
QUARTALSBERICHT DEUTSCHLAND
Wirtschaft im Jahr 2025 um 0,2 Prozent gewachsen
Industrieproduktion 1,6 Prozent geringer als im Jahr 2024

▪ Die Wirtschaftsleistung ist nach schwachem Auftakt im Sommerhalbjahr im vierten Quartal 2025 wieder gestiegen. Die konjunkturelle Erholung im laufenden Jahr dürfte zunächst schwach ausfallen.
▪ Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften mit 0,8 Prozent weniger stark wachsen wie im Vorjahr. Die hohe wirtschaftliche Unsicherheit sorgt für Zurückhaltung bei den Verbrauchern.
▪ Die Bruttoanlageinvestitionen dürften erstmals seit vier Jahren wieder steigen. Neben Impulsen durch das Sondervermögen Klima und Infrastruktur zeichnet sich auch eine leichte Erholung beim Wohnungsbau ab.
▪ Die Nachfrage aus den EU-Ländern dürfte den Außenhandel stützen, denn die Exporterwartungen sind zuletzt gestiegen. Die Unsicherheit im US-Handel hingegen bleibt bestehen.
▪ Die Industrieproduktion im vergangenen Jahr ist mit minus 1,6 Prozent das vierte Jahr in Folge gesunken.
Konjunktur in Deutschland
Bruttoinlandsprodukt nach zwei Jahren Rückgang wieder gestiegen
Die deutsche Wirtschaft ist nach Stagnation im Sommerhalbjahr zum Jahresende wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes preis-, kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Der Vorjahresvergleich weist aufgrund der höheren Zahl an Arbeitstagen für das vierte Quartal einen Anstieg der realen Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent aus (kalenderbereinigt +0,4 %). Die bereits Ende Januar 2025 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte BIP-Wachstumsrate von plus 0,2 Prozent für das gesamte Jahr 2025 wurde Ende Februar bestätigt. Damit ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach zwei Jahren Rückgang in Folge wieder gestiegen.
Im vierten Quartal 2025 wurde die Wirtschaftsleistung von 46,1 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Damit lag die Beschäftigung leicht unter dem Niveau des Vorjahres (minus 58.000 Personen). Die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen stieg hingegen leicht um 0,7 Prozent.
Entwicklung des realen BIP in Prozent
Veränderung ggü.Vorjahresquartal Veränderung ggü. Vorquartal, saison- und kalenderbereinigt
Veränderung ggü. Vorjahr
Quelle: Statistisches Bundesamt

Mit Blick auf die Entstehungsseite des BIP ist die Bruttowertschöpfung in realer Rechnung im vierten Quartal 2025 im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent gestiegen. Abgesehen von den Finanz- und Versicherungsdienstleistern, deren Aktivitäten um 2,5 Prozent sanken, ist die Bruttowertschöpfung in allen anderen Wirtschaftsbereichen gestiegen. Den kräftigsten Anstieg verzeichneten der Informations- und Kommunikationssektor (+2,7 %), gefolgt von den öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit (+1,7 %), dem gewichtigen Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+1,6 %) und dem Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,5 %). Erstmals seit vier Quartalen stieg die Bruttowertschöpfung bei
den Unternehmensdienstleistern wieder leicht an (+0,4 %). Auch bei den sonstigen Dienstleistern nahmen die Aktivitäten nach einem schwachen Sommerhalbjahr zu (+0,3 %). Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Bruttowertschöpfung erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren an (+0,7 %). Selbst im fünften Rezessionsjahr des Baugewerbes ging es zum Jahresabschluss mit einem Plus von 0,4 Prozent wieder etwas aufwärts.
In der verwendungsseitigen Betrachtung des BIP sind die preisbereinigten privaten Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,8 Prozent gestiegen. Die Verbraucher erhöhten im vierten Quartal 2025 vor allem ihre Ausgaben für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (+4,1 %) sowie für ihre Gesundheit (+4,0 %). Überdurchschnittlich stiegen auch die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe (+3,7 %), Freizeit, Unterhaltung und Kultur (+3,2 %), Information und Kommunikation (+3,0 %) sowie für Verkehr (+2,5 %). Deutlich schwächer stiegen die Ausgaben der Verbraucher für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen und für Wohnen, Energie- und Wasserversorgung mit jeweils nur plus 0,4 Prozent. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke gaben die Verbraucher 1,4 Prozent mehr Geld aus. Einzig und allein rückläufig waren die Ausgaben für alkoholische Getränke und Tabakwaren. Sie sanken im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent. Etwas schwächer entwickelten sich die Konsumausgaben des Staates. Sie legten zum Jahresende 2025 um 1,3 Prozent zu. Auch in den beiden Quartalen zuvor stiegen die öffentlichen Konsumausgaben schwächer an als die privaten.
Bei den Bruttoanlageinvestitionen hat sich die schwache Aufwärtsbewegung zum Jahresende etwas beschleunigt. Sie stiegen im vierten Quartal im Vorjahresvergleich um 1,3 Prozent an, nach plus 0,5 Prozent im Quartal zuvor. Erstmals seit über zwei Jahren waren auch die Ausrüstungsinvestitionen höher als vor Jahresfrist (+0,4 %). Bei den Bauinvestitionen scheint der seit knapp vier Jahren anhaltende Abwärtstrend beendet zu sein. Der Anstieg erstreckte sich dabei über alle Bausparten. Erstmals seit dem ersten Quartal 2022 legten die Wohnungsbauinvestitionen wieder zu (+0,3 %). Die öffentlichen Bauinvestitionen erhöhten sich um insgesamt 1,8 Prozent, wobei der Anstieg maßgeblich auf die Entwicklung im Hochbau zurückzuführen war (+4,0 %). Bei den gewerblichen Bauten (+1,8 %) dominierte hingegen der Tiefbau (+12,3 %), während Hochbauten leicht abnahmen. Die Investitionen in sonstige Anlagen (u. a. Software und Patente) lagen 3,8 Prozent über Vorjahresniveau.
Der Außenhandel hat im vierten Quartal 2025 wieder Fahrt aufgenommen. Die preisbereinigten Warenexporte stiegen im Jahresvergleich um zwei Prozent. Hierzu trugen insbesondere stärkere Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen Ausrüstungen bei. Die Dienstleistungsexporte nahmen dagegen nur sehr geringfügig zu (+0,1 %). Insgesamt stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,6 Prozent. Die Importe verzeichneten mit plus vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls einen deutlichen Zuwachs. Dieser ging allein auf die gestiegenen Warenimporte zurück (+6,4 %). Grund für den deutlichen Anstieg waren vor allem höhere Einfuhren von Nahrungsmitteln, Metallerzeugnissen und Kraftwagen- und Kraftwagenteilen. Die Dienstleistungsimporte sanken dagegen um 1,2 Prozent. Verantwortlich hierfür waren unter anderem gesunkene Transport-, EDVund sonstige unternehmensbezogene Dienstleistungen. Da die Exporte deutlich langsamer als die Importe gestiegen sind, ergab sich für den Außenhandel ein negativer Wachstumsbeitrag von 0,9 Prozentpunkten.
Warenhandel hat zum Jahresende 2025 wieder angezogen
Die Ausfuhren von Waren sind im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (saisonbereinigte Werte mit Länderdifferenzierungen sind nicht verfügbar) um 10,33 Milliarden Euro oder
2,7 Prozent gestiegen. In absoluten Werten verzeichneten die Ausfuhren nach Frankreich mit plus 2,48 Milliarden Euro oder plus neun Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von der Schweiz und Polen. Dorthin stiegen die Ausfuhren jeweils um mehr als zwei Milliarden Euro. Alles in allem entwickelten sich zum Jahresende 2025 vor allem die Ausfuhren in die EU-Partnerländer überdurchschnittlich. Die Ausfuhren nach Österreich stiegen mit 1,84 Milliarden Euro um fast zehn Prozent. Das Spanien-Geschäft legte zweistellig zu (+1,79 Mrd. Euro; +13,6 %). Außerhalb des Euroraumes reüssierten auch die Ausfuhren in die Tschechische Republik (+1,0 Mrd. Euro; +8,1 %). Bedingt durch die US-Zollpolitik gingen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten kräftig zurück (-5,59 Mrd. Euro; -14,3 %). Um knapp ein Viertel verminderten sich auch die Warenexporte nach Japan (-1,37 Mrd. Euro). Im Vergleich dazu fielen die Rückgänge bei den Ausfuhren nach Indien (-492 Mio.; -10,4 %) und in das Vereinigte Königreich (-477 Mio.; -2,4 %) moderat aus. Bedingt durch die EU-Sanktionen gegen Russland sind die Ausfuhren dorthin um 166 Millionen Euro oder minus 9,1 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro gesunken. Verglichen mit dem letzten Quartal vor Ausbruch des Krieges waren dies 75,6 Prozent weniger.
Deutsche Ex- und Importe im vierten Quartal 2025 nach ausgewählten Ländern Veränderung gegenüber Vorjahresquartal
Exporte Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)
Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Die deutschen Warenimporte haben im gleichen Zeitraum mit plus 15,13 Milliarden Euro oder plus 4,6 Prozent deutlich stärker zugelegt. In der Länderbetrachtung legten die Importe aus China mit 3,34 Milliarden Euro oder 7,9 Prozent am stärksten zu, gefolgt von den Niederlanden und Italien. Die Einfuhren von dort erhöhten sich um jeweils 2,05 Milliarden Euro. Um jeweils mehr als zehn Prozent stiegen die Einfuhren aus Frankreich (+1,76 Mrd. Euro) und Österreich (+1,38 Mrd. Euro). Von unseren osteuropäischen Handelspartnern Tschechien (+968 Mio. Euro; +6,6 %) und Rumänien (+635 Mio. Euro; +14,7 %) wurden ebenfalls deutlich mehr Waren bezogen. Aus Russland wurden nochmals 16 Prozent weniger importiert als vor Jahresfrist und verglichen mit dem vierten Quartal 2021 waren es knapp 97 Prozent weniger. Im außereuropäischen Handel stiegen die Einfuhren aus Vietnam um ein Sechstel (+635 Mio. Euro), aus Kanada um ein Drittel (+602 Mio. Euro) und aus den USA um 2,7 Prozent (+595 Mio. Euro). Die wertmäßigen Einfuhren aus Norwegen dürften bedingt durch gesunkene Preise für fossile Energieträger um ein Fünftel oder 1,42 Milliarden Euro abgenommen haben.
Erwerbstätigkeit zu Jahresbeginn 2026 weiterhin leicht rückläufig
Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Januar 2026 saisonbereinigt um 13.000 Personen gesunken, nach einem Minus von 7.000 im Dezember 2025. Im Vergleich zu Vorjahresmonat sank die Zahl der Erwerbstätigen um 94.000 oder 0,2 Prozent auf 45,66 Millionen.
Arbeitsmarkt in Deutschland*
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (linke Achse)
Arbeitslose (rechte Achse)
*saisonbereinigt in Millionen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
zum Vorjahresmonat (rechte Achse)

Trotz abnehmender Erwerbstätigkeit gab es einen leichten Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur waren im Dezember des vergangenen Jahres (letzter verfügbarer Wert) insgesamt 34,98 Millionen Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren in saisonbereinigter Betrachtung zwar 5.000 Personen mehr als im November 2025, aber 41.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung sank dabei im Vorjahresvergleich um 227.000 Personen oder 0,9 Prozent, die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung stieg im gleichen Zeitraum um 187.000 Personen oder 1,7 Prozent.
Die sonstigen Formen der Erwerbstätigkeit entwickelten sich am aktuellen Rand unterschiedlich. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger ist im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 27.000 oder 0,7 Prozent auf 3,65 Millionen gesunken. Bei den ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten setzte sich die rückläufige Tendenz der letzten Jahre fort. Nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur ist sie in saisonbereinigter Rechnung um 7.000 gesunken. Mit 4,07 Millionen sank sie im Dezember 2025 im Vorjahresvergleich um 85.000 oder minus zwei Prozent. Im Gegensatz dazu erhöhte sich die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten im Nebenjob um 36.000 oder ein Prozent auf 3,51 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Februar 2026 um 80 700 oder 2,7 Prozent auf 3,09 Millionen (Vorjahresvergleich). Damit lag die Arbeitslosenquote im Februar 2026 nach Systematik der Bundesagentur bei 6,3 Prozent und nach ILOSystematik bei einem Wert von vier Prozent.
Großaufträge sorgen zum Jahresende 2025 für starkes Auftragsplus
Nach starken Novemberwerten verbuchte die Industrie auch im letzten Monat des vergangenen Jahres ein deutliches Plus bei den Auftragseingängen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen im Dezember 2025 die Bestellungen saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 7,8 Prozent. Das Plus war zu großen Teilen auf kräftige Orderzuwächse in den Bereichen Herstellung von Metallen und im Maschinenbau zurückzuführen. Wie schon im November trugen Großaufträge erheblich zum Auftragsplus bei. Ohne Großaufträge war der Ordereingang im Dezember nur 0,9 Prozent höher als im November 2025.
Auftragseingang, Verarbeitendes Gewerbe
Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich, in Prozent (rechte Achse)
Index des Verabeitenden Gewerbes, 2-Monats-Durchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse)
Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Dezemberdaten komplettieren das vierte Quartal 2025. Hierfür zeigte sich folgendes Bild: Im Vergleich zum Vorquartal gingen zum Jahresende 2025 saison- und kalenderbereinigt 9,6 Prozent mehr Aufträge ein. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 waren es 7,6 Prozent mehr. Zudem stieg der
Ordereingang zum Jahresende 2025 auf ein Dreijahreshoch und war vier Prozent höher als vor Ausbruch der Pandemie (4. Quartal 2019).
Mit Blick auf die Herkunft der Aufträge ist im vierten Quartal 2025 der Auftragseingang aus dem Inland gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 19,2 Prozent gestiegen und war damit 14,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Auslandsorders stiegen in der Summe um plus 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal an (Euroraum: +6,2 %; Nicht-Euro-Länder: +1,4 %). Im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres waren es 3,1 Prozent mehr, wobei auch hier die Nachfrage aus dem Euroraum (+7,3 %) deutlich stärker anstieg als die außerhalb des Euroraumes (+0,4 %).
Unter den industriellen Hauptgruppen stieg bei den Herstellern von Vorleistungsgütern der Auftragseingang im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent. Dabei stieg die Nachfrage aus dem Ausland mit plus 1,8 Prozent etwas stärker an als die aus dem Inland (+1,1 %). Zuwächse verbuchten die Hersteller von Investitionsgütern, deren Ordertätigkeit im vierten Quartal aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage aus dem Inland (+25,4 %) um elf Prozent zulegte. Die Investitionsgüternachfrage aus dem Ausland stieg mit plus 3,7 Prozent deutlich verhaltener an. Die Hersteller von Konsumgütern verbuchten im Jahresendquartal ein Auftragsplus von acht Prozent. Im Gegensatz zu den Investitionsgüterherstellern war hier die Auslandsnachfrage mit plus neun Prozent kräftiger als die aus dem Inland (+6,3 %).
Auftragsbücher werden wieder dicker
Das Auftragsplus zum Jahresende 2025 schlägt sich allmählich im Auftragsbestand nieder. So ist nach Angaben des ifo Instituts die Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe zu Beginn des ersten Quartals 2026 auf 3,7 Produktionsmonate gestiegen. Der Auftragsvorlauf war damit 0,2 Produktionsmonate höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Unter den industriellen Hauptgruppen war bei den Herstellern von Vorleistungsgütern der Auftragsvorlauf mit 3,2 Produktionsmonaten etwas höher als im langjährigen Durchschnitt. Bei den Investitionsgüterherstellern stieg der Auftragsbestand über den Jahreswechsel zwar spürbar, der Auftragsvorlauf von fünf Produktionsmonaten lag damit aber nur auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den Konsumgüterproduzenten ist der Auftragsbestand zu Jahresbeginn auf 1,8 Produktionsmonate gesunken. Damit waren die Auftragsbücher 0,4 Produktionsmonate dünner als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Gemäß der bis Dezember 2025 verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes stieg der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,1 Prozent. Dies war gleichzeitig der elfte Anstieg in Folge. Während sich die unbearbeiteten Aufträge aus dem Inland im Vergleich zu Dezember 2024 um neun Prozent erhöhten, stieg der Bestand an Auslandsaufträgen mit plus 5,8 Prozent nicht ganz so stark an Industrieproduktion 2025 das vierte Jahr in Folge gesunken
Nach drei Anstiegen in Folge ist die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Dezember 2025 saisonund kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um drei Prozent gesunken. Auch im Vergleich zum Vorjahr gab die Produktion nach (-0,3 %). Bei den energieintensiven Unternehmen fiel der Rückgang im Vormonatsvergleich deutlich schwächer aus (-0,9 %). Das Vorjahresergebnis wurde aber mit minus 2,6 Prozent deutlich unterschritten. Während die Energieerzeugung im Dezember im saison- und kalenderbereinigtem Vormonatsvergleich um 1,8 Prozent nachgab, legten die Aktivitäten im Baugewerbe
zum Jahresende nochmals zu (+3,0 %). Alles in allem sank die Produktion des Produzierenden Gewerbes (Industrie, Energiewirtschaft und Baugewerbe zusammen) im Vergleich zu November 2025 um 1,9 Prozent und wies im Vergleich Vorjahresmonat ein Minus von 0,6 Prozent aus.
Produktionsentwicklung im Produzierenden Gewerbe
Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2024 2025 2025 Jahr Q2 Q3 Q4 Ursprungswerte kalenderbereinigt
Vergleich zum Vorzeitraum in Prozent 2025 Q2 Q3 Q4 Okt Nov Dez saison- und kalenderbereinigt
Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Die Dezemberwerte komplettierten das Ergebnis für das vierte Quartal 2025. Dieses wies in saisonund kalenderbereinigter Rechnung gegenüber dem dritten Quartal einen Produktionsanstieg in der Industrie um plus 0,9 Prozent aus. Erstmals seit mehr als zwei Jahren war auch der Vergleich zum Vorjahresquartal positiv (+0,3 %). Verglichen mit dem letzten Quartal vor Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 fiel die Industrieproduktion zum Jahresende 2025 jedoch 10,1 Prozent geringer aus. Im gesamten Jahr 2025 dürfte damit die Industrieproduktion um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sein. Nach minus 4,8 Prozent im Jahr 2024, minus 1,2 Prozent im Jahr 2023 und minus 0,2 Prozent im Jahr 2022, wäre das der vierte Rückgang in Folge.
Unter den einzelnen industriellen Hauptgruppen zeigte sich für das vierte Quartal 2025 ein gemischtes Bild. Die Hersteller von Vorleistungsgütern verfehlten das saison- und kalenderbereinigte Ergebnis aus dem dritten Quartal 2025 um minus 0,3 Prozent, nachdem die Produktion zuvor noch zugelegt hatte. Gleichzeitig produzierten sie etwas weniger als vor einem Jahr (-0,2 %). Die Investitionsgüterproduzenten steigerten ihre Produktion im Vergleich zum Vorquartal spürbar (+1,9 %). Erstmals seit zwei Jahren wurde, wenn auch nur leicht, das Vorjahresergebnis übertroffen (+0,6 %). Bei der Herstellung von Konsumgütern war gegenüber dem dritten Quartal 2025 ebenfalls ein Anstieg zu verzeichnen (+1,0 %). Im Vorjahresvergleich war der Anstieg mit plus 0,9 Prozent ähnlich stark.
Innerhalb der einzelnen Branchen zeigte sich für das vierte Quartal 2025 im Vorjahresvergleich ein differenziertes Bild. So konnte die pharmazeutische Industrie ihre Produktion mit plus 10,7 Prozent mit
Abstand am stärksten ausweiten, gefolgt vom sonstigen Fahrzeugbau (+2,8 %). Fahrzeugbau und Elektroindustrie erhöhten ihren Ausstoß mit plus 1,6 und plus 1,7 Prozent ähnlich stark. Im Gegensatz dazu verzeichneten die chemische Industrie (-2,9 %) und die Textil- und Modeindustrie (-2,8 %) die stärksten Rückgänge. Bei den energieintensiven Branchen Papier (-1,6 %) sowie Glas, Keramik, Steine und Erden (-1,9 %) sank die Produktion ebenfalls überdurchschnittlich, gefolgt vom Maschinenbau (-1,3 %). Leicht rückläufig war die Produktion in der Metallindustrie (-0,3 %) und in der Ernährungsindustrie (-0,7 %).
Produktion, Verarbeitendes Gewerbe
Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich in Prozent (rechte Achse)
Index des Verarbeitenden Gewerbes, 2-Monatsdurchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse)
Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt

Nach vier mageren Jahren dürfte sich die Industriekonjunktur in diesem Jahr endlich wieder erholen. Der Auftragseingang in der Industrie ist zum Jahresende 2025 bedingt durch viele Großaufträge kräftig gestiegen. Diese dürften im weiteren Jahresverlauf zu einer Stabilisierung bei der Produktion beitragen. Auch Stimmungsindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe und der Einkaufsmanagerindex deuten auf eine konjunkturelle Belebung hin. Letzterer stieg im Februar 2026 auf einen Wert von 50,7 Punkten. Damit lag er erstmals seit Juni 2022 über der Schwelle von 50 Indexpunkten, ab der eine Expansion angezeigt wird. Zudem startet das Verarbeitende Gewerbe mit einem kleinen statistischen Überhang in das Jahr 2026. Sollte die Industrieproduktion im laufenden Jahr auf dem Niveau des vierten Quartals 2025 verharren, würde hieraus im Jahresergebnis ein kleines Plus von 0,1 Prozent resultieren.
Kapazitäten weiterhin kaum ausgelastet
Zum Jahresbeginn 2026 ist die Kapazitätsauslastung in der Industrie erstmals seit einem Jahr im Vorquartalsvergleich gesunken. Nach Angaben des ifo Institutes lag der Auslastungsgrad der Maschinen im Verarbeitenden Gewerbe zu Beginn des ersten Quartals bei 77,5 Prozent. Damit waren die Kapazitäten zwar um 0,6 Prozentpunkte geringer ausgelastet als im Quartal zuvor, aber um 0,8 Prozentpunkte höher ausgelastet als vor einem Jahr. Allerdings war der Auslastungsgrad bei dieser vierteljährlichen Erhebung noch immer 5,5 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt der
vergangenen zehn Jahre. Im Verarbeitenden Gewerbe ohne Ernährungsindustrie war der Auslastungsgrad zwar um 0,9 Prozentpunkte höher als vor Jahresfrist. Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt waren die Kapazitäten um 5,7 Prozentpunkte geringer ausgelastet.
Unter den einzelnen Branchen stieg der Auslastungsgrad im Fahrzeugbau im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte und lag mit 82,3 Prozent erneut unterhalb des langjährigen Durchschnitts (85 %). Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen ging der Auslastungsgrad am aktuellen Rand spürbar zurück (-2,0 %-Punkte). Verglichen mit dem Vorjahr waren die Kapazitäten um 1,3 Prozent und im Zehnjahresdurchschnitt sogar um 8,4 Prozent geringer ausgelastet. Zwar stieg zu Jahresbeginn bei den Herstellern von chemischen Erzeugnissen und elektronischen Geräten der Auslastungsgrad wieder an. Dennoch wurde das langjährige Mittel in der Elektroindustrie um knapp vier Prozent und in der Chemie um mehr als acht Prozent deutlich unterschritten. Bedenklich war auch die Entwicklung im Maschinenbau, wo der Auslastungsgrad zu Jahresbeginn weiter sank und mit 77,2 Prozent acht Prozentpunkte unterhalb des langjährigen Durchschnitts lag. Ähnlich sah die Situation bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten aus, bei denen die Kapazitäten mit minus 8,6 Prozentpunkten noch geringer ausgelastet waren. In der pharmazeutischen Industrie sank der Auslastungsgrad am aktuellen Rand zwar mit über vier Prozent am stärksten. Das langjähre Mittel wurde jedoch nur leicht um 0,6 Prozentpunkte unterschritten. Im Textilgewerbe stieg zwar die Auslastung gegenüber Vorquartal und im Vorjahresvergleich auf 70,3 Prozent an. Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt (77,4 %) war die Auslastung nahezu prekär. Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie drosselte ihre Kapazität nur leicht, verfehlte aber den Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre um 3,2 Prozentpunkte.
Industrieumsatz im Jahr 2025 weiter rückläufig
Der reale, preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe blieb im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal unverändert. Im Vorjahresvergleich sanken die Umsätze um 1,1 Prozent.
Umsatz* im Verarbeitenden Gewerbe im vierten Quartal 2025
sonstiger Fahrzeugbau
Metallindustrie
Pharmazie
Elektroindustrie
Glas, Keramik, Steine und Erden
Maschinenbau
Verarbeitendes Gewerbe
Nahrungs- und Genussmittel
Bekleidung
*Veränderung in Prozent zum Vorjahreszeitraum
Quelle: Statistisches Bundesamt

Dies war vor allem den schwachen Auslandsumsätzen am Jahresende geschuldet, die im Vergleich zum vierten Quartal 2024 um zwei Prozent nachgaben. Die Erlöse aus dem Inland gaben im gleichen Zeitraum nur leicht nach (-0,2 %). Für das gesamte Jahr 2025 ergab sich in realer Rechnung ein Umsatzrückgang um 1,5 Prozent. Dabei war der Umsatzrückgang aus dem Inlandsgeschäft mit minus 1,6 Prozent etwas stärker als der aus den Geschäften mit dem Ausland (-1,3 %).
In nominaler Rechnung gaben die Umsätze des Verarbeitenden Gewerbes im vierten Quartal 2025 im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent nach. Das war bereits der zehnte Quartalsrückgang in Folge. Die stärksten Umsatzeinbußen hatte die Papierindustrie zu verkraften (-5,4 %), gefolgt vom Fahrzeugbau mit einem Minus von 5,1 Prozent und der energieintensiven Chemieindustrie mit minus 4,2 Prozent. Überdurchschnittlich waren auch die Umsatzrückgänge in der Textilindustrie (-3,0 %) und bei den Herstellern von Nahrungs- und Genussmitteln (-1,7 %). Deutlich aufwärts ging es im sonstigen Fahrzeugbau, wo die Umsätze in nominaler Rechnung um mehr als zehn Prozent zulegen konnten, ebenso in der Metallindustrie mit plus 6,8 Prozent. Auch in der pharmazeutischen Industrie (+4,3 %) und in der Elektroindustrie (+2,8 %) legten die Umsätze spürbar zu. Während die energieintensive Baustoffindustrie (Glas, Keramik, Steine und Erden) zum Jahresende ein kleines Umsatzplus (0,9 %) verbuchte, stagnierte der Umsatz bei den Maschinenbauern.
Ifo-Geschäftsklima: Stimmung hat sich zum Jahresanfang verbessert
Die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar 2026 spürbar verbessert. Der ifoGeschäftsklimaindex legte um einen Indexpunkt zu, nachdem er im Januar noch auf der Stelle trat
ifo Konjunktur-Uhr Deutschland
ifo Geschäftsklima-Index im Verarbeitenden Gewerbe*
* Salden, saisonbereinigt
Quelle: ifo Institut
Beurteilung der Geschäftslage

Dabei haben sich die Einschätzungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage das vierte Mal in Folge verbessert. Erstmals seit drei Monaten stiegen auch die Erwartungen an das Geschäft in den kommenden sechs Monaten an. Unter den einzelnen Sektoren hat sich die Stimmung bei den Dienstleistern am stärksten erholt. Sie schätzten nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser ein, sondern blickten auch deutlich optimistischer in die Zukunft. Im Handel hat sich die Stimmung etwas eingetrübt. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage etwas schlechter Der Ausblick auf die kommenden Monate wurde jedoch geringfügig nach oben korrigiert. Während es im Großhandel leichte Aufwärtstendenzen gab, trübte sich im Einzelhandel die Stimmung merklich ein. Im Bauhauptgewerbe setzte das Geschäftsklima seine Erholung den vierten Monat in Folge fort. Die befragten Bauunternehmen schätzten ihre aktuelle Lage wie schon zu Jahresbeginn besser ein. Auch das Urteil über die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr fiel besser aus. Im Verarbeitenden Gewerbe setzte sich die Stimmungsaufhellung zu Jahresbeginn im Februar weiter fort. So wurde vor allem die aktuelle Lage noch einmal deutlich besser eingeschätzt. Dafür haben sich aber die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate etwas eingetrübt. Die Exporterwartungen haben sich das dritte Mal in Folge verbessert. Im Februar 2026 wurden sie sogar von der Mehrheit der befragten Unternehmen positiv eingeschätzt.
Perspektiven
Nach einem schwachen Sommerhalbjahr ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2025 nochmals gewachsen. Das dritte Rezessionsjahr in Folge, was im Sommerhalbjahr noch möglich schien, ist definitiv ausgeblieben. Durch das zweitstärkste Quartalswachstum der letzten drei Jahre startet die deutsche Wirtschaft sogar mit einem statistischen Überhang von 0,2 Prozentpunkten in das laufende Jahr durch. Selbst bei Stagnation in den folgenden vier Quartalen wäre die Wirtschaft im Jahresvergleich noch gewachsen.
Es spricht aber einiges dafür, dass die konjunkturelle Erholung auch unabhängig von statistischen Effekten etwas Fahrt aufnehmen wird. Das deutete sich in Teilen schon am Ende des vergangenen Jahres an. Der private Konsum legte stärker zu als der öffentliche. Gleichzeitig wurde zum Jahresende 2025 wieder mehr in Ausrüstungen und Bauten investiert. Selbst beim Wohnungsbau kam es zu einer leichten Belebung. Die Indikatoren für das laufende Jahr sind zwar noch nicht alle aufwärtsgerichtet. So ist der Auslastungsgrad der Kapazitäten in der Industrie zu Jahresbeginn erstmals seit vier Quartalen leicht gesunken. Frühindikatoren wie der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, der erste Anhaltspunkte zur Entwicklung der Industrieproduktion gibt, signalisiert eine leicht steigende Produktion. Auch der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte wöchentliche Aktivitätenindex, der die realwirtschaftliche Aktivität in Deutschland zeitnah misst, ist seit der vierten Kalenderwoche tendenziell aufwärtsgerichtet.
Darüber hinaus dürfte das Sondervermögen Klima und Infrastruktur positiv auf die Investitionstätigkeit ausstrahlen. Wir rechnen daher bei den Ausrüstungsinvestitionen mit einem Anstieg um real vier Prozent. Neben Investitionen in Sicherheit und Verteidigung dürfte nach mehr als zwei Jahren Investitionszurückhaltung der Bedarf an Ersatzinvestitionen deutlich gestiegen sein. Bei den Bauinvestitionen erwarten wir eine Belebung in einer Größenordnung von plus drei Prozent. Sie könnten zwar zu Jahresbeginn witterungsbedingt einen Dämpfer erhalten, der aber erfahrungsgemäß im Jahresverlauf kompensiert wird. Zum einen dürfte sich der Wohnungsbau nach gut fünf Jahren Flaute wieder etwas erholen. Baukosten und Hypothekenzinsen sind zwar weiterhin recht hoch, dennoch ist die Zahl der genehmigten Wohnungen im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent gestiegen. Zum anderen
dürfte der Tiefbau seinen durch die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur getriebenen Wachstumskurs weiter fortsetzen. Auch hier dürfte das Sondervermögen Klima und Infrastruktur stützend wirken. Die Investitionen in sonstige Anlagen (Software, Forschung und Entwicklung) dürften sich mit plus 4,0 Prozent ähnlich stark entwickeln wie im vergangenen Jahr. Alles in allem dürften die Bruttoanlageinvestitionen damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent steigen.
Auch der private Konsum dürfte sich im laufenden Jahr wieder positiv entwickeln. Die Inflationsraten bewegten sich zuletzt in der Nähe des von der Europäischen Zentralbank angestrebten Wertes von zwei Prozent und damit unterhalb der Nominallohnentwicklung. Dies dürfte ebenso zu einer Erhöhung der realen Kaufkraft beigetragen haben, wie die gesunkenen Netzentgelte und der Wegfall der Gasspeicherumlage. Dem entgegen wirken jedoch die weiter gestiegenen Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Hinzu kommen die geopolitischen Spannungen und bevorstehende Reformen in den sozialen Sicherungssystemen, die zur Verunsicherung der Verbraucher und zu einer erhöhten Sparneigung führen. Dies sind aus Sicht der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die wesentlichen Gründe dafür, dass der Konsumklimaindex trotz gestiegener Einkommenserwartungen der Verbraucher zuletzt ins Stocken geraten ist. Wir rechnen daher im laufenden Jahr mit einem Anstieg des privaten Konsums um real 0,8 Prozent. Zusammen mit den öffentlichen Konsumausgaben, die laut Einschätzung der Bundesregierung um real 2,4 Prozent zulegen, ergibt sich hieraus ein Anstieg der Konsumausgaben um 1,3 Prozent.
BIP-Prognose für 2026: Veränderung der realen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
Quellen: Bundesregierung (Februar 2026; *Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck), Sachverständigenrat (November 2025); **einschließlich priv. Organisationen ohne Erwerbszweck,*** einschließlich militärischer Waffensysteme, eigene Berechnungen

Der deutsche Außenhandel dürfte im laufenden Jahr nur geringfügig an der weltwirtschaftlichen Erholung partizipieren. Zwar laufen die Geschäfte mit unseren wichtigsten Handelspartnern innerhalb der EU gut. Die Unsicherheiten im US-Geschäft dürften aber trotz der zuletzt als verfassungswidrig erklärten Zölle bestehen bleiben. Wie sich die Zollbelastung im gesamten Jahresverlauf darstellen wird, ist derzeit nicht vorherzusagen. Zudem dürfte sich die deutsche preisliche Wettbewerbsposition gegenüber China weiter verschlechtern, was sich ebenso negativ auf die deutschen Exporte auswirkt wie der Krieg im Nahen Osten. Wir rechnen daher im laufenden Jahr nur mit einem Anstieg der Exporte in einer Größenordnung von 0,6 Prozent. Die Importe dürften im laufenden Jahr mit plus 2,5 Prozent zwar nicht mehr ganz so stark steigen wie in den beiden Jahren zuvor. Etwas Entlastung dürfte von den jüngsten Zollentwicklungen in den USA ausgehen, da infolge der niedrigeren Belastung von chinesischen Ausfuhren in die USA auch etwas geringere Handelsumlenkungseffekte von chinesischen Exporten in die Europäische Union zu erwarten sind. Dennoch erwarten wir unterm Strich vom Außenbeitrag einen negativen Wachstumsimpuls auf das Bruttoinlandsprodukt in einer Größenordnung von 0,7 Prozent. Alles in allem dürfte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 im Vorjahresvergleich um ein Prozent zulegen.
Impressum
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T: +49 30 2028-0 www.bdi.eu
Lobbyregisternummer R000534
Autor
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T: +49 30 2028-1592 t.huene@bdi.eu
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Wirtschaft im Jahr 2025 um 0,2 Prozent gewachsen | Industrieproduktion 1,6 Prozent geringer als im Jahr 2024 12/03/2026
Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
Verwendung des Bruttoinlandsproduktes (preis-, saison- und kalenderbereinigt) Veränderung zum Vorzeitraum in Prozent
Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP (in Prozentpunkten)
Quelle: Statistisches Bundesamt
