
Hans Christian Müller Peter Palm
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Hans Christian Müller Peter Palm
Von der Steinzeit bis heute:
150 neu gezeichnete Stadtpläne Berlins
Frühgeschichte bis 1600
Ausgrabungen: Den Urberlinern auf der Spur
Frühe Besiedlung: Gründungswelle im Mittelalter
Topografie: Als die Gletscher Berge formten
Die Berliner Mauern: Abwehren, abkassieren, absperren 16/17
Märkische Adelsgeschlechter 1600: Die Macht vom Dorf
Historische Dorfkerne: Wo früher das Vieh weidete
Der Dreißigjährige Krieg: Spielball der Großmächte
um 1700: Eine kleine pulsierende Großstadt
Die Schlösser der Hohenzollern: 100 Zimmer, Küche, Bad
Reisen mit der Postkutsche: 10 km/h galten als schnell
Einzelhandel damals und heute: Als im Kiez noch alles zu haben war
Industrie zur Kaiserzeit: Rauchende Schlote, sprühende Funken
Berlins Eisenbahnnetz: Die verschwundenen Kopfbahnhöfe
Militär und Polizei in Preußen: Tschingderassabumm und Ufftata
Das Groß-Berlin-Gesetz von 1920: Die ganz große Expansion
Nahverkehrspläne: Spielwiese der Designer
Botschaften und Konsulate: Beziehungspflege und Visaangelegenheiten
Spitzenforschung in der Weimarer Republik: Signifikante Häufung von Preisträgern
Bevölkerungsdichte: Gleichmäßiger auf die Fläche verteilt
Künstlertreffs in den Goldenen Zwanzigern: Der Lieblingskiez der Boheme
Das Straßenbahnnetz: Erst fesch, dann oll, dann wieder fesch
Stärkste Parteien bei Wahlen: Politische Hochburgen
Straßenumbenennungen: Namen sind mehr als nur Namen
KZs, Gefängnisse und Zwangsarbeitslager: Misshandeln, ausbeuten, ermorden
Reichshauptstadt Germania: Speers Fiebertraum
Bombenschäden: Stehtnix, Trichterfelde und Klamottenburg
Schlacht um Berlin: Bis zum bitteren Ende
Historische Umbaupläne: Die Stadt ganz neu denken
Flucht aus Ost-Berlin: Durch Tunnel, Kanal – und Kugelhagel
Politik während der Teilung: Wo die Elite residierte
Doppelstrukturen zur Zeit der Mauer: Alles musste es zweimal geben
Wiederaufbau in der Nachkriegszeit: Neue Straßen im Stadtplan
Berühmte Filmorte: Ruhe bitte, wir drehen!
Mehrfache Straßennamen: Nie ohne Postleitzahl eintippen!
Straßenreinigungsklassen: Feg weg den Dreck!
Berlins Partnerstädte: Beziehungen zur ganzen Welt
Rekordkieze: Berlins
Arkenberge (Deponie)
Er ist seit jeher ein fester Bestandteil einer typischen Berliner WG: der Stadtplan im Flur, mit Reißzwecken an der Tapete befestigt, oftmals vollgekritzelt und mit Eselsohren an den Ecken.
Botanischer Volkspark Blankenfelde
FriedrichLudwig-JahnStadion
Zionskirchplatz Rathauas Pankow
Panke
Tempelhofer Feld
Fischerinsel (Spree)
Allee der Kosmonauten
Höhe in Metern
S Ahrensfelde
Manchmal ist es ein alter Falk-Plan, den jemand einst ausgeklappt und nie wieder zusammengefaltet bekommen hat. Manchmal ist es ein gigantischer BVG-Plan, den ein Vorvormieter mal aus einer U-Bahn-Haltestelle geklaut hat. Und manchmal ist es der Nachdruck eines historischen Pharus-Plans. Ach, schau mal, dort wo heute euer Haus steht, da war früher eine Borsig-Fabrik! Und der S-Bahnhof Storkower Straße, der hieß damals Central-Viehhof! Und hier, die Straßen am Potsdamer Platz, die verliefen früher noch ganz anders als heute!
Wuhlheide Spree
Stadion Alte Försterei
Urbanhafen (Landwehrkanal)
Teltowkanal Britzer Garten
Viele unserer Karten zeigen die Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt, so wie es Stadtpläne in der Regel tun. Doch weil uns die Veränderung dieser Stadt so fesselt, brechen wir hier und da mit den klassischen Regeln der Kartografie – und vereinen mehrere Zeitpunkte auf einer Doppelseite. Entweder, indem wir verschiedene Karten nebeneinanderstellen. Oder indem wir die Situation verschiedener Zeitpunkte in ein und dieselbe Karte einzeichnen.
Lichtenrade
Heiligensee
Bei WG-Partys ist der Stadtplan im Flur immer ein guter Fixpunkt: Hier kann man schnell ins Gespräch kommen, wenn man das denn möchte. Und genauso kann man hier einen Moment des Alleinseins verleben – wenn gerade kein Gesprächspartner zu haben ist oder wenn der bisherige nervt.
Teufelsberg
Wer alte Berliner Stadtpläne anschaut, der hat meistens zwei Gedanken gleichzeitig: wie viel sich doch geändert hat in dieser Stadt. Und wie viel doch immer noch genauso ist wie früher. Beides ist wahr, in gleichem Maße und zur gleichen Zeit.
Apolloberg
S Heiligensee
Strandbad Tegelsee
Sandgrube „Im Jagen“ Olympiastadion Spree Insel Maienwerden
AVUS
Krumme Lanke
Das heutige Berlin folgt noch immer den Logiken, Rastern und Mustern, die man der Stadt einst gegeben hat – vor allem im späten 19. Jahrhundert, als sie geradezu explodierte. Aber natürlich wandelt sich die Stadt auch – und das permanent, von Jahr zu Jahr und Minute zu Minute. Meist geschieht dies gemächlich, Schritt für Schritt, manchmal aber auch brachial, wie am Ende des Zweiten Weltkriegs oder nach dem Mauerbau, als große Bereiche der Stadt zerschlagen wurden.
Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Lichtenberg, Falkenberg und Wartenberg: Auffallend viele Kieze sind nach Erhebungen in der Landschaft benannt. Dass Berlin hier und da durchaus hügelig ist, wird niemand bestreiten. Aber bergig?
Lassen wir die Frage, ab wann ein Berg ein Berg ist, einmal beiseite. Unstrittig ist, dass Berlins Topografie sehr interessant ist. Dort, wo die Spree verläuft, also von Südosten kommend bis hoch nach Nordwesten, dort ist die Stadt flach – und das Land liegt
All diese Veränderungen und Kontinuitäten, die Berlin so prägen und geprägt haben, lassen sich kartografisch nachzeichnen und sollen im Zentrum dieses Buches stehen. Wir haben 50 kartografische Doppelseiten entworfen, die die Geschichte des Berliner Seins und Werdens beleuchten – von der Steinzeit bis heute, unterteilt in historische Epochen.
Flughafen BER
Stadtpläne sind Modelle, die die Wirklichkeit auf das Wesentliche reduzieren. Sie müssen das tun, denn sonst könnte man kein Gebiet von vielen Quadratkilometern auf den Bruchteil eines Quadratmeters komprimieren. Man muss also vieles ausklammern und weglassen. Gleichzeitig aber kann man etwas hervorheben und das Auge des Betrachters leiten, mithilfe von markanten Farben und zusätzlichen Beschriftungen.
Museumsdorf Düppel
Genau das tun auch wir in diesem Buch. Jede Doppelseite hat einen inhaltlichen Schwerpunkt. Es geht um Straßennamen, um Promi-Wohnorte, um die Topografie, die Architektur und die Bahninfrastruktur – und um vieles mehr. Wir möchten Kurioses aufdecken, auf Details hinweisen, größere Kontexte nachzeichnen, Vergessenes ins Gedächtnis rufen. Natürlich mussten wir uns dabei auf Geschichten beschränken, die sich geografisch erzählen lassen. Aber tatsächlich verfügen fast alle Berlin-Geschichten über einen geografischen Kern.
Teufelsberg
Düppel
Wir haben in diesem Buch nicht einfach Karten übernommen, die es schon gibt, sondern haben versucht, etwas Neues zu erschaffen. Trotzdem haben wir natürlich bestehendes Kartenmaterial als Grundlage benutzt. Und natürlich haben wir uns an den großen Kartenzeichnern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts orientiert.
nur rund 30 Meter über dem Meeresspiegel. Daneben jedoch geht es hoch: In Richtung Nordosten beginnt der Anstieg zum Barnim, im Südwesten der zum Teltow. Beides sind eiszeitlich gebildete Hochflächen, geformt durch die Gletscher, die vor ungefähr 20 000 Jahren von Skandinavien aus kommend bis zum heutigen Berlin reichten.
Die Eismassen waren mehrere Hundert Meter hoch und hatten eine solche Kraft, dass sie Landschaften formen konnten. Barnim und Teltow sind
Viele, die dieses Metier prägten, wirkten in Berlin. So zum Beispiel die Verleger Julius Straube und Alexius Kiessling – oder das Trio Cornelius Löwe, Eberhard Löwe und Ernst Knaudt, das 1902 den Pharus-Verlag gründete. Dessen kunstvolle Pläne mit den markanten roten Bahnstationen waren stilprägend für die Kartografie. Zwar sind Stadtpläne in
erster Linie Alltagsgegenstände. Aber sie können auch Kunst sein. Tatsächlich gewannen Berliner Kartenverlage einst sogar Preise, wenn sie ihre Werke bei großen Gewerbe- und Kunstausstellungen präsentierten.
Damals entstanden Stadtpläne in mühevoller Kleinarbeit, per Hand, auf Papier, am Zeichentisch. Die Kartenzeichner verwendeten Zieh- und Reißfedern, dicke und dünne Pinsel, Lineale und Zirkel, Buchstabenschablonen und viel, viel Tusche.
Inzwischen werden Karten am PC gezeichnet. Handarbeit aber ist es geblieben, auch wenn die Hand heute die Computermaus führt. Jede Karte beginnt damit, dass Netze zusammengesetzt werden, wie bei Spinnen, aufgespannt von Ecke zu Ecke, mit geraden Linien, mal lang und mal kurz, mal von einer Vorlage abgepaust, mal selbst vermessen. Jede Karte in diesem Buch besteht aus solchen Netzen, also aus Hunderten miteinander verbundenen Punkten.
Sind die Netze fertig, werden die nächsten Schritte programmiert: Dem Netz der großen Straßen wird eine große Breite zugewiesen, dem Netz der kleinen Straßen eine kleine. Ein paar Klicks und schon baut
sich ein Stadtplangerippe auf. Dann geht es weiter: Häuserblöcke bekommen ein dunkles Rot, unbebaute Flächen ein blasses. Dem Netz der U-Bahn-Strecken ordnet man die eine Schraffur zu, dem Netz der S-Bahnen eine andere. Zuletzt muss beschriftet werden, auch das per Hand – beziehungsweise mit Maus und Tastatur. Wie oft wir für dieses Projekt auf die Maus und die Tastatur gedrückt haben? Wir wissen es nicht. Aber es muss weit in die Millionen gegangen sein.
Liebe Leserinnen und Leser – ob Sie nun schon ewig in Berlin leben oder nur zu Besuch sind, ob Sie täglich alle Kieze bereisen oder lieber in einem bleiben: Wir hoffen, dass Sie auf den folgenden Seiten einiges über diese schöne Stadt finden, was Sie spannend finden.
Leider können Sie dieses Buch nicht an Ihre Flurwand pinnen. Aber vielleicht legen Sie es einfach dekorativ in der Wohnung aus, wenn Sie einmal eine Party schmeißen – zum Beispiel auf der Sessellehne oder auf dem Couchtisch? Vielleicht entspinnt sich ja ein gutes Partygespräch daraus. Wir würden uns freuen!
Hans Christian Müller und Peter Palm
ca. 15 000 v. Chr.: Die letzten Gletscher der Kaltzeit tauen. Das Schmelzwasser fließt nach Westen ab, in einer rund 10 km breiten Rinne, dem Urstromtal. ca. 8000 v. Chr.: Rentierjäger leben im Norden des Berliner Gebiets, wie Ausgrabungen nahelegen. Für 2000 v. Chr. sind Dutzende Siedlungen belegt. um das Jahr 0: Germanische Stämme lassen sich nieder, erst die Semnonen und später die Burgunden. Sie nutzen die Flüsse für Handel und Fischfang.
7. Jh.: Slawische Stämme siedeln sich in der Gegend an: die Heveller im heutigen Spandau, die Sprewanen in Köpenick. Sie errichten Burganlagen.
1157: Der Askanierfürst Albrecht der Bär gewinnt die Dauerfehde mit dem Slawenherrscher Jacza von Köpenick um die Vorherrschaft im heutigen Berlin.
1240: Die Region füllt sich mit Siedlern aus dem Westen – und wird attraktiver. Im Teltow-Krieg kämpfen Askanier und Wettiner um die Macht.
1244: Berlin wird erstmals schriftlich erwähnt. Als Gründungsdatum gilt aber 1237, als die Zwillingsstadt Cölln zum ersten Mal in einem Text vorkommt.
1359: Weil Berlin viel Roggen, Holz, Wolle und Bier in den Norden exportiert, wird die Stadt sogar Mitglied der Hanse. Allerdings nur für ein Jahrhundert.
1415: Die fünf Jahrhunderte der Hohenzollern beginnen mit Friedrich I. Erst sein Sohn baut ein Schloss in Berlin und unterwirft die stolzen Bürger.
1539: Kurfürst Joachim II. lässt sich beim Abendmahl neben Brot auch Wein reichen. Damit bricht er mit dem Katholizismus. Berlin ist ab jetzt lutherisch.
1567: Ein Schaukampf zur Volksbelustigung zwischen Berlinern und Spandauern gerät außer Kontrolle. Der Kurfürst wütet über den „Knüppelkrieg“.
1571: Regent Johann Georg verbietet den Juden, in Berlin und Brandenburg zu leben. Bei einem Pogrom wird die Synagoge in der Klosterstraße zerstört.
1576: Die Beulenpest tötet jeden vierten Berliner. Es mangelt an Hygiene: Man lebt zu eng und zu nah an Tieren – und schüttet Abwasser einfach vor die Tür.
1600: Zusammen mit Cölln auf der anderen Spreeseite hat Berlin knapp 10 000 Einwohner.
Das Verhältnis zwischen Archäologie und Bauwirtschaft, es ist kompliziert. Einerseits ist das Baggern und Bohren eine große Gefahr für all die Fossilien und Artefakte, die in der Erde liegen. Andererseits hätte man ohne die Bauvorhaben kaum eine Chance, dort unten hinzukommen. Schließlich gräbt man ja nicht einfach so irgendwo große Löcher.
Tatsächlich ist hierzulande genau geregelt, wie Altertumsforscher und Bauleute zusammenarbeiten müssen. Gerade wenn es um historisch bedeutsame Areale geht, darf das Denkmalamt ein Grundstück zunächst in Ruhe untersuchen und Ausgrabungen vornehmen. Wenn dann später der eigentliche Bau beginnt, dürfen die Archäologen die Arbeiten begleiten – und unterbrechen, wenn etwas Spannendes hervorkommt. Alle Funde werden geborgen und wissenschaftlich analysiert.
Weil über die Jahre schon so viel entdeckt wurde, ist die Berliner Karte der archäologischen Fundorte und Bodendenkmale übersäht mit Dutzenden von Punkten: Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Funde konzentrieren sich auf die Gebiete rund um die Museumsinsel, die Spandauer Altstadt und die Köpenicker Insel – also jene Gebiete, wo das städtische Leben begann. Frühgeschichtliche Artefakte der allerersten Berliner, die meist noch nicht sesshaft waren, sondern als Jäger lebten, gibt es eher in den höher liegenden Außenbezirken.
Tierknochenfunde aus dem späten Pleistozän finden sich an vielen Orten. Weil es damals sehr kalt war, stammen sie meist von Tieren, die ein dickes Fell hatten – wie Mammuts oder Rentieren. Der spektakulärste Fund ist sicherlich der Elch vom Hansaplatz, der heute im Steinzeitsaal des Neuen Museums zu finden ist. Das Skelett ist rund 13 000 Jahre alt – und vollständig. Das deutet darauf hin, dass er keiner Attacke eines Jägers oder Raubtiers zum Opfer fiel und dass der Kadaver schnell vom Sediment der nahen Spree eingeschlossen und konserviert wurde. Er ruhte in sieben Metern Tiefe – bis Berlin 1956 eine neue U-Bahn baute.
ca. 12 000 Jahre alt
Lagerstätte von Rentierjägern [Tegeler Fließ 1956]
Die ältesten bekannten Menschenspuren in Berlin stammen von Rentierjägern der späten Altsteinzeit. Sie waren noch nicht sesshaft, nutzten aber unterirdische Vorratskammern als Kühlschrank für Fleisch.
Tegeler See
ca. 24 000 Jahre alt Wollnashorn (Kieferknochen) [Kiesgrube Parey 1950 – 1980]
Oft waren es Hobbyforscher wie Manfred Arnold (1926 –1990), die Steinzeitfunde aus dem Berliner Boden buddelten. Den Kiefer eines Wollnashorns (das übrigens Parodontitis hatte) fand er in einer Spandauer Kiesgrube.
Grunewald
In der letzten Eiszeit schoben sich riesige Gletscher über dem heutigen Berlin entlang. Sie brachten Bernstein mit, den man später in Baugruben in der südlichen Innenstadt fand – auch in der des Reichstags.
aus dem Tertiär Bernstein [Reichstagsgebäude 1884 –1894]
Tiergarten
ca. 13 000 Jahre alt Elch (komplettes Skelett) [Hansaplatz 1956]
Als das Eiszeiteis verschwunden war und neue Wälder entstehen konnten, kam auch der Elch nach Berlin. Das bei Bau der U9 zufällig gefundene Elchskelett ist tatsächlich vollständig –und steht heute im Neuen Museum.
ca. 3000 Jahre alt Opferbrunnen mit 100 Tassen [Klinikum Steglitz 19 58]
In der Bronzezeit waren die Menschen längst sesshaft – und konnten bereits formschöne Tontassen herstellen. Rund 100 fand man in einem runden Brunnen aus Eichenholz. Eine kultische Opfergabe für die Unterwelt?
ca. 3000 Jahre alt Jungbronzezeitliche Siedlung [Buch 2010]
Als die A10 sechsspurig ausgebaut wurde, stießen Forscher auf zwei Siedlungen aus der jüngsten Bronzezeit – mit Hausresten, Mühlsteinen und Dutzenden Scherben. Ihr Protokoll zeigt: Ausgrabungen sind Detektivarbeit.
ca. 14 000 Jahre alt Höhlenlöwe (Schädelknochen) [Alexanderplatz ca. 1930] Höhlenlöwen konnten sogar in völlig vereisten Gebieten leben, brauchten aber große Beutetiere. Die verschwanden zum Ende der letzten Eiszeit, der Löwe starb aus. Eins der letzten Exemplare fand man beim U-Bahnbau am Alex.
ca. 20 000 Jahre alt Mammut (Unterkiefer) [Körnerpark Neukölln ca. 19 00]
Zu Berlins Ureinwohnern gehörten auch die fünf Tonnen schweren Mammuts, die haarigen Verwandten der Elefanten. Der Klimawandel zum Ende der Eiszeit schadete ihnen, der Jagdeifer der Urmenschen aber noch mehr.
ca. 11 000 Jahre alt Hirschgeweihmaske [Biesdorf 1953]
Kaulsdorfer Seen
Nur ein Stück Hirschschädel mit etwas Geweih daran? Ja, aber Werkzeugspuren zeigen, dass es von Menschen bearbeitet wurde. Wahrscheinlich diente es als Kopfschmuck oder als Maske, möglicherweise für eine Schamanin.
Den hier Begrabenen hatte man Kopf und Gliedmaßen abgehackt. Doch Gewaltopfer waren sie wohl nicht. Damals fürchtete man, die Toten könnten wiederkehren, dann allerdings als Feinde. Das galt es zu verhindern.
ca. 9000 Jahre alt
Der älteste Friedhof [Schmöckwitzer Werder 1924]
Güstrow
altes deutsches Volksgebiet (um 700 n Chr.)
Beginn der bäuerlichen deutschen Siedlung im 12. Jahrhundert im 13. Jahrhundert um 1400 siedlungsleere Räume (Wälder und Sümpfe)
Stadt mit Lübecker Recht
Stadt mit Magdeburger Recht
Stadt mit süddeutschem Recht
Stadt mit anderem deutschen
Recht
Zisterzienserkloster
Das Jahr 1237 gilt heute als offizielles Gründungsjahr Berlins. Doch nicht nur die eigentliche Kernstadt –die am Anfang wenig mehr umfasste als ein paar Hütten am Spreeufer – wurde im 13. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Dasselbe gilt für rund die Hälfte aller heutigen Berliner Ortsteile. Beziehungsweise für die kleinen Dörfer, aus denen sie erwachsen sind.
Dass all diese Orte zu dieser Zeit entstanden, ist kein Zufall. Damals machten sich viele deutschsprachige Bauern und Handwerker auf, um östlich von Magdeburg neue Siedlungsgebiete zu erschließen. Zu dieser Zeit war es in Westeuropa verhältnismäßig voll geworden. Die Gründe für die Bevölkerungsexplosion: weniger Kriege, ein recht warmes Klima und technologische Fortschritte in der Landwirtschaft. Man entwickelte neue Nutzpflanzen, baute bessere Pflüge und beschlug erstmals alle Pferde mit Hufeisen. Das reichte schon.
Die Siedler kamen in ein Land, das relativ leer, aber nicht völlig leer war. Seit Langem schon gab es hier slawische Siedlungen. Zu den wichtigsten gehörten Brandenburg an der Havel und Spandau, beides waren Fürstensitze des Volks der Heveller. Auch Köpenick gab es bereits, als Hauptstadt der Sprewanen. Hinzu kamen Siedlungen an der Dahme und an der Havel.
Zwar hatte es zuvor, im 12. Jahrhundert, Kriege gegeben – sowohl untereinander als auch mit den deutschen Fürsten aus der Nachbarschaft. Doch als später die Siedler aus dem Westen kamen, lebte man relativ friedlich nebeneinander – und später sogar miteinander.
Dennoch verschwand die slawische Kultur weitestgehend aus der Region, ebenso die westslawischen Dialekte. Die Sorben in der Lausitz sind heute die einzigen, die eine verwandte Sprache sprechen.
Das Wachstum der Bevölkerung in Europa kam übrigens zur Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem jähen Ende, auch rund um Berlin. Ab dann wütete der Schwarze Tod, also die Beulen- und die Lungenpest, die Tausende dahinraffte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heiligensee
Spandau
Zehlendorf
Bilden heute den Bezirk:
Charlottenburg-Wilmersdorf
Friedrichshain-Kreuzberg
Lichtenberg
Marzahn-Hellersdorf
Mitte
Neukölln
Schenkendorf
Sputendorf
Hermsdorf Lübars
Dalldorf/ Wittenau
Reinickendorf Tegel
Wilmersdorf Lietzow
Schmargendorf
Dahlem
(Nieder-)Schönhausen
Blankenfelde Malchow
Pankow
Blankenburg
Heinersdorf
Weißensee Berlin Cölln
Schöneberg
Steglitz
Lichterfelde
Pankow
Reinickendorf
Spandau
Steglitz-Zehlendorf
Tempelhof-Schöneberg
Treptow-Köpenick
Großbeeren
Orte, die im 13. Jahrhundert gegründet wurden
Lichtenberg
Friedrichsfelde/ Rosenfelde Britz
Rixdorf
Altglienicke Mariendorf Tempelhof Buckow
Marienfelde
Lichtenrade
Marzahn
Kaulsdorf
5 1 2 3 4 0 km
Köpenick
slawische Siedlung (7./8. Jh. n Chr.) mutmaßliche Waldverbreitung zur Slawenzeit Waldverbreitung nach der deutschen Besiedlung heutige Berliner Stadtgrenze mittelalterliches Wegenetz
Kiekebusch
Zeuthen
Miersdorf
Heiligensee
Ludwig-JahnStadion
Urbanhafen (Landwehrkanal) Fischerinsel (Spree)
Teufelsberg
Teufelsberg
Apolloberg
Strandbad Tegelsee
Sandgrube „Im Jagen“ Olympiastadion Spree Insel Maienwerden
Museumsdorf Düppel AVUS
Krumme Lanke
Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Lichtenberg, Falkenberg und Wartenberg: Auffallend viele Kieze sind nach Erhebungen in der Landschaft benannt. Dass Berlin hier und da durchaus hügelig ist, wird niemand bestreiten. Aber bergig?
Lassen wir die Frage, ab wann ein Berg ein Berg ist, einmal beiseite. Unstrittig ist, dass Berlins Topografie sehr interessant ist. Dort, wo die Spree verläuft, also von Südosten kommend bis hoch nach Nordwesten, dort ist die Stadt flach – und das Land liegt
nur rund 30 Meter über dem Meeresspiegel. Daneben jedoch geht es hoch: In Richtung Nordosten beginnt der Anstieg zum Barnim, im Südwesten der zum Teltow. Beides sind eiszeitlich gebildete Hochflächen, geformt durch die Gletscher, die vor ungefähr 20 000 Jahren von Skandinavien aus kommend bis zum heutigen Berlin reichten.
Die Eismassen waren mehrere Hundert Meter hoch und hatten eine solche Kraft, dass sie Landschaften formen konnten. Barnim und Teltow sind
Arkenberge (Deponie)
Arkenberge
Ehrenpfortenberg
Apolloberg
Rehberge
Neuer Hahneberg
Alter Hahneberg
Windmühlenberg
Dachsberg
Stener Berg Teichberg
Lübarser Höhe
Humboldthöhe
Mörderberg
Heinersdorfer Berg
Ahrensfelder Berge
G.-Meyer-Höhe
Murellenberge
Teufelsberg
Helleberge Karlsberg
Havelberg
Stolper Berge
Nikolskoe
Böttcherberg
Hirschberg Tannenberge
Am Wasserturm
Oderbruchklippe
Großer Bunkerberg
Insulaner
Fichtenberg
Alpengipfel
Kreuzberg
Rixdorfer Höhe
Marienhöhe
Rudower Höhe
Falkenberg Kienberg
Biesdorfer Höhe
Püttberge
Kanonenberge
Müggelberg
Dörferblick
natürlicher Berg künstlicher Berg
Seddinberg
Grundmoränen, also Aufschüttungen von all dem Material, das die Gletscher mitbrachten. Das Bett der Spree – Urstromtal genannt – entstand, als später das Tauwetter einsetzte. Weil der natürliche Weg nach Norden weiterhin durch Eismassen verbaut war, musste das Schmelzwasser einen ungewöhnlichen Schwenk nach Westen vollziehen.
Der höchste Berg, den die Gletscher auf dem Berliner Stadtgebiet auftürmten, ist der Große Müggelberg im äußersten Südosten. Seit dem letzten Jahrhundert wurde dieser aber von zwei neuen Bergen übertroffen: dem Deponieberg Arkenberge im Norden – und dem Teufelsberg im Südwesten, der aus Kriegstrümmern und Bauschutt besteht.
SpandauerDamm
Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Schlesisches Tor: Die U1 hat gleich mehrere Haltestellen mit dem Wort „Tor“ im Namen. An denen sind heute nur noch große Straßenkreuzungen zu finden, einst aber standen hier kunstvolle Stadttore. Eigentlich waren es sogar noch mehr: An der Station Warschauer Straße befand sich früher das Stralauer Tor, am Görlitzer Bahnhof das Köpenicker Tor.
Saatwinkler Damm Heckerdamm
Siemensdamm
Gaußstr.
Volkspark Rehberge
WESTEND
Seestr. Müllerstr. Müllerstr. CHARLOTTENBURGWILMERSDORF
Hagenstr.
Wo heute die Hochbahn durch Kreuzberg rattert, verlief zwischen 1737 und 1870 die vier Meter hohe Zoll- und Akzisemauer. Natürlich hatte sie auch den Zweck, im Kriegsfall Feinde aufzuhalten. Doch andere Funktionen waren zu dieser Zeit längst wichtiger geworden: Die Mauer sollte Zolleinnahmen sichern, Schmuggel verhindern, desertierende Soldaten stoppen und Bettler genauso draußen halten wie Seuchen. Viel übrig geblieben ist von den Anlagen nicht: An der Hannoverschen und an der Stresemannstraße kann man noch ein paar Mauerreste besichtigen. Von den 18 teils prunkvollen Toren steht nur noch eins: das Brandenburger Tor. Das Wahrzeichen, das im heutigen Berlin ziemlich genau in der Mitte steht, stellte einst die westliche Grenze des Stadtgebiets dar.
Kaiserin-Augusta-Allee
Spree
CHARLOTTENBURG
Otto-Suhr-Allee
Die Zollmauer ist eine von vier großen Mauern, die Berlin im Lauf der Jahrhunderte prägten. Die bekannteste ist natürlich die Berliner Mauer, mit der die DDR ihren Bürgern 1961 ein Gefängnis baute.
Neue Kantstr.
Kantstr.
Turmstr.
Levetzowstr.
MOABIT
HANSAVIERTEL
TIERGARTEN
Großer Tiergarten
Hardenbergstr. Masurenallee Messedamm
HALENSEE
Die erste Mauer hatte es bereits im Spätmittelalter gegeben. Sie umfasste die damals noch nicht vereinten Zwillingsstädte Berlin und Cölln. Doch weil sie der Stadt im Dreißigjährigen Krieg rein gar nichts geholfen hatte, wurde sie ab 1650 durch die sogenannte Festungsmauer ersetzt. Diese wurde durch 13 Bollwerke geschützt, außen herum befand sich ein schiffbarer Graben.
Hubertusallee
SeesenerStr. PaulsbornerStr. PaulsbornerStr.
Konstanzer Str.
Dass man diesen zugeschüttet hat, erscheint aus heutiger Sicht schade: Sonst könnte man auch jetzt noch mit dem Boot über den Alexanderplatz schippern. Allerdings hätte man dann die S-Bahn anderswo trassieren müssen.
Delbrückstr.
Forckenbeckstr.
Zoologischer Garten
Kurfürstendamm
mittelalterliche Stadtmauer gebaut im 13. Jahrhundert
5 Stadttore
Festung Berlin gebaut von 1650 bis 1683
Wasser-/Festungsgraben
6 Stadttore
Akzisemauer
gebaut von 1734 bis 1737
18 Stadttore
WEDDING SCHMARGENDORF
Str. Hohenzollerndamm
Berliner Str.
Berliner Mauer gebaut 1961
Vorderlandmauer
Hinterlandmauer
Grenzstreifen
ehemalige Grenzübergänge (inkl. Bhf Friedrichstr.)
Hier sind Überbleibsel der verschiedenen Mauern noch heute erkennbar.
Osloer Str. Prinzenallee
GESUNDBRUNNEN
Hochstr. Pankstr.
Invalidenstr.
„Tränenpalast“
18 Brandenburger Tor
Yorckstr.
Stresemannstr. Wilhelmstr.
Bornholmer Str.
Andreasstr.
KöpenickerStr.
Oranienstr.
Volkspark Friedrichshain Viktoria-
Dudenstr.
Gitschiner Str.
Gneisenaustr.
Volkspark Hasenheide
Columbiadamm
Hermannstr.
Festung Berlin
Spandauer Tor Königstor Stralauer Tor Köpenicker Tor Leipziger Tor
Neues Tor Oranienburger Tor Hamburger Tor Rosenthaler Tor Schönhauser Tor Prenzlauer Tor Königstor Landsberger Tor Frankfurter Tor Stralauer Tor Schlesisches Tor Köpenicker Tor Cottbusser Tor Wassertor Hallesches Tor Anhalter Tor
Chausseestraße
Invalidenstraße
Akzisemauer Berliner Mauer Überbleibsel
Bhf. Friedrichstraße Checkpoint Charlie Heinrich-Heine-Str. Oberbaumbrücke Mauerpark
Gedenkstätte und Dokumentationszentrum Berliner Mauer
Hannoversche Str. 9 Waisenstr. 3 Köllnischer Park East
Treptower Park
Holstein
Wismar Lübeck
Bremen schwed.)
Fsm. Verden (schwed.)
Fsm. Calenberg
Landgft. Hessen-Kassel
Stendal
Brandenburg am Ende der Herrscha von Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1688 Jahr der Erwerbung
Prignitz
KURMARK
Altmark
Erzbm. Magdeburg
Magdeburg
Tangermünde
Sächsische Fürstentümer
brandenburgischem Besitz brandenburgischem Besitz
Hinterpommern
Danziger Bucht
Pommerellen Samland
Pomesanien
Westpreußen
Bayreuth Kulmerland
Uckermark
Königsberg
Mittelmark
Fsm. Ermland
Hockerland
Galindien Cujavien
BREDOW Nauen
RIBBECK
Schloss Ribbeck
Burg
Wolmirstedt
Wenn man so will, gingen Kurfürsten und Landadel um 1600 ähnlich miteinander um wie Bundeskanzler und Länder-Ministerpräsidenten heute. Ja, die obere Ebene ist mächtiger. Aber wenn die untere Ebene nicht zustimmt und Gelder freigibt, funktioniert trotzdem nichts. Dementsprechend hart wird verhandelt, im 21. genauso wie zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Damals befand sich die Beziehung der brandenburgischen Landesherren zum Landadel gerade im Umbruch. Noch immer war die sogenannte Ritterschaft für die Rechtsprechung vor Ort zuständig, erhob eigene Steuern und baute Truppen auf. Aber in eine richtige Ritterrüstung stieg niemand mehr: Die militärische Aufmüpfigkeit von früher, als die Clans noch eigene Fehden führten, war verschwunden. Von der loyalen Untertänigkeit späterer Zeiten, als die Hohenzollern die Junker mit Posten in Verwaltung und Militär lockten, war aber auch noch nichts zu spüren.
Kurfsm. Sachsen
Jerichow
Oberlausitz
Hzm. Schlesien
Gutshaus Ketzür
Prag
Genthin
ARNIM
Schloss Plaue
ROCHOW
Schloss Reckahn
Möckern
Magdeburg
Um 1600 hatten die großen Adelsgeschlechter –wie die von Arnims, von Bredows oder von Rochows –üppige Besitztümer: Hier ein Gut, dort ein Gut, dazu einige Dörfer und landwirtschaftliche Flächen, die sie von weitgehend rechtlosen Bauern bestellen ließen. Untereinander betrieben die Familien fröhlichen Immobilienhandel: Die in der Karte eingezeichneten Stammsitze und Ländereien beziehen sich auf das Jahr 1600. Schon wenig später residierte manche Familie längst anderswo.
Loburg
Ziesar Belzig
einige Dörfer, die heute zu Berlin gehören, damals im Besitz der Adelshäuser. Doch lagen diese da noch außerhalb der Stadtgrenze. Das freie Leben und der wachsende Wohlstand innerhalb der Stadtmauern war dem konservativen Adel ein Dorn im Auge. Zumal die Landesherren gelegentlich mit den Städten paktierten, um die Zentralmacht zu stärken oder Neuerungen voranzutreiben.
Treuenbrietzen
Von Misstrauen und Rivalität gezeichnet war auch das Verhältnis zu den Städten. Zwar waren
Und trotzdem: Heute hat fast jedes große Adelsgeschlecht eine Berliner Straße, die nach ihm benannt ist.
Lindow
Sudauen Herzogtum
Preußen
Löwenberg
Mauersee
Spirdingsee
Ortelsburg
Masovien
Kremmen
Liebenwalde
Biesenthal
Oranienburg
Birkenwerder
Warschau
Wustermark
Potsdam Spandau
Werder
Beelitz
HOHENZOLLERN (Landesherren)
Saarmund Teltow
Adelsgeschlecht Hohenzollern (Landesherren)
Kurfürst Joachim Friedrich (Regentschaft: 1598 –1608)
Sitz (um 1600): Stadtschloss Berlin
Weiterer Sitz im Raum Berlin: Stadtschloss Potsdam
Stammsitz: Burg Hohenzollern (Schwaben)
Luckenwalde
Im neuen alten Berliner Stadtschloss befindet sich seit 2022 das Humboldt-Forum.
Grundriss der Hohenzollerngruft (94 Mitglieder des Hauses Hohenzollern)
Unter dem Berliner Dom liegen z B.:
Elisabeth Magdalene von Brandenburg (1537–1595)
Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg (1546 –1608)
„Großer Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 –1688)
König Friedrich I. in Preußen (1657–1713)
Königin Sophie Charlotte von Hannover (1668 –1705)
Oderberg
Eberswalde
Stammsitz: Boitzenburg (Uckermark)
Sitz (um 1600): Schloss Plaue
Der Nachfolgebau des Schloss Plaue ist heute ein Hotel.
Adelsgeschlecht Barfus
Stammsitz: Altmark
Sitz (um 1600): Malchow
Mit 600 Einwohnern ist Malchow heute der kleinste Ortsteil Berlins.
Adelsgeschlecht Bredow
Stammsitz (um 1600): Friesack
Werneuchen
Die letzten Herrenhäuser an der Burg Friesack wurden in der DDR-Zeit abgerissen.
Freienwalde
Wriezen
Königs Wusterhausen Vogelsdorf
Adelsgeschlecht Brösigke
Strausberg
Stammsitz (um 1600): Ketzür
Das Gutshaus Ketzür steht noch heute an der Ketzürer Dorfstraße.
Adelsgeschlecht Flanß
Stammsitz (um 1600): Groß Machnow Ein (später gebautes) Gutshaus Groß Machnow beherbergt heute ein Kulturzentrum.
Adelsgeschlecht Hake
Stammsitz (um 1600): Machnow
Die (später entstandene) Hakeburg wurde zu Luxuswohnungen umgebaut.
Adelsgeschlecht Otterstedt
Stammsitz (um 1600): Dahlewitz
Der Gutspark Dahlewitz ist heute ein öffentlicher Park.
Müncheberg
Fürstenwalde
Stammsitz: Jahnsfelde (Märkisch Oderland)
Sitz (um 1600): Biesdorf
Storkow
Das später auf dem Gelände gebaute Schloss Biesdorf kann besichtigt werden.
Weitere Besitzungen im Raum Berlin: u a.
Heiligensee
Stammsitz (um 1600): Ribbeck
Weitere Besitzungen im Raum Berlin: Groß Glienicke
Das Schloss Ribbeck, der Nachfolgebau des Herrenhauses, ist heute eine Event-Location.
Buchholz
Stammsitz (um 1600): Reckahn
Schloss Reckahn beherbergt heute das Rochow- und das Schulmuseum.
Stammsitz (um 1600): Blankensee
Das (später gebaute) Schloss Blankensee dient heute als Event-Location.
Wer an der Station Alt-Tempelhof aus der U6 steigt, findet eine typische Berliner Riesenkreuzung. Es gibt Döner- und Burgerläden, Bäcker und Kioske. Die evangelische Gemeinschaft hat ihren Laden direkt neben der Fetisch-Disco. Zweispurig geht die Straße nach Norden, zweispurig nach Süden. Nach Osten und Westen ist es genauso, doch hier sitzt wenigstens ein kleiner Park zwischen den Fahrspuren, der ein bisschen Lärm frisst, 500 Meter breit und 30 hoch.
Genau dieser Park war einst der Anger eines Bauerndorfes, das im 13. Jahrhundert von Siedlern aus dem Westen gegründet worden war, wie so viele andere auch. Wahrscheinlich ließ man hier das Vieh weiden, feierte Feste, backte Brot und unterrichtete die Kinder. Die Bauernhäuser standen rund um den Anger herum. So nah beieinander zu wohnen, brachte den Vorteil, dass man sich gegenseitig helfen und beschützen konnte. Der Nachteil waren mitunter weite Wege zu den Feldern.
Der elliptische Grundriss des Angers ist typisch für die Region rund um Berlin. In Lankwitz, Schmargendorf und anderswo kann man diese Form heute noch erkennen, wenn auch nur an der Straßenführung. Normalerweise gehörte in die Mitte des Angers auch die Dorfkirche. In Tempelhof steht diese etwas abseits, im Lehnepark. Sie ist nicht die größte Kirche der Stadt, aber die größte Dorfkirche.
Für alle, die die Kerngebiete ihrer Kieze suchen wollen, hält Berlin einen besonderen Service bereit: Die Straßen heißen immer wie der Kiez, aber mit „Alt-“ davor.
BreiteStr. Cunostr.
Helgolandstr. HeiligendammerStr.
Wiesbadener
ImDol InderHalde
Wachtelstr.
Königin-Luise-Str.
ArndtGymnasium
Bachstelzenweg
Thielpark
Thielparkteich
Pacelliallee
Drosselweg
Schule
Friedhof
St.-Annen-Kirche
Erich-Kästner-Schule
Domäne Dahlem Thielallee
Freie Universität
Königin-Luise-Str.
Kuckucksweg Arnimallee
DahlemDorf
Löhleinstr. Fabeckstr.
Rudi-Dutschke-Weg
Freie
Universität
dnurG
Dahlem 1375
Friedhof
Scharfestr. Schützallee
Fischerhüttenstr. Potsdamer Str.
Gemeindewäldchen
Nord-Grundschule Finanzamt
Königstr.
SchadowGymnasium
Hohenzollernstr. Clayallee Teltower Damm † Bahnhof Zehlendorf
Alte Dorfkirche
Dorfanger
Winfriedstr.
BerlinerStr.
Mühlenstr. Kirchstr. Gartenstr. Seehofstr.
MachnowerStr.
Droste-HülshoffSchule Schmarjestr.
Zehlendorf
St. Matthias
SpreewaldGrundschule
Nelson-MandelaSchule
Fehrbelliner Platz
Wegenerstr.
Berliner Str.
Barstr.
Friedhof F.-EbertGymnasium
Finkenkrugschule
Uhlandstr. Nassauische Str. Bundesallee Holsteinische Str.
BerlinerStr.
Wilhelmsaue
Auenkirche
Fennsee Str am Schoelerpark
St. Gertrauden Krankenhaus
Güntzelkiez Wilmersdorf 1293
R.-A.FriedrichPark Fichtenberg
Botanischer Garten
Volkspark Wilmersdorf
Am Volkspark
Hildegardstr. Koblenzer Str. Blissestr. Mainzer Str.
PaulsenGymnasium
Lepsiusstr. Lepsiusstr. Rothenburgstr. Wulffstr.
Eichenteich CharkiwPark
Heilig-KreuzKirche
Rosenheimer Str.
Barbarossastr.
PestalozziFröbel-Haus
Apostel-Paulus-Kirche
Akazienkiez
Wartburgplatz
Wartburgstr.
G. LangenscheidtSchule
Heinrichvon-KleistPark
Potsdamer Str.
Elßholzstr. Crellestr.
Grunewaldstr. Vorbergstr. Akazienstr. EisenacherStr.
H.-LassenPark
BelzigerStr.
Pallasstr. Großgörschenstr.
NeumarkGrundschule
linsenförmiges Angerdorf
Sackgassendorf historischer Dorfkern
Hauptstr.Feurigstr. Ebersstr. Hauptstr.
Julius-LeberBrücke
1289
erstmalige urkundliche Erwähnung
Grunewaldstr. Schmidt-Ott-Str. Wrangelstr. Braillestr. Flemmingstr. Zimmermannstr.Herrfurthstr.Muthesiusstr. AmFichtenberg Steglitz 1375
Stadtreinigung
Kleingartenkolonie
UnterdenEichenGeranienstr.Fronhoferstr.Wolfensteindamm Schützenstr. Düppelstr. Berlinickestr. Adolfstr. Birkbuschstr. Schloßstr.
Schule für Blinde Gymnasium
FichtenbergSchule Schloßstr.
Luise-HenrietteSchule TempelhoferFeld Sportanlage
Manteuffelstr. Gäßnerweg
Stolbergstr. Schönburgstr. Ringbahnstr. Ringbahnstr.
Borussiastr. Borussiastr.
Alt-Tempelhof
Stadtbad Schule
Alter Park Lehnepark
Germaniastr. Götzstr. Tempelhofer Damm
Dorfkirche
Albrechtstr.
Albrechtstr. Bosestr.
Askanisches Gymnasium
Kleingartenkolonie
Friedensplatz Franckepark
Kaiserin-Augusta-Str.
Krankenhaus
Sportanlage
Kaulsdorfer Seen
Kaulsdorfer Seen
Gabainstr. NeuenIndenGärten
Großer Müggelsee
Charlottenstr. Kaulbachstr. Glücksweg HolenbrunnerWeg Schneebergstr . BischofsgrünerWeg MaulbronnerUfer
16 00 bis 18 00
1600: Berlin und die Zwillingsstadt Cölln haben gemeinsam knapp 10 000 Einwohner.
1613: Die Berliner sind lutherisch, doch unter Kurfürst Johann Sigismund werden die Hohenzollern calvinistisch und bleiben es für zwei Jahrhunderte.
1631: Die Schweden besetzen die Stadt, die im Dreißigjährigen Krieg nur Spielball der Großmächte ist. Tausende sterben durch Pest und Plünderungen.
1647: Der „Große Kurfüst“ Friedrich Wilhelm lässt die Ost-West-Schneise ausbauen und mit Linden bepflanzen. Bald wird sie zum Prachtboulevard.
1671: Nach einem Jahrhundert dürfen wieder jüdische Familien in der Stadt leben. Ab 1685 werden auch Hugenotten aufgenommen, später Böhmen.
1683: Berlin hat nun eine sternförmige Festungsanlage mit Wällen und Gräben. So wehrlos wie im Dreißigjährigen Krieg will man nie wieder sein.
1700: Monarchin Sophie Charlotte stößt die Gründung der Akademie der Wissenschaften an. Ihr Freund Gottfried Wilhelm Leibniz wird Präsident.
1701: Aus Kurfürst Friedrich III. wird König Friedrich I., Berlin wird Haupt- und Residenzstadt – und 1709 mit Cölln und den Vororten vereint.
1737: Die neue Akzisemauer, die den Warenverkehr kontrollieren und Bettler abschrecken soll, versiebenfacht die Stadtfläche auf 14 Quadratkilometer.
1741: Friedrich der Große lässt mit dem Bau der heutigen Staatsoper beginnen. Berlin wird zu einem Zentrum für Musik, Architektur und Philosophie.
1747: Dem Apotheker Andreas Sigismund Marggraf gelingt die Extraktion von Zucker aus Rüben. Damit legt er die Basis für Preußens Zuckerproduktion.
1760: Im Siebenjährigen Krieg besetzen und plündern Österreicher und Russen Berlin. Auch wenn sie nach vier Tagen abziehen, für Friedrich ist es peinlich.
1763: Die Königliche Porzellan-Manufaktur wird gegründet. Auch die innovative Seiden- und Textilbranche wächst. Berlin reüssiert mit Luxusgütern.
1791: Carl Gotthard Langhans stellt das Brandenburger Tor fertig. Es wird bald zum Wahrzeichen.
1800: Berlin hat mehr als 170 000 Einwohner.
Aus heutiger Sicht mag es sonderbar klingen, aber tatsächlich hatte Preußen zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs keine richtige Armee. Wobei man genauer gesagt von der Mark Brandenburg sprechen muss, wie der Staat damals noch hieß.
Zwar regiert damals mit Kurfürst Georg Wilhelm bereits ein Hohenzoller. Doch ist dieser längst nicht so militaristisch eingestellt wie die sieben Friedrichs, Wilhelms und Friedrich-Wilhelms, die ihm auf den ron folgen werden. So kommt es, dass die Mark –und mit ihr Berlin – bald zur Verfügungsmasse der Großmächte wird.
Zwar bleibt man im ersten Kriegsjahrzehnt noch verschont. Doch dann geht es Schlag auf Schlag: Als der katholische Oberbefehlshaber Wallenstein 1627 nach Norden stößt, um die vom Dänenkönig Christian vereinigten Protestanten zu schlagen, zieht er mit seinem riesigen kaiserlichen Heer plündernd durch die Mark – und nimmt Quartier in Bernau. Von dort besucht er Berlin und zwingt den Kurfürsten zu Kontributionszahlungen.
Drei Jahre später wiederholt sich das Schauspiel, mit anderen Vorzeichen. Jetzt marschieren die Protestanten ein, mit dem Schweden Gustav II. Adolf an der Spitze – und wollen ebenfalls Geld. Und damit nicht genug: 1633 kommen die Katholiken erneut und plündern Köpenick, zwei Jahre später sind schon wieder die Schweden da und erstürmen Berlin. Dass man all dem weitgehend wehrlos zuschauen muss, wird später ein Hauptgrund für die preußische Aufrüstung sein.
Für Berlin ist der Dreißigjährige Krieg eine katastrophale Zeit: Immer wieder brechen Pocken, die Pest oder die Ruhr aus. Immer wieder wird geplündert und gebrandschatzt. Und 1641 lässt ein Stadtkommandant auch noch Teile der Vorstädte abbrennen, weil er das für den Kampf gegen die heranrückenden Schweden für schlau hält.
Erst danach kehrt Ruhe ein – und der neue Herrscher, Friedrich Wilhelm, macht sich daran, das Land zu reformieren. Später wird man ihn den „Großen Kurfürst“ nennen.
1627: Kaiserliche Armee (Wallenstein)
1631: Schwedische Armee (Gustav II. Adolf)
1633: Kaiserliche Soldaten (Mansfeld)
1636: Schwedische Truppen (Banér)
1646: Schwedische Truppen (Torstensson)
Wesenberg
1636
Wittenberge
Seehausen
Werben
Tangermünde Wittstock
Schlacht von Wittstock Schwedischer Sieg
Kyritz
Neu-Ruppin
Wusterhausen
Schwedischer Feldzug Richtung Thüringen und Franken
Havelberg
1631
Schlacht von Werben Schwedischer Sieg (über Tilly)
Kaiserlicher Feldzug gegen Dänemark
4. Oktober 1636
Schlacht von Wittstock Schwedischer Sieg
Rückzug und Flucht
Hottenberg
Papenbruch
Schwedische Armee Kaiserliche Armee
Kavallerie Infanterie Artillerie
Scharfenberg
Fretzdorfer Heide
1636: Plünderung Berlins
1631: Gustav II. Adolf besetzt Berlin und erzwingt ein Bündnis.
1627: Wallenstein im Berliner Schloss
Mittelmark
1633: Besetzung von Köpenick. Berlin bleibt verschont.
von Frankfurt/Oder Schwedischer Sieg
Schwedischer Feldzug Richtung Böhmen
Schlacht von Jüterbog Schwedischer Sieg
Tiergarten
Werft
Neustädtische Kirche
Dorotheenstraße Weidendamm
Lindenstraße (Unter den Linden) Mittelstraße
Die Staatsbibliothek Berlin hält in ihren Katakomben einen kuriosen Schatz bereit: einen Adresskalender aus dem Jahr 1707. Er listet die wichtigsten Bürger der Stadt auf – Mitglieder des Hofstaats, Handwerker, Anwälte oder auch Ärzte.
Die hohen, aber schmalen Seiten sind recht wirr gelayoutet, so als hätte man in einem WordDokument zu viele Schrifttypen gemixt. Auch die Ordnung ist seltsam. Und weil es damals noch keine Hausnummern gab, werden nur Straßen genannt, wenn überhaupt. So erfährt man, dass der Hofkonditor Bartholomäus Frenhöffer „nahe der Schleuse“ wohnte, während der Fechtlehrer Simon Gustav Gramazo „am Spandauer Tor“ logierte.
Der Band zeigt, dass die honorigen Berliner schon damals lieber in die modernen Viertel am Stadtrand zogen. Diese lagen rund um das Schloss, auf dem Friedrichswerder oder in der neuen Dorotheenstadt.
Laboratorium
südlicherFestungsgraben
SCHLEUSENVIERTEL
Stallungen
Friedrichswerdersche Kirche
Das mittelalterliche Berlin, nordöstlich der Spree, blieb eher den Kleinbürgern vorbehalten. Hier standen die Fachwerkhäuser noch eng gestaucht, vorne schmal und hinten lang – und dunkel. Viele Handwerker arbeiteten im Homeoffice: Im Erdgeschoss gab es Werkstätten, obendrüber Wohnräume und hinten Ställe. Jedenfalls quetschte sich damals viel Leben in diese Stadt, die um das xxJahr 1700 kaum mehr als zwei Quadratkilometer maß, aber schon mehr als 30 000 Einwohner hatte.
Friedrichswerdersches Gymnasium
Holz-gartenstr.
Leipziger Tor
Spandauer Tor
Spandauer Brücke
NeueFriedrichstraße
XII. Uffelnsches Bollwerk (Spandauer Bastion)
Heiligen-GeistKirche
HEILIGE-GEISTVIERTEL
Lusthaus
Bibliothek
Lustgarten
Ballhaus
Münze
Rosenstraße
XI. DragonerBastion
Marien-Kirche
Neuer Markt
Berchheimsgasse Kalands-gasse
Joachimsthalisches Gymnasium
Stadtschloss
Mühle
Schleuse
Schleusenbrücke (Werder’sche Mühlen)
Jungfernbrücke
LeipzigerStraße
Churstraße
Königstor
X. Siebenburgisches Bollwerk (Marien-Bastion, Kommandanten-Bastion)
MARIENVIERTEL
Georgenstraße
Rathaus
Königstraße
BERLIN
Königsbrücke
Post
Lange Brücke (Kurfürstenbrücke)
Stechbahn
Schlossplatz
Stallungen
SCHLOSSVIERTEL
Neumannsgasse Spreegasse
Brüderstraße
HeiligenGeistStraße SpandauerStraße Klosterstraße
Nagelgasse
Zum Nussbaum
Nicolai-Kirche
NIKOLAIVIERTEL
BreiteStraße
König von England
Rathaus
Siebergasse
Jüdenstraß e
Rätzengasse
Molkenmarkt Mühlendamm
Fischmarkt
Cöllnisches Gymnasium
Amt Mühlenhof
Neue Brücke
Schwarzer Adler
Wappen des Königs von Preußen Fischerbrücke
Petri-Kirche
CÖLLN
Gertraudenbrücke
GERTRAUDENVIERTEL
IV. Gertrauden-Bollwerk (Spittel-Bastion)
GertraudenKirche
Grünstraße
Rossstraße Fischerstraße
MARKTVIERTEL
Inselbrücke
Zur letzten Instanz
Berlinisches Gymnasium Magazin
Kronengasse
KlosterKirche
KLOSTERVIERTEL
StralauerStraße
Spree nördlicherFestungsgraben
Spinn-Manufaktur
Zuchthaus
Stralauer Brücke
Roßstraßenbrücke
Grünstraßenbrücke
Salzhaus
NEU-CÖLLN
Köpenicker Brücke
Köpenicker Tor
ö entlicher Brunnen in Berlin und Cölln
Gaststätte Apotheke Gymnasium
wichtige Schlösser der Hohenzollern
beliebte Sommerresidenzen
kleinere Schlösser Erö nung bzw. wichtige Umbauten
Oranienburg
Könige in Preußen
Regentschaft bevorzugte Sommerresidenzen
Falkenhagen
Friedrich I. *1657 1688 –1713 Köpenick/Schönhausen
Seegefeld
Friedrich Wilhelm I. *1688 1713 –1740 Königs Wusterhausen („Soldatenkönig“)
Könige von Preußen
Friedrich II. („Der Große“) *1712 1740 –1786 Sanssouci
Friedrich Wilhelm II. *1744 1786 –1797 Pfaueninsel/Marmorpalais
Friedrich Wilhelm III. *1770 1797 –1840 Paretz
Friedrich Wilhelm IV. *1795 1840 –1861 Charlottenhof
Deutsche Kaiser 1665
Wilhelm I. *1797 1861 –1888 Babelsberg
Friedrich III. *1831 1888 Neues Palais
Seeburg
Spandau
Zitadelle
Staaken
Tegeler See
Wilhelm II. *1859 1888 –1918 Neues Palais
Groß Glienicke Ferbitz
Pfaueninsel Sacrow
Cecilienhof
Marmorpalais
Sanssouci
Neues Palais
Charlottenhof
Geltow
Babelsberg Caputh
Glienicke
Jagdschloss Glienicke
Stadtschloss Potsdam
Paradiesgarten
Bergholz
Rheinsberg 1699, 1747, 1957
Teltow Heiligensee
Stahnsdorf
Jagdschloss Stern
Nordischer Garten
Sizilianischer Garten
Neues Palais
Tegel
Charlottenburg
Tegel Paretz
Jagdschloss Grunewald
Dahlem
Neu Lichterfelde
Lichterfelde
Giesendorf
Kleinmachnow
Ruhlsdorf
Gütergotz
Hauptallee
Philipsthal
Rehgarten
Chinesisches Teehaus
Langerwisch Saarmund Nudow
Römische Bäder
Sanssouci 1747 1769 1829
Fasanerie
Charlottenhof
Schenkendorf
Weinbergterrassen
Holländischer Garten
Marlygarten
Sputendorf
Großbeeren
Genshagen
Dalldorf
Reinickendorf
Steglitz
Heinersdorf
Niederschönhausen
Wedding
Franz. Buchholz
Pankow Rosenthal
Schönhausen
Lindenberg
Blankenburg
Malchow
Heinersdorf
Weißensee
Altes Palais Stadtschloss Berlin
Schöneberg
Wartenberg
Falkenberg
Hohenschönhausen
Lichtenberg
Friedrichsfelde
Wer sich für alte Schlösser interessiert, findet in Berlin ein wahres Eldorado: Rund 20 sind heute noch zugänglich, dazu kommen prachtvolle Schlossgärten. Die preußischen Könige und deutschen Kaiser waren nicht nur Herrscher, sondern auch Bauherren. Ständig wurde irgendwo etwas neu gebaut, umgebaut oder erweitert.
Oft bekamen die Kronprinzen ein Anwesen geschenkt, das sie nach eigenen Vorstellungen gestalten konnten. Architektur hatte Symbolkraft: Mit seinem Schloss zeigte ein Monarch, wie er wahrgenommen werden wollte – weltoffen oder streng, kunstsinnig oder militaristisch, freigiebig oder sparsam.
Vieles mutet aus heutiger Sicht seltsam an: etwa, dass die Hohenzollern mehrmals im Jahr mit dem gesamten Hofstaat umzuziehen pflegten, etwa vom Stadtschloss in die Sommerresidenz. Hinzu kam der Überfluss an pompösem Wohnraum: Manches Schloss, in das ein König viel Herzblut gesteckt hatte, blieb nach seinem Ableben ungenutzt. Auch waren die Häuser oft ziemlich verbaut: Große Räume gab es nur wenige, dafür Dutzende kleine. Rauchen, Musizieren, Korrespondieren, Essen, Anziehen – für jeden Zweck gab es ein Extrazimmer.
Dass sich die Macht im Lande während der Industrialisierung immer mehr zum Bürgertum hin verlagerte, zeigte sich auch in der Geschichte der Schlösser. Viele von ihnen wurden im 19. Jahrhundert von neureichen Unternehmern aufgekauft.
Kolonie
Johannisthal
Marzahn
Biesdorf
Friedrichsfelde
Blumberg
Ahrensfelde
Eiche
Mehrow
Hönow
Kaulsdorf
Mahlsdorf
Köpenick
Köpenick
Glienicke
Bohnsdorf
Schönfelde
Waltersdorf
Kiekebusch
Schulzendorf
Brusendorf
Miersdorf
Dahlwitz
Radeland
Zeuthen
Königs Wusterhausen
Königs Wusterhausen
Schmöckwitz
Bellevue 1837, 1964 1451, 1713, 2020 1786, 1959 1665 1695 1718, 1861 1558, 1690
Juden Hugenotten Böhmen
Hugenottisches Hospital, 1686
Friedrichstraße
Jüdisches Hospital, 1756
OranienburgerStraße
Hamburger Straße
Jüdischer Friedhof, 1672
Unter den Linden
Mauerstraße
Französische Straße
Französische Friedrichstadtkirche, 1705
Friedrichstraße
Hugenottischer Friedhof, 1705
Gendarmenmarkt
Charlottenstraße
Friedrichstadt-Nord
Leipziger Straße
Bethlehemskirche, 1737
Böhmische Kirche
Friedrichswerder
Alt-Cölln
Neu-Cölln
Böhmen (ab 1750) [BABELSBERG]
Salzburger (ab 1732)
[ZEHLENDORF]
Böhmen (ab 1750) [SCHÖNEBERG]
Böhmische Schule, 1735
Krausenstraße
Zimmerstraße
Kochstraße
Böhmen
Friedrichstadt-Süd
Wilhelmstraße
Böhmische Kirche, 1751
Friedrichstraße
Böhmischer Bethlehemsfriedhof, 1732