POSITION | INDUSTRIE- UND INNOVATIONSPOLITIK | WACHSTUMSFINANZIERUNG
Mit Risikokapital Innovationen hervorbringen Zur Weiterentwicklung der Wachstumsfinanzierung in Deutschland
April 2024 Kernbotschaften ▪
Deutschland weist Schwächen bei Unternehmensgründungen und ihrer Finanzierung auf. Viele der industriellen Innovationen benötigen höhere Finanzierungsvolumina über einen langen Zeitraum. Das Kapital ist weniger effizient. In vielen Fällen treten internationale Investoren in diese Lücke und locken mit ihrem Kapital Technologien, Innovation oder ganze Unternehmen ins Ausland.
▪
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung im Jahre 2021 einen Zukunftsfonds Deutschland in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro aufgelegt. Dieser große Schritt in die richtige Richtung sollte zukünftig ergänzt werden. Gründungen in Schlüsseltechnologien und in industriellen Transformationsfeldern brauchen eine gezieltere Finanzierung. Deutschland sollte einen Wachstums- und Investitionsfonds für diese Schlüsseltechnologien schaffen, der über die bisherigen Instrumente hinausgeht. Dabei sollten Co-Finanzierungen über den bisherigen Rahmen hinaus ausgeweitet werden können.
▪
Um den späteren Exit von Gründern zu verbessern, müssen künftige Erfolgschancen besser analysiert und bewertet werden. Daher sollte die Aktienanalyse für Schlüsseltechnologien belebt werden.
▪
Wachstumskapital aus Pensionsfonds, Versicherungen, Stiftungen und Family Offices sollte eine wichtigere Rolle in der gesamten Finanzierung von Gründungen spielen. Auch öffentlich-rechtliche institutionelle Anleger und Pensionskassen sollten bis zu zehn Prozent in Risikokapital anlegen können.
▪
Die steuerliche Forschungsförderung sollte ausgeweitet werden, um die Finanzierungskosten und das Risiko von F&E-Aktivitäten zu senken. Gerade bei technologieorientierten Gründungen kann damit eine geringere Kapitaleffizienz zielgenau kompensiert werden.