POSITION | GESUNDHEITS- UND WIRTSCHAFTSPOLITIK | IGW
Industrielle Gesundheitswirtschaft als Zukunftsindustrie verankern Handlungsfelder für die Stärkung des iGW-Standortes Deutschland
6. November 2024 Zusammenfassung Die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW) ist eine Zukunftsindustrie und am Standort Deutschland innovationsstark, beschäftigungsintensiv und wertschöpfungstief. Die Teilsektoren der iGW – Pharma, Medizintechnik, Biotechnologie und Health-IT – tragen als Hightech-Industrie wesentlich zum medizinischen Fortschritt bei und fördern dadurch ein gesünderes und längeres Leben. Gleichzeitig ist die iGW mit über einer Million Beschäftigten, einer Bruttowertschöpfung von 94,6 Mrd. Euro im Jahr 2023 und einem Exportanteil von 9,8 Prozent der Gesamtexporte ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den deutschen und europäischen Wirtschafts- und Innovationsstandort. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine hochwertige Gesundheitsversorgung sowie eine wettbewerbsfähige iGW in Deutschland beziehungsweise Europa sind. Sie ist zentral für eine resiliente Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten, aber auch darüber hinaus maßgebliche Treiberin für Produktivitätssteigerungen durch geringere (Arbeits-) Ausfälle aufgrund von Erkrankungen – gerade in Zeiten des demographischen Wandels. Sowohl der Mangel an Fachkräften als auch der Bedarf an Produkten und Leistungen der iGW nehmen zu. Innovative Gesundheitslösungen und der Ausbau digitaler Angebote sind gefragt, um die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten zu verbessern und den Fachkräfteengpass – auch in der medizinischen Versorgung – abzumildern. Die vorliegende BDI-Position macht konkrete Vorschläge, wie die iGW am Standort Deutschland und Europa gestärkt werden kann. Zentral sind dabei unter anderem die folgenden Maßnahmen: ▪
iGW-Strategie als Zukunftsanker ausarbeiten: Eine holistische iGW-Strategie sollte Vorschläge für langfristig angelegte Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung des Forschungs-, Produktionsund Gesundheitswirtschaftsstandortes Deutschland entwickeln und dabei auch Aspekte der finanziellen Förderung und Kosten berücksichtigen. Dabei gilt es, die iGW ganzheitlich mit ihren vier Sektoren zu betrachten.
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Austausch mit politischen iGW-Akteuren institutionalisieren: Die iGW braucht eine klare Zuständigkeit und politische Führung im BMWK. Ein institutionalisierter Austausch zwischen den Ressorts der Bundesregierung und der Gesundheitsindustrie zu den wirtschaftspolitischen Anliegen der iGW, beispielsweise über die Fortführung des BMWK Round Table Gesundheitswirtschaft, sollte auch weiterhin angestrebt werden. Die Erweiterung des Dialogformats mit den Länderregierungen würde für eine verbesserte Koordination zwischen Bund und Ländern sorgen.
Maria Kusmina | Industrielle Gesundheitswirtschaft | T: +49 30 2028-1505 | m.kusmina@bdi.eu | www.bdi.eu