POSITION | ENERGIE- UND KLIMAPOLITIK | GEBÄUDE
Call-to-Action: Energiewechselkampagne auf Gebäude ausrichten! Konkrete Maßnahmen und Beispiele aufzeigen
13. Dezember 2022 Der BDI plädiert dafür, die Energieeinsparkampagne, die richtigerweise von der Bundesregierung im Juni 2022 gestartet wurde, auch auf Energieeffizienz bei Gebäuden und die dort zahlreich vorhandenen „low-hanging fruits“ auszurichten. Sowohl den Gebäude- und Wohnungsbesitzern als auch den Mietern sollte mit konkreten Beispielen der Nutzen von Modernisierungsmaßnahmen und dem Einsatz digitaler Instrumente zur Verbrauchskontrolle und -steuerung – größeren wie kleineren Maßnahmen – vor Augen geführt werden. Die aktuelle Energiekrise stellt die Verbraucher in Deutschland vor sehr große Herausforderungen – vor allem mit Blick auf den Energieverbrauch der von ihnen genutzten Wohn- und Nichtwohngebäude. Mehr Energieeffizienz in Gebäuden kann einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Bei privaten Haushalten sind die Raumwärme und Warmwasserversorgung für über 70 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich. Dabei schlagen die erhöhten Gas- und Ölpreise im Wohnungsbestand, welcher zu zirka 50 Prozent mit Erdgas und 25 Prozent mit Öl beheizt wird, voll durch.1 Ein wesentlicher Grund ist, dass ein Großteil des Gebäudebestands vor Inkrafttreten der ersten Energieeinspar- bzw. Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet wurde und hierdurch sehr häufig technisch mangelhaft und hochgradig sanierungsbedürftig ist. Ein Schub bei der Gebäudeenergieeffizienz ist umso wichtiger, als dass ab dem 01.01.2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Ohne ein hohes Maß an Energieeffizienz werden der Energieverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten in ungeahnte Höhen steigen, was die Akzeptanz für die Energiewende bei Gebäuden gefährden könnte. Die energetische Modernisierung von Gebäuden, der Einsatz erneuerbarer Energien und die Anpassung des Nutzerverhaltens tragen gleichzeitig zur Minderung des CO 2Ausstoßes und zur Reduzierung des Energiebedarfs bei. Die Studie „BDI-Klimapfade 2.0“ zeigt, dass Wohngebäude auf ein Energieverbrauchsniveau von durchschnittlich 70 kWh/m²a saniert werden sollten, um CO 2-freie Energieträger sowohl energie- als
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BDEW (2022): Entwicklung der Beheizungsstruktur des Wohnungsbestandes in Deutschland, Link https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/beheizungsstruktur-wohnungsbestand/ (abgerufen am 14.09.2022)
Michael Wolfram | BDI-Initiative „Energieeffiziente Gebäude“ | T: +49 30 2028-1704 | m.wolfram@ieg.bdi.eu | www.bdi.eu