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Nach zwei Rezessionsjahren nur Mini-Wachstum in Deutschland

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QIV-2025 QUARTALSBERICHT DEUTSCHLAND

Nach zwei Rezessionsjahren nur Mini-Wachstum in Deutschland Industrieproduktion sinkt das vierte Jahr in Folge

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Die deutsche Wirtschaft wächst nur langsam aus der Rezession heraus. Wir rechnen für das gesamte Jahr 2025 mit einem leichten Anstieg der realen Wirtschaftsleistung um plus 0,1 Prozent.

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Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sinkt das vierte Jahr in Folge. Allein von Januar bis Oktober 2025 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um minus 2,1 Prozent.

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Der deutsche Außenhandel konnte nicht von der Belebung des Welthandels profitieren. Wir rechnen für das laufende Jahr mit einem realen Rückgang der deutschen Exporte um 0,8 Prozent.


Nach zwei Rezessionsjahren nur Mini-Wachstum in Deutschland | Industrieproduktion sinkt das vierte Jahr in Folge 16/12/2025

Inhaltsverzeichnis Konjunktur in Deutschland ................................................................................................................ 3 Deutsche Wirtschaft bleibt in einer Seitwärtsbewegung stecken .......................................................... 3 Außenhandel nach Ländern .................................................................................................................. 5 Beschäftigung in der Seitwärtsbewegung ............................................................................................. 6 Auftragseingang steigt zu Beginn des vierten Quartals ........................................................................ 7 Auftragsbücher füllen sich langsam wieder ........................................................................................... 9 Industrieproduktion nimmt zum Jahresende etwas Fahrt auf ............................................................... 9 Kapazitätsauslastung erholt sich nur langsam .................................................................................... 11 Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe seit mehr als zwei Jahren auf Talfahrt ................................... 11 Ifo-Geschäftsklima ............................................................................................................................... 12 Perspektiven ...................................................................................................................................... 13 Impressum ......................................................................................................................................... 16 Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen .................................................. 17

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Nach zwei Rezessionsjahren nur Mini-Wachstum in Deutschland | Industrieproduktion sinkt das vierte Jahr in Folge 16/12/2025

Konjunktur in Deutschland Deutsche Wirtschaft bleibt in einer Seitwärtsbewegung stecken Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft lässt weiter auf sich warten. Im dritten Quartal 2025 stagnierte das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal. Zuvor war das BIP nach einem Anstieg um 0,3 Prozent zu Jahresbeginn im zweiten Quartal 2025 im Vorquartalsvergleich um 0,2 Prozent gesunken. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, liegt das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP derzeit gerade einmal 0,1 Prozentpunkte darüber. Im Vorjahresvergleich ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2025 um 0,3 Prozent gewachsen. Aufgrund der gleichen Anzahl an Arbeitstagen wie im Vorjahr entsprach dies auch der kalenderbereinigten Wachstumsrate. Im Vergleich mit den größeren EU-Mitgliedstaaten bildete Deutschland damit erneut das Schlusslicht. Spaniens Bruttoinlandsprodukt legte im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent zu, Frankreichs um 0,9 Prozent und Italiens um 0,4 Prozent. Die korrespondierenden Werte für die EU und den Euroraum betrugen nach aktuellen Angaben von Eurostat plus 1,6 und plus 1,4 Prozent. Entwicklung des realen BIP in Prozent 12 10

8 6

3,9

4

1,7

2 0 -2

-0,5

-0,7

-4 -6

-4,5

-8 -10 -12 -14 I

II

III

2020

IV

I

II

III

IV

I

II

III

IV

2021 2022 Veränderung ggü.Vorjahresquartal

I

II

III

IV

I

2023

II

III

2024

IV

I

II

2025

Veränderung ggü. Vorquartal, saison- und kalenderbereinigt Veränderung ggü. Vorjahr Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Wirtschaftsleistung wurde im dritten Quartal 2025 von rund 46 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Dies waren 23.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Auch im Vergleich zum Vorquartal ist die Erwerbstätigkeit in saisonbereinigter Rechnung gesunken (-0,1 %). Dies war der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2021. Das in Stunden gemessene Arbeitsvolumen aller Erwerbstätigen blieb nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB) im Vorjahresvergleich ebenfalls unverändert.

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In der entstehungsseitigen Betrachtung ist die Bruttowertschöpfung im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozent gestiegen. In den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigte sich dabei ein differenziertes Bild. In der Land- und Forstwirtschaft gingen die Aktivitäten mit minus 0,2 Prozent etwas zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Bruttowertschöpfung bereits das zehnte Quartal in Folge, zuletzt um minus 0,3 Prozent. Im Baugewerbe geht die Bruttowertschöpfung inzwischen seit mehr als vier Jahren zurück, zuletzt mit minus drei Prozent. Am kräftigsten stieg die Bruttowertschöpfung im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, der um plus 1,9 Prozent expandierte, gefolgt vom Informations- und Kommunikationssektor mit plus ein Prozent. Im gewichtigen Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe stieg die Wertschöpfung mit plus 0,9 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Die rückläufigen Aktivitäten im Verarbeitenden Gewerbe strahlten auf die Unternehmensdienstleister aus, deren Wertschöpfung im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozent sank. Die Bruttowertschöpfung der Finanz- und Versicherungsdienstleister gab binnen Jahresfrist mit minus drei Prozent deutlich nach. Bei den sonstigen Dienstleistern war der Rückgang mit minus 0,7 Prozent deutlich geringer. In der verwendungsseitigen Betrachtung sind die privaten Konsumausgaben im dritten Quartal 2025 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 0,8 Prozent gestiegen, nach plus 1,3 Prozent im Quartal zuvor. Die Verbraucher gaben für Gesundheit und Verkehr jeweils 3,5 Prozent mehr aus als vor Jahresfrist. Überdurchschnittlich stiegen auch die Ausgaben für Einrichtungsgegenstände, Hausrat und Instandhaltung (+3,0 %), für Information und Kommunikation (+2,3 %) sowie für Bekleidung und Schuhe (+2,1 %). Für den gewichtigen Ausgabenblock Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, sonstige Waren und Dienstleistungen gaben die Verbraucher ein Prozent mehr Geld aus. Ähnlich stark stiegen auch die Ausgaben für Freizeit, Sport, Kultur und Bildungsdienstleistungen (+1,1 %). Die Ausgaben für Wohnung, Energie- und Wasserversorgung legten mit plus 0,5 Prozent nur unterdurchschnittlich zu. Während die Ausgaben für den Konsum von alkoholischen Getränken und Tabakwaren (-2,3 %) und für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (-1,7 %) sanken, stagnierten die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen im dritten Quartal mit plus 1,7 Prozent deutlich kräftiger an, sodass in der Summe die Konsumausgaben im Sommerquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent zulegen konnten. Die Bruttoanlageinvestitionen sind im dritten Quartal 2025 erstmals seit elf Quartalen im Vorjahresvergleich gestiegen. Verantwortlich hierfür waren die zuletzt um knapp vier Prozent gestiegenen Investitionen in sonstige Anlagen (Patente, Lizenzen, Software). Der Abwärtstrend bei den Ausrüstungsinvestitionen setzte sich hingegen weiter fort. Mit einem Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war der Rückgang aber deutlich langsamer als noch in der ersten Jahreshälfte. Auch bei den Bauinvestitionen hat die Fallgeschwindigkeit mit zuletzt minus 0,7 Prozent im Vorjahresvergleich abgenommen. Für die Schwäche am Bau war vor allem der Rückgang bei den Wohnungsbauinvestitionen verantwortlich, die um 1,7 Prozent nachgaben. Gewerbliche Bauinvestitionen legten um ein Prozent zu. Bei den öffentlichen Bauten war ein Anstieg um 0,6 Prozent zu verzeichnen. In der Summe stiegen die Bruttoinvestitionen in realer Rechnung im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 0,1 Prozent. Der preisbereinigte Export von Waren und Dienstleistungen sank im dritten Quartal leicht um minus 0,1 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Einzelnen gaben die Warenausfuhren im Vorjahresvergleich mit minus 0,2 Prozent etwas nach. Im Gegensatz dazu sind die Dienstleistungsexporte mit plus 0,3 Prozent erneut gestiegen. Bei den Importen stieg der Bezug von Waren in realer Rechnung um plus 5,4 Prozent. Ursächlich waren vor allem gestiegene Einfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen,

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Metallerzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen. Dafür gingen die Dienstleistungsimporte mit minus ein Prozent erstmals seit vier Jahren zurück. Der Rückgang beruhte vor allem auf gesunkenen Ausgaben für Transportdienstleistungen sowie Instandhaltungs- und Reparaturdienstleistungen. In der Summe stiegen die Importe um 3,4 Prozent. Außenhandel nach Ländern In nominaler Rechnung hat sich der deutsche Außenhandel im dritten Quartal 2025 etwas belebt. So stiegen die Ausfuhren von Waren gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres um 3,8 Milliarden Euro oder ein Prozent auf 388 Milliarden Euro. Der in absoluten Zahlen gemessene stärkste Anstieg entstand im Handel mit den Niederlanden. Die Warenexporte dorthin legten um zwei Milliarden Euro oder plus 7,5 Prozent zu, gefolgt von den Geschäften mit Polen, die sich um 1,94 Milliarden Euro oder um plus 8,4 Prozent verbesserten und mit der Schweiz (+1,6 Milliarden Euro; +9,9 %).

Deutsche Ex- und Importe im dritten Quartal 2025 nach ausgewählten Ländern Veränderung gegenüber Vorjahresquartal Exporte Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

Importe Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

in Million Euro

in %

in Million Euro

in %

Niederlande

28 862

+ 2 023

+

7,5

China

43 030

+ 1 780

+

4,3

Polen

25 039

+ 1 943

+

8,4

Italien

17 724

+ 1 400

+

8,6

Schweiz

17 860

+ 1 605

+

9,9

Tschechien

15 689

+ 1 357

+

9,5

Frankreich

28 987

+ 1 548

+

5,6

Niederlande

24 592

+ 1 274

+

5,5

Österreich

20 274

+ 1 518

+

8,1

USA

24 496

+ 1 004

+

4,3

Bahamas

1 406

+ 1 401

+

Polen

19 889

+

722

+

3,8

Spanien

14 251

+ 1 394

+

10,8

Vietnam

4 685

+

682

+

17,0

Italien

20 230

+ 1 051

+

5,5

Türkei

6 439

+

609

+

10,4

Rumänien

5 134

+

582

+

12,8

Schweiz

12 964

+

555

+

4,5

Singapur

1 543

-

702

-

31,3

Japan

4 601

- 1 272

-

21,7

China

20 027

- 1 791

-

8,2

Irland

6 177

-

661

-

9,7

USA

34 942

- 6 510

-

15,7

Republik Korea

2 964

-

891

-

23,8

Insgesamt

387 785

+ 3 829

-

1,0

Insgesamt

+ 14 384

+

4,4

340 899

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

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Im Handel mit den EU-Partnerländern Frankreich, Österreich, Spanien und Italien waren jeweils Zuwächse von über einer Milliarde Euro zu beobachten. Im Gegensatz zu den guten Geschäften im EUBinnenmarkt brachen die Ausfuhren in die USA mit minus 6,5 Milliarden Euro oder minus 15,7 Prozent regelrecht ein. Auch in Richtung Asien nahmen die Ausfuhren ab (China: -1,79 Milliarden Euro; Japan -1,27 Milliarden Euro). Auch die EU-Sanktionen gegen Russland zeigten weiter Wirkung. Die Ausfuhren in die Russische Föderation gingen um 320 Millionen Euro oder 15,9 Prozent spürbar zurück. Die deutschen Einfuhren sind in nominaler Rechnung im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal um plus 14,3 Milliarden Euro oder plus 4,4 Prozent auf 341 Milliarden Euro gestiegen. Die stärksten Zuwächse stammten aus dem China-Geschäft. Die Einfuhren aus dem Reich der Mitte stiegen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um plus 1,78 Milliarden Euro oder plus 4,3 Prozent. Die EU-Partnerländer Italien (+1,40 Milliarden Euro oder +8,6 %), Tschechien (+ 1,36 Milliarden Euro oder +9,5 %) und Niederlande (+1,27 Milliarden Euro oder +5,5 %) lieferten überdurchschnittlich viel mehr Waren nach Deutschland als noch vor einem Jahr. Im Handel mit Drittländern stiegen die Einfuhren aus den USA mit plus einer Milliarde um 4,3 Prozent. Die Einfuhren aus Vietnam und der Türkei legten mit jeweils rund 600 Millionen Euro mit zweistelligen Wachstumsraten zu. Im Gegensatz dazu gingen die Importe aus Südkorea und Irland mit minus 891 Millionen und minus 661 Millionen Euro überdurchschnittlich stark zurück. Beschäftigung in der Seitwärtsbewegung Auf dem Arbeitsmarkt kommt keine richtige Bewegung auf. So sank nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Erwerbstätigen im Inland im Oktober 2025 saisonbereinigt im Vormonatsvergleich um 2.000 nach minus 19.000 im September. Nicht saisonbereinigt sank die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zu Oktober 2024 um 55.000 oder 0,1 Prozent auf 46,17 Millionen.

Arbeitsmarkt in Deutschland* 36

4 Arbeitslose (rechte Achse)

34

32

3

2 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (linke Achse)

30

1

28

0

26

2016 201 2

2 2022 2021 2020 2017 2023 2025 2019 2018 2024 201 201 201 201 201 3 4 5 6 7 Veränderung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Vorjahresmonat (rechte Achse)

-1

*saisonbereinigt in Millionen Quelle: Bundesagentur für Arbeit

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Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung blieb nahezu unverändert. So waren am aktuellen Rand nach Hochrechnungen der Bundesagentur im September 2025 (letzter verfügbarer Wert) insgesamt 35,32 Millionen Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren nur 14.000 Personen mehr als vor einem Jahr und in saisonbereinigter Rechnung 12.000 Personen mehr als im August dieses Jahres. Seit gut zwei Jahren wird das Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nur noch von der Teilzeitbeschäftigung getragen. So ist die Zahl der in Teilzeit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im September 2025 gegenüber dem Vorjahr nach vorläufigen hochgerechneten Daten um 131.000 oder 1,2 Prozent auf 10,86 Millionen gestiegen. Im Gegensatz dazu hat die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im gleichen Zeitraum um 119.000 Personen oder 0,5 Prozent auf 24,38 Millionen abgenommen. Die sonstigen Formen der Erwerbstätigkeit entwickelten sich folgendermaßen: Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger nahm weiter ab. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank sie im dritten Quartal 2025 saisonbereinigt um 5.000 nach zuvor minus 4.000 im zweiten Quartal. Gegenüber dem dritten Quartal 2024 war die Zahl der Selbständigen mit 3,66 Millionen um 30.000 oder 0,8 Prozent niedriger. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten ist nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur im September 2025 im Jahresvergleich um 66.000 oder minus 1,6 Prozent auf 4,08 Millionen gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im November um 111.100 oder vier Prozent auf 2,89 Millionen (Vorjahresvergleich). In der saisonbereinigten Betrachtung stieg die Arbeitslosenzahl im November im Vergleich zu Oktober 2025 leicht um 1.000, nachdem im Oktober noch ein Rückgang zu verzeichnen war. Die Arbeitslosenquote lag im November 2025 nach Systematik der Bundesagentur bei 6,3 Prozent und nach ILO-Systematik bei einem Wert von 3,8 Prozent. Auftragseingang steigt zu Beginn des vierten Quartals Der Auftragseingang in der Industrie ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober 2025 gegenüber September 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent gestiegen. Der Anstieg ist vor allem durch eine starke Zunahme (+87 %) im schwankungsanfälligen Sonstigen Fahrzeugbau zu erklären. Auch die Metallerzeugung nahm deutlich mehr Bestellungen entgegen (+12 %). Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang 0,5 Prozent höher als im Vormonat. Für den September ergab sich nach einer Aufwärtsrevision ein Plus von zwei Prozent (bisher +1,1 %). Mit den korrigierten Septemberdaten zeigt sich für den Auftragseingang im dritten Quartal 2025 folgendes Bild: Im Vergleich zu den Frühjahrsmonaten sammelte die Industrie im dritten Quartal saison- und kalenderbereinigt 2,7 Prozent weniger Aufträge ein. Der Vergleich zum dritten Quartal 2024 fiel mit minus 1,7 Prozent ebenfalls negativ aus. Damit wurde erstmals seit zwei Quartalen das Vorjahresergebnis wieder verfehlt. Mit Blick auf die Herkunft der Aufträge ist im dritten Quartal 2025 der Auftragseingang aus dem Inland gegenüber dem zweiten Quartal 2025 leicht um 0,3 Prozent gesunken. Die Auslandsorders gaben im gleichen Zeitraum mit minus 4,1 Prozent deutlich stärker nach. Die Nachfrage aus der Eurozone gab dabei mit minus 3,1 Prozent nicht ganz so stark nach wie die Nachfrage aus Drittländern, die nach einem kräftigen Plus im zweiten Quartal nun mit minus 4,6 Prozent deutlich nachgab.

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Bei den industriellen Hauptgruppen zeigt sich im saison- und kalenderbereinigten Quartals-Vergleich folgendes Bild: Die Konsumgüterhersteller verzeichneten einen Anstieg beim Auftragseingang um plus 1,6 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Die Auslandsnachfrage legte mit plus zweit Prozent etwas stärker zu als die aus dem Inland (+ 0,9 %). Bei den Herstellern von Investitionsgütern ging die Ordertätigkeit im Vorquartalsvergleich mit minus 5,4 Prozent kräftig zurück. Dabei sank die Nachfrage aus dem Ausland mit minus 6,3 Prozent deutlich stärker als die aus dem Inland (-3,7 %). Auch im Vorjahresvergleich gab der Auftragseingang deutlich nach (-3,4 %). Die Hersteller von Vorleistungsgütern erhielten im dritten Quartal 2025 1,5 Prozent mehr Aufträge, verfehlten aber ihr Vorjahresergebnis um 0,8 Prozent. Während die Nachfrage aus dem Inland mit plus 3,7 Prozent anstieg, gingen die Auslandsorders leicht zurück (-0,6 %). Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes sammelte der gewichtige Fahrzeugbau im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum zweiten Quartal saison- und kalenderbereinigt 7,4 Prozent weniger Aufträge ein. Während die Nachfrage nach elektrischen Ausrüstungen um 1,7 Prozent und die Bestellungen für Datenverarbeitungsgeräte und optische Erzeugnisse um zwei Prozent zulegten, gab die Ordertätigkeit bei den Herstellern von Metallerzeugnissen um ein Prozent nach. Auch die Nachfrage in der metallverarbeitenden Industrie erhielt nach dem kräftigen Auftragsplus im zweiten Quartal einen leichten Dämpfer (-1,3 %). Der gewichtige Maschinenbau konnte sich etwas von dem Auftragseinbruch im zweiten Quartal erholen (+2,2 %). Die Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten legte im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal deutlich um 4,2 Prozent zu. In der chemischen setzte sich die Nachfrageschwäche weiter fort. Die Bestellungen gingen mit minus zwei Prozent das dritte Quartal in Folge zurück.

Auftragseingang, Verarbeitendes Gewerbe 120

65

110 45 100 25

90 3,2

80 70

-2,4

-2,7

2,7

5

-15

60 50

-35 2020

2021

2022

2023

2024

2025

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich, in Prozent (rechte Achse) Index des Verabeitenden Gewerbes, 2-Monats-Durchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse) Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt

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Auftragsbücher füllen sich langsam wieder Nach Angaben des ifo Instituts sank die Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe zu Beginn des vierten Quartals im Vorjahresvergleich das elfte Mal in Folge auf nunmehr 3,5 Produktionsmonate. Im Vergleich zum dritten Quartal sind die Orderbücher jedoch nicht dünner geworden. Unter den industriellen Hauptgruppen verminderte sich der Auftragsvorlauf bei den Herstellern von Vorleistungsgütern im Vorjahresvergleich leicht um 0,1 auf nur noch 2,9 Produktionsmonate. Bei den Investitionsgüterherstellern ist der Auftragsbestand erstmals seit drei Quartalen im Vorjahresvergleich wieder gesunken. Mit nunmehr 4,6 Produktionsmonaten bewegt sich der Auftragsvorlauf aber noch leicht oberhalb des langjährigen Mittels. Ebenso bei den Konsumgüterproduzenten, deren Auftragsbücher wieder etwas dicker geworden sind. Die Reichweite der Auftragsbestände stieg im Vergleich zum dritten Quartal um 0,3 auf nunmehr 2,1 Produktionsmonate und lag damit um 0,3 Monate oberhalb des langjährigen Durchschnitts. Laut Statistischem Bundesamt ist der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September 2025 binnen Jahresfrist um vier Prozent gestiegen. Während die unbearbeiteten Aufträge aus dem Ausland im Vergleich zu September 2024 um 4,8 Prozent zunahmen, stieg im gleichen Zeitraum der Bestand an Inlandsaufträgen mit plus 2,6 Prozent deutlich langsamer. Verglichen mit der Zeit vor der Pandemie war der Auftragsbestand des Verarbeitenden Gewerbes zuletzt mehr als 25 Prozent höher. Industrieproduktion nimmt zum Jahresende etwas Fahrt auf Nach positiven Daten beim Auftragseingang fielen auch die Produktionsdaten zu Beginn des vierten Quartals gut aus. So stieg im Oktober 2025 die Industrieproduktion saison - und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent, nachdem bereits im September ein Plus von 1,6 Prozent zu verzeichnen war. Gleichzeitig stiegen die Aktivitäten im Baugewerbe deutlich an (+3,3 %). Auch die Energieerzeugung wurde im Vergleich zu September im Oktober deutlich ausgeweitet (+1,4 %). In der Summe stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Vormonatsvergleich um 1,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug das Plus 0,8 Prozent. Unter Berücksichtigung der revidierten Septemberzahlen sank die Industrieproduktion im dritten Quartal 2025 in saison- und kalenderbereinigter Rechnung gegenüber dem Vorquartal um ein Prozent. Der Vergleich zum Vorjahr weist einen Rückgang um 1,3 Prozent aus. Dies war der neunte Rückgang in Folge. Die Energieerzeugung erhöhte sich saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem vorherigen Quartal um plus 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Energieerzeugung deutlich stärker gestiegen (+3,0 %). Im Baugewerbe sanken die Aktivitäten im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Prozent und der Vergleich zum Vorjahr weist ein Minus von 2,1 Prozent aus. In den einzelnen industriellen Hauptgruppen verbesserten die Hersteller von Vorleistungsgütern das saison- und kalenderbereinigte Ergebnis aus dem Vorquartal leicht um 0,3 Prozent, produzierten aber weniger als vor einem Jahr (-0,6 %). Die Investitionsgüterproduktion sank gegenüber dem Vorquartal um minus 1,7 Prozent und fiel 2,1 Prozent geringer aus als vor einem Jahr. Die Konsumgüterproduktion zeigte ebenfalls Schwächen. Sie sank im Vergleich zum Vorquartal um minus 1,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich war der Rückgang mit 0,4 Prozent etwas schwächer. Unter den einzelnen Industriebranchen zeigt sich für das dritte Quartal 2025 im Vorjahresvergleich folgendes Bild: Der Fahrzeugbau (-4,7 %) und die chemische Industrie (-4,3 %) mussten erhebliche

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Produktionsentwicklung im Produzierenden Gewerbe Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2023 2024 2025 Jahr Q1 Q2 Q3 Ursprungswerte kalenderbereinigt

Vergleich zum Vorzeitraum in Prozent 2025 Q1 Q2 Q3 Aug Sep saison- und kalenderbereinigt

Produzierendes Gewerbe

-2,2

-4,5

-2,2

-1,6

-1,2

0,9

-0,7

-0,8

-3,7

1,1

1,8

Industrie

-1,2

-4,8

-2,2

-1,8

-1,3

0,9

-0,6

-1,0

-4,7

1,6

1,5

Vorleistungsgüter

-6,2

-5,1

-2,8

-3,1

-0,6

1,2

-1,4

0,3

0,1

0,1

0,6

Investitionsgüter

4,7

-5,7

-2,7

-1,3

-2,1

-2,7

-1,3

-2,1

-8,4

3,2

2,1

Konsumgüter

-5,5

-2,2

0,0

-0,8

-0,4

2,5

-1,1

-1,5

-3,7

0,7

2,1

Energie

-14,2

-2,7

-0,4

1,7

3,0

1,1

2,0

0,6

0,4

1,9

1,4

Baugewerbe

-1,7

-3,4

-2,9

-1,8

-2,1

0,9

-2,1

-0,8

-0,2

-1,7

3,3

Okt

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Produktionseinbußen hinnehmen. Auch in der Textilindustrie und bei den Herstellern von Glas, Keramik, Steine und Erden sank die Produktion um über vier Prozent. Erstmals seit über drei Jahren mussten auch die Hersteller von sonstigen Fahrzeugen (Flugzeuge, Schiffe, Schienenfahrzeuge) ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahresquartal drosseln (-3,2 %). In den energieintensiven Branchen Metallindustrie (-1,2 %) und Papierindustrie (-2,4 %) hielt der seit über zwei Jahren anhaltende Abwärtstrend bei der Produktion weiter an. Der Maschinenbau verfehlte im dritten Quartal sein Ergebnis von Produktion, Verarbeitendes Gewerbe 110

40

30 100

20 10 0,9

90

0,9 0 -0,6 -1,0

80

-10 -20

70

-30 2020

2021

2022

2023

2024

2025

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich in Prozent (rechte Achse) Index des Verarbeitenden Gewerbes, 2-Monatsdurchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse) Quelle: Statistisches Bundesamt

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vor einem Jahr leicht um 0,3 Prozent. Zu den wenigen positiven Ausnahmen gehören die Ernährungsindustrie (+0,4 %), die Elektroindustrie (+1,7 %) und die pharmazeutische Industrie (+3,4 %), die ihre Produktion binnen Jahresfrist ausweiten konnten. Aufgrund des bisherigen Jahresverlaufes rechnen wir für das Verarbeitende Gewerbe im Jahr 2025 mit einem Rückgang der Produktion um zwei Prozent. Damit würde die deutsche Industrieproduktion das vierte Jahr in Folge schrumpfen. Kapazitätsauslastung erholt sich nur langsam Die Auslastung der Produktionskapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe ist zu Beginn des vierten Quartals 2025 das dritte Mal in Folge gestiegen. Der Auslastungsgrad in der Industrie lag nach Angaben des ifo-Instituts bei 78,2 Prozent. Damit waren die Kapazitäten zwar um 1,6 Prozentpunkte höher ausgelastet als vor einem Jahr. Verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre war die Auslastung jedoch fünf Prozentpunkte niedriger. Der Auslastungsgrad lag zuletzt zwar wieder deutlich oberhalb seiner Tiefstände während der Finanzkrise oder der CoronaPandemie (jeweils 70,3 %). Nichtsdestotrotz befindet sich das Verarbeitende Gewerbe in der längsten Phase der Unterauslastung, die mittlerweile seit zehn Quartalen anhält. Die im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt niedrige Auslastung erstreckt sich dabei auf nahezu alle Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Bei den Herstellern von chemischen Erzeugnissen lag der Auslastungsgrad mit 71 Prozent mehr als zehn Prozentpunkte darunter. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten (77,9 %) und im Textilgewerbe (69,7 %) betrug die Abweichung über acht Prozent. Im Maschinenbau ist der Auslastungsgrad zuletzt zwar um 0,8 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent gestiegen. Er verfehlte damit aber den Zehnjahresdurchschnitt um knapp sieben Prozent. Bei den Herstellern von Elektrischen Ausrüstungen (77,2 %) und Metallerzeugnissen (75,1 %) war der Auslastungsgrad der Kapazitäten jeweils 6,3 Prozent niedriger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Bei den Herstellern von Möbeln (80,1 %) und in der Nahrungsund Genussmittelindustrie (77,9 %) lag die Abweichung von der Normalauslastung bei knapp fünf Prozent bzw. drei Prozent. Positive Ausnahmen stellten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen und die Pharmazeutische Industrie dar. Hier stieg die Kapazitätsauslastung jeweils deutlich an und lag mit plus 0,3 und plus 3,6 Prozentpunkten wieder oberhalb der Normalauslastung. Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe seit mehr als zwei Jahren auf Talfahrt Im dritten Quartal 2025 sind die preisbereinigten Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent gesunken. Dies war der dritte Quartalsrückgang in Folge. Im Vorjahresvergleich sanken die Umsätze bereits das neunte Quartal in F olge, zuletzt um minus 1,1 Prozent. Während der Inlandsumsatz im Vorjahresvergleich um minus 0,8 Prozent nachgab, waren die Einbußen im Auslandsgeschäft mit minus 1,5 Prozent etwas stärker. Im Auslandsgeschäft konnten die Umsätze aus Geschäften innerhalb der Eurozone im dritten Quartal 2025 per Jahresfrist um 1,4 Prozent zulegen. Die Umsätze aus den Geschäften mit Drittländern sanken hingegen um minus 3,3 Prozent. Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ergibt sich hieraus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzrückgang von real 1,8 Prozent (Ursprungswerte), wobei die Umsätze aus dem Inland mit minus 2,3 Prozent etwas stärker sanken als die aus dem Ausland (-1,5 %).

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Schaut man auf die einzelnen Industriebranchen konnte die pharmazeutische Industrie ihre Umsätze in den ersten neun Monaten im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent steigern, gefolgt vom sonstigen Fahrzeugbau (+4,3 %) und der Ernährungs- und Genussmittelindustrie (+2,5 %). Trotz Produktionseinbußen erzielte sowohl die Elektroindustrie (+2,0 %) als auch der Maschinenbau (+1,7 %) per September höhere Umsätze als noch vor Jahresfrist. Auch in der Metallindustrie stiegen die Umsätze leicht an (+0,5 %). Im Vergleich zum Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (-0,9 %) hatte der Fahrzeugbau hohe Umsatzeinbußen zu verkraften (-1,8 %), gefolgt von der Textilindustrie mit minus zwei Prozent. In den energieintensiven Branchen Chemie und Papierindustrie sanken die Umsätze um jeweils mehr als zwei Prozent. Bei den Herstellern von Glas, Keramik, Steine und Erden gaben die Umsätze um gut drei Prozent nach. Umsatz* im Verarbeitenden Gewerbe Januar bis September 2025 Pharmazie

5,3

sonstiger Fahrzeugbau

4,3

Nahrungs- und Genussmittel

2,5

Elektroindustrie

2,0

Maschinenbau

1,7

Metallindustrie

0,5

Verarbeitendes Gewerbe

-0,9

Fahrzeugbau

-1,8

Textil, Bekleidung, Leder

-2,0

Chemie

-2,5

Papierindustrie

-2,7

Glas, Keramik, Steine & Erden

Energieintensive

-3,3 -6,4

*Veränderung in Prozent zum Vorjahreszeitraum Quelle: Statistisches Bundesamt

Ifo-Geschäftsklima Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist nach der Erholung im Oktober im November wieder gesunken. Zwar schätzten die befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage erstmals seit drei Monaten wieder etwas besser ein. Dafür haben die Geschäftserwartungen einen deutlichen Dämpfer erhalten, was die Gesamteinschätzung nach unten gezogen hat. Unter den einzelnen Sektoren hat sich im Handel nicht nur die aktuelle Lageeinschätzung eingetrübt. Auch die Geschäftsaussichten haben sich weiter eingetrübt. Insbesondere der Einzelhandel zeigte sich zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts enttäuscht. Dagegen entsprachen die Einschätzungen im Dienstleistungssektor dem allgemeinen Trend. Die Lageeinschätzung hat sich verbessert, die Aussichten trüben sich ein. Einen spürbaren Rückschlag gab es im Bereich Transport und Logistik. Im Tourismus hellte sich die Stimmung hingegen auf. Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima den zweiten Monat in Folge etwas eingetrübt. Die Unternehmen schätzten zwar ihre aktuelle Lage positiv ein, dafür fielen aber die Erwartungen erneut pessimistischer aus. Im Verarbeitenden Gewerbe hat der Geschäftsklimaindex nach dem kleinen Plus im Oktober wieder nachgegeben. Die Unternehmen waren zwar ein wenig zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen erhielten aber einen deutlichen Dämpfer. Damit bewegt sich der Zeiger der ifo-Konjunkturuhr für das Verarbeitende

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Gewerbe weiter im Rezessions-Quadranten. Auch die Exporterwartungen haben sich wieder eingetrübt. Erstmals seit zwei Monaten sind bei den exportorientierten Unternehmen die Pessimisten wieder in der Überzahl. ifo Konjunktur-Uhr Deutschland ifo Geschäftsklima-Index im Verarbeitenden Gewerbe* 30 Aufschwung

Boom

Erwartungen für die nächsten 6 Monate

20 Jan 2021

10

Jan 2022

Jan 2018

Jan 2017

0 November 2025

Jan

-10

Jan 2020

-20 Jan 2025

-30

Jan 2019

Jan 2023

Jan 2024

-40 -50 Abschwung

Rezession -60 -60

-50

-40

* Salden, saisonbereinigt

-30

-20

-10

0

10

20

30

40

50

60

Beurteilung der Geschäftslage

Quelle: ifo Institut

Perspektiven Der Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten, eine Bundestagswahl in der größten Volkswirtschaft der Europäischen Union, ein Aussetzen der Schuldenbremse und die Verabschiedung eines Sondervermögens von über einer halben Billion Euro noch bevor sich der neue Bundestag konstituierte und die neue Bundesregierung ihr Amt antrat, all das hat in Deutschland kaum konjunkturelle Impulse in welche Richtung auch immer ausgelöst. Das mit plus 0,3 Prozent schon als kräftig zu bezeichnende BIP-Wachstum zu Beginn des Jahres war Vorzieheffekten auf eine protektionistische US-Zollpolitik geschuldet, die nicht nur den Welthandel für kurze Zeit aufleben ließ, sondern auch der deutschen Konjunktur einen letzten, seit langem mal wieder exportgetriebenen Wachstumsimpuls verlieh. Es folgten ein Rückpralleffekt im zweiten Quartal und darauf Stagnation. Dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht erneut schrumpft, obwohl Investitionen in Ausrüstungen das dritte und Bauinvestitionen das fünfte Jahr in Folge sinken und vom Außenhandel schon seit drei Jahren keine Wachstumsimpulse mehr ausgehen, grenzt schon an ein Wunder. So fiel dem privaten Konsum im laufenden Jahr eine größere Bedeutung für das Wirtschaftswachstum zu, den er aber nur zum Teil gerecht geworden sein dürfte. Die gesunkenen Preissteigerungsraten bei nominalen Lohnabschlüssen oberhalb von zwei Prozent haben zwar zu einem Anstieg der verfügbaren

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Einkommen geführt. Steigende Sozialversicherungslasten und ein geändertes Sparverhalten haben aber die Schubwirkung der gestiegenen Realeinkommen spürbar vermindert. Insgesamt sind die Privaten Konsumausgaben in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um ein Prozent gestiegen. Laut dem von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) gemeinsam herausgegebenen GfKKonsumklimas zeigte die Verbraucherstimmung in Deutschland zuletzt zwar moderate Veränderungen, aber keinen einheitlichen Trend an. Während die Anschaffungsneigung der Verbraucher das zweite Mal in Folge zulegen konnte und die Sparneigung etwas zurückging, haben sich die Konjunkturund Einkommenserwartungen etwas verschlechtert. Wir halten daher unsere Wachstumsprognose für den privaten Konsum von real plus 1,3 Prozent weiter aufrecht, was aber für das vierte Quartal eine leichte Belebung beim Konsum voraussetzt. Der Staatsverbrauch ist in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent gestiegen und damit stärker als von uns im Herbst noch erwartet wurde. Wir sehen uns daher veranlasst, aufgrund des bisherigen Verlaufs und der geänderten Einschätzung der Bundesregierung unsere Prognose für den öffentlichen Konsum auf plus zwei Prozent (bisher 1,7 %) nach oben zu korrigieren. In der Summe resultiert hieraus ein Anstieg der Konsumausgaben im Jahr 2025 um 1,4 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sind in den ersten drei Quartalen im Vorjahresvergleich um insgesamt 3,2 Prozent gesunken. Während in den ersten beiden Quartalen noch Rückgänge von über vier Prozent zu beobachten waren, hat sich die Fallgeschwindigkeit im dritten Quartal deutlich verlangsamt. So könnten erste Mittel aus den Sondervermögen Verteidigung sowie Infrastruktur und Klimaneutralität in Investitionen geflossen sein. Zum anderen dürften nach langer Investitionspause Ersatzinvestitionen nicht mehr länger aufschiebbar gewesen sein. Unsere Wachstumsprognose in Höhe von minus drei Prozent für die Ausrüstungsinvestitionen im gesamten Jahr 2025 halten wir daher weiter aufrecht. Auch bei den Bauinvestitionen sehen wir bei unserer Prognose von minus 1,5 Prozent keinen Revisionsbedarf. So sind die Bauinvestitionen in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um insgesamt 1,4 Prozent gesunken, wobei der Rückgang zu Beginn der zweiten Jahreshälfte deutlich schwächer war als noch zu Jahresbeginn. Die Wohnungsbauinvestitionen sind zwar weiter gesunken, die Fallgeschwindigkeit hat aber deutlich abgenommen. Gleichzeitig hält die Aufwärtsbewegung bei den Nichtwohnbauten weiter an. Im Tiefbau, der vor allem Investitionen in Verkehrs- und Leitungsnetze umfasst, sind die Investitionen in den vergangenen sechs Quartalen kontinuierlich gestiegen. Die Investitionen in sonstige Anlagen (Software, Forschung und Entwicklung) sind erwartungsgemäß in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um insgesamt 3,8 Prozent gestiegen, sodass wir unsere Prognose von plus vier Prozent weiter aufrecht halten. In der Summe ergibt sich hieraus ein Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um minus ein Prozent. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres sind die Exporte laut den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent gesunken. Damit konnte der deutsche Außenhandel wie schon in den vergangenen drei Jahren nicht von der Belebung des weltweiten Warenhandels partizipieren, der im dritten Quartal um mehr als vier Prozent im Vorjahresvergleich expandierte. Wir halten aufgrund des bisherigen Jahresverlaufs an unserer Prognose fest und rechnen weiterhin mit einem Rückgang der deutschen Exporte um 0,8 Prozent. Die deutschen Importe sind in den ersten drei Quartalen jeweils in einer Größenordnung von plus drei Prozent gestiegen. Beim Bezug von Dienstleistungen war im Jahresverlauf ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten, während sich der Bezug von Waren weiter beschleunigte. In der Summe, aber nicht in seiner Zusammensetzung, dürften die Importe wie schon zuvor prognostiziert um drei Prozent zulegen. Damit ginge vom Außenbeitrag ein negativer Wachstumsimpuls in einer Größenordnung von

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1,5 Prozentpunkten auf das BIP aus. Alles in allem rechnen wir damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr in realer Rechnung um 0,1 Prozent steigt. Der deutschen Wirtschaft bleibt damit ein drittes Rezessionsjahr erspart. BIP-Prognose für 2025: Veränderung der realen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr in Prozent BDI

Bundesregierung

2025

2025

Sachverständigenrat 2025

Bruttoinlandsprodukt

0,1

0,0

0,2

Konsumausgaben

1,5

-

1,2

- Private Konsumausgaben

1,3

0,2*

0,9**

- Staatsverbrauch

2,0

2,1

2,0

-1,0

0,4

-0,9

- Ausrüstungsinvestitionen

-3,0

0,7

-2,4***

- Bauinvestitionen

-1,5

-0,4

-1,7

- Sonstige Anlagen

4,0

2,4

3,7

Exporte

-0,8

-2,2

-0,2

Importe

3,0

1,8

3,5

Außenbeitrag, Wachstumsleistung

-1,5

-

-1,4

Bruttoanlageinvestitionen

Quellen: Bundesregierung (April 2025; *Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck), Sachverständigenrat (November 2025); **einschließlich priv. Organisationen ohne Erwerbszweck,*** einschließlich militärischer Waffensysteme, eigene Berechnungen

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Impressum Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) Breite Straße 29 10178 Berlin T: +49 30 2028-0 www.bdi.eu Lobbyregisternummer R000534 Autor Thomas Hüne T: +49 30 2028-1592 t.huene@bdi.eu Redaktion/Grafiken Dr. Klaus Günter Deutsch T: +49 30 2028-1591 k.deutsch@bdi.eu Marta Gancarek T: +49 30 2028-1588 m.gancarek@bdi.eu

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Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen Verwendung des Bruttoinlandsproduktes (preis-, saison- und kalenderbereinigt) Veränderung zum Vorzeitraum in Prozent 2024

2025

2023

2024

Q3

Q4

Q1

Q2

Q3

Konsumausgaben

-0,5

1,1

0,4

0,4

0,4

0,2

0,0

-Private Konsumausgaben

-0,7

0,5

0,2

0,4

0,6

0,1

-0,3

-Konsumausgaben des Staates

-0,2

2,6

1,0

0,5

0,2

0,2

0,8

Bruttoanlageinvestitionen

-2,0

-3,3

-0,5

0,6

0,3

-1,1

0,3

-Bauinvestitionen

-5,9

-3,4

-0,7

0,7

0,2

-1,1

-0,5

-Ausrüstungsinvestitionen

-0,5

-5,4

-1,0

0,0

0,6

-2,6

1,1

-sonstige Anlagen

6,6

0,2

0,9

1,1

-0,5

1,2

0,9

Inländische Verwendung

-0,9

0,2

1,0

1,1

-0,1

0,3

0,3

Exporte

-1,4

-2,1

-1,7

-2,1

2,4

0,3

-0,7

Importe

-1,4

-0,6

0,7

0,1

1,5

1,7

0,0

Insgesamt

-0,9

-0,5

0,0

0,2

0,3

-0,2

0,0

Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP (in Prozentpunkten) Konsumausgaben

-0,2

0,8

0,3

0,3

0,3

0,1

0,0

-Private Konsumausgaben

-0,2

0,2

0,1

0,2

0,3

0,1

-0,1

-Konsumausgaben des Staates

0,0

0,6

0,2

0,1

0,0

0,1

0,2

Bruttoanlageinvestitionen

-0,3

-0,6

-0,1

0,1

0,1

-0,2

0,1

-Bauinvestitionen

-0,4

-0,4

-0,1

0,1

0,0

-0,1

-0,1

-Ausrüstungsinvestitionen

-0,1

-0,4

-0,1

0,0

0,0

-0,2

0,1

-sonstige Anlagen

0,2

0,2

0,0

0,0

0,0

0,1

0,0

Vorratsveränderungen u. Ä.

0,1

0,1

0,8

0,6

-0,5

0,4

0,2

Inländische Verwendung

-0,4

0,2

1,0

1,1

-0,1

0,3

0,3

Außenbeitrag

0,1

-0,4

-1,0

-0,9

0,4

-0,5

-0,3

Quelle: Statistisches Bundesamt

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