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DIE BENE VERANTWORTUNG 2025

LANGFASSUNG

In der veröffentlichten Kurzversion des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 haben wir in komprimierter Form über den Zeitraum 2023-2024 berichtet. Auf den folgenden Seiten können Sie noch tiefer in die Bene-Welt eintauchen. Wir haben alle Daten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2023 aktualisiert. Die Langversion integriert Aspekte der GRI-Richtlinien (In der Tabelle im Kapitel 4.3 wird auf die relevanten Kapitel verwiesen)

SYSTEMGRENZEN

Sofern in Text, Tabellen und Diagrammen nicht anders angegeben, orientiert sich der Bericht an folgenden Systemgrenzen: Ökonomische und Mitarbeiter:innen-Kennzahlen betreffen die gesamte Bene Gruppe (inklusive Tochtergesellschaften). Umweltdaten betreffen den Produktionsstandort in Waidhofen an der Ybbs. Da es sich dabei um das einzige Werk handelt, ist die Produktion zu 100% erfasst. Die Produktion von Handels-Waren und OEM-Waren (Original Equipment Manufacturer) ist nicht abgedeckt.

BERICHTSZEITRAUM

Der letzte Nachhaltigkeitsbericht wurde für den Berichtszeitraum 2021-2022 veröffentlicht. Der vorliegende Bericht umfasst die Berichtsjahre 2023 und 2024

Wir ermutigen all unsere Mitarbeiter:innen, Partner:innen sowie Kund:innen, weiterhin aktiv an unseren Nachhaltigkeitszielen mitzuwirken. Jeder einzelne Beitrag ist wichtig, egal wie groß oder klein er auch sein mag. So kreieren wir bei Bene gemeinsam eine nachhaltige Zukunft.

WESENTLICHE THEMEN

In Vorbereitung auf die CSRD (corporate sustainability reporting directive) wurde eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse nach ESRS (european sustainability reporting standards) durchgeführt. Die erste Wesentlichkeitsanalyse wurde bei Bene im Jahr 2006 im Zuge der Einführung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 durchgeführt. Seitdem hatten sich die wesentlichen Themen nur geringfügig geändert, da die Rahmenbedingungen wie der produzierende Standort gleichgeblieben sind Die Auseinandersetzung laut ESRS hat eine Diskussion über weitere Punkte angeregt und neue Perspektiven eröffnet. Die am relevantesten bewertete Aspekte (Bewertung ≥ 4) sind:

- Forstwirtschaft

- Klima

- Emissionen (in den Boden, in die Luft, ins Wasser)

- Nachhaltige Rohstoffe

- Lehrlingsausbildung

- Ökobilanz

- Energieversorgung

- Unternehmenskultur

- Compliance

- Mikroplastik

3.1.5.

3.1.6.

4.5.1.

4.5.2.

4.6.3.

4.6.4.

1. UNSER UNTERNEHMEN

Bene gestaltet inspirierende Büro- und Arbeitswelten. Mit seinen Konzepten, Produkten und Dienstleistungen macht Bene das Büro zum Lebensraum – zu einem Ort, an dem Menschen gut und gerne arbeiten. Dabei ist Nachhaltigkeit kein neues Konzept für uns, sondern ein Prinzip, das seit Langem tief bei Bene verwurzelt ist. In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche wichtige Maßnahmen eingeleitete, deren Sinn und Zweck es war und ist, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Wir gehen nicht nur profitable Wege, sondern setzen dabei auch auf langfristig tragfähige Ideen. Wir nehmen unsere soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr und stellen sicher, dass unsere Geschäftsaktivitäten so wenig negativen Einfluss auf die Umwelt haben wie möglich.

Im Jahr 2023 wurde eine eigene Definition für Nachhaltigkeit bei Bene entwickelt:

Nachhaltig denken und handeln ist unser Anspruch – und unsere Inspiration. Als führender Gestalter von modernen Arbeitswelten möchten wir unseren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern entwickeln wir nachhaltige Konzepte und Büroraumlösungen, die im Einklang mit unserer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung stehen.

Die Bene GmbH hat ihren Hauptsitz und einzigen Produktionsstandort in Waidhofen an der Ybbs, Österreich. Im Jahr 2024 wurde ein Umsatz von 155 Mio. € erwirtschaftet (-1 % im Vergleich zum Vorjahr mit 156 Mio. €).

1.1.ÜBERBLICK

ZUR BENE GMBH

Gemeinsam mit Kund:innen sowie Partner:innen entwickelt Bene Büroraumlösungen, die Arbeitsprozesse, Kulturen und Identitäten von Unternehmen räumlich erlebbar machen. Der hohe Anspruch an Funktionalität, Qualität und Design, den das Unternehmen seit jeher pflegt, ist dabei in jedem Projekt zu spüren.

Bene blickt auf eine lange Geschichte zurück: Gegründet im Jahre 1790 als kleine Tischlerei im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs, ist das Unternehmen heute in über 40 Ländern mit einem dichten Vertriebsnetz aus eigenen Standorten und autorisierten Fachhändlern vertreten, welches sich von Wien über Berlin, London und Paris bis nach Dubai erstreckt. Den BeneStandort in Ihrer Nähe finden Sie unter https://bene.com/de/bene/standorte.

1.1.1. MEILENSTEINE

Die wesentlichen Meilensteine:

1790–1980 Gründung des Unternehmens (1790); Start der industriellen Büromöbelfertigung (1951); neuer Produktionsstandort in Waidhofen a. d. Ybbs (1975)

1981–2000 Verleihung des österreichischen Staatswappens; Umstellung auf Wasserlacke (1996); Austria-Gütezeichen für Holzprodukte (1996)

2006 Zertifizierung nach den Standards EN ISO 9001 und EN ISO 14001

2008 Auszeichnung als österreichischer Musterbetrieb; österreichisches Umweltzeichen für Produkte; GECA-Zertifikat für Produkte; LGA-schadstoffgeprüft im Bereich der Produkte

2009 Einführung der Berechnungsmethode Bene EPD/LCA; PEFC-Zertifizierung; Sustainable Product Award Austria; FISP-Zertifizierung der Bene GmbH und von Bene PLC

2010 Blauer-Engel-Zertifizierung für Produkte; Beitritt zu respACT und dem UN Global Compact

2011 Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts; ASRA – Austrian Sustainability Reporting Award

2012 Greenguard-Zertifizierung für Produkte; Nominierung für den Trigos Ö und NÖ in der Kategorie Arbeitsplatz

2014 FSC-Zertifizierung (2023 zurückgelegt)

2015 Übernahme von Bene durch die BGO Holding GmbH

2016 Auszeichnung als Österreichs bester Lehrbetrieb des Jahres für Tischlerei

2017 Veröffentlichung des zweiten Nachhaltigkeitsberichts

2018 Zertifizierung nach EN ISO 38200; Auszeichnung als Leitbetrieb Austria

2020 FEMB-Level-Zertifizierung für Produkte

2021 Launch der Accessoire-Produkte bFRIENDS

2022 Steigerung von FEMB Level 2 auf Level 3

2023 Vierter Nachhaltigkeitsbericht; Ecovadis-Rating GOLD

2024 Neue kreislauffähige Produktentwicklungen

Unternehmens-Informationen:

Eigentümer:

Gesellschaftsform:

BGO Beteiligungsverwaltungs GmbH (99 %), grosso holding Gesellschaft mbH (0,5 %), ABAHO GmbH (0,5 %)

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Struktur: Linienorganigramm

Unternehmenszertifizierungen: ISO 9001, ISO 14001, ISO 38200, ISO 50001, PEFCTM, FISP®, Ö-Gütezeichen Musterbetrieb

1.1.2. PRODUKTIONSSTANDORT IN WAIDHOFEN AN DER YBBS (ÖSTERREICH)

Trotz weltweiter Aktivitäten setzt Bene bewusst auf den Produktionsstandort in Österreich. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1790 befindet sich dieser in Waidhofen an der Ybbs. Auf einem Firmengelände mit ca. 11 ha Fläche (110.000 m²) steht die moderne und effiziente Produktionsstätte mit etwa 42.000 m² Hallenareal. In etwa 19 % des gesamten Firmenareals ist nicht versiegelt und bietet somit Raum für Flora und Fauna. Mit diesem Standort in Österreich sind hohe Standards in Bezug auf Umwelt und Sicherheit garantiert. Die in Österreich geltenden Voraussetzungen beispielsweise in Bezug auf Qualitätsstandards, gesetzliche Rahmenbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten tragen ihren Teil zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei und bilden eine der Grundlagen für nachhaltiges Wirtschaften.

Das Bene Werk ist bereits seit über 230 Jahren Teil der Gemeinde Waidhofen. Bene ist somit tiefgehend in die regionale Wirtschaftsstruktur eingeflochten. Für das klare Bekenntnis zur Region wurden auch etwaige Standortnachteile, wie das Nichtvorhandensein einer Anbindung an Autobahn oder Bahn, in Kauf genommen.

Mit der Konzentration auf diesen Produktionsstandort nutzt Bene nicht nur die logistischen Vorteile der zentralen Lage in Mitteleuropa, sondern sichert auch Arbeitsplätze in der Region. Regelmäßige Exkursionen und Besuche von Bene Kund:innen aus verschiedensten Ländern beleben die Region – ein wirtschaftlicher Faktor für Gastronomie, Hotellerie und Touristik. 2023 durften wir rund 1.600 Besucher:innen begrüßen und im Jahr 2024 1.800.

Besucher:innen am Standort Waidhofen

1.1.3. UNTERNEHMENSSTRATEGIE

Im Jahr 2023 wurde eine neue Strategie entwickelt, die sich auf die Jahre 2024-2026 fokussiert. Gemeinsam mit Kolleg:innen aus verschiedenen Fachbereichen wurden selbstkritisch und zukunftsorientiert die Stärken und Schwächen des Unternehmens analysiert. Dabei hat sich folgender Purpose klar herausgestellt: Wir gestalten inspirierende Orte, an denen sich Menschen

begegnen und miteinander vernetzen. Folgende Vision wird verfolgt: Bis zum Jahr 2030 sind wir die führende Referenz für innovatives und nachhaltiges Arbeiten und zählen zu den fünf größten Büromöbelanbietern Europas.

Die wichtigsten Eckpfeiler der Strategie sind:

- Wachstum

Unsere Kernkompetenzen aus dem Büromöbel-Markt werden wir zukünftig auch in anderen Segmenten nutzen.

- Neue Geschäftsfelder

Parallel zum Ausbau unseres Kerngeschäfts mit Büromöbeln, werden wir neue, ausgewählte, zukunftsorientierte Marktsegmente erschließen.

- Digitalisierung

Hier heißt es aufholen und investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und mittelfristig führend in der Branche zu werden

- Nachhaltigkeit

Bis zum Jahr 2030 sind wir eines der nachhaltigsten Unternehmen unserer Branche

- Operational Excellence

Alles, was wir täglich tun, müssen wir im Sinne des Mehrwerts für unsere Kundinnen und Kunden hinterfragen, kontinuierlich verbessern und effizienter abwickeln.

- Schließung von Kompetenzlücken

Um Flexibilität für zukünftig wandelnde Marktbedürfnisse sicherzustellen und dabei wettbewerbsfähige Kosten zu gewährleisten, werden wir wichtige Kompetenzlücken schließen.

- Mitarbeitende

Bei Bene stehen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Nur so kann unser Unternehmen auch morgen erfolgreich sein.

Diese Nachhaltigkeitsziele prägen unsere Unternehmenstätigkeit bis 2030:

1. Ausrichtung der gesamten Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit – insbesondere:

a. Neue kreislauffähige Produktlinien

b. Maßnahmenplan zur Reduktion aller Emissionen (Scope 1-3)

c. Durchgängige Verwendung nachhaltiger und kreislauffähiger Materialien

2. Verankerung von Nachhaltigkeit in unserer Unternehmenskultur – insbesondere:

a. Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung

b. Förderung von Vielfalt und Inklusion

c. Sicherstellung optimaler Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden

1.2.UNTERNEHMENSWERTE

Unsere Markenwerte fassen den Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden zusammen: Inspirierend – Wir inspirieren unsere Kundinnen und Kunden. Wegweisend – Wir sind zukunftsweisend und innovativ. Umsetzungsstark – Wir setzen praxisnahe Lösungen um. Verantwortungsvoll – Wir agieren verantwortungsvoll im Sinne der Umwelt sowie unserer Kund:innen und Partner:innen.

1.3.INTEGRIERTE

MANAGEMENTSYSTEM-POLITIK

Die 2011 erstmals veröffentlichte Politik zum Bereich CSR1 wurde 2014 mit der bestehenden IMS2-Politik verschmolzen. Nach kleineren Änderungen in den darauffolgenden Jahren, wurden in die aktuelle Ausgabe 2024 zusätzlich die Anforderungen der Managementsystemnormen, der

1 Corporate Social Responsibility (soziale Unternehmensverantwortung).

2 Integriertes Managementsystem

Umgang mit Daten, das Energiemanagement, die Ökologie, die Chain of Custody, die ITSicherheit und das IKS3 eingearbeitet.

Unsere IMS-Politik:

Unserer Vision und unserem Leitbild entsprechend verfolgen wir in der Bene Gruppe folgende IMS-Politik:

Nachhaltig denken und handeln ist unser Anspruch – und unsere Inspiration. Als führender Gestalter von modernen Arbeitswelten möchten wir unseren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten. Gemeinsam mit unseren Kund:innen und Partner:innen entwickeln wir nachhaltige Konzepte und Büroraumlösungen, die im Einklang mit unserer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung stehen. Wir vereinbaren gemeinsam Ziele, dokumentieren diese und messen deren Erreichung anhand von Kennzahlen. Was uns antreibt, ist unser stetiges Streben nach Verbesserung. Wir fordern das Gewohnte heraus und hinterfragen entschlossen den Status quo – auch unseren eigenen. Unsere Informationskultur ermöglicht einen transparenten Einblick für alle relevanten Stakeholder. Geltende gesetzliche und vertragliche Bestimmungen halten wir ein und verstehen sie als Mindestanforderung. Wir verpflichten uns, in Nachhaltigkeitsbelangen auch über die Vorgaben hinaus aktiv zu sein, wo immer es uns möglich ist.

1.3.1. ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Von Bene gestaltete Büro- und Arbeitswelten leisten einen Beitrag zum Erfolg von Unternehmen. Gemeinsam mit Kund:innen und Partner:innen schaffen wir maßgeschneiderte Arbeitsplätze, in bzw. an denen Menschen gut und effizient arbeiten. Durch die Entwicklung innovativer, qualitativ hochwertiger und designorientierter Produkte realisieren wir ganzheitliche Arbeitswelten. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Kund:innen und pflegen gute und nachhaltige Beziehungen. Die Abstimmung all unserer Tätigkeiten und unserer Prozesse aufeinander ist der erfolgsbestimmende Faktor. Je besser sie aufeinander abgestimmt sind, desto wettbewerbsfähiger und wirtschaftlich erfolgreicher werden wir. Unter wirtschaftlich vertretbaren Gesichtspunkten streben wir an, den besten verfügbaren Stand der Technik für unsere Prozesse und Produkte einzusetzen. Die Integration der unterschiedlichen Managementsysteme (QSU4 , CSR, Energie, CoC5, ISM6, IKS) in ein Gesamtsystem ermöglicht eine wirtschaftliche Führung und Koordination des Unternehmens. Als Grundlage dienen hier internationale Normen und Standards.

1.3.2. ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

In unserem Bestreben exzellente Produkte herzustellen, erkennen wir die zentrale Bedeutung unserer ökologischen Verantwortung an. Durch die konsequente Integration von nachhaltigen Praktiken in unsere Geschäftsprozesse und Produktentwicklungen verpflichten wir uns zum Schutz der Umwelt und zur Förderung eines nachhaltigen Arbeitsumfeldes. Unter Umweltschutz verstehen wir den schonenden Umgang mit Ressourcen, Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität und die Entwicklung hin zu kreislauffähigen Geschäftsmodellen. Dabei legen wir Wert auf die Steigerung der Energie- und Materialeffizienz, die Erhöhung der Wiederverwertbarkeit sowie die Minimierung von Emissionen und Abfall. Wir denken in ganzheitlichen Produktlebenszyklen und berücksichtigen ökologische Kriterien von der ersten Produktidee bis zur Verwertung. Als holzverarbeitendes Unternehmen sind wir der nachhaltigen Forstwirtschaft verpflichtet. Holzwerkstoffe machen mehr als die Hälfte der von uns verwendeten Materialien aus. Eingesetzte Plattenmaterialien sind nach CoC-Standards der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zertifiziert

3 Internes Kontrollsystem.

4 Qualität, Sicherheit, Umwelt

5 Chain of Custody (nachhaltige Waldbewirtschaftung).

6 Informationssicherheits-Management

(PEFC, ISO 38200). Unsere integrierten Managementsysteme (u.a. ISO 14001, 9001, 45001, 50001) bieten uns die Grundlage für ein effektives Management Wir setzen uns für die ausschließliche Nutzung nachhaltiger Energiequellen ein, beziehen bereits 100% unseres Stroms aus erneuerbaren Energien, wie zugekaufte Wasserkraft und selbst produzierten Photovoltaik-strom, und fördern aktiv die E-Mobilität.

1.3.3. SOZIALE VERANTWORTUNG

Unsere wirtschaftlichen und ökologischen Aufgaben werden durch unsere soziale und gesellschaftliche Verpflichtung ergänzt. Wir gestalten Beziehungen respektvoll und arbeiten wertschätzend miteinander. Kulturelle Vielfalt und Inklusion sind für uns eine wichtige Voraussetzung, um Bedürfnisse zu erkennen und somit Menschen bzw. Kundinnen und Kunden weltweit ganzheitliche, innovative Arbeitswelten anzubieten. Als fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber, bieten wir in einem dynamischen Umfeld Chancengleichheit und ein positives sowie sicheres Arbeitsumfeld. Exzellente, motivierte und kreative Beschäftigte sind der Schlüssel zum Erfolg unseres Unternehmens. Wir fördern alle Mitarbeiter:innen mit geeigneten Aus-, Weiterbildungs- und Gesundheitsmaßnahmen und achten darauf, dass alle entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt werden. Wir respektieren, erfüllen und unterstützen die Menschenrechte, Diversität und Inklusion in unserem Einflussbereich. Unsere ethischen Wertmaßstäbe stellen sicher, dass unser Unternehmen sich nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligt. Vertreter:innen unseres Unternehmens, wo auch immer sie agieren, sind verpflichtet, sich fair, integer und im Einklang mit den ethischen Standards zu verhalten. Somit ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, die Prinzipien des UN Global Compact zu befolgen.

Die IMS-Politik7 wird gemeinsam mit weiteren internen Regelwerken – beispielsweise der Beschaffungspolitik oder unserem Ethik-Verhaltenskodex – via Intranet an die Mitarbeiter:innen kommuniziert. Die externe Kommunikation erfolgt über die Website bzw. diesen Bericht.

1.4.NACHHALTIGKEIT BEI BENE

Die Bene GmbH verfügt seit vielen Jahren über ein integriertes Management-System (IMS)8. Da zentral an einem einzigen Standort produziert wird, sind alle eigenen Produktionstätigkeiten zu 100% vom IMS abgedeckt. Es ist nach EN ISO 14001, EN ISO 9001 und EN ISO 50001 zertifiziert und deckt die wesentlichen Inhalte von ISO 45001 und ISO 31000 ab. 2008 wurde Bene als österreichischer Musterbetrieb ausgezeichnet und 2009 nach dem Chain-of-Custody-Standard PEFC und dem britischen Furniture Industry Sustainability Programme (FISP), 2014 nach FSC und 2018 nach ISO 38200 zertifiziert. FSC wurde im Jahr 2023 zurückgelegt und der Fokus auf PEFC und ISO 38200 gelegt Ein Sicherheitsmanagementsystem ist im Unternehmen etabliert Eine Zertifizierung nach dem Standard ISO 45001 wird für 2025 angestrebt.

Das IMS-Team ist direkt der Geschäftsleitung der Bene Gruppe unterstellt. Das IMS stellt die Grundlage für die Identifikation der Nachhaltigkeitsaspekte dar. Wesentlich dafür sind neben den Umweltaspekten auch die mit dem IMS einhergehenden Risiken und Chancen.

1.4.1. ORGANISATION NACHHALTIGER ENTWICKLUNG BEI BENE

Das Thema Nachhaltigkeit ist im Bereich des Geschäftsführers für Operations angesiedelt. Das jahrelange Engagement von Bene in Sachen Produktverantwortung, Umweltmanagement, Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden ist Ausdruck des entsprechenden Bekenntnisses und Engagements der Geschäftsführung. Die Überwachung der Nachhaltigkeitsperformance auf

7 Wesentliche Punkte der Beschaffungs-, der Human-Resources-, der Umwelt- und der Produktpolitik sind Bestandteil der IMSPolitik.

8 Das IMS fasst Methoden und Instrumente zur Einhaltung von Anforderungen aus verschiedenen Bereichen (zum Beispiel Qualität, Umwelt- und Arbeitsschutz, Sicherheit, Risiko) in einer einheitlichen Struktur zusammen, die der Leitung und Überwachung der gesamten Organisation dient

Geschäftsführerebene erfolgt bei Bene durch regelmäßige Information seitens der zuständigen Personen direkt an die Geschäftsführung.

Im September 2023 startete eine eigene Bene-Nachhaltigkeitsrunde. Aus allen Bereichen des Unternehmens nimmt ein:e Vertreter:in an den alle zwei Monate stattfindenden Treffen teil. Bei diesen Zusammenkünften werden Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen definiert und es wird über relevante Projekte berichtet. Thematische Inputs der Beteiligten und weiterer Impulsgeber:innen tragen zur Bewusstseinsbildung und zur Formung der Unternehmenskultur bei.

1.4.2. ORGANIGRAMM DER BENE GRUPPE

Die höchste Entscheidungsgewalt liegt bei den drei Geschäftsführern der Bene GmbH. Das höchste Kontrollorgan ist der Bene Aufsichtsrat mit 6 Personen. Seit dem Jahr 2022 ist die Geschäftsführung von zuvor zwei Geschäftsführern nun auf drei Geschäftsführer aufgeteilt. Mit Stand 31.12.2024 verantwortet Manfred Huber als technischer Direktor (COO) die operativen Abläufe und den technischen Fortschritt des Unternehmens. Benedikt Wolfram ist Chief Financial Officer (CFO) und für den Bereich Finance & Legal sowie Digitalisierung verantwortlich. Gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführer Michael Fried (Sales, HR, Marketing und Innovation) bilden sie die Geschäftsführung von Bene.

1.4.3. UMWELTEINFLÜSSE

Die Umwelteinflüsse bei Bene ergeben sich hauptsächlich aus der Produktion, dem Materialeinsatz, der Logistik sowie dem Energieverbrauch. Die Reduktion von Umweltauswirkungen durch die Bene-Geschäftstätigkeit korreliert mit wirtschaftlichen Zielen. Durch das Bene-Managementsystem können Kosten eingespart werden. Verschnitt wird reduziert, Abfall- und Energiekosten werden verringert, Transporte und Betriebsmittel werden eingespart. Wir erkennen die Gefahren für Mensch und Umwelt durch den fortschreitenden Klimawandel und übernehmen auch für kommende Generationen Verantwortung. Klimatische Veränderungen treffen aber nicht nur Menschen und Gesellschaften, sondern auch die Wirtschaft. Wir betrachten die Auswirkungen der Veränderungen durch den Klimawandel auf unser internationales

9 W-EU = Western European Union, CEE = Central and Eastern European Countries, CIS = Commonwealth of Independent states, MEA = Middle East and Asia FEA = Far East Asia, iCOD = International Corporate Office Design

Geschäftsmodell sehr detailliert. Mit fortschreitendem Klimawandel könnten sich – etwa durch eine zusätzliche Besteuerung von CO2 oder Kraftstoffen – für Bene verschiedene Kosten erhöhen:

• Lkw-Logistik

• Strombezug

• holzbasierte Rohstoffe10

• energieintensive Rohstoffe wie Aluminium

Unsere Geschäftstätigkeit kann in Zukunft durch den Klimawandel beeinflusst werden, da sich ggf. das Holzangebot in unserem Umkreis verändert (z.B. durch extreme Trockenperioden). Die Wasser-Verfügbarkeit könnte ebenso ein möglicher Einflussfaktor für unsere Standorte sein.

indirekt: Ressourcenabbau

indirekt: Abholzung

1.4.4. NACHHALTIGKEITS- BZW. UMWELTASPEKTE

Bei direkten Nachhaltigkeits- bzw. Umweltaspekten geht es um unsere Tätigkeiten am Standort, die wir unmittelbar beeinflussen können. Dazu zählen in erster Linie unsere Produktionsprozesse, deren Umweltauswirkungen wir bewerten. Auch außerhalb von Bene existieren umweltrelevante Prozesse, die mit unserem Handeln in Zusammenhang stehen. Diese Prozesse werden als indirekte Aspekte bezeichnet. Auf diese Prozesse können wir nur eingeschränkt Einfluss nehmen. Die Relevanz der Umweltaspekte und die möglichen Auswirkungen im Störfall, werden über die Umweltaspekte-Bewertung regelmäßig evaluiert. Ein verantwortungsvoller und sparsamer Umgang mit Ressourcen ist dabei ein bedeutender Aspekt.

Das IMS unterstützt uns dabei, die Effizienz unseres Werks kontinuierlich zu steigern. Ökologie, Gesundheit und soziale Aspekte geben unserem Produktdesign stetig neue Impulse. Faires Wirtschaften verbessert die Beziehung zu unseren Stakeholder:innen. Zentral ist auch ein gutes Arbeitsklima bei Bene selbst

10 Die Kosten von Holz könnten sich aufgrund vermehrter Wetterextreme und durch eine Verschiebung der Vegetationszonen erhöhen. Anzumerken ist jedoch, dass vermehrte Schadholzfälle auch zu einer Verbilligung von Spanplatten führen können.

Bene Umweltauswirkungen
TreibhausgasEmissionen
Luft-Emissionen
Abfall
Lärm
Abwasser

Umweltrelevante Tätigkeiten im Rahmen der einzelnen Wertschöpfungsprozesse werden entsprechend der Größe ihrer Umweltrelevanz bewertet und übersichtlich dargestellt. Dies ermöglicht einen klaren Überblick über die Unternehmensbereiche mit hoher Umweltrelevanz und dient als Orientierung für weitere Entscheidungen.

Betrachtet werden folgende Bereiche:

• kontrollierte und unkontrollierte Emissionen in die Atmosphäre

• kontrollierte und unkontrollierte Ableitung von Flüssigkeiten in Gewässer oder in die Kanalisation

• feste und andere Abfälle, insbesondere gefährliche Abfälle

• Kontaminierung von Erdreich

• Nutzung von Boden, Wasser, Brennstoffen sowie Energie und anderen natürlichen Ressourcen

• Freisetzung von Wärme, Lärm, Geruch und Staub sowie Erschütterungen und optische Einwirkungen

• Auswirkungen auf bestimmte Teilbereiche der Umwelt, auf Ökosysteme und auf den Menschen

• Explosionsschutzbereiche

Es werden nicht nur die Auswirkungen unter normalen Betriebsbedingungen erfasst, sondern auch sich ergebende oder sich wahrscheinlich ergebende Auswirkungen prüferisch berücksichtigt:

• unter abnormalen Betriebsbedingungen (Wartung, Revision etc.)

• bei Vorfällen, Unfällen und möglichen Notfällen (Brand, Explosion, Unwetter etc.)

• durch frühere, laufende und geplante Tätigkeiten (Entsorgung etc.)

Einzelkriterien für die Bewertung sind:

• aktuell gültige Unternehmenspolitik (IMS-Politik)

• Gesetzgebung bzw. aktuelle Rechtslage einschließlich der jeweils gültigen Bescheide

• Gefährdung von Mensch und Umwelt – unter Berücksichtigung der Sicherheitsdatenblätter

• Kosten und Mengen

• Einfluss auf Ablaufeffizienz (Auftretenshäufigkeit)

1.4.5. NACHHALTIGKEITS-THEMEN UND PRIORISIERUNG

Im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 wurden die relevanten Nachhaltigkeits-Themen neu bewertet und priorisiert. Die Wesentlichkeitsanalyse wurde basierend auf dem European Sustainability Reporting Standard (ESRS) erstellt. Die Ergebnisse daraus fließen in die Strategieentwicklung und die dementsprechende Erstellung des NachhaltigkeitsProgramms und zugehörigen Maßnahmen ein. Folgende Themen wurden als wesentlich mit einer Bewertung ≥ 3,5 identifiziert. In der Einleitung wurden die Themen mit Bewertung ≥ 4 erwähnt.

Thema

Wasserverschmutzung

Aspekt

Emissionen ins Wasser Anpassung an den Klimawandel

Kreislaufwirtschaft

Energieversorgung, Klima, Rohstoffverfügbarkeit, Wetter Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen

Bodenverunreinigung

Emissionen in den Boden Luftverschmutzung

Emissionen in die Luft

Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen

Ressourcenzuflüsse einschließlich Ressourcennutzung

Sonstige arbeitsbezogene Rechte / Kinderarbeit

Forstwirtschaft

Nachhaltige Rohstoffe

Lehrlingsausbildung

Mikroplastik Mikroplastik

Arbeitsbedingungen / Sichere Beschäftigung

Persönliche Sicherheit von Verbraucher:innen bzw.

Endnutzer:innen / Gesundheitsschutz und Sicherheit

Korruption und Bestechung / Vermeidung und Aufdeckung einschließlich Schulung

Mitarbeiterbindung, Unternehmenskultur

Arbeitsplatzgestaltung, Produktergonomie

Compliance

Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts / Klimawandel Forstwirtschaft

Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle / Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Abfälle

Gender-Pay-Gap

Abfallwirtschaft

Klimaschutz Maschinen am Stand der Technik, Transport von Personen, Rohstoffen und Waren

Unternehmenskultur Unternehmenskultur

Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts / Umweltverschmutzung

Informationsbezogene Auswirkungen für Verbraucher:innen bzw. Endnutzer:innen / Zugang zu (hochwertigen) Informationen

Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften / Wasser- sowie Sanitäreinrichtungen

Umweltverschmutzung

Stakeholderdialog, Kundenzufriedenheit

Rohstoffgewinnung Arbeitsbedingungen / Gesundheitsschutz und Sicherheit

Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts / Landnutzungsänderungen, Süßwasser- und Meeresnutzungsänderungen

Auswirkungen auf den Zustand der Arten, etwa Populationsgrößen und globales Ausrottungsrisiko

Arbeitnehmerschutz, Mitarbeitergesundheit

Bezugsstoffe

Forstwirtschaft

Die Umsetzung der ermittelten Verbesserungspotenziale wird mit einem Maßnahmenplan überwacht. Darüber hinaus erstatten die Managementbeauftragten periodisch Bericht an die Geschäftsleitung der Bene GmbH, in Form eines Management-Reviews.

Unsere Tätigkeit unterstützt die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Insbesondere nehmen unsere Projekte und Ziele Einfluss auf:

• SDG Nr. 3: Gesundheit und Wohlergehen

• SDG-Nr. 4: Hochwertige Bildung

• SDG-Nr. 7: Bezahlbare und saubere Energie

• SDG-Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschafts-Wachstum

• SDG-Nr. 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

• SDG-Nr. 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

• SDG-Nr. 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

• SDG-Nr. 15: Leben an Land

• SDG-Nr. 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

1.5.NACHHALTIGKEITSZIELE UND -PROGRAMM

Im Jahr 2023 wurde wie bereits beschrieben eine neue Strategie entwickelt, aus der sich neue Zielsetzungen für den Bereich Nachhaltigkeit ergeben haben, die seither verfolgt werden. Die Ziele im Detail:

Strategisches Unternehmensziel bis 2030

Als führendes Unternehmen (Leitbetrieb) in unserer Region übernehmen wir eine gesellschaftliche Verantwortung und legen großen Wert darauf, unseren Mitarbeitenden inspirierende und sichere Arbeitsumgebungen zur Verfügung zu stellen, die auf ihre individuellen Prozesse und Arbeitsweisen abgestimmt sind.

Wir engagieren uns aktiv darin, unsere Stakeholder über die verschiedenen Aspekte und Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zu informieren und zu sensibilisieren. Gemeinsam mit ihnen setzen wir uns für den Schutz der Umwelt und des Klimas ein, fördern eine verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen und unterstützen die Erhaltung der Artenvielfalt.

Wir implementieren Maßnahmen, um unsere neuen Produktlinien kreislauffähig zu machen. Unser Fokus liegt auf einem nachhaltigen Verpackungskonzept und einem Produktdesign, das eine lange Nutzungsdauer sicherstellt. Dabei legen wir großen Wert auf die Möglichkeit der Reparatur, Zerlegbarkeit und das Recycling unserer Produkte.

Wir verpflichten uns zur Verwendung von nachhaltigen und kreislauffähigen Materialien aus transparenten Lieferketten mit dem Fokus auf die Nutzung von Recyclingmaterial, nachwachsenden Rohstoffen sowie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Bis spätestens 2030 sind wir in den Emissionsbereichen Scope 1 und 2 treibhausgasneutral. Zudem haben wir einen umfassenden Maßnahmenplan zur Reduzierung der Scope 3 Emissionen entwickelt.

Wir stellen unseren Stakeholdern aktuell und validiert alle relevanten Informationen zur Verfügung.

Themenbereich

Gesellschaftliche Verantwortung

Bewusstseinsbildung

Nachhaltige Produkte

Nachhaltige Rohstoffe

Carbon Footprint

Transparenz

Von 12 für 2024 gesetzten Unternehmenszielen wurden 9 zur Gänze und 2 zum Großteil erreicht. Ein Ziel ist ausständig, da bis zum Redaktionsschluss die Unternehmensbewertung über Ecovadis nicht abgeschlossen war.

Erreichte strategische Unternehmensziele bis 2024 Status

Es wurden mehr als 250 Stunden Aus- und Fortbildung für Nachhaltigkeits-Themen aufgewendet. (interne und externe Schulungen z.B. bgoAcademy)

Ein Projekt zur Scope 3 Reduktion ist umgesetzt.

bgoAcademy + Lehrlingsfortbildung > 250 h

z.B. Umstellung auf biobasierte Wickelfolie

Reduktion der Scope 1 und 2 Emissionen um 80% zum Referenzjahr 2016 tatsächlich: -86 %

Erhöhung des IT-Security Score um mindestens einen Punkt zur jeweils vorhergehenden Bewertung.

Zur Stärkung der sozialen internen Gemeinschaft werden mindestens 5 gemeinschaftlichen Aktivitäten pro Jahr veranstaltet.

Entwicklung von 3 modularen Produkten, die zerlegbar sind und einzelne Bestandteile einfach getauscht werden können.

Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichtes 2024 gemäß GRIKriterien

Erhöhung von 75 auf 77 /100 Punkten

mehr als 5 Maßnahmen umgesetzt

POINTS, EQUO, NOOVO

Bericht für 2023-2024

100% der gedruckten Werbemittel sind auf nachhaltigem Papier gedruckt. weniger gedruckt und wenn dann auf zertifiziertem Papier

12 Social Media Posts zum Thema Nachhaltigkeit wurden publiziert. siehe z.B. LinkedIn

Teilweise erreichte strategische Unternehmensziele bis 2024 Status

Zur Stärkung der sozialen externen Gemeinschaft werden mindestens 5 gemeinschaftlichen Aktivitäten pro Jahr veranstaltet.

z.B. Tag der offenen Tür

Alle Bene Produkte (Marke Bene) tragen ökologische Produktlabels. Großteil der Produkte trägt Ökolabel.

Ausnahme: bFRIENDS und Ganzglaswand

1.5.1. NACHHALTIGKEITSPROGRAMM

Alle Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die an konkrete Unternehmensziele geknüpft sind (abgeleitet von den BGO-Zielen), werden in einer spezifischen Datenbank verwaltet und regelmäßig evaluiert. 20 % aller Maßnahmen betreffen die Abteilung Beschaffung, die mit ihren täglichen Entscheidungen großen Einfluss auf die Verbesserung der Umweltleistung hat und somit eine große Verantwortung trägt.

Im Jahr 2024 wurden 69 Maßnahmen verwaltet, 14 davon regelmäßig wiederkehrend. 39 sind abgeschlossen, 14 werden im Folgejahr weiterbearbeitet. Die übrigen beiden wurden nach fachlicher Prüfung abgelehnt (Angebot von Ferialarbeitsplätzen; Anschaffung von Klimatickets für den öffentlichen Verkehr). Maßnahmenbeispiele können in der Kurzfassung des Berichts nachgelesen werden.

Hier eine Übersicht der Maßnahmen (noch in Umsetzung befindliche Maßnahmen sind mit einem * markiert):

Beschaffung

Carbon Footprint in Rahmenverträge

Chain of Custody-Zertifizierung Holzwerkstoff-Lieferanten Klebebänder (ökologische Alternative)*

Lieferketten (1.Teil)

Ökologische Putzmittel

Produkt-Verpackung rezykliert und zertifiziert

Recyclingquoten erheben (1.Teil)

Verpackungsfolie

Betriebsleitung

Energieverbrauchsmessung (1.Teil)

Hilfs- & Betriebsstoffe*

PV-Anlage Hallendach (1.Teil)

Stromsparkampagnen

Zebrastreifen Headoffice*

Betriebsrat

Betriebsausflug

Blutspenden

Mitarbeiterförderung (1.Teil)

Mitarbeiterförderung (2.Teil)

Schitag

Controlling

Taxonomie (1.Teil)*

Fuhrparkmanagement

25% eAutos

Ladestationen bei Niederlassungen

Personenverkehr

Geschäftsleitung

Bewirtung – Trinkwasser*

Flugreisen vermindern (1.Teil)*

Nachhaltigkeits-Manager

Weihnachtsfeier

Human Resources

DEI-Politik

Ehrenamt

Mitarbeiterehrung

Nachhaltigkeit in der Lehrlingsausbildung

Innovation und Design

Nachhaltigkeits-Kriterien Produktentwicklung

IT

Computerlaufzeiten

Desktop-PC vs. Notebook

Digitale Meetings (2.Teil)

Entsorgung EDV Altgeräte

Klimatisierung Serverräume

Legal

Kundenanforderungen

Marketing

Experten-Wissen*

Katalogdruck

Kundenreisen

Nachhaltigkeits-Kommunikation

Nachhaltigkeits-One-Pager für Bene Produkte

Sales-Tool Zertifizierungen

Werbemittel

Produktmanagement

Bene-Logo für Möbel

Digitaler Produktpass*

Holzschalenstuhl B_Wave

NH in Produktschulungen

Projekt: EQUO

Spanplatten

Tropenholz

QSE-Management

CO2-Fußabdruck Analyse*

Eco-Label

EcoVadis Bewertung

Erhebung der Scope 3 Detaildaten (1.Teil)

ISO 50001 Einführung

Nachhaltige Mitarbeiter-Anreise

Nachhaltigkeit in der BGO Academy

Nachhaltigkeit Newsletter*

Nachhaltigkeit -KPIs*

Nachhaltigkeit-Runde

Treibhausgas-Offsetting (1.Teil)*

Validierung Treibhausgasbilanzierung

Technische Entwicklung

OEM Stücklisten (1.Teil)

Vertrieb

BeneFit (Schulung) für Nachhaltigkeits-Expert:innen*

Nachhaltigkeits-Expert:innen vor Ort*

Produktion

Motor Späneabsaugung

In unserem Nachhaltigkeitsprogramm werden konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichkeiten und Umsetzungsterminen festgehalten.

Folgende Maßnahmen waren im letzten Nachhaltigkeits-Bericht noch in Umsetzung. Sie sind in die neue Maßnahmen-Datenbank eingeflossen, bzw. erledigt (siehe Anmerkungen):

Maßnahme

Etablierung von „Distributed Production“, um Lieferwege zu kürzen und flexibler auf Kundenanforderungen reagieren zu können

Termin Anmerkung

2024 Für avisierte Produktgruppe nicht mehr relevant. Maßnahme stillgelegt. Erarbeitung eines Möbelmietmodells für den österreichischen Markt

2022 Maßnahme stillgelegt Umstellung der konventionellen Beleuchtung im Werksbüro und in den Sozialräumen auf neue LED-Technologie

2022 Teilweise umgesetzt. In Maßnahmen-Plan übernommen Energie- und Emissionsreduktion sowie Flexibilitätssteigerung durch Ersatz der Altanlagen Weeke BHT 800 und BMT 450 durch neue Bohranlage am Stand der Technik

2022 Erledigt Nutzung firmeneigener Dachflächen für eigene Stromproduktion durch Photovoltaik inklusive Dachsanierung und Wärmedämmung

2023 Erledigt Umstellung von herkömmlichen Kunststoffklebebändern auf Kartonklebebänder

Installation von Stromtankstellen am Standort in Waidhofen a. d. Ybbs

2022 In Bearbeitung. In Maßnahmen-Plan übernommen

2022 Erledigt

Maßnahme

Termin Anmerkung

Ersatz des auf PVC basierenden Kunstleders durch PVC-freie Alternativen 2021 Nicht erledigt. Derzeit nicht ersetzbar.

CoC-Zertifizierung ausgewählter OEM-Lieferanten

Sortieranlage für flächige Melaminbauteile, um körperliche Tätigkeiten zu reduzieren und den Verschnitt-Satz zu reduzieren

2022 In Lieferantenvereinbarung aufgenommen

2023 Erledigt Ankauf von „Treppensteigern“ für Montage und Logistik, die Lasten über Treppen transportieren – hinauf wie hinunter

2023 Erledigt

2022 Erledigt Veranstaltung eines Familientags (Tag der offenen Tür) am Produktionsstandort Waidhofen a. d. Ybbs

Für die Jahre bis 2030 wurden umfassende Maßnahmen eingeplant, durch deren Umsetzung messbare Ziele erreicht werden sollen, die wiederum die Gesamtzielsetzung (siehe Kapitel 1.5) verwirklichen. Die Maßnahmen fallen unter folgende Bereiche:

• Bewusstseinsbildung

• Carbon Footprint

• Gesellschaftliche Verantwortung

• Nachhaltige Produkte

• Nachhaltige Rohstoffe

• Transparenz

1.5.1.1. IN DEN VERGANGENEN JAHREN ERFOLGREICH UMGESETZTE MASSNAHMEN Ein kurzer Abriss, welche bedeutenden Maßnahmen in den letzten Jahren gesetzt wurden:

2009 PEFC-Zertifizierung von Bene

2010 Zertifizierung aller in Waidhofen an der Ybbs produzierten Produkte nach dem ökologischen Produktstandard Blauer Engel

2011 Veröffentlichung des ersten Bene Nachhaltigkeitsberichts und Erhalt des Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA), Erweiterung des Carbon-FootprintBerechnungsmodells um Recyclinganteile im Input und Aktualisierung der Lifecyclefaktoren, Erstellung von Bene Umweltproduktdeklarationen (Life Cycle Data Sheets (LCDS)), Verzicht auf Atomstrom

2012–2013 Zertifizierung vieler Produktgruppen nach dem ökologischen Produktstandard Greenguard, Bene Zukunftsbaum (Bene Future Tree), der die Mitarbeiter auf innovative Art und Weise in die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens einbindet

2013 Vollständiger Verzicht auf Tropenfurniere im Bene Standardsortiment

2014 FSC-Zertifizierung von Bene (Zurücklegung der Zertifizierung Ende 2023)

2016 Verkauf Werk Zell, Auszeichnung als Österreichs bester Lehrbetrieb 2016 für Tischlerei, letzter Gasstapler gegen Elektrostapler getauscht

2017 Veröffentlichung des zweiten Bene Nachhaltigkeitsberichts, Erweiterung der Bene EPD/LCA-Berechnungsmethode um weitere Wirkungskategorien (z.B. Water Footprint)

2018 Zertifizierung nach dem Standard EN ISO 38200, Aufnahme textiler Stoffe aus 100% Recyclingmaterial in das Standardstoffsortiment

2019 Umstellung der Produktionshallenbeleuchtung auf neue LED-Technologie, Einführung neues Steh-Sitz-Tischprogramm LEVEL LIFT mit deutlich niedrigerem Standby-Stromverbrauch, Werkskantine WY (frisch gekocht), Revitalisierung Werksbüro, PIXEL aus 100% FSC-zertifiziertem Material, Einführung „Bene Kursbuch“, Programmstart „Gesund bei Bene“

2020 FEMB-Level-Zertifizierung für Produkte, Umstellung aller Rohplatten (z.B. Rohspanund MDF-Platten) auf Formaldehyd (E½-Qualität), „Bene goes Green“-Programm in Deutschland („Jobrad“), Zukauf/Nutzung von Strom aus 100% erneuerbaren Ressourcen

2021 Produktzertifizierung EU Ecolabel, Inbetriebnahme Pulverbeschichtungsanlage

2022 Steigerung Level-Zertifizierung auf die höchste Stufe „Level 3“, Errichtung 4 neuer Späne-Heizkessel, Fertigstellung erste Photovoltaikanlage 2023 PIXEL aus 100 % PEFC-zertifiziertem Material, Ecovadis-Rating GOLD

2024 Fertigstellung Dachisolierung und PV-Anlage mit insgesamt 3,1 MWp, Neue Produkte: Raumsystem POINTS, Drehstuhl EQUO, Stuhl B_WAVE

1.6.STAKEHOLDER

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung kann nur im Dialog mit den Stakeholder:innen des Unternehmens erfolgen. Bene sucht deshalb aktiv den konstruktiven und kritischen Austausch mit sämtlichen Anspruchsgruppen, die Offenheit und Bereitschaft zeigen, gemeinsam eine nachhaltige Zukunft zu verwirklichen. Ihre Einbindung in unternehmerische Entscheidungsprozesse wird als kontinuierlicher Prozess verstanden. Bene führt den Dialog mit seinen Stakeholder:innen auf verschiedensten Ebenen und bezieht die daraus gewonnenen Erkenntnisse in das Handeln ein.

Offenheit, Klarheit und Kontinuität in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit sind eine unverzichtbare Voraussetzung, um bei den Stakeholder:innen das Vertrauen in das Unternehmen zu bewahren. Ein wichtiges Instrument dafür ist der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht: Er informiert über aktuelle Entwicklungen im Hinblick auf die Themen Ökologie, Gesellschaft und Soziales – und bildet die Grundlage für den konstruktiven Dialog mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren. Eine detaillierte Auflistung der wesentlichsten Anspruchsgruppen und die Formen der Kommunikation mit diesen sind dem Anhang (Kapitel 4.4) zu entnehmen.

1.7.LEGAL COMPLIANCE UND ETHIK

Die Verantwortung für Ethik und Compliance liegt bei der Geschäftsführung und wird operativ durch das Compliance-Team gesteuert. Das Compliance-Team berichtet direkt an die Geschäftsführung.

Es gilt das jährliche Ziel, dass es zu keinen rechtlichen Verfahren kommen soll. Insbesondere in den folgenden Themenbereichen:

- Antikorruption (Bestechung, Bestechlichkeit, Vorteilsnahme, Vorteilsgewährung)

- Interessenskonflikte

- Betrug

- Geldwäsche

- Datensicherheit

Bei der industriellen Fertigung von Bene Produkten werden alle umweltrelevanten gesetzlichen Vorschriften befolgt. Auf Basis der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Managementsystems verbessern wir unsere Umweltleistungen auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Bene hat ein umfangreiches System etabliert, das dazu dient, die rechtlichen Verpflichtungen zu überwachen und ihre Einhaltung zu garantieren. Das Rechtsregister regelt die Umsetzung und Einhaltung aller für die Bene-Betriebsstätte relevanten Gesetze laut österreichischem Landes- und Bundesrecht sowie EU-Recht. Jedes Quartal wird es in Zusammenarbeit mit Rechtsexpert:innen aktualisiert.

Folgende Rechtsbereiche zählen dazu:

• Abfallrecht

• Anlagenrecht

• Arbeitnehmerschutzrecht

• Chemikalienrecht

• Energierecht

• Gefahrgutrecht

• Luftreinhalterecht

• Natur- und Umweltschutz

• Wasserrecht

• Sonstige (Güterbeförderungsgesetz, HinweisgeberInnenschutzgesetz, TaxonomieVerordnung, …)

Die Systeme zeigen Wirkung: Weder im Bereich der Umweltgesetzgebung noch im Hinblick auf Produktsicherheit, Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, Konsumentenschutzgesetze oder Werbemaßnahmen liegen der Unternehmensleitung für den Berichtszeitraum Verwarnungen oder Urteile mit (Geld-)Strafen wegen Verstößen gegen geltende Vorschriften vor. Im direkten Einflussbereich der Bene Gruppe (zum Beispiel eigene Produktionsstätten, Lieferantinnen und Lieferanten, Montagedienstleister) sind keine Fälle von Menschenrechtsverletzungen oder von Kinder- oder Zwangsarbeit bekannt.

Anzahl Gerichtsverfahren

Umweltrecht

Korruption

Interessenskonflikte

2023 2024

0 0

0 0

0 0

Betrug 0 0

Geldwäsche

0 0

Datensicherheit 0 0

Ethik und integres Verhalten bilden einen zentralen Bestandteil unserer Unternehmensführung. Neben den im Ethik-Verhaltenskodex definierten Grundsätzen verpflichtet sich Bene, höchste Standards bei Integrität, Transparenz und rechtmäßigem Handeln einzuhalten. Unser Compliance-Management erweitert diese Grundsätze durch klar definierte Prozesse zur Prävention von Korruption, Betrug, Geldwäsche, Interessenskonflikten und anderen Geschäftsrisiken.

Unser Ethikprogramm basiert auf folgenden Elementen:

• Verhaltenskodex für alle Mitarbeitenden und Führungskräfte

• Jährliche Aktualisierung des Rechtsregisters in Zusammenarbeit mit Rechtsexpert:innen

• Regelmäßige interne und externe Audits

• Whistleblowing-System (anonym, mehrsprachig) seit 2023

• Schulungen zu Compliance, Korruption, Datenschutz, Sicherheit (in risikorelevanten Funktionen verpflichtend)

• Vier-Augen-Prinzip im Finanz- und Zahlungsverkehr zur Minimierung von Korruptionsrisiken

Gleichzeitig streben wir an, das Ethikprogramm kontinuierlich zu erweitern und seine Wirksamkeit messbar zu machen.

1.7.1. KORRUPTIONSPRÄVENTION

Mit dem Beitritt zum Global Compact der Vereinten Nationen bekennt sich Bene zur aktiven Prävention von Korruption im Geschäftsalltag. Auf saubere Geschäftspraktiken wurde auch davor

schon großer Wert gelegt. Bene setzt seit jeher auf Fairness und professionelle Geschäftsprozesse. Im Berichtszeitraum gab es keine gemeldeten Fälle von Korruption. In internen und externen Audits wird auf die Einhaltung der Richtlinien zu Korruption und Bestechung geachtet. Konzernweit wurde eine Treasury Richtlinie eingeführt, die Korruptionsrisiken minimiert. So wurde ein umfassendes Vieraugenprinzip eingeführt. Für Zugriffe auf Konten sind demnach immer zwei Personen notwendig. Alle Vertriebsmitarbeiter:innen wurden per Mail über die Anforderungen der Richtlinie informiert. Darüber hinaus wurde seitens der Geschäftsführung der sogenannte Ethik-Verhaltenskodex (Compliance bei Bene: Verhaltenskodex für faires, offenes und integres Verhalten) erarbeitet, der von allen Bene Mitarbeitenden verpflichtend einzuhalten ist. Basierend auf einer Risikoanalyse werden relevante Mitarbeiter:innen jährlich geschult. Korruptions-Risiken werden über das Risikomanagement bewertet und ggf. Maßnahmen ergriffen. Zudem werden sie jährlich in den intern abgehaltenen Managementsystem-Audits behandelt.

In Bezug auf Compliance gibt es seit dem Jahr 2023 ein Hinweisgebersystem („whistleblowing“) Hier können Hinweise auf Rechtsverletzungen anonym abgegeben werden und so mögliche Missstände aufgedeckt werden. Es steht für jede Mitarbeiterin / jeden Mitarbeiter in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung und kann über die Website auch von weiteren Stakeholderinnen und Stakeholdern genutzt werden (bgoholding - Startseite (integrityline.com)).

2023 2024

Bestätigte Korruptions-Vorfälle 0 0

1.7.2.

DATENSCHUTZ

Bei der Verwaltung und Speicherung von personenbezogenen Daten werden sämtliche Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)11 eingehalten. Die Bene Gruppe hat einen Datenschutzbeauftragten (DSB) bestellt. Zusätzlich gibt es in allen datenrelevanten Abteilungen Datenschutzkoordinator/innen, die gemeinsam an der Umsetzung und Verbesserung unserer Datenschutzmaßnahmen und -strategien arbeiten. Neben der internen Regelung (Datenschutzrichtlinie) wurde auch eine Datenschutzerklärung erarbeitet, die über die Website öffentlich zugänglich ist (Datenschutzbestimmungen - Informationen zum Schutz Ihrer Daten (bene.com)). Sie informiert detailliert über die Datenverarbeitung sowie über Datenschutzmechanismen, Speicherdauer, Rechte der jeweiligen Personen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Bene.

Unsere Produkte werden in den unterschiedlichsten Unternehmen, Branchen und Institutionen eingesetzt. Vertraulichkeit ist daher von höchster Wichtigkeit. Bei Bene ist die/der ITSicherheitsbeauftragte (Chief Information Security Officer (CISO)) für den technischen Schutz der Daten zuständig, da es gilt, Kund:innen-Daten vor Verlust oder Missbrauch zu schützen.

Bisher haben uns keine Beschwerden wegen Verletzung der DSGVO bzw. Verlust von Kund/innen-Daten erreicht. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, werden die/der CISO und die/der DSB bei datenschutzrelevanten Investitionen (zum Beispiel neue Software) oder Tätigkeiten hinzugezogen. Im Berichtszeitraum gab es keine bestätigten Informationssicherheitsvorfälle.

2023 2024

Bestätigte

InformationssicherheitsVorfälle 0 0

11 Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX%3A02016R0679-20160504

1.7.3. Interessenskonflikte

Interessenskonflikte werden bei Bene aktiv identifiziert, offengelegt und gesteuert. Alle Konfliktfälle werden dokumentiert und auditiert, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Es wird jährlich das Ziel von 0 Vorfällen verfolgt. Interessenskonflikt-Risiken werden über das Risikomanagement bewertet und ggf. Maßnahmen ergriffen. Zudem werden sie jährlich in den intern abgehaltenen Managementsystem-Audits behandelt. Es wird das jährliche Ziel von 0 Vorfällen verfolgt.

2023 2024

Bestätigte InteressenskonfliktVorfälle

1.7.4. Betrug

Betrugsprävention ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Compliance-Managementsystems. Bene verfolgt eine klare Null-Toleranz-Politik gegenüber jeder Form von betrügerischem Verhalten – sowohl intern als auch extern. Unser Ziel ist es, finanzielle Schäden, Reputationsrisiken und rechtliche Konsequenzen aktiv zu verhindern und ein Höchstmaß an Transparenz und Integrität sicherzustellen. Betrugsrisiken werden über das Risikomanagement bewertet und ggf. Maßnahmen ergriffen. Zudem werden sie jährlich in den intern abgehaltenen ManagementsystemAudits behandelt. Insbesondere werden folgende Detailbereiche behandelt: Bestechung, wettbewerbswidrige Praktiken wie Angebotsmanipulation, Preisabsprachen und Gebietszuweisungen.

Es wird das jährliche Ziel von 0 Vorfällen verfolgt.

2023 2024

Bestätigte Betrugs-Vorfälle 0 0

1.7.5. Geldwäsche

Obwohl das Risiko in der Büromöbelbranche vergleichsweise gering ist, führt Bene präventiv Maßnahmen, um Geldwäsche-Fällen vorzubeugen. Es werden z.B. neue Geschäftspartner geprüft (Firmenbuchauszug, wirtschaftliche Eigentümer, Sanktionslisten). Alle Transaktionen werden dokumentiert. Sollte es Verdachtsfälle geben, können diese über das Whistleblowing-System von allen Stakeholdern anonym gemeldet werden. Alle relevanten Mitarbeitenden absolvieren eine verpflichtende Schulung. Risiken zur Geldwäsche werden über das Risikomanagement bewertet und ggf. Maßnahmen ergriffen. Zudem werden sie jährlich in den intern abgehaltenen Managementsystem-Audits behandelt. Es wird das jährliche Ziel von 0 Vorfällen verfolgt.

2023 2024

Bestätigte GeldwäscheVorfälle 0 0

1.8.INTERNES KONTROLLSYSTEM

Ein Chancen- und Risikomanagement im Zuge des internen Kontrollsystems (IKS) ist im Unternehmen etabliert. Es werden die Chancen und Risiken aus allen Unternehmensbereichen betrachtet. Die Einstufung gibt wieder, wie dringend der Handlungsbedarf ist und ermöglicht dadurch Prioritäten für weitere Handlungen zu setzen. Die wesentlichen Ziele sind:

- Das frühzeitige Erkennen von Risiken und Chancen

- Prozessorientierte Identifikation der Chancen und Risiken unter Einbindung der jeweiligen Schnittstellen-Partner:innen

- Die Einleitung von Maßnahmen zur Minimierung der Risiken und Ergreifung von Chancen

- Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Verständnisses und Niveaus zum BeneRisikomanagement aller Beteiligten

- Wirksamkeit der IKS-Kontrollen

Durch interne Audits wird das Managementsystem periodisch auf Vollständigkeit, Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit überprüft. Gleichzeitig wird die Einhaltung von Managementvorgaben überwacht, wenn erforderlich werden Schwachstellen erfasst, deren Ursachen ermittelt und Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Des Weiteren dienen interne Audits zur Ermittlung von Verbesserungspotentialen in allen Bereichen des Unternehmens. Je Bereich bzw. Prozess wird bei einem Audit der Ist- Zustand analysiert oder aber ein Vergleich der ursprünglichen Zielsetzung mit den tatsächlich erreichten Zielen ermittelt. Oft soll ein Audit auch dazu dienen, allgemeine Probleme oder einen Verbesserungsbedarf aufzuspüren, damit diese beseitigt bzw. realisiert werden können.

1.9.VERTRIEB: DAS BENE SALES-NET

Ein kundennahes Vertriebsnetz, das viele Sprachen spricht – wir sind stolz darauf, als internationale Marke mit österreichischen Wurzeln in über 40 Ländern vertreten zu sein. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir ein dichtes Vertriebsnetz aus eigenen Standorten und autorisierten Fachhändlern aufgebaut, das sich von Wien über London, Berlin und Paris bis nach Dubai erstreckt (siehe https://bene.com/de/bene/standorte). Dank unserer Präsenz vor Ort sprechen wir die Sprache unserer unterschiedlichen Kund:innen – nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch in Bezug auf regionale und kulturelle Rahmenbedingungen.

Ein wesentliches Ziel eines jeden Unternehmens ist es, seine Kund:innen zufriedenzustellen. Unsere Kund:innen werden nicht nur in der Phase des Verkaufs, sondern auch davor und danach ausgezeichnet betreut. Über verschiedene Wege, wie die Bene Website, den Newsletter oder auch Veranstaltungen und persönliche Besuche, bleiben wir mit unseren Kund:innen in Kontakt. Auch die positive und rasche Abwicklung von Reklamationen ist uns ein Anliegen. Nach einem Rückgang des Reklamationsanteils von 2018 bis 2022, ist dieser leider in den Jahren 2023 und 2024 wieder auf das Niveau von 2018 angestiegen. Es werden Maßnahmen gesetzt, um eine erneute Reduktion der Quote zu erreichen.

Reklamationsanteil am Umsatz Brutto fakturiert

Neben dem Umgang mit Reklamationen hat auch die Einhaltung von zugesagten Lieferterminen einen wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit der Kund:innen. Im Jahr 2024 kam es bei 1,25 % aller Lieferpositionen zu einer Verzögerung und damit zu einem Lieferrückstand.

2. MITARBEITENDE UND SOZIALES

Bene möchte als Leitbetrieb zu den attraktivsten Arbeitgebern der Region gehören. Dafür schaffen wir die entsprechenden Rahmenbedingungen und Infrastrukturen. Das Human-Resources (HR)Management trägt dabei den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung und versteht sich als Berater und Dienstleister für Führungskräfte und Mitarbeitende. Damit leistet der Bereich HR einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Im Jahr 2022 wurde Bene als „great place to work“ zertifiziert.

Wir verpflichten uns, die Achtung der Menschenrechte und ethische Grundsätze in unseren Vergütungspraktiken sicherzustellen. Daher zahlen wir allen unseren Mitarbeitenden ein Gehalt, das über dem jeweiligen existenzsichernden Mindestlohn liegt. Mit dieser Maßnahme fördern wir faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und tragen dazu bei, die Würde und das Wohlergehen unserer Belegschaft zu schützen.

2.1.PERSONALPOLITIK

Wir pflegen eine Unternehmenskultur, in der Leistungs- und Wettbewerbsorientierung sowie persönliche Weiterentwicklung gefordert und gefördert werden. Eine gute und wertschätzende Art im Umgang miteinander kennzeichnet unser Handeln und wirkt positiv nach innen und nach außen. Uns ist bewusst, dass jedes Unternehmen neben wirtschaftlichen Aufgaben auch gesellschaftliche Verpflichtungen hat. Wir gestalten Beziehungen fair und handeln respektvoll.

Kulturelle Vielfalt ist in unserem Geschäftsmodell verankert und spiegelt sich in unserer Mitarbeitenden-Struktur wider. So gelingt es uns, die Anforderungen an die Bürogestaltung von Menschen und Organisationen zu verstehen und zu bedienen. Wir sprechen uns explizit gegen jede Art der Diskriminierung aus und nutzen die Stärken unserer eigenen Vielfalt. Wir respektieren, erfüllen und unterstützen die Menschenrechte in unserem Einflussbereich. Somit ist es für die Menschen in unserem Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, den Prinzipien des UN Global Compact Folge zu leisten.

Die seit 2022 gültige und veröffentlichte Personalpolitik beinhaltet die Kernwerte, Vision, Ziel und die DNA von Bene (Unternehmenskultur). Weiters legt sie die personalpolitischen Schwerpunkte und Regeln für alle Mitarbeitenden fest.

Das Human-Resources-Management versteht sich als Business- und Servicepartner für das Management, die Führungskräfte und den Mitarbeitenden und zeichnet für die operative Zusammenarbeit mit allen Bereichen und Abteilungen der Bene Gruppe verantwortlich. Als wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie ist der Bereich direkt der Geschäftsführung unterstellt.

Die Gruppe ist im Hinblick auf ihr Personalmanagement gut aufgestellt. Personalsuche, Entwicklung und Administration sind State of the Art, verglichen mit anderen international tätigen Unternehmen. In strategischer und organisatorischer Hinsicht wurden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um sowohl weiteres Wachstum des Unternehmens zu gewährleisten als auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine verantwortungsvolle und unternehmerisch zielgerichtete Personalpolitik umsetzen zu können.

Das Management von Bene sieht in der Führungs- und Managementkompetenz einen zentralen strategischen Erfolgsfaktor für das Unternehmen und forciert die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter/innen und Führungskräfte.

In der BGO-Strategie wurde folgendes Ziel festgelegt: Wir legen großen Wert darauf, unseren Mitarbeitenden inspirierende und sichere Arbeitsumgebungen zur Verfügung zu stellen, die auf ihre individuellen Prozesse und Arbeitsweisen abgestimmt sind.

2.2.BESCHÄFTIGTEN-ZAHLEN

Bene sorgt für regionale Beschäftigung. Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber im Ybbstal. Damit ist speziell in Krisenzeiten eine große Verantwortung verbunden.

Entwicklung der Mitarbeiter:innen-Zahlen (inklusive Leasing-Arbeiter/innen; n.b. = nicht bekannt)

Im Jahr 2024 waren 8 Arbeiter:innen als Leasing-Mitarbeitende bei Bene beschäftigt. Die restliche Anzahl von 638 Personen hat eine Festanstellung beim Unternehmen.

Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, setzt Bene auch in schwierigen Zeiten alles daran, das Know-how und die Erfahrung der Mitarbeitenden bestmöglich im Unternehmen zu halten. Jede:r zehnte Mitarbeitende ist bereits länger als 30 Jahre im Unternehmen beschäftigt.

Bene beschäftigt ausschließlich Mitarbeitende im Alter von über 18 Jahren. Ergänzend bietet das Unternehmen jüngeren Menschen Ausbildungsmöglichkeiten (Lehrlinge) sowie ein- bis zweimonatige Sommerpraktika für die Erfahrungssammlung im Rahmen der Schulausbildung an.

2.2.1.

FLUKTUATION

Die Fluktuationsrate ging nach einem Anstieg im Zuge der Covid-Pandemie (16,5 %) kontinuierlich zurück. In der gesamten Bene Gruppe betrug sie im Jahr 2023 11 % und im Jahr 2024 12 %. Im Produktionsland Österreich betrug sie im Jahr 2024 sogar nur 6 %.

Ausgeschiedene Mitarbeitende in der gesamten Bene Gruppe:

2.2.2. PERSONAL – INTERNATIONAL

Die Mehrzahl der Mitarbeitenden von Bene ist in Österreich beschäftigt. Zu den Ländern mit der zahlenmäßig größten Belegschaft gehören neben Österreich Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Bene betreibt weitere Geschäftsstellen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Italien, Belgien und in der Schweiz sowie weitere Tochtergesellschaften in Indien, Irland und Polen.

2.2.3.

TEILZEIT

Ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben fördert die Gesundheit und Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden. Bene unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten

Mitarbeiter:innen, die in Teilzeit arbeiten wollen. Im Jahr 2023 waren in der gesamten BeneGruppe 15 % der Mitarbeitenden in einem Teilzeit-Verhältnis angestellt. Im Jahr 2024 waren es 18 %. Betrachten wir die Zahlen in Vollzeitäquivalenten, so waren in den letzten Jahren durchgehend in etwa 10 % der geleisteten Stunden an Teilzeit-Mitarbeitende vergeben. Im Fall von Elternkarenz beschäftigt Bene 100% seiner Mitarbeitenden anschließend weiter.

Alle in Betracht kommenden Beschäftigten können die gesetzlich geregelte kontinuierliche Altersteilzeit nutzen.

Anzahl bzw. Anteil der Teilzeitbeschäftigten:

2.2.4. LEADERSHIP

Das Management der Bene Gruppe sieht in der Management- und Führungskompetenz einen zentralen Erfolgsfaktor für das Unternehmen. In den vergangenen Jahren blieb das Verhältnis Führungskräfte zu Mitarbeiter/innen ohne Führungsaufgabe in etwa gleich.

Mitarbeiter:innen in Führungspositionen (Anzahl)

Topmanagement = Geschäftsführung sowie erste Führungsebene laut Organigramm Bene Gruppe. Management -Führungskräfte = alle Führungskräfte laut Human-ResourcesDokumentation exklusive Topmanagement.

Anteil Führungspositionen an der Gesamtbelegschaft in %

2.2.5. GESAMTVERGÜTUNG

Im Folgenden wird das Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung für die höchstbezahlte Person zur mittleren jährlichen Gesamtvergütung für alle Mitarbeitenden (Median) dargestellt.

2023 2024

Verhältnis Gesamtvergütung 1 : 3,56 1 : 3,62

2.3.GESUNDHEIT UND SICHERHEIT

Bei Bene werden mehr als 75% der Gesamtbelegschaft in Arbeitsschutzausschüssen vertreten. Sicherheitsthemen werden gemeinsam diskutiert und Vorgaben werden an aktuelle Entwicklungen angepasst und damit kontinuierlich verbessert. Vernetzte Kommunikation gewährleistet einen ungehinderten Informationsfluss zwischen den Sicherheitsvertrauenspersonen und erleichtert die Entwicklung maßgeschneiderter Präventionsmaßnahmen.

Sustainable Development Goal Nr. 8

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Unterziele 8.2 (Technologische Modernisierung und Innovation), 8.4 (Ressourceneffizienz), 8.5 (Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit), 8.6 (Berufsausbildung fördern) und 8.8 (Arbeitsrechte schützen) bei.

2.3.1. ARBEITSPLATZGESTALTUNG

Wir gestalten unsere eigene Bürowelt entsprechend unserer Überzeugung (hinsichtlich Licht, Akustik, Begrünung, Möblierung, etc.). Wir möchten unseren eigenen Mitarbeiter:innen ergonomisch perfekte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Im Headquarter in Waidhofen sind die meisten Arbeitsplätze mit elektrisch höhenverstellbaren Tischen ausgestattet, die es ermöglichen, sowohl im Sitzen als auch im Stehen zu arbeiten. Auch im Werk legen wir großen Wert auf ergonomische Arbeitsplätze. Neben der Sicherheitsfachkraft und der Arbeitsmedizinerin sind auch Mitarbeiter:innen der Arbeitsvorbereitung an der Optimierung der Arbeitsplätze beteiligt. Für alle Mitarbeiter:innen im Headoffice stehen Firmenparkplätze und überdachte Radabstellplätze zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.

2.3.2. SICHERHEIT UND VERMEIDUNG VON UNFÄLLEN

Neben der hohen Aufenthaltsqualität in den eigenen Büros geht es auch darum, Unfälle und langfristige Gesundheitsschäden bei den Arbeiter:innen in der Produktion zu verhindern. Um Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden jederzeit zu gewährleisten, werden Infrastruktur und Arbeitsumgebung regelmäßig durch die interne Sicherheitsfachkraft arbeitsschutzrechtlich kontrolliert. Alle Führungskräfte haben darauf zu achten, dass die Arbeitsplätze jederzeit die Konformität erreichen, die zur Herstellung der Produkte, zur Sicherheit und zur Gesundheitsvorsorge notwendig ist.

Das Thema Sicherheit liegt bei Bene in den Händen eines großen, eingespielten Teams, das sich aus Sicherheitsfachkraft, Brandschutzbeauftragten, Ersthelfer:innen, Sicherheitsvertrauenspersonen, Arbeitsmedizinerin und Betriebsfeuerwehr zusammensetzt. Der Umgang mit Notsituationen fängt mit der Verankerung in der Führungskultur an. Jede:r Mitarbeiter:in wird direkt durch ihren:seinen Vorgesetzten geschult. Im Jahr 2023 gab es 10 meldepflichtige Arbeitsunfälle mit 101 Ausfallstagen. 2024 lag die Anzahl an meldepflichtigen Arbeitsunfällen bei 9 mit gesamt 107 Ausfallstagen. Ausfallstunden pro 10.000 geleistete Arbeitsstunden (Bene GmbH)

Unfallvermeidung hat bei Bene höchste Priorität. Ein Sicherheitsmanagement ist implementiert. Damit verbunden sind frühzeitige Präventionsmaßnahmen, die Umsetzung notwendiger Vorkehrungen und die Motivation und Schulung von Mitarbeitenden. All das soll dazu beitragen, Unfallrisiken, insbesondere in der Produktion, gezielt zu reduzieren.

Den Mitarbeitenden wird sämtliche zur Verrichtung ihrer Arbeit notwendige persönliche Schutzausrüstung (PSA) kostenlos vom Unternehmen zur Verfügung gestellt (zum Beispiel Sicherheitsschuhe, Schutzbrillen, Handschuhe, Gehörschutz). Darüber hinaus erhalten sie in regelmäßigen Abständen auch Arbeitskleidung.

Um den sicherheits- und gesundheitstechnischen Themen den entsprechend hohen Stellenwert zu geben, wird zweimal jährlich eine Arbeitssicherheitsausschusssitzung abgehalten. Hierzu sind neben den Präventivkräften12 auch die Geschäftsleitung, die Betriebsräte, die Personalabteilung und technische Führungskräfte eingeladen. Die Bene Sicherheitsfachkraft nimmt am Sicherheitsfachkräfte-Zirkel im Mostviertel teil und steht so regelmäßig mit Sicherheitsfachkräften anderer Firmen im Austausch. Sämtliche Arbeitsmittel, wie Stapler, Hubtische oder Tore, werden gemäß den gesetzlichen Vorgaben regelmäßig von internen oder externen Fachkräften geprüft.

2.3.3. BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Die Bene Betriebsärztin (Arbeitsmedizinerin) ist eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um das körperliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden geht. Sie fungiert neben ihrer gesetzlich geregelten Aufgabe der Arbeitsplatzevaluierung13 gemeinsam mit der Sicherheitsfachkraft sowie der medizinischen Beratung der Unternehmensleitung als Beraterin und Helferin in arbeitsplatzspezifischen und allgemeinmedizinischen Belangen für alle Beschäftigten.

Diese Leistungen beinhalten unter anderem Seh- und Hörtests, Impfungen, Gesundheitschecks (Untersuchungen) und psychologische Beratung. In regelmäßigen Abständen wird eine Evaluierung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz durchgeführt.

Zusätzlich hält Bene im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) verschiedene Angebote für alle Mitarbeitenden bereit – im Sinne der Vorsorge und des Wohlbefindens. Die Vision des BGM, das intern unter der Bezeichnung „Gesund bei Bene“ bzw. „Healthy at Bene“ läuft, ist folgende: „Gesund bei Bene, gesund am Arbeitsplatz. Denn: Wenn es den einzelnen Mitarbeitenden gut geht, geht es auch Bene, dem Unternehmen, gut!“

„Gesund bei Bene“ basiert auf vier Säulen: Bewegung, Ernährung, Entspannung und Betriebsarzt. Zu allen vier Säulen entwickeln bestimmte Mitarbeiter:innen, sogenannte Gesundheitsbotschafter:innen, Angebote für die Beschäftigten des jeweiligen Standorts, wobei jeder Bene Standort eine:n Gesundheitsbotschafter:in hat. Diese:r plant und entwickelt Angebote und setzt sie individuell für den Bedarf vor Ort um. Alle Gesundheitsbotschafter:innen sind vernetzt und tauschen sich regelmäßig aus.

2.3.4.

WORK-FAMILY-BALANCE

Bene unterstützt seine Mitarbeitenden dabei, ein ausbalanciertes Verhältnis von Tätigkeiten im Unternehmen und Aufgaben in der Familie herzustellen. So schnell, wie zum Beispiel die eigenen Kinder unerwartet erkranken können, entscheidet das Unternehmen in solchen Situationen im Sinne des betroffenen Mitarbeitenden

12 Dies sind Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmedizinerin, Sicherheitsvertrauenspersonen, Brandschutzbeauftragte und Betriebsfeuerwehr.

13 Bei der Arbeitsplatzevaluierung werden neben physischen Gefahren im Rahmen der Tätigkeit auch Aspekte der Arbeitsplatzergonomie und des Mutterschutzes betrachtet.

Die Arbeitsorganisation soll so gestaltet sein, dass die vereinbarte Arbeitszeit für die veranschlagten Aufgaben und Tätigkeiten ausreicht. In besonderen Fällen (atypische Arbeitszeiten) können Beschäftigte im Rahmen gleitender Arbeitszeit Stunden auf- und später wieder abbauen. Für Ausnahmefälle wie betriebsnotwendige zusätzliche Einsatzzeiten gibt es individuelle Lösungen bzw. im Rahmen einer mit der Belegschaftsvertretung vereinbarten Betriebsvereinbarung eine Abgeltung in Zeit.

Mitarbeitende, die in Summe 25 anrechenbare Dienstjahre vorweisen können, erhalten eine zusätzliche Woche Urlaub pro Jahr Vertrauensarbeitszeit mit Gleitzeitvereinbarung, entsprechender Vertragsgestaltung und marktorientierten Bezügen ermöglicht es den Angestellten des Unternehmens, ihre Arbeitszeit unter Berücksichtigung der betrieblichen Anforderungen autonom zu gestalten. Damit können rechtliche Voraussetzungen eingehalten und Bedürfnisse nach flexiblen Arbeitszeiten der Mitarbeitenden ausbalanciert werden.

2.3.5. NOTFALL- UND RISIKOMANAGEMENT

Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind eng miteinander verbunden. Hohe Sicherheitsstandards im Werk reduzieren Umweltgefahren. Daher wird im Rahmen des Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsmanagements auch der gesamte Bereich Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr berücksichtigt. Das Risiko eines Brandes wird bei uns nicht unterschätzt. Der vorbeugende Brandschutz stellt einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz dar. Neben den installierten automatischen Brandmelde- und Brandlöschanlagen spielt die Betriebsfeuerwehr eine wesentliche Rolle bei der Eindämmung und Verhinderung von Großbränden. Darüber hinaus herrscht in der gesamten Produktion und in den Bürogebäuden absolutes Rauchverbot.

Wassergefährdende Flüssigkeiten werden nur in den dafür vorgesehenen VbF-Lagerräumen14 aufbewahrt und in der Produktion nur über Auffangwannen verarbeitet. Das Risiko des Eintritts dieser Stoffe in das Kanalsystem oder das Grundwasser ist dadurch so gut wie ausgeschlossen. Bereits in den Jahren 2006 und 2007 wurde die Verordnung explosionsfähige Atmosphären –VEXAT (BGBl. II Nr. 309/2004) umgesetzt.

Schulungen aller betreffenden Arbeitnehmer:innen zu Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsrisiken werden jährlich bzw. anlassbezogen von der Sicherheitsfachkraft bzw. den Führungskräften durchgeführt.

Alle Mitarbeitenden werden durch den Vorgesetzten im Umgang mit Notsituationen geschult. In gleicher Weise erhalten alle Mitarbeitenden entsprechende Sicherheitsunterweisungen durch die Sicherheitsfachkraft. (Die Schulungen werden in regelmäßigen Abständen wiederholt.)

Sicherheitsfachkraft, Brandschutzbeauftragte, Ersthelfer, Sicherheitsvertrauenspersonen, Arbeitsmedizinerin und die Betriebsfeuerwehr bilden ein eingespieltes Team.

Sowohl der gesamte Produktionsbereich mit seinen integrierten Büros als auch das Bürogebäude verfügen über Notstromaggregate. Bei Ausfall des von außen eingespeistem Strom kann somit die IT-Infrastruktur für kurze Zeit aufrechterhalten werden. Im Produktionsbereich wird die Strategie der „Anlagenredundanz“ umgesetzt. Dies bedeutet, dass bei einem ungeplanten Anlagenstillstand andere Anlagen für die Bearbeitung eingesetzt werden können. Liefertermine können somit eingehalten werden.

14 VbF: Verordnung über brennbare Flüssigkeiten – BGBl. Nr. 240/1991; https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007156

Auch die Informationsverarbeitung spielt eine Schlüsselrolle für Bene. Alle wesentlichen strategischen und operativen Funktionen und Aufgaben werden durch die Informationstechnik (IT) maßgeblich unterstützt. Es wurde eine IT-Sicherheitsorganisation eingerichtet, um einen Ausfall von IT-Systemen zu verhindern bzw. kurzfristig kompensieren zu können (IT-bezogene Notfallstrategie oder auch Desaster Recovery Plan). Auch der Schutz der Informationen vor unberechtigtem Zugriff und vor unerlaubter Änderung ist von existenzieller Bedeutung.

BETRIEBSFEUERWEHR - Schutz für Werk und Region

Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit. Auch die Mitglieder der Bene Betriebsfeuerwehr stellen ihr Know-how in den Dienst der guten Sache. 365 Tage im Jahr sind alle Mitglieder unentgeltlich für Katastropheneinsätze in der Region in Bereitschaft. Die Betriebsfeuerwehr hilft im Gefahrenfall auch anderen Unternehmen und Anrainer:innen in der Umgebung.

Einsatzstunden Betriebsfeuerwehr

Die Betriebsfeuerwehr umfasst derzeit 33 aktive werkseigene Mitglieder (+6 Reservisten), die durch regelmäßige Übungen auf alle denkbaren Notfallsituationen vorbereitet werden. Die auch privat als Feuerwehrleute tätigen Mitarbeitenden können im Notfall jederzeit ihren Arbeitsplatz verlassen, um Hilfe zu leisten. Im Schadensfall sind sie in Zusammenarbeit mit externen Hilfskräften sofort zur Stelle und können Umweltauswirkungen verhindern (zum Beispiel das Eindringen von Chemikalien ins Erdreich oder ins Abwassernetz, etwa durch Abdichten von Leckagen bei Gefahrstoffen).

Einsätze gelten für alle Betriebsfeuerwehrmitglieder als Bene Arbeitszeit. Die meisten Einsätze entfallen auf Tätigkeiten der Brandwache nach Heißarbeiten (beispielsweise Schweißen) oder auf die Bindung von ausgetretenen Treibstoffen oder Schmiermitteln bei Spediteur-Kraftfahrzeugen.

2.4.AUS- UND WEITERBILDUNG

Mit stetig veränderten Ansprüchen am Markt wächst die Bedeutung individueller Weiterbildungen für unsere Beschäftigten. Egal ob neue Mitarbeitende das „Start-up-Training“ durchlaufen oder ob langjährige Mitarbeitende bei „BeneFit“-Veranstaltungen über Produkteinführungen, innovative Entwicklungen oder Strategien informiert werden – im Mittelpunkt stehen immer der gemeinsame Spirit, die Kreativität und der ständige Verbesserungsprozess.

2.4.1. MITARBEITENDENENTWICKLUNG UND -TRAINING

Lernen und Weiterentwicklung liegt in der Verantwortung eines jeden Mitarbeitenden und der jeweiligen Führungskraft. Im jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch vereinbaren und dokumentieren Führungskräfte und Mitarbeitende Entwicklungsziele und Weiterbildungsthemen. Darüber hinaus können jederzeit individuelle Vereinbarungen zur Weiterentwicklung getroffen werden. Die Personalentwicklung unterstützt die Beschäftigten dabei. In einer ergänzenden Rückzahlungsvereinbarung werden bei beiderseitig vereinbarten Bildungsmaßnahmen die betreffenden Themen klar festgehalten. Der übliche Ausgangspunkt von Initiativen ist das jährliche Mitarbeitergespräch.

Neue Bene Mitarbeitende durchlaufen ein mehrtägiges „Start-up-Training“. Es findet im Headquarter in Waidhofen statt. Ziel ist es, alle neuen Kolleg:innen an Bord zu holen und für unser Unternehmen und unsere Produkte zu begeistern. Außerdem lernen die Teilnehmenden so die wichtigsten Ansprechpartner:innen und alle wichtigen Zusammenhänge kennen. In den

vergangenen beiden Jahren durchliefen 154 interne Mitarbeitende das „Start-up-Training“ (je nach Fachbereich 2- oder 3-tägig)

Ein strukturierter und standardisierter Onboardingprozess bildet bei Bene die Grundlage für eine nachhaltige Integration neuer Mitarbeiter:innen. Unter dem Titel „Welcome to Bene“ erhalten zunächst alle neuen Kolleg:innen – unabhängig von ihrer Funktion – eine umfassende WelcomeMappe, die die wichtigsten Informationen zu Ansprechpartner:innen, eingesetzten Softwaresystemen, zentralen Prozessen und betrieblichen Standards beinhaltet.

Für neue Mitarbeiter:innen im Bereich Sales sowie angrenzender Abteilungen steht zusätzlich ein fachspezifischer Einarbeitungsplan mit klar definierten Lernzielen zur Verfügung. Ein Großteil dieser Inhalte wird über das interne "Bene Kursbuch" im SharePoint selbstgesteuert absolviert, was einen flexiblen und bedarfsorientierten Wissenserwerb ermöglicht.

Begleitet wird der gesamte Onboardingprozess durch regelmäßige Feedbackgespräche mit der jeweiligen Führungskraft sowie mehrmalige Reflexionsrunden mit einer:einem OnboardingMentor:in, um die individuelle Entwicklung zu fördern und eine nachhaltige Integration in die Unternehmenskultur sicherzustellen.

Das im Einsatz befindliche Onboarding-Modul von Workday unterstützt neue Mitarbeitende zusätzlich, indem es gezielt relevante Kontaktpersonen („People to Meet“) sowie hilfreiche Anlaufstellen („Helpful Contacts“) vorschlägt. Für Führungskräfte steht außerdem eine detaillierte Onboarding-Checkliste zur Verfügung, die alle wesentlichen To-Dos übersichtlich zusammenfasst und eine qualitativ hochwertige Begleitung der neuen Teammitglieder sicherstellt.

Fachliches und bereichsübergreifendes Lernen findet nah am Arbeitsplatz statt. Die Personalentwicklung unterstützt die Führungskräfte methodisch dabei, Mitarbeitende eigenverantwortlich in ihrer Weiterentwicklung voranzubringen und informelles Lernen am Standort zu fördern.

Weiterbildungsmaßnahmen werden sehr individuell betrachtet und finden marktspezifisch angepasst statt. Lernen mit digitalen Medien ist durch die Implementierung verschiedenster Werkzeuge möglich und wird auch gut genutzt und angenommen, unter anderem das Bene Kursbuch. Es geht auf viele verschiedene Lernziele ein, entwickelt von den einzelnen Fachabteilungen, und dient den Beschäftigten als Material, anhand dessen sie sich meist selbstständig und individuell die betreffenden Kenntnisse bzw. Kompetenzen aneignen können. Einige wenige Bereiche, zum Beispiel Arbeitssicherheit, bedürfen eines persönlichen Trainingstermins. Außerdem finden immer wieder zusätzliche Trainings statt, die nach Bedarf durchgeführt werden, beispielsweise zu Produktneuheiten oder Marketingkampagnen oder auch Sprachkurse.

Im Bene Kursbuch sind knapp 80 Lernziele – auf Deutsch und auf Englisch – für alle unsere Mitarbeitenden aufgeführt. Vor allem für „Neulinge“ finden sich hier viele wichtige Infos.

Das über Jahrzehnte von Bene Mitarbeitende entwickelte und trainierte Know-how wirkt sich nicht nur positiv auf produktionsnahe Prozesse aus, sondern auch auf alle anderen Abläufe. Bene kann daher auf zahlreiche Patente und Geschmacksmuster15 verweisen.

Sustainable Development Goal Nr. 4

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

15 Ein Geschmacksmuster ist ein gewerbliches Schutzrecht, das seinem Inhaber die ausschließliche Befugnis zur Nutzung einer ästhetischen Gestaltungsform (Design, Farbe, Form) verleiht

Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Unterziele 4.3 (Gleichberechtigter Zugang aller Frauen und Männer zu beruflicher Ausbildung) und 4.4 (Erhöhung der Zahl an Jugendlichen mit fachlicher und beruflicher Qualifikation) bei.

2.4.2. WISSENSMANAGEMENT

Wissensmanagement bedeutet bei Bene, Wissen zu generieren, zu bewerten, zu verdichten, zu teilen und so aufzubereiten, dass möglichst viele Menschen einfach darauf zugreifen und es nutzen und weiterentwickeln können. Das gesamte Know-how wird kontinuierlich im Rahmen des internen Wissensmanagements strukturiert, dokumentiert und auf einer konzernweiten Informationsplattform für Mitarbeitende, Fachhandelspartner und Montageunternehmen bereitgestellt. Wissen bei Bene wird in Dokumenten, Videos, Grafiken und Bildern aufbereitet. Parallel dazu wird Wissen personalisiert und mithilfe aktueller Werkzeuge wie Microsoft Teams vermittelt und geteilt.

Anfang 2015 wurde ein auf SharePoint basierendes Intranet eingeführt. Derzeit steht ca. ein Terabyte an dokumentiertem Wissen jederzeit griffbereit im Intranet zur Verfügung. Neben Rubriken wie Unternehmen, Produkte, Kunden oder Wissen sind in diesem System auch diverse Workflowanwendungen sowie virtuelle Teambereiche zum abteilungsübergreifenden Arbeiten an Projekten abrufbar. Das Intranet wird auch zur internen Kommunikation per „Newsblog“ genutzt. Jede:r Mitarbeiter:in kann darin Beiträge verfassen, sofern sie unternehmensweit relevant sind. Die Kommunikation und Organisation von Teams erfolgt zu einem Großteil über die OfficeAnwendung Teams.

Bene organisiert in regelmäßigen Abständen interne Wissensveranstaltungen namens „BeneFit“, um Produktneuheiten live zu zeigen und Mitarbeiter:innen wie auch Partner:innen zu vernetzen. Im Berichtszeitraum fand das BeneFit im Februar 2024 statt.

Nach dem Motto „Die Expertinnen und Experten sind unter uns“ bietet Bene interne Fachtrainings zu diversen Themen an, beispielsweise Produktzertifizierungen. Im Unternehmen gibt es unzählige Expertinnen und Experten zu unterschiedlichsten Themen, und diese Expertise soll bestmöglich mit Interessierten geteilt werden – so entsteht ein unmittelbarer Mehrwert sowohl für den Einzelnen als auch für das Unternehmen. Weiters informiert die Geschäftsleitung in sogenannten Business Updates regelmäßig über die aktuelle Lage und Neuigkeiten des Unternehmens.

2.4.3. LEHRLINGSAUSBILDUNG

Ausbildung verhindert Fachkräftemangel. Die Lehrlingsausbildung gemäß Berufsausbildungsgesetz (BAG; BGBl. Nr. 142/1969) bzw. Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz von 1987 (KJBG; BGBl. Nr. 599/1987) ist ein zentraler strategischer Erfolgsfaktor für die mittel- und langfristige Personalplanung. In den Jahren 2021 und 2022 schlossen zehn Tischler-Lehrlinge16 ihre Lehre ab. Die überwiegende Mehrheit der ausgebildeten Lehrlinge wird nach Ende der Lehrzeit in eine feste Anstellung übernommen. Mit 31.12.2024 waren 15 Lehrlinge bei Bene beschäftigt (3 im Büro und 12 in der Produktion). In folgenden Lehrberufen bietet Bene Ausbildungen an: 16 Lehrlinge sind Personen, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben (neuntes Schuljahr, Alter mindestens 15 Jahre) und auf der Grundlage eines Lehrvertrags zum Erlernen eines Lehrberufs in einem Lehrbetrieb fachlich ausgebildet und im Rahmen dieser Ausbildung eingesetzt werden. Lehrlinge sind Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsvertragsrechts; daher kommen Vorschriften wie das Urlaubs-, das Dienstnehmerhaftpflicht- und ggf. das Mutterschutzgesetz usw. zur Anwendung.

KAUFMÄNNISCHE LEHRBERUFE

Industriekauffrau/-mann

Bürokauffrau/-mann

Betriebslogistikkauffrau/-mann

Finanz- und Rechnungswesenassistenz

Kauffrau/-mann Groß- und Außenhandel

TECHNISCHE LEHRBERUFE

Technische Zeichnerin/Technischer Zeichner

IT-Techniker/-in

KOMBILEHRBERUF

Industriekauffrau/-mann

Technische Zeichnerin/Technischer Zeichner

GEWERBLICHE LEHRBERUFE

Tischler/-in

Tischlereitechniker/-in

Bene bildet in kaufmännischen, technischen und gewerblichen Lehrberufen aus wie auch in den Kombilehrberufen Industriekauffrau/-mann und Technische/r Zeichner/in. Mit der Teilnahme an Initiativen wie der Bildungsmeile Amstetten-Scheibbs („Karriere mit Lehre“) oder auch an der Messe „Schule & Beruf“ (Fachmesse für Aus- und Weiterbildung im niederösterreichischen Wieselburg) und dem „Karriere-Clubbing“ (Fachmesse für Lehrberufe im Ybbstal) setzt Bene viele Impulse im Lehrlingsrecruiting.

Fest etabliert ist seit 2009 das interne Weiterbildungsprogramm für Lehrlinge, die damit auch zu Themen wie Kommunikation, Präsentation oder Projektmanagement geschult werden. Jährlich finden auch zwei Lehrlingsprojekte statt, mit dem Ziel, eine selbstständige, vernetzte und bereichsübergreifende Arbeitsweise bei den Lehrlingen zu fördern. Am Elternabend sind die Lehrlinge gefordert, das Unternehmen zu präsentieren, und mit der jährlichen Lehrlingsexkursion wird der soziale Austausch untereinander gefördert. Neben internationalen Auszeichnungen erreichen Bene Lehrlinge immer wieder sehr gute Platzierungen bei den niederösterreichischen bzw. österreichischen Lehrlingswettbewerben für Tischler und Tischlereitechniker.

Anzahl Lehrlinge und Anteil Lehrlinge an der Gesamtbelegschaft (Bene Gruppe)

Lehrlingswettbewerbe 2023

Daniel Weidenauer (zweites Lehrjahr), erster Platz beim Landeslehrlingswettbewerb und siebter Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb

Alexander Wagner (drittes Lehrjahr), dritter Platz beim Landeslehrlingswettbewerb

Lehrlingswettbewerbe 2024

Daniel Weidenauer (drittes Lehrjahr), erster Platz beim Landeslehrlingswettbewerb und fünfter Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb

Lukas Haselsteiner (viertes Lehrjahr), erster Platz beim Landeslehrlingswettbewerb und vierter Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb

Markus Roseneder (erstes Lehrjahr), dritter Platz beim Landeslehrlingswettbewerb

Ab einem Mindestalter von 15 Jahren dürfen Menschen in Österreich eine Lehre beginnen. Bis zum Alter von 18 Jahren wird der Arbeitsvertrag von den Eltern mitunterzeichnet. Für Lehrlinge im Produktionsbereich gibt es eine eigene räumlich getrennte Lehrwerkstätte, in der sie ihr Handwerk in einem geschützten Rahmen erlernen können. Für den körperlichen Schutz sind die Sägen mit einem Schutzsystem ausgestattet, das ein körperliches zu nahe kommen an das Sägeblatt verhindert. Die Lehrlinge werden mit der notwendigen persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet und erhalten eine Arbeitskleidung (Sicherheitsschuhe, Kleidung) sowie regelmäßige Sicherheitsunterweisungen. Sie haben Zugang zum Programm „gesund bei Bene“, das vorrangig das körperliche und geistige Wohlbefinden der Mitarbeitenden fördert. Täglich wird das Essen in der Kantine mit € 3,- pro Person vom Unternehmen gestützt. Für besondere Leistungen (z.B. ausgezeichneter Erfolg im Berufsschulzeugnis) erhalten die Lehrlinge eine Prämie. Es werden alle Vorgaben des österreichischen Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz eingehalten. Beispielhaft angeführt: Keine Beschäftigung von Jugendlichen in der Nachtzeit von 20 bis 6 Uhr, oder die wöchentliche Gewährleistung einer ununterbrochenen Freizeit von zwei Kalendertagen.

Für die Lehrlinge werden regelmäßig eigene Exkursionen und Teambuilding-Tage veranstaltet.

2.4.4. PRAKTIKUM BEI BENE

Bene ist Partner höherer Schulen. Den Schülern bietet das Unternehmen neben Praktikumsplätzen auch regelmäßig diverse Informationsveranstaltungen an. Die Personalabteilung unterstützt lokale Ausbildungsinstitute wie Schulen aus Waidhofen und Umgebung mit Vorträgen und Führungen und ermöglicht interessierten jungen Leuten auch, ihre Diplomarbeiten mit einem praktischen Thema bei Bene zu erarbeiten.

2.5.CHANCENGLEICHHEIT

Es ist ein Grundsatz von Bene, dass alle Beschäftigten fair und gleichbehandelt werden, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, Nationalität, Behinderung, sexuelle Orientierung, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, Familienstand, Religion oder politischer Ausrichtung. Entscheidungen im Hinblick auf Einstellungen, Kündigungen, Beförderungen, Trainingsmaßnahmen, Gehalt und Abfindung basieren allesamt auf objektiven Kriterien, beispielsweise der persönlichen Arbeitsleistung. Jeglicher Bruch unseres Chancengleichheitsgrundsatzes führt zu einem Disziplinarverfahren oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Vielfalt ist ein wichtiger Teil des Bene Geschäftsmodells, da das Unternehmen international operiert und diverse Zielgruppen anspricht. Dies bedingt Respekt vor anderen Kulturen. Bene nimmt eine neutrale Haltung zu politischen Überzeugungen seiner Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden ein. Offene Meinungsäußerung im Unternehmen ist selbstverständlich. Eine politische Betätigung am Arbeitsplatz ist jedoch nicht erwünscht. Außerdem toleriert Bene keine Arbeitsbedingungen im Unternehmen, die im Konflikt mit internationalen Gesetzen und Handhabungen stehen. Dies tun wir mit Erfolg – im Berichtszeitraum wurden keine Vorfälle von Diskriminierung zur Anzeige gebracht.

Im Berichtszeitraum wurde die Whistleblower-Richtlinie umgesetzt und somit ein anonymes Whistleblowing-System entwickelt, das genutzt werden kann, wenn eine Person Verstöße gegen Gesetze und interne Prinzipien entdeckt. Das Whistleblowing-System steht jedem Mitarbeitenden in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung.

Bis zum 31.12.2024 gab es zwei Meldungen über das Whistleblowing-System. In beiden Fällen wurde die Meldung eingereicht, dass bei einer Jobausschreibung das gesetzlich geforderte

Mindestgehalt nicht angeführt wurde. Den Hinweisen wurde nachgegangen und die Fehler behoben.

Anzahl Whistleblowing-Meldungen 2

2.5.1.

GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND MÄNNERN

Mit Ende 2024 arbeiteten 218 Frauen, 427 Männer und 1 diverse Person in der Bene Gruppe. Der Frauenanteil ist seit gut zehn Jahren etwa gleich und liegt meistens bei rund einem Drittel der Belegschaft. 21% der leitenden Funktionen werden von Frauen besetzt.

Frauenanteil in %

Mitarbeitendenzahl nach Altersverteilung 2024

2.5.2. MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Derzeit arbeiten 19 Menschen mit Behinderung bei Bene.17 Die administrativen Bereiche im Bene Headquarter, mit Ausnahme des Werksbüros, sind barrierefrei gestaltet und daher mit dem Rollstuhl erreichbar. Bei Neubauten sowie bei Renovierungen bzw. Umsiedlungen an neue Standorte wird auf Barrierefreiheit geachtet. Nicht alle Bene Vertriebsstandorte sind bereits barrierefrei zugänglich. Als Anlaufstelle und Vertretung für diese Mitarbeitende dient der Behindertenvertrauensrat. Dieser wurde 2014 durch eine Wahl ins Leben gerufen.

2.5.3. BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT UND ALTERSVORSORGE

Erfahrung und Know-how-Transfer werden bei Bene großgeschrieben. Eine Frage der Wertschätzung ist für uns Folgendes: Bene unterstützt Mitarbeitende, die beabsichtigen, in Pension zu gehen, und bietet Beratung und Schulung für die Vorruhestandsplanung und beim Übergang in den Ruhestand an. All unsere Beschäftigten sind gesetzlich über ein länderspezifisch Abfertigungssystem erfasst und somit über gesetzliche Vorsorgemodelle abgesichert. Darüber hinaus bestehen in der Bene Gruppe keine Abfertigungsverpflichtungen. Mitarbeitende in Österreich erhalten auf der Grundlage kollektivvertraglicher Vereinbarungen nach dem Erreichen von 25 Dienstjahren Jubiläumsgeldzahlungen.

17 Laut Behinderteneinstellungsgesetz in Österreich müssen Unternehmen pro 25 Beschäftigten jeweils eine begünstigte behinderte Person einstellen (Beschäftigungspflicht). Falls dies nicht geschieht, ist eine Ausgleichstaxe von monatlich 404 Euro pro fehlender Person zu zahlen.

Anzahl Mitarbeitende nach Betriebszugehörigkeit Ende 2024

Angestellte

Arbeiter:innen

2.5.4. ENTLOHNUNG

In Österreich kommt für alle Arbeiter:innen ein gestaffeltes Entlohnungsmodell zum Tragen, nach dem die Löhne gestaltet sind. Die Gehälter und Löhne der Angestellten bzw. Arbeiter:innen der Bene Gruppe orientieren sich an den kollektivvertraglichen Regelungen der holzverarbeitenden Industrie oder übertreffen sie. Da die gesamte Produktion in Österreich stattfindet, gilt für sämtliche Arbeiter:innen ein Kollektivvertrag. In Summe existieren für mehr als 80% der Beschäftigten der Bene Gruppe Kollektivverträge.

Für Standorte außerhalb von Österreich erfolgt die Entlohnungspolitik in Abstimmung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften. Es wird über externe Beratungsunternehmen abgerechnet.

Variable Komponenten der Vergütung sind im Unternehmen klar geregelt und in einem internen Dokument festgehalten. Etwaige Abweichungen davon sind stets von den Geschäftsführern abzusegnen. Jeder Mitarbeitende hat einen variablen Anteil, der vom Unternehmenserfolg abhängt (EBIT-Anteil). Bei Mitarbeitenden im gewerblichen und im kaufmännischen Bereich ist der Anteil in der Lohn- und Gehaltsstruktur abgebildet. Bei vertriebsorientierten Mitarbeitenden hängt der variable Anteil von der eigenen Leistung, von der Leistung des Teams bzw. Standorts und vom Unternehmenserfolg ab. Alle beschäftigten Personen sind krankenversichert.

2.6.KOMMUNIKATION UND ARBEITSKLIMA

Offene Kommunikation und konstruktiver Dialog sind integrierter Bestandteil der Bene Unternehmenskultur. Es stehen die Vernetzung, das Teamwork und das partnerschaftliche Miteinander im Mittelpunkt.

2.6.1.

MITARBEITER:INNEN-GESPRÄCHE

Bei Bene werden Mitarbeiter:innen-Gespräche geführt, um eine individuelle Entwicklung zu fördern und konkrete Zielvereinbarungen zu verfolgen. Diese regelmäßigen, strukturierten Gespräche zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft tragen maßgeblich zur Zufriedenheit und Orientierung bei. Ab dem Jahr 2025 werden die Mitarbeiter:innen-Gespräche strukturiert über die Plattform Workday abgewickelt.

Umfragen zur Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit werden in größeren Abständen durchgeführt. Die jüngste Umfrage fand 2022 im Rahmen von „great place to work“ statt.

2.6.2. VERSAMMLUNGSFREIHEIT

In sämtlichen Niederlassungen der Bene Gruppe ist es für Mitarbeiter:innen selbstverständlich, zusammenzukommen, um Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Die ausgesprochen gute Begegnungs- und Gesprächsqualität ist ein hohes Gut innerhalb der Gruppe und wird auch durch räumliche Maßnahmen gefördert.

2.6.3.

MITARBEITERVERTRETUNG

Bei Bene gibt es in Österreich für alle Arbeiter:innen und Angestellten eine Vertretung durch ein gewähltes Betriebsratsgremium (es sind insgesamt drei Gremien). Alle anderen Länderniederlassungen haben keine Betriebsratskörperschaft gewählt.

Die Hauptaufgaben des Betriebsrats umfassen:

• Beratung und Unterstützung in Mitarbeiterangelegenheiten

• Verhandeln von Betriebsvereinbarungen

• Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Sicherheit

• Mitsprache bei Personal- und Wirtschaftsangelegenheiten

• Stellungnahme zu Kündigungen und Entlassungen

• Vertretung der Arbeitnehmerinteressen im Aufsichtsrat

Zudem gibt es für junge Mitarbeitende eine Vertretung durch den Jugendvertrauensrat, der wie ein Betriebsrat durch demokratische Wahl von den unter 21-jährigen Mitarbeitenden installiert wurde und sich um die Themen kümmert, die speziell für diese Altersgruppe interessant und wichtig sind.

Neben den Betriebsrät:innen für Angestellte und Arbeiter:innen sowie dem Jugendvertrauensrat gibt es auch eine Behindertenvertrauensperson.

Im September 2020 wurde darüber hinaus in der BGO Holding ein Konzernbetriebsratsgremium gegründet, in dem Vertreter:innen von Bene wie auch von den Schwesterunternehmen Neudoerfler Office Systems GmbH, hali GmbH und BGO Montage und Logistik GmbH vertreten sind.

Es gibt mehrere Ansprechpersonen beim Anschein von Diskriminierung oder Belästigung: die direkte Führungskraft, die Geschäftsführung, die Personalabteilung und natürlich auch die Belegschaftsvertretung bzw. den Betriebsrat. Entsprechende Meldungen werden vom HR-Bereich gebündelt und sorgsam mit der entsprechenden Vertraulichkeit mit der Geschäftsführung erörtert. Gegebenenfalls werden Maßnahmen ergriffen. Aufgrund unterschiedlicher Rechtssysteme ist der Prozess in manchen Ländern enger bzw. weiter gestaltet Durch ein Whistleblowing-System ist eine gänzlich anonyme Meldung eines Verdachts in allen Landessprachen der Niederlassungen möglich. Die Meldung geht online über eine eigene Plattform ein.

2.6.4. BENE GEMEINSCHAFT

Sowohl Bene als Unternehmen als auch der Betriebsrat von Bene fördern das Gemeinschaftsgefühl aktiv mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Impulsen. Auszugsweise seien hier Weihnachtsfeiern, Grillabende, Skitage, Ausflüge oder allgemeine Sportaktivitäten genannt.

Die Mitarbeiter:innen können von diversen Vergünstigungen profitieren: Auf Unternehmensebene wie auch auf Holding-Ebene bietet der Eigentümer den Beschäftigten beispielsweise Mitarbeiterkonditionen bzw. Rabatte beim Kauf von Produkten des Unternehmens an. In einem eigenen Abverkaufslager vor Ort in Waidhofen erhalten die Mitarbeiter:innen ausgewählte Möbel zu günstigen Konditionen.

Länderspezifisch bestehen weitere Vergünstigungen, zum Beispiel in Österreich Gruppenermäßigungen bei Rechts- und Unfallversicherungen oder beim Kauf von Fahrzeugen der Poolfahrzeugpartner von Bene.

Seitens des Betriebsrats wurden mit vielen Unternehmen in der Region bzw. aus Österreich spezielle Einkaufsvorteile für Bene Mitarbeiter:innen vereinbart.

2.7.SPENDEN UND SPONSORING

Regionale Verantwortung ist stark im Bewusstsein des Traditionsunternehmens Bene verankert –egal ob als Wirtschaftsunternehmen, Arbeitgeber oder Teil der Gesellschaft.

Know-how-Transfer, Langfristigkeit und der Wunsch nach Verbesserung des kulturellen Handelns im „Lebensraum Büro“ sind die Säulen der Sponsoring- und Spendenstrategie im Bereich „gesellschaftliche Verantwortung“. Bene unterstützt Vereine wie die Feuerwehr und karitative Organisationen mit verbilligten Einzelmöbeln, Sachspenden oder Geldspenden. Öffentliche Einrichtungen, mit Ausnahme von Schulen, und Parteien werden nicht mit Geldspenden bedacht. Der Fokus bei Spenden und Sponsoring liegt im Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Weil Abfall nicht gleich Müll ist und wir mit vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen wollen, haben wir uns bereits vor Jahren entschlossen, anfallende Wertstoffe nicht einfach zu entsorgen, sondern einer weiteren sinnvollen Nutzung zuzuführen. So haben wir in den vergangenen Jahren Stoff- und Lederreste in Form von Rollen oder Musterbügeln verschenkt. Empfänger:innen waren neben Kindergärten, Schulen und Lebenshilfe auch diverse Freizeitvereine. Auch Compactplattenreste werden regelmäßig kostenfrei zur weiteren Nutzung abgegeben.

3. PRODUKTE

Nachhaltigkeit wird bei Bene umfassend gedacht. Daher ist der Vertrieb von Produkten mit hoher Qualität und einer hervorragenden Umweltbilanz besonders wichtig, denn unsere Produkte begleiten Menschen über viele Jahre in ihrem Arbeitsalltag.

3.1.NACHHALTIGE PRODUKTE

Die Herausforderungen sind vielfältig: Umweltschutz beginnt beim Design, zieht sich durch die Auswahl der Rohstoffe sowie die Produktion und betrifft auch den Lebenszyklus (Lebensweg). Ergonomische Optimierung und sichere Konstruktionsprinzipien machen eine nachhaltige Nutzung unserer Produkte möglich. Das Ergebnis der Maßnahmen bei Bene zeigt sich an den erhaltenen Zertifikaten und Auszeichnungen.

Kapitel 3 widmet sich vorrangig dem Lebensweg unserer Produkte mit all den unterschiedlichen Aspekten hinsichtlich Umweltauswirkungen – von der Rohstoffgewinnung bis zum „End of Life“.

3.1.1. NACHHALTIGE ROHSTOFFE

Ein verantwortungsvolles Industrieunternehmen muss die Herkunft jedes verwendeten Rohstoffs hinterfragen. Bene setzt auf umweltfreundliche Materialien, und das schon im Stadium der Produktentwicklung. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Lieferant:innen stellt Bene sicher, dass das Thema Umweltschutz auch in vor- und ausgelagerten Produktionsstufen Beachtung findet. Durch Beschaffungsrichtlinien sowie mit Prüfberichten und Zertifikaten erbringen unsere Lieferantinnen und Lieferanten den Nachweis, dass die eingekauften Materialien die gesetzlichen oder selbst auferlegten Bedingungen erfüllen. Wir analysieren unsere Produkte und die eingesetzten Materialien laufend.

Für Bene ist der Einsatz folgender Komponenten selbstverständlich:

• formaldehydarme Spanplatten

• formaldehydarme Leime

• Wasserlacksysteme

• recyclingfähige Stoffe

• Materialien mit hohen Recyclinganteilen

• PVC-freie Kunststoffe18 (PVC kommt einzig bei Kunstleder zum Einsatz)

Bene garantiert, dass seine Produkte frei sind von:

• CMR-Stoffen19

• halogenierten20 Lösungsmitteln in Kunststoffen

• chlorierten Kohlenwasserstoffen21

• Schwermetallpigmenten22

18 Statt PVC (Polyvinylchlorid) nutzt Bene vorwiegend Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS). Dieser Kunststoff besitzt ähnliche Eigenschaften wie PVC, ist aber im Hinblick auf die Herstellung und Entsorgung umweltfreundlicher. In einigen Bereichen wird auch Polypropylen (PP) verwendet, ein Kunststoff, der relativ umweltverträglich und einfach recycelbar ist. Trotz intensiver Suche nach Ersatzstoffen, bedarf es nach wie vor des Einsatzes von PVC in Form von Kunstleder, da es aus funktionalen Gründen und wegen seiner Langlebigkeit bislang keine gleichwertige Alternative gibt.

19 Als CMR-Stoffe werden krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe bezeichnet (das Kürzel steht für Carcinogenic, Mutagenic or toxic to Reproduction).

20 Halogenierung meint die Überführung eines Elements oder einer Verbindung in ein Halogenid, eine Verbindung mit einem Halogen. Je nach Halogen wird zwischen Fluorierung, Chlorierung, Bromierung oder Iodierung unterschieden.

21 Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) zählen zu den schädlichsten Umweltgiften überhaupt. Sie gelten als sehr langlebig und stehen in Zusammenhang mit der Ozonproblematik (z. B. PCP, Lindan, PCB).

22 Die wichtigsten Schwermetalle mit potenziell gefährlichen Eigenschaften sind Quecksilber (Hg), Cadmium (Cd) sowie Blei (Pb) und Chrom (Cr) in seiner 6-wertigen Form Cr (VI).

• Materialien mit Azo-Farbstoffen23

• Beschichtungen mit biozider24 Wirkung (zum Beispiel Holzschutzmittel25, Pestizide26)

Für die von Bene bezogenen Roh- und Halbfertigteile sind umfassende Materialanforderungen definiert, deren Einhaltung von den Lieferantinnen und Lieferanten gewährleistet und belegt werden müssen.

3.1.1.1. HOLZBASIERENDE ROHSTOFFE

Holz ist ein außerordentliches Material. Es erneuert sich von selbst auf natürliche Weise. Es ist schön, leicht und zugleich stark, warm und behaglich. Und es bietet eine einfache Möglichkeit zur Reduktion der CO2-Emissionen, die die Hauptursache des Klimawandels sind, und zwar durch:

• den Kohlenstoff-Senkeneffekt der Wälder27

• den Kohlenstoff-Speichereffekt von Holzprodukten28

• den Ersatz von Materialien mit hohen Emissionen in der Herstellung

Aktive Forstwirtschaft erntet alte Bäume, bevor sie beginnen zu verrotten und wieder CO2 abzugeben. Das schafft Raum und Licht für neue Bäume, die unter diesen Bedingungen schneller wachsen und der Luft aktiv mehr CO2 entziehen. Neue Kohlenstoffspeicher entstehen, während sich die bisherige Speicherleistung im geernteten und genutzten Holz fortsetzt. Je länger Holz in Verwendung bleibt, desto länger bleibt CO2 gebunden.

Seit März 2013 gilt die European Timber Regulation (EUTR)29, die auf der EUHolzhandelsverordnung Nr. 995/2010 beruht. Das Ziel der Verordnung ist, dass nur Holz aus sicherer Quelle auf den EU-Markt kommt. Das Inverkehrbringen von Holz aus illegalem Einschlag ist verboten. Da Bene keine Holzwerkstoffe in die EU importiert, wird die Einhaltung dieser Verordnung durch unsere Lieferanten sichergestellt. Als Neuerung der Verordnung wird mit 30.12.2025 die European Deforestation Regulation (EUDR) für mittlere und große Unternehmen in Kraft treten. Die Vorbereitungen für die Erfüllung der Verordnung werden getroffen.

Holz ist mit einem Anteil von über 60% der wichtigste Rohstoff in der Produktion von Bene. Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

Verbrauchsmengen Roh- & Melaminspanplatten in kg

23 Als Azo-Farbstoffe bezeichnet man synthetische Farbstoffe, die als giftig oder sehr stark krebserregend eingestuft werden.

24 Biozide sind in der Schädlingsbekämpfung im nichtagrarischen Bereich eingesetzte Wirkstoffe, Chemikalien und Mikroorganismen gegen Schadorganismen (z.B. Ratten, Insekten, Pilze, Mikroben).

25 Holzschutzmittel sind Wirkstoffe oder wirkstoffhaltige Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, einen Befall von Holz oder Holzwerkstoffen durch holzzerstörende oder -verfärbende Organismen zu verhindern oder einen solchen Befall zu bekämpfen.

26 Pestizide gehören zu den Pflanzenschutzmitteln (z. B. Fungizide, Insektizide).

27 Als Kohlenstoffsenke (auch Kohlenstoffdioxidsenke oder CO2-Senke) wird in den Geowissenschaften ein Reservoir bezeichnet, das zeitweilig oder dauerhaft Kohlenstoff aufnimmt und speichert. Kohlenstoffsenken sind angesichts der globalen Erwärmung bedeutsam, weil sie das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und somit der Erderwärmung entgegenwirken.

28 Zum Beispiel bindet 1 m³ Fichtenholz 825 kg CO2, 1 m³ Rohspanplatten 745 kg CO2 und 1 m³ MDF-Platten 505 kg CO2 (laut Fritz Egger GmbH & Co. OG).

29 Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR – Verordnung (EU) Nr. 995/2010) ist eine Verordnung der Europäischen Union aus dem Jahr 2010, die den Handel mit Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag in der EU unterbinden soll. Demgemäß ist es verboten, Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag auf dem Binnenmarkt in Verkehr zu bringen. Außerdem definiert die EUTR die Pflichten der Marktteilnehmer. Sie gilt in Gänze seit dem 3. März 2013 in allen EU-Mitgliedstaaten.

Den größten Anteil an den bei Bene verarbeiteten Holzwerkstoffen haben Melamin- und Rohspanplatten, gefolgt von Sperrholz- und MDF-Platten.

Verbrauchsmengen Sonstige Holzwerkstoffe in

Bene kauft weder Holzwerkstoffe mit Flammschutzadditiven zu, noch werden den Holzwerkstoffen im Rahmen der Produktion in Waidhofen solche Additive zugesetzt. (Sollten im Rahmen von Projekten flammgeschützte Plattenmaterialien gefordert sein, so würden diese gesondert geordert, gelagert und verarbeitet.)

Die von Bene eingesetzten Rohspanplatten bestehen zu 84 bis 86% aus Holzmasse30, zu 4 bis 7% aus Wasser, zu 8 bis 10% aus UF-Leim31, zu < 1 % aus PMDI-Leim32 und zu weniger als 1% aus Paraffinwachsemulsion zur Hydrophobierung (Verbesserung der Feuchtebeständigkeit).33 Massivhölzer werden bei Bene vorrangig für Tisch- und Stuhlfüße, Stuhlarme und Türgriffe sowie für Passleisten bei Wandsystemen verwendet. Teilweise werden Massivhölzer auch bei Verpackungen genutzt, und zwar als Verstrebungen (zum Beispiel Fichtenholzstaffeln oder Holzleisten) und als Transportkisten für den Export. Mitteldichte Faserplatten (MDF-Platten) werden als glatte, profilierte oder auch gebogene Bauteile in bunt lackierter oder überfurnierter Oberfläche von Möbeln verwendet.

Der Nachweis der Legalität ist nicht das einzige Kriterium der nachhaltigen Holzbeschaffung. Jedoch ist der verifizierte Nachweis, dass das eingekaufte Holzprodukt aus legal bewirtschafteten Wäldern stammt, eine Grundvoraussetzung. Besonders in komplexen Lieferketten ist es eine Herausforderung für den Einkauf, die notwendige Transparenz herzustellen. Hier spielen die Waldzertifizierungssysteme eine wichtige Rolle. Sie gewährleisten, dass zertifizierte Wälder entsprechend der guten forstlichen Praxis – besonders in Risikoregionen – legal und nachhaltig bewirtschaftet werden.

PEFCTM

Bene ist seit September 2009 berechtigt, seine Möbel, die Bauteile aus Holz bzw. aus Holzwerkstoffen enthalten, als PEFC-zertifiziert zu deklarieren. Das Kürzel steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen). PEFC ist die größte weltweite Nichtregierungsorganisation aus dem Bereich Waldzertifizierung. Im Zentrum der PEFC-Zertifizierung steht die Produktkette – vom

30 Zur Produktion von Spanplatten werden frische Hölzer aus Durchforstungsmaßnahmen und Sägewerksresthölzer (z. B. Einwegpaletten, Massivholz, Spanplattenreste) verwendet, überwiegend Fichte und Kiefer. Bis zu 30 % des Rohmaterials werden durch Recyclinghölzer gedeckt, die stofflich verwertet werden.

31 UF-Leim besteht aus Harnstoff-Formaldehydharz. Durch Polykondensation härtet der aminoplastische Klebstoff im Pressvorgang vollständig aus.

32 PMDI = Polymeres Diphenylmethandiisocyanat. Zum Einsatz kommt MDI (Diphenylmethandiisocyanat), ein PolyharnstoffVorprodukt, welches bei der Plattenherstellung in PUR (Polyurethan) und Polyharnstoff umgewandelt wird. Diese dienen der Bindung der Holzfasern.

33 Umweltproduktdeklaration EUROSPAN® für die Rohspanplatten der Fritz Egger GmbH & Co. OG, EPDEGG20200249IBC1DE

Waldbestand bis zum Endprodukt. Von 2014 bis 2023 bestand zusätzlich eine FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council®). Seit 2023 wird vollständig auf die Zertifizierungen ISO 38200 und PEFC gesetzt.

Sustainable Development Goal Nr. 15

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Unterziele 15.1 (Nachhaltige Nutzung der Wälder) und 15.2 (Nachhaltige Bewirtschaftung fördern, Entwaldung beenden) bei.

ISO 38200

Seit Dezember 2018 ist Bene – als erstes Unternehmen in Österreich – nach ISO 38200 zertifiziert. Diese neue und weltweit gültige Norm umfasst strenge Anforderungen an eine überwachte Lieferkette (Chain of Custody) für Holz und Holzprodukte, Kork und verholzte Materialien sowie deren Produkte und stellt damit die Rückverfolgbarkeit und Legalität des eingesetzten Holzes wie auch eine lückenlose Überwachung der vorgelagerten Lieferkette sicher.

Auch wenn die Wälder entsprechend zertifiziert sind, setzen wir mit der ISO 38200 und den entsprechenden Sorgfaltspflichtregelungen auf eine zusätzliche Überprüfung der Legalitätsanforderungen.

Auch unsere Holzlieferant:innen sind im Regelfall nach nachhaltigen Forstwirtschafts-Standards zertifiziert. Kleinstlieferantinnen und -lieferanten, die über keine entsprechende Zertifizierung verfügen, haben Bene die Legalität der Hölzer schriftlich per Selbsterklärung bestätigt und ermöglichen uns, dies auch vor Ort zu überprüfen. All dies drückt sich auch in der Zertifizierung von Bene Produkten aus: Aufgrund der verfügbaren Mengen könnten 100% der Eigenfertigungsware als PEFC-zertifiziert deklariert werden. Die Entscheidung für eine derartige Deklaration obliegt dem Kunden.

Furniere, wie sie am Markt angeboten werden, kommen aufgrund des hohen Qualitätsstandards von Bene nur zu rund 2 bis 8% für die Verarbeitung infrage. Unser Credo: Nur der beste Rohstoff garantiert die beste Qualität beim Endprodukt. Daher wird beim Einkauf der Furniere durch erfahrene Expert:innen kein Kompromiss eingegangen. Dank der langjährigen Geschäftsbeziehungen und des Einkaufsvolumens erhält Bene Topqualität, von der unsere Kund:innen profitieren.

Im Jahr 2024 sind etwa 35.000 m² Furnier in Produkte eingegangen. Bei unseren Möbeln kommen hauptsächlich gemesserte34 und bei unseren Stühlen geschälte35 Furniere zum Einsatz.

Verbrauchsmengen

34 Der Stamm wird in vertikaler Richtung gegen ein feststehendes Messer geführt, wobei Messer und Druckbalken nach jeder Bewegung um die gewünschte Furnierdicke vorrücken. Der Druckbalken bei Messermaschinen verhindert das Einreißen des Holzes beim Abtrennen des Furniers weitgehend. Je nach Schnittart entstehen unterschiedlich gezeichnete Furniere. Diese natürliche Maserung ist der Vorteil von Messerfurnieren.

35 Die rationellste Methode ist das Schälen. Dabei wird ein zentrisch eingespannter Stamm rotiert und gegen das Messer geführt. Die Druckleiste soll Risse verhindern. Beim Schälen entsteht ein sozusagen endloses Furnierband, das hinter der Schälmaschine aufgerollt oder mit einer Furnierschere in kleinere Stücke geschnitten wird. Da beim Rundschälen der Schnitt mit den Jahresringen verläuft, ergibt sich bei dieser Aufbereitungsart eine unregelmäßige, wilde Maserung.

Im Standardsortiment von Bene finden sich derzeit sechs verschiedene Furnierarten. Auf Tropenfurniere bzw. Furniere aus Hölzern der Roten Liste36 gefährdeter Arten, herausgegeben von der IUCN37, verzichten wir seit einigen Jahren gänzlich. Es werden die Hölzer Buche, kanadischer Ahorn, Eiche, amerikanische Nuss, Kastanie und Bambus38 als Furniere für Serienprodukte verwendet.

3.1.1.2. BEZUGSSTOFFE

Bene achtet bei der Auswahl seiner Bezugsstoffe darauf, dass diese nicht nur optisch und qualitativ (in Sachen Scheuerfestigkeit, Lichtechtheit etc.) ansprechend, sondern auch nachhaltig sind. Wir beziehen unsere Stoffe vorrangig von namhaften Herstellern, die innovative ökologische Stoffe entwickeln und produzieren. Zulieferer sind:

• Kvadrat A/S http://kvadrat.de/

• Camira Group Holdings Ltd. https://www.camirafabrics.com/de

• Vescom GmbH https://vescom.com/de

• Gabriel A/S https://www.gabriel.dk/en/

• Rohi https://www.rohi.com/

• Agora https://agorafabrics.com/de/sucher/

• Sonnhaus https://www.sonnhaus.eu/

• JAB https://www.jab.de/at/de

• Sorensen https://sorensenleather.com/

Die Bezugsstoffe bestehen je nach Stoffgruppe aus hochwertiger Schur- und Baumwolle, langlebigen Synthetikfasern, wie Nylon, Viskose und Polyesterfasern, oder einer Mischung aus Natur- und Kunstfasern. Bei Kunstfasern kommen zunehmend Materialien mit möglichst hohem Post-Consumer-Recyclinganteil zum Tragen.

Der Oeko-Tex®-Standard 100 spielt für Bene eine wichtige Rolle. Es handelt sich dabei um ein weltweit einheitliches Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen.39 Z.B. Die Stoffe Xtreme Plus und Step aus dem Standardsortiment von Bene sind nach diesem Standard zertifiziert.

EU Flower ist ein europäisches Umweltzeichen (die EU-Blume), das seit 1992 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften vergeben wird. Kriterien für die Vergabe sind zum Beispiel Energieverbrauch, Wasser- und Luftverschmutzung, Abfall, nachhaltige Forstwirtschaft sowie Lärm- oder Bodenbelastung. Viele Bezugsstoffe aus unserem

36 Als Rote Liste gefährdeter Arten oder nur Rote Liste, im Original Red Data Book, bezeichnet man die von der Weltnaturschutzunion IUCN (siehe nächste Fußnote) in unregelmäßigen Abständen veröffentlichten Listen weltweit vom Aussterben gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

37 Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, deutsch: Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen), auch Weltnaturschutzunion, ist eine internationale Nichtregierungsorganisation.

38 Genau genommen ist Bambus kein Holz, sondern eine der zwölf Unterfamilien aus der Familie der Süßgräser.

39 Die Schadstoffprüfungen umfassen gesetzlich verbotene und reglementierte Substanzen, bekanntermaßen gesundheitsbedenkliche Chemikalien sowie Parameter zur Gesundheitsvorsorge.

Standardsortiment sind nach dem EU-Flower-Standard zertifiziert (zum Beispiel Hallingdal, Remix, Steelcut, Urban Plus, Xtreme Plus).

Wo Stoffe nur schwer entflammbar sein dürfen, kommt Trevira CS zum Einsatz, eine Kunstfaser, die seit vielen Jahren am Markt ist. Denn zur Erreichung der in vielen Projekten geforderten hohen Feuerbeständigkeiten setzt Bene gezielt textile Stoffe aus Kunstfaser ein. Auch Trevira CS – das Kürzel steht für Komfort und Sicherheit – erfüllt den Oeko-Tex-Standard 100. Die Stoffe Inn, Step und Step Melange werden aus einer Trevira-CS-Faser gewebt.

Recyclingstoffe haben einen immer größeren Stellenwert. Einige Bezugsstoffe im Bene Standardsortiment (Urban Plus, Xtreme Plus) werden zu 100% aus recyceltem Polyester40 (etwa aus PET-Flaschen) hergestellt, damit weniger Abfall auf Müllhalden landet und Rohmaterialien gespart werden.

3.1.1.3.

BAUTEILE AUS METALL

Bei Bene werden vorrangig Aluminium- und Stahlbauteile verarbeitet. Aluminiumwerkstoffe41 kommen in Form von eloxierten Strangpressprofilen sowie stückbearbeiteten Teilen zum Einsatz und werden bei unterschiedlichsten Einbausituationen verwendet, zum Beispiel bei Raumgliederungssystemen oder Managementprogrammen. Weiters verarbeitet Bene Aluminium in Form von Druckgussteilen, beispielsweise beim Fußausleger der verschiedenen Tischsysteme.

Tischgestelle sowie Grundgerüste der Raumgliederungssysteme werden vor allem aus Stahl42 gefertigt. Auch viele Befestigungsmaterialien wie Schrauben, Stifte oder Muttern bestehen aus Stahl. Für Topfbänder, Schlösser und Scharniere kommt in der Regel Zinkdruckguss zum Einsatz.

Viele Metallbauteile (zum Beispiel Profile, Bleche) werden pulverbeschichtet, da es gilt verschiedene Farben und Oberflächeneffekte zu erhalten. Seit dem Jahr 2022 ist bei Bene eine eigene Pulverbeschichtungsanlage im Einsatz. Somit ist es möglich kurzfristig und flexibel auf Kundinnen- und Kundenwünsche zu reagieren. Der Großteil der Bauteile wird allerdings in fertig behandelter Form zugekauft. Die Beschichtungen entsprechen den Anforderungen der bei uns geltenden Standards. Belegt wird dies durch die Sicherheitsdatenblätter der unterschiedlichen Pulver wie auch durch Schadstoffprüfungen der fertigen Produkte.

Wird bei Aluminium Neumaterial verwendet, so kommt Aluminium zum Einsatz, bei dem in der Herstellung nur 25 % so viele Treibhausgase emittiert werden als im globalen Durchschnitt (maximal 4 kg CO2 pro kg Aluminium). Der verminderte CO2-Fußbadruck lässt sich auf den Einsatz von erneuerbaren Energien in der Herstellung zurückführen.

3.1.1.4.

BAUTEILE AUS GLAS

Bene verwendet Gläser des Typs ESG43 und VSG44 bei Raumgliederungssystemen, Tischplatten und Möbeltüren. Vereinzelt kommen noch Floatgläser in Form von Spiegeln und Satinatogläsern zur Anwendung.

40 Diese Stoffe werden durch die Verwandlung von Polyethylenterephthalat (PET) aus Schnipseln recycelter Plastikflaschen hergestellt, die die gleichen chemischen Verbindungen wie Polyester aufweisen.

41 Aluminium ist aufgrund seiner Leichtgewichtigkeit, der Oberflächenbeschaffenheit, der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten und der hohen Recyclingfähigkeit ein wichtiger Werkstoff bei Bene.

42 Stahl ist aufgrund seiner Festigkeit und Beständigkeit der wichtigste Konstruktionsstoff in nahezu allen Bereichen der Technik. Alle Metallbauteile können sortenrein getrennt werden und sind voll recyclingfähig.

43 Einscheiben-Sicherheitsglas.

44 Verbundsicherheitsglas; dies ist eine spezielle Form von Verbundglas. Es besteht aus mindestens zwei Glasscheiben und einer Zwischenschicht, meist aus reißfester Polyvinylbutyralfolie.

3.1.1.5. BAUTEILE AUS KUNSTSTOFF

Eine moderne Produktgestaltung kann auf den Einsatz von Kunststoffen kaum verzichten. Bene verwendet möglichst sortenreine und widerstandsfähige Kunststoffe, die unter anderem als Kunststoffprofile in vielen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel für Kanten, Lauf-, Dichtungssowie Griffprofile, Rollläden oder Kunststoffspritzgussteile als Abdeckkappen oder in Form von Plexiglas. Es erfolgt ein systematischer Umstieg auf recycelte Kunststoffe. Im Jahr 2024 wurde das Material der Stellfüße auf Recyclingmaterial umgestellt und 2025 wird eine sukzessive Umstellung des Kantenmaterials von Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS) auf Polypropylen (PP) erfolgen, da somit der CO2-Fußabdruck halbiert werden kann.

Als Ersatz für Polyvinylchlorid (PVC) verwendet Bene vorwiegend Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS). Des Weiteren werden auch andere Kunststoffe verwendet, etwa Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polyamid (PA), Polyethylen (PE), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC) und Gummi (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, kurz EPDM). PVC wird als Kunstleder eingesetzt. Auch PUR-Schaumstoffe mit unterschiedlichen Raumgewichten werden als Schnittschaum für Polstermöbel oder Akustikelemente eingesetzt.

Um eine eindeutige Identifizierung der Kunststoffteile durch einen Recyclingbetrieb und somit ein sortenreines Recycling zu ermöglichen, kennzeichnet Bene alle in seinen Produkten verwendeten Kunststoffteile mit einer Masse von über 50g gemäß EN ISO 11469 und EN ISO 1043 (siehe Teile 1 bis 4). Die betreffende Beschriftung ist in jedem Fall mindestens 2,5 mm hoch. Diese Kennzeichnung erfolgt in der Regel auf nicht sichtbaren Flächen und – sofern technisch möglich –auch auf leichteren Teilen. Die eingesetzten Kunststoffe entsprechen hinsichtlich chemischer, physikalischer und mikrobiologischer Anforderungen der Norm AfPS GS 2014:01.

3.1.1.6. COMPACTPLATTEN

Compactplatten45 werden entsprechend EN 438-1 roh oder mit einer dekorierenden Melaminharzdeckschicht gehandelt. Sie bestehen vor allem aus Papierblättern, getränkt mit aushärtenden Kunstharzen, wobei der Papieranteil mehr als 60 Gewichtsprozent ausmacht. Die übrigen 30 bis 40 Gewichtsprozent bestehen aus Phenolformaldehydharz für den Kern und Melaminformaldehydharz für die dekorative Deckschicht. Beide Harze gehören zu den Duroplasten. Sie sind irreversibel chemisch vernetzt und bilden einen stabilen Werkstoff. Der Einsatz von Compactplatten in der Produktion wird unter anderem aufgrund der NichtRecycelbarkeit sukzessive reduziert.

Compactplatten werden bei Bene überwiegend als Arbeitsflächen für Tische verwendet und für die Outdoor-Nutzung. Für Managementprogramme werden geschliffene Compactplatten mit Echtholzfurnieren beschichtet und lackiert.

3.1.2. RECYCLINGANTEILE

Bene ist bestrebt, den Recyclinganteil der verwendeten Materialien kontinuierlich zu erhöhen und die Datenqualität zu diesen Anteilen im Rohstoff zu verbessern.

45 Hochdruck-Schichtstoffpressplatten (HPL).

Recyclingmaterialanteil:

Roh- und Melaminspanplatten

MDF-Platten

Weichfaserplatten

Sperrholzplatten

Aluminiumbauteile

Stahlbauteile

Kunststoffbauteile

Glasbauteile

Bezugsstoffe

50–100%

0–80%

50–100%

0%

50–100%

0–50%

0–100%

40–85%

0–100%

Der Recyclingmaterialanteil der eingesetzten Rohmaterialien variiert je nach Berechnungsmethode, Bauteil und Hersteller bzw. Zulieferer46. Produkte von Bene sind zum größten Teil sortenrein trennbar und in ihre Ausgangsmaterialien zerlegbar und können zur Gänze recycelt oder thermisch verwertet werden

Über 90% aller im Bene Werk anfallenden Reststoffe werden recycelt. Am Beispiel des Arbeitstischs LEVEL LIFT TWIN47 sei hier exemplarisch die Zusammensetzung von Bene Produkten veranschaulicht:

Recyclinganteile Arbeitstisch LEVEL LIFT TWIN

Neumaterial

Materialanteile/Zusammensetzung Arbeitstisch LEVEL LIFT TWIN Stahl (Stahlbleche, Stahlprofile)

Kunststoff (PA, PP, ABS, EPDM)

(Melaminspanplatte)

Schon im Zuge der Konstruktion wurde auf die Rezyklierbarkeit geachtet: Der Tisch ist sortenrein in seine Ausgangsmaterialien zerlegbar. Diese können in der Folge wiederverwendet werden.

3.1.3. STROMVERBRAUCH VON BENE PRODUKTEN

Bei den unterschiedlichen Sitz-Steh-Tischen, sogenannte Lift-Desks, kommt es während der Nutzung zu einem Stromverbrauch. Es handelt sich dabei um eine Schreib- und Arbeitsfläche, die je nach Bedarf gehoben und gesenkt werden kann. Dies ermöglicht ergonomisches Arbeiten im Büro, wobei der Nutzer die Büroarbeit sitzend oder stehend verrichten kann.

Das Heben und Senken der Schreib- und Arbeitsfläche läuft über einen kleinen Elektromotor. Der Stand-by-Stromverbrauch liegt in etwa bei 0,9 kWh/Jahr.

Für einmal vollständiges Heben und Senken werden bei 20 kg Last auf der Tischfläche (Bildschirm, Computer etc.) je nach Modell zwischen 1,0 und 1,4 Wattstunden verbraucht. Unter der Annahme, dass durchschnittlich einmal am Tag die Fläche vollständig gehoben und gesenkt wird, beträgt der Stromverbrauch eines LEVEL-LIFT-Tischs bei 220 Arbeitstagen rund 1,2 kWh pro Jahr. Circa 74% davon entfallen auf den Stand-by-Betrieb.

46 Daten laut Deklarationen der Hersteller bzw. Zulieferer.

47 Produktbeispiel: Arbeitstisch LEVEL LIFT TWIN, rechteckig, T-Fuß 3-teilig, 2.000 x 1.705 mm, zentrale schwenkbare Kabelwanne, Spanplatte 19 mm.

Die verschiedenen Handschalter der Tische verursachen folgende Stromverbräuche im StandbyModus:

Produkt

Verfügbare Handschalter für die LEVEL LIFT Tische Light Basic (Bluetooth, Speicher) Pro (Bluetooth, Speicher, Display)

Standby in kWh/Jahr 0 3,1

3.1.4. ERGONOMISCHE PRODUKTE

Die Ergonomie ist die Wissenschaft, die sich mit den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des arbeitenden Menschen wie auch mit den idealen wechselseitigen physischen Anpassungen des Menschen und seiner Arbeitsbedingungen befasst. Zentrales Ziel der Ergonomie ist die Schaffung geeigneter Bedingungen für die Arbeit des Menschen und die Nutzung technischer Einrichtungen und Werkzeuge. Dass regelmäßiges Aufstehen gut für die Gesundheit ist und dass Bewegung die Kreativität fördert, ist bekannt.

Produkte von Bene sind nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet. Sie erleichtern die tägliche Arbeit, berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse und körperlichen Maße der Nutzer:innen und geben optimalen Bewegungsspielraum.

Sustainable Development Goal Nr. 3

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung des Unterziels 3.8 (Allgemeine Gesundheitsversorgung) bei.

3.1.5. PRODUKTEMISSIONEN

Die Emissionen der Bene Möbel haben entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Luft im Innenraum und somit auf die Gesundheit der Nutzer. Bene arbeitet kontinuierlich an Produktionsverfahren, die zu einer weiteren Senkung der Produktemissionen führen. So kommen in der Oberflächenveredlung ausschließlich wasserbasierende Lacke und Beizen zum Einsatz.

Eine geringe Menge an lösemittelhaltigen Lacken wird in Form von Spraylacken, Ausbesserungsmaterialien oder auch Speziallacken für die Instandhaltung verwendet. Sie weisen einen durchschnittlichen VOC-Anteil48 von über 50% auf. Neben den VOC-Emissionen aus der Oberflächenveredelung stehen auch die Formaldehyde aus dem Produktionsprozess der Holzwerkstoffe (zum Beispiel Spanplatten) im Fokus.49 Im Rahmen der Produktion beim Plattenhersteller werden den Holzwerkstoffen 8 bis 10% UF-Leim (bestehend aus Harnstoff-Formaldehydharz) als Klebstoff beigemischt. Bei diesen Leimen wurde der Formaldehydanteil so weit wie technisch möglich reduziert. Alternative, technisch ausgereifte formaldehydfreie Leime wie das begrenzt verfügbare polymere Diphenylmethandiisocyanat (PMDI) erfordern in der Verarbeitung einen hohen Aufwand für die Arbeitssicherheit, da sie Isocyanate50 enthalten, womit das Problem in die Produktion der Plattenhersteller und zu deren Mitarbeitern verlagert wird. Im fertigen Produkt gasen unter Verwendung dieses Leimes keine Formaldehyd-Emissionen aus.

48 VOC steht für „Volatile Organic Compounds“, also flüchtige organische Verbindungen. Es ist eine Sammelbezeichnung für organische, also kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht verdampfen (flüchtig sind) bzw. schon bei niedrigen Temperaturen (z.B. Raumtemperatur) als Gas vorliegen.

49 Formaldehyd kommt auch natürlich in Holz vor – mit einer Ausgleichskonzentration von unter 0,01 ppm (parts per million).

50 Isocyanate sind giftig und schädigen durch eine Reaktion mit NH2- und OH-Gruppen die Membranen menschlicher Zellen. Bei Aufnahme durch Inhalation isocyanathaltiger Dämpfe kommt es zu Reizerscheinungen an Haut und Schleimhaut (z. B. Dermatitis). Im Auge können Hornhautschädigungen verursacht werden.

Bene verarbeitet nur Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E1 oder besser. Die Einstufung E1 bedeutet, dass diese Platten gemäß EN 13986 („Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen –Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung“) der E1-Klasse für Formaldehydabgabe zugeordnet sind. Derzeit ist die Umstellung von E1 auf E0,5 europaweit im Gange, ausgehend von Deutschland. Bene hat bereits alle Rohplatten des eigenen Sortiments auf die E0,5-Qualität umgestellt.

3.1.6. REACH (REGISTRATION, EVALUATION, AUTHORISATION OF CHEMICALS)

Seit Juni 2007 ist die EU-Verordnung EG 1907/2006 (REACH-VO) in Kraft. REACH steht für „Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals“ – also Erfassung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien – und regelt den Umgang mit chemischen Stoffen, unabhängig davon, ob sie gefährliche Eigenschaften aufweisen oder nicht. Aus dieser Verordnung ergeben sich für die Beteiligten in der Lieferkette unterschiedliche Verpflichtungen.

Die Bene GmbH ist kein Hersteller, Importeur oder Händler von chemischen Stoffen, sondern im Sinne der REACH-VO ein nachgeschalteter Anwender. Als solcher müssen wir die von den Lieferanten erhaltenen Sicherheitsdatenblätter für mindestens zehn Jahre aufbewahren und die darin empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen. Die an die Bene GmbH gelieferten chemischen Stoffe (beispielsweise Wasserlacke) werden vom jeweiligen Lieferanten der Vorlieferkette registriert. Daher sind auch von unseren Kunden keine Maßnahmen zu ergreifen.

3.1.7. PRODUKTINNOVATION UND DESIGN

Vom Pflichtenheft bis zur Serienreife fließen immer ökologische Anforderungen in den Entwicklungsprozess ein. Dazu gehören die Auswahl umweltverträglicher Materialien wie zum Beispiel CoC-zertifizierter Hölzer aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, die Verwendung von Recyclingwerkstoffen oder der verstärkte Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Um eine hohe Recyclingfähigkeit unserer Produkte zu garantieren, verzichten wir so weit wie möglich auf Verbundmaterialien und entwickeln zerlegbare Möbel.

Materialkennzeichnung, Reparierbarkeit und eine lange Lebensdauer der eingesetzten Komponenten sind ebenfalls wichtige Anforderungen an das Produktdesign. Aber auch die Zerlegund Rezyklierbarkeit nach Lebensende der Produkte sind wichtige Kriterien. Bei der Entwicklung von neuen Produkten werden die „10 R“ der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie berücksichtigt.

Intelligente Herstellung und Nutzung

1. Refuse = ablehnen

Definition: gar nicht erst kaufen bzw. nutzen. Notwendigkeit infrage stellen. Wir haben uns entschieden, bestimmte Rohstoffe, Produkte oder Prozesse abzulehnen oder zumindest zu reduzieren, wenn diese nicht nachhaltig sind. Wir gestalten Produkte und Prozesse von Anfang an so, dass der Einsatz nicht nachhaltiger Materialien so stark reduziert wird wie möglich.

2. Rethink = überdenken

Definition: „Think outside the box“. Gibt es andere, nachhaltigere Wege als die bestehenden?

Zirkuläres Produktdesign steht im Mittelpunkt aller Neuentwicklungen. Wir hinterfragen konventionelle Muster und denken Produkte von Grund auf neu. Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Austauschbarkeit von Komponenten und nachhaltige Materialien stehen im Mittelpunkt der Produktentwicklung. Wir haben zum Beispiel im Hinblick auf den Materialeinsatz messbare Ziele gesetzt, um die Verwendung von Recyclingmaterial zu steigern und die Recycelbarkeit von Materialien zu erhalten.

3. Reduce = reduzieren

Definition: Ressourcenverbrauch reduzieren. Bewusster und weniger konsumieren.

Effizienter und reduzierter Materialeinsatz werden forciert. Die Planungen mit Kund:innen orientieren sich an ihren tatsächlichen Bedürfnissen, an ihrem maximalen Nutzen und an unserem Know-how für einen optimalen Arbeitsplatz – und nicht an den maximal zu verkaufenden Produktgrößen und -zahlen.

Lebensdauer verlängern

Qualität war schon immer ein wichtiges Kriterium bei Bene. Unsere Produkte entsprechen unseren hohen Qualitätsansprüchen. Um die Lebensdauer darüber hinaus zu verlängern, können beschädigte Komponenten getauscht oder auch Farbupdates vorgenommen werden.

4. Reuse = wiederverwenden

Definition: Funktionsfähige Produkte weiterhin verwenden. In Planungen berücksichtigen wir bestehendes Mobiliar der Kund:innen. Bei einem Großteil des Bestandsmobiliars ist ein Refurbishment (siehe Punkt sechs) möglich. So können nicht nur Beschädigungen beseitigt, sondern auch neue Designimpulse gesetzt werden, unter anderem in Bezug auf die Farbe. Alle Neuentwicklungen bei Bene zielen darauf ab, dass die Kund:innen selbst vor Ort die Komponenten tauschen können. Gebrauchte Bene-Möbel werden von den Kund:innen über verschiedene Gebrauchtwaren-Plattformen gehandelt.

5. Repair = reparieren

Definition: Produkte durch Reparatur wieder instandsetzen und weiterverwenden. Alle neuen Produkte werden so entwickelt, dass sie von den Nutzer:innen selbst oder von Fachpersonal vor Ort repariert werden können.

6. Refurbish = verbessern

Definition: Veraltete Produkte auf den neuesten Stand bringen und so wieder nutzbar machen. Dank der Verfügbarkeit von Komponenten können Kund:innen eigenständig Austauscharbeiten durchführen und ihre Bene-Produkte auch im Hinblick auf zeitgemäßes Design auf den neuesten Stand bringen. Man denke etwa an den Tausch des Rückenteils eines Bürostuhls oder an den Griff zu einem Stoff mit anderer Materialität und Farbe.

7. Remanufacture = wiederaufbereiten

Definition: Teile alter Produkte nutzen, um damit (wieder) neue Produkte mit gleicher Funktion herzustellen. Bene ist weltweit tätig, wobei Österreich der Hauptmarkt ist. Konzepte für eine marktgerechte Möglichkeit, Möbel wiederaufzubereiten, werden gerade erarbeitet.

8. Repurpose = anders weiternutzen

Definition: Alte Produkte in einer Weise weiterverwenden, bei der sie eine andere Funktion erfüllen (Material in seinem ursprünglichen Zustand wiederverwenden, aber für einen anderen Zweck). Diese Option liegt in der Hand der Kund:innen, indem sie die Produkte für einen anderen Zweck einsetzen.

Wiederverwerten von Materialien

9. Recycle = aufbereiten

Definition: Materialien recyceln, als Sekundärrohstoff im Kreislauf halten und in ein neues Produkt integrieren. Es wird darauf geachtet, Material einzusetzen, das leicht sortenrein getrennt und recycelt werden kann. Vor allem sollen es Materialien sein, die in einem tatsächlichen Kreislauf gehalten werden können, ohne dass es zu raschem Downcycling kommt.

10. Recover = thermisch verwerten

Definition: Ist kein Recycling mehr möglich, Materialien schlussendlich verbrennen und die entstehende Energie nutzen. Die Heizenergie für das Produktionswerk in Waidhofen an der Ybbs wird durch die thermische Verwertung von Materialresten gewonnen (es fallen unweigerlich Sägeabfälle beim Plattenzuschnitt an).

3.1.7.1.

RESEARCH

Ständige Weiterentwicklung und Optimierung sind bei Bene Teil der Unternehmenskultur. Die Entwicklung von Know-how ist Treiber des Unternehmens. Know-how schafft die Voraussetzung für organisches Wachstum und ist gleichzeitig Grundlage für den Markterfolg. Fragen nach den Trends und Entwicklungstendenzen der Arbeitswelt von morgen werden bei Bene bereichsübergreifend gestellt sowie analysiert und fließen in unsere tägliche Arbeit ein.

Vor allem die Verantwortlichen der Bereiche Innovation und Design, Marketing, Produktmanagement, Technik und Vertrieb beobachten die Entwicklungen des Marktes kontinuierlich. Dazu gehören neben den Veränderungen der Art und Weise, wie wir arbeiten, und der Anpassung von Prozessen im Unternehmen auch die Weiterentwicklung von Büroarchitektur, -konzepten und -einrichtung sowie die Digitalisierung von Gebäuden und Arbeitswelten, ebenso wie der Wandel der Unternehmenskultur und alle weiteren Umfeldbedingungen, die den Wandel der Arbeitswelt beeinflussen.

In diesem Zusammenhang ist es uns ein besonderes Anliegen, neu erworbenes Wissen nicht nur an Kund:innen und Partner:innen, sondern ganz gezielt auch an alle Mitarbeiter:innen weiterzugeben.

THE FUTURE OF WORK

Im ersten Bene Report „The Future of Work“, veröffentlicht im Jahr 2018, fand eine intensive Auseinandersetzung mit den wichtigen, in der Wirtschaft intensiv diskutierten Themen Leadership, Digitalisierung, Sinn und Zweck der Arbeit wie auch Kollaboration statt. Was bedeuten diese Schlagworte konkret für die Arbeitswelt von morgen? Wie gehen wir mit den Herausforderungen der Digitalisierung um, was verändert sie in unserer Führungskultur? Und wie werden wir in 5, 10, 20 und 30 Jahren arbeiten? Dazu haben wir neben rund 25 Interviews mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft drei Round-Table-Diskussionen (in Berlin, London und Wien) mit Fachleuten aus vielen Teilen der Welt geführt.

Der zweite Teil, „Challenge the Future of Work“, ergänzt seit 2020 die erste Ausgabe. Dieses Mal ging es nicht um eine qualitative, sondern um eine quantitative Befragung mit über 1.200 Teilnehmer:innen – von Europa über die Vereinigten Arabischen Emirate und Asien bis nach Australien. Auch im zweiten Teil haben wir uns wieder mit den Themen Digitalisierung, Führungskultur, Sinn und Zweck der Arbeit wie auch Zusammenarbeit auseinandergesetzt und nicht nur die Zukunft, sondern auch den aktuellen Stand in Unternehmen beleuchtet. Ergänzt wurde der Report durch „Talks to the Future of Work“. Hierzu haben wir junge Menschen eingeladen, in Wien, Dubai und London mit uns die Zukunft der Arbeit zu diskutieren.

3.1.7.2. PRODUKTINNOVATIONEN

Besonders wichtig ist uns die enge Zusammenarbeit mit externen Expert:innen, nationalen und internationalen Innovationsnetzwerken und verschiedenen Designbüros. Die externe Sicht ergänzt den Ideenpool, der die Zukunft von Bene als innovatives Unternehmen sicherstellt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht.

Neuheiten in den Jahren 2023 und 2024

POINTS

Mit dem modularen Raumsystem POINTS beweist Bene, dass Nachhaltigkeit und Design keineswegs Gegensätze sein müssen. POINTS schafft strukturierte Zonen für Kommunikation, Rückzug und Zusammenarbeit und ist dabei so flexibel wie die Arbeitswelt selbst. Das Besondere: Die einzelnen Komponenten lassen sich beliebig kombinieren, austauschen oder erweitern – ganz ohne Eingriffe in die Bausubstanz. Dank der Verwendung sortenreiner Materialien und der

Möglichkeit zur Demontage ist POINTS fast zur Gänze kreislauffähig. Anstatt bestehende Räume durch aufwendigen Innenausbau zu verändern, setzt POINTS auf ein adaptives System, das mit den Bedürfnissen wächst oder sich bei Bedarf mühelos in neuen Räumen wieder aufbauen lässt. So entsteht eine Arbeitsumgebung, die sich nicht nur an Menschen, sondern auch an die Umwelt anpasst.

EQUO

Der Drehstuhl EQUO verfolgt die Idee der Kreislaufwirtschaft bis ins kleinste Detail. Das Design von Simon Schoßböck ist nicht nur ergonomisch und ästhetisch durchdacht, sondern auch radikal nachhaltig. Die modular aufgebaute Sitzlösung erlaubt es Nutzer:innen, stark beanspruchte Komponenten wie Netzrücken oder Sitzbezug selbstständig und werkzeuglos zu ersetzen, und das jederzeit, vor Ort und ohne fachliche Hilfe. Diese Reparier- und Austauschbarkeit verlängert die Lebensdauer des Produkts erheblich. Zugleich wird unnötiger Materialverbrauch vermieden. Die Materialien stammen aus Europa und sind bis zur letzten Schraube rückverfolgbar, kurze Lieferwege inklusive. Mit EQUO wird greifbar, wie sich Produktverantwortung, Nutzerbedürfnisse und Umweltbewusstsein zu einem zukunftsfähigen Konzept verbinden lassen.

NOOVO

Mit NOOVO interpretiert Bene den klassischen Kaffeehausstuhl neu und macht ihn direkt fit für das „zirkuläre Zeitalter“. Gefertigt aus 100%ig recyceltem Polypropylen, verzichtet NOOVO konsequent auf Zusatzstoffe wie Glasfasern, was eine sortenreine Wiederverwertung ermöglicht. Jede Sitzfläche ist austauschbar. Einige der Optionen: gepolstert, Holz und traditionelles Wiener Geflecht. NOOVO zeigt, wie nachhaltiges Produktdesign funktionieren kann: langlebig und modular, dabei ästhetisch überzeugend. Die konsequente Materialwahl, die Produktion in Europa und das durchdachte Design wurden 2025 mit dem iF DESIGN AWARD ausgezeichnet. Ein Möbelstück, das nicht nur gut aussieht, sondern auch Haltung zeigt.

3.2.SUPPLY-CHAIN (LIEFERANTEN) - EINKAUFSPOLITIK

In unseren Zusammenarbeitsvereinbarungen mit Lieferanten ist festgehalten, dass wir gemeinsam nachhaltige und ressourcenschonende Produkte und Herstellungsprozesse anstreben. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Zertifizierungen wie PEFC, ISO 38200, ISO 9001, ISO 14001, EMAS oder vergleichbaren Standards. 2024 wurde die Einkaufspolitik überarbeitet. Über die zehn Prinzipien des UN Global Compact, die Arbeitsstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und den ILO-Kodex für Verhaltensregeln zur Gesundheit und Sicherheit hinaus wird darin nun auch auf die Sustainable Development Goals (SDGs) Bezug genommen. Bei LieferantenAudits vor Ort wird kontrolliert, ob alle Standards eingehalten werden. Unsere Einkaufspolitik gilt für die gesamte Lieferkette. Wir erwarten von unseren Lieferant:innen , dass sie sich an diese Politik halten und auch von den Lieferant:innen ihrer eigenen Beschaffungskette verlangen, diesen Vorgaben zu folgen. Benes Zulieferer51 sind integraler Bestandteil des Erfolgs von Bene. Jeden Tag treffen sie Entscheidungen, die beeinflussen, inwieweit Bene seinen Kund:innen qualitativ hochwertige Produkte zu einem marktkonformen Preis termingerecht liefern kann. Wir setzen voraus, dass sich unsere Zulieferer an die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften des jeweiligen Herkunftslandes sowie die Internationale Menschenrechtscharta halten. Darüber hinaus dienen folgende Kodizes als Grundlage für diese Politik:

51 Zulieferer sind Lieferanten oder Dienstleistungserbringer und Auftragnehmer jeglicher Art.

• die „zehn Prinzipien“ des UN Global Compact52

• Arbeitsstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)53

• Kodex der ILO für Verhaltensregeln zu Gesundheit und Sicherheit

• Sustainable Development Goals (SDGs)

3.2.1.

REGIONALITÄT

Mit seinem Produktionsstandort in Österreich liegt Bene im Herzen des europäischen Kontinents. Bene ist daher mit vielen europäischen Lieferant:innen vernetzt. Es sind viele Lieferant:innen im Umfeld des Werks anzutreffen, wodurch wichtige regionale Wirtschaftsimpulse gesetzt werden. Gemessen am Einkaufsvolumen in €, befinden sich etwa 95 % aller Lieferant:innen in einem Umkreis von 500 km.

Zudem nutzt Bene damit ganz bewusst die Möglichkeit, Transportenergie zu sparen. Bezogen auf das 2024 von Bene eingekaufte Gewicht, belegt Österreich als Lieferland mit 79,8 % ganz klar den ersten Platz. Auf Platz zwei liegt unser Nachbarland Deutschland mit 12,8 %. Das summiert sich auf 92,6 %. Es handelt sich in diesen Fällen um unsere direkten Lieferanten. Dies können auch Importeure sein, die Rohstoffe aus weiteren Ländern einführen oder weiterverarbeiten. Vom Beschaffungsteam werden die dahinter liegenden Lieferwege im Hinblick auf die Rohmaterialien in Zusammenarbeit mit den Lieferanten analysiert und kontrolliert. Der klare Fokus liegt auf der möglichst regionalen Versorgung mit Rohstoffen.

3.2.2. ÖKOSOZIALE MINDESTANFORDERUNGEN54

Nahezu alle Waren von Bene stammen aus Europa, wo die Einhaltung der Menschenrechte streng gesetzlich reglementiert ist. Wir gehen daher davon aus, dass wir dank strikter staatlicher Kontrollen in diesem Rechtsraum kein Risiko von Kinder- oder Zwangsarbeit in Betracht ziehen müssen. Grundlegende Arbeitsrechte sind gewährleistet. Darüber hinaus werden Lieferant:innen auch danach bewertet, ob sie über Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme verfügen. Bewerber:innen, die auf ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem verweisen können, werden bevorzugt.

Im Rahmen von Lieferantenaudits werden immer wieder verschiedene Lieferant:innen überprüft. Daraus ergeben sich Verbesserungspotenziale, die zur Erstellung konkreter Maßnahmenpläne führen. Diese werden in Kooperation mit den Lieferant:innen abgearbeitet. Die Lieferantenaudits werden jährlich geplant. Der Auditplan wird über Sharepoint allen Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Im Auditplan werden Auditziele und Auditschwerpunkte festgelegt. Neben den Lieferanten, Auditthemen und Auditoren kann ebenso der Status eingesehen werden.

3.2.3. OEM-LIEFERANTEN

Viele Produkte aus der PARCS-, Docklands- und PORTS-Familie von Bene sowie ein Großteil der Stühle werden nicht in Waidhofen produziert, sondern von OEM-Lieferant:innen (=Original Equipment Manufacturer). Diese befinden sich in Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowenien oder Polen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sicherzustellen – wie auch bei jenen aus Waidhofen –, werden diese Lieferant:innen regelmäßig überprüft bzw. auditiert.

3.2.4. MATERIALINPUTMENGEN

Die folgenden Tabellen und Grafiken stellen die Materialinputmengen am Standort Waidhofen dar. Rohstoffe für die Produkte unserer OEM- und Handelswaren sind nicht Bestandteil dieser Auswertung.

52 http://www.unglobalcompact.at oder http://www.unglobalcompact.com

53 http://www.ilo.org/global/lang en/index.htm

54 Bene Einkaufsbedingungen: https://bene.com/de/bene/ueber-bene/einkauf

Materialinputstruktur Großmengen in t

Materialinputstruktur restliche Stoffe (in der oberen Tabelle zusammengefasst unter SONSTIGES) in t

In der folgenden Übersicht werden die hauptsächlich eingesetzten Materialien mit ihrem carbon footprint verglichen (in Blau ihr eingesetztes Gewicht, in Orange der CO2e-Fußabdruck, der im Zuge der Produktion des Materials entsteht):

Eingesetztes Gewicht [t] Emissionen Herstellung [t CO2e]

3.3.PRODUKTION

Direkt an das Bürohaus in Waidhofen an der Ybbs schließen sich die Produktionshallen von Bene an. Hier wird ein Großteil des Produktportfolios gefertigt, und von hier wird in die ganze Welt geliefert.

55 Betonteile werden als Gegengewicht bei Ladencontainern und -schränken verwendet.

Mit einem integrierten Auftragsabwicklungssystem mit durchgängigen Daten vom Auftrag bis zur Maschine und konsequenter Just-in-time- und Just-in-sequence-Fertigung verfügt Bene über eine der modernsten und effizientesten Produktionsstätten der Büromöbelindustrie in Europa. Im Einund Zweischichtbetrieb werden neben der hochautomatisierten, maschinellen Fertigung in der Bene Manufaktur auch Möbel in höchster Handwerksqualität gefertigt. So sorgt die Abteilung für die Herstellung kompletter und kundenindividueller Büroausstattungen.

Um Bearbeitungszeiten und Wege möglichst gering zu halten, ist der Produktionsfluss im Waidhofener Werk so aufgebaut, dass jedes Werkstück stets in Richtung Verladung transportiert wird. Die einzelnen Arbeitsbereiche und Maschinen arbeiten dabei autonom und flexibel. Alle Bauteile oder Möbel sind mit einem genauen Fertigungstermin versehen und werden so produziert, dass sie für einen Kundenauftrag aus unterschiedlichen Produktionslinien gleichzeitig in der Verladung ankommen. Selbstverständlich gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kennzeichnung mit der finalen Plan- oder Aufstellposition – ein unschätzbarer Vorteil sowohl in der Projektplanung als auch in der späteren Außenmontage beim Kunden.

Mit seiner schlanken Produktion kann Bene die Durchlaufzeiten gering halten. So beträgt sie zum Beispiel für Melaminteile durchschnittlich drei bis vier Tage und für furnierte Oberflächen sieben. Insgesamt fertigt Bene täglich rund 250 bis 300 Tische, 200 Schränke oder 100 Container.

Gemäß dem Bereichsmotto „SEK²“ (schnell, einfach, kundenorientiert und kostenbewusst) konnte die Produktion in den vergangenen Jahren kontinuierlich die Produktivität steigern. Durch die Splittung der Produktion in Mainstream und Manufaktur kann Bene heute sowohl Großprojekte als auch Kunden mit Individualanforderungen bestens bedienen.

In der Produktion erfolgt seit 2004 auf der Basis des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) eine ständige Weiterentwicklung und Optimierung der Produktionsprozesse und der Unternehmensleistung. Die im Team erarbeiteten Verbesserungsvorschläge werden nach Freigabe durch die Führungskraft eigenverantwortlich im Team oder durch die Fachabteilung umgesetzt. Eingereichte, freigegebene und wirksam umgesetzte Verbesserungsvorschläge werden seitens des Unternehmens in Form von Gutscheinen oder ausbezahlten Prämien honoriert.

Im Berichtszeitraum 2023 bis 2024 wurde in eine neue Bohranlage, eine automatische Sortieranlage, ein führerloses Transportsystem, eine Kartonagenmaschine und einen Kompressor für die Druckluftanlage investiert.

Am einzigen Produktionsstandort Waidhofen finden folgende Produktionsprozesse statt:

Materialannahme Anliefern der Roh- und Zukaufmaterialien (z.B. Plattenwerkstoffe, Massivholz, Profile und Gestellteile).

Zuschneiden

Zuschneiden des Massivholzes, der Melamin- und Rohspanplatten sowie der Metall- und Kunststoffprofile. Der Großteil der eingesetzten Metallteile wird im mechanisch fertig bearbeiteten und beschichteten Zustand zugekauft. Aluminium- und Stahlprofile werden spanabhebend bearbeitet.

Furnieren Furnierblätter werden ausgewählt, zusammengesetzt und mit Rohspanplatten verklebt.

Bearbeiten der Kanten Die geschnittenen Platten werden mit Holz- oder Kunststoffkanten versehen.

Schleifen Furnierte Platten werden vor der Lackierung geschliffen.

Bohren/Fräsen Hier erhalten die Platten ihre endgültige Form und Größe (z.B. Rundungen, Ausschnitte). Zudem werden Löcher für Verbindungen und

Lackieren

Beschläge gebohrt.

Veredeln der Oberfläche durch Auftragen von Beizen und Lacken. Bene verwendet für diese Oberflächenveredelung nahezu ausschließlich wasserbasierende Lacke und Beizen (über 98%). Zusätzlich werden bei Sonderaufträgen Pulverbeschichtungen durchgeführt.

Tapezieren Überziehen von pinnfähigen und akustisch wirksamen Materialien mit unterschiedlichen Stoffen.

Bereitstellen derTeile Zusammenstellen der einzelnen Möbelteile in Transportwägen für die nächsten Arbeitsschritte.

Montieren Zusammenbauen, Endkontrollieren und Verpacken der Möbel.

Verpacken/Verladen Zusammenführen der Möbel aus den einzelnen Segmenten je Kundenauftrag. Anschließendes Verladen in Lieferreihenfolge. Je nach Anforderung liefert Bene dann per Schiff, Lkw-Spedition oder über den eigenen Fuhrpark.

Als produzierendes Unternehmen in der Möbelbranche verantworten wir Auswirkungen auf die Umwelt. Als wesentlich haben wir hier neben Energieverbrauch und Emissionen die folgenden Bereiche identifiziert:

• Zuschneiden

• Lackieren

• Produktverpackung

3.3.1. ENERGIEVERBRAUCH

Nach den Umweltauswirkungen der eingekauften Materialien ist bei Bene der Verbrauch von Energieträgern ein wesentlicher Faktor in der betrieblichen Ökobilanz.

Energieverbrauch in GWh

Waidhofen (eigene Produktion

3.3.1.1.

ELEKTRIZITÄT

Die Verbrauchsmenge an Strom und dessen Zusammensetzung haben Einfluss auf die betriebliche Ökobilanz. 2016 lag der Verbrauch noch bei rund 7 GWh (= 7 Mio. kWh) und hat sich in den letzten Jahren bei etwa 5,5 GWh eingependelt. Bestand der Strommix 2016 noch zu rund 50% aus erneuerbaren Energien (unter anderem 35% Wasserkraft) und 50% fossilen (Erdgas), so wird seit 2020 einzig Strom aus erneuerbaren Quellen zugekauft (100% europäische Wasserkraft). Im Jahr 2023 werden die ersten Photovoltaik-Module am Dach des Firmengebäudes in Betrieb genommen und so direkt am Standort Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Seit 2024 ist das Projekt der Photovoltaik-Installation abgeschlossen und somit gesamt 3,1 MWp an

Leistung auf dem Dach des Büros und der Produktionshalle. Im Jahr 2024 wurden in etwa 12 % des erzeugten Stroms ins Netz eingespeist (=194.900 kWh).

Stromverbrauch im Vergleich zu Emissionen

Neben dem Stromverbrauch am Standort Waidhofen wird auch in den österreichischen und deutschen Filialen (Verkaufsniederlassungen) sowie den Servicecentern Strom verbraucht. Eine vollständige Auflistung der Verbräuche liegt nicht vor und wird für die nächste Berichtsperiode angestrebt.

Um Strom bei der Beleuchtung einzusparen, wurde diese im Großteil der Produktion auf neue LED-Technologie umgestellt. Der Tageslichtmesskopf der vollautomatischen Lichtsteuerungsanlage erfasst die aktuellen Lichtwerte und steuert die Beleuchtung der Produktionshalle zentral. Dadurch wird die Beleuchtung der Halle je nach Bedarf tageslichtabhängig gedimmt. Neben den somit erzielten Stromeinsparungen von mehr als 50% konnte auch eine deutliche Verbesserung der Beleuchtungsqualität erreicht werden.

Ein wesentlicher Verbraucher im Bereich Strom ist die Erzeugung von Druckluft. Drei Kompressoren produzieren am Standort Waidhofen Druckluft, die in pneumatischen Großanlagen, Hebebühnen, Schraubern und Tackern verwendet wurde. Im Jahr 2023 wurden 3,8 Mio. m3 Druckluft bereitgestellt (ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 28 %) Aufgrund einer veralteten Software konnten für das Jahr 2024 keine Daten zur Druckluft ausgewertet werden. Der Aktionsschwerpunkt in der Instandhaltung und Produktion liegt seit einigen Jahren auf der Vermeidung von Druckluftverlusten durch Leckagen und durch falsche Anwendung im Zusammenhang mit der Reinigung.

Photovoltaik-Anlage

Das Projekt Dachsanierung + PV-Anlage war das größte Investment-Projekt seit vielen Jahren und wurde fristgerecht umgesetzt. Das hat die Motivation gestärkt, weitere Projekte im Nachhaltigkeits-Bereich zu starten.

Die Dächer der Produktionshalle der Bene GmbH wurden als Sheddach Konstruktion ausgeführt und in mehreren Bauabschnitten (1974 bis 2001 bzw. 2006) errichtet. Mit Ausnahme der Foliendächer, waren die bestehenden älteren, asbesthaltigen Welleternit Dacheindeckungen teilweise verschlissen und brüchig. Auch war eine Belegung des Hallendaches im Bestand mit PVModulen aus statischer Sicht sowie aufgrund des Asbestgehalts der Dacheindeckung nicht sinnvoll bzw. möglich. Vor Projektbeginn wurde der gesamte Strombedarf zu 100% aus dem Netz, über einen Wasserkrafttarif, gedeckt.

Mit der Dachsanierung wurde eine Verbesserung der Dämmung, Verringerung von Wärmeverlusten sowie die Installation einer Photovoltaikanlage angestrebt. Diese Maßnahmen helfen Betriebskosten zu senken und dabei den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren und so einen positiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Durch die Installation der PV-Anlage wird die Energieautarkie erhöht und die Abhängigkeit zum Energieversorger vermindert. Die Umsetzung dieses Projektes ist ein bedeutsamer Fortschritt in Richtung nachhaltiger Produktion unserer Möbel. Die Projektrealisierung erstreckte sich über eine Dauer von drei Jahren. 56 CO2-Äquivalente.

Das Projekt zeichnet sich durch mehrere innovative Ansätze aus:

• Optimierte Dachkonstruktion: Die PV-Module wurden auf den Sheddächern in optimaler Südausrichtung und mit einer Neigung von etwa 20 Grad installiert, um maximale Sonneneinstrahlung zu gewährleisten und somit die Energieausbeute zu maximieren.

• Integration in bestehende Strukturen: Die Photovoltaik-Anlage wurde nahtlos in die bestehende Infrastruktur integriert, was zeigt, dass solche Projekte auch in bereits etablierten Betrieben umgesetzt werden können.

• Nachhaltige Energiegewinnung: Die Anlage trägt erheblich zur Reduzierung der CO2Emissionen bei und unterstützt Bene auf dem Weg zur Emissionsreduktion.

Diese Schritte tragen zur Zukunftssicherheit, Effizienzsteigerung und zur Erfüllung internationaler Standards bei.

Durch die Implementierung der Photovoltaikanlage und der Dachisolierung konnte die Energieeffizienz unserer Produktionshalle signifikant verbessern werden. Das sanierte Dach, führte aufgrund ihrer höheren Isolationswirkung zu einer Reduzierung des Heizwärmebedarfs um ~ 50 %. Zusätzlich können, aufgrund der Installation der Photovoltaikanlagen, rund 35 % des jährlich benötigten Stroms durch selbst produzierten PV-Strom gedeckt werden. Die restlichen 65 % des Strombedarfs werden durch Strom aus Wasserkraft gedeckt.

Als indirektes Ergebnis kann die Modernisierung der Niederspannungshauptverteilung angeführt werden, die eine effizientere Verteilung des erzeugten PV-Stroms ermöglicht. Somit wird eine optimale Nutzung der verfügbaren Energie sicherstellt. Weiters ist die neue NSHV besser auf zukünftige Erweiterungen und Anpassungen im Bereich der Produktion vorbereitet, was dem Unternehmen mehr Flexibilität bei der Integration weiterer erneuerbarer Energiequellen bietet. Auch ein Anstoß für die ISO 50001-Zertifizierung war gegeben. Durch die Umsetzung konnte nicht nur die Energieeffizienz gesteigert, sondern auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung geschaffen werden.

Sustainable Development Goal Nr. 7

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Unterziele 7.2 (Verwendung erneuerbarer Energien) und 7.3 (Energieeffizienz verdoppeln) bei.

3.3.1.2. RAUMWÄRME

Bene benötigt Wärme zum Beheizen von Büroräumen und der Produktion. Der Wärmeenergieverbrauch ist somit fast nur von den Außentemperaturen abhängig. Heiße Sommer, aber speziell kalte, lange Winter erhöhen den Wärmeenergieverbrauch. Daher sind die klimatischen Bedingungen sehr klar am Verbrauch ablesbar.

Bis zum Jahr 2022 wurde der Standort Waidhofen mit jeweils einem Biomassekessel und einem Heizölkessel mit Wärme versorgt. Der Biomassekessel konnte im Volllastbetrieb etwa 90 % der benötigten Wärme bereitstellen. 2022 wurde der Biomassekessel durch vier neue Biomassekesseln ersetzt, die ebenso mit den Holzabfällen (Holzspäne, Sägestaub und Kleinverschnitt) beschickt werden. Diese Heizkessel sind am neuesten Stand der Technik inklusive Elektrofilter. Durch die effizientere Verbrennung steigt der Wirkungsgrad und die Emissionen sinken. Der Heizölkessel bleibt vorerst bestehen und dient als Notfall-Kessel, für den Fall, dass selbst unter Volllastbetrieb der vier neuen Kessel weitere Wärmeenergie benötigt wird.

Beim Betrieb der Heizungsanlagen liegt die besondere Aufmerksamkeit auf der Kontrolle der Emissionswerte. Die Anlagen werden regelmäßig kontrolliert und arbeiten innerhalb der erlaubten Grenzwerte. Im Rahmen des Bürohausneubaus wurde ein Absorptionskühler zur Klimatisierung

der Räume installiert, wodurch Spanplattenreste noch effizienter genutzt werden. Dieser Kühler wandelt die mit der Holzspäneverbrennung gewonnene Wärme in Kälte um und kühlt so die Büroräume.

Für die Beheizung der Räumlichkeiten am Standort Waidhofen wurden 2024 rund 5,2 GWh Wärmeenergie benötigt. Die dadurch verursachten CO2-Emissionen sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Wärmeenergiebedarf in GWh

Emissionen in t CO2-Äqu.

3.3.1.3. ENERGIEEFFIZIENZ

2024 wurde das dritte Energieaudit gemäß Energieeffizienzgesetz durchgeführt. Um eine externe Sichtweise und ggf. neue Einsparpotenziale zu erheben, erfolgte dieses Audit nicht intern, sondern wurde durch die MACH Energiegesellschaft m.b.H. im Auftrag der Konzernmutter (BGO Holding GmbH) durchgeführt. Im Zuge des Energieaudits wurden potenzielle Energieeffizienzmaßnahmen erhoben und bewertet

3.3.2. ZUSCHNEIDEN (HOLZ- UND METALLBEARBEITUNG)

3.3.2.1. HOLZPLATTENZUSCHNITT

Um Ressourcen zu schonen und Restplatten optimal zu verwerten, werden die Zuschnitte aus Ganzplatten (zum Beispiel Rohspan-, Melaminspan-, Sperrholz-, MDF- oder Compactplatten) computergestützt optimiert (Zuschnittoptimierung). Trotz der gezielten Optimierung der Schnittpläne fallen, je nach Dekor und Form der Plattenbauteile sowie der Chargengröße, mehr oder weniger Abschnitte an. So gibt es bei einfarbigen Platten (etwa Melamin, weiß) weniger Abfälle als bei Platten mit Holzdekoren (etwa Melamin, Ahorn) und zudem bei größeren Chargen des gleichen Dekors weniger als bei Einzelstücken.

Sonderformen wie runde oder bootsförmige Tischplatten sind für die Verschnittbilanz schlechter als rechteckige Varianten. Der Verschnittsatz schwankt je Plattentyp zwischen 20 und 40% und steht daher laufend im Fokus. Die beim Zuschnitt anfallenden Abfälle werden zu etwa 60% an den Spanplattenhersteller retourniert und so in dessen Produktionsprozess zurückgeführt. Die übrigen 40% werden von Bene als Brennstoff zur Wärmegewinnung verwendet (siehe Kapitel 3.3.1.2). Aufgrund der milderen Winter und der neuen Dachisolierung wird weniger Brennstoff zur Wärmegewinnung benötigt, als in den Vorberichtsjahren.

3.3.2.2. METALLBEARBEITUNG

Der Großteil der eingesetzten Metallteile wird im mechanisch fertig bearbeiteten und beschichteten Zustand zugekauft. Aluminium und Stahlprofile werden im Bene Werk spanabhebend (beispielsweise Schneiden, Bohren, Fräsen) bearbeitet und ggf. in der Pulverbeschichtungsanlage beschichtet. Auch hier erfolgt eine Verschnittoptimierung: Die Definition einer idealen Stangenmateriallänge bereits im Vorfeld durch die Arbeitsvorbereitung sorgt dafür, dass während der Produktion wenig Abfälle anfallen. Die sortenreine Trennung der Späne und des Verschnitts ermöglicht ein externes Recycling des Altmetalls.

3.3.3.

LACKIERUNG (OBERFLÄCHENVEREDELUNG)

Holz ist der in unseren Produkten überwiegend verarbeitete Rohstoff. Dabei ist es bei furnierten Bauteilen während der Produktion notwendig, Lacke zur Veredelung der Oberfläche einzusetzen. Bene verwendet ausschließlich UV-härtende Wasserlacke57, wasserverdünnbare Acrylbuntlacke und Wasserbeizen. Die Umstellung erfolgte 1998.

Die Verwendung von sprühnebelarmen Spritzpistolen und die optimale Aufbereitung der Lackmaterialien sorgen für eine gleichmäßige Lackoberfläche und verhindern die Entstehung von Lacknebel. Nach dem Beschichten wird der Lack in einem nachgeschalteten Hochtrockner getrocknet und mit UV-Aggregaten ausgehärtet.

Der Spritzautomat verfügt über eine angeschlossene Lackrückgewinnungsanlage. Der überschüssige Lack, der beim Lackieren der Randflächen auf das Transportband gelangt, wird mit einer Ringrakel davon abgezogen und in einer Reinigungs- und Filterstation zur Wiederverwendung aufbereitet. Bene erreicht damit eine Verwendungsquote von mehr als 95%.

Die Emissionen der Lackieranlagen werden im Dreijahrestakt von einem staatlich akkreditierten Überwachungsinstitut überprüft. Jährlich wird für die Anlagen eine Lösungsmittelbilanz gemäß VOC-Anlagen-Verordnung (BGBl. II Nr. 301/2002 (Richtlinie 1999/13/EG)) erstellt und an den Magistrat Waidhofen als zuständige Behörde übermittelt.

Lösemittelbilanz:

in den Beschichtungsstoffen in %

3.3.4. KLEBSTOFFE

Bei Bene kommt eine Vielzahl von Klebstoffen zum Einsatz. Mengenmäßig sind folgende relevant:

Leime

Leime werden zur Verbindung der Furniere mit dem gewünschten Trägermaterial (Spanplatten zum Beispiel) verwendet. Bene nutzt ausschließlich harnstoffbasierende formaldehydarme Leime der Klasse E1.

Schmelzkleber

Die Kunststoffkanten werden mit lösemittelfreien Schmelzklebstoffen („Hotmelts“) auf dem gewünschten Trägermaterial befestigt.

Klebebänder

Bene setzt aufgrund der schnellen und einfachen Handhabung bei verschiedenen Wandsystemen (unter anderem Verklebung von Glas mit Alu) und im Bereich der dritten Ebene (etwa Verklebung Spanplatte mit Weichfaser) hauptsächlich doppelseitige Klebebänder ein. Einseitige Klebebänder finden im Rahmen der Produktverpackung und -kennzeichnung Verwendung.

57 Auch wasserbasierende Lacke enthalten einen geringen Anteil an Lösungsmitteln.

Vereinzelt verwendet Bene auch andere Klebstoffe (etwa Zweikomponentenkleber, Superkleber).

3.3.5.

WEITERE EMISSIONEN

Neben den oben angegebenen Emissionen aus der Produktion (Wärmebereitstellung, Lackieranlage) und den Emissionen aus der „Vorkette“ der eingekauften Materialien sind bei Bene Staub, Lärm und Abwärme zu verzeichnen.

3.3.5.1.

HOLZSTAUB

Bene setzt ausschließlich energiesparende Absaug- und Filtersysteme ein. Mit dem seit Jahren bestehenden und patentierten Absaugsystem SEPAS58 bildet die 2008 installierte Rippert-Anlage das Absaugsystem. Beide Großanlagen regeln selbstständig je nach Produktionsauslastung die Absaugleistung und passen die Luftmenge automatisch an die tatsächlich erforderliche Leistung an. In Summe verfügen beide Anlagen über rund 4.500 m² Filterfläche und eine Volumenstromleistung von über 500.000 m³ pro Stunde. Der gesetzlich geforderte Reingasstaubgehalt von unter 0,1 mg/m³ ist jederzeit gegeben. Bene garantiert so die Einhaltung der Richtlinien für Holzstaub, die optimierte Leitungsführung und die Verringerung der strömungstechnischen Druckverluste. Die so von Spänen und Staub gereinigte Luft (weniger als 0,02 mg/m³ Reststaubgehalt) wird wieder dem Raum zugeführt – so werden auch Wärmeverluste und Unterdruck in der Produktionshalle vermieden.

3.3.5.2. LÄRM

Die Produktionsstätte in Waidhofen liegt in einem Mischgebiet mit direkt angrenzendem Siedlungsgebiet. Bene hat erhebliche Investitionen in den Lärmschutz getätigt. Alle Öffnungen zum Siedlungsgebiet wurden durch Schallschutzmaßnahmen abgedichtet.

Der vorgeschriebene Immissionsgrenzwert von 40 dB während des Nachtbetriebs wird eingehalten. Die Materialanlieferungen erfolgen so, dass die Lärmbelastung der Anrainer:innen auf ein Minimum reduziert werden konnte. Im Zuge der Neuerrichtung der Absauganlage führte ein technisches Büro im Dezember 2008 Schallimmissionsmessungen im Nachbarschaftsbereich durch. Diese ergaben, dass 35 dB zu keiner Zeit überschritten werden. Im Jahr 2023 wurde eine schalltechnische Untersuchung der neuen Spänefeuerung (Biomasseheizanlage) durchgeführt. Die Schallpegelmessungen haben ergeben, dass Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden

Die Produktionshalle ist in verschiedene Lärmzonen unterteilt. In Zonen, in denen der Grenzwert von 85 dB59 überschritten wird und keine technische Möglichkeit zur Lärmbegrenzung besteht, wird den Mitarbeiter:innen eine persönliche Schutzausrüstung (Gehörschutz) zur Verfügung gestellt.

3.3.5.3.

ABWÄRME

Abwärme tritt bei Bene im Wesentlichen bei den Druckluftkompressoren, der Lackieranlage, der Pulverbeschichtungsanlage sowie den Kühlaggregaten und Klimaanlagen auf. In der Lackiererei wird die Abwärme zum Beheizen der Trocknungsanlage eingesetzt. Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage wird ganzjährig Warmwasser aufbereitet. Die Ablufttemperatur der Lackierbereiche liegt zwischen 17 und 77°C.

58 Die Anlage SEPAS besteht aus zwei eigenständigen Teilen, SEPAS 1 (Baujahr 1998) und SEPAS 2 (Baujahr 2002).

59 Österreichisches ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (AschG) bzw. Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmer/innen vor der Gefährdung durch Lärm und Vibrationen (VOLV, österreichisches BGBl. II Nr. 22/2006).

3.3.6. WASSER

Bene verwendet ausschließlich Wasser aus dem örtlichen Gemeindewassernetz. Am Standort in Waidhofen stieg der Wasserverbrauch in den Jahren 2020 bis 2023 kontinuierlich an – bis auf den Höchstwert von 7.907 m3 im Jahr 2023. Zurückzuführen war dies auf einen Verbrauchsanstieg im Bürobereich (unerklärte Ursache). Im Jahr 2024 sank der Verbrauch um 15 % bzw. auf 6.708 m3

Pro Person entspricht dies einem Wasserverbrauch von 15,4 m3 im Jahr 2024 am Standort Waidhofen.

Wasser wird bei Bene … als … verwendet.

• in der Furniererei (Mischung von Leimen)

• in der Furniererei (Luftbefeuchtung)

Verdünnungsmittel

Befeuchtungsmittel

• in der Lackiererei (Mischung von Lacken und Beizen) Verdünnungsmittel

• in der Lackiererei (zur Reinigung)

• bei Brandschutzeinrichtungen

• beim Wärmepufferspeicher

• bei der Absorptionskühlanlage

• beim Schraubenverdichter

• in den Sanitäranlagen

• in den Kantinen und Kaffeeküchen

• in allen Bereichen (Reinigungspersonal)

• beim Springbrunnen

• im Bene Garten

Reinigungsmittel

Löschmittel

Speichermedium

Kühlmedium

Kühlmedium

Spül- bzw. Reinigungsmittel

Getränk

Reinigungsmittel

Betriebsmittel

Bewässerungsmittel Wasserverbrauch in m³

in m3

Alle Abwässer werden über das öffentliche Kanalnetz zur Großkläranlage der Stadtgemeinde Waidhofen transportiert.

3.3.7.

BODEN/ALTLASTEN

Die Bene Produktion wurde am derzeitigen Standort in den 1970er-Jahren errichtet und in den folgenden Jahren weiter ausgebaut. Umweltschäden (Altlasten) aus der Zeit davor sind nicht bekannt und können, da die Fläche vorher nie bebaut war, sondern als Grünland verwendet wurde, ausgeschlossen werden.

Auch Schädigungen des Bodens seit Bestehen des Werks am Standort können aufgrund der sauberen Arbeitsweise (beispielsweise mit Auffangwannen bzw. in speziellen Räumen etwa mit Ölabscheidern) ausgeschlossen werden.

3.3.8. PRODUKTVERPACKUNG

Die Bene Produktion ermöglicht eine hohe Varianz der Produkte (Sonderlösungen) und darauf abgestimmte, maßgeschneiderte Verpackungsgrößen. Maschinell werden die Verpackungen an die Größe der Produkte angepasst. So werden Leerräume minimiert und zugleich wird das Transportvolumen pro Container erhöht.

Bei Bene kommen für unterschiedliche Einsatzzwecke unterschiedliche Verpackungsmaterialien zum Einsatz:

• Kartonagen, Pappe Allgemeiner Schutz der Möbel

• Schachteln, Boxen Allgemeiner Schutz der Möbel

• Kartonwaben Schutz einzelner Möbelkomponenten vor gegenseitiger Beschädigung

• Wickelfolie Oberflächenschutz und Umverpackung zur Fixierung

• Luftpolsterfolie Schutz gegen Stoßeinwirkung

• Folientaschen Verpackung von Kleinteilen wie Schrauben und Beschlägen

• Vlies Schutz von furnierten Oberflächen, zum Beispiel Tischarbeitsflächen

• Kunststoffbänder Verzurrung von Kartonagen auf Paletten

• Holz, Paletten, Kisten Verpackungsrahmen für hochwertige Möbel

• Klebebänder Sicherung von Begleitpapieren und Verklebung von Kartonagen

• Etiketten Kennzeichnung der Verpackungseinheiten

• Luftsäcke Füllung von Zwischenräumen und Fixierung von Packstücken

• Styropor Schutz einzelner Gläser vor gegenseitiger Beschädigung

Materialeinsatz für Verpackungen in t (ohne Verpackungsholz)

Die Verpackung der Bene Produkte wurde und wird laufend hinterfragt und überarbeitet und soll mit einem Minimum an Material den notwendigen Schutz beim Transport gewährleisten. Für immer wiederkehrende Frachten von Lieferanten werden robuste Pendelverpackungen aus Karton, Holz oder Kunststoff genutzt. Es ist eine eigene Kartonagenmaschine in Betrieb, die an die Produkte angepasste Kartons fertigt.

Die von Bene eingesetzte Verpackung wird nicht nur nach Kriterien wie Schutz und Stabilität ausgewählt, sondern auch nach ökologischen Gesichtspunkten. So gewährleistet die Verpackung auch das Ausgasen noch vorhandener flüchtiger Stoffe. Auch die Trenn- und Wiederverwendbarkeit von Verpackungsmaterial hat einen hohen Stellenwert. Um einheimische Waldbestände vor der Einschleppung von Holzschädlingen zu schützen, existieren vielfach entsprechende Quarantänebestimmungen für Vollholzverpackungen.

Für den internationalen Versand von Verpackungen aus Vollholz hat die International Plant Protection Convention (IPPC)60 die ISPM 15 (International Standards for Phytosanitary Measures)61 erlassen. Bene kauft zur Vermeidung der Einschleppung von Schädlingen nur mittels Ofentrocknung (Kerntemperatur 56 °C; 30 Minuten) hitzebehandeltes Verpackungsholz zu. Zum Nachweis ist Bene beim amtlichen Pflanzenschutzdienst in Österreich unter der Registernummer

60 Das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (International Plant Protection Convention – IPPC) ist ein völkerrechtlicher Vertrag zum Schutz von Pflanzen gegen Schädlinge (https://www.ippc.int/en/).

61 Die ISPM 15 sind eine phytosanitäre, das heißt eine Pflanzen betreffende Regelung, die im Rahmen des IPPC von der FAO (Food and Agriculture Organization der UN) vereinbart wurde. Um die vielen verschiedenen Einfuhrvorschriften in den unterschiedlichen Ländern zu vereinheitlichen, wurden im März 2002 für den internationalen Versand von Verpackungen aus Vollholz die Internationalen Standards für pflanzengesundheitliche Maßnahmen (International Standards for Phytosanitary Measures), kurz ISPM 15, verabschiedet. Darin sind Maßnahmen definiert, die darauf abzielen, das Risiko einer Einschleppung bzw. die Verbreitung von Holzschädlingen im Zusammenhang mit Holzverpackungen zu verringern und so die einheimischen Waldbestände schützen. Der ISPM 15 gilt EU-weit und in weiteren 84 Ländern, unter anderem China, USA und Australien.

AT-N3022 registriert. Diese Registrierung gilt für die Ausfuhr von Holz- und Holzprodukten sowie Verpackungsholz aus der Europäischen Union.

Sustainable Development Goal Nr. 13

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung des Unterziels 13.2 (Klimaschutzmaßnahmen) bei.

3.3.9. SOZIALE PRODUKTION

Bene unterstützt die soziale Einrichtung GESA (gemeinnützige Sanierungs- und BeschäftigungsGmbH), indem Tätigkeiten an sie ausgelagert werden. Die GESA mit Sitz in St. Pölten hält ein breites Arbeitsangebot für Menschen bereit, die bereits längere Zeit arbeitsuchend sind, aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeitsfähig sind oder wegen eines Handicaps keine Arbeit finden. Bene vergibt seit 2015 regelmäßig Aufträge an die GESA. So wurden 2023 14.100 Streumusterplatten (Furnier-, Melaminspan- oder auch Sperrholzplatten) mit einem Wert von 26.500 Euro geordert. Im Jahr 2024 waren es 11.700 Stück mit einem Wert von 21.600 Euro. Bene hat dafür die Vormaterialien beigestellt, die dann von der GESA zu den Mustern für Kund:innen verarbeitet worden sind.

3.4.LABELS UND ZERTIFIKATE

Neben den verpflichtenden gesetzlichen Vorgaben hält Bene bei seinen Produkten auch freiwillige sicherheitstechnische oder ökologische Standards ein, die zum Teil über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. So sind Schadstoffemissionen Teil der Bewertungskriterien beim Österreichischen Umweltzeichen, beim Blauen Engel oder beim FEMB Level.62 Mit wenigen Ausnahmen erfolgt bei Bene kein On-Product-Labelling. Das heißt, die Zertifizierung eines Produkts ist nicht am Produkt selbst oder seiner Verpackung, sondern nur auf den Produktunterlagen oder auf der Bene Website ersichtlich.

Da es international eine schier unüberschaubare Anzahl an Standards und Zertifizierungssystemen gibt, die sich im Wesentlichen hinsichtlich Anforderungen und Grenzwerten nur geringfügig unterscheiden, ist es auch aus Kostengründen wichtig, sich auf einige wenige zu fokussieren. Im Folgenden sind die für Bene wichtigsten Produktzertifizierungen kurz vorgestellt. Grundlagen, Prüfberichte und etwaige Zertifikate können bei Interesse oder Bedarf zur Verfügung gestellt werden.

3.4.1. PRODUKTÖKOLOGIE

Der Nachweis, dass Produkte ökologisch verträglich sind, lässt sich mit verschiedenen Parametern belegen, etwa hinsichtlich der Einhaltung der Innenraumluftwerte, nachhaltiger Holzwirtschaft oder des Recyclinganteils. Durch die Zertifizierung nach verschiedenen Standards weist Bene nach, dass seine Produkte diesen internationalen Umweltvorgaben entsprechen.

3.4.1.1.

ÖSTERREICHISCHES UMWELTZEICHEN (AUSTRIAN ECOLABEL)

Das Österreichische Umweltzeichen63 wird für Produkte mit außerordentlicher Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit sowie Gebrauchstauglichkeit vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie verliehen.

62 Siehe auch das Buch „Green Office – Ökonomische und ökologische Potenziale nachhaltiger Arbeits- und Bürogestaltung“ von D. Spath, W. Bauer und S. Rief (Hrsg.).

63 Die grafische Gestaltung des Umweltzeichens stammt vom weltweit bekannten österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser. http://www.umweltzeichen.at

Seit 2010 sind alle im Werk Waidhofen hergestellten Produkte mit mehr als 50 Gewichtsprozent Holzanteil nach dem Standard des Österreichischen Umweltzeichens zertifiziert. 2024 waren rund 58 % der in Waidhofen hergestellten und zugekauften OEM-Waren mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert (gemessen an den verkauften Stück, bzw. verkauften Laufmeter bei Wandsystemen).64

Sustainable Development Goal Nr. 12

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen. Bene trägt mit seinen bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Unterziele 12.2 (Nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen), 12.4 (Umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen), 12.5 (Abfallaufkommen verringern) und 12.6 (Nachhaltigkeitsberichterstattung) bei.

3.4.1.2.

BLAUER ENGEL

Der Blaue Engel ist die erste und (bestehend seit 1978) die älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für Produkte und Dienstleistungen. Er fördert die Anliegen des Umweltund des Verbraucherschutzes. Darum werden Produkte und Dienstleistungen ausgezeichnet, die in ganzheitlicher Betrachtung besonders umweltfreundlich sind. Zeicheninhaber ist das deutsche Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Verleihung erfolgt durch die RAL gGmbH. Ähnlich wie beim Österreichischen Umweltzeichen müssen ausgezeichnete Holzprodukte mehr als 50 Gewichtsprozent Holzanteil aufweisen. 2024 waren rund 64% der verkauften Artikel damit zertifiziert.

3.4.1.3. GREENGUARD

Das vor allem in Nordamerika bekannte, aber mittlerweile international verbreitete Label Greenguard wurde 2001 vom Greenguard Environmental Institute mit dem Ziel entwickelt, die menschliche Gesundheit und Lebensqualität durch die Reduktion von Schadstoffen und die Verbesserung von Innenraumluft zu schützen. Ähnlich wie bei europäischen Labels werden Schadstoffemissionen in Räumen betrachtet. Der deutlichste Unterschied liegt in der Abkehr von der flächenbezogenen Emissionsberechnung hin zu einer volumens- bzw. raumbezogenen Berechnung. Eine untergeordnete Rolle spielt hingegen die Produktzusammensetzung.

Bene führt das Greenguard-Label für seine OEM-Produkte65 wie PARCS, Docklands und viele Stuhlprogramme. 2024 waren rund 18% der verkauften Artikel nach dem Greenguard-Standard zertifiziert.

3.4.1.4. EU ECOLABEL

Das EU Ecolabel wurde 1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Vergeben wird es für Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben als vergleichbare Angebote. Mit dem EU Ecolabel soll der Verbraucher die Möglichkeit haben, umweltfreundlichere und gesündere Produkte zu identifizieren. Seit der Revision 2016 besteht die Möglichkeit, auch Möbel auszuzeichnen, die nicht aus Massivholz gefertigt sind. 2024 waren 70 % der produzierten Produkte durch das EU Ecolabel abgedeckt.

3.4.1.5. FEMB LEVEL®

Die LEVEL-Zertifizierung basiert auf dem Nachhaltigkeitsstandard für Büro- und Objektmöbel für Innenbereiche, der von der European Office Furniture Federation (FEMB) entwickelt wurde. Er

64 Berechnungsgrundlage: Anzahl verkaufter Artikel mit der jeweiligen Zertifizierung, geteilt durch Gesamtanzahl verkaufter Artikel ohne Handelswaren, Sonderkonstruktionen und Ersatzteile.

65 OEM: Original Equipment Manufacturer.

berücksichtigt die nordamerikanischen ANSI/BIFMA Standards, die europäischen Kriterien für die umweltfreundliche öffentliche Beschaffung und die Spezifikationen weiterer freiwilliger Ökolabels. Anders als bei den zuvor genannten Standards werden im Rahmen der FEMB-Level-Zertifizierung neben den Anforderungen an das Produkt auch Anforderungen an das Unternehmen sowie die Produktionsstätte gestellt. Es werden alle relevanten Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt und vier Wirkungsbereiche erfasst: Material, Energie und Atmosphäre, Gesundheit von Menschen und Ökosystem und soziale Verantwortung. Seit Anfang 2020 ist ein umfangreiches Produktsortiment von Bene nach diesem Standard zertifiziert. 2024 trugen rund 69% der verkauften Artikel diese Auszeichnung.

3.4.1.6. CHAIN OF CUSTODY (PEFC™, ISO 38200)

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Produktzertifizierungen handelt es sich bei den Chain-ofCustody-Zertifikaten um Unternehmenszertifikate, die Herstellern unter Einhaltung bestimmter Kriterien erlauben, die verkauften Produkte als PEFC- oder ISO-38200-zertifiziert zu verkaufen.

3.4.2. SICHERHEIT UND QUALITÄT

Alle Bene Produktgruppen werden im Rahmen des Entwicklungsprozesses intern oder extern durch akkreditierte Prüfinstitute einer ausführlichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Gebrauchstauglichkeit ist eine der zentralen Anforderungen der Kunden an Bene Produkte. Neben dem Aspekt der Langlebigkeit ist vor allem die Sicherheit im Alltag entscheidend. In seinen umfangreichen Bedienungs-, Montage- und Pflegeanleitungen weist Bene jeweils auch auf mögliche „Gefahren“ im Umgang mit den Produkten hin. Die Anleitungen sind dem jeweiligen Produkt beigelegt und stehen darüber hinaus jederzeit auf der Website https://build.bene.com/ zum Download bereit.

Die Produktqualität in der laufenden Fertigung wird durch Bauteil- und Produktaudits direkt im Werk sichergestellt. Bei den Bauteilaudits werden stichprobenartig Einzelbauteile aus dem Produktionsprozess entnommen, geprüft und wieder in die Produktion eingegliedert. Noch wichtiger sind die Produktaudits, bei denen verladefertige Produkte vor der Verladung zur Auslieferung stichprobenartig geprüft werden. Bei 3 bis 5% der geprüften Bauteile werden Fehler gefunden, die sich in der Regel durch Nacharbeit beheben lassen.

Um die getätigten Schritte in puncto Produktsicherheit und hoher Qualität für den Kunden sichtbar zu machen, wurden viele Produkte nach internationalen und nationalen Sicherheits- und Qualitätsstandards zertifiziert, beispielsweise mit dem Label Geprüfte Sicherheit (GS).

Die Bene GmbH übernimmt für unter der Marke Bene vertriebene Produkte eine freiwillige Garantie auf die fachgerechte Verarbeitung und die Funktionstüchtigkeit. Die Garantiedauer beträgt bei Sitz- und Polstermöbeln fünf Jahre, für alle anderen Möbel und Wände zehn Jahre. Details zu Garantieleistungen und etwaigen Einschränkungen finden sich in der Garantieerklärung „Bene Produktgarantie“, Dokumentennummer DB-ZFP-400.

3.4.2.1.

GEPRÜFTE SICHERHEIT (GS)

Das GS-Zeichen (das Kürzel steht für „geprüfte Sicherheit“) ist das einzige europaweit gesetzlich geregelte Prüfzeichen für Produktsicherheit. Im Bereich des Verbraucher- und Arbeitsschutzes bietet es die Gewähr dafür, dass die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt, durch eine unabhängige und zugelassene Stelle geprüft und regelmäßig überwacht werden. Die Vergabe ist in §§ 20 und 21 des deutschen Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) geregelt (https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Arbeitsschutz/Produktsicherheit/produktsicherheitsgesetz.html). 2024 waren rund 55% der verkauften Artikel GS-zertifiziert.

Im Rahmen der GS-Zeichen-Zuerkennung wird auch die Einhaltung bestimmter PAK-Grenzwerte66 geprüft und bewertet. Die Prüfung und Bewertung erfolgt gemäß AfPS GS49 2014:01 (2014-08)67 Relevant für die Möbelerzeugung ist die Eigenschaft der PAK, aus Kunststoffen über die Haut in den Körper zu diffundieren. Bene lässt auch Kunststoffbestandteile von Produkten, die nicht GSzertifiziert sind, regelmäßig prüfen. Alle geprüften Teile halten die Grenzwerte der höchsten Stufe ein, nämlich Kategorie 168 .

3.4.2.2. QUALITY OFFICE

Das Qualitätszeichen Quality Office basiert auf der Erfahrung fünf renommierter deutscher Institutionen (DIN, VBG, BSO, BAuA und INQA-Büro), die gemeinsam die Leitlinie „Qualitätskriterien für Büro-Arbeitsplätze“ herausgegeben haben. Die Kriterien bauen auf denen des GS-Zeichens auf. 39 % der im Jahr 2024 produzierten Produkte fallen unter die Quality Office-Zertifizierung.

3.4.2.3.

ÖSTERREICHISCHES GÜTEZEICHEN

Das Austria Gütezeichen ist ein Erkennungszeichen und – dank laufender Güteüberwachung – ein Garant für Qualität aus Österreich. Es zeichnet Produkte aus, die hohen Qualitätsstandards entsprechen und bei denen zumindest 50% der Wertschöpfung in Österreich erfolgen (http://www.qualityaustria.com/). 2024 waren rund 58% der verkauften Artikel nach dem österreichischen Gütezeichen zertifiziert.

3.4.2.4. EG-KONFORMITÄTSERKLÄRUNGEN (CE-KENNZEICHNUNG)

Produkte mit elektronisch angetriebenen Motoren wie zum Beispiel elektrisch höhenverstellbare Tische fallen unter die Bestimmungen der Maschinenrichtlinie69. In allen Fällen werden die Anforderungen erfüllt. EG-Konformitätserklärungen („CE-Erklärungen“) wurden für all diese Produkte erstellt. Diese Erklärungen sind Bestandteil der jeweiligen Montage- und Bedienungsanleitungen.

Bene investiert für die unter 3.4.1 und 3.4.2 angeführten Labels und Zertifikate neben den intern anfallenden Kosten für die Vorbereitung und Abwicklung der Zertifizierungen sowie die Prüfmöbel pro Jahr ca. 100.000 Euro an externen Zertifizierungs-, Prüf- und Lizenzkosten.

3.4.3. STATIK

Bene Trennwandsysteme wie die R-Plattform, die RG-Ganzglaswand oder die RF-Flurwand sind gemäß Definition im Leitpapier C der Europäischen Kommission Bausätze für innere Trennwände zur Verwendung als nichttragende Wände und sind daher nach der ETAG 00370 zu prüfen. Bene

66 Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind Bestandteil fossiler Brennstoffe und ihrer Produkte, wie Steinkohleteer, Gussasphalt, Benzin, Diesel und Heizöl. Außerdem entstehen PAK überall dort, wo unvollständige Verbrennung stattfindet. PAK entfetten die Haut, führen zu Hautentzündungen und können Hornhautschädigungen hervorrufen sowie die Atemwege, die Augen und den Verdauungstrakt reizen.

67 Ausschuss für Produktsicherheit (AfPS), GS-Spezifikation. Prüfung und Bewertung von PAK bei der Zuerkennung des GSZeichens – Spezifikation gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 3 ProdSG.

68 Kategorie 1: Materialien im Kontakt mit Lebensmitteln oder Materialien, die dazu bestimmt sind, in den Mund genommen zu werden.

69 Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gilt für das Inverkehrbringen und die Inbetriebnahme von Maschinen sowie einzeln in Verkehr gebrachte Sicherheitsbauteile für Maschinen. Eine Maschine ist eine Gesamtheit miteinander verbundener Teile oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines bzw. eine beweglich ist, sowie ggf. von Betätigungselementen oder auch Steuerund Energiekreisen, die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind, wie die Verarbeitung, die Behandlung, die Fortbewegung oder die Aufbereitung eines Werkstoffs.

70 Leitlinie für die europäische technische Zulassung für Bausätze für innere Trennwände zur Verwendung als nichttragende Wände (Ausgabe 2012).

kommt dieser Verpflichtung nach und hat alle nichttragenden Trennwandsysteme erfolgreich nach ETAG 003 überprüfen lassen.

3.4.4. SCHALLSCHUTZ/AKUSTIK

In Büros schaffen Telefone, Drucker, Kopierer, Klimaanlagen usw. eine vielfach als unangenehm empfundene Lärmkulisse. Für Unbeteiligte wiederum sind oft die Gespräche anderer die störendste Lärmquelle im Büro. Gesundheitsgefahren liegen jedoch nicht allein in der Intensität des Schalls, sondern auch in seiner Zusammensetzung, seiner Häufigkeit und seiner Bandbreite.71

Bene bietet ein breites Portfolio an schallabsorbierenden oder -dämmenden Produkten an, die zur Verbesserung der raumakustischen Qualität im Büro einen wesentlichen Beitrag leisten. Viele Bene Produkte (etwa Wandelemente) tragen durch Akustikelemente aktiv zur Schalldämmung und -absorption bei. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Bene Website.

Da Akustik bei vielen Möbeln und Wandsystemen ein wichtiges Kriterium ist, wurden viele Produkte von der staatlichen Versuchsanstalt am TGM (https://www.tgm.ac.at/) hinsichtlich Schallabsorptions- und -dämmeigenschaften geprüft.

3.5.TECHNISCHE PRODUKTUNTERLAGEN

Neben den Prüfberichten und Zertifikaten zu den verschiedenen in Kapitel 3 angeführten Labels bzw. Themen, den Gebäudezertifizierungs-Datenblättern und den produktbezogenen Ökobilanzen stellen wir unseren Kunden weitere Unterlagen zu unseren Produkten zur Verfügung:

• Montageanleitungen

• Kombinierte Montage- und Bedienungsanleitungen

• Bedienungsanleitungen/Benutzerinformationen

• Technikbroschüren

• Produktdatenblätter

• Umweltproduktdatenblätter

3.6.PRODUKTBEZOGENE

ÖKOBILANZ

Die Ökobilanz (international: Life Cycle Assessment, LCA) ermittelt die Umweltauswirkungen von Produkten. Sie umfasst alle Stationen eines Lebenszyklus: von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung eines Produkts und das Recycling bis hin zur Entsorgung. Die Summe der benötigten Ressourcen und Emissionen („Sachbilanz“) lässt sich mit spezifischen Indikatoren in eine umfassende Wirkungsabschätzung umrechnen. Die Durchführung einer Ökobilanzstudie regeln die Normenreihen ISO 14040 und ISO 14044.

Bene erstellt für seine Produkte individuelle Ökobilanzen, sogenannte EPDs (Environmental Product Declarations). Diesen Bilanzen liegen bestimmte Produktgruppenregeln (Product Category Rules – PCR)72 zugrunde, nämlich die UN CPC 3812 und die UN CPC 3814 des schwedischen Programmhalters Environdec („The International EPD System“). Da die produktbezogenen Ökobilanzen von Bene nicht extern zertifiziert bzw. erstellt werden, bezeichnet Bene sie nicht als EPDs, sondern als LCDS, was für Life Cycle Data Sheets bzw. für Life Cycle

71 Ein Geräusch wird zum einen durch seine Lautstärke (Schalldruck) charakterisiert und zum anderen durch seine Tonhöhe (Frequenz). Dabei werden Geräusche in einem Frequenzbereich zwischen 1.000 und 5.000 Hz bei gleichem Schalldruck subjektiv als wesentlich lauter empfunden als Geräusche unterhalb oder oberhalb dieses Frequenzbereichs. – Das Grundgeräusch in der freien Natur beträgt 30 bis 40 dB. Normale Sprache in einem Meter Entfernung liegt bei 55 bis 60 dB. Dauerbelastungen über 65 dB führen zu Störungen des vegetativen Nervensystems, Dauerbelastungen über 90 dB zu Gehörschäden.

72 Nach DIN EN ISO 14025 sind Produktgruppenregeln die Zusammenstellung spezifischer Regeln, Anforderungen oder Leitlinien, da es gilt, eine umweltspezifische Deklaration für eine oder mehrere Produktkategorien zu erstellen.

Assessment Data Sheets steht. Hier werden zum einen die von den eigenen Produkten ausgehenden Umweltauswirkungen aus der gesamten Herstellungskette von der Wiege bis zur Bahre („Cradle to Grave“) bilanziert. Zum anderen werden, sofern möglich, die in der betrieblichen Ökobilanz erfassten Wirkungen verursachergerecht nach dem Rucksackprinzip auf die einzelnen Produkte umgelegt.

Ein eigens entwickeltes Excel-Tool erlaubt es uns, eine auf das Projekt zugeschnittene Ökobilanz von jeder beliebigen Produktvariante zu generieren. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit Roland Fehringer von c7-consult entwickelt. Die Umweltwirkungsfaktoren je Wirkungskategorie wurden von c7-consult ermittelt. Die Daten entstammen zum Großteil der Ecoinvent-Datenbank in der jeweils gültigen Version. Die erzeugten Dokumente erfüllen den Status einer Typ-III-Deklaration gemäß ISO 14025. Derzeit stehen über 5.000 vorgefertigte oder vorkalkulierte LCDS für die gängigsten Produktvarianten zur Verfügung. Diese Dokumente stellen wir unseren Kunden und Interessenten als Kaufentscheidungskriterium auf Anfrage gern zur Verfügung. Jede weitere Konfiguration kann bei Bedarf innerhalb weniger Tage erstellt werden. Für Details zu den einzelnen Umweltwirkungskategorien siehe Kapitel 3.10.

Die Erstellung von EPDs oder LCAs von Produkten anhand der passenden Produktgruppenregel soll das Vergleichen der ökologischen Auswirkungen verschiedener Produkte ermöglichen. Sofern hingegen unterschiedliche Produktgruppenregeln, Berechnungsmethoden oder Bewertungsgrenzen verwendet werden, ist ein Vergleich nur sehr schwer möglich.

Inhalte der Bene LCDS:

• Rohstoffe (Gewinnung und Produktion nach dem Prinzip „Cradle to Gate“)

• Transport zu Bene (auf der Straße)

• Produktion pro Stück („Gate to Gate“)

• Transport zum Kunden (auf der Straße)

• Nutzungsphase (die erwartete durchschnittliche Lebensdauer)

• Transport zur Abfallbehandlung (auf der Straße)

• Abfallbehandlung, End of Life („Gate to Cradle“, ggf. „Gate to Grave“) Da es derzeit schwierig ist, spezifische Verbrauchsdaten – zum Beispiel zum Stromverbrauch –für die Produktion eines Stücks zu ermitteln, wurden diese Werte für die Produktion aus dem Wert der gesamten Produktion des vergangenen Geschäftsjahres errechnet.73 Die zugrunde liegenden Transportwege vom Hersteller Bene zum jeweiligen Kunden entsprechen den realen Distanzen in Europa und werden durch eine Routenplanersoftware ermittelt. Das angenommene Transportmittel ist ein Lkw mit zwei Wechselaufbauten (WABs).

CO2-Fußabdruck pro Stück, das in Waidhofen produziert wurde in kg (cradle to gate)

CO2-Fußabdruck pro Stück

Während der Nutzungszeit der Bene Produkte sind bei bestimmungsgemäßer Verwendung aufgrund des soliden Produktdesigns und der Qualität keine Reparaturen zu erwarten. Gegebenenfalls wird bei motorisierten Produkten (zum Beispiel Lift-Desks) der Stand-by- und der Bewegungsenergieverbrauch74 berücksichtigt.75 Dabei wird eine Verteilung von 90% Stand-byund 10% Bewegungsstromverbrauch angenommen. Additive Elektrokomponenten, die nicht fixer

73 Der jeweilige Corporatefaktor der Produktion in einem Geschäftsjahr wird durch das Gesamtgewicht der verarbeiteten Materialien geteilt (also Faktor/kg). Dieser Wert wurde mit dem Gewicht des Produkts multipliziert.

74 Zum Beispiel das Heben und Senken der Tischplatte.

75 Da der Strommix (die Stromzusammensetzung) beim jeweiligen Kunden oder Projektstandort nicht bekannt ist, wird hierbei der Strommix von Bene in Waidhofen angenommen.

Bestandteil der Produkte sind, zum Beispiel Beamer, finden in dieser Berechnung keine Berücksichtigung.

Bei der Berechnung der Auswirkungen im Bereich Entsorgung wurden die europäischen Gesetze für Recycling- und Abfallentsorgungsprozesse (Trennung des Abfalls in wiederverwendbare Materialien und Restmüll) berücksichtigt. Die Bewertung kann auch für verschiedene Entsorgungsvarianten (Recycling, Verbrennung oder Deponierung) bzw. an länderspezifische Gegebenheiten angepasst werden.

Wiederverwendbare Materialien werden dem jeweiligen Recyclingprozess zugeführt und Restmüll wird in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt. Als durchschnittliche Distanz zwischen Endverbraucher und Abfallentsorgungsunternehmen werden 50 km angenommen.

Da sich die LC-Faktoren der verschiedenen Ecoinvent-Datenbankversionen (2.2, 3.01, 3.3, 3.4, 3.7.1, 3.9.1 und 3.11) teilweise deutlich voneinander unterscheiden, sind auch LCDS von Bene über die verschiedenen Jahre und Versionen hinweg nur bedingt vergleichbar.

3.7.BEITRAG ZU GEBÄUDEZERTIFIZIERUNGEN

Die Materie der Gebäudezertifizierung ist wie der zugehörige Markt an Produkten und Dienstleistungen komplex. In fast jedem Land und jeder Region gelten andere Normen und Regelwerke, nach denen ein Bauwerk ein anerkanntes Zertifikat für Qualitätskriterien wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Energieeffizienz erhalten kann. Dass ein Gebäude die gewünschten Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt, können Bauherren per Zertifikat nachweisen. Zertifizierungen dieser Art gewinnen international immer mehr an Bedeutung.

Im Rahmen der ökologischen Gebäudezertifizierung tragen auch Einrichtungssysteme wie Möbel und Trennwände zur Erreichung eines guten Ergebnisses bzw. einer höheren Punktzahl bei.

Zu den bekanntesten Zertifikaten bzw. Zertifizierern zählen folgende: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) , aus den USA Leadership in Energy and Environmental Design (LEED), aus Großbritannien Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM) und der WELL Building Standard. Zudem gibt es viele weitere Bewertungsstandards, die uns immer wieder im Rahmen von Projekten begegnen (Greenstar; Ska-Rating; BCA Green Mark; ÖGNB; Green Globes; HQE; Living Building Challenge und andere). Details zu den Standards sind auf den jeweiligen Websites zu finden.

Die folgenden Unterkapitel stellen beispielhaft die diversen Kriterien und den möglichen Beitrag von Bene zu ausgewählten Zertifizierungsstandards dar. In grauer Schrift sind projekt- oder planungsabhängige Kriterien, die nur unter bestimmten Umständen für das Erreichen einer höheren Punktzahl ausschlaggebend sind.

3.7.1. LEED

Leadership in Energy and Environmental Design, kurz LEED, wird nahezu weltweit als Standard genutzt und wurde vom U.S. Green Building Council (USGBC) entwickelt. Bei LEED gibt es – wie auch bei vielen anderen Standards – unterschiedliche Spezifizierungen. 2025 werden Neuerungen in der Version 5 veröffentlicht.

3.7.2. WELL BUILDING STANDARD

Der WELL-Gebäudestandard wurde 2014 vom International WELL Building Institute™ (IWBI™) eingeführt. Es ist mittlerweile einer der führenden Standards für Gebäude, Innenräume und

Gemeinden, die Eigenschaften implementieren, validieren und messen wollen, die die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden unterstützen und fördern.

Bene Produkte bzw. Büromöbel und Wände generell können nicht nach LEED oder anderen Gebäudezertifizierungsstandards zertifiziert werden. Sie können bei ausgewählten Kriterien zum Erreichen eines guten Ergebnisses bzw. einer höheren Punktzahl beitragen.

3.7.3.

DGNB

Das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB, wurde 2008 von der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) ins Leben gerufen. Im Gegensatz zu allen anderen Gebäudestandards liegt hier kein klassisches Punktesystem zugrunde, sondern ein komplexes Bewertungsmodell. Folgende Kriterien sind gemäß „DGNB-Handbuch für Nachhaltiges Bauen“ für unsere Produkte und Dienstleistungen relevant: „keine Verwendung von tropischen, subtropischen und borealen Hölzern“, „Verwendung von zertifiziertem Holz“, „Innenraumhygiene“, „Umnutzungsfähigkeit“, „Luftschallschutz gegenüber fremden Arbeitsräumen und eigenen Arbeitsbereichen“ und „Rückbaubarkeit, Recycling- und Demontagefreundlichkeit“.

3.7.4. BREEAM

Die Building Research Environmental Assessment Method (kurz BREEAM) ist ein aus Großbritannien stammender Standard, der bereits 1990 vom Building Research Establishment (BRE) initiiert wurde. Die Kriterien „Verantwortungsbewusste Materialbeschaffung“, „Flüchtige organische Verbindungen (VOC)“ und „Schalldämmung“ können durch unsere Produkte bzw. unsere Planungen positiv beeinflusst werden.

3.8.LOGISTIK

3.8.1. WARENTRANSPORT

Routenplanung, zu bewältigende Distanz und ökologische Auswirkungen sind die entscheidenden Faktoren bei der Wahl von Transportmitteln für die Auslieferung bei Bene. Zur Wahl stehen Schiffe, Lkw-Speditionen, Flugspeditionen und der eigene Fuhrpark der BGO Montage und Logistik GmbH

Bene besitzt seit 2021 keine eigenen Transport-Fahrzeuge mehr, da seither die gesamte Logistik und Montage an das Schwester-Unternehmen BGO Montage und Logistik GmbH ausgegliedert ist.

Der Transport der Waren per Bahn wurde wieder aufgenommen. Über die Firma Gebrüder Weiss werden Container per Bahn von Wels nach Tirol und Vorarlberg verschickt.

Anzahl Container, WABs, Sendungen, etc.

Straße WAB76 (je ca. 40 m³)

Straße Sattel-Lkw (je ca. 80 m³)

Sonstiges (Kleintransporte, Paketdienste, Seefracht, Luftfracht)

76 Ein Wechselaufbau (auch Wechselbehälter, Wechselpritsche, Wechselkoffer) ist ein austauschbarer Ladungsträger, der sich –ähnlich wie ein ISO-Container – vom Trägerfahrzeug (Lkw) trennen lässt.

Sowohl in Zusammenarbeit mit den Speditionen als auch bei Transporten über die BGO Montage und Logistik GmbH legen wir Wert auf die kontinuierliche Optimierung von Routen und die Vermeidung von Leerfahrten.

Kilometer- bzw. Spritverbrauchsdaten zu den Warentransporten liegen bei Bene aufgrund der Vergabe an Speditionen nur eingeschränkt vor.

3.8.2. PERSONENTRANSPORT

Dank ihrer zentralen Lage sind die Bene Schauräume in den verschiedenen Großstädten weltweit gut an das öffentliche Verkehrsmittelnetz angeschlossen und sind auch ohne eigenes Kraftfahrzeug gut zu erreichen. Das Headoffice in Waidhofen an der Ybbs kann mit einem öffentlichen Bus erreicht werden. Aufgrund der ländlichen Gegebenheiten werden viele Strecken, wie die Fahrt zur und von der Arbeit, mit den Kraftfahrzeugen der Mitarbeitenden oder mit Firmenfahrzeugen zurückgelegt. Es stehen ausreichend Parkplätze für die Fahrzeuge unserer Mitarbeiter:innen und Kund:innen zur Verfügung. Des Weiteren sind überdachte Abstellplätze für Fahrräder verfügbar.

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit sind Bene Mitarbeitende weltweit im Einsatz. Im Jahr 2024 wurden 0,96 Mio. km mit dem Flugzeug zurückgelegt77 . Dies entspricht einer Steigerung von 33 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr vor der Corona-Pandemie (2019) wurden noch 2,2 Mio. km per Flugzeug zurückgelegt. Der Wert für 2024 ist um 56 % geringer als im Jahr 2019.

Personentransport in Mio. km

Durch den Personen-Straßenverkehr mit Firmenfahrzeugen wurde 2024 ein CO2-Ausstoß von ca. 430 t CO2e verursacht.

3.9.ABFALLMANAGEMENT

3.9.1. ENTSORGUNG VON PRODUKTIONSABFÄLLEN

Durch die kontinuierliche Optimierung von Beschaffung und Produktion versucht Bene, Abfall erst gar nicht entstehen zu lassen. Nicht vermeidbare Abfälle werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen entsorgt, rezykliert oder zur Energiegewinnung eingesetzt. Der Großteil der Abfallmenge fällt in Form von Wertstoffen an. Altstoffe wie Stahl, Aluminium, Kunststofffolien, Spanplattenabfälle, Karton und Papier werden im Werk sortenrein getrennt und an Abfallbehandler bzw. Lieferanten zum Recyceln übergeben.

77 Es sind alle über die Zentrale in Waidhofen gebuchten Flüge erfasst.

In folgender Tabelle sind die Anteile der drei Hauptabfallarten und deren Behandlung (C/P78 oder TB79) sowie deren Entsorgungswege gemäß Abfallverzeichnisverordnung bzw. ÖNORM S 2100 dargestellt.

Abfallmengenentwicklung in t

Nicht gefährliche Abfälle (keine Wertstoffe)

Nicht gefährliche Abfälle (Wertstoffe)

Abfallmengen Wertstoffe in t

78 Chemisch-physikalische Behandlung (C/P): Behandlung des Abfalls mit chemischen bzw. physikalischen Methoden, um seine chemischen, physikalischen oder auch biologischen Eigenschaften zu verändern, etwa durch Neutralisieren, Fällen, Extrahieren, Reduzieren, Oxidieren, Verfestigen, Desinfizieren, Sortieren, Eindampfen, Trocknen, Destillieren, Sintern, Schmelzen, Vergasen. 79 Thermische Behandlung (TB): Behandlung des Abfalls mit thermischen Methoden für die Energiegewinnung.

Abfallmengen nicht gefährliche Abfälle in t

Abfallmengen gefährliche Abfälle in t

MINERALFASERABFÄLLE MIT GEFAHRENRELEVANTEN FASEREIGENSCHAFTEN

GIPSKARTONPLATTEN

WERKSTÄTTENABFÄLLE (FESTE FETT- UND ÖLVERSCHMUTZTE BETRIEBSMITTEL)

SÄUREN UND GEMISCHE ANORGANISCH

LACK-, FARBSCHLAMM

DRUCKFARBENRESTE, TONER

BLEIAKKU

ASBESTABFÄLLE; ASBESTSTÄUBE

In etwa 60 % aller Platten-Abfälle werden über Dritte entsorgt. Die restlichen 40 % werden intern über die Biomassekessel verfeuert und somit Wärme für die Beheizung der Produktionshalle und des Bürogebäudes erzeugt.

Der Großteil der verwendeten Materialien kann wiederverwendet werden, und darüber hinaus folgen wir einem Abfallwirtschaftskonzept. Abfallbeauftragte in den Reihen von Bene stellen sicher, dass dieses Konzept umgesetzt wird und dass auch alle gesetzlichen Regelungen eingehalten werden.

Abfallfraktionen & Entsorgungswege

Abfallart Schlüss el-Nr. Entsorgungswege

Gewerbeabfälle (Restmüll) 91101 C/P, TB Sortierung – Recycling – Verbrennung zur Energiegewinnung

Holzplattenabfälle 17115 C/P, TB Recycling – Holzindustrie oder interne Verbrennung zur Energiegewinnung

Papier/Karton 18718 C/P, TB Recycling – Papierindustrie

Kunststofffolien 57119 C/P, TB Recycling – Kunststoffindustrie

Eisen/Stahl 35103 C/P Recycling – Stahlindustrie

Aluminium 35304 C/P Recycling – Aluminiumindustrie

Glas 31408 C/P Recycling – Glasindustrie

Compactplatten 57101 TB Verbrennung zur Energiegewinnung

Sonstiger LackFarbschlamm 55374 TB Verbrennung zur Energiegewinnung

Altöle 54102 TB Verbrennung zur Energiegewinnung

Werkstättenabfälle 54930 TB Aufbereitung – Verbrennung zur Energiegewinnung

3.9.2. ENTSORGUNG VON BENE PRODUKTVERPACKUNGEN

Bene setzt seit vielen Jahren auf ökologisches und ressourcenschonendes Handeln und Denken. Aus diesem Grund legen wir bei der Umsetzung der Auflagen aus der Verpackungsverordnung hohen Wert auf einfach rezyklierbare Verpackungen (siehe Kapitel 3.3.8). Nach der Montage am Bestimmungsort wird das gesamte Verpackungsmaterial von den Monteur:innen mit den Liefercontainern zu Bene retourgeschickt (innerhalb Österreichs) bzw. an konzessionierte Entsorger zur fachgerechten Wiederverwertung übergeben (außerhalb Österreichs).

Im Werk in Waidhofen ist ein eigenes Team für die Trennung und Sortierung der Kartonagen und Verpackungshölzer verantwortlich, die Bene in Umlauf bringt. Die retournierten Materialien werden, sofern möglich, an die Endfertigung weitergegeben und wiederverwendet. Sollte eine Wiederverwendung nicht mehr möglich sein, so werden die Materialien hausintern gesammelt und mit allen anderen Verpackungen (Folien usw.) fachgerecht (sortenrein) an konzessionierte Entsorgungsunternehmen übergeben.

Für Fälle, in denen bei Kund:innen innerhalb Österreichs geringfügige Verpackungsmengen anfallen, hat Bene mit dem Sammelsystemanbieter Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH & Co KG einen Partnervertrag abgeschlossen. Damit sind diese Mengen unter der Partnernummer 3414 entpflichtet. Die dabei entstehenden Treibhausgasemissionen werden mit der Unterstützung des Klimaschutzprojektes „Solarenergie in Rajasthan“ in Indien (Projekt ID-7726) kompensiert. Im Jahr 2023 wurden dafür 81 kg CO2-Äquivalente berechnet.

3.9.3. KREISLAUFWIRTSCHAFT (SECOND PRODUCT LIFE)

Unsere Produkte erfüllen sämtliche obligatorischen europäischen und österreichischen Standards für Möbel. Darüber hinaus ist eine breite Palette unserer Produkte mit zusätzlichen Zertifikaten ausgezeichnet worden, zum Beispiel dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, dem PEFCZertifikat (Produktkette) und dem Austria Gütezeichen (zertifizierte Qualität).

Alle diese Labels bestätigen die hohe Qualität von Prozessen und Produkten. Dies führt zu einem hohen Gebrauchsnutzen unseres Produktportfolios. Aufgrund dieser Gegebenheiten haben unsere Produkte eine hohe voraussichtliche Produktlebensdauer: im Durchschnitt mehr als 17 Jahre. Danach sind sie weiterhin gebrauchstauglich und können meist ohne Weiteres noch längere Zeit genutzt werden. Damit eine besonders lange Nutzung in einem sogenannten Second oder sogar Third Life möglich ist, lassen sich Bene Produkte auch noch nach vielen Jahren mit spezifischen Ersatzteilen (neue Tischplatten usw.) erneuern.

3.9.4.

ENTSORGUNG VON BENE PRODUKTEN (END OF LIFE)

Trotz hoher Nutzungsdauer und Haltbarkeit werden auch Bene Produkte irgendwann nicht mehr weiterverwendet bzw. durch neue Produkte ersetzt. Daher achten wir schon im Zuge der Konstruktion auf die Zerleg- und Rezyklierbarkeit unserer Produkte.

Nahezu alle Produkte können am Gebrauchsende sortenrein in ihre Ausgangsmaterialien zerlegt werden, die sich dann wiederverwerten oder rezyklieren lassen. Grundsätzlich sind alle Produktbestandteile nach den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes bzw. der jeweiligen Region einer ordnungsgemäßen Entsorgung oder Wiederverwertung zuzuführen.

In der folgenden Tabelle sind die häufigsten bei unseren Produkten eingesetzten Materialien und deren übliche Verwertungswege in Mitteleuropa übersichtlich dargestellt. Infolge unterschiedlicher gesetzlicher Bestimmungen kann es länderspezifische Unterschiede geben. Die aufgelisteten Abfallbehandlungen werden von konzessionierten Entsorgungsunternehmen bzw. direkt von den Rohmaterialverarbeitern oder -herstellern durchgeführt.

• Holzplatten (Spanplatten/MDF) Recycling – Holzindustrie. Oder therm. Energiegewinnung

• Eisen/Stahl Recycling – Stahlindustrie

• Aluminium Recycling – Aluminiumindustrie

• Glas (ESG/VSG) Recycling – Glasindustrie

• Compactplatten Verbrennung zur Energiegewinnung (mit Spezialanlagen)

• Bezugsstoffe Verbrennung zur Energiegewinnung

• Papier/Karton Recycling – Papierindustrie

• Kunststoffe Recycling – Kunststoffindustrie

Alternativ zur Rezyklierung bzw. zur Verbrennung zwecks Energiegewinnung können die zu entsorgenden Produkte für eine Weiterverwendung an Mitarbeitende, sozial bedürftige Personen oder soziale Einrichtungen gespendet werden. Auch Produktteile (etwa Wandbezugsstoffe) eignen sich gut für eine weitere Verwendung.

3.9.4.1. WEEE-RICHTLINIE80

Seit der Überarbeitung der EU-Richtlinie 2012/19/EU aus dem Jahr 2012, die Elektro- und Elektronikaltgeräte betrifft – kurz WEEE-Richtlinie –, sind wir als Hersteller bzw. Inverkehrbringer verpflichtet, uns zu registrieren und laufend die in Verkehr gebrachten Mengen zu melden und für diese Mengen eine Entsorgungsgebühr vorzustrecken.81 Die WEEE-Richtlinie dient der Vermeidung von Elektro- und Elektronikgeräteabfall und der Reduzierung solcher Abfälle durch Wiederverwendung, Recycling und andere Formen der Verwertung. Sie legt Mindestnormen für die Behandlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten in der EU fest, um zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesem Bereich beizutragen.

80 WEEE: Waste of Electrical and Electronic Equipment

81 Unter die WEEE-Richtlinie fallende Geräte sind in der Regel mit dem Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne gekennzeichnet.

Aufgrund der Tatsache, dass die WEEE-Richtlinie in nationales Recht zu übertragen war, unterscheidet sich die Umsetzung und Vorgehensweise in den einzelnen EU-Ländern –Inverkehrbringer benötigen in jedem EU-Land eine eigene Registrierung. In Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister (take-e-way GmbH, https://www.take-e-way.de/) hat sich die Bene GmbH als Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten mit der Marke Bene in unseren wichtigsten europäischen Zielländern registrieren lassen. Unter anderem in den folgenden Ländern – und unter den jeweiligen Nummern – ist Bene für die Bereiche B2B und B2C registriert:

• Österreich GLN9110022782844

• Deutschland DE 87980211

• Schweiz VP11374

• Liechtenstein VP11374

• Frankreich M3422

• Großbritannien WEE/MM8044AA

• Polen BDO000120863

• Niederlande Keine Nummer82

• Belgien Keine Nummer

• Irland 3382W

• Italien IT21040000012912

3.10. UNTERNEHMENSÖKOBILANZ

Bene strebt die kontinuierliche Erhöhung seiner Verwendung von erneuerbaren Energien in der Produktion und entsprechende Effizienzsteigerungen an. Dies schützt die Umwelt und schont das Klima. Die Auswirkungen auf das Klima sind anhand der direkt von Bene verursachten und über die indirekten Emissionen der Produktion messbar. Als Kenngröße dient uns der Carbon Footprint, der bei Bene seit 2009 erhoben wird. Der Carbon Footprint, auch CO2-Fußabdruck oder CO2Bilanz genannt, ist ein Maß für die Gesamtheit der Treibhausgasemissionen83 (gerechnet in CO2Äquivalenten), die direkt und indirekt durch eine Aktivität verursacht werden oder über die Lebensstadien eines Produkts anfallen. Zu unterscheiden ist zwischen dem Product Carbon Footprint (PCF)84 und dem Corporate Carbon Footprint (CCF).

Die Erfassung und die Analyse umweltrelevanter Daten, etwa zu Ressourcen- und Energieverbrauch, eingesetzten Werkstoffen und entstehendem Abfall, erfolgen periodisch (jährlich) in Form einer Input-Output-Bilanz. Dabei werden alle beschafften Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Energieträger sowie gefertigte Produkte, Nebenprodukte und Abfälle mengenmäßig erfasst. Nach der Erhebung der Daten erfolgt ein Vergleich von Input und Output. Dabei werden Schwachstellen bzw. Optimierungspotenziale erkennbar und können in den regelmäßig stattfindenden Audits diskutiert werden.

3.10.1. UMWELTWIRKUNGSKATEGORIEN85 Folgende Umweltwirkungskategorien finden bei den verschiedenen Ökobilanzen Berücksichtigung:

82 In den Niederlanden und Belgien werden seitens nationaler Stelle keine Registrierungsnummern vergeben.

83 Treibhausgase (THG) sind strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen langwelligen Infrarotstrahlung, die ohne diese Gase in das Weltall entweichen würde.

84 Der PCF ist neben anderen Kenngrößen ein wesentlicher Bestandteil der produktbezogenen Ökobilanzen bei Bene.

85 Die in Klammern genannten Abkürzungen sind teilweise international gängig (z. B. GWP) und teilweise frei gewählt (z. B. WU); sie dienen dazu, die Daten in den LCDS-Dokumenten einfach erkennbar zu machen (u.a. bei Grafikbeschriftungen).

• Global Warming Potential (GWP; also Treibhausgaspotenzial), Carbon Footprint, in kg CO2Äqu./kg

• Cumulative Energy Demand (CED; also Primärenergieverbrauch), gegliedert in erneuerbaren und nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauch, in kWh/kg

• Acidification Potential (AP; also Versauerungspotenzial), Eintrag säurebildender Substanzen in Böden und Gewässer, in mol H+-Äquivalente /kg

• Photochemical Ozone Creation Potential (POCP; also Photooxidantienbildungspotenzial), Sommersmogpotenzial, Bildung bodennahen Ozons, photochemische Oxidantienbildung, in kg NMVOC-Äquivalente/kg

• Nutrification Potential (NP), Eutrophierungspotenzial, Überdüngung, vermehrter Eintrag von Nährstoffen in Böden und Gewässer, in kg P-Äquivalente/kg für Frischwasser, kg NÄquivalente / kg für Meere und mol N-Äquivalente / kg für Bodeneintrag (terrestrisch)

• Ozone Depletion Potential (ODP; also Ozonzerstörungspotenzial, Ozonabbaupotenzial), Abbau der stratosphärischen Ozonschicht, in kg CFC-11/kg

• Abiotic Resource Depletion (ARD), Abiotic Depletion Factor: abiotischer Ressourcenverbrauch, Erschöpfung abiotischer Ressourcen (Luft und Luftbestandteile, Wasser, mineralische Rohstoffe, Metallerze und fossile Brennstoffe), Abbau nicht nachwachsender Rohstoffe, in kg Sb-Äquivalente/kg für mineralische Rohstoffe, MJ / kg für fossile Rohstoffe und m3 / kg für Wasser.

• Non-hazardous waste (NHW) Abfall, nicht gefährlich (inklusive Schlacke, Asche und Schutt), in kg/kg

• Hazardous Waste (HW): Abfall, gefährlich (beispielsweise radioaktiv), in kg/kg

• Wasserverbrauch/Water Footprint (WF): physischer Wasserbedarf („blaues Wasser“ gemäß Methode des Water Footprint), in m³/kg

• USEtox: Human Toxicity: non-carcinogenic – Human Toxicity Classification Factor (HXNC): Humantoxizität (nicht krebserregend), in CTUh/kg

• USEtox: Human Toxicity: carcinogenic – Human Toxicity Classification Factor (HXC): Humantoxizität (krebserregend), in CTUh/kg

• USEtox: Ecotoxicity: total – Ecological Classification Factor (EX): Ökotoxizität in CTUe/kg

• Land Use laut soil quality index, in points / kg

Die Faktoren der Umweltwirkungskategorien beruhen zu einem Großteil auf Daten aus der Ecoinvent-Datenbank und aus weiteren einschlägigen Datenbanken.

3.10.2. CORPORATE CARBON FOOTPRINT

Der Corporate Carbon Footprint (CCF, Treibhausgasinventur) erfasst alle Emissionen, die durch die Tätigkeit eines Unternehmens innerhalb eines Jahres erzeugt werden. Eine solche Emissionsbilanz beinhaltet die Emissionen aus eigenen Fahrzeugen und Anlagen sowie die aus eingekaufter Energie (wie Strom und Wärme). Diese Kernbereiche werden als Scope 1 und Scope 2 bezeichnet. Eine vollständige Bilanz enthält jedoch auch die Emissionen des Scope 3, also aller vor- und nachgelagerten Bereiche der Wertschöpfungskette. Dazu gehören neben bezogenen Roh- und Betriebsstoffen beispielsweise auch Dienstreisen und das Pendeln von Mitarbeitenden, Müllentsorgung und eingekaufte Dienstleistungen (etwa durch Subunternehmer).

Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Treibhauspotenziale eines Gases in CO2-Äquivalente umgerechnet. Der Weltklimarat (IPCC)86 hat die Werte für Treibhausgase und ihre CO2Äquivalente veröffentlicht (bezogen auf eine Zeitspanne von 100 Jahren).87 1 kg des in der folgenden Übersicht aufgeführten Treibhausgases hat dieselbe Auswirkung auf den Klimawandel wie … kg CO2:

86 IPCC steht für Intergovernmental Panel on Climate Change. (https://www.ipcc.ch/)

87 Sechster Sachstandsbericht des IPCC, 2023 (https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-cycle/).

• Methan (CH4)

• Distickstoffoxid (Lachgas) (N2O)

• 1,1,1,2-Tetrafluorethan (C2H2F4)

• Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW)

• Tetrafluormethan (CF4)

• Fluorkohlenwasserstoffe (FKW, HFKW)

• Stickstofftrifluorid (NF3)

Im Bereich der direkten Emissionen werden Treibstoffe und Heizöl in die Berechnung einbezogen. Indirekte Emissionen entstehen in den Bereichen Strom, Abfälle und Materialien. Der Bene Fußabdruck bildet somit Scope 1 und 288 und Teile von Scope 389 gemäß dem Greenhouse Gas Protocol (GHG)90 ab.

Corporate Carbon Footprint nach Scopes in t CO2-Äqu. gemäß Greenhouse Gas Protocol

Hier sind die Emissions-Bereiche der Scopes aufgelistet:

• Produktion Scope 1 Holzspäne, Heizöl

• Verkehr Scope 1 Diesel, Benzin, Kerosin

• Strom Scope 2 Strom

• Recycling Scope 3 Alle Abfälle (nachgelagert; Kategorie 12)

• Materialien Scope 3 Alle Zukaufsmaterialien (vorgelagert; Kategorie 1), VOCs aus Lacken und Beizen sowie Vorkette (Erzeugung) der Stoffe aus Scope 1, Leitungsverluste und Vorkette der Energieträger

• Dienstreisen Scope 3 Flüge + Dienstfahrten mit privatem Pkw

Im Jahr 2024 wurden weitere Emissionen aus dem Scope 3-Bereich erhoben. Es werden noch nicht alle 15 Kategorien laut Greenhouse Gas Protocol erhoben, es ist aber als zukünftige Maßnahme eingeplant.

88 In der Kategorie Scope 1 werden alle CO2-Emissionen ausgewiesen, die direkt von Bene gesteuert werden können (direkte CO2-Emissionen). Bei Scope 2 werden CO2-Emissionen ausgewiesen, die bei der Erzeugung von Energie durch die jeweiligen Versorger verursacht werden (indirekte CO2-Emissionen). Das bedeutet, die CO2-Emissionen in Scope 1 des Energieerzeugers bilden die Scope-2-Emissionen des Verbrauchers. Alle übrigen CO2-Emissionen, die nicht der direkten Kontrolle des Unternehmens unterliegen, werden in Scope 3 ausgewiesen (andere indirekte CO2-Emissionen).

89 Bene erfasst in Scope 3 alle zugekauften Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie das gesamte Recycling und die Personentransporte per Flugzeug. Die Transporte via externe Frächter per Lkw, Bahn oder Schiff sind nicht erfasst.

90 Das Greenhouse Gas Protocol definiert Regeln zur organisationalen und operativen Abgrenzung einer Treibhausgasbilanz. Besonders relevant ist hier die Einteilung der Emissionen in drei sogenannte Scopes. Siehe http://www.ghgprotocol.org/

Scope 3 Kategorie

Vorgelagert – Kapitalgüter (2.)

Vorgelagert –Mitarbeitenden-Anreise (7.)

Vorgelagert – Dienstreisen (6.)

Errichtung PVAnlage91 1.550

Abschätzung österr. Mitarbeitende gesamt 695

Dienstfahrten mit privatem Pkw 5

Durch das praktizierte Abfallrecycling und die damit verbundene Substitution von Neumaterial werden bei den Abfällen Gutschriften ausgewiesen – in den Tabellen als negative Zahl dargestellt –, die sich positiv auf den Carbon Footprint auswirken. Die Zahlen betreffen den Produktionsstandort in Waidhofen. Bei den Scope 2-Emissionen wurden zusätzlich die Stromverbräuche (Wasserkraft) in den Filialen in Österreich hinzugerechnet (Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, Wien, Klagenfurt).

3.10.3. WEITERE UMWELTWIRKUNGSKATEGORIEN

Neben dem Corporate Carbon Footprint erlaubt es die detaillierte Ökobilanzberechnung von Bene, auch alle anderen Wirkungskategorien (siehe Kapitel 3.10.1) auf Unternehmensebene darzustellen.

3.10.3.1. PRIMÄRENERGIEVERBRAUCH

Primärenergieträger sind natürlich vorkommende Energieträger, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden.

91 Die Errichtung der PV-Anlage findet Eingang in die Scope 3-Emissionen im corporate carbon footprint im Jahr 2024. Es werden dadurch in den Folgejahren keine jährlichen Emissionen durch die Strom-Produktion angenommen.

Primärenergieverbrauch gesamt von Bene nach Bereichen in MWh

3.10.3.2. VERSAUERUNGSPOTENZIAL

Das Versauerungspotenzial stellt dar, in welchem Maß bestimmte Stoffe H+-Ionen bilden und abgeben können. Versauernd wirkende Stoffe sind zum Beispiel Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx) und Schwefelwasserstoff (H2S). Sie reagieren in der Luft zu Schwefel- und Salpetersäure und fallen als „saurer Regen“92 zu Boden.

Versauerungspotenzial von Bene nach Bereichen in Mol H+-Äquivalente

3.10.3.3. PHOTOOXIDANTIENBILDUNGSPOTENZIAL (OZONBILDUNG)

Während ein zu geringer Gehalt an Ozon in der Atmosphäre zu Gefährdungen der Umwelt führt, kann sich ein zu hoher Ozongehalt in Bodennähe schädlich auf Menschen und Tiere auswirken (Sommersmog)93. Die Bildung von bodennahem Ozon erfolgt unter dem Einfluss von Sonnenstrahlung durch photochemische Reaktionen von Stickoxiden mit Kohlenwasserstoff und flüchtigen organischen Stoffen. Das Ozonbildungspotenzial gibt an, inwieweit schädliche Spurengase (etwa NOx, Kohlenwasserstoffe) in Verbindung mit UV-Strahlung zur Bildung von bodennahem (troposphärischem) Ozon beitragen.

Photooxidantienbildungspotenzial von Bene nach Bereichen in kg NMVOC-Äquivalente

3.10.3.4. EUTROPHIERUNGSPOTENZIAL

(ÜBERDÜNGUNG)

Als Eutrophierungspotenzial wird der Beitrag von Substanzen zur Eutrophierung (Nährstoffeintrag, Überdüngung) von Gewässern und Böden verstanden. Es wird durch das sogenannte Phosphatäquivalent (PO4e) ausgedrückt. Dieses gibt an, wie viel ein Stoff im Vergleich zu

92 Saurer Regen ist u.a. eine Ursache für Waldsterben, Fischsterben oder die Schädigung historischer Gebäude.

93 Ausgedrückt wird die photochemische Oxidantienbildung durch das sogenannte Ethenäquivalent (C2H4e).

Phosphat zur Überdüngung beiträgt. Zur Überdüngung tragen vor allem Phosphor- und Stickstoffverbindungen bei. Diese gelangen unter anderem bei der Herstellung von Bauprodukten (Kunststoffe, Metalle), vor allem aber infolge von Auswaschungen der Verbrennungsemissionen in die Umwelt.

Eutrophierungspotenzial von Bene nach Bereichen

3.10.3.5. OZONZERSTÖRUNGPOTENZIAL

Das Ozonschichtabbaupotenzial beschreibt, welchen schädigenden Einfluss ein Stoff auf die Ozonschicht94 hat. Unter anderem Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) kann das Ozon in der Atmosphäre zerstören. Bei einer Vielzahl von Herstellungsprozessen entweichen ozonschädigende Gase in die Atmosphäre.

Ozonzerstörungspotenzial von Bene nach Bereichen in kg CCl3Fe

Die derzeit pro Jahr mit Holz aus österreichischen Wäldern in Österreich hergestellten Produkte (hier spricht man von stofflich genutztem Holz) vermeiden allein durch den Substitutionseffekt 8 Mio. t CO295. Das entspricht einem Zehntel der gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen Österreichs oder in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß aller zugelassenen Pkw in Österreich. (https://www.proholz.at/wald-holz-klima/holz-waechst-und-waechst).

3.10.3.6. ABIOTISCHER

RESSOURCENVERBRAUCH

Dieser Wert beschreibt die Reduktion des globalen Bestands an nicht erneuerbaren Rohstoffen96 , zum Beispiel fossile Brennstoffe, Uranerze, mineralische Rohstoffe (Sand, Ton, Kies etc.), (Süß)Wasser sowie Luft und ihre Bestandteile. Sowohl Entnahme als auch Verschmutzung führen zu

94 Die Ozonschicht in der Stratosphäre (15 bis 50 km Höhe) entsteht, wenn kurzwellige UV-Sonnenstrahlen auf Sauerstoffmoleküle treffen. Ozon nimmt diese kurzwellige UV-Strahlung auf und gibt sie mit größerer Wellenlänge in alle Richtungen wieder ab, sodass nur ein Teil der gefährlichen Strahlung auf die Erde trifft.

95 Siehe CAREFORPARIS. Adaptation for CARbon Efficient FORests and the entire wood value chain. Evaluating pathways supporting the PARIS agreement. BOKU Wien, Bundesforschungszentrum für Wald, Wood K plus, Umweltbundesamt. Wien 2020.

96 Für nicht erneuerbar wurde ein Zeitraum von mindestens 500 Jahren angenommen.

einer Verknappung. Dies ist auch der Fall bei erneuerbaren Ressourcen wie beispielsweise Holz oder Biomasse, wenn der Verbrauch über der Erneuerungsrate liegt.

Abiotischer Ressourcenverbrauch (abiotic resource depletion; ARD) von Bene nach Bereichen 2023

3.10.3.7. WASSERVERBRAUCH

Der Water Footprint ist – ähnlich dem CCF – als Corporate Water Footprint100 für die gesamte Bene Gruppe dargestellt. Er umfasst sogenanntes blaues, grünes und graues Wasser (https://waterfootprint.org/en/water-footprint/what-is-water-footprint/). Die von Bene an seinen Standorten genutzten Wassermengen (siehe Kapitel 3.3.6) sind hier (wie auch in allen anderen Tabellen) ein Teil von Scope 1.

Corporate Water Footprint nach Bereichen in m³

Blaues Wasser ist solches, das aus Oberflächen- oder Grundwasserressourcen stammt und entweder verdunstet, in ein Produkt eingearbeitet oder aus einem Gewässer entnommen und in ein anderes zurückgeführt oder zu einem anderen Zeitpunkt zurückgegeben wird (physischer Frischwasserbedarf). Bewässerungslandwirtschaft, Industrie und häuslicher Wasserverbrauch können einen blauen Wasserfußabdruck haben.101 Grünes Wasser stammt aus Niederschlägen und wird in der Wurzelzone des Bodens gespeichert sowie von Pflanzen verdunstet, transpiriert oder aufgenommen. Er ist besonders relevant für landwirtschaftliche, gartenbauliche und forstwirtschaftliche Produkte. Als Grauwasser wird Süßwasser („Frischwasser“) bezeichnet, das genutzt wird, um Schadstoffe zu assimilieren und bestimmte Wasserqualitätsstandards zu erfüllen. Der Grauwasserfußabdruck berücksichtigt Verschmutzungen aus Punktquellen, die direkt über eine Rohrleitung oder indirekt

97 Material resources: metals/minerals – abiotic depletion potential (ADP) – elements (ultimate reserves)

98 Energy resources: non-renewable – abiotic depletion potential (ADP) – fossil fuels

99 Water use: user deprivation potential (deprivation-weighted water consumption)

100 Der Wasserfußabdruck (Water Footprint) beziffert die Menge des Wassers, das für die Produktion der von uns erzeugten Produkte verwendet wird. Er kann für einen einzelnen Prozess, wie den Anbau von Baumwolle, für ein Produkt, wie eine Spanplatte, für den Kraftstoff, der von unseren Autos verbraucht wird, oder insgesamt für ein Unternehmen ermittelt werden.

101 Kühlwasser sowie verschmutztes oder verdunstetes Wasser zählt nicht dazu.

über Abflüsse oder Auswaschungen aus dem Boden, undurchlässigen Oberflächen oder anderen diffusen Quellen in eine Süßwasserressource eingeleitet werden.

Corporate Water Footprint 2024 nach Bereichen in m³

3.10.3.8. HUMANTOXIZITÄT

Hier wurde die USEtox-Methode gewählt, die sowohl Human- als auch Ökotoxizität abdeckt. Die Humantoxizität wird in CTU (Comparative Toxic Units) ausgedrückt102 und in zwei Unterkategorien eingeteilt, die karzinogene (krebserregende) und die nicht karzinogene (nicht krebserregende) Humantoxizität.

Humantoxizität nach Bereichen in CTU

Humantoxizität 2024 nach Bereichen in CTU Nicht krebserregend Krebserregend

3.10.3.9. ÖKOTOXIZITÄT

Im Fall der Ökotoxizität (aquatische Toxizität) geben die CTU den potenziell betroffenen Anteil der Arten über Wasservolumen und Zeit an; man spricht hier auch von PAF, was für Potentially Affected Fraction of Species steht.103

102 Die CTU geben die Häufigkeit der Erkrankungen an, die durch die Emission eines bestimmten Stoffs verursacht werden. Dabei gilt Folgendes: [CTUh per kg emitted] = [disease cases per kg emitted].

103 [CTUe per kg emitted] = [PAF × m³ × day per kg emitted].

Ökotoxizität nach Bereichen in 1.000 CTUe

3.10.3.10. LANDVERBRAUCH

Hier wurde die ReCiPe-Endpoint-Methode zur Ermittlung gewählt. Dabei werden drei Unterkategorien unterschieden:

• landwirtschaftliche Flächen bzw. Landnutzung (agricultural land occupation)

• städtische Flächen bzw. Landnutzung (urban land occupation)

• Umwandlung von natürlichen Flächen (natural land transformation)

Die ersten beiden werden hierbei in m²/Jahr angegeben, die dritte in m² – denn Landnutzung geschieht Jahr für Jahr, während Umwandlung von einer Form in eine andere (beispielsweise von Wald in Industriegelände) nur einmal erfolgt. Bei dieser Methode werden diese drei Kategorien in Punkte umgerechnet, wobei die Qualität des genutzten bzw. umgewandelten Landes berücksichtigt wird. Infolgedessen – anhand der damit zur Verfügung stehenden gleichen Einheit –können die drei Unterkategorien zu „Landverbrauch“ zusammengefasst werden.

Zum besseren Verständnis seien hier einige Beispiele genannt, die veranschaulichen, wofür die Punkte bei der Kennzahl Landverbrauch im Einzelnen stehen können:

Bei „agricultural land occupation“ kann 1 Punkt bedeuten, dass …

• 27,80 m² Ackerland104 ein Jahr lang genutzt werden

• 48,54 m² Wald105 ein Jahr lang genutzt werden

• 29,12 m² Buschland106 ein Jahr lang genutzt werden

Bei „urban land occupation“ hingegen kann 1 Punkt bedeuten, dass …

• 21,84 m² Deponieflächen107, Industrieflächen108 oder Verkehrsflächen109 ein Jahr lang genutzt werden

Und bei „natural land transformation“ schließlich kann 1 Punkt bedeuten, dass …

• 0,23 m² Wald110 in eine andere Landform umgewandelt werden

104 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; agricultural land occupation; permanent crop, irrigated, intensive

105 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; agricultural land occupation; forest, extensive

106 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; agricultural land occupation; shrub land, sclerophyllous

107 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; urban land occupation; dump site

108 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; urban land occupation; industrial area

109 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; urban land occupation; traffic area, rail/road embankment

110 ReCiPe land use EcoInvent e3.7.1; natural land transformation; from forest, unspecified

Landverbrauch nach Scopes in 1.000 Punkten

In dieser Kalkulation bleiben diejenigen Flächen unberücksichtigt, die Bene für seine Produktionsund Bürogebäude, Parkplätze etc. nutzt (ca. 10 ha).

4. ANHANG

4.1.ÜBER

DEN BERICHT

Das vorliegende Dokument stellt die Langfassung des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 (= 5 Nachhaltigkeitsbericht) dar. 2023 wurde zuletzt ein Nachhaltigkeitsbericht publiziert. Der nächste Bericht ist für das Jahr 2027 geplant und wird die Berichtsjahre 2025 und 2026 abdecken.

Der Nachhaltigkeitsbericht + Langfassung wurden in Anlehnung an den Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI G4) erstellt. Alle im vorangegangenen Nachhaltigkeitsbericht angeführten Kennzahlen wurden um den Berichtszeitraum 2023 und 2024 aktualisiert. Ökologische und gesellschaftliche Themen wurden zusammengetragen, die die Möbelbranche bzw. Bene in besonderem Maß betreffen.

Durch die Aufteilung des Berichts in eine Zusammenschau in einem Kurzbericht mit den wesentlichen Fakten und der hier vorliegenden Langfassung, werden die Informationsbedürfnisse unserer Zielgruppen erfüllt. Eine Kernzielgruppe für den Bericht sind neben den Kundinnen und Kunden und Auftragsmittlern von Bene auch die Mitarbeitenden Die vorliegende Langfassung soll dem Vertrieb, bzw. den vertriebsunterstützenden Bereichen beim Beantworten der unterschiedlichen Fragen im Rahmen von Ausschreibungen dienen.

Die angegebenen Daten beruhen auf Aufzeichnungen in den Bene Managementsystemen. Schätzungen wurden nur in Ausnahmefällen vorgenommen und sind im Bericht als solche kenntlich gemacht.

Dieser Bericht wurde keiner externen Überprüfung unterzogen.

© 2025 Bene GmbH – alle Rechte vorbehalten.

Version 25/02

4.2.IMPRESSUM

Bene GmbH

Schwarzwiesenstraße 3, 3340 Waidhofen an der Ybbs, Österreich, www.bene.com

Tel. + 43 7442 500-0

Fax + 43 7442 500-3380 office@bene.com

UID-Nr. ATU70065136

FN 444783v

GLN-Nr. 9110022782844111

Eori-Nr. ATEOS1000072483

DUNS-Nr. 300486498

Steuer-Nr. 09-258/3699

IPPC-Nr. AT-3022112

EAC-Scopes:

23 Herstellungsarten, die nicht klassifiziert sind (Sonstige Fertigung) → Hauptscope (Dieser Scope umfasst: Herstellung von Büro- und Ladenmöbeln)

29 Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern

111 Global Location Number.

112 Registernummer beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst Österreichs.

(Dieser Scope umfasst: Großhandel mit Büromöbeln; Großhandel mit Möbeln, Teppichen, Lampen und Leuchten; Einzelhandel mit Möbeln, Einrichtungsgegenständen und sonstigem Hausrat)

35 Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen (sonstige Dienstleistungen)

ÖNACE (NACE) Codes (laut Statistik Austria)113:

C 31.01-1 Herstellung von Büromöbeln → Haupttätigkeit

(Diese Unterklasse umfasst: Herstellung von Stühlen und anderen Sitzmöbeln für Büro- und Arbeitsräume; Herstellung von anderen Büromöbeln, beispielsweise Schreib- und Computertischen)

G 46.65-0 Großhandel mit Büromöbeln (Diese Unterklasse umfasst: Großhandel mit Büromöbeln und -einrichtungen; Großhandel mit Ladeneinrichtungen)

G 46.47-0 Großhandel mit Möbeln, Teppichen, Lampen und Leuchten (Diese Unterklasse umfasst: Großhandel mit Teppichen; Großhandel mit Lampen und Leuchten)

G 47.59-2 Einzelhandel mit Wohnmöbeln (Diese Unterklasse umfasst: Einzelhandel mit Ladeneinrichtungen und Büromöbeln; Einzelhandel mit Lampen und Leuchten (inklusive LED))

M 74.10-0 Ateliers für Textil-, Schmuck-, Grafik- und ähnliches Design (Diese Unterklasse umfasst: Tätigkeiten von Innenarchitekten)

N 77.33-0 Vermietung von Büromaschinen sowie Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen (Diese Unterklasse umfasst: Vermietung und Operating-Leasing von Büromöbeln)

Geokoordinaten: Latitude 47,9440; Longitude 14,8130

Gründungsjahr: 1790

Eigentümer:

BGO Beteiligungsverwaltungs GmbH (99 %)

ABAHO GmbH (0,5 %)

Grosso Holding GmbH (0,5 %)

Geschäftsführung:

Benedikt Wolfram, Finance, IT & Legal

Manfred Huber, Operations

Michael Fried, Sales, Marketing & Innovation

Ansprechpartner:innen:

Nachhaltigkeit Verena Anger

Abfallwirtschaft Manuela Zebenholzer

Umweltmanagement Verena Anger

Notfallmanagement Kurt Eichhorn

CoC Thomas Riegler

Verantwortlichkeiten:

Berichtsinhalt Verena Anger

Fragen zum Bericht übermitteln Sie bitte an: Verena Anger

Bene GmbH, Schwarzwiesenstraße 3, 3340 Waidhofen an der Ybbs, Österreich –office@bene.com

113 Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in den Europäischen Gemeinschaften.

4.3.GRI-INDEX

Die Global Reporting Initiative (GRI) hat Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt, in die die wesentlichen Aspekte von Nachhaltigkeit – ökonomische, ökologische und gesellschaftliche – eingeflossen sind: den GRI-Index. Dieser hat sich mittlerweile weltweit als Standard etabliert Die Anwendung des GRI-Index ermöglicht eine Vergleichbarkeit von Unternehmen und erfolgt freiwillig.

Die Bene GmbH hat über die in diesem GRI-Index genannten Informationen für den Zeitraum 2023-2024 unter Bezugnahme auf die GRI-Standards 2021 (G4) berichtet. Im folgenden Index sind die Inhalte beschrieben

Legende:

 berichtet

 nicht berichtet

 teilweise dargestellt

 nicht wesentlich

GRI Beschreibung

GRI 2 Allgemeine Angaben

1. Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken

GRI 2-1 Organisationsprofil  1.1 und 4.4 6-8, 93

GRI 2-2 Entitäten, die in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Organisation berücksichtigt werden  Systemgrenzen 2

GRI 2-3 Berichtszeitraum, Berichtshäufigkeit und Kontaktstelle

GRI 2-4 Richtigstellung oder Neudarstellung von Informationen

GRI 2-5 Externe Prüfung

2. Tätigkeiten und MitarbeiterInnen

GRI 2-6 Aktivitäten, Wertschöpfungskette und andere Geschäftsbeziehungen

Es gibt keine Richtig- oder Neudarstellungen

(3)

24, 52 (40ff)

GRI 2-7 Angestellte  2 25ff

GRI 2-8 Mitarbeiter/innen, die keine Angestellten sind

3. Unternehmensführung

GRI 2-9 Führungsstruktur und Zusammensetzung

GRI 2-10 Nominierung und Auswahl des höchsten Kontrollorgans

GRI 2-11 Vorsitzender des höchsten Kontrollorgans

GRI 2-12 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Beaufsichtigung der Bewältigung der Auswirkungen

GRI 2-13

GRI 2-14 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

GRI 2-15

GRI 2-17

Wissen des höchsten Kontrollorgans

GRI 2-18 Bewertung der Leistung des höchsten Kontrollorgans

GRI 2-19 Vergütungspolitik

GRI 2-20 Verfahren zur Festlegung der Vergütung

und Genehmigung der berichteten Informationen durch die Geschäftsführung in der Kurzfassung.

Beschreibung

2-21 Verhältnis der Jahresgesamtvergütung

4. Strategie, Richtlinien und Praktiken

GRI 2-22 Anwendungserklärung zur Strategie für nachhaltige Entwicklung

GRI 2-23 Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen

GRI 2-24 Einbeziehung politischer Verpflichtungen

GRI 2-25 Verfahren zur Beseitigung negativer Auswirkungen

GRI 2-26 Verfahren für die Einholung von Ratschlägen und die Meldung von Anliegen

GRI 2-27 Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen

GRI 2-28 Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen

5. Einbindung von Stakeholdern

GRI 2-29 Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern

GRI 2-30 Tarifverträge

GRI 3 Wesentliche Themen

GRI 3-1 Verfahren zur Bestimmung wesentlicher Themen

GRI 3-2 Liste der wesentlichen Themen

GRI 3-3 Management von wesentlichen Themen

GRI 200 Ökonomie

GRI 201 Wirtschaftliche Leistung

GRI 201-1 Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

GRI 201-2 Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen

GRI 201-3 Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

GRI 201-4 Finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand

GRI 202 Marktpräsenz

GRI 202-1 Verhältnis des nach Geschlecht aufgeschlüsselten Standardeintrittsgehalts zum lokalen gesetzlichen Mindestlohn

GRI 202-2 Anteil der aus der lokalen Gemeinschaft angeworbenen oberen Führungskräfte

GRI 203 Indirekte ökonomische Auswirkungen

GRI 203-1 Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

GRI 203-2 Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen

GRI 204 Beschaffungspraktiken

GRI 204-1 Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten

GRI 205 Korruptionsbekämpfung

GRI 205-1 Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden

GRI 205-2 Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung

GRI 205-3 Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahme(n)

GRI 206 Wettbewerbswidriges Verhalten

GRI 206-1 Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten bzw. Kartell- und Monopolbildung

GRI 207 Steuern

GRI 207-1 Steuerkonzept

GRI 207-2 Tax, Governance, Kontrolle und Risikomanagement

GRI 207-3 Einbeziehung von Stakeholdern und Management von steuerlichen Bedenken

GRI 207-4 Länderbezogene Berichterstattung

GRI 300 Ökologie

GRI 301 Materialien

GRI 301-1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen

GRI 301-2

Keine Rechtsverfahren

GRI Beschreibung

GRI 301-3 Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien

GRI 302 Energie

GRI 302-1 Energieverbrauch innerhalb der Organisation

GRI 302-2 Energieverbrauch außerhalb der Organisation

GRI 302-3 Energieintensität

GRI 302-4 Verringerung des Energieverbrauchs

GRI 302-5 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen

GRI 303 Wasser und Abwasser

GRI 303-1 Wasser als gemeinsam genutzte Ressource

GRI 303-2 Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung

GRI 303-3

GRI 304

GRI 304-1

Biodiversität

Eigene, gemietete und verwaltete Betriebsstandorte, die sich in oder neben geschützten Gebieten oder Gebieten mit hohem Biodiversitätswert außerhalb von geschützten Gebieten befinden

GRI 304-2 Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf die Biodiversität

GRI 304-3 Geschützte oder renaturierte Lebensräume

GRI 304-4

Arten auf der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion (IUCN) oder auf nationalen Listen geschützter Arten, die ihren Lebensraum in Gebieten haben, die von Geschäftstätigkeiten betroffen sind

GRI 305 Emissionen

GRI 305-1 Direkte THG Emissionen (Scope 1)

GRI 305-2 Indirekte energiebedingte THG Emissionen (Scope 2)

GRI 305-3 Sonstige indirekte THG Emissionen (Scope 3)

GRI 305-6 Emissionen von Ozon abbauenden Substanzen (ODS)

GRI 305-7 Stickstoffoxide (NOX), Schwefeloxide (SOX) und andere signifikante Luftemissionen

GRI 306 Abfall

GRI 306-1 Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen

GRI 306-2 Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen

GRI 306-3 Angefallener Abfall

GRI 306-4 Von Entsorgung umgeleiteter Abfall

GRI 306-5 Zur Entsorgung weitergeleiteter Abfall

GRI 308 Umweltbewertung der Lieferanten

GRI 308-1 Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden

GRI 308-2 Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahme(n)

GRI 400 Soziales

GRI 401 Beschäftigung

GRI 401-1 Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

Weder der Bene Produktionsstandort noch eine der Verkaufsniederlassungen befindet sich in oder neben geschützten Gebieten

Kein Einsatz von Tropenhölzern.

GRI 401-2 Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden  Es wird kein Unterschied gemacht

GRI 401-3 Elternzeit

GRI 402 Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

GRI 402-1 Mindestmitteilungsfrist

GRI 403 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI Beschreibung

GRI 403-1 Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

GRI 403-2 Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

GRI 403-3 Arbeitsmedizinische Dienste

GRI 403-4 Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

GRI 403-5 Mitarbeiterschulungen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

GRI 403-6 Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter

GRI 403-7 Vermeidung und Abmilderung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

GRI 403-8 Mitarbeiter, die von einem Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz abgedeckt sind

GRI 403-9 Arbeitsbedingte Verletzungen

GRI 403-10 Arbeitsbedingte Erkrankungen

GRI 404 Aus- und Weiterbildung

GRI 404-1 Durchschnittliche Stundenzahl der Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestelltem 

GRI 404-2 Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe

GRI 404-3 Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer beruflichen Entwicklung erhalten

GRI 405 Diversität und Chancengleichheit

GRI 405-1 Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten

Managementsystem in Funktion, 2025 nach ISO 45001 zertifiziert.

Keine arbeitsbedingten Erkrankungen festgestellt.

GRI 405-2 Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern  Keine Veröffentlichung der Daten

GRI 406 Nichtdiskriminierung

GRI 406-1 Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahme(n)

GRI 407 Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen

GRI 407-1

Betriebsstätten und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte

GRI 408 Kinderarbeit

2.5 35-37

2.6.2, 2.6.3, 3.2 35-36, 50-52

GRI 408-1 Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit  1.7, 3.2.2 20-22, 51

GRI 409 Zwangs- oder Pflichtarbeit

GRI 409-1 Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Zwangsoder Pflichtarbeit  1.7, 3.2.2 20-22, 53

GRI 410 Sicherheitspraktiken

GRI 410-1 Sicherheitspersonal, das in Menschenrechtspolitik und -verfahren geschult wurde  1.7, Einkaufspolitik u. EthikVerhaltenskod ex 20-22

GRI 411 Rechte der indigenen Völker

GRI 411-1 Vorfälle, in denen die Rechte der indigenen Völker verletzt wurden  Von der Bene Geschäftstätigkeit ist kein indigenes Volk betroffen

GRI 413 Lokale Gemeinschaften

GRI 413-1 Betriebsstätten mit Einbindung der lokalen Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen  1.7 20ff

GRI 413-2 Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften  3.3.5 61-62

GRI 414 Soziale Bewertung der Lieferanten

GRI 414-1 Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden  3.2, Einkaufspolitik neue Lieferantenbewertung 52-54

GRI 414-2 Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen  3.2.2 53

GRI 415 Politische Einflussnahme

GRI 415-1 Parteispenden  Keine Parteispenden

GRI 416 Kundengesundheit und -sicherheit

GRI Beschreibung

GRI 416-1

GRI 416-2

Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit 

Verstöße im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit  1.7 keine Verstöße! 20-22

GRI 417 Marketing und Kennzeichnung

GRI 417-1

GRI 417-2

Anforderungen an die Produkt- und Dienstleistungsinformationen und an die Kennzeichnung 

Verstöße im Zusammenhang mit Produkt- und Dienstleistungsinformationen und der Kennzeichnung  Keine Verstöße bekannt / gemeldet

GRI 417-3 Verstöße im Zusammenhang mit Marketing und Kommunikation  Keine Verstöße bekannt / gemeldet

GRI 418 Schutz der Kundendaten

GRI 418-1

Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes oder den Verlust von Kundendaten  1.7.2 keine Beschwerden 20-22

GRI 419 Sozioökonomische Compliance

GRI 419-1 Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich  1.7 20-22

4.4.Eigentums-Struktur und Standorte

Die Firma Bene hat sich in ihrem über 200-jährigen Bestehen immer wieder gewandelt. Seit 2015 ist sie als Gesellschaft mit beschränkter Haftung aufgestellt. Die Eigentums-Struktur stellt sich wie folgt dar:

4.5.BENE STAKEHOLDER-UMFELD

Auflistung der wesentlichsten Anspruchsgruppen:

Stakeholdergruppe

Beispiele

Kund:innen Klein- & Großkund:innen, Fachhandelspartner:innen, Potenzielle Kund:innen Auftragsmittler Architekt:innen, Facility Manager, Projektentwickler:innen Eigentümer grosso holding GmbH, ABAHO GmbH, MABAHO GmbH, Austro Holding AG

Unternehmensführung Geschäftsführer, Aufsichtsrat

Mitarbeiter:innen

Unternehmensleitung, Betriebsrat, Arbeiter:innen & Angestellte, Familien der Mitarbeiter:innen, Interessenvertretungen, potenzielle und ehemalige Mitarbeiter:innen, Leiharbeiter:innen, Leasing-Arbeiter:innen, Beauftragte Lieferanten Rohstofflieferanten, OEM-Lieferanten, Handelswarenlieferanten, Netzwerkpartner, Dienstleister (z.B. Arbeitsmedizin)

Zertifizierungs-& Prüfungsorganisation

Quality Austria Certification GmbH, Deutsches Institut für Möbeltechnik Rosenheim GmbH, TÜV Rheinland LGA Products GmbH, Intertek Consumer Goods GmbH, Holzforschung Austria GmbH, RAL gGmbH, UL Solutions, TÜV Süd Landesgesellschaft Österreich GmbH, Systemcert Zertifizierungsges.m.b.H., AUVA, usw.

Stakeholdergruppe Beispiele

Politik & Verwaltung Gesetzgeber, Behörden (z.B. Magistrat, Arbeitsinspektion), Gemeinden- & Bezirksverwaltungen, Länder, Bund, Europäische Union

Journalisten & Medien Lokale, regionale, nationale und internationale Medien Gesellschaft Vereine, Communities, Forschungsinstitute, Universitäten, Schulen

Investor Relations Fördergeber, Wirtschaftsprüfer, Banken

Partnerunternehmen

Wirtschaftspark Gstadt Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH, Unternehmen der Austro Holding (Ankerbrot Holding GmbH, GAULHOFER Industrie-Holding GmbH, Lohberger Heiz- und Kochgeräte GmbH, usw.)

Tochtergesellschaften BENE GmbH, Bene GmbH (DE), Bene PLC (UK), Bene Office Furniture Ireland Ltd. (IRL), Bene Warszawa Sp.z.o.o. (PL), Bene India Office Furniture Private Ltd. (IND)

Subunternehmer Speditionen, Montagepartner

Anrainer:innen

Direkte Anrainer:innen am Produktionsstandort und den Verkaufsniederlassungen

Umwelt Wasser (z.B.: ans Betriebsgelände in Waidhofen/Ybbs angrenzender Fluss Ybbs), Flora, Fauna, Boden, Luft

Der Aufsichtsrat der Bene GmbH besteht aus sechs Personen. Zwei davon sind als Betriebsräte im Unternehmen beschäftigt und vertreten die Arbeitnehmer:innen-Interessen im Aufsichtsrat. Sie werden nach (Wieder-)Wahl in den Aufsichtsrat entsandt. Vier Personen sind nicht im Unternehmen operativ tätig. Sie vertreten die Eigentümer:innen-Interessen. Eine Person ist weiblich (= 17 %). Die Tätigkeit im Aufsichtsrat unterliegt keiner Befristung. Die Personen im Aufsichtsrat stellen keine Führungskräfte im Unternehmen dar.

4.5.1. FORMEN DER KOMMUNIKATION MIT DEN STAKEHOLDERN

Ergänzend zu diesem Nachhaltigkeitsbericht nutzt Bene verschiedenste Medien für eine zielgruppenorientierte Kommunikation und entwickelt diese stetig weiter. Im Folgenden sind beispielhaft einige Formen der Kommunikation mit den Stakeholdern erläutert.

4.5.1.1. KUND:INNEN UND AUFTRAGSMITTLER

Kund:innen und Auftragsmittler werden regelmäßig über verschiedenste Wege einbezogen. Es existiert ein systematisches Customer-Relationship-Management für sämtliche Bereiche und Standorte der Bene Gruppe, das unter anderem Kundeninformation sowie -beratung, Hotline und Beschwerdemanagement umfasst. Im Berichtsjahr gab es keine Kontroversen zwischen dem Unternehmen und Kund:innen bzw. Organisationen, die diese vertreten, seien es massive Beschwerden, negative Ergebnisse bei Produkttests, Rückholaktionen oder auch Verletzungen des Schutzes der Kundendaten. Der Austausch mit Kunden und Auftragsmittlern erfolgt auch auf Messen (zum Beispiel im Umfeld der Möbelmesse Orgatec114 in Köln und des Salone Internazionale del Mobile in Mailand115), an Themenabenden in Niederlassungen und bei weiteren Veranstaltungen für verschiedene Kundengruppen. Gern laden wir Kunden ein, um uns mit ihnen auszutauschen und sie von der Qualität unserer Fertigung zu überzeugen. Darüber hinaus entwickeln wir regelmäßig gemeinsam mit Kunden projektbezogene Lösungen.

4.5.1.2.

MITARBEITENDE

Die Einbindung der Mitarbeiter:innen durch Dialoge ist von zentraler Bedeutung. Unternehmensleitung, Betriebsrat und Arbeiter:innen sowie Angestellte wurden ins Bene Nachhaltigkeitsteam eingeladen oder regelmäßig persönlich über die Fortschritte informiert. Ein wichtiges Instrument ist hierbei das Intranet. Unter work.bene.com (SharePoint) wird eine Vielzahl von Dokumenten und News zum Thema bereitgestellt.

114 http://www.orgatec.de/ORGATEC/index.php

115 http://www.salonemilano.it/

4.5.1.3. LIEFERANT:INNEN

Uns ist es wichtig, die Beziehung mit unseren Geschäftspartner:innen auf verantwortungsvollen Regeln aufzubauen. Aus diesem Grund setzen wir auf regelmäßigen Austausch von Produkt- und Rohstoffinformationen. Weiters fördern wir den kontinuierlichen Verbesserungsprozess mithilfe von regelmäßigen Gesprächen und Audits.

4.5.1.4.

POLITIK UND VERWALTUNG, ANRAINER:INNEN

Die Verankerung von Bene am Produktions- und Hauptstandort Waidhofen ist besonders gut. Hier kommt es regelmäßig zum Austausch mit Gemeindevertreter:innen. Im Berichtszeitraum gab es eine Beschwerde eines Anrainers über Lärm durch die Späne-Absauganlage. Es wurden Maßnahmen zur Schalldämmung getroffen. Bene betreibt keine Lobbyarbeit bei politischen Vertreter:innen. Parteien und Politiker:innen werden in keiner Form gesponsert oder anderweitig finanziell unterstützt.

4.5.2.

MITGLIEDSCHAFTEN

Bene ist Teil der Gesellschaft. Vereine und Verbände tragen aktiv zu einem regen Wissensaustausch in dieser Gesellschaft bei. In der Folge sind die Verbände bzw. nationalen und internationalen Interessenvertretungen aufgelistet, in denen Bene oder jemand aus der Belegschaft von Bene

• ein leitendes Amt innehat,

• an Projekten oder Ausschüssen teilnimmt oder

• finanzielle Beiträge leistet, die über die gewöhnlichen Mitgliedsbeiträge hinausgehen oder in denen die Mitgliedschaft für die Organisation von strategischer Bedeutung ist.

Bene ist Mitglied in folgenden Verbänden, Vereinen, Gesellschaften oder Interessengemeinschaften:

4.5.2.1. UN GLOBAL COMPACT116

Der United Nations Global Compact ist eine strategische Policyinitiative für Unternehmen, die sich dazu bekennen, ihre Tätigkeiten und ihre Strategie mit den zehn universell akzeptierten Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltschutz und Korruptionsprävention in Übereinstimmung zu bringen. Bene ist seit 2010 UN-Global-Compact-Mitglied.

4.5.2.2. FURNITURE INDUSTRY SUSTAINABLE PROGRAMME (FISP)117

Bene wurde 2009 von der FIRA (Furniture Industry Research Association) im Rahmen des Furniture Industry Sustainability Programme zertifiziert und ist seitdem Full Member.

4.5.2.3. FACHVERBAND DER HOLZINDUSTRIE ÖSTERREICHS/ÖSTERREICHISCHE MÖBELINDUSTRIE118

Der Fachverband ist die Interessenvertretung von rund 1.500 Betrieben der österreichischen Holzindustrie. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Lobbying, die europäische und internationale Vernetzung, Bildung und Ausbildung, Kollektivvertragsverhandlungen, Normung sowie Forschung und Entwicklung (F&E). Speziell in den Bereichen Bildung, Marketing und F&E unterstützt der Verband die Interessen seiner Mitglieder als Trägerorganisation des Holztechnikums Kuchl und der Marketingorganisation proHolz sowie als maßgeblicher Sponsor des Forschungs- und Prüfinstituts Holzforschung Austria.

116 www.unglobalcompact.org

117 http://www.fira.co.uk/ 118 http://www.moebel.at/; www.holzindustrie.at

4.5.2.4. RESPACT – AUSTRIAN BUSINESS COUNCIL FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT119

respACT – austrian business council for sustainable development ist die führende Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltige Entwicklung in Österreich.

4.5.2.5. PEFCTM

Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen)

4.5.2.6. INDUSTRIEVERBAND BÜRO UND ARBEITSWELT (IBA)120

Der IBA (ehemals Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel, kurz BSO) vertritt die allgemeinen, fachlichen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen auf nationaler Ebene (Deutschland) und international.

4.5.2.7. FEMB121

Gegründet im Jahr 1972, ist die FEMB der Dachverband und der zentrale Kommunikationspunkt der europäischen Möbelverbände und -hersteller. Bene ist als Vertreter der österreichischen Möbelindustrie im Technischen Ausschuss bzw. in den Board-Meetings vertreten.

4.5.2.8. AUSTRIAN STANDARDS INSTITUTE122

Bene ist in diversen österreichischen Normungsgremien aktiv (etwa ON-K 072 Möbel, ON-AG 072 03 Möbeloberflächen, ON-AG 072 08 Polstermöbel, ON-AG 072 12 Büromöbel).

4.5.2.9. INDUSTRIELLENVEREINIGUNG NIEDERÖSTERREICH123

Als Interessenvertretung verfolgt die Industriellenvereinigung Niederösterreich das Ziel, die Anliegen ihrer Mitglieder auch auf regionaler Ebene nachhaltig zu vertreten und den Wirtschaftsstandort Niederösterreich zu stärken.

4.5.2.10. PLATTFORM FÜR INNOVATIONSMANAGEMENT (PFI)124

Die Plattform für Innovationsmanagement (PFI) ist die führende Organisation für Innovationsmanagement in Österreich – mit derzeit 184 Mitgliedern aus Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Forschung und Wissenschaft. Seit 2003 hat sich die PFI zur größten Community für Anwender, Experten Interessenten im Innovationsmanagement entwickelt.

4.5.2.11.

INTERNATIONAL CHAMBER OF COMMERCE AUSTRIA (ICC AUSTRIA)

125

Die ICC Austria vertritt Österreichs international agierende Wirtschaft innerhalb der ICC (International Chamber of Commerce) und berät Unternehmen in ihrer täglichen Arbeit.

119 http://www.respact.at/

120 https://iba.online/

121 http://femb.org/

122 https://www.austrian-standards.at/home/

123 https://niederoesterreich.iv.at/de/

124 http://www.pfi.or.at/

125 https://www.icc-austria.org/en/Home.htm

4.5.2.12. SONSTIGE MITGLIEDSCHAFTEN

• Höhere technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Waidhofen an der Ybbs126

• Leitbetriebe Austria127

• ÖQA – Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität128

• Beta Campus Waidhofen an der Ybbs129

• Austrian Business Council UAE130

• Creative Industries Styria131

• Architonic132

• Stylepark133

• Archiproducts134

• Officebase135

• ArchiExpo136

• Business Upper Austria137

• KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870)138

• AKV Europa (Alpenländischer Kreditorenverband)139

Bei vielen der aufgelisteten Organisationen und Verbände geht die finanzielle Beteiligung nicht über die jährlichen Mitgliedsbeiträge hinaus. Sie wurden aus Gründen der Vollständigkeit dennoch angeführt.

126 https://www.htlwy.at/

127 https://leitbetriebe.at/

128 https://www.qualityaustria.com/unternehmen/gruendungshistorie/oeqa/

129 https://beta-campus.at/

130 http://austrianbc.ae/

131 http://cis.at/de

132 https://www.architonic.com/de

133 https://www.stylepark.com/de/

134 https://www.archiproducts.com/en

135 https://www.officebase.info/at

136 https://www.archiexpo.de/

137 https://www.biz-up.at/

138 https://www.ksv.at/

139 https://www.akv.at/

4.6.KENNZAHLEN LIEFERKETTE

Die folgenden Daten und Kennzahlen betreffen den gesamten Einkauf der BGO Holding GmbH, zu der neben der Bene GmbH (zu 99 %) auch noch die weiteren Schwesterunternehmen Hali GmbH, Neudoerfler Office Systems GmbH und BGO Montage und Logistik GmbH gehören.

4.6.1.

LIEFERANTENAUDITS UND VOR-ORT-BESUCHE

Die BGO Holding GmbH verfolgt einen systematischen und risikobasierten Ansatz zur Bewertung und Weiterentwicklung ihrer Lieferanten hinsichtlich ESG140-relevanter Themen. Lieferantenaudits sowie Vor-Ort-Besuche stellen dabei ein zentrales Instrument zur Sicherstellung verantwortungsvoller Beschaffungspraktiken dar.

Im Zeitraum 2023 bis 2025 wurde die Anzahl der durchgeführten Lieferantenaudits sukzessive erhöht, von 5 Audits im Jahr 2023 über 7 im Jahr 2024 auf 13 Audits im Jahr 2025. Damit wurde das für 2026 definierte Ziel von mindestens 10 Audits vorzeitig erreicht. Parallel dazu wurden Vor-Ort-Besuche bei Lieferanten kontinuierlich ausgebaut Diese dienen insbesondere der direkten Überprüfung von Arbeitsbedingungen, Umweltmaßnahmen sowie der Stärkung des partnerschaftlichen Dialogs.

Die Audits umfassen mindestens die Themen Arbeitnehmerschutz, Diversität, Chancengleichheit und Inklusion (DEI), Umweltmanagement, Reduktion von Umwelt-Auswirkungen sowie ESG-Anforderungen im Allgemeinen.

Anzahl der Termine 2023 2024 2025 Ziel Lieferanten Audits 5 7 13 10 in 2026

Daraus entstandene/ umgesetzte Korrektur-Maßnahmen

* * 45/20 >50% umgesetzt

Vor Ort Lieferanten Besuche 5 6 7 25 in 2026

4.6.2. VERTRÄGE ZUR ZUSAMMENARBEIT

Die BGO Holding GmbH legt großen Wert auf die vertragliche Verankerung von Nachhaltigkeits- und Compliance-Anforderungen innerhalb ihrer Lieferkette. Zusammenarbeitsverträge dienen dabei als zentrales Steuerungsinstrument zur Sicherstellung einheitlicher Mindeststandards.

Die Anzahl der Lieferanten mit bestehenden Zusammenarbeitsverträgen wurde von 87 im Jahr 2023 auf 120 im Jahr 2025 erhöht. Diese Verträge beinhalten unter anderem Anforderungen zu Arbeitsschutz, ethischem Geschäftsgebaren, Umweltverantwortung sowie zur Einhaltung geltender gesetzlicher Regelungen. Im Zusammenarbeitsvertrag wird von den Lieferanten bestätigt, dass alle aufgelisteten Dokumente mitgelten und die Anforderungen einzuhalten sind. Dies betrifft u.a. die Einkaufspolitik. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, dass die Einkaufspolitik separat unterzeichnet wird.

Anzahl der Lieferanten 2023 2024 2025 Ziel

Lieferanten mit Zusammenarbeitsverträgen

Partner, die die Einkaufspolitik bestätigt haben

Mit Ende 2027 sollen alle Partner, die gemeinsam 80% des Einkaufsvolumens in EUR repräsentieren (Produktionsmaterial und OEMProdukte141) die Einkaufspolitik bestätigt haben. 140

4.6.3. CHAIN OF CUSTODY (CoC)-ZERTIFIZIERUNG

Die BGO Holding GmbH bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung und fördert aktiv den Einsatz zertifizierter Materialien, insbesondere im Bereich Holzwerkstoffe. Ein Schwerpunkt liegt auf der Chain-of-Custody-Zertifizierung gemäß PEFC-Standard.

Auf Basis des Einkaufsvolumens in EUR konnte der Anteil CoC-zertifizierter Holzwerkstoff-Lieferanten signifikant gesteigert werden: von 43,2 % im Jahr 2023 auf 67,6 % im Jahr 2024 und 92,5 % im Jahr 2025. Damit wurde das Zwischenziel von über 50 % bereits deutlich vor 2026 erreicht. Langfristig wird eine vollständige Zertifizierungsabdeckung (100 %) bis 2030 angestrebt.

Auf Basis Einkaufsvolumen in EUR

Anteil CoC-zert. Holzwerkstoff Lieferanten

Anteil CoC-zert OEM-Partner

Anteil CoC-zert. Handelswaren- Partner

4.6.4. UNABHÄNGIGE ESG-RATINGS

Zur objektiven Bewertung der ESG-Leistung ihrer Lieferanten nutzt die BGO Holding GmbH zunehmend unabhängige ESG-Ratings, wie z. B. Ecovadis oder Synesgy. Diese Ratings ergänzen interne Bewertungen und ermöglichen eine transparente Vergleichbarkeit entlang der Lieferkette.

Während im Jahr 2023 noch keine Lieferanten mit unabhängigen ESG-Ratings erfasst waren, stieg die Anzahl im Jahr 2024 auf 32 Lieferanten und im Jahr 2025 auf 51 Lieferanten. Ziel ist es, bis Ende 2027 mindestens 80 % des Einkaufsvolumens im Bereich PM/OEM über Lieferanten mit einem gültigen ESG-Rating abzudecken.

Im Jahr 2025 wiesen 10 Lieferanten in zumindest einem ESG-Bewertungsbereich eine Bewertung von unter 20 % auf. Diese Lieferanten werden gezielt identifiziert und im jeweiligen Verbesserungsbereich gesondert entwickelt. Gemeinsam werden konkrete Maßnahmenpläne vereinbart und deren Umsetzung überprüft. Das Ziel ist es, den Anteil von Lieferanten mit unzufriedenstellenden Bewertungen bis 2028 auf unter 10 % zu reduzieren

Anzahl der Lieferanten

2023 2024 2025 Ziel Lieferanten mit ESG Rating 0 32

Anteil der Lieferanten, die in einem Bereich von ESG eine unzufriedenstellende Bewertung (<20%) aufweisen

51 80% PM/ OEM Volumen mit Ende 2027

10 2028 < 10% der bewerteten Lieferanten

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