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Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs

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QIII-2026 QUARTALSBERICHT DEUTSCHLAND

Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs BIP im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen

Der deutsche Außenhandel hat sich wider Erwarten gut entwickelt. Wir rechnen für das gesamte Jahr 2026 mit einem Anstieg der Exporte von Waren und Dienstleistungen um real drei Prozent.

Der Private Konsum steigt kaum. Inflation und Unsicherheit sorgen für Kaufzurückhaltung. Wir rechnen für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg des Konsums um real 0,4 Prozent.

Die Investitionsschwäche hält weiter an. Nur Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sorgen für Belebung. Wir erwarten einen Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen um ein Prozent.

Aufgrund des besser als erwarteten Wachstums in der ersten Jahreshälfte korrigieren wir unsere Prognose nach oben. Wir rechnen nunmehr für das gesamte Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um ein Prozent.

Die aktuelle BIP-Entwicklung liegt damit deutlich oberhalb der Potenzialwachstumsrate. Sie wird vor allem gestützt durch den Außenhandel sowie den staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.


Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs | BIP im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen 11/09/2026

Inhaltsverzeichnis Konjunktur in Deutschland ................................................................................................................ 3 Konjunkturelle Abschwächung trotz Krieg im Iran bislang ausgeblieben ............................................. 3 Kräftige Exporte nach Europa stützen den Außenhandel ..................................................................... 5 Abwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort ............................................................................. 6 Hohe Inlandsnachfrage hebt Auftragseingang im zweiten Quartal deutlich über Vorjahresniveau ...... 7 Industrieproduktion zieht im Frühjahrsquartal leicht an ........................................................................ 9 Kapazitätsauslastung erholt sich nur langsam .................................................................................... 10 Stark divergierende Umsatzentwicklung in den Branchen.................................................................. 11 Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August deutlich aufgehellt ............................ 12 Perspektiven ...................................................................................................................................... 13 Impressum ......................................................................................................................................... 15 Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen .................................................. 16

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Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs | BIP im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen 11/09/2026

Konjunktur in Deutschland Konjunkturelle Abschwächung trotz Krieg im Iran bislang ausgeblieben Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal 2026 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, fiel der Anstieg der Wirtschaftsleistung stärker aus als nach der ersten Schätzung Ende Juli (+ 0,2 %). Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte es bereits einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent gegeben. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres konnte das reale BIP um ein Prozent zulegen. Kalenderbereinigt expandierte das BIP im Vorjahresvergleich mit der gleichen Rate, da die Zahl der Arbeitstage im zweiten Quartal 2026 identisch zum Vorjahresquartal war. Auf Grundlage der neu verfügbaren Konjunkturindikatoren für das zweite Quartal 2026 zeigt sich insgesamt ein etwas besseres wirtschaftliches Gesamtbild. So entwickelten sich etwa die Umsätze im Groß- und Einzelhandel deutlich positiver. Zugleich wurden die Exporte aufgrund neu vorliegender Informationen zum Warenhandel im Juni 2026 merklich nach oben revidiert. Trotz der weiteren Erholung im zweiten Quartal lag die Entwicklung der deutschen Wirtschaft unterhalb des europäischen Durchschnitts. So stieg die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent (Euroraum + 0,4 %). Im Vergleich mit den großen EU-Mitgliedstaaten schnitt die deutsche Wirtschaft im Vergleich zu Spanien (+ 0,7 %) und Polen (+ 0,9 %) deutlich schlechter ab, lag aber gleichauf mit den Niederlanden (+ 0,4 %). In Italien und Frankreich stieg das BIP im gleichen Zeitraum nicht ganz so stark an wie in Deutschland (+ 0,2 %). Entwicklung des realen BIP in Prozent 4

1,9

2

0,2 0 0,0

-1,0 -2 I

II

III

IV

I

2022

II

III 2023

IV

I

II

III

IV

I

2024

II

III 2025

IV

I

II 2026

Veränderung ggü.Vorjahresquartal Veränderung ggü. Vorquartal, saison- und kalenderbereinigt Veränderung ggü. Vorjahr Quelle: Statistisches Bundesamt

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Die Wirtschaftsleistung wurde im zweiten Quartal 2026 von 45,5 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Dies waren 23.000 Personen oder 0,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das in Stunden gemessene Arbeitsvolumen sank nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung um 0,5 Prozent. Schaut man weiter auf die Entstehungsseite des Bruttoinlandsproduktes legte die Bruttowertschöpfung im Informations- und Kommunikationssektor wie schon im ersten Quartal am stärksten zu (+ 3,9 %), gefolgt vom Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 2,1 %) und dem Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 1,7 %). Leicht überdurchschnittlich legte auch die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe zu (+ 1,1 %). Bei den sonstigen Dienstleistern (die auch die Sparten Kunst und Kultur mit abdecken) und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe stieg die Bruttowertschöpfung um 0,7 Prozent. Erstmals seit mehr als vier Jahren konnten auch die Finanz- und Versicherungsdienstleister ihre Wertschöpfung leicht erhöhen (+ 0,3 %). Im Baugewerbe ist die Bruttowertschöpfung seit nunmehr fünf Jahren nicht mehr gestiegen. Zuletzt verminderte sie sich um 1,6 Prozent. In der verwendungsseitigen Betrachtung sind die preisbereinigten privaten Konsumausgaben im zweiten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich leicht um 0,1 Prozent gestiegen. Die Verbraucher erhöhten vor allem ihre Ausgaben für Information und Kommunikation (+ 3,3 %), für Gesundheit (+ 2,3 %) sowie für Möbel, Hausrat und Instandhaltung (+ 1,0%). Auch für Wohnung, Energie- und Wasserversorgung (+ 0,6 %) sowie für Bekleidung und Schuhe (+ 0,8 %) gaben die Verbraucher etwas mehr Geld aus. Die Ausgaben für Nahrungsmittel blieben im Vorjahresvergleich unverändert. Für alkoholische Getränke und Tabakwaren sowie für Verkehr gaben die Verbraucher in realer Rechnung jeweils deutlich über zwei Prozent weniger Geld aus als noch vor einem Jahr. Um jeweils 0,5 Prozent sanken die Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung, Kultur und Bildungsdienstleistungen sowie für Beherbergungsund Gaststättendienstleistungen. Die Konsumausgaben des Staates stiegen im gleichen Zeitraum mit plus drei Prozent deutlich stärker an. Ursache hierfür waren insbesondere höhere Ausgaben des Bundes sowie der Sozialversicherungen. Diese erhöhten ihre Sachleistungen vor allem für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. In der Summe stiegen die Konsumausgaben im Frühjahresquartal um 1,5 Prozent. Die seit Ende 2022 anhaltende Investitionsschwäche ist im Frühjahr 2026 erstmal zum Stillstand gekommen. Nachdem die Bruttoanlageinvestitionen im ersten Quartal im Vorjahresvergleich preisbereinigt um ein Prozent gesunken waren, stagnierten sie zuletzt. Hierzu beigetragen hat die Entwicklung bei den Ausrüstungsinvestitionen. Zum einem sind die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen, wozu auch die Anschaffung von militärischen Waffensystemen zählt, überdurchschnittlich gestiegen (+ 3,6 %). Gleichzeitig haben sich die privaten Ausrüstungsinvestitionen das zweite Quartal in Folge erhöht (+ 0,8 %). Die Anschaffung von Maschinen und Geräten (+ 5,3 %) war dabei die treibende Kraft, während die Investitionen in den Fuhrpark deutlich zurückgingen (- 7,4 %). Der Rückgang bei den Bauinvestitionen hält zwar das 17. Quartal in Folge weiter an, hat sich aber mit minus 1,5 Prozent etwas verlangsamt. Während die Wohnungsbauinvestitionen um 2,3 Prozent nachgaben, sanken die Investitionen in Nichtwohnbauten im Vergleich zum Vorjahresniveau nur marginal (- 0,3 %). Die Investitionen in sonstige Anlagen (Patente, Lizenzen), die etwa 20 Prozent der gesamten Bruttoanlageinvestitionen ausmachen, stiegen im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent nach plus 1,8 Prozent zu Jahresbeginn. Der Export von Waren und Dienstleistungen ist im zweiten Quartal 2026 preisbereinigt um 3,7 Prozent gestiegen. Während Warenausfuhren im Vorjahresvergleich um fünf Prozent zulegten, gingen die

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Dienstleistungsexporte etwas zurück (- 0,1 %). Bei den Importen nahm der Bezug von Waren preisbereinigt um 4,2 Prozent zu. Die Dienstleistungsimporte gingen dagegen um 1,2 Prozent zurück. Ursache hierfür waren unter anderem niedrigere Importe von Transportdienstleistungen. Aufgrund der im Vergleich zu den Importen stärker gestiegenen Export lag der Wachstumsbeitrag, der vom Außenhandel ausgeht, bei 0,6 Prozentpunkten. Kräftige Exporte nach Europa stützen den Außenhandel Die deutschen Exporte von Waren stiegen im zweiten Quartal 2026 in nominaler Rechnung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (saisonbereinigte Werte sind nicht für alle Länder verfügbar) um 21,87 Milliarden Euro oder 5,6 Prozent auf rund 413 Milliarden Euro. Vor allem mit europäischen Ländern legte der Handel überdurchschnittlich zu. Den in absoluten Zahlen gemessenen stärksten Anstieg

Deutsche Ex- und Importe im zweiten Quartal 2026 nach ausgewählten Ländern Veränderung gegenüber Vorjahresquartal Exporte Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

Importe Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

in Million Euro

in %

in Million Euro

in %

Niederlande

31 063

+ 3 774

+

13,8

China

45 489

+ 4 497

+

11,0

Tschechien

15 911

+ 2 538

+

19,0

USA

26 747

+ 2 808

+

11,7

Polen

27 273

+ 2 363

+

9,5

Italien

20 192

+ 1 928

+

10,6

Österreich

21 602

+ 2 140

+

11,0

Norwegen

7 921

+ 1 707

+

27,5

Frankreich

31 813

+ 2 137

+

7,2

Frankreich

18 616

+ 1 305

+

7,5

Schweiz

19 608

+ 1 379

+

7,6

Österreich

14 492

+ 1 131

+

8,5

Italien

22 155

+ 1 193

+

5,7

Kasachstan

2 383

+ 1 104

+

86,4

Spanien

16 067

+

+

6,6

Großbritannien

10 099

+ 1 053

+

11,6

Südafrika

3 639

+ 1 026

+

39,3

Niederlande

25 178

+

990

+

4,1

USA

36 615

-

Türkei

6 827

-

Japan

996

78

-

0,2

773

-

10,2

4 770

- 1 151

-

19,4

V. A. E.

282

-

411

-

59,3

China

18 331

- 2 549

-

12,2

Schweiz

13 529

-

479

-

3,4

Insgesamt

413 065

+21 873

+

5,6

Insgesamt

364 096

+ 24 416

+

7,2

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

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Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs | BIP im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen 11/09/2026

gab es im Handel mit den Niederlanden. Die Exporte dorthin stiegen um 3,77 Milliarden Euro oder 13,8 Prozent. Um jeweils mehr als zwei Milliarden Euro stiegen die Ausfuhren nach Tschechien (+ 19,0 %), Polen (+ 9,5 %), Österreich (+ 11,0 %) und Frankreich (+ 7,2 %). Außerhalb der EU stiegen die Ausfuhren in die Schweiz überdurchschnittlich (+ 7,5 %), während sie sich mit dem Vereinigten Königreich nur moderat entwickelten (+ 1,0 %). Die Exporte nach Russland stiegen leicht auf 1,71 Milliarden Euro. Das Exportgeschäft mit den USA trat auf der Stelle (- 0,2 %). Deutlich rückläufig waren die Ausfuhren nach China (- 12,2 %), Japan (- 19,4 %) und in die Türkei (- 10,2 %). Die deutschen Importe von Waren sind im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,4 Milliarden Euro auf 364 Milliarden Euro gestiegen. Mit plus 7,2 Prozent war der Anstieg deutlich stärker als bei den Ausfuhren. Der in absoluten Zahlen stärkste Anstieg mit plus 4,50 Milliarden Euro oder elf Prozent stammte aus dem Handel mit China, gefolgt vom USA-Geschäft mit plus 2,81 Milliarden Euro oder plus 11,7 Prozent. Zum Teil bedingt durch die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark gestiegenen Preise für fossile Energieträger sind die Einfuhren aus Norwegen um 1,71 Milliarden Euro oder 27,5 Prozent gestiegen. Aus dem EU-Partnerland Italien wurden Waren im Wert von knapp zwei Milliarden Euro (+ 10,6 %) mehr eingeführt als vor Jahresfrist. Um jeweils etwas mehr als einer Milliarde Euro stiegen die Einfuhren aus Frankreich (+ 7,5 %) und Österreich (+ 8,8 %). Nahezu verdoppelt haben sich die Einfuhren aus Kasachstan (+ 86,4 %). Um jeweils rund eine Milliarde Euro stiegen auch die Warenbezüge aus Großbritannien (+ 11,6 %), Südafrika (+ 39,3 %) und den Niederlanden (+ 4,1 %). Das Importgeschäft mit Russland hat sich binnen dreier Jahre von gut 11,7 Milliarden Euro auf nunmehr 247 Millionen Euro marginalisiert. Entgegen dem allgemeinen Trend verminderten sich die Importe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten um mehr als die Hälfte (- 59,3 %), was durch den kriegerischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran verursacht worden sein dürfte. Auch der Warenbezug aus der Schweiz hat sich etwas vermindert (- 3,4 %). Abwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Juli 2026 saisonbereinigt um 14.000 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahrsmonat sank die Zahl der Erwerbstätigen sogar um 226.000 oder 0,5 Prozent auf 45,66 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat ebenfalls abgenommen. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur gingen im Juni 2026 (letzter verfügbarer Wert) insgesamt 34,82 Millionen Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das waren 73.500 oder 0,2 Prozent weniger als im Juni des letzten Jahres. Während die Zahl der in Teilzeit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Juni im Vorjahresvergleich um 160.000 oder 1,5 Prozent anstieg, sank die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung um 233.000 oder ein Prozent auf 23,79 Millionen. Die sonstigen Formen der Erwerbstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 58.000 oder 1,5 Prozent auf 3,82 Millionen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten sank nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur im Juni 2026 binnen Jahresfrist um 102.000 oder 2,4 Prozent auf 4,08 Millionen. Die Zahl der arbeitslosen Personen stieg im August im Vorjahresvergleich um 36.260 oder 1,2 Prozent auf 3,06 Millionen. In der saisonbereinigten Betrachtung stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juli um 4.000 Personen, nachdem sie im Juli bereits um 6.000 Personen gestiegen war. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist im August saisonbereinigt um 1.000 gesunken. Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand auf 656.500 Stellen. Das waren 25.400 oder vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im August nach Systematik der Bundesagentur bei 6,4 Prozent und nach ILO-Systematik bei einem Wert von vier Prozent.

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Deutsche Wirtschaft trotz Irankrieg auf Erholungskurs | BIP im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen 11/09/2026

Arbeitsmarkt in Deutschland* Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (linke Achse)

36

34

4

3

32

Arbeitslose (rechte Achse)

2

30

1

28

0

26

2016 201 2

2 2026 2021 2022 2019 2025 2020 2017 2023 2018 2024 201 201 201 201 201 3 4 5 6 7 Veränderung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Vorjahresmonat (rechte Achse)

-1

*saisonbereinigt in Millionen Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Hohe Inlandsnachfrage hebt Auftragseingang im zweiten Quartal deutlich über Vorjahresniveau Im Juni 2026 sind die Auftragseingänge in der deutschen Industrie preis-, kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum Mai um 3,7 Prozent gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen hat sich die Auftragslage mit einem Minus von 0,5 Prozent zwar etwas eingetrübt. Im Vergleich zum Juni 2025 sammelten die Industrieunternehmen aber deutlich mehr Aufträge ein (+ 7,2 %). Es war vor allem die Nachfrage aus dem Inland, die mit einem Plus von 14,8 Prozent im Vorjahresvergleich die Orderbücher der Unternehmen füllte. Die Nachfrage aus dem Ausland stieg deutlich langsamer an (+ 2,7 %). Grund hierfür war die rückläufige Nachfrage aus dem Euroraum (- 7,3 %), denn die Orders aus Nicht-Euroländern waren um 9,5 Prozent höher als vor einem Jahr. Mit den Juni-Werten sind die Daten für das zweite Quartal 2026 komplett. Im Vergleich zum ersten Quartal sammelten die Industrieunternehmen kalender- und saisonbereinigt 1,6 Prozent mehr Aufträge ein (ohne Großaufträge + 3,4 %). Auch der Vorjahresvergleich fiel positiv aus (+ 4,6 %). Mit Blick auf die Herkunft sind die Inlandsorders im Vorjahresvergleich (+ 6,2 %) deutlich stärker gestiegen als Auslandsbestellungen (+ 3,7 %). Bei der Auslandsnachfrage kamen die Impulse vorwiegend aus den Nicht-Euro-Ländern (Vorjahresvergleich: + 5,0 %). Die Bestellungen aus Euroraum stiegen deutlich schwächer an (+1,5 %). Unter den einzelnen Hauptindustriegütergruppen verbuchten die Hersteller von Vorleistungsgütern im zweiten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich einen Orderanstieg um 3,7 Prozent. Die Nachfrage aus dem Inland stieg mit plus 5,4 Prozent deutlich stärker an als die aus dem Ausland (+ 2,2 %). Die Investitionsgüterhersteller sammelten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 4,8 Prozent mehr Aufträge ein. Hierzu haben vor allem die um sieben Prozent gestiegenen Bestellungen aus dem

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Inland beigetragen. Die Investitionsgüternachfrage aus dem Ausland legte im gleichen Zeitraum um plus 3,6 Prozent zu. Den stärksten Orderanstieg verbuchten die Konsumgüterproduzenten. Sie sammelten im zweiten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich 8,1 Prozent mehr Aufträge ein. Aus dem Ausland stammten dabei mit plus 9,9 Prozent deutlich mehr Aufträge als aus dem Inland (+ 5,1 %). Auftragseingang, Verarbeitendes Gewerbe 120

65

110 45 100 25

90 9,8 1,6

80

5,1 5

70 -4,2

-15

60 50

-35 2022

2023

2024

2025

.

2026

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich, in Prozent (rechte Achse) Index des Verabeitenden Gewerbes, 2-Monats-Durchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse) Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt

Zu Beginn des dritten Quartals setze sich der Aufwärtstrend beim Auftragseingang weiter fort. Im Vergleich zum Juni sammelten die Industrieunternehmen in saison- und kalenderbereinigter Rechnung 2,5 Prozent mehr Aufträge ein (Vorjahresvergleich + 13,1 %). Fakt ist aber auch, dass unter Berücksichtigung von Großaufträgen der Auftragseingang im Juli im Vormonatsvergleich rückläufig gewesen wäre (- 1,4 %), ebenso wie in den beiden Monaten zuvor. Die Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe hat sich nach Berechnungen des ifo Instituts zu Beginn des dritten Quartals 2026 im Vergleich zum Vorquartal leicht erhöht. Mit 3,7 Produktionsmonaten waren dies 0,2 Monate oder gut fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Unter den industriellen Hauptgruppen sank der Auftragsbestand bei den Herstellern von Vorleistungsgütern im Vorjahresvergleich um 0,1 auf nunmehr drei Produktionsmonate. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsvorlauf um 0,4 auf 5,3 Produktionsmonate. Bei den Konsumgüterproduzenten hat sich das Auftragspolster nicht verändert. Es war mit 2,2 Produktionsmonaten so dick wie zu Beginn des Frühlings. Aufgrund der anziehenden Nachfrage nehmen die Auftragspolster in der Industrie langsam, aber kontinuierlich zu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Im Jahresvergleich stieg er sogar um 9,3 Prozent an. Während sich die noch nicht abgearbeiteten

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Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vorjahr um 12,6 Prozent erhöhten, stieg der Orderbestand aus dem Ausland mit plus 7,3 Prozent nicht ganz so stark an. Industrieproduktion zieht im Frühjahrsquartal leicht an Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Bau) hat im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat stagniert. Für ein positives Quartalsergebnis reichte dieses aufgrund der leichten Anstiege in den beiden Monaten zuvor jedoch aus. Im Ergebnis stieg die Produktion im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent. Im ersten Quartal war die Ausbringung noch gesunken (- 1,3 %). Der Vergleich zum Vorjahreszeitraum wies ein Minus von 1,2 Prozent aus. Die Energieerzeugung erhöhte sich saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem ersten Quartal um 0,5 Prozent. Der Vergleich zum Vorjahreszeitraum wies ein Plus von 3,9 Prozent aus. Im Baugewerbe nahmen die Aktivitäten nach dem witterungsbedingt schwachen ersten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahr war die Bauproduktion ebenfalls gestiegen (+ 1,0 %). Mit Blick auf die industriellen Hauptgruppen verzeichneten die Hersteller von Vorleistungsgütern im saison- und kalenderbereinigten Vorquartalsvergleich im zweiten Quartal 2026 einen Produktionsanstieg in Höhe von 1,5 Prozent, nachdem zu Jahresbeginn noch ein Rückgang zu verzeichnen war (- 0,6 %). Auch im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 legte die Vorleistungsgüterproduktion leicht zu (+ 0,5 %). Die Investitionsgüterproduktion sank im Vergleich zum Vorquartal um ein Produktionsentwicklung im Produzierenden Gewerbe Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2024 2025 2025 2026 Jahr Q4 Q1 Q2 Ursprungswerte kalenderbereinigt

2025 Q4

Produzierendes Gewerbe

-4,5

-1,1

0,2

-2,4

-0,7

0,7

-0,9

0,5

0,8

0,0

-1,1

Industrie

-4,8

-1,2

0,3

-3,2

-1,2

0,7

-1,3

0,5

0,9

0,1

-2,3

energieintensive

0,6

-2,7

-2,1

-3,2

1,5

-0,7

0,4

2,5

0,5

-2,0

-1,7

Vorleistungsgüter

-5,1

-1,9

-0,4

-2,6

0,5

-0,4

-0,6

1,5

-0,2

-1,1

-0,2

Investitionsgüter

-5,7

-0,8

0,8

-3,3

-3,3

0,8

-3,3

-3,3

1,6

0,5

-3,4

Konsumgüter

-2,2

-0,5

0,8

-4,3

-0,3

0,6

-1,9

2,1

1,1

1,0

-2,2

Energie

-2,7

1,7

2,5

6,5

3,9

-0,7

4,2

0,5

2,3

1,7

4,7

Baugewerbe

-3,4

-2,1

-1,3

-3,2

1,0

0,1

-0,3

1,5

-0,3

-1,3

0,9

Vergleich zum Vorzeitraum in Prozent 2026 Q1 Q2 Mai Jun Jul saison- und kalenderbereinigt

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

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Prozent. Im Vorjahresvergleich gingen die Aktivitäten mit minus 3,3 Prozent deutlich stärker zurück. Die Konsumgüterhersteller steigerten ihre Produktion im Vergleich zum Vorquartal um 2,1 Prozent und produzierten aber etwas weniger als vor Jahresfrist (- 0,3 %). Produktion, Verarbeitendes Gewerbe 110

6 4

100 0,7

2

0,5

0 90 -2

-1,3 -1,9

-4

80

-6 70 2022 2020

2023 2021

2024 2022

2025 2023

2026 2024

-8

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich in Prozent (rechte Achse) Index des Verarbeitenden Gewerbes, 2-Monatsdurchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse) Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt

Zu Beginn des dritten Quartals sank die reale Produktion im produzierenden Gewerbe im Vergleich zu Juni 2026 um 1,1 Prozent. Grund hierfür war vor allem die schwache Entwicklung in der Industrie, wo die Produktion deutlich nachgab (- 2,3 %). Positiv auf die gesamte Produktion wirkte sich der Zuwachs bei der Energieerzeugung (+ 4,7 %) aus. Der Anstieg in diesem Bereich war insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zurückzuführen. Auch die Aktivitäten im Baugewerbe zahlten im Juli positiv auf das Gesamtergebnis ein (+ 0,9 %). Kapazitätsauslastung erholt sich nur langsam Die Auslastung der Produktionskapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe ist zu Beginn des dritten Quartals um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum zweiten Quartal gestiegen. Nach Angaben des ifo-Instituts lag der Auslastungsgrad in der Industrie bei 78,0 Prozent. Die Kapazitäten waren damit zwar um 0,7 Prozentpunkte höher ausgelastet als vor einem Jahr. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt waren sie um 5,2 Prozentpunkte geringer ausgelastet. Der Auslastungsgrad im Verarbeitenden Gewerbe ohne Ernährungsindustrie erholte sich im gleichen Zeitraum mit 0,3 Prozentpunkte nur unwesentlich stärker. Er war mit 78,1 Prozent zwar um 0,9 Prozentpunkte höher als vor Jahresfrist. Der langjährige Durchschnitt wurde aber um 5,3 Prozentpunkte deutlich unterschritten. Unter den einzelnen Branchen stieg der Auslastungsgrad im Vorjahresvergleich bei den Herstellern von pharmazeutischen Erzeugnissen (+ 5,1 %-Punkte) am stärksten an. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten (+ 4,7 %-Punkte), Möbeln (+ 4,5 %-Punkte), im Textilgewerbe (+ 4,5 %-Punkte) und den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen (+ 2,2 %-Punkte) war der

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Auslastungsgrad ebenfalls spürbar höher als vor Jahresfrist. In der Chemischen Industrie und im Maschinenbau waren die Kapazitäten ähnlich stark ausgelastet wie vor einem Jahr. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (- 0,4 %-Punkte), den Herstellern von Metallerzeugnissen ( -0,1 %-Punkte) und in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie nahm der Nutzungsgrad der Kapazitäten sogar etwas ab. Stark divergierende Umsatzentwicklung in den Branchen Im zweiten Quartal 2026 sind die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe in nominaler Rechnung im Vorjahresvergleich um 4,7 Prozent gestiegen, nach plus 1,7 Prozent im ersten Quartal. Für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 ergibt sich hieraus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg um 3,2 Prozent. Unter den einzelnen Branchen fiel der Umsatzanstieg in der ersten Jahreshälfte im sonstigen Fahrzeugbau mit plus 22,9 Prozent am stärksten aus, gefolgt von der Metallindustrie (+ 9,1 %) und der Elektroindustrie (+ 3,1 %). Unter den energieintensiven Branchen konnten die chemische Industrie (+ 1,4 %) und die Glas-, Keramik-, Steine und Erden-Industrie (+ 2,5 %) im Gegensatz zur Papierindustrie (- 4,1 %) ihre Erlöse steigern. In der pharmazeutischen Industrie gingen die Umsätze leicht zurück (- 1,5 %). Unterdurchschnittlich waren auch die Entwicklung in den gewichtigen Branchen Fahrzeugbau (+ 1,0 %) und Maschinenbau (- 1,1 %). Preisbereinigt haben die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal in saisonbereinigter Rechnung nahezu stagniert (+ 0,1 %), nach plus 0,7 Prozent im ersten Quartal. Der Vorjahresvergleich weist ein Plus von 0,9 Prozent aus. Mit Blick auf die Herkunft der Umsätze ergibt sich folgendes Bild: Während die Umsätze aus dem Inland im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozent zulegten, liefen die Auslandsgeschäfte etwas verhaltender (+ 0,6 %). Mit plus 0,9 Prozent stiegen die Umsätze aus der Eurozone im Vorjahresvergleich etwas stärker an als die aus Drittländern (+ 0,4 %).

Umsatz* im Verarbeitenden Gewerbe im ersten Halbjahr 2026 sonstiger Fahrzeugbau

22,9

Energieintensive

11,0

Metallindustrie

9,1

Verarbeitendes Gewerbe

3,2

Elektroindustrie

3,1

Glas, Keramik, Steine & Erden

2,5

Chemie

1,4

Fahrzeugbau

-1,0

Maschinenbau

-1,1

Pharmazie

-1,5

Ernährungsindustrie

-3,3

Papier

-4,1

Textil&Mode

-4,6

*Veränderung in Prozent zum Vorjahreszeitraum Quelle: Statistisches Bundesamt

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August deutlich aufgehellt Die Zuversicht unter den Unternehmen in Deutschland hat deutlich zugenommen. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg im August das vierte Mal in Folge. Die befragten Unternehmen schätzten nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage besser ein. Auch der Ausblick auf die kommenden Monate hat sich spürbar verbessert. Erstmals seit Juli 2024 war eine Mehrheit der befragten Unternehmen zufrieden mit ihrer aktuellen Situation. In allen Sektoren hat sich die Stimmungslage im Spätsommer verbessert. Bei den Dienstleistern haben sich Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate spürbar verbessert. Gleichzeitig hat sich nach dem Rücksetzer im Juli ifo Konjunktur-Uhr Deutschland ifo Geschäftsklima-Index im Verarbeitenden Gewerbe* 30 Aufschwung

Boom

Erwartungen für die nächsten 6 Monate

20 Jan 2021

10

August 2026 Jan 2020

-10 -20 Jan 2025

-30

Jan 2018

Jan 2017

Jan 2026

0

Jan 2022

Jan 2019

Jan 2023

Jan 2024

-40 -50 Abschwung

Rezession -60 -60

-50

-40

* Salden, saisonbereinigt

-30

-20

-10

0

10

20

30

40

50

60

Beurteilung der Geschäftslage

Quelle: ifo Institut

auch die Lagekomponente wieder erholt. Während sich IT-Dienstleister positiv äußerten, blieb die Lage im Bereich Transport und Logistik schwierig. Im Handel konnte der Indikator ebenfalls zulegen. Die Händler zeigten sich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen setzten ihre Aufwärtsbewegung den vierten Monat in Folge fort. Insbesondere im Großhandel hellte sich die Stimmung auf. Im Bauhauptgewerbe ist der Index ebenfalls gestiegen. Dies war vor allem auf die deutlich verbesserten Geschäftsaussichten zurückzuführen. Die Urteile zur aktuellen Lage fielen hingegen etwas schlechter aus. Im Verarbeitende Gewerbe stieg der Geschäftsklimaindex den vierten Monat in Folge. Die Unternehmen waren nach zwei Monaten Flaute deutlich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Es war gleichzeitig der drittstärkste Anstieg der Lagekomponente. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich, wenn auch nur leicht, ebenfalls verbessert. Die Industrieunternehmen rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer steigenden Produktion. Mit der Auftragslage sind die Unternehmen aber nach wie vor unzufrieden. Der Zeiger der ifo-Konjunkturuhr für

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das Verarbeitende Gewerbe bewegt sich zwar noch im Rezessions-Quadranten, könnte diesen aber bei einer weiteren leichten Stimmungsaufhellung erstmals seit drei Jahren wieder verlassen. Die Exporterwartungen in der Industrie haben sich das dritte Mal in Folge verbessert. Der Anstieg im August war der drittstärkste seit Bestehen dieser Erhebung. Gleichzeitig werden die Exportaussichten wieder von einer Mehrheit der Unternehmen positiv eingeschätzt.

Perspektiven Nach dem Beginn des Krieges im Iran hätte wohl kaum jemand erwartet, dass die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres mit den höchsten Quartalswachstumsraten der letzten drei Jahre expandieren würde. Im Vorjahresvergleich stieg das preis- und kalenderbereinigte BIP im ersten Quartal 2026 um 0,8 Prozent und im zweiten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung nochmals um ein Prozent an. Verglichen mit der von der EU-Kommission berechneten Potenzialwachstumsrate von 0,4 Prozent hat sich die deutsche Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte gut entwickelt. Auch im längerfristigen Rückblick war es um die deutsche Wirtschaft nicht ganz so schlecht bestellt wie bisher gedacht. So hat das Statistische Bundesamt die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Jahre 2022 bis 2025 überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einbezogen. Zwar hat sich die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP für die Jahre 2022 und 2023 nur geringfügig geändert. Deutlich stärker fiel die Revision für das Jahr 2024 aus, die ergab, dass die Wirtschaftsleistung in dem Jahr stagnierte und nicht wie bisher um 0,5 Prozent gesunken war. Die nach Beginn des Ukraine-Krieges eingesetzte Rezession ist also deutlich kürzer ausgefallen als ursprünglich gedacht. Aktuell ist die deutsche Wirtschaft zwar gut in das laufende Jahr gestartet, doch diese positive Gesamtentwicklung ist im Wesentlichen auf einzelne Sonderfaktoren zurückzuführen. Beim genauen Hinsehen tun sich für die deutsche Wirtschaft noch einige Schwächen auf. So verlief die von uns erwartete Belebung beim privaten Konsum im ersten Halbjahr deutlich langsamer. Die hohe Inflation aber auch der Rückgang der Beschäftigten dürften mit dazu beigetragen haben. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte scheinen die Verbraucher ihre Kaufzurückhaltung nur langsam abzulegen. Das HDE-Konsumbarometer stieg zwar im September wieder an. Der Index lag aber unterhalb des Niveaus vom Jahresanfang und der vergangenen zwei Jahre. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im August veröffentlichte Konsumklimaindex zeigt ein ähnliches Bild und erholt sich nur langsam und liegt weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Verbraucher haben sich zuletzt etwas verbessert. Dies hat bislang aber nicht dazu geführt, dass die Verbraucher bereit wären, verstärkt neue Anschaffungen zu tätigen. Stattdessen verharrt die Sparneigung weiter auf hohem Niveau. Wir rechnen nicht mehr damit, dass sich die Kaufbereitschaft der Verbraucher in der zweiten Jahreshälfte spürbar steigern wird und reduzieren unsere Wachstumsprognose für den privaten Konsum auf real plus 0,4 Prozent (bisher + 0,6 %). Bei den öffentlichen Konsumausgaben halten wir aufgrund des bisherigen Verlaufs (+ 3,4 % im ersten Halbjahr) eine Aufwärtsrevision für erforderlich. Der Anstieg bei den sozialen Sachleistungen, vor allem für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, dürfte sich auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen. Wir rechnen nun damit, dass die öffentlichen Konsumausgaben im laufenden Jahr um real 2,5 Prozent zulegen werden. Hieraus ergibt sich ein Anstieg der Konsumausgaben um ein Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen sind laut den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in der ersten Jahreshälfte um 0,8 Prozent gestiegen. Angesichts der im langjährigen Vergleich noch immer geringen Auslastung der Kapazitäten spricht wenig für eine stärkere Belebung der privaten Investitionstätigkeit.

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Es sind vielmehr die Investitionen des Staates, die investive Ausgaben im Verteidigungsbereich einschließen, die noch zu einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen beitragen. Sie dürften auch im weiteren Jahresverlauf für die Entwicklung der Investitionstätigkeit bestimmend sein. Wir halbieren daher unsere Wachstumsprognose für die Ausrüstungsinvestitionen auf nunmehr ein Prozent. Die witterungsbedingten Behinderungen der Bautätigkeit zu Jahresbeginn konnten in den Frühjahrsmonaten noch nicht vollständig kompensiert werden. Zudem belasten hohe Materialpreise und Finanzierungskosten die Bauinvestitionen. Diese sind im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 2,2 Prozent gesunken. Bei den Wohnungsbauinvestitionen war der Rückgang mit minus 2,5 Prozent sogar noch stärker. Die Investitionsschwäche im Wohnungsbau dürfte nach unseren Einschätzungen noch nicht überwunden sein. Impulse kommen derzeit nur aus den Bereichen Straßen-, Schienen- und Leitungsbau, die aber die Rückgänge in den restlichen Bausparten nicht kompensieren können. Angesichts der Entwicklung in den ersten beiden Quartalen sehen wir uns veranlasst, unsere Wachstumsprognose für die Bauinvestitionen auf nunmehr minus ein Prozent nach unten zu korrigieren. Bei den Investitionen in sonstige Anlagen (Software, Forschung und Entwicklung) sind vor allem die starken Revisionen des Statistischen Bundesamtes der Anlass für unsere Prognosekorrektur. Nach einem Anstieg von nur noch zwei Prozent im ersten Halbjahr rechnen wir für das gesamte Jahr 2026 nur noch mit einem Anstieg in Höhe von 2,5 Prozent. Alles in allem dürften die Bruttoanlageinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr nur minimal um 0,1 Prozent steigen. BIP-Prognose für 2026: Veränderung der realen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr in Prozent BDI

Bundesregierung

2026

2026

Sachverständigenrat 2026

Bruttoinlandsprodukt

1,0

0,5

0,5

Konsumausgaben

1,0

-

0,8

- Private Konsumausgaben

0,4

0,4*

0,3**

- Staatsverbrauch

2,5

2,0

1,8

0,2

1,6

1,3

- Ausrüstungsinvestitionen

1,0

1,1

0,2***

- Bauinvestitionen

-1,0

1,0

1,1

- Sonstige Anlagen

2,5

3,7

3,5

Exporte

3,0

0,0

-0,0

Importe

2,5

1,4

0,8

Außenbeitrag, Wachstumsleistung

0,3

-0,5

-0,3

Bruttoanlageinvestitionen

Quellen: Bundesregierung (April 2026; *Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck), Sachverständigenrat (Mai 2026); **einschließlich priv. Organisationen ohne Erwerbszweck,*** einschließlich militärischer Waffensysteme, eigene Berechnungen

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Wider Erwarten positiv hat sich der deutsche Außenhandel in der ersten Jahreshälfte entwickelt. Der starke Anstieg der Warenausfuhren in die EU-Mitgliedsländer sowie in die Schweiz und nach Großbritannien, der bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 stattgefunden hatte, setzte sich in der ersten Jahreshälfte 2026 fort. Zuletzt konnten so die Verluste aus dem Handel mit China und den USA mehr als kompensiert werden. Im Ergebnis sind die Exporte im ersten Halbjahr 2026 in realer Rechnung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp drei Prozent gestiegen. Im weiteren Jahresverlauf könnte die Dynamik zwar etwas abflachen. Am aktuellen Rand spricht der laut ifo-Institut starke Anstieg der Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe jedoch zunächst eher dagegen. Wir rechnen daher für das gesamte Jahr mit einem Anstieg der Exporte von Waren und Dienstleistungen um drei Prozent. Die Importe dürften aufgrund des gestiegenen Bezugs von Vorleistungsgütern um 2,5 Prozent steigen. In der Summe rechnen wir damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr in realer Rechnung um ein Prozent steigt.

Impressum Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) Breite Straße 29 10178 Berlin T: +49 30 2028-0 www.bdi.eu Lobbyregisternummer R000534 Autor Thomas Hüne T: +49 30 2028-1592 t.huene@bdi.eu

Redaktion / Grafiken Frederik Lange T: +49 30 2028-1734 f.lange@bdi.eu Marta Gancarek T: +49 30 2028-1588 m.gancarek@bdi.eu

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Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen Verwendung des Bruttoinlandsproduktes (preis-, saison- und kalenderbereinigt) Veränderung zum Vorzeitraum in Prozent 2025

2026

2024

2025

Q1

Q2

Q3

Q4

Q1

Q2

Konsumausgaben

2,1

1,4

0,2

0,1

0,2

1,0

-0,1

0,1

-Private Konsumausgaben

1,4

1,3

0,6

-0,1

-0,1

1,0

-0,6

0,1

-Konsumausgaben des Staates

3,9

1,7

-0,7

0,8

0,8

1,2

0,9

0,1

Bruttoanlageinvestitionen

-2,1

-0,6

0,3

-1,1

0,2

1,2

-1,3

-0,2

-Bauinvestitionen

-2,4

-1,0

0,7

-1,2

-0,5

0,6

-1,8

0,1

-Ausrüstungsinvestitionen

-4,7

-1,3

-0,2

-2,0

1,1

2,8

-1,7

-1,4

-sonstige Anlagen

2,8

1,7

-0,2

0,5

0,7

0,5

0,3

0,8

Inländische Verwendung

0,5

1,8

0,1

0,7

0,2

0,5

-0,3

0,1

Exporte

-1,7

-0,9

1,5

-1,2

-0,7

-0,1

2,4

2,0

Importe

-0,6

2,9

1,6

0,6

-0,2

0,5

0,5

1,5

Insgesamt

0,0

0,2

0,1

0,0

0,0

0,3

0,4

0,3

Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP (in Prozentpunkten) Konsumausgaben

1,6

1,1

1,1

1,1

0,8

1,4

1,1

0,7

-Private Konsumausgaben

0,7

0,7

0,7

0,8

0,5

0,9

0,3

0,1

-Konsumausgaben des Staates

0,8

0,4

0,5

0,3

0,2

0,3

0,3

0,7

Bruttoanlageinvestitionen

-0,5

-0,1

-0,3

-0,4

0,0

0,2

-0,2

0,0

-Bauinvestitionen

-0,3

-0,1

-0,2

-0,2

-0,1

0,0

-0,3

-0,2

-Ausrüstungsinvestitionen

-0,3

-0,1

-0,2

-0,2

0,0

0,2

0,0

0,1

-sonstige Anlagen

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

Vorratsveränderungen u. Ä.

-0,6

0,7

0,6

1,5

0,8

0,1

0,3

-0,3

Inländische Verwendung

0,6

1,7

1,5

2,2

1,5

1,6

1,2

0,5

Außenbeitrag

-0,5

-1,5

-1,3

-2,2

-1,2

-1,2

-0,4

0,6

Quelle: Statistisches Bundesamt

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