

INDUSTRIEPOLITIK DOSSIER
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INDUSTRIEPOLITIK DOSSIER


▪ Aufgrund des schwachen Jahresstartes und der Unsicherheiten durch den Krieg im Iran rechnet der BDI im laufenden Jahr mit einer stagnierenden Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Dies setzt voraus, dass die Kampfhandlungen nicht erneut aufflammen und die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus in näherer Zukunft wieder unbehindert passierbar sein wird.
▪ Ein weiter Rückgang der Produktion würde drohen, sollten aufgrund des Konfliktes die Störungen im Schiffverkehr länger anhalten Dies würde spürbare Lieferkettenprobleme hervorrufen. In diesem Fall würde die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes das fünfte Jahr in Folge sinken
▪ In der Europäischen Union dürfte die Produktion aufgrund des Krieges in diesem Jahr nur leicht um 0,5 Prozent steigen. Während pharmazeutische Industrie, Fahrzeugbau und der sonstige Fahrzeugbau ihre Produktion ausweiten konnten, ist die Rezession in den energieintensiven Branchen noch nicht beendet.
▪ Wir rechnen im Jahr 2026 nur noch mit einem Anstieg des weltweiten Warenhandels um ein bis 1,5 Prozent. Die Warenexporte aus den Schwellenländern dürften dabei weiter steigen, während die Exporte aus den entwickelten Volkswirtschaften auf der Stelle treten dürften
▪ Im gesamten Jahr 2026 könnten sich die deutschen Exporte nach drei Jahren Rückgang etwas beleben Während der Handel mit den Vereinigten Staaten und China erneut nachgibt, dürfte das EU-Geschäft stützend wirken.
Industrieproduktion weltweit
Die globale Industrieproduktion ist nach Angaben des Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) im Jahr 2025 um 3,2 Prozent gestiegen. Der Produktionsanstieg war damit deutlich höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (+ 2,5 %). Nach dem kräftigen Produktionsplus im ersten Quartal 2025 hat sich der Produktionsanstieg zwar etwas verlangsamt, war aber im gesamten Jahresverlauf weiter aufwärtsgerichtet.
In den Schwellenländern stieg die Industrieproduktion im Jahr 2025 um 4,5 Prozent und damit etwas stärker als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (+ 3,9 %). Nach einem Plus von 4,4 Prozent zu Jahresbeginn zog die Industrieproduktion im Sommerhalbjahr mit jeweils plus 4,6 Prozent im Vorjahresvergleich etwas stärker an. Zum Jahresabschluss konnte das Wachstumstempo nicht mehr gehalten werden. In den entwickelten Volkswirtschaften stieg die Industrieproduktion im ersten Quartal 2025 im Vorjahresvergleich erstmals seit neun Quartalen wieder an. Im weiteren Jahresverlauf gingen die Quartalswachstumsraten zwar kontinuierlich zurück. Im Vorjahresvergleich nahm die Industrieproduktion im Jahr 2025 nach zwei Jahren Rückgang aber wieder zu. Der Anstieg fiel mit plus 1,7 Prozent auch stärker aus als im Durchschnitt der vorherigen zehn Jahre (+ 1,2 %).
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 ist die weltweite Industrieproduktion im Vorquartalsvergleich um gut drei Prozent gestiegen. Das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften war mit etwas mehr als ein Prozent deutlich schwächer als das in den Schwellenländern. In dieser Ländergruppe stieg der industrielle Ausstoß um mehr als vier Prozent. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie weltweit ist in den vergangenen zwei Monaten gestiegen und erreichte im Februar 2026 mit 51,8 Indexpunkten ein neues Drei-Jahres-Hoch. Im März sank der Index aufgrund des Krieges im Iran auf nunmehr 51,3 Punkte ab. Für das gesamte Jahr rechnen wir bei einem Plus von zwei Prozent mit einem deutlich geringeren Anstieg der weltweiten Industrieproduktion als im Vorjahr
Welt: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis, eigene Berechnungen

In den entwickelten Volkswirtschaften war die Industrieproduktion des Jahres 2025 nur leicht höher als im letzten Quartal vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022. Während im Euroraum, im Vereinigten Königreich und in Japan der Ausstoß im Jahr 2025 unterhalb des Niveaus vom vierten Quartal 2021 lag, war die Industrieproduktion in den USA, in den entwickelten asiatischen Volkswirtschaften (ohne Japan) und in den sonstigen entwickelten Volkswirtschaften höher als vor Ausbruch des Krieges. In letzterer Ländergruppe stieg die Industrieproduktion 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent. Damit war die Industrieproduktion in dieser Ländergruppe gut vier Prozent höher als vor Ausbruch des Krieges. Die Industrien in den entwickelten asiatischen Staaten ohne Japan weiteten ihre Produktion im gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent aus und übertrafen damit das Vorkriegsniveau um 6,3 Prozent. Zwar konnten die Industrien im Vereinigten Königreich (+ 0,2 %) und in Japan (+ 0,1 %) im Jahr 2025 ihre Produktion im Vorjahresvergleich steigern. Trotzdem haben sie noch Rückstände von 3,5 Prozent (Japan) und 5,1 Prozent (Großbritannien) aufzuholen, um wieder auf das Vorkriegsniveau zu gelangen.
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 ist die Industrieproduktion in den entwickelten Volkswirtschaften im Vorquartalsvergleich um 0,5 Prozent gestiegen. Vor allem Japans Industrie konnte seine Produktion zu Jahresbeginn deutlich ausweiten (+ 4,0 %). Auch in den asiatischen Industrieländern ohne Japan (+ 1,8 %) und in den USA (+ 1,0 %) stieg die Produktion an, während das Vereinigte Königreich (-0,3 %) und der Euroraum (-1,7 %) Produktionseinbußen zu verkraften hatten. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrien in den entwickelten Volkswirtschaften liegt seit August 2025 oberhalb der Marke von 50 Punkten, ab dem eine Expansion angezeigt wird. Er ist zuletzt drei Monate in Folge gestiegen. Im Februar erreichte er mit 52,0 Punkten den höchsten Wert seit über drei Jahren. Im März sackte er auf einen Wert von 50,7 Punkten ab.
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr

Sollte das zu Jahresbeginn erzielte Produktionsniveau gehalten werden, ist angesichts eines kleinen statistischen Überhangs im Jahresergebnis ein Produktionsanstieg in einer Größenordnung von einem halben Prozent möglich.
Schwellenländer
In den Schwellenländern konnte die Industrie ihren Wachstumskurs zu Jahresbeginn 2025 weiter beschleunigen. Zum Jahresauftakt stieg die Industrieproduktion im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent. In den darauffolgenden zwei Quartalen nahm das Wachstumstempo um jeweils plus 4,6 Prozent weiter zu. Im Jahresvergleich stieg die Industrieproduktion in den Schwellenländern im Vergleich zu 2024 um 4,5 Prozent.
Unter den einzelnen Ländergruppen legte die industrielle Wertschöpfung in China mit plus 5,9 Prozent am stärksten zu, gefolgt von der Region Afrika / Mittlerer Osten, wo sich die Industrieproduktion im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent erhöhte. In den restlichen asiatischen Schwellenländern stieg die Industrieproduktion mit plus 2,8 Prozent ebenso stark wie im Vorjahr. Die Ländergruppe Zentralund Osteuropa steigerte ihren industriellen Ausstoß mit 2,4 Prozent nur halb so stark wie vor Jahresfrist. Lateinamerikas Industrieproduktion stieg zwar das fünfte Jahr in Folge an. Mit plus 1,1 Prozent lag die Wachstumsrate das dritte Jahr in Folge unterhalb der weltweiten Expansionsrate
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 ist die Industrieproduktion in den Schwellenländern im Vorquartalsvergleich um 4,8 Prozent gestiegen. Angeschoben wurde das Wachstum vor allem durch die stark gestiegenen Aktivitäten in den Industrien der asiatischen Schwellenländer (China: + 5,4 %; Asien ohne China: + 5,5 %). In der Region Afrika/Mittlerer Osten war der Anstieg der Industrieproduktion mit plus 6,4 Prozent sogar noch etwas stärker Während die Industrieproduktion in der Ländergruppe Zentralund Osteuropa mit plus 3,4 Prozent etwas stärker stieg als der weltweite Durchschnitt, sank sie in der Ländergruppe Afrika und Mittlerer Osten im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent.
Schwellenländer: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Afrika/Mittlerer Osten Lateinamerika Zentral- und Osteuropa
Asien (ohne China)
China
Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in den Schwellenländern ist zuletzt drei Monate in Folge gestiegen. Im Februar erreichte er mit 52,0 Punkten ein 11-Monats-Hoch. Im März hat der Index aufgrund des Krieges im Iran wieder deutlich nachgegeben, lag aber mit 50,7 Punkten noch im Expansionsbereich. Wir rechnen aufgrund der politischen Unsicherheiten im Nahen Osten in diesem Jahr nur noch mit einem Anstieg der Industrieproduktion in den Schwellenländern in einer Größenordnung drei Prozent.
Vereinigte Staaten
Die US-amerikanische Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) ist mit einem Produktionsplus von 0,7 Prozent im ersten Quartal in das Jahr 2025 gestartet. Dies war der erste Anstieg nach acht Quartalen Produktionsrückgang in Folge. Im zweiten Quartal setzte sich der Wachstumskurs mit einem Plus von 0,5 Prozent fort. In der zweiten Jahreshälfte wurde das Vorjahresergebnis in beiden Quartalen mit jeweils plus 1,7 Prozent übertroffen. Für das gesamte Jahr ergab sich hieraus ein Anstieg der Produktion um 1,2 Prozent. Der Produktionsanstieg war damit zwar höher als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (+ 0,7 %). Verglichen mit dem Ergebnis 2019, dem Jahr vor Ausbruch der CoronaPandemie, ist die Produktion um 1,1 Prozent niedriger ausgefallen. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Produktion mit plus 0,9 Prozent nicht ganz so stark. Das Vorkrisenniveau wurde um 2,6 Prozent verfehlt.
Vereinigte Staaten: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)

Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichneten die Hersteller von Computern und Datenverarbeitungsgeräten im Jahr 2025 mit plus 7,2 Prozent die stärksten Produktionszuwächse, gefolgt von der Herstellung von pharmazeutischen Produkten, die um 6,1 Prozent zulegen konnte. Das reine Chemiegeschäft legte nur mit plus 1,1 Prozent zu. Nach einem Jahr Wachstumspause konnte auch der Fahrzeugbau seinen Ausstoß wieder erhöhen, und stellte 2,5 Prozent mehr Fahrzeuge her als noch vor Jahresfrist. Im Maschinenbau stieg die Produktion etwas stärker an als im
Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (+ 1,0 %). Die Elektroindustrie drosselte ihre Produktion um 1,1 Prozent. In der Ernährungsindustrie sank die Produktion zwar nur geringfügig (-0,1 %), dafür aber das dritte Jahr in Folge.
In den ersten beiden Monaten des ersten Quartals 2026 ist die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Prozent gestiegen. Laut US-Statistik weiteten vor allem die Elektroindustrie (+ 3,1 %), der Fahrzeugbau (+1,9%), die Computerhersteller (+ 1,4 %) und der Maschinenbau (+ 1,2 %) ihre Produktion überdurchschnittlich aus. Nur in der Ernährungsindustrie gab die Produktion zu Jahresbeginn etwas nach. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe bewegt sich seit August 2025 kontinuierlich oberhalb der 50-Punkte-Marke, die eine ansteigende Produktion signalisiert. Im März legte er um 0,8 Prozentpunkte auf nunmehr 52,4 Indexpunkte zu, was auf eine weitere Ausweitung der Produktion hindeutet. Angesichts des positiven Jahresauftaktes und der hinsichtlich Energieversorgung autarken Position der USA rechnen wir im Jahr 2026 mit einem Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um ein Prozent.
Die chinesische Industrie konnte den kräftigen Wachstumskurs der zweiten Jahreshälfte 2024 zum Jahresbeginn 2025 nur mit vermindertem Tempo fortsetzen. Nach Angaben des Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) stieg die Industrieproduktion im ersten Quartal im Vorquartalsvergleich um 1,7 Prozent (Vorjahresvergleich + 6,3 %). Im zweiten Quartal hat sich das Wachstumstempo nahezu halbiert. Die Produktion stieg im Vergleich zum Vorzeitraum nur noch um 0,8 Prozent. In den beiden darauffolgenden Quartalen nahmen die industriellen Aktivitäten mit plus 1,1 Prozent und plus 1,3 Prozent wieder zu und übertrafen das Vorjahresniveau um knapp sechs Prozent im dritten und um fünf Prozent im vierten Quartal. Für das gesamte Jahr 2025 resultierte hieraus ein Anstieg der Industrieproduktion um 5,9 Prozent.
China: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quellen: Macrobond, Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB)

Nach chinesischen Angaben hat im Jahr 2025 die Wertschöpfung in nahezu allen Branchen zugenommen. Im Jahresdurchschnitt lagen die Jahreswachstumsraten im Automobilbau bei plus 12,4 Prozent. Die chemische Industrie steigerte ihre Ausbringung im Schnitt um 7,9 Prozent. Deutlich stärker konnten die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen ihre Aktivitäten steigern (+ 10,3 %).
Im Maschinenbau waren die Wachstumsraten mit plus 9,1 Prozent deutlich höher als bei den Spezialmaschinen (+ 4,3 %). Die Produktion von Schiffen, Schienen- und Luftfahrzeugen legte mit plus 12,9 Prozent stärker zu als im letzten Spitzenjahr 2014 (+ 12,5 %). Der Ausstoß von Metallwaren legte um 5,5 Prozent zu. Deutlich niedriger waren die Wachstumsraten im Bereich Pharmazie (+ 2,7 %), bei der Herstellung von Textilien (+ 2,7 %) sowie bei der Produktion von Papier und Pappe (+ 3,0 %). Im Gegensatz dazu ging die Herstellung von Schuhen und Bekleidung zurück (-2,8 %).
Je nach Datenquelle konnte Chinas Industrie die Produktion zu Beginn des ersten Quartals 2026 in einer Größenordnung von zwei bis fünf Prozent im Vorjahresvergleich erhöhen. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in China bewegt sich seit Dezember 2025 oberhalb der 50-Punkte-Schwelle, ab der eine Expansion angezeigt wird. Im Februar kletterte er auf einen Wert von 52,1 Punkten und erreichte damit ein Drei-Jahres-Hoch. Im März sank der PMI auch bedingt durch die Folgen des Iran-Krieges um 1,3 Indexpunkte auf einen Wert von 50,8. Sollte das zu Jahresbeginn erzielte Produktionsniveau gehalten werden, ist angesichts eines statistischen Überhangs von mehr als einem Prozent im Jahresergebnis ein Produktionsanstieg in einer Größenordnung von vier bis fünf Prozent möglich.
Zum Jahresbeginn 2025 konnte Japans Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) erstmals seit sechs Quartalen ihre Produktion im Vorjahresvergleich wieder steigern. Die Aufwärtsbewegung hielt nicht lange an, denn in den drei darauffolgenden Quartalen wurde das Vorjahresniveau jeweils leicht verfehlt. Trotzdem ergab sich für das gesamte Jahr 2025 nur ein Rückgang der Produktion um minus 0,3 Prozent. Im Vergleich dazu schnitt das Verarbeitende Gewerbe mit plus 0,1 Prozent im Vorjahresvergleich etwas besser ab
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes konnte der Fahrzeugbau seine Produktion mit plus 1,2 Prozent im Vorjahresvergleich am stärksten ausweiten. Japans Maschinenbauer konnten nach zwei Jahren Flaute ihre Produktion leicht um 0,4 Prozent erhöhen. Stark rückläufig war die Produktion in der Elektroindustrie (-6,1 %). Leichte Produktionsrückgänge verzeichnete die chemische Industrie inklusive der Hersteller pharmazeutischer Produkte. Deren Aktivitäten nahmen im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent ab. Das reine Chemiegeschäft lief im Jahr 2025 noch etwas schlechter (-0,9 %). Die metallherstellenden und verarbeitenden Betriebe reduzierten ihre Aktivitäten um 2,5 Prozent. Rückläufig war auch die Produktion in der Zementindustrie (-4,7 %), in der Papierindustrie (-2,0 %) und in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (-0,6 %).
In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres lag die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um drei Prozent oberhalb des Niveaus des vierten Quartals 2025. Dies lag vor allem an der stark gestiegenen Produktion des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Metall- und Ernährungsindustrie konnten ihre Produktion ebenfalls hochfahren. In der Elektroindustrie und im reinen Chemiegeschäft gab die Produktion zum Jahresbeginn 2026 jedoch nach.
Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist seit November 2025 kontinuierlich gestiegen. Zuletzt hat der Index nach Erreichen eines Drei-Jahres-Hochs wieder etwas an Boden
verloren. Mit 51,6 Indexpunkten liegt er aber immer noch deutlich oberhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. Japans Industrie startet zwar mit einem statistischen Unterhang von 0,5 Prozentpunkten in das laufende Jahr. Sollte es ihr gelingen, das Produktionsniveau vom Jahresbeginn 2026 bis zum Jahresende zu halten, dürfte die Produktion im Jahrergebnis um 2,5 Prozent steigen.
Japan: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond
Südkorea

Südkoreas Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) war im ersten Halbjahr 2025 knapp vier Prozent höher als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte ist das Wachstumstempo nochmals leicht gestiegen, bevor es im vierten Quartal sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich einbrach. Aufgrund des schwachen Jahresabschlusses resultierte für das gesamte Jahr 2025 nur noch ein Produktionsplus von 3,3 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete bei einem ähnlichen Produktionsverlauf einen Anstieg um 3,9 Prozent.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verbuchten der Fahrzeugbau nach dem Rückgang im Vorjahr ein Anstieg der Produktion um plus 1,6 Prozent. Die Hersteller von pharmazeutischen Produkten setzten ihren seit Jahren anhaltenden Wachstumskurs fort und verbuchten einen Produktionszuwachs in Höhe von 8,1 Prozent. Im reinen Chemiegeschäft gab die Produktion hingegen mit minus 1,1 Prozent leicht nach. Während in den metallverarbeitenden Unternehmen die Produktion im Jahr 2025 mit minus 0,5 Prozent zurückfuhren, verbuchte die Elektroindustrie mit plus 10,7 Prozent wie schon im Vorjahr einen zweistelligen Produktionszuwachs. In der Ernährungsindustrie gab die Produktion mit minus 0,3 Prozent nach. Südkoreas Maschinenbauer konnten ihre Produktion mit plus 6,3 Prozent deutlich steigern.
Zu Jahresbeginn 2026 war die Industriekonjunktur weiter aufwärtsgerichtet. In den ersten beiden Monaten des laufenden Quartals lag die Produktion 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorquartals (Vorjahresvergleich + 0,8 %). Während Chemie und Elektroindustrie sowie der Maschinenbau überdurch-
schnittliche Produktionszuwächse verbuchten, gab die Produktion im Fahrzeugbau und in der pharmazeutischen Industrie deutlich nach. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe bewegt sich seit vier Monaten oberhalb Expansionsschwelle von 50 Punkten. Im März ist er nochmals deutlich gestiegen und erreichte mit 52,6 Indexpunkten ein neues Drei-Jahres-Hoch Südkoreas Industrie startet mit einem statistischen Unterhang von knapp zwei Prozent in das laufende Jahr. Um das Vorjahresergebnis erreichen zu können, muss das Produktionsniveau vom Jahresanfang im gesamten Jahresverlauf gehalten werden
Südkorea: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
(rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond
Vereinigtes Königreich

Die Industrie in Großbritannien konnte die seit drei Jahren anhaltende Talfahrt im Jahr 2025 beenden. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) legte die Produktion zu Jahresbeginn zunächst kräftig zu. Nach einer Stagnation im zweiten Quartal und einem Anstieg im dritten Quartal (+ 0,7 %) zogen die industriellen Aktivitäten zum Jahresende wieder deutlich an. Für das gesamte Jahr 2025 ergab sich so ein leichter Produktionsanstieg (+ 0,2 %). Im Gegensatz dazu konnte das Verarbeitende Gewerbe seinen seit zwei Jahren anhaltenden Wachstumskurs nicht fortsetzen. Hier gab die Produktion um minus 0,2 Prozent leicht nach.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnete der Fahrzeugbau mit minus 9,9 Prozent die stärksten Produktionseinbußen. Deutlich rückläufig war auch die Produktion in den energieintensiven Branchen Metalle (-8,6 %) und Chemie (-6,4 %). Etwas schwächer waren die Produktionseinbußen in der Ernährungsindustrie (-0,3 %), in der Papierindustrie (-1,4 %) und im Bereich Textil und Mode (-2,2 %). Im Gegensatz dazu konnten die Hersteller von Pharmazeutika (+ 9,9 %), Elektronik (+ 6,8 %) und der Maschinenbau (+ 5,5 %) ihre Produktion deutlich steigern. Darüber hinaus nahm die Produktion von Computern und optischen Geräten um 3,6 Prozent und im sonstigen Fahrzeugbau um 3,8 Prozent zu.
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 haben die Aktivitäten im Verarbeitenden Gewerbe sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch im Jahresvergleich zugenommen. Mit Blick auf die einzelnen Branchen konnten die pharmazeutische Industrie, die Hersteller von Elektronik, Computern und optischen Geräten sowie der sonstige Fahrzeugbau ihre Produktion um rund vier Prozent ausweiten. Deutlich rückläufig war die Produktion in der chemischen Industrie. Auch Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Papier- und Metallindustrie schränkten ihre Produktion zu Jahresbeginn ein.
Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe bewegt sich seit November 2025 oberhalb der Expansionsschwelle. Seit dem Zwischenhoch vom Januar hat der Index zwar etwas an Boden verloren. Mit zuletzt 51,0 Indexpunkten im März 2026 liegt er weiterhin oberhalb der Expansionsschwelle. Sollte das Produktionsniveau vom Jahresbeginn im weiteren Jahresverlauf gehalten werden, ist für das gesamte Jahr 2026 mit einem Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um 0,5 Prozent zu rechnen.
Vereinigtes Königreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

In der Europäischen Union ist die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) zu Jahresbeginn 2025 im Vorquartalsvergleich um 1,5 Prozent gestiegen. Dies war der stärkste Quartalsanstieg seit mehr als vier Jahren. Mit plus 1,1 Prozent war erstmals seit sieben Quartalen auch der Vorjahresvergleich wieder positiv. In den darauffolgenden drei Quartalen stieg die Produktion zwar mit deutlich kleineren Vorquartalsvergleichsraten an. Gleichzeitig wurde das Vorjahresniveau während des gesamten Zeitraums deutlich überschritten. Insgesamt stieg die Industrieproduktion in der EU nach zwei Jahren Rückgang in Folge im Jahr 2025 um 1,5 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe schloss das Jahr 2025 mit einem Plus von 1,6 Prozent noch etwas besser ab.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnete das Pharmageschäft im Jahr 2025 mit plus 15,2 Prozent die mit Abstand stärksten Zuwächse. Überdurchschnittliche Zuwachsraten erzielten darüber hinaus der sonstige Fahrzeugbau (+ 5,3 %) und die Elektroindustrie (+ 2,4 %).
In der Elektroindustrie ging es nach dem starken Rückgang im Vorjahr mit plus 0,8 Prozent wieder etwas aufwärts und in der Metallindustrie zeichnet sich nach drei Jahren eine Bodenbildung ab (+ 0,2 %). Der Bereich Textil und Mode verzeichnete mit minus 3,9 Prozent die stärksten Produktionseinbußen, gefolgt von der energieintensiven chemischen Industrie (-3,5 %), deren Produktion insgesamt 19,5 Prozent geringer war als vor Beginn des Krieges in der Ukraine. In den anderen energieintensiven Branchen Papier (-0,7 %) und Baustoffe (-0,3 %) waren die Produktionseinbußen zuletzt deutlich geringer. Verglichen mit dem Jahr 2021 hat sich deren Ausstoß aber deutlich vermindert (Papier -8,5 %; Baustoffe -14,9 %). Auch weniger energieintensive Branchen konnten nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen. Der EU-Maschinenbau verfehlte das Vorjahresniveau knapp (-0,5 %), der Fahrzeugbau hingegen deutlich (-2,2 %).
Zum Jahresbeginn 2026 hat die Industriekonjunktur deutlich an Schwung verloren und konnte zu Beginn des ersten Quartals weder das Niveau vom vierten Quartal noch das aus dem Vorjahr halten. Am stärksten waren die Einbußen in der Pharmaindustrie und in der Metallindustrie. In der Elektroindustrie gab die Produktion um mehr als zwei Prozent nach, im Fahrzeugbau um knapp ein Prozent. Der Maschinenbau und die chemische Industrie verfehlten ihr Vorquartalsergebnis nur knapp.
Der Einkaufsmanagerindex für die EU-Industrie bewegte sich seit September vergangenen Jahres unterhalb der Expansionsschwelle. Im Februar stieg der Index auf 50,5 Punkte, was auf eine leichte Belebung hindeutet. Die Aufwärtsbewegung setzte sich im März 2026 fort. Der Index klettert auf 51,3 Punkte und erzielte damit ein neues Drei-Jahres-Hoch. Europas Industrie startet zwar mit einem kleinen statistischen Überhang von 0,2 Prozentpunkten in das Jahr 2026. Die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf sind aber angesichts des Krieges im Iran alles andere als rosig. Die gestiegenen Energiepreise treiben die Kosten in die Höhe und verschlechtern die Wettbewerbsposition der europäischen Industrie. Wir erwarten daher nur einen geringen Anstieg der Produktion des Verarbeitenden Gewerbes in der Europäischen Union in Höhe von 0,5 Prozent.
Europäische Union EU27: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

Die deutsche Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) ist nach zwei Jahren Talfahrt mit einem Produktionsplus von 0,8 Prozent im Vorquartalsvergleich in das Jahr 2025 gestartet. Der Aufschwung war nicht von Dauer, denn im Sommerhalbjahr gingen die Aktivitäten im zweiten (-0,4 %) und im dritten Quartal (-0,6 %) jeweils im Vorquartalsvergleich wieder zurück. Im vierten Quartal stieg die Produktion mit plus 1,2 Prozent kräftig an und lag damit erstmals seit Sommer 2023 auch über dem Vorjahresniveau. Trotz des starken vierten Quartals ist die Industrieproduktion im gesamten Jahr 2025 im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent gesunken. Das Verarbeitende Gewerbe schnitt im gleichen Zeitraum mit einem Minus von 1,2 Prozent noch etwas schlechter ab.
Deutschland: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichnete die pharmazeutische Industrie mit plus 4,6 Prozent die mit Abstand stärksten Produktionszuwächse im Vergleich zum Jahr 2024. Schwarze Zahlen schrieben zwar noch der sonstige Fahrzeugbau und die Ernährungsindustrie, die aber ihre Produktion mit plus 0,3 Prozent und 0,2 Prozent nur marginal steigern konnten. In den restlichen Branchen ging es weiter abwärts. Die Elektroindustrie schloss das Jahr mit einer roten Null ab. Fahrzeugbau und Baustoffindustrie verbuchten Produktionseinbußen von jeweils zwei Prozent. Deutschlands Maschinenbauer mussten ihre Produktion um 2,4 Prozent reduzieren. Die energieintensiven Branchen hatten sogar noch höhere Produktionseinbußen zu verkraften. So hat die chemische Industrie ihre Produktion im Jahresvergleich um 3,3 Prozent heruntergefahren, die Papierindustrie um 2,5 Prozent und die Metallindustrie um 2,1 Prozent. Die stärksten Produktionseinbußen hatte jedoch die Textil- und Modeindustrie zu verkraften, die ihren Ausstoß um 4,1 Prozent drosselte.
Zum Jahresbeginn 2026 zeichnete sich in der Industrie noch keine konjunkturelle Erholung ab. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres sank die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vorzeitraum um 1,2 Prozent. Ob und wann eine Trendwende einsetzt, hängt maßgeblich von Intensität und Dauer des Krieges im Iran ab, deren Auswirkungen sich noch nicht in den Produktionsdaten manifestieren konnten.
Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist seit dem Jahreswechsel 2025 / 2026 kontinuierlich gestiegen. Im Februar 2026 hat er erstmals seit 43 Monaten wieder den Kontraktionsbereich verlassen. Ungeachtet des Kriegsbeginns im Iran kletterte der Index im März auf einen Wert von 52,2 Punkten, der eine weitere Expansion signalisiert Aufgrund des schwachen Jahresstartes rechnet der BDI im laufenden Jahr mit einer stagnierenden Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Dies setzt voraus, dass die Kampfhandlungen im Iran nicht erneut aufflammen und die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus in näherer Zukunft wieder unbehindert passierbar sein wird. Ein weiterer Rückgang der Produktion würde drohen, sollten aufgrund des Konfliktes die Störungen im Schiffverkehr länger anhalten. Dies würde spürbare Lieferkettenprobleme hervorrufen. In diesem Fall würde die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes das fünfte Jahr in Folge sinken.
Deutsche Industrie im EU-Vergleich
Der starke Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022 hat in der deutschen Industrie erhebliche Spuren hinterlassen. Während in der Europäischen Union die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2025 ein Prozent höher war als im Jahresdurchschnitt 2021, produzierte die deutsche Industrie im gleichen Zeitraum 6,5 Prozent weniger. Doch nicht nur die deutsche Industrie war von dem Energiepreisschock betroffen. Ähnlich hoch wie in Deutschland waren auch die Produktionsrückgänge in Italien und Ungarn mit jeweils minus 5,9 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe in Spanien stand im Jahr um 2,7 Prozent besser da als im Jahr 2021. In Österreich fiel die Produktion im gleichen Zeitraum um 2,4 Prozent und in Frankreich um 3,5 Prozent höher aus. Nahezu unbeeindruckt vom Energiepreisschock scheint die schwedische Industrie zu sein, die ihre Produktion im Vergleich zum Jahr 2021 um neun Prozent steigern konnte. Noch höher war der Produktionsanstieg in Polen (+ 13,0 %) und in Griechenland (+ 16,1 %).
Produktion* im Verarbeitenden Gewerbe seit 2021 nach Ländern
Griechenland
Polen
Schweden Frankreich Österreich Spanien Ungarn Italien Deutschland
*saison- und kalenderbereinigte Werte, 6-Monatsdurchschnitt, 2021=100
Quellen: Macrobond, eigene Berechnungen

Auch mit Blick auf die einzelnen Industriebranchen steht die deutsche Industrie im europäischen Vergleich schlecht da. Während die Produktionseinbußen in der Elektroindustrie und in der chemischen Industrie ähnlich stark waren wie in der gesamten Europäischen Union, gab die Produktion in der Metallindustrie mit minus 12,7 Prozent, in der Papierindustrie mit minus 18,9 Prozent und in der Baustoffindustrie deutlich stärker nach als im EU-Durchschnitt. Der deutsche Maschinenbau musste binnen vier Jahren seine Aktivitäten um knapp zehn Prozent zurückfahren, während der Rückgang in der EU mit nur minus 1,6 Prozent deutlich schwächer ausfiel. Doch auch in den Branchen, die seit 2021 ihre Produktion wieder steigern konnten, geriet die deutsche Industrie ins Hintertreffen. Die pharmazeutische Industrie und der sonstige Fahrzeugbau verbuchten zwar im Zeitraum 2021 bis 2025 Zuwächse in Höhe von 4,2 Prozent und 20,5 Prozent, die aber deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 53,5 Prozent (Pharmazie) und 30 Prozent (sonstiger Fahrzeugbau) lagen. Die einzige positive Ausnahme stellte der Fahrzeugbau dar, der mit plus 6,5 Prozent etwas stärker expandierte als der Fahrzeugbau in der gesamten Europäischen Union (+ 5,4 %).
Entwicklung der Produktion nach Branchen (Vergleich Jahr 2025 zu Jahr 2021 in Prozent)
Verarbeitendes Gewerbe
Pharmazie
sonstiger Fahrzeugbau
Fahrzeugbau
Maschinenbau
Elektroindustrie
Metallindustrie
Papier & Pappe
Baustoffe
Chemie
Quellen: Macrobond; eigene Berechnungen
Frankreich
EU27 DEU

Frankreichs Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) ist mit einem Plus von 0,4 Prozent im Vorquartalsvergleich in das Jahr 2025 gestartet. Nach einer Stagnation im zweiten Quartal erhöhte die Industrie ihren Ausstoß zu Beginn der zweiten Jahreshälfte deutlich und produzierte ab da auch über Vorjahresniveau. Im vierten Quartal gerieten die Aktivitäten zwar ins Stocken. Dennoch stieg im Jahresergebnis die Industrieproduktion um 0,6 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe konnte im vergangenen Jahr seine Produktion ebenfalls um 0,6 Prozent ausweiten.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes stieg die Produktion im Vorjahresvergleich im sonstigen Fahrzeugbau mit plus 10,1 Prozent und in der Textilindustrie mit plus 8,7 Prozent am stärksten, gefolgt vom Fahrzeugbau, der seine Produktion um 3,1 Prozent erhöhte. In der Elektroindustrie (+ 0,9 %) und in der pharmazeutischen Industrie (+ 0,8 %) war der Anstieg der Produktion
deutlich schwächer. Die stärksten Produktionseinbußen mussten die energieintensiven Branchen chemische Industrie (-3,1 %), Papierindustrie (-1,7 %) und die Metallindustrie (-1,1 %) hinnehmen. Deutlich geringer waren die Produktionsrückgänge in der Ernährungsindustrie (-0,8 %) und im französischen Maschinenbau (-1,0 %).
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 sank die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes im Vorquartalsvergleich um 0,2 Prozent, lag aber ein Prozent oberhalb des Vorjahresniveaus. In nahezu allen Branchen haben die Aktivitäten zugenommen. Nur der Fahrzeugbau, die Elektroindustrie und die Textilindustrie konnten ihre Produktion zu Jahresbeginn nicht ausweiten.
Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe hatte im Dezember 2025 erstmals seit dem August des Vorjahres wieder die Expansionsschwelle von 50 Punkten überschritten. Im Januar 2026 kletterte der Index auf ein 34-Monats-Hoch, hat aber danach an Boden verloren. Mit einem Wert von 50,0 Punkten liegt er nur knapp oberhalb des Kontraktionsbereichs. Frankreichs Industrie startet zwar mit einem statistischen Überhang von 0,4 Prozentpunkten in das Jahr 2026. Angesichts der sich abschwächenden Stimmungsindikatoren und der schwachen Produktionsdaten zu Jahresbeginn ist für das gesamte Jahr mit einem leichten Rückgang der Produktion zu rechnen (-0,5 %).
Frankreich: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr Quelle: Macrobond

Italiens Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) konnte zu Jahresbeginn 2025 die seit gut zwei Jahren anhaltende Kontraktionsphase beenden. Im ersten Quartal 2025 stieg die Produktion im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Im zweiten Quartal setzte sich die Aufwärtsbewegung fort (+ 0,4 %). Im dritten Quartal lag der Ausstoß der italienischen Industrie erstmals seit elf Quartalen mit plus 0,3 Prozent oberhalb des Vorjahresniveaus. Am Jahresende stiegen die Aktivitäten weiter an. Dennoch ergab sich für das gesamte Jahr 2025 ein leichter Rückgang der Industrieproduktion
insgesamt 0,3 Prozent. Etwas schwächer entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe. Dort sank die Produktion mit minus 0,9 Prozent im Vorjahresverglich bereits das dritte Mal in Folge.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes fiel der Produktionsrückgang im Fahrzeugbau mit minus 10,9 Prozent am kräftigsten aus, gefolgt von der Textil- und Modeindustrie, wo die Produktion um sechs Prozent nachgab. In den energieintensiveren Branchen drosselte die chemische Industrie ihren Ausstoß um 3,2 Prozent und die Papierindustrie um 0,1 Prozent. Im Gegensatz dazu steigerte die pharmazeutische Industrie ihre Produktion um 4,5 Prozent, gefolgt vom sonstigen Fahrzeugbau, der um 2,1 Prozent expandierte. Italiens Maschinenbauer traten mit einem Produktionsplus von 0,3 Prozent nahezu auf der Stelle, ebenso die Metallindustrie (+ 0,4 %). Etwas besser lief es in der Elektroindustrie, die dank des starken Bedarfs an Computern und optischen Geräten um 1,3 Prozent expandierte. In der Ernährungsindustrie stieg die Produktion im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent.
Die ersten verfügbaren Produktionsdaten sprechen noch nicht für eine konjunkturelle Erholung. Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Produktion zu Beginn des ersten Quartals im Vergleich zum Schlussquartal 2025 um 0,5 Prozent. Auch im Vorjahresvergleich war die Produktion rückläufig Unter den einzelnen Branchen war die Entwicklung jedoch sehr heterogen. Während Maschinenbau, Fahrzeugbau und sonstiger Fahrzeugbau ihre Produktion ausweiten konnten, haben die Metall- und die Elektroindustrie ihre Produktion zu Jahresbeginn zurückgefahren. Im Bereich Pharmazie fiel der Produktionsrückgang zum Jahresbeginn 2026 sogar zweistellig aus.
Italien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
Industrieproduktion (rechte Achse) Einkaufsmanagerindex saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

Im Gegensatz zu den Produktionsdaten senden die Stimmungsindikatoren positive Signale. So ist der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe zuletzt drei Monate in Folge gestiegen. Im Februar kletterte er auf einen Wert von 50,6 Punkten und lag damit im Expansionsbereich. Im März stieg er erneut und erreichte mit 51,3 Indexpunkten ein neues Drei-Jahres-Hoch. Zudem startet das
Verarbeitende Gewerbe Italiens mit einem statistischen Überhang (0,1 %-Punkte) in das laufende Jahr, sodass wir im Jahresergebnis 2026 nach drei Jahren Rückgang mit einem Produktionsanstieg um 0,5 Prozent rechnen.
Spaniens Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Bau) konnte den zum Jahresende beginnenden Erholungskurs auch nach dem Jahreswechsel fortsetzen. Die Produktion stieg im ersten Quartal 2025 im Vorquartalsvergleich um 0,3 Prozent. Im zweiten Quartal setzte sich der Expansionskurs mit erhöhtem Tempo fort (+ 0,6 %). Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte erhielt der Erholungskurs eine kleine Delle. Die Industrieproduktion legte im dritten Quartal nur leicht um 0,1 Prozent zu, um dann im vierten Quartal nochmal kräftig zu steigen (+ 0,7 %). Für das gesamte Jahr 2025 resultierte hieraus ein Produktionsanstieg um 1,2 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Anstieg mit plus 0,6 Prozent hingegen nur halb so stark aus.
Unter den einzelnen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes konnte der sonstige Fahrzeugbau seine Produktion mit plus 6,2 Prozent mit Abstand am stärksten ausweiten, gefolgt vom Pharmabereich, wo die Aktivitäten um 2,1 Prozent zunahmen. In der Metall- und in der Elektroindustrie stieg die Produktion im Vorjahresvergleich jeweils um 1,8 Prozent an. Ähnlich stark entwickelte sich auch die Ernährungsindustrie (+ 1,6 %). Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern lief in Spanien auch das reine Chemiegeschäft besser als im Vorjahr (+ 0,7 %). Deutliche Einbußen hatten Spaniens Textil- und Modehersteller zu verkraften, deren Produktion um 4,6 Prozent nachgab. Ähnlich hoch waren auch die Produktionseinbußen bei den Fahrzeugbauern (-4,5 %). Im Gegensatz dazu waren die Produktionseinbußen im Maschinenbau (-0,6 %) und in der Papierindustrie (-0,8 %) moderat.
Spanien: Industrieproduktion*, Einkaufsmanagerindex
(rechte Achse)
saisonbereinigt (linke Achse)
*Produktionsindex: 2-Monatsdurchschnitt, kalender-und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

Zu Jahresauftakt 2026 erhielt die spanische Industrie einen leichten Dämpfer. Am aktuellen Rand sank die Produktion zu Beginn des ersten Quartals 2026 gegenüber dem Vorzeitraum saison-
kalenderbereinigt um 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Produktion um 1,7 Prozent zurück. Der Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe deutet eine schwächere Entwicklung an. Der Index lag im Dezember und zu Jahresbeginn 2026 erstmals seit Mai 2025 wieder unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Nach kurzer Erholung im Februar landete der Index im März mit 48,7 Punkten auf einem neuen Elf-Monats-Tief. Allerdings startet das Verarbeitende Gewerbe Spaniens mit einem statistischen Überhang von 0,6 Prozentpunkten in das Jahr 2026. Bei einer frühzeitigen Erholung schließen wir auch für das Jahr 2026 ein leichtes Produktionsplus von einem Prozent nicht aus.
Die weltweiten Handelsaktivitäten haben im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Nach Angaben des CPB erhöhte sich der weltweite Warenhandel im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent und damit deutlich stärker als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (+ 1,9 %). Nachdem die Handelsaktivitäten im ersten Quartal im Vorquartalsvergleich um 0,5 Prozent zulegten, stiegen sie im zweiten Quartal mit 1,1 Prozent und im dritten Quartal mit plus 1,0 Prozent deutlich stärker an. Im vierten Quartal hat die Dynamik etwas nachgelassen (+ 0,7 %). Der Vorjahresvergleich fiel zum Jahresende 2025 mit plus 3,3 Prozent ebenfalls positiv aus.
Die Schwellenländer exportierten im Jahr 2025 insgesamt 6,3 Prozent mehr Waren als vor Jahresfrist. Mit plus 10,1 Prozent verzeichneten die Ausfuhren aus China die stärksten Zuwächse, gefolgt von Lateinamerika, von wo aus 6,5 Prozent mehr Waren ausgeführt wurden als vor einem Jahr. Ähnlich stark entwickelten sich die Exporte aus den restlichen asiatischen Schwellenländern (+ 6,1 %). Nach einem Rückgang um mehr als vier Prozent im Jahr 2024 erholten sich die Exporte aus Afrika und dem Mittleren Osten um 2,7 Prozent. Rückläufig waren die Ausfuhren aus den mittel- und osteuropäischen Schwellenländern, die nach zwei starken Jahren leicht nachgaben (-0,2 %).
Welt: Exporte nach Herkunftsregionen
entwickelte Volkswirtschaften Schwellenländer
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quelle: Macrobond

Die Exporte der entwickelten Volkswirtschaften stiegen im Jahr 2025 um insgesamt 3,2 Prozent. In dieser Ländergruppe stiegen die Exporte aus den entwickelten asiatischen Volkswirtschaften ohne
Japan um 15,8 Prozent mit Abstand am stärksten. In deren Windschatten konnten sich auch die japanischen Exporte überdurchschnittlich gut entwickeln (+ 4,6 %). Die Vereinigten Staaten wiesen mit einem Exportplus von 3,1 Prozent eine ähnliche Dynamik aus wie die gesamten entwickelten Volkswirtschaften. Die Exporte aus den restlichen entwickelten Volkswirtschaften stiegen wie in den beiden Jahren zuvor nur leicht an (+ 1,1 %). Aus Großbritannien wurden nunmehr das dritte Jahr in Folge weniger Waren ausgeführt als vor Jahresfrist (-2,9 %), ebenso aus dem Euroraum, wo das Vorjahresniveau knapp verfehlt wurde (-0,5 %).
Am aktuellen Rand haben die Handelsaktivitäten kräftig zugelegt. Die weltweiten Exporte stiegen im Januar 2026 im Vergleich zum Vorzeitraum um drei Prozent. Dabei stiegen die Exporte aus den entwickelten Volkswirtschaften zum Jahresbeginn 2026 um zwei Prozent gegenüber Vormonat. Die Ausfuhren aus den Schwellenländern erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozent. Der BDI rechnet für das Jahr 2026 mit einem Anstieg des Welthandels um ein bis 1,5 Prozent.
Entwicklung der deutschen Exporte
Im ersten Quartal 2025 sind die deutschen Exporte von Waren im Vorjahrsvergleich um 0,9 Prozent gestiegen. Zum Anstieg beigetragen haben vor allem die durch Vorzugseffekte gestiegenen Exporte in die USA (+ 2,5 %) sowie die Ausfuhren in die Europäische Union (+ 0,7 %). Im zweiten Quartal erhöhten sich die Ausfuhren nur noch um 0,5 Prozent. Neben dem schon zu Jahresbeginn schwachen Chinageschäft gaben nun auch die Exporte in die USA deutlich nach (-9,7 %). Diese Einbußen wurden kompensiert durch die stark gestiegenen Ausfuhren in die Europäische Union (+ 3,1 %). Im dritten Quartal setzte sich dieses Muster weiter fort, wobei die Einbußen aus den Geschäften mit China und den USA neben dem EU-Handel zusätzlich durch gestiegene Exporte in das Vereinigte Königreich kompensiert wurden. Alles in allem legten die Ausfuhren im dritten Quartal um 0,9 Prozent zu. Im letzten Quartal des Jahres 2025 stiegen die Ausfuhren mit plus 2,2 Prozent noch kräftiger an. Der EUHandel legte um 7,2 Prozent zu und aus dem China-Geschäft gab es kaum noch Einbußen. Dafür lief
Deutschland: Exporte nach Zielregionen
Index: 2-Monatsdurchschnitt, kalender- und saisonbereinigt in Prozent zum Vorjahr
Quellen: Macrobond, Deutsche Bundesbank
restliche Länder V.Königreich
USA
China
EU 27

der Handel mit den USA erneut besser und mit dem Vereinigten Königreich wieder schlechter. Für das gesamte Jahr 2025 ergab sich hieraus ein Anstieg der deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent.
Mit Blick auf die Zielländer und Regionen sind im gesamten Jahr 2025 die deutschen Ausfuhren in die Europäische Union im Vergleich zum Vorjahr mit plus 4,2 Prozent am stärksten gestiegen. Stark rückläufig war das Chinageschäft. Die Ausfuhren dorthin gaben im Jahresvergleich um 9,6 Prozent nach. Im US-Geschäft lagen die Einbußen mit minus 8,9 Prozent in einer ähnlichen Größenordnung. Kaum verändert haben sich die Exporte in das Vereinigte Königreich (-0,6 %). Die Ausfuhren in den Rest der Welt legten mit plus ein Prozent etwas zu.
Zu Beginn des ersten Quartals 2026 sind nach vorläufigen Daten der Deutschen Bundesbank die Ausfuhren im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent gestiegen. Verglichen mit dem ersten Quartal 2025 stiegen die Warenausfuhren mit plus ein Prozent nicht ganz so stark an. Dabei haben vor allem die Ausfuhren nach China (-17,6 %) und in die Vereinigten Staaten (-14,6 %) im zweistelligen Bereich nachgegeben (Vorjahresvergleich). Die Exporte in das Vereinigte Königreich haben sich um knapp zwei Prozent erhöht, in die restlichen Länder wurden gut fünf Prozent weniger Waren exportiert. Der Handel mit der Europäischen Union blieb weiter auf stabilem Wachstumskurs (+ 3,7 %). Im Jahr 2026 rechnen wir mit leicht steigenden Exporten. Dabei dürfte das EU-Geschäft die Schwächen aus dem Handel mit den Vereinigten Staaten und China mehr als ausgleichen.
Automobilindustrie: Pkw-Produktion mit leichtem Rückgang
Im ersten Quartal 2026 belief sich die deutsche Inlandsproduktion auf 1,06 Millionen Pkw. Dies entsprach einem Rückgang von knapp zwei Prozent zum Vorjahr. Damit liegt die Fertigung im bisherigen Jahresverlauf um 16 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Neben der Transformation zum elektrischen Antrieb steht die Automobilindustrie vor vielen Herausforderungen. Hohe Kraftstoffpreise aufgrund des Irankriegs und die daraus resultierende Inflation schmälern das Budget der Kundinnen und Kunden und verhindern eine nachhaltige Erholung des westeuropäischen Marktes, der immer noch ein Sechstel unter dem 2019er Niveau liegt. Auch der deutsche Standort steht aufgrund sehr hoher Arbeitskosten und überbordender Bürokratie unter Druck. Für das Gesamtjahr sehen wir derzeit noch einen leichten Produktionsrückgang um ein Prozent auf 4,11 Millionen. Einheiten, unter der Voraussetzung, dass der Krieg im Nahen Osten nicht eskaliert. Auch 2026 steht unter dem Stern der Elektromobilität. Das strikte CO2-Grenzwertregime der EU erfordert einen zügigen Hochlauf der Neuzulassungen elektrisch angetriebener Pkw. In den ersten beiden Monaten überstieg der Elektroanteil bei der Inlandsproduktion 38 Prozent, während die Neuzulassungen im hier relevanten Europäischen Wirtschaftsraum im bisherigen Jahresverlauf nur zu rund 30 Prozent mit elektrischen Antrieben ausgestattet waren. Hieran lässt sich ablesen, dass die deutschen Hersteller bei der Transformation in Vorleistung gehen. Kein anderes wichtiges Automobilland außer China hat einen derartig hohen Elektroanteil in der Produktion. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die deutlich angezogenen Kraftstoffpreise die Nachfrage nach E-Autos erhöhen werden.
Die Kapazitätsauslastung der Automobilindustrie ist im ersten Quartal saisonbereinigt auf 82,3 Prozent gefallen nach 84,9 Prozent im Vorquartal und liegt damit in etwa auf dem Durchschnittsniveau der letzten fünf Jahre. Von den Auftragseingängen kommen gemischte Signale. Während die Inlandsorder im ersten Quartal auch vor dem Hintergrund der neuen Elektroprämie um acht Prozent ansteigen, fallen die Auslandsorder um sechs Prozent. Nicht zuletzt die Transformation hat dazu geführt, dass die Beschäftigung in der Automobilindustrie unter Druck geraten ist. Im Januar waren 713.700 Personen in der Automobilindustrie beschäftigt, das waren 35.100 Arbeitsplätze oder 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang bei den Herstellern von Kraftwagen und Motoren war mit 4,8 Prozent bei 441.400 Beschäftigten nicht ganz so deutlich wie bei den Zulieferern, die besonders stark von dem Antriebswandel zur Elektromobilität betroffen sind und mit 229.500 Beschäftigten 6,7 Prozent weniger aufwiesen als vor Jahresfrist
Export
Die Exporte sind im ersten Quartal um gut zwei Prozent auf 800.000 Pkw zurückgegangen, die Exportquote fiel um einen knappen Prozentpunkt auf 75 Prozent. Autos made in Germany sind in Skandinavien, in den Beneluxstaaten, aber auch in Frankreich inzwischen überwiegend elektrisch angetrieben. Wichtigster Handelspartner in den ersten beiden Monaten war das Vereinigte Königreich mit 66.400 Einheiten (-2 %) vor den USA mit 64.300 Stück (-14 %), wo die neuen Zölle belasten. Es folgten Italien mit 33.400 Fahrzeugen (-10 %) vor Frankreich mit 32.600 Fahrzeugen (+ 12 %). China (+ 2 % auf 15.100 Einheiten) liegt auf Rang neun
Kontakt: Alexander Fritz; Tel.: +49 30 8978 423 33; E-Mail: alexander.fritz@vda.de
Bauindustrie: Positive Erwartungen, aber Unsicherheiten in Folge des Iran-Kriegs
Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich für alle Betriebe im Bauhauptgewerbe ein Umsatzplus von preisbereinigt 2,4 Prozent. Das ist der erste reale Anstieg seit fünf Jahren. Um die Rückgänge der vergangenen Jahre auszugleichen, reicht dies allerdings nicht. Die Auftragseingänge im Gesamtjahr 2025 lagen real um 6,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis, der Auftragsbestand zum Jahresende sogar um 10,2 Prozent. Allerdings entwickeln sich die Bausparten nicht in gleichem Maße positiv. Die Talfahrt im Wohnungsbau hat sich auch 2025 fortgesetzt. Der Umsatz ist real um 1,5 Prozent gesunken. Zudem klagen laut Ifo-Umfrage immer noch mehr als 40 Prozent der Unternehmen über Auftragsmangel. Für die Entwicklung 2026 gibt es aber auch positive Zeichen: Der Auftragseingang zog preisbereinigt um zehn Prozent an und das Neugeschäftsvolumen bei Wohnungsbaukrediten nahm zu. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern lag 2025 bei 128.100 und damit um 12,1 Prozent über dem Vergleichszeitraum. Die Bauindustrie rechnet für 2026 im Wohnungsbau mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Risiken bestehen allerdings hinsichtlich der künftigen Zinsentwicklung.
Der Wirtschaftsbau profitiert insbesondere von Großprojekten der Deutschen Bahn sowie dem Ausbau des Stromnetzes. 2025 verbuchte der Wirtschaftsbau ein Umsatzplus von real 6,5 Prozent. Neben dem Wirtschaftstiefbau dürfte aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Rechenzentren auch der Wirtschaftshochbau im laufenden Jahr zulegen. Dämpfend dürfte sich allerdings die schwache Industriekonjunktur auswirken. Da Großaufträge erst mit einiger Verzögerung umsatzwirksam werden und erst einmal nur wenige Unternehmen profitieren, bevor die Aufträge in der Breite ankommen, ist die Stimmung laut Umfragen des Ifo-Instituts und DIHK bisher noch verhalten. Die Bauindustrie rechnet für 2026 mit einem realen Umsatz im Wirtschaftsbau von plus vier Prozent.
Der Öffentliche Bau hat 2025 mit einem realen Plus von zwei Prozent eine eher unterdurchschnittliche Entwicklung verzeichnet. Hier hat sich insbesondere die zurückhaltende Auftragsvergabe der Autobahn GmbH negativ bemerkbar gemacht. Der Auftragseingang im Straßenbau ist im Gesamtjahr um real fünf Prozent zurückgegangen. Daran konnte auch der starke Turnaround im Dezember mit einem Plus von 35 Prozent nichts ändern. Der Jahresbeginn 2026 war zudem geprägt von einem kalten Winter, der sich auf die Bautätigkeit im Tiefbau auswirkte. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sichert im laufenden Jahr die geplanten Projekte des Bundes für Bundesfernstraßen, Brücken und Tunnel sowie Bundeswasserstraßen finanziell ab. Daher rechnet die Bauindustrie für 2026 mit einem leichten Umsatzplus von 1,5 Prozent im Öffentlichen Bau. Insgesamt dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe 2026 um real 2,5 Prozent zulegen. Neben den direkten Auswirkungen durch die gestiegenen Diesel- und Bitumenpreise werden sich in einem Zweitrundeneffekt auch die in der Produktion besonders energieintensiven Baumaterialien wie beispielsweise Zement verteuern. Erste Raffinerien haben bereits die Preise für Bitumen angehoben, was sich folglich preissteigernd auf Asphalt auswirkt. Mittelfristig dürfte sich auch ein dämpfender Effekt auf die Investitionstätigkeit der deutschen Unternehmen ergeben.
Der Bauarbeitsmarkt entwickelt sich weiter robust. Die Bauunternehmen haben ihr Personal leicht um 0,7 Prozent aufgebaut. Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten sogar ein Plus von 1,1 Prozent. Für 2026 dürfte sich der Anstieg um ein Prozent bzw. 10.000 auf 933.000 Personen fortsetzen.
Kontakt: Sophie Steffen; Tel.: +49 30 21286 144; E-Mail: sophie.steffen@bauindustrie.de
Baustoff-Steine-Erden-Industrie: Risiken dämpfen den vorsichtigen Optimismus
Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie befindet sich nach der von 2022 bis Ende 2024 dauernden (Hochbau-)Krise seit 2025 in einer vorsichtigen Erholungsphase. So hat sich die Produktion im letzten Jahr im Branchendurchschnitt mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent stabilisiert. Dennoch lag die Produktion 24 Prozent unter dem Stand von 2021, wobei Subsektoren, die besonders wohnungsbauaffin sind (z. B. der Mauerwerksbau), seit Beginn der Krise Produktionsrückgänge von bis 50 Prozent zu verkraften hatten. Zum Jahresstart 2026 (Januar / Februar) folgte zwar ein weiterer Rückgang der Gesamtproduktion um 6,9 Prozent, dieser dürfte angesichts des kalten Winters allerdings witterungsbedingt überzeichnet gewesen sein.
Zwar sind die Nachfragebedingungen im Bau angesichts des hohen Wohnungsbedarfs, der steigenden Baugenehmigungszahlen und der zusätzlichen öffentlichen Nachfrage im Zusammenhang mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) grundsätzlich positiv, wenn auch ausgehend von niedrigem Niveau. Allerdings bestehen insbesondere angesichts der Lage im Nahen Osten Risiken für die weitere Entwicklung: Die im Zuge des Iran-Kriegs deutlich angestiegenen Energiepreise können sich je nach Dauer des Konflikts zunehmend auch auf die Baustoff- und Baupreise auswirken. Gleichzeitig könnte die bereits anziehende Inflation zu erneuten Zinserhöhungen führen, was insbesondere die Finanzierungbedingungen für den Wohnungsbau belasten würde. Im Fall nachhaltig steigender Preise und Zinsen ist daher von einer Eintrübung der Bau- und Baustoffkonjunktur auszugehen. Vor diesem Hintergrund wird der vorsichtige Optimismus in der Branche durch die bestehende sehr hohe Unsicherheit gedämpft. Die im Rahmen des ifoKonjunkturtests erhobenen Einschätzungen zu Geschäftslage und -erwartungen im Bereich Glas, Keramik, Steine und Erden haben sich bereits trotz des ohnehin schon niedrigen Niveaus weiter verschlechtert. Bei einer raschen Entspannung der geopolitischen Lage hält der BBS für das Jahr 2026 an seiner Prognose eines Produktionswachstums von rund ein bis zwei Prozent fest. Eine ungünstigere Entwicklung ist angesichts der bestehenden Risiken jedoch möglich.
Kontakt: Christian Engelke; Tel.: +49 30 7261 999 29; E-Mail: c.engelke@bvbaustoffe.de
Chemieindustrie unter Druck: Schwierige Lage – steigende Risiken
Die deutsche Chemieindustrie befindet in einer anhaltend schwierigen Lage, geprägt von ausbleibenden Aufträgen und strukturellen Standortnachteilen. Die jüngste geopolitische Eskalation im Nahen Osten verschärft die Lage zusätzlich. Die Bilanz für 2025 fiel erneut schlecht aus. Die Produktion lag 3,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Anlagen waren mit zuletzt 72,5 Prozent weiterhin nicht rentabel ausgelastet. Der Auftragsmangel blieb das vorherrschende Problem. Die Branchenerlöse gingen um 3,8 Prozent zurück. Gleichzeitig gerieten die Preise für chemische Erzeugnisse weiter unter Druck. Sie sanken nicht aufgrund sinkender Kosten, sondern als Folge eines immer härter werdenden internationalen Wettbewerbs, insbesondere durch asiatische Anbieter. Der Jahresanfang 2026 brachte keine Besserung der Lage. Zwar zeigen einzelne Abnehmerbranchen erste Anzeichen einer Stabilisierung, etwa in Teilen der Automobil- oder Bauindustrie, doch diese Tendenzen schlagen sich bislang nicht in einer verbesserten Auftragslage der Chemie nieder. Gleichzeitig bleiben die Kosten am Standort hoch und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit wird weiterhin negativ bewertet. Die von der Politik eingeleiteten Entlastungsmaßnahmen – darunter
niedrigere Netzentgelte, Strompreiskompensation oder ein Industriestrompreis – zeigen bislang kaum Wirkung in der betrieblichen Praxis und gleichen die strukturellen Standortnachteile nicht aus. Entsprechend bewerten Chemieunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage inzwischen seit mehr als dreieinhalb Jahren durchgängig negativ.
Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate trübten sich angesichts der Eskalation am Persischen Golf zuletzt wieder ein. Die faktische Blockade der Straße von Hormus sowie gezielte Angriffe auf Energie- und Industrieinfrastruktur am Persischen Golf führen zu erheblichen Verwerfungen auf den globalen Energie- und Rohstoffmärkten. Öl- und Gaspreise sind deutlich gestiegen, zugleich hat die Volatilität an den Energiemärkten spürbar zugenommen. Für die energieintensive Chemieindustrie schlagen diese Entwicklungen unmittelbar auf die Kosten durch. Hinzu kommen zunehmende Risiken für die internationalen Lieferketten. Die Golfstaaten zählen zu den zentralen Lieferanten petrochemischer Grundstoffe. Ihr temporärer Ausfall als Bezugsquelle trifft die europäische Chemie, da bei zahlreichen Vorprodukten eine hohe Importabhängigkeit besteht. Besonders angespannt ist die Versorgungslage bei einzelnen petrochemischen Vorprodukten wie Cyclohexan, Glycol, Melamin und Methanol. Diese Stoffe sind für eine Vielzahl chemischer Synthesen unverzichtbar. Die fehlenden Mengen können nur teilweise durch europäische Eigenproduktion ersetzt werden. Zudem haben auch asiatische Produzenten infolge des Konflikts vermehrt Force Majeure erklärt und Lieferungen ausgesetzt. Hier sind vor allem Polymerwertschöpfungsketten betroffen. Die Störungen beschränken sich nicht auf die Chemie allein, sondern wirken sich entlang ganzer industrieller Wertschöpfungsketten aus.
Auch die Exportaussichten haben sich infolge des Konflikts deutlich verschlechtert. Einschränkungen im internationalen Luft- und Seeverkehr, steigende Transport- und Versicherungskosten sowie längere Lieferzeiten belasten das Exportgeschäft zusätzlich. Für die Chemieindustrie bedeutet dies: Die Nachfrage bleibt schwach, der Auftragsmangel dürfte anhalten. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten kann für das Jahr 2026 zurzeit keine solide Prognose der Entwicklung der Chemieindustrie getroffen werden.
Kontakt: Christiane Kellermann; Tel.: +49 69 2556 1585; E-Mail: kellermann@vci.de
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Erholungstendenzen – bis zum Iran-Krieg
Nach dem deutlichen Rücksetzer im Jahr 2024 haben sich die Geschäfte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im vergangenen Jahr stabilisiert. Aufgrund einer besseren Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2025 ist die Produktion im Gesamtjahr nur leicht zurückgegangen, während Umsätze, Auftragseingänge und Exporte sogar Zuwächse verzeichnen konnten. Nachdem die reale Produktion in den ersten beiden Quartalen des vergangenen Jahres noch um 2,2 bzw. 2,0 Prozent (zum Vorjahresquartal) geschrumpft war, wurden für das dritte und vierte Quartal Anstiege von 1,4 bzw. 1,7 Prozent vermeldet. Unterm Strich stand damit nur noch ein leichter Produktionsrückgang von 0,3 Prozent im Gesamtjahr 2025. Die Kapazitätsauslastung hat sich im Jahresverlauf 2025 entsprechend verbessert, lag aber zu Beginn des ersten Quartals 2026 mit 80,4 Prozent immer noch im Bereich der Unterauslastung.
Beim (nominalen) Umsatz konnte 2025 ein leichtes Plus erzielt werden. Er stieg um 2,3 Prozent auf 225,1 Milliarden Euro. Die Elektroexporte erhöhten sich 2025 insgesamt um 5,1 Prozent auf einen
neuen Rekordwert von 257,5 Milliarden Euro. Hier konnten Zuwächse bei den Lieferungen in den EUBinnenmarkt Rückgänge bei Exporten nach China und in die USA mehr als kompensieren. Die Beschäftigung verringerte sich im letzten Jahr um 1,9 Prozent auf 872.600 Beschäftigte am Jahresende, womit die deutsche Elektro- und Digitalindustrie weiterhin die nach Mitarbeitern zweitgrößte Industriebranche in Deutschland ist. Die Kurzarbeit hat zuletzt wieder etwas abgenommen und belief sich im Dezember auf nur noch 13.000 Personen.
Positive Signale kommen derweil von Auftragseingängen und Geschäftsklima. Die Auftragseingänge konnten im letzten Jahr um sechs Prozent gesteigert werden. Auch zu Jahresbeginn setzte sich hier die positive Entwicklung erst einmal fort: Für die zusammengenommenen Monate Januar und Februar übertrafen die Orders ihr Vorjahresniveau um 2,3 Prozent. Das ifo-Geschäftsklima hat sich im Jahresverlauf 2025 aufgehellt. Im März 2026 wurden sowohl die aktuelle Lage (Saldo von + 2 %-Punkte) als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate (+ 5 %-Punkte) von den Elektrofirmen per Saldo positiv bewertet. Eine deutliche Verschlechterung der Erwartungen wegen des Iran-Kriegs blieb im März (noch) aus. Für das Jahr 2026 prognostiziert der ZVEI ein Wachstum der realen Produktion innerhalb der deutschen Elektro- und Digitalindustrie in Höhe von zwei Prozent.
Iran-Krieg löst Angebotsschock aus und sorgt für neue Unsicherheit
Mit dem Beginn des Iran-Kriegs, der in Form von höheren Energiepreisen als klassischer negativer Angebotsschock auf die Weltwirtschaft wirkt, haben sich die Rahmenbedingungen auch für die Elektround Digitalindustrie – ceteris paribus – verschlechtert. Die Branche dürfte von direkten Effekten zwar weniger stark beeinflusst sein, weil sie erstens selbst insgesamt nicht zu den energieintensiven Branchen zählt und zweitens der Nahe Osten als Exportmarkt vergleichsweise klein ist. Indirekt dürfte die Elektroindustrie aber zum einen über wichtige energieintensivere Abnehmerbranchen, zum anderen über negative makroökonomische Effekte betroffen sein. Letztere hängen vor allem von der Dauer des Kriegs ab. Im schlimmsten Fall wären Zentralbanken gezwungen, auf höhere Inflationsraten mit restriktiverer Geldpolitik zu reagieren, während steigende Zinsen wiederum Gift für die Nachfrage nach Investitionsgütern wären. Allerdings besteht große Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts – dafür sorgt nicht zuletzt eine erratische Politik des US-Präsidenten
Kontakt: Matthias Düllmann; Tel.: +49 69 6302 329; E-Mail: matthias.duellmann@zvei.org
Gießerei-Industrie: Anhaltende Nachfrageschwäche bei fortschreitender Anpassung
Die deutsche Gießerei-Industrie befindet sich weiterhin in einem äußerst herausfordernden Umfeld. Im Jahr 2025 ging die Produktion gegenüber dem Vorjahr nochmals um rund drei Prozent auf etwa 3,3 Millionen Tonnen zurück. Gleichzeitig sank der Branchenumsatz um rund sieben Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Trotz dieses erneuten Rückgangs zeigt sich im Jahresverlauf eine gewisse Stabilisierung auf niedrigem Niveau. So konnte die Produktion über weite Teile des Jahres hinweg ein konstantes Niveau halten, bevor im Schlussquartal erstmals seit über drei Jahren wieder ein leichtes Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde. Diese Stabilisierung darf jedoch nicht über die anhaltend schwache Nachfragedynamik hinwegtäuschen. Zwar gingen die Auftragseingänge im Jahr 2025 insgesamt weniger stark zurück als die Produktion, was zunächst auf eine leichte Entspannung hindeutete. Der Jahresbeginn 2026 zeigt jedoch eine deutliche Gegenbewegung: Die
Auftragseingänge sind erneut erheblich eingebrochen und bewegen sich inzwischen auf einem Niveau, das zuletzt in den 1990er Jahren beobachtet wurde.
Strukturell auffällig ist weiterhin die Entkopplung zentraler Kennziffern. Während die Produktion auf niedrigem Niveau stabilisiert werden konnte, entwickeln sich Auftragseingänge und Auftragsbestände unterschiedlich. Die Reichweite der Auftragsbestände bleibt rechnerisch stabil, was jedoch maßgeblich auf das reduzierte Produktionsniveau sowie auf veränderte Produktionsstrukturen zurückzuführen ist. Komplexere Bauteile, längere Bearbeitungszeiten und eine insgesamt geringere Markttransparenz führen dazu, dass sich die Abarbeitung einzelner Aufträge verlängert und die klassischen Zusammenhänge zwischen Auftragseingang, Produktion und Auftragsbestand zunehmend auflösen.
Parallel verschärft sich die Wettbewerbssituation spürbar. Die Gussimporte aus Asien sind im vergangenen Jahr um rund acht Prozent gestiegen und treffen auf eine weiterhin schwache Inlandsnachfrage. Insbesondere globale Überkapazitäten sowie Handelsumlenkungseffekte führen dazu, dass zusätzliche Mengen auf den europäischen Markt drängen. Gleichzeitig deuten steigende Importmengen bei nur moderat wachsenden Importwerten auf einen zunehmenden Preisdruck hin, der die Ertragslage der inländischen Produzenten zusätzlich belastet. Das ifo-Geschäftsklima liegt aktuell bei minus 33,6 Punkten und damit auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten. Seit inzwischen 32 Monaten notieren sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen durchgehend im negativen Bereich. Auch die Kapazitätsauslastung liegt mit rund 75 Prozent weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von etwa 82 Prozent.
Der Anpassungsdruck zeigt sich auch in der Beschäftigungsentwicklung, deren Zahl im Jahr 2025 um rund sieben Prozent zurückging. Angesichts der anhaltenden Unterauslastung und der schwachen Nachfrage bleibt der Druck auf die Beschäftigung auch im weiteren Jahresverlauf bestehen. Insgesamt ist für das Jahr 2026 weiterhin von einer Seitwärtsbewegung der Branche auf niedrigem Niveau auszugehen. Die kurzfristige Stabilisierung der Produktion steht dabei im Spannungsfeld aus schwacher Nachfrage, wachsendem Importdruck und strukturellen Veränderungen in den Abnehmerbranchen. Eine nachhaltige Erholung würde eine deutliche Belebung der Auftragseingänge voraussetzen, die gegenwärtig nicht erkennbar ist
Kontakt: Dr. Tillman van de Sand; Tel.: +49 211 6871 301; E-Mail: tillman.vandesand@bdguss.de
Glasindustrie: Konjunktur deutlich unter Vorkrisenniveau – Situation nach wie vor schwierig
Das ifo-Geschäftsklima in der Glasindustrie liegt seit Mai 2023 mit rund 80 Punkten (2015 = 100) weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Zwar war zwischenzeitlich eine Verbesserung zu beobachten, diese beruhte jedoch eher auf gestiegenen Geschäftserwartungen der Unternehmen als auf einer tatsächlich verbesserten Geschäftslage. Im März 2026 liegt die Glasindustrie damit noch immer rund 20 Punkte unter dem Vorkrisenniveau.
Das spiegelt sich auch in den Umsatz- und Produktionszahlen des Statistischen Bundesamtes wider: Der Umsatz sank 2025 gegenüber dem Vorjahr um minus 4,8 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Das betrifft sowohl das Inland (-4,1 %) als auch das Ausland (-5,8 %). Der Produktionsindex – also der preisbereinigte Produktionswert – ging 2025 kumuliert um 5,4 Prozent zurück und lag im Dezember
2025 kalender- und saisonbereinigt nur noch bei 76,2 Punkten (2021 = 100). Zwar ist auch im europäischen Ausland ein Rückgang der Glasproduktion in den Industrieländern festzustellen, in Deutschland fällt dieser jedoch stärker aus als in Frankreich, Italien und Spanien.
Sorgen bereitet uns die Zunahme der Importe bei gleichzeitigem Rückgang der Exporte: Die Importe stiegen um 4,6 Prozent, während die Exporte im gleichen Zeitraum um 7,4 Prozent abnahmen. Zwar ist der Außenbeitrag der Glasindustrie – also die Differenz aus Exporten und Importen – mit rund 660.000 t bzw. 1,25 Milliarden Euro weiterhin deutlich positiv, er sinkt jedoch von Monat zu Monat. Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Glasindustrie in Deutschland zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit verliert.
Die Glasindustrie befindet sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. An mehr als einem halben Dutzend Produktionsstandorten wurde die Produktion teilweise oder vollständig eingestellt, einzelne Standorte wurden ganz geschlossen. Dies bestätigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Die Zahl der Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr sank um 5,8 Prozent auf 360. Die Zahl der Beschäftigten ging um 4,9 Prozent zurück und lag bei knapp 51.000.
Etwa zwei Drittel der Exporte der deutschen Glasindustrie gehen in das europäische Ausland. Da von dort derzeit keine nennenswerten Wachstumsimpulse ausgehen, bleiben die Zukunftsaussichten eingetrübt. Bei der Produktion gehen wir davon aus, dass das derzeitige Niveau gehalten werden kann.
Kontakt: Dr. Johann Overath; Tel.: +49 211 9022 7820; E-Mail: overath@bvglas.de
Luftverkehrswirtschaft: Krise in Nahost belastet Luftverkehr zusätzlich
Die aktuelle Krise im Nahen Osten trifft die deutsche Luftverkehrswirtschaft hart. Mehr als 40 Prozent der Flüge zwischen Deutschland und der Region müssen gestrichen werden. Der Preis für Kerosin hat sich mehr als verdoppelt, und in Teilen Asiens und Europas droht kurzfristig ein Versorgungsengpass. Darüber hinaus sind die deutschen Fluggesellschaften gezwungen, auf ihren Flügen von und nach Asien die Krisenregion großräumig zu umfliegen, wodurch sich die Flugzeiten verlängern und der Treibstoffverbrauch steigt. Dies betrifft sowohl den Passagier- als auch den Luftfrachtverkehr.
Deutschland lag im letzten Jahr bei der Menge der angebotenen Sitzplätze im europäischen Vergleich weit zurück. 2025 überstieg das Sitzplatzangebot auf Flügen mit Start und / oder Ziel in Europa (EU/EWR/UK) mit 106 Prozent das Vorkrisenniveau des Vergleichsjahres 2019. Nimmt man den Verkehr in und mit Deutschland heraus, betrug die Erholung bereits 108 Prozent. Betrachtet man hingegen nur den Verkehr mit und in Deutschland, lag das Sitzplatzangebot lediglich bei 89 Prozent des Vorkrisenzeitraums und damit 19 Prozentpunkte unter dem Niveau des restlichen Europas.
Die Erholung der Nachfrage folgt der Angebotsentwicklung und hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr weiter abgeschwächt. Während 2024 noch 7,5 Prozent mehr Passagiere befördert wurden als 2023, ist dieser Wert 2025 auf 3,6 Prozent gesunken. Insgesamt nutzten im letzten Jahr 219,6 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Das entspricht 88 Prozent des Spitzenniveaus von 2019.
Für diese Entwicklung sind folgende Gründe maßgeblich: Die europäischen Punkt-zu-PunktFluggesellschaften verlagern ihre Geschäftstätigkeit zunehmend an Flughäfen außerhalb
Deutschlands. Während sich dieses Geschäftsfeld in Europa inzwischen auf 131 Prozent des Niveaus von 2019 verbessert hat, erreicht Deutschland nur 82 Prozent. Ursache dafür sind die stark gestiegenen staatlichen Standortkosten in Deutschland, wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühren oder Flugsicherungsgebühren. Diese Steuern und Gebühren liegen in Deutschland inzwischen deutlich höher als an den meisten anderen europäischen Standorten. In der Folge leidet die Konnektivität deutscher Wirtschaftsstandorte unter dem reduzierten Flugangebot, insbesondere zu europäischen Metropolen.
Gleichzeitig ist der innerdeutsche Luftverkehr im Vergleich zu 2019 stark geschrumpft. Das Angebot betrug 2025 nur noch 50 Prozent des Vorkrisenniveaus. Insbesondere auf dezentralen Strecken, die keine Zubringerfunktion für die internationalen Drehkreuze Frankfurt und München haben, hat sich der Verkehr vor allem auf die Straße verlagert oder wurde durch digitale Kommunikationsformen ersetzt. Rund 80 Prozent dieser, vor allem von Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften bedienten Flugverbindungen, sind inzwischen verschwunden. Positiv verläuft die Angebotsentwicklung im touristischen Verkehr, der mit 133 Prozent das Niveau von 2019 deutlich übersteigt. Allerdings ist sein Marktanteil mit 16 Prozent vergleichsweise gering.
Die US-Zollpolitik führte 2025 zu mehreren Nachfragespitzen für eilige Luftfrachttransporte. Gegenüber 2024 ist die Ladungsmenge an den deutschen Flughäfen um 1,6 Prozent auf rund 4,86 Millionen Tonnen gestiegen. Damit wird das Luftfrachtaufkommen des Jahres 2019 um 1,2 Prozent übertroffen. Die Ausladungen nahmen 2025 um 2,1 Prozent zu, die Einladungen hingegen nur um 1,2 Prozent. Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate lässt für Deutschland ein Wachstum des Sitzplatzangebots von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwarten, während sich die Entwicklung im restlichen Europa mit voraussichtlich plus sieben Prozent deutlich besser darstellen wird.
Kontakt: Dirk Helf; Tel.: +49 30 5200 77 145; E-Mail: dirk.helf@bdl.aero
Maschinenbau: Vorsichtige Erholung unter hoher Unsicherheit
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau blickt auf ein insgesamt schwieriges Jahr 2025 zurück, welches durch außergewöhnlich hohe Unsicherheit geprägt war. Der Handelskonflikt mit den USA sowie geopolitische Spannungen hemmten die globale Investitionstätigkeit und somit die Nachfrage nach Investitionsgütern. Die Zölle auf Stahl- und Aluminiumderivate belasteten das Geschäft auf dem wichtigen US-Markt zusätzlich. Hinzu kam zudem, dass die strukturellen Standortprobleme in Deutschland, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit schmälern, im abgelaufenen Jahr nicht adressiert wurden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stagnierte der preisbereinigte Auftragseingang im Gesamtjahr (0 %). Während sich die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern positiv entwickelten, blieb die Nachfrage aus dem restlichen Ausland sowie dem Inland schwach. Die reale Produktion ging nach der ersten Datenrevision um 2,2 Prozent zurück und setzte damit den bereits seit 2023 anhaltenden Abwärtstrend fort. Zwar zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte eine gewisse Stabilisierung, doch reichte diese nicht aus, um die Verluste der ersten Jahreshälfte zu kompensieren. Die Kapazitätsauslastung lag zu Jahresende 2025 bei lediglich 78,3 Prozent und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Branche befindet sich somit weiter in einer deutlichen Unterauslastung. Parallel zur geringen Kapazitätsauslastung setzte sich der
Beschäftigungsabbau fort. Zum Jahresende 2025 waren rund 997 000 Beschäftigte im Maschinenund Anlagenbau tätig, was einem Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Für das Jahr 2026 zeichnet sich unter hohen Risiken eine leichte Erholung ab. Geopolitisch stellt der anhaltende Iran-Krieg das zentrale Risiko dar. Eine längerfristige Eskalation hätte das Potenzial, Energiepreise dauerhaft zu erhöhen, Lieferketten zu stören und die globale Investitionstätigkeit spürbar zu dämpfen. Handelspolitisch bleibt vor allem die künftige Ausgestaltung der USHandelspolitik ein Unsicherheitsfaktor. Zusatzzölle und mögliche neue handelspolitische Maßnahmen könnten das wichtige US-Geschäft weiter belasten. Auf dem deutschen Binnenmarkt hängen die Perspektiven stark von der Umsetzung angekündigter Reformen ab. Öffentliche Investitionen und eine expansive Fiskalpolitik können zwar kurzfristige Impulse setzen, ihre langfristige Wirkung auf den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland bleibt jedoch begrenzt, wenn die Standortqualität nicht nachhaltig verbessert wird. Um dies zu erreichen, müssen die Reformen z. B. das hohe Maß an Bürokratie, die hohen steuerlichen Belastungen und die hohen Lohnnebenkosten angehen. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für einen innovativen Standort Deutschland geschaffen werden. Im internationalen Wettbewerb sieht der Maschinen- und Anlagenbau die größte Chance darin, die führenden technologischen Lösungen bereitzustellen. Kurzfristig wird die Konjunkturentwicklung jedoch maßgeblich durch die aktuellen geopolitischen und handelspolitischen Konflikte bestimmt. Insgesamt erwartet der VDMA für Jahr 2026 einen preisbereinigten Anstieg der Produktionsleistung um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser setzt jedoch voraus, dass sich die angesprochenen Risiken nicht langfristig zuspitzen.
Kontakt: Dr. Tilmann Härtl; Tel.: +49 69 6603 1551; E-Mail: tilmann.haertl@vdma.org
Papierindustrie 2025 weiter unter Druck: Produktion, Absatz und Umsatz rückläufig
Im Jahr 2025 blieb die Produktion von Papier, Karton und Pappe erneut hinter dem Vorjahresniveau zurück. Insgesamt wurden in Deutschland 18,7 Millionen Tonnen hergestellt, was einem prozentualen Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Bereits im ersten Halbjahr zeichnete sich diese Entwicklung ab, wobei ein statistischer Basiseffekt die prozentuale Veränderungsrate im zweiten Halbjahr etwas abmilderte. Doch die absoluten Zahlen verdeutlichen die weiterhin angespannte Lage. Mit dieser Jahresproduktion erreichte die Branche fast ihr Zehnjahrestief. Über Jahrzehnte war die Produktion der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie sehr stabil, doch seit 2023 ist diese Kontinuität durch eine Kombination aus schwacher gesamtwirtschaftlicher Konjunktur, hohen Energiepreisen und stark rückläufiger Nachfrage nach Grafischen Papieren unterbrochen.
Über das Jahr 2025 zeigten sich erneut unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Sortenbereichen. Die strukturelle Verschiebung zugunsten der Verpackungspapiere setzte sich fort, während die Produktionsmengen der Grafischen Papiere weiter deutlich zurückgingen. Im vergangenen Jahr wurden 12,5 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke produziert (+ 1,8 %) Insgesamt machten die Verpackungspapiere im Jahr 2025 67 Prozent der gesamten deutschen Produktion aus. So stabilisierte dieses Segment zwar die Branche, gleichwohl stellten die schwache Industrieproduktion und die geringe Konsumnachfrage Herausforderungen für die Hersteller von Verpackungspapieren dar. Der strukturelle Produktionsrückgang der Grafischen Papiere setzte sich im vergangenen Jahr unvermindert fort. Die Jahresproduktion der Grafischen
Papiere lag bei 3,4 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 16,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 entspricht. Im vergangenen Jahr wurden 1,35 Millionen Tonnen Hygienepapiere produziert (-2,8 %). Die Technischen und Spezialpapiere schlossen das Jahr mit einer Produktionsmenge von 1,39 Millionen Tonnen und einem Plus von 1,3 Prozent ab.
Absatzrückgang im Inland auch 2025 stärker als im Ausland
Die Absatzmenge sank 2025 auf 18,7 Millionen Tonnen und verringerte sich damit um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es zeigte sich erneut, dass sich der Absatz im Inland schwächer entwickelte. Der Inlandsabsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 9,2 Millionen Tonnen zurück. Der Auslandsabsatz lag knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,7 %), sodass insgesamt 9,6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe außerhalb Deutschlands abgesetzt wurden. Die Europäische Union bleibt mit einem Anteil von 78 Prozent der wichtigste Auslandsmarkt für die deutsche Papierindustrie.
Der Branchenumsatz belief sich im Jahr 2025 auf 14,2 Milliarden Euro und verringerte sich um fünf Prozent gegenüber 2024. Damit setzte sich die negative Umsatzentwicklung das dritte Jahr in Folge fort, und in vielen Betrieben war die Ertragssituation entsprechend angespannt. 2025 wurden abermals zahlreiche Papiermaschinen stillgelegt und Standorte ganz geschlossen. Ende 2025 waren in Deutschland nur noch 216 Papiermaschinen in 128 Werken in Betrieb, was sich unweigerlich auch auf die Beschäftigtenzahlen der Branche auswirkte. Diese gingen innerhalb von fünf Jahren von 45.600 auf rund 41.000 zurück.
Kontakt: Dr. Thomas Moldenhauer; Tel.: +49 172 2188 501; E-Mail: t.moldenhauer@papierindustrie.de
Pharmaindustrie: US-Politik hemmt Aufwärtstrend
Die konjunkturelle Entwicklung der deutschen Pharmaindustrie ist maßgeblich durch die US-Zollpolitik geprägt. Zölle wirken dabei weniger als klassisches Handelshemmnis, sondern vielmehr als strategisches Instrument, um Investitionen in die USA sowie Preiszugeständnisse auf dem US-Markt zu erwirken. In Reaktion auf die Zoll-Ankündigungen zogen viele Unternehmen Lieferungen vor und bauten Lagerbestände in den USA auf.
Die Inlandsumsätze waren im vergangenen Jahr dadurch überzeichnet. Nach einem kräftigen Start in das Jahr 2026 dürften sie sich im weiteren Verlauf abkühlen, im Jahresdurchschnitt jedoch über dem Vorjahresniveau liegen. Bei den Auslandsumsätzen schlugen die Vorzieheffekte besonders stark durch. Eine übliche Gegenbewegung in Form einer Flaute blieb zunächst aus, da die anhaltende Unsicherheit über mögliche Zollsätze – verstärkt durch erneute Drohungen im Herbst – zu weiteren Produktionsschüben führte. Die Rückgänge seit Jahresbeginn 2026 sind daher nicht als konjunkturelle Schwäche zu interpretieren, sondern als Normalisierung, die sich in einem niedrigeren Jahresdurchschnitt niederschlagen dürfte. Nach einer vorübergehenden Dämpfung ist ab dem Sommer wieder ein moderater Aufwärtstrend zu erwarten, der jedoch durch die US-Handelshemmnisse gebremst bleibt.
Die Produktion wurde nach den starken Zuwächsen im Schlussquartal 2025 zuletzt deutlich zurückgefahren und dürfte den Umsätzen vorerst hinterherhinken. Belastend wirken zudem die im Zuge des Iran-Konflikts eingetrübten Exportaussichten. Befürchtete Engpässe bei wichtigen
Vorleistungen sowie steigende Kosten, etwa in der Luftfracht, dämpfen die Produktionsanreize zusätzlich. Mit einer Entspannung der geopolitischen Lage dürfte die Produktion im weiteren Jahresverlauf wieder anziehen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund zuletzt niedriger Lagerbestände. Aufgrund der zu Jahresbeginn einsetzenden Flaute liegt sie im Mittel des Jahres knapp ein Prozent niedriger als im Vorjahr.
Die Beschäftigung entwickelt sich weiterhin robuster als in der übrigen Industrie, wenngleich die Dynamik deutlich nachgelassen hat. Unternehmen setzen verstärkt auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz, um Effizienzgewinne zu realisieren und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Entsprechend dürfte die Beschäftigung nur noch moderat zunehmen.
Kontakt: Dr. Simon Junker; Tel.: +49 151 2215 7308; E-Mail: s.junker@vfa.de
Stahl- und Metallverarbeitung: Produktion sinkt um 0,9 Prozent – 2025 viertes Rezessionsjahr
Die Produktion der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe in Deutschland ist im Jahr 2025 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Nach vier aufeinanderfolgenden Rezessionsjahren liegt das Produktionsniveau 2,1 Prozent niedriger als im „Corona-Jahr“ 2020, seit 2022 ist mehr als ein Zehntel der Produktion verloren gegangen, gegenüber den Vorkrisenjahren beträgt der Abstand 14,6 Prozent (2019) bzw. 19 Prozent (2018). Im zweiten Halbjahr 2025 konnte die Branche jedoch ein Produktionsplus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Im Schlussquartal lag die Produktion 2,1 Prozent höher als im Vorjahr. Auch die Nachfrage ist in den letzten Monaten des Jahres 2025 gestiegen, allerdings noch nicht in allen Bereichen. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 hat sich die Erholung nicht fortgesetzt, die Produktion ist um 0,3 Prozent gesunken, der Auftragseingang um 1,5 Prozent. Das erhoffte erste Wachstumsjahr nach der langen Durststrecke könnte weiterhin auf sich warten lassen. Die Betriebe reagieren auf das strukturell reduzierte Niveau, indem sie personelle Kapazitäten im Inland abbauen und Investitionen ins Ausland verlagern, sofern sie diese Option als Mittelständler haben. Die Beschäftigtenzahl lag zum Jahresbeginn 2026 um 3,5 Prozent unter der Vergleichszahl des Vorjahres, gleichzeitig ist die Auslastung der Produktionskapazitäten auf 72,4 Prozent zurückgegangen.
Im März ist die Stimmung in den Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen in Deutschland angesichts der Eskalation im Nahen Osten tiefer in den negativen Bereich gerutscht. Nachdem das Geschäftsklima bereits in den Vormonaten von Unsicherheiten beeinflusst war, sinken die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage um 4,6 Saldenpunkte und zu den Geschäftsaussichten um sieben Punkte. Es bleibt die Hoffnung auf ein anhaltendes Ende der kriegerischen Handlungen und auf belastbare Vereinbarungen, die eine dauerhafte Befriedung der Region ermöglichen. Dann sollten die Energiepreise wieder sinken und Spannungen in den Lieferketten sich lösen und einen neuen Anlauf in Richtung Erholung der Konjunktur ermöglichen. In der Zwischenzeit muss die Politik in Europa und Deutschland die Weichen für eine langfristig wettbewerbsfähige Industrie stellen.
Kontakt: Holger Ade; Tel.: +49 211 9578 6822; E-Mail: hade@wsm-net.de
Stahlkonjunktur im April: Noch keine nachhaltige Erholung in Sicht
Die Stahlindustrie befindet sich konjunkturell in einer äußerst herausfordernden Lage: Eine beispiellose Nachfrageschwäche trifft auf einen massiven Importdruck. Zudem drohen die aktuelle geopolitische Lage und die wachsende Unsicherheit die Hoffnung auf eine baldige Erholung weiter einzutrüben. Im Jahr 2025 belief sich die deutsche Rohstahlproduktion auf 34,1 Millionen Tonnen und lag damit etwa neun Prozent unter dem ohnehin schon schwachen Stand des Vorjahres. Zuletzt wurden solche niedrigen Zahlen im Zuge der globalen Finanzkrise 2009 verzeichnet. 2025 war das vierte Jahr in Folge, in dem die Produktion unter die Schwelle von 40 Millionen Tonnen fiel. Diese Schwelle gilt als Minimum für eine gesunde Kapazitätsauslastung. Diese schlechte Performance ist seit 2018 zu beobachten
Die Stahlnachfrage ist seit 2017 schwach und war auch im Jahr 2025 in allen wichtigen Kundensektoren rückläufig. Bis einschließlich 2025 hat die Stahlnachfrage im Inland rund 30 Prozent an Menge eingebüßt, was etwa zwölf Millionen Tonnen entspricht. Zwar war eine gewisse Stabilisierung bei der Marktversorgung festzustellen, diese beruhte jedoch ausschließlich auf einem Lageraufbau und nicht auf einer realen Nachfragesteigerung. Im Vergleich der führenden Stahlnachfrager ist Deutschland seit 2017 um zwei Plätze zurückgefallen: Im Jahr 2025 wurde weltweit nur noch Platz acht erreicht
Neben der niedrigen Nachfrage sieht sich die Stahlindustrie in Deutschland und Europa seit Längerem mit einer ausgeprägten Importkrise konfrontiert. Ursache hierfür sind die bestehenden und kontinuierlich steigenden globalen Überkapazitäten im Stahlbereich außerhalb Europas. Die OECD erwartet, dass diese Stahlüberkapazitäten bis 2027 auf über 700 Millionen Tonnen ansteigen werden. Das ist mehr als das Fünffache der gesamten EU-Rohstahlproduktion im Jahr 2025, die bei knapp 130 Millionen Tonnen lag. Im Fokus des Kapazitätsausbaus stehen Asien – vor allem China und Indien –sowie der Mittlere Osten. Im Gegensatz zu Indien und dem Mittleren Osten ist in China bereits seit 2020 eine rückläufige Inlandsnachfrage zu beobachten. Dadurch sind die chinesischen Stahlexporte, insbesondere in den EU-Markt, massiv angestiegen. Zusätzlich belasten die US-Zölle die Situation, da zunehmend Importe in den EU-Markt umgelenkt werden
Von den Frühindikatoren gehen noch keine nachhaltigen Anzeichen für eine Besserung der Konjunktur aus. Zwar sind die Bestelleingänge aus dem In- und Ausland gestiegen, sie befinden sich jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Zudem spiegeln sie die Auswirkungen des Irankriegs noch unzureichend wider. Darüber hinaus liegt der ifo-Geschäftsklimaindex seit 2022 unter dem langjährigen Durchschnitt, was hauptsächlich der anhaltend schlechten Lage geschuldet ist.
Kontakt: Bernhard Krischer; Tel.: +49 211 6707 963; E-Mail: Bernhard.Krischer@wvstahl.de
Textil- und Modeindustrie
Das Jahr 2025 war für die Textil- und Bekleidungsindustrie das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Konjunkturzahlen. Umsatz, Beschäftigung und Außenhandel waren im Minus. Lediglich der Einzelhandel verzeichnete ein leichtes nominales Plus. Die Preise haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Die Umfrageergebnisse der jüngeren Vergangenheit spiegeln einerseits die Stagnation der vergangenen Monate wider, andererseits zeugen sie auch von einer verhaltenen und andauernden Zuversicht.
Nominal verliert die deutsche Textil- und Modeindustrie im Jahr 2025 insgesamt minus 2,6 Prozent an Umsatz. Nach 2024 ist es damit das zweite Jahr in Folge, in dem beide Segmente und die Gesamtbranche insgesamt Umsatzverluste verzeichnen. Im Textilsegment sinken die Umsätze mit einem Minus von minus 3,2 Prozent nicht nur kräftiger als bei Bekleidung mit minus 1,8 Prozent, für Textil ist es auch bereits das dritte Jahr in Folge mit einem Umsatzverlust, was auch auf die deutlich gesunkene Zahl der Textilbetriebe in Deutschland zurückzuführen ist. Insbesondere die klassischen Vorstufenbetriebe sowie energieintensive Subsegmente gehörten zu den Verlierern. Für das Bekleidungssegment ist es nach 2024 das zweite Verlustjahr in Folge. Ein deutliches Umsatzminus verzeichneten die Hersteller von Oberbekleidung, während die Arbeits- und Berufsbekleidung sowie die Strumpfwaren zulegen konnten, was aber auch bei Bekleidung nicht ausreichte, um die Bekleidungsumsätze insgesamt ins Positive zu drehen. Bei den Herstellern war das schwache Auslandsgeschäft eine entscheidende Ursache für die rückläufige Entwicklung, insbesondere die Zielregionen außerhalb der EU. Anders der gesamte Außenhandel der Branche: Hier schrumpfte das Exportvolumen in die EU besonders stark.
Die Umsätze des Bekleidungseinzelhandels entwickelten sich im Jahr 2025 mit einem nominalen Plus von plus 0,8 Prozent nur leicht positiv. Real brachte das vergangene Jahr eine Stagnation. Die Beschaffungspreise für Rohstoffe haben sich im vergangenen Jahr meist moderat entwickelt. Aufgrund der zögerlichen wirtschaftlichen Entwicklung und globaler Unsicherheiten sind etliche Preise auch etwas gesunken. Insgesamt bewegen sich die Preise jedoch insgesamt nach wie vor deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Besonders die gestiegenen Energiepreise wirken sich auf die Beschaffungspreise aus. Die Kosten für Seespedition bewegen sich hingegen auf niedrigem Niveau.
Der ifo – Geschäftsklimaindex hat sich für die Textil- und Bekleidungsindustrie im Verlauf des Jahres 2025 kaum verändert. Insbesondere die Geschäftsbeurteilungen haben sich kaum bewegt. Leicht gestiegen sind hingegen die Erwartungen. Die in den vergangenen Monaten optimistischen Erwartungen bildeten eine Hoffnung der Unternehmen auf eine Trendwende ab, die bisher nicht erfüllt werden konnte. Die Konjunkturumfrage von Anfang 2026 des Gesamtverbandes Textil und Mode zeigt, dass sowohl bei Textil als auch bei Bekleidung die Werte für das Konjunkturklima leicht ansteigen Allerdings war dies zu großen Teilen auf optimistischere Zukunftseinschätzungen zurückzuführen, die noch durch die Realität bestätigt werden müssen. Durch die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg ist jedoch davon auszugehen, dass mit einer kurzfristigen Erholung nicht zu rechnen ist.
Kontakt: Marcus Jacoangeli; Tel.: +49 30 7262 2024; E-Mail: mjacoangeli@textil-mode.de
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