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THEMA 04 | Nachhaltig reisen
Es wird schon werden
STRASSENGESCHICHTEN 09 I Verpflichtung seit...
Kommentar von Walter J. Werth
Der Sommer ist Geschichte, und geht in die Geschichte als „heiß und trocken“ ein. Auch als ein Sommer ohne „Loch“. Zumindest die Medien hatten laufend Stoff um ihre Leser, Seher und Hörer mit politischen Nachrichten zu versorgen. Für diese Nachrichten sorgten politische Hitzköpfe in Rom, die es anscheinend nicht lassen können, Unfrieden zu stiften. Die es nicht ertragen können, dass ein weltweit angesehener Mensch im Stande sein kann, gut und vernünftig zu regieren, ohne einer Partei untergeordnet zu sein. Das Gerangel um einen gut dotierten Sitz in Kammer und Senat ist diesmal besonders hart. Die Sitze sind weniger geworden. Gott sei Dank ist wenigstens dies gelungen. „Viele Köche verderben den Brei“, lautet ein altes Sprichwort. Und deren Köche im Parlament sind immer noch deren viele. Zu viele. Kein schönes Bild ergaben auch die Vorwahlen in unserem Land. Bleibt nur zu hoffen, dass wir, das Wahlvolk, uns besonnen verhalten. Vor allem aber von unserem Recht Gebrauch machen, überhaupt zu wählen. Wählen ist unser Recht, nicht nur unsere Pflicht!Wir dürfen nicht resignieren. Wir müssen uns nur umfassend informieren und uns nicht einseitig blenden lassen. An das Gute glauben und zuversichtlich in die Zukunft schauen. Auch wenn wir Schauermärchen aller Art hören, von kalten Wintertagen ohne Gas und Strom. Es gab immer gute und weniger gute Zeiten. Not macht erfinderisch und „selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist“. In diesem Sinne kann sich vieles zum Besseren wenden. Besser wäre es auch, wenn wir endlich einsehen, mit der Bodenversiegelung aufzuhören. Bei so vielen leerstehenden Arealen in bestehenden Industrie-und Gewerbezonen ist es wirklich nicht nötig, auf der grünen Wiese neue Ansiedlungen zuzulassen. Und auf Grund erpresserischer Drohungen durch eine mögliche Abwanderung schon gar nicht.
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PORTRÄT 12 I Margareth Graf... 14 I Ein Vorbild für die Politik...
BAUWERK 25 I Hofladen Rabland
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STANDORT 29 I Marlings Zukunft
SCHAUFENSTER 34 I Starkes Duo – bio & regional 36 I Steinmetz – Einzigartiges...
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WANDERN 38 I Zur Düsseldorfer Hütte…
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40 Impressum
– Burggräfler Zeitschrift . 39011 Lana . Industriestr. 1/5 Tel. 0473 23 30 24 . Fax 0473 23 57 09 . www.diebaz.com . baz@bezirksmedien.it Redaktionsanschrift: Bezirksmedien GmbH . Telefon 0473 23 30 24 . Fax 0473 23 57 09 . E-Mail: redaktion@diebaz.com Ermächtigung des Landesgerichts Nr. 19/93 . Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Koordination: Claudia Kaufmann, claudia@diebaz.com Redaktionsleitung: Josef Prantl, Tel. 340 2306888, josef.prantl@fastwebnet.it Mitarbeiter: Josef Prantl, Claudia Kaufmann, Christl Fink, Philipp Genetti, Wilfried Mayr, Michael Andres, Martin Geier, Jasmin Maringgele, Walter Werth, Christian Zelger, Markus Auerbach Werbeverkauf: Claudia Kaufmann, Tel. 347 974 42 70 . claudia@diebaz.com Sonja Trogmann, Tel. 335 839 94 00 . sonja@diebaz.com Irene Niederl, Tel. 347 895 84 69 . irene.niederl@gmail.com Grafik und digitale Druckvorstufe: Fotolitho Lana Service, info@fll.it Druck: Athesia Druck GmbH . Weinbergweg 7 . 39100 Bozen
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THEMA
Nachhaltig reisen Nachhaltig zu leben, lautet das Gebot der Stunde, und so beschließen wir mit dem Zug von Meran nach Salzburg zu fahren. Sollte das gut gehen, wird in Zukunft nur mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln verreist. Ein Versuch ist es allemal wert. von Josef Prantl
Neben dem Flugzeug ist es das Auto, das die meisten Treibhausgase ausstößt. Wer mit dem Fernbus oder Zug verreist, hinterlässt einen besseren CO2-Fußbadruck. Das motiviert uns und fühlt sich richtig gut an. Mit einem guten Gewissen lassen wir uns also auf den Wochen-
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endtrip ein. Die erste Schwierigkeit zeigt sich beim Buchen der Tickets. Bis Innsbruck klappt das am Schalter in Meran recht gut, danach geht es aber nur mehr online. Leider sind wir zu spät dran und so gibt es keine „Sparschiene“ mehr. 90,20 Euro zu zweit von Innsbruck nach
Salzburg mit dem Railjet Xpress ist nicht wenig. Wir machen die Rechnung: schon zu zweit wäre es günstiger, mit dem Auto von Meran nach Salzburg zu fahren. Aber, so erklärt uns ein freundlicher Trenitalia-Zugführer: „Sie reisen entspannt, sicher, laufen nicht Gefahr,
in einen Unfall zu geraten oder sich eine Verkehrsstrafe einzuheimsen.“ Das klingt überzeugend und bestätigt uns noch mehr, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Zug fällt aus
Verreisen mit dem Zug will gelernt sein: das beginnt schon bei der Reservierung der Tickets. Je früher, umso günstiger. Dann heißt es, richtig zu packen, die geeigneten Koffer und Taschen mitzuführen, handlich, nicht zu groß, nicht zu schwer. Aus Erfahrung lernt man! Die erste Überraschung gibt es gleich zu Beginn der Reise am Untermaiser Bahnhof: Der Zug fällt aus! Das ist zuerst einmal ein kleiner Schock, denn wie soll es weitergehen, die Anschlüsse am Brenner, in Innsbruck sind schließlich reserviert. Von Bozen fährt ein Zug auf den Brenner, sodass der Fahrplan eingehalten werden könnte. Also geht es mit dem Auto nach Bozen, ein Wochenende im Parkhaus kann man noch zahlen, für das Reisebudget bedeutet es aber eine unerwartete Preissteigerung. Wir fragen uns, warum unangekündigt ein Zug ausfällt. Technische Gründe werden meist als Erklärung von offizieller Seite angekündigt, oft ist es aber auch der prekäre Personalmangel, den auch Trenitalia zu spüren bekommt, wie es unter vorgehaltener Hand heißt. „Der Job des Zug- oder Lockführers ist heute ein gefährlicher Beruf “, sagt uns ein befreundeter Bahnmitarbeiter. Vor allem abends und nachts. Bedrohungen von betrunkenen Fahrgästen, oft ohne Tickets, ohne FFP-2 Maske sind an der Tagesordnung. Es braucht ganz schön Courage als Zugführer allein unterwegs zu sein. Die Ordnungskräfte kommen zwar, wenn man sie ruft, aber auch hier fehlt das
Personal. Wen wundert es, dass diesen Job kaum einer mehr machen möchte. Dazu kommen die verpflichtende Zweisprachigkeit und der Maturaabschluss. Warum dies bei den SAD-Angestellten allerdings nicht verlangt wird, ist nicht nachvollziehbar. Brenner-Innsbruck
Die Fahrt auf den Brenner verläuft reibungslos. Der Zug ist sauber, Sitzplätze gibt es genug, mit reichlich Beinfreiheit. Die Landschaft gleitet vorbei und hinterlässt das Gefühl von ungezwungenem Reisen. Am Brenner heißt es umsteigen und nichts im Zugabteil zu vergessen. Hier beweist sich wieder einmal, wie wichtig es ist, richtiges Reisegepäck dabei zu haben. Schließlich muss es schnell gehen. Pünktlich startet der ÖBB-Zug nach Innsbruck. In Innsbruck erwartet uns die nächste Überraschung. Der Railjet Xpress hat Verspätung: aus einer halben Stunde werden es mehr und schließlich heißt es, auf den Bus umzusteigen. Grund sei ein Polizeieinsatz, wie eine Frauenstimme aus dem Innsbrucker Bahnhofslautsprecher schwer verständlich tönt. Wir sind enttäuscht: Müssen wir wirklich mit dem Bus auf die Autobahn und wo steht der Bus? Wir fragen noch einmal nach, schließlich haben wir die Sitzplätze im Zug reserviert und 90 Euro sind kein Trinkgeld. „Dann steigen Sie halt auf den Ersatzbus um“, sagt ein ÖBB-Angestellter forsch. „Er wartet schon!“ Mit dem Ersatzbus nach Salzburg
Wir hetzen zum Bus. Der Fernbus ist voll besetzt, die Autobahn auch. So nach Salzburg
zu fahren, beschert nicht unbedingt angenehme Reisegefühle. Dazu kommt die Sorge vor einem Stau, denn das würde bedeuten, dass wir die „Jedermann“-Aufführung vor dem Salzburger Dom verpassen. So weit wird es aber nicht kommen. Nach mehr als 2 Stunden erreichen wir erschöpft die Mozartstadt. Resümee: Von Meran nach Salzburg in fast 8 Stunden, Kosten rund 125 Euro pro Kopf. Das mag Pech sein. Unter nachhaltigem Reisen stellen wir uns aber etwas anderes vor. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes mit Lars Eidinger als Jedermann in der Hauptrolle bei herrlichem Sommerwetter vor dem Salzburger Dom wiegt aber dann alle Strapazen wieder auf. Zurück nach Meran
Mit dem Taxi geht es am nächsten Tag zum Hauptbahnhof. Die Fahrt im Schnellzug nach Innsbruck ist angenehm. Mit 7 Minuten Verspätung erreicht der ÖBB-Railjet Innsbruck. Das ist zwar nicht viel und wäre akzeptabel, wenn nicht gerade diese Minuten entscheiden, den Anschluss auf den Brenner noch zu erreichen. So heißt es noch einmal, eine Stunde auf dem Innsbrucker Bahnhof zu warten. Aber das sind wir mittlerweile gewohnt! Fazit: Wer mit dem Zug reist, muss Zeit und Geduld aufbringen. Und gut vorbereitet sein, vor allem, wenn es ins Ausland geht. Günstiger als mit dem Auto zu fahren, ist Zugreisen leider auch nicht. Aber wenigstens haben wir etwas für die Umwelt getan und unseren CO2-Fußbadruck kleiner ausfallen lassen. So heißt es jedenfalls immer wieder. BAZ 16/22
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THEMA
Wir haben zu lange auf das Auto und die Straße gesetzt Die italienischen Staatsbahnen (FS) wurden 1905 gegründet und beschäftigen heute 83.000 Mitarbeiter. 1990, also vor mehr als 30 Jahren, waren es noch etwa 200.000 Mitarbeiter. Roger Hopfinger ist seit knapp 20 Jahren Trenitalia-Generaldirektor der Landesdirektion Bozen und heute Regionalmanager Trentino-Südtirol mit rund 350 Mitarbeitern. Trenitalia ist seit dem Jahr 2000 eine Tochtergesellschaft der FSI (Ferrovie dello Stato Italiano) und heute ausschließlich für den Personenverkehr zuständig. Sehr erfolgreich sind im inneritalienischen Fernverkehr die „Frecce“. Auf den Hochgeschwindigkeitslinien Turin-Mailand, Rom-Neapel und weiteren Schnellfahrstrecken verkehren die Frecciarossa-Züge mit bis zu 300 km/h. Für den Regionalverkehr sind die Regionen und die Autonomen
Provinzen Bozen und Trient zuständig, die mit den Transportunternehmen Serviceverträge für eine Dauer von sechs bis zwölf Jahren unterzeichnen. Deshalb haben wir in Südtirol Dienste von Trenitalia und Dienste vom Unternehmen „SAD Nahverkehr AG“ mit rund 180 Mitarbeitern. Die aktuellen Dienstverträge mit Trenitalia und mit SAD sind noch bis Ende 2024 gültig. Seit mehreren Jahren verkehren in Südtirol auch die neuen Flirt-Züge. Diese wurden zunächst von der STA, der Gesellschaft des Landes, die für Infrastrukturen und Mobilität in Südtirol zuständig ist, im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung angekauft und danach der SAD zur Verfügung gestellt. Bald darauf kaufte auch Trenitalia im Rahmen des neuen Dienstvertrages mit dem Land Südtirol und im Abkommen mit der STA wei-
tere Rollmaterialien der Reihe „Flirt“ (die „bunten“ Züge). SAD, Trenitalia, STA und RFI
Auch Trenitalia hat ihre Dienste aufgestockt. In den gleichen Jahren wurden beträchtliche Investitionen von Seiten des Landes durch STA (Südtiroler Transportstrukturen AG) in Zusammenarbeit mit RFI, dem italienischen Infrastrukturbetreiber, in die Bahnhöfe Südtirols getätigt und das neue Ticketing-System ins Leben gerufen. Heute sind weitere Projekte geplant wie der Brenner-Basis-Tunnel, die Riggertalschleife, der Ankauf weiterer Rollmaterialien, um nur einige zu nennen. 2021 übernahmen die STA anstelle der SAD den Betrieb der Rittner Bahn, der Rittner Seilbahn und der Mendelbahn. Was die Fernverkehrszüge angeht, konnte nach langer Koope-
ration zwischen Trenitalia, Deutscher Bahn und den Österreichischen Bundesbahnen die Zusammenarbeit vor rund 20 Jahren aus Kostengründen nicht mehr in der damaligen Form fortgesetzt werden. So zog sich Trenitalia 2009 auf der Brennerachse komplett aus dem Fernverkehr zurück und die grenzüberschreitenden EC-Verbindungen von Mailand, Bologna, Venedig und Verona nach München wurden eingestellt. Kurzfristig entschlossen sich dann die Deutsche Bahn (DB) und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die Züge im sogenannten Brenner-Kooperationsverkehr auf der gesamten Strecke von DB und ÖBB selbst zu betreiben, allerdings sehr reduziert in der Anzahl. Auf italienischem Gebiet erfolgte dies aus technischen Gründen in Zusammenarbeit mit dem Bahnunternehmen „LeNORD“.
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Es ist gar nicht so einfach, den Überblick über die vielen unterschiedlichen Fahrkartenpreise zu erhalten. Wie kommt man am schnellsten zur günstigsten Fahrkarte?
Die BAZ sprachen mit Trentino-Südtirols Trenitalia-Chef Roger Hopfinger über das Reisen mit dem Zug und die Schwierigkeiten dabei, aber auch die Zukunftsvisionen.
Südtirols Trenitalia-Chef Roger Hopfinger
Nachhaltig reisen: Ist der Zug dafür das geeignete Verkehrsmittel?
Roger Hopfinger: Natürlich ist der Zug nachhaltig. Es ist bewie-
sen, dass eine Fahrt mit dem Auto viel mehr CO2-Ausstoß verursacht als eine Reise mit dem Zug. Die Mobilität befindet sich in einem raschen Umwandlungsprozess und wir werden sehen, was uns die Zukunft bringt (neue Rollmaterialien, Elektromobilität, Wasserstoff, aber auch Smart Working, Share Economy, etc.). Es ist aber klar, dass die kollektiven Transportmittel nachhaltiger sind und wo – wie bei uns – dank riesiger Investitionen die Qualität gegeben ist, können diese eine echte nachhaltige Alternative zum Individualverkehr sein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als unsere Züge nicht einmal mit einer Klimaanlage ausgestattet waren. Und wir kämpften damals mit den Reinigungsfirmen, um die veralteten Züge sauber zu halten. Wir haben seitdem hunderte von Millionen mit dem Land für die Erneuerung des Fuhrparks investiert. Trenitalia betreibt heute schon ausschließlich elektrische Züge. Nachhaltig sein heißt aber noch vieles mehr. Nachhaltigkeit bedeutet, effizient und wirtschaftlich zu arbeiten, respektvoll gegenüber Kunden und Mitarbeitern zu sein, die Instandhaltung und die Produktion mit geringer bzw. womöglich keiner Verschwendung von Ressourcen zu garantieren. Es heißt auch – im Interesse aller - kooperativ zusammenzuarbeiten und das auf allen Ebenen.
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Eine Fahrkarte nach Österreich bzw. Deutschland zu buchen, ist auch nicht so einfach. Am Schalter geht das gar nicht mehr. Warum sind die Verbindungen nach Salzburg oder München so schwierig geworden und mit etlichen Umstiegen nur mehr möglich?
Zur Zeit betreibt Trenitalia keine Züge auf dieser Strecke. Ich kann aber sagen, dass wir auch in einem kürzlich stattgefunden Treffen mit den deutschen und österreichischen Kollegen über neue Kooperationen geredet haben. Die Erreichbarkeit von Südtirol ist ein wichtiges Thema. Aus dem Süden sind jetzt gute Anbindungen garantiert, mit Zügen, die bis Kalabrien fahren und Sommerdienste, die ebenfalls gefragt sind. Richtung Norden oder aus dem Norden gibt es neben den EC-Zügen noch zu wenig Angebot. Das Land hat sich eine Verbindung nach Salzburg/ Wien gesichert. Was unseren Nahverkehr angeht, haben wir die Fahrpläne mit den Kollegen der
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Da LeNORD mittlerweile mit der Regionaldirektion Lombardei von Trenitalia zu „Trenord“ fusioniert ist, ist Trenitalia indirekt wieder an diesem Verkehr beteiligt. Seit 2010 betreibt Trenitalia auch den EuroCity in die Schweiz gemeinsam mit den SBB, nachdem Cisalpino (eine Kooperation von SBB und Trenitalia) gescheitert war. Der internationale Bahnverkehr über den Brenner ist allerdings nicht mehr das, was er einmal war.
In der Tat ist in den letzten Jahren in dieser Hinsicht sehr viel geleistet worden. Natürlich riskiert man die Übersicht zu verlieren, aber die Vielfalt bedeutet auch, den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das neue TicketingSystem des Landes stellt eine große Innovation dar. Die Tarife sind noch erschwinglich geblieben, vor allem im Vergleich mit den benachbarten Regionen, vor allem im Ausland. Im Fernverkehr haben wir neue Möglichkeiten geboten, die besonderen Kategorien zugutekommen, Kindern KurzurlaubTouristen, Familien. Was die günstigsten Tarife betrifft, ist es immer wichtig, sich am Schalter beraten zu lassen, oder beim Online-Kauf auf die Vergünstigungen zu achten und natürlich möglichst früh zu buchen.
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ÖBB angepasst. Somit ist eine Weiterfahrt Richtung Innsbruck jetzt seit Jahren möglich, vor allem für unsere Studenten. Die neuen Flirt-Züge ermöglichen heute auch die Weiterfahrt ohne lange Wartezeiten nach Österreich und das ohne Maschinenwechsel zum Beispiel nach Lienz, was bis vor 15 Jahren noch undenkbar war. Es ist aber klar, dass noch viel Arbeit vor uns steht. Letztes Jahr ist der „Connecting-Europe-Express” durch Bozen und ganz Europa gefahren. Es ist ein Zug, der monatelang unterwegs war und die verschiedenen EU-Länder durchquert hat, gerade um das Interesse aller auf das europaweite Eisenbahnnetz zu wecken. Es gibt großartige Projekte auf europäischer Ebene und das Transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T) ist ein Hauptprojekt der Union, um die Erreichbarkeit der Regionen und die Harmonisierung im Grenzverkehr zu fördern. Das Problem ist nur, dass wir Geduld haben müssen bis zur vollen Realisierung dieser Pläne, da man ganz schlicht und einfach viel zu lange auf Individualmobilität, Beton, Teer und Benzin gesetzt hat. Heute sind wir aber zu einer Meinungsänderung der Bevölkerung und der Entscheidungsträger gekommen und das ist vielversprechend und die neue Zeit hat schon begonnen. Ist der Zug ein verlässliches Verkehrsmittel? Immer wieder kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen.
Wie jedes Verkehrsmittel leidet auch die Bahn unter verschiedenen Störfaktoren. Die Südtiroler Bahn war lange Zeit die pünktlichste Bahn Italiens. In letzter Zeit gelang uns das aufgrund des immer größeren Verkehrs auf der Brennerachse, aber vor allem der Bauarbeiten auf der Schiene (auch auf den Nebenstrecken der Meraner- und Pustererbahn) nicht mehr. Die Infrastrukturarbeiten waren und sind notwendig, allerdings geht dies auf Kosten der
Pünktlichkeit. Dazu kommen die immer gewaltigeren Wetterausbrüche mit Erdrutschen, Überschwemmungen und Baumfällen in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnlinien. Heute als Zug- oder Lokführer zu arbeiten, ist nicht ungefährlich. Vor allem nachts.
Was unsere Nahverkehrsdienste anbelangt, verkehren wir nur geringfügig in der Nacht. In der Nacht verkehren vor allem die Warentransporte. Was die bahntechnische Sicherheit angeht, zählt die italienische Eisenbahn zu den sichersten weltweit. Der technologische Fortschritt hat es ermöglicht, dass Zug und Schiene ständig im Dialog sind, um es vereinfacht auszudrücken, damit auch im Falle eines menschlichen Fehlers das System einschreiten kann und zum Beispiel der Zug automatisch gebremst wird. Die Ausbildung des Personals ist sehr gründlich. Was die Sicherheit der Menschen im Zug betrifft, so ist es in der Vergangenheit manchmal zu unguten Vorkommnissen gekommen. Der Zug ist ein Spiegel der Gesellschaft. Mit Fahrgästen, die sich nicht an die Regeln halten, ist es für die Zugbegleiter nicht einfach. Leider ist es auch zu Handgreiflichkeiten gegenüber Zugbegleitern gekommen, wie man aus der Presse entnehmen konnte. Unsere Aufmerksamkeit ist daher immer hoch und wir kooperieren mit den Ordnungskräften und den anderen involvierten Strukturen, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Trenitalia verlangt von ihren Mitarbeitern Matura und Zweisprachigkeit. Bei der SAD würde das nicht verlangt, heißt es. Macht es das nicht schwierig, Mitarbeiter zu finden?
Ja, das ist sehr schwierig, aber nicht nur für uns. Auch im privaten Sektor findet man die gleiche Situation vor. Und reden wir nicht von der öffentlichen Hand: da gibt es enorme Schwierigkeiten die
Rentner zu ersetzen, man findet kaum noch Mitarbeiter. Wir müssen uns an den Proporz und die Zweisprachigkeit halten. Lokführer müssen laut europäischer Norm auch die Matura haben. Wir suchen ständig neue Mitarbeiter. Interessierte finden unter https:// www.fsitaliane.it/lavoraconnoi. html unsere Stellenausschreibungen. Wollten wir vom Auto wirklich wegkommen, müssten die öffentlichen Verkehrsmittel dann nicht viel attraktiver gemacht werden?
Jedes Verkehrsmittel macht Sinn. Man sollte es aber sinnvoll einsetzen. Sollten wir uns aber nicht viel mehr fragen, ob wir uns wirklich so viel bewegen, immer so mobil sein müssen? Kann man das Leben nicht auch etwas sanfter gestalten? Ich glaube schon. So sollte man alles, was zu Fuß erreichbar ist, auch zu Fuß angehen. Die öffentlichen Verkehrsmittel so billig wie möglich zu machen, ist nicht unbedingt sinnvoll, weil man so auch unnötige Mobilität verursacht. Ein Beispiel ist das 9-Euro-Ticket in Deutschland. Das System ist an die Grenze gefahren worden, weil die Voraussetzungen nicht gegeben waren, um einen so rapiden Zuwachs der Fahrgäste zu verkraften. Was die Eisenbahn betrifft, brauchen wir gewiss längere Züge, mit größeren Kapazitäten, wir brauchen aber auch mehr Kontrolle und Ordnung im Allgemeinen in unserer Gesellschaft, mehr Respekt vor dem öffentlichen Eigentum. Wir brauchen eine dichtere Vernetzung der verschiedenen Transportmittel, eine engere Zusammenarbeit. Was wir aber unbedingt brauchen, ist es, von der Mentalität des „Besitzens“ zur Mentalität des „Zugriffs“ überzugehen. Wir teilen uns die Transportmittel in Zukunft mit unseren Mitmenschen, ohne zu erwarten, dass wir den gleichen Komfort haben und die gleiche Flexibilität wie mit dem eigenen Auto. Und wir gehen dann zu Fuß zum Bahnhof.
STRASSENGESCHICHTEN
Verpflichtung seit Jahrhunderten Als seine Großmutter gehört sie zu den bekanntesten Personen rund um Jesus, dabei wird sie in der Bibel gar nicht erwähnt: die Heilige Anna. Trotzdem wird sie zusammen mit ihrem Mann Joachim seit dem Mittelalter verehrt. In Tscherms gibt es eine St.-Anna-Kirche samt St.-Anna-Weg.
Am 4. Dezember 1846 veröffentlichte das „Bozner Wochenblatt“ den Hinweis auf eine bevorstehende Versteigerung. Im Nachlass des drei Monate zuvor an Lungensucht verstorbenen Rittmeisters Johann von Schöpfer befanden sich 350 Yhren Rot- und Weißwein, das entspricht in etwa 27.000 Liter. Der Wein, der „aus sogenannten Krätzer – als Most präparirten – und Prutzler – von den Stengeln gereinigten Weine“ bestand, wurde in der Wohnung des Erblassers in Baslan oberhalb Tscherms gegen sofortige Barzahlung versteigert. Wie hoch der Erlös war, hat man nie erfahren. Der Familienname von Schöpfer ist eng verbunden mit dem Ort und der St.-Anna-Kirche. Bartholomäus Schöpfer, getauft 1608 in Lana, war Zöllner am Gampen, Gerichtsanwalt in Marling und Gutsbesitzer in Baslan. Im Alter von 54 Jahren beschloss er, zum Lobe Gottes auf eigene Kosten eine kleine Kirche zu erbauen. Nicht anders als heute, benötigte er dafür eine Baugenehmigung. Von weltlicher Seite erteilte Graf Karl Siegfried Fuchs die Bewilligung, von kirchlicher Seite Provikar Johannes Leonardellus – mit der Auflage, das Kirchlein dem Namen Jesu, der Jungfrau Maria und den Heiligen Josef, Joachim und Anna zu weihen. Ebenfalls wenig anders als heute, gilt es für die Erhaltung der Immobilie zu sorgen. Damit die Kirche auch in Zukunft abgesichert war, wurde sie mit einigen Gütern wie Wiesen und Äckern ausgestattet. Dafür sollten für die Schöpfer’sche Verwandtschaft jährlich 18 Messen gelesen werden. 1843 verpflichtete sich dann der eingangs erwähnte Rittmeister Johann durch eine weitere Stiftung die Erhaltung der Kapelle sicherzustellen. Dazu gehörte das Gebäude als solches, wie auch die Ausstattung, die das Feiern der Heiligen Messe jederzeit ermöglichen solle. Schon früher hatten sich andere Schöpfer in St. Anna verewigt. Am Fuß des Altarbildes ließ Bartholomäus’ Sohn eine Inschrift anbringen, die auf die Bautätigkeit 1663 hinweist. 1681 finden wir einen Franz Schöpfer mit seiner Frau Katharina Herzog, die den Altar und seine Vergoldung finanziert haben. Die Ursprünge der Kirche gehen, wie erwähnt, auf eine Privatstiftung zurück. Auch noch im 20. Jahrhundert spürte man diese Verpflichtung. Der Putz bröckelte bereits von den Außenmauern, der Innenraum wies Schäden auf, eine Entfeuchtung erwies sich als ebenso notwendig. Die Familie Schrötter, Besitzer des Schöpferhofs, zu dem St. Anna gehört, ließ deshalb das Kirchlein gründlich restaurieren
Die St.-Anna-Kirche in Tscherms am gleichnamigen Weg
und stiftete eine zweite Glocke. Das ehemalige Geläut wurde, wie so viele andere, während des Ersten Weltkrieges im Zuge der Metallbeschaffung abgenommen und eingeschmolzen. Eine erste neue Glocke, möglich durch die „großmütige Spende mehrerer Wohltäter“, wurde bereits 1927 zur „allgemeinen Freude der Fraktion und der Umgebung“ feierlich eingeweiht, schreiben die „Dolomiten“. Doch die Glocken waren nicht das Einzige, das im Laufe der Zeit abhanden gekommen war. Als die vollständig restaurierte Kirche am St.-Anna-Tag 1986 von Dekan P. Peter Lantschner und Pfarrer Alois Zelger wiedereingeweiht wurde, konnte man das neugeschaffene Altarbild von Ernst Müller bewundern. Das barocke Altarbild war zusammen mit anderen Kunstwerken schon vor längerer Zeit gestohlen worden. Am 13. März 1931 berichtete die „Alpenzeitung“ von der neuen Straße von St. Anna. Der damalige Podestà Costantino Cologna hatte alle ins Gemeindeamt eingeladen, die an einer befahrbaren Straße, die von der Kirche St. Anna zum Schloss Baslan führt, interessiert waren. Die Arbeiten hatten bereits begonnen und wurden durch Beiträge jener finanziert, die sie für die Zufahrt zu ihren Grundstücken benötigten. Heute verbindet der St.-Anna-Weg die Lebenbergerstraße mit dem Leitenweg. Christian Zelger
BILDGEDICHT
Vollmond im Juli von Marling aus fotografiert Idee, Photo und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier • Editorisches Konzept: Georg Dekas
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Mondlicht Wie liegt im Mondenlichte Begraben nun die Welt; Wie selig ist der Friede, Der sie umfangen hält! Die Winde müssen schweigen, So sanft ist dieser Schein; Sie säuseln nur und weben Und schlafen endlich ein. Und was in Tagesgluten Zur Blüte nicht erwacht, Es öffnet seine Kelche Und duftet in die Nacht. Wie bin ich solchen Friedens Seit lange nicht gewohnt! Sei du in meinem Leben Der liebevolle Mond! Theodor Storm
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PORTRÄT
Margareth Graf, verwurzelt und flexibel Wenn man mit der heute über Achtzigjährigen spricht, fällt einem sofort auf, wie sie einerseits sehr verwurzelt ist in all dem, was sie von frühester Kindheit gelernt hat, andererseits, wie innerlich beweglich diese Frau ist, offen für alles Neue.
Da ihr Vater Hans, der sich als armer Tagelöhner mit Schmuggeln ein kleines Zubrot verdient hatte, ins Visier der faschistischen Polizei geraten war, blieb ihm mit Mutter Burgl und den beiden Kindern Hermann war zwei Jahre alt und die kleine Marianne gerade erst zweieinhalb Monate - nur das Auswandern. Es war das Kriegsjahr 1940. Auch den Großvater, den „Kloutzvater“, nahmen sie mit, weg vom vertrauten Moos im Passeiertal mit seinen steilen Bergen ringsum und hinaus nach Oberösterreich ins Mühlviertel. Sie mussten mit einer kleinen, feuchten Wohnung ober einer Waschküche vorliebnehmen, dankbar, dass Vater Hans schon bald ein bescheidenes Auskommen als Briefträger fand. Denn bereits im August 1941 kam die kleine Margareth zur Welt und nun waren noch mehr hungrige Mäuler zu stopfen. Die Not war groß, denn der Vater wurde jetzt zum Kriegsdienst eingezogen. Die Russen kommen!
Während der Vater noch im Krieg in Kroatien war, kam im Oktober 1943 Hedwig, das vierte Kindlein zur Welt. Zu Margareths frühesten Kindheitserinnerungen gehört der allgegenwärtige Hunger, der sie
jahrelang begleitete, sowie die vielen Umzüge von einer armseligen Behausung in die nächste. Dann hieß es nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 plötzlich: „Die Russen kommen!“ Und wieder war die Pixner - Familie mit den vier kleinen Kindern auf der Flucht. Auf einem geliehenen Leiterwagen hatte alles Hab und Gut Platz. Einmal fanden sie in der Mansarde eines Gasthauses Unterschlupf, in einem einzigen Raum für fünf Personen. Großvater war inzwischen fern seiner geliebten Südtiroler Heimat an Heimweh gestorben. Nach weiteren Zwischenstationen ging es 1947 endgültig zurück. Wieder daheim! Aber daheim?
Von Gurgl im Ötztal aus flüchteten die Eltern mit ihren 4 Kindern über das Königsjoch illegal nach Südtirol. Sie scheuten sich aus Angst vor einer Kontrolle jedoch, auf dem Normalweg über die Essener Hütte zu gehen, sie nahmen den weitaus gefährlicheren Schmugglersteig durch den „Kamin“, seilten die größeren Kinder an, das Jüngste kam in den Buckelkorb. Gott allein weiß, wie viele Stoßgebete die Eltern zum Himmel geschickt haben mochten, alle kamen heil und unbemerkt auf der
Margareth Graf schaut auf ein bewegtes Leben zurück
Seeberalm und schließlich in Moos an. Aber hier gab es erst weder eine Unterkunft, noch eine Arbeitsmöglichkeit für den Vater. So mussten die Kinder bei fremden Bauern um eine schmale Kost hart arbeiten, die Familie war auseinandergerissen, von einem Daheim konnten sie nur träumen. In dieser Zeit kam noch Zuwachs, der Nachzügler Rudl. Endlich jedoch erhielt die Familie die lang erkämpfte italienische Staatsbürgerschaft, und alles wendete sich langsam zum Besseren. Fremdes Brot schmeckt bitter
Margareth kam bereits mit elf Jahren auf den Unterprischhof hoch über Rabenstein zum Hüten. Lang und im Winter gefährlich
war ihr Schulweg, so manches Mal hatte sie aus Überforderung Nasenbluten. Später, sobald sie einen Lohn erhielt, wurde ganz selbstverständlich alles daheim abgegeben – bis sie 21 Jahre alt war, so erinnert sie sich heute. Nur so war es möglich, dass sich die Eltern mit viel Verzicht, harter Arbeit und Zusammenhalt 1958 das „Waldhäusl in Lechn“, ein spätes Daheim bauen konnten. Empfand sich die ausgehungerte, bettelarme, dafür kinderreiche Familie erst auch überall nur geduldet, so kam dann doch die Zeit, da man die tüchtigen, arbeitsamen Kinder überall zu schätzen begann. Denn Genügsamkeit und Zufriedenheit, gepaart mit Redlichkeit und Fleiß, dies zeichnete alle aus, dies hatten sie von kleinauf gelernt.
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Junge Liebe, junges Glück
Aller Anfang ist schwer
Margareth lernte ihren Albert kennen, einen von den 14 Seehofkindern von Rabenstein. Er war von seiner Arbeitsstelle in der Schweiz über Weihnacht auf Urlaub nachhause gekommen. Eine fröhliche Rodelpartie unter Jugendlichen war angesagt, „da funkte es bereits“, wie sich Margareth noch gut erinnert. Aber sie besuchte gerade einen 6 Monate dauernden Haushaltskurs in Meran, und, obwohl Albert ihr immer wieder schrieb, plagten sie viele Zweifel. Auf einer Wallfahrt nach Riffian erhielt sie die Gewissheit: Sie wollte ihren weiteren Lebensweg mit dem ebenso fleißigen, wie feschen Albert gehen. Erst folgte sie ihm für ein Dreivierteljahr in die Schweiz, um dort zu arbeiten. „Am 1. April 1967 heirateten wir und hatten alle Wetter: Sonne, Regen, Schnee; der Traupriester meinte, es sei eben wie in einer Ehe auch! Doch dieser „Aprilscherz“ hat 54 Jahre lang gehalten“ meint Margaret und lächelt.
Die Beiden hatten kaum Erspartes, hatten sie doch zeitlebens den Eltern mit ihrem Verdienst geholfen. So begannen sie ganz bescheiden, anfangs hatten sie nur Küche und Zimmer und oft eine leere Brieftasche. Sparen hatten beide von Kindesbeinen an gelernt und Albert bekam eine Arbeit als Maurer im fernen Lana. Es war ein geregelter Verdienst, doch er war von Montag bis Samstag fern von seiner Margaret. Die Freude war riesig, als 1968 das erste der drei Kinder auf die Welt kam. Doch das Wohnen blieb lange ein Provisorium: einmal durften sie bei ihren Eltern, dann wieder bei der Seehofmutter bleiben. Doch endlich, 1972, konnten sie ihr eigenes Heim beziehen. Da kam das zweite Kind zur Welt. Wann immer es ging, arbeitete Margareth, um das Gehalt ihres Mannes aufzubessern. 1981 wurde dem Paar noch ein Mädchen geschenkt. Acht lange Jahre pflegte Margaret ihre Mutter zuhause. Jahrelang arbeitete sie im Sommer als Sennerin, erst auf der Schenner-, später auf der Rempen-
Margareth im Kindergarten in Oberösterreich (vorne links)
alm. So konnte sie die Kinder bei sich behalten. Mesnerin und Nothelferin
Für 15 Jahre hat sie gemeinsam mit ihrem Mann den Mesnerdienst übernommen. „Da war ich mit Leib und Seele dabei, das war für mich eine Berufung zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen“, so erzählt sie und ihre Augen leuchten. Aber nicht bloß das: weit über ihr Dorf hinaus ist bekannt, dass Margareth überall hilft, wo sie nur kann. Schicksalsschläge blieben der tiefgläubigen Frau nicht erspart, von Krankheiten und Operationen
spricht sie nicht, doch als am 1. 3. 1921 infolge Corona ihr Albert und kurz darauf ihre beste Freundin stirbt, wird es sehr dunkel um sie. Doch Gebet, Gottvertrauen und die Liebe zur Natur helfen ihr und heute sagt sie: „Wenn mir Albert auch fehlt, ich weiß ihn bei Gott, und so ist es gut.“ Dass in ihrer Familie die gegenseitige Wertschätzung ganz großgeschrieben wird, ist ihr auch eine kostbare Hilfe. Zum Abschuss möchte sie noch etwas ihr sehr Wichtiges sagen: „In der Kriegs- und Nachkriegszeit war unser Los nichts Besonderes, vielen Optanten und Rückwanderern ging es ähnlich.“ Christl Fink
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5. Südtiroler ENTENRENNEN meran . 01.10.2022 BAZ 16/22
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PORTRÄT
Ein Vorbild für die Politik von heute Maria Bertolini Koppelstätter ist den Älteren unter uns noch in Erinnerung. Die gebürtige Meranerin (1931) stammt aus einer überzeugten Dableiberfamilie und hat sich ein Leben lang für den Bauernstand eingesetzt.
G. Platter (l.) und L. Durnwalder überreichen Maria Bertolini das Verdienstkreuz
Maria Bertolini
Südtirol war bei der landwirtschaftlichen Ausbildung lange Zeit im Rückstand. Das Land begann in den 1950er Jahren mit der Errichtung von land- und hauswirtschaftlichen Fachschulen, zuerst 1952 in der Fürstenburg bei Burgeis. Die Fachschule Dietenheim, die als einzige bereits bestand, wurde 1955 ausgebaut. Die Abteilung „Bäuerliche Berufsertüchtigung“ im Assessorat für Landwirtschaft organisiert Kurse und Vorträge für Bauern und die bäuerliche Jugend. In den 1960er Jahren kamen eigene Kurse für Bäuerinnen hinzu, die u. a. hauswirtschaftliche Themen und den Urlaub am Bauernhof zum Inhalt hatten. Maria Bertolini spielte dabei eine wesent-
Fortbestand der bäuerlichen Familie sehr am Herzen. Die Unterstützung der Mädchen in der Bauernjugend und die Gründung einer Bäuerinnenorganisation waren mir deshalb sehr wichtig“, erinnert sie sich. Beruflich war Bertolini als Fachlehrerin für Hauswirtschaft tätig und leitete von 1984 bis 1987 das hauswirtschaftliche Bildungszentrum „Frankenberg“ in Tisens. Zwischen 1973 und 1993 war sie vier Legislaturperioden lang als Landtags- und Regionalratsabgeordnete der SVP aktiv und vertrat als erste Frau die Landwirtschaft auf der politischen Bühne. „Vielleicht sind heute Relativismus, Beliebigkeit und persönliches Stre-
liche Rolle. Als Mitarbeiterin des ehemaligen Landwirtschaftsassessors und späteren Senators Peter Brugger hat sie die bäuerliche Weiterbildung und die Anfänge des Urlaubs auf dem Bauernhof führend umgesetzt. Zudem war Maria Bertolini am Aufbau der Bauernjugend (1969) und später der Bäuerinnenorganisation (1979) maßgeblich beteiligt. „Jugend und Bäuerinnenorganisation waren Neubeginne, ich würde sie beide als schwierige Geburten bezeichnen“, sagt Bertolini in einem Interview anlässlich der Verleihung des Verdienstkreuzes des Landes im Jahr 2008. „Der Weg war kein leichter, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Mir persönlich lag der
ben nach Macht verbreiteter als zu meiner Zeit“, sagte Bertolini und wünschte sich zugleich mehr Zusammenhalt. Neben der Landwirtschaft lag ihr besonders die Gleichstellung von Mann und Frau am Herzen. 1988 brachte sie den Gesetzesentwurf zum Beirat für Chancengleichheit mit ein. Maßgeblich wirkte Maria Bertolini auch bei der Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Lebendige Tracht“ mit. Schließlich baute sie die Seniorenvereinigung im Bauernbund mit auf. Von 1994 bis 2006 war sie deren zweite Landespräsidentin. Bertolini war lange Zeit auch Mitglied der Landesleitung der SVP-Frauen und des Verwaltungsrates des Musikinstituts. Für ihre Verdienste wurde sie 2006 zur Ehrenpräsidentin der Seniorenvereinigung ernannt, 2008 erhielt sie das Verdienstkreuz des Landes Tirol. „Fortschritt ist gut, darf aber nicht zum Schritt fort vom Leben werden, das müssen die zukünftigen Generationen stark bedenken“, lautet ihre Botschaft an uns heute. Maria Bertolini verstarb am 14. Juni 2022 in Algund, wo sie seit einigen Jahren wohnhaft war. Sie hinterlässt ihren Gatten Günther und die zwei Töchter Angelika und Elfriede.
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Hilfe bei Strom- und Gasrechnung Die steigenden Energiepreise vermiesen den Verbrauchern die Stimmung und dämpfen die Kauflust – gleichzeitig belasten die gestiegenen Kosten aber auch zahlreiche Unternehmen. Um eine drohende Rezession abzuwenden, sollen die Unternehmen mit einem Steuerbonus entlastet werden. Bei der Berechnung der Beihilfen muss zwischen energieintensiven und nicht energieintensiven Unternehmen unterschieden werden. Als stromintensive Unternehmen gelten jene mit einem jährlichen Stromverbrauch von mindestens 1 GWh (Gigawattstunde), als gasintensive Unternehmen solche mit einem Jahresverbrauch von mehr als 1 GWh. Nur die wenigsten Unternehmen werden in diese Kategorie hineinfallen.
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Aber auch alle anderen, nicht energieintensiven Unternehmen mit einem installierten Stromanschluss mit mindestens 16,5 kw bzw. mit einem Gasanschluss (ausgenommen Gas für Stromerzeugung) haben Anrecht auf den Bonus. Voraussetzung für den Erhalt des Bonus ist, dass die Strombzw. Gaskosten im zweiten und dritten Quartal (also im Zeitraum 1. 4 bis 30. 9. 2022) gegenüber dem zweiten und dritten Quartal 2019 um mindestens 30 % gestiegen sind. Die nicht energieintensiven Unternehmen erhalten in diesem Fall einen Steuerbonus in Höhe von 15 % (Strom) bzw. 25 % (Gas) der jeweiligen getragenen Kosten. Die Berechnung ist leider sehr kompliziert: der Bonus darf aus-
schließlich auf die Energiekomponente berechnet werden, ohne Berücksichtigung der Transportund Systemaufwendungen und der Steuern. Außerdem darf nur der tatsächliche Verbrauch berücksichtigt werden (die unterjährigen Energierechnungen werden häufig aufgrund von Schätzungen und Vorjahresdaten erstellt). Die Strom- bzw. Gaskonzerne sind bei den nicht energieintensiven Unternehmen verpflichtet, die Berechnung vorzunehmen und ihren Kunden innerhalb von 60 Tagen nach Quartalsende mitzuteilen. Das gilt aber nur, wenn das Unternehmen im Jahr 2022 den selben Lieferanten hatte wie 2019. Der Steuerbonus selbst, der weder der Einkommens- noch der Gewerbesteuer IRAP unterliegt,
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Ein Spezialist der Zahnheilkunde kehrt nach Meran zurück Es ist immer erfreulich, wenn sich Südtiroler Akademiker nach Studien- und Praxis-Aufenthalten im Ausland entschließen, in die Heimat zurückzukehren und uns allen ihren reichen Wissensschatz zur Verfügung stellen. Die Bezirkszeitung hat mit einem solchen „Rückkehrer“, dem Zahnarzt Dr. Lorenz Hölzl gesprochen: Dr. Hölzl, was waren die Beweggründe, nach jahrelangem Auslandsaufenthalt nach Meran zurückzukehren und eine eigene Praxis zu eröffnen.
Dr. Hölzl: Zurück zu den Wurzeln, besagt ein gängiges Sprichwort. Bei einem Zahnarzt ist dies sogar wortwörtlich zu nehmen… Nach einer 3-jährigen Tätigkeit in einem Wiener Ambulatorium mit dem Schwerpunkt Chirurgie habe ich zuletzt für 3 Jahre an der Uni-Klinik-Wien auf der Abteilung für Kieferorthopädie gearbeitet und eine Vollzeit Ausbildung zum Kieferorthopäden absolviert. Ich werde demnach rein kieferorthopädisch tätig sein und mit verschiedenen Apparaturen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Zahnregulierungen durchführen. Können Sie beschreiben was genau ein Kieferorthopäde macht und wie sich Ihre Arbeit von der eine klassischen Zahnarztes unterscheidet?
Als Kieferorthopäde behandelt man vorwiegend Fehlstellungen der Zähne. Mit verschiedenen Apparaturen, allen voran der klassischen Zahnspange werden Zähne reguliert und nach gesundheitlichen und ästhetischen Gesichtspunkten ideal aufgestellt. Der Unterschied zum klassischen Zahnarzt liegt also vor allem im Tätigkeitsfeld. Während sich der Zahnarzt um Füllungen, Wurzelbehandlungen, Implantate usw. kümmert, ist der Kieferorthopäde für die Korrektur von Zahnfehlstellungen zuständig. Natürlich gibt es sehr viele Überschneidungen und der Schlüssel zum Erfolg einer Therapie liegt häufig in einer guten Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Kieferorthopäde. 16
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Welche Techniken zur Zahnregulierung gibt es?
Neben der klassischen Zahnspange aus Metall oder Keramik haben sich in den letzten Jahren auch ästhetischere Varianten etabliert. Zum einen sind das durchsichtige Zahnschienen, sogenannte Aligner und zum anderen innenliegende, also zungenseitig geklebte Brackets, bei der sogenannten innenliegenden nicht sichtbaren Zahnspange. Diese nahezu unsichtbaren Varianten erfreuen sich vor allem bei Erwachsenen großer Beliebtheit und werden von dieser Patienten Gruppe häufig in Anspruch genommen. Früherkennung von Fehlstellungen ist sicher interessant. Ab welchem Alter, oder wann sollte man einen Spezialisten zu Rate ziehen?
Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden großen Backenzähne (Molaren), also zwischen 6. und 7. Lebensjahr ist eine Kontrolle sinnvoll. Eine zweite Kontrolle mit ungefähr 9 Jahren und die dritte und wichtigste Kontrolle sollte zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr stattfinden. Wird eine Kontrolle verpasst oder besteht prinzipielles Interesse an einer kieferorthopädischen Behandlung, ist man immer eingeladen zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch in die Praxis zu kommen. Wie sieht es mit der Zahnregulierung bei Erwachsenen aus?
Man kann im Grunde jede Fehlstellung mit mehr oder weniger Aufwand auch im Erwachsenenalter behandeln. Mit den heutigen Apparaturen und den ästhetischen Ansprüchen ist die Zahl der Erwachsenen kieferorthopädischen Patienten sehr stark angestiegen.
Dr. med. dent. Lorenz Hölzl
Worauf beruht das Phänomen, dass Menschen viel Wert auf schöne gerade Zähne legen?
Die Ansprüche die man an sich selbst und seine Mitmenschen stellt, haben Sich sicherlich verändert. Durch die vielen Fotos und Videos, die man von sich selbst und anderen in die Öffentlichkeit stellt, bewertet man sich und sein Erscheinungsbild viel häufiger und kritischer. Schöne Zähne spielen beim allgemeinen Erscheinungsbild eine sehr wichtige Rolle und insofern ist der Wunsch nach schönen geraden Zähnen bei vielen Menschen sehr präsent. Was sagen Sie zu den vielen Angeboten im Internet, kostengünstige Zahnregulierungshilfen zu bekommen?
Vorsicht ist geboten. Die Firmen können Ihre Produkte deswegen so günstig anbieten, weil die Therapie-Planungen von Technikern ohne medizinischen Hintergrundbackground durchgeführt werden. Die ärztliche Kontrolle fehlt leider in den meisten Fällen. Bei sehr einfachen Korrekturen kann das funktionieren, leider geht es in der Kieferorthopädie häufig um Details. Wenn Kleinigkeiten übersehen werden, können aus einfachen Fehlstellungen sehr schnell kom-
plexe Störungen im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer, sogenannte Malokklusionen, entstehen. Sie setzen in Ihrer Praxis am Meraner Rennweg viel auf Digitalisierung. Welchen Nutzen haben Ihre Patienten davon?
Zahnmedizin im allgemeinen und Kieferorthopädie im Besonderen wird rasant durch Digitalisierung erneuert und neu gedacht. In meiner Ausbildung an der Klinik Wien wurde großer Wert auf voll digitale Workflows gelegt, dies beinhaltete die digitale Planung und Fertigung 3D gedruckter Apparaturen. Vieles aus meiner Ausbildung in Wien werde ich übernehmen und auch hier voll digital planen. Ein wichtiges Instrument dafür ist der 3D-Scanner, der die klassischen Abdrücke mit Abform-Löffel und Masse ersetzt. Dr. med. dent. Lorenz Hölzl Rennweg 52 • 39012 Meran Tel. 0473 23 55 08, info@implantologia.bz
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Chronische Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen Gespräch mit Dr. med. univ. Ruth Raffeiner, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde im ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran über das Thema.
10 - 15 % der Kinder und Jugendlichen leiden an chronischen Bauchschmerzen. Nur einen kleinen Teil machen fassbare organische Erkrankungen aus. Der weitaus größere Teil geht auf sogenannte funktionelle Störungen zurück. Diese beeinflussen die Lebensqualität der Kinder und ihrer Familien meist genauso stark wie organische Erkrankungen. Funktionelle Bauchschmerzen beruhen sehr oft auf einer Reizung, Überempfindlichkeit und auf gesteigerter Tätigkeit des Magen-DarmTraktes. Sie entstehen durch das
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schmerzen genau erklärt. Ziel ist die Diagnoseakzeptanz, eine Lebensstiländerung hin zur Stressreduktion und die Hilfe, mit dem Schmerz adäquat umzugehen, zum Beispiel durch Entspannungsmethoden.
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Zusammenspiel verschiedener Faktoren: genetische Faktoren, frühe Lebensereignisse, bakterielle Darminfektionen, Zusammensetzung des Darmmikrobioms und auch psychosozialer Stress. Zur Abklärung chronischer Bauchschmerzen gehört in erster Linie eine sorgfältige körperliche Untersuchung mit einem ausführlichen Arztgespräch, durch welches die genauen Symptome, die Ernährung und die wichtigsten Lebensgewohnheiten erhoben werden. Mittels gezielter Diagnostik (Laboruntersuchungen und Ultraschall des Bauches) müssen anschließend organische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Der Diagnoseprozess ist ein wichtiger Teil des Therapiekonzeptes. Den kleinen Patientinnen und Patienten und ihren Familien wird das Krankheitsbild der funktionellen Bauch-
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Auf die Plätze, Ente los, am 1. Oktober 2022 in Meran! Am 1. Oktober heißt es endlich wieder: Auf die Plätze, Ente, los! Die Service-Clubs Lions, Rotary, Rotaract, Kiwanis, Soroptimist, Club 41, Round Table und Zonta haben sich zusammengetan, um Tausende Sponsorenenten und Glücksentenlose an die Entenfreunde im ganzen Land zu vergeben und kräftig Spenden zu sammeln. Eines zeichnet sich jetzt schon ab: Das 5. Jubiläum wird an Spannung nicht zu überbieten sein. Der Haupterlös geht an die Bergrettung Südtirol und den Soccorso Alpino. Die restlichen Spen-
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dengelder werden auf viele weitere kleinere Projekte im Land verteilt. Kleines Jubiläum, große Ambitionen – Das beliebte Benefizveranstaltung ist von Neuheiten und hochgesteckten Zielen geprägt. So gibt es ein neues, drittes Rennen – das exklusive Premium-Entenrennen, bei dem 24 bunte Premium-Enten um den Sieg schwimmen. Es dürfen auch wieder die dekorierten Sponsorenenten für 100 € Startgeld und Spende an den Start gehen! Wer noch keine Ente hat, kann diese für 50 € in einer
der zehn Gartenmarkt-Verkaufsstellen erwerben. Aber was wäre das Entenrennen ohne die kleinen gelben Glücksenten? „Die quietschgelbe Ente ist der heimliche Star des Entenrennens. Dieses Jahr wollen wir mit 10.000 Glücksenten einen neuen Rekord aufstellen“ bekräftigt Organisator Hansi Stingel vom Lions Club Meran/o Host. Die Startlizenzen für Sponsoren- und Glücksenten gibt es auf www.entenrennen.it oder über die Service-Clubs #aufdieplaetzeentelos. Nun heißt es für die vielen Sponsoren, die bereits eine Ente aus
den Vorjahren haben: Ente abstauben, fesch dekorieren, Startlizenz erwerben und sich aufs Rennen vorbereiten! Der Startschuss fällt am Samstagvormittag, 1. Oktober an der Postbrücke in Meran. Und damit auch wirklich ganz Südtirol live mitfiebern kann, gibt es nicht nur eine große LED-Leinwand auf dem Thermenplatz, das Wettrennen wird auch auf YouTube, Facebook und Instagram im Livestream übertragen. Weitere Infos auf www.entenrennen.it
BERICHT AUS ROM
Land- und Berggebiete – verlorene Vertretung Das Parlament ist zu. Die Parteien haben sich mit Listenerstellung, Unterschriftensammlung, Kandidatenauswahl und den Parteisymbolen herumgeschlagen, während die Parlamentarier allesamt um ihre Wiederwahl zittern oder auf einen Listenplatz gehofft haben, der laut Hochrechnungen eine Wahl ermöglichen würde. Die Reduzierung der Parlamentarier um ein gutes Drittel bereitet überall Probleme. Das große politische Ausbluten der peripheren Landgemeinden beginnt. Auch mich selbst hat es getroffen. Der Vinschgau und das ganze Veltlin (Provinz Sondrio) sind ohne lokale Vertretung. Keine Chance gegen die politische Elite der großen städtischen Zentren. Der Vinschgau ist eben nur ein Anhängsel am großen
Wahlkreis „Nord“ mit Pustertal und Eisacktal, hat kaum wirtschaftliche und politische Beziehungen zu diesen Landesteilen und wird daher nie mehr in diesem Einerwahlkreis einen Parlamentarier stellen können. Der Vinschgau hat gut 20.000 Wähler, während die anderen Bezirke über 150.000 Wähler haben. Auf der anderen Seite im Senatswahlkreis Vinschgau/Burggrafenamt wird der große Bezirk Burggrafenamt immer imstande sein, den einzigen Sitz zu verteidigen, sodass der Vinschgau vom Parlament nun wohl ausgeschlossen sein wird. Hoffnung auf Besserung gibt es nur über ein neues Wahlgesetz, das hoffentlich irgendwann kommen wird. Ende August bzw. Anfang September wird es wieder Parla-
mentssitzungen geben. Dann wird man wissen, wer wieder einen halbwegs sicheren Platz für eine Kandidatur erhalten hat oder wer „ausgemustert“ wurde. Ich wette es sind Vertreter der Berg- und Landgemeinden, nicht der Städte . Die Reduzierung der Parlamentarier wird das Berggebiet politisch ausbluten lassen, statt – wie immer großmündig versprochen – es endlich aufzuwerten. Größeren Schaden hätte man nicht anrichten können. Da helfen dann auch die staatlichen Beiträge nichts. Wenn nichts mehr Außerordentliches passiert, wird es in Rom wohl zu einem Richtungswechsel bei der Regierung kommen. Ich hoffe, dass die Meloni und der Salvini „nur“ Minister werden und ein gemäßigter Ministerpräsident
Albrecht Plangger Kammerabgeordneter kommt. Vielleicht sind in dieser Regierung auch die Zentrumsparteien „Italia Viva“ mit Renzi und „Azione“ mit Calenda. Dann würde es für Südtirol besser ausschauen. Aber mehr zusammenhalten und mit einer Stimme sprechen, das müssen wir auf jeden Fall.
ANGESAGT
Mit Adlatus durch den Sommer Meer-, Berg- und See- und Erholungswochen, auch heuer bot der Verein in den Sommermonaten ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm für Menschen mit Behinderung, bzw. für Personen, welche altersbedingt in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. „Unser Ziel ist es, den Teilnehmern einen entspannten und erholsamen Urlaub zu ermöglichen, ohne dass sie sich Gedanken und Sorgen machen zu müssen, ob die Unterkunft bzw. das Programm ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird.“ so Verena Wolf, Bereichsleiterin für die Vereinstätigkeit. Bereits die ersten Juniwoche verbrachte eine Gruppe auf den Ritten im Haus der Familie. Der Besuch des Bienenmuseums brachte so manchen Teilnehmer zum Staunen und der Ausflug ins nahegelegene Freibad sorgte für die wohnverdiente Abkühlung. Von Mitte Juni bis Mitte Juli ging es ans Meer. Die Ferien-
anlagen und die Strandbereiche in Lignano Sabbiadoro sind rollstuhlgeeignet und den Bedürfnissen für Menschen mit Mobilitätseinschränkung angepasst. Ein mehrköpfiges Betreuerteam ermöglichte es den Teilnehmern der jeweils 15köpfigen Gruppen einen sorgenfreien Urlaub in netter Gesellschaft zu genießen. Sonne, Strand und Meer standen natürlich im Vordergrund, aber auch kleinere Ausflüge in die Umgebung wurden unternommen. Nicht weniger beliebt ist seit vielen Jahren der Urlaub am Gardasee. Die Gruppe ist zu Gast in einer behindertengerecht umgebauten Villa. Auf dem Programm standen wiederum Ausflüge auf den Monte Baldo, der Besuch eines Weinmuseums und eine Schifffahrt. Planungssicherheit ist zu Zeiten von Corona immer noch ein Fremdwort. Aber aus dem vergangenem Jahr hat man gelernt und auch die Teilnehmer zeigen
Verständnis und haben sich den jeweiligen Situationen angepasst. „Alles lieber als ganz auf Urlaubund Geselligkeit zu verzichten “ so der einhellige Tenor. Und genau solche Aussagen sind für den Verein Ansporn, um auch bereits auf das Herbstprogramm zu denken. Es laufen schon die Vorbereitungen für den viertägigen Herbstausflug, welcher die Gruppe heuer an den Iseo See führen wird. Neben den mehrtätigen Urlauben und Aufenthalten von Frühjahr bis Herbst organsiert der Verein das ganze Jahr über Aktivitäten und Veran-
staltungen in den landeweit sieben Bezirken. Jeweils ehrenamtliche Ausschüsse sind für die Organisation und Abhaltung zuständig. Die Mitglieder schätzen vor allem auch, dass dem Verein umgebaute Kleinbusse mit diversen Einstiegshilfen für den Transport zu den verschiedenen Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Weitere Information zum Jahresprogramm und zu den verschiedenen Aktivitäten und den sonstigen Dienstleistungen des Vereins erteilt das Büro in Meran, Manzonistraße 33 oder unter Tel.0473 211423. BAZ 16/22
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Pflege und Betreuung in Entwicklung Obwohl er noch sehr jung ist, kann Mattia Firinu bereits auf mehrere Arbeitsjahre im Seniorenwohnheim Eden zurückblicken: Ein Erfahrungsbericht und Perspektiven für Entwicklung und Fortschritte in der Pflege.
Vor zehn Jahren war ich zum ersten Mal im Eden. Damals war ich Oberschüler und hatte einen Sommerjob in der Tagesgestaltung für drei aufeinanderfolgende Sommer. Wir haben Ausflüge und Boccia-Turniere organisiert, Karten gespielt und Bastelarbeiten gemacht, es gab Turnstunden und Musikveranstaltungen und immer mittwochs eine Kochgruppe. Manchmal haben wir uns wie Eisverkäufer angezogen und Eis an die Heimgäste verteilt. In meinem zweiten Jahr im Eden hat mich der Direktor gefragt, ob ich schon einmal darüber nachgedacht hätte, die Arbeit mit Senioren zu meinem Beruf zu machen. Nachdem ich meine Ausbildung als Pflegehelfer abgeschlossen hatte, bin ich 2017 zum Arbei-
Foto: pixabay.com
ten ins Eden zurückgekehrt, diesmal in die Pflege, weil ich mich hier wohlgefühlt habe. Mir wurde ein unbefristeter Arbeitsvertrag in Vollzeit angeboten, dazu die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung. Im Juni 2022 habe ich das Diplom als Sozialbetreuer erhalten. Zurzeit bin ich Bereichsleiter einer der beiden Wohnbereiche. Ich verfolge die Entwicklung im Pflegebereich aufmerksam und
will an dem laufenden Verbesserungsprozess teilhaben. Mir persönlich liegen die Weiterbildung und auch die Projektarbeit sehr am Herzen. Ich erinnere mich an ein individuelles Projekt für einen Heimgast, das ich gemeinsam mit der Ergotherapeutin auf die Beine gestellt habe und bei dem uns alle ihr Vertrauen geschenkt haben. Leider hat uns die Pandemie diesbezüglich eingebremst, aber wir
Mattia Firinu
werden diesen Weg gewiss wieder aufnehmen. Ich denke, es ist wichtig, in Bewegung zu bleiben und gemeinsam kreativ zu sein, um Aktivitäten und Maßnahmen zum Wohle der Heimgäste bieten zu können.
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02.09. - 25.09.2022
Das Schaf. Was ranken sich im Schnalstal nicht an Geschichten um diese sanften Herdentiere. Passend zur Transhumanz - der Rückkehr der Schafe von den Sommerweiden aus dem Ötztal ins Schnalstal - laden die Schnalser Gastronomiebetriebe zu den beliebten Spezialitätenwochen rund um das Schaf. Rustikal, traditionell, verfeinert, modern oder neu kreiert - für jeden Gaumen gibt es das passende Genusserlebnis. Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und Lokalität sind im Schnalstal kein Trend sondern eine Lebenseinstellung. Das Schnalstal ist seit 2021 Presidio von Slow Food. Slow Food vereint weltweit über 5.000 Einzigartigkeiten und Besonderheiten in der Landwirtschaft. Folgende Schnalser Gastronomiebetriebe laden Sie herzlichst zu den Spezialitätenwochen ein: GASTHOF NEURATHEIS Mob. +39 351 753 775 7 GASTHOF JÄGERRAST Tel. +39 0473 421 652 MITTERKASER ALM Tel. +39 0473 420 743 RABLEIDALM Tel. +39 0473 420 631 GOLDENE ROSE KARTHAUS Tel. +39 0473 679 130 RESTAURANT GRÜNER Tel. +39 0473 679 104 OBERRAINDLHOF Tel. +39 0473 679 131 AKTIV & FAMILIENHOTEL ADLERNEST Tel. +39 0473 669 652 TEXEL APARTMENTS & PIZZERIA Mob. +39 366 665 456 0 HOTEL & CHALETS EDELWEISS Tel. +39 0473 669 633 TISENHOF Tel. +39 0473 669 790 FINAILHOF Tel. +39 0473 669 644 BERGLALM Mob. +39 339 381 648 2 PICCOLO HOTEL GURSCHLER Tel. +39 0473 662 100 GLACIER HOTEL GRAWAND Tel. +39 0473 662 118 SCHUTZHÜTTE SCHÖNE AUSSICHT Tel. +39 0473 679 130
Hier finden Sie alle Informationen online. Weitere Informationen erhalten Sie im Tourismusbüro Schnalstal unter Tel. 0473 679 148, info@schnalstal.it und www.schnalstal.it
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Slow Food Spezialitätenwochen im Zuge der Transhumanz
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Das Schnalser Schaf
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03. September 2022 Slow Food Genussmeile im Kreuzgang „Schnalser Schaf goes International“ Bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung zu den Spezialitätenwochen möchten wir das Slow Food Presidio Schnalser Schaf aufs internationale Parkett führen. Am 03. September 2022 von 11.00 bis 15.00 Uhr könnt Ihr im Dorf der Stille „Karthaus“ den Kreuzgang als exklusive Genussmeile erleben. An verschiedenen Stationen wird ein Menü im Zeichen des Schnalser Schafes serviert. Dieses Mal aber weit weg von „Scheps“ und „Lammragout“. Wir wagen einen Blick in verschiedenste Länder, in denen das Schaffleisch seit jeher eine zentrale Rolle spielt. Eine Transhumanz in die weite Welt sozusagen. Dazu servieren wir besondere und exklusive Internationale Tropfen, die man so in Schnals noch nicht getrunken hat. Ein würdiger Auftakt für die Spezialitätenwochen im Zuge der Transhumanz – einem immateriellen Kulturerbe ausgezeichnet von der UNESCO. Ein kleiner Einblick, welche Gerichte Sie erwarten: SCHNALSER SCHAF GOES MONGOLEI/JAPAN SCHNALSER LAMMSUPPE GOES SCOTTLAND SCHNALSER LAMMRAVIOLI GOES CHINA SCHNALSER LAMMSCHULTER GOES ISRAEL 19991 GRAPPA RISERVA SUPERBA GOES ÖTZI zu jedem Gericht wird der passende internationale Wein serviert.
KURZ NOTIERT: - BEGINN DER VERANSTALTUNG UM 11.00 UHR - EINTRITT € 35,00 PRO PERSON (WEINE + ESSEN INKL.) - START: BEIM DORFBRUNNEN IN KARTHAUS
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Hämorrhoiden – die stillen Übeltäter Jucken, Brennen, Stechen im Analbereich, sehr viele kennen das, keiner redet darüber. Schon das Kratzen an der häufig juckenden Stelle ist in der Öffentlichkeit nicht möglich. Was steckt hinter diesem Juckreiz? Sehr häufig die Hämorrhoiden.
Hämorrhoiden hat jeder, selbst das Neugeborene. Probleme machen sie, wenn wir älter werden. Frauen klagen häufig nach der ersten Entbindung erstmals über entsprechende Beschwerden. Vereinfacht gesagt, sind Hämorrhoiden kissenartige venöse Gefäßpolster. Sie dienen dem Feinverschluss des Afters. Damit sich der Enddarm nicht ungewollt entleert, dafür haben wir die Schließmuskeln. Hämorrhoiden verhindern das Entweichen von Luft und Sekret. Vergleicht man diese menschliche Anatomie mit einem Wasserhahn, so entspricht das Zudrehen des Wasserhahns dem Schließmuskel, der dann aber noch tropfen würde. Erst die Gummidichtung (die Hämorrhoiden) machen die Sache ganz dicht. Sowie aus gesunden Venen im Rahmen einer bindegewebigen Schwäche Krampfadern entstehen können, machen Hämorrhoiden, wenn sie größer werden, entsprechende Beschwerden. Wie erwähnt kann man Hämorrhoiden mit venösen Kissen vergleichen. Schwangerschaften, schwere körperliche Arbeit, langes Sitzen und vielfach auch einfach das zunehmende Alter führen dazu, dass diese venösen Polster sich ausweiten und für Gewebsflüssigkeiten durchlässiger werden. 22
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Es kommt also zum Nässen im Analbereich. Die Haut wird gereizt. Das juckt. Wie beim Säugling, der einnässt, kann sich die Haut entzünden. Juckt noch mehr! Eine gereizte Haut kann einreißen. Das schmerzt sehr, brennt auch. Durch diese wiederholt ablaufenden Entzündungsprozesse bilden sich manchmal nach außen hin unschöne, störende Hautlappen, die zu weilen Daumennagelgröße annehmen. Nach Entbindungen treten diese sogenannten äußeren Hämorrhoiden bereits bei jungen Frauen auf. Wer ist betroffen?
Viele, keineswegs alle. Menschen, die mit Krampfadern zu tun haben, haben häufig auch die Probleme im Analbereich. Die Ursache liegt in der Bindegewebsschwäche.
loge (Enddarmspezialist) zumeist mit einigen wenigen schmerzlosen Spritzen das Problem lindern. Größere Hämorrhoiden können ebenfalls schmerzlos mittels kleinen Gummibändchen schrittweise verkleinert werden. Diese Gummiringe werden über Teilbereiche der Hämorrhoiden gestülpt. Den Hämorrhoiden wird sozusagen der Hals abgeschnürt und sie fallen ab. Das Abfallen merkt der behandelte Patient zumeist nicht. Mit diesen einfachen, schmerzlosen Methoden lassen sich die äußerst unangenehmen Hämorrhoiden-Operationen – auch wenn sie in Lasertechnik durchgeführt werden – zumeist vermeiden.
Was kann man vorbeugend tun?
Viel bewegen, viel trinken, gesunde ballaststoffreiche Ernährung, lange Sitzungen auf der Toilette vermeiden (kein Zeitunglesen). Einfache Hausmittelchen, wie weiche Zinkpaste, wie man sie von der Säuglingspflege kennt, bringen in der Anfangsphase rasch Linderung. Zäpfchen sind nicht hilfreich, sie flutschen in den Darm. Der Wirkstoff kommt nicht dorthin, wo er hin sollte. Reichen diese einfachen Mittel nicht aus, kann der Prokto-
Dr. Leyla Rafi-Stenger Fachärztin für Dermatologie, Phlebologie, Proktologie Pseirer Str. 47 39010 St. Martin in Passeier Tel. 0473 445500 www.medicalquellenhof.com
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Foto: Marrick Media House
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Zuerst der Herzenswunsch, dann der Hofladen Der „Moar 1271“ in Rabland ist ein Hofladen und Direktvermarkter mit einer konkreten Verkaufsphilosophie. Der erste Kunde kam knapp nach 9 Uhr vormittags. Ein Gast aus Bamberg, der in Gargazon wohnte und dem man den Hofladen beim Moarhof in Rabland empfohlen hatte, wurde von Claudia Bonani bedient. Dann wurde es lebendiger. Eine Gruppe Jugendlicher aus Catania rüstete sich mit frisch gepflückten Äpfeln der Sorte Gala aus. Ein deutsches Ehepaar
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überprüfte im Schnelldurchlauf das Angebot an Früchten, Beeren und Kartoffeln. Ein italienisches Paar aus Mailand ergänzte die Verpflegung, um auf dem Algunder Waalweg zu wandern. Claudia musste beraten, erklären und bedienen. Es wurde zunehmend lebendiger beim „Moar 1271“. Lebendig fiel auch die Schilderung der Hintergründe durch Clau-
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Jugend am Hofladen mit Michael, Claudia und Gregor (v. l.)
Vor dem Hintergrund des uralten Moarhofes entsteht Bewegung durch den Hofladen
dias Vater, Hans Bonani, aus. Bei einem Glas Saft aus rotfleischigen Äpfeln schwärmte er von seiner Idee aus dem Jahre 2016, einen Hofladen zu errichten. Man habe ihm abgeraten – „Das werden sie dir nie genehmigen“. Erst ein Fachmann zum Thema „Abstände“ gab Sicherheit. Beim Partschinser Bürgermeister Luis Forcher, beim Gemeinderat und bei der Gemeindebaukommission fand er durchwegs Aufgeschlossenheit. Entgegenkommend waren auch die Landesämter und der Verantwortliche der SS 38, Ingenieur Stefan Bauer, der eine neue und übersichtliche Zufahrt genehmigte. Hans Bonani kam in Schwung und meinte: „Entscheidend war und ist aber der Zusammenhalt in der Familie. Meine Frau Annelies hilft überall und ist immer präsent. Michael, der Älteste, und Gregor werden Hof und Hofladen betreiben. Claudia hat das ‚Zettelwerk‘ übernommen. Ich bin nur mehr eine Randerscheinung. Ein Hofladen muss ein Herzensanliegen sein, es muss Leidenschaft dahinter stehen.“ „Wir erfüllen Bedürfnisse“
„Ich bin überzeugt, mit dem Hofladen liegen wir auch im Trend der Zeit. Die Vielfalt ist es, die uns ausmacht; wir haben das Einzigartige, das der Konsument sucht und schätzt. Der Hofladen gibt auch Antworten auf zahlreiche Notwendigkeiten und Bedürfnisse unserer Zeit.
Besucher aus Sizilien im Hofladen
Das Bedürfnis nach guter und gesunder Ernährung. Wir nehmen uns die Zeit, die Früchte richtig ausreifen zu lassen. Damit garantieren wir auch alle wertvollen Inhaltsstoffe.“ Auch das Bedürfnis nach kurzen Wegen, nach Klimaschutz und Nachhaltigkeit werde erfüllt. Man habe einen positiven CO2 Fußabdruck. Das Bedürfnis nach Produktvielfalt sei ebenfalls ein Anliegen. Es würden ja nicht nur Äpfel vertrieben. Das reichhaltige Angebot umfasse ab Mitte Juni Süßkirschen, dann folgen Marillen, Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen und Pfirsiche, Zwetschgen, Birnen und Äpfel der verschiedenen Sorten. Quitten seien unter den Einheimischen sehr beliebt. Marmeladen und Säfte dazu rote Erdäpfel, Schüttelbrot und Bauernspeck vom Kirchhof in Allitz, Tee aus dem Martelltal und Weine aus dem Vinschgau hätten ihren Kundenstock gefunden. Dies alles könne man Einheimischen und den neun Millionen Gästen in Südtirol anbieten. Bonani erinnerte an seine Zeit als „kleiner Pionier“ für die Sonderkultur Süßkirschen nicht nur im Vinschgau. Die Produktvielfalt sei etwas Spezielles, aber auch das Bedürfnis nach Schutz und Förderung der Artenvielfalt werde am Hofladen erfüllt. Hans Bonani lud ein, sich die Auslaufflächen des großzügigen Areals um den Hofladen anzuschauen. Es seien „Hotspots der Artenvielfalt“. „In der Regel summt’s und brummt’s hier“, meinte er. Er habe sich von Gärtnern beraten lassen.
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Foto: Privat
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Die Männerriege beim „Moar 1271“ mit Gregor, Hans und Michael (v. l.)
Foto: Marrick Media House
Pionier im Süßkirschen-Anbau Hans Bonani
Claudia Bonani mit Großmutter und Großtante
Hochstielige Langblütler und Zierapfelbäume seien gepflanzt worden und würden erst in den nächsten Tagen ihre Pracht entfalten. Kaufen und genießen im Vollholzhaus
Besonders freue er sich über Empfehlungen seines Hofladens durch Hotels im Burggrafenamt. „Es kommen sehr viele Besucher aus unterschiedlichen Gegenden Südtirols“. Stolz verwies er auf den besonderen, nagel- und schraubenlosen Lattenzaun und auf das Hoftor „Moar 1271“ aus Corten-Stahl. Er deutete das durchgehende Konzept an, das sich auf den denkmalgeschützten Moarhof stützt. Claudia erklärte die Absicht, eine möglichst einfache Botschaft zu erstellen und sich von den vielen Moar-Höfen abzuheben, nicht zuletzt durch die urkundliche Erstnennung im Jahre 1271. Sehr angetan seien viele Besucher vom zeitlosen, eleganten Bau aus Holz, den Architekt Johannes Thaler entworfen habe. Ein guter Freund in Laas habe ihn, Bonani, auf die Vollholzbauweise der Firma Holzius in Prad aufmerksam gemacht. Erstens wollte man das Bauwerk einem Betrieb im Vinschgau anvertrauen, so Bonani, zweitens habe das „genial einfache Funktionsprinzip“ überzeugt, einzelne Holzteile ohne Leim und Metall miteinander zu verbinden, um gesundes, wohltuendes und naturnahes Arbeiten zu ermöglichen (frei zit. nach Holzius).
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Rätsel: Welche dieser Pflanzen ist eine typische Herbstblume • Dahlie • Löwenzahn • Margerite Schreib die Antwort auf eine Karte und schick sie uns mit Angabe deines Alters bis Monatsende an: „Die BAZ“, Industriestr. 1/5, 39011 Lana oder per E-Mail an info@vereinkinderwelt.com Der Gewinner der Juli-BAZ heißt Jeremias Gruber, 3 Jahre. Der Gewinn wird zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung Athesia, Meran.
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Wissen Was ist Licht?
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Licht ist eine energiereiche Strahlung. Es besteht aus winzigen Teilchen, den Photonen, die zum Beispiel von einer Lampe mit © Detlev van Ravenswaay/Picture Press/Getty Images unglaublicher Geschwindigkeit in alle Richtungen sausen. Dabei hat Licht auch die Form einer Wasserwelle. Und je mehr Energie sie besitzt, desto enger rücken ihre Berge und Täler zusammen. Unser Auge nimmt nur Strahlen mit einer bestimmten Wellenlänge wahr: Violettes Licht hat die kürzesten, rotes die längsten Wellen. Dazwischen liegen Orange, Gelb, Grün und Blau. Mischen sich diese Regenbogenfarben gleichmäßig, nehmen wir das als weißes Licht wahr. Diese Eigenschaft hilft bei der Datenübertragung. E-Mails und Telefonate werden in Lichtsignale umgewandelt und in Glasfaserkabeln um die ganze Welt geschickt. Diese Kabel leiten die Lichtimpulse blitzschnell zu ihrem Zielort, wo sie in Buchstaben, Bilder oder Sprache zurückverwandelt werden. https://www.geo.de/geolino/forschung-und-technik/21516-rtkl-kleine-leuchtenund-grosser-schein-wie-das-licht-die-welt
Aktuell Wir wünschen euch einen guten Start ins neue Kindergarten- und Schuljahr. Viel Freude und Erfolg, euer Verein Kinderwelt-Team
Alle Infos direkt im Büro: „Die Kinderwelt Onlus“ Boznerstraße 78 39011 Lana Tel. 0473 211634 info@vereinkinderwelt.com www.vereinkinderwelt.com
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Marlings Zukunft LED-Lampen im öffentlichen Bereich, die Verlegung der Hochspannungsleitungen, die Arbeit am Gemeindeentwicklungsplan und vor allem das neue Altenheim: Marlings Gemeindeverwaltung hat reichlich zu tun. Seit 2020 ist Felix Lanpacher der neue Bürgermeister. Der ehemalige Vizebürgermeister hat Walter Mairhofers Vermächtnis übernommen und hält seitdem die Gemeindezügel in den Händen. Wohin es in Zukunft gehen soll, verrät er im BAZ-Interview. von Philipp Genetti
Als Vizebürgermeister hatten Sie die Gemeindepolitik in Marling mitgestaltet. Was hat sich geändert, seit Sie zum Bürgermeister gewählt wurden?
Diese Frage stellt man mir häufig. Ich bin schon sehr lange in der Gemeindepolitik aktiv und konnte viele großartige Projekte mitgestalten und weiterbringen. Den Wahlausgang empfinde ich als Bestätigung und als klares Dankeschön seitens der Marlinger für meine bisherige Arbeit. Allerdings bin ich jetzt viel mehr in der
Gemeindestube anwesend. Man wird als Bürgermeister überall gebraucht. Ich bin fast täglich in der Gemeinde und habe auch immer ein Zeitfenster für die Mitarbeiter in meinem Büro eingeplant. Außerdem biete ich viermal in der Woche Sprechstunden an, zu denen jeder Bürger mit seinem Anliegen kommen kann. Aufgrund meiner kaufmännischen Tätigkeit in unmittelbarer Nähe zum Rathaus bin ich meist auch dann erreichbar, wenn ich gerade nicht im Büro sein kann.
Wie kamen Sie eigentlich zur Politik?
Es ist mittlerweile über 15 Jahre her, dass ich mich zum ersten Mal für ein politisches Amt in der Gemeinde beworben habe. Ich war für die Gruppe der Kaufleute in Marling tätig und wurde im Zuge der anstehenden Gemeinderatswahlen dazu ermutigt, mich als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Ich wurde gewählt und kam beim ersten Wahlgang in den Gemeinderat. Daraufhin bin ich zum Referenten aufgestiegen und
Bürgermeister Felix Lanpacher
schließlich wurde ich Vizebürgermeister. BAZ 16/22
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STANDORT
Was macht es für Sie lohnend, sich aktiv in die Gemeindepolitik einzubringen?
Mir wurde von Beginn meiner politischen Laufbahn an viel Vertrauen seitens des Altbürgermeisters Walter Mairhofer entgegengebracht, sodass ich sofort mitgestalten konnte. Die Entscheidung, als Bürgermeister zu kandidieren, sollte aber gut überlegt sein und
einen familiären Rückhalt haben. Wir sind zum Glück im Ausschuss ein sehr gutes Team. Das macht die Arbeit einfacher. Nicht zuletzt schätze ich unsere großartigen Gemeindemitarbeiter, die mit hohem Verantwortungsbewusstsein ihrer Aufgabe für die Bürger nachgehen. Das wird mir auch immer wieder bestätigt.
Mit „WeinKultur“ hat Marling von sich reden gemacht. Die alljährliche Ernennung eines „WeinKulturBotschafters“ gehört zum Aushängeschild der Gemeinde.
Wir haben uns als neue Gemeindeverwaltung für die Fortführung dieser Initiative ausgesprochen. Immerhin ist die „Marlinger WeinKultur“ für den Standort sehr wichtig und hat sich in den ver-
gangenen Jahren mehr und mehr zu einem festen Bestandteil im Dorfmarketing entwickelt. Koordinator bleibt Altbürgermeister Walter Mairhofer. Unter dem Motto „Prickelndes Dorf “ werden wir vermehrt auch das Augenmerk auf die 4 Sekthersteller in Marling legen. Leider wurde die viel diskutierte Fortführung der bekannten „Südtiroler Weinstraße“ hoch bis
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ins Burggrafenamt von den Vorständen im Südtiroler Unterland abgelehnt. Dennoch werden wir das Thema „Genuss, Wein und Gastronomie“ weiterverfolgen und unsere Alleinstellung im Meraner Land ausbauen. Ein besonderes Überraschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Hotelfachschule „Kaiserhof “ erwartet uns nächstes Jahr. Ein Projekt, in
dem der Name „Marling“ mitverankert ist. Mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht verraten. Welche Projekte stehen zurzeit in Marling an?
Ein Projekt, das schon seit über 10 Jahren in Vorbereitung war und Ende Juli in Angriff genommen werden konnte, ist die Verlegung
der Hochspannungsleitungen, die über die bestehende Wohnbauzone und über den Kindergarten verlaufen. Am 25. Juli dieses Jahres ist das erste Stück vergraben worden. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Nach Abschluss der Arbeiten ergeben sich für Marling besonders in der Wohnbauzone neue Erweiterungsmöglichkeiten, die für den geför-
derten Wohnbau verwendet werden können. Das Projekt „Klimagemeinde light“ der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, an dem sich auch Marling beteiligt, läuft weiter und ist zukunftsweisend für den Klimaschutz der Gemeinde. Im Zuge dessen wurde auch die gesamte Straßenbeleuchtung in Marling auf LED umgestellt und klimafreundlich opti-
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STANDORT miert. In der Raumordnung und Urbanistik macht uns, wie andere Gemeinden auch, die Anwendung des neuen Landesgesetzes zu Raum und Landschaft zu schaffen. Viele Techniker und Bürger gehen noch von den Möglichkeiten der alten Raumordnung aus und die neuen Regelungen bremsen vieles ein. Wir bemühen uns als Gemeinde klarerweise so verständlich wie möglich die Neuregelungen mitzuteilen, was nicht immer einfach ist. Wir wollen aber selbstverständlich weiterhin in Marling alle Möglichkeiten schaffen, damit Bürger ihre Bauvorhaben verwirklichen können.
Wo gibt es Aufholbedarf?
Wie steht es um den Gemeindeentwicklungsplan?
Altbürgermeister Mairhofer lagen Wohnungen und die Betreuung von Senioren sehr am Herzen. Was ist diesbezüglich geplant bzw. in der Umsetzungsphase?
Neben dem Projekt für betreutes Wohnen im Mehrzweckgebäude ist die Errichtung eines Seniorenbzw. Pflegeheimes beim alten Traubenwirt eines der brennenden Themen. Wir waren schon 2017/18 dabei, uns Gedanken über den Standort zu machen, nachdem die Eigentümerfamilie mit dem Angebot an die Gemeinde herangetreten war, die Immobilie für die Errichtung eines Seniorenheimes zu verkaufen. Wir hatten uns damals an die damalige Landesregierung gewandt und – verbunden mit dem Versprechen des Landes, Marling bei der Errichtung finan-
ziell zu unterstützen – haben wir daraufhin den Traubenwirt erworben. Wir haben alles in die Wege geleitet und befinden uns zurzeit in der Ausarbeitung eines Konzepts für die Raumplanung- und -gestaltung. Worauf wir aber immer noch warten, ist die schriftliche Einlösung des Versprechens zur Finanzierung seitens der Landesregierung. In Marling ist die Frage nach dem Seniorenheim ein schwieriges Thema, weil es vor rund 40 Jahren auf dem heutigen Dorfplatz bereits ein Altenheim gab, das für den Dorfplatz weichen musste. Schon damals versprach die Gemeindepolitik das Altenheim an einem anderen Standort neu zu errichten. Das Seniorenheim „Traubenwirt“ soll künftig mit mehreren Kurzzeit- und Lang-
zeitpflegebetten ausgestattet werden. Außerdem sind ein Mittagstisch für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung, ein Speisesaal mit Mehrfachnutzung und ein Treffpunkt für Beschäftigungstherapieren geplant. Was uns als Gemeinde jedoch wichtig ist, ist die weitere Nutzung des Traubenwirtes als Bar und Restaurant. Was ist vom mühevoll erarbeiteten Leitbild geblieben?
Das Thema „Leitbild“ haben wir noch mit Altbürgermeister Walter Mairhofer abgeschlossen und jetzt wollen wir die langfristigen Ziele angehen. Dazu gehörte die Errichtung einer Kindertagesstätte, wo wir eine Lösung durch Kleinkinderbetreuungsplätze in der KITA Tscherms gefunden haben. Unser
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Was den Gemeindeentwicklungsplan anbelangt, haben wir uns mit den Gemeinden Tscherms und Algund zusammengeschlossen, um diesen zu erarbeiten. Der Plan ist eine Art Leitbild für die künftige räumliche Entwicklung der Gemeinden. Es war für uns naheliegend, dass wir uns mit unseren Nachbargemeinden austauschen. Die Schlüsselfragen werden darin liegen zu klären, ob die urbanistische Entwicklung in eine quantitative oder qualitative Richtung gehen soll. Beide Ausrichtungen können ihre Berechtigungen haben, allerdings ist zu klären, wie viel Wachstum in den Gemeinden ausgehend von den vorhandenen Infrastrukturen und deren Kapazitäten möglich ist.
Der Kindergarten braucht dringend eine Sanierung. Dabei wird der Kindergarten um eine weitere Gruppe erweitert. Wir haben bereits ein Vorprojekt in Auftrag gegeben, um die baulichen Möglichkeiten zu klären. Dann müssen wir schauen, wie es finanziert werden kann, ohne unseren Haushalt zu sehr zu belasten. Ein konkreteres Projekt ist das anstehende Ausführungsprojekt zum Ansuchen der Beiträge für die Errichtung von 6 Wohnungen für betreutes Wohnen, die gegenüber dem Rathaus auf der Terrassenfläche des Mehrzweckgebäudes entstehen sollen.
Durchstich unter der Marlingerbrücke und ein Höhenausgleich in Form einer Spirale. Sobald die ausständigen Genehmigungen der RFI eingehen, wird das Projekt dem Land über die Bezirksgemeinschaft vorgelegt, welches die notwendige Finanzierung von 3,5 Millionen Euro stemmen muss. Was ist Ihnen als Bürgermeister für die Zukunft der Gemeinde besonders wichtig?
Schwerpunkt liegt zurzeit in der Seniorenbetreuung, verbunden mit der Herausforderung „Seniorenheim Traubenwirt“. Was das „Wasser“ betrifft sind wir laufend dabei die Wasserleitungen zu erneuern und haben in den letzten Jahren die Wasserbecken optimiert. Das Thema „Gewerbezone Erweiterung“ haben wir ebenfalls abgeschlossen, insofern dass diese realisiert wurde und die Flächen mittlerweile alle besetzt sind. Anlässlich der 45-Jahr-Partnerschaft mit der Gemeinde Gelnhausen in Hessen haben wir den geplanten Werbefilm über Marling machen können und was die Sport- und Freizeitzone anbelangt, sind wir dabei ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, um die weitere Entwicklung der Zone zu planen.
Mit der Anbindung an das übergemeindliche Radwegenetz der Bezirksgemeinschaft ist Marling auch in der Mobilität gut unterwegs.
Die Teilstrecke des übergemeindlichen Radweges zwischen Marling und Tscherms ist für uns sehr wichtig und erfreut sich eines hohen Zulaufes Wir suchen allerdings schon lange nach einer bessern Verbindung vom Unterdorf zum Oberdorf für Fußgänger und Radfahrer. Dieses Projekt haben wir als langfristiges Ziel gesetzt. Ebenso interessant wäre die Aufwertung der Verbindung Marling-Algund/Forst entlang der Panoramastraße „Nörderstraße“ für Rad und Fußgänger. Nachdem es sich hier um eine Landesstraße und Ausweichroute für die MeBo
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handelt, ist dieser Wunsch kurzfristig nicht umsetzbar. Umso erfreulicher ist das Projekt der Bezirksgemeinschaft zur Überwindung und Verbesserung des Verbindungsstücks des übergemeindlichen Radweges bei der Marlingerbrücke. Geplant ist ein
Ich wünsche mir, dass Marling in Zukunft auf keinen Fall zur Schlafstätte für Meran wird, sondern weiter eine starke und eigenständige Gemeinde bleibt, die sich zeitgemäß entwickelt und kontrolliert wächst. Auch hoffe ich, dass das Dorfleben wieder mehr auflebt und die Vereine ihre Tätigkeiten wieder in dem Maße aufnehmen können, wie es vor Corona war. Außerdem wünsche ich mir, dass es uns als Dorf immer wieder gelingt, weiterhin an einem Strang zu ziehen.
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Starkes Duo – bio und regional In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Bio-Produkten stark gestiegen. Viele Verbraucher wünschen sich zudem hochwertig produzierte Lebensmittel aus ihrer Region. Während es bei Bio-Lebensmitteln klare Richtlinien gibt, ist der Begriff Regionalität nicht eindeutig definiert. Im Zusammenspiel ergänzen sich Bio-Qualität und Regionalität am besten. von Jasmin Maringgele
Innerhalb der europäischen und regionalen Agrarpolitik stellen Landwirtschaft und Umweltverträglichkeit aktuell einen Schwerpunkt dar. In Südtirol stieg das Interesse am Umstieg auf Bio-Anbau vor allem zwischen 2015 und 2018 stark an. Gemäß Daten des Landes Südtirol hat der Anteil an Flächen, welche in Südtirol nach den Richtlinien des biologischen
Anbaus bewirtschaftet werden, in den vergangenen Jahren über alle Sparten hinweg zugenommen. Der größte Flächenanteil entfällt hierbei auf Kern- und Steinobst. Besonders stark nimmt der BioAnbau gegenwärtig im Weinbau zu, da viele größere Kellereien Bio-Weine in ihr Angebot aufgenommen haben. Der Bioflächen-Anteil in der Land- und
Viehwirtschaft beträgt in Südtirol derzeit etwa 8 Prozent, Tendenz steigend. Für viele Verbraucher steht die regionale Herkunft ihrer Produkte an erster Stelle. Allerdings ist der Begriff „regional“ nicht eindeutig. Hierbei kann es sich um ein Erzeugnis aus dem Ort handeln oder von weiter weg. Kurze Transportwege, Saisonalität und Frische werden zumeist zu-
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recht mit Regionalität in Verbindung gebracht. Hinzu kommt der positive Aspekt einer regionalen Kreislaufwirtschaft: die heimische Wirtschaft und Kleinproduzenten werden aktiv unterstützt, anstatt globaler (Groß-)Konzerne. Ökologisch erzeugte Lebensmittel, die je nach Siegel und dessen Auflagen hergestellt werden, müssen sich an gewisse Standards und
Richtlinien halten. Lebensmittel, welche nach hiesigen Bio-Richtlinien angebaut und vertrieben werden, sind aus gesundheitlichen und ethischen Gründen für viele Verbraucher zunehmend attraktiv. Natürlich bringt es weder der Umwelt noch der Gesundheit einen Vorteil, im Winter weitgereiste Bio-Erdbeeren aus einem Glashaus in Spanien zu kaufen. Als starkes Duo können sich daher insbesondere regionale Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft positionieren. Sei es im Supermarkt, kleineren Bio-Läden oder an wöchentlichen Bauernständen – das Sortiment an Bio-Lebensmitteln wächst stetig und die Nachfrage steigt. Biodynamische Landwirtschaft in Südtirol
Im Bio-Anbau nimmt die Landwirtschaft nach strengen Demeter-Richtlinien eine Sonderform ein. Die sogenannte „Biologischdynamische Anbau- und Wirtschaftsweise“ orientiert sich dabei an einer ganzheitlichen Betrachtung von Boden, Erde und Kosmos. Demeter-Produkte werden im Einklang mit der Natur hergestellt und verarbeitet. In Südtirol und im Trentino werden derzeit 1489 Hektar Land von 200 zertifizierten Demeter-Betrieben bewirtschaftet. Einer dieser Pioniere ist Christian Drescher. Er bewirtschaftet seit 20 Jahren einen vielfältigen Demeterhof in Burgstall und ist im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für „Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise“ tätig. Die Bedeutung der Landwirtschaft hat in Südtirol eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert. Hierbei steigt der BioSektor seit einigen Jahren kontinuierlich an. Wie haben Sie die letzten 10, 20 Jahre diesbezüglich erlebt?
Christian Drescher: Persönlich habe ich vor 20 Jahren meinen Betrieb übernommen und auf Demeter-Anbau umgestellt. Seit die-
ser Zeit gab es in meinem Umfeld eine langsame, organische Zunahme der Biobauern. Was sich stark geändert hat, war die Vermarktung: basierte diese anfangs auf Bioläden (Äpfel) und auf wenige Genossenschaften und Händler, so wuchs das Bioangebot, aber auch Demeter, in den letzten paar Jahren aus dieser Nische heraus. Die Produkte waren bei immer mehr Großverteilern und sogar Discountern zu finden. Auch die Vermarktungsstrukturen wurden mehr. So sehr dies einerseits positiv ist, so müssen wir für die Zukunft doch aufpassen. Bio- und Demeterprodukte waren in den letzten Jahren nicht nur durch hochqualitative Ware, sondern auch durch wertschätzende Handels- und Arbeitsbeziehungen gekennzeichnet. Eine „Konventionalisierung“ war in Ansätzen bereits in den letzten Jahren festzustellen und sollte nicht weitergehen. Innerhalb des Bio-Segments steht das Demeter-Siegel für noch strengere Richtlinien. Wo liegen die Unterschiede zum „normalen“ Bio-Betrieb?
Als Öko-Pionier seit 1924 nimmt der Verband Demeter die Qualitätsführerschaft in Bio für sich in Anspruch. Wesentliche Pluspunkte und Voraussetzungen sind: • Gesamtbetriebsumstellung • obligatorische Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe, welche größer als 5 Hektar sind • 100 % des Futters muss Bio-Futter sein. 2/3 des gesamten eingesetzten Futters muss Demeter sein, bei Wiederkäuern muss der Demeter-Anteil bei 80 % liegen. Mindestens 50 % des Futters muss vom eigenen Hof oder einer Betriebskooperation stammen, • kein schmerzhaftes Enthornen der Kühe • Einsatz biologisch-dynamischer Präparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist • eigene Sorten und Züchtungsarbeit bei Getreide, Gemüse und Geflügel. Bei Getreide dürfen
nur samenfeste Sorten verwendet werden, Hybridsorten sind ausgeschlossen. Generell dürfen keine Sorten aus Zellfusionstechnik verwendet werden • nur wenige absolut notwendige Zusatzstoffe und Prozesshilfsstoffe sind in der Verarbeitung erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten. Ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen. Die EU-Bio-Verordnung erlaubt noch Zusatzstoffe, die bei Demeter tabu sind. Wie viele Landwirte gibt es in Südtirol, die in Demeter-Qualität wirtschaften und wie sind diese organisiert?
Unser Verband ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Waren es um die Jahrtausendwende noch 50 Landwirte, so arbeiten zurzeit über 200 Betriebe in Südtirol und dem Trentino nach Demeter-Richtlinien. Die meisten dieser Landwirte sind in der Arbeitsgemeinschaft für die Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise Bozen-Trient (ARGE) organisiert. Die ARGE organisiert die Herstellung der biodynamischen Präparate, die Fortbildung und Beratung der Mitglieder. Sie ist auch Interessenvertreter gegenüber dem „Rest der Welt“. Zusätzlich sind die Landwirte im gesamtitalienischen De-
meter-Verband zusammengeschlossen, der die biodynamische Qualität zertifiziert. Wohin sollte sich Südtirol in der Landwirtschaft entwickeln?
Die Landwirtschaft muss sich in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln. Sie hätte das Potential, CO2 zu speichern, anstatt es zu produzieren. Dazu muss sie vor allem die Böden wieder aufbauen. Ein gut strukturierter Boden nimmt nicht nur CO2 auf, er ist auch in der Lage Starkregen aufzunehmen wie ein Schwamm und dann langsam wieder an die Pflanzen abzugeben. Damit könnte die Landwirtschaft der Zukunft Leistungen für die Allgemeinheit bringen, deren Wichtigkeit gerade in diesem Jahr der Extremereignisse klar auf der Hand liegt. Verminderung von Umweltverschmutzung, Stichworte Abdrift und Gewässerverschmutzung, ist eine weitere Baustelle der Landwirtschaft. Eine dritte Baustelle sehe ich im starken Import von Futtermitteln und anderen Betriebsgrundstoffen mit allen damit verbundenen Problemen, wie Ausbeutung und Überdüngung. Von den Entscheidungsträgern erwarte ich mir klare und mutige Schritte mit einer entsprechenden Ausrichtung der Förderungen und Richtlinien.
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es seit Jahrtausenden. Bereits in der Steinzeit und in der Antike
bearbeiteten Menschen Natursteine und entwarfen imposante
Kunstwerke und Denkmäler, die sich teilweise bis heute erhalten
Ihr Steinmetz des Vertrauens seit 1910.
haben. Die ältesten Steinmetzarbeiten sind zirka 40.000 Jahre alte Halbreliefdarstellungen aus dem heutigen Frankreich. Michelangelos David-Skulptur, aus einem riesigen Marmorblock gehauen, zählt zu den bekanntesten Bildhauerarbeiten. Grundsätzlich hat sich an den Auftragsarbeiten, die von Steinmetzen und Steinbildhauern ausgeführt werden, wenig geändert: Natur- und Kunststeine werden durch eine zielgerichtete Bearbeitung für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke in ihre gewünschte Form gebracht. Heute erleichtert der Einsatz moderner Maschinen die Arbeit. Dennoch bleibt ein großes Maß an handwerklichem Geschick und körperlichem Einsatz mit Handwerkzeugen bestehen. Hammer und Meißel, mit denen Schlag für Schlag gearbeitet werden, stehen sinnbildlich und praktisch für das Tun des Steinmetzes und Steinbildhauers. Nach einer zweijährigen fachlichen Grundausbildung zum Steinmetz, kann in Südtirol eine maturaführende oder praxisorientierte Spezialisierung zum Steinbildhauer gemacht werden. Die Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ in Laas bietet ihren Schülern professionell ausgestattete Werkstätten, Kran, Brückensägen, Brennund Druckraum, sowie Zeichenund Modellierräume. Hauptsäch-
lich wird dort mit Göflaner und Laaser Marmor gearbeitet. Grundbearbeitungstechniken der Natursteinbearbeitung von Hand und mittels modernen druckluftbetriebenen Werkzeugs, Handhabung und Einsatz von unterschiedlichen Elektrowerkzeugen und Maschinen, sowie die theoretische Vorarbeit – etwa das Anfertigen von Skizzen und Modellen oder das Erstellen von Werkzeichnungen – Modellieren und Freihandzeichnen gehören zur breit gefächerten Ausbildung. Eine Besonderheit stellt das Schmieden und Härten individueller Stahlwerkzeuge in der schuleigenen Schmiede dar.
ers sind in der Regel dekoraktiver, künstlersicher und weniger geometrisch. Steinmetze arbeiten heute vielmals in der Restaurierung von alten und oft denkmalgeschützten Gebäuden, wo sie passgenaue Planzeichnungen erstellen und ihre Werkstücke millimetergenau in Bauwerke einfügen. Meisten fließen jedoch beide Berufe ineinander und es kommt auf die persönliche Spezialisierung eines Steinmetzes oder Steinbildhauers an. Das breite und facettenreiche Betätigungsfeld ermöglicht ein abwechslungsreiches, schöpferisches und kreatives Arbeiten. In Südtirol gehen derzeit 144 Beschäftigte in 52 Betrieben
der Tätigkeit als Steinmetz oder Steinbildhauer nach. In Hinblick auf die Vielfalt und Einsatzmöglichkeit entscheiden sich viele Steinmetze und Steinbildhauer hierzulande für den Einsatz von Südtiroler Natursteinen. Das Verständnis zum heimischen Naturstein lässt sich in robusten Außenfassaden, eleganten Baderäumen oder beständigen und individuellen Garten- und Terrassengestaltungen gezielt einsetzen. Die natürliche Schönheit der Landschaft wird zusammen mit den Vorteilen von Naturstein harmonisch ins Gesamtbild eingebunden. Der Fantasie sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt.
Steinmetz oder Steinbildhauer
Der gemeinsame Nenner von Steinmetz und Steinbildhauer ist die Arbeit mit Natur- oder Kunststein. Der größte Unterschied zwischen den beiden liegt darin, dass Steinmetze bevorzugt maßgenau mit geraden Steinstücken arbeiten – wie etwa Grabsteine oder Treppenstufen – und Steinbildhauer freie und oftmals kunstvolle Steine – Skulpturen oder verschiedene Arten von Trögen – meißeln. Für einen Steinmetz stehen geometrische und praktische Formen im Vordergrund, die sie auf Grundlage von detaillierten Formen und Skizzen anfertigen. Die Arbeiten eines Steinbildhau-
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WANDERN
Zur Düsseldorfer Hütte über Sulden Einmal im Sommer so richtig hoch hinaus. Alpine Luft genießen, erleben, wie gewaltig die Bergwelt ist: dies ist uns auf dieser Wanderung im oberen Vinschgau bei Kaiserwetter geschenkt. von Christl Fink
Wir sind umweltfreundlich unterwegs und benützen Zug und Bus, alles geht ohne Stress. Mit dem Kanzellift
Gleich unterhalb der Seilbahn zur Schaubachhütte ist die Talstation der neuen Umlaufbahn, die Wanderfreudige, ebenso wie gemütliche Sonnenanbeter zur so genannten Kanzel bringt. Binnen weniger Minuten schweben wir mit der Gondel von 1900 m auf 2450 m. Auf der gegenüberliegenden Bergseite fasziniert uns das Dreigestirn Königsspitze, Zebrù und Ortler. Der alte Wandersteig 12 musste seit einigen Jahren wegen Steinschlaggefahr aufgegeben werden. Da wir dies nicht wussten, suchen wir erst vergeblich. 38
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Zu den Zaywiesen
Jetzt geht es bergauf!
Aber nun geht es direkt von der Bergstation den breiten Weg etwas abwärts, wir verlieren an kostbarer Höhe. Tief unter uns wird Sulden gerade von den ersten Sonnenstrahlen geküsst. Und bald sehen wir auch schon hoch oben, in der Ferne, das weiße Gemäuer der Düsseldorfer Hütte. Aber erst geht es immer noch eher abwärts. Über kleine Holzbrücken und mächtige Steinplatten überqueren wir ein großes Geröllfeld, das einst den früheren Steig weiter oben verschüttet hatte, und dann kommen wir auch schon bald zu den sogenannten Zaywiesen und zum gleichnamigen Bach. Früher hieß die Düsseldorfer Hütte deshalb auch Zayhütte.
Am Bach angekommen, entdecken wir den Steig, der direkt ins Tal führt und den wir dann am Rückweg nehmen. Wir überqueren auf einer kleinen Brücke den Zaybach. Dieser hat seinen Ursprung bei den Zayseen oberhalb der Düsseldorfer Hütte, fließt bis nach Sulden und gibt dem Tal seinen Namen. Ehe der Anstieg beginnt, sehen wir noch das Hinweisschild, das geradeaus über den Eselsteig zur Kälberhütte führt. In weiten Serpentinen steigt nun der Weg stetig an. Endlich ist auch das letzte Steilstück überwunden und wir stehen vor der Schutzhütte mit ihren 60 Schlafplätzen. Rund um die Hütte sitzen Wanderer an den vielen Tischen bei der verdienten Mahl-
Steinplattenweg übers Geröll
Jetzt aber hinauf!
Das Ziel winkt
Düsseldorfer Hütte und Königsspitze
Nun geht es dem Tal zu
Der Zaybach, ein lustiger Geselle
zeit. Hier ist jetzt auch für uns eine ausgiebige Mittagsrast angesagt. An den Zayseen
Wir suchen hinter der Schutzhütte die etwas einsameren und verträumten Zayseen. Hier halten wir unsere Mittagsrast. Die milchige Farbe des ersten zeigt, dass sie vom nahen Angelusgletscher gespeist werden. Etwas tiefer unten wachsen ganze Wollgrasfelder rund um das zweite seichte Gewässer. Hier die Füße im Wasser baumeln lassen, der Seele Flügel verleihen und einfach nur träumen! Wir genießen die Stille und unser Blick geht zur Tschenglser Hochwand, zum Kleinen und Großen Angelus, sowie zum, im Sonnenlicht blitzenden Gipfelkreuz der Vertainspitze. Die Zeit scheint still zu stehen, doch dann müssen wir endlich aufbrechen. Dem Zaytal entlang
Frisch gestärkt und ausgeruht treten wir den Rückweg an. Erst geht es über denselben Steig, den wir heraufgekommen sind, und bald
schon sind wir an der Abzweigung mit den verschiedenen Hinweisschildern. Wir folgen in größeren und kleinen Serpentinen dem Bachlauf. Das Gelände ist nun nicht mehr so steil und immer wieder staunen wir über die Pracht des frühen Herbstes. Die von den ersten Nachtfrösten rot gefärbten Schwarzbeerblätter wetteifern mit den dunkelgrünen Zirben, der ganz in Weiß gekleideten Königsspitze und dem tiefblauen Himmel. Schließlich kommen wir zu den Kühen, die friedlich weiden, zu Rastbänken und der Abzweigung nach links zur Talstation der Seilbahn. Marterle mit Steigeisen
Wir jedoch folgen unserem Steig, Mark. 5 und dem Lauf des Wassers. Wir müssen über eine Brücke, die sich um einen Felsen windet. Der Steig führt direkt bergab, doch wir gehen wenige Schritte geradeaus zu einer Felswand. Eine originelle Gedenktafel für eine verunglückte Erika hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Wenige Schritte zurück und nun direkt dem sprudelnden und schäumenden Wasser entlang, zweimal durch ein Gatter und bald
schon stehen wir an der Hauptstraße. Wir könnten an der nächsten Haltestelle auf den Bus warten, doch da wir noch genügend Zeit haben, nehmen wir den Weg, der eine Wiese quer durchschneidet und kommen direkt zu dem sehr schön angelegten Weiher hinter der Kirche. Beim Tourismus Büro steigen wir glücklich und dankbar wieder in den Bus.
info Anfahrt: Der Vinschger Zug bringt uns schon zeitig am Morgen bis Spondinig, wo wir gleich in den direkten Bus nach Sulden umsteigen. Wir fahren bis zur Endstation zu den Seilbahnen. Ausgangspunkt: Bergstation des Kanzelliftes Ziel: Düsseldorfer Hütte: Gehzeiten insgesamt rund 4 Stunden Bergstation > Düsseldorfer Hütte rund 1,50 – 2 Std. > Sulden 2 Std. Beste Zeit: Sommer und Frühherbst BAZ 16/22
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VERANSTALTUNGEN
Bildungsangebot September 2022 Beruf & Digitales KOSTENLOSER Infoabend: Intensivlehrgang Buchhaltung Termin: 12. 9. 2022, 19 - 20 Uhr Dozent: Martin Gschliesser KOSTENLOSER Infoabend: Lehrgang Social Media & Community Manager Termin: 15. 9. 2022, 19.30 - 20.30 Uhr Dozent: Tatjana Finger SPID digitale Identität – Registrierung Termin: 17. 9. 2022, 9 - 10 Uhr Dozent: Stefan Egger Gesamtgebühr: 15 € Outlook 365 Grundlagen Termin: 20. 9. 2022, 18 - 21 Uhr Dozent: Stefan Egger Gesamtgebühr: 71 € Wie halte ich meinen Computer in Schuss Termin: 24. 9. 2022, 8.30 - 12.30 Uhr Dozent: Stefan Egger Gesamtgebühr: 64 €
Gesundheit & Bewegung Hatha&Vinyasa Yoga Termin: 12. 9. 2022, 17.10 - 18.40 Uhr 12 Treffen Dozent: Debora Costa Gesamtgebühr: 125 €
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Yoga am Abend 1.Termin: 20. 9. 2022, 18 - 19.15 Uhr 10 Treffen 2.Termin: 20. 9. 2022, 19.30 - 20.45 Uhr 10 Treffen Gesamtgebühr: 130 € Haltungsturnen am Abend Termin: 21. 9. 2022, 17 - 18 Uhr 12 Treffen Dozent: Verena Stolz Gesamtgebühr: 135 €
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Gesellschaft & Kultur Historische Führung: Auf den Spuren von Dr. Franz Tappeiner im 19. Jh. Historische Führung - 120 Jahre nach seinem Tod 1.Termin: 13. 9. 2022, 15.30 - 17.30 Uhr 2.Termin: 17. 9. 2022, 9.30 - 11.30 Uhr Dozent: Denis Mader Gesamtgebühr: 20 € Eine Hommage an Gina Klaber Thusek - Das Palais Mamming mit Simultanübersetzung in Gebärdensprache Termin: 13. 9. 2022, 19.15 - 20.15 Uhr Dozent: Elmar Gobbi & Julia Gamper Gesamtgebühr: 20 € Wärmepumpen - eine Chance für Südtirol Termin: 29. 9. 2022, 19.30 - 21.30 Uhr Dozent: Martin Sulser Gesamtgebühr: 20 € Anmeldung: info@urania-meran.it Tel. 0473 230219 • www.urania-meran.it
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