt“. Mit diesem Zitat von Ka- und wirklich, es zwitschert und zirpt, dass Erst in Richtung Naturns hil Gibran entdecken wir zahlreiche, in den man einstimmen möchte in all diesen Jubel. Wir folgen dem Wegweiser Walderlebnis- Boden verankerte Stämme der verschiedenen Schließlich haben wir die Höhe erreicht und weg, bzw. Markierung 16 und kommen, kurz Baumarten, sowie originelle Kisten für die damit auch eine Kreuzung mit der MB – Rouwieder etwas ansteigend, zum Thalerhof. „Früchte“ der Bäume, die Zapfen. Schautafeln te und anderen Wanderwegen. Wir bleiben Hier hört der Asphalt auf und es beginnt die informieren uns über die ungefähr achtzehn auf unserem Erlebnisweg, neugierig auf alles, Forststraße „Kalkofen“. In ebener Wande- Baumarten in diesem Gebiet, sowie, dass es worauf er uns aufmerksam macht: auf Spuren rung überqueren wir eine Wiese, entdecken hier in diesem Mischwald nicht weniger als der Waldtiere, auf die Ameisen in ihrer fasden Gelben Fingerhut, sowie Königskerzen. neunzig Vogelarten gibt, die sehr unterschied- zinierenden Welt, die verschiedenen BaumDann umfängt uns der Wald, den wir heute lich brüten. Dazu passend sind Holzkisten mit schwämme und andere Pilzarten, auf Farne ganz intensiv und bewusst erleben. Noch ein vielen, vom Winde verwehten und von Kin- und Moose. Sogar das Pech (Harz) wird uns als Antibiotikum der Bäume nahegebracht. Stück geht es eben weiter, dann zweigt links dern gesammelten Vogelnestern aufgestellt.
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WANDERN
Diesem Zeichen folgen wir
Sehr anschaulich
Wer hat wohl hier gewohnt
Ohne Insekten, kein Mensch
Das kleine Kichein Maria Schnee Ein faszinierendes Panorama Der Weiler Aschbach immer dunkler werden, sind wir dankbar, Wir queren nun am oberen Rand eine Wie- Zurück zum Dorf, wählen wir nun den obe- hernach mit der Seilbahn rasch wieder ins se und uns bietet sich ein herrliches Bild. ren Weg und kommen von oben zur schmu- Tal zu kommen. Wie auf einem Präsentierteller liegt Asch- cken, neugotischen Herz-Jesu-Kirche, die bach mit seinen zwei Kirchen unter uns. geöffnet ist. Wir erfahren, dass das Dörf- Christl Fink Weit geht der Blick hinauf in den Vinsch- chen 13 Höfe zählt und rund 70 Einwohner gau, sowie zum Meraner Talkessel, alles hat. Bis zum Bau der Seilbahn vor 50 Jahren eingerahmt von der Texelgruppe. (1970) wurde es bloß über steile Fußwege An einem Insektenhotel vorbei kommen erreicht. Das einstige Schulhaus, seit Jahren wir schließlich zu einem Waldxylophon. aufgelassen, da die Kinder nun im Tal die Wer hätte gedacht, dass jede Baumart ihren verschiedenen Schulen besuchen, ist nun als eigenen Klang hat? Nach einem kurzen, et- „WERK statt SCHUAL“ zu neuem Leben erStart: Bergstation Aschbach 1349 m was steileren Stück abwärts wandern wir in wacht. Kinder, wie Erwachsene, haben hier Walderlebnisweg: Rundweg im Auf und Ab 154 Höhenmeter der Runde zurück ins Dorf. Zuvor erfahren die Möglichkeit, das Motto: „Zurück zur wir noch etwas davon, wie einst die gefäll- Natur“ neu zu erleben. Der Aschbacher Hof, Reine Gehzeit: 1 Std., mit dem Lesen ten Baumstämme zu Tal befördert wurden, für seine köstlichen, hausgemachten Torten und Betrachten 2 - 2,30 Std. wie gefährlich diese Arbeit war und heute bekannt, verwöhnt uns nach der Rundwannoch ist. derung mit Speis und Trank. Da die Wolken
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