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Quartalsbericht Deutschland QII-2026

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QUARTALSBERICHT DEUTSCHLAND

Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn

um 0,3 Prozent gewachsen

Krieg im Iran dürfte konjunkturelle Erholung spürbar ausbremsen

▪ Die Investitionstätigkeit ist zu Jahresbeginn gesunken. Die Bauinvestitionen gaben witterungsbedingt kräftig nach, während Investitionen in Ausrüstungen und sonstige Anlagen weiter stiegen

▪ Der Private Konsum hat zu Jahresbeginn nochmals zugelegt. Mit plus 0,8 Prozent war das Wachstum aber deutlich schwächer als im Vorjahr.

▪ Das Verarbeitenden Gewerbe ist schwach in das laufende Jahr gestartet, die Produktion sank um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal Bereits vor Beginn des Krieges im Iran ist die Produktion gesunken.

Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

Konjunktur in Deutschland

Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn kräftiger als erwartet gestiegen

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2026 gegenüber dem vierten Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, bestätigte sich damit das Ergebnis der ersten Meldung vom 30. April 2026. Im Vorjahresvergleich fiel die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn ebenfalls höher aus. Das reale BIP stieg im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent (kalenderbereinigt 0,4 %).

Damit war die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seit langer Zeit mal wieder besser als in der EU, wo das BIP im ersten Quartal 2026 nur um 0,2 Prozent zulegte. Von den anderen großen EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Spanien mit plus 0,6 Prozent das stärkste Wachstum. Italien entwickelte sich im EU-Durchschnitt (+ 0,2 %). In Frankreich stagnierte die Wirtschaftsleistung.

Entwicklung des realen BIP in Prozent

Veränderung ggü.Vorjahresquartal

Veränderung ggü. Vorquartal, saison- und kalenderbereinigt

Veränderung ggü. Vorjahr

Quelle: Statistisches Bundesamt

In Deutschland wurde die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2026 von rund 45,6 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 157.000 Personen oder 0,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das in Stunden gemessene Arbeitsvolumen blieb nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Vorjahresvergleich unverändert

Mit Blick auf die Entstehungsseite des BIP stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im ersten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um insgesamt 0,5 Prozent. Maßgeblich für den Anstieg der Bruttowertschöpfung zu Jahresbeginn waren die Aktivitäten im Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, die um 1,8 Prozent zulegten. Im gewichtigen Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe

Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

stieg die Wertschöpfung mit plus 0,3 Prozent nur unterdurchschnittlich. Während die Bereiche Information- und Kommunikation (+ 2,0 %), sonstige Dienstleister (+ 0,7 %) und das Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 0,6%) ihre Aktivitäten überdurchschnittlich ausweiten konnten, traten die Unternehmensdienstleister auf der Stelle (+ 0,1 %). Auch im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Anstieg der Bruttowertschöpfung mit plus 0,1 Prozent nur gering aus. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gab die Bruttowertschöpfung um 1,2 Prozent nach. Im Baugewerbe fiel das Minus mit 4,4 Prozent aufgrund des kalten Winters noch größer aus.

In der verwendungsseitigen Betrachtung des BIP stiegen die preisbereinigten privaten Konsumausgaben zwar das siebte Mal im Vergleich zum Vorjahr an. Mit plus 0,8 Prozent fiel der Anstieg aber deutlich schwächer aus als im Jahresdurchschnitt 2025 (+ 1,3 %). Die Verbraucher erhöhten im ersten Quartal 2026 vor allem ihre Ausgaben für Bekleidung und Schuhe (+ 3,7 %), Möbel, Hausrat und Instandhaltungen (+ 3,2 %) und für Information und Kommunikation (+ 2,9 %). Um jeweils mehr als zwei Prozent stiegen die Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie für Gesundheit. Nur unmerklich mehr gaben die privaten Verbraucher für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+ 1,5 %), Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (+ 1,2 %) und für Wohnung, Wasser, Strom und Energie (+ 0,3 %) aus. Rückläufig waren die Ausgaben für Verkehr (-1,8 %) und für alkoholische Getränke, Tabakwaren und Drogen (-1,9 %). Die Konsumausgaben des Staates stiegen zu Jahresbeginn 2026 mit 3,5 Prozent so stark wie zuletzt im ersten Quartal 2022 (+ 3,7 %).

Nach zuletzt zwei Anstiegen in Folge sind die Bruttoanlageinvestitionen im ersten Quartal 2026 wieder gesunken. Sie gaben im Vorjahresvergleich in realer Rechnung um 0,8 Prozent nach. Grund hierfür war der starke Rückgang bei den Bauinvestitionen in Höhe von 3,3 Prozent. Dieser erstreckte sich über alle Bausparten. Während die Investitionen in Wohnbauten das vierte Jahr in Folge nachgaben (-3,3 %), erhielten im ersten Quartal 2026 auch die Investitionen in Nichtwohnbauten bedingt durch den kalten Winter einen Dämpfer (-3,2 %). Leicht aufwärts ging es bei den Ausrüstungsinvestitionen, die im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent zulegen konnten. Zwar gaben die Investitionen in Maschinen und Geräte im Vorjahresvergleich nach (-0,8 %), dafür haben sich die Anschaffungen von Fahrzeugen um 3,4 Prozent erhöht. Auch in sonstige Anlagen (Patente; Lizenzen) wurde mit plus 3,6 Prozent deutlich mehr investiert als von einem Jahr.

Der Export von Waren und Dienstleistungen ist im ersten Quartal 2026 preisbereinigt um 0,3 Prozent gesunken. Dies war der siebte Rückgang in Folge. Während die Warenausfuhren im Vorjahresvergleich das zweite Mal in Folge zulegten (+ 0,4 %), gaben die Dienstleistungsexporte im Vorjahresvergleich mit minus 2,4 Prozent deutlich nach. Im Gegensatz dazu stiegen die Importe zu Jahresbeginn um plus 1,7 Prozent. Dabei legte der Bezug von Waren zu (+ 3,8 %). Der Bezug von Dienstleistungen ging hingegen zurück (-3,2 %). Unterm Strich wirkte sich der Außenbeitrag mit minus 0,7 Prozentpunkte negativ auf das BIP-Wachstum aus.

Außenhandel nach Ländern

Im ersten Quartal 2026 sind die Exporte von Waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes um insgesamt 8,1 Milliarden Euro oder zwei Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen legten vor allem die Ausfuhren zu unseren Nachbarn Schweiz (+ 2,44 Milliarden Euro; + 12,9 %) und Frankreich (+ 2,35 Milliarden Euro; + 8,1 %) deutlich zu. Um ebenfalls mehr als zwei Milliarden Euro stiegen auch die Ausfuhren nach Österreich (+ 2,12 Milliarden Euro; + 10,8 %) und Polen (+ 2,11 Milliarden Euro; + 8,7 %). Auch in die EU-Mitgliedsstaaten Tschechien (+1,21 Milliarden Euro; + 9,2 %), Niederlande (+964 Millionen Euro; + 3,4 %) und Spanien (+903

Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

Millionen Euro; + 6,1 %) wurde spürbar mehr exportiert als vor Jahresfrist. Außerhalb der EU konnte noch der Handel mit Großbritannien reüssieren (+ 1,74 Milliarden Euro; + 8,7 %) Deutlich rückläufig waren vor allem die Geschäfte mit den USA (minus 4,98 Milliarden Euro; -12,1 %) und das ChinaGeschäft mit minus 3,76 Milliarden Euro (-12,5 %) Um gut ein Fünftel verminderten sich die Ausfuhren nach Japan (-1,11 Milliarden Euro; -18,4 %) und Taiwan (-604 Millionen; -22,6 %). Die Exporte nach Russland sind zu Jahresbeginn um 125 Millionen Euro (-6,8 %) auf 1,70 Milliarden Euro gesunken. Im Vergleich zum ersten Quartal 2022 waren es 69 Prozent weniger. Die Warenausfuhren in die Ukraine sind zu Jahresbeginn um 267 Millionen (-11,9 %) auf 1,98 Milliarden Euro gesunken

Deutsche Ex- und Importe im ersten Quartal 2026 nach ausgewählten Ländern Veränderung gegenüber Vorjahresquartal

Exporte Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

Importe Zu- (+) bzw. Abnahmen (-)

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Die deutschen Importe von Waren sind im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 7,47 Milliarden Euro oder 2,2 Prozent gestiegen. Der nominal stärkste Anstieg (+ 2,61 Milliarden Euro; + 12,4 %) stammte dabei aus dem China-Geschäft, dicht gefolgt von Frankreich mit plus 2,54 Milliarden Euro (+ 15,6 %). Um jeweils gut eine Milliarde Euro legten die Wareneinfuhren aus Singapur (+ 86,9 %) und Österreich (+ 7,7 %) zu. Um gut ein Drittel oder plus 823 Millionen

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Euro stieg der Warenbezug aus Südafrika Aus den EU-Partnerländern Belgien (+ 5,3 %) und Tschechien (+ 4,0 %) kamen im Wert von jeweils 600 Millionen Euro mehr Waren nach Deutschland als noch vor Jahresfrist. Die Importe aus den USA stiegen mit einem Plus von 1,9 Prozent nur leicht an Im Gegensatz dazu gingen die Importe aus den Gaslieferländern Norwegen (-1,17 Milliarden Euro; -14,0 %) und den Niederlanden (-728 Millionen Euro; -3,0 %) deutlich zurück. Rückläufig war auch der Warenbezug aus Polen (- 713 Millionen Euro; -3,5 %), aus der Schweiz (- 940 Millionen Euro; -6,4 %) und aus Großbritannien (- 632 Millionen Euro; -5,9 %). Die Einfuhren aus Russland sind um knapp ein Fünftel auf 271 Millionen Euro geschrumpft. Verglichen mit dem Zustand von vor vier Jahren waren es 97,8 Prozent weniger. Die Einfuhren aus der Ukraine blieben mit 779 Millionen Euro (-0,4 %) nahezu unverändert.

Arbeitsmarkt: Erwerbstätigkeit geht langsam zurück

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes hat die Zahl der Erwerbstätigen im April 2026 saisonbereinigt um 5.000 abgenommen, nach einem Rückgang um 23.000 im März und um minus 16.000 im Februar. Im Vergleich zu April 2025 sank die Zahl der Erwerbstätigen um 189.000 oder 0,4 Prozent auf 45,75 Millionen. Verglichen mit dem Höchstwert vom November 2024 waren es 491.000 Erwerbstätige weniger.

Arbeitsmarkt in Deutschland*

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (linke Achse)

Arbeitslose (rechte Achse)

*saisonbereinigt in Millionen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ging es am aktuellen Rand leicht aufwärts. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur gingen im März 2026 (letzter verfügbarer Wert) 34,81 Millionen Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das waren in saisonbereinigter Betrachtung 9.000 Personen mehr als im Vormonat aber 74.600 Personen oder 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Während die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im März 2026 im Vorjahresvergleich um 239.000 auf 23,87 Millionen abgenommen hat, lag die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung bei 10,94 Millionen und damit um 165.000 über ihrem Vorjahresniveau.

Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

Die sonstigen Formen der Erwerbstätigkeit entwickelten sich unterschiedlich. So ist die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger im ersten Quartal 2026 in saisonbereinigter Betrachtung um 15.000 gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Selbstständigkeit um 37.000 (-1,0 %) auf 3,64 Millionen ebenfalls abgenommen Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur im März um 5.000 abgenommen. Mit 4,03 Millionen waren es 83.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Mai um 76.600 oder 2,6 Prozent auf 3,01 Millionen (Vorjahresvergleich). In der saisonbereinigten Betrachtung stieg die Zahl gegenüber März um 20.000, nach plus 3.000 gegenüber Februar. Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2026 nach Systematik der Bundesagentur bei 6,3 Prozent und nach ILO-Systematik bei einem Wert von 3,8 Prozent.

Industrie erhält zu Jahresbeginn mehr Aufträge

Im ersten Monat nach Beginn des Krieges gegen den Iran sind die Auftragseingänge trotz eines schwachen Jahresstartes wieder gestiegen. Im Einzelnen sind im März 2026 die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 5,0 Prozent gestiegen, nach einem aufwärts revidierten Plus von 1,4 Prozent im Februar (bisher 0,9 %). Um Großaufträge bereinigt hat sich der Auftragseingang im März in saison- und kalenderbereinigter Rechnung ähnlich stark entwickelt (+ 5,1 %). Auch im Vorjahresvergleich (März 2025) stieg die Nachfrage mit plus 6,3 Prozent kräftig an.

Auftragseingang, Verarbeitendes Gewerbe

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich, in Prozent (rechte Achse)

Index des Verabeitenden Gewerbes, 2-Monats-Durchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse)

Veränderung im Vergleich zum Vorquartal (q-o-q), in Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die März-Zahlen komplettieren das erste Quartal 2026, das aufgrund des kräftigen Ordereingangs zum Jahresende 2025 einen Rückgang des saison- und kalenderbereinigten Ordereingangs im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um minus 4,1 Prozent ausweist. Der Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel mit plus 3,5 Prozent hingegen positiv aus.

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Mit Blick auf die Herkunft der Aufträge ist im ersten Quartal 2026 der Auftragseingang aus dem Inland gegenüber Vorzeitraum um 10,1 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich legte der Ordereingang jedoch zu (+ 3,6 %). Die Auslandsbestellungen blieben im Vorquartalsvergleich mit plus 0,3 Prozent stabil. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 stieg die Auslandsnachfrage um plus 3,4 Prozent. Während die Nachfrage aus Drittländern im Vergleich zum Vorquartal mit plus 1,5 Prozent zulegen konnte (Vorjahresvergleich: + 2,3 %), gingen die Bestellungen aus dem Euroraum im Vorquartalsvergleich um minus 1,3 Prozent zurück (Vorjahresvergleich: + 5,1 %).

Bei den industriellen Hauptgruppen zeigt sich im ersten Quartal 2026 im saison- und kalenderbereinigten Vergleich mit dem Jahresende 2025 (4. Quartal) folgendes Bild: Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern stieg der Auftragseingang um plus 1,1 Prozent. Dabei stieg die Inlandsnachfrage mit plus 1,5 Prozent doppelt so stark wie die Nachfrage aus dem Ausland (+ 0,7 %). Die Hersteller von Investitionsgütern verbuchten hingegen Auftragseinbußen in Höhe von minus 7,7 Prozent. Während die Nachfrage aus dem Ausland (-0,3 %) quasi stagnierte, sank die Inlandsnachfrage mit minus 18,7 Prozent deutlich. Dies war aber dem starken Auftragsplus aus dem Vorquartal geschuldet. Der Vorjahresvergleich wies ein Plus von 5,9 Prozent aus. Bei den Konsumgüterherstellern stiegen die Aufträge mit plus 2,3 Prozent das dritte Quartal in Folge an. Während die Nachfrage aus dem Inland auf der Stelle trat (+ 0,1 %) zog der Ordereingang aus dem Ausland mit plus 3,7 Prozent deutlich an.

Der Auftragseingang hat sich zum Ende des ersten Quartals 2026 von dem starken Einbruch im Januar erholt. Der positive Ordereingang erstreckte sich im März über viele Wirtschaftszweige. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen und die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen verbuchten im März zweitstellige Zuwachsraten. Der Maschinenbau verbuchte ein Plus von gut sieben Prozent. Von den Stimmungsindikatoren wird diese Entwicklung nur zum Teil gedeckt. Das ifo-Geschäftsklima gab im März deutlich nach. Dafür legte der Einkaufsmanagerindex im März nochmals zu. Nicht auszuschließen wäre, dass die Unternehmen ihre Ordertätigkeit nur erhöht haben, um möglichen Lieferengpässen zu begegnen.

Auftragsbücher in der Industrie füllen sich nur leicht

Nach Angaben des ifo Instituts lag die Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe zu Beginn des zweiten Quartals 2026 bei 3,7 Produktionsmonaten. Sie blieb damit im Vergleich zum Vorquartal unverändert, lag damit aber 0,1 Produktionsmonate über dem Niveau des Vorjahres. Mit Blick auf die einzelnen industriellen Hauptgruppen sank der Auftragsbestand bei den Herstellern von Vorleistungsgütern im Vergleich zum ersten Quartal 2026, lag damit aber das zweite Quartal in Folge oberhalb des Niveaus des Vorjahrs. Bei den Investitionsgüterherstellern sank der Auftragsbestand um minus 0,1 auf nunmehr 4,9 Produktionsmonate. Zudem war der Auftragsvorlauf das zweite Quartal in Folge geringer als im Vorjahr. Nur bei den Konsumgüterproduzenten sind die Auftragsbestände zuletzt gestiegen. Mit 2,2 Produktionsmonaten waren sie um jeweils 0,3 Monate höher als zu Jahresbeginn und im Vergleich zum Vorjahr.

Die Daten des Statistischen Bundesamtes weisen am aktuellen Rand noch eine leichte Belebung aus. So stieg der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im März 2026 gegenüber Februar saison- und kalenderbereinigt um 1,6 Prozent. Dies war der dreizehnte Anstieg in Folge. Auch im Vorjahresvergleich ist der Auftragsvorlauf weiter gestiegen (+ 8,4 %). Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent, die aus dem Ausland mit plus 1,7 Prozent etwas stärker an. Das Bild unter den industriellen Hauptgruppen zeigt

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ein anderes Bild als die Ifo-Zahlen. Während sich die Auftragsbücher bei den Herstellern von Investitions- und Vorleistungsgütern etwas füllten, bauten die Konsumgüterhersteller ihre Auftragsbestände ab.

Industrieproduktion steigt zu Jahresbeginn kräftig

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sank die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Bau) im März 2026 im Vergleich zu Februar saisonund kalenderbereinigt um minus 0,8 Prozent. Auch im Februar war die Produktion gegenüber Januar nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,3 Prozent gesunken (bisher: 0,0 %). Damit gab die Produktion den vierten Monat in Folge im Vorquartalsvergleich nach. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die industriellen Aktivitäten noch deutlicher zurückgegangen (-3,6 %). Während die Energiewirtschaft ihre saison- und kalenderbereinigte Produktion im Vormonatsvergleich um minus 4,0 Prozent drosselte, steigerte das Baugewerbe seine Aktivitäten um 1,9 Prozent. Alles in allem ergab sich hieraus für das Produzierende Gewerbe ein Rückgang der Produktion gegenüber Februar 2026 um 0,7 Prozent. Im Vergleich zu März 2026 gab die Produktion um minus 2,8 Prozent noch kräftiger nach.

Produktionsentwicklung im Produzierenden Gewerbe

Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2024 2025 2025 2026 Jahr Q3 Q4 Q1 Ursprungswerte kalenderbereinigt

Vergleich zum Vorzeitraum in Prozent 2025 2026 Q3 Q4 Q1 Jan Feb Mrz saison- und kalenderbereinigt

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Mit den noch vorläufigen März-Daten ergibt sich für das erste Quartal 2026 folgendes Bild: Im Vergleich zum vierten Quartal 2025 sank die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent, nachdem im Quartal zuvor die Aktivitäten noch um 1,3 Prozent gestiegen waren. Der Vergleich zum Vorjahresquartal weist einen ähnlich starken Produktionsrückgang aus: minus 1,7 Prozent. Entgegen dem Trend im gesamten Verarbeitenden Gewerbe ist in den energieintensiven Branchen die Produktion im ersten Quartal 2026 saison- und kalenderbereinigt zum Vorquartal

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um 2,1 Prozent gestiegen. Die Energieerzeugung stieg in saison- und kalenderbereinigter Rechnung gegenüber dem vorherigen Quartal um plus 7,4 Prozent. Der Vergleich zum Vorjahr weist mit 9,1 Prozent ein noch größeres Plus aus. Im Baugewerbe sank die Produktion im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 1,8 Prozent. Das Vorjahresniveau wurde um minus 3,6 Prozent verfehlt. Der Produktionsrückgang am Bau war nach den kalten Wintermonaten zu Jahresbeginn zu erwarten.

Gegenüber dem vierten Quartal 2024 stieg die Industrieproduktion saison- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent, nachdem in den drei Quartalen zuvor die Aktivitäten um jeweils gut ein Prozent gesunken waren. Der Vergleich zum Vorjahresquartal weist jedoch einen Produktionsrückgang um minus 1,9 Prozent aus. In den energieintensiven Industriebranchen fiel der Anstieg im Vergleich zum Vorquartal mit plus 1,1 Prozent etwas geringer aus. Gegenüber dem ersten Quartal 2024 gingen die Aktivitäten mit minus 2,2 Prozent etwas stärker zurück als in der gesamten Industrie. Die Energieerzeugung stieg in saison- und kalenderbereinigter Rechnung gegenüber dem vorherigen Quartal um plus 0,9 Prozent. Der Vergleich zum Vorjahr weist ein kleines Minus von 0,9 Prozent aus. Im Baugewerbe stieg die Produktion im Vergleich zum vierten Quartal 2024 um 0,6 Prozent. Das Vorjahresniveau wurde um minus 1,9 Prozent verfehlt. Für das gesamte Produzierende Gewerbe ergab sich für das erste Quartal 2025 ein Anstieg der Produktion gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab die Produktion um 1,9 Prozent nach.

Produktion, Verarbeitendes Gewerbe

Veränderung zum Vorjahr, 2-Monats-Vergleich in Prozent (rechte Achse)

Index des Verarbeitenden Gewerbes, 2-Monatsdurchschnitt, saisonbereinigt (linke Achse)

Quelle: Statistisches Bundesamt 2026

Auch in allen drei industriellen Hauptgruppen gab die Produktion im 1. Quartal 2026 nach. Die Hersteller von Vorleistungsgütern verfehlten das saison- und kalenderbereinigte Ergebnis aus dem Vorquartal um 1,3 Prozent und produzierten auch weniger als vor einem Jahr (-2,5 %). Die Investitionsgüterproduktion sank mit minus 2,2 Prozent am stärksten. Das Vorjahresniveau wurde um minus

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1,1 Prozent unterschritten. Die Konsumgüterproduktion verbuchte mit minus 2,1 Prozent im Vorquartalsvergleich den zweitstärksten Rückgang. Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum fiel noch schlechter aus (-3,6 %).

Nach der Erholung im Schlussquartal 2025 hat sich der Aufwärtstrend zum Jahreswechsel nicht weiter fortgesetzt. Selbst in den noch nicht durch den Krieg im Nahen Osten beeinträchtigten Monaten Januar und Februar gab die Produktion nach. Im März hat sich dieser Abwärtstrend weiter verstärkt. Besserung ist angesichts des weiter anhaltenden Konfliktes noch nicht in Sicht. Die drohenden Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern dürfte die Produktionsentwicklung auch im kommenden Quartal erheblich beeinträchtigen.

Kapazitätsauslastung im Frühjahr leicht gestiegen

Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Kapazitätsauslastung zu Beginn des zweiten Quartals 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozentpunkte, nachdem sie zu Jahresbeginn spürbar gesunken war. Mit nunmehr 77,8 Prozent waren die Kapazitäten zwar 0,9 Prozentpunkte höher ausgelastet als vor einem Jahr. Dies waren aber immer noch 5,5 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der Auslastungsgrad im Verarbeitenden Gewerbe ohne Ernährungsindustrie erhöhte sich im Vorquartalsvergleich ebenfalls leicht und war gleichzeitig 1,0 Prozentpunkte höher als vor Jahresfrist. Mit einem Auslastungsgrad von 77,8 Prozent war der Maschinenpark um 5,7 Prozentpunkte geringer ausgelastet als im Zehnjahresdurchschnitt.

Unter den einzelnen Branchen stieg der Auslastungsgrad im Vergleich zum Vorquartal bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten mit plus 2,2 Prozentpunkten am stärksten. Im Fahrzeugbau war der Auslastungsgrad 1,5 Prozentpunkte höher, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen 1,4 Prozentpunkte. Etwas mehr genutzt wurde der Maschinenpark auch in der Möbelindustrie (+ 0,6 %-Punkte) und in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (+ 0,5 %-Punkte). In der chemischen Industrie (+ 0,2 %-Punkte) und im Maschinenbau (+ 0,1 %-Punkte) stieg die Auslastung im Vorquartalsvergleich kaum an und war in beiden Branchen auch niedriger als noch vor Jahresfrist. In der pharmazeutischen Industrie nahm der Auslastungsgrad der Produktionsanlagen mit minus 4,1 Prozentpunkten am stärksten ab, gefolgt vom Textilgewerbe (-1,4 %-Punkte) und bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen (-0,8 %-Punkte).

Industrieumsätze zu Jahresbeginn leicht gestiegen

Im ersten Quartal 2026 sind die preisbereinigten Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe in saisonund kalenderbereinigter Rechnung im Vergleich zum vierten Quartal 2025 leicht um 0,6 Prozent gestiegen. Dies war bereits der zweite Quartalsanstieg in Folge. Das Vorjahresniveau wurde jedoch um 0,5 Prozent verfehlt. Mit Blick auf die Herkunft der Umsätze stagnierten die Umsätze aus dem Inland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Erlöse aus dem Ausland gaben um minus 0,9 Prozent nach. Während die in der Eurozone generierten Umsätze im Vorjahresvergleich zulegten (+ 2,0 %), sanken die Umsätze aus dem Geschäft mit Drittländern um minus 3,1 Prozent.

In nominaler Rechnung sind die Umsätze des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 1,7 Prozent gestiegen. Während die energieintensiven Unternehmen Umsatzsteigerungen von 4,3 Prozent verbuchten, legten die Umsätze in den übrigen Branchen in der Summe nur um ein Prozent zu. Das stärkste Umsatzplus verbuchte der sonstige Fahrzeugbau (+ 24,0 %),

gefolgt von der Metallindustrie (+ 9,3 %). Die Schwergewichte Elektroindustrie (+ 1,4 %) und Fahrzeugbau (+ 2,1 %) steigerten ihre Umsätze nur leicht. Die Erlöse im Bereich Glas, Keramik, Steine und Erden lagen nur knapp über Vorjahresniveau (+ 0,5 %). Die höchsten Umsatzeinbußen mussten die Textilindustrie hinnehmen (-6,4 %), gefolgt von der Papierindustrie (-5,9 %) und der chemischen Industrie (-5,6 %). Die konsumnahen Bereiche Nahrungs- und Genussmittel und Pharmazie verzeichneten Umsatzrückgänge in Höhe von 2,3 und 3,7 Prozent. Der Maschinenbau konnte sein Vorjahresergebnis ebenfalls nicht erreichen (-1,6 %).

Umsatz* im Verarbeitenden Gewerbe im ersten Quartal 2026

Metallindustrie sonstiger Fahrzeugbau

Energieintensive

Fahrzeugbau

Verarbeitendes Gewerbe

Elektroindustrie

Glas, Keramik, Steine & Erden

Maschinenbau

Nahrungs- und Genussmittel

Pharmazie

Chemie

Papierindustrie

Textil, Bekleidung, Leder

*Veränderung in Prozent zum Vorjahreszeitraum

Quelle: Statistisches Bundesamt

Geschäftsklima: leichte Erholung im Mai

Nach dem starken Einbruch im März und April hat sich das ifo-Geschäftsklima Deutschland im Mai 2026 ein wenig erholt. Die befragten Unternehmen waren wieder etwas zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich etwas verbessert. Im Dienstleistungssektor legte der Index deutlich zu. Insbesondere die Erwartungen erholten sich nach den beiden schwachen Monaten zuvor. Auch ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Unternehmen etwas besser. In der Logistik blieb die Stimmung angespannt, war aber nicht mehr so katastrophal wie noch im April. Gleiches gilt auch für den Tourismussektor. Im Handel ist der Index ebenfalls gestiegen. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit der aktuellen Lage. Auch die Erwartungen haben sich nach zwei pessimistischen Monaten leicht verbessert. Aufgrund der Kaufzurückhaltung der Verbraucher bleibt die Lage sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel schwierig. Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima etwas abgekühlt. Grund hierfür war die schlechte Bewertung der Geschäftslage. Die Erwartungen legten nach dem Einbruch im Vormonat wieder etwas zu. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima etwas verbessert. Die Firmen schätzten den zweiten Monat in Folge ihre Lage besser ein als im Monat zuvor. Die Erwartungen haben sich weiter eingetrübt, wenn auch nicht so stark wie in den drei Monaten zuvor. Da Lage und Erwartungen in der Industrie mehrheitlich negativ eingeschätzt werden, bewegt sich der Zeiger der Info-Konjunkturuhr weiterhin im Krisen-Quadranten. Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat sich seit Be-

ginn des Krieges mit dem Iran kontinuierlich eingetrübt. Die Exporterwartungen sanken im Mai gegenüber dem Vormonat um mehr zwei Indexpunkte. Das Lager der Pessimisten befindet sich seit nunmehr drei Monaten in der Überzahl. Innerhalb der Industrie rechnen die Autobauer, die Metallindustrie und generell die energieintensiven Branchen mit rückläufigen Auslandsumsätzen. Die Elektrobranche blickt leicht optimistisch auf das Exportgeschäft, ebenso die Möbelhersteller.

ifo Konjunktur-Uhr Deutschland

ifo Geschäftsklima-Index im Verarbeitenden Gewerbe*

Erwartungen für die nächsten 6 Monate

* Salden, saisonbereinigt

Quelle: ifo Institut

Perspektiven

2025 Jan 2026

Jan 2023

Beurteilung der Geschäftslage

Seit Beginn der 2020er Jahre ist folgendes Bild zu beobachten: Immer dann, wenn die deutsche Wirtschaft sich zu erholen beginnt, sind es geopolitische Ereignisse, die im Frühjahr eintreten und den konjunkturellen Erholungsprozess zum Erliegen bringen. Angefangen im Jahr 2020 mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie, dann im Februar 2022 der Krieg in der Ukraine, 2024 die US-Zollpolitik und in diesem Jahr der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran. Noch schlagen sich die negativen Folgen des Krieges im Nahen Osten nicht in den deutschen BIP-Daten nieder. Die Wirtschaftsleistung ist zu Jahresbeginn das dritte Mal in Folge im Vorjahresvergleich gestiegen. Die dunklen Wolken am Horizont sind aber unübersehbar, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Einschläge näherkommen.

Schaut man auf den Privaten Konsum, hat dieser sich schon zu Jahresbeginn deutlich schlechter als erwartet entwickelt. Die kriegsbedingten starken Preissteigerungen auf den Öl- und Gasmärkten haben zu spürbaren Kaufkraftverlusten geführt. Angesichts von Preissteigerungsraten in Höhe von zuletzt knapp drei Prozent in Deutschland drohen mittlerweile Zinsschritte der Europäischen Zentralbank. So

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ist es nicht verwunderlich, dass laut Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten rechnet. Zudem gehen die Verbraucher mehrheitlich davon aus, dass die Preise in den nächsten zwölf Monaten steigen werden, obwohl die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin zuletzt für etwas Entspannung an der Preisfront sorgen konnte. Anders als in den vergangenen Jahren, als der Beschäftigungsaufbau noch zu zusätzlicher Konsumnachfrage beitragen konnte, haben sich auch hier die Vorzeichen geändert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in Deutschland geht seit September 2025 kontinuierlich zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe hatte dieser Prozess bereits im August 2023 eingesetzt. Wir haben daher unsere Wachstumsprognose für den privaten Konsum auf real plus 0,6 Prozent (bisher + 0,8 %) nach unten revidiert. Die öffentlichen Konsumausgaben dürften laut aktueller Einschätzung der Bundesregierung um real zwei Prozent zulegen.

BIP-Prognose für 2026:

Veränderung der realen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Quellen: Bundesregierung (April 2026; *Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck), Sachverständigenrat (Mai 2026); **einschließlich priv. Organisationen ohne Erwerbszweck,*** einschließlich militärischer Waffensysteme, eigene Berechnungen

Die Ausrüstungsinvestitionen sind zu Jahresbeginn leicht gestiegen. Die Unternehmen haben zwar weniger in Maschinen und Geräte investiert, dafür aber – wie bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 – deutlich mehr Fahrzeuge angeschafft. Der noch immer sehr geringe Auslastungsgrad des Maschinenparks in der Industrie spricht zwar für eine eher verhaltene Ausweitung der Ausrüstungsinvestitio-

zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

nen. Die absehbare Anschaffung von militärischen Waffensystemen dürfte aber positiv auf die Investitionsentwicklung einzahlen. Bei den Bauinvestitionen hat es zu Jahresbeginn einen kräftigen witterungsbedingten Dämpfer gegeben. Erfahrungsgemäß dürfte dieser im Jahresverlauf kompensiert werden, zumal die Investitionen in die Infrastruktur nur aufgeschoben und nicht aufgehoben wurden. Kritischer ist die Lage im Wohnungsbau. Drohende Preissteigerungen bei Baumaterialien und steigende Hypothekenzinsen könnten den Erholungsprozess ausbremsen. Die im ersten Quartal 2026 gestiegenen Zahl von genehmigten Wohnungen sprechen aber dafür, dass eine Erholung nicht gänzlich auszuschließen ist. Noch halten wir unsere Prognose für die Bauinvestitionen um drei Prozent aufrecht, sehen aber eine Abwärtsrevision für durchaus wahrscheinlich. Keinen Revisionsbedarf sehen wir bei den Investitionen in sonstige Anlagen (Software, Forschung und Entwicklung). Diese haben sich zu Jahresbeginn entsprechend unseren Erwartungen entwickelt. Alles in allem dürften die Bruttoanlageinvestitionen damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent steigen

Beim Außenhandel dürfte die Exportschwäche weiter anhalten. Zwar laufen die Geschäfte mit unseren wichtigsten Handelspartnern innerhalb der EU noch recht gut. Die gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten dürften aber die ein oder anderen Geschäfte platzen lassen. Die Importe dürften im laufenden Jahr aufgrund der gestiegenen Preise für fossile Energie und Rohstoffe und den daraus resultierenden verschlechterten Terms of Trade deutlich stärker steigen als die Exporte. Unterm Strich erwarten wir vom Außenbeitrag erneut einen negativen Wachstumsimpuls auf das Bruttoinlandsprodukt. Alles in allem dürfte die Wirtschaftsleistung – Stand heute – im Jahr 2026 im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent zulegen. Bei dieser Prognose handelt es sich allerdings um eine Momentaufnahme, die unterstellt, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden kann. Je länger die derzeitigen Blockaden anhalten, desto stärker dürfen die Prognosekorrekturen für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes für das Jahr 2026 ausfallen.

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Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent gewachsen 1/06/2026

Grunddaten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen

Verwendung des Bruttoinlandsproduktes (preis-, saison- und kalenderbereinigt)

Veränderung zum Vorzeitraum in Prozent

Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP (in Prozentpunkten)

Quelle: Statistisches Bundesamt

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